Dienstag. 3. September 1940 t90. Jahrgang Nr. 208 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr des Vormittags An-etgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malsraffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr vrShlsche Univerfitätsdnläerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen ^Siegen,9S zu einem erfolgreichen A b f ch l u ß gebracht. Den Vertrag unterschrieb im Namen der Relchsreglerung der Gefandte von Saucken und der Mlnisterial- rat Dr. C o n r a d , in Bevollmächtigung der Reale- runa der UdSSR. Aleander Michajlowitsch A e- rung der UdSSR. Alexander Mickjailowttsch A l e - j e w. Englische Bomben auf Schweizer Gebiet. Bern, 2. Sept. (Europapreß.) Der Armeestab teilt mit: ,Ln der Nacht zum 2. September überflogen wiederum fremde Flugzeuge W^Wr\\a)e5 Hoheitsgebiet. An zahlreichen Orten der WestAweiz und in St. Gallen ertönten zwischen Mitternacht und 1 Uhr früh die Alarmsirenen. Bei Au (St. Galle n) wurden einige Bomben auf offenes (Selatwe obgeworfen. Personen wurden nicht verletzt. Im St. Gallener Rheintal eröffneten die Truppen das Abwehrfeuer gegen die fremden Flieger. Aus den Umständen geht klar Hervor, daß es sich um englische Flieger handelt, die sich nicht mehr damit begnügen, die schweizerische Lufthoheit zu verletzen, sondern nun dazu übergegangen sind, die friedliche Bevölkerung zu bombardieren. Die Durchführung des Wiener Schiedsspruches. Am 5. September beginnt der Einmarsch der ungarischen Truppen in das abgetretene Gebiet Siebenbürgens. Budapest, 2. September. (Europapreß.) Aus Debrecen melden die Blätter, die ungarisch-rumänische gemischte Kommission habe in Verhandlungen, die vom Sonntag 17.30 bis Montagmorgen 3.30 Uhr dauerten, die Fragen der Gebietsüber- gabe bereinigt. Der Einmarsch der ungarischen Armee beginnt am 5. September und wird am 13. Septeinber abgeschlossen. Der Einmarsch beginnt am 5. auf der ganzen bisherigen gemeinsamen ungarisch-rumänischen Grenze mit Ausnahme des Abschnittes um Großwardein, wo erst am 6. September der Einmarsch beginnt. Am 5. September rückt die ungarische Honved i n Marmarossziget und Szathmar ein, am darauffolgenden Tag, 6.September, in Groß- wardein und gelangt dann in verschiedenen Etappen am 11. September nach Klausenburg. An den letzten beiden Tagen wird der Einmarsch in dem südöstlich gelegenen Szekler-Gebiet vollendet. Die ungarischen Delegierten begaben sich von Debrecen im Kraftwagen nach Großwardein und sind nach Abschluß der ersten Besprechung nach Debrecen zurückgekehrt. — Die Bereinigung der Dermögensfragen erfolgt in einer Sitzung der gemischten Kommission. Aus Bukarest sind 500 Autobusse nach Siebenbürgen obgegangen, die beim Abtransport der Behörden eingesetzt werden. In Bukarest wurde infolgedessen der Autobusverkehr vorübergehend eingeschränkt. In Klausenburg wurde eine gemischte ungarisch-rumänische Bürgerwehr gebildet, die zunächst 100 Mann stark ist und unter Leitung des rumänischen Dizebürger- meisters S a v u steht. Sie soll bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und der reibungslosen Durchführung ber Räumung mitwirken. Die Sicherheit des neuen Rumänien. ,Bon der stärksten Militärmacht garantiert., B u t a r e ft, 2. Sept. (DNB.) Nach der Rundfunk- anfprache des Außenministers Manoilescu gab auch der zweite Delegierte Rumäniens in Wien, Gesandter D a l e r Pop, im Rundfunk Erklärungen über den Wiener Schiedsspruch ab. Gesandter Baler Pop, der auch der Delegierte Rumäniens bei den Verhandlungen inTurn-Severin mit den Ungarn war, erklärte, dort hätten die Forderungen Rumäniens und die Forderungen Ungarns einander gegenüber- gestanden. In Wien konnte Rumänien sich zwar für ein kleineres Rumänien entscheiden, dessen Grenzen aber von der stärksten Militärmacht garantiert würden. Er habe in Wien zwar nicht unterzeichnet, müsse jedoch klar sagen, daß, wenn er allein für Rumänien die Entscheidung hätte fällen müssen, er nicht anders gewählt hätte. Jeder Rumäne hätte in dieser Lage bei genauer Kenntnis der Tatsachen diesen Entschluß fassen müssen. Weiter erklärte Pop, daß Rumänien etwa 4 2 0 0 0 Quadratkilometer mit 1.2 Millionen Ru- mänen verliere. Rumänien dürfe in Zukunft nie mehr eine gefühlsmäßig bestimmte Politik betreiben. Die Nation werde im Schutze der nunmehr gesicherten Grenzen an die aufbauende Arbeit und die Erneuerung gehen. So auch sei die Zukunft der Volksgenossen außerhalb der Grenzen gesichert. Die offiziöse „Romani a" erklärt, die schmerzlichen Ereignisse, die Rumänien betroffen hätten, verlangten von allen Rumänen die seelische Kraft, sich über die Bitternisse des Augenblicks zu erheben. Dor allem müsse man von jedem Verständnis verlangen, daß die Umstände stärker als der Wille Rumäniens gewesen seien, und daß die Verhältnisse keine an bere Entscheibung als bie von der Staatsführung getroffenen erlaubt hätten. Indem sich das rumänische Volk dem harten Schicksal beuge, solle es sich die Hoffnung bewahren, die ihm die Tatsache gewähre, daß das Land nunmehr in einen Zeitabschnitt klarer Sicherheit eingetreten fei. Niemand solle seine Besonnenheit verlieren. Die Suddobrudscha. Bor Untexzeichnung des rumänisch-bulgarischen Vertrages. Sofia, 2. Sept. (Europapreß.) Der Führer der bulgarischen Abordnung in Craiova, P o m e n o f f, ist aus Vidin mit neuen Anweisungen der bulgarischen Regierung an den Verhandlungsort zurück- gekehrt. Der Ministerrat hat beschlossen, einen r u - rnänischen Kompromißvorschlag bezüglich der Evakuierung der Süddobrudscha anzunehmen. Der Vorschlag sieht vor, daß die Räumung am 2 0. September beginnt. Am 21. September sollen die bulgarischen Truppen einmarschieren. Die Rückgliederung der Bulgaren aus der Nord^Dobrudscha soll binnen zwei Monaten vor sich gehen. Der bulgarische Rundfunk hat am Sonntagabend eine amtliche Meldung durchgegeben, in der die bevorstehende Unterzeichnung des Vertrages mit Rumänien cmge- kündigt und gesagt wurde, entgegen anderslautenden Gerüchten habe die bulgarische Regierung einen klaren Standpunkt eingenommen, auf dem sie auch beharren werde. Das Scho in Jugoslawien. Belgrad, 2. September. (DNB.) Zum Wiener Schiedsspruch bemerkt die halbamtliche „23 re m e": Die deutsche und die italienische Außenpolittk feien seit Kriegsbeginn ständig bestrebt gewesen, auf dem Balkan und im Doimuraum eine friedliche normale wirtschaftliche Entwicklung zu sichern. Auch der Wiener Schiedsspruch diene diesem Zwecke. Die von den Achsenmächten gegebene Garantie bilde, eine wichtige Tatsache in der gegenwärtigen allgemein unruhigen Atmosphäre. Von europäischer Bedeutung sei ferner die Erklärung des Reichsaußenministers, daß damit die letzte territoriale Frage im Dona u r a u tn erledigt fei. Auch für Jugoslawien habe der Wiener Schiedsspruch „oße Wichtigkeit, da er die Erhaltungdes Friedens in Südosteuropa bedeute und somit die Interessen Jugoslawiens mit denen der Achsenmächte übereinstimmten. Sprung in Vie Nacht. Das Erlebnis einer deutschen Augzeugbesahung. Don Kriegsberichter Harald Wachsmuth. DNB. ..., 2. 9. (PK.) Seit Stunden stehen wir auf dem Flughafen, von dem aus Maschinen um Maschinen gestartet waren, um in nächtlichen Angriffen englische Flugplätze und Nachschublager anzugreifen. Ein Flugzeug nach dem andern kehrt zurück, aber d i e „M a r i e" fehlt noch immer. Als wir selbst gegen Morgengrauen keine Nachricht vom Verbleib des Flugzeuges haben, schwindet unsere Hoffnung, die Rückkehr der Besatzung scheint aussichtslos. Es ist 10 Uhr vormittags, ein Telephonanruf aus irgendeinem kleinen flandrischen Dorf. Zu unserer großen Freude meldet sich unsere Besatzung gesund und munter zurück: sie war nach erfolgreichem Angriff i n das Sperrfeuer der Flak geraten und von Nachtjägern angegriffen worden. Mit zerschossenem Gerät und durchlöcherten Benzintanks konnten sie jedoch nach abenteuerlichem Fluge durch das Ungewisse die Küste erreichen und sich in letzter Minute durch Fallschirmabsprung aus der stark beschädigten und nicht mehr lande- fähigen Maschine retten. 24 Stunden später *knb sie wieder bei uns und erzählen im Kreise ihrer Kameraden von ihrem nächtlichen Erlebnis. „Wir konnten deutlich den Erfolg unseres An- griffes auf das Nachschublager und den Flugplatz beobachten", erzählt der Beobachter der „Marie". „Zwei Bomben lagen in den Flugzeughallen, andere zerstörten Flugzeuge vor den Hallen, Schup- pen und Magazine des Nachschublagers gingen in Flammen auf. Dann aber begann für uns der Kampf. 30, 40, 50 Scheinwerfer blitzten ^auf und nahmen uns in den Schnittpunkt. Gleichzeitig fängt die Flak an zu ballern und Splitter und Fetzen fliegen uns um die Ohren. Doch die Motoren liefen noch. Wir haben jetzt die Wolken erreicht und fliegen Kurs Heimat. Wir überflogen die Ballonsperre, und dann in den Wolken immer stur nach Kompaß." „Eine peinliche Ueberraschung", so unterbricht der Flugzeugführer, „ich merkte, daß der Kompaß zerschossen war und die Nadel feftftanb. Ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Meiner Berechnung nach mußten wir über Flandern sein. Ich drückte also den Hebel tiefer und tiefer und mir sahen auch bald unter uns einen Flugplatz mit drei betonierten Rollbahnen, Leuchtfeuer und Flakbeleuchtung. Neben uns tauchte plötzlich der Schat- tenriß einer Maschine auf, die gerade landen wollte. Mir verschlug es kurz die Sprache — die Maschine war eine Blenheim. Hinter uns Nachtjäger, die sofort das Feuer auf uns eröffneten. Kein Zweifel — das da unten war ein englischer Nachtflughafen. Wir hatten uns also verfranzt Jetzt tonten wir auch die Küste erkennen." Die Besatzung flog nun über den Wolken und konnte sich jetzt nach dem Mond orientieren. Auch bie Funkanlage und die Bordoerständigung war zerstört, die Maschine nicht manövrierfähig. „Das schlimmste aber war, daß der eine Benzinbeh'älter durchlöchert war und wir nur noch für wenige Minuten „Schnaps" hatten. An Landen war nicht zu denken, denn eine Notlandung bei Nacht mit einer derart zerschossenen Maschine wäre Selbstmord gewesen Wir mußten nach Zeitberechnung annehmen, daß wir auf Festland waren. Ein kurzer Entschluß: „Wir müssen a b s p r i n g e n." Wir vereinbarten, uns sowohl während des Fallschirmab- jprunges als auch nachher auf dem Boden durch Ferdinand Porsche. Der Vater des Volkswagens 65 Jahre alt. Den Namen und das Wirken des Schöpfers der deutschen Rennwagen und des Volkswagens kennt heute in Deutschland jedes Kind. Professor Dr.-Ing. e.h. Ferdinand Porsche, Sohn eines Klempnermeisters aus Maffersdorf bei Reichenberg im Sudetengau, hatte sich schon in der väterlichen Werkstatt mit elektrotechnischen Konstruktionsversuchen beschäftigt. In Wien erfand er dann den elektrischen Radnabenmotor. Ein von Porsche konstruiertes Elektromobil stand bereits 1900 auf der Pariser Weltausstellung und lenkte die Aufmerksamkeit auf den erst 25jährigen Konstrukteur, der zehn Jahre iü später mit einem Wagen eigener Schöpfung die für damalige Zeiten enorme Geschwindigkeit von 140 Kilometer erreichte. Im Weltkrieg spielten bann Porsche-Zugmaschinen u. a. vor Lüttich und Namur eine Rolle. 1924 errang er mit dem Mercedes-Kompressor den ersten deutschen Auslandserfolg seit dem Weltkrieg. Seit 1930 unterhielt er ein eigenes Konstrukttonsbüro bei Stuttgart. Mit dem Jahre 1933, als die Auto-Union den Porsche-Rennwagen herausbrachte, beginnt dann die endlose Serie der deutschen Siege auf in- und ausländischen Rennstrecken. Der Führer beauftragte 1934 Dr. Porsche mit der Konstruktion des Volkswagens, der der schnellste, billigste und wirtschaftlichste Wagen der Welt geworden ist. Dr. Porsche schreibt über dieses schwierige Problem selbst einmal: „Tage und Nächte haben wir gearbeitet, Jahr um Jahr, wir haben kalkuliert und gerechnet, kalkuliert und gerechnet nach Fabrikattonsmethoden, die es bei uns ja noch gar nicht gab, die erst geschaffen werden mußten, bis es dann endlich eines Tages so weit war, und ich stolz und glücklich zum Führer, der auf dem Obersalzberg weilte, fahren konnte, um ihm zu melden: „Mein Führer, wir sind so weit, der Volkswagen ko ft et weniger als 1000 M a r k." Der Führer ehrte den genialen Erfinder, indem er ihm vor zwei Jahren den Nationalpreis verlieh. Dr. Porsche hat seine Konstruktionsarbeiten nicht, auf Rennautos und auf den Volkswagen beschränkt, er baute auch Elektromodelle, Flugzeuge, Luftschiffe, Lastwagen usw. Der große Konstrukteur hat in Friedens- und Kriegszeiten stets Aufgaben erhalten, die feinem überragenden Können angemessen waren. Er darf von sich sagen, daß er keine Aufgabe ungelöst zurückgegeben hat. So hat er mit seinem bisherigen Lebenswerk einen gewichtigen Beitrag auf dem großen Gebiet der Wehrhaftmachung des deutschen Volkes geliefert. Daß dieses Lebenswerk bei weitem noch nicht abgeschlossen ist, versteht sich bei einem Mann wie Porsche von selbst, einem Manne, der seinen Namen in die Liste der größten deutschen Erfinder und Konstrukteure für alle Zeiten eingetragen hat. Dieses Bild, das auf telegraphischem Wege von London nach Neuyork und dann mit Flugpost nach Europa geschickt wurde, berichtet von einem erfolg- reidjen Angriff eines deutschen Flugzeuges auf einen Sperrballon an der englischen Küste. In schneller, kühner Aktion hat der deutsche Flieger den Ballon zur Strecke gebracht, der brennend zur Erde stürzt, während die Maschine abdreht. — (Scherl-M.) äs Blinkzeichen der Taschenlampe, bie wir Mitnahmen, jP verständigen. Ich werfe die Bobenklappe ab und schaue nach unten. Es ist nicht gerade das schönste der Gefühle, bei Nacht abzuspringen, denn wir wissen ja nicht, wie es unten aussieht, da wir über ben Wolken in etwa 3000 Meter Höhe waren. Jetzt springe ich ab. Zwei- oder dreimal überschlug ich mich, bann spürte ich ben Druck bes Fallschirms. war bei vollem Bewußtsein, der Druck beein- rachttgte mein Denkvermögen in- keiner Weise. Nach sechs Sekunden zog ich ben Fallschirm, ein scharfer Jtucr geht durch meinen Körper, er hat sich q e - ossnet. Noch weiß ich nicht, wohin ich fallen werde noch immer ist unter mir die Wolkendecke, öie einfach nicht näher kommen will. Endlos er- |ct>eint mir die Zeit. Ich gebe mit meiner Taschen- iampe Blinksignale für die Kameraden, kann aber von ihnen sehen. Plötzlich sehe ich, wie die eigene Maschine auf mich ^ufommt. „Verdammt, das fehlte gerade noch, daß dich die Maschine rammt dachte ich. Die Maschine heulte über mich hinweg, ich sah sie in den Wolken verschwinden. Wie wird es wohl den anderen ergangen jein?. Wü werde ich überhaupt hinfallen? Wie stark mag die Wolkendecke sein? Diese Fragen bewegen mich während meines Pendelns zwischen Himmel und Erde, während meines Falles ins Ungewisse. Endlich erreiche ich die Wolkendecke. Wie in der Waschküche komme ich mir vor. Ich kann nichts sehen, aber auch gar nichts sehen. Irgendwo höre ich einen dumpfen Aufschlag — unsere Maschine, die schneller unten angekommen war. Aber die Erde kommt und kommt nicht näher. Man mag es kaum glauben, wie endlos lange einem die Zeit vorkommt und wie in einem der Wunsch brennt, doch endlich unten zu sein. Nun, auch diese' Minuten sind vergangen. Ich lande glücklich im Schilf eines Flusses und mache mich dann auf die Suche nach den andern. Auch die übrigen drei der Besatzung landen alle glücklich und fanden sich nach stundenlangem Suchen wieder zusammen. Die „Marie" ist zwar verloren, aber dafür ist ein Flugplatz und das Nachschublager restlos zerstört. Und in dem Augenblick, da diese Zeilen geschrieben werden, ist die Besatzung bereits wieder in einer neuen Do 17 zum Nachtslug nach England gestartet. heitssührung hätten die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die deutschen Jungen und Mädchen den Krieg gut überstehen werden. Nicht nur der militärische, sondern auch der b i o l o g l - s ch e Sieg Deutschlands sei in der augenblicklichen großen Auseinandersetzung gesichert. Eine Beichsforschungsanstali für die Ostgaue. An dem Aufstieg der früheren Provinzen Posen und Westpreußen zu führenden landwirtschaftlichen Erzeugungsgebieten hatte das 1906 gegründete Kaifer-Wilhelm-Jnstitut für Landwirtschaft in Bromberg großen Anteil. Durch die Wiederangliederung der Ostgebiete an das Reich ist auch dieses Jnstttut an das Reich zurückgefallen. Um der damiederliegenden- Landwirtschaft in den Ostgauen neuen Auftrieb zu geben und sie alsbald auf die Höhe des Altreichs zu bringen, stt nunmehr die Reichsforschungsan ft alt für Landwirtschaft in BiDmberg gegründet worden. Vier Institute sollen errichtet werden, für Acker- und Pflanzenbau, für Futterbau, für Tierzucht und für Arbeitstechnik und Betriebswirtschaft. Jedes Institut erhält ein Versuchsgut von 150 bis 200 Hektar. - Neugestaltung der Kurzfchristarbeit. Anläßlich der Eröffnung des Deutschen Instituts für Kurzschrift und Maschineschreiben fand im Haus der deutschen Erziehung in Bayreuth eine gemeinsame Tagung der Tauberufswalter der Deutschen Arbeitsfront und der Gauverbandsführer sowie Fach- aruppenleiter der Deutschen Stenographenschaft statt. Auf der Tagung machte der Amtsleiter des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. und Bundesführer der Deutschen Stenographenschaft, Bremhorst, Ausführungen über die Neuordnung und den Einbau des Kurzschrift- und Maschineschreibunterrichts in das fördernde Berufserziehungswerk der DAF. Damit sei die Grundlage für eine gesunde Fortentwicklung und erfolgreiche Steigerung der Arbeit auf dem Gebiete der Kurzschrift und des Maschineschreibens gegeben. Aufgaben her Landeskultur. Welche ungeheure Arbeit nach dem Kriege von der Landeskultur zu leisten sein wird, ergibt sich aus einigen Zahlen für das Altteichsgebiet. So harren noch 4,6 Millionen Hektar Grünland und 4 Millionen Hektar Acker der Entwässerung. Das sind 28,7 v. H. der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Dabei ist ein Mehrertrag von 20 bis 30 v. H. zu erwarten. Dies entspricht einer Neulandgewinnung von etwa 2,2 Millionen Hektar. Durch zweckvolle Bewässerung können weitere etwa 3,5 Millionen Hektar auf einen Mehrertrag von 20 bis 40 v. H. gebracht werden, was dem Gewinn von 1,27 Millionen Hektar gleichzusetzen ist. Fast 10 v. H. der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Altreichs umfaßt z.T. sehr fruchtbaren Moorboden. Durch Eindeichung von Ländereien gegen Überschwemmungen kann ein Mehrertrag von 15 bis 30 v. H. erzielt werden, was einer Neulandfläche von etwa 200 000 Hektar gleichkommt. Fast 70 v. H. der landwirtschaftlichen Bevölkerung ist heute noch ohne Wasserleitung. Eine Unzahl von Bauanträgen beweist ihre Notwendigkeit, nicht zuletzt auch zur Arbeitsentlastung der Bauersfrau. Weite Gebiete des Reichs, besonders im Westen Ewige Blutschuld. Am 3. September jährt sich zum erstenmal die Nacht, in der polnische Mordgier, polnischer Haß und Größenwahn chre scheußlichste Gestalt annahmen, es jährt sich die Nacht des Bromberger Blutbades. Niemals werden wir Lebenden dieses Datum vergessen, niemals wird dieser furchtbarste Haßausbruch der Geschichte, solange es ein deutsches Volk und Reich gibt, aus dem Gedächtnis der Menschen verschwinden. Denn so ungeheuerlich unb für immer untilgbar die Blutschuld ist, die Polen und seine englischen Verführer hier auf sich luden, so unermeßlich groß ist auch die Dankeschuld, welche die deutsche Nation gegenüber den int ehemaligen Polenstaat leidenden Brüdern und Schwestern empfinden muß. Das Blut der Ermordeten, der Schmerz der Hinterbliebenen, das Leid der Verfolgten und Verttiebenen verpflichten uns ür alle Zeiten, den Schänder unseres Volkstums in die gebührenden Schranken zu verweisen. Der Bromberger Blutsonntag war ja kein Ein- z elf all, keine durch die Zeitumstände allein bedingte und einmalige Ausschweifung einer primitiven Volksseele, sondern nur der Gipfelpunkt eines fortwährenden, seit Jahrhunderten vom polnischen Untermenschentum gegen alles Deutsche geführten Dernichtungskampfes. Während eines tausendjährigen Zusammenlebens mit Polen bis zum 1. September 1939 haben die Deutschen keinen einzigen Krieg gegen ihren östlichen Nachbarn geführt. Wenn man aber in den Kapiteln der polnischen Geschichte nachschlägt, so begegnet einem auf jeder Seite der Wille zur Verfolgung und Unterdrückung Hes deutschen Volkselementes. Unfähig zu eigener kultureller Leistung und höherer Gesittung, konnten die Polen es nicht verwinden, daß neben ihnen ein kulturschöpferisches Volk wie das deutsche wohnte, dessen Niveau sie niemals erreichen würden. So schlugen sie alles tot, was deutsch war, so verwüsteten oder stahlen sie, was deutscher Geist an Kulturgütern heroorgebracht hatte. Auch die Deutschen in Bromberg wurden nur deshalb ums Leben gebracht, weil sie Deutsche w a r en. Aus keinem anderen Grunde. Es waren wehrlose Deutsche, die in und. um Bromberg auf viehische Weise hingeschlachtet wurden. Wehrlos waren auch die übrigen Sechzigtausend, die im Schreckensjahr 1939 der feigen polnischen Mordbestie zum Opfer fielen. Sechzigtausend! Sechsmal so viel, wie der ganze polnische Feldzug der deutschen Wehrmacht an Toten gekostet hat! Es gibt kein Zeugnis, das unbestechlicher und vernichtender wäre für den polnischen Dolkscharakter, als diese Tatsachen. Die Polen haben sich damit als ein Mördervolk qualifiziert, das sein Selbstbestimmungsrecht im Kreise der europäischen Nattonen für immer verwirkte. H. Ev. und Süden, leiden unter Besitzzersplitterung, die die Führung eines neuzeitlichen landwirtschaftlichen Bettiebes und den angemessenen Unterhalt einer Bauernfamilie unmöglich machen. Im Altreich sind etwa 5,8 Millionen Hektar land- wkrtschaftliche Fläche umlegungsbedürftig; dazu kommen 1,4 Millionen Hektar in der Ostmark und 700 000 Hektar im Sudetenland, insgesamt also 7,9 Millionen Hektar. Die beschleunigte Aufstel- hing von Wasserwirtschaftsplänen und ihre Berücksichtigung bei der Großraumplanung wird notwendig werden. _________________ Leuchtspurfäden vor unfern Bombern. Jäger und Zerstörer schützen die Bombengeschwader. Don Kriegsberichter Robert Baur. .......(PK., 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den Nachmittagsstunden des Montag hat eine Gruppe unseres Kampfgeschwaders einen Angriff auf einen englischen Flughafen unternommen, der in jeder Hinsicht vorbildlich war. Mit einer dicken Packung Jäger, Zerstörer und Bomber ging es Mer den Kanal bei einem Wetter, wie man es selten antrifft. Auf Kilometer hinaus war jeder Erdhügel genau zu erkennen, ebenso klar aber auch unsere Maschinen vom Erdboden aus. Es war deshalb auch kein Wunder, daß die in der Nähe von .Dover ftationierte Flak gut schoß und manche Granate in bedrohliche Nähe unserer Maschinen brachte. Aber ohne auch nur einen Strich vom Kurs fu kommen, ging es mittendurch dasSperr- euer, durch das der ganze Verband u n b e - chädigt hindurchkam. Unser Ziel war schon von weitem wundervoll zu erkennen. East-Church heißt der Flughafen mitten auf einer Themse-Insel. Durch die Hallen gingen die Reihenwürfe von Bomben aller Kaliber. Der Engländer fürchtet diesen Bombenregen. Er hat deshalb auch heute wieder versucht, durch einen Iagdangriff unsere Bomber vom Ziel abzubringen. Aber es ist ihm schlecht bekommen, denn kaum waren die ersten Engländer in voller Fahrt Aus dem Reich. Unsere Kinder brauchen ausreichenden Schlaf Spiel und Sport in freier Luft erhalten die Kinder gesund. In der Wiener Universität wurde die Kinde r - kundliche Woche eröffnet, die einen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Kindergesundheitsführung geben soll'. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde, Professor Birk (Tübingen), konnte auch zahlreiche Teilnehmer aus dem befreundeten Ausland begrüßen. Der stellverttetende Reichsärzteführer und stellverttetende Leiter des Hauptamts für Volksgesundheit der NSDAP., Dr. 18 l o m e, aab Richtlinien für die Gesunderhaltung unserer Kinder, die von jedem Vater und jeder Mutter beachtet werden sollten. an unseren Verband herangekommen, als auch schon die ersten Angreifer brennend ab stürzten. Bevor man in den Bombern genau hatte erkennen können, was vorging, waren unsere Jäger und Zer- törer nach vorne gefegt. Aus allen Rohren schiebend, legten sie ein Netz von Leuchtspur- äden vor unseren Verband, in dem die Angrei- er hängenblieben. Es war ein kurzer Angriff, mit dem unsere Zerstörer und schweren Jäger den Gegnern eine dickere Lehre erteilten. Abstürzende Maschinen und einige in der Lust stehende Fallschirme waren das letzte, was von den Bombern aus zu sehen war. Nur ein Teil des Jagdschutzes, der unserem Verband auf dem Flug zum Ziel begleitet hatte, ging zur Deckung wieder mit zurück. Die anderen blieben drüben und suchten den weiten Himmel nach neuer Beute ab. Nach den Erfahrungen dieses Tages können wir uns des Eindruckes nicht erwehren, daß es mit Englands Abwehrkraft zur Luft langsam bergab geht. Zu viele ihrer besten Jäger mußten zu Boden. Neulinge, die zwar mit Schneid anfliegen, aber gegen unsere in vielen ßufttämpfen erfahrenen Jäger, nichts auszurichten vermögen, wollen retten, was zu retten ist. Aber es geht nicht mehr, von Tag zu Tag mehren sich die Zeichen dafür. Danach dürfen gewiße „nervöse" Erscheinungen im Kindesalter von den Eltern nicht überschätzt werden. Es wäre falsch, ein sogenanntes „nyüöfes" Kind zu verhätscheln und es von dem normalen gesunden Spielttieb und Sportteben der Jugend fernzuhalten. „Wir können es uns nicht leisten, ynfere Jugend in Watte zu packen und unter den Glaskasten zu legen" — erklärte Dr. Dlome. Es dürfe allerdings auch auf der anderen Seite — so führte er weiter aus — keine Uebertrei- b u n g e n geben. Das wichtigste für unsere Kinder sei der ausreichende 5 d)laf, und das beste Rezept für ihre Gesundheit: Spiel und Sport in freier Cuff bei vernünftiger (Ernährung und wirklich ausreichendem Schlaf. Die vorbeugenden Maßnahmen der Reichsgefund- Sead)ten Sie diese 10 wichtigen Regeln Der Güterverkehr, den die Deutsche ' Reichsbahn Im grostdeutschen Saum ju bewäb tigen hat, ist gewaltig angeftiegett viersahresplath Süftungsbettiebe, Versorgung der Bevölkerung und vor allen Dingen unsere Wehrmacht stellen gröstte 2ln* forderungen an dm Güierwagenpark» Alles kommt daher darauf an, jeden vorhandenen Güterwagen < bis zum letzten auszunutzen i für öen Verfrachter! Aus jeden Mann kommt es an! Öuc ein Mann zu wenig, nur ein Mann am falschen Platz und schon stockt der glatte Ablaus der Arbeit. Nur eine mechanische Hilfe vergessen - und schon steht ein Guterwagen nutzlos herum, der an anderer Stelle dringend benötigt wird. 0m Einsatz und imEinspacenvon Menschenkraft kommt es auf jeden einzelnen Mann an. Alles must getan werden, um nutzlosen Stillstand auszumerzen. Aeder Ncäfteeinsatz zum Be- und Entladen must vorher genau geplant sein. Oer Angestellte des Verstachters kann durch geschickte Det- teilung der zu verladenden Güter, durch rechtzeitige Magenbestellung, durch pünktliche und genaue Ausfertigung der Kracht- triefe und sonstigen Begleitpapiere zur Beschleunigung des Güterverkehrs beitragen. Kerner kann er Wagenraum sparen- toenn er jeden Magen bis zur Höchstgrenze auslastet, im innerdeutschen Verkehr bis $u 1000 kg über die am Wagen ange- fchriebene Tragfähigkeit. Aetzt unterbleibt diese Auslastung noch oft, weil die Beftellschreiben und Lieferbedingungen ohne Rücksicht auf die Auslastung der Wagen die Lieferung bestimm- ter Mengen vorsehen, z.B. von 15000 kg, obwohl der Wagen 18 500 kg fassen könnte. Daher Bestellschreiben und Lieferbe- dingungen den erhöhten Gewichtsmengen anpassen, die zur Auslastung der Wagen notwendig sind. Die Packer, die den Wagenraum durch geschicktes Stapeln der Güter ausnutzen, die Kahrer, die durch pünktliche Zu- und Abfuhr der Güter die Be- und Entladezeiten abkürzen • sie alle sind der Deutschen Reichsbahn willkommene Seifet bei ihren Bemühungen, mit den vorhandenen Güterwagen alle Ansprüche des Güterverkehrs zu erfüllen. U. Güterwagen schnellstens be- unb entladen. Rückgabe der Wagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen; Uber- fchreitung der Ladefrist bat Ausfall- wertvollen Laderaums zur Zolge. S. wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Angebotene Lrsatzwagen verwenden, selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit verbunden sind. 3. pünktliche An- u. Abfuhr der Güter. Hlit der Le- und Entladung sogleich nach Wogenbereitstellung beginnen. 4. Zür Güterwagen gibt es setzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Zür eingegangene Güter besteht die psticht zur Entladung an Sonntagen. 5# Güterwagen beim Le- und Ent-, ladennichtbefchädigen. Lademasse inne- Holten. Güter ordnungsmästig und betriebssicher verladen. 6. Durch zweckmässige Ladegeräte und Hilfsmittel das Le- und Entladen er. leichtern. X Auslastung der Wagen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit jetzt im innerdeutschen Verkehr bis 1000 Jcg über die am Wagen angeschriebene Tragfähigkeit. Raumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz be- sonders durch sachgemässes und überlegtes verladen sperriger Güter. 8. Vicht mehr Güter zu gleicher Zeit beziehen, als rechtzeitig entladen werden können. 9, Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absenders oder bei der Voravisierung durch die Güterabfertigung vorbereiten. Fuhrwerke >nd Ladepersonal schon im voraus für die Zeit der bevorstehenden Entladung freihalten. IO. Frachtbriefe und sonstige Begleitpapiere sorgfältig ausfüllen zur Vermeidung von Verläufen. Hilf 6er Deutschen Reichsbahn unS Du hilfst Die selbst! Litte ausschneiden, aufbeben und immer wieder Itfenl Die deutsch-italienische Filmwoche in Benedifl. Venedig, 2. Sept. (DNB.) Die deutsch-italienische Filmwoche wurde in Anwesenheit des italienischen Ministers für Volkskultur, Pavolini, des Herzogs von Genua, und des Generaldirektors für das Filmwesen im Volkskulturministe- rium, Orazi, eröffnet. Von deutscher Seite waren u. a. Oberregierungsrat Wolfgang Fischer von der Abteilung Film im Reichspropagandaministerium, der Vizepräsident der Reichsfilmkammer, Melzer, anwesend. Die Veranstaltung wurde im Festsaal des Palazzo Giustinia, eines prächtigen Adelspalastes am Canale Grande, mit einer Ansprache des Ministers Paoolini eröffnet Die deutsch- italienische Schau erhalte ihren besonderen Charakter als Kriegsveranstaltung dadurch, daß die Filme auch vor den Soldaten der italienischen Wehrmacht vorgeführt werden. Der Film wende sich an das ganze Volk in Waffen. Der Krieg sporne die Energie des italienischen und des deutschen Filmes an, der als Faktor im Leben des Volkes nicht mehr wegzudenken sei. Pavolini unterstrich die besondere Bedeutung der Dokumentarfilme, deren Schöpfer mit den kämpfenden Soldaten in einer Linie stehen und mit ihnen gemeinsam ihr Blut vergießen. Die Filmschau der Achse erhebe den Anspruch darauf, den Film des neuen E u - r o v a zu verkörpern, denn er sei frei von den verheerenden Ersetzungserscheinungen der überwundenen Zeit. Der europäische Film sei ein gesunder Film, der das Gesicht Europas von morgen zeige, des Europas Mussolinis und Hitlers. Als Festaufführung hatte man den Terra-Film „Oper n- ball" gewählt. Das Publikum zollte starken Beifall. Die italienische Wochenschau, die die Vorführung einleitete, brachte interessante Aufnahmen von dem italienischen Luftangriff auf die nordafrikanischen Stützpunkte der Engländer und von den schneidigen Aktionen der Schnellboote der deutschen Kriegsmarine, die vom Publikum mit stürmischem Beifall ausgenommen wurden. Kleine politische Nachrichten. Auf Anordnung des Generalgouverneurs fand wie in allen anderen Distriktsstädten auch in Warschau am 1. September die Weche des größten und schönsten Platzes zum Adolf-Hitler- Platz statt. An der Feier nahmen teil der Reichsarbeitsführer H i e r l, General Stauner als Vertreter des Militärbefehlshabers Ober-Oft und über 10 000 Volksdeutsche aus allen Teilen des Jistnktes. Gouverneur Dr. Fischer hielt die Weiherede. Im Anschluß an den Staatsakt fuhren der Reichsarbeits- führer und der Gouverneur zum Ehrenfriedhof der deutschen Soldaten, wo sie Kränze niederlegten. * Der Führer empfing in der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop zur Ueberreichung ihrer Beglaubigungsschreiben den neuernannten spanischen Botschafter, General Eugenio E s p i n o s a be los Monteros sowie den neuen Kaiserlich Iranischen Gesandten Moussa Noury-Esfandiary und den neuen portugiesischen Gesandten Nobre Gu - e d e s. Eine Abteilung der ^-Leibstandarte erwies die militärischen Ehrenbezeugungen. * Reichsminister Dr. Frick empfing in Gegenwart des Generals der Polizei D a l u e g e die auf Einladung des Reichsführers ff und Chefs der Deutschen Polizei in Deutschland weilende spanische Polizeiabordnung. Die japanischen Schiffahrtsagenten haben den Befehl erhalten, den japanischen Dampfern das Anlaufen englischer Häfen zu verbieten. Von der japanischen Botschaft in Lissabon wurde diese Maßnahme mit der Gefährlichkeit der englischen Gewässer infolge der deutschen Blockade begründet. Die britische Admiralität gab die Versenkung des britischen Kanonenbootes „P e n z a n c e" bekannt, das von einem Unterseeboot torpediert wurde und sank. Das Boot war 1930 vom Stapel gelaufen und hatte eine Wasserverdrängung von 1025 Tonnen. Seine Bewaffnung bestand aus zwei 10,2- cm-Luftabwehrgeschützen, zwei 4,7-cm-Kanonen und acht MG.s. Die Friedensbesatzung war 100 Mann stark. t Bei der Landung des „Yankee-Clipper" auf den Bermuda-Inseln, so berichtet „Giornale d'Jtalia" aus Neuyork, seien von den englischen Behörden diesmal 150 Kilogramm P o st beschlagnahmt worden. Die Po'stlast habe 275 Kilogramm betragen. Damit sei diesmal die bisher größte Postmenge auf nordamerikanischen Transozean-Ver- kehrsslugzeugen beschlagnahmt worden. 3914 d Frau Elisabeth Rühl, geb. Kehr. Gießen (Steinstraße 26), den 2. September 1940. 02944 Mietgesuche I Am 2. September entschlief sanft meine liebe Schwiegermutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Nach kurzem Krankenlager entschlief heute nacht sanft im 71. Lebensjahr unsere liebe, herzensgute Mutter Frau Rosa Beuchert, geb. Hüfner Ihr Leben war Arbeit und Pflichterfüllung. In tiefer Trauer: Erwin Beuchert Else Beuchert Friedel Beuchert Rudolf Beuchert Anne Beuchert, geb. Huff. Gießen (Seltersweg 40), Wiesbaden, den 1. September 1940. Die Beerdigung findet in der Stille statt Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. September, 15% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Gretel Rühl, geb. Diehl. 02928 3921 D 02932 3913D Ohne Gewähr Nachdruck verböte» 20. Ziehungslag 31. August 1940 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 59651 59804 64306 79751 89382 96557 109943 143793 165278 2. September 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 13529 42350 178886 43270 197316 307416 198966 209478 321128 334290 279987 7024 109670 243471 6147 89105 131220 290579 11533 116003 218197 344580 137112 309545 36038 116935 244140 354910 32143° 171440 61561 344176 Warnemünde (Ostsee) Parkstraße 9 erhalten Sie bei Gertrud Jockei Gießen (Asterweg 34) z.Z. im Felde 139702 209019 220948 223235 318691 374193 381891 103956 395377 325535 186175 225370 82957 161012 53032 53589 336399 341948 5-MM-MkW mit Bad und Zentralheizung in guter Wohnlage gesucht. Schristl. Angebote unt. 3917 D an den Gieß. Anzeiger erbet. Woijnuno mit Bad u. Gar- tenbenutzgesucht Schr.Angeb.unt. 02943 a.d.G.A. ärztl. gepr. Dipl.- Kosmetikerin; Sprechstunde: 9—1 u. 2—6, Gießen, Bismarckstr. 44 II, Tel. 4147 Wenig gebr. Kinderwagen (Korbwagen) zu verkauf. 02940 Friedenöstr. 271 Unio.-Brofeffor sucht 4-od.5-Zim.- Wohnung mit Mansarde zum 1. Oktob. od. syät.Schr. Ang.u.3920D a.d.Gieß.Anz. Gesichts- und Teilmassagen — Haar- und Warzen entfern ung — Packungen Höhensonne — Maniküre erstklassige Hautpflege - Artikel 260038 262815 296001 361412 369056 21. Ziehungstag Für die herzliche Anteilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir innigsten Dank. Insbesondere danken wir den Schwestern im Evangel. Schwesternhaus für ihre aufopfernde Pflege, sowie dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte am Grabe. Wilhelm Klingeberger Gertrud Conrad, geb. Klingeberger. Gießen, den 1. September 1940. 39 Gewinne zu 2000 RM. 49932 72031 102402 148407 219133 318471 371428 Oie glückliche Geburt eines gesunden Zungen zeigen in großer Freude an Annelies ploch, geb. Wünsche Dr. med. Fritz Hermann Mch Oberarzt in einer San.-Komp. 1. Septeckber 1940 Bekanntmachung. Bis zur anderweitigen Regelung durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen, Landesregierung Darmstadt, setze ich ab 3. September 1940 für den Ortspolizeibezirk Gießen — einschließlich Bad-Nauheim und Friedberg — die Polizeistunde für sämtliche Gast- und Schankwirtschaften auf 22.30 Uhr fest. Vekarnrttnachung. Anlegung von ^undenttsten fite Schuhausbesssvungen § 3. (Ausführung der Ausbesserungsarbeiken) i^ v^oer Schuhmacher darf Ausbesserungsarbeiten nH.r_.'ur. loI$e Verbraucher annehmen, die ordnunqs- ^ine Kundenliste eingetragen sind. (2) Sie Ausbesserungsaufträge sind vorbehaltlich besonderer Richtlinien der Reichsstelle für Lederwirb | VULKAN- Hand - F euerlöscher Kübelspritzen und Einstellspritzen einschließlich 5 Meter Schlauch und Spritzdüse (Leistung 10 Liter pro Minute) liefert für Feuerlöscheinrichtung (und auch als Luftschutzgegenstand geeignet) in Fabriken und Gebäuden Vertreter L. SommerlaO, Gießen, Wernerwall 9. Fachm. Beratung über Feuerschutz kostenlos. __________________________________________________3910 D 3 Gewinne zu 40000 RM. 191506 3 Gewinne zu 20000 RM. 347761 9 Gewinne zu 10000 RM. 12527 6 Gewinne zu 5000 RM. 225606 12 Gewinne zu 4000 RM. 153551 24 Gewinne zu 3000 RM. 41523 478809 369462 372232 388767 Gterbesälle. Am 17.8.40. Lina Niklaus, geb. Gemmer, 56 Jahre alt, Gießen, Neuen Baue 11; 18.8. Marie Katharine Walter, geb. Wagner, 87 Jahre alt, Gießen, Kav- lansgasse 25; August Panz, 4 Monate alt, Gießen, An der Kläranlage 6; 19. 8. Kaufmann Emil Karl Rusag, 69 Jahre alt, Gießen, Wolfstraße 16; 20.8 Mathilde Collin, geb. Koch, 71 Jahre alt, Gießen, Röntgenstr. 2; 21.8. Marie Verena Pfeffer, 57 Jahre alt, Gießen, Steinstrabe 17; Schlossergeselle Karl Bonarius, 66 Jahre alt, Gießen, Schiffenberger Weg 11; Arbeiter Johann Friedrich Aug. Bohm, 53 Jahre alt, Lich, Kr. Gießen; 22. 8. Brigitte Becker, 2 Monate alt, Steinbach, Kreis Gießen; 23. 8. Gerhard Ludwig Schäfer, 11 Monate alt, Waldgirmes, Kr. Wetzlar; Anna Trautmann, 51 Jahre alt, Gießen, Plockstraße 13; 25. S. Landwirt Johann Beuth, 59 Jahre alt, Esva, Kr. Wetzlar; Tiefbau-Bauführer a. D. Heinr. Leonhard Heß, 68 Jahre alt, Gießen, Franks. Srr. 17; Marie Schmidt, geb. Glitsch, 40 Jahre alt, Gießen, Asterweg 25; 26. 8. Rosa Klingeberger, geb. Tietz, 53 Jahre alt, Gießen, Bahnbofstr. 106; 29.8. Karoline Marie Kümmel, geb. Drescher, 65 Jahre alt, Gießen- Wteseck, Jungfernstr. 5; Marianne Wagner, 4 Jahre alt, Großen-Linden, Kr. Gießen;3(k 8. Erwin Block, 1 ¥2 Monate alt, Bettenhausen, Kr. Gießen; 31. 8. Elisabeth Körber, geb. Weimer, 21 Jahre alt, Daub- rmgen, Hauptstraße 3. Für meine Spielwaren-Ähteilnnfi tüchtige Verkäuferin gesucht. 3912D Fachkenntn. nicht unbedingt erforderlich. J. H. Fuhr, Sonnenstr. 25 Nachstehende Anordnung 86 der Reichsstelle für Lederwirtschaft vom 13. August 1940 wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Den Haushaltungsvorständen wird empfohlen, in der Zeit vom 2. bis 14. September die ständig zu ihrem Haushalt gehörenden Personen unter Vorlage der betreffenden Reichskleiderkarten in die Kundenlisten der Schuhmacher aufnehmen zu lassen. Verbraucher, die nicht ausgenommen werden konnten, melden dies im Bereich des Stadtkreises Gießen dem Wirtschaftsamt der Stadt Gießen, Liebiq- straße 16. Gießen, den 30. August 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. I. V.: Nicolaus, Beigeordneter. Anordnung 86 der Reichsstelle für Lederwirtschaft (Kundenlisten bei Schuhmachern) vom 13. August 1940. Auf Grund der Verordnung über den Warenverkehr in der Fassung vom 18. August 1939 (Reichsgesetzblatt I S. 1430) in Verbindung mit der Bekanntmachung über die Reichsstellen zur lieber- wachung und Regelung des Warenverkehrs vom 18. August 1939 (Deutscher Reichsanzeiger und Preuß. Staatsanz. Nr. 192 vom 21. August 1939) wird mit Zustimmung des Reichswirtschaftsministers angeordnet: § 1. (Anlegung der Kundenlisten) Betriebsinhaber einer Schuhmacherei und anderer Werkstätten, die Schuhe ausbessern (Schuhmacher im Sinne der Anordnungen der Reichsstelle für Lederwirtschaft), haben in der Zeit vom 2. bis 14. September 1940 Kundenlisten für Schuhausbesserungen nad) dem in der Anlage beigefügten Muster anzulegen. (Hier nicht abgedruckt.) § 2. (Eintragung in die Kundenlisten) (1) Sie Eintragung in die Kundenliste erfolgt gegen Vorlage der Reichskleiderkarte. (2) Der Schuhmacher hat auf dem Stammabschnitt der Reichskleiderkarte die erfolgte Eintragung durch Angabe seines Namens oder seiner Firma, ves Betriebsortes und des Tages der Eintragung mittels Stempel oder deutlich lesbarer Schrift zu bescheinigen (3) . Die Kunden sind in der Reihenfolge einzu- tragen, in der sie die Eintragung beantragen (4) Jeder Verbraucher darf sich nur in die Kunden- lrste eines Schuhmachers eintragen lassen. Kunden deren Reichskleiderkarte bereits die Aufschrift oder den Stempel eines Schuhmachers mit einem Datum nach dem 1. September 1940 aufweist, dürfen von keinem anderen Schuhmacher in die Kundenliste ausgenommen werden. (5) Der ortszuständige Kreishandwerksmeister setzt in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Jnnungs- obermeister des Schuhmacherhandwerks nach näherer Anweisung der Reichsstelle für Lederwirtschaft bis $L 21 u g u ft 1940 für jeden Schuhmacher die Hochstzahl von Kunden fest, die der betreffende Schuhmacher annehmen darf, und teilt diese ^ahl dem Schuhmacher schriftlich mit. ° 9 (6) Wenn ein Verbraucher keinen Schuhmacher ftndet, der bereit und in der Lage ist, ihn in seine Kundenliste emzutragen, so weist ihn das zuständige Wirtschaftsamt oder die vom Wirtschaftsamt beauf- ra9” ©küß auf Antrag einer Schuhausbesserunqs- werkstatt^u. " y 90 Gewinne zu 1000 RM. 39718 40800 ----- --- schäft oder abweichender Anordnungen der Wirt- schastsämter in der Reihenfolge zu erledigen, in der sie erteilt werden. § 4. (Austragung aus der kundenttste) (1) Wer aus der Liste eines Schuhmachers gestrichen und in die Liste eines anderen Schuhmachers eingetragen. werden will, zeigt dies zunächst dem Schuhmacher, in dessen Liste er bisher eingetragen ist, an. Der Schuhmacher hat den Kunden in seiner Kundenlifte zu löschen, auf der Reichskleiderkarte des Kunden feinen Firmenstempel oder feine Unterschrift zu durchstreichen und die Durchstreichung durch Unterschrift mit Angabe des Tages der Löschung zu bestätigen. Der Kunde legt danach die Reichskleiüer- karte dem zuständigen Wirtschaftsamt oder der von diesem beauftragten Stelle vor und beantragt, die Namensauffchrift oder den Firmenstempel des bisherigen Schuhmachers mit dem Dienststempel des Wirtschaftsamtes zu überstempeln. Auf Grund derartig gekennzeichneter Reichskleiderkarten dürfen Schuhmacher neue Eintragungen in die Kundenlisten vornehmen. (2) Die Wirtschaftsämter können mit Ermächtigung und nach näherer Anweisung der Bezirkswirtschaftsämter die Austragung aus der Kundenliste abweichend von den Vorschriften des Abs. 1 regeln. § 5. (Ergänzende Bestimmungen) I Die Reichsstelle der Lederwirtschaft erläßt die zur Ergänzung und Durchführung dieser Anordnung erforderlichen Bestimmungen. A § 6. (Aebergangsvorschriflen) (1) Soweit bisher Kundenlisten bereits freiwillig oder auf Anordnung behördlicher Stellen geführt wurden, werden sie mit der Anlegung der auf Grund dieser Anordnung eingeführten Kundenliste ungültig. Das Bezirkswirtschaftsamt kann bestimmen, daß diese Kundenliften weitergeführt werden können, wenn den Anforderungen dieser Anordnung genügt ist. (2) Sofern einem Schuhmacher bis zur Anlegung der neuen Kundenliste Schuhausbesserungsaufträge t*on Verbrauchern erteilt worden sind, dw nicht ihre Eintragung in seine Kundenliste beantragen, werden die Aufträge mit Anlegung der Kundenliste ungültig. .Ler Schuhmacher hat ihm etwa bereits zur Aus- zug hUng ^,er9e^)ene Schuhe auf Anfordern zurück- (3) Soweit einem Schuhmacher bis zur Anlegung einer neuen Kundenliste Schuhausbesserungsaufträae non Verbrauchern erteilt worden sind, die in die Kundenliste eingetragen werden, sind diese Aufträge als erste Aufträge auf Grund der Kundenliste zu be- handeln. 0 § 7. m .... (Strafvorfchriflen). verstoße gegen diese Anordnung und die zu ihrer Ergänzung und Durchführung erlassenen Bestimmungen werden nach den Vorschriften der §§ 10 12 bis 15 der Verordnung über den Warenverkehr und der Verordnung über Strafen und Strafverfahren bei Zuwiderhandlungen gegen Vorschriften auf dem ®emtr!M)Qf*un9 bezugsbeschränkter Erzeugnisie (Derbrauchsregelungs-Strafoerordnuna) vom 6. April 1940 (Reichsgesetzbl. I S. 610) bestraft. (Ostgebiete Eupen, Malmedy und Moresnet) ou Anordnung gilt auch in den eingegliederten Ostgebieten und in den Gebieten von Eupen, Malmedy und Moresnet. 3909C § 9. (Inkrafttreten) 2ie|e Anordnung tritt am 21. August 1940 in Kraft. Berlin, den 13. August 1940. • Der Reichsbeauftragle für Lederwirtschaft. M.d.F.d.G.b.: Heimer. - n 2. Stock zum . Oktober oder Jäter zu verm. Zr.60 RM. 3915D 8. Nitschkowski !udwigstraße 4. 102 Gewinne zu 1000 RM. 250 14052 32293 35621 37268 *868 47839 65039 77417 105912 123939 126201 191909 J93600 >96060 197483 199893 202168 212994 235782 240601 2^4299 265690 270819 302432 302855 308387 324342 328585 Haushälterin zu 1 Person gesucht. 02933 Pfarrhaus Rödgen bet Gießen. Hausangestellte für sofort gesucht onditorei Geissner Plockstr. 9. l39iM lit Küche von lleinst.Fräulein esucht. Schristl. lng. m. Preis u. 2942 a.d.G.A. Vermietungen | Geräumige 5-3iUMl' Aus jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in dcu drei Abteilungen I, 11 und Hl | Verkäufe | 1 Zwerghahn mit 4 Hennen zu verkauf, lgoisv Hahn Großen-Buseck Schloßstraße. Sasöoöeofen u. kl. (Sasheijofen zu verkauf, l0293g Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. Zu verkaufen: 1 Lederanzug neu, und MnlDiig neu. Ldw. Türk, Kirchenvlatz 21. 2 Morgen süßes Gienelgm zu verkauf. [02931 Näheres Frankfurter Str. Nr. 12 II. | Verschiedenes | Wer strickt KNlAlWW gegen gute Bezahlung? Schr. Angebote unter 02937 an d.Gieß. Anzeiger erbet. ■Harzen alle lästig. Haare Leberffecken Pickel, Sommer- svross. usw. entf. u. Gar. kür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechffund.ietzt Mittwochs.fiießen Am Hiegelpfad 32. 9-17 Uhr durchg, Nachläße von 3 dt, 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Auf« oobrnra einer 9üudw MUW lit llülve unö Boö ür sofort oder Väter gesucht. Schriftliche An- ebote u. 02935 n den Gießener lnzeiger erbet. llleinsteh. Frau sucht WWW ir sofort oder oäter. Schrift!, lngeb. u. 02941 n d. Gieß. Anz. ll.,saub., ruhige Gießen, den 2. September 1940. Der t. Polizeidirektor. _________Lutter, Regierungsrat. Eewinnauszug 5. Klosse 3. Deutsche Reichslotterie n Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. |stellenangebote[ 2 Hier gesucht. [3919D EdoaröKlinkel Bahnhofstr. 8. Mv« (Steno- und Schreibmasch.) halb- oder ganztägig zu mögt sofort gesucht von der [02945 EWlWltzeke am Markt. 3 Gewinne zu 40000 RM. 165047 3 Gewinne zu 30000 RM. 3 Gewinne zu 20000 RM. 15 Gewinne zu 5000 RM. 386317 12 Gewinne zu 4000 RM. 280433 66332 67313 84252 170695 260188 18021 124240 183789 205956 33 Gewinne zu 3000 RM. 14555 22008 68950 117646 121251 131127 148152 186700 72 Gewinne zu 2000 RM. 234563 294610 367091 14623 23193 36839 46726 Nr. 208 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, S. September 1940 Das Lichtband der Milchstraße. Oer Sternenhimmel im September. Von Dr. Erwin Koffinna. Die fterbftmonate sind die günskigftv Jahreszeit zur Beobachtung der Milchstraße. Treten mir an einem klaren, mondlosen Seplembsvabend gegen 22 Uhr ins Freie, so sehen wir die Milchstraße als zartes Band von wechselnder Breite Im Nord ost en steil emporsteigen. Bon der hell funkelnden Kapella im Fuhrmann zieht das Lichtband durch die Sternbilder Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Schwan im Zenit. Hier teilt e» sich in zwei Sinne, die wir über die Sternbilder Adler und Schild des Sodieski zum Schützen am südwestlichen Horizont verfolgen können. Durch die Verdunkelung wird die Beobachtung der Milchstraße außerordentlich erleichtert. Ihn störenden Lichtquellen zu entgehen, braucht man sich nicht erst aufs Land zu begeben. Auch der Städter kann sich vom Balkon feiner Wohnung aus den Genuß des Anblicks dieser über-irdischen Naturerscheinung verschaffen. Vorbedingungen sind die völlige Abwesenheit künstlichen Lichts und ausgeruhte, an die Dunkelheit gewöhnte Augen. Einen wunderbaren Anblick gewährt die Milchstraße bereits in einem lichtstarken Fernglas. Da erscheint sie als ein reiches Gewebe glitzernder und strahlender Diamanten auf dunklem Samtteppich. In bunter Mannigfaltigkeit finden wir neben hell leuchtenden Sternen schwache Lichtpunkte bis herab zu den eben noch wahrnehmbaren Pünktchen. Durch besonderen Sternenreichtum zeichnen sich aus die helle, langgestreckte Sternwolke im Schwan und die ebenfalls sehr auffällige schildförmige Sternwolke im Sternbild „Schild des Sobieski", südlich vorn Adler, die an klaren Spätsommerabenden Im Südwesten steht und diesem Teil des Himmels ein charakteristisches Gepräge verleiht. Neuere Forschungen haben ergeben, daß die Schildwolke über eine Million Sterile umfaßt rind rund 9000 Lichtjahre von uns entfernt ist (1 Lichtjahr == O’/s Billionen Kilometer). Neben diesen Anhäufungen von Sternen 311 großen Wolken von besonderem Glanz gibt es schwane Sternleeren. Dunkle, undurchsichtige Massen kos- mischen Staubes in feinster Verteilung, aber von gewaltiger Ausdehnung, schirmen das Licht der dahinterstehenden Sterne ab. Diese Dunkelwolken bestimmen weitgehend das Aussehen der Milchstraße im einzelnen und sind auch die Ursache für Sie — scheinbare — Teilung des leuchtenden Bandes in zwei Arme. Die Erscheinung der Milchstraße wird bnrd) die linsenförmige Gestalt unseres Fixsternsystems bedingt, das einen Durchmesser von 70 000 vis 80 000 Lichtjahren besitzt bei einer Dicke von^ nur etwa 10 000 Lichtjahren in der Mitte. Das ganze Milch- straßensystem dreht sich verhältnismäßig rasch um den Kern, der eine gewaltige Anhäufung von Sonnen da ist eilt, in der Nicht ung des Sternbildes Schütze liegt und leider durch ausgedehnte Dunkelwolken unseren Blicken größtenteils entzogen ist. Die Sonne befindet sich sehr weit, etwa 30 000 Lichtjahre, vom Zentrum entfernt und benötigt für einen Umlauf rund 200 Millionen Jahre. Die sehr lange Umlauszeit der Sterne macht es uerjtünblid), warum das Bild der Milchstraße In historischen Zeiten sich nicht merflid) ändert. Die genaue Beschreibung, die Ptolemäus vor zwei Jahrtausenden von der Milchstraße entwarf, stimmt mit dem heutigen Bild in allen Einzelheiten überein. Deftlid) der Milchstraße sind um 22 Uhr die H e r b st st e r n b i l d e r Pegastto, Andromeda und Widder heraufgekommen. Den Pegasus erkennen wir leicht an dem großen, von vier Hellen Sternen gebildeten Quadrat, an das fid) links oben die leicht geschwungene Sternreihe der Andromeda anschließt. Hier suchen wir uns über dem zweiten Stern von links den berühmten Andromedanebel auf, ein fernes Sternfysiem von der Größe nufere» Milchstraßensystems, zugleich der einzige, mit freiem Auge sichtbare Spiralnebel. Er erscheint als ellip- Uscher Lichtsleck. Ein Fernglas zeigt beutlid) die Verdichtung der Materie nach der Mitte 311. 700 000 Jahre muß das ßidyt wandern, bis es von jenen fernen Welten zu uns gelangt. Am Westrande der Milchstraße strahlt die bkiue Wega, welche die Zenitstelliing bereits über- schritten hat. Die Sonunerstembilder sind stark nnd) Westen gerückt: Arklur ist im Begriff unterzu- gehen. Im Nordwesten bietet der abwärts rollende Himmelswagen einen besonders fd)önen Anblick. Aber mehr noch wird das Auge gefesselt durch das eindrucksvolle Nebeneinander von Jupiter und Saturn. Die beiden Großvlaneten gehen Anfang September um 22 Uhr, Ende des Monats um 20 Uhr Sommerzeit auf und bef)errfd>en mit ihrer Lichtfülle den Osthimmel. V e n n s ist Morgenstern: sie geht vier (Shtnben vor der Sonne auf. Am 5. September erreicht Venus ihre größte westliche Ausweichung von der Sonne. Die Sonne über [dieltet am 23. September 6 Uhr 46 Min. Sommerzeit den Himmelsäquator und) Süden (Tag- und Nachtgleiche), womit astro- nomifch der Herbst beginnt. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Neumond am 2., erstes Vier'- tel am 8., Vollmond am 16., letztes Viertel am 24. September. Aus der Stadt Gießen. Fleisch aus der Erde. Von M. A. v. Lütgendorff. Noch vor dreißig Jahren wurden nur 5 bis 10 0. H. der in den deutschen Wäldern wachsenden Pilze ausgenützt, während der übrige Teil einfach verfaulte und umkam. Seither ist der Pilwer- brauch wesentlich gestiegen, aber nach einer im Vorjahr Dorgenomnitmen Schätzung muß man immer noch mit einem vollen Drittel ungenutzter Pilzmassen rechnen, was einem Umsatzverlust von nahezu 20 Millionen RM. gleichkommt. Die Japaner legen zur Gewinnung der bei ihnen sehr beliebten Baurn- ülze eigens kleine Waldungen an, in denen wegen nefer an den Baumstämmen wachsenden und vor- orglid) gepflegten Pilze kein Holz geschlagen werden darf. Der öeutfdje Wald dagegen spendet das „Fleisch aus der Erde" ohne jede Pflege und Vorsorge und in wahrhaft ungeheueren Mengen. Deshalb sollte sich jeder, dem es möglich ist, seinen Teil selbst aus dem Wald holen. Das Pilzsammeln ist ein Vergnügen. Voraussetzung hierzu ist aber, daß man weih, was man davon wissen muß. Wer die eßbaren und die Giftpilze nicht ganz genau kennt, soll eines der vielen, un Handel überall erhältlichen Pilzmerkblätter oder ein Pilzbuch mit naturgetreuen farbigen Abbildungen rnitnehmen, die Bilder mit der Wirklichkeit vergleichen und sich vor allem die Merkmale der paar Giftpilze fest einprägen. Doch noch etwas anderes sollte sich der Pilzsammler merken. Wenn er einen größeren Pilz aus der Erde reiht, so zerreißt er damit auch das den Boden durchsetzende Fadengeflecht, dem der Pilz entsprossen ist, und das Die eigentliche „Pilzpflanze" Darstellt. Dieses Ocflcdjt, das unterirdisch ständig weiterwächst, muh erhalten bleiben, weil es noch viele Pilze liefern kann. Deshalb also ist ein Pilz nicht einfach auszureihen, fou- bern sorgfältig abzuschneiden. Es heißt, daß nasse Jahre gute Pilzjahre sind, was aud) wirklich stimmt. Aoer Pilze sammeln sollte man bei Negenwetter unter keinen Umständen, weil jid) die Pilze unter dem Einfluß der Feuchtigkeit leichter zersetzen und selbst sonst eßbare Pilze dadurd), daß das Pilzplasma im Innern der Zellen infolge der zu reichlichen Wasseraufnahme geschädigt wird, unbrauchbar wird: auf den Genuß solcher Pilze stellen sich nämlich häufig schlimme Verdauungsstörungen ein.' Alte oder angesressene Pilze läßt man unbedingt stehen, denn nahrhaft und wohlschmeckend ist ein Pilz nur, so lange er jung und fest ist. Auch von Frost oder Reif befallene Pilze sind ungenießbar. Außerdem gibt es noch eine Regel: nur frische, wenn möglich am selben Tage geerntete Pilze verwenden — länger als 24 Stunden darf kein zum Kochen beftimmer Pilz liegen bleiben —, ferner das Kochwasser weggiehen und die Pilze nicht im rohen Zustand genießen. Die Zahl der Pilzfreunde würde sehr zunehmen, wenn jeder, der Pilze sammelt oder 'kauft, aud) wüßte, zu welcher Zubereitungsart die einzelnen Pilzarten sich eignen. Es schmecken nämlich keineswegs alle Pilze am besten in der üblichen Form als Gemüse gebürrftct. Eine ganze Anzahl, darunter Ziegenbart, Brätling, Täubling -und Reizker, lassen sich sehr gut zu Salat verwenden. Gebraten munden Brätling und Reizker gleichfalls ausgezeichnet, außerdem aber auch der Champignon und der Pfifferling oder Eierschwamm. Aiis feinzerschnittenen Korallenschwämmen oder Pfifferlingen, wie überhaupt aus den mehr festfleischigen Pilzarten, lassen sich ferner pikante Haschees bereiten, die man durch Zugabe von Ei und Zitrone aud) frlkassieren kann. Größere, zartfleischige Pilze, in fingerdicke Scheiben geschnitten und in einen Eiermehlteig getaucht, eignen sich besonders gut zum Backen. Der bis spät in den Herbst hinein an den Baumstämmen wachsende Hallimasch oder Honigpilz läßt sich über- Haupt fast in jeder Form zubereiten, als Suppen- einlage so gut wie gebraten ober gebacken, da sein scharfer Geschmack beim Kochen völlig verschwindet. Der Hallimasch ebenso wie auch der Habichtspilz kann übrigens auch so wie sauere Leber oder Lunge gekocht werden. Pilztunken, zu denen fid) die meisten Speisepilze nerweubcn lassen, schmecken vor allem sehr gut zu Kartoffelgerichten, wobei frcilid) zu beachten ist, daß alle Tunken aus Pilzen mit pikantem Eigengeschmack nicht besonders gewürzt und auch nur schwach gesalzen werden dürfen. In Essig oder Salzwasser konserviert oder aud) getrocknet, geben alle besseren Speisepilze aud) einen nährstoffreichen und schmackhaften Vorrat für den Winter. Unsere Vorfahren waren keine Pllzfreuirde, nannten die Pilze noch im Mittelalter „Teufelsbrot" und warnten vor ihrem Genuß, weil man damals der wenigen Giftpilze wegen audi den eßbaren mißtraute. Sie würden große Augen mad>en, wenn sie wüßten, daß allein in München alle Jahre 8000 Zentner Pilze im Werte von einer Viertelmillion in den Handel kommen. (9a 113 abgesehen von den Massen, die sich die ungezählten Pilzfreunde selber im Wald suchen. Dornottzen. Tageskalender für Dienstag. , Gloria-Pqlast (Seltersweg): „Die (Beierroalh)''. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Casanova heiratet." Ortszeit für den 4. September. Sonnenaufgang 6.41 Uhr, Sonnenuntergang 20.06 Uhr. — Mondausgang 0.42 Uhr, Monduntergang 20.54 Uhr. Oie (SHürftütnäimcr sind wieder da. Die Los-vertäufer der Reichslotterie der NSDAP, haben jetzt aud) in (hießen ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Diese Lotterie imirbe auf Wunfch bes Führers burd) beu Reichsschatzmeister für befonbere Zwecke angeorbnct, sie gilt ber Förberung ber nationalen Arbeit. Neben ben kulturellen Aufgaben sinb es zahlreiche reichswichtige Arbeiten, bie aud) im Kriege nicht ruhen bürfe» und mit Hilfe biefer LoitÄie burd)gcfül)rt werben sollen. Daran mögen alle Volksgenossen benken, wenn bie Losverkäufer an sie herantreten unb zum Kauf ber Lose auf- forbern. Stadttheater Siehe» Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Auf Grund neuerlicher Anordnung beginnt bie Spielzeit — wie vorgesehen — am 17. September mit der festlichen Ausführung ber bra malisch en Ballade „Sieger" von Christian Siemens. Die Spielleitung hat Intendant Hans Walter Klein. Zuvor wird in der Woche vom 8. bl» 15. September eine Werbespielzeit durchgeführt. Diese Werbespielzeit beginnt mit ber Ausführung der Operette „Pago- nlnl" in neuer Inszenierung. (Musikalische Leitung: Otto Zöllner; Spielleitung: Harry 01 r ü n e k e.) Es folgen bie angekündigten Lustspiele zu kleinsten Preisen. Die versandten Ehrenkarten für die Lustspiel wache behalten dazu ihre Gültigkeit Abgeschlossen wird die Woche mit einer Festausfühning ber Operette „Paganinl" zum 70. Geburtstag des Komponisten Franz Lehär am Sonntag, 15. September. Keine Passierscheine bei weisen nach Oanzia und Kattowih. Für den Reiseverkehr mit dem Regierungsbezirk Danzig ijt der Passterschelnzwang mit sofortiger Wirkung ausgehoben worden. Da» gleid/e gilt für teile des Regierungsbezirks Kano nütz ab 1. September 1940. Nähere Auskünfte erteilen die zuständigen Kreispolizeibehörden (Paßbehörden). SthR. sucht Laienkräfte für seine Volkaiums«ruppen. RSG. Tag für Tag ziehen die Volkstumsgruppen der NS.-Genreinschaft „Kraft burd) Freude" hinaus, um bei der Betreuung unserer Lazarette mltzmvlrken. Immer häufiger werben sie angeforbert. So hat es fid) als notmenbig erwiesen, bie Gruppen unb Spiel- ELASTOCORN Schon >yieder zu spät zum Dienst! i fine unangenehme Geschichte, be- landens dann, wenn immer „nur" das Hühnerauge schuld war. Wae macht man daV Elaslocorn mit dem Pjlzring di auflegen I Gleich kann man wieder laufen, und in ein paar Tagen ist das Hühnerauge weg. chnren noch weiter auszubauen und neue aufzuteilen. Die NS.-Gemeinschast „Kraft burd) Freude" ud)t daher geeignete Lalenkraste. Es kommen Spieler von Akkordeon, Laute, Klampfe, Zither und sonstigen Volksmusiklnstrumenten sowie gute Sprecher unb Laienspieler in Frage. Melbungen nimmt bie Abteilung Fvierabenb Volkstum-Brauchtum ber Gan- bienflftelle Hessen-Nassau ber NS.-Gemelnschast „Kraft burd) Freude" In Frankfurt a. M. entgegen. Prüfte ans dem Feld. Aus dem hohen Naiven senden die nachstehend genannten Pollzeiwachtmelfter der Nefeove der Heimatstadt Gießen und ihrer Bevölkerung im einem Schreiben an uns herzliche Grüße: Ernst Büttner, Georg Döring, Ludwig Daubertshmiser, Fritz Funk, Rudolf Günther, Friedel Henßinger, August Haßen- pflüg, Wilhelm Magold, Willi Stiihler, Hellmut Wagner. 2111» Frank reich senden die nachgenauntekl Gießener Kameraden einer RAD.-Abteilung der Heimat ebenfalls in einem Schreiben an uns beste Grüße: Bormann örld) Dietz, Bormann August Dillfer, Vormann Hans-Karl Hahn, Arbeitsmann Willi Jung, Arbeitsmann Friedrich Büttner, Arbeitsmann Walter Hamel, Arbeitsmann Erwin Rockel. Die Heimat erwidert diese Grüße aus dem Feld herzlich und wünscht allen Kameraden Gesundheit und glürflldje Heimkehr. „Oer deutsche Wald und seine c5>chiitze.- Heber dieses Thema sprach Pg. Prof. Funk bei ber gemeinschaftlichen Zusammenkunft des Deutschen Frauenwerks her Ortsgruppe Gleßen-Nord. Damit stand dieser Abend aud) lin Zeichen des Kriegsbilfs- werks der beiit|d)cn Frau. „Helft deutsche Heilkräuter fummelnI" Hierzu müssen aber bie Kräuter bekannt sein, und der schöne Vortrag verhalf ba,yu. Deutsche Waldkräuter unb Pflanzen schmückten das Podium des Hörfaals des Forftlnftltuts, um ben äußeren Rahmen zu verschönern. Viele elnbrucks- volle Lid)tbllber zeigten die großeil, vielseitigen Schätze des beutfd>en Walbeo, und Interessante Erklärungen wiesen auf ihre Anwendung zur Ernäh- Insekten — Nachfolger des Menschen. Von Annie Hranc^-Harrar. Man stelle sich das einmal vor! Käfer In ihrem Panzer, Heufchrecken mit ihren langen Beinen, Spinnen mit den acht haarigen Klauen unb dem mit ebenso viel Augen besetzten Kopfbruftstück — ie alle müßten ein steter Schrecken für ben Meuchen fein, wenn sie ihre jetzige Gestalt vlötzlich zu einem Maß vergrößern könnten. Aus Der Steinkohlenzeit kennt man vorzeitliche Libellen, die über einen Meter klafterten, ebenfo Küchenschaben unb eirtlge andere altertümliche Infekten, von für unsere Begriffe ungeheuerer Große. Man kann an sie, die lange vor bem Menschen vergingen, nicht benken, ohne einen leisen Schauber zu fühlen. Unb bas ist gerechtfertigt, denn bei ber wütenden Angriffslust und Erbarmungslosigkeit aller räuberisdi lebenden Insekten unb bei ber Gefräßigkeit der pflanzenverzehrenden wäre bie Welt voll von nicht auszudenkender Schrecken. Sehr viele andere, friedlich (ebenbe Tiere würben rasch ausgerottet werben Die Bogel bis hinauf zu den Ablern und Geiern vermöchten sich burch ihre Fliegerkünste nicht zu retten, denn Libellen, Wespen, Hornissen, vor allem Nachtschmetterlinge, fliegen besser als sie. Sie hätten (wenigstens bie nach Kerfen jagenden) nicht nur keine Nahrung, sonoern auch keine Ruhe zum Nestbau und zur Aufzudst der Jungen. Wenn es heute schon von ben Ameisen heißt, baß sie bas Entsetzen weit größerer Oieschöpfe sind, die sich gegen ihre Flinkheit unb Bissigkeit fast wehrlos fühlen, so wäre das noch viel mehr ber Fall, wenn eine Ameise nur zehnmal, geschweige denn gar hundertmal - gröher wäre. Es ist anzunehmen, baß sie dann bei einem Tiaffenangriff (wie sie das lieben) ohne weiteres eine Herbe Rinder und Pferde überfallen und töten könnten. Man betrachte doch nur einmal das „Gesicht" einer Wespe! Es ist ganz starr und bis auf Fühler und Kiefer unbeweglich. Kein Ausdruck eines Empfindens kann es verändern oder verschönern, denn es besteht aus hartem Chitin. In allem ist es anders als das unfrige. Die mächtigen Fassettenaugen teilen den Kopf in ein doppelseitiges Gerüst. Es ist kaum eine bemerkbare Stirn vorhanden. Dafür sind die Freßwerkzeuge gewaltig nad) Art zweier gegen einander arbeitender Scherenflügel gcftaltet. Aber bie Schneibe ist zackig und greift in ein a aber, fo daß alles, was zwischen diese Hebel gerät, unerbittlich zermalmt werben mutz. Unb plötzlich begreift man bie Unterschiede von Funktionsform zur Funktionsform. Versieht, batz es hier nur ein Nacheinander des Lebenskreises geben könnte, aber niemals ein Nebeneinander. So lange ber Mensch mit seinem Intellekt, seiner Oleschicklich- feit, Vielfältigkeit und erstaunlichen Anpa|suugs- fähigkeit eine Herrschaft der Leistungen über Die Erde ausübt, so lange ist für eine Größenzunahme der Insekten kein Raum. Aber es wäre unbedingt das Ende des Menschen, wenn sie sich ansdstcken würden zu einem Aufstieg, fo wie es vor ihnen die Echsen, die Ammoniten und die Säugetiere getan haben, bie alle einst ihre Mitwelt unter ihre Bedürfnisse zwangen. Und jedesmal zeigte bas Leben ein besonderes Gesicht, solange, bis die Tyrannei dieser jeweiligen Seinsform in sich selber Jnsektenherrschaft anbräcste, er ohne die Vernichtung des Meirschen unb seiner Werke nicht zu denken märe. Wir wissen es nicht, ob überhaupt eine Zukunft in diesem Sinne hinter der starren Maske bes In- sektengesichtes schlummert. Wir wissen nur, baß es uns im Tiefsten fremb ist, rätselhaft, unbegreiflich. Unseren Lebensbegrissen entgegengesetzt, auch dort, wo sich hinter ihm bie Verwirklichung eines Staatssozialismus verbirgt, der so vollendet unb in sich geschlossen ist, wie jener der Bienen, Ameisen und Termiten. Denn selbst da, wo sich burd) sie menschliche Ideen zu öcrmirflld)en scheinen scheiden sich die Wege zwischen Mensd) und Insekt für Immer, und jeder geht, feinem Gesetz gehorchend (wer sagt wie weit?) in die Zeitlosigkeit yl-naus. „Die Geierwatly." an ber Kamera ijn Sinne ber Regie ausgezeichnete Arbeit geleistet. Seine Ausnahmen vom Hodigevirge gegenüber, noch weniger irgenbeine Andeutung der Einfügung in seine Lebenswelt. So läßt sich denn 12/1 n।uguiig in ll'llie «trutiiuiveu. öu lUfli Ul-Illi «iuvii «U|iiui/nu.n uum .lyuujjp UHJJV folgern, daß, wenn wirklich einmal jener Tag der I sind von großer künstlerischer Geschlossenheit und Ein Hnns-Lteinhoff-^ilm der Tobiü. Das Hochgebirge und seine Bewohner haben auf die Literatur ungemein befruchtend gewirkt, und ber Film ist Ihren Spuren getreulich gefolgt möbel er leider ber Versuchung nicht hat lviberstehen können, sich mit besonderer Liebe ber literarischen Vorwürfe anzunehmen, bie zwar ein großer Privkl- fumserfolg gewesen waren, aber mit echter Kunst nicht mehr allzuviel gemein hatten. In diese Kategorie gehört aud) ber einst viel gelesene Roman „Die Geierwalln" von WilyelMine von Hillern (1836—1916), einer Tochter ber bekannteren Charlotte Birch-Hfeiffer, unb es ist ein Glück, baß ein so begabter unb selnsühllger Spielleiter wie Hans Stelnhoff bleien gefährlichen Stoff in bie Hanb bekam unb daraus ein wirkliches Kunstwerk schuf. Er hat sich bie Mühe nicht verdrießen lassen, aus der grandiosen Landschaft des Oetzlals, aus feinen sturmumwehten Almhütten oben im ewigen Schnee, aus den niedrigen, raud)lgcn Siuben 1 einer Gehöfte und Wirtshäuser und schiietzlid; aud) aus dem Leden und Treiben seiner Bewohner Pilder und Szenen von einem natürlichen Kolorit hinzustellen, das den Film aller falschen Ronrantik entkleidet und ihn aus der großen Reihe ähnlicher Unternehmen vorteilhaft heraushebt. Dabei hat Rid)ard Angst ausgeroirft und zerbrochen war. Wenn es nun wirklich wahr wäre (wie einige Gelehrte behaupten), daß bas Insekt wiederum ber Nachfolger bes Menschen sein sollte, so würde vielleicht damit abermals eine völlige Aenderung der Lebensformen fid) herausbilden. Bisher ist das Insekt in fast allem der Feind des Menschen, wo es in feinen Kreis tritt. Die Termiten und Amelsen zernagen seine Häuser, seine Büd;er, seine Lebensmittel. Parasltisd)e Insekten zapfen ihm das Blut ab und impfen ihm töoliche Krankheiten dabei ein. Die Raupen der Schmetterlinae verzehren seine Gemüsepflanzen. Die aussaugenDen Fliegen bedrohen ihn mit Blutvergiftung ober Typhus und Tuberkulose und beschmutzen seine Speisen. Vor ihrer Brut mutz er ständig seinen Braten schützen. Nicht einmal bie Bienen hat er im Laufe der Jahrhunderte zähmen können, sondern mutz sie ihres Ho- nls wegen betäuben, um sie bann zu bestehlen. Viele andere Insekten greifen Ihn mit fdjarfem, oft giftigem Stachel an. Die Wanderheuschrecken fallen über feine Pflanzungen her. Dasselfliegen, Bremsen und andere Schmarotzer belästigen unb verfolgen seine Haustiere und machen sie krank. Die Borkenkäfer töten ihm seine Forste, unb die Klein- falter zerfressen als Maden seine Pelze unb Kleider. Dem allen steht eigentlich kein Nutzen für ihn Wirkung. Und aud) die Bolksszenen, der in seiner Schlichtheit ergreifende Leldrenzng des alten Fen- der-Banern, das sehr lebenvig geratene Schützen- fest und die plausdu'nben Bauern am Wirt »Usch sind ohne die saubere Arbeit ber Kamera nicht denkbar. Nico Donals Musik, nur bei Szenen von starker innerer Bewegung eingesetzt, miterftrid) das Bal- labenhaste des Kampfes der Geierwaliy mit bem eigenen Ich unb ber Umwelt besonder» eindringlich. Die Gesdsichte der Geierwaliy ist bas Schicksal eines wilden Bauernmädels, das es an Eigensinn mit der Starrköpfigkeit seines alten Vaters aufnimmt unb der Heirat mit bem ihm ausgesuchten reichen Bauern bie Einsamkeit ber Almhütte vorzieht. Ihre Tragik ist es, baß aud) ber Mann, ben sie liebt, sie nicht versteht und sie In einen immer wilderen Trotz hineintreibt. Wenn schließlidr dod) beide burd) Irrtum und Schuld zueinanbersinden, |n entspricht dies happt end nicht bi । ।ünftlbisichtn Notwendigkeit ber auf tragische Zuspitzung angelegten Entwicklung des seelischen Konflikts. Heidemarie Halheyer in ber Titelrolle ber Geierwaliy war von einer herben Schwerblütigkeit, mit strengen Zügen, die faum einmal das karge Lächeln inneren Frohsinns verraten. Mit den Ihren zerfallen, vom eigenen 'Blut gehetzt, fid) nicht mehr auskennend zwischen eigener Schuld unb bem Unverständnis der anderen, so läßt sie fid) von wider- streitenden Gefühlen treiben. Eduard Köck gab als ihr Vater hager unb knochig mit flackerndem Jähzorn in den bohrenden Augen eine vorzügliche Bauerntype. Sepp Rist spielt den etwas imburd)- sichtigen Charakter des Geliebten ber Geierwaliy, Leopold (ffterle den vom Vater begünstigten Vinzenz mit falschem Blick, ohne Vertrauen In die eigene Kraft unb baher auch zum Iürfifd>en ‘Dlort) bereit. Von den vielen kleineren Rollen seien (tzeorg Vogelsang unb Adalbert von Schlett 0 w als ein gut charakterisisrtss Vrubsrpgai ilgti.....V tiger einsamer Bergbauern erwähnt. In ber Wochenschau fah man eindrucksvolle Bilder aus deutschen Rüstungswerken, überzeugende Sd)ilderungen aus ber soldatischen Erziehung unserer Jugend unb sehr lebendige Berichte von den harten Sd)iägen, die bie deutsche Luftwaffe bei ihrer gewaltsamen Aufklärung ber britischen Infel, ihrer Verteibigung und Xkrforgung zuteil werben läßt. Dr. Fr. W. Langem Moglndetaaii Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sie gehen in Kätes Wohnzimmer. Als er Platz genommen hat, sagt sie: „Entschuldige mich einen Augenblick, Hans, ich will nur meine Hausschürze abstreifen. Am Sonntag betätige ich mich nämlich mit Eifer im Haushalt, koche und bereite mir, was ich alltags nicht haben kann. Das macht mir Vergnügen! ..Bleibe nur so, Käte; das Hausfrauliche steht dir gut! Uebrigens wirst bu mich auch bald wieder los fein", sagt Bergholz. Aber er geht doch nicht so schnell. Das Zimmer mit seinen alten gediegenen Möbeln ist ihm vertraut, wenngleich es jetzt doch einen etwas anderen Eindruck macht als früher. Einiges Neue hat sich dem guterhaltenen Alten unauffällig zugeordnet. Altmodischer Zierat ist verschwunden Dafür hat der Raum jetzt mehr em geistiges, hat er mehr Kätes Gesicht. Sie ist Lehrerin Sie setzt sich in einen Rohrsessel nahe beim Fenster Er hat in der Zimmermitte neben dem runden Tisch Platz genommen. Bei den ersten Sätzen belanglosen Inhalts. die sie sprechen, hält sich eine frühere Vertrautheit noch scheu zurück. Käte mustert forschend den Iugendgefährten. Deutlicher als vorhin im Halbdunkel des Korridors und als neulich in der Avendbeleuchtung des Opernhauses erkennt sie eine Veränderung an ihm. Seine Gesichtszüge haben sich verschärft; müde und nervös blicken die Äuaen. „Ich finde, du siehst schlecht aus, Hans! Geht es dir gesundheitlich nicht gut?" fragt sie. Er hat nicht verstanden, weil seine Gedanken seltsame hastige Zickzackwege laufen. Nur den besorgten Ton ihrer dunklen Stimme fängt sein Ohr aus. „Wie meinst du, Käte? — Ach so', nein, mir fehlt nichts. Wir haben nur die Nacht durchqe- bummelt." Während ebttl Rede und Gegenrede halblaut und rung üao tvesunderhaltung des oeutschen Volkes hin Von den zahlreichen Zuhörerinnen wurde dankbar begrüßt, daß ihnen auf so unmittelbare Weise durch den Fachmann die Augen für Vieles geöffnet wurden, von dem sie nur weniges kannten. Es wäre schön, wenn das dankenswerte Bemühen des Vortragenden seinen Lohn im praktischen Erfolg finden würde gfs. Betriebssportfest bei 3- B. Holl. Die Firma Ioh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken, Gießen, hielt am Sonntag in Gegenwart des KdF.- Kreiswartes Pg Schemel ihr diesjähriges Be- triebssportfest im Rahmen des Sommersporttages der Betriebe in ihrer Filiale Großen-Buseck ab. Die Gefolgschaften ihrer Betriebe in Beuern, Burkhardsfelden, Großen-Buseck und Gießen-Wieseck waren mit 30 v. H. der Gefolgschaftsstärke ange- treten. Nach einem kurzen Appell marschierte die Gefolgschaft, die zum größten Teil aus Mädchen bestand, in ihrem schmucken Turnzeug von der Fabrik Großen-Buseck mit frohen Liedern bei herrlichem Wetter auf den Sportplatz Hier begannen die Mädels mit den vorgeschriebenen Gymnastikübungen, die zur größten Freude aller sehr gut klappten. Anschließend begaben sich die Mädels auf die Aschenbahn, um die 400 Meter zu bezwingen. Hierbei wurden keine Einzelleistungen verlangt, sondern ein einfacher Lauf in einer bestimmten Zeit, die noch unterboten wurde. Die männlichen Gefolg- schaftsmitglieder widmeten' sich unterdessen dem Wcitsprung, Keulenzielwerfen und dem Lauf. Auch hier wurden gute Leistungen gezeigt. Die Männer hatten weiterhin noch 800 Meter zu laufen und einige Freiübungen zu machen, die ebenfalls unter viel Freude und Humor ausgeführt wurden. Weiter mußten die Mädels noch mit verschiedenen Bällen eine bestimmte Weite erzielen, die auch lOOprozen- tig erfüllt wurde. Nach diesen Pflichtübungen führten die Mädels, sowie die Männer noch Gemeinschaftsspiele vor, die überall großen Beifall hervorriefen. Gegen 12 Uhr war das Sportfest beendet und alle Beteiligten zogen frisch gestärkt an Leib und Seele und mit frohem Mut ihren Wohnungen zu, bereit zu neuen Aufgaben. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 3. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 1114, Kartoffeln, % kg 5,2, 5 kg 52, Wirsing, Vi kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 20 bis 21, Erbsen 30, Tomaten 18, Zwiebeln 12 bis 14, Rhabarber 7, Frühäpfel 20 bis 25, Falläpfel 7 bis 8, Birnen 30 bis 45, Zwetschen 20, Mirabellen 25 bis 35, Renekloden 25, Blumenkohl, das Stück 15 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 1)4 bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 40, Rettich 10 Rpf. * * * Polizeistunde um 2 2.3 0 Uhr. Mit Wirkung vom heuttgen Tage ab ist die Polizeistunde für den Ortspolizeibezirk Gießen, einschließlich Bad-Nauheim und Friedberg, für alle Gast- und Schankwirtschaften auf 22.30 Uhr festgesetzt worden. * * Verkehrssünder. In der Zeit vom 16. bis 22. August schritt die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschließlich Bad-Nauheim und Friedberg, mit folgenden Maßnahmen gegen Verkehrssünder ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 2. Anzeigen, 7 gebührenpflichtigen und 1 gebührenfreier Verwarnung; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 7 Anzeigen, 4 gebührenpflichtigen und 10 gebührenfreien Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 42 gebührenpflichttgen und 13 gebührenfreien Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 9 gebührenpflichtigen und 12 gebührenfreien Verwarnungen. ** D i e diesjährige Fünfzigervereinigung traf sich mit ihren Familienangehörigen om Sonntag auf der „Karlsruhe" zu einer schlichten Kaffee- und Kuchenfeier in Kriegsform. Der Vorsitzende ehrte in seiner Ansprache besonders die Frauen der Fünfziger und stellte noch einmal die Werte heraus, die der Gießener mit feinen Fünfzigervereinen verbindet, Werte der Volksgemeinschaft, des Heimatsinnes und echter Kameradschaft. Er dankte allen Helfern am Zustandekommen der einfachen Feier. Mit Absicht sehen die diesjährigen Fünfziger von großen frohen Festen ab, pflegen aber olle die Formen des Gemeinsinns, die der Krieg von jeder deutschen Gemeinschaft verlangt: Rotkreuz-1 W x y : sien und Westfalen mit 58 Punkten vor Düsseldorf 49, Hamburg 39, Berlin, 26, Franken 24, Mittelelbe 18 und Bayerische Ostmark mit 14 Punkten an. Berliner Sieg im Wasserball. Die Entscheidung im Wasserball wurde zwischen den Gebietsmannschaften von Berlin und Düs- Bei den Sommerkampfspielen der HI. in Breslau wurden ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, ein Beweis' für den Hochstand der sportlichen Leistung unserer Jugend mitten im Kriege. Unsere Bilder zeigen links eine „Traube" aus dem aufregenden Fußballspiel Niederrhein — Mittelelbe; rechts bie begabte Irene Fritsche (Leipzig) beim Wettbewerb auf der Rollschuhbabn. — (Schttner-M) spende, Dankessendungen an Die im Felde stehenden Kameraden und Angehörige von Mitgliedern. Die Ansprache gipfelte in der zuversichtlichen Hoffnung auf den siegreichen Ausgang des Krieges. Freudig stimmten die Teilnehmer in das zum Schluß ausgebrachte „Sieg-Heil^ auf Führer, Volk und Vaterland ein. Es wurden noch verschiedene Spenden bekanntgegeben. Viel bewundert wurde die von Kamerad Bergan gestiftete, von Kamerad Schmidt künstlerisch entworfene Tischstandarte, um die sich samstags alle Kameraden scharen wollen, die gern im Freundeskreise eine Stunde der Erholung suchen. Die nächste Monatsversammlung ist als Fahnenüber- gäbe in einfachster Weise in Zusammenarbeit mit den Vorständen der letzten 10 Fünfzigerjahrgänge'geplant. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. + Grünberg, 2. September. Am Sonntugnachmittag fand auf dem Turnplatz hinter der Turnhalle eine Luftschutzübung statt, die von dem LS.-Führer Schornsteinfegermeister Wagner und dem als Ausbilder wirkenden Berufsschullehrer K r ö h l e geleitet wurde. Durch eine Luftschutzgemeinschaft eines Blockes wurde gezeigt, wie man ein durch eine Brandbombe entfachtes Feuer wirksam mit Feuerpatsche, Handspritze und Wassereimer bekämpfen kann, ebenso die Unschad- Westfalen je 33 Punkte. Es folgen Sachsen mit 31, Thüringen und Köln-Aachen mit je 25, Niedersachsen mit 20, Pommern und Mittelelbe mit je 17 Punkten. — Die Obergaue des BDM. führt । seldorf ausgetragen. Die Reichshauptstädter siegten glatt mit 4:1 (2:1). Günther und Lotte Tegetmeier. Im Tennis-Endspiel des BDM.-Einzels mußte sich die vorjährige Meisterin Eva Fuchs (Berlin) eine Niederlage gefallen lassen. Sie wurde von Lotte Tegetmeier (Düsseldorf) in zwei Sätzen 6:3, 6:3 geschlagen. Am erfolgreichsten war der Wiesbadener Jürgen Günther (Hessen-Nas- s a u). Er gewann das HJ.-Ein^el glatt gegen den Badener Potaß 6:2. 6:1 und zusammen mit seinem Kameraden Feßler das Doppel mit 6:3,6:3 gegen Merz-Poteß (Baden). Im BDM-Doppel wiederholten Fuchs-Suren (Berlin) ihren Vorjahressieg über Brunner-Ceconi (Salzburg) mit 6:2, 7:5. Süddeutsche Sieger im Rollschuhlauf. Recht gute Leistungen gab es im Rollschuhkunstläufen. Sehr erfolgreich schnitten hierbei die hessischen Jungen und Mädel ab. HI.: 1. W. Stephan (Kurhessen) Platzziffer 9, 107,9 Punkte; 2. R. Stein (Franken) 12/184,4; 3. R. Unger (Franken) 14/185. BDM.: 1. Lotte Kortendieck (Westfalen) 205,6; 2. A. Horn (Hessen- Nassau) 199,1; 3. W. Schäfer (Hessen- Nassau) 190,18. Pa ar lauf BDM. — HI.: 1. Irma Fischlein-Lothar Müller (Hessen-Nas- s a u) 5/10,16; 2 Hemann-Brückner (Mittelland 15/8,1. Gehmann Jugendmeister im Schießen. Deutscher Jugendmeister im Kleinkaliberschießen auf 60 Schuß unter militärischen Bedingungen in den drei Anschlagarten wurde der Württemberger G e h m a n n mit 675 Ringen vor Voigt (Thüringen) mit 640 und Schwei kart (Baden) mit 639 R. Das Endspiel im Fußball fand zwischen den HJ.-Mannschaften der Gebiete Ruhr/Niederrhein und M i t t e l e l b e statt. Ruhr/Niederrhein siegte nach ausgeglichenem Kampf mit 3:0 (1:0), wobei der zahlenmäßig klare Erfolg durch zwei Treffer in der letzten Viertelstunde sichergestellt wurde. Zwei handballmeisler des BD21L Zwei Titel wurden im Handball des BDM. vergeben. Württemberg und Ost land trennten sich unentschieden 2:2, doch wurde auf eine Wiederholung verzichtet und beiden Mannschaften die Meisterwürde zuerkannt. Gute Leichtathleten. Hervorragend waren die Leistungen bei den entscheidenden Leichtathlettkwettbewerben. Besonders hervorgehoben zu werden verdient der Sieg des Hitlerjungen Licha (Franken) über 100 Meter in 11,0 Sek., der in den Vorkämpfen mit 10,9 die weitaus beste Zeit erreicht hatte. Die Ergebnisse: HI. 100 Meter: 1. Licha (Franken) 11,0. 4 0 0 Meter: 1. Schäfer (Kurhessen) 50,4. 800 Meter: 1. Peine (Niedersachsen) 1:57,8. 110 Meter Hürden: 1. Brinkmann (Württemberg) 14,8. Hochsprung: 1. Uhrig (Franken) 1,82 Meter; 3. Munding (Hessen-Nassau) 1,75. Weiterung: 1. O. Müller (Westmark) 6,67 Meter. Dreisprung: 1. Munding (Hessen-Nas- s a u) 13,93 Meter. Kugel st oßen: 1. Fonfara (Danzig) 14,72. Speerwerfen: 1. Koschel (Berlin) 55,80. Keulenweitwurf: 1. Herwig (Bran, benburg) 79,23. 4 X 100 ÜReter: 1. Gebiet Westfalen 44,1. 1 0 X V- R u n b e : 1. Berlin 5:06,8. BDM. 100 Meter: 1. Hothum (Schwaben) 12,5; 2. Jockel (Hessen-Nassau) 12,5. 80 Meter Hürden: 1. Hothum (Schwaben) 12,1. Hochsprung: 1. Mentzel (Berlin) 1,48. Weit- s p r u n g: 1. Prade (Subetenland) 5,26. Speer: 1. Füg (Hessen-Nassau) 36,92. 4 X 100 Meter: 1. Obergau Hamburg 50,9; 3. Hessen- Nassau 51,1. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung.) W.H. Gießen. 1. Die neue Kleiderkarte gilt ab 1. September 1940. — 2. Wenn Sie im August einen Anzug auf die alte Kleiberkarte gekauft haben und auf b i e s e r Karte noch bie genügende Anzahl von Punkten vorrättg hatten, dürfen für einen An- Zug nur 60 Punkte abgetrennt werden. Hatten Sie aber beim Anzugkauf im August auf der alten Karte nicht mehr genügend Punktwerte (60) und haben-'infolgedessen die neue Kleiberkarte beim Kauf als ergänzenden Ausgleich zu Hilfe nehmen muffen, so sind die auf ber neuen Kleiberkarte vor- geschriebenen Punktwerte, nämlich 8 0 , abzutrennen. Die alte Kleiberkarte — die neben der neuen noch bis zum 31. März 1941 Glllttgkeit hat — kann also zum Kauf eines Anzuges mit 6 0 Punkten bis 31. März 1941 benutzt werden, wenn auf der alten Karte diese 60 Punkte noch vorhanden sind. lichmachung noch nichl gezündeter Bomben durch alsbaldiges Abdecken mit Sand. Erläutert würben die Beschaffenheit des Luftschutzraumes und feine Ausstattung, ebenso auch die notwendigen Gerate zur Feuerbekämpfung. Besonders eingehend wurde auch auf das Verhalten bei Luftangriffen und Fliegeralarm hingewiefen. Zum Schluß fand eine Besichtigung eines vorbildlich eingerichteten Luft- schutzraumes im Keller der Volksschule statt. * Villingen,2. Sept. Das E i s e r n e K r eu z 2. Klasse wurde an folgende Söhne unserer Gemeinde verliehen: Heinrich Zimmer, Unterofsl- zier in einem Infanterie-Regiment; Richard Pa ul, Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment; Walter Diehl, Unteroffizier in einem Pionier-Bataillon; Walter Diehl, Obergefreiter auf einem U-Boot. Kreis Friedberg. F r i e d b e r g, 2. Sept. In der W e t t e r a u gab es in diesem Jahre eine zweimalige E r b s e n - ernte, eine seltsame Naturerscheinung. Die alten Pflanzen trieben noch einmal neu auK, setzten Bluten an und liefern zur Zeit eine abermalige volle Ernte. Schweinemarkt in Ridba. * Nidba, 2. Sept. Auf bem heutigen Schweinern a r k t standen 693 Ferkel zum Berkaus. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 16 RM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere bis 23 RM., 8 bis 10 Wochen alte 24 bis 26 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief langsam, es verblieb geringer Ueberstanb. '“■"liele ber Hl. mark führte bei ber Pause mit 3:2, aber beim Schluß ber regulären Spielzeit ftanb bas Treffen 8:8, in ber Verlängerung schoß Sachsen bas ent= scheibenbe Tor unb wurde mit 9:8 Jugendmeister. Die 3. Sommer-Kampfspiele wurden am Sonntag in Breslau zu Ende geführt. lllli Schröder dreimal Jugendmeister. Mit seinem Sieg über 100-Meter-Kraul in 1:02,2 iRinuten ist Ulli Schröder (Köln-Aachen) mit drei Titeln b'er erfolgreichste Jugendschwimmer. lieber 100-Meter-Brust siegte Manfred Laskowski (Pommern) überlegen in 1:11,2. Zwei Meisterschaften gewann Inge Schmidt (Hamburg) unb auch List Weber (Bayerische Ostmark) trug zwei Titel bavon. An ber Spitze ber Gebiete steht im Schwimmen Berlin mit 54 Punkten vor Baben 42, Schle- 2)er Samstag war bei ben Sommer-Kampfspielen ber Hitler-Jugend in Breslau ber erste Großkampftag. Im Beisein bes Reichssportführers von Tschammer unb Osten, bes Reichsjugenb- sührers Artur A x m a n n unb bes Stabschefs ber SA. Viktor Lutze, fielen in ber Schlesier-Kampfbahn bie ersten Entscheidungen in ber Leichtathletik. Jungvolk auf Rollschuhen. Gerda Fischer (Westfalen) holte sich mtt Platzziffer 6 unb 92,1 Punkten den Sieg bei den Jung- mädeln, Fred Emanuel (Westfalen) war mit Platzziffer 5 und 96,7 Punkten bei ben Pimpfen erfolgreich. . heiße Kämpfe im Schwimmbecken. . Bei den Hitlerjungen wartete ber Thüringer Heinz Gold im Brustschwimmen mit einer glänzenden 200-Meter-Zeit auf; er siegte in 2:47,8 Minuten. Doppelsieger würbe Günter D ü w e l (Niedersachsen), der das Kunst- und Turmspringen gewann. Bei ben Möbeln waren u. a. List Weber (Bayer. Ostmark), Inge Schmibt (Hamburg), Olga Eckstein (Westfalen) unb Erika Wettengel (Sachsen) bie Siegerinnen bes Tages mit durchweg erstklassigen Leistungen. Sachsen Handballsieger. Das Handball-Endspiel der HI. sah zwei gleichwerttge Mannschaften im Kampf. Nord- 3n Käte Weber wehrt sich unmutig etwas dagegen, Bekenntnisse anhören zu müssen. Niemals bisher hat Hans zu ihr über seine Frau gesprochen außer in ein paar flüchtigen, allgemeingehaltenen Bemerkungen. Es kommt ihr jetzt so unerwartet, daß fie verwirrt ist und nicht weiß, was sie erwidern soll. k rJS h°^"ut fort, als spreche er zu sich selbst: „Bisher hatte sie nie Ursache dazu unb — hat sie auch jetzt noch nicht." Ihre Augen begegnen sich, unb nachdrücklicher W „Es ist wirklich so, Käte! - Au tadjelft? Ich gebe ohne weiteres zu, daß mich das Erlebnis, die Begegnung mit ber berühmten Künst- lerm, ein bißchen aufgepulvert hat. Vielleicht ist das alles ein wenig lächerlich? Aber ich möchte mal wissen, wer von uns nicht seelisch an Mangelkrank- ? ®er ni^t heimlich nach dem Traum- blw sucht, das eigentlich nichts als Notwehr unserer Schwache und bie Sehnsucht nach der Dollkommen- hett ist. Sieh mal, ich habe in ben letzten Tagen gar JmÄhü b!efe ^egegnung gedacht. Wie hinter einem Vorhang lag das alles — bis heute, bis jetzt wo ich zu dir darüber spreche." 9 Käte hebt die Hand zu ihrer Wange, ihre Finger ziehen deren schmale und doch weiche Form nach. n11 uin siHeres Verständnis für bie schwei- fenbe Unruhe unb Friedlosigkeit des Mannes Sie merkt hinter ben Worten fein tastendes Suchen nach LTS ?nö- fie "uh das Seltsame zugeben, baß diese Worte wie ein Echo eigener schmerzvoller «S&Tw'S “""«f '"»»> -» - ^otz deines gelegentlichen Traumbilb- unb ÄtorÄ*’ “ u”1 * * * satz von Bitterkeit enthält, und zwar für ibn io- w°hl aIs ?uch für Käte. Sich vom Stuhl erhebend mtA" PaSrr bch""e hin und her. Sie folgt 1 rnrJ?U<.9Cn' um bie ein Lächeln spielt S-S«? Ä Er bleibt stehen. Das Licht vom Fenster spiegelt sich m feinen Brillengläsern, sie kann ben Ausbruck ber Augen bahinter nicht erkennen. „Sehr schmeichelhaft, Kate, wie bu mich siehst: als rettungslosen Philister mit frühzeitig beginnenber Verkalkung, nicht wahr? — Sehr reizvoll, so unerwartet Aufschluß über sich zu erhalten!" Es geht wie ein Schatten über ihre Miene, die einen Augenblick lang streng unb verschlossen aus- lebt „Du bist empfinblich unb verstehst absichtlich falsch. . setzt sich wieder, senkt den Kopf und sagt be- "Entschuldige, Käte! Ich bin in keiner guten -öerfaflung. Ich leide an mir selber und bin daher ungerecht gegen andere. Ob bas alles von dieser etwas abenteuerlichen Geschichte herrührt, möchte ich bezweifeln. Aber in letzter Zeit sehe ich alles so 9^uufam deutlich sehe mein Leben so hoffnungslos verschüttet .. . Man plagt sich und arbeitet tagaus, streitet und kämpft zwischendurch um ?YÄFeit£n; man hat die Mahlzeiten, den Skat- tisch, die Frau ... Man wird dabei stumpfer unb N"?m?n vom Alltag zerrieben wirb und leistet keinen Widerstand mehr. Man geht ein- fach vor die Hunde!" 1 y K°pf. „Sag mal, Hang - ly,“5 * * * ber Hauptsache Katerstim. Unf“ aUer Leben ist nun mal o eingerichtet, daß es viel non unserer Kraft zur Ueberwindung der kleinen Plagen und Schwierig, ^.ten verbraucht. Darunter leiden wir alle. Jeder mußd sehen, w,° er es fdjafft; da hilft einem nie- hn^fn?/™ »uMmmend und blinzelt hinter den Bril- lenglafern „Da hast bu deine Zurechtweisung" bentt er. Was soll sie ihm auch weiter sagen? Alles Er^ beeninnTennen’ ihre menschliche Teilnahme, k beginnt, von anderen Dingen zu sprechen unb fragt nach ihren Plänen für ben Winter Sie erzählt b/e W°ihnachtsffri7n im SchmÄz. s1 Wintersport 3" verbringen. „Da möchte ' be9rftIrxSei-ne ^gen leuchten auf. „(Sport! 'st's bei mir leiber vorbei." fnnf fragt sie erstaunt. „Bist bu so faul geworben? Du warst doch ein eifriger Wassersportler! Segelst bu nicht mehr?" 10 11 (Fortsetzung folgt) am Aeußerlichen haftenb hin unb her gingen, ist vor seinem Geiste in Minutenschnelle ber Film seines Lebens rückwärts gelaufen. Ebenso wie heute hat er vor Jahren oft hier gesessen, wenn er mit irgenbeiner Ratlosigkeit kam, in Schulnöten war ober seiner Mutter gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte. Immer hatte es sich bann als gut unb nützlich erwiesen, es mit Käte zu besprechen. ’ Er seufzt; bas ist lange her. Ob man auch jetzt noch ...? Aber wie kommt er zu solchem Ansinnen, olchen ungerechtfertigten Ansprüchen? Obwohl er ich bi es vorhält, hat er boch bas ganz sichere Ge- ühl, baß Käte ihm niemals im Leben innerlich remb werben könne Er bringt jetzt seine Entschuldigung für sein Verhalten am Dienstagabenb nach Schluß ber Oper an: baß er nicht auf sie gewartet habe, um sie nach Hause zu begleiten Sie weist es lächelnb zurück. Es sei nur gut, baß er sich ihretwegen nicht aufgehalten habe, sie sei aleich mit chrer Kollegin zur Autobushaltestelle gelaufen. Er nickt, schaut versonnen brein unb erzählt ihr bann von seinem Erlebnis bes gleichen SIbenbs. Käte verbirgt ihr Befremben. „Deine Frau weiß nichts bavon?" fragt sie, als er seinen Bericht be» enbet hat. „Doch! Ich wollte es ihr gleich beim Nachhause- kommen erzählen, aber sie schlief Später war bann allerlei Aergerliches babei; es gab Streit, wie leiber oft bei uns " „Hm, wenn du ihr bein Erlebnis fo gefchilbert hast wie eben mir, wundert mich bas nicht, auch wenn sie nicht besonders eifersüchttg ist." „Ich habe es natürlich nicht so erzählt Zu Erna kann ich nicht so sprechen wie zu bir " Käte runzelt die Brauen und menbet ihr Gesicht, bas unter einer jähen Röte aufbrennt, bem Fenster zu Bergholz stützt bas Kinn in bie aufgelehnte Hanb, feine Augen folgen ben Linien bes Teppichmusters. „Unb bann", fährt er fort: „Die Eifersucht meiner tfrau ist ein Kapitel für sich! Sie ist ganz bavon bui chtränkt — von ber leibigen, unvornehmen Sucht ber Menschen, bie ewig voll Mißtrauen gegen ben anbern Jinb, hinter jeher kleinen Unerklärbarkeit fchulbvolle Heimlichkeiten wittern, immer mit Vorwürfen geladen sind."