Erscheint täglich, außer fr G Samstag, 5.| Sonntag, August 1940 s=3£ nttlAtäÄi EiasE- WZs vJlvnvIlvl 4lnvlUu s= von einzelnen Nummern Ä W MM V ~ bei 70 mm Zeilenbreite infolge höherer Gewalt Nachlässe: Wt^edne’seäranff®™' vrShlsch« Unioerstälrdnickerei B. £atge General-Anzeiger für Oberhelsen Eietzen, Schulftratze 7-9 Verembarung )25°Mneg® Momentbilder aus Portugal. Von unserem Dr. A.'Korrespondenien. „Wir gaben der alten eine neue Welt." Und so spiegelt die Ausstellung denn in erster Linie auch die Größe der portugiesischen Geschichte, die Leistung der Vorfahren aus vergangenen Jahrhunderten wieder. Doch ist daneben ein besonderer Teil den kolonialen Bestrebungen und Leistungen Portugals in der Gegenwart gewidmet. Ein kleines Mißgeschick trübte die Festesfreude dieser Tage. Als ein besonderes Symbol der kolonisatorischen und seefahrerischen Leistungen Portugals ist ein Schiff gebaut worden, ein großes Segelschiff in getreuer Nachblldung der Schiffe aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert, als Portugals Seemacht auf der Höhe war. Dieses Schiff, das bei seiner Taufe den Namen „Nau Portugal" (Schiff Portugal) erhielt, sollte einen Teil der Ausstellung bilden, die am Westrande Lissabons bei Belem sich längs des Tejo erhebt. Beim Stapellauf aber kenterte das Schiff, und nun muß man abwarten, ob es möglich sein wird, den Schaden in Kürze wieder gutzumachen und „Nau Portugal" an den vorgesehenen Platz zu bringen, sonst wurde dieser Unfall wohl von vielen Portugiesen als ein recht unerfreuliches Omen betrachtet werden. Erfolgreiche Unternehmungen eines deutschen U-Bootes. Bei Luftangriff auf Cherbourg alle acht angreifenden Flugzeuge abgeschoffen. Der Wehrmachtsbencht vom Freitag. Berlin, 2. Aug. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Kapitänleutnant Wilhelm Roll mann hat mit seinem U-Boot ein feindliches U-Boot versenkt. Damit hat dieses Boot in zwei Unternehmungen innerhalb kurzer Zeit 12 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 74 338 BRT.» den britischen Zerstörer „W h i r l- w i n d" und ein U-Boot vernichtet. 3m Südatlantik kam es zu einem Gefecht zwischen einem deutschen Hilfskreuzer und dem britischen Hilfskreuzer „Alcantara". Dabei erhielt das überlegene, stark bewaffnete feindliche Schiff von 22 209 BRT. schwere Treffer, u.a. auch in die Wafchinenanlage, so daß es den Kampf abbrechen und im Hafen von Rio de Janeiro Zuflucht suchen muhte. Der deutsche Hilfskreuzer fehle seine Fahrt zur Durchführung seiner Aufgaben planmäßig fort. Deutsche Kampfverbände griffen am 1. August einzelne kleinere Geleitzüge sowie mehrere einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe vor der h u m b e r - Mündung, im St.-Georgs-Kanal und vor Zarmouth mit Bomben an. hierbei wurde ein Handelsschiff versenkt sowie zwei weitere Handelsschiffe, ein Tanker und ein Minensuchboot durch Treffer schwer beschädigt. Lin weiterer besonders wirkungsvoller Angriff wurde auf eine Flugzeug-Fabrik in Norwich durchgeführt. Die aus niedriger höhe geworfenen Bomben schweren Kalibers lagen in den Derkanlagen und riefen starke Brände und mehrere Explosionen hervor. Ein Flugzeug hat am 31. Juli in norwegischen Gewässern ein feindliches U-Boot vernichtet. Im Laufe des gestrigen Nachmittags versuchten acht britische Bombenflugzeuge des Musters Bristol- Blenheim einen Angriff auf den Flugplatz Quer- queville bei Lherbourg. Durch rechtzeitig einsehende Jagd- und Flakabwehr gelang es, alle acht Flugzeuge abzuschießen, und zwar drei durch Messerschmitt-Jagdflugzeuge, fünf durch Flakartillerie. Eigene Verluste sind hierbei nicht ein- getreken. Bei einem versuchten Angriff auf holländisches Gebiet wurden zwei weitere Bristol- Blenheim-Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. In der Nacht zum 2. August flogen wiederum britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Die abgeworfenen Bomben richteten keinen militärischen Schaden, jedoch zum Teil beträchtlichen Häuserschaden in der Umgebung von Köln an und töteten und verletzten einige Zivilpersonen. Die feindlichen Flugzeugverluste am 1. August betrugen insgesamt 10 Flugzeuge; ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Spuren schwerer Treffer auf der „Alcantara" Lissabon, im Juli. . Portugal feiert, es feiert trotz des Krieges, der jetzt mcht nur im Norden und Nord westen Europas, sondern auch im Mittelmeer tobt, seine nationalen Gedenktage. Man feiert gleich zwei Jahrhun- oertfeste auf einmal. Vor achthundert Jahren (ganz genau genommen allerdings bereits im Jahre 1139) entstand Portugal als selbständiger Staat, als Alfonso I. nach Besiegung der Mauren den Königstitel annahm und die bis dahin von Ka- stilien abhängige Grenzmark Portucalia aus dieser Abhängigkeit löste. Dor dreihundert Jahren wurde diese Selbständigkeit, die von Philipp II. von Spanien beseitigt worden war, wiederhergestellt. Wenn Portugal heute diese Gedenktage trotz der unruhigen Zeitläufe mit einer gewissen Zuversicht und, was vielleicht noch wichtiger, mit gut ausbalanciertem Staatshaushalt feiern kann, so hängt das allerdings mit einem anderen Gedenktage zusammen, der kürzlich ganz nebenbei in der Presse des Landes erwähnt wurde: Anfang Juli jährte sich nämlich zum achten Male der Tag, an "em S a l a z a r die Ministerpräsidentschaft antrat, nachdem er bereits in den vorhergegangenen Jahren die jahrhundertelang zerrütteten Finanzen des Landes als Finanzminister in überraschend kurzer Zeit auf eine gesunde Grundlage gestellt hatte. In Portugal geschieht seitdem nichts von Bedeutung ohne oder gar gegen den Willen dieses eigenartigen Mannes, dessen Persönlichkeit so wenig gemeinsam hat mit den Vorstellungen, die man sich gewöhnlich von den Inhabern von praktisch unumschränkter Gewalt in südlichen Ländern macht. Auch der erbittertste Gegner Salazars könnte ihm nicht nachsagen, daß er äußeren Glanz und volkstüm- liche Schauspiele liebte. Wenn er trotzdem sich dazu entschloß, die Jahrhundertfeiern, wenn auch mit einem stark gekürzten Programm, abhalten zu lassen, so hat er damit sicher eine politische Absicht verfolgt. Man geht kaum fehl, wenn man annimmt; daß gerade diese Feiern ihm willkommen waren inn eines doppelten Zieles willen: Einmal, um den Entschluß Portugals, an dem in Europa tobenden Kampf nicht tätig teilzunehmen, sinnfällig zum Ausdruck zu bringen, zum anderen, um denjenigen unter feinen Landsleuten, denen es schwer fallen könnte, bei dem Ausdruck ihrer Sympathien und Antt- vathien sich nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach diesem Entschluß anzupassen, ein anderes, näherliegendes Betätigungsfeld für ihren Eifer zu schaffen. So hat Portugal denn in diesen Tagen sich in dem Glanze seiner Gedenktage sonnen können. Der Portugiese tut dies gern. Sein Land ist am äußersten Südwestrande Europas gelegen. Es hat sein Gesicht dem Meere zugekehrt. Die Verbindungen mit.dem spanischen Nachbarn sind nur locker. Vom übrigen Europa weiß der Durchschnittsportugiese nur wenig. Gewiß gibt es die jahrhundertealte „A l - lianz" mit England, und im Kämmerchen gesteht man sich ein, daß Portugal viele Jahrzehnte hindurch sein Kolonialreich nur von Englands Gnaden besessen hat. Man liebt den großen Alliierten aber kaum, wenngleich sein wirtschaftlicher und politischer Einfluß an vielen Stellen zutage tritt. Man kennt ihn auch nur wenig. Denn die Zahl der Portugiesen, die nach England reisen oder die gar die englische Sprache beherrschen, ist gering. Selbst der Portweinhandel, durch den Portugal so lange Zeit an England gebunden war, liegt fast durchweg in englischen Händen. Geistig war die Sonne, an der Portugal sich wärmte, niemals London, sondern Paris. Deshalb ist man jetzt gerade in den Kreisen, die bisher am strammsten pro-alliiert waren, in der größten Verlegenheit. Die Kanonen von Oran haben in Portugal einen Widerhall gefunden, der in der Presse nicht annähernd Ausdruck findet. Aus den Peinlichkeiten und Verlegenheiten, die die Kriegsereignisse heraufbeschworen haben, bieten nun aber die Jubelfeiern einen willkommenen Ausweg. Man sucht den europäischen Konflikt zu vergessen, und freut sich an der eigenen Bedeutung. Diese Freude an der eigenen Größe, bei der man gern dazu neigt, die große Vergangenheit in die Gegenwart hineinzuprojizieren, hat in diesen Wochen reichlich Nahrung gefunden. Lissabon war das Ziel einer ganzen Reihe von Sonderbotschaftern und Sondergesandten aus aller Welt, die dem portugiesischen Volk und seinem Präsidenten, dem ehrwürdigen General Carmona, die Glückwünsche ihrer Staatsoberhäupter und Regierungen überbrachten. Trotz aller Streichungen war das Festprogramm noch reichhaltig und bunt genug, wozu südlich blauer Himmel, die schöne Lage, die historischen Bauten von Lissabon und eine subtropische Natur das ihre beitrugen. Festliche Auffahrten der ausländischen Vertreter, Umzüge der Bevölkerung teils in historischer, teils in Landestracht, Bankette und Empfänge, ein Kongreß und als Krönung des ganzen eine umfangreiche und schöne „Ausstellung der Portugiesischen Welt" — das sind die wichtigsten Punkte dieses Festprogramms. Der Titel der Ausstellung — wie übrigens der des Kongresses — zeigt, daß man nicht eine Weltausstellung im landläufigen Sinne des Wortes im Sinne hatte und daß auch das Arbeitsfeld des Kongresses sich nicht auf alle Wissensgebiete der ganzen Welt erstreckt. Man hat den Rahmen etwas enger gezogen, man will nur die „portugi^ische Welt" in ihm erfassen. Aber auch in diesem Rahmen ist der Freude an der eigenen Größe und Bedeutung keine zu enge Grenze gezogen. Denn von der „portugiesischen Welt" hat man hierzulande eine sehr weitreichende Vorstellung. In zahlreichen bildlichen Darstellungen und den dazugehörigen Erläuterungen wird der Besucher, wird auch wohl so manches Landeskind darüber belehrt, daß vier Fünftel oder mehr der Erde, so, wie wir sie heute kennen, durch portugiesischen Forschungstrieb bekannt wurden. An einem der schön proportionierten und stattlichen Gebäude der Ausstellung steht das stolze Wort: Rio de Janeiro, 2. Aug. (Europapreß.) Die Ankunft des schwer beschädigten britischen Hilfskreuzers „Alcantara" im Hafen von Rio de Janeiro hat das lebhafte Interesse der Oeffentlichkeit erregt. Da die Besichtigung des Schiffes durch Pressevertreter zunächst verboten war, beschafften sich die Zeitungen mit Tele-Objektiven Aufnahmen des Schiffes, die jetzt veröffentlicht werden. Als auffälligste Spur des Kampfes geht aus den Bildern hervor, daß die „Alcantara" mit nur einem Sch ornstein in Rio eintraf. Von der Schiffs- leituna wurde dazu erklärt, daß der Schornstein „entfernt" worden sei. Weiter zeigt sich mittschiffs auf der Backbordseite ein über ein halbes Meter großes E i n s ch u ß l o ch. Dies ist fraglos der Weg, den die deutsche Granate genommen hat, die nach den Erklärungen der Schiffsleitung im Maschinenraum explodierte. Auch sonst zeigen sich auf dem ganzen Schiff Spuren des Kampfes: Am Donnerstagabend wurden die Adsperrmaß- nahmen der Polizei gelockert und einigen Journalisten wurde die Erlaubnis erteilt, das bei der Halbinsel Vianya ankernde Schiff — nach sorgfältiger Durchsuchung jedes dieser Herren durch die Sabotageabwehr-Abteilung der Polizei — zu besuchen. Die Pressevertreter erhielten von dem Kommandanten einen schriftlichen Bericht ausgehändigt, der sich — wie nicht anders zu erwarten war — mit der amtlichen Mitteilung der britischen Admiralität deckt. Irgendeine Fühlungnahme mit den Besatzungsmitgliedern wurde den Berichterstattern unmöglich gemacht. Auch die 23 Leichtverwundeten, die nach den britischen Angaben außer den zwei To- t e n und den sieben Schwerverletzten die einzigen Opfer des Gefechtes fein sollen, waren nicht zu sehen. . * Der Sprecher des englischen Rundfunks hat am Freitagabend zugegeben, daß die Beschädigungen, die ein deutsches Hilfskriegsschiff dem Hilfskreuzer „Alcantara" beigebracht hat, weitaus schwerer sind, als bisher angenommen worden war. Der Rundfunk teilte mit, daß durch deutsche Treffer die F a h r t g e s ch w i n d i g k e i t von 18 auf 10 Knoten herabgedrückt wurde. Es steht jetzt fest, daß ein Einschlag auch unter der Wasserlinie des Schiffes zu verzeichnen war, und zwar offensichtlich in der Nähe der Schraube. Der Südosten. Der Balkan ist, seitdem die Türkei chre Rolle als Großmacht ausgespielt hat und sich als innerlich zu schwach erwiesen hatte, die im 15. Jahrhundert dein Halbmond unterworfenen europäischen Völker unter i^rer Herrschaft zu halten, mehr als jedes andere Gebiet des Kontinents der Schauplatz wechselnder Einflußnahmen und Jnteressenkämpfe der europäischen Großmächte gewesen. Anfangs waren es vor allem Oesterreich-Ungarn, das ja selbst Balkanmacht mar, Rußland, unter dessen Protektionen die kleineren slawischen Balkanoölker ihre Unabhängigkeitskriege gegen die Türkei geführt hatten, und England, dessen Politik schwankte zwischen dem Bestreben, die Türkei, den „kranken Mann am Bosporus", möglichst bei Kräften zu erhalten, um die Russen von Konstantinopel und vom Zugang zum Mittelmeer fernzuhalten, und dem liberalem Doktrinarismus entspringenden Wunsch, die christlichen Fremdvölker der Türkei von dem türkischen Joch befreit zu sehen, wobei man den Russen den Wind aus den Segeln zu nehmen gedachte. Frankreichs Interesse ging damals so gut wie ausschließlich auf die außereuropäischen Besitzungen der Türkei, auf die Levante, Syrien und Aegypten. Deutschlands Politik war ausschließlich be- ftrebt, nicht in Streitigkeiten der übrigen Groß- wächte über Balkanfragen verwickelt zu werden und sich vor allem nicht in einem Konflikt zwischen den beiden dem Reich befreundeten Mächten Rußland und Oesterreich-Ungarn zu einer Stellung- "ahme gezwungen zu sehen. Diesem Wunsch ent- sprang Bismarcks drastischer Ausspruch, daß er auf dem Balkan „für Deutschland kein Interesse sehe, welches auch nur die gesunden Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert wäre". So hat er getreu dieser Maxime weder bdm ersten Hohenzollernfürsten auf dem rumänischen Thron noch dem Battenberger in Bulgarien irgendwelche Hilfsstellung geleistet, die ihm in Rußland als lln- freundlichkeit hätte ausgelegt werden können. Italien schließlich, Ende des vorigen Jahrhunderts noch zu schwach zu einer unabhängigen selbstbewußten Großmachtpolitik, richtete seine Blicke erst ver> hältmsmäßig spät auf das andere Ufer der Adria. Auch während der „Neuen Aera" blieben Deutsch- lands Interessen auf dem Balkan vorwiegend wirtschaftlicher Natur und wenn auch der wachsende deutsche Einfluß in Konstantinopel ebenso wie die mehr von Sentiments als von politischen Realitäten bestimmte Rolle, die Deutschland in der muselmanischen Welt zu spielen versuchte, zur Entfremdung mit Rußland und England nicht unwesentlich beigetragen haben, so ist es doch eine Ironie der Geschichte, daß es ein Balkankonflikt war, der Deutschland im Fahrwasser feines österreich-ungarischen Verbündeten in den Weltkrieg treiben ließ. Sein Ausgang hat nicht nur die Landkarte des Balkans radikal umgestaltet, sondern auch das Verhältnis der Großmächte zum Balkan grundlegend verändert. Die von Gnaden der Sieger neu entstan- Offene Verhöhnung des Mandaisgedankens. Die deutschen Schutzgebiete Papua und Neu-Guinea in die australischeVerteidigung einbezogen. Berlin, 2. Aug. (DNB.) Nach einer Reutermeldung aus Canberra wurde bekanntgegeben, daß Papua und das von Australien verwaltete Mandatsgebiet von Neu?Guinea durch einen amtlichen Erlaß als 8. australischer Militär- b e z i r k in das australische Verteidigungssystem ein- gegliedert worden ist. Damit macht sich die australische Regierung einer groben Verletzung 5 Mandatsgedankens schuldig. Denn in Den Mandatsbestimmungen heißt es ausdrücklich, daß die Verwaltung des Mandats aus schließ- lich im Interesse des Mandatsgebietes und feiner Einwohner zu erfolgen hat. Daß Die Einbeziehung des Mandatsgebietes in den bri- tifchen Krieg nicht mit feinen Interessen vereinbar ift, liegt klar auf der Hand. Wenn die australische Regierung heute unter dem Vorwand der übernommenen Verpflichtungen eines treuhänderischen Schutzes das Mandatsgebiet in die eigene Verteidigungszone einbezieht, so' stellt diese Maßnahme in Wirklichkeit eine unerhörte Verhöhnung völkerrechtlicher Begriffe dar. — Deutschland hat nicht vergessen, daß es ausgerechnet diese Mandatsmacht war, die ohne den geringsten Anlaß 1914 und ebenso im September 19ß9 an der Seite Englands gegen Deutschland in den Krieg eintrat und 1914 das völlig unbefestigte und militärisch ungeschützte deutsche Schutzgebiet feige überfiel, es besetzte und dann seit 1920 im krassen Widerspruch zu dem Mandatsgedanken als Mandatsgebiet einseitig zum eigenen Vorteil ausbeutete. Im übrigen wäre es interessant ZU erfahren, gegen wen eigentlich der 8. Militär- biftrift unter Einschluß des Mandatsgebietes gerichtet ist. Erweiterung des britischen Kriegskabinetts. N e u y o r k 3. August. (DNB. ° Funkspruch.) Amerikanische Blatter verbreiten eine amtliche Reu termeldung aus London, wonach Churchill den Mi, nister für Flugzeugproduktion, Lord Beaver b r v o k, aufgefotbert hat, als Mitglied in da; Kriegskabinett einzutreten. Dabei sol Beaverbrook fein bisheriges Amt zunächst nicht auf geben. Aus anderer Quelle verlautet allerdings, das er die Aufgabe erhalten soll, das Informa, tionsminifterium zu überwachen, ohne daß der bisherige Minister Duff Cooper entlassen wird. — Der millionenschwere Zeitungskönig Lord Beaverbrook dürfte sich durch seine frühere Tätig- keit als Kriegshetzer für die Aufnahme in da- Kriegskabinett besonders qualifiziert haben. Aachiflieger gegen englische Bomber. ■ dL;-< - • Ä Die deutschen Wehrmachtberichte erwähnten in den letzten Wochen mehrfach den erfolgreichen Einsatz von Nachtjägern im Kampf gegen feindliche Bomber, die unter dem Schutz der Dunkelheit in das Reichsgebiet einfliegen. Unser Bild zeigt Nachtjäger vom Baumuster He 113 der Heinkel-Werke. Es sind einmotorige, einsitzige Ganzmetallflugzeuge mit einer für erfolgreiche Akttonen im Dämmerlicht der Sommernacht bzw. bei Mondschein unerläßlichen außerordentlich hohen Geschwindigkeit und Wendigkeit. Ein besonders breites Fahrgestell gestattet gegebenenfalls auch auf wenig geeignetem Gelände sichere Landungen. Die Nachtjäger haben sich, wie unser Bild.zeigt, ein auf ihren Einsatz besonders hinweisendes lustiges Staffelzeichen gewählt. — (Scherl-Bilderdienst-Werk- photo-Stöcker-M.) abgeschlossenen Beistandspakte hätten gewünschten Ergebnis geführt, da die Gruoven" dieser Staaten eine wirk- Aber war schon die Vernichtung Polens in einem ' ~ . r .. v _.. QY>a^a4-aPai 18 Tagen ein sehr deutliches Menetekel großzügige Umsiedlung ei io öffneten der mili» Deutschland hat inzwischen Sympatyierunogeoungen sur vle ähnlicher Bevdlkerunasaustau Krieg 1923 ein ähnlicher Bevölkerungsaustausch den zu können. Man hat überall auf dem Balkan wiesen hatte. Feldzug van ........... für die Balkan-Staatsmänner, so öffneten der mM- tärische Zusammenbruch Frankreichs und die Jsolie- rung Englands auch denjenigen Balkanpolitikern die n <• < • < -L* V A I-Iayi firn I rtllTO könnten. c v m , Die Rede Molotows wurde von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen. Der Oberste Sowjet nahm darauf eine Resolution an, in der die Außenpolitik der Sowjetregierung vorbehaltlos gebilligt wird. Moskau, 2. Aug. (DNB.) In einer Rede vor dem Obersten Sowjet gab Außenkomnnsiar M o l o - tow einen Ueberblii über die auswärtige Politik v ... : J.ll STY? av F w> 1 I Verschärfung des briiifch-japanischen Konflikts. Japanische Geschäftsleute in London verhaftet. I o f i o, 3. Aug. (DRV. Funkspruch.) Die Agentur Domei meldet aus London, daß die L o n d o » n e r Vertreter der bekannten japanischen Firmen Mitsubischi und Mitsui durch die britische Regierung verhaftet worden sind, anscheinend als Gegenmaßnahme gegen die Verhaftung der im Dienste des Secret Service stehenden Spione durch die japanischen Behörden. Das Blatt „Riffel Riffel" stellt offenbar auf Grund von Informationen aus dem japanischen Außenamt fest, daß die japanischen Schritte entsprechend den gesetzlichen Anli-Spionage- Bestimmungen getroffen seien und die Regierung entschlossen sei, alle Proteste und Linmischungsver- suche Englands zu ignorieren. Auch die Verhaftung in England lebender Japaner, Drohungen, den japanisch-englischen Handelsvertrag zu kündigen, den britischen Botschafter in Tokio abzuberufen oder das Verbot der Transporte über Burma aufzuheben, könnten Japan in keiner Melfe beeindrucken. Oie japanischeIlotte bei Hainan und im Golf von Tongking znsammengezogen. R o m, 3. August. (Luropapreß.) Rach einer Ste- fanl-Meldung aus Schanghai berichtet die chinesische Presse, daß die japanische Flotte ln Südchinä bei den Hainan-Inseln und im Golf von Tongking zusammengezogen werde. Aus Formosa feien beträchtliche Truppentransporte nach Südchina gegangen. Admiral Osumi habe sich nach der Insel Hainan begeben, um die Operationen zu leiten. Oie Außenpolitik -er Sowjetunion. Mololow-rNml-DieB-riehungenzuO-utschlanbausd-nb-sieb-nd-nD-rlräg-ns-stb-grund-l men werben und daß auch der Südosten von ihrem i Willen feine neue Gestalt empfangen wird. Damit diese Erkenntnis sich durchsetzen konnte, bedurfte es in Rumänien fre-lich erst eines politischen Umschwunges, der seinen Anstoß erhielt von den Erfahrungen, die das Land während der bessarabifchen Krisis 'mit seinem britischen Garantie freund hatte machen Müssen. Diese Krisis fegte die letzten Reste des liberalplutokratifchen Systems hinweg und gab den rumänischen Staatsmännern die Bahn frei, die in einer Gleichschaltung des politischen Kurses mit den wirtschaftlichen Interessen allein das Heil ihres Landes sehen. Der Besuch des rumänischen Ministerpräsidenten und feines Außenministers m Salzburg und Rom hat den Willen der neuen für die Geschicke Rumäniens verantwortlichen Staatsmänner erhärtet, gemeinsam mit den Achsenmächten alles zu tun, den Frieden auf dem Balkan ZU wahren und die Voraussetzungen für eine politische Neuordnung des Balkanraumes zu schaffen.. Ueber Grundsätze und Methoden sind die Achsenmächte in der Aussprache, die der Führer vor wenigen Wochen mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano hatte, einer Auffassung geworden. Die Besprechungen mit den leitenden Staatsmännern Ungarns, der Slowakei und Bulgariens in München und Salzburg haben den Rahmen weiter ab gesteckt, in dem sich die Entwicklung bewegen wird. Die Balkanstaaten sind eingeladen worden, m freier Aussprache auf dem Weg des vernünftigen Ausgleichs ihrer berechtigten Interessen ihren Frieden untereinander, ihre gute Nachbarschaft und ihr Verhältnis zu den Achsenmächten auf eine neue Grundlage zu stellen, die den loyalen Verzicht auf jeden Ruck- fall in die Vergangenheit einschließt. ten aus den Vereinigten Staaten." Die Sowjet- remerung protestiere jedoch ganz energisch dagegen, daß die U5A.-Regierung — übrigens auch Eng- land — die Guthaben der baltischen Staaten m den USA. beschlagnahmt habe. Zu den chinesischen Nachbarn unterhalte die Sowjetunion gutnachbarliche und freundliche Beziehen, wie dies dem sowietisch-chmesischen Nicht- angriffspakt entspreche. Molotow schloß seine Rede mit einem Ausblick auf die allgemeinen Perspektiven, die sich aus Der Weltlage ergeben. Die gegenwärtigen Veränderungen in Europa stehen i m Z e i ch e n d e s g r o feen Erfolges b e r deutschen Waffe n. Deutschland sei aus dem bisherigen Verlauf des Konfliktes gestärkt hervorgegangen. Es habe seine Gegner bereits zum Teil niedergeworfen und Frankreich zur Kapitulation gezwungen. Er deutete sodann „imperialistische Gelüste" der Vereinigten Staaten an, die freilich durch die Reklame um die sogenannten Interessen der westlichen Halbkugel verdeckt würden. Die Sowjetunion müsse verstärkte Wachsamkeit zeigen und sich der Befestigung ihrer inneren und äußeren Positionen widmen. Die Völker der Sowjetunion mußten den Ausspruch Stalins auch weiter beherzigen, daß das ; ganze Sowjetvolk in ständiger Bereitschaft i zu stehen habe und jeder Drohung eines feindlichen ; Überfalles gewärtig sein müsse, damit keine Ma- > nöoer der Feinde die Sowjetunion überraschen infein zuzustimmen. v , In der Behandlung der Beziehungen der Sowjet- Union zu den Balkanstaaten erwähnte der Redner die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zu I u g o s l a w i e n. Es bestehe ine Hoffnung auf eine weitere Verbesserung der Beziehungen und einen allmählichen Ausbau des gegenseitigen Wirtschaftsverhältnisses. Die Beziehungen der Sowjetunion zu Bulgarien seien normal. Die sowjetisch- türkischen Beziehungen hätten in letzter Zelt „keine wesentliche Aenderung erfahren". Freilich hätten die im letzten deutschen Weißbuch veröffentlichten Dokumente ein unangenehmes Licht auf einige politische Persönlichkeiten der Türkei geworfen. Die Enthüllungen des deutschen Weißbuches feien auch in keiner Weife durch die Erklärungen des französischen Botschafters in Ankara, Maffigll, entkräftet worden. Die Sowjetregierung habe die türkische Regierung schon im April d. 3. auf die „unzulässige" Tatsache hingewiesen, daß mehrere ausländische Flugzeuge, die vom türkischen Gebiet herkamen, die sowjetische Grenze im Gebiet von Vatum überflogen hätten. Die türkische Regierung habe zunächst dieses Vorkommnis abgestritten, wiederholt jedoch versprochen, Maßnahmen gegen die Wiederholung solcher Vorfälle zu ergreifen! heute wisst man durch die deutsche Dokumentenveröffentlichung genau Bescheid, welche Bewandtnis es mit diesen Flug- Lehre gezogen, daß sie in Zukunft auch an ihren Sudgrenzen ihre Wachsamkeitverstarken ^Das sowjetisch-japanische Verhältnis habe sich in letzter Zeit „etwas n o r m a 11 • fier t". Am 9. Juni sei das Abkommen über die Grenzregulierung am Noman-Hor abgeschlossen war- den, dem um so größere Bedeutung zukomme da der lange Aufschub einer Regelung dieser strittigen Frage sich ungünstig ausgewirkt habe sowohl auf die ^Beziehungen zwischen der Sowjetunion, und Japan, wie auch auf die Beziehungen der Aeußeren Mongolei und Mandschukuo Es feien letzter Zett einige weitere Anzeichen festzustellen, daß auch die japanische Seite den Wunsch W, die Beziehungen zur Sowjetunion zu verbessern. Es läge im 3nter. esse beider Seiten, zu diesem Zweck eine Reche von Hindernissen, die einer Verbesserung ihrer Beziehungen im Wege stünden, wegzuraumen. Ueber das Verhältnis der Sowjetunion zu den Vereinigten Staaten sei '.nichts Gutes zu sagen". Es et in Moskau wohl bekannt, daß gewissen Kreisen der USA. die von der Sowie - union im Laufe der letzten Monate erreichten Er- folge mißfallen. „Allem , so sagte Molotow, „nur werden mit unseren Ausgaben schon fertig weriien auch ohne die Hilfe dieser unzufriedenen Herrschas- L | * l *W VH V_Z *> ** r r I e e« # i liebe Annäherung an die Sowjetunion vereitelten, ja sogar den Weg einer Verschärfmm der Bezichun- aen zur Sowjetunion beschritten. Sie hatten den Beistandspakt mit der Sowjetunion verletzt, was von der Sowjetregierung nicht hingenommen werden -konnte. So habe die Sowjetregierung an Die Problem, das durch den jugoslawisch-bulgarischen Freundschaftspakt zwar beiseitegelegt, aber nicht gelöst ist. Was hier nur in Umrissen und wenigen Zahlen angedeutet werden konnte, erhellt schon zur Genüge, wie viel besser die Balkanstaaten daran tun, durch freundnachbarliche Aussprache und Ver- ständigung einen friedlichen Interessenausgleich anzubahnen, als Unabhängigkeit und Zukunft ihrer Völker im Streit der Großmächte aufs Spiel zu setzen. Nur in konsequenter Verfolgung der Linie, die die Achsenmächte den Balkanstaaten in Salzburg und Rom gewiesen haben, kann der Südosten seinen zweifelhaften Rus, der Wetterwinkel Europas zu sein, für immer vergessen machen. 1 Dr. Fr. W. Lange. tung das Problem für Rumänien ist, zeigt, daß in Rumänien (einschließlich des inzwischen abgetretenen Bessarabiens) den etwa 14 Millionen Seelen des rumänischen Staatsvolkes 5 Millionen Angehörige der Minderheitsvölker gegenüberstehen. Wenn vor dem Weltkrieg dem Königreich Rumänien die staatliche Einigung aller Rumänen versagt geblieben war, so hatte das Großrumänien der Pariser Fne- densdiktate weit über den rumänischen Volksboden hinaus gegriffen, nicht bloß in Bessarabien, das nicht einmal ganz zur Hälfte von Rumänen be- wohnt war und nun wieder mit Rußland vereinigt ist, sondern auch in Siebenbürgen, mit dem etwa 1,5 Millionen Magyaren und 240 000 Siebenbürger Sachsen an Rumänien kamen, und in der Dobrudscha, wo etwa 360 000 Bulgaren und 290 000 Türken seßhaft sind. Aber auch Ruthenen, Polen und Serben und nicht weniger als 700 000 Juden beherbergt Rumänien. Neben den Siebenbürger Sachsen gibt es Deutsche verstreut in der Moldau und Walachei (Altrumänien), in der Dobrudscha in der Bukowina, deren östlicher Teil soeben mit Bessarabien an Rußland gefallen ist, in Bessarabien und vor allem im östlichen Banat, insgesamt rund Rumänien hat bereits durch den Mund seines Außenministers M a n o i I e s c u kundgetan, daß es seinen Willen zu einer Verständigung nut seinen ungarischen und bulgarischen Nachbarn durch die Einleitung eines Be v o l k e r un g s a u s t a u sch es unter Beweis zu stellen beabsichtigt, um die Reibungsflächen zwischen den Balkanstaaten abzubauen und eine völkische Einheit Rumäniens zu fordern. Es handelt sich also um eine radikale und endgültige Lösung der Minderheitenprobleme, die ja besonders im Dalkanraum eine ungeheure Belastung der zwischenstaatlichen Beziehungen gewesen sind. Man erinnert sich an den großen Friedensplan, den der Führer in seiner großen Reichstagsrede vom 6. Oktober vorigen Jahres entwickelt hatte. In ihm spielte die Befreiung der zwischenstaatlichen Seher Roten Armee dort einmarschieren lassen. Im Ergebnis dieser Entwicklung ei es dann zu den Wahlen der Parlamente Estlands, Lettlands und Litauens gekommen, die sich f u r b ", Ulrich t u n g b e r Sowjetmacht und für die Angliederung der drei baltischen Staaten an die Sowjetunion aussprachen. Insgesamt habe die Bevölkerung der Sowjetunion durch die AnglieDe- rung Bessarabiens und der baltischen Staaten um etwa zehn Millionen Menschen zugenommen. In wirtschaftlicher Hinsicht sei es von besonderer Wichtigkeit, daß die Sowjetunion von jetzt ab an der Ostsee über eine Reche von eisfreien Häfen uerfüge Diefß ®rjplge öer sowjetrussischen Außenpolitik seien auf friedlichem Wege erreicht worden. _ . . Der vor vier Monaten abgeschlossene Friedensvertrag mit Finnland sei im allgemeinen befriedige no durchgeführt worden. Durch das zwischen der Sowjetregierung und der finnischen Regierung kürzlich abgeschlossene Wirtschaftsabkommen wurden sich auch auf handelspolitischem Gebiet günstige Perspektiven eröffnen. Die finnische Regierung habe ferner vor einiger Zeit auch den Vorschlag der Sowjetregierung angenommen, die Aalanos- infeln zu entmilitarisieren sowie der Errichtung eines sowjetischen Konsulates auf den Aalands- benen oder um das Mehrfache ihres bicherigen Besitze» vergrößerten Staaten des Sudostens suhlten auf der Suche nach Sicherheit für ihre neugeroon- nene, moralisch wie ethnopolitisch durchaus anfechtbare Stellung das Bedürfnis nach Anlehnung an die Weftmächte, die ihrerseits zur Niederhaltung Deutschlands und seiner Trennung von dem damals in seiner auhenpolitschen Linie noch höchst un- durchsichtigen bolschewistischen Rußland, dessen Freundschaft man sich durch die Interventionskriege ..1 ' V t. m a txir Tnn.no KOtT zeugen gehabt habe. Ueher das Verhältnis zum Iran sei wenig Neues zu sagen. Freilich sei auf die Ueberfliegu n g des Gebietes von Baku hiiuuweistn durch ausländksche Flugzeuge im April dieses Jahres, die von iranischem Gebiet her gekommen seien Die iranische Regierung habe diesen Vorfall bestritten, jedoch die Dokumente des deutschen Weißbuches würden auch diese Angelegenheit erklären. Eine Wiederholung solcher Vorfälle könne zu einer unliebsamen Verwicklung der Beziehungen der Sow- 740 000, Rumänien ist also von einem völkischen Einheitsstaat weit entfernt, es ist vielmehr ein Volker- tonglomerat, wie nach Beseitigung der Tschecho- Slowakei und Polens in Europa kein zweites innerhalb eines Staatsverbandes existiert. Die Ausgabe, die sich die rumänischen Staatsmänner gestellt haben, ist also in ihrer Größe und ihrer Schwierigkeit kaum zu überschätzen, aber sie ist auch überaus lohnend, ihre Lösung verheißt den Begmn einer neuen Epoche des Friedens, wie sie die Geschichte des Balkans seit Jahrhunderten nicht mehr gekannt hat, denn es erscheint kaum denkbar, daß Jugoslawien und Griechenland sich den Folgerungen des rumänischen Beispiels werden entziehen können. Während Jugoslawien nach einer Zählung im Jahre 1931 mehr als 450 000 Magyaren, fast 600 000 Deutsche, vor allem die Donauschwaben in der Wojwodina, 137 000 Rumänen und 480 000 Albanen in seinen Grenzen beherbergte bei einer Gesamtbevölkerung von damals rund 14 Millionen, hat Griechenland nach dem schon erwähnten Bevölkerungsaustausch mit der Türkei, der etwa 1,4 Millionen kleinasiatische Griechen nach Mazedonien und Thrazien brachte, während 400 000 Türken das Land verließen, abgesehen von den Bulgaren in Mazedonien, keine nennenswerten Minderheiten mehr. ivieuiiu uiu i ui““ \vu-j . o -4. 10 u) einen ucuciuuu «w. ---— , zugunsten der „weißen" Generale für lange Zei L f Sowjetregierung. Als das wichtigste Merkmal verscherzt hatte, hier im Sudosten Filialen ihrer QU5 Entwicklung der letzten Monate hob Molo- Macht zu errichten gedachten. Auf dieser Grund- b}ß großen Erfolge Deutschlands läge entstand einmal die Kleine Entente_Za>^' hervor. Der deutsche Reichskanzler habe erst kürzlich scheu der Tschecho-Slowakei, Rumänien und Jugo- ßine neue Aufforderung an England gerichtet. Dem slawien, deren Tendenz eindeutig gegen die Revi- ^ieg ein Ende zu bereiten. England wolle jedoch sionsansprüche Deutschlands, Ungarns und »uHben ^eg weiter für die Aufrechterhaltung seiner gariens gerichtet war, und spater mtt sehr ähnlichen ^cm ohne Rücksicht darauf, daß Absichten der Balkanbund zwischen Ruma- . ^eigene Lage sich erheblich erschwert habe. So nien, Jugoslawien, Griechenland und der Türken . man ,^m Dorabend neuer entscheidender Zum anderen wurden politische, nnlittirische„und Ereignisse". finanzielle Querverbindungen zu ^.^stmachten Beziehungen der Sowjetunion zum Deut- geknüpft, von denen anfangs Frankreich ^^6stens j ch e n R e i ch, die fest gegründet feien auf den nach außen hin die !nd^Eerf" durch buchenden Abkommen, wurden sich weiter im Ä"aÄ * “Otten Umfange bewühren Die ,w- "ntSttgkeit mehr hinter den Kulissen sich -me feste fchen Deutschland unb der S°w)etunion abge- Kofition in den genannten Balkanstaaten zu schaf- sch,offenen vertrage wurden von beiden Seiten fen suchte. streng eingehalten. Der Gang der Lreignisie in Trotz der erheblichen Kapitalinvestierungen Frank- Europa verminderte nicht nur nicht Oie «rart reichs und Englands, die freiliefe ausschließlich aus be£$ sowjetisch-deutschen Richtangriffabkommens, politischen Gründen und nach politischen Gesichts- sondern unterstrich im Gegenteil die Wichtigkeit punkten erfolgt waren und deshalb mit allen polt- , bestehens und seiner weiteren Entwick- tischen Schulden die Wirkung gemein Hattern seh Darauf wies Molotow sarkastisch die Spe- Deutschlands brach sich doch schon damals in den unternahmen, durch alle möglichen Gerüchte und Balkanstaaten die Erkenntnis Bahn, daß die mittel- falschen Rachrichten Mißtrauen zwischen Deutsch- europäische Wirtschaft und nicht der Westen der ged lanb unl> der Sowjetunion zu säen. Diese vergebene Partner für die Balkanstaaten sei. Um wie- e . könnten zu nichts führen und wurden in viel weniger konnten diese sich der ^?Mrmgskraft 6e^en £änbern nicht ernst genommen. mußte, die hier einen schier unbegrenzt aufnahme-\ "hallen bleiben. fähigen Absatzmarkt für ihre industriellen Rohstoffe Beziehungen der Sowjetunion zu Italien und landwirtschaftlichen Erzeugnisse fanden, wahrend hatten sich im Laufe der letzten Monate verbessert, sie selbst fefer ihren Bedarf an all den Dingen decken $n ber auswärtigen Politik sowohl der Sowjel- konnten, die sie zum Aufbau einer eigenen Industrie ^^^n wie auch Italiens beftefee die volle Moglich- zur Verwertung ihrer Bodenschätze brauchten. S)ter (eif €iner Verständigung wie auch einer günstigen ergab sich auf die natürlichste Weise jene Zusammen- Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen. Bearbeit, die Frankreich immer vergebens angestrebt ber sowjetisch-englischen Beziehungen hatte weil es keine wirtschaftlichen Vorteile ZU feien in der letzten Zeit keine wesentlichen bieten hatte und alle Wirtschaftsplane, die Donau- ^nb er un gen eingetreten. Rach all den be» lÖnber und Balkanstaaten mit den Westmachten zu Junten feindseligen Handlungen, die England gegen verkoppeln suchten, Totgeburten sein mußten, da em der Sowjetunion begangen habe, ausschließlich politisches Interesse sie diktiert hcttte. man auch keine positive Entwick- Es kam daher zu der seltsamen Konstellation, M {Un0 im Verhältnis zwischen der Sowjetunion auch mit den Balkanstaaten, die wie Rumänien noch England erwarten können. enge politische Beziehungen zu den Westmachten Bolotow ging dann auf die Entwicklung an der unterhielten und finanziell von ihnen^ abhängig I Südgrenze ein. Mit dem Uebergang von Bessarabien waren, Großdeutschland eine enge wirtschaftliche Nordbukowina an die Sowjetunion sei der Zusammenarbeit fand, die auf eine planmäßige gaf)re lang dauernde Konflikt Machen der Förderung derjenigen Bodenschätze und den vor- Sowjetunion und Rumänien auf friedlichem We^e wiegenden Anbau jener landwirtschaftlichen Erzeug- entschieden. „Unsere Beziehungen zu Rumänien , nisse hinauslief, für die in Deutschland em befonDe- hQ 6etonte Molotow, „können nunmehr auf em rer Bedarf vorliegt. völlig normales Gleis übergehen." Die im S)ero]t Italien hatte nach dem Weltkrieg auf dem des vorigen Jahres mit den drei baltischen Balkan die politische Erbschaft der zusarnmengebro- Staaten hoft6n ebenen Donaumonarchie Oesterreich-Ungarn über-1 nicht zu dem gewünschten Ergebnis g< nommen. Das ergab anfangs heftige Spannungen herrschenden Gruppen^ dieser^ Staats. zwischen der mit Istrien, Fiume und einer Reihe j ' dalmatischer Inseln auch am andern Adria-User fefe- j haft gewordenen italienischen Großmacht und Dem < durch den Zusammenschluß Serbien-, Kroatien- und ■ Sloweniens entstandenen, um Teile Ungarns unD , Bulgariens erheblich vergrößerten Jugoslawien, ; während Ungarn und Bulgarien rn Rom < Anlehnung suchten und fanden. Einer ebenso klugen wie zielbewußten Polittk des faschistischen Italiens ist es gelungen, diese Spannungen abzubauen und mit Jugoslawien ein Freundschaftsverhältnis herzustellen das sowohl die Belastung durch die Anglie- herung Albaniens an das italienische Imperium wie die britischen Wühlereien in Belgrad wahrend des Sanktionsfeldzuges der Genfer Liga gegen das m Abessinien engagierte Italien ausfeielt. Zudem war es die italienische Vermittlung, die Jugoslawien und Bulgarien in einem ewigen Freundschaftspakt zu- sammenführte und das Verhältnis zwischen Juao- slawien und Ungarn normalisierte. Rußland hat in diesem ersten Jahrzehnt nach dem Weltkrieg nur zu der Tschecho-Slowakei und zur Türkei engere Beziehungen gepflegt. Zwischen der Sowjetunion und Rumänien stand die bessarabische Frage, deren einseitige Losung durch die Pariser Friedensmacher Moskau niemals anerkannt Hot. Don Jugoslawien trennten die Sowjetunion die Erinnerung an die bolschewistische Revolution und der Aufenthalt der Reste der Wrangel-Armee auf jugoslawischem Bo- ben. Ähnliche, wesentlich innerpolitisch bestimmte Gründe verhinderten auch eine Annäherung Ungarns und Bulgariens an die Sowjetunion. Heute unterhält Moskau mit allen diesen Staaten normale diplomatische Beziehungen. Es ist nun überaus bezeichnend, daß die politischen Freundschaften mit Italien und die wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Deutschen Reich stark genug waren, daß auch diejenigen Balkanstaaten, Die bestimmt gewesen waren, in dem von den Westmächten um Deutschland gelegten Einkreisungsring eine gewichtige Stellung einzunehmen, sich ttotz allem Drängen der plutokratischen Kriegsmacher nicht dazu entschließen konnten in dem von diesen leichtfertig und frevelhaft angezettelten Krieg gegen die Achsenmächte die Vorteile einer Neutralität preis- zugeben. Es gelang zwar der westlichen Diplomatie, Rumänien eine Garantie aufzudrangen, die das Land in eine sehr schiefe und heikle Lage brachte und zudem ihre ganze Nutzlosigkeit erwies, als die Sowjetunion die Revision der bessarabischen Frage erzwang. Aber Jugoslawien widerstand den Lockungen mit einer Garantie von höchst zweifelhaftem Wert, obwohl nicht geleugnet werden kann, daß gewisse politi che Kreise und vor allem gewisse Presseorgane sowohl in Bukarest wie in Belgrad ihrer Sympathie mit den westlichen Plutokratien höchst ungeniert Ausdruck gaben ohne Rücksicht darauf, daß eine so einseitige Stellungnahme die offizielle Neutralitätspolitik ihrer Länder in ein sehr merkwürdiges Licht riickte. Gerade auf diese Kreise setzten die plutokratischen Kriegsmacher in Paris und London ihre Hoffnung, wenn sie neben Skandinavien und den Vorderen' Orient vor allem auch den Balkan als geeignetes Gebiet für ihre Kriegsausweitungsplane betrachteten, deren Ziel es war, von Saloniki aus nach Norden vorzustoßen, um Deutschland vom rumänischen Erdöl abzuschneiden und wenigstens hier im Südosten die Lücke in der Blockade zu schließen, die sich schon im Verlaufe der ersten Knegsmonate sehr zu ihrer Ueberraschung als ein unbrauchbares Mittel zur Niederringung Deutschlands er- »TÄW« °F°rd°r7n7 gerichtet, n . u< i=n £ ihren W« R "gier ungen zu bilden, und habe die Truppen | Jedenfalls habe di« Sawietregeerung daraus drei ziehunaen van dem Mindecheitenprablem durch Mazedonien, das zwischen Jugostamien, Sn-ch-n. Ziehungen von u m ; besondere Roll-, land und Bulgarien ausgeteilt ist, rst NN besonderes Deutschland hat inzwischen durch die Heirnholung der Deutschen aus dem Baltikum, der Wolhynien- und Galiziendeutschen die Möglichkeit solcher Umsiedlung bewiesen. Auch zwischen der Türkei und L«. < < l < i — jL X« iwti f _ aa <411A rn Q Lieferant auch Ihrer Krankenkasse Britisches Flottengeschwader im westlichen Mtelmeer mit Bomben belegt. Der italienische Wehrmachtsbericht. R o m, 2. August. (DJIB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Ein feindliches Flottengeschwader, das von Gibraltar kam und aus zwei Schlachtschiffen, zwei Flugzeugträgern und kleineren Einheiten bestand, ist von unseren Fliegerverbänden südlich der Insel Formentera (Balearen) erreicht und trotz starker Flakabwehr heftig mit Bomben belegt worden. Wit Sicherheit wurden einige Einheiten, darunter ein Schlachtschiff, au dem ein deutlich erkennbarer Brand entstand, mit Bomben schweren Kalibers getroffen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. 3n der vergangenen Nacht hat der Z e r st ö r e r „V i v a l d t“ im mittleren Ionischen Weer das englische U-Boot „Oswald" mit einer Wasserverdrängung von 1500 Tonnen, das mit einem 12-cm-Geschüh und acht Torpedorohren bestückt ist, gerammt und dann mit einem Torpedo versenkt. Bon der 55 Wann starken Besatzung hat der Zerstörer „Divaldi" 52 Wann gerettet und gefangen genommen, darunter den Kommandanten Korvettenkapitän David F r a z e r. Alle sind unversehrt. In O st a f r i k a hat unsere Luftwaffe Butans (Sudan) bombardiert und im Gebiet von E a s f a l a eine Panzerwagenabtellung im Tiefangriff beschossen, wobei acht Wagen zerstört und die fliehenden Wannschaften unter Wafchinengewehrfeuer genommen wurden. Unsere Eingeborenen-Abteilungen haben Debet, 45 Kilometer südlich von Woyale, beseht, einen heftigen Gegenangriff des Feindes abgeschlagen und diesem schwere Verluste beigebracht. Die feindliche Luftwaffe hat Diredaua ohne irgendwelchen Erfolg bombardiert. Ferner wurden in Giavello, Asmara und W a f s a u a Bomben abgeworfen, die an einem leeren Flugzeugschuppen einige Schäden verursacht haben. Ein italienischer und ein eingeborener Soldat wurden getötet und einige verwundet. Zwei feindliche Flug- Oer feige englische Bombenangriff auf die Altstadt von Hannover. In der Nacht zum 1. August mar Hannover wieder das Ziel englischer Bombenangriffe. Dabei warf ein britisches Flugzeug zwei Bomben in den Südteil der dichtbesiedelten Altstadt, also einer reinen Wohngegend, die weder selbst militärisch wichtig noch militärischen Anlagen bzw. Fabriken der Rüstungsindustrie benachbart ist. Eine aus 5000 Meter Höhe abgeworfene Bombe schweren Kalibers traf in nahezu senkrechtem Einfall den rückwärtigen Teil eines Wohngebäudes. Sie durchschlug, wie unser am Morgen nach dem nächtlichen Bombardement aufgenommenes Bild aus Hannover zeigt, das ganze leicht gebaute Haus. Drei Tote und sieben Schwerverletzte find das Ovfer dieser neuen britischen Schandtat. (Scherl-Bilderdienst-M.) zeuge sind von unseren Jägern abgeschossen worden. * Zu der Bombardierung des britischen Flottengeschwaders schreibt „T r i b u n a" , dieses Geschwader habe offenbar beabsichtigt, einen Angriff gegen die italienische Küste zu unternehmen, worauf die Anwesenheit von zwei Flugzeugträgern hindeute. Dieser Versuch sei England auch diesmal wieder teuer zu stehen gekommen. Das Geschwader werde wohl wieder nach Gibraltar zurückgekehrt sein, um Ausbesserungen vorzunehmen. Es handele sich also um einen Haren Erfolg der italienischen Luftwaffe, die unermüdlich über dem Mittelmeer Wache halte, während das verwegene Unternehmen des Torpedojägers „Ugolino Vivaldi" den Kampfgeist der italienischen Seeleute beleuchte, die die stärkste Kriegsflotte der Welt in Schach halte. „Auf ihn, Mädchen!" Britischer Leitfaden zur Ausbildung von weiblichen Heckenschützen. Madrid, 2. Aug. (Europapreß.) Die britische Presse und der Nachrichtendienst ergehen sich zur Zeit in pharisäerhaften Einsprüchen dagegen, daß die von ihnen als „Hsimatgarde" bezeichneten Verbände und selbst bewaffnete Zivilisten, die sich gegen den befürchteten deutschen Großangriff rüsten, von Deutschland als Heckenschützen betrachtet werden. Sie haben die unglaubliche Kühnheit, alle diese Leute als Soldaten im völkerrechtlichen Sinne zu bezeichnen. Es sei jedoch die Frage erlaubt, ob die maßgeblichen englischen Stellen auch die Ausbildung englischer Frauen und Mädchen zu bewaffneten Angriffen auf deutsche Soldaten als mit den Gesetzen des Völkerrechts übereinstimmend betrachten. Eine aufschlußreiche Illustration hierzu ist die letzte Nummer des großen englischen Blattes „Daily M i r r o r", das der englischen Bevölkerung eine Reihe von An- Weisungen mit Bildern gibt, wie man den bösen Nazis zuleibe gehen soll. So wird beispielsweise unter der wenig friedlichen Ueberschrist „Auf ihn, Mädchen!" der britischen Weiblichkeit erklärt, wie diese mit Hilfe von Regenschirmen, Stöcken oder schließlich am wirksamsten mit Feuerhaken die deutschen Soldaten attackieren könnte. Schlicht und einfach schreibt das Blatt wörtlich: „Regenschirme sind unzuverlässige Waffen. Schlage nicht einfach darauf los damit; haue ihm unter b a 5 Kinn! Ist deine Waffe der Feuerhaken, schlage damit nicht nach seinem Kopf oder Leib. Er könnte den Schlag parieren und dich entwaffnen. Schlage ihn hart auf die Spitze des Ellbogens oder am besten außen oder innen auf das Knie. Die Kniescheibe ist die beste Stelle, wenn du sie erreichen kannst." — Freilich, „wenn du sie erreichen kannst". Daß nicht alle Engländer blindlings den Parolen Churchills folgen, zeigt immer wieder das Auftreten von Organisationen und Einzelpersonen, die auf die Gefahr hin den dafür angedrohten schweren Strafen zu verfallen, gegen diese Katastrophenpolitk protestieren. MtdemMerkreuzausgezeichnei Berlin. 2. Aug. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an folgende Offiziere der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Dberft von Hippel, Oberst Hintz, Oberstleutnant L o e b e l, Major G a l l a n d , Oberleutnant Krauß. Oberst von Hippel war mit seinem Flakregi- ment auf dem Vormarsch bis zur Kanalküste auf die Zusammenarbeit mit einem Panzerkorps angewiesen. Mit Umsicht und Geschick, aber auch mit S'öfjter Tapferkeit und Entschlußfreudigkeit hat berst von Hippel die ihm gestellte Aufgabe in engster Zusammenarbeit mit den Panzerkräften gelöst. An der Somme, Marne und Seine sowie auf dem Vormarsch nach Südfrankreich hat dann Oberst von Hippel sein Regiment wieder durch geschickte taktische Maßnahmen mit Besonnenheit und persönlicher Einsatzfreudigkeit geführt. Oberst Hintz war mit seinem Flakregiment auf dem Vormarsch bis an die Kanalküste einer Heeresgruppe zugeteilt. Er hat mit größter persönlicher Tapferkeit und ruhiger Besonnenheit die ihm gestellten Aufgaben in vorderster Linie gelöst. Durch rasches Erkennen Oie Heimat dankt im Kriegshilfswerk ihren tapferen Söhnen. Geleitworte zur 5. Haussammlung für das Rote Kreuz. Berlin, 2. August. (DNB.) Der fünften Haussammlung für das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz, die am Samstag und Sonntag durchgeführt wird, geben Reichsmarschall Göring und die Reichsminister Rust und Graf Schwerin von Krosigk folgende Geleitworte mit: „3n dem siegreichen Freiheitskampf unseres Volkes erfüllt das Deutsche Rote Kreuz seine Pflicht im höchsten Verantwortungsbewußtsein und steter Hilfsbereitschaft. Zuverlässig und gewissenhaft leistet es f e l b st l o s e Arbeit. Die Heimat kennt gegenwärtig keine schönere Aufgabe, als dieses segensreiche Wirken des Roten Kreuzes mit freudigem Herzen tatkräftig zu unter- tützen. Im Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz dankt sie ihren tapferen Söhnen, die für Führer und Vaterland in heldenmütigem Einsatz kämpfen und bluten. Gez.: Göring Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches." „In einer Zeit, die Hunderttausende von Männern zum Dlutopser für ihr Vaterland und für eine neue Ordnung der Welt auf gerufen hat, ist das Rote Kreuz das verpflichtende Sinnbild für das Liebesopfer, das die Heimat in dem großen Ringen darbringen kann. Es fit das Gesetz der Frontkameradschaft, das unter seinem Zeichen auch die Daheimgebliebenen erfaßt. Welcher deutsche Junge, welches deutsche Mädel und ganz besonders welche deutsche Frau empfände es nicht als ein Glück, durch das Rote Kreuz an der Kameradschaft der Front teil haben zu dürfen? Und wo so viele ihr Blut geben, da wird auch dem letzten Volksgenossen fein Scherflem für die Rote-Kreuz-^Sammlung ein gar geringes Opfer dünken. Gez.: Rust." _„Der deutsche Soldat setzt Leden und Gesundheit für Deutschland ein. In unermüdlicher Dienstbereit- schaft heilt das Deutsche Rote Kreuz die Wurden, die der Krieg schlägt. Wir wollen dem Soldaten für sein Opfer und dem Führer für den Siegeszug unserer Wehrmacht danken durch unsere Spende für das Deutsche Rote Kreuz. Gez.: Graf Schwerin von Krosigk." Die Mrschälle der Sowjet-Limon. fr? M TT’ yg - /fc •t'• Cv/-^R\ ■ r : E f M > v H Mt; < ****** ÜMtM MH Unser Bild zeigt (von rechts) Marschall Woroschilow, Marschall B u d j e n n y, Marschall Timo- s ch e n k o und den Armeekommissar ersten Grades M e k h l i s im Garten des Moskauer Kreml am Morgen einer großen Sportveranstaltung, an der die hohen Offiziere der sowjetrussischen Armee vollzählig tellnahmen. — (Scherl-Bilderdienst-Taß-M.) ich bietender wechselnder Kampfaufgaben und ifjre kraftvolle Lösung, verbunden mit schneidigem Zu- packen auf eigene Verantwortung unter rücksichtslosem Einsatz seiner Person hat Oberst Hintz dazu beigetragen, daß die großen Erfolge in den Schlachten in Belgien und Nordfrankreich sowie in den harten Kämpfen an der Somme, Marne und Seine im Rahmen des Flakkorps errungen werden konnten. Oberstleutnant L o e b e l ist der Kommodore eines Kampfgeschwaders, das an Schiffsraum 663 000 Tonnen, davon 248 000 Tonnen Kriegsschiffsraum vernichtet hat und dem Luftlandekorps die Landung in Holland ermöglichte. Die Erfolge des Geschwaders, die durch Verleihung von sechs Ritterkreuzen an Angehörige des Verbandes anerkannt wurden, sind nicht zuletzt auf die vorbildliche, taktisch kluge Führung des Kommodore zurückzuführen. — Major Galland konnte als Gruppenkommandeur eines Jagdgeschwaders 14 Gegner im Lustkampf zum Ab- stürz bringen. Er gilt als der erfolgreichste Tief- angriffsftieger, dem es am 19.Juni gelang, drei Flakbatterien zu vernichten. — Oberleutnant Krauß hat als Aufklärer trotz stärkster Abwehr seine Aufklärungsflüge in niedrigster Flughöhe mustergültig durchgeführt und Feststellungen von größter Tragweite gebracht. Durch seinen tapferen Einsatz konnte er Leistungen vollbringen, die hervorragend waren gleichermaßen als Flugzeugführer wie als Beobachter. Frelhettsfahtt Slfäffer Seimafskämpfer. Straßburg, 2.August. (DNB.) Zu rnachtvol- len Kundgebungen versammelt sich das elsässische Volk in allen seinen Schichten und Ständen täglich in allen Kreisstädten, in denen die vor wenigen Tagen aus den französischen Kerkern zurückgekehrten Hermatkämpfer des elsässischen Volkes zum Aufbau einer besseren Zukunft aufrufen. Als Vorkämpfer des deutschen Charakters ihrer elsässischen Heimat fanden sie alle ein weites Echo. Bickler, Fauß, Mourer, Rosse, Schall, Schlegel, Stuerme! und alle anderen wurden im ganzen Lande mit grenzenlosem Jubel empfangen. In Straßburg, in Hagenau, in Zabern, Kolmar oder Mülhausen ist überall das gleiche Bild. In den Reden und der begeisterten Zustimmung des Volkes kommt besonders der Dank zum Ausdruck, den das Elsaß dem Führer dadurch abftatten will, daß es getreu dem Vermächt- ms des elsässischen Blutzeugen Karl Roos, der für sein Bekenntnis zu Deutschland am 7. Februar 1940 unter französischen Kugeln fiel, mit vollen Segeln im großen Lebensstrom des Deutschen Reiches sah- ren will. Am vergangenen Sonntag begann die Freiheitsfahrt der elsässischen Freiheitskämpfer in Zabern (Unterelfafj). Aus dem ganzen Kreis waren Handwerker und Bauern und Bäuerinnen sowie die elsässische Jungmannschast mit Fahrzeugen aller Art, großenteils auch zu Fuß, zur Kundgebung gekommen. Die Begeisterung fand in einem großen Demonstrationszug ihren Ausdruck. Ebenso überfüllt war die Kundgebung in Kolmar. Ihren Höhepunkt fand die Freiheitsfahrt in Mül- hausen, wo in der Markthalle 12 000 Menschen die Ankunft ihrer Vorkämpfer erwarteten. Jubelnd stimmten die Massen in das Siegheil auf den Führer ein, und zum ersten Male wieder nach 22 Jahren erklang das Deutschlandlied, dem das Horst- Wessel-Lied folgte. . * Am 1. August ist in Metz die Deutsche Front" als das Organ aller Deutschbewußten in Lothringen erschienen. Am gleichen Tage ist auch die „M e tz e r Zeitung", die die Tradition der früheren „Metzer Zeitung" übernimmt, herausge- kommen. Die „Deutsche Front" erscheint als Früh- zeitung", die „Metzer Zeitung" als Mittagsblatt. Deutsche Wissenschaftler an der Westfront. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Auf Einladung des Oberkommandos des Heeres berei en deutsche Wissenschaftler den westlichen Kriegs chauplatz. Außer Vertretern des Reichserziehungsministeriums sind die Rektoren verschiedener deutscher Universitäten, die Leiter einiger aroßer wissenschaftlicher Institute und eine Reihe wehrwissenschaftlicher Dozenten. Die Reise, die von der Feststellung ausgegangen ist, daß der deutschen Wissenschaft ein entscheidender Verdienst an der Vorbereitung des Krieges und den erzielten großen Erfolgen zukommt, führte zunächst nach Maastricht und dem Fort Eben Emael. In Brüssel gab der Militärbefehlshaber einen Empfang. Am nächsten Tage schlossen sich militärische Vorträge im Raum von Gent, Ypern und an der Kanalküste an, wobei gleichzeitig die Weltkriegs- schlackffelder und kulturhistorisch wichtige Punkte besucht wurden. Auf dem Ehrenfriedhof von Lange- marck legten die deutschen Wissenschaftler einen Kranz nieder. Staatsrat Professor Dr. E s a u, der Leiter des Technisch-Physikalischen Reichsinstituts, hielt eine kurze Gedenkrede. — Der nächste Tag brachte die Teilnehmer in Verbindung mit der Panzerwaffe. Es schließt sich ein zweitägiger Besuch in Paris und ein Empfang bei dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, Generalfeldmarschall von Rundstedt, an. — Die Fahrt wird bann auf die Schlachtfelder an der Marne und Maas führen und mit einer Besichtigung der Maginotlinie sowie von Metz und Straßburg abschließen. An der Grust Hindenburgs. Berlin, 2. Aug. (DNB.) Am Todestag des verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmar- challs von Hindenburg legte im Auftrag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht der General der Artillerie U l e ck, stell- vertretender Befehlshaber im Wehrkreis I, einen Kranz am Sarge des Feldmarschalls in der Gruft des Reichsehrenmals Tannenberg nieder. Die Ehrenwache am Denkmal war aus diesem Anlaß als Offizierswache verstärkt worden. Ferner ließ Staatsminister Meißner im Namen der Präsidialkanzlei und ihrer Gefolgschaft am Sarge einen Kranz niederlegen. de Gaulle wegen Verrats und Desertion zum Tode verurteilt. Bern, 2. August. (DNB.) In Clermont-Ferrand hat das Militärgericht des 13. Bezirks am Freitag unter dem Vorsitz des Generals Fröre im Abwesenheitsverfahren den nach England ge° lüchteten und dort gegen die Regierung Pötain setzenden ftanzösischen General de Gaulle wegen Verrats, Anschlages auf die äußere Sicherheit des Staates und Desertion ins Ausland in Kriegszeiten zum Tode, zur militärischen Degradierung und zum Verlust seines Vermögens verurteilt. Hauptschristletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriflleiter«: Ernst Blumschetn. verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätSdruckerei R. Lange K. G. verlagSlelker: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. * Mondamin-Puddingpulver gibt es auf die Abschnittes 21 «22 der Nährmitteltarts Solides Fräulein August 1940 Julius Schulze 3476 D Fa. 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Sonnt., 4. 8., 8.30 Undacht und Abendm.r 20.30 Predigt. - Mittwoch, 7. 8., 20.30 Blbelstunde. Freie evang. Gemeinde Gietzen, Zu den Mühlen 2. Sonnt., 4. 8., 9.45 Erbauungsstunde; 15.30 Gemeindestunde ; 20.30 Jugendstde. - Dienstag, 6. 8., 20.30 Bibel- und Gebetsstunde. Hühneraugen? DaS sicherste Mittel, sich von Hühneraugen,Ballen und harter Haut zu befreien, besteht darin, einfach morgens und abends SAH U KO - Hühner, augentropfen auftragen. Nach 6 Tagen kann man sie mit Stumpf und Stiel entfernen. Packung 6;Pfg zu haben bei: Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17 Central-Drogerie Emil Karn, Schulstrahe Löwen-Drogerie M. Pierenkemper, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr. 63 Ludwi gsplatz- Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel, 2354V Frankfurter Straße 39 Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedmgungen grundsätzlich bei der Ablesung m den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasqelder noch innerhalb der nächsten a^ Tage ohne kosten an die Kaffe der Stadtwerke Greßen, Gartenstraße 3, auf PostscheckkontoFrankfutt. a. M. Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungstarten Der» zeichneten Bankkonten eingezahlt werden Bei Ueber» schreiten des Zahlungstermins muffen die Beltrel» bungskosten berechnet und entrichtet werden. Vom 15. August 1940 ab wird die Strom- un8 Gaslieferung bei allen Abnehmern gefperH die die Strom- und Gasgelder für den Monat Juni 1940 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Saften der Säumigen. Gießen, den 1. August 1940. Direktion der Stadtwerke Gießen Zuverlässige Büvoaugesieltte mit guter Handschrift mögl.sof. gesucht. (Äitl. Anfängerm. Handschriftt. Bewerbung, mit Zeugnissen erbeten an S«b.Stbwab Obst- u. Gemüse-Großhandlg. Gießen, Marburger Straße 44 Fernruf 2270 3454D Achtung! Nar Sonntag 4. 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August 19W Gietzener Anzeiger (General-Anzetger für Gberhesten) Nr. M Zweites Blatt der altbewährt Um die Erdal-Blechdosen mehrmals verwenden zu können, gibt es nun auch Erdal-Nachfüllpackungen.' Diese setzt man einfach in die leere Erdaldose, die sich auf diese Weise lange Zeit verwenden läßt. Deshalb leere Erdaldgsen aufbewahren I Qualität und Menge selbstverständ« lieh wie in der Blechdose. Das deutsche Volk ist seit geraumer Zeit von neuem in die Zeit eines großen Umbruches eingetreten. Eine solche Zeit ist immer gekennzeichnet durch das Vergehen alter, geheiligter, scheinbar ewiger Werte und durch das Entstehen einer neuen Rangordnung von Werten, die in der Welt der Tatsachen schneller, im Empfinden der Menschen zwar langsamer, aber nicht weniger entschieden an die Stelle der vergangenen Werte tritt. Es ist nun eine Tatsache, daß ein solches Umdenken außerordentlich erschwert wird durch die Benutzung von Begriffen, die je nach dem, ob sie im Sinne des alten oder des neuen Wertsystems gebraucht werden, etwas völlig Verschiedenes bedeuten. Eine der umstrittensten Begriffe dieser Art ist der Begriff der freien Wirtschaft. 1933 hat er in der Auseinandersetzung um den Begriff der Wirtschaftsführung eine entscheidende Rolle gespielt. Auch heute kehrt er in einzelnen Darlegungen über Großraumwirtschaft, unter der sich die im alten Geist Befangenen wieder die alte Freiheit weltwirtschaftlicher Betätigung vorstellen, und in der Diskussion um die Goldwährung, die dieselben mit der Beseitigung der Kontingente und der Devisenzwangswirtschaft gleichsetzen, von neuem wieder. Es ist deshalb an der Zeit, zu betonen, daß die Parole unseres Kampfes „Ir eihe i t d er Artz e i t" , nicht „Freiheit der Wirtschaft" heißt. Großraumwirtschaft, so wie wir sie unp vorstellen, ist nicht eine Art verkleinerte englische Weltwirtschaft, im übrigen aber mit denselben Vorzeichen, sondern eine Gemeinschaft von Volkswirtschaf- t e n. Eine Einführung der Goldwährung, so wie sie die Vorkämpfer der freien Wirtschaft sich vorstellen, würde uns gar nichts nützen, aber im übrigen dem Aufbau unserer neuen deutschen und europäischen Wirtschaft von neuem tausend Schwierigkeiten bereiten. Es ist deshalb an der Zeit, den Begriff der Freiheit in der neuen deutschen Wirtschaft nochmals präzis zu umreißen. Freiheit der Wirtschaft — das war die Kampfparole des wirtschaftlichen Liberalismus. Er erstrebte damit eine von staatlichen Hemmnissen befreite Wirtschaft, jedoch mit der Absicht, das wirtschaftliche Handeln des einzelnen grundsätzlich und immer von allen einengenden Schranken zu befreien. Als dann die spätere Entwicklung im Gegenteil zu einer durch und durch unfreien Wirtschaft, der Herrschaft des Trusts-, Kartell- und Konzern- kapitcllismus führte, blieb die Fiktion, als ob eine Frankreich, das seinen Bundesgenossen Rußland mitbrachte, um Deutschland einzukreisen. Es war das alte Prinzip, keine europäische Festlandsmacht so stark werden zu lassen, daß England ein Unbehagen vor ihr spürte. Seltsamerweise schien die englische Politik im Diktat von Versailles diesen Grundsatz zu vergessen, denn sie lieferte durch die Entwaffnung Deutschlands Europa der völligen Suprematie Frankreichs aus. In den Jahren, da die Luftmacht Frankreichs der englischen überlegen war, wie noch während der Abrüstungskonferenz in Genf, zwang Frankreich auch tatsächlich in seiner schroff antideutschen Haltung die Engländer hinter sich her. Dann aber ließ die kritische Periode des Volksfront-Experiments die Franzosen den Augenblick verpassen, wo sie ihre Ueberlegenheit über das wiedererstehende Deutschland noch hätten behaupten können, und die Forderung des Führers nach gebührendem Lebensraum für das Großdeutsche Reich einte England und Frankreich von neuem in der Entschlossenheit, Deutschland zu unterdrücken. Es war das Unheil der Franzosen, daß sie nicht sahen, wie sehr sie dabei nur das Werkzeug Englands waren. Jetzt, wo sie es in Oran, Dakar und Alexandrien gespürt haben, war es für sie zu spät! Die grundlegende Wendung kam nach dem Scheitern des deutsch-englischen Ausgleichs 1901. Frankreich konnte Faschada verschmerzen, weil es die englische Zustimmung zur „friedlichen Durchdringung" Marokkos erhielt (mit Ausnahme des Gibraltar gegenüberliegenden Stücks marokkanischen Küste!) und England brauchte „So?" Was das betrifft, so will der Schuster gar keinen Brunnen haben, jedenfalls nicht in seinem Krautacker. „Scher dich zum Teufel", brüllt er, ,chu Rotznase!" Gut, das tut der Knabe auch. Mit solchen Leuten läßt er sich nicht ein, die im Gespräch gleich nach dem Hosenriemen greifen. Ach, es ist jammerschade, gewiß kam der Schuster nur um einen Augenblick zu früh. David hatte es ja schon kühl und feucht unter den Händen. Oder vielleicht war es gar keine Quelle, was die Rute anzeigte, sondern der Schuster hatte dort einen heimlichen Schatz vergraben, es heißt ja, er sei diebisch wie eine Elster. * Nun, gleichviel, David versucht es geduldig von neuem, rennt gegen Bäume und stolpert über Hühner, die sich auf dem Gehsteig sonnen, und wirklich, die Rute zuckt! Einmal im Steintzruch, da nützt es wenig. Das andere Mal, während er über den Bach steigt, natürlich, dort muß sie ja zucken. Und zuletzt im Obstgarten, hier kann David endlich mit Ruhe ans Werk gehen. Er holt Krampe und Schaufel, eine gute Weile arbeitet er eifrig im zähen Wurzelwerk, und dann, ja, da habt ihr es! Da rieselt wirklich und wahrhaftig Wasser über das Schaufelblatt, ein kleiner Tümpel glänzt auf dem Grund des Loches. Soll David nun im Gras knien und den Herrn laut loben oder soll er nur still von bannen gehen und die geheime Kraft bei sich verbergen? Der Bauer schaut ihm vom Fenster herab zu. „David", sagt er in feiner langsamen Art, „was tust du da, gräbst du mir die Bäume aus?" „Wasser", schreit der Knabe hinauf. Er hat eine Quelle gefunden, mit nichts als einem Hafelstecken in der Hand, und mit Gottes Hilfe, selbstverständlich. „Warte", antwortet der Bauer, und dann kommt er herunter und erklärt dem kleinen David diese Sache. „Das ist keine Quelle", sagt er, „bas ist Grund wasser, verstehst bu? Du kannst es hier herum überall finden, wenn bu tief genug gräbst, unb wenn es nicht so wäre, bann könnte fein Baum wachsen und groß werden, und kein Bach könnte fließen. Ja, und jetzt wirf das Loch wieder zu." Aber hat die Rute denn nicht tatsächlich gezuckt? Sogar daheim über dem Stubenboden schlug sie aus und was war der Grund? David mußte lange suchen, bis er herausfand, baß in ber unteren Stube ein Kind auf dem Topf saß, gewissermaßen auch eine Quelle, wenn man es genau nahm. David wird an allem irre, er schläft nicht mehr richtig und geht traumverloren umher, unb endlich kommt er zu dem Schluß, daß ihm vielleicht doch der nötige Grad von Heiligkeit noch fehle, weil ihn Gott zuschanden werden ließ. Ja, so beiläufig gelingen einem die Wun- 1 der eben nicht. Aasgeier. Von Professor Dr. Or. Hans Krieg, München. Aasgeier — bas Wort hat einen nicht gerade schönen Beigeschmack. Erstens einmal sind wir geneigt, über Tiere die Nase zu rümpfen, die eine Vorliebe für Dinge haben, welche uns widerlich sind. Uns zweitens scheinen sie uns würdelos, weil sie mit dem vorlieb nehmen, was andere, die Kämpfer und Räuber, verschmähen und übriglassen. „So ein Adler" sagen wir, ,,bas ist doch was ganz anderes, ein Draufgänger, kühn und voller Würde. Er schlägt seine Beute in rasendem Sturzflug und ist ein Herrscher in seinem Reich!" Natürlich ist das im wesentlichen richtig. Aber so ganz stimmt es doch nicht. Ich habe majestätische Adler schon mehr als einmal beobachtet, wie sie sich an stinkendem Aas die Kröpfe füllten. Wir Menschen neigen nun einmal dazu, alles um uns her zu schematisieren und die Tiere in einer fast immer sehr ungerechten Weise in sympathische und unsympathische, edle und unedle, schöne und häßliche einzuteilen. Sogar die Jäaer sprechen vom .ritterlichen" Schwarzwild, der Fuchs ist der „rote Freibeuter" und das Wiesel nichts anderes als ein verdammenswerter Massenmörder. Für denkende Menschen sollte es klar sein, daß jedes Tier im Haushalte ber Natur seinen bestimmten Platz hat, daß es um sein Dasein kämpft mit den Mitteln, die ihm gegeben sind. Und wenn wir es auch aus diesem oder jenem Grunde ablehnen, manchmal sogar bekämpfen, so verdient es doch unter allen Umständen unsere Achtung, vielleicht sogar unsere Bewunderung. Das gilt nicht zuletzt auch von diesen Aasvögeln, den Geiern. lieber die Geschmäcker ist nun einmal nicht zu streiten. Unter uns gesagt: Meinen Sie nicht, daß so mancher Käse, etwa ein handfester Mainzer, einen Geruch verbreitet, der jeder Beschreibung spottet? Ich könnte mir denken, daß ein Chinese ber feiner* zeit'eine Vorliebe für Eier hat, deren Zustand uns nicht sehr appetitlich dünkt, einem solchen Käse und allen, die ihn gern essen, ohne Verständnis gegen« Übersteht. Ich fand einmal ink^ Norden von Paraguay einen Brutplatz von Rabengeiern. Die Landschaft dieses einsamen Waldgebirges war prachtvoll. Aber die Luft unausstehlich. Wenn ich aber den Geiern zuschaute, die draußen über der sonnigen Ebene geruhsam ihre Kreise zogen, dann mußte ich doch sagen, daß es schöne und in vieler Hinsicht beneidenswerte Tiere sind. Was geht es mich an, daß sie „gerne Käse essen?" Mit Augen, deren Schärfe und Weitblick für uns einfach unvorstellbar find, finden diese Ratzengeier von staatlicher Bevormundung freie Wirtschaft immer frei sei, bestehen. Niemand kann jedoch die kapitalistische Wirtschaft in dem ursprünglichen Sinne frei nennen. So find die beiden Forderungen der freien und eigengesetzlichen Wirtschaft Ausdruck einer bestimmten Geisteshaltung geworden. Nach liberaler Auffassung ist eine Wirtschaft frei, die befreit ist von allen Einflüssen der Politik, ber Gemeinschaft und allen außerökonomischen Faktoren. Drei Merkmale kennzeichnen das Wesen dieser „freien Wirtschaft": Erstens die völlige Frei- ch e i t der wirtschaftenden Persönlichkeit in bezug auf die Auswahl seiner wirtschaftlichen Ziele. Er läßt sich dabei nur leiten von dem Idealbild einer sogenannten richtigen Wirtschaft, die er nach dem ökonomischen PrinKp, b. h. nach bem Kapitalprofit, betreibt. Die „freie Wirtschaft" wird zweitens gekennzeichnet burch die Regierung des Staates. Man tut so, als ob eine Wirtschaft ohne den Staat, diese stärkste Schöpfung der menschlichen Gemeinschaft, der zugleich der Garant des menschlichen Zusammenlebens und damit auch der Wirtschaft ist, existieren könnte. Damit verrät der wirtschaftliche Liberalismus feine englische Herkunft. Die englische Wirtschaft konnte wegen ber besonderen Lage des britischen Volkes, d. h. wegen seiner Jnsellage, den Staat eine Zeitlang übersehen. Die kontinentale Wirtschaft würde nicht einen Augenblick ohne den Staat existieren können: denn er gibt ihr erst die Voraussetzungen und leiht ihr seinen Schutz. Die „freie Wirtschaft" ist drittens gekennzeichnet durch das Vorhandensein und gleichzeitige geflissentliche Uebersehen der englischen W e l t - Herrschaft. Man könnte das auch so ausdrücken: Die „freie Wirtschaft" ist der geistige Nebel, in bem der englische Ausbeutungsmechanismus fein gewalttätiges Werk im Verborgenen betreibt. Demgegenüber vertritt der Nationalsozialismus die Auffassung, daß lin erster Linie das Volk frei sein muß. Das liegt auch im'Interesse ber Wirtschaft: denn sie ist immer und in allem Ausdruck ihres Schöpfers, eben des Volkes. Und die Erfahrung lehrt, daß eine Volkswirtschaft nur solange zu existieren vermag, als das Volk frei ist. Die alte Formel der NSDAP. „Freiheit und Brot" entsprang ja nicht einem zufälligen agitatorischen Bedürfnis, sondern der klaren politischen Erkenntnis, daß der Wohlstand eines Volkes grundsätzlich immer nur zwei Quellen entstammen kann, ber A r - beit und der Macht. Ein Volk, bas keine Frei- ihren Fraß. Durch gegenseitige Beobachtung finden sie sich an einem toten Pferd, einer verendeten Kuh zusammen und beseitigen eine solche Quelle des Aergernisses in Bälde, so daß schließlich nur nach blanke Knochen in ber Sonne bleichen. In keiner brasilianischen Stadt wird man diesen Aust räumern etwas zuleide tun ober auch nur schlecht von ihnen reden. Zu Hunderten kreisen sie über, den Siedlungen, den Schlachtstellen oder dem Strand und nehmen den Menschen manche unangenehme Pflicht ab. Erst neuerdings hört man Bedenken, ob sie nicht doch vielleicht zur Verbreitung einiger, Viehseuchen beitragen könnten. Bewiesen ist nichts und alles bleibt beim alten. Die Aasgeier, das ist zuzugeben, sind dis Proletarier unter den füd amerikanisch en Geiern. Sie sind alltäglich und gemein, was aber keineswegs besagt, daß sie bem Biologen nicht etliche ungelöste Probleme bieten. Ihr Segelflug allein ist bas Studieren wahrhaftig wert. Aber da ist noch ein anderer schwarzer Geier, der T r u t h a h n g e i e r. Er tritt nie in Massen auf, fein schwarzes Kleid trägt einen prächtigen Metallschimmer und sein nackter, Kopf ist rot ober violett. Das ist ein Segelflieger, ber seinesgleichen sucht! Fast ohne Aufwind kreist er in niedrigem Gaukelflug über die Wälder und Savannen und nichts, keine tote Maus oder Eidechse, entgeht feinem Blick. Schöner noch, stattlicher und bunter ist der K ö n i g s g e i e r mit feinem hell beige farbigem Rücken. Er lebt in den großen Wald- gebieten. Aber der schönste von allen ist doch ber Kon«; do r. Jawohl, auch er ist ein Geier, ein Aasfresser. Aber wer wollte ihn, biesen größten flugfähigen Vogel ber Erde mit seinen über 3 Metern Spannweite, deshalb gering achten? Als ich zum ersten Male Kondore sah, es war auf dem Berge Cham» paqui in den Sierras von Cordoba in Argentinien^ war ich begeistert, und nicht weniger begeistert war ich, als ich Jahre später in Bolivien wieder Gelegenheit hatte, sie zu beobachten. So richtig vertraut sind mir diese gewaltigen Segler aber erst, seit ich sie in Patagonien Tag für Tag, oft vier gleichzeitig, niedrig über mir kreisen sah und feit es meinem Begleiter Schuhmacher und mir gelang, sie auf wenige Meter mit der Kamera einzufangen. Wie herrlich war es, wenn sie mit weitgespreizten Schwingen fast unbeweglich in der von Weststürmen gepeitschten Luft standen, wie von unsichtbaren Drähten gehalten, ober wenn sie, aus den nahen Bergen tommenb, in weitausholenden Spiralen herauskreisten auf die Steppe Ostpatagoniens, imt ein verendetes Schaf oder Guanako zu finden. Aasgeier? — Ja, aber in erster Linie rätselvolle Naturgeschöpfe, ihren Letzensräumen angepaßt und erhaben über die Mißgchtung törichter WHtynfseh David, der Rutengänger. Von Karl Heinz Waggerl. Der Sommer reift heran, die drangvolle Zeit. Nur noch ein paar Tage, ein verläßliches Zeichen für gutes Wetter, und man wird mit ber Heumahd beginnen. Die Gärten füllen sich mit dem üppigen Blattfleisch des Gemüses, auf hohen Stecken flattern die bunten Ranken ber Bohnen im Wind. Es quillt aus den Fenstern von heiteren Farben, Fuchsien blühen, brennrote Nelken an langen Stielen. Solche Nelken tragen die Burschen auf bem Hut und die Mädchen auf bem Mieder, unb sie sind alle gleich rot, solange die Liede im Dorf umgeht, man weiß nicht, von welchem Fenster sie stammen. David muß Wasser in den Garten schleppen, ihm ist kein Augenblick Ruhe gegönnt, aber seine Gedanken gehen trotzdem wunderliche Wege. O Gott, vielleicht ist er begnadet, vielleicht kann er sogar Wasser riechen unb Schatzgraben und wußte es nur bisher nicht. Sicher ist es so, im ganzen Haus ruft jedermann nach ihm, wenn ein Groschen verloren gebt, und David findet ihn unfehlbar. Ach, großartig, wenn im Hochsommer bas Tal wie ein Pechkessel siedet, wenn die Brunnen fadendünn werden und zuletzt ganz versiegen, wie es bisweilen geschehen ist, und bann, in ber höchsten Not, ginge David mit der Rute über die stäubenden Felder, „grabt hier", würde er sagen, „und da, ihr Kleingläubigen", und sogleich würde bas Land wieder frisch und grün von den springenden Brunnen! Ja, warum sollte David nicht einmal seine Kräfte versuchen! Nach Feierabend schneidet er eine Astgabel aus dem Haselbusch, er nimmt sie in beide Hände und wandert in sich gekehrt über bas Pfarrfeld immer geradeaus. Auf ein wenig zertretenes ©ras darf es babei nicht ankommen. Ein Graben gerät ihm dazwischen, ein Zaun, der Knabe geht und geht, mitunter versucht er dies und jenes, ein Stoßgebet, ob es wohl helfen mochte, und plötzlich, mitten im Krautacker ber Schusterleute, bleibt er stehen, wie vom Blitz gebannt. Wahrhaftig, die Rute hat gezuckt! Ein paarmal war ihm schon so, aber jetzt ist fein Zweifel mehr, siebend heiß lief es ihm durch die Arme. Er wirft sich hin und fängt mit bloßen Händen zu graben an, Erde zuerst, ein paar Krautpflanzen kommen, dann alter Mist und Schotter, gleich wird die Quelle kommen, er riecht sie ja auch schon. Aber leider, es fließt kein Wasser, sondern der Schuster klettert über den Zaun. „Was suchst du denn da", schreit er von weitem, „verdammt noch einmal!" „Eine Quelle", sagt David voll heißen Glaubens. .„Hier ist nämlich ein Brunnen unterwärts in der Erde, den grab ich aus." heit besitzt, wird immer auf einen Teil feines Arbeitsertrages zugunsten anderer Mächte verzichten müssen, den diese ihm auf bem Wege der Gewalt abnehmen. Damit gehören Freiheit und Brot um. teilbar und unabdingbar zusammen. Infolgedessen vertritt der Nationalsozialismus die Auffassung von der Volksgebundenheitder Wirtschaft. Er versteht darunter eine Reihe von Tatsachen, die den Begriff der Freiheit in ber Wirtschaft in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Die Ziele und die Aufgaben der Wirtschaft werden durch die politische Führung der Nation bestimmt. Sie ist der wirtschaftliche Regulator der Volkswirtschaft. Zu diesem Punkt braucht heute niftts Neues mehr gesagt zu werden. Die Wirtschaftspolitik seit 1933 ist Ausdruck und Beweis der Richtigkeit dieses Grundsatzes. So wird für alle Zukunft das Primat der Politik gelten, d. h. die Wirtschaft wird nach den Lebensgesetzen unb den Lebensnotwendigkeiten des Volkes ihre Aufgaben gestellt erhalten und durchführen. An die Stelle der ausschließlichen Bestimmung der wirtschaftlichen Ziele des einzelnen durch bas materielle Erwerbsstreben wird die Ausrichtung auf die Aufgaben der Gesamtheit treten. Hier liegt der Schwerpunkt der revolutionären Umwälzung, in der wir heute stehen. Es geht nicht um die Ausschaltung der Privatinitiative unb ihre Ersetzung durch staatliche Funktionäre, wie viele meinen, sondern um den Vollzug der großen Synthese zwischen der privaten Initiative des einzelnen unb ber Aufgabenstellung durch die Volksführung. Gebundenheit der Wirtschaft in bezug auf bas Ziel aber heißt nicht Gebundenheit in den . Formen. Es ist deshalb kein Widerspruch, wenn der Nationalsozialismus trotz feiner Leugnung ber Freiheit für die Gesamtwirtschaft die Freiheit der Arbeit betont. Das mittelalterliche Ideal der ständischen Verfassung, jedem Menschen einen bestimmten Arbeitsplatz anzuweisen, kann nie für uns gelten.- Selbstverständlich werden wir dem Staat stets das Recht zuerkennen, daß er in Zeiten der Not jeden Menschen zwingen kann, an einem bestimmten Platz tätig zu werden. Im übrigen aber bleibt es jedem Schaffenden überlassen, sich im Rahmen der Wirtschaftsorbnung feinen Platz f e l b ft zu sichern. Freiheit der Arbeit aber heißt mehr, bedeutet die Verpflichtung für die Gemeinschaft, jedem Volksgenossen an irgendeiner Stelle in ber Volksgemeinschaft einen Arbeitsplatz, b. h. einen Leistungsplatz zu garantieren. Alles in allem wird die Erkämpfung unb die Sicherung der Freiheit unseres Volkes auch der Wirtschaft im einzelnen mehr Freiheit geben, als viele sich bas heute träumen lassen. Leugnung der Freiheit der Wirtschaft heißt nicht Knechtung ihrer Arbeit. Es ist der einzige Sinn unserer Wirtschasts- führung, dem ganzen deutschen Volke ein O p t i»' mum an Leistungsfreiheit zu geben, nicht aber ihr auf die Dauer das Kämpfen abzunehmen oder unmöglich zu machen. Führen — nicht verwalten, das ist die Zauberformel auch für. die Wirtschaft ber Zukunft! Lord Salisbury die deutsche Regierung sogar andeutungsweise wissen, England würde nichts dagegen haben, falls die deutschen Armeen ihren Weg durch Belgien nehmen sollten! Nach ber Berliner Kongo-Konferenz von, 1884 kam bie Aufteilung Afrikas in Gang, unb der Hauptmann Marchand hoffte, bie französische Fahne vom Tschadsee über den Oberen Nil bis zum Indischen Ozean zu tragen. England aber drohte mit Krieg und erzwang den Abzug der Franzosen aus Faschoda. Das wirkte so heftig auf die Stimmung in Frankreich, daß etwas später, im Burenkrieg, keine Presse in der Welt so feindselige und höhnische anti-englische Karikaturen brachte, wie die französische. Sogar ein bitteres Spottlied gegen England kam in ein Liederbuch, bas die französischen Soldaten im Tornister trugen. Merkwürdigerweise fiel ein solches Buch noch im Weltkrieg unfern Truppen in die Hände. 900 Jahre England-Frankreich. Von Or. pou( Rohrbach. Als der Normannenherzog Wilhelm im Jahre 1066 durch die Schlacht bei Hastings Herr von England wurde, brachte er mit feinen Rittern französische Sprache und Kultur mit hinüber, lieber 200 Jahre dauerte es, bis Normannen und Angelsachsen sich zu einem Volk verschmolzen hatten, und erst nach der Mitte des 14. Jahrhunderts hörte das Französische auf, bie amtliche Sprache in England zu sein. Das heutige Englisch ist ein lebendiges Denkmal jener Volks- und Sprach-Mischung. Jahrhunderte lang erhoben die Könige von England auf Grund von Ehebündnissen uno Erbrechten Ansprüche auf einen großen Teil von Frankreich. Dem Namen nach waren sie für ihren französischen Besitz Lehnsleute des Königs von Frankreich: tatsächlich lagen sie in dauerndem Krieg mit den Franzosen. Sie nannten ihren Besitz diesseits und jenseits des Aermelkanals das Angevinifche Reich, nach der Stadt Angers in Frankreich, bie ein Zentrum der von ihnen behaupteten territorialen Rechte auf dem Festlande bildete. Erft bie Jungfrau von Orleans rettete Frankreich vor ber endgültigen Ueberwältigung durch die Engländer. Calais blieb bis ins 16. Jahrhundert eine englische Stadt. Der Stuart-König Karl II. war ein Pensionär Ludwigs XIV. gegen das Versprechen, England bei sich bietender Gelegenheit katholisch zu machen. Diese Gefahr führte unter feinem Bruder Jakob zur Vertreibung der Dynastie vom englischen Boden. Wilhelm der Dränier, durch feine Gattin Mary mit den Stuarts verbunden, übernahm als König von England die Vorkämpferschaft in der europäischen Politik gegen die Ansprüche Ludwigs XIV., und von da an wurde es englischer Grundsatz, die europäischen Festlandsmächte gegen das Ueber- aewicht Frankreichs zu unterstützen. England nannte das „Erhaltung des europäischen Gleichgewichts" und verfolgte dabei das Prinzip, keine Kontinentalmacht so stark werden zu lassen, daß sie England unbequem werden konnte. Daher fanden bas Haus Habsburg im Spanischen Erbfolgekrieg und Preußen im Siebenjährigen Kriege zeitweilig die Unterstützung Englands gegen Frankreich. England war der unversöhnliche Gegner N a - p o l e o n s , vor allem, weil es die belgische und holländische Küste nicht im Besitz einer starken Fest- landsmacht ertragen zu können glaubte. Als die Kaufleute der Londoner City, deren Geschäft durch die Kontinentalsperre viel Schaden erlitt, den Friedensschluß mit Napoleon beantragten, wurden sie vorn englischen Kabinett zurückgewiesen: erst müsse Frankreich wieder auf feine alten Grenzen beschränkt fein! Der Krimkrieg, 1854/55, in dem England und Frankreich sieb zum Schutz ber Türkei gegen bie russischen Ansprüche verbündeten, war nur eine Episode im englisch-französischen Verhältnis. Napoleon III. wollte Prestige für die französischen Waffen haben, und England fürchtete, daß die türkischen Meerengen in den Besitz Rußlands gelangen konnten. Während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 verdienten die Engländer viel Geld mit Waffen- und Munitionslieferung an die Franzosen. Ohne diese Hilfe hätte Frankreich seinen Widerstand kaum über bie Schlacht von Sedan und die Kapitulation von Metz hinaus fortsetzen können. Diese Profite wurden unter der Hand gemacht; die englische öffentliche Meinung war geteilt, aber nicht nur Carlyle, sondern auch die „Times" stimmten der Rückgliederung Elsaß-Lothringens an Deutschland zu. Als in den achtziger Jahren wieder die Möglichkeit eines deutsch-französischen Krieges auftauchte, ließ der damalige englische Premierminister „Freie Arbeit - mchi „freie Wirtschaft." Von Gauamisleiier Professor Or. Heinrich Hunke, Gauwirischastsberaier des Gaues Berlin- Aus -et Stadt Gießen. Ernte-Zauver. Der Beginn der Ernte mar früher auf einen ganz bestimmten Tag verlegt, der Heil bringen sollte, so etwa auf den 15. Juli, den Hoin-richstag, oder auf den 25., den Jakobstag. Auch einzelne Wochentage wurden bevorzugt, hauptsächlich der Sonnabend. In vielen Gegenden ist es noch heute Sitte, daß die Männer ihre Sensen und Mützen mit farbigen Sträußen und Bändern schmücken, die Binderinnen legen neue Schürzen und Mieder an. Der erste Schnitt wird schweigend begonnen; man bedient sich auch einer bestimmten Erntesprache. Die meiste Magie ist um die erste Garde und dann wieder um die letzte Garde oder die letzten Halme gebreitet. Das Heimbringen der ersten Garbe erinnept an einen alten Erstlingsopfer-Zauber; sie wird entweder dem Haushahn vorgeworfen oder den Vögeln des Himmels gespendet, oder auch bis Neujahr aufgehoben. Wenn sich die Schnitter auf die erste Garbe setzen, so werden sie dadurch vor Kreuzschmerzen und Unfällen bewahrt. Es ist auch gut, wenn man drei Halme der ersten Garbe ins Schürzenband steckt, oder sich aus diesen einen Gürtel flicht. In der ersten Garbe ist der Fruchtbark eits- dämon verkörpert, der sich auch im ErnteMai offenbart, der wieder mit dem Erntetrank in enger Verbindung steht. Während der Ernte müssen allerlei Schutzmaßregeln beachtet werden. Wenn ein Erntewagen bei der Heimfahrt umfällt, so ist das eine göttliche Strafe für den Geiz des Bauern. Wer aus der Furche tritt, zerschneidet seine Hand. Um, Regen herbeizuziehen, werden die Mägde von den Knechten begossen oder ins Wasser geworfen. Vor den mähenden Sensen flüchtet der Fruchtbarkeitsgeist immer weiter unb weiter, bis er sich endlich in den letzten Halmen, der letzten Garbe, dem letzten Fuder versteckt. Die letzte Garbe hat daher eine besondere Zauberkraft und wird mit Blumen uni) bunten Bändern geschmückt und aufbewahrt, oder sie bleibt unabgemäht auf dem Felde. Man besprengt auch die letzten Halme mit Wein oder Wasser, man umtanzt sie und überspringt sie beim Schein des Erntefeuers. Das stehengebliebene Büschel hat viele verschiedene Namen, die mit den Geistern der Ernte in Beziehung stehen. Sie wird auch menschlich oder tierisch gestaltet und entspricht dann uralten Vorstellungen von Ackerdämonen, die bald Große Mutter, Kornmutter, Kornjungfer, Erntekind, der Alte oder die Alte heißen oder auch Vock, Geiß, Rind, Hahn, Wolf, Hase usw. Die letzte Garbe wird recht groß gebunden oder wohl auch mit einem Stein beschwert, damit die nächste Ernte recht gut ausfalle; Brot und Getränke werden hineingebunden. Sie wird als Glücksspenderin ans Scheunentor genagelt oder im Haufe aufgehängt. Häufig wird die in ihr haftende Fruchtbarkeit dem Acker wieder zugeführt, indem man ihre Körner unter die Saat mischt. Auch in dem „Binden" der Gutsherrschaft und aller Fremden, die während der Ernte auf das Feld kommen, lebt noch ein alter Dämonenäbwehr- zauber fort. Die Fremden könnten Träger böser Dämonen sein, die auf diese Weise gebunden und unschädlich gemacht werden sollen. Die Vorbinderin tritt mkt einer Handvoll Halme an den Fremden heran, dreht die Halme seilartig zusammen und umwickelt damit den linken Oberarm des Fremden, wobei sie einen alten Vers spricht, der etwa lautet: „Heut ist gekommen der große Ehrentag, Da ich den Herrn (die Frau) ... schnüren mag. Ich schnüre nicht zu lose und nicht zu fest, Ich schnüre auf das allerbest. Ich tu es nicht um Bier und Branntswein, Jcy tu es um des Herrn (der Frau)... Ehr allein." Der Gebundene muß sich, und das ist natürlich das wichtigste, mit einer größeren oder kleineren Geldspende loskaufen, die in eine bestimmte Kasse kommt und beim Erntefest verwertet wird. Das eigenttiche Erntefest, das ja erst im Frühherbst gefeiert wird, erlebt häufig schon einen kleinen Vorklang bei der Beendigung der Roggenernte, oft unmittelbar im Anschluß an das Einbringen des letzten Roggenfuders, auf dem die letzte Garbe, bunt geschmückt oder phantastisch gestaltet, im Triumph yochgehalten wird. Zuweilen ist in diese letzte Garbe der Ernte-Ma? eingebunden, ein grünes Reis oder eine Blumenkrone, ein Hinweis auf den späteren Erntekranz. Auch bei diesem Dorfest gibt es schon Erntebier und Tanz. In manchen Bauernhäusern wird auch ein Hahn geschlachtet und verzehrt. Der Hahn spielt ja als Fruchtbarkeitsdämon eine alte Rolle; er soll den Menschen, die ihn verzehren, magische Kräfte spenden.C. K. Führerinnentagung des BDM.-Obergaues Hessen-Nassau 43 Oer Gauleiter gibt Richtlinien. NSG. Die BDM.- und JM.-Untergauführerin- nen und Beauftragten für das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" des BDM.-Obergaues Hessen-Nassau 13 waren am Donnerstag und Freitag nach Wiesbaden zu einer Arbeitstagung ein berufen. Die Führerin des Obergaues, Obergauführerin Hete B a n i ck i, stellte die neue Stabsleiterin des Obergaues Sylvia Reinhold und die neu in ihr Amt tretenden Untergauführerinnen ihren Kameradinnen vor und gab bann in ihren folgenden Ausführungen genaue Anweisungen über die in Kürze zu erwartende Pflichterfassung des Jahrganges 1923. Den Höhepunkt der Tagung bildete die Anwesenheit des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger, der sich in mitreißenden Ausführungen an die BDM.-Führerinnen des Gaues wandte: Unerhört find die Taten, die unsere Wehrmacht vollbracht hat, und niemand kann sich dem Hauch der gegenwärtigen Zeit entziehen. Wir können diese Zeit und dieses Heldentum nur begreifen, wenn wir hineinschauen in die deutsche Geschichte. Der Kamps um Am gestrigen Frettagabend veranstaltete die Kreisleitung Wetterau irn Stadtcheater Gießen einen Abschiedsabend für die Rückgeführten, die in Gießen und im nördlichen Kreis Wetterau untergebracht waren und nun in ihre Heimat zurückkehren werden. Die Veranstaltung wurde zu einer schönen Kundgebung der Volksgemeinschaft. Zahlreiche Rückgeführte waren mit ihren Gastgebern erschienen und verlebten einige Stunden in ernster Feier und in fröhlicher Unterhaltung. Der Sprecher der Rückgeführten, Ingenieur Hahn, fand zunächst herzliche Worte des Dankes für alle Liebe und Betreuung. Er dankte insbesondere der Partei und ihren zahlreichen Helfern für alle Aufopferung bei der Ankunft, wie auch bei der weiteren Betreuung. Weiter sagte der Redner der Stadtverwaltung herzlichen Dank für alle Bemühungen um gute Unterkunft und Unterstützung. Er betonte, daß wohl kaum einer der Rückgeführten unzufrieden von Gießen scheide. Besonderen Dank widmete ber Sprecher ferner bent Kreisgeschäftsführer Weder für seinen nimmermüden Einsatz für die Rückgeführten Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte er dem Kreisgeschaftsfübrer ein Bild aus Saarbrücken. Nachdem der Sprecher noch kurz in humorvoller Form die vergangenen Monate, die Lebensform, Leiden und Freuden der Rückgeführten geschildert hatte, dankte er mit herzlichen Worten allen Gastgebern, die die Rückgeführten ausgenommen haben, mit ihnen in schöner Gemeinschaft lebten und engen Kontakt gewannen. Der Redner gab zum Schluß dem Wunsche Ausdruck, daß es den Rückgeführten von ber Saar bald vergönnt fein möchte, ihre Gießener Gastgeber auch einmal in der Heimat an der Saar begrüßen zu können. Kreisgeschäftsführer Weber dankte in kurzen Worten für die ihm zuteil gewordene Ehrung und betonte, daß die Arbeit für die Rückgeführten ihm eine Ehrenpflicht gewesen sei, um so mehr, als es sich die Partei zur Aufgabe gemacht habe, die Volksgemeinschaft in erster Linie zu pflegen. In einer eindringlichen und herzlichen Ansprache wandte sich bann Kreisleiter Backhaus an die Rückgeführten und ihre Gastgeber. Er sprach zunächst vom Auslandsdeutschtum und von den schweren Tagen, die den Ausländsdeutschen immer in Krisenzeiten beschieden waren, er sprach aber auch von den Grenzlanddeutschen und ihrer steten Bereitschaft, sich einzusetzen für das Vaterland, von ihrer Bereitschaft, mancherlei Leid auf sich zu nehmen und doch die Grenze zu halten. Dann wandte er sich insbesondere den Grenzlanddeutschen des Saargebiets zu, denen in der jüngeren Geschichte eine Fülle des Schweren beschieden war und die mehr als die Volksgenossen im Innern des Reiches zu beweisen hatten, wie teuer ihnen das Vaterland ist. Er erinnerte an die Leidenszeit der Bevölkerung des Saargebiets während der 15 Jahre, die sie unter französischer Besatzungsherrschaft standen, schilderte aber auch das große Erlebnis der Saar- abstimmung und die Heimkehr ins Reich. Der die Einigung Deutschlands, dieses ewige Ningen ist einmalig. Die geschichtliche Entwicklung ber letzten 300 Jahre nochmals streifend, kam ber Gauleiter bann auf die dem deutschen Volke und die in diesem Rahmen der deutschen Jugend vom Führer gestellten Aufgaben zu sprechen. In Zukunft wird jeder beutfdje Junge und jedes deutsche Mädel so viel sein als in ihm steckt. Das ist das Höchste, was einem Volk beschieden sein kann. Seine richtunggebenden und begeistert aufgenommenen Worte schloß ber Gauleiter mit dem Hinweis, mit größter Verantwortung an die kommenden Ausgaben heranzugehen, die freiwillig übernommen wurden. Deren Erfüllung müsse ihnen in der großen Zeit persönliche Genugtuung, Freude und auch Belohnung fein. Im Verlauf ber Tagung sprachen noch bie Abteilungsleiterinnen des Obergaues über ihre Arbeitsgebiete. Den UKtergauführerinnen wurde noch Gelegenheit gegeben, sich mit den Abteilungsleiterinnen des Obergaues persönlich über die Schwierigkeiten und Freuden ihrer Arbeit auszusprechen. Kreisleiter sprach ferner davon, wie nach den Jahren der Bedrängnis nun abermals die Volksgenossen an ber Saar im September 1939 Schweres auf sich nahmen, indem sie bie Heimat innerhalb weniger Stunden verlassen mußten. Er sprach aber auch davon, daß Deutschland dies alles nicht vergessen werde. Niemand, der mit den Volksgenossen von der Saar, mit den Rückgeführten Verbindung angeknüpft habe, werde die Verbindung je wieder unterbrechen. Im übrigen werde der Führer dafür Sorge tragen, daß den Volksgenossen an ber Grenze ihre Heimat für bie Zukunft unbedrohter und unverlierbarer Besitz sein werde. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht schloß Kreisleiter Backhaus seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Gemeinsam wurden bann die Lieder der Nation gesungen. Der weitere Verlauf des Abends war der Unterhaltung gewidmet. Das Stadttheater bestritt mit seinen Kräften, wie auch mit einigen Gästen, ein anregendes und künstlerisch wertvolles Programm. Frau Elsa Thiel (Wiesbaden) a. G. sang einige Lieder van Schubert und Wolf und erntete stürmischen Beifall. Fräulein Possinke und Herr Neuland sangen aus Operetten, bereiteten damit eine besondere Freude und mußten sich zu Zugaben verstehen. Die Ballettmeisterin Irmgard T r ö m e l zeigte in einem Walzer und einem Matrosentanz ihr Können, Roth Norden (Königsberg), a. G., wartete mit liebenswürdigem pantomimischem Singsang auf und fand ebenfalls viel Beifall. Gerti Vogt und Harrn G r ü n e t e sangen und tanzten sehr hübsch ein Duett aus einer Leharschen Operette und Hans Seitz trug Schnurren in ober- hessischer. Mundart vor, die mit herzlichem Lachen quittiert wurden. Harry Grüneke ließ in den verbindenden Worten, wie auch in -einigen parodistischen Darbietungen alle seine Laune sprühen und unterhielt damit ebenfalls ausgezeichnet. Der 1. Kapellmeister S ö l l n e r begleitete unermüdlich und sorgfältig die Darbietungen des Abends am Flügel. Kameraden ber Luftwaffe umrahmten mit Musik ben Abfchiedsabenb. Die Rückgeführten und ihre Gäste erlebten so einen Abend, der ihnen sicherlich lange im Gedächtnis bleiben wird. Erste Gruppe triff die Heimreise an. Am morgigen Sonntagabend wird die erste Gruppe der rückgeführten Saarländer aus Stadt und Kreis Gießen die Heimreise nach ihrer Heimat an treten. In Gießen werde» etwa 170 Saarländer einen Zug besteigen, der von Frankfurt kommt und nach Dillingen (Saar) fährt. Diesen Zug werden auch Saarländer benutzen, die in 'Friedberg und Umgegend, Wetzlar, Weilburg usw. untergebracht waren. Die Gießener Reisegruppe wird auf ihrer Fahrt in die Heimat von Kreisgeschästsft'hrer W e - ber von ber hiesigen Kreisleitung begleitet fein. Dornvfizerr. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Bal par6". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unheimlichen Wünsche". — Artilleristen-Kamerabschaft: 21 Uhr „Hessischer Hof" Kamerabschaftsappell. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: 11 Uhr Wochenschau. — „Bal pare". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unheimlichen Wünsche". Notizen für den 4. August. Sonnenaufgang 5.23 Uhr, Sonnenuntergang 20.47 Uhr. — Monbaufgang 6.17 Uhr, Monbuntergang 20.42 Uhr. Ein Käfer fliegt über die Grenze. NSG. Unerwartet früh sind in diesem Jahre die ersten Zuflüge von Kartoffelkäfern aus den verseuchten Gebieten Frankreichs erfolgt. Sofort ist daraufhin eine neue Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft erschienen über die Abwehr des Kartoffelkäfers, bie unter Auswertung ber bisherigen Erfahrungen alle Maßnahmen regelt, bie bei der Bekämpfung dieses für bie deutsche Dolksernährung so gefährlichen Schädlings getroffen werden müssen. Während des Weltkrieges wurde der Kartoffelkäfer aus Amerika, das ja auch die Heimat der Kartoffel ist, nach Frankreich eingeschleppt. Zunächst schenkte man ihm wenig'Beachtung, bis die verheerenden Folgen seines Auftretens immer deutlicher wurden. Von der Westküste Frankreichs aus verbreitete sich der Kartoffelkäfer immer weiter nach Osten. Belgien, Holland, auch die Schweiz wurden von ihm bereits angegriffen, und im vergangenen Jahr war er schon in größeren Mengen über den Rhein gekommen. Deshalb hat vor allem in der gefährdeten Westmark der Reichsnährstand einen sorgfältig organisierten Abwehrdienst eingerichtet. Die Geschichte ber Schäblinasbekämpfung zeigt, daß es überaus schwierig ist, den Wanberzug der Insekten aufzuhalten. Glücklicherweise ist es feine Schwierigkeit, ben Kartoffelkäfer zu erkennen. Dieser amerikanische „Emigrant" ist nämlich so unvor- sichtia, keinem unserer einheimischen Käfer zum Verwechseln ähnlich zu sehen. Er ist fast so breit wie lang und erreicht eine Größe von etwa einem Zentimeter, lieber seinen gelben, kugelig gewölbten Rücken ziehen sich zehn tiefschwarze Streifen. Die gelbe Brust und den Kopf hat er mit schwarzen Punkten und Strichlein angemalt. Seine sechs langen Beine und ber Unterleib sind braun. Sein Aussehen ist also einmalig — bas kleinste Schulkind erkennt ihn bei der Kartoffelkäferrazzia. Auch bie roten, mit schwarzen Punkten an der Seite versehenen Puppen und Larven sind leicht zu erlernten. Gießener Wochenmarklpreise. * Gießen, 3. Aug. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, A kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, neue, % kg 7,2 Rpf., Wirsing 10, Weißkraut 10, Rotkraut 17, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 16 bis 28, gelb, 22, Erbsen 30, Tomaten 35, Rhabarber 10, Pilze 50, Frühäpfel 35, Falläpfel 10, Himbeeren 45, Heidelbeeren 42, Johannisbeeren 25, Pflaumen 35, Zwetfchen 35, Mirabellen 35 bis 42, Renekloden 35, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken VA bis 4, Endivien 15, Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. * * M i t dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Stabsarzt in einer Sanitätsstaffel der Luftwaffe Dr. Wilhelm Schmidt wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Dr. Schmidt, der aus Gießen stammt ,ift früher durch feine erfolgreiche segelfliegerische Tätigkeit in Gießen und Oberhessen bekanntgeworden. * * Verkehrsunfall. Am gestrigen Freitagabend stießen in der Walltorstraß e/Ecke Asterweg zwei jugendliche Radfahrer in schneller Fahrt mit ihren Rädern zusammen. Beide stürzten, wobei der eine junge Mann eine erhebliche Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung erlitt, während der andere mit Verletzungen im Gesicht davonkam. Die Bereit- Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Abschiedsabend für die Saarländer. Die schöne Melusine Roman bon Hans Ritter 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,Hch will etwas Neues hoben. Sehen Sie, Siedlungshäuser und Wochenendhäuser müssen anders ausgestattet werden als Stadtwohnungen. Da kommt unsere Keramik und unser Steingut wieder zu Ehren. Hübsche Kacheln, Plastiken für den Garten und vor allem ein hübsches, neues Geschirr. Sehen Sie, die Engländer machen da so ein Geschirr in Blau, bas hat richtig schon Tradition gekriegt, paßt auf Landsitze und ist hübsch und praktisch zugleich. Ich will das beileibe nicht nachmachen. Aber ich will etwas herausbrinaen, das ebenso hübsch und praktisch ist. Aber von so etwas verstehen Sie wohl nichts?" Tilde ist ganz bei der Sache. „Doch", nickt sie. „Ich kann es mir schon denken, was Sie wollen. Wie man es macken soll, weiß ich ia nicht, denn von Ihrer Branche habe ich keine Ahnung. Aber kaufmännisch kann ich es mir sehr gut vorstellen. Ich war nämlich in Hamburg auf der Handelsschule." „Sieh mal an." „Und ich meine, Ähr Herr Vater muß das doch auch einsehen." „Wird er auch. Der Alte brummt, aber zuletzt läßt er mich doch machen. Und wenn nicht, dann lauf ich ihm eben weg und mache mich selbständig." Sie sieht ihn strafend an. „Eigentlich sind Sie doch noch ein großer Junge, Heinz Deetjen." „Ach was, Junge, fangen Sie nicht auch noch an. Alle halten mir schon Moralpauken, der alte Herr und Kranich. Ich bin noch nicht verkalkt genug und habe meine eigenen Ideen. Nun passen Sie mal auf. Das mit dem Geschirr ist schön und grün, da fällt mir schon noch das Richtige ein. Viel wichtiger ist, daß das Häuschen, das wir da auf bauen wollen, feinen Blickfang hat. Vor ein paar Jahren hat eine Fabrik Wafferfchalen für Vögel heraus- aebracht, Tränken, nicht wahr. Und da faßen dann so drei oder vier Spatzen drauf. Das war ein Artikel. Irgend fo etwas bringe ich auch. Damit die Leute aber angezogen werden, soll mitten im Garten eine Figur stehen. Als Blickfang eben. Bis gestern habe ich keine Ahnung gehabt, was die Figur eigentlich darstellen müßte. Jetzt weiß ich es." „Was soll sie denn darstellen?" fragt Tilde. „Die schöne Melusine. Als ich Sie heute aus dem Wasser kommen sah, da hatte ich es mit einem Male. Nun habe ich mich den ganzen Tag mit dem Gesicht der Frau ad gemüht und habe es nicht herausbekommen. Sie sollen mir helfen." ,Zch?" „Aber ja doch", er wird beinah ungeduldig. „Die schöne Melusine muß doch Ihr Gesicht tragen, Fräulein Tilde. Ich habe Ton mitgebracht, und nun. bitte ich Sie, lassen Sie mich heute und morgen und übermorgen nach Ihrem Gesicht modellieren. Wollen Sie?" Tilde ist wie > erschlagen von diesem plötzlichen Vorschlag und zögert. „Lassen Sie mich erst einmal darüber nachdenken, Heinz Deetjen." „Aber nicht zu lange." „Nein, ich, wissen Sie, Modell, das ist etwas ganz Neues für mich. Gehen wir doch noch eine Weile spazieren." Damit ist er einverstanden. 16. Es ist etwas anderes, ob man eine Gegend zu zweit oder allein durchstreift und ob e.n Hügel auf dem Festland oder auf einer Insel liegt. Ohne das auszusprechen, empfinden es beide, Tilde sowohl wie Heinz Deetjen. Sie sind beide zuerst einmal in ihre Zelte gekrochen und haben ihre Trainingsanzüge übergestreift. Sie sind beide zünftig, und Tilde muß, während sie nebeneinander hergehen, daran denken, daß sie den zweiten Teil der Nacht in dem Trainingsanzug gesteckt hat, den der Mann jetzt trägt. Zuerst schlendern sie in der gelösten Form junger Sportsmenschen, die den Tag über ihre Muskeln gebraucht haben, nebeneinander her und reden Dinge, mit denen sie sich aneinander herantasten. Dabei ist der Mann offener als die Frau. Tilde hat eine Hemmung, ihm von dem zu sprechen, was sie wirklich hierher geführt hat. Genug, daß er weiß, daß sie kaufmännische Angestellte fft und hier ihren Urlaub verbringt. Von dem überlegen wirkenden, beinah eingebildeten Manne, der in Berlin auf der Straßenbahn gestanden hat, ist wenig übrig geblieben. Uebrig geblieben ist ein sportlich eingestellter Junge, der auf der Sckwelle zum Manne steht und der alle Kämpfe dieses Ueberganges durch fechten muß. Heinz Deetjen spricht oavon, daß er oft hierher kommt. Hallersdorfer Teerofen liegt auch am See, und man kann, wenn es auch ziemlich weit ist, den Endsee mit dem Boot erreichen. Der Landweg aber ist viel näher, und es ist auch so, daß er, wenn er fein Motorrad bei -dem Bauern Hagemann abgestellt hat und ins Boot steigt, ein anderer Mensch wird. ,Zch bin kein Bürositzer, Fräulein Tilde", sagt er. „Aber warum kommen Sie gerade immer wieder auf die Runeninsel?" will sie wissen. Sie sind oben auf der Höhe angekommen und stehen vor dem Gebüsch mit den Feldsteinen. „Sie kennen ja all die Geschichten, die hier herumgeistern. Die haben uns als Jungen nicht schlafen lassen, und als wir dann einmal "einen Hauslehrer hatten, der eigentlich Archäologe war und nur das Sommersemester bei uns zubringen sollte, schleiften wir ihn hierher. Meine Schwestern kamen natürlich für solche Exkursionen nicht in Frage. Ader es waren ein paar Vettern bei uns, und eigentlich wollten wir uns nur einen Jux machen. Daß aus diesem Jux mehr wurde, verdanke ich eben diesem Kandidaten. Der Mann ging ganz sachlich vor und ließ sich zuerst einmal die alten Sagen erzählen. Damals lebte der Großvater Hagemann noch, und der steckte voll davon. Dann beluden wir eines Tages ein Boot mit Schaufeln und Hacken und fuhren hierher auf die Insel. Dort drüben sehen Sie noch die Gräben, die wir gezogen haben." Tilde hörte ihm gespannt zu. „Und haben Sie etwas gefunden?" „3a, ein paar Knochen, die wir mit heiligem Gruseln anfaßten, als der Kandidat sagte, es seien Menschenknochen — und Topfscherben. Wissen Sie eigentlich, was Keramik auf deutsch heißt?" „Nein!" gesteht Tilde. „Töpferei, nichts anderes als Töpferei, es stammt aus dem Griechischen und klingt eben vornehmer. Daß Töpferei ein Handwerk und eine Kunst zugleich ist, haben wir damals gelernt, und ich habe mir für meine Berufsehre die erste Beule im Kampf mit meinen Vettern geholt, die mich wegen besagter Töpferei verulken wollten." Tilde lachte. „Und wo ist der Kampf ausgefochten worden?" „Hier. Hier oben. Den einen hab ich später noch den Abhang heruntergekollert, und der andere hat mich unten am Wasser zu fassen gekriegt. Na, jedenfalls habe ich später in München, als ich auf der Kunstakademie war, auch ein paar Semester Archäologie gehört. Aber dem Geheimnis der Runen- insel bin ich ebensowenig nähergekommen, wie unser Hauslehrer. Was er uns erzählte, war wohl mehr Hypothese, und er hat es erzählt, um uns überhaupt ein Bild zu geben." „Und was haben Sie mit dem Knochen gemacht?" „Der Kandidat hat ihn behalten. Er liegt wohl jetzt irgendwo in einer Sammlung als »Gussower Fund*. Aber die Topfscherben, die dabei waren, haben mich eigentlich noch mehr interessiert." Er lacht. „Man ist nicht umsonst Töpfer und, sehen Sie, Fräulein Tilde, deshalb komme ich heute noch gern hierher, wenn ich etwas zwingen will. Ich kann Ideen nicht am Zeichentisch bekommen, ich kann überhaupt nicht auf dem Papier denken, sondern nur in Ton." Er hat wahrhaftig ein Klümpchen Ton in der Tasche und knetet, während er spricht, daran herum. Tilde sieht, daß ein Mädchenkopf sich daraus bildet, und sie läßt ihn gewähren. Mehr noch, sie hebt den Kopf und bemüht sich, ganz still zu sitzen. Aber das macht ihn ärgerlich. „Bewegen Sie sich doch ruhig." Er erzählt von Einzelheiten von der Ausgrabung, und während er spricht, formen feine Hände. Tilde hört ihm zu und beobachtet ihn dabei. Es ist, als kenne sie ihn schon lange, und wenn sie ihn jetzt anspricht, nennt sie ihn immer Heinz Deetjen, und er sagt Tilde, nicht einmal Fräulein Tilde. Als er sie nach einer Weile fragt, ob sie ihm nun sitzen wolle, lacht sie: „Ich sitze Ihnen doch schon die ganze Zeit über, Heinz Deetjen." Er brummt: „Das netrnen Sie sitzen?" „Was ist denn wirklich sitzen?" „Dazu müssen wir nun doch ins Atelier gehen. Den Kranich setzen wir an die Luft, uyd dann geht's los. Aber die Stellung und den Gedanken, den muß ich zuerst haben." (Fortsetzung folgt) Gütemarke mit der Gesundheitsrune, Die Oie Jagd im August das der die als konnten. Wenn hat und Mehr Vollkornbrot! Gin Aufruf des Reichsgesundheitsführers ger jede Gelegenheit benutzen, um ihnen Abbruch zu tun. Bei der Morgenpirsch oder dem Abendansitz sieht man erfreulich viele Hasen. Es scheint fast, als wenn Meister Lampe verhältnismäßig gut durch den langen Winter gekommen wäre und im Frühjahr gute Lebensbedingungen gefunden hätte. Mehr gelitten hat offenbar das Federwild, obwohl ein abschließendes Urteil wohl im Augenblick noch nicht möglich ist. Das Rebhuhn rückt mit dem 25. August wieder in den Mittelpunkt des jägerischen Interesses. Jeder verständige Weidmann benutzt schon die Tage zuvor, um sich und den zur Hühnerjagd unentbehrlichen Hund wieder an die Anstrengungen einer Feldjagd im Spätsommer zu gewöhnen. Dabei gibt es die Möglichkeit, sich einen Ueber- blick über den diesjährigen Besatz zu verschaffen, und danach den Abschuß einzurichten. Es muß damit gerechnet werden, daß bei der Länge der Frost- und Schneezeit mehr Hühner als sonst nicht nur dem Hunger, sondern auch dem Raubzeug zum Opfer fielen. Aehnlich liegen die Dinge beim Fasan, obwohl dieser im allgemeinen winterhärter ist als das Huhn. Da er während des ganzen Septembers, der Hauptzeit der Hühnerjagd, noch Schonzeit hat, kann diese zur Abschußplanung verwendet werden. Sind die Verluste an beiden 'Federwildarten wirklich so hoch, wie vielfach behauptet wird, dann muß eine starke Abschußeinschränkung helfen, den alten Bestand wiederzugewinnen. Reichlicher sind sicherlich die Ringeltauben vertreten, denen die seit einigen Jahren eingeführte längere Schonzeit ausgezeichnet bekommen ist. Ueberall sieht man alte und junge xTauben auf den Stoppelfeldern, in den Wiesen und auf den Tränkebäumen. Seit dem 1. August ist ihr Abschuß frei. Auch der Besatz an Enten scheint nicht schlecht zu sein. Die späteren Schofe sind nun auch flugbar, und ein Reviergang nach dem Fluß, Bach oder Tümpel wird oft gute Beute bringen. Die Jungfüchse auf Burg Malepartus sind ausgelaufen und führen schon ein Räuberdasein auf eigene Faust. Den Fuchs wird man jetzt nur schießen, wenn dringende Gründe dafür sprechen. Ist später einmal sein Balg gut, macht er dem Jäger mehr Freude und kommt der Volkswirtschaft voll zu Nutzen. ' / Grimbart, der D a ch s, hat bereits wieder Schußzeit, die man dort baldigst auf dem Bau ausnutzen sollte, wo sein Groben im Herbst und Winter auf Schwierigkeiten stößt. Denn ein Ueberhandnehmen des Dachses steht zum guten Niederwildbesatz im Widerspruch. # Heger und Jäger sind im wahren Weidmann unzertrennbar vereint, und während der Weidmann erntet, muß er schon wieder an die Hege denken, und zwar nicht nur in der Handhabung des Abschusses. Es ist kein Zweifel, daß viele Reviere auf einen Notwinter wie den letzten in keiner Weise Jahr seinen Höhepunkt überschritten Bauer den Lohn für seiner Hände Die Vereichsmeisterschast im Turnen, Iaostball und Korbball mundeten und Kranken in den Lazaretten 24 Liter Gelee und 62 Flaschen Saft aus Himbeeren und Johannisbeeren. — Dieser Tage veranstalteten die Mädels des BDM.-Führerinnenlagers Laubach im Saale des Gastwirts Hahn, dahier, einen D o r f- gemeinschaftsabend, der sehr gut besucht war. Besondere Freude bereitete die Anwesenheit des Kreisleiters Backhaus und der Untergauführerin Käthe Töpelmann. Nach dem gut vorgetragenen Liede „Guten Abend, guten Abend" sprach Lagerleiterin Hilde Fink schöne Begrüßungs- warte. Die Darbietungen waren sehr reichhaltig. Lieder, gut vorgetragene Mundartgedichte, Kanons, Stegreifspiele wechselten miteinander ab. Allzu rasch gingen die schönen Stunden dahin. Sie werden unserer Einwohnerschaft noch lange in dankbarer Erinnerung bleiben. Tierzüchterische Erfolge in Heffen-Naffau. Aus dem aufstrebenden Tierzuchbgebiet Hessen- Nassau wurden im abgelaufene-n Monat wiederum 21 Kühe des Höhenfleckviehs und Roten Höhenviehs aus den Ti.erzuchtamtsbezirken Gießen, Darmstadt und Biedenkopf in die Abteilung B des Deutschen Rinderleistungsbuches eingetragen. Darunter befinden sich je zwei Kühe aus dem berühmten Zuchtort Airlenbach im Odenwald, sowie vom Lehr- und Dersuchsgut der Landesbauernschaft Hessen- Nassau, Selgenhof, Kreis Lauterbach. zum Verkauf kommt. Jetzt schon gibt es keinen Gau, in dem nicht Bäckereien oder Brotbetriebe zur Verfügung stehen, Vollkornbrothersteller anerkannt werden mit der Maßgabe verworfen, daß anstelle der Geldstrafe von 30,— RM. eine solche von 75,— RM. tritt. Der E. L. aus Lübecks und der M. M. in Schlitz waren wegen Diebstahls bzw. wegen Beihilfe an- geklagt. L. hatte sich vom Januar bis März Handtücher, Tischtücher, Bettücher, Wolldecken, Tischdecken, Garn, elektrische Birnen, Sohlleder usw. durch Diebstahl angeeignet, M. leistete Beihilfe zu diesen Diebstählen. Die Angeklagten waren im wesentlichen geständig. Der Anklagevertreter beantragte gegen L. eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis st rafe von zehn Monaten, abzüglich vier Monaten und zwei Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Das Verfahren gegen M. wurde ausgesetzt. schäft des Deutschen Roten Kreuzes verbrachte die Verunglückten nach der Chirurgischen Klinik. (Strafkammer Gießen. Der A. G. aus Kloppenheim hatte einen Sttaf- befehl über 75,— RM. erhalten. Er war beschuldigt, am 15. November 1939 den Bürgermeister von Klop- penhei'm öffentlich beleidigt zu haben. Gegen den Strafbefehl legte G. Einspruch ein. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Vilbel am 10. April wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 30,— RM. verurteilt. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. In der gesttigen Berufungsver- handlung beantragte t>er Anklagevertreter Erhöhung der Geldstrafe auf 75,— RM. und Publikationsbefugnis für den Beleidigten. Die Berufung wurde * „Kampf ums Brot", Müllersche Verlagshandlung, Dresden und Planegg bei München; „Vom Brot — Wissen und Erkenntnisse" von Professor Dr. Franz G. M. Wirz, Hippokrates-Derlag Marquardt 6r Cie., Stuttgart. Beide Schriften zu beziehen durch den Reichsvollkornbrotausschuß, Berlin 35, Tiergartenstraße 15. Oer Handball-Großkampf Kurheffen-Heffen. Nachdem setzt auch die Vertretung genannt worden ist, auf die sich der Gau Kurhessen bei dem großen Handballkampf am kommenden Sonntag stützt, läßt es sich erst ermessen, wie schwer das Ringen werden wird und mit welchem Einsatz man beiderseits rechnen muß. Wenn es sich auch rein äußerlich gesehen um eine« friedlichen Wettstreit handelt, wenn es auch in der Hauptsache darum geht, die einzelnen Spieler für die Bereichsmannschaft zu normieren, so wissen wir doch, daß die schon feit Jahren bestehende Rivalität zwischen Kassel und Gießen (gemeint ist der frühere Bezirk II) verlangt, Vergleiche anzustellen, die einen klaren Einblick in die tatsächliche Spielstärke der Gegner vermitteln. Warum nun wurde dieses Spiel nach Gießen verlegt? Der stellv. Bereichsfachwart weist in seinem Geleitwort auf die vorbildliche Arbeit hin, die von den verantwortlichen Männern und deren Helfer in den Vereinen gerade in jüngster Zeit geleistet wurde und die es unumgänglich erscheinen ließ, den vorbildlichen Einsatz entsprechend zu belohnen. Die Handballer des Bezirks Gießen wissen diese Anerkennung zu schätzen. Sie werden den Appell ihres Fachwortes nicht ungehört verhallen lassen, sich vielmehr restlos einsinden. Denn nicht zuletzt ist das Spiel als Lehrspiel gedacht, das dazu beitragen soll, die Spielkultur zu heben. Die Mannschaft des Gaues Kurhessen steht: Hücker (Kurhessen) ober Bubenheim (Bettenhausen); Koch (CT. Hessen-Preußen), Brosttneyer (Bettenhausen); Walberg (Bettenhausen), Sonne (Wehrmacht), Jacob (Wilh.); Reusing (Fieseler), Krause (CT. Hessen-Preußen), Haas (Bettenhausen), Mei- ninghaus (Wilh.), Müller (Wilh.). — Ersatz: Leis (Bettenhausen) und Walper (Niederzwehren). Fußball um die Kriegserinnerunqsplakette. T. Klasse: Garbenleich — Steinberg. Vor einer schweren Aufgabe steht Garbenteich. Gilt es doch, im ersten Spiel gegen den Bezirks- Fleiß erntet, beginnt auch des Jägers rechte Erntezeit. Von Monat zu Monat mehren sich nun wieder die weißen Felder im Jagdschein, die weitere Wildarten zur Bejagung freigeben. Im Hochwildrevier trägt der Rothirsch fein neues Geweih. Damit wird er für den Waidmann das Ziel der Wünsche, das zu erreichen allerdings oft viel Können, Ausdauer und Geduld erfordert. Denn der Hirsch steht in seiner Feistzeit, ist heimlich und vorsichtig, wird, wie ein Jägerdichter es ausdrückt, zum „Nachtgespenst, das Du nur ahnst, das Du nicht kennst". Im Reh re vier aber ist die Brunft des Rehwildes in der ersten Monatshälfte auf ihrem Höhepunkt. Die Blattzeit ist da. Böcke, die seit Junian- fang unsichtbar waren, tauchen nun auf einmal wieder auf, vertauschen das Feld, in dem es von Tag zu Tag unruhiger wird, mit dem Wald und suchen und treiben dort auch untertags. Die rechte Zeit, um eine Bestandsaufnahme zu machen, aber auch, um den Abschuß durchzuführen. Viele Abschußböcke sind dieses Jahr noch zu schießen, die eigentlich nicht in die Brunft kommen sollten. Aber die Jäger waren entweder irgendwo in Frankreich oder Belgien, oder sie waren beruftich durch den Krieg in so erhöhtem Maße in Anspruch genommen, daß der Abschuß zu kurz kam. Diese Böcke werden nun vor allem daran glauben müssen. Dazu kommt dann der eine ober andere gute Bock, der als Lohn für treue Wildhege freigegeben werben konnte und ber nun schon Zeit sand, sich noch einmal ein weiteres Jahr zu vererben. Es kann aber kein Zweifel darüber bestehen, daß der im Sinne einer Bestandshebung richtige Abschuß in diesem Jahre recht schwer ist. Der Not- minter 1939/40 ist an der Gehörnbildung nicht spurlos vorübergegangen, die Zahl der wirklich guten Böcke ist äußerst gering, während vielversprechende Bocke des Vorjahres in diesem Jahre vielfach dünne, schlecht vereckte Stangen als Winterfolge tragen. Sie in diesem Jahre als „Artverderber" abzuschießen, bedeutet unter Umständen den Abschuß wertvollster Erbttäger, die im kommenden Jahr unter der Voraussetzung eines erträglichen Winters voraussichtlich eine begehrenswerte Trophäe tragen würden. Der zielbewußte Heger wird daher unter Umständen besser tun, in Zweifelsfällen den Finger gerade zu lassen und ihn nur auf ausgesprochen krüppelhaftes Zeug, von dem es genug zu geben scheint, krumm zu machen. Schwarzwild macht wieder mehr von sich reden als manchem Jagdpächter im Interesse seines Geldbelltels lieb ist. Auch da macht sich natürlich das Fehlen zahlreicher Jäger bemerkbar, und Kartvffel- äcker, reifender Hafer und Wiesen mit Engerlingen im Boden werden leicht von den Sauen mehr auf- gesucht als tragbar erscheint. Darum wird der Jä- tn acht zu nehmen haben. Die Gastgeber sind daheim sehr stark und unberechenbar. Dazu kommt noch der kleine Platz, ein Grund mehr für die Grün- Weißen, diesmal den Gegner nicht zu unterschätzen. II. Klasse: jungen — Grohen-Llnden. Nachträglich meldete sich noch die Mannschaft von Großen-Linden zu den Spielen. Um dieser Mannschaft Gelegenheit zu geben, sich noch zu betätigen, wurde die zweite Mannschaft des VfB.-R. aus der Runde herausgenommen. Die Termine nimmt nunmehr Großen-Linden für sich i« Anspruch. In Hungen ist schwer zu gewinne«. Grüningen — Steinbach. ©rüningen erwartet Steinbach zum fälligen Spiel. Die Platzherren, die am vorletzten Sonntag überraschend verloren, müssen sich nun sehr daranhalten, den verlorenen Boden wieder aufzuholen. Da aber Steinbach wieder Verstärkung erhalten hat, dürfte es sehr schwer sei«, diesen die Punkte abzunehmen. Kleln-Llnde« — Heuchelheim. Ursprünglich war dieses Spiel in Heuchelheim angesetzt, doch ergaben sich wegen der Durchführung des Alterstreffens Schwierigkeiten. Um nun keinen Spielsonntag zu verlieren, wird das Spiel in Klein- Linden zum Austrag gelangen. Die beiden Mannschaften stehen sich in nichts nach. feier Turngemeine. Die Gießener gehen zum sechsten Male in diese Entscheidung, und die Aussichten waren noch nie so günstig, nachdem die Mannschaft in diesem Jahre bedeutend verstärkt werden konnte. Nun ist man in letzter Minute gezwungen, Ersatz einzustellen, wodurch der Kamps wieder durchaus offen ist. Trotzdem stellt die Mannschaft Dr. N o h l, • Riexinger,' Dr. Pfeffer, Trapp, Repp eine gut eingespielte Einheit dar, die zu schlagen schon besonderes Können erfordert. Das K o rb b a ll endspiel bestreiten mit der Tgde. Hanau und CT. Hessen Preußen Kassel zwei ausgezeichnete Mannschaften, die sich bereits im vorigen Jahre einen spannenden Kampf lieferten, den damals Kassel für sich entscheiden konnte. Es ist leicht möglich, daß Hanau in diesem Jahr den Spieß umoreht. In einem Vorspiel stehen sich Wetzlar und Heuchelheim gegenüber, wobei man den Gästen ob ihrer längeren Spielzeit die besseren Aussichten einräumen muß. Durch diese Paarungen, Kassel auf der einen und Gießen-Hanau auf her anderen Seite, werden diese Spiele auch zu einem interessanten Kräftevergleich der beiden Spvrtgaue Hessen-Nassau und Kurhessen in den Spielen Faustball und Korbball. Dorbereitet waren und deswegen viel höhere Einbußen hatten als andere. Jetzt gilt es, rechtzeitig vorzusorgen. Schon beginnt das Dreschen überall. Das dabei abfallende Hinterkorn ist wohlfeiles Winterfutter für Wildgeflügel, das durch diese Verwendung noch wirtschaftlich voll nutzbar gemacht wird. Sache des Jägers ist es nun, sich jetzt schon vorsorglich die nötigen Mengen zu sichern. Ein Wildfuttermittel ersten Ranges, das fast von allen Wildarten, und zwar von Haarwild wie Federwild, genommen wird, sticht uns zur Zeit überall in die Auaen. Es find die herrlich roten Beeren des Vogelbeerbaumes, die an Landstraßen oder in Gärten und Anlagen dieses Jahr besonders gut zu geraten scheinen. Sie stellen bestes Wild- und Dogel- futter dar, gehen aber, meist schon im Herbst ihren Weg, wenn überall der Tisch noch gedeckt ist. Schneidet man dagegen jetzt die Dolden ab und legt sie in Fässer oder Kisten mit trockenem Sand ein, dann halten sie sich ausgezeichnet und stellen im Winter ein gern genommenes Wildfutter dar. Diese Art der Aufbewahrung und Verwendung ist bei uns leider viel zu wenig vekannt. Hubertus. Landkreis Gießen. )—( Ruppertsburg, 1. August. Auch unsere Frauenschaft zeigt ihre stete Einsatzbereitschaft für die Aufgaben des Krieges. Am vergangenen Sonntag sammelte sie größere Mengen Maiblumenblätter. In dieser Woche bereitete sie für die Der- die diesen Betrieben als äußeres Zeichen der bestandenen Güteprüfung gegeben wird, ist immer häufiger zu sehen. Die hiermit angebahnte Entwicklung und Volks- erziehuna muß weiter fortschreiten. Ich erwarte deshalb oen vollen Einsag und die Mitarbeit aller Aerzte und Angehörigen der Gesundheitsberufe bei der Vollkornbrotaktion. Eine gute Handhabe zur Unterrichtung über die Bedeutung der Vollkom- brotfrage bieten dem Arzt, allen Angehörigen der Gesundyeitsberufe und jedem Volksgenossen die beiden Schriften ,^ampf ums Brot" und „Dom Brot — Wissen und Erkenntnisse".* Jeder wirke an seinem Platz dahin, daß immer mehr gutes Vollkornbrot in jede deutsche Familie gelangt! Dor allem muß das Augenmerk darauf gerichtet fein, das „Brot aus echtem Schrot und Korn" der Jugend und den Müttern zu geben. Dr. L. C o nL i. Der Reichsgesundheitsführer und Staatssekretär im Reichsministerium des Innern Dr. Conti hat folgenden Aufruf erlassen: Der Kampf um das Vollkornbrot ist ein Kampf für die Volksgesundheit. Wir wissen heute, daß die seit Jahrzehnten von bedeutenden Aerzten und Wissenschaftlern geforderte Ernährung aus Vollkornbrot von hohem Wert für die Erhaltung der Gesundheit und vollen Leistungsfähigkeit des einzelnen Volksgenossen ist. Das nationalsozialistische Deutschland geht auch auf diesem Gebiet mit Beharrlichkeit voran, um das neue Wissen über die Grundlage der menschlichen Ernährung allen zugänglich zu machen. Dor zwei Jahren wurde die Vollkornbrotaktion im Gau Sachsen begonnen, sie ist heute durch den Reichsvollkornbrotausschuß in allen Gauen im Gange und zu einer wichtigen Volksangelegenheit geworden. Hgnd in Hand mit der notwendigen Aufklärung wurden auch alle Vorbereitungen in technischer Hinsicht getroffen, um die Gewähr zu haben, daß in Stadt und Land nur Vollkornbrot von bester Güte Das Fachamt Turnen im Bereich XII führt, wie wir bereits ausführlich berichteten, am morgigen Sonntag in Heuchelheim feine Meisterschaften durch, die durch die Zusammenfassung aller Uebungsge- biete des Fachamts ihre besondere Bedeutung erhalten. Im Turnen wird der Meister im Deutschen Zwölfkampf ermittelt, bei den Turnerinnen im Achtkampf. Diese Wettkämpfe gelten daneben auch als Ausscheidung für die Deutschen Meisterschaften am 8. September in Chemnitz. Vo« Gießen steht die Teilnahme des Süddeutschen Kaiser vom Tv. 1846 fest, der bereits bei de« Gerätmeisterschaften dieses Winters in Berlin zum Sieg kommen konnte, lieber die Meldungen im allgemeinen etwas zu fugen, fällt unter den augenblicklichen Umständen schwer, da gerade das Turnen mit seinen immer neuen Pflichtübungen ein regelmäßiges Training in einem längeren Zeitraum erfordert. Die Spiele. Am Nachmittag, der auch in einer Schauveranstaltung die Kürübungen der Turnmeisterschaft bringt, fallen auch die Entscheidungen im Faustball und Korbball. Im Faustball stellt sich unserem heimischen Vertreter, der Mannschaft vom Tv. 1 8 4 6, der Sieger von Kurhessen, Die Aeltere Kas- meifter anzutreten. Das Spiel hat lokalen Charakter, trotzdem der Papierform nach Steinberg wesentlich stärker erscheint, werden die Platzherren alles aufbieten, dem großen Gegner allen Widerstand zu leisten. Wir rechnen mit einem klaren Sieg der Steinberger, die doch die größere Spielerfahrung haben. Rodheim — VsB.R. Im ersten Spiel müssen die Grün-Weißen in Rodheim antreten, die im letzten Meisterschaftsspiel die letzten Siegesaussichten der Grün-Weißen zunichte machten. Diesmal sind die Gäste wesentlich stärker, was aber nicht ausschlieht, daß sie sich sehr das vornehme 10670 Familien-Cafe in Gießen 192 A Herde in allen Ausführungen Mündlich können (Sie e§ nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nacht. BandaßistenmeisL Marktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Krank sein ist teuer, wir helfen! Versicherung zu günstigen Bedingu^en Deutsche Kranken-Vers. AG Frankfurt a. 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Das Buch ist ein vorzügliches Schulungsmittel und sollte in allen öffentlichen Büchereien vorhanden sein. Das Buch wttd empfohlen.- Zu beziehen durch jede Buchhandlung. - Verlangen Sie bitte ein Werbeblatt! Hugo Dermühler Verlag, Bln.-Lichterfelde Durch Ischias und Rheuma sehr große Schmerzen ausgestanden „Nun wieder ein lebensfroher Mensch" Frau Margarete Beier berichtet uns am 17. Oktober 1938: ,,Jch habe infolge Ischias und Rheuma lange Zeit sehr große Schmerzen ausgestanden. Was ich dagegen anwandte brachte wenig Linderung. Bei einem ganz heftigen Anfall nahm ich Togal. Nach kurzer Zeit war ich schmerzfrei. Durch Togal, welches mir über so viele Schmerzen hinweggeholfen hat, bin ich wieder ein lebensfroher Mensch gewcr» den. Mögen alle ähnlich Erkrankten ihre Zuflucht zu Togal nehmen." Augsburg, // Langemantelstr. 28. Die Erfahrungen anderer sind wertvoll! Der Bericht von Frau Beier ist einer von vielen, die uns unaufgefordert aus Dankbarkeit zugegangen ist. In der Tat haben Togal-Tabletten Unzähligen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen sowie Erkältungskrankheiten, Grippe und Influenza rasche Hilfs gebracht. Keine schädlichen Nebenerscheinungen! Die hervorragende Wirkung des Togal ist von Aerzten und Kliniken seit 25 Jahren M. ftätigt. Haben auch Sie Vertrauen und machen Sie noch heute eine» Versuch — aber nehmen Sie nur Togal! In allen Apotheken Mk. 1.24, Lesen Sie das Buch „Der Kampf gegen,Rheuma und Schmerzens Es ist mit interessanten, farbigen Illustrationen ausgestattet und für Gesunde und Kranke ein guter Wegweiser. Sie erhalten es auf Wunsch kostenfrei und unverbindluh xom TogalwerkMünchen.A 8/7a3. Feuerwehrwagen gegen Lastzug. Lin Toter, zwei Schwerverletzte. LPD. Mainz, 2. August. Am Donnerstagmittag stieß auf der Straße Gustavsburg—Rüsselsheim in der Nähe des Bischofsheimer Bahnhofs ein Fahrzeug der F e u e r l ö f ch p o l i z e i mit einem L a st z u g zusannnen. Drei Personen wurden schwer verletzt, von denen die eine inzwischen den Verletzungen erlegen ist. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Zuchthaus für Kriegsgewinnler. । Sondergerichk verurteilt einen gewissenlosen Ausbeuter. LPD. Mainz, 2.Aug. Vor dem Sondergericht hatte sich der 42jährige Johann Eduard Müller aus Hamburg, wohnhaft in Mainz, wegen keiner Reihe schwerster Verfehlungen gegen die Kriegswirtschaftsbestimmungen u. a. zu verantworten. Der Angeklagte war bereits in Hamburg gemeinsam mit einem anderen wegen fortgesetzter Betrügereien und Konkursvergehen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Seit 1935 war Müller Vertreter in pharmazeutischen Artikeln, nebenbei vertrieb er Friseurbedarfsartikel und Parfümerien, seit Juli 1939 hatte er sich mit dem Vertrieb von Textilien, Leder-, Kurz- und Spielwaren — allerdings ohne Konzession — befaßt. Er besaß fast keine Kenntnisse in den einzelnen Branchen, seine Gewissenlosigkeit und Gewinnsucht waren jedoch grenzenlos. So /verkaufte er Fensterleder, die er zu 61 Rpf. erworben hatte, mit 2 bis 2,75 RM., Handtaschen aus Werkstoffen, die er zu 12 RM. eingekauft hatte, gab er für 30 RM. ab, Herrenhemden mit einem Einkaufspreis von 3,75 RM. zu 12,50 RM., Tischwäsche von 8,^0 RM. zu 21 RM. Um die Kunden leichter hereinlegen zu können, gewährte er Teilzahlungen und gab punktepflichtige Spinnstosfwaren punktfrei ab, wozu er natürlich nicht berechtigt war. In den Schaufenstern seines „Lagers" legte er die Waren aus, jeder konnte in den Laden gehen und kaufen, obwohl der Angeklagte keine Genehmigung für den Ladenverkauf befaß. Er beschäftigte eine Frau, zu der er in „freundschaftlichen" Beziehungen stand, und einen 15jährigen Lehrling, der selbstverständlich nichts lernen konnte, vielmehr moralisch sehr gefährdet war. Der Vertreter der Anklage betonte, daß Schieber vom Format des Angeklagten als asoziale Elemente aus dem Kaufmannsstand ausgemerzt werden müßten. Skrupellos habe sich der Angeklagte über Moral und Gesetz hinweggesetzt, um des eigenen Vorteils willen die Aermsten des Volkes bewuchert und ohne Bedenken die Kriegsverhältnisse für seine egoistischen Zwecke ausgenutzt. Lebenswichtige Erzeugnisse habe er der Bewirtschaftung entzogen und die Sicherstellung des Bedarfs der Allgemeinheit dadurch gefährdet. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust, 1000 RM. Geldstrafe, ersatzweise 20 Tagen Zuchthaus. Außerdem sprach das Gericht das Berufsverbot als selbständiger oder angestellter Kaufmann auf fünf Jahre aus. Der Angeklagte habe sich durch sein Verhalten außerhalb der Volksgemeinschaft gestellt, ihn mußte die volle Schärfe des Gesetzes treffen. Schweres Unglück durch einen Bienenschwarm. Lpd. Fritzlar, 2. Aug. Hier war ein Landwirt mit mehreren Hilfskräften mit dem Abmähen von Gerste beschäftigt, als plötzlich ein im Getreide nistender Bienenschwarm aufflog und über Menschen und Tiere herfiel. Dabei wurde der gelähmte Bruder des Landwirts, der die Arbeiten mit beaufsichtigte und sich infolge seines Gebrechens nicht zur Wehr setzen konnte, so zugerichtet, daß er wenige Minuten später starb. Der hinzueilende Landwirt sowie ein auf die Hilferufe hinzugekommenes Mädchen und ein Arbeiter wurden gleichfalls von dem Bienenschwarm angegriffen, konnten sich jedoch noch zu einem Arzt begeben, dessen Einspritzungen von Gegengift erfolgreich paren. Trotzdem sind die Verletzungen des Landwirts und des Mädchens schwerer Art. Furchtbare Verletzungen trugen die Pferde davon, die trotz aller Abwehrmaßnahmen durch Wasserspritzen nicht mehr gerettet werden konnten. Zwei Pferde mußten notgeschlachtet werden, zwei weitere verendeten trotz der Einspritzungen innerhalb weniger Stunden. Wirtschaft. Freundliche Börsenwoche. Frankfurt a. M., 1. August. Der neue Berichtsabschnitt begann mit einer merklichen Befestigung des Kursniveaus, angeregt durch die Ausführungen des Reichswirtschaftsministers Funk über das größdeutsche Wirtschaftsprogramm. Dieses Programm, das sehr lebhaft besprochen wurde, ließ günstige Perspektiven für die deutsche Industrie in einem neugeregelten europäischen Kontinent erhoffen und gab Anlaß, Meinungskäufe zu tätigen. Allerdings, eine Hausse gab es nicht, dafür war die einsetzende Geschäftstätigkeit doch zu klein, immerhin konnten die seit Tagen abgebröckelten Kurse sich wieder kräftig erholen. Eine Sonderbewegung, die sich über mehrere Tage hinaus erstreckte, erfuhren Bankaktien. Hier argumentiert man, daß die Aufgaben der Großbanken künftig eine starke Ausweitung erfahren werden, so daß sie für das im Vergleich schon zum jetzigen Geschäftsumfang kleine Kapital eine sichere Verzinsung sichert, zum anderen scheinen auch Hoffnungen auf spätere Kapitalserhöhungen mitgespielt zu haben. Jedenfalls ergaben sich für die Großbankwerte ansehnliche Nachfrage und Kursbesserungen. Die Aktienmärkte fielen im Wochenverlauf wieder in die sommerliche Ruhe: freundlicher Grundton mit im allgemeinen wieder leicht abbröckelnden Kursen, hier und da auf Grund eines nenn eriswerteren Auftrages stärker nach oben oder unten aus schlagend. Recht freundlich blieben Bauwerte und auch Autoaktien, bei denen nun das erwartete Bezugsrecht bei BMW. herauskam: Bezug 2:1 zu 140 v. H. bei einem gegenwärtigen Kurs von zirka 181. Am Rentenmarkt hielt die Berichtszeit über die Nachfrage nach Reichsschatzanweisungen an, verstärkt hat sich das Interesse für Steuergutscheine. Die Altbesitzanleihe lag durchweg bei 150—150,25 recht freundlich, auch Reichsbahnoorzüge unter Schwankungen zwischen 126 und 127 an einzelnen Tagen mehr beachtet. Bei Jndustrieobligationen ist das Geschäft ziemlich ruhig; man schenkte den neuen Emissionen mehr Aufmerksamkeit, die in der Berichtszeit zur Zeichnung aufgelegten (bzw. freihändig angebotenen) Anleihen der Rudaer Steinkohlen- Neues für öei — Josef Grabler: Mit Bomben und MG. süberPolen. PK.-Kriegsberichte der Luftwaffe. Mit 61 Frontphotos. Gebunden 2,85 RM. C.» Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (115) — Hier erzählen die Männer, die im Sturzkampfflugzeug die Fünfhundert-Kilo-Bomben auf Flugplätze und Panzerzüge warfen, berichten jene MG.-Leute, die den letzten polnischen Jäaer zum Absturz brachten, Flugzeugführer, wie sie die eigene abgeschossene Maschine in Brand steckten. Auch sie kommen zu Wort, die als Funker und Monteure die Vorbedingungen des Sieges schufen. Soldatisch knapp sprechen die harten Tatsachen, und doch durchklingt unter dem frischen Eindruck des Selbsterlebten das Jubelnd-Sieghafte einer stolzen Waffe dies packende Buch. — Stefan Utsch: Todesurteil in Tours 1917, Aufzeichnungen des deutschen Kriegsgefangenen 389. Deutscher Verlag, Berlin. Preis gebunden 2,85 RM. In der Sommeschlacht 1916 wird ein Infanterist aus dem Westerwald von den Franzosen gefangengenommen. Mit vielen seiner Kameraden kommt er in das Gefangenenlager von Tours. Er wird, als er einem Mann aus der Wachmannschaft das Gewehr entreißt, und dieser von einem losgehenden Schuß tödlich getroffen wird, zur Exekution verurteilt, dann zu Zwangsarbeit begnadigt. In Zuchthäusern Südfrankreichs verlebt er eine Zeit der Qual, bis er die Flucht wagt. Nach acht gefährlichen Tagen erreicht er die Pfalz. Von deutschen Eisenbahnern wird er in Zugbegleiteruniform heimlich nach Frankfurt geschafft. Ein Bericht, den niemand ohne tiefe Erschütterung lesen kann, der auf die berühmte französische Menschlichkeit und Kultur grelle Schlaglichter wirst. — Taschen-Brockhaus zum Zeitgeschehen Mit rund 900 Abbildungen, Schaubildern und Karten sowie 38 Uebersichten und einer bunten Karte Europas im Format 46X61 cm. Halbleinen RM. 3,60. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. — (143)— In diesem Nachschlagewerk, wie wir es uns in diesen Monaten großen weltgeschichtlichen Geschehens schon oft gewünscht haben, finden wir zunächst einmal die von jedermann begrüßten Er- werke und der Böhler-Wien wurden jeweils anf ersten Tage schon voll gezeichnet. Für Stadtanleihen besteht ebenfalls weiteres Interesse, bei der Markt- leere kam es jedoch nur zu einigen Umsätzen in Darmstädter und Mainzer Stadtanleihen zu kaum veränderten Kursen. Pfandbriefe unverändert stark gefragt, Kurse mehr oder weniger nominell. Im Freiverkehr haben sich die schon bisher bevorzugten Werte, wie Dingler, Rastatter Waggon, Katz & Klump weiter befestigen können, Kupferberg Sekt eher etwas fester. Tagesgeld blieb weiterhin auf seitheriger Basis 1,75 v. H. E. Schn. i Büchertisch. flärungen militärischer und politischer Ausdrücke, die beim Zeitunglesen gute Dienste leisten. Sammelartikel führen in die Zusammenhänge im großen Weltgeschehen. Als Ergänzung finden wir schließlich eine Fülle von Angaben, Zahlen, Statistiken, Zeichnungen, Kartenskizzen, Uebersichten, Bildern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Rechtsleben, kurze biographische Darstellungen der führenden Männer aus Wehrmacht, Staat und Partei. So vermittelt uns der „Taschen-Brockhaus zum Zeitgeschehen" eine erschöpfende Gesamtschau auf unsere Zeit. — Die wichtig st en Feindflugzeuge in Wort und Bild bringt ein Büchlein des Verlages Dr.-Jng. O. Spohr, Dresden-N. 6 zum Preise von 0,50 RM. — Besatzung, Bewaffnung, Motor- und Flugleistungen sind bei den Typen jeweils angegeben. Ein kurzes Vorwort führt an Hand zahlreicher Skizzen klar und anschaulich in die wichtigsten fliegerischen Begriffe ein. Ein sehr nützliches Büchlein für jedermann. L. — KorvettenkapitänFriedrichGiese: Sie Kriegsmarine im großdeutschen Freiheitskampf. Preis kart. 1 RM. Verlag Wilhelm Limpert, Berlin SW 68. Das Büchlein, dem Großadmiral Raeder ein Geleitwort mit auf den Weg gegeben hat, erläutert in klar verständlicher Weise die technischen und strategischen Begriffe des Seekrieges, vor allem Schiffstypen und Spezialwaffen. Heber die ersten sechs Monate des Seekrieges wird ein kurzer Rückblick gegeben und die Eigenart des Handelskrieges besonders bärge» stellt. Ein kleines Seekriegsalphabet beschließt das brauchbare Büchlein. L. — Rudolf Stratz: Das freie Meer. Roman, Deutscher Verlag, Berlin. Preis als Feldpostausgabe 2 RM. Dieses Buch, ein Weltkriegsroman des bekannten Erzählers, stellt die verwegenen Taten eines deutschen Seeoffiziers und seines Kaperschiffes in den Mittelpunkt eines spannenden, von scharfer Beobachtung britischer Kriegsmethoden zeugenden Handlung. Das bekannte Spcjialbaus Am 1. August 1940 wurde unser Kamerad durch den Tod aus unseren Reihen gerissen. Sl£ können sogen was Modehaus Carl Nowack 3501 D Inhaber: CARL-HEINZ SCHLÜTER Gießen, Seltersweg 81 3472 A Herrn Wilhelm Rühl 767Ü Lollar, den 3. August 1940. 3478 D Prof. Brüning verreist Gießen-Wieseck, den 3. August 1040. 3500 D 3494 D ft6 für Dämmstoffe und fertigkleidung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meines guten Mannes, unseres liebenVaters und Großvaters Durch seine Verdienste hat er sich eine bleibende Erinnerung selbst geschaffen. Die Beerdigung findet am Montag, dem 5. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Bezirk 8 Gießen Stein, stellv. Bezirksführer. L. 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Reue Speifefarfoffelpreife in Hessen-Nassau. Im Bereiche des KartoffelwirtschaftsverbandeL Hessen-Nassau gelten für die Zeit vom 5. bis 10. August 1940 für deutsche Speisefrühkartoffeltt folgende Erzeugerpreise: Weiße, rote, blaue Sorten 3,75 RM., runde und lange gelbe Sorten 4,25 RM. Diese Preise gelten für je 50 kg ausschließlich Verpackung, frachtfrei Empfangsstation. 3499D KLUBTISCHE in verschiedenen Ausführungen am Lager BRAND-PLATZ 3493 A für die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Biedenkopf, die ehrende Rede des Herrn Direktor Jantzen, das Gedenken seiner Gefolgschaft und Alterskameraden und die zahlreichen Kranzspenden sage hiermit meinen innigsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Josefine Rühl-Jung, (Sterbefälle. Am 18.7.40 Mariane Elisabethe Kümmel, geb. Christ, 81 Jahre, Gießen, Liebigstr. 63; 18.7* Johann Heinr. Baum, Glasermeister, 72 Jahre, Gießen, Bleichstr. 2; Paul Josef Hagemann, Photograph, 59 Jahre, Gießen, Brandgasse 8; 19.7. Ernst Ziegler, Konditor, 33 Jahre, Gießen-Wieseck, Gie- ßenerstr. 137; 20.7. Aoam Hilz, Hutlederfgbrikant, 89 Jahre, Gießen, Ludwigstr. 29; Dagmar Costa- bell, 11 Monate, Gießen, Liebigstr. 68; Anna Katharine Klingelhöfer, geb. Breither, 64 Jahre, Watzenborn-Steinberg, Bahnhofstr. 61; 21. 7. Hedwig Schneider, geb. Schultheiß, 27 Jahre, Utphe, Kr. Gießen; 23.7. Werner Leib, 3 Tage, Gießen, Kirchstraße 2; 24.7. BrunhildeHöhler,6Monate, Gießen, An der Kläranlage 10; 25.7. Heinrich Scharmann, Stadt. Arbeiter i. R., 81 Jahre, Gießen, Marburger Straße; 26.7. Wilhelmine Leidich, geb. Birx, 70 Jahre, Grüningen, Kr. Gießen; 27. 7. Karl Hahn, Justizoberwachtmeister, 61 Jahre, Gießen, Gutfleischstr. 1; Paul Hatz, 4 Jahre, Gießen, Rod- heimer Straße 35; 28.7. Wilhelm Pietsch I., o.B., 83 Jahre, Gießen, Senckenbergstr. 25; Anna Frieda Henriette Helene Johannette Faß, o.B., 54 Jahre, Gießen, Kaiserallee 24; Marie Belling, geb. Genth, o.B., 58 Jahre, Odenhausen, Kr. Gießen; 30.7. Amalie Luise Philippine Schuchardt, geb. Aulber, 94 Jahre, Gießen, Stevhanstr. 11; 31.7. Karoline Rüger, geb. Nitze, 59 Jahre, Gießen, Kreuzplatz 4; Anna Müller, geb. Arzt, 42 Jahre, Lang-Göns, Kreis Gießen. JoooL^ äOro-einwoitungen Gießen, Bahnhofstraße. 3496 D__________________________________ »tow mit 150.-0. Inhalt wurde gestern Freitagnachmittag von meinem jungen Ausläufer- verloren auf dem Wege von der Bezirkssparkasse bis Hindenburg- wall 21. Der ehrliche Finder wird gegen Empfangnahme des Finderlohns um Ablieferung gebeten. Minklein.GletzenerverlagMulrerel Hindenburgwall 21. 02033