Mittwoch, 3. Juli 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8V,Uhr des Bormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel L Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt . , ^ernsvrechanschluff 2251 Druck und Verlag: ÖÄÄ BrUlfdje llninerfttötsbrnderei B. tauge General-Anzeiger füi Oberhessen $ Sieh-n^chlilftrah-7-9 an (SicKciicr zliKciocr IVIIVIl'V'V ▼▼ I™ j▼VwV'V auch bei Nichterscheinen wly Der größte Sieg -er deutschen Wehrmacht. Der abschließende Bericht des Oberkommandos über den Feldzug in Frankreich. Führerhauptquartier, 2.Juli. (DNB.) Ueber den Verlauf der Operationen in Frankreich vom 5. bis zum 25.Ium gibt das Oberkommando der Wehrmacht folgendes bekannt: Die Vernichtungsschlacht in Flandern und im Artois war kaum zu Ende, als Luftwaffe und Heer, in feinen Reihen viele Divisionen, die bisher überhaupt noch nicht im Kampfe gestanden hatten, zum zweiten entscheidenden Schlage gegen Frankreich ausholten. Als Auftakt für die neuen Operationen griffen am 3. Juni starke Kräfte der deutschen Luftwaffe die Flugplätze und die Luftrüstungsindustrien um Paris mit vernichtender Wirkung an. Am Tage darauf standen vom Heer unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Brauchitsch drei Heeresgruppen unter den Generalobersten von Rundstedt, von Bock und Ritter von Leeb zum Einsatz bereit. Ziel des n^euen Operationsabschnittes war der Durch- bruch durchdie französische Nordfro n t, die Abdrängung der auseinandergerissenen französischen Heeresteile nach Südwesten und Südosten und anschließend ihre Vernichtung. der Durchbruch durch die Weygand-Zone. Als die Divisionen der Heeresgruppe des Generalobersten von Bock am 5. Juni über die untere Somme und den Oise—Aisne-Kanal zum Angriff antraten, fanden sie einen zur Abwehr bereiten Feind vor sich. Die französische Füh- ruarg war entschlossen, unter Aufbietung aller noch verfügbaren Kräfte die „W eygand-Zone" und anschließend die Maginotlinie bis zum letzten zu verteidigen. Ein neues Verteidigungsverfahren war erdacht worden, von dem man sich vor allem Erfolg gegen den gefürchteten raschen Durchbruch motorisierter Verbände erhoffte. In viertägigem schweren Ringen durchstießen die Infanterie- und Panzer-Divisionen der Armeen des Generalobersten von kluge, des Generalobersten von Reichenau und des Generals der Infanterie Strauß die feindliche Front.* 1 2 Am 9. 3uni war die Verfolgung gegen die untere Seine und in Richtung auf Paris in vollem Gange. Schnelle Truppen unter dem Befehl des Generals der Infanterie H o t h erreichten im ungestümen Vorwärtsdrang am gleichen Tage Rouen und leiteten die Einkreisung starker feindlicher Kräfte an der Küste bei Dieppe und St.Valery ein. Damit war der feindliche Westflügel zertrümmert und die Westflanke der nunmehr beginnenden hauploperationen gesichert. Durch ihre zusammengefaßten und straff geführten Massenangriffe erleichterte die Luftwaffe auch hier dem Heere den Erfolg. Sie hat ihren besonderen Anteil an dem schnellen Durchbruch bis zur Seine, wo unter ihren Bomben feindliche Infanterie- und Panzerverbände, die zum Gegenstoß bereit standen, schon in der Versammlung zersprengt wurden. Indem sie die Bahnlinien unterbrach und das Eisenbahnmaterial zerstörte, nahm sie dem Gegner die Möglichkeit, Reserve^ zu verschieben und an die Durchbruchsstelle zu werfen. Als in Le Havre, Cherbourg und B r e st die ersten Anzeichen eines Abtransportes bemerkt wurden, griffen im schnellen Wechsel Teile der Luftwaffe auch dort gegen die Hafenanlagen, die Oeltanks und Schiffe mit sichtbarem Erfolg an. Durch die Champagne bis zur Schweizer Grenze. Die hauploperation auf der Erde begann am 9. 3uni mit dem Angriff der Heeresgruppe des Generalobersten von Rundstedt in der Champagne und auf dem w e st l i ch e n 7Naasufer. hier waren es zunächst allein die 3 n f a n l e r i e - D i v i s i o n e n der Armeen des Generals der Kavallerie, Freiherr von W e i ch s, des Generalobersten £ i st und des GeneSUls der 3nfanterie Busch, die in zweitägigen schweren Kämpfen mit dem sich erbittert wehrenden Feind, wiederum von der Luftwaffe vortrefflich unter st ü h t, die Aisne-Stellung durch h rachen und den bereitgeslellten zahlreichen S ch nel l en Truppen den Weg öffneten. Schon am 11. 3uni konnten die Panzer- und und motorisierten 3nfanterie-Divisionen des Generals der Kavallerie von K l e i ft und des Generals der Panzertruppen Guderian in der Ehampagne mit weitgesteckten Zielen über Troyes und St. Dizier angefeht werden. Zum dritten Wale innerhalb eines Vierleljahrhun- derts überschritten deutsche Truppen d i e Warne. Rach anfänglich harten Kämpfen mit feindlichen Rachhulen, später mit völlig überraschten Teilen des feindlichen Gros, stießen die schnellen Truppen durch die geschlagene breite Bresche an den folgenden Tagen nach Südosten in Richtung auf die Schweizer Grenze vor. Bewegung und Versorgung der überaus großen Zahl von 3nfanterie-Divisionen und schnellen Verbänden auf engem Raum waren eine Weisterleislung der Führung. Inzwischen hatten unsere Truppen die untere Seine rasch überwunden und waren in die Pariser Schutz ft ellung ein geb rochen. Dadurch sah sich auch der feindliche Westflügel gezwungen, weiteren Widerstand aufzugeben. Truppen des Generals der Artillerie von Küchler marschierten am 14. Juni in Paris ein. Die feindliche Nordfront war zusammen geb roch e n, unsere Verfolgung überall in vollem Gang. Infanterie-Divisionen und schnelle Verbände wetteiferten in gewaltigen Marschleistungen. Die Auflösungserscheinungen der feindlichen Armeen steigerten sich unter diesem gewaltigen Druck von Stunde zu Stunde. Berlin, 3.3uü. (DRB. Funkspruch.) Amtlich wird verlautbart: 3n dem kleinen Städtchen £ a Charite an der £oire erbeutete ein Rachtichten- trupp in einem halbzerstörten Zug die politischen Geheimakten des französischen G e n e r a lst a b s. Sie enthüllen mit einer geradezu beispiellosen Eindeutigkeit die zynischen Kriegs- a^rsweitungspläne Englands und Frankreichs. Alles, wvs man deutfcherseils über diese Pläne geahnt, und durch bisherige Aktenfunde bereits bestätigt gefunden hatte, wird durch diese Dokumente in seinen großen Zusammenhängen in geradezu erstaunlicher Weise klargelegt. 3nfolge der eigenen Schwäche und aus Wangel an Einsatzbereitschaft Englands und Frankreichs sollten die klei- nenVölkerLuropas systematisch zur Schlachtbank geführt werden. Deutschland wollte man auf zweifache Art niederzwingen: 1. Durch Abfchneiden von den schwedischen Erzgruben oder durch ihre Vernichtung; ferner durch Vernichtung sowohl des r u mä n i sch e n Oels als auch der sowjetrusfischen Oel- quellen von Baku und Batum. 2. Durch hineinziehen Skandinaviens in den Krieg gegen Deutschlaüd, wodurch man 10 Divisionen gegen Deutschland gewinnen wollte, und durch hineinziehen von Rumänien, der Türkei, von Griechenland und 3ugoslawien, wodurch man etwa 100 Divisionen gegen Deutschland mobil zu machen hoffte. Reuyork, 2.3uli. (DRB.) Wie in führenden nationalirischen Kreisen Reuyorks verlautet, hat die englische Regierung dem 3rischen Freistaat in den letzten Tagen ein Garantieangebot gegenüber einer angeblich drohenden deutschen 3 n v a s i o n vorgeschlagen, wobei 3rland als Gegenleistung seine Verteidigung englischer £eitung anoerfrauen soll. Das englische Garantieangebot basiert im wesentlichen auf dem Versprechen einer Hilfeleistung durch polnische und tschechische Truppenverbände, soweit sich solche zur Zeit auf englischem Boden befinden. Südirlands Neutralität und seine angeblich mangelnde Rüstungsbereitschafl verursacht, wie „Rew York Times" aus £onbon berichtet, den englischen Regierungskreisen sowohl vom Standpunkt der Verteidigung Englands wie der Aufrechterhaltung der Verbindungslinien mit der Außenwelt wachsende Besorgnis. Da nach Ansicht vieler militärischen Sachverständigen einem deutschen Angriff auf England wahrscheinlich die deutsche Besetzung 3rlands vorausgehen werde, sucht £ondon nach einer Formel, die den britischen Truppen eine Besetzung des bedrohten £andes ohne Verletzung der irischen Empfindlichkeit ermöglichen werde. Ein Vorschlag gehe dahin, polnische und tschechische Divisionen aus Frankreich sowie die unter General de Gaulle in Bildung begriffene „Franzöflfche £egion" zunächst nach 3rland zu entsenden, um dort einen Hilferuf d e Valeros abzuwarten. Wan argumentiere, daß diese größtenteils aus Katholiken bestehenden Truppen bei der irischen Bevölkerung freundlichere Aufnahme als britische Truppen finden würden (!), die noch kürzlich als feindliche Soldaten angesehen worden seien. Der Korrespondent der „Rew Pork Times", der kürzlich in 3rland war, stellt jedoch fest, daß die irische Bevölkerung eine deutsche 3nvasions- gefahr nicht ernst nehme, dafür aber den Wotiven derjenigen mißtraue, die 3rland auf die Rotwendigkeit seiner Rüstungsbereitschaft Hinweisen zu müssen glaubten. Südirland scheine entschlossen Zerschlagung der Baginollinie. Da griff am 14. 3uni auch die Heeresgruppe des Generalobersten Ritter von £ e e b in den Kampf ein. 3n zweitägigen schweren Kämpfen gegen stärkste Befestigungswerke durchbrach die Armee des Generalobersten von Wih - leben, durch starke Artillerie wirkungsvoll unterstützt, die maginotlinie, den als unbezwingbar geltenden Schuhwall Frankreichs. Sie zerbrach damit die schon im Rücken bedrohte feindliche Rordostfront nochmals in Dies nannte man sinnreich die Strategie der A b - nuhungsfront gegen die deutsche Armee. Bereits feit langem waren beide Aktionen beschlossene Sache. Rur die Unfähigkeit und Lnt- schlußlosigkeit der gegnerischen Führung und das blitzschnelle Zuschlägen der deutschen Armee hat diese Pläne vereitelt. Wit Recht hat General G a m e l i n in einem aufgefundenen Schreiben vom 12. Wai 1940 die strengsten Vorkehrungen für die Geheimhaltung dieser Dokumente des Generalstabes angeordnet, denn, „wenn eines dieser Dokumente in die Hand des Feindes fallen sollte", so würde das deutsche Oberkommando „allein schon hierdurch politische handhaben erhalten, die es gegen die Alliierten auswerten würde". Ein wahrhaft klassisches Dokument schlechten Gewissens! Der französische Gene- ralftab war sich im klaren über die katastrophalen Folgen, die die Veröffentlichung dieser Dokumente für die englische und französische Politik haben muhte. Das Auswärtige Amt hat in feinem Weißbuch Rr. 6 eine Zusammenstellung dieser Akten vorgenommen. 3n Anbetracht der ungeheuren Bedeutung wird aber bereits vor Erscheinen des Weißbuches damit begonnen, der Öffentlichkeit in einer fortlaufenden Folge diese Dokumente zur Kenntnis zu bringen. Ein Intrigenspiel wird hiermit aufgedeckt, wie es die Welt bisher wohl kaum gesehen hat. zu sein, lieber allein Widerstand zu leisten, als den englischen Streitkräften die Rückkehr auf den Boden Irlands und zu seinen Häfen zu gestatten. Vielfach werde in Südirland sogar erklärt, daß britische Truppen bei etwaiger Ueberschreitung der Rordgrenze den gleichen W i d e r st a n d an- treffen würden wie die Deutschen. * ” Es läßt sich schwer etwas phantasieloseres vorstellen als die englische Außenpolitik der letzten Jahre. Keine neue Idee, keine andere Konzeption als die des blindwütigen Hasses gegen das revolutionäre Deutschland. Selbst in dem Augenblick höchster Bedrängnis fällt den britischen Plutokraten nichts anderes ein, als das gleiche Spiel zu wiederholen, mit dem sie Englands Ansehen in der Welt bereits bis zum Nullpunkt heruntergewirtschaftet haben. Selbst jetzt, da die Insel dieser pluto- kratischen Imperialisten von Norden, Osten und Süden umstellt ist, da sich kein Volk mehr findet, das ihnen Waffenhilfe leisten möchte, kommt London mit einem „Garantieangebot". Es wäre zum Lachen, wenn nicht so zahlreiche Beispiele zeiaten, welches Unheil diese englischen Garantieversprechen schon angerichtet haben. Bis hin zum Schwarzen Meer wollten die britischen Krämer, um selber nicht kämpfen zu müssen, mit ihrer Garantie alle Länder gegen Deutschland aufputschen, und nur das starke Schwert hat ihre heimtückischen Netze zerschnitten. Jetzt schämt man sich, diese britische „Garantie" angenommen zu haben, Rumänien wendet sich von dem Verderber ab, der über Polen, Norwegen, Belgien und Holland so schweres Leid gebracht hat. Doch in seiner vermessenen Ueberheblichkeit glaubt England, während seine „führenden" Schichten bereits ihr Geld nach dem westlichen Erdteil in Sicherheit bringen, noch mit einem neuen Garantieangebot der Welt den starken Mann vortäuschen zu können. Die Welt aber weiß nach dem „siegreichen" Rückzug aus Norwegen und der schimpflichen Flucht aus Flandern, daß sich hinter dieser Arroganz nur Schwäche und Unvermögen eines abgewirtschafteten Systems verbirgt, dessen Zusammenbruch erst den Weg frei machen wird zu einer ehrlichen und vernünftigen Zusammenarbeit der Völker. zwei Teile und erschütterte den letzten Glauben des Feindes, sich noch weiter behaupten zu können. Dasselbe Schicksal erlitt die französische Ostfront, als am 15. Juni auch die Armee des Generals der Artillerie D o 11 m a n n bei Colmar das gewaltige Hindernis des befestigten Oberrheins im Angriff überwand und in die Vogesen eindrang. In engster vorbildlicher Zusammenarbeit mit dem Heere trug die Luftwaffe zu dem schnellen Durchbruch durch die Maginotlinie südlich Saarbrücken und später bei Colmar und Mülhausen wesentlich bei. Mit schwersten Bomben griffen Stuka- und Kampfverbände, wann immer die Wetterlage es erlaubte, die Festungswerke an und brachten ihre Waffen zum Schweigen. Auch Flak- einh eiten unterstützten dabei die stürmende Infanterie auf das wirkungsvollste. Zur selben Zeit halfen andere Teile der Luftwaffe dem Vorstoß der schnellen Truppen auf Besanxon und bis zur Schweizer Grenze vorwärts. Der Ring geschlossen. Die Tage nach dem 15. Juni standen im Zeichen einer beispiellosen Verfolgung von der Küste bis zur Maas. Nach dem Fall von Paris fluteten die französischen Kolonnen vor der ganzen deutschen Heeresfront nach Süden und Südwesten, auf allen Rückzugstraßen von den deutschen Kampffliegeroerbänden immer wieder angegriffen. Diese scharfe Verfolgung auf der Erde und aus der Luft vereitelte die Absicht der Franzosen, sich hinter der Loire erneut aufzubauen. Ueber die Trümmer der geschlagenen französischen Armeen hinweg eilten unsere Dioilio- nen vorwärts, erfüllt von dem Gedanken an Den Sieg und von der endlichen Wiedergutmachung des Unrechts von Versailles. Selbst die Festung Verdun, Symbol des französischen Widerstandes im Weltkrieg, konnte diesem Ansturm nicht widerstehen. Sie siel am 15. Juni. Am 17. Juni erreichten schnelle Verbände die Schweizer Grenze südostwärts Besanxon und schlossen damit den Ring um die französischen Kräfte in Lothringen, im Elsaß und um die Maginotlinie. Viele Vorstöße über die Loire ließen erkennen, daß der Feind sich auch hier zu keinem Widerstand mehr aufraffen konnte. Das Heer Frankreichs hatte seine Schlagkraft verloren und begann, die Waffen zu strecken. Die Ville um Waffenstillstand. In dieser Lage wandte sich der französische Ministerpräsident, Marschall P e t a i n , an die deutsche Reichsregierung mit der Bitte um Bekanntgabe der Waffenstillstandsbedingungen. Am 21. Juni wurde an der historischen Stätte im Walde von Compiegne in Gegenwart des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht durch einen feierlichen Akt die Schmach von 1918 getilgt. Anschließend nahm die französische Delegation die Waffenstillstandsbedin- gungen durch den Ches des Oberkommandos der Wehrmacht entgegen. Sie wurden am 22. Juni 18.50 Uhr unterzeichnet. Am 25. Juni um 1.35 Uhr stellte die deutsche und die italienische Wehrmacht die Feindseligkeiten gegen Frankreich ein. Der „größte Feldzug aller Zeiten" endete nach sechs Wochen auch mit dem größten Sieg der deutschen Wehrmacht. Der Einsatz der Lustwaffe. In welch hohem Maße die Luftwaffe zu den ungewöhnlich schnellen und vollständigen Entscheidungen beigetragen hat, wurde schon in dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht über den ersten Abschnitt des Feldzuges im Westen gewürdigt. Für den zweiten Teil dieses Feldzuges gilt das nicht minder. Unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Göring konnte die Luftwaffe ihre zu Beginn des Feldzuges errungene Vorherrschaft in der Luft in vollem Maße in die Waagschale des Sieges werfen. Diese Kämpfe führten im wesentlichen die Luftflotten II und III unter der Tatkraft und überlegten Führung der Generale der Flieger Kesselring und Sperrte. Die großen Flieger- und Flakverbände der Generale der Flieger G r a u e r t und Keller, des Generals der Flakartillerie Weife, der Generalleutnante Bo zatsch, Ritter von Greim und Lärzer, der Generalmajore Coeler, Deßloch und Freiherr von Richthofen bewiesen in der Führung und im Kampf ihren unerschrockenen und nie erlahmenden Angriffsgeist. Das Heer hat in feinem oft schweren und verlustreichen Kampf die opferwillige Hilfsbereitschaft der Luftwaffe ebenso dankbar wie begeistert begrüßt. Das Wirken der Kriegsmarine. Die Kriegsmarine wurde durch die Besetzung der holländischen, belgischen und französischen Kanalküste vor neue Ausgaben gestellt. Den Operationen des Heeres folgend wurden die Häfen zu Stützpunkten für .leichte Streitkräfte ausgebaut und zur Verteidigung eingerichtet. Don hier aus konnten die Schnellboote in Seegebieten eingesetzt werden, die für sie bisher nicht erreichbar waren und die bei ihrem Charakter als Küstenvorfeld besonders gute Erfolgsmöglichkeiten boten. Im laufenden Einsatz gelang es den Schnellbooten, eine ! Anzahl feindlicher Zerstörer- und Transportschiffe Die politischen Geheimakten -es französischen Generalstabes erbeutet. Ein deutsches Weißbuch belegt dokumentarisch die Kriegsausweitungspläne Englands und Frankreichs. Englisches Garantieangebot an Irland. London sucht nach einer „Formell um Irland zu vergewaltigen. Hilfskriegsschif 5100 BRT., dazu 26 (Sperrballons und einen Fesselballon. Eine Zerstörergruppe hat bis 14. Juni ben 101. Abschuß, eine Jagdgruppe bis 11. Ium den 50. 21b-- chuß erzielt. v e Durch die Kriegsmarine wurden an Hilfskreuzern, anderen Hilfskriegs-, Transport- und Handelsfchif- en versenkt: Hilfskreuzer „Carinthia 23 000 BRT Hilfskreuzer „Scotstown" 17 000 BRT., Truppentransporter „Drama" 21 000 BRT., Marinetanker „Dilpioneer" 9100 BRT., ein Transporter 14 000 BRT., einen Hilfskreuzer 9 000 BRT., außerdem wurden von unseren U-Booten an Han- belsschiffsraum seit Mitte Mai über 400 000 BRT. versenkt, insge amt 493 100 BRT. Die Luftwaffe vernichtete seit dem 5. Ium: Em Hilfskrieasschif und einen Zerstörer mit zusammen 5100 BRT., oroie 40 Handelsschiffe mit 299 000 zu vernichten unb hierdurch die Wirkung unserer Luftwaffe auf die zur Räumung Dünkirchens eingesetzte feindliche Transportflotte durch Nachtangriffe zu steigern und zu ergänzen. Am 6. Juni konnte die von unserer Marine-Artillerie übernommene Küstenverteidigung bereis den ersten Erfolg mit der Versenkung eines britischen Schnellbootes melden. M i n e n s u ch st r e i t k r ä f t e säuberten die Hafeneinfahrten und Schiffahrtswege an der eroberten Küste von Minen. Schon am 8. Juni war es möglich, der neutralen Schiffahrt das Auslaufen aus holländischen, belgischen und nordfranzösischen nach deutschen, dänischen, schwedischen und ben übrigen Ostseehäfen zu gestatten. Unsere U o o t e waren während dieser Zeit vor den britischen Inseln und der französischen Küste mit beträchtlichem Erfolg tätig. BRT. Beschädigt wurden drei Kreuzer, ein Zerstörer und 25 Handelsschiffe. Ueber diese gewaltigen feindlichen Verluste hinaus sind durch die Bestimmungen des Wafterstttll- standsvertrages auch die noch verbliebenen Reste der französischen Wehrmacht für den weiteren Verlaus des Krieges ausgeschaltet. Nur noch ein Feind: England. Nach diesem gewaltigsten Sieg der deutschen Geschichte über den als stärkste Landmacht der Welt angesehenen Gegner des Großdeutschen Reiches, der ebenso geschickt wie tapfer gekämpft hat, gibt es keine Alliierten mehr. Es bleibt nur noch ein Feind: England. Die Gründe für den Sieg. Revolutionäre Dynamik und nationalsozialistische Führung. Diesen beispiellosen Sieg der deutschen Waffen hat die Welt mit Bewunderung, mit Erstaunen oder mit Schrecken, se nach ihrer Einstellung, ver- folgt. Allen gemeinsam aber ist die Frage, wie derartige Erfolge und noch dazu in solch kurzer Zeit zu erklären sind. Wenn bie ehemaligen Alliierten die Gründe in der zahlenmäßigen deutschen Ueber- legenheit zu sehen glauben, so entspricht das nicht der historischen Wahrheit; wohl war bie deut s ch e Luftwaffe zahlenmäßig wesen t l i ch st ar - ker als die der Alliierten. Das deutsche West- Heer aber trat am 10. Mai zunächst mit einer geringeren Anzahl Divisionen zum Angriff an, als ihr an französischen, 'englischen, belgischen und holländischen gegenüberstanden. Die Operationen im Westen begannen auch nicht, wie in Polen, aus einer strategisch günstigen Ausgangsstellung heraus; im Frontalangriff gegen stärkste Befestigungen, meist hinter Flüssen und Kanälen gelegen, mußten die deutschen Truppen einen Durch- bruch erzwingen, der erst die Voraussetzung für die Umfassung und Vernichtung des Feindes schuf und den Einsatz weiterer Divisionen ermöglichte. Die Gründe für die deutschen Erfolge liegen tiefer; sie sind darin zu suchen, wo Deutschlands Feinde unsere Schwäche zu sehen glaubten, in der revolutionären Dynamik des Dritten Reich e s und seiner nationalsozialistischen Führung. Sie hat bas beste neuzeitliche Kampfinstrument mit einer straffen und einheitlichen obersten Führung geschaffen, sie hat die Synthese zwischen nüchtern abwägender und sorgfältigster Vorbereitung mit der großen Kühnheit in der Anlage und Führung der Operationen gefunden, sie hat die zu allen Zeiten berühmten Leistungen des deutschen Soldaten in einem Ausmaß gesteigert, wie es nicht mehr mit der Erfüllung einer vaterländischen Pflicht, sondern einer, das ganze geeinte Volk tragenden und bewegenden Idee erklärt werden kann. Ein Ruhmesblatt wird für alle Zeiten der vorbildliche persönliche Einsatz aller militärischen Führer des Heeres und der Luftwaffe bis zu den untersten Dienstgraden sein. 3m Lrdkamps in vorderster Linie und an der Spitze ihrer Verbände in der Lust rissen sie ihre Truppen und ihre Geschwader vorwärts und nutzten kühn, wendig und ent- schlutzsreudig jede Lage aus, ohne zu zaudern oder auf Befehle zu warten. An der Spitze feines Armeekorps starb der kommandierende General, Generalleutnant Ritter von Speck, den Heldentod. Gleich ihm liehen in der Zeil vom 5. bis 25.3uni 16 822 tapfere Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der drei Wehrmachlsteile ihr Leben für Führer, Volk und Reich, 9921 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften werden vermiht. Von ihnen wird ein Teil ebenfalls den Heldentod gestorben fein. 68 511 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften wurden verwundet. Geringe deutsche Verluste. * Menn irgend etwas geeignet ist, die Leistungen der deutschen Wehrmacht in noch höherem Lichte erscheinen zu lassen, so sind es diese, für den einzelnen bitter und schmerzlich empfundenen, für das ganze deutsche Volk aber fast unglaubwürdig geringen Verluste, mit denen der Sieg über Frankreich errungen wurde. Sie betragen vom lO.Mai biszum Daffen- st i l l st a n d nach den bisherigen Feststellungen: gefallen: 27 074 vermiht: 18 384 verwundet: 111 034 insgesamt: 156 492 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Die Schlacht an der westlichen Alpenfront Tagesbefehl des Duce an den Kronprinzen von Italien. Rom, 2. Juli. (DNB.) Der Duce hat als Oberbefehlshaber aller Truppen an ben Kronprinzen, der die Gruppe ber Armeen der Westfront befehligt, folgendes Telegramm gerichtet: „Königliche Hoheit! Nach meiner Rückkehr nach Nom möchte ich Ihnen meine offene Anerkennung für die Disziplin, die Haltung unb bie Moral ber von Ihnen befehligten Truppen zum Ausdruck bringen. Die Divisionen unb Abteilungen, über bie ich bie Parade abnahm, finb, wie man ohne Uebertreibung sagen kann, in einer glänzenden Verfassung. Die Italiener und die Ausländer müssen wissen, dah in den Tagen vom 21., 22., 23. und 24. Juni eine Schlacht abrollte, die unter dem Kamen Schlacht an der westlichen Alpenfront in die Geschichte eingehen wird, eine Schlacht, die auf über 200 Kilometer Länge und in einer höhe zwischen 2000 und 3000 Meter inmitten ununterbrochener Schnee st ürme vor sich ging. Die Italiener und die Ausländer müssen wissen, dah vom Kleinen St. Bernhard bis zum Roja- fluh das er sie Verteidigungssystem der Maginotlinie der Alpen unter dem Ansturm der italienischen Infanterie zu- s a m m e n g e b r o ch e n ist, die die dortige Stellung in einer Tiefe zwischen 8 und 32 Kilometer durchstieß. Die Italiener unb bie Ausländer müssen wissen, daß die Franzosen, die sich in den Höhlen e Inge n i ft e t hatten unb über Geschütze feder Art verfügten, bis zuletzt hartnäckigen W i d e r ft a n d geleistet haben, das heißt bis zum Waffenstillstand und sogar noch einige Stunden später, da sie unter anderem vollkommen im Dunkel darüber gelaßen worden waren, was im übrigen Frankreich geschehen war. Die Italiener unb die Ausländer müssen wissen, daß sogar die Franzosen gegenüber der Zähigkeit, dem Elan und der Todesverachtung der italienischen Infanterie und Artillerie sprachlos waren. Die Italiener und die Ausländer müssen wissen, daß der Kampf hart und mutig war. Tausende von Soldaten, die außer Gefecht gesetzt wurden, bezeugen dies. Gemäß den Grundsätzen des Regimes werden die Listen der Gefallenen veröffentlicht wer- den. Was die Verwundeten anbelangt, die ich in den Lazaretten besucht habe, so kann ich sagen, daß man schwerlich in der Welt eine andere Rasse finden kann, die ihre schweren Verletzungen mit so viel Ruhe und Gelassenheit erträgt. Königliche Hoheit! Nach Abschluß meiner Besicht tigung halte ich es für angebracht, daß diese Tatsachen, die bereits der Geschichte angehören und den Ruhm des italienischen Heeres noch erhöhen, eindeutig bargelegt werden. Das Vaterland kann auf feine in 20 Jahren Faschismus im Geist wie im Kampf gestählten Söhne in Waffen stolz fein." England in Erwartung des deutschen Angriffs. Stockholm, 2- Juli. (Europapreß.) Nachdem das englische Innenministerium am Montag die Einspannung ber' gesamten englischen Bevölkerung in bie aktiven und passiven Berteidigungsorgani- ationen angefünbigt hatte, ermahnt am Dienstag das Ernährungsministerium alle englischen Hausfrauen, ab sofort ihre V o r r a t s e i n k ä u f e wöchentlich und nicht mehr täglich zu machen. Die Regierung befürchtet einen Zusammenbruch des Verkehrswesens 'bei Beginn des deutschen Angriffs, der nach Ansicht des ehemaligen Ministerpräsidenten Chamberlain und des parlamentarischen Unterftaatsfefretärs im Jnformations- minifterium, Haräld Nicolfon, „st ü n d l i ch über uns hereinbrechen kann". Diese Maßnahmen unb Mahnungen laufen parallel zu den Vorgängen im gesamten englischen K ü - st e n g e b i e t, die darauf abzielen, aus England „eine einzige Festung" zu machen. Das Schlagwort von ber „Feftung England" soll, seitdem Chamberlain es vor etwa drei Wochen prägte, nun verwirklicht werden. Berichte über geheimnisvolle Vorgänge an sämtlichen englischen Küsten lassen darauf schließen, daß man in England alles tut, um den Verteidigungsstand des Landes soweit als möglich äu erhöhen. Die militärische Leitung des Landes hat Maßnahmen ergriffen, um an allen nur brauchbaren strategischen Punkten ein zusammenhängendes Verteidigungssystem zu schaffen. Grundsätzlich ist jeder Küstenstreifen militärisches Gebiet, ohne daß die besonderen Maßnahmen der De ff entlief)? eit bekanntgegeben werden. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen ist tzs in London offenes Geheimnis, baß man nicht nur die Bevölkerung zu einem ausgesprochenen Guerilla-Krieg erziehen möchte, sondern daß auch in Zukunft jeder Kraftwagen, der harmlos am Wegrande steht, militärische Bedeutung hat. Ueberall werden Wegsperren errichtet, Tank fall en gebaut, Stein- Hürden über die Straße gestellt, Bäume gefällt, Eisenpfähle in die Erde gerammt und alte Kraftwagen, die mit Steinen gefüllt finb, angefahren, um einen feindlichen Vormarsch aufhalten zu können. Diele Straßen wurden ausgerissen, um betonierten Tankhindernissen, Maschinengewehrstellungen und Beobachterposten Platz zu machen. Wer an diesen Stellen vorbeigeht, muß seinen Ausweis vor- aeigen, weil man verhindern will, daß im Auslände auch nur die geringste Kleinigkeit darüber bekannt wird, was in der dreißig Kilometer breiten Ausnahmezone an den englischen Küsten und an vielen anderen Stellen des Landes vor sich geht. Der Londoner Vertreter der Madrider Zeitung „ABC" berichtet, daß man in ben Straßen Londons zahlreiche Soldaten aus Australien unb Kanada bemerkt. Das Reifen auf ben Landstraßen sei für den Wegeunkundigen so gut wie unmöglich, da überall die Straßenschilder und Kilometersteine entfernt worden seien. In ben Straßengräben fei außerdem Material aller Art angehäuft, darunter die erstaunlichsten Dinge wie z. B. Kulissen von ganzen Landhäusern, durch bie ber Angreifer irregeführt werden soll. Auf der Landstraße ständen alle paar Schritte bewaffnete Zivilisten und Militärposten, bie die Ausweise verlangten, so daß das Reisen im Kraftwagen ungeheuer verzögert werde. In allen größeren Städten, mit London an der Spitze, sind die Grenzen der Bewegungsfreiheit für Ausländer enger gezogen worden. So wurde am Montag die Schwedin I. E. Theorin von einem Londoner Gericht zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil sie nach Mitternacht auf ber Straße angetroffen wurde. Sie hatte übersehen, daß in England keine Ausländer mehr nach Mitternacht das Haus verlassen dürfen. Das Kopenhagener „Faedrelandet" spricht von einer Vorbereitung des Schlußkampfes, über den England sich keine Illusionen zu machen vrauche. England müsse sich auf das Schlimmste gefaßt machen. Neutrale Beobachter bezeichneten England als einen „kochenden Vulkan", wo uralte Traditionen auf eine geradezu revolutionäre Weise außer Kraft gesetzt würden. Die übertriebenen Versicherungen der Siegesgewißheit der englischen Staatsmänner bienten nur dazu, ber deprimierten Stimmung in der Bevölkerung wieder -auf die Beine zu helfen. Demgegenüber betrugen unsere Verluste i m Weltkrieg: Im Jahre 1914 im Westen: 638 000 Mann, darunter 85 000 Gefallene, beim Angriff auf Verdun im Jahre 1916: 310 000 Mann, darunter 41000 Gefallene, in der Somme-Schlacht 1916: 417 000 Mann, darunter 58 000 Gefallene, in .der großen Schlacht in Frankreich vom 21 März bis 10. April 1918 240 000 Mann, darunter 35 000 Gefallene. Schwere Einbußen des Feindes. Ueber die Verluste des Feindes im Jahre 1940 fehlen Anhaltspunkte. Fest steht, daß allein an franzüfifchen Gefangenen über 1 900 000, darunter fünf Oberbefehlshaber von französischen Armeen und rund 29 000 Offiziere eingebracht wurden. Seit dem 5. Juni fiel über die bisherige Beute hinaus die gesamte Bewaffnung undAusrüstung von etwa 55 weiteren französischen Divisionen in deutsche Hand, nicht gerechnet die Bewaffnung und Ausrüstung der Maginotlinie und der übrigen französischen Vefesti- gütigen. Unter der Beute befindet sich zudem fast die gesamte schwere und schwerste Artillerie Frankreichs sowie unübersehbare Mengen sonstiger Bewaffnung, Ausrüstung und Vorräte. Die feindliche Luftwaffe verlor seit dem . Juni: in Luftkämpfen 383 Flugzeuge durch Flakbeschuß 155 Flugzeuge am Boden zerstört 239 Flugzeuge fraglich ob durch Flak ober im Luftkampf 15 Flugzeuge insgesamt: 792 Flugzeuge Will England Hongkong aufgeben'! Der britische Admiralstab auf dem Weg nach Gingapore. Stockholm, 2. Juli. (Europapreß.) Stockholmer Blätter verzeichnen amerikanische Meldungen aus Schanghai, daß der britische Admiralstab in Hongkong mit Admiral Noble an der Spitze am Montag Hongkong verlassen habe, um sich nach Singapur zu begeben. Gleichzeitig sollen Einheiten der fernöstlichen Flotte Großbritanniens den Auftrag erhalten haben, Singapur anzulaufen. Aus dieser Uebersiedlung des britischen Admiralstabes von Hongkong nach dem 2500 Kilometer südwestlich entfernten Singapur ergibt sich bie Tatsache, daß mit der praktisch vollzogenen Aufgabe Hongkongs bie Nordspitze des strategischen Dreiecks Hongkong—Singapur—Port Darwin (Nordaustralien) abgebrochen ist, Von diesem Dreieck, mit dem die Engländer den südlichen Pazifik zu beherrschen gedachten, sind nur noch bie beiden rund 3000 Kilometer voneinander entfernten Stützpunkte Singapur—Port Darwin übriggeblieben, eine empfindliche Einbuße der britischen Machtstellung im Fernen Osten. Singapur in erhöhtem Verteidigungszustand. Schanghai, 2.Juli. (Europapreß.) Die Anlage zusätzlicher Verteidigungswerke auf Singapur, auf der Insel Penang und über bie ganze malaiische Halbinsel ist beschleunigt in Angriff genommen worden. Zahlreiche Hindernisse werden an ber Südküste ber Halbinsel sowie auf Singapur angelegt. Einzelheiten über biefe Derteidigungsvor- bereitungen sind nicht zu erfahren. Es steht aber fest, daß Befehle ergingen, bie britische Verteibi- gung nicht nur auf Singapur, sondern auf der ganzen malaiischen Halbinsel in Kriegsbereitschaft zu setzen. Die Räumung Hongkongs hat begonnen. Rom, 2. Juli. (Eurooapreß.) Wie aus Schanghai gemeldet wird, hat bie Räumung Hongkongs von Frauen und Kindern am 1. Juli begonnen. Auf Befehl des Gouverneurs sind bereits viele Hunderte von englischen Familien abtransportiert worden. Da die Behörden erklären, die Lage werde von Stunde zu Stunde kritischer, hat der Generalkonsul der Vereinigten Staaten bie amerikanischen Staatsangehörigen benachrichtigt, daß er den Dampfer „President Coolidge", der auf der Fahrt nach Manila war und nach Hongkong zurückberufen wurde, bereichalte, um im Notfall die amerikanischen Frauen und Kinder abzubefördern. Die beiden amerikanischen Kriegsschiffe „Askville" und,^Lulsa" haben Befehl erhalten, bei dem Abtransport mitzuwirken, falls sich dies als notwendig erweisen sollte. Im Gegensatz zu der sich ständig steigernden Nervosität der Briten in Hongkong steht die Haltung der japanischen K o l o n i e, von der noch keine Frau unb kein Kind ab gereift sind. Das japanische Generalkonsulat versicherte der japanischen Kolonie, daß kein Anlaß sei, die Situation für gefährdet anzusehen. Dementsprechend gehen Zur Murgeschichte des englischen Weltreichs. Äon £)r. Paul Rohrbach. Die Engländer lieben es zu sagen, ihr Weltreich ei bas Ergebnis vollendeter Planlosigkeit. Das ist in einem Sinne falsch, im andern richtig. Bis zu den Napoleonischen Kriegen kann in der Tat von einer imperialen Planung nicht die Rede sein. Die beiden wertvollsten Stücke des englischen Kolonialbesitzes waren gegen Ende des 18.Jahrhunderts Nordamerika unb Indien. Die nordamerikanischen Kolonien waren entstanden durch die Niederlassung mißvergnügter Untertanen des Königs von England, die sich einen Platz auf der Erde juchten, wo fie in ihrer Art von Religionsübungen nicht behindert wurden. Von Planung war ba in der Tat nicht die Rede. Im übrigen schien es, als ob bie Franzosen in Nordamerika viel größere Chancen haben würden als die Engländer, denn das ganze Hinterland der englischen Besitzungen, Kanada und das Mississippi- Gebiet, gehörten Frankreich. Kanada ging den Franzosen im siebenjährigen Krieg verloren, und Loui- iana verkaufte Napoleon an die Vereinigten Stauen. Als die 13 kolonialen Gemeinwesen an der atlantischen Küste von England ab fielen (1783), zählten sie etwa 2 Millionen Einwohner, und ber Handel mit ihnen brachte dem Mutterlande enormen Gewinn, weil kein Fabrikat drüben hergestellt werden durfte. Die Kolonisten lieferten Rohstoffe und hatten Fertigwaren aus den englischen Fabriken zu beziehen. Die kurzsichtige Steuerpolitik des englischen Parläments, durch die sie zum Abfall getrieben wurden, war so planlos wie möglich. Indien war, nachdem die Franzosen, anfangs ehr ernsthafte Wettbewerber, sich, gleichfalls im iebenjährigen Kriege, hatten hinausdrängen lassen, n der Hauptsache ein Objekt für einfache, brutale Ausplünderung. Die Gewinner waren die Aktionäre ber Englisch-Ostindifchen Compagnie, deren Vertreter noch gar nicht lange vorher demütig am Hofe des Großmoguls in Delhi um Handelserlaubnis hatten bitten müssen. Staatliche Planung kam in die indische Politik erst, als die ungeheure Vermehrung des englischen Volkseinkommens infolge des Verbots ber einheimischen indischen Manufakturen und des daraus folgenden enormen Imports englischer Baumwollwaren nach Indien deutlich wurde. Die Ausplünderung unb später die rücksichtslose wirtschaftliche Ausbeutung Indiens haben den Grund zum englischen Reichtum gelegt. Außerdem haben im Lauf der Jahre Hunderttausende von englischen Beamten und Offiziere während ihrer indischen Dienstzeit ein sehr hohes Einkommen und später ebenso hohe Pensionen auf Kosten Indiens bezogen unb in England verbraucht. Ein planmäßiger Schritt war nach dem Ende der Napoleonischen Kriege die Annexion des Kaplandes, das bis dahin holländisch gewesen war, als Station auf dem Wege nach Indien. Australien war ursprünglich Verbrecherkolonie. Das Land war herrenlos und wurde von niemanden begehrt. Den Weizenbau haben deutsche Einwanderer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhun-. derts eingeführt. In den fünfziger Jahren wurde Gold gefunden und erst dadurch kam eine stärkere englische Einwanderung in Fluß. Dann merkte man, daß durch artesische Bohrungen die Trockensteppen jenseits des östlichen Randgebirges in Schafweiden verwandelt werden konnten, und bie australische Wolle gewann einen beherrschenden Platz auf dem Weltmarkt. Aehnlich ging es in Kanada, wo es in den achtziger Jahren eine Art Offenbarung war, daß auf dem Prärieboden zwischen ben Großen Seen und dem Felsengebirge Weizen gedieh. Daraufhin wurde die kanadische Pazifikbahn gebaut, die Einwandererzahl wuchs von Jahr zu Jahr. Kanada wurde ein großes Weizen- und schließlich auch ein Industrieland. An der w e st a f r i k a n i s ch e n Küste besaßen alle Japaner ihren Geschäften wie gewöhnlich nach. Weitere Nachrichten aus Hongkong besagen, daß die japanischen Truppen in voller Kriegsausrüstung in knapp 150 Meter Entfernung von der Grenze der englischen Kolonie Stellung bezogen haben. Das Echo in Japan. Tokio, 2. Juli. (DNB.) Die jüngsten ^Vorgänge in Hongkong unb bie Rückkehr deramen- konischen Flotte nach Hawai finden in der japanischen Presse große Beachtung. Die Unruhe in Hongkong, so erklärt „Tokio Asahi Schimbun", sei lediglich Durch den von ber dortigen englischen Verwaltung verhängten Ausnahmezustand hervorgerufen. Nun versuchten die Engländer, durch eine übertriebene Propaganda hinsichtlich Hongkongs Amerikas Aufmerksamkeit auf die Lage in Ostasien zu lenken. Die Rückkehr der USA.- Flotte nach Hawai sei wohl damit in engen Zusammenhang zu bringen. Die Vereinigten Staaten könnten selbstverständlich auch bie Flotte von Hawai nach den Philippinen beordern, aber seitdem Japan auf Grund feiner neuen Politik ben Süd westpazifik als Glied Ostasiens betrachte, sei es auf mehr ober weniger große Reibungen mit den USA. vorbereitet. Japan messe der englisch-amerikanischen Zusammenarbeit große Bedeutung bei. — „Tokio Nitschi Nitschi" meint, baß die Rückkehr ber USA.-Flotte nach Hawai nur dazu biene, auf Japan einen Druck auszuüben. Die Flottenstationierung in Hawai, so stellt ,Jomiuri Schimbun" fest, könne Japan nicht veranlassen, seine Politik zu ändern. Die Amerikaner täuschten sich. Seitdem die Vereinigten Staaten den Handelsvertrag mit Japan kündigten, habe die Weltlage eine entscheidende Veränderung erfahren. Indien will über sein Schicksal selbst bestimmen. Rom, 2. Juli. (Stefani.) Eine Unterredung zwischen Gandhi unb dem englischen Vizekönig verlief ergebnislos, da ber Vizekönig über sein früheres Versprechen, Indien nach Beendigung des Krieges den Dominionstatus zu gewähren, auch diesmal nicht hinausging. Gandhi antwortete, dieses Versprechen müsse von den Indern zurückgewiesen werden. Indien habe ein Recht darauf, ohne fremde Einmischung seine eigene Verfassung zu bestimmen. Das führende Mitglied des indischen Nationalkongresses, Sudhas Chandra Bose, wurde auf Grund bes von den Engländern eingeführten sogenannten indischen „Verteidigungsgesetzes" verhaftet. Bose war Präsident des indischen Kongresses und hat stets besonders scharf gegen bie englische Willkürherrschaft in Indien Stellung genommen. Erfolgreiche bewaffnete Aufklärung gegen England. Britische Kanal-Inseln besetzt. - Zahlreiche englische Flugzeuge abgeschoffen. die Engländer bis zur Aufhebung des Sklavenhandels am Anfang des 19. Jahrhunderts nur einige Stationen für die Sammlung und den Export von Sklaven. Als es mit diesem handel zu Ende war, dachte man in London stark daran, alle diese klima- tisch mörderischen Plätze aufzugeben. Erst das Palmöl ergab wieder einen großen Handelswert, und durch das Chinin wurde die Küste für Europäer bewohnbar. Die große imperiale Planung kam erst durch Männer wie Joseph Chamberlain und Cecil Rhodes. Charles Dilkes Wort aus den 60er Jahren: „Die Welt wird reihend schnell englisch!" sollte nun in die Politik umgesetzt werden. Bei der Teilung Afrikas, die nach der Durchquerung des Erdteils durch Stanley, 1877, in Fluß kam, sicherte sich England den Löwenanteil. Der Griff nach Aegypten und dem Subyn und der Raubkrieg gegen die Buren wegen des Goldes von Johannesburg waren durchaus „imperial" gedacht. Die rasche Vermehrung und das wachsende Selbstgefühl der weißen Kolonialbevölkerung in Kanada, Südafrika, Australien und Neuseeland, dazu das wirtschaftliche Aufblühen dieser Gebiete infolge ihrer natürlichen Reichtümer, führte zur planmäßigen Konstruktion des Imperiums als eines Bundes von Mutterland und Dominien, nach dem Prinzip, daß es sich um keine Kolonien mehr, sondern um „freie und gleichberechtigte Nationen" handle. Man hatte aus dem Abfall der amerikanischen Kolonien gelernt! Eine natürliche Folge war die Tendenz auf gegenseitige handelspolitische Bevorzugung. Deutschlands Hineinwachsen in die Weltwirtschaft und damit in die Weltpolitik, seine Kriegsflotte und sein wachsender Anteil am Welthandel trieben England zur Teilnahme am Weltkrieg. Da war Plan dabei! Für England war es ein imperialer Krieg zur Beseitigung der „deutschen Gefahr", und im Sinn dieser Planung schien kein englischer Krieg erfolgreicher geendet zu haben als dieser. Sicher haben die Engländer nichts weniger erwartet, als daß schon nach 25 Jahren das durch Versailles geknebelte Deutschland von neuem einen angemessenen Lebensraum zu fordern imstande sein würde. Unbeschränkter Lebensraum gebührt nach englischer Anschauung nur dem eignen Imperium. War die deutsche Gefahr für das englische Weltreich 1914 vermeintlich nicht zu ertragen, so ging im Jahre 1939 das deutsche Verlangen, den eigenen Lebensbedürfnissen Raum zu schaffen, erst recht gegen Englands „imperiale" Planung. Diesmal aber wird dem Anspruch Englands, die Welt nur nach feinem Gutdünken einzurichten, durch das unter genialer Führung erstarkte Reich eine Grenze gesetzt. Englands Lage in amerikanischem Urteil. N e u y o r k, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Militärsachverständige der „New Jork Post", Pratt, schreibt, daß sich Englands Stellung seit einer Woche sowohl aus politischen als auch aus militärischen Gründen erheblich verschlechtert habe. So müsse England in militärischer Hinsicht die Ka- n a l i n s e l n aufs Verlustkonto buchen. Aber auch vom politischen Standpunkt aus sei der Verlust dieser Inseln ein empfindlicher Schlag für die englische Volksstimmung, ganz abgesehen davon, daß Deutschland mit ihnen in den Besitz völlig neuer Stützpunkte gelangt sei. Noch ernster sei für England derZufammen - bruch des französischen Widerstandsgei st e s i n d e n K o l o n i e n. Den französischen Hetzern in London sei es nicht geglückt, die französischen Generale Nogues und Mittelhauser zur Fortsetzung des Kampfes zu bewegen. Das habe zur Folge, daß England die französischen Afrikahäfen nicht mehr benutzen könne. Damit sei auch die Aufrechterhaltung einer wirksamen Blockade von Gibraltar aus praktisch unmöglich. Gibraltar sei zudem jetzt fast wehrlos Luftangriffen ausgesetzt und verliere somit auch an Wert als Flottenstützpunkt. Rückwirkungen dieser neuen Lage in Gibraltar blieben natürlich auch für die britischen Kriegsschiffe und Flugzeuge i m Ser Wehrmachtsbericht vom Dienstag. Aührerhaupkquartier. 2.Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am 30. Juni bzw. 1. Juli wurden die briti- schen Kanalinseln Jersey und G u e r n f e y im Handstreich durch Teile der Luftwaffe genommen und anschließend durch Stoßtrupps der Kriegsmarine und nachfolgende Abteilungen des Heeres beseht, hierbei schoß ein deutsches Aufklärungsflugzeug zwei britische Kampfflugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim im Luftkampf ab. Im Zuge der bewaffneten Aufklärung über dem Kanal wurde am Nachmittag des 1. Juli ein britisches Küstenwachschiff ostwärts Torquay angegriffen und in Brand geworfen. Lin weiterer erfolgreicher Angriff richtete sich gegen (PK.) Es war am Tage vor dem Beginn der Waffenstillstandsverhandlunaen. Die Straßen Frankreichs lagen noch unter Wolken des dicken Staubes, den unsere in der Verfolgung vorwärtshetzen- den Heeressäulen überall aufwirvelten. Durch den kühnen Einsatz und schnellen Zugriff der Vorausabteilungen war die Zertrümmerung der gegnerischen Armee in unserem Abschnitt bis zur Auf- lösuna vorangetrieben. So waren in schneidigem Draufgängertum alle Wege offen. In gewaltigem Wettlauf mit dem Gegner hatte die Vorausabteilung unserer Division den geographischen Mittelpunkt Frankreichs, Bourges, bereits hinter sich gelassen und war bis zum' Laufe der Cher vorgestoßen, als noch in später Stunde die Meldung einlief, daß sich verwundete deutsche Flieger in der noch etwa 20 Kilometer entfernten Stadt Lignieresin Gefangen- schäft befänden. Durch einen motorisierten Spähtrupp war bereits festgestellt, daß die Stadt eine feindliche Besatzung aufwies. Ein breiter, unbekannter und nicht gesäuberter Streifen lag zwischen den vordersten deutschen Feldposten von Lignieres. Die Nacht war nahe. Trotz allem gab es bei den Männern der Vorausabteilung nur einen Willen: „Die gefangenen Kameraden müssen heraus — und zwar heute noch!" Mit Genehmigung des Kommandeurs setzte sich ein Sonderkommando gegen 21 Uhr in Marsch. Es erreichte die Stadtgrenze noch bei Helligkeit und ohne besondere Zwischenfälle. Hier aber wimmelte es von bewaffneten Kolonialtruppen, meistens Negern. Aber auch weiße Poilus waren zu sehen. Auf den Bürgersteigen stand die Zivilbevölkerung. Alles war starr und schaute in maßloser Verblüffung auf die unerwartet auftauchenden Deutschen. Ein Uniformierter, der sich später als Stadtdiener entpuppte, wurde rasch geschnappt. Er führte den vordersten deutschen Kraftwagen, in dem sich ein Arzt, ein Pionier-Leutnant und ein NahenOsten nicht aus. Auch diese befänden sich daher in Schwierigkeiten. Kurzum, die englische Kontrolle an beiden Enden des Mittelmeers sei schwer erschüttert und werde, wenn es zu heftigen Angriffen komme, sogar völlig zusammenbrechen. den Hafen von Wick in Nordschotlland. In der Nacht zum 2. Juli griffen unsere Kampfflugzeuge wiederum Hafenanlagen am B ri ft o l - K a - n a l an. Brände und Explosionen wurden beobachtet. Im Verlaufe der Angriffe britischer Flugzeuge in der Nacht zum 2. Juli auf Nord- und Westdeutschland wurden u. a. auch auf kiel Bomben geworfen, richteten aber nur geringen Sachschaden an. Einige Zivilpersonen wurden getötet. Im ganzen wurden fünf feindliche Flugzeuge durch Flak-Artillerie abgeschossen, außerdem bei dem nächtlichen Angriff auf kiel zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Flak-Artillerie der Kriegsmarine. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. Die Zahl der am 30. Juni und am 1. Juli im Luftkampf abgeschossenen feindlichen Flugzeuge erhöht sich gegenüber der bisher angegebenen um 5 auf 23. Sanitätsfeldwebel der Panzerjäger befanden, zum Hotel de Ville. Dichtauf folgte ein Opel-Blitz, gespickt mit einem schweren Maschinengewehr und elf Mann Besatzung. Dahinter fuhr als provisorischer Sanitätskraftwagen ein weiterer Opel-Plitz, der die Verwundeten aufnehmen sollte. Der Maire empfing den späten Besuch reserviert, aber höflich. Er wurde noch höflicher, als ihm der deutsche Arzt in französischer Sprache erklärte, daß er gekommen sei, die im Hospital befindlichen deutschen Verwundeten abzuholen und dabei keinerlei Behinderung oder gar Widerstand erwarte. Gelassen setzte er hinzu: „Falls unser Kommando mit den gefangenen Deutschen nicht innerhalb von zwei Stunden wieder an der deutschen Linie an gelangt ist, wird Ihre Stadt durch Flieger und Artillerie dem Erdboden gleichgemacht!" Dieser Wink genügte, um den Maire zur schleunigen Befolgung aller ihm aufgetragenen Befehle zu veranlassen. Kein feindlicher Soldat hob die Waffe. Ein Führer wurde gestellt, die deutschen Wagen geleitete man auf dem schnellsten Wege zum Lazarett, in dem die Deutschen mit vielen verwundeten Franzosen und Negern zusammen lagen. Jubelndes Winken der bereits am Fenster stehenden leichtverwundeten Flieger begrüßte die feldgrauen Kameraden, als sie am Portal vorfuhren. Im Sturmschritt eilten diese die Treppen hinauf, rissen die Tür zum Krankensaal auf. „Heil Hitler!" donnerte es hinein. „Heil Hitler!" kam es in unbeschreiblicher Freude zurück von den Männern, die nun schon fünf Wochen in d er Gefangenschaft lagen. Es waren Angehörige eines Kampfgeschwaders, die nun von deutschen Soldaten in die Freiheit zurückgeführt wurden. Schleunigst wurden alle in dem Opel-Blitz sachgemäß untergebracht, vor allem auch der Schwerverwundete, der einen Knie- I gelenkschuß hatte. A. Schmid. Die Beratungen der Waffenstillstandskommission. Wiesbaden, 2. Juli. (DNB.) Die Beratungen der deutschen Waffenstillstandskommission in Wiesbaden nahmen am 2. Juli ihren Fortgang. Zur Erörterung stand unter anderem die Frage der Demobilmachung der französischen Armee. Erfolgreiche Tätigkeit der italienischen Luftwaffe. Rom, 2. Juli. (DNB.) Der llalienische Wehr- machlsberichl vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: An der Lyrenalka-Grenze haben unsere Flugzeuge trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse Aktionen gegen feindliche Panzerwagen mit Bomben und anderen Sprengkörpern durchgeführt, wobei einige in Brand gesetzt bzw. beschädigt worden find. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Unsere Luftwaffe hat einen großen feindlichen Geleitzug im südöstlichen Wittelmeer überrascht und wiederholt und mit großem Erfolg mit Bomben belegt. In O st - A f r i k a hat unsere Luftwaffe die Hafenanlagen und Depots von Berbers wirksam mit Bomben belegt Feindliche Flugzeuge haben 2Haf- f a ua zu bombardieren versucht. Das rechtzeittge Eingreifen unserer Jagdflugzeuge, die zwei feindliche Flugzeuge abgeschoffen haben, und unsere 2Na- rine-Flakgeschühe, die ein Flugzeug in Flammen zum Absturz brachten, haben den Feind zum Rückzug gezwungen. Feindliche Flugzeuge haben Augusta zu bombardieren versucht. Durch wirksame Abwehr unserer Marine-Flakgeschütze wurde der Angriff vereitelt Lin feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Der Schaden ist unbedeutend. Bei der Zivilbevölkerung gab es drei verwundete. Ausländskorrespondent ausgewiesen. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Der Berliner Korrespondent der „Neuen Zürcher Z e i t u n g", Dr. Car ätsch, wurde aus Deutschland ausgewiesen wegen oes Versuches, durch Verbreitung von Lügen Ihre Angehörige« im Felde werden sich ganz bestimmt freuen, wenn Sie ihnen gelegentlich ein Sepso - Tupfröhrchen schicken. Dieses handliche und bruchsicher verpackte Fläschchen, das sich bequem mitführen läßt, enthält Sepso-Tinktur, das seit 1927 ärztlich erprobte und bewährte Mittel zur Desinfektion und Wundversorgung. Das Sepso-Tupfröhrchen, das Sie in allen Apotheken und Drogerien zn RM. —,49 erhalten, eignet sich besonders zur Desinfektion von kleinen Wunden und Pickeln, zur Verhütung von Entzündungen sowie zur Anwendung bei Insektenstichen. die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland zu vergiften. Die Ausweisung erfolgte im Interesse der Schweiz selb st, deren Presse durch eine derartige Lügenhetze, die, wenn sie weiter geduldet würde, die Existenz des eigenen Landes gefährdet. planlose nächtliche Bombenwürfe. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Wie planlos britische Flieger ihre Angriffe auf deutsches Reichsgebiet durchführen, beweist die Tatsache, daß sie in der Nacht vorn 2 8. zum 2 9. Juni wiederum verschiedene deutsche Ortschaften bombardierten, ohne dabei irgendwelche militärische Ziele zu treffen. Dagegen wurden fünf Häuser durch drei Sprengbomben beschädigt und eine Person leicht verletzt, ferner eine Scheune durch eine Sprengbombe zerstört. Drei Bomben fielen a u f Weinberge und richteten dort geringfügigen Sachschaden an. Eine dieser Bomben explodierte erst nach sieben Stunden. Sicherster Schutz der Luftschutzkeller. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Wie notwendig es ist, daß die Zivilbevölkerung bei Fliegeralarm im ei- Schneidige Tat deutscher Sanitäter. Verwundete Flieger aus der Gefangenschaft befreit. Afrikanischer Buschkrieg an der Maas. Don Alsons Freiherrn von Ezibulka. Der bekannte ostmärkische Dichter, dessen Roman „Der Kerzelmacher von St. Stephan" bei seinem Abdruck in den Gießener Familienblättern lebhafte Anteilnahme gefunden hat, sendet uns folgenden fesselnden Bericht von seinen Erlebnissen als Oberleutnant im Feldzug in Frankreich. Die schönen, von goldenen Sonnenlichtern durchfunkelten und blauen Schatten gezeichneten, über flache Hügelwellen weit hinwogenden Laubwälder im Mündungsdreieck der Maas und Chiers mit dem afrikanischen Buschwald zu vergleichen, wäre im Frieden niemand eingefallen. Und doch hat sie d'er Krieg dazu gemacht. Am linken Flügel unseres Abschnittes hat der kämpferisch und technisch mustergültige Angriff unserer Infanteristen und Pioniere den brav und mannhaft sich wehrenden Gegner von der entscheidenden Höhe 311, aus dem Dorfe Vi11y und aus der hervorragend und wahrhaft unbezwingbar angelegten und bis zum letzten Mann gehaltenen Werkgruppe 505 und ihren acht Panzerkuppeln geworfen. Rechts ist der Feind, von einer nach Süden durchstoßenden Panzerdivision schon im Rücken bedroht, nach überhasteter Räumung kampflos vor unseren Regimentern gewichen und hat unseren Truppen gewaltige und wichtige Beute an Waffen, Ausrüstung und aufschlußreichen Befehlen überlassen. In der Mitte unseres Vorrückens aber hielt er mit verbissener Zähigkeit und Erbitterung, mit aller verschlagener, überraschungsreicher und wendiger Kampfweise und anerkennenswerter soldatischer Haltung, die gerade der französischen Verteidigung eigen find. Die schier undurchdringlichen Wälder zwischen Maas und Chiers, die sich im Süd- westen an die liebliche Bauernlandschaft der Maasufer lehnen, links bis an die heiß umstrittene Höhe 311 und nahe an Dilly heranrauschen, sind hier sein Rückhalt. Sttlle, unberührte Wälder noch vor wenigen Tagen, um die der Zauber deutscher und französischer Märchenwelt wob, auch sie verklärter Auskläng germanischen Dämonen- und Natur- glaubens, den die französischen Contes des wes nicht minder wiederspiegeln als die deutschen Mär- chen: wie ja das Beste französischen Wesens und deutscher Art eines Ursprungs sind und ein und derselben in grauer Vorzeit rauschenden Quelle entströmten. Verträumte Wälder voll Wipfelsausens und Waldesruhe, Wälder, in denen noch der Atem Gottes rauscht, die so beseelte Namen tragen wie Bois de Bianchampagne ober Wald der Sieben Quellen; Wälder aber auch, die noch wachsen wie her Herrgott sie schuf, mit allem verfilzten Dickicht, Buschwerk und Unterholz, und nicht wie der Mensch sie wollte und pflanzte, mit Bäumen, die ausgerichtet stehen wie Grenadiere zur Parade, mit allen Künsten der Durchforstung, mit Schneisen und Schlägen, mit Schonungen und Lichtungen, was wohl alles den Wald erst nutzbar und ertragreich macht, ihm aber alle Heimlichkeit und alle Sttlle, alles Kühle und Dunkel, alles Dämonische und und Märchenhafte nimmt, das feines Wesens tiefster Zauber ist. Dieses Ursprüngliche und Urwaldhafte, Dämonische und Unheimliche aber machte diese Forste an der Maas, darin die Sonne, hundertfach gebrochen durch das Laubwerk der Wipfel, kaum noch den Moosteppich des Waldbodens erreicht, zu einem Wald ohne Gnade, als es die Kampfhandlungen mit sich brachten, daß wir in ihn eindrangen, weil der Feind sich in ihm noch mit starken Kräften hielt. Aber nicht nur gnadenlos wurde der Wald wie jede Landschaft, die zum Kampffeld eines modernen Krieges wird. Durch die Fechtweise des Feindes, durch die Truppen, mit denen er ihn zu halten suchte, weil er unseren Durchbruch durch die Maginot-Linie nicht wahr haben wollte, durch die algerischen Schützen und unbarmherzig und teuflisch kämpfenden Neger, die Frankreich, von neuem wie so oft schon, eine Todsünde gegen das Abendland begehend, auch in diesem Kriege zum Kampfe gegen Weiße aufrief, wurde der Märchenwald zum afrikanischen Busch. Schwarze Tiere nannte der hier führende Regimentskommandeur diese afrikanischen Wilden. Es liegt in diesen Worten weniger Verurteilung als Wesensbezeichnung. Es sind damit alle Hemmung^ lose Wildheit und Blutgier, alle Tücke, aber auch alle Nahrhaftigkeit und alle noch nicht abgetoteten Urinftinfte der Naturvölker gekennzeichnet, deren sich diese Schwarzen im Kampfe bedienen. Der afrikanische Neger ist lautlos wie eine Raubkatze, schnellfüßig wie eine Antilope, er hört und sieht weit besser und schärfer als der Weiße. Und wie dem erfahrenen Jäger sogar der Geruchssinn dient und er in den von der Spätsommerhitze flimmernden Kartoffeläckern, so der Wind ihm entgegensteht, die eingefallene Kitt Hühner in ihrer Deckung schon wittert, ehe der Hund noch vorsteht, so ist es wahr- scheinlich, daß der Schwarze aus der afrikanischen Wildnis die Nähe eines Feindes, vor allem eines Weißen nicht anders roitfert wie das Wild den Löwen. Diese Naturkräfte bekam unsere brave Infanterie zu spüren, als sie erst mit einzelnen Spähtrupps, dann mit ganzen Kompanien den Kalb zu säubern begann. Schon für den einsamen Spaziergänger, den naturbegeifterten Waldläufer, für den Holzknecht — Bois de Hache, Wald der Axt, heißt hier ein Forstteil — ist der dem Hochwald vorgelagerte oder in ihn eingebettete Buschwald, ja der Haupiwald selber kaum durchstreifbar. Ein einziges schmales Waldsträßlein durchzieht ihn. Wege, außer wenige Jagbfteige, gibt es kaum. Diese Unwegsamkeit zu erhöhen, haben die Schwarzen noch durch abgesägte, als Verhacke dienende Baumkronen und gefällte Waldriesen, durch täuschende Schußschneisen Sperren und Hinterhalte gelegt, die jeder anderen Infanterie als der des Reichs die Vernichtung bringen würden. Im Gehölz, unter Busch und Strauchwerk, haben Frankreichs schwarze Krieger, unsichtbar für jeden noch so spähenden Angreifer, ihre Schützenlöcher und MG.-Nester eingebaut und getarnt, aus denen sie mit Gewehr, MG. und Maschinenpistole oft erst auf zehn, ja fünf Schritte ein vernichtendes Feuer eröffnen. Und auch wirkliche Nester haben sie. Nester aus Zweigen, Laub und Mvvs hoch in den Baumwipfeln, darin sie horsten und von wo sie unerkennbar selbst durch Feldstecher, tief in den Busch- wald hineinspähen, jedes leise Rühren des Laubes, jedes Schwanken eines Zweigleins erkennen und jeden, auch nur für den ^ruchteil einer Sekunde sich hebenden Stahlhelm mit ihrem Hagel begrüßen. Oder sie lenken durch Zeichen oder Feldtelephon das Feuer der Granatwerfer auf den an- schleichenden Feind, deren Geschosse lautlos heran- fliegen, ehe man den Abschuß hört, mit bösem, giftigen Krachen bersten, kaum einen Trichter, keinen Einschlagqualm erzeugen, so daß man oft nicht einmal die Richtung zu erkennen vermag, aus der ein solcher Granatwerfer tückischer Nachkomme der Minenwerfer des Weltkriegs, überhaupt schießt. Dieses Nichterkennenkönnen des Feindes, dieses Nichtwissen, ob er voraus, rechts ober links steht ober gar im Rücken lauert — benn auch bie Gewehre unb MG. ber Neger unb algerischen Schützen feuern niemals von vom, fonbern immer, einanber flantierenb ober überkreuzenb von ber Seite her — biefe mit allen Mitteln ausgebaute Tücke bes Hinterhalts, bem selbst zurückgelassene getarnte Lauschmikrophone nicht fehlen, biefe französische Meisterschaft im Walbkampf ist biefes Ringens zwischen Maas unb Chiers härtester Teil. Kein Wunber, baß bie Solbaten bas hocke im Bois de Hache in bas beliebte bayerische Kraftwort verwanbelten. Nieberbrückenb unb nervenverbrauchenb ist dieser Kampf schon bei Tag. Verlustreich und gefährlich für die angreifenben Kompanien, beren Front keine zusammenhängenbe, fonbern vielfach und wirr gebrochene unb durchbrochene, oft flankierte ober im Rücken bebrohte Linie ist. lobbringenber noch für bie Melber, ohne bie in biefem Walbkampf jebe Drbnung verlorenginge. Unheimlicher aber noch ist biefes Ringen bei Nacht, bie hier wahrhaft voll Gespenster ist, in ber überall ein Schleichen unb Tappen ist, ein plötzlicher Aufschrei, Anspringen, Stechen ober Würgen, in ber bie wenigen Jägersteige zu Kriegspfaben afrikanischer Neger werben, in ber kein Unterschieb mehr ist zwischen biefem Kampf an ber Maas unb bem erbarmungslosen afrikanischen Buschkrieg, ober nur ber, baß bie Waffen hier noch zehnmal furchtbarer, heimtückischer unb wirksamer finb. Währenb bie Nacht hinburch ber Bataillonsun» terftanb umtost unb umbonnert ist von den haargenau sitzenben Einschlägen französischer Fünfzeh. nergranaten, von bem bie Höhe unb ben Anmarschweg abtämmenben Zischen unb jaulenben Feuer ber Granatwerfer, rennen bie Neger, bie algerischen Schützen aus bem Dunkel anspringenb, brei-, vier-, ja achtmal in einer Nacht gegen unsere Walbstel- hingen an. Eine Kompanie wirb trotz aller Sicherungen unb Horchpoften, trotz allen Spähtrupps lautlos unb katzengleich umschlichen unb steht mit einem Male umzingelt in einem löblichen Kreise ber Bajonette unb Messer ber von einem Blut- rausch ergriffenen Milben. Nur kaltblütige, vor- bilbliche Führung, eiserne Disziplin, rasch erworbene Kampferfahrung retten bie Eingeschlossenen, bie burch einen kühnen Stoß ben Ring zerbrechen, bie Front wieber Herstellen, ja nach vorwärts tragen. Gut sitzenber zum Trommelfeuer sich fteigenber Mörserbeschuß, ber ben Walb burchrast, burchfaucht, durchfplittert, rollt bann am Morgen vor bem Bataillon her, bas buchstäblich ins eigene Feuer sich stürzenb, in einem alles mitreißenben Schwünge vorstäßt, einen neuen Walbteil sich erkämpft, eine neue Stellung bezieht, im Vergeltungsfeuer hält unb in ber fommenben Nacht abermals gegen immer wieber angesetzte Stürme unb UeberfäUe sich nicht nur behauptet, fonbern siegreich vorbringt. Immer weiter gegen bie Sübspitze bes Walbes wirb ber Feinb zufammengebrängt. Alle Tapferkeit, alles Geschick, alle Tücke unb Wilbheit vermögen auf bie Dauer nichts gegen bas Zusammenspiel ber beutschen Waffen, gegen 'bie überlegene Führung selbst ber kleinsten Gruppe, gegen ben Willen zum Sieg unb unsere gerechte unb heilige Sache. Der Walb ist unser. genff ert Interesse u n verzü gli ch die Luftschutzkeller aussucht, beweist folgender Vorgang: In einer der letzten Nächte belegten feindliche Flieger im Westen des Reiches Arbeiterbaracken mit Bomben und Mas blasse Rot der Frühjahrsblumen wird nun trahlend, grell und dunkelrot, Orange und Gelb triefen reich und betörend, das lichte Blau füllt sich mit Stahl und heftigem Metall, das Braun wird chwer und samtartig — die Sommerfarben Herrchen überall. Wenn der Sommer naht, werden die Wasser ruhig; die fließenden vor allem, die Bäche und Flüsse. Seicht werden sie, die im stürmischen Frühlingsbeginn mit Schmelzwassern und Uederschwem- mungen von den Bergen und aus den kalten Waldtälern strudelten ... Kiesbette kommen zum Vorschein und ragen wie weiße Tierbuckel über den Wasserspiegel.'.. An den tiefen Stellen haben die Flüsse etwas Träges, an den flachen etwas Geschupptes. Ausdünstung, eine fette, beklemmende und zugleich herrliche Duftbitterkeit, ist an diesen Stellen zu spüren, ebenso an den halbverfaulten und tropfenden Holzwehren — das ist der Hauch des Sommers, ausgesogen aus Pflanzenstengeln und Krautblättern, von der Hitze aus Rinden und Holz gebacken wie das Harz, das an Kiefern- und Fichtenstämmen in honigfarbenen Perlen hängt und den Wald mit bitterem und herbem Geruch wurzt. * Man hat schon viele Sommer kommen sehen... Goldene und brütende Sommer mit einem stählernen und fahlen Himmelsgewölbe, so restlos war es von der Hitze ausgetrocknet. In diesen Sommern waren die Weinbergsmauern das Heißeste, was es gab und die Erlengebüsche am Fluß das Kühlste. — In anderen Sommern war das Hämmern und Dengeln der Bauern zu hören, die ihre Sicheln und Sensen zu dem ersten Grasschnitt herrichteten. Auf den Flügeln der Abenddämmerung lag der feuchte und schwere Duft frischgemähten Givses, kam und verwehte und verstörte zugleich das He^z. Angemeldet hatte sich der Sommer mit einem leichten Todeshauch. Sommer will kommen —das bedeutet beglückende Wandermüdigkeit; das bedeutet Körbe voll wachsgelber Kirschen; das bedeutet, daß der Ruf des Kuckucks wunderbar in die Waldtäler hinunter- schallt. Was werden wir noch tun, wenn der Sommer mit knisternden Sohlen durch die Mittagsstunden geht? Wir werden die Schatten aufsuchen, Schatten jeder Art, den runden Kranz eines Sonnenschirms, den frischen Baumschatten einer Allee, den breiten Schatten eines Häusergiebels. Wenn die ersten Jungoögel mit weichgefaserten, gelbgelackten Schnäbeln auf den Aesten sitzen, wenn die Lindenwipfel zu großen Glocken summender Bienen und Insekten geworden sind, wenn du mit begehrlichen Augen den Fruchtansatz an den Baumen im Garten prüfst oder dich zu den Heuwendern gesellst, die Beine braun und einen breiträndigen und versenkten Strohhut auf dem Kopf, wenn dir das kalte Wasser aus dem laufenden Dorfbrunnen schmeckt, wenn du in Hemdärmeln unter den Bauern im Wirtsgarten sitzt, wenn die Nächte anfangen schwül zu werden und den satten Duft der Jasminsträucher ausatmen, wenn du dich auf das erste Klopfen von kühlenden Regentropfen freust, wenn du dein erglühtes Gesicht dem frischen Windzug auf den Hügeln hin gibst, wenn du dich ins Gras zur Rast niederlegst, dann ist der Sommer gekommen. Das wunderschöne Spiel. Von Bruno Brehm. Helga und Klaus kamen zur Mutter: Roland störe sie immer wieder bei ihrem wunderschönen Spiel. Zugegeben: Roland mit seinen drei Jahren ragt wie ein Händlern in die größere Welt der Geschwister. Aber die Großen sollten doch auch mit dem Kleinen ein wenig Geduld haben. „Wenn er aber so dumm ist?" klagte Helga. „Tatsächlich, er bringt uns zur Verzweiflung." Aber schon stand Roland da und klagte seinerseits, daß ihn der Klaus und Helga nicht mitspielen ließen. Vor der Gerechtigkeit einer Mutter verblassen Salomons Urteilssprüche: „Was ist denn das also für ein wunderschönes Spiel?" Helga machte sich erbötig, das Spiel zu erklären: „Für uns ist es sehr einfach, denn wir verstehen es. Roland aber kann es nicht begreifen. Er ist zu jung." „Und zu blöd", ergänzte Klaus. „Ich spiel mit, ich spiel mit und du bist blöd , rief Roland dazwischen. Helga überhörte den Zwischenruf: „Also wir fragen dich etwas, und du mußt raten." „So frag doch schon!" „Mammi, was hast du lieber, Em oder Er?" „Das versteh ich nicht, was ist Em, was ist Er?" „Das sind zwei Anfangsbuchstaben. Also rate." „Meinetwegen Em!" Die beiden Großen lachten, daß sie sich die Bäuche halten mußten. Roland mußte sich sogar auf die Wiese hinsetzen, um vor Lachen nicht umzufallen. Nachdem sich die Kinder ausgekichert hatten, erklärte Helga den Grund ihrer Heiterkeit: „Du hast also die Mitzi lieber als den Roland." (Mitzi ist das Hausmädchen, Roland der Bruder). Aber Klaus legte sofort Verwahrung ein: „Helga, wir haben doch ausgemacht, daß man keine Verwandten nennen darf" . „Also etwas anderes", schlägt Helga vor. Die drei Kinder beraten mit zusammengesteckten Köpfen untereinander, dann fragt Klaus: „Was hast du lieber: A oder Be?" „A!" antwortet die Mutter. Nicht endenwollendes Gelächter: Erklärung: „Mammi, du haft Ameisen lieber als Birnen!" O du wunderschönes, witziges Spiel. Aber nun will Roland fein Rätsel aufgeben, er ist nicht mehr davon abzuhalten. Er stellt sich breitspurig hin und fragt: „Was hast du lieber: A ober Be?" „Das war doch gerade!" erheben Helga und Klaus Einspruch. „Jetzt siehst du, wie dumm er ist!" „Laß ihn doch", mahnt die Mutter. „Be — lieber Roland, Be!" Da klettert Roland auf ihren Schoß, schiebt bas Haar von Mutters Ohr weg unb flüstert: „Mich hast bu am liebsten!" „Keine Verwanbten!" schreit Klaus. „Unb banrt sängst bu boch nicht mit Be an!" „Also noch einmal, Rolanb", entscheibet die Mutter^ Roland fragt also: „Was hast bu lieber: Em ober Es?" „Es!" sagt bie Mutter. Klaus wenbet sich ab, wie einer, dem beim Ringeln spielsahren übel geworben ist. Er ahnt, was kommen wirb, er hält sich bie Ohren zu — Helga stellt sich auf bie Fußspitzen, sie will auch biesen Unsinn noch hören. „Den Haralb hast bu lieber!" jubelt Rolanb auf unb klatscht in bie Hänbe. (Haralb ist Rolands Freund.) „Wieso den Harald?" fragt die Mutter, „der fängt doch weder mit Em noch mit Es an!" „Pfui Teufel!" sagt Klaus. „So dumm zu fein.- Er wird das Spiel nie begreifen!" „Aber sie hat es boch nicht erraten!" brüstet sich Rolanb. „Nun verstehst bu auch, Mammi, warum wir mit Rolanb nicht spielen können. Er sagt immer ganz etwas anberes." Als ich in ben Garten kam, fanb ich meine Frau erschöpft unb matt wie eine Fliege im Herbst. Die beiben Großen saßen unter bem Kirschbaum und schnippten die Kerne über die Mauer, vor meiner Frau stand Roland und fragte (meine Frau beteuerte, schon zum hundertsten Male) wen oder was sie lieber habe unb gab, sich weber um Anfangsbuchstaben noch um sonst irgenbwelche Regeln, ja nicht einmal um bas zweite Wort tümmernb, seine vollkommen überraschenben Antworten. „Es ist ein wunberschönes Spiel", sagte meine Frau, „bie großen Kinber bänbigt es, sie geben schon seit einer Stunde Ruhe, aber mich, glaub es mir, mich hat es so gelähmt, baß ich mich nicht mehr rühren kann " Als ich aber sah, baß nun Rolanb auch mit mir dieses Raten beginnen wollte,'nahm ich eilig Reißaus. Denn solche Dinge, einmal im Gehirn festgesetzt, können einen durch alle Träume verfolgen. mittag. Kreis Büdingen. Aus der engeren Heimat (Nachdruck verboten!) 32. Fortsetzung. wrfnis ür die Serienreife mit Zulassungskarte 6ine Maßnahme gegen die Ueberfüllung schneller Züge. Lieder vor und veranstalteten Spiele, die den leb« haften Beifall der Zuschauer fanden. Kinder, Eltern und Gäste verlebten zusammen einen schonen Nach- 22. Juli. " Alle ander» Auge, vor allem auch die Eil- und Keine Spur von Hauü Roman von Lharlotte Kaufmann. Der Kellner brachte das Essen, den Wein. Joachim trank ihr zu. „Hast du gehört, was ich sagte?" Sie sah ihn nicht an. ,Hch bin doch ... verheiratet", erwiderte sie leise, ,/Sag mir, ob du weißt, daß mein Mann noch lebt." „Nichts weiß ich. Gar nichts. Mjölln kommt mir manchmal vor wie ein Harlekin. Er gefällt sich in Ueberraschungen und unsinnigen Vermutungen." „Als wir weg waren, sagtest du, Detlef Hauck sei tot." „Nun ja. Damals glaubte Mjölln das." „Und heute?" „Jetzt denkt er allerdings, daß er noch lebt." „Wo lebt er?" „Ist es dir wichtig, das zu wissen?" „3a." „Nun, ich weiß es nicht. Ich habe seit zwei Tagen nicht mit Mjölln gesprochen." „Wenn du es weißt, wirst du es mir saaen." Er trank seinen Wein aus. „Manchmal oachte ich mir, daß ich es dir nicht sagen werde", antwortete er. „Sibylle ... du wirst doch nicht ... wenn der Mann jemals wiederkommt ... nach soviel Jahren. Er hat dir nie geschrieben. Er hat sich nie um dich gekümmert." Sie hob die Schultern. „Sibylle, wenn er noch lebt ... du wirst dich scheiden lassen. Er hat dich verlassen. Dann werden wir beieinander bleiben. Ich werde ein Haus bauen auf der Höhe von Stein, wenn du willst, ein gro- ßes, schönes Haus. Oder gleich hinter Heikendorf oder Teek, oder drüben in Strandorp. Sibylle, ich ... ach, warum soll ich das sagen, was du weißt — mit abgedroschenen Worten sagen ... ich liebe dich." Neben der Lampe, die schmal von der Decke baumelte, hing ein Seeungeheuer, ein Rochen mit einem Gesicht wie ein kleiner Teufel. Er schien zu lächeln. Sibylle saß schmal auf ihrem Platz. Die Kälte der langen Fahrt war noch in ihr. Die Hände waren weiß. Ich kann es nicht glauben, dachte sie. Ich kann dies alles nicht glauben. „Sibylle", wiederholte Joachim, „du mußt bei mir bleiben. Sag, daß du bei mir bleiben wirst ... sag ein einziges Mal nur, daß ... daß du ... daß du mich liebst." 1 „3a, o ja", gab sie zurück, während sie immer« gewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16, bl (135 bis 149,5 kg) 1,16, ^2 (120 bis 134,5 kg) 1,16, c (90 bis 119,5 kg) 1,14, d (80 bis 89,5 kg) 1,08, e—f (unter 80 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1,16, i (Altschneider) 1,16, g2 (andere Sauen) 1,08, h (Eber) 1,08 RM. Marktverkauf: Auftrieb gut, alles zugeteilt. Segensreiche Arbeit abgeschloffen. Rückschau auf die Tätigkeit der Nachweissielle für Volksgenossen aus dem Grenzgebiet. »Komisch? Wer sagt, daß du komisch aussiehst? Aber du hast nichts auf dem Kopf." „Doch hier." Sie zeigte ihm den Südwester. „Ich habe ihn nur rasch heruntergenommen. Der Leute wegen. Es kennen dich vielleicht manche." Er lachte. „Du bist ein Kind. Denkst du wirklich, ich' machte mir etwas daraus, wenn die Leute reben? Setz das Ding nur auf. Wir leben in einer Hafenstadt, und du bist ein kleiner Seemann. Hat es dich gedrängt, in die Stadt zu gehen? Wie lange stehst du schon hier? Warum hast du nicht ange- rufen? Dann wäre ich gleich gekommen." „Oh, ich ... ich stehe noch nicht lange." Der Wind verfing sich in der Straße.x orgelte mißtönig, heulte und pfiff. „Häßliches Wetter. Und du bist dabei mit ,Was- Itli* gefahren. Wie konntest du nur! Morgen wollte ich zu dir hinaus. Wir hatten soviel zu tun. Durch die Feiertage hat sich die Arbeit gehäuft." Er bog in die Hafenstraße ein. Sibylle war es, als hätte sie einen Schiffbruch hinter sich, als wäre sie tagelang über bösartige Meere getrieben uitd jetzt gerettet worden. Sie fühlte sich geborgen in seiner Ruhe. Er nahm von neuem ihren Arm. Diesmal zog sie ihn nicht zurück. Sie wußte jetzt, daß sie Angst gehabt hatte, Angst, daß sie ihn verlieren könnte. Nur deshalb war sie durch die Kälte gefahren. „Ich denke, mir werden etwas essen gehen", sagte er. „f)u hast Hunger. Ich fühle das." Sie nickte. „3a. „Wie bist du denn überhaupt durch das Eis gefahren? Mein Gott, du hättest ein Leck bekommen können. Dann wärst du abgesackt." Sie lachte etwas. „Bei Gott, du bist leichtsinnig gewesen", wiederholte er. Sie blieben neben einer Kellertreppe stehen, über der eine eckige Ampel brannte. „Willst du hier hinein? Hier pflegen Kapitäne aus aller Welt zu sitzen und ihren Wein zu trinken." fort den lächelnden Rochen anstarren mußte. „3a, manchmal denke ich wohl, daß ich dich sehr gern habe, und ich weiß, daß du alles für mich tun würdest. Aber sieh, in der Frau steckt zweierlei Liebe. Die eine gehört dem Mann, der groß und stark ist, der sie beschützt, der über sie wacht, zu dem sie auf- sieht und bei dem sie geborgen ist. Aber die andere Liebe kann zu dem gehen, der arm ist und ausgestoßen, der Hilfe braucht und ihre Zärtlichkeit. Das ist die mütterliche Liebe, Joachim ... und ... vielleicht ist sie die stärkere." Sie senkte den Kopf ein wenig. „An manchen Tagen ... da ist sie die stärkere." Joachim sah auf ihren dunklen Scheitel, auf dem blinkend ein Tupfen Licht lag. „Trink", sagte er bann, „trink, damit du warm wirst." Er hob sein Glas. Das Licht wurde im Spiegel des Weins zurückgeworfen wie der Widerschein einer Sonne. „Wirst du nun das blonde Fräulein Jngeborg malen, das glaubt, nach dem Muster vieler Fllme ein wenig Intrige spielen zu müssen?" „Doch", erwiderte Sibylle, „weshalb soll ich sie nicht malen? Sie sprach davon, daß sie sich mit dir verloben wird. Das heißt, ihre Freundin, die bei ihr war, sprach davon." Sie lachte jetzt, offen und M. „Ich hoffe doch, daß du das Mädchen nicht ernst genommen hast." „Nein", gab sie zu, „ich habe sie vielleicht nicht ganz ernst genommen. Immerhin, sie war der Anlaß dazu, daß ich törichte Gedanken bekam, daß ich das Verlangen hatte, dich zu sehen." Er spielte mit einem Streichholz. „Törichte Gedanken ... ich gäbe etwas darum, wenn du eifer- süchtig gewesen wärst." „Vielleicht bin ich es gewesen." „Vielleicht? Ah ... und wenn du mich siehst, bann fragst bu, ob ich etwas von deinem Mann weiß! Du willst Vergangenes nicht vergeßen." „Ich glaube, es fehlt mir nur der Mut dazu." Ein Gast ging an ihnen vorbei. Ein Mann in dunkelblauem Tuch, wie es die Schiffer tragen. Er grüßte in einer fremden Sprache und fetzte sich an einen Tisch, hinter dem eine Gallionsfigur ihre vollen Arme in die Stube reckte. Der Kellner brachte neuen Wein. (Fortsetzung folgt) Sie nickte wieder. Im Vorraum gaben sie ihre Mäntel ab. Dann suchten sie sich einen stillen Tisch in einem Winkel. Die alte, getäfelte Stube war noch leer. „Nun sag mir, weshalb bu in der Stadt bist. Du hast etwas auf dem Herzen. Ich sehe es dir an." „Oh, mir scheint, ich bin nur ein wenig töricht gewesen", erwiderte sie. Ihre gelbbraunen Augen glitzerten im Schein der Deckenbeleuchtung wie Bernstein, wie Moorwasser im Sommersonnenschein. „Töricht? Nun, es muß dock etwas gewesen sein, wenn bu glaubst, plötzlich töricht werden zu müssen." Es überkam ihn der Wunsch, nach ihrer Hand zu fassen, die schmal wie die eines Kindes auf ihrem Schoß lag. „Ich hatte heute nachmittag einen fremden Besuch", berichtete sie, „und der sprach davon, daß... daß mein Mann noch lebt." Der Kellner kam und fragte nach ihren Wünschen. Aus der fernen Küche drang Klappern von Tellern und Geschirr. Von der Decke baumelten ausgeftopfte Fische, Seesterne und fremde Dinge. „Wer ist bei dir gewesen?" fragte Joachim, als der Kellner gegangen war. „Wer? Von Mjölln jemand?" Es klang, als wäre er plötzlich erregt, ohne es jedoch zeigen zu wollen. „Eine Dame. Ein Fräulein Petersen." Er sah sie an, als habe er falsch gehört. Dann lachte er auf. „Was wollte sie?" „Ich sollte sie malen." „Ach." Er beugte sich vor und sah ihr ins Gesicht. „Ich weiß nicht, was sie dir alles sagte, .. aber ich ... ich wollte sie einmal heiraten. Vor langer Zeit. Das ist alles ..." Sie wehrte ab. „Du brauchst doch nichts zu erklären. Ich weiß ja, ich bin eine verheiratete Frau. Aber sie sprach davon, daß Detlef auf dem Wege zu mir sei. Auf dem Weg nach Hause. Hast du ihr ... davon gesprochen? Weißt du mehr, als bu mir erzählst? Von Mjölln? Du mußt es mir sagen." Er lehnte sich in seinen dunklen, reich geschnitzten Stuhl zurück. „Ich kann mir nicht denken, woher sie zu diesem Wissen kommt. Ich habe mit ihr nie über dich ober unsere Angelegenheit gesprochen. Sie ist mir ungeheuer gleichgültig geworden. Im übrigen weißt du, wie ich denke. Ich will dich heiraten." Um einer UeberfüUung der schnellfahrenden Zuge während des Ferienverkehrs oorzubeugen, den bie Reichsbahn in diesem Jahr mit keinerlei Ferien» zügen oder Zugoerstärkungen bedienen kann, werden zu bestimmten Zügen besondere Zulassungskarten ausgegeben. Die Zulassungskarten werden nicht nach Wagenklassen getrennt. Man bekommt sie nur in Verbindung mit den Fahrausweisen, die bereits fünf Tage vor dem Reiseantritt gelöst werden können. Zu jedem Fahrausweis darf nur eine Zulaff ungskarte ausgegeben werden. Die Zulassungskarten werden ohne Prüfung des Reisegrundes in der Reihenfolge, in der die Fahrausweise verkauft werden, abgegeben. Reisende, die bereits einen gültigen Fahrausweis besitzen, haben eine Zulassungskarte besonders zu lösen. Fernmündliche oder schriftliche Bestellungen sind nicht zulässig. Sind die Zulassungskarte» für einen bestimm- ten Zug vergriffen, muffen die Reifenden eben einen anbern Zug am gleichen oder an einem anbern Tage benutzen. Die Zu- laffungskarte gilt zum Reiseanttitt nur für den auf ihr angegebenen Reisetag. Die Zulassungskarte ist mit den übrigen Fahrausweisen vorzuzeigen, sie wirb auch wie die Fahrkarte vom Dahnsteigfchaff- ner gelocht. Reichstriegertag in Kassel vorgeführt wurde. Um 15 Uhr fand auf dem würdig geschmückten Marktplatz eine Kundgebung statt, zu der die Mltgtte- der der Kriegerkameradschaft und der benachbarten Vereine des Kreises Alsfeld, sowie die Gliederungen der Partei aufmarfchiert waren. Zahlreiche Ehrengäste, darunter auch Kreisleiter Z ü r tz, waren erschienen. Der Führer der Kiegerkamerabschaft 1840 Alsfeld, Lehrer Hartmann- Alsfeld, hielt die Begrüßungsansprache, in ber er einen Heb erblick über die Geschichte des Vereins gab. Der ftettnertre- tenbe Gaukriegerführer, Generalmajor Weiß, überbrachte im Namen des Reichskriegerführers, General Reinhard, und des Gaukriegerführers deren Grüße und Glückwünsche zum 100jährigen Jubiläum, ebenso die Glückwünsche des früheren Landesführers der Hassia, General Oidtmann. Er überreichte der Kameradschaft im Auftrage des Reichskriegerführers einen Fahnennagel mit ber Zahl „100 . Kreisleiter Zürtz überbrachte die Glückwünsche ber Partei und gab in großen Zügen ein Bild der Geschichte des deutschen Volkes und feiner Zerrissenheit und kennzeichnete im Gegensatz dazu die deutsche Volkwertung unter Adolf Haler. Im Nationalsozialismus feien heute Wehrmacht und Volk im Gegensatz zu früheren Zeiten eine fest verbundene Einheit. Die Feier, bei ber die Kapelle ber Reichsarbeitsbiettstgruppe Alsfeld mitwirkte, wurde in der üblichen Werfe geschloffen. Anschließend fand auf der Adolf-Hitler-Straße ein Vorbeimarsch der Teilnehmer ber Kundgebung vor dem stellvertretenden Gaukriegerführer und dem Kreis- leiter statt. Ein gut besuchter Karnerodschaftsabend im großen Saal des „Deutschen Hauses" beschloß die würdig verlaufene Jubiläumsfeier. Anläßlich ihres 100jährigen Bestehens hat die Kriegerkame- rabschaft Alsfeld eine Festschrift herausgegeben, die von dem Kameradschaftsführer, Lehrer Hartmann, bearbeitet ist, und ein anschauliches Bild aus der Entwicklung des Vereins gibt. Landkreis Gießen. 0 Lollar, 28.Juni. Die Kindergruppe der NS. - Frauenschaft veranstaltete einen offenen Heimnachmittag. Wegen ungünstigen Wet- ters mußte die Veranstaltung, die eigentlich auf dem Sportplatz stattfinden sollte, in den Saalbau „Zur Linde" verlegt werden. Im Zuge begab sich die Kinderschar, der einige Kleinen auf schön geschmückten Rädern voranfuhren, dorthin. Hier begrüßte die Leiterin, Frau Anni Eberle jr., die Eltern und Gäste und besonders die Kmöergruppeu von Daub- ringen und Ruttershausen, die an ber Veranstaltung teilnahmen. Die Kleinen trugen nun Gedichte unb Fahrausweisen. Die Zulassungs karte darf er ft nach beendeter Fahrt abgegeben werben. Ob für die Rückreise eine Zulassungs- karte erforderlich ist, muß der Reifende bet ber Fahrkartenausgabe des Zielbahnhofes Mstellen. Die Ausgabe ber Zulaffungskarten erfolgt kostenlos. In Frankfurt, Offenbach unb Gießen können folgenbe Züge nur mit Zulaffungskarten benutzt werden: D5 Frankfurt-Berlin2In£ Bhf. vom 3. bis 9. Juli unb vom 16. bis 21. Juli, D27 Frankfurt- Berlin Potsb. Bhf. vom 16. bis 21. Juli, 0 43 .Freiburg-Berlin Anh. Bhf. vom 13. bis 2L 3uh (biefer Hug ist vom 3. bis 9. Juli gesperrt für Relsenbe nach Fulda, Erfurt, Leipzig und Berlin), D 91 Mannheim—Berlin Potsb. Bhf. vom 13. bis 21. Juli, D103 Neunkirchen-Berlin A»h. Bhf. vom 3. bis 9. unb vom 16. bis 21. Juli, D 177 Mannheim-Ber- lin Potsb. Bhf. vom 16. bis 21.3uli, v 179 Frank, furt—Berlin Potsb. Bhf. vom 16. bis 21. Juli, 0 241 Frankfurt-Berlin Anh. Bhf. vom 3-bis 9. und vom 16. bis 21. Juli, D 401 Frankfurt-Berlin Anh. Bhf. vom 13. bis 20. Juli, D 73 Frankfurt—Hamburg vom 17. bis 22. Juli, D 75 Frankfurt-Hamburg vom 16. bis 21. Juli, D 85 Frankfurt-Hamburg vom 16. bis 21. Juli, D176 Frankfurt-Friedrichshafen vom 17. bis 22. Juli, D 53 Frankfurt—München vom 16. bis Mit ber Rückführung ber bei Beginn des Krie- Ses aus den westlichen Grenzgebieten in bas nnere des Reiches verbrachten Bevölkerungsteile findet auch die Tättgkett der im Anschluß an die hiesige Kreisstelle des Roten Kreuzes eingerichteten „Nachweis ft eile für Volksgenossen aus dem Grenzgebiet", die bereits am 4. September 1939 ins Leben trat, ihren Abschluß. Es sei ihrer daher mit kurzen Worten gedacht. Die Plötzlichkeit, mit der die Räumung der Grenzgebiete erfolgen mußte, unb ber Umstand, daß Gießen ein Hauptdurchgangspunkt unb für viele Grenzbewohner auch für kürzere ober länaere Zeit ein Aufenthaltsort war, ließ das Bed'"---" nach einer Nachweis- und Auskunftsstelle fi betroffenen Personen hier besonders dringlich erscheinen. Es galt, die bei der Räumung vielfach auseinanbergeriff enen Familien- und Gemeinde angehörigen, die jede Fühlung verloren hatten, wieder miteinander in Verbindung zu bringen unb ihnen außerdem Rat in allen sie berührenden Angelegen- beiten zu erteilen. So war sie behilflich bet ber Vermittlung von Arbeits- und Dienststellen, bei ber Unterkunftsbe- fchaffung, bei Erledigung von sozialen unb Un- terstützungsfragen unb bei der Anfertigung von Gesuchen, die sich hieraus ergaben. Sie arbeitete dabei Hand in Hand mit den zuständigen Behörden und Parteistellen, wirtschafllichen Körperschaften und sozialen Anstalten und mit ber Mitte September 1939 in Berlin eingerichteten Zentral- nachweisstelle. Im ganzen nahmen 1187 Personen die hiesige Stelle in Anspruch, die aus 471 Orten stammten. Von 879 Volksgenossen, die von chren Verwandten, oft wochen- und monatelang gesucht wurden, konnte der Auf- Alsfelder Prämienmarkt. £ Alsfeld, 2. Juli. Der bekannte Alsfelder Prämienmarkt wurde am vergangenen Montag abgehalten. Er beschränkte sich auf die Veranstaltung einer Pferdeschau und auf den üblichen Schweinemarkt. Die Pferdeschau fand in Verbindung mit der Pferdezüchtervereinigung Oberhefsen und der Stadt Alsfeld unter der Leitung von Landwirt- fchaftsrat Dr. Wagner vom Tierzuchtamt Gießen, der Landesbauernfchaft Heffen-Naffau statt. Im ganzen wurden 54 Zuchtstuten zur Prämiierung vorgeführt. Außerdem waren 24 Fohlen aufgetrieben. Davon gelangten 6 zur Versteigerung. Es konnten zahlreiche Preise verteilt werden, $u denen die Stadt Alsfeld einen Zuschuß zur Verfügung gestellt hatte. Nach dem Ergebnis der Prämiierung war das vorgeführte Pferdematerial recht befriedigend. Der Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Dr. Wagner, begrüßte in seiner Ansprache die Gäste und Züchter und dankte der Stadt Alsfeld für die der Veranstaltung zuteil gewordene Unterstützung, wobei er bekanntgab, daß die Pferdeschau auch in den folgenden Jahren beibehalten werden soll. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Stadt Alsfeld Gewicht darauf lege, die Tradition des Alsfelder Prämienmarkts aufrechtzuerhalten und noch weiter auszubauen. Bei der folgenden Versteigerung der Fohlen wurden Preise von 400 bis 750 RM. erzielt. Eine unangemessene Preishöhe wurde dadurch unterbunden, daß bei Erreichung des Wertes des einzelnen Tieres weitere Gebote nicht mehr zu- gelassen wurden und die Zuteilung des Tieres zwischen den zwei Höchstbietenden durch das Los erfolgte. Auf dem Schweinemarkt waren 174 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 25 bis 30 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 30 bis 35 RM., Läufer im Alter von 12 Wochen 46 RM. Der Handel' war flott, es verblieb fein Ueberftanb. Der Markt erfreute sich eines guten Besuches aus dem Kreise Alsfeld. Der Krämermarkt wies wiederum zahlreiche Verkaufsstände auf. 1 OOZahre Kriegerkameradschaft Alsfeld Z Alsfeld, 2. Juli. Der am 28. Juni 1840 gegründete Veteranenverein Alsfeld, der jetzt die Bezeichnung „Kriegerkameradschaft 1840 Alsfeld" führt und dem NS.-Kriegerbund angehört, feierte fein lOO-jähriges Bestehen unter Beteiligung des Kreiskriegerverbandes Alsfeld und der Gliederungen der Partei. Am Vormittag fand im Alsfelder Lichtspielhaus eine Fe st Vorstellung statt, in deren Verlauf der Film vom 1. Großdeutschen enthalt festgestellt werden. Der herzliche Dank, den viele Grenzbewohner der Nachweisstelle ausfprachen, war den in ihr ehrenamtlich tätige» Personen die beste Belohnung für ihre Arbeit. ** Mit ber Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Der Direktor der Dresdner Bank, Gießen, Major im General- stab, Seltmann, erhielt dieser Tage die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse. ** Gesangskonzert für Patienten. Der 6hor des Gesangvereins „Arion" Gießen-Klein- Linden, der schon verschiedentlich Kranke und Verwundete mit seinen Gesangkonzerten unterhielt, fang am vergangenen Sonntag im Katholischen Schwesternhaus und bereitete damit einigen seiner Sänger, die dort als Pattenten liegen, sowie den anderen Kranken eine große Freude. ♦♦ Ein Korrekturfehler in der gestrigen Besprechung des Films: „Der Fuchs von Glenar- von" bedarf der Richtigstellung. Es muß heißen: Hinter den Kulissen einer Briten und Iren zusammenführenden, von froftiger Höflichkeit beherrscht-m Geselligkeit... Strafkammer Gießen. Der H. M. in Ober-Mockstadt war angetlagt, unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten. Unter Zubilligung mildernde Umstände wurde der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten verurteilt. Straserfchwerend kam die im vorigen Jahr wegen des gleichen Delikts verhängte Vorstrafe in Betracht. Wegen des hartnäckigen Leugnens wurde die Untersuchungshaft nicht angerechnet. Drei Lastkraftwagen Liebesgaben. Lpd. Alzey, 2.Juli. Drei Lastkraftwagen voll- gefüllt mit Liebesgaben aller Art fuhren dieser Tage vor dem Reservelazarett Alzey vor. 20 Mädel in Winzerkleidung überreichten den überraschten Feldgrauen über 800 Flaschen Wein, 100 Flaschen Trau- vensaft, 450 Zigarren, 70 Päckchen Tabak und zahlreiche Körbe mit frischem Obst, die alle von der Einwohnerschaft der Nachbargemeinde Nieder-Saulheim gespendet worden waren. Keine Zulassungskarte brauchen Uebergangsrei- sende, Reisende mit Wehrmachtsfahrschsinen und, —- —des stärkeren -Fahrkarten, Inhaber von Zeitkarten, Netz- und Personenzuge, tonnen m ben lagen öes ftarreren Bezirkskarten, Inhaber von Karten für Bettplätze Reiseverkehrs ohne Zulassungskarten dein den Schlafwagen und von außertarifmäßigen > nutzt werden. g Schotten, 2. Juli. Die Ortsgruppe der NSDAP, veranstaltete in der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle eine Kundgebung, in der Reichsredner Pg. Liebel über die politische Lage sprach. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Der BdM. umrahmte die Seron- • ftaltung mit Lied- und Gedichtvorträgen. — In Gemeinschaftsarbeit wurde auf städtischem Gelände eine größere Menge Flachs angebaut. Die Flachsernte dürfte gut ausfallen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Juli. (Dorbericht.) Kälber 18 bis 59 RM., Hämmel und Schafe 20 bis 50 RM., Schweine 53 bis 59 RM. — Marktverlauf: alles zugeteilt. G.A.-Sport. »Teutonia-' in Sinn. VC Sinn I — „Teutonia“ ZBafoenborn-Sfeinberg I 1:0 (0:0). Nachdem die „Teutonen" sich durch einen Sieg über den VfB.-R. Gießen die Meisterschaft der Gruppe Gießen in her Bezirksklasse gesichert hatten, mußten sie am vergangenen Sonntag zum Vorentscheidungsspiel gegen oe» BC. Sinn, den Meister der Gruppe Dill, antreten. Während die Watzenborn-Steinberger mit einer wesentlich schwächeren Mannschaft als gegen den VfB.-R. im letzten Spiel die Reise nach Sinn antreten mußten, verfügte die Platzelf noch über sechs Spieler der „alten" Mannschaft. Dies gab wohl auch den Ausschlag. Wenn die Mannschaft nur mit 1:0 Toren den kürzeren zog, so lag dies an der tapferen Abwehr und an dem ausgezeichneten Deckungsfviel der Läuferreihe. Die „Teutonen" hatten folgende Mannschaft zur Stelle: Schweitzer; K. Schmandt, Fett; O. Burger, Hirz, L. Buß; Martini, K. Häu- fer, O. Buß, Heil, Harnisch. Die Platzmannschaft drängte zu Beginn des Spieles sofort auf eine Entscheidung bzw. Überraschung des Gegners. Verbissen und mit aller Energie wurde dieser ersten Drangperiode der Platzmannschaft standgehalten. Dann waren sich beide Mannschaften im Feldspiel gleichwertig. Die jungen Stürmer der „Teutonen" bevorzugten das kurze Zuspiel, während die Platzmannschaft sich des schnellen raum- greifenden Flügelspieles bediente. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause ergaben sich ebenfalls wenige Torchancen. Erst 20 Minuten vor Schluß wurde der Bann gebrochen. Ein Weitschuß des linken Läufers der Platzmannschaft sprang zur Ueberraschung aller vom Torpfosten ab ins Netz. Sinn führte 1:0! Alle Anstrengungen der Steinberger, die nun das Spielgeschehen bis zum Schluß diktierten, waren ohne Erfolg. So blieb Sinn in diesem ersten Vorentscheidungsspiel Sieger, und die Entscheidung um die Bezirksmeisterschaft fällt im Rückspiel am übernächsten Sonntag in Watzenborn-Steinberg. Klein-Linde« — Heuchelheim 4:2 (1:1). Die Gäste aus Heuchelheim stellten eine schnelle Mannschaft. I» der ersten Spielhälfte war das Spiel ziemlich ausgeglichen. In der zweiten Halbzeit zeigten die Gäste Spuren der Ermüdung und mußten das Spiel dauernd in ihrer Hälfte büßten. Der Sturm hatte feine Hauptdurchfchlagskraft verloren, so daß die Gastgeber infolge ihrer größeren Ausdauer zu drei Toren gelangen konnten. In diese teilten sich der Halbrechte, der Mittelstürmer und der Halblinke. Kurz vor Schluß konnte aber Heuchelheim noch' einmal zum Tor gelangen und damit auf 4 : 2 erhöhen. Endspiele um den Lahnpokal im Handball. Bei den entscheidenden Spielen im Handball gab es leider schon am ersten Spieltag einen Ausfall. Katzenfurt trat ohne ersichtlichen Grund in Dornholzhausen nicht an. Hochelheim schlug auf eigenem Platz den To. Garbenheim knapp aber verdient mit 16 :12 (12 : 5), nachdem bei Halbzeit bereits ein klarer Vorsprung bestand. Immerhin kamen die Gäste nach ber Pause merklich auf, so daß die Niederlage noch erträglich wurde.