<90. Jahrgang Nr. (29 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter | HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Gießener Anzeiger kKMHÄAKLN für (hfarMfott Sd,tif,leitun9 und 6efd)6ftiftene: $o[tic6edll686RtantL®i. BrfiW(heUnfo«fttats6ni(!eretB. Sange |Ui VVvlUVHvIl «ietzen,Schnlftraher-4 Montag. 3. Juni M« Annahme von Anzeigen fiir die Mittagsnummer bis8'/2Uhr des Vormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel [ Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundvreise Bädcranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Luftangriff auf den Hafen von Marseille. -18 Kriegsschiffe und 49 Transportschiffe vor Dünkirchen versenkt oder beschädigt. Aieuport in deutscher Hand. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Führer-Hauptquartier, 2.Juni. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im harten Kampf wurde der von den Engländern auch gestern zäh verteidigte K ü st e n st r e i - fen beiderseits Dünkirchen von Osten her weiter eingedrückt. 31 i e u p o r t und die Küste nordwestlich davon sind in deutscher Hand. 2l d i n - (erte westlich Furnes und Ghyvelde, zehn Kilometer ostwärts Dünkirchen, sind genommen. Die Gefangenen- und Beutezahlen stiegen auch gestern erheblich. Allein bei einer Armee wurden 200 Geschütze aller Kaliber erbeutet. An der Subfront keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe bekämpfte am 1. Juni, Versuche von Resten des geschlagenen britischen Expe- dltionsheeres, auf die vor Dünkirchen liegenden Schiffe zu entkommen. Die Erfolge der Stuka-, Kampf-, Zerstörer- und Jagdgeschwader haben sich gegenüber den anfangs bekanntgegebenen Zahlen noch wesentlich erhöht. Insgesamt sind vier Kriegsschiffe und elf Transportschiffe mit einer Gesamttonnage von 54 000 Tonnen versenkt, 14 Kriegsschiffe, nämlich 2 Kreuzer, 2 leichte Kreuzer, ein Flakkreuzer, 6 Zerstörer, 2 Torpedoboote und ein Schnellboot sowie 38 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 16:000 Tonnen durch Bombentreffer beschädigt. Zahlreiche Boote, Barkassen und Schlepper wurden zum Kentern gebracht und Truppenansammlungen am Strand von Dünkirchen erfolgreich mit Bomben angegriffen. Bei einem erneuten Vorstoß deutscher Schnellboote gegen den noch in Felndeshand befindlichen Teil der belgisch-französischen Küste gelang es einem dieser Boote, einen schwer beladenen Transportdampfer von 4000 Tonnen durch Torpedoschuh zu versenken. Zum ersten Wale griffen Kampfverbände der Luftwaffe den Hafen von Warfeille an und setzten dort zwei grohe Handelsschiffe durch Bombentreffer in Brand. Die Eisenbahn- sirecke Lyon — Warseille wurde an mehreren Stellen durch Bombentreffer beschädigt. Die G e s a m t v e r t u st e des Gegners in der Luft betrugen am 1. Juni 58 Flugzeuge, davon wurden 42 im Luftkampf, acht durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt. Von unseren von Drontheim nach Horben vorgegangenen Gebirgsjägern wurde am 1. Juni Bodö genommen und hierbei neben anderem Kriegsgerät eine englische Batterie erbeutet. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. Führerhauptquartier, 1. Juni. (D31B.) Das OKW. gibt bekannt: Der Widerstand der letzten in Rordostfrankreich eingeschlossenen Teile des französischen Heeres wurde ge b r o ch e n. Allein bei der Säuberung des Gebietes um Lille wurden hierbei bisher 2 6 0 0 0 Geiangene eingebracht. Der Angriff auf die Reste bes britischen Expeditionsheeres beiderseits Dün- iirchen ist gegenüber zähen Feindwiderstands in dem lehr schwierigen Gelände in gutem Fortschreiten. Trotz schlechter Wetterlage hat unsere Luftwaffe am 31.Wai weitere Einschiffungen in Dünkirchen mit Erfolg bekämpft und zur lln- kerstühung des Heeres in den Erdkampf eingegriffen, ks wurden fünf Transporter versenkt und drei Lreuzer oder Zerstörer sowie zehn Handelsschiffe (insgesamt 70 000 Tonnen) durch Bombentreffer schwer beschädigt. Eine Schnellboot - Flottille versenkte einen feindlichen Zerstörer und ein feindliches U-Boot, womit sich die Zahl der im Kanalgebiet durch Schnellboote versenkten Zerstörer auf sechs und die der U-Boote auf zwei erhöht. Ein U-Boot torpedierte vor Ostende ein feindliches Kriegsschiff. Bei der Vernichtung englischer Truppen bei Lasse! cm 30. Wai, die zur Er b e u t u n g von 65 eng- lischen Panzerkampfwagen führte, zeichnete sich eine von Oberst K o l l geführte Gefechtsgruppe einer Panzerdivision besonders aus. An der S ü d f r o n t scheiterten bei A b b e - v l l e feindliche Panzerangriffe. Im Nachstoß konnte wir dort Boden gewinnen. Südlich Abbe- vlle belegte die Luftwaffe feindliche Truppen- amfammhingen in den Wäldern erfolgreich mit bomben. Der Feind, der sich noch in einem kleinen Brückenkopf bei Le Lhesne auf dem Nordufer des Lanal des Ardennes hielt, wurde über den Kanal zurückgeworfen. In Norwegen haben die von Drontheim nach Morden vorstohenden Truppen nördlich Fauske ländlichen Widerstand gebrochen und weiter Raum gkwonnen. Die Gruppe Narvik hat gegenüber stirken feindlichen Angriffen gestern ihre Stellungen gehalten. Die G esa m t v er lust e des Gegners in der Luft betrugen am 31. Wai 49 Flugzeuge, davon wurden im Luflkampf 39, durch Flak 10 Flugzeuge abgeschossen; 9 eigene Flugzeuge werden vermiht. Hervorragende Leistungen der Flakartillerie. Berlin, 1. Juni. (DRV.) An den wuchtigen Schlägen, die unsere Luftwaffe den britischen Kriegs- und Transportschiffen im Seegebiet von Dünkirchen beibrachte, hatten die von General der Flieger Keller geführten Geschwader hervorragenden Anteil. Die bereits verschiedentlich gemeldeten bedeutenden Erfolge der Flakartillerie im Kampf gegen Flugzeuge, Panzerwagen und Schiffe wurden im wesentlichen von den Flakverbänden des Generals der Flakartillerie Weise, des Generalleutnants Vo- g a t f ch und des Generalmajors D e h l o ch erzielt. Vach den vorliegenden Weldungen wurden b i s zum 31. Wai allein durch diese Einheiten über bzw. in feindlichem Gebiet insgesamt 6 2 7 feindliche Flugzeuge mit Sicherheit abgeschossen, 2 0 6 Panzerwagen in der Abwehr feindlicher Panzerangriffe vernichtet, zwei Kriegsschiffe versenkt und elf weitere Kriegs- und Handelsschiffe schwer beschädigt. In diesen Zahlen sind die Flugzeugabschüsse, die durch Flakartillerie über reichsdeulschem Gebiet sowie in Dänemark und Norwegen erzielt wurden, nicht enthalten. Die Lustangriffe aus Südostsrankreich. Stockholm, 3. Juni. (Europapreß.) Die deutschen Luftangriffe sind nach dem, was der Londoner Rundfunk zu melden weiß, erfolgreich gewesen. In der Uebersee-Rundfunksendung heißt es, daß Marseille einem heftigen deutschen Luftangriff unterzogen wurde, wobei militärische Objekte unter Feuer genommen wurden. Es heißt, daß die Hafenanlagen mit vielen deutschen Bomben belegt wurden. Auch über die A n - griffe auf das Rhonetal liegen Meldungen vor, wonach die Flieger ihr Ziel nicht verfehlt haben. Es wird am Sonntagabend bekannt, daß besonders die Eisenbahnstrecke Lyon — Marseille Angriffen ausgesetzt war. Schließlich wurde vom englischen Rundfunk am Sonntagabend bestätigt, daß die weittragende deutsche Artillerie in der Gegend von Dünkirchen sehr wirksam sei. Die englischen Soldaten, die auf ihre Fluchtmöglichkeit warteten, hätten sich teilweise 24 Stunden in Sandlöchern am Strande verbergen müssen, um nicht allzusehr durch das deutsche Artilleriefeuer gefährdet zu werden. Am Rande der großen Schlacht in Flandern. W--- VMM WÄ r v te'' ' 'M • ,*"*■*■ ' 6 Nach der Kapitulation der belgischen Armee und dem Ende der großen Einkreisungsschlacht in Flandern bevölkern endlose Züge Gefangener die Straße. Für sie ist der Krieg zu Ende, nachdem sie die Gewalt und die Wucht des deutschen Schwertes zu spüren bekommen haben. (PK.-Koch-Presse-Bild-Zentrale-M.) -ÄV ie London die Geschlagenen empfängt. Stockholm, 2. Juni. (Europapreß.) Große Menschenmassen sammeln sich nach wie vor vor der Londoner Viktoria-Station, um die aus Flandern geflüchteten Truppen des britischen Expeditionskorps zu begrüßen. Die Polizei mußte große Absperrungen vornehmen und zeitweilig wurde der Bahnhof geräumt. Es wird auch von englischer Seite bestätigt, daß sich der Abzug der britischen Truppen keineswegs ordnungsgemäß vollzogen, sondern daß alle erreichbaren Boote — wie alte Kähne, Schuten, Schleppdampfer, ja auch Segelboote — benutzt wurden, um dem mörderischen deutschen Luftbombardement zu entgehen. Heber die höhe der britischen Verluste mürb auch am Sonntag in London noch Stillschweigen bewahrt. Viele Angehörige der britischen Expedition - Soldaten waren auf den verschiedenen Bahnhöfen versammelt, aber keine Spur konnten sie von ihren Angehörigen entdecken. Die verschiedenen Ministerien und Militärbehörden in.London wurden auch am Sonntag wieder mit Tausenden von Anfragen bestürmt, worin sich Frauen und Mütter nach dem Verbleib ihrer Männer und Söhne erkundigen. Von Regierungsseite sowie von den Militärbehörden werden die Angehörigen auf die nächste Woche vertröstet. Winston Churchill kündigte am Sonntag an, daß er am nächsten Dienstag im Unterhaus „ausführlich zu der letzten Entwicklung Stellung nehmen wird". „Svenska Dagbladet" berichtet aus London, daß der Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Frankreich, Lord Gort, um ein haar von den Deutschen gefangengenommen worden wäre. Lord Gort ist inzwischen nach England zurückgekehrt. Er ist vom König empfangen worden, wobei ihm, um die zur Tarnung der furchtbaren britischen Niederlage in der Flandern-Schlacht aus- gegebene und vor der angesichts des ununterbrochenen Stroms abgerissener und demoralisierter Flüchtlinge sehr hellhörigen Oeffentlichkeit des eigenen Volkes krampfhaft aufrecht erhaltene Propaganda- Lesart vom „glorreichen Rückzug" zu bekräftigen, der älteste englische Ritter-Orden, der Bath-Orden, verliehen wurde. — „Svenska Dagbladet" berichtet, daß, als das britische Hauptquartier nach hazubrouk verlegt worden sei, eines Morgens von einem Stabsoffizier drei deutsche Panzerwagen in einer Entfernung von nur 400 Meter gesehen morden seien. General Gort sei sofort verständigt worden, und man habe beratschlagt, was am besten zu tun sei. Ein englischer Soldat habe Schüsse auf die Panzerwagen abgegeben. Er sei aber von Lord Gort darauf aufmerksam gemacht worden, daß man mit einem Gewehr keine Panzerwagen zum Stehen bringen könne, sondern im Gegenteil nur die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich ziehe. In dem Bericht wird nicht mitgeteilt, auf welche Weise sich der britische Oberkommandierende schließlich gerettet hat. Zur Fortsetzung des Kampfes gezwungen. 150 belgischeLoldaten von den Engländern hinterrücks erschossen. Berlin, 2. Juni. (DNB.) In Brüsseler Berichten der italienischen Blätter werden weiter die Grausamkeiten englischer Soldaten in Belgien unterstrichen. Bis überall nach der Waffenstreckung der belgischen Armee das Feuer eingestellt worden sei, hätten motorisierte englische Abteilungen im Sek - tor von Dixmuiden die belgischen Truppen unter offener Bedrohung mit Maschinengewehren zur Fortsetzung des Kampfes gezwungen. Dabei feien 150 belgische Soldaten hinterrücks erschossen worden. Die Deutschen dagegen hätten den belgischen Soldaten und Flüchtlingen weitgehende Unterstützung zuteil werden lassen. Das Vorgehen der Engländer habe in der Bevölkerung tiefste Empörung .ausgelöst. In „Glorreicher Rückzug." Wo immer und in welcher Schlacht ein Kriegs« beer vernichtend geschlagen wurde, ob in einer1 Alexander-Schlacht, ob bei Cannae oder Zama, ob auf den katalaunischen Feldern, ob bei Roßbach oder Leuthen, bei Sedan oder Tannenberg, immer tonnten sich versprengte Haufen des vernichtend geschlagenen Heeres retten. Es muß doch schließlich jemand da sein, der die Nachricht nach Hause bringt, wie es auf dem Schlachtfelde zugegangen ist, wie die Niederlage ausgesehen hat. Auch in der Vernichtungsschlacht in Flandern, in der drei französische Armeen zertrümmert, das englische Expeditionskorps aufgerieben und das belgische Heer kapituliert hat, sind klägliche Reste an die Küste in und bei Dünkirchen gelangt, um sich irgendwie nach England zu retten. Was machen nun daraus die jüdifch-plutokrati- schen Schmocks im Rundfunk sowie in den Zeitungen, die nur noch einen halben Bogen umfassen? Es ist ein „glorreicher R ü ck z u g", es ist eine „heroische L e i st u n g", es ist ein „U r - laub , bis es wieder losgeh t." Die englische Lügenpropaganda läßt eine wahre Springflut von Jllusionsberichten und Schönfärbereien los, geführt von solchen Fachleuten wie Duff Cooper, Joel Baker u. a. hier eine kleine Blütenlefe: „Hitlers einziger Vorteil liegt in der zahlenmäßigen lieber» legenheit feiner Tanks und feiner Luftwaffe, die aber durch die qualitätsmäßige (!) Überlegenheit der unfrigen ausgeglichen wird ..." Oder: „Die über den Kanal zurückkehrenden englischen Soldaten kommen mit einem Lächeln in England aft, wenn es auch nur in den Augenwinkeln liegt" (man denke demgegenüber an die Schilderungen englischer Soldaten über das Grauen der Schlacht, nach italienischen oder schwedischen Berichten aus London." „Dieser Rückzua hat ganz besonderen Scharfsinn erfordert ... Unsere Soldaten machen den Eindruck einer unbesiegten Fußballmannschaft, sie betrachten diesen Rückzug nicht als Rückzug, sondern als Urlaub (!!) ... Dieser heldenhafte Rückzug ist nicht nur ein Anlaß zum Stolz, sondern auch zur Ermutigung für die englische Nation". Und so geht es seitenlang weiter. Diese kindischen Redensarten also sind alles, was die Regierung Churchill dem englischen Volk nach dieser Niederlage Englands zu bieten hat. Diese jüdffch-plutokratischen Schwindelbrüder haben vor Angst und lauter Furcht ganz vergessen, was sie seit drei Wochen Tag für Tag an Siegesmeldungen von sich gaben. Immer stand bas beutsche Heer vor ber Vernichtung, Tag für Tag wurde es von ber neuen Offensive des Generals Weyganb bebroht, jeden Morgen unb jeden Abend wurden ungeheure deutsche Verluste gemeldet im Gegensatz zu den Armeen der Plutokratien, die zu Wasser, zu Lande und in der Luft unwiderstehlich seien. Es ist auch ganz vergessen, daß es die Aufgabe eines Heeres ist, nicht nur Widerstand zu leisten, sondern auch den Gegner zu überwinden, wenn es gilt, ihn zu vernichten. Die deutschen Heere haben in drei Wochen den wirtschaftlich, militärgeographisch und geopolitisch wichtigsten Teil Nordftankreichs erobert sowie mit allen Mitteln gesichert. Der deutsche Heeresbericht hat am 31.Mai gemeldet, daß der weitaus größte Teil der deuffchen Divisionen für neue Ausgaben frei werde. Nur noch ein geringer Teil der deutschen Truppen ist damit beschäftigt, das ungeheure Schlachtfeld aufzuräumen sowie die versprengten Reste der englisch-französischen Armeen zu erledigen. Deutschland hat also in einem glänzenden Feldzug, der nach Men in seien während des englischen Rückzuges 280 Einwohner durch britische Bomben und mit Maschinengewehren nieder- gemäht worden. Auf einem an dieser Stelle errichteten Holzkreuz sei der grausame Mord mit den Worten „Blinde Wut" verewigt worden. Belgische Generalstabsoffiziere erklärten, daß die Westmächte die belgischen Truppen im Stich gelassen hätten. Alle Soldaten und Offiziere seien mit ihrem Herrscher solidarisch und seien empört über die Beleidigungen des Königs durch die feige geflohenen belgischen Minister. Wenn der Regierungschef und die Minister Mut gehabt hätten, so hätten sie dies durch ihr Verbleiben bei den Soldaten beweisen müssen, statt feige die Flucht zu ergreifen. Pierlot fei ein Verräter und müsse als solcher erschossen werden. Oer erfolgreiche Führer einer Gefechtsgruppe. 44.3 Wie der OKW.-Bericht vom 1. Juni meldete, zeichnete sich eine von D b er ft Kolk (unser Bild) geführte Gefechtsgruppe einer Panzerdivision bei der Vernichtung englischer Truppen bei Cassel besonders aus, wobei 65 englische Panzerkampfwagen erbeutet wurden. (Scherl-Bilderdienst- jOKW.-j M.) Spaniens Jugend fordert die Herausgabe Gibraltars. Große Kundgebungen in Madrid am Tage der Ankunft des neuen englischen Botschafters. Truppenzahl und Kriegsmaterial sowie nach derl Bedeutung des unmittelbaren strategischen Zieles ftrum ein Beispiel in der Kriegsgeschichte hat, sich bis vor die Tore der feindlichen Hauptstädte geschoben. Englands größter Hafen, in dem das Herz der englischen Schiffahrt pulsiert, London, ist blockiert. Vielleicht versuchen es Churchill und Rey- naud die in der Flandernschlacht verlorene militärische Ausrüstung aus dem Boden zu stampfen. Wenn sie das nämlich in ihren Werkstätten machen wollen, so brauchen sie sehr lange und sehr viel Eisenerze, die weit und breit nicht für sie zu haben find. Das alles wissen die plutokratischen Kriegstreiber in London und Paris ganz genau, sowie noch Einiges dazu. Aber gerade weil sie das wissen, lügen sie und schwindeln sie darauf los, um sich noch eine Galgenfrist zu sichern, damit sie, wenn zum Schluß alle» schief geht, ihren gestohlenen und geflüchteten Goldschätzen folgen können. Aber diese dummdreiste Schwindelei ist selbst den Tommies zu lächerlich geworden, denn sie hoben in mehr als einem Fall sich widerwillig und entrüstet über all das geäußert, was die verlogene Judenpresse auf Befehl der Plutokraten von sich geben muß. Wer in der Hölle der Flandernschlacht war, wer ihr nur deshalb entkommen ist, weil er verwundet auf den Feldern oder in den Wäldern lag, um dann gefangen zu werden, hat einen gonz anderen Eindruck, als was die jüdischen Rundfunkschwindler in London dem englischen Volk zu erzählen wagen. Es ist echt Churchill, die versprengten Tommies, die sich unter größten Schwierigkeiten und Entbehrungen gerade noch retten konnten, als eine Mannschaft hinzustellen, die von einem Fußballspiel gekommen wäre. Und dieses gewissenlose Gesindel plutokratischer Kriegstreiber, durch und durch verderbt, hat den Kriegssturm über Frankreich entfesselt. Es wird nicht nur ein Flandern für sie geben, es wird noch ein Schlag nach dem andern auf sie niederprasseln, bis die gesittete Menschheit von ihnen für immer erlöst ist. D. S. Italiens Kriegsziele. Rom, 2. Juni. (DRB.) Der Journalist Ansaldo, Direktor des in Livorno erscheinenden und dem italienischen Außenministerium nahestehenden Blattes „Telegraso", sagte in seiner Rundfunkansprache 'an das italienische Heer. Es wäre töricht, warten zu wollen, daß die Erfüllung unserer Ansprüche uns vom Himmel in den Schoß regnet. Die Vorbereitungsarbeit fei in die Schlußphase eingetreten,- die Mobilmachung bereits in vollem Gange. Doch handele es sich hier nicht um eine überstürzte Mobilmachung, sondern um eine in aller Ruhe durchgeführte Arbeit, so daß die Truppenbestände immer größer würden. Das volle Vertrauen auf den Duce schließe nicht aus, daß der Italiener auch die Gründe kennen müsse, die Italien heute leiten und wegen derer der Duce den Marschbefehl gebe» könne.- Ein Volk wie das italienische könne bei seiner Tatkraft nicht außerhalb einer großen Auseinandersetzung bleiben, an der alle Großmächte Europas beteiligt seien und die über das Schicksal Europas entscheiden würde. Wenn Italien abseits bliebe, so würde es damit unwiderruflich seine eigene Dekadenz bekunden und sich selbst herabsetzen. Damit würde ausgesprochen, daß der Italiener weichlich und faul sei. Italien müsse also schon aus Gründen des moralischen Ansehens und seiner Selbstbehauptung handeln, d. h. kämpfen. Das sei der moralische Grund für Italiens Haltung, während der zweite Grund die Unabhängigkeit Italiens auf dem Meere sein müßte. In diesem Zusammenhang nannte Ansaldo die Kriegsziele Italiens unter ausdrücklicher Aufzählung von Korsika, Tunis, Gibraltar und Suez. Ztalienhehe in Marokko uno Algerien. Kriegerische Vorbereitungen in den wichtigen Zentren des französischen Gebietes. Rom, 3. Juni. (DRV. Funkspruch.) „Agenzia Stefcmi" meldet aus Casablanca, das Leben der Italiener in Französisch-Marokko werde von Tag zu Tag schwieriger. Unter den lächerlichsten Vorwänden würden ihre Wohnungen und ihre Geschäfte unter Polizei auf-sicht gestellt. Die Jagd- und Waffenscheine zur persönlichen Verteidigung seien eingezogen worden, während Zeitungen und Agenten die Massen gegen Italien aufhetzen. Rach der gleichen Agentur werde auch in ganz Algerien die Hetzkampagne immer intensiver. Im Zentrum würden die Verteidigungsarbeiten verstärkt fortgesetzt. Man sei jetzt sogar dabei, in den wichtigsten Wohnvierteln Schützengräben anzulegen. Der französische Resident, General R o g u e s , reise ständig zwischen Rabat, Algerien und Tunis hin und her. »Savoyen darf nicht länger unter der Fremdherrschaft bleiben.-" Mailand, 2. Juni. (DRB.) Die „Schule für faschistischen Glauben" schloß ihre Vortragstätigkeit mit einer Veranstaltung ab, die dem Stammlande Savoyen des italienischen Königshauses gewidmet war. Der savoyardische Legionär und faschistische Kämpfer Massimo E s c a r d behandelte, ausgehend von dem alten Ursprung und der ruhmreichen Geschichte des italienischen Königshauses, die geographischen Probleme Savoyens. Im Lichte der Geschichte und der Tradition könne das imperiale Italien nicht mehr gestatten, daß Savoyen länger unter der geschichtlich und politisch nicht zu rechtfertigenden Sklaverei der Fremdherrschaft bleibe. — An der Veranstaltung nahmen u. a. der Präsident der „Schule für faschistischen Glauben", Vito Mussolini, der Resse des Duce und Direktor des „Popolo d'Jtalia", sowie zahlreiche Persönlichkeiten des politischen Lebens und der Faschistischen Partei von Mailand teil. Prinz Adalbert von Savoyen-Genua hatte ein Begrüßungstelegramm gesandt. Schlachtschiff »Nelson-" gesunken. Berlin, 1. Juni. (DRB.) Die Neuyorker Zeitungen bringen eine Meldung der Associated Preß, nach der das Schlachtschiff „Nelson" mit 700 Mann gesunken ist. Die Versenkung des Flaggschiffes der englischen Heimatflotte hat in ganz USA. stärksten Eindruck gemacht. Alle Zeitungen brachten die Nachricht auf der ersten Seite unter großen Schlagzeilen. Die Meldung wurde ergänzt durch eine genaue Beschreibung des Schlachtschiffes. Das Schiff, das 1925 vom Stapel gelaufen ist, hatte eine Wasserverdrängung von 34 000 Tonnen und lief 23,5 Knoten. Es war mit neun 40,6-cm- Kanonen und zwölf 15,2-cm-Kanonen, zahlreicher Flakartillerie und 3 Flugzeugen ausgerüstet« Madrid, 2. Juni. (Europapreß.) In Spanien haben in den letzten Tagen Kundgebungen der spanischen Jugend gegen England und für eine Rückgabe Gibraltars an Spanien stattgefunden. In Madrid haben die Demonstrationen der Jugend und vor allem der Studenten die Hauptstadt in äußerste Erregung versetzt. Die Studenten, die die Hauptstraßen durchzogen, haben eine große Volksmasse mit sich gerissen, eine unübersehbare Menge bildete teils Spalier, durch das die Kundgeber marschierten, teils zog sie hinter Kampffahnen aus dem Bürgerkrieg mit den Studenten im Demonstrationszug. Am Samstag hatte das Parteiblatt „Arriba" die Bevölkerung zu dieser Demonstration aufgefordert, dcmttt der Ruf auch über die Grenzen gehe und auch von den Taubsten gehört werde. In Sprechchören wurde von den Kundgebern unablässig gerufen: „Gibraltar muß spanisch m e r d e n ! — „Wem gehört Gibraltar?" und darauf geantwortet „Spanien! Spanien!" Zunächst haben die Studenten und die Volksmassen Gelegenheit gefunden, den neuen britischen Botschafter Sir Samuel Hoare auszupfeifen. Dieser war gerade Samstag in einem Militärflugzeug eingetroffen. Von Regierungsseite mußten Befehle gegeben werden, damit dieser aus dem Bürgerkrieg noch sehr bekannte Maschinentyp nicht mit Flakfeuer empfangen wurde. Sir Samuel Hoare ist dann zur britischen Botschaft gefahren und hat vor dieser gleich die Sprache des spanischen Volkes zu hören bekommen. Er wurde mit einem großen Gejohle empfangen. Als er im Gebäude verschwunden war, begannen die Sprechchöre zu fragen: „Wern gehört Gibraltar?", worauf die Volksmenge anwortete: Spanien! Spanien!". Die britische Botschaft forderte dann Polizeikräfte zu ihrem Schutz an, weil die Bevölkerung eine immer drohendere Haltung einnahm. Die Men-ge begab sich dann vor das Gebäude der deutschen Botschaft zu einer Freundschaftskundgebung. Die Studenten drangen in den Vorhof der Botschaft ein, wo sie in größter Diszi- plan und Ordnung Aufstellung nahmen. Dann Rom, 2. Juni. (Europapreß.) Die aus Nordfrankreich und Belgien heimkehrenden englischen Truppen werden, wie „Giornale d'Jtalia" aus London meldet, im Schutze der Dunkelheit nach London gebracht, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Die weniger schwer verletzten Soldaten werden dann nach Birmingham weiterbefördert, während die Schwerverletzten in Londoner Krankenhäusern Unterkunft finden. Die unverletzt gebliebenen Soldaten werden dagegen auf verschiedene Gebiete Mittel- und Südenglands verteilt, wo sie sich für weitere Befehle bereit zu halten haben. Die meisten sind waffenlos. Selbst die englische Presse gebe zu, daß nur ein verschwindend geringer Bruchteil des nach dem Festland gelieferten Kriegsmaterials habe gerettet werden können. Die Zahl der Verletzten fei so groß, daß die Krankenhäuser zu ihrer Unterbringung nicht mehr ausreichten. Die englische Regierung habe daher Privathäuser, Schulen und andere Gebäude beschlagnahmt, um sie als Militärlazarette einzurichten. Die englischen Blätter versuchten im allgemeinen, die Oeffentlichkeit über die Schwere der Niederlage der Westmächte hinwegzutäuschen. Immerhin fänden sich aber einige Zeitungen, Die anerkannt hätten, daß das brittsche Expeditionskorps eine außerordentlich ernste Schlappe erlitten habe. Beispielsweise schließe „News Chronicle" seinen Leitaufsatz mit der bitteren Feststellung: „Es handelt sich immerhin um eine Niederlage, und der Feind macht auch weiterhin strategische Fortschritte, die Großbritannien in den allernächsten lauen teuer bezahlen wird." „Daily Expreß" spricht von einer „denkwürdigen Niederlage". Das Blatt tritt dafür ein, daß vor allem die innere Verteidigung Englands organisiert werden müsse. England müsse während Der nächsten Monate in der Defensive bleiben. In Der Tat merDen Die Vorbereitungen für die Verteidigung Englands fortgesetzt. In ganz England werden Die Landstraßen Tag unD Nacht von bewaffneten Patrouillen überwacht. In den Rüstungsbetrieben sind besondere Wachabteilungen zusammengestellt worden, die an den Eingängen bewaffnete Schildwachen und auf den Dächern Luftabwehrtrupps ausstellen. - Der „Daily Expreß" gibt Der Hoffnung AusDruck, Daß vorläufig Der Angriff gegen England noch nicht erfolgen werde, da eine solche Operation eine gründliche und lange Vorbereitung erfordere. Es bestehe jedoch kein Zweifel, daß von Deutschland ein Einfall auf englischen Boden werde versucht werden, da ein solcher Angriff gegen Das Herz des britischen Reiches b/edeutungsvolle Erlaß an den WehrmaW- befehlshaberindenÄiederlanden Führerhauptquartier, 1. Juni (D7TB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an den Wehrmachtsbefehlshaber in den Niederlanden folgenden Erlaß gerichtet: Das deutsche Angebot zur Aebernahme des Schuhes der Niederlande gegen die erwiesene Absicht der Weltmächte, Holland zur Aufmarschbasis gegen das Ruhrgebiet zu machen, stieß bei der holländischen Regierung infolge ihres geheimen Einvernehmens mit den Westmächten auf vorsätzliche Ablehnung. Sie überantwortete damit Volk und Land den Schrecken eines Krieges, brachte sich aber selbst in Sicherheit außer Landes. Die deutsche Wehrmacht hat in dem hierdurch notwendig gewordenen Kampf mit der niederländischen Armee jede nur mögliche Rücksicht auf den Schuh der Bevölkerung und die Erhaltung des Landes genommen. Dieser fangen fie im Chor Falcmge-Lieder, und schließlich brach ein endloser Jubelsturm aus. Es wurde „Arriba Espana", „Es lebe der Caudillo" und „Heil Hitler" gerufen. Der „Gibrattar"-Marsch Der spanischen Jugend hat überall einen tiefen Eindruck gemacht. — Die spanische Umversitätsjugend setzt sich aus jungen Leuten zusammen, die schon im Bürgerkrieg mitge- kcimpft haben. Sie sind mit ihren Kriegsauszeichnungen durch die Straßen marschiert. Ihr Marsch hat die Bedeutung einer Kundgebung von Frontkämpfern. Wenn sie Gibraltar zurückfordern, so wissen sie genau, was sie tun. Genau so wie sie am Samstag durch die friedlichen Sttaßen Madrids marschierten, werden sie morgen bereit sein, auf Befehl Des Caudillo an Der einen Kilometer breiten ßanDenge, Die Gibraltar mit Dem spanischen Fest- lanD verbinDet, anzutreten. Im offiziösen Organ der Falange „Arriba" schrieb Der bekannte, den Regierungskreisen nahestehenDe Journalist Emanuel Aznar, auf englischer Seite habe man den Standpunkt vertreten, datz Großbritannien, nachdem es mit Spanien ein Handelsvertragsabkommen abgeschlossen und ihm einen Kredit von zwei Millionen Pfund Sterling eröffnet habe, auf Öen ewigen Dank der Spanier Anspruch erheben könne. 'Die Engländer bildeten sich also ein, Spanien werde seine ganze Politik auf geringfügigen Handelsvereinbarungen aufbauen und Die unaufschiebbaren nationalen Notwendigkeiten beiseiteschieben. In Wirklichkeit stehe zwischen England und Spanien der Felsen Gibraltar wie ein Schatten. Gibraltar sei das e r ft e Der großen Probleme Spaniens, sicherlich nicht das einzige, aber Das erste. „Wir Spanier", so hieß es in Dem Artikel weiter, „wir rufen in vollkommenem Einvernehmen, daß Gibraltar uns gehört, daß Gibraltar spanisch ist. Daß niemand es behalten kann, ohne sich Des Raubes schulDig zu machen und daß wir in tiefster Seele leiden, wenn wir über der Meerenge eine Fahne wehen sehen. Die nicht die Spapolitische Rückwirkungen haben müsse. JnDessen hoffe man, Daß Die Fortsetzung Des Krieges in Frankreich Den Engländern genügenD Zeit gebe, um Die Verteidigung ihres Landes vorzubereiten. Der „Daily Herald" vertritt Die Ansicht, der Krieg sei gewonnen, wenn Die Front an Der Somme gehalten merDen könne. „News Chronicle" nertritt Die reichlich kuriose Ansicht, General Weygand habe im Süden keine Offensive entfesselt, weil er eingesehen habe, daß die Schlacht im Norden verlorengehen müsse, wenn man den Krieg gewinnen wolle. Geradezu grotesk findet Die römische Sonntagspresse Das verlogene Bemühen der Nachrichtenagenturen von ßonDon und Paris, Die NieDerlage und Die Flucht Der englisch-französischen Truppen aus dem „belgischen Sack" als einen „brillan - t e n Rückzug" hinzustellen. „Die wichtigste Tatsache ist", schreibt „Popolo Di Roma", „daß die Westmächte auf belgischem Gebiet nicht nur Hunderttausende von Gefangenen, sondern ihr bestes Material an Kampfwagen und Artillerie zurückgelassen haben. Ersatz für dieses Kriegsmaterial zu beschaffen ist für die Westmächte eine schwer zu lösende Aufgabe, um so mehr, weil Frankreich an der Nordgrenze eine schwere Amputation an industriellen Betrieben und Bergwerken erlitten hat. Uebrigens dürfte sich die mächtige deutsche Streitmacht sofort neuen Aufgaben zuwenden, und zwar mit noch größerer Energie, ohne den Westmächten Zeit zum Atemholen zu lassen." „Lavoro Fascista" sagt, alles deute Darauf hin, daß die letzte Initiative auf deutscher Seite liegen werde. Deutschland scheine entschlossen zu fein, dem Feinde keine Atempause zu gewähren und Die bereits errungenen Erfolge tatkräftig auszunützen. Dem hohen Geiste, mit Dem eine ununterbrochene Reihe von Siegen Die Truppen und die Bevölkerung Deutschlands in einem magnetisierenden Strom miteinander verschmelze, könne die Moral der verbündeten Westmächte nicht standhalten, von denen Die eine Den Krieg im eigenen Hause, die andere ihn vor der Haustüre habe. Auch auf rein materiellem Gebiet besitze Deutschland eine unbestreitbare Überlegenheit. Diese Masse sei in zentraler Stellung zusammengeballt, während die Streitkräfte Der Westmächte von jetzt ab in zwei Lager gespalten seien, von denen das eine in Paris, das andere in London seinen Schwerpunkt habe. Schließlich sei auch Die Technik Der Kriegsführung, wie Die bisherigen Erfahrungen bewiesen hätten, auf Deutscher Seite weitaus höher entwickelt. Man könne nichts sehen, was Die Heeresleitung der Westmächte Dem entgegenzustellen habe. Einstellung deutscherseits kam die Haltung so- wohl des holländischen Militärs als auch der holländischen Zivilbevölkerung in hohem Ausmaße entgegen. Sie entsprach dem kulturellen und sittlichen Stande des uns Deutschen stammesmähig verwandten niederländischen Volkes. Die verantwortlichen Einzelpersonen, die deutsche Fallschirmjäger in Gefängnisse gesperrt, wie Verbrecher behandelt und dann den Engländern ous- geliefert haben, werden zur Verantwortung gezogen werden. Der holländische Soldat hat überall offen und ehrlich gekämpft und unsere Verwundeten und Gefangenen entsprechend g u t behandelt. Die Zivilbevölkerung hat nicht am Kampf teilgenommen und ebenfalls die Gesetze der Menschlichkeit gegenüber unseren Ver- mundeten erfüllt. Ich habe mich daher auch für Holland entschlossen, die Genehmigung zur Freilassung der gefangenen holländischen Soldaten zu erteilen. Die hülste der holländischen Armee wird mit sofortiger Wirkung entlassen. 3n Propaganda und rauhe Wirklichkeit. Italienische Berichte aus London. Freigabe der holländischen Gefangenen. Das brittsche Friedensideal „Während der Engländer sich gerühmt hat, den Lebenden den Frieden zu bringen, hat er Millionen zum Frieden des Grabes geführt; er hat das Land durch legalisierte Plünderung ausgesogen." So urteilt Der englische Historiker W.J. Bryan über Die „FrieDenspolitik" seines LanDes, Die auch jetzt roieDer unter Aufbietung aller humanen Plutokratenphrasen angepriesen wird. Das Deutsche Volk hat nun bereits einmal Den grünD» lichen Beweis Dieser „selbstlosen" FrieDenspolitik LonDons erhalten, unD es weiß, Daß ihm jetzt ein enDgültiger Ärabesfrieden Drohen würDe, wenn EnglanD Die OberhanD in Diesem Entscheidungskampf behielte. Deshalb wird Diesmal gründlich aufgeräumt. tinfer Kampf erzwingt den wahren Frieden durch den Sieg über die piutottatien Frankreichs Verniggernng. Wenn man von der Verniggernng Frankreichs spricht, rührt man an ein vielgestaltiges Problem, Das alle historischen, kulturellen unD wirtschaftlichen, alle völkischen Eigenschaften Der französischen Nation auf Das Innigste Durchdringt. Nur, Daß dieses Problem leider eine Tatsache ist, und Daß Diese Tatsache gleichbeDeutenD bleibt mit einer Auslieferung weißer Menschen an Die Rassenverman« schung, an Das Völkerchaos, macht diesen Vorgang zu einem für ganz Europa brennenden und gefährlichen Ereignis. „Wer weiß Denn heute nicht", schrieb 1927 Der französische Bevölkerungspolitiker 21. Auffray, „Daß seit zwei Jahren Die Zahl Der Särge in Frankreich größer ist als Die Der Wiegen? Das und nichts anDeres ist Die große Krankheit Frankreich s". Auffray machte Dafür Die in allen französischen Volkskreisen seit langem graffie« renDe Selbstsucht verantwortlich. Man zähle offiziell über zweihunderttausend Abtreibungen jährlich. Selbst Die französischen Jungarbeiterinnen wollten zwar, wie Umfragen ergeben hätten, zu 97 v. H. heiraten, aber einmal, um nicht länger zu arbeiten, Dann, um „Durch Die Ehe frei zu werden", also sich Der strengen Aufsicht ihrer Eltern zu ent. ziehen. Gegen Die eigentliche Absicht und Den Zweck Der Ehe, eine kommende Generation großzuziehen, hätten sie sich durchweg ausgesprochen. „Das Pro- blem", schrieb Auffray, „ist in erster Linie ein moralisches. Es handelt sich um eine geistige Krise, um eine erschreckende Krise des Individualismus. Man denkt nur an sich, man denkt nur an das Vergnügen. Man handelt so, als ob der Tod das Ende aller Dinge sei." Daneben wurden Statt- stiken veröffentlicht, wonach z. B. ein Drittel aller französischen Arbeiterehen völlig zerrüttet seien, von denen der anderen Schichten ganz zu schweigen. Nun sind Die Gründe für das Sterben Frankreichs aber noch weitreichender, als die franzöfi- schen Bevölkerunaspolitiker angeben. Nachdem Frankreich in zahllosen und schließlich doch immer fehlgeschlagenen Eroberungskriegen gegen Deutschland sein bestes Blut verlor, war es mit eigenen Kräften schon lange nicht mehr in Der Lage, feinen Produktions- und Kolonialapparat zu bedienen. Die politische und wirtschaftliche Heber« lagerung der Regierenden durch die Freimaurer und das Judentum ist ein Schlüssel zur Bastardi- fierung Frankreichs geworden. Wie wollte man das französische Bevölkerungsproblem ohne feste Be- griffe wie Rasse und Volkstum lösen? Wenn Nigger und Juden sich wahllos mit den Französinnen mischen und als „gleichberechtigt" anerkannt werden konnten, dann führte das ganz natürlich nicht nur zur körperlichen, sondern noch mehr zur ch a • rakterlichen Entartung des Franzosen« tums. So wurde Süd-Frankreich geradezu $ o l o • nia11and der Afrikaner aller möglichen Schattierungen, und die Bastarde, die nicht nur in Mar- feilte sondern in allen südfranzösischen Städten herumwimmeln, bieten den schönsten Anblick eines Untermenschentums, das sich denken läßt. Nach dem französischen statistischen Jahrbuch für 1937 ergossen sich über Marseille allein 1930 nicht weniger als 102 000 afrikanische Nigger und sonstige Fremdblüttge in Das Land. Sie heirateten durchweg Französinnen. Dazu kommt die geradezu irrsinnige Behandlung der fremdrassigen Militärkräfte, die den weißen Soldaten ergänzen sollen. Von den 200 000 farbigen Soldaten lagen allein 50 000 in Frankreich selbst. Die Vermischung dieser farbigen Rassen mit den Franzosen stößt auf kei- nerlei Volksabneigung. Wenn auch die mit Farbigen oder Bastarden verheiratete Französin möglichst ihrer Kinderscheu treu bleibt, so sind doch diese Bastardehen kinderreicher als die Der rein weißen Franzosen. TrotzDem reicht die Zahl erster Linie kommen holländische Wehrmachtsangehörige in Frage, die in der Landwirtschaft, in Bergwerken, in der Nahrungsmittelindustrie, in der Bauindustrie und in verwandten Betrieben tätig sind. Die übrigen Angehörigen der holländischen Armee sollen allmählich demobilisiert werden, um die Wirtschaft nicht zu überlasten und Arbeitslosigkeit hervorzurufen. Sinngemäß gelten dieselben Bestimmungen für diejenigen holländischen Soldaten, die sich in Deutschland in Kriegsgefangenschaft befinden. Für die holländischen Berufssoldaten werde ich eine Entscheidung noch treffen. (gez.) Adolf Hitler. Tiefer Eindruck in Holland. Haarlem, 2. Juni. (DNB.) Der Befehl des Führers hat einen nachhaltigen Eindruck hervor- gerufen. Man hofft, daß nun Das Wirtschaftsleben Durch Die Rückkehr Der Arbeitskräfte in Schwung erhalten wirD. Großer noch ist die moralische Auswirkung Des Befehls, da hier von höchster Stelle Die ritterliche Kampfesweife Der hollänDischen Sol- Daten anerkannt roirD. Der Abgeordnete Rost van T o n n i n g e n , Der mit 20 anDeren Holländern nach vorhergehenDer Internierung durch Die frühere holländische Regierung nach Frankreich verschleppt worden war und in Calais durch deutsche Truppen befreit wurde, ist, freudig begrüßt durch eine viel« tausendköpfige Menge, im Haag eingetroffen. — „Handelsblad" stellt fest, daß die deutschen Besatzungs- behörden alles daransetzen, um die Wiederherstellung des Twenter Gebietes zu beschleunigen. Das habe bei Der Bevölkerung größte Genugtuung erweckt. der Geborenen nicht, um die Sterbeziffer zu Überholen. Hinzu kommt, daß die germanischen Elsässer nach dem Kriege zur Hebung der französischen Geburtenziffer beitrugen, aber diese Elsässer und die anderen germanischen Bestandteile Frankreichs konnten die Vermanschung des Franzosentums nicht im entferntesten wettmachen. Ganze Regionen des Alpengebietes und Südwestens sind infolge von Abwanderung entvölkert worden. Hineingeschoben hat sich die italienische Bevölkerung, die zäh zusammenhält, sich ihres Wertes bewußt ist und in vielen Dörfern bereits jetzt die Mehrheit hat. Im Norden Frankreichs ist der Farbige fast gar nicht vertreten, dafür aber der Flame, der Wallone, der Wanderarbeiter, der immerhin fein Möglichstes tut, um durch Heirat von Französinnen das Land nicht völlig verniggern zu lassen. Dieses Nordostgebiet von Frankreich ist die wirtschaftlich und industriell hervorragendste Gegend des Landes, es bezahlte, wie im französischen Senat behauptet wurde, 50 v. H. aller Steuern, während alle anderen Departements zusammen nur die andere Hälfte aufbrachten! Aber alles das reicht nicht aus, um das Land wieder aufzufrischen. Das Judentum geht vor allem in Paris an eine Bastardisierung der Franzosen, die genau so dem politischen Ziel der herrschenden Freimaurer entspricht wie der Grundsatz, daß der urfremde Einwohner der Kolonien in Frankreich volles Bürgerrecht genießt. Es ift so, daß Schwarze in der französischen Kammer sitzen und sogar Unterstaatssekretärposten einnehmen. Das sind die eigentlichen Herren Frankreichs: Juden, Freimaurer und Bastarde. Im Jahre 1928 schätzte das französische Innenministerium die Zahl der in Frankreich lebenden Ausländer auf 2,8 Millionen, darunter waren rund eine Million Italiener, die besonders in den an Italien grenzenden Gegenden sitzen. Was aber bezeichnend ist: die Afrikaner aus den Kolonien Frankreichs, also die wirklich Fremden, wurden als naturalisiert nicht mitgerechnet. Sie haben Freizügigkeit. Sie können ruhig Frankreichs Blut verderben, und in welchem Maß das geschieht, davon macht man sich kaum eine Vorstellung im übrigen Europa. Die „Assimilation" der Franzosen mit den Farbigen hat geradezu furchtbare Folgen. Wie trotz aller äußeren Zivilisation die schwarzen und gemischten Einwohner von Haiti und San Domingo sich dem wüstesten Wodookult aus den afrikanischen Wäldern verschrieben haben, so bringt afrikanisches Blut in Frankreich eine Vemiggerung des Körpers und des Geistes zustande, die überhaupt keinen Begriff mehr von der alten Kultur des Franzosentums hat, weil die Voraussetzungen der Blutsreinheit fehlt. Der bastardisierte Franzose ist nur noch fähig, fremdes Eigentum zu verwüsten und zu beschmutzen, ohne selbst etwas Positives zu leisten. Daß diese Züge gerade jetzt während des Krieges unter der Herrschaft des Börsenjobbers Reynaud und des Juden Mandel zu Tage treten, ist nicht weiter verwunderlich. Die neuen Herren aus Asien und Afrika, die Juden und Freimaurer und Nigger, führen ein Frankreich, das diese Tragödie seit Jahrzehnten stumpf und dumpf erlebt und nicht weiß, welche Gefahr für die abendländische Kultur es mit dieser zivilisatorisch- demokratischen Gleichsetzungseselei beging, vom Geschick Frankreichs selbst ganz zu schweigen. E. S. Mit unseren Truppen in Nordnorwegen. DUM. MM. - - Die deutschen Truppen, die zum Entsatz ihrer Kameraden in Narvik von Drontheim aus in Richtung Norden vormarschieren und nach den jüngsten Meldungen bereits über Bodö hinausgekommen sind, müssen infolge der Schneeschmelze starker Geländeschwierigkeiten Herr werden. Da die Verkehrswege für die schweren Fahrzeuge der Panzerwaffe kaum passierbar sind, werden oft Schienenwege als Vormarsch st raße benutzt (Bild rechts). — Das Bild links läßt den schlechten Zustand der oft völlig aufgeweichten Wege, die nach Nordnorwegen sichren, erkennen. (PK.-Eitel-Lange-Scherl-M.) Das Land, das die elfen kämmt. Deutschland hat den bewaffneten Schutz von Dänemark und Norwegen übernommen. Norwegen selbst gehört flächenmäßig zu den größten Ländern Europas und übertrifft an Größe Italien und Großbritannien einschließlich Irland. Andererseits ist es eins der am dünn st en bevölkerten Länder Europas, es zählt rund 3 Millionen Einwohner und hat somit ein Drittel Einwohner weniger als Berlin. Unser Mitarbeiter berichtet von dem unbekannten Norwegen, das mit seiner unverfälschten rauhen Natur und Landschaft eines der seltsamsten Länder der Erde ist. Die skandinavischen Länder sind im Mittelalter für Europa einmal eine bestimmende Größe gewesen. Es gab Zeiten, da die nordischen Heere ganze Völker eroberten und ihre Flotten die Weiten der Meere beherrschten. Später ist Skandinavien mehr iinb mehr aus der polittscken Front der europäischen Staaten zurückgewichen, feine Energien froren ein. 2>ie nationale Stoßkraft, die die skandinavischen Menschen eine Zeitlang bewiesen hatten, wich mehr lind mehr einer Isolierung im eigenen Raum. Die rerhängnisvollen Ideen des Liberalismus wurden Leitmotiv ihrer Staatsführuna. Auf diese Weise xeriet Norwegen in das politische Schlepptau Großbritanniens. Die Regierung war nicht in der Lage, den brutalen englischen Neutralitätsbrüchen der lktzten Vergangenheit energisch zu begegnen, vielmehr paktierte sie unter der Hand mit den Briten lind forderte die deutsche Abwehr geradezu heraus. Kewiß, Norwegen hat nur knapp drei Millionen (Einwohner, das Land bietet trotz seiner riesigen Wche keine leichte Basis für die Entwicklung einer stlbständigen Industrie und einer agrarwirtschaft- lchen Ausweitung. 2400 Quadratkilometer Ackerland stehen 240 000 Quadratkilometer Gletscher und t'dfengebirge gegenüber, aber es kommt immer auf ten nationalen Geist der Führungsschicht eines Volkes an, ob es seine Rechte behaupten kann oder n.cht. In neuerer Zeit wurde Norwegen ein bevor- äugte s Reiseziel. In Südeuropa findet man o e weiche, liebliche, verschwenderische Pracht der Natur und die Zeugen großer geschichtlicher Ver- aingenheit, Mitteleuropa ist der Inbegriff höchster ultureller Entwicklung, verbunden mit Landschaftsri izen aller Art, der nordische Raum und insbeson- dere Norwegen verkörpern die unverfälschte rauhe Majestät einer Urnatur. Dabei ift es falsch, Norwegen als ein „unwirtliches Land" zu bezeichnen. Norwegens Charakteristikum sind die Extreme. Die warmen Wasser des aus Aequatornähe kommenden Golfstroms zaubern im Sommer zuweilen Tage von einer wunderbaren Ruhe und Schönheit an den Strand der Fjorde, wie sie die Riviera nicht anders bieten kann. Aber während die Riffe an den Fjorden durch die Sonne glühend heiß werden und das Meerwaffer lauwarm uns umspült, während eine beinahe tropische Blumenpracht auf den Matten leuchtet, spiegelt sich das ewige Eis der Gletscher im unergründlichen Wasser der Fjorde und verrät, daß 1500 Meter höher und nur 500 Meter seitab der Polarraum seine Vorposten stehen hat. Norwegens ungebärdiger Nachbar ist der Atlantik, der hier oben im Norden nie zur Ruhe kommt. Es gibt keine Tage mit spiegelglatter See. Und wenn schon mal die Sommersonne ein Paradies im Schutz der Fjorde und himmelstarrenden Felswände für einige Stunden hervorzaubert, dann greift wieder der Atlantik an. Auf einmal wirst er feine tosenden Brecher gegen die Felsen, um sie weiter zu zernagen und zerklüften. Am Himmel stürmen geballte Wolken, pfeilschnell. Sie umgarnen die Spitzen der Felswände, und diese wieder schneiden messerscharf die Wolken durch, erfassen sie wie mit einem riesigen Kamm, daß sie zerreißen und niedersinken. Wie ein Schleier fließen dann an den Rückseiten der Felsen die Nebel herab, urplötzlich verschwindet das Idyll am Strand des Fjords und die in der blinkenden Sommersonne liegenden Gutshöfe und altoerwitterten Häuser an den Matten sind wie weggewischt. So wechselt ständig das Panorama: Dom Nordkap bis nach Stavanger. Durch alle Jahreszeiten läuft dieser fiebernde, gewalttätige Rhythmus der polaren Naturgewalten, die von den Eiswüsten Grönlands geboren werden. Trotz feiner weit nordwärts vorgeschobenen Lage ist das Klima Norwegens zum Teil wärmer als das Norddeutschlands. Wie eine gewaltige Warmwasserheizung umspült der Golfstrom seine Küsten und Fjorde. Das Wasser ist hier durch Unter» grundströmungen so warm, daß an kalten Tagen, wenn Ostwinde aus dem Innern Skandinaviens wehen, das Meer zu dampfen beginnt. Norwegen gehört zu den regenreichsten Ländern Der Zähes Men mit dem zur Küste entweichenden Engländer. (PK.) Zum fünften Male liegt die Truppe sprung- und fturmbereit hinter dem Deich eines belgischen Kanals. Diesmal ist der Engländer unser Feind am anderen Ufer. Er kämpft verbissen um jeden Fußbreit des nur 5 Kilometer breiten Streifens, den unser Vormarsch ihm zwischen der Kanalküfte und dem Nieuport-Furnes«- Kanal gelassen hat. Südwestlich des Kanalhafens N i e u p o r t, westlich dieser Stadt, sind unsere Truppen auf die Flanke des Feindes angesetzt, mir aber liegen ihm frontal gegenüber. Der Feind — es liegt das South-Lancafhire-Regiment vor uns — hat eine Elitetruppe aufgeboten, um feine letzte wenig ruhmvolle militärische Unternehmung auf dem Kontinent, die „erfolgreiche" Einschiffung, durchzuführen — so wie er es tat in Andalsnes und Namsos. Wir müssen nach diesem heißen Kampftag, der zur Erde wie zur Luft heftige Auseinandersetzungen brachte, gestehen, daß der Gegner sich mit ungemein großer Zähigkeit gegen unsere schneidige Infanterie zur Wehr setzte, die nur schwer ihre Brückenkopfstellung am Kanal westlich Wulpen aufrichten konnte. Der Feind hat die Vorteile des Geländes für sich: Auf den etwa zehn Meter hohen Dünen, die sich jäh über der flachen, völlig ein« gesehenen Tafel unseres Angriffstreifens erheben, hat er seine schweren Waffen in Stellung gebracht. Wir haben ihre Wirkung den langen Tag über zu spüren bekommen, zumal seine schweren MG.s und sein Granatfeuer; aber unsere Batterien haben ihm schwer zugesetzt. Um 9 Uhr früh begann das Uebersetzen am Kanal. Die übliche Lage: Flankierende, nahezu unerkennbare feindliche MG.s bestreichen die Länge des Kanals. Es mußten erst diese Nester durch unsere Pak und die IG.-Züge n i e ö e r g e/ kämpft werden, ehe die Infanterie den Kanal ohne zu große Gefahren mit ihren Schlauchbooten durchqueren konnte. Der Kampf um das diesseitige Kanalufer war allerdings von einer Heftigkeit, wie sie vielleicht nur noch am Kanal von Gent verspürt worden ist. Wären die Engländer nicht so kalt rechnende Taktiker — und in diesem Falle geht es ihnen wieder einmal um den rechtzeitigen Schiffs- anschluß — man könnte glauben, das South- San» cashire-Regiment würde versuchen, den stark ramponierten Soldatenruhm des Tommies ein wenig aufzubügeln, beim Abschied vom Kontinent ... Aus Dachluken zumeist mußte wohl das Feuer stammen, das wir zuweilen hinter uns hörten. Stoßtrupps hatten stundenlang zu tun, um diese verborgenen Nester auszuforschen und unwirksam zu machen. Wir sind ritterlich genug, um ohne Zögern anzuerkennen, daß der Feind sich würdig geschlagen hat, allein wir verachten jenen Mangel an Fairneß, den der Engländer heute zeigte, als er unsere Sanitätssoldaten unter Feuer genommen hat. Der Heftigkeit des Erdkampfes um den Küsten- ftreifen westlich Nieuport entsprach eine ebensolche dramatische Auseinandersetzung in der Luft. Aufklärungstätigkeit und Luftbeschuß des Feindes waren sehr rege. Die noch stark mit Zivilbevölkerung gefüllte Stadt nahmen englische Bomber sich zum billigen Ziel, nachdem die feindlichen Jäger unsere Beobachtungen vergeblich angegriffen hatten. Den Luftraum kehrten die deutschen Jäger rein. Bis in den Abend hinein rauscht es über uns. Bald sind es Feindflieger, bald ziehen stolz und ruhig unsere Geschwader ihre Bahnen nach dem Westen, obwohl der Himmel dicht betupft ist mit Flaksprengungen. Arn Kanal aber ist ein Laufsteg gebaut, über den die Infanterie zur Verstärkung des Brückenkopfes eilt. Die vorgeschobene Beobachtungsstelle wird dafür sorgen, daß zur rechten Zeit die Feuerglocke der starken eigenen Batterien sich schirmend über die Infanterie senkt. Es wird morgen reiner Tisch gemacht werden da drüben. Leo Leixner. Erbe. Wie eine ewige Regenwolke lastet der Westwind über dem Land, nur selten stoßen die Grate der Gebirgsgipfel in reines Blau. Auch an heiteren Tagen umspielt die Bergfronten und Felsenwände das irrifierenbe Grauweiß des vom Meer gebrochenen Nebels, und nur selten ist es möglich, von der See aus die bizarren Küstenformen der norwegischen Landschaft eher als aus zwei Seemeilen Entfernung zu erkennen. Das norwegische Küstengebiet mit seinen Hunderten von Fjorden und Jnselreihen gehört zu den schwersten nautischen Gebieten, die die Erde besitzt. Insbesondere sind die vielen sogenannten „M a l st r ö m e", rotierende Wasserkeael, die sich zwischen den Inseln bilden und bei den Lofoten geradezu berüchtigt geworden sind, eine schwere Gefahr selbst für die modernen navigato- rischen Möglichkeiten der Schiffahrt. Eines der herrlichsten Erlebnisse, die der nordische Raum bieten kann, ift ein Gang durch die Mitternachtssonne. Sie verwandelt Himmel, Berg und Meer, stundenlang kann man mit bloßem Auge in sie hineinschauen, kein hindernder Strahlenglanz umgibt sie, alle Glut zieht sich in ihren eigenen Umkreis zurück. Die Sonne wirkt wie ein rotglühender Meteor, man möchte meinen, sie müßte in Millionen Stücke und Stückchen zergehen, wenn nicht die ruhige Hoheit des Schauspiels und die Pracht der Farbensymphonie am Himmel Frieden gewährte. Gleitet ein Wolkenstreifen über die Kugel des Sonnenballs dahin, so wird er von der Glut durchleuchtet und flammt im dunkleren Rot. Der Himmel prangt in allen Farbenübergängen, vom kräftigsten Bluttot über den Bergen bis zu dem eintönigen Weißgrau in der Höhe, ein Gemälde der Natur, wie es keine andere Gegend des Erdballs kennt. Die nationale Selbständigkeit Norwegens ist noch nicht alt. Von 1378 bis 1814 gehörte das Land zu Dänemark, von 1814 bis 1905 war es durch Personalunion mit Schweden verbunden, erst dann entwickelte sich das selbständige Königreich Norwegen. So erklärt es sich, daß die offizielle Landessprache dänisch ist. Nur in ganz abgeschiedenen Distrikten wird das Altnorwegische als Dialekt gesprochen. Die Bevölkerungsdichte Norwegens nimmt nach Norden au außerordentlich ab. Die nördlichen Provinzen, Die schon stark von lappländischen Stämmen durchsetzt sind, haben zwar die Größe von europäischen Ländern wie Holland, Belgien und Portugal, aber eine Einwohnerzahl von nur wenigen tausend Menschen. Die Städte, die im hohen Norden liegen (wir nennen Vardö, Tromsö) sind nach unfern Begriffen Kleinstädte, sie besitzen im skandinavischen Raum lediglich als eisfreie Handelshäfen Bedeutung. Ein Flug über Norwegen von Oslo nach Stavanger zeigt Felsengebirge, Seen und nur hier und da ein Stückchen Ackerland. Man erhält den Eindruck, daß an diesen riesigen Räumen die moderne Zeit vorbeigegangen ist. Ganz selten entdeckt man eine Eisenbahnlinie. Autos sind in Norwegen mit Ausnahme der wenigen größeren Städte eine Seltenheit. Norwegen entwickelt sich sehr langsam. Der Norweger hält starr an den alten Ueberlieferungen fest. Ein neuerer norwegischer Volksforscher, Professor Anton Brogger, hat sich erst kürzlich dahin geäußert, daß sein Vaterland die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit hinter sich habe und nun in sehr langsamem Tempo beginne, der Motorzeit entgegenzureifen. Im Gegensatz zu dem fortschrittlich gesinnten Schweden — die Erzbergwerke bei Kiruna sind die modernsten der Welt — fehlt es in Norwegen an einer weitsichtigen industtiepoliti- scheu Initiative. Dabei besteht kein Zweifel, daß das Land außerordentlich reich an Bodenschätzen ist und viele Erze aufweist. Bisher hat Norwegen nur an einzelnen Stellen im Süden des Landes mineralische Bodenschätze abgebaut. Die Nickelgruben von Skanger und Ringerike zwischen Oslo und Drammen haben siüher in sehr engen Beziehungen zu Deutschland geftandem Das Nickel, aus dem das einftige deutsche Kleingeld geprägt war, stammte aus diesen beiden norwegischen Erzbergwerken. Statt selbst produzierend zu werden, hat sich Norwegen im wesentlichen darauf beschränkt, Zwischenhändler der übrigen skandinavischen Staaten zu sein. Der berühmte Erzhafen Narvik ist ausschließlich auf schwedische Initiative entstanden. Walter Lammert. Das Ritterkreuz. Im Namen des Führers überreichte Generalfeldmarschall Göring Offizieren der Fallschirmjäger- und Luftlandetruppen, die sich beim Angriff auf Rotterdam und die Brücken von Moerdiyk durch besondere Tapferkeit auszeichneten, das Ritterkreuz zum EK. Man sieht (von links) Oberst Bräuer, Hauptmann Prager, Oberleutnant Kerf in, Oberst K r e y f i n g. (i^cherl-Bilderdienft-Kropp-M.) Die Kehrseite des Rooseveltschen Rüstungsprogramms. Washington, 2. Juni. (Europapreß.) Schatzamtssekretär Morgenthau schätzte den durch die neuen Verteidigungsausgaben zu erwartenden Haushaltsfehlbetrag des Jahres 1940 auf 3 703 Millionen Dollar. Hierin fei die letzte Forderung des Präsidenten Roosevelt nicht eingeschlossen. Der Budgetausschuß ersuchte Morgenthau um beschleunigte Arbeit, da die vorgesehene neue Verteidigungssteuer auf keinen Fall bis zur nächsten Sitzungsperiode des Kongresses aufgeschoben werden könnte. Diese Steuern sollen jährlich etwa 656 Millionen Dollar erbringen. Seit neunzehn Jahren lies am Samstag zum ersten Mal wieder ein nordamerikanisches Schlachtschiff von Stapel. Es handelt sich um das 35 000 Tonnen große Schiff „Washington" In zwei Wochen wird das Schwesterschiff der „Washington", das 35 000 Tonnen große Schlachtschiff „B r o ck l y n", von Stapel laufen. An Bord des Ueberfeeöampfers „M anha11an" haben in Genua über zweitausend nordamerikanische Staatsangehörige am Sonntagnachmittag die Heimreise angetreten. Die Heimkehrer, unter denen sich einflußreiche, in Europa ansässige Persönlichkeiten der nordamerikanischen Industrie und des Handels befinden, sind aus allen Teilen Nord- und Mitteleuropas in Genua zusammengeströmt. Der gegenwärtig auf der Fahrt von Neuyork nach Genua befindliche Ueberfeebampfer „W ashing - t o n" wird auf der Rückreise ein zweites Kontin- gent Heimkehrer nach USA. befördern. Nach einer Havas-Meldung hat der Dampfer „President Roosevelt" den westirischen Hafen Galway am Sonntagabend mit den amerikanischen Heimkehrern an Bord verlassen. Die Passagiere mutzten über 24 Stunden bis zum Abschluß der Borbereitungen zur Abreise warten. Giqurlu, rumänischer Außenminister. Bukarest, 1. Juni. (DNB.) Der rumänische Außenminister G a f e n c u reichte sein Rücktrittsgesuch ein, das vom König angenommen wurde. Der bisherige Verkehrsminister Gigurtu wurde mit der Leitung des Außenministeriums betraut. Der Rücktritt Gafencus wird mit seinem Gesundheitszustand begründet. Gigurtu war führendes Mitglied der Nationalchristlichen Partei unter dem verstorbenen Ministerpräsidenten Goga, dessen Regierung er Anfang 1938 als Wirtschaftsminister angehörte. Als im November 1939 Tatarescu die rumänische Regierung bildete, wurde Gigurtu Verkehrsminister. Er ist mehrmals in Deutschland gewesen und gilt als Verfechter einer nationalen rumänischen Außenpolitik. Wie es heißt, ist Gafencu, der seit Dezember 1938 Außenminister war, für einen wichtigen Auslandsposten in Aussicht genommen. Kleine politische Nachrichten. Reichsleiter Dr. Ley hat in einer mehrtägigen Fahrt die westlichen Gaue des Reiches besucht und mit mehreren Dienststellen der Partei und der Deutschen Arbeitsfront Besprechungen über die sozialen Maßnahmen der DAF. für die Frontarbeiter im neubesetzten Gebiet und die Betreuung der Rückgeführten gehabt. Eine Arbeitstagung der leitenden Veterinärbeamten des Reiches wurde von Reichsminister Dr. Frick eröffnet. Die Erhaltung der Gesundheit des deutschen Tierbestandes, vor allem für die Ernährung des deutschen Volkes, die Bekämpfung gefährlicher und zum Teil neuartiger Seuchen erklärte der Minister gerade jetzt von besonderer Wichtigkeit. Heute befinde sich über die Hälfte der Angehörigen der Veterinäroerwaltung im Dienste der Wehrmacht, so daß auf den in der Heimat verbliebenen Beamten doppelte Last ruhe. * Der Reichsminister des Innern hat eine Polizeiverordnung erlassen, nach der das Rauchen in feuergefährdeten gewerblichen Betrieben verboten wird. Die unter das Rauchverbot fallenden Betriebe werden von den Verwaltungsbehörden im Einvernehmen mit den Gewerbeaufsichtsämtern und den zuständigen Dienststellen der Wehrmacht bestimmt. ♦ Die vom Volksgerichtshof wegen gemeinschaftlichen Landesverrats am 9. März 1940 zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilten Erwin Auch ter, 48 Jahre alt, aus Eberswalde, und Karl Palmer, 62 Jahre alt, aus Berlin, sind hingerichtet worden. — Die Verurteilten haben im Auftrag des Nachrichtendienstes einer fremden Macht im Deutschen Reich Spionage getrieben. * In Palästina sind alle bisher noch nicht internierten deutschen Staatsangehörigen verhaftet worden. Nachdem bisher nur Männer im wehrfähigen Alter feit Kriegsbeginn im Konzentrationslager untergebracht waren, sind nunmehr auch alle Frauen, Kinder und Greise einschl. der Schwachen und Kranken in die Internierungslager verschleppt worden.* Aus Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres treffen 18 Offiziere der spanischen Wehrmacht, darunter 3 Generale und neun Offiziere der Luftwaffe, in Berlin ein. Der Führer der Abordnung ist Divisionsgeneral Enrique Canovas La Cruz. Die Offiziersdelegation wird Einrichtungen des Heeres besichtigen. Außerdem ist ein Besuch der Westfront vorgesehen. Eine in Berlin weilende Offiziersabordnung der italienischen Kriegsakademie wird sich auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres zu einem Besuch an die Westfront begeben. * Kronprinzessin Friederike von Griechenland, die Tochter des ehemaligen Herzogs von Braunschweig und Enkelin Wilhelms II., wurde von einem Sohn entbunden. In der Bevölkerung herrscht über die Geburt des Thronfolgers großer Jubel. ♦ Das lettische Ministerkabinett beschloß ein Gesetz über die Einführung einer wirtschaftlichen Arbeitsdien st pflicht in Lettland, die zur Stärkung der Verteidigung und der Wirtschaftskraft Lettlands dienen soll. Diese Verpflichtung erstreckt sich auf alle Einwohner Lettlands, Männer und Frauen, von 16 bis 60 Jahren, auf alle Organisationen und Unternehmungen in Lettland. Nach dem Verlust von Wiborg hat die finnische Regierung beschlossen, neue Häfen am Finnischen Meerbusen zu errichten. U. a. soll zehn Kilometer südlich von Nykarlegy die kleine Fischerstadt Munsala zu einem Hafen ausgebaut werden, in dem große Dampfer geladen und gelöscht werden können. Der Verwaltungsrat der Dorpater Universität hat den Beschluß der philosophischen Fakultät genehmigt, Professor Dr. Kurt Schreinert auf die Dauer von drei Jahren auf den vom Deutschen Reich unterhaltenen Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Dorpat zu wählen. Professor Schreinert war schon bisher an der Dorpater Universität als Lektor tätig. * Der Görres-Preis aus der Johann-Wolf- aang-Goethe-Stiftung, den die Bonner Rheinische Friedrich -Wilhelm - Universität alljährlich verleiht, ist für das Jahr 1940 dem Dichter Ernst Bertram zuerkannt worden. Der Preisträger ist seit 1920 Professor der Literaturgeschichte an der Kölner Universität. * Unter starker Anteilnahme des ganzen schwedischen Volkes fand in Oevralid die Beisetzung des großen schwedischen Dichters Werner von Heiden- ft a m statt. Ein Mitglied der deutschen Gesandtschaft legte im Auftrage des Stellvertreters des Führers und des deutschen Gesandten Kränze am Grabe des Verstorbenen nieder. Der Präsident der Deutschen Neichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns Johst, hatte ein Beileidstelegramm gesandt. Schutz her 6hre des Soldaten. Lübeck, 31. Mai. (DNB.) Vor dem schleswig-holsteinischen Sondergericht stand der 37jährige Walter V o ck e r o 11 aus Bad Schwartau unter der Anklage des Verbrechens gegen § 176 StGB, in Verbindung mit § 4 der Volksschädlingsverordnung. Der Angeklagte, der selbst verheiratet ist, lernte eine Frau im Kino kennen, die ihm erzählte, daß ihr Mann eingezogen sei. Trotzdem ließ es nicht in seinem Bemühen nach, die Frau zum Geschlechtsverkehr zu bestimmen. Später gestand die Frau in einem Brief ihrem Manne die Schuld. Der Staatsanwalt beantragte gegen den bisher noch unbestraften V. wegen Ehebruches in Verbindung mit den Bestimmungen gegen Volksschädlinge eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und drei Jahren Ehrverlust und betonte dabei, daß es sich hier um eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung handele. Das Urteil solle nicht nur Sühne fein, sondern auch eine abschreckende Wirkung haben. Das Sondergericht erkannte auf IV2 Jahre Zuchthaus und zwei Jahre Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wurde dem Angeklagten auf die Strafe angerechnet. Kinderermäßigung auch für Soldaten und Arbeitsmänner. Der Kreis der Personen, für die Kindererrnäßi- gung in Betracht kommt, ist nach dem Ein- kommen st euergesetz 19 39 wesentlich erweitert worden. Aus einer Erläuterung, die Regierungsrat Dr. Steinweg vom Reichsfinanzministerium in der „Deutschen Steuer-Zeitung" veröffentlicht, geht hervor, daß die Kinderermäßigung in Betracht kommt bei minderjährigen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes bis zum außerplanmäßigen Truppführer oder bis zur außerplanmäßigen Gehilfin, bei minderjährigen Wehrmachtangehörigen bis zum Gefreiten (nicht Obergefreiten, Stabsgefreiten usw.) oder bei Fahnenjunkern bis zum Oberfähnrich, bei minderjährigen Angehörigen der ^-Verfügungstruppe bis zum ^-Mann, bei minderjährigen Mädchen, die das Pflichtjahr ableisten und bei minderjährigen Frauen- hilfsdienstmädeln. Der Reichsfinanzminister wird demnächst die Kinderermäßigung für Wehrmacht- angehörige den Verhältnissen während des besonderen Einsatzes der Wehrmacht anpassen. Der Erlaß wird auch die Kinderermäßigung auf die anderen Einheiten der Waffen- ff ausdehnen. Bei minderjährigen Kindern und Angehörigen ist es möglich, daß für dasselbe Kind oder denselben Angehörigen zweimal Kinderermäßigung gewährt wird. Der eine Steuerpflichtige erhält sie wegen Haushaltszugehörigkeit, der andere wegen Uebernahme der Kosten des Unterhalts und der Erziehung. Derselbe Steuerpflichtige kann natür» lich für dasselbe Kind oder denselben Angehörigen nur einmal Kinderermäßigung erhalten. Für volljährige Kinder und andere volljährige Angehörige wird Kinderermäßigung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gewährt, wenn sie sich in der Berufsausbildung befinden. Als Berufsausbildung gilt auch die Zugehörigkeit zum Reichsarbeitsdienst, zur Wehrmacht und zur ff-Verfügungstruppe bis zu bestimmten Dienstgraden. Gro6en-Linden, den 2. Juni 1940. 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Krüger - Oskar Marion Buch: Dr. Arnold Fanck, Rolf Meyer-Herstellungsleitung: Oskar Marion, Wilhelm Sperber-Musik -.Werner Bochmann SPIELLEITUNG: DR. ARNOLD FANCK Ein abenteuerlicher Film, der uns in fremde Welten führt und uns das spannende Schicksal eines Matrosen der alten „Dresden“ aus dem Weltkrieg bis zur heutigen Zeit miterleben läßt im 71. Lebensjahre für immer von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen. Bestimmt wird versteigert: 420 Dtzd. Reißbrettstifte, 1 Briefwaage, Notizbücher und Oktavheftchen, 14 svormularkästen m. Kopf- u. Fußstück, 2000 Briefklammern, 50 Schreibunterlag., Färb-,Blei-,Kovier-u.Fettstifte, Breistifthalter, Pinsel u.a.m. Sphnnmann GerichtsvoNz. in Gießen ObUdl IllflUII Wiesenstr.2. Tel.3108. Am 2. Juni ist unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Steinmüller X. Tüchtige Hausgehilfin für sofort oder später gesucht. Wilhelm Keil Weserstr. 17.2«53v | Mietgesuche"| Ein freundliches möbl. Zimmer für sofort gesucht. 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Die einen versuchen es mit ^raft und Schönheit" — denken wir etwa an un« jiren heimischen Hirsch —, andere mit Reichtum ind G^anz, so die vielen Tiere, die ein besonderes Hochzeitskleid anlegen, wieder andere mit Musik über Leuchtorganen, mit schön gebauten Nestern und Wohnungen. Manche sind allerdings rücksichtsloser und rauben den anderen oder treiben ihn mit Gewalt in ihr Nest oder Heim. Sogar „A m a z o - n e n" gibt es in dieser Gruppe, die recht unglimpflich mit dem armen Mann verfahren und ihn meist schon nach der Flitterzeit mit Stumpf und Stiel verspeisen. So gehen verschiedene Spinnen mit ihrem wesentlich kleineren Ehegesponst um, aber auch bei manchen Fischen weiß der Aguarium- liebhaber, daß er das Männchen gleich nach der Paarung in „Schutzhaft" nehmen muß. Das „Liebesständchen" kennen wir ja alle von den Singvögeln — und vom Kater! „Asiatisches Herrentum" wieder zeigt die Winterkrabbe; beim Männchen ist die eine Schere riesig entwickelt, um das Weibchen mit sanfter Gewalt „heranzuwinken". Fragt man nach den Formen der Ehe im Tierreich, so zeigt sich auch hier eine überraschend große Mannigfaltigkeit, wie sie beim Menschen kaum anders zu finden rft. Vielleicht die merkwürdigste Übereinstimmung dieser Art besteht darin, daß wir auch bei Tieren Kinderehen finden, die in Indien bis vor kurzem sehr häufig waren. Freilich sind es nicht wie bei den Indern besorgte oder rechnende Eltern, die dazu raten, sondern die Tiere entscheiden sich von selbst barn. So schließen sich gewisse Krebse, die Zeit ihres Lebens in freiwilliger Gefangenschaft in Korallen, Muscheln und Kieselschwämmen leben, schon als junge unreife Tiere paarweise ein. Die Ehe des zivilisierten Menschen, die Einehe, findet man unter den höher entwickelten Tieren recht häufig, allerdings relativ selten bei den Säugetieren, dagegen fit sie geradezu der Normalzustand bei den Vögeln, wo sich ja selbst unser Sperling zur „Monogamie" bekennt. Bei manchen Tieren ist freilich diese Einehe nur eine „Saison ehe"; nach einiger Zeit trennen sich die Gatten wieder. So fit es beispielsweise bei den Füchsen und Wölfen, die das Zusammenleben der Eltern aufgeben, wenn die Jungen groß geworden sind und der Eltern nicht mehr bedürfen. Bei weitaus den meisten Tieren wirbt das Männchen um das Weibchen, und diesem kommt eine gewisse Sprödigkeit und Scheu zu. Doch trifft man auch andere Verhältnisse — sozusagen sehr amerikanische — im Tierreich an. So berichtet der berühmte Jnsektenforscher Professor Fabre von einer Käserart, bei der das Weibchen sich das Männchen aus mehreren „Konkurrenten" auswählt. Auch bei der fogenannten Totenuhr, einer Käferart, die in alten Holzmöbeln lebt, ist das Weibchen bei der Gattenwahl der eigentlich aktive Teil. Was nun die für den Menschen so wichtige Frage der Wohnungseinrichtung betrifft, so finden wir in der Einehe der Tiere genau so wie bei uns Hütten und Paläste, Weekendhäuschen und Notwohnungen in so großer Mannigfaltigkeit, daß wir mit ihrer Auszählung Bände fütten müßten. Es sei also nur die Tatsache her ausgegriffen, daß man auch im Tierreich in bezug auf die Schlafzimmer geteilter Meinung ist. Die meisten Tiere schwärmen für gemeinsames Wohnen, doch findet man auch getrennte Schlaf räume, die dann durch kunstvolle Gänge miteinander verbunden sind. So verhalten sich beispielsweise gewisse Wasserspinnen, die unter Wasser ein kunstvolles Nest bauen, und gewisse Papageienarten. Bei den meisten Säugetieren ist nicht die Einehe, sondern die Vielehe üblich. Beim Menschen unterscheiden wir die Polygamie — ein Mann, mehrere Frauen — und Polyandrie, bei der eine Frau mehrere Männer hat. Sie kommt namentlich in den Ländern mit ausgesprochenem Frauen- mangel vor, besonders bei den Eskimos, ferner bei den Tibetanern und in einigen Gegenden Indiens Beide Formen treffen wir nun auch bei den Tieren wieder. Am häufigsten ist die Polygamie — wir kennen sie alle vom Hühnerharem des Hahns, aber auch bei den Affen und anderen Säugetieren ist sie üblich. Die Polyandrie, also das Gegenteil der Polygamie, treffen wir bei den Ameisen (bei denen zu einer Königin mehrere Könige gehören, beim Gelbrandkäfer, merkwürdigerweise auch bei unseren biederen Karpfen und beim Kuckuck, dessen „Ehesitten" sich ja auch bei der Kinderaufzucht — die dieser Vogel bekanntlich anderen überläßt — als recht „tag'7 erweisen. Zeitschriften. — Ulrich Chriftoffels Aufsatz „Klassizismus" eröffnet das Juniheft der Monatsschrift „D i e Kun st" (Verlag F. Bruckmann, München). — Es fit dies der Kunftftil, der uns geistig und zeitlich am nächsten steht. An Hand der Werke eines Thor- ipalbfen, Canova, David, Ingres, Schick gibt der Verfasser ein abgerundetes Bild über Stil und Epoche. Zu seinem 60. Geburtstag würdigt Werner Doede den niederrheinischen Maler Max Clären- bach. Joses Limburg berichtet über Reliefkunst, auch ein Vorläufer unserer Photographie hinsichtlich der Darstellung menschlicher Köpfe, vor allem im Altertum und Renaissance. „Johannes Boehland als Zeichner vor der Natur" von Fritz Hellwag beschließt den ersten Teil des Heftes. Das im zweiten Teil abgebildete Wohnhaus in Göppingen, von Architekt Ernst Döbler, hat zur Aufgabe, das Wohnprogramm eines gepflegten Wohnstils gu bestandes kürzlich eine Dienstreise in das Gebiet des neuen Warthegaues im Osten bis nach Litzmann- stadt unternommen hatte, mancherlei interessante Mitteilungen über seine Eindrücke und Erlebnisse bei diesem Buch im Neuland für unsere große Ostsiedlung, wobei er als Landwirtschaftsfachmann natürlich die landwirtschaftlichen Gesichtspunkte in den Vordergrund rückte. Auch diese fesselnde Schilderung begegnete starkem Interesse der Kameraden und wurde mit dankbarem Beifall belohnt. Außer den beiden interessanten Vorträgen füllte noch gute kameradschaftliche Unterhaltung die Stunden des Monatsappells aus. Kameradschaft £.=3.!s. zwe .mbenlt ; Ä tingti 'ilttnb irnseils i ßäd au IM Da N der ird im A franko , iöungen Der sch rti an Btrgge feetlegei am : libfoe Nidelssch BdL la der ! Mfe g anw ■tuet dar abg, eigene