Nr. 2 Erstes Matt 190. Jahrgang Mittwoch, Z.Zanuar 1940 Erscheint täg Md), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giestener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -»25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Stehen Poftschecttonto: 5ranttnrt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dm* und Verlag: SrSHIsche Unlverfilätrdmckerel «.Lange in Sieften. Schriftleitunq und SeschSstrvelie: Lchulftrafte 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' ,,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Npf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Plahvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Däderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. groß war, daß London es für dringend erforderlich Gau- Knebelung dieses Landes, das sich mit Recht die dieses kleine Land hinschlagen möchten. Als die See- Gebietes gezogen, sondern im Gegenteil mit Däne- feine Umgebung mit sich bringt. tag die Deutsche Bucht anzufliegen. Sie wur- geicyassen. uer zweite aoer liegt in oem Nicht- Folgerungen oer Politik eines Staates, setzen i, - s " : ' ---7 . , angriffspakt, den Kopenhagen genau ein Jahr, teressen „fortan übergeordnet werden sollen I von c‘ncm Schwarm deutscher Messerschmitt- Flugzeuge angegriffen und nach kurzem Luft- Land für den Augenblick zu sichern, in dem die Flottenaufrüstung Englands zu dem Ergebnis führen mußte, welches der damals verantwortliche scheu Raum mitzuarbeiten. Das Bombardement Kopenhagens im Jahre 1807 war erfolgt, um die dänische Handelsflotte von den Weltmeeren zu vertreiben. Der Versuch gelang, und die wirtschaftliche Berlin, 2. Januar. (DRB.) Drei briti- sche Kampfflugzeuge der modernsten Bauart Vickers-Wellington versuchten Dienstagnachmitkampf sämtlich abgefchosfen. Eigene Verluste traten nicht ein. heil mein Führer! gez.: Sprenger. Das Telegramm des Führers an Gauleiter Sprenger lautet: Für die mir anläßlich des Jahreswechsels ausgesprochenen guten Dünsche danke ich Ihnen bestens. Ich erwidere sie aufrichtig für Sie selbst und Ihren Gau. Mit deutschem Gruß! gez.: Adolf Hitler. dafür jedem Einzelnen zu danken. Der Gauleiter bittet daher seinen.Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. »Der Gau Hessen-Nassau versichert Dem Führer unwandelbare Treue!" RSG. Zwischen dem Führer und Gauleiter Dänemarks Neutralität. Von unserem L.-Korreipondenien. Kopenhagen, im Dezember 1939. Der Begriff „Neutralität" — so wie Dänemark aufrüftungsorgien Winston Churchills im Jahre 1914 den gewünschten Erfolg zeitigten, fand die zwei Jahre früher ergriffene „N e u t r a l i t ä t s o f f e n-- s i v e" Dänemarks ihre volle Berechtigung. Heute aber, da der gleiche Winston Churchill zum zweiten Male den Sturm entfacht hat, den die Neutralen schon bitter zu fpüren bekommen haben. Zwei Sicherheitsfaktoren konnte dieses Land von rund vier Millionen Einwohnern registrieren, als Chamberlain am 3. September den Krieg erklärte. Dänemark hatte mit der königlichen Neutralitäts- ucii jxupciiyugeii genuu em xjuyc , iiri ej|Kii „juirun uueiycuiunei mei wen juuvri i später mit dem Deutschen Reich abschließen kleinen, militärisch Wehrlosen." Der dänische Kampf konnte: am 31. Mai 1939. Die königliche Anordnung um Neutralität wird damit zu einem richtigen aus dem Jahre 1938 „modernisierte" die Neutrali- Kampf mit einem Partner, der sich stets geweigert tätserklärung aus dem Jahre 1912. Der Pakt mit I hat, Garantien dafür zu leisten, daß er fi* gebunden Deutschland schuf jedoch im skandinavischen Raum , fühlt an irgendeine Moral: an eine politische oder ein Novum, einen völlig neuen Beruhigungsfaktor. | wirtschaftliche Moral. Port vorgehe, hinter dem alle Interessen der Är- völkerung zurückzutreten hätten. richtet." „Rationierungen, Beschränkungen des Rundfunkprogramms, Benzinverbot, Verbot politischer Filme und Wochenschauen, Konkurse und Geschäftseinbußen, Drei moderne Srüische Kampfflugzeuge im Luflkamps abgeschoffen. Das sind nun Erscheinungen, die dem Engländer stark gegen den Strich gehen, war er doch bisher davon überzeugt, daß er aus feinem Weltreich mit allen Schätzen dieser Erde ausgiebig und grenzenlos versorgt werden könne. Jetzt erfährt er das Gegenteil, er sieht sich schon als Opfer der deutschen G e g enbl o ckad e , die im Jahre 1940 noch schärfere Formen annehmen wird. Die kriegerischen Ereignisse werden ihren Fortgang nehmen, wenn man auch in London und Paris täglich ein« Nun ist aber auch in England selbst alles andere denn die von den Kriegshetzern gewünschte Kriegs- begeifterung zu verspüren. Man weiß, daß in den nächsten Dagen auf dem Gebiete der Lebens- ten. Die Preise sind gestiegen, nicht aber besonders I des gesunkenen deutschen Dorpo st en- stark, und durch die neuen Gesetze hat die Regierung l b o o t e s verließen heute den schwedischen Boden, * Der Gauleiter dankt. RSG. Anläßlich der Jahreswende sind dem leitet aus den Kreisen der Partei Sein oder Nichtsein. England und Frankreich haben mit recht gemischten Gefühlen den Jahreswechsel vollzogen, wenn auch von den Regierungen her nichts unversucht geblieben ist, um durch Neujahrserklärungen die allgemeine Stimmung etwas aufzupulvern. Selbst Frau Chamberlain ist mobilgemacht worden, ihr wurde der Auftrag zuteil, eine salbungsvolle Ansprache an d i e französischen Frauen zu richten, die sich vergeblich den Kopf darüber zerbrechen, warum ausgerechnet Frankreich 5 Millio- Wer um die Mitte dieses zur Neige gehenden Jahres verfolgt hat, wie London die deutsch-dänischen Verhandlungen zu sprengen versuchte, wie es mit der Parole arbeitete: „Wer mit den Nazis ein Bündnis schließt, muß zahlen!", der weiß, daß der Pakt vom 31. Mai 1939 einen Wert hatte, der so Schweden rüstet. Von unserem Si.-Korrespondenien. Wettpolitik an der Jahreswende Unsere Ausländskorrespondenten berichten.« muß die gleiche neutrale Haltung Dänemarks eine Feuerprobe bestehen, die schwieriger ist als die vor 25 Jahren. Dänemark, geopolitisch gesehen der Hüter der Ostseeausgänge, beneidet sich nicht um diese Feuerprobe, denn es weiß, daß sie nicht nur heftiger sein kann als im ersten englischen Krieg, sondern es .... ..... ouch gespürt, daß sie in diesem zweiten eng« marf ein loyales und freundschaftliches Verhältnis lischen Krieg gegen das Reich schneller gekommen hergestellt. Wir haben keinerlei Forderungen auf ift, zumindest aber heftiger eingesetzt hat als 1914. eine Revision erhoben, sondern mit Dänemark einen Die Gegensätze der kämpfenden Parteien sind noch Nichtanrn stfspakt geschlossen. Das Verhältnis mit schroffer als zu Beginn des Weltkrieges und damit diesem Staat ist damit auf eine unabänderliche Ne Gefahren großer bie jeber Explosionsherd sur (oI}ia[e unb freundschaftliche Zusammenarbeit ge- men. Durch diese Gesetze erhielt die Regierung die Ermächtigung, in Kriegs- und Krisenzeiten die notwendigen Maßnahmen zur Wahrung der Landes- in-teresfen zu treffen, ohne zuerst den Reichstag zu hören. Obgleich diese Gesetze in die attheraebrach- ten Rechte und die Bewegungsfreiheit des tchwedi- fchen Volkes sowie des einzelnen Mitbürgers teilweise sehr tief eingriffen, wurden sie doch ohne eine ernstere Opposition von der großen Mehrheit des Reichstages angenommen und von dem großen schwedischen Publikum als ein notwendiges Ding ruhig akzeptiert. Der finnisch-russische Krieg hat ganz natürlich in Schweden eine tiefe und allgemeine Reaktion hervorgerufen. Man beginnt nachzudenken, wie das alles gekommen ist. Tätliche ist es, daß die deutsche Kritik dazu beigetragen hat, die Regierungsumbildung hervorzurufen. Daß die Umbildung der schwedischen Regierung einen Kräftezuschuß bedeutet, ist nicht zu leugnen. Außenminister Günther ist als alter Berufsdiplomat sehr gewandt; man sagt ihm mit Grund nach, daß er sehr klug, geschmeidig und gerecht ist, zugleich van den wärmsten patriotischen Gefühlen beseelt, ohne in die Großmachtkämpfe sich und sein Land hineinmischen zu wollen. Soweit die schwedische Politik, die hauptsächlich darauf gerichtet ift und fein muß, das Land, wenn möglich, außerhalb der internationalen Kämpfe zu halten. Moralische und materielle Hilfe für das finnische Bruderland, aber keine militärische, das ift die Parole. In wirtschaftlicher Hinsicht hat Schweden natürlich durch die englische Blockade erheblich gelitten. Während noch in der ersten Hälfte des Jahres der Außenhandel größer war als 1938, ist er in der zweiten Hälfte erheblich gefallen; und dies gilt besonders für den Export. Dadurch verschlechtert sich allmählich die allgemeine wirtschaftliche Lage, und es ijt auch offiziell erklärt worden, daß die bisher so hohe schwedische Lebenshaltung herabgesetzt werden muß. Durch umfassende, teilweise Deutschland und Italien nachgebildete Regierungsmaßnahmen ist es bisher gelungen, die Spekulation, die Preistreiberei und die unlauteren Geschättsmethoden einigermaßen in Schach zu Hal- Dänemark hatte mit der königlichen Neutralitäts- Erze'gungsschrumpfung der Landwirtschaft und Beerklärung vom 31. Mai 1938 den ersten Stabilisie- ' schneidung der Ausfuhr, Devisenknappheit und Angst rungsfaftor für seine Außenpolitik der jüngsten Zeit | vor außenpolitischen Komplikationen", das sind die geschaffen. Der zweite aber liegt in dem Nicht - j Folgerungen der Politik eines Staates, dessen Oie Wahrheit über die britischen F ischdampf er Als Minenräumboote im Dienst der Kriegsmarine. Berlin, 2. Januar. (DNB.) Von amtlicher englischer Seite wird behauptet, daß diejenigen britischen Küstenfahrzeuge, die von deutschen Flugzeugen versenkt wurden, harmlose Fischer- fahrzeuge gewesen seien, die ihrer friedlichen Arbeit nachgingen. Die Tatsache, daß diese Fahrzeuge als Vorpostenboote im Dien ft der britischen Marine und zum Minensuchen verwendet werden, wird von den Engländern verschwiegen. Ein Bericht der dänischen Zeitung „Berlingske Tiden de" stellt gegenüber den englischen Leugnungsoersuchen unter der Überschrift „5 0 v. H. der englischen Fischer räumen Mine n", fest, daß der englische Staat eine große Anzahl von Fischdampfern und Fischerbooten in seinen Dienst genommen hat, die mit Freiwilligen bemannt wurden und in der Nordsee, im Kanal und Atlantischen Ozean Tag und Nacht Minen räumen. In den Telegrammen aus England sei zu lesen, daß diese gefährliche Arbeit oft mit einer Katastrophe endet. Auch im Weltkrieg standen schließlich 37 145 Mann der englischen Fischerflotte im Dienst der britischen Marine. Zwei von diesen angeblich zivilen Fischdampfer-Kapitänen erhielten den höchsten englischen Tapferkeitsorden, das Vic- toria-Kreuz. Heute sei die Zahl der von der britischen Marine in Dienst genommenen Kapitäne und Matrosen der Fischerflotte ebenso groß wie damals im Weltkrieg, wo schließlich 726 Fi scher fahrzeuge im Vorposten- und Minendienst tätig waren. wobei sie die Verletzten und auch ihre beiden toten Kameraden mit in die Heimat nahmen. Nach einer Feier in der Kapelle des Lazaretts Trelle - b o r g , vor deren Eingang eine Kompanie schwebt scher Marinesoldaten unter Führung eines Kapitäns aufmarschiert war, wurden die beiden mit ber Reichskriegsflagge bedeckten Särge zum Hafen gebracht. Eine Menge von Kränzen wurde niedergelegt, darunter Kränze des deutschen ®efanbten und des deutschen Konsulats in Malmö, ferner Kränze von Reichsdeutschen, von allen schwedischen Marine-, Armee- und Hafenkvmmandanturen und anderen Behörden. An der Feier nahmen teil der schwedische Armeeabschnittsführer Oberst de Geyer und der Kommandeurkapitän Graff, Vertreter der Marineverwaltung Malmö, ber Hafenkomman- bantur, die acht Lotsen, die die deutschen Seemänner gerettet haben, der deutsche Konsul Dr. Kirchof und Frau. Der Kommandant des gesunkenen Schiffes und der deutsche Konsul hielten Ansprachen, wobei der deutsche Konsul den Dank Deutschlands an die schwedischen Behörden zum Ausdruck brachte. Zu Ehren der acht schwedischen Lotsen, die die Mannschaft bei Windstärke 9 und bei auflandigem Wind auf dem finkenden Schiff gerettet hatten, fand im Zentralhotel eine Kameradschaftsfeier statt. sie verstanden haben will— ist nicht etwa em Kind erachtete, einen neuen deutschen Stabilisierungsver- unserer Tage. Er wurde nicht zum Gesprächsthemajud) in Europa zu stören. Daß dieser Versuch miß- der Presse, der Parlamentarier und der Leiter ber ' gIücftC( ift lediglich ein Beweis bafür, daß sich nur offiziellen banischen Politik, nachdem England nach ^a5 mutß durchsetzt. der Kriegserklärung an Deutschland auch die klei-1 £;v uui(/iiiuiuu neren neutralen Staaten in den Strudel der Aus- Iieqt\u^rnu?6arin7b^ -mandersetzungen rch, sondern er sand bereits Ein- kommen Dänemarks seit vielen Jahren ift, sondern Sin die politischen Kalkulationen einer dänischen darin, daß England nie versucht hat, an einer fort. erung, die vor gut 25 Jahren das Ge- schreitenden außenpolitischen Gesundung im nordi- fühl hatte, daß etwas getan werden müsse, um ihr — - - - - - - die Mögttchkeik, übermäßige Preiserhöhungen zu verhindern. In bezug auf Lebensmittel und Volksernährung ist Schweden nun — nach den schlechten Erfahrungen im vorigen Kriege — in der glücklichen Lage, sich selbst ernähren zu können, und viele Rohstoffe, die man bisher importiert hat, werden nun auch im Lande hergestellt. Die Landesversorgung mit Kohlen kann wohl durch den Krieg erschwert werden; wenn die englischen Kohlen ausbleiben, hat man aber Ersatz durch die deutschen. Stockholm, Dezember 1939. Das Leben und (Streben in Schweden sind in 1939 hauptsächlich durch einen großen Gesichtspunkt Gekennzeichnet worden? Bereitschaft und Ausbau ber Landesverteidigung. Die internationalen Ereignisse des Jahres 1938 sind nicht spurlos an Schweden vorbeigegangen. Vor allem die Münchener Konferenz hat das sonst so ruhige schwedische Volk wie aus einem Traum geweckt und zur Einsicht von ber Notwendigkeit, für sein Haus zu sorgen, gebracht. Was die rein militärischen Maßnahme anbetrifft, so hat der ordentliche Reichstag von 1939 nicht nur eine sehr erhebliche Erhöhung des Militärbudgets beschlossen, indem er die gesamten Ausgaben für die Landesverteidigung mehr als verdoppelt hat, sondern dazu hat noch der außerordentliche Reichstag vom Herbst dieses Jahres, der kurz nach dem Ausbruch des deutsch-polnischen Krieges einberufen wurde, einen reichlichen Zusatzetat für militärische Zwecke bewilligt. Bei diesen großen Erhöhungen des Militärbudgets hat man besonders die Flugwaffe, die Panzeüruppen, die Artillerie und die Motorisierung der Armee begünstigt. Die Gesamtausgaben für rein militärische Zwecke in Schweden, die noch im Jahre 1938 sich im Rahmen von etwa 220 Millionen Kronen hielten, sind in diesem Jahre alles in allem zu über 500 Millionen Kronen gestiegen. Als die internationale Lage immer gespannter wurde, schritt die schwedische Regierung zu einer erhöhten „Kriegsbereitschaft", die einer Teilmobilisierung gleichkommt, indem sie den einen Jahrgang nach dem anderen der Reservisten und der Landwehr und sogar des Landsturmes zu Hebungen einberief. Erst bei Ausbruch der finnisch- russischen Feindseligkeiten wurde zum erstenmal auch offiziell von „Mobilisierung" gesprochen, die Zahl der Einberufenen sowie der übrigen militärischen Maßnahmen wurde täglich erweitert. Hand in Hand mit diesen rein militärischen Maßnahmen gingen die wirtschaftlichen. Für staatliche Einkäufe im Ausland von lebenswichtigen Rohstoffen wurde nicht nur die übliche Summe von jährlich 70 Millionen Kronen, sondern der doppelte Bettag bewilligt. Weiter wurde ein ganzer Komvlex von Verfügungs- und Vollmachts^esetzen dem Reichstag vorgelegt und von ihm auch angenomenglische Marineminister so sehnlich anstrebte: ein vu_, Hlll v 4 Ärieg mit Deutschland. Im Jahre 1912 sah sich , Speisekammer der europäischen Großmächte nennen Dänemark gezwungen einen neutralen politischen ^rf, wurde bis auf den heutigen Tag fortgesetzt, Wall um fein Jnselreich zu ziehen, damit die Wogen indem man sich politisch nicht........ ' und Brandungen eines etwaigen Krieges nicht über aber Zusagen erzwang, die erst S I rtl AC Pf A » M A OamX fix X A AAM m A 1 A X« A 11— AA . . M - - . . * . - Die Engländer haben von ihren angeblid) regelmäßigen Flügen in die Deutsche Bucht schon viel Aufhebens gemacht, die deutsche Luftwaffe sei von ihnen konttolliert, die Lusthervschaft über ber Nord- see hätten selbstverständlich die Engländer, keine Aufklärungsilüge bis nach Schottland hinauf könnten mehr durchgeführt werden. Ob die Briten wirklich noch selbst an ihre Märchen glauben? Haben sie die 36 abgeschossenen Flugzeuge von der Luftschlacht bei Helgoland vergessen, die verschiedenen Einslüge, die immer nur Verluste an Menschen und Material gekostet haben? Die deutsche Luftwaffe und mit ihr das deutsche Volk anerkennen den Schneid, ntit dem die englischen Flieger immer wieder versuchen, gegen die deutsche Flugabwehr anzurennen, sie bedauern sie aber auch gleichzeitig als Opfer einer frivolen Staatsfühhrung, die diese unsinnigen Flüge aus Geltungs- und Machtbedürfnis für notwendig oder womöglich sogar für verantwortbar hatten. Der Wehrmachisbericht vom Dienstag. Berlin, 2. Januar. (DNB. Funkspruch.) Das Sberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im W e ft e n geringes Artillerle-Störungsfeuer. Bei den Aufklärungsflügen am 31. Dezember gegen die deutsche Rordseeküste sind die Engländer beim Rückfluge aus der Deutschen Bucht in niederländisches Hoheitsgebiet eingeflogen. Am Reujahrslage unternahm die deutsche Luftwaffe Aufklärungsflüge gegen die Shetland-undOrkney-Jnfeln. Sie brachten wertvolle Erkundungsergebnisse. Lin Teil der eigenen Aufklärer geriet 200 Kilometer vor der schottischen Küste in Berührung mit überlegenen Kräften des Feindes. Eines unserer Flugzeuge, das infolge einer technischen Störung bereits vor Beginn des Kampfes feine Kampfkraft zum Teil eingebüßt hatte, mußte auf See niedergeben. Lin britisches Flugzeug wurde fo schwer beschädigt, daß es feinen Heimathafen wahrscheinlich nicht mehr erreicht hat. Gckweden ehrt oesattene deutsche MAirofen. Stockholm, 3. Jan. (DNB.) Die Geretteten nen Männer mobilisieren mußte, während England in dieser Beziehung eine mehr als auffällige Zull n d rückhaltung an den Tag legte, und in feiner Presto vuu wiuu luuujujcii jui vuy nuiupf- . ■■«•i jhuhuuhmuji uvt i jen lu11ut, ivcu jahr 1940 zugegangen. Es ist ihm nicht möglich, >nan genügend Männer in den Fabriken und auf ...... - den Werften zurückbehalten müsse. Mittelversorgung einschneidende Maßnahmen in Kraft treten, die dem Engländer alles andere denn Vergnügen bereiten. Ihm wird aber schon von _ - - , höherer Stelle zu verstehen gegeben, daß er sich „ . „ , „ . Sprenger nal folgender Telegrammwech.el statt- überhaupt noch allen müalichen Einschränkungen it band, wirtschaftlich gefunden: Wein Führer! Im Kampf um das Schick- werde unterwerfen müssen. Man werde ihn künftig . t vor wenigen Wochen fal des deutschen Volkes begleiten Sie meine besten , nicht mehr mit allen möglichen Gegenständen des eine Palastrevolution innerhalb der dänischen Klein-, Wünsche in das neue Jahr 1940. Alle werden, das ^glichen Bedarfs versorgen können, da der Ex- bauern auslüste und einen Bruch in der gesamten ich Ihnen für den Gau Hesfen-Nafiau oer----------- ~ ~ ~ hn- ^°rn. mit dem Lehlen einslehen, um den Sieg des Chamberlain im September im Parlament van i d-ulfchen Volkes über feine Widersacher zu erringen. Westminster sprach, als er für England das Recht in Anspruch nahm, für die Neutralen die Wahrung ihrer Interessen in die Hand zu nehmen. England hat selbst auf einem neutralen Boden gegen das Reich gearbeitet, dessen Führer kurze Zeit später feststellte: „Deutschland hat Dänemark gegenüber keinerlei Konsequenzen aus der in dem Versailler Vertrag vorgenommenen Abtrennung des deutschen i5 Gute durchsetzt. ' " ' ' jallen Bevölkerungsteilen des Gaues immer wieder zum Ausdruck bringt, daß man sich Die Bedeutung'des deutsch-dänischen Abkommens, eine große Fahl von Glückwünschen für das Kampf- mit Neueinbernfunqen nicht überstürzen werde, weil mal den Neben Gott bittet, möglichst alles so 311 lassen, wie es ist, damit die Zeit gegen Deutschland arbeite. Mit dieser Taktik wird sich aber in der Praxis nicht viel anfangen lassen. Genau so, wie wir in den hinter uns liegenden vier Monaten dem Geaner immer wieder das Gesetz des Handelns vorschrieben, werden wir auch in der Zukunft ver- fahren. Dabei bleiben wir uns aber stets der Tatsache bewußt, daß das Ziel der Gegner darin besteht, das deutsche Volk als solches auszurotten und daß der vor uns lieaende Kampf ein Kampf um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes ist. Mr sind in diesen Kampf wohlgerüstet und mit stolzer Zuversicht hinein gegangen. Er hat in seinem ersten Teil glänzende Erfolge gebracht, er wird auch in seinem weiteren Verlauf den Weg zur siegreichen Entscheidung einschlagen, die, so hoffen wir, bereits das neue angebrochene Jahr bringen wird. Die ganze Nation, Mann für Mann, steht in diesem Kampfe um das Schicksal Deutschlands und der deutschen Nation einig und geschlossen da, aber auch einsatzbereit bis zum Aeußersten, geladen mit unvergleichlichen Energien und ausgerüstet mit dem stahlharten Willen, erst dann das Waffenhandwerk wieder mit der friedlichen Arbeit zu vertauschen, wenn England am Boden liegt unb wenn die Voraussetzungen für den Aufbau eines neuen Europas geschaffen sind. 0.8. Sorgenvolle Silvesterfeiern in Paris. Brüssel, 2. Ian. (Europapreß.) In der Silvesternacht herrschte, wie aus Paris berichtet wird, bedeutend weniger Betrieb als in der Weihnachtsnacht, die Siloesterfeiern in den Restaurants hatten einen viel mehr auf das Kriegsmäßige eingestellten Anstrich. Die Untergrundbahnen und die Autobusse stellten ihren Betrieb schon um 20.30 Uhr ein, so daß die meisten Leute, die in den Restaurants ihr Silvesteressen einnahmen, es vorzogen, sich sehr «frühzeitig nach Hause zu begeben. Sie wollten nicht in die Notwendigkeit versetzt werden, in der Dunkelheit eine nächtliche Wanderung durch den nirgends weggeräumten Schnee Antreten zu müssen. In den teuren Lokalen aus dem Montmartre, auf dem Montparnasse und auf den Boulevards sah man sehr viele Uniformen, unter ihnen zahlreiche der englischen Arme«. Die Engländer Tennen ja die Vorzüge des Pariser Nachtlebens dank der ihnen zuteilwerdenden besseren Bezahlung, die Franzosen stellen diese Tatsache neidvoll fest. In den Familien, die sich den Luxus teurer Nachtlokale nicht leisten können, und die die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung darstellen, wurde der Beginn des neuen Jahres wesentlich sorgenvoller gefeiert. Man konnte sich nicht mehr wie sonst die üblichen Neujahrsgeschenke machen. Die Räumungsmaßnahmen haben zahlreiche Familien auseinandergerissen. Viele Frauen und Kinder befinden sich auf dem Lande. Englische Nevjahrsbetrachtungen. Genf, 2. Januar. (Europapreß.) Die Neujahrsbetrachtungen der englischen Presse drücken deutlich den Mißmut und die Unzufriedenheit aus, die man über den bisherigen Verlauf des Krieges empfindet. Der „Daily Telegraph" erklärt, es sei ein Irrtum gewesen, die zerstörende Wirkung der U-Boote und Minen unterschätzt zu haben. Der Krieg könne so nicht weitergehen. Die Alliierten müßten nun zu einer Offensive großen Stils schreiten, um mit jedem Mittel den Widerstand des deutschen Volkes zu schwächen. Ward Price kommt in der „Daily Mail" zu dem Schluß, es wäre ein verhängnisvoller Fehler zu glauben, daß England den Krieg gewinnen könne, wenn dieser einen gleichartigen Verlauf nehme wie bisher. — „Daily Herold" gibt der Befürchtung Aus- druck, daß die von England und Frankreich erstrebte Ausweitung des Krieges zu einem Koalitionskrieg einer größeren Zahl von Staaten gegen die beiden West möchte führen könne. Die „Yorkshire Po ft*, das Blatt Edens, nimmt die amtliche englische Ankündigung der Pläne, zwei Millionen Rekruten unter die Fahnen zu rufen, zum Anlaß einer kritischen Betrachtung des englisch - französischen Verhältnisses. Nachdem das Blatt von Mangel an Aktivität an der Westfront gesprochen hat und zugibt, daß ein Sieg nicht ohne ernsthafte militärische Anstrengungen erreicht wer- den könne, gibt es der Hoffnung Ausdruck, daß „als Ergebnis dieser neuen englischen Kraft- Anstrengungen die peinlichen Vergleiche zwischen dem Beitrag Englands und Frankreichs zu der gemeinsamen Sache der Alliierten auf- hören würden". Was man tatsächlich von einer Einberufung neuer englischer Truppen erwarten kann, geht aus einer sehr vorsichtigen Ankündigung des „Manchester Guardian" hervor. Dieser bezweifelt nämlich, ob die hohe Zabl von zwü Millionen Rekruten England wirklich zur Verfügung stehen würde. Das Blatt weist darauf hin, daß in den älteren Jahrgängen, die jetzt neben den Neunzehnjährigen aufgerufen sind, die Anzahl der Reklamierten sehr viel größer fein werde als bei den jungen Leuten zwischen zwanzig und zweiundzwanzig Jahren, die bisher erfaßt worden seien. Eine Neujahrserklärunq des Außenministers der llEA. Washington, 2.San. (DNB.) Außenminister Hüll sagte in seiner Neujahrserklärung dem Volk der Vereinigten Staaten ein entscheidendes, ernstes Jahr voraus. Er drückte dabei die Hoffnung aus, daß das Jahr 1940 doch noch den Frieden bringen möge und daß die Kräfte der Freiheit und des Fortschrittes schließlich triumphieren würden. Ein wirklicher Zerstörungskrieg werde erst unvermeidlich, wenn sich der eine Teil vor die tragische Alternative gestellt sehe, sich zu eraeben oder zu verteidigen. Amerika wünsche einen Frieden und werde zu Gunsten einer Weltordnung seinen Einfluß einsetzen, falls diese nicht von neuem den Charakter einer Brutstätte wirtschaftlicher Konflikte, sozialer Unsicherheit unj) somit neuer Kriege an« nehme. Oer Neujahrstaq in der Schweiz. Basel, 2. Jan. (Europapreß.) Der Neujahrstag stand in der Schweiz im Zeichen des Amtsantritts des Bundespräsidenten für das Jahr 1940, Pilet - Cola (Zürich), der durch den Rundfunk im Namen der eidgenössischen Behörden und des Schweizer Volkes seine Neujahrsgrüße an die Armee richtete. Am Abend sprach im Rundfunk General (Buifan in den vier Landessprachen, wobei er die Einsatz« Sparen, ein zwingendes Gebot des Krieges. IteichswirisHafisminister Funk sprach in Salzburg über Deutschlands Kampf gegen die soziale und ökonomische Reaktion. Salzburg, 2.Ian. (DNB.) Bei einer Feier zur Errichtung der Reichsbantstelle Salzburg hielt Reichsminister Dr. Funk eine Rede. Im vergangenen Jahr um diese Zeit, so sagte er, habe ich als den tiefsten Grund für die zerstörte Kontinuität der Weltwirtschaft die Tatsache bezeichnet, daß in der Welt zwei verschiedene Lebensprinzipien sich bekämpfen, nämlich das i n • ternationale kapitalistische Prinzip, auf dem die internationale Geldgemeinschaft beruht, als deren Hauptverteidiger die englische Pluto k r a t i e mit ihrem Weltherrschaftsanspruch zu gelten hat, und anderseits die nationalsozia- listische Weltanschauung, auf der die nationale Volksgemeinschaft begründet ist, wie sie von Deutschland und Italien entwickelt wurde. Und ich habe den weiteren Ablauf der Wirtschaftsentwicklung in der Welt dahin deuten zu können geglaubt, daß, wenn die alten Demokratien an ihren überlebten Wirtschaftsordnungen festhalten, die jungen autoritären Staaten eine neue Wirtschaftsordnung herbeiführen werden, indem bann die alten Reichen arm und die jungen Armen reich werden würden. Der Ausbruch des Krieges hat mit voller Klarheit gezeigt, daß es bei diesem Ringen England nicht einmal so sehr auf politische und wirtschaftliche Machtansprüche als auf die Vernichtung der jungen stürmisch vorwärtsdrängenden Ideologien der autoritären Staaten an kommt, um die alten Weltprivilegien Englands nicht Schaden leiden zu lassen. Die Engländer sprechen es ja absolut klar aus, daß dieser Krieg nicht wegen Polen und der Tschechoslowakei geführt wird, sondern daß der Nationalsozialismus vernichtet werden soll. Der Kampf geht aber gegen den deutschen Sozialismus, der sich erkühnt hatte, sich unabhängig von den internationalen Geldmächten und Rohstoffmonopolen zu machen. Wir müssen aber den Kampf gegen die soziale und ökonomische Weltreaktion füh- ren. Der deutsche Arbeiter muß wissen, daß dieser Kampf von England auch gegen die neue soziale Ordnung, wie sie der Nationalsozialismus hergestellt hat, geführt wird, und daß es gegen die alte kapitalistische Weltordnung verstößt, wenn in Deutschland heute der Arbeiter an den Lebensgütern und an Kulturwerken der Nation in einem Maße teilnimmt, wie es sonst nirgends auf der Welt der Fall ift Deutschland ist zum Kriege gezwungen worden. Dieser Krieg wird von ihm mit aller Härte und Entschlossenheit geführt werden. So, wie unsere Kriegsführung stets im Einklang mit den Regeln des Völkerrechtes stand, so achten wir die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze der Menschlichkeit und des Anstandes auch auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Bekämpfung des Feindes. Welch abgrundtiefer Unterschied besteht aber hier zwischen unserem Tun und dem unseres Gegners. England ist dazu übergegangen, überall R 0 h- stoffaufkäufe weit über den eigenen Bedarf hinaus zu tätigen. Ja man versucht, Waren zu erwerben, die für die Dauer des Krieges niemals nach. England gelangen können, und weiter, sich fogar künftige Ernten zu sichern. England sichert sich nämlich allmählich durch solche Aufkäufe eine Art Monopolstellung für die wichtigsten Rohstoffe. Während es jetzt zu billigen Preisen kauft, könnte es, wenn der Krieg zu Ende ist und der angestaute ungeheure Warenbedarf des neutralen Auslandes einen entsprechenden Sturm auf die Warenvorräte auslösen würde, jeden noch so hoben wucherischen Preis verlangen. Auf diese geschäftstüchtige Weise versucht England heute schon, seine Kriegskosten durch die kleineren neutralen Länder bezahlen zu lassen. Unsere Wirtschaftsbeziehungen zu den neutralen Staaten sind dagegen nach wie vor von dem Willen zu ehrlichem Güteraustausch getragen. Unsere leistungsfähige Exportindustrie^ stellt die Waren zur Verfügung, die zum ungestörten Ablauf des Wirtschaftslebens in den Bezieherländern erforderlich sind, während uns im Austausch dagegen die dort überschüssigen Nahrungsmittel und Rohstoffe geliefert werden. Schon diese faire Einstellung führt zu wirtschaftlicher Stärke. Den Partner Deutschland kann und will man weder im Norden, noch im Osten oder Südosten entbehren. In unseren Außenhandelsbeziehungen haben insbesondere d i e deutsch-russische Verständigung und die damit verbundenen Auswirkungen die wirtschaftlichen Einkreisungsabsichten unserer Gegner auf breiter Front durchbrochen. Nicht nur das große und an Naturschätzen überaus reiche Gebiet der Sowjetunion, sondern der gesamte asia- tische K 0 n t i n e nt ist uns als Käufer und Verkäufer nähergerückt. Auf dem inneren Sektor der deutschen Wirtschaft wurde unsere gesamte Produktion auf den Grundsatz ausgerichtet: Restlose Erschließung aller heimischen Produktionsquellen und da- mit weitgehende Unabhängigmachung von ausländischen Zufuhren. Auf landwirtschaftlichem Gebiet wurden durch preispolitische Maßnahmen zunächst die Voraussetzungen für eine weitere Intensivierung geschaffen. Die nutzbare Gesamtfläche wurde zweckentsprechend ein geteilt und für eine ausreichende Dorratswirtschaft gesorgt. Innerhalb weniger Jahre wurde erreicht, daß die inländische Erzeugung an Hauptnahrung smitteln für die Ernährung des deutschen Volkes ausreicht. Diese Lage hat nunmehr durch das Hinzukommen der ehemals polnischen Gebietsteile eine weitere Besserung erfahren. Zur Ver- selbftändigung der industriellen Produktion sind die deutschen Rohstoffquellen restlos erfaßt und eingesetzt. Der deutsche Unternehmer- und Erfindergeist hat uns neue Erkenntnisse und Verfahren vermittelt, mit deren Hilfe viele Bedarfslücken geschlossen werden konnten. Die Produktionsziffern an synthetischen Treibstoffen, synthetischem Gummi und an Faserstoffen steigen noch ständig an. Holz, Stroh und sogar Kartoffelkraut stehen uns als Rohstoffbasis für die Zelist offerzeugung in ebenso reicher Menye zur Verfügung, wie der Grundstoff Kohle für die arideren synthetischen Stoffe. Neue Werkstoffe wurden geschaffen, die in ihrer Qualität die bisher verwandten Stoffe noch übertreffen. Wir haben auch die Vorrathaltung auf dem industriellen Sektor nicht vernachlässigt. Aufklärung und Lenkung der Verbrauch erschaff haben nicht nur zur (Fr- lei dyterung der Rohstofflage beigetragen, sondern sie haben die Bevölkerung frühzeitig darauf hingewiesen, daß auch in der Verbrauchseinschränkung der Wille zum Sieg zum Ausdruck kommt. Bei der Bewirtschaftung und Verteilung d-r verfügbaren industriellen Rohstoffe müssen selbstverständlich die erhöhten Bedürfnisse der kriegsunmittelbaren Industriezweige in erster Linie berücksichtigt werden, was manche Einschränkungen und Härten für andere Wirtschaftsgebiete zur Folge hat. Die im Krieg notwendige Einengung der Produktion an Verbrauchsgütern erfordert Verzichte auch vom Verbraucher. Man kann jeden Kuchen eben nur einmal essen. Es steht zwar in unserem Belieben, ihn in eine mehr oder minder große Anzahl einzelner Stücke zu zerlegen und die einzelnen Teile verschieden groß zu bemessen. Erhöhen kann ich die einmal gegebene Größe dadurch aber nicht. Dieses Bild gilt sinngemäß auch für die Produktion der gesamten deutschen Wirtschaft. Hier bleiben zwar noch reichlich Steigerungsmöglichkeiten, anderseits bedarf di« Wehrmacht einen gegenüber Friedenszeiten erheblich gewachsenen Anteil des Sozialproduktes. Der für die Verbrauchswirtschaft verbleibende Sektor muß daher entsprechend gekürzt werden. Aber durch das von uns gewählte Zuteilungsverfahren ist eine ausreichende, sozial gerechte und gleichmäßige Versorgung des gesamten Volkes sichergestellt. Ungerechtfertigte Preiserhöhungen sind unmöglich gemacht Die Einkommensteile, die zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten nicht benötigt werden, gehören auf das Bank- oder Sparkonto, wo sie jederzeit bei Bedarf wieder abgehoben werden können. Der Wert von Ersparnissen wird nach Beendigung des jetzigen Ringens besonders deutlich werden, wenn es gilt, teilzuhaben an der Umstellung der Wirtschaft auf die Friedensarbeit. Das Sparen ist schon im Frieden eine nationalwirtschaftliche Pflicht, im Krieg aber ist das Gebot des Sparens ein zwingendes M u ß. Wir sind gerade dabei, eine besondere Art des Kriegssparens zu entwickeln, um das Sparen noch wirksamer zu gestalten und die Spartätigkeit zu fördern. Im übrigen hat sich auch in den verflossenen Kriegsmonaten die Spartätigkeit nicht ungünstig entwickelt. Das Vertrauen zu unseren Sparkassen'organisationen und zu unseren Geld- und Kreditinstituten ist im Krieg« nicht im geringsten erschüttert worden. Die Kriegssparer werden nicht enttäuscht, sondern belohnt werden. Wir würden es überdies im Interesse der Gesamtheit nicht dulden, daß ein schlechtes Beispiel Schule macht, und es durch geeignete Steuermaßnahmen nötigenfalls zu erzwingen wissen, daß freie Einkommensteile dahin gelangen, wo sie im Interesse des Volksganzen nutzbringend verwendet werden können. Zwang und Härten können aber vermieden bleiben, wenn jeder von sich aus freiwillig den Erfordernissen der Kriegszeit Rechnung trägt. Denn auch die finanziek. len Lasten des Kampfes müssen von der Gesamtheit des Volkes getragen werden. Ich möchte wiederholen, daß die nationalsozia- listische Regierung es nach wie vor a b l e h n t, die Kriegskosten mit Hilfe der Notenpresse zu decken, meil dadurch gerade die wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise am härtesten getroffen würden. Die Staatsführung mitb dem Volke nur das Maß an Opfern zumuten, das zur Sicherstellung des Endsieges unvermeidbar ist, und die Verteilung.der Lasten wird gerecht nach dem Grad der Leistungsfähigkeit des einzelnen erfolgen. Wir wollen auch im Kriege keine Staatswirffchaft etablieren, sondern die vom Staate gelenkte Unternehmerwirtschaft aufrechterhalten. Es muß verhindert werden, daß durch die Steuern der Anreiz zur Leistungssteigerung genommen wirb. Ebenso wenig dürfen die Steuern derart hochgeschraubt werden, daß die fixen Kosten berührt werden, weil dann wirtschaffliche Schädigungen allgemeiner Natur eintreten müßten. Mr wissen aus den Aeußerungen des feindlichen Auslandes, daß es im jetzigen Kampf um nicht mehr und nicht weniger geht als um die Existenz des Deutschen Reiches und Volkes überhaupt. In solch einem schicksalsschweren Zeitpunkt aber vor Opfern und Schwierigkeiten zu kapitulieren, war noch nie die Sache des deutschen Volkes, besten ganze große Geschichte eine Geschichte des Kampfes und der zähen 6elb ft Behauptung ist. Am aller- wenigsten aber ist Kapitulation eine Sache des nationalsozialistischen Deutschlands, das jeden Deutschen in dem Sinne erzogen bat: Alles für das Deutsche Reich und das deutsche Volk. Neujahrsglückwünsche ausländischer Staatsoberhäupter. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Aus Anlaß des Iah- reswechsels hat in der hergebrachten Weise ein Austausch telegraphischer Neujahrsglückwünsche zwischen dem Führer und den Staatsoberhäuptern und Regierungschefs ausländischer Staaten, die mit dem Reich in freundschaftlichen Beziehungen stehen, ftattgefun- den. Als erstes ging folgendes Telegramm des Königs von Italien und Albanien, Kaisers von Aethiopien ein: „Nehmen Sie meine herzlichen Wünsche entgegen, die ich die Freude habe. Ihnen aus Anlaß des Jahresbeginns erneut zum Ausdruck zu bringen. Dittorio Emanuele." — Der Führer hatte folgenden Glückwunsch gedrahtet: „Eure Majestät bitte ich, zum Beginn des neuen Jahres meine und des ganzen deutschen Volkes aufrichtigen Glückwünsche für das Wohlergehen Eurer Majestät selbst wie für das königliche Haus entgegenzuneh- men. Ich verbinde hiermit meine besten Wünsche für das weitere Gedeihen der verbündeten italienischen Nation. Adolf Hitler.* Das Telegramm des Führers an den italienischen Regierungschef Mussolini lautete: „Zum bevor- stehenden Jahreswechsel spreche ich Ihnen, Duce, in freundschaftlicher Verbundenheit meine herzlichsten Glückwünsche aus. Möge auch im kommenden Jahre unter Ihrer starken und bewährten Führung dem mit dem nationalsozialistischen Deuffchland verbündeten faschistischen Italien bei der Lösung seiner nationalen Aufgaben ein voller Erfolg beschieden sein. Adolf Hitler." Der Duce antwortete: ..Ich erwidere mit gleicher kameradschaftlicher Herzlichkeit die Glückwünsche, welche Sie mir anläßlich des Jahreswechsels übermittelt haben. Für das nationalsozialistische Deutschland bringe ich die gleichen Wünsche zum Ausdruck, wie Sie sie mir für das faschistische Italien ausgedrückt haben, nämlich, daß unsere beiden Völker — vereint — ihre Ziele erreichen und ihre Zukunft sicherstellen können. Mussolini." Ebenso wechselte der Führer in freundschaftlich gehaltenen Telegrammen Neujahrswünsche mit dem Reichsverweser des Königreichs Ungarn, dem spanischen Staatschef, den Königen von Bulgarien, Rumänien, der Belgier, von Dänemark Griechenland, Norwegen und Schweden, dem Prinzregenten von Jugoslawien sowie mit dem früherem Zaren Ferdinand von Bulgarien, dem Kronprinzen von Italien, mit dem Staatspräsidenten der Slowakei und dem Präsidenten Dr. Hacha: außerdem empfing er zum Jahreswechsel Glückwunschtundgebungen des Schahs von Iran, der Könige von Afghanistan und des Jemen und des Präsidenten des Regent- schaftsrates des Königreiches Thai (<5iam), auf die er mit Donktelegrammen antwortete. Da infolge der Sonderverhältnisse des Krieges der große Neujahrsempfang des gefaxten Diplomatischen Korps ebenso wie die sonstigen feierlichen Neujahrsempfänge in diesem Jahre abgesagt waren, hat der Apostolische Nuntius und Doyen des Diplomatischen Korps durch einen Besuch in der Präsidialkanzlei die Neu- jahrsglückwünsche des Papstes und des Diplomatischen Korps für den Führer überbracht. Ihm folgten die übrigen in Berlin anwesenden Bot- lchaiter, Gesandten und Geschäftsträger durch Ein- tragung in das in der Präsidialkanzlei aufliegende Besuchsbuch. bereitschaft der Armee unterstrich und sagte, die Aufgabe, die der Schweiz gestellt sei, fei groß, aber gering im Verhältnis zu dem, was die umliegenden Völker erleben müßten. „Wir haben", so betonte der General, „um unser Land einen breiten Derteidigungsgürtel gezogen und sind bereit, jedermann, wer es auch sei, den Eintritt zu verwehren und die von uns gewollte Neutralität zu wahren." Oie llSA.-Marine für 650ll0 Tonnen-Gchlachtschiffe Washington. 29. Dez. (DNB.) Das Flotten- unterfomitee der USA. hatte die Frage der 6 5 0 0 0- Tonnen • Schlachtschiffe und deren Bau zu prüfen. Der Obmann des Komitees erklärte, wenn der Vorschlag gemacht würde, 65 000-Tonnen- Schlachtfchiffe .zu bauen, würden die Marinekreise die Kiellegung von wenigstens vier solcher Schlachtschiffe in den nächsten Jahren wünschen. Die Marinesachverständigen behaupten, daß es bei einem Kostenpreis von 130 Millionen Dollar für jedes Schiff wirtschaftlicher fein würde, diese zu bauen als 35 000» oder 40 000-Tonnen-Schiffe. Die Kriegserfahrungen hätten keineswegs die Ansicht erschüttert, daß die Oberfläche des Schiffes das wichtigste sei, und daß ein 65 000-Tonnen-Schlacht.schiff eine« Bestückung von extrastarken Großzollgeschützen gegen die 16-Zollgeschüße bekommen könnte. Man würde sie auch sehr schnell machen können, damit sie mit kleineren jetzt im Bau befindlichen Kriegsschiffen operieren könnten. Die sechs bestehenden Trockendocks wären für Reparaturen groß genug. japanische Operai onen an der Kan^on-Hanfan-Nahn. Tokio, 2. Ian. (DNB.) In Südchina werden von den japanischen Truppen erfolgreiche Operationen entlang der Kanton —Hankau- Bahn in der Provinz Kwantung geführt. Die japanischen Truppen, die am Sonntagmittag Ping- tat, etwa 130 Kilometer nördlich von Kanton, besetzten, setzten ihren Vormarsch dem Nordfluß entlang fort, während eine zweite japanische Abteilung, die Vungyun, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Binglak, einnahm am Sonntagmorgen 5000 Chinesen, die sich auf dem Rückzug« von Pingtet befanden, eine vernichtende Niederlage beibrachte. Später machte die gleiche japanische Abteilung eine Schwenkung nach Westen und sprengte die Eisenbahnbrücke bei Ho tau, 10 Kilometer nördlich von P'ngtak, in die Luft, wodurch der Rückzug der Chinesen abgeschnitten wurde. Japanische Flugzeuge griffen mehrfach die von Französifch-Jndochina nach Yünnan führende Bahn an und erzielten auf chinesischem Gebiet Treffer auf dem Bahnkörper und an einer Brücke. Englische Anklagen zur Tarnung eigener Raubabsichten. ® 0 i r 0 , 2. 3cm. (DNB., (Englanb sucht feine eigenen SIngriffepISne im vorderen Orient, die sich gegen die russischen Petroleum- quellen in Baku richten, durch Ablenkungsmanöver mit Hilfe der ägnptischen Presse zu verschleiern. Zu diesem Zweck behauptet die ägyptische Zeitung „Bala-gh , daß dieiranischen und irakischen Vejroleumquellen Rußlands Ziel seien. Schon vor Abschluß des Ankarapaktes habe Rußland der Türkei anläßlich der Verhandlungen in Moskau klar zu verstehen gegeben, daß es sich mit Hilfe der Türken in den Besitz der vorderasiatischen Petroleumgebiete bringen wolle. Jetzt habe es zur Durchführung feines Vorhabens an seinen Grenzen gegen den Irak, Iran und Afghanistan gewaltige Truppenmassen konzentriert. Oer lleberfoll impbSn x-parkin Oublin Amsterdam, 3.Januar. (Europapreß.) Sieben Mitglieder der Irischen Republikanischen Armee, di« der Teilnahme an dem Muniticmsdiebstahl tu dem verbleibende Urlaub später gewährt werden kann, Irontfahrt an Silvester Pelz überzogen, der ihnen das gefahrdrohende kriegerische Gesicht nahm. Eine fast unheimliche Ruhe lag auch über den vordersten Vorpostenstellungen. I schneidende Kälte, die uns schleunigst veranlaßte, den warmen Ohrenschützer hervorzuziehen und über den Kopf zu ziehen. 18 Grad minus zeigte das Thermometer, und die Posten erzählten uns, daß es in der Nacht schon einmal auf 2 0 Grad minus gestanden habe. Auf der Fahrt und auf dem morgendlichen Gang durch die verlassenen Dorfelddörfer priesen wir im Stillen die fürsorgliche Heeresverwaltung, die für solche erbarmungslos kalten Tage jedem Soldat den gestrickten Kopf- s ch ü tz e r mitgegeben hat. Man sagte uns, daß es in dieser Gegend nur alle zehn Jahre einmal so kalt werde wie in diesem Kriegswinter. „S ch n e e- l u f t liegt über den Feldern", sagten die Wetterkundigen unter den Landsern, und als dann der letzte Tag des alten Jahres anbrach, da war auch wirklich die ganze Landschaft mit einer 10 cm hohen Schneedecke überzogen, und wieder ergab sich ein Bild von unendlicher Schönheit. Der Schnee verhüllte die allzu zackigen Formen der betonenen Höckersperren und Bunker, und die weiten Stacheldrahthindernisse waren mit einem weißen, dichten n i g e r in den Kanal eingelaufen als im Vorjahre. Die Zahl der 1939 eingelaufenen Schiffe betrug 13 140 gegen 16 983 im Jahre 1938. In den ersten drei Kriegsmonaten September bis November 1939 stellte sich der Schiffsverkehr im Hafen Antwerpen auf 981 Schiffe mit 1877 624 Tonnen gegenüber 3024 Schiffen mit 6174 977 Tonnen in den gleichen Monaten 1938. Das bedeutet also einen Rückgang um 67,6 v. H. in der Schiffszahl und von 69,5 v. H. in der Tonnage. Während 1938 im Hafen von Antwerpen im November 71 423 Arbeiter tätig waren, sank diese Ziffer 1939 im November auf 27181 Arbeiter. Die völkerrechtswidrigen britischen Seekriegsmaßnahmen haben also geradezu zu einer Verödung des Antwerpener Hafens geführt. Bei der Abfahrt der französischen Garnison in Tientsin gerieten über 30 französische Soldaten in einen blutigen Kampf mit italienischen Matrosen. Ein italienischer Militärpolizist, der den Streit schlichten wollte, wurde von den Franzosen schwer verletzt. In I a n d r i n - Jadrenouille (Belgien) ging am Sonntag ein riesiger Fesselballon nieder, dessen Nationalität noch nicht festgestellt werden konnte. Der Ballon zerstörte eine elektrische Hochspannungsleitung, wobei er selbst vollkommen verbrannte. Ohren entgeht nicht das kleinste Geräusch. All ihre Sinne sind eingespannt in die harte Soldatenpflicht, die das Gesicht des Krieges ihnen auferlegt hat. In den stillen Vorfelddörfern feiern oder schlafen die Kameraden. Es sind keine lauten Feiern, wie wir sie im Frieden in der Heimat erlebten. Aber es wird auch hier manch guter Schluck auf das anbrechende neue Jahr getrunken. Und sie schauen sich fest in die Augen, wenn in der Mitternacht der Kamerad dem Kameraden die Hand reicht und ihm ein gesegnetes neues Jahr wünscht. Irgendwo in den Hängen hinter den vordersten Linien der Vorposten stehen die leichten und schweren Geschütze unserer Artillerie. Auch hier erlebt man das gleiche Bild. Einer steht und wacht, einer ! sitzt am Telephon, und die anderen feiern still den Den ganzen Tag über fiel weitund breitnicht ein einziger Schuß. Dem Franzmann schien die Lust zum Schießen vergangen zu sein, und unsere Artilleristen, die zu jeder Stunde bereit sind, für jeden stählernen Gruß von drüben ein halbes Dutzend hinüberzuschicken, mochten die feiertägliche Stille des letzten Tages des alten Jahres auch nicht stören. In einem Dorf hart an der Grenze saßen die Schützen einer Dorfeldkompanie in einer gemütlich eingeheizten Wirtsstube. Dann und wann erzählte einer zwischendurch, wie man im vergangenen Jahre zu Hause Silvester feierte, mit nächtlichen^ Feuerwerk, Gläserklingen und fröhlicher Stimmung. Einer saß'da, der hatte am vorigen Silvesterabend in fröhlicher Runde seine kleine Frau kennengelernt, mit der er sich in den ersten Septemberwochen kriegstrauen ließ. Wenn die junge Frau im Berliner Vorort nun mit ihren Eltern Silvester feiert, dann muß er draußen in dem kleinen Wäldchen auf französischem Boden Posten beziehen. Dann ist er einer der unendlich vielen Kameraden im feldgrauen Rock, die in dieser Nacht draußen stehen und wachen, damit die Heimat mit ruhiger Zuversicht und gläubigem Vertrauen auf die Stärke unserer neuen deutschen Wehrmacht den Wechsel der Jahre und den Anbruch eines neuen, siegverheißenden Jahres erleben kann. Sie alle, die in dieser kalten Silvesternacht draußen stehen, wissen, warum sie hier ihren Posten beziehen mußten. Aber es liegt ihnen nicht, von diesen Dingen zu reden, die sie als selbstverständlich empfinden. Und doch liegt gerade in dieser selbstverständlichen Pflichterfüllung ohne alles Gerede, ohne Sentimentalität und ohne Gefühlsduselei eine menschliche Größe, die wir bewundern müssen, wenn wir auf unserer Fahrt an der Front entlang den Männern begegnen, die mit dem Gewehr unter dem Arm und der Handgranate am Koppel hinter irgendeiner Mauercke oder am Rande eines Waldes stehen und ihre Augen unausgesetzt auf die vor ihnen sich hinziehenden Stacheldrahthindernisse und auf die Stellungen der Gegner richten. Wenn auch viele Gedanken in der Mitternachts- stunde öfter als sonst m die Heimat wandern mögen, zu Frau und Kind, zu Vater und Mutter, ihre Augen wachen und suchen doch ununterbrochen das nächtliche Dunkel zu durchbohren, und ihren wird allein von der nach der Geschäftslage gegebenen Möglichkeit abhängen. Für das Urlaubsjahr 1940 bleibt die Regelung des Erholungsurlaubs für Beamte Vorbehalten. Kleine politische Nachrichten. Aus dem ehemaligen Ost polen sind bis zum 1. Januar 1940 20 405 Volksdeutsche in 20 Transportzügen, davon 13 aus Wolhynien und 7 aus Galizien, in Lagern in und um Lodsch eingetroffen. Der Dampfer „T a c o m a" ist von der Regierung von Uruguay interniert worden. Der deutsche Gesandte in Montevideo hat gegen diese Maßnahme P r o t e st eingelegt. Der britische Tankdampfer „San D elfin o" (8000 Tonnen) ist nach einer Explosion, die vermutlich auf eine Mine zurückging, auf Strand gesetzt worden. Unter der 41köpfigen Besatzung sind keine Verluste zu beklagen. * Die Auswirkung der britischen Kriegführung zur See auf die holländische Schiffahrt zeigt sich deutlich in den Jahresziffern des Schiffsverkehrs in dem neuen Wasserweg, der R o t te r d a m mit der Nordsee verbindet. 1939 sind fast 4000 Schiffe we- Lockerung der llrlaubssperre für die Beamten. Nachdem für die Arbeiterund Angestell- t e n der freien Wirtschaft die erlassenen Urlaubsbeschränkungen ausgehoben sind, soll auch für die Beamten die Urlaubssperre gelockert werden. Nach einem Erlaß des Reichsinnenministers kann den Beamten für besondere Anlässe, Familienereignisse und dgl., Urlaub wie früher bewilligt werden. Restlicher Erholungsurlaub aus dem Jahre 1939 kann bis zum 30.6.1940 gewährt werden. Eine volle Ausnutzung des nach den Urlaubsrichtlinien den Beamten zustehenden Urlaubs ist jedoch mit Rücksicht auf die starke Beanspruchung der Verwaltung nicht ohne weiteres möglich. Daher soll zunächst der restliche Urlaub nur insoweit gewährt werden, als er zusammen mit dem etwa bereits früher erteilten tevsuchungsrichter vorgeführt. Die irischen Republikaner hatten den Ueberfall wohl vorbereitet. Alle Telephonverbindungen im Fprt waren zerschnitten, so daß die Besatzung außerstande war, Hilfe von den zurufen. Der diensttuende Hauptmann war von den Tätern überwältigt worden. Darauf wurde eine Anzahl Lastkraftwagen in das Fort gebracht, auf denen die Munitionskisten untergebracht wurden. Freilich haben die Republikaner von der entwendeten Munition kaum noch ein Drittel in Besitz. Die Suche nach den Tätern und dem Rest der Munition wird unvermindert fortgesetzt. Frankreich und der Finnlandkonflrkt. Die Pariser Presse hetzt zum Krieg gegen Rußland. Brüssel, 2.Jan. (Europapreß.) Die ftanzö- sische * Presse ist bemüht, immer neue Arguinente für eine Ausnutzung des finnisch-russischen Konfliktes in dem Sinne zu finden, zu einem offenen militärischen Konflikt zwischen Frankreich und Rußland zu hetzen. Unter der bezeichnenden Ueberschrift: „Finnland eröffnet uns Horizonte" befaßt sich der ,Zour" mit dem franzo- stsch-russischen Verhältnis und meint, die Alliierten müßten ,>n russischen Angriff auf Finnland" zum Anlaß eines vernichtenden Schlages gegen Rußland nehmen. Das Hauptziel Frankreichs gegenüber Rußland müsse die Eintreibung der fran- zösischen V o r krieg s f o rd e run g e n an Rußland in Höhe von achtzehn Milliarden Gold- franken und weiterer zehn Milliarden Goldfranken sein, die den Gegenwert für frühere industrielle Lieferungen Frankreichs an Rußland darstellen. Frankreich soll der Genfer Liga mitgeteilt haben, es wolle Finnland Hilfe leisten. Nach einer Meldung des „Jour" werde der Vorschlag gemacht, Frankreich möge doch etwa 10 000 Mann seiner Alpentruppen nach Finnland entsenden. ' Krieg bei 40 Grad Kälte. Die russischen Murman-Truppen rücken auf der Eismeerstratze vor. Helsinki, 2. Jan. (DNB.) Auf der Karelischen Landenge war, wie der finnische Heeresbericht vom 1. Januar mitteilt, die russische^ Artillerie in lebhafter Tätigkeit. Der russische Angriff fei abgeschlagen worden. Auch in Richtung Jlomantsi hätten russische Truppen mit Unterstützung von Artillerie angegriffen, seien aber abgewiesen worden. Die russische Luftwaffe führte Angriffe auf verschiedene Städte und Ortschaften durch, besonders sollen Jyväskylä, Vaasa und Hyvinge gelitten haben. Der finnische Heeresbericht meldet, daß mehrere russische Bombenflugzeuge abgeschossen wurden. Die Nachrichten vom nördlichen Kriegsschauplatz waren infolge der starken Schneefälle und der zerstörten Telephonleitungen sehr spärlich. Es herrscht im Pet- samo-Gebiet eine Kälte von 40 Grad. Die russischen Murman-Truppen find 100 Kilometer au der Eismeerstraße vorgerückt und stehen südlich der Ortschaft Pitkajärvi. Die Russen sollen ihre Stellungen erheblich befestigt haben. Die Kamps« tätigkeit beschränkte sich auf Aufklärung durch Schi- patrvuillen und Flugzeuge. Die russischen Truppen werden auf Transportschiffen von Murmansk über den Eismeerhafen Liilnahamari nach Petsamo gebracht. im Phönix-Park in Dublin gelegenen Fort kurz vorIUrlaub zwei Drittel des zuständigen Weihnachten beschuldigt wurden, wurden dem Un- Urlaubs nicht übersteigt. Ob der alsdann noch Der Brand im Datikankanzlei-Palast. Der Palast der päpstlichen Kanzlei hat durch die Feuersbrunst äußerlich nicht gelitten; auch im Innern sind die Schäden geringfügiger als man anfänglich angenommen hatte. Der mit wertvollen Fresco-Gemälden geschmückte Haupffaal des Palastes ist unversehrt geblieben. Dagegen ist die Decke des „Saales der hundert Tage" ein gestürzt, den der Maler V a s a r i in dieser Zeitspanne mit seinen Schülern ausgemalt hatte und ebenso die Decke der Kirche San Lorenzo. Die Fresco-Gemälde des erwähnten Saales befanden sich schon in einem kläglichen Zustand und sollten gründlich restauriert werden. Durch den Einsturz der Decke und die Wasserstrahlen sind natürlich Beschädigungen erfolgt, doch hofft man weitere Schäden durch den Frost verhindern zu können. Papst Pius XII. hat bereits Verfügungen erteilt für die sofortige Wiederherstellung der Kirche und des Palastes. Die „Staubschüfsel" der USA. Neuy ork, 29. Dezember. (DNB.) Der Professor an der Universität von Nebraska Dr. W e a v e r sagte für die sogenannte „Staubschüfsel" des Mittelwestens furchtbarste Dürre voraus. Diele „Staubschüssel" wird gebildet von den Staaten Nebraska, Kansas, Süd - Dakota, Wyoming, Colorado und Oklahoma. Große Teile dieses Gebietes sind seit Mai ohne Niederschlaa. Professor Weaver erflärte, der Staub liege teilweise meterhoch. Staubstürme, so prophezeite er, würden die „Staubschüssel" 1940 wesentlich erweitern. Mindestens die Arbeit von 50 Jahren und kräftige Regenfälle seien nötig, um die Verwüstung des Bodens wieder gut zu machen, die dem Raubbau, der Niederschlagsarmut und der Heuschreckenplage zuzuschreiben fei. In seinem Jahresbericht warnt auch Innenminister Ickes vor Raubbau an Amerikas Naturschätzen Uebergang vom alten ins neue Jahr. Der Feftfaal ist ein primitiver Unterstand, in dem noch der terzengeschmückte Weihnachtsbaum steht. Ein roh zurechtgezimmerter Tisch, nackte Holzbänke und eine Strohschütte mit einer Decke darüber, auf der die Wachablösung liegt und ein wenig zu schlafen versucht, das ist die ganze Einrichtung. Aber die Neujahrsstimmung, die über diesem engen Raume liegt, ist ihnen allen verheißungsvoll, denn sie wissen, daß in dem anbrechenden Jahre Großdeuffchland seinen Freiheitskampf siegreich bestehen wird. Richard Daub. (P. K.) Die letzten Tage im alten Jahr haben das Gesicht der Front im Westen überall verwandelt. Mer diese Verwandlung kam nicht Wer Nacht, sondern vollzog sich in verschiedenen Etappen. Und jede einzelne dieser Etappen enthüllte dem Soldaten vorn im Vorfeld ein anderes Landschaftsbild. Zuerst legte sich tagelang dichter Nebel über die Hänge und Gebirgstäler. Der Horchposten vorn im Spähtrupp bohrte feine Äugen in die weißgrauen Nebelfchwarden und konnte doch kaum 20 bis 30 Meter weit fÄhen. Auf den Straßen mußten die Kraftfahrzeuge im Schritt fahren, und dann konnte es noch ost genug passieren, daß plötzlich ein anderes Fahrzeug oder irgend ein Hindernis riefen« groß vor dem Kühler auftauchte und den Fahrer zum harten Blockieren der Bremsen zwang. Es waren anstrengende Tage für alle die vielen Fahrer, die tagsüber Hunderte von Kilometern auf den Straßen und Feldwegen des Frontabschnittes zurückzulegen haben. Aber dann erwachte man eines Morgens im Bunker oder im Vorfeld und fühlte sich in eine wundervolle, weiß glitzernde Zauberlandschaft versetzt. Der naßkalte Nebel hatte sich über Nacht in Millionen und Abermillionen von Eistürmchen und Eisfpitzen verwandelt, die Baum und Strauch, Wiesen und Felder, Panzerkuppen und Betonklötze be- oeckten. Es war eine Rauhreifbildung, wie man sie schöner und prachtvoller auch in höheren Gebirgslagen der Heimat nicht all ju oft erlebt hat. Erst die Mittagssonne trübte das Bild dieser einzigartigen Winterlandschaft, denn ihren warmen Strahlen vermochten die kleinen EisMmpchen nicht standzuhalten. Am Nachmittag war dann der ganze schöne Zauberschmuck wieder verschwunden. Dann kamen Tage, an denen morgens unser erster Blick dem Thermometer galt. Es herrschte eine Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück in Japan. Ein mit Neujahrsbesuchern überfüllter Zug stieß bei Tokorosawa in der Provinz Saitama mit einem Güterzug zusammen. Bei den Aufräumungsarbeiten wurden bisher 11 Tote und 12 Schwerverletzte geborgen, doch muß mit höheren Verlusten gerechnet werden. Die Ueberschwemmungen in West-Anatolien. Istanbul, 3. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Nach einer Meldung der Zeitung „Cumhüriyet" ist bei den Ueberschwemmungen in West-Anatolien die 16 000 Einwohner zählende Stadt Mustafa Ke- m a l besonders schwer heimgesucht worden. Mehrere Stadtviertel wurden von den Fluten des Flusses Simaw nahezu vernichtet. Man rechnet mit rund 1000 Toten. Auch die umliegenden Dör- f e r wurden schwer betroffen, doch sind alle Verbindungen abgerissen. Die Wassermassen des Flusses Simaw haben das alte Bett verlassen. Statt in das Marmara-Meer versucht er sich jetzt in den Apollonia bei Brussa seinen Weg zu bahnen. Auch in dieser Gegend sind verschiedene Dörfer durch lieber» fchwemmung bedroht. Anhatten der Kälte in Oberitalien. Die Kältewelle hält in ganz Oberitalien an. Aus Selva im Grödner-Tal werden minus 32 Grad gemeldet. Eine solche Kälte ist seit fünfzehn Jahren in dieser Gegend nicht mehr verzeichnet worben. Die Ursache des Flugzeugunglücks in Marokko. Die Untersuchungen über das Flugzeugunglück in Französtfch-Marokko,bei dem der i talienis ch e Apparat „I — A R P A” bei dem Eröffnungsflug Rio de Janeiro—Rom verunglückte und feine sieben Insassen ums Leben kamen, haben ergeben, daß das Flugzeug in der Nähe von Mogador in 900 Meter Höhe an einen der Ausläufer des Atlas« gebirges gestoßen und abgestürzt ist. Bei dem Unwetter war eine Sicht vollkommen ausgeschlossen, wie auch die Benutzung des Rundfunkgeräts durch die Heftigkeit elektrischer Entladungen unmöglich war. cWertvoll im eJnha/t! Zaim Vorteil des Rauchers wird die Güte der ECKSTEIN Nr. 5 von der Qualität des Tabak bestimmt ECKSTEIN verzichtet des» halb bewußt auf Jede teurere Verpackung. Was hier gespart wird, kommt dem Tabak dhd damit direkt dem Raucher zugute^ durch die Kriegsgewinnler. Schon während des Weltkrieges seien die Reserven an Holz, Kohle und Petroleum rücksichtslos ausgebeutet worden, und noch heute lägen im Olympic-Nationalpark Baumstämme, die vor 20 Jahren in wilder Profitgier geschlagen worden seien. Bewässerung der Vaumwollanlagen in Usbekistan. Am 31. Dezember wurde eine der größten Bewässerungsanlagen der Sowjetunion in Betrieb genommen, der Fergana-Kanak in Usbekistan (Sowjet- Mittelasien), der die Wassermassen des Syr-Darja für die Bewässerung der wasserarmen Bezirke der Fergana-Oase fruchtbar machen soll. Durch die großartige Anlage des Kanals wird das Bewässerungssystem für ungefähr H2 Million Hektar fast ausschließlich zum Baumwollanbau verwendeten Landes verbessert und über 30 000 Hektar Neuland zur Anpflanzung von Baumwolle und anderer Spezialkulturen gewonnen. Line Bande von Kriegsverbrechern unschädlich gemacht. Bom Sondergericht in L y ck wurde eine Bande von Kriegsverbrechern abgeurteilt, deren Mitglieder in den Kreisen Lyck, Johannisburg, Lötzen und Treuburg während der Monate November und Dezember fortgesetzt Einbruchdieb st ähle aus- geführt bzw. sich der Hehlerei schuldig gemacht hatten. Zum Tode verurteilt wurden die vielfach vorbestraften Verbrecher Gustav Poerschke und Martha Koppenhagen. Poeschke hatte die Einbrüche verübt, die Koppenhagen hatte ihm Unterschlupf gewährt und außerdem ihre Wohnung als Hehlernest zur Verfügung gestellt. In der Hauptsache hatten es die Angeklagten auf Geld und Lebensmittel abgesehen. Poerschke hatte bei seinen Diebesfahrten eine Schußwaffe mitgeführt, mit der er auch bei seiner Festnahme am zweiten Weihnachtsfeiertag die Polizeibeamten bedrohte. Drei weitere mitangeklagte Frauen, die sich ebenfalls der Hehlerei schuldig gemacht hatten, erhielten schwere Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafen. Reue Kohlenvorkommen in der Dcslukcaine. In der Westukraine wurde im Gebiet von R a w a r u s k a dicht unter der Erdoberfläche ein bedeutendes Kohlenvorkommen entdeckt. In den Ortschaften Dombrovka und Mokretino wurden Gruben angelegt. In der Gegend von Kolomyi wurden Braunkohlenvorkommen entdeckt, die auf 18 Millionen Tonnen geschätzt werden. In dieser Gegend werden vier neue Gruben angelegt werden. Oer Steuerzahler im Jahre 1940. Von Or. jur et. rer. pol. K. Wuth, Steuerberater, Berlin Kriegszuschlag und Mehreinkommensteuer 1940. Im neuen Jahre tritt die den kriegswirtschaftlichen Verhältnissen angepaßte höhere Besteuerung nunmehr in vollem Umfange ein. Während der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer 1939 nur in Höhe von % der Einkommensteuer erhoben wird, erreicht der Kriegszuschlag für 1940 seine volle Höhe von y» der Einkommensteuer. Die Begrenzung des Kriegszuschlages auf nicht mehr als 15 v. H. des Einkommens und zuzüglich der Einkommensteuer auf nicht mehr als 65 v. H. des Einkommens, die sich für 1939 noch nicht auswirkt, wird nunmehr beim Kriegszuschlag zur Einkommensteuer 1940 von wesentlicher Bedeutung. Die Mehreinkommen st euer wird nach der bereits für 1940 vorgesehenen Regelung in Höhe von 15 v. H. des Mehreinkommens 1939 gegenüber 1938 gewissermaßen als Kriegsgewinnsteuer forterhoben. Als Mindesteinkommen des Jahres 1938 wird ein Einkommensbetrag von 6000 RM. zugrunde gelegt; außerdem bleibt ein Mehreinkommen von 1200 RM., das sich vom 3. Kinde an um je 900 RM. erhöht, als Freibetrag steuerfrei. Dagegen gelten gewisse Einschränkungen der Mehreinkommenbesteuerung, insbesondere der Billigkeitsausgleich durch Berücksichtigung außergewöhnlicher Verhältnisse zunächst nur für die Mehreinkommensteuer 1939; ihre Verlängerung bleibt abzuwarten. Zur Umsatzsteuer 1940. Mr die Umsatzsteuer ist beachtlich, daß erst wenn der Umsatz 1939 den Betrag von 50 000 RM. überstiegen hat, 1940 monatliche Voranmeldungen und Vorauszahlungen zu erfolgen haben. Auch bei höherem Umsatz 1939 können Unternehmern, deren Jahressteuerbetrag 1939 nicht mehr als 1000 RM. betragen hat, vierteljährliche Voranmeldungen und Vorauszahlungen gestattet werden (10. 4., 10. 7., 10. 10. 1940, 10. 1. 1941). Unternehmer mit steuerbegünstigten Umsätzen, deren Jahressteuer 20 RM. nicht erreicht oder nur wenig übersteigt, können von den Voranmeldungen und Vorauszahlungen ganz befreit werden (RdF.-Erlaß vom 16.1L 39 RStBl. S. 1219). Die Bürgersteuer 1940. Mr die Bürgersteuer 1940 ergeben sich grundsätzlich Aenderungen gegenüber dem Vorjahre nicht. Maßgebend für die Bürgersteuerpflicht ist grundsätzlich das Einkommen des Jahres 1938. Kinderermäßigungen werden vom zweiten minderjährigen, wie bei der Einkommensteuer haushaltszugehörigen Kinde an gewährt. Befreit sind je nach den Verhältnissen an den Fälligkeitstagen des Jahres 1940 Personen, deren Einkünfte die nach den Wohlfahrtsunterstützungssätzen berechnete Freigrenze in Höhe von 150 v. H., bei Ledigen von 130 v. H. nicht überschreiten, Arbeitslosenunterstützungs- und Fürsorgerentenempfänger, Bezieher von Zusatzrente (Elternrente, -beihilfe, Waisenhilfe) nach dem Reichsversorgungsgesetz, schließlich vor allem Personen, die F a - milienunterstützung auf Grund ihrer Einberufung für ihre Angehörigen beziehen. Die Wehrmachtangehörigen (nicht Ruhegehaltsempfänger, soweit sie nicht aktiven Dienst leisten, Angestellte und Arbeiter) sind im übrigen steuerfrei, wenn sie 1940 weder zur Lohn-, noch zur Einkommensteuer herangezogen werden. Steuerermäßigung wird u. a. gewährt, wenn das Einkommen 1940 gegenüber dem Einkommen 1938 um mehr als 30 v. H. zurückbleibt. Ein besonderer Ermäßigungsantrag muß auch gestellt werden, wenn der Steuerpflichtige 1938 bei der Einkommensteuer eine Steuerermäßigung wegen außergewöhnlicher Belastung durch Krankheit oder dergleichen erhalten hatte; ein Rechtsanspruch aus die Ermäßigung besteht nicht. Als Rechtsmittel gegenüber dem Bürgersteuerbescheid ist zur Zeit regelmäßig die Anfechtung, bei Ablehnung von Befreiungs- und Ermäßigungsanträgen die Beschwerde gegeben. Die neuen Steuererklärungen. Die neuen Steuererklärungen zur Einkommen-, Körperschaft-, Wehr- und Umsatzsteuer für 1939 sind, soweit nicht noch eine anderweitige Fristbestimmung erfolgt, bis zum 2 9. 2. 1940 beim Finanzamt auf dem vorgeschriebenen Vordruck einzureichen, der regelmäßig zugesandt wird, bei Abgabepflicht aber vom Finanzamt anzufordern ist. Auch für die Gewerbesteuer 1940 und die neue Vermögensteuer nach dem Stande vom 1.1.1940, die vom 1. April 1940 ab in Kraft tritt, werden die Steuererklärungen voraussichtlich bis zum 29. 2. abzugeben sein. Zur Mehreinkommensteuer wird eine besondere Steuererklärung regelmäßig nur ausdrücklich verlangt werden, wenn es sich um nicht zur Einkommensteuer veranlagte Gehaltsempfänger mit höherem Einkommen im Jahre 1939 als 7200 RM. handelt. Oer Jahresabschluß für 1939. Der Jahresabschluß für 1939 wird nicht nur für die Einkommensteuer des vergangenen Jahres, die Gewerbesteuer 1940 usw., sondern auch die Neubewertung des gewerblichen Betriebsvermögens auf den 1. 1. 1940 Die Grundlage bilden. Dem Jahresabschluß für 1939 wird der Unternehmer bei dieser Sachlage besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Rückstellungen kommen in Betracht, soweit der Steuerpflichtige Entschädigungen, Reichszckschüsse, Verkaufserlöse und derKeichen im Jahre 1939 vereinnahmt hat, aus denen er später bestimmte Anschaffungen bestreiten muß, wie Ersatzbeschaffungen für die der Wehrmacht oder anderen Bedarssstellen übereigneten Gegenstände; eine Rückstellung wird in Höhe des Unterschieds zwischen dem Buchwert des abgegebenen Gegenstandes und der erhaltenen Entschädigung zulässig sein. Eine Rückstellung wird auch vorgenommen werden können, soweit z. B. aus einem Verkaufserlös für ein Grundstück die Umzugskosten bestritten werden müssen, oder wenn Reichszuschüsse für bestimmte Aufwendungen gewährt sind. Mit einer ausdrücklichen Regelung durch Erlaß des Reichsfinanzministers wird man noch rechnen können. Eine Rückstellung für die laufende Gewerbesteuer, soweit sie am Ende des Wirtschaftsjahres rückständig ist, ist nur noch für die Zeit bis zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses (regelmäßig 31. 12.) zulässig, dagegen nicht mehr baruber hinaus für die Zeit bis zum Ende des Rechnungsjahres, also bis zum 1. 4. 1940 (RFH. v. 7. 11. 39 RStBl. S. 1217). Während für die Einkommen- und Gewerbesteuer nur die auf dem Betrieb als solchen lastenden Steuern, wie Umsatz-, Gewerbesteuer usw. abzugsfähig sind, können für die neue Vermögensteuer nach dem Vermögensstand vom 1. Januar 1940 auch auf die Zeit bis zum 1.1.1940 entfallenden persönlichen Steuern (Einkommen-, Vermögen-, Bürgersteuer usw.), soweit sie rückständig sind, vom Gesamtvermögen in Abzug gebracht werden^ wie Einkommen- und Bürgersteuer für 1939, Vermögenssteuer für die Zeit bis Ende 1939. Der Abzug von Steuerschulden muß vom Steuerpflichtigen in der Vermögenserklärung besonders geltend gemacht werden. Bei der Bewertung des gewerblichen Betriebsvermögens auf den 1. Januar 1940 für die Einheitsbewertung, die Vermögensteuer und Gewerbekapitalsteuer vom 1. April 1940 an (für die letztere von 3000 RM. an) ist gegenüber der Einkommensteuer zu beachten, daß die Betriebsgegenstände allgemein mit dem Teilwert (Wert vom Standpunkt eines Erwerbers des Gesamtunternehmens) zu bewerten sind. Wenn auch eine Vermutung besteht, daß bei den Anlagegegen- ständen, wie Gebäuden, Einrichtung, Geräten usw. der buchmäßige Abnutzungswert Mit dem Teilwert übereinstimmt, so müssen doch übermäßig abgeschriebene, insbesondere kurzlebige Wirtschaftsgüter ihrem tatsächlichen' Wert entsprechend bewertet werden. Mr Grundstücke gelten die bisherigen Einheitswerte weiter, soweit nicht eine Neufestsetzung (Fortschreibung) im Einzelfall auf den 1. 1. 1940 statt- findet. Mr Wertpapiere gelten ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen die Steuerkurse vom 30. 8. 1939. G.A-Sport. Leihgestern I — Watzenborn-Steinberg I 2:10. Zum angesetzten Gauopferspiel empfing die 1. Mannschaft der Spieloereinigung Leihgestern die gleiche des Nachbarvereins. Auf das Zusammen- trefien der beiden Mannschaften war man in beiden Lagern sehr gespannt. Der Besuch war dementsprechend gut. Bereits in der 2. Minute gingen die Gäste in Führung, dann nahmen aber auch die Leihgesterner den Angriff auf, ohne jedoch vorerst zu Erfolgen zu kommen. In der 25. Minute berührte Fett den Ball mit der Hand, und der fällige Elfmeterball führte zum Ausgleich. Aber schon drei Minuten später erhöhte der Gäste-Rechtsaußen auf 2:1 und in kurzen Abständen der Linksaußen der „Teutonen" auf 4:1. Im Alleingang erzielte Schmitt das Halbzeitergebnis mit 5:1 Toren. Ohne Pause wurden die Seiten gewechselt. Immer wieder setzten die Teutonen den jugendlichen temperamentvollen Linksaußen Harnisch ein, der denn auch auf 7:1 erhöhte. Einen Eckball verwandelte Mittelläufer Schmandt zum achten Erfolg. Bereits eine Minute später unternahm Schmitt abermals einen Alleingang, überlief die Verteidigung der Platzmannschaft und schoß zum 9. Treffer ein. Der Schiedsrichter deutete aber auf die Elfmetermarke. Fett verwandelte sicher. Eine weitere Kombination des Gästesturms schloß der Linksaußen mit dem 10. Treffer ab. Dann kam auch der Sturm der Platzbesitzer mehrere Male gefährlich durch, einmal entfiel der scharfgeschossene Ball dem bisher wenig beschäftigten Burger, Fett eilte herbei, aber sein wuchtiger Schuß landete im eigenen Netz. So endete der Kamps mit dem überraschend hohen Ergebnis von 10:2 Toren für W atzenborn -Steinberg. Wintersport in kurzen Notizen. Die beiden Neujahrs-Veranstaltun» gen auf der Mannheimer Kunsteisbahn im Fried- richspark standen ganz im Zeichen der Wiener Gäste. Die Wiener EG. gewann beide Eishockeykämpfe gegen den Mannheimer CRC. 7:4 bzw. 4*2, und im Kunstlaufen ernteten Emmy Puzinger-Wurm, Emmy Pollack und das Tanzpaar Wagner-Staniek großen Beifall. Toni Eisgruber (Partenkirchen) gewann nach seinem Siege auf der Berg-Jsel-Schanze am Montag auch den Sprunglauf auf der Partenkirche- ner Olympiaschanze mit Note 210,9 (45 m und 47 m). Den weitesten Sprung stand Hammerschmidt mit 50 m. Der Kampf um den Graf-Schönborn- Pokal in Bayrisch-Zell endete mit dem Siege des Jungmannen Gfr. Schicht!, der für feine Sprünge von 36 m und 42 m die Note 139,8 erhielt. — Beim Schispringen auf dem Semmering war Viktor Kaiser mit Note 101,7 erfolgreich. Pepi Jennewein siegte im Kampf um den „Goldenen Ring", einem kombinierten Abfahrts- und Torlauf, den der SC. Seefeld ausgeschrieben hatte. Mit 6:51,5 kam Jennewein auf den ersten Platz vor Albert Pfeiffer mit 7:02,0. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Karl Jung II., Maurermeister im 66. Lebensjahre plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit abzurufen Gießen-Klein-Linden, Frankfurt am Main, 3. Januar 1940. 231) gesucht. 26Ö (Stellenangebote schlutz. aD gesucht. 24D Kiepert Blockstraße 7. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Brand weg 1 aus statt Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 W. Stete Molkerei „Aortal" Niederneisen Über Limburg Lahn. 3 Zimm.-WoliD. zum 1. Februar zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 14D an d. Gießen. Anzeig. Eduard W Koblenhandlg., Bahnhofftr. 8. 2 Helen mit Matratzen 1 groß. Spiegel 1 Tisch und Wäschemangel billig zu verkauf. Fischer2<>d Wernerwall 35. 3-ZMhoDog mit Badez. und Bodenz., sowie Gartenant. i. d. 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Jung Eina Jung u. Bräutigam und 5 Enkelkinder. Als Verlobte grüßen Meline platt Robert Müller Teuinant in einem Artillerie-Regiment Rodheim a. b. Sieber z. 3. im Felde 3. Zanuar 1940 011 Ihre Vermählung geben bekannt Hans Wolfgang Stecher Bauingenieur Otty Stecher, geb. Georg Gießen, den Z.Zanuar 1940 . 30D Jungs Heilte und Svitz- wegerichsast ab 65 Vfg. bei Katarrh, altem Schleim usw. best. bewährt. Kräuterhaus Jung Gießen, in der Mäus- burg. (7781D Kinderwagen n großer Aus -vabl Fr. Groß tpnenwen 3», Geburtsanzeigen oiienen Aasen Drei Jungen uno ein Mädel en decken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 HugoBermühIer Verlag Berlin - Lichterfelde Verloren eiuMkgW. Marke „Kodak- Retina" am 1.1. 1940 Nähe Gleiberg. Geg. Belohnung abzug. a. d. Fundbüro. Rechtso! ad Brühl. Gießen Stadttheater 19.80—21.45 Uhr 14. Mittwoch-Miete Der müde Theodor Schwank von Neal und Ferner. 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Hasenhaar findet in der Hut- und Textil- fabrikatton, Reh- und Hirschfelle finden für die Herstellung von Leder Verwendung. Diese wertvollen Rohstoffe dürfen deshalb nicht in den Mülleimer war das Lied zu Ende. Die kleine Runde sich über die Teeschalen her. die der Bergneuerlich gefüllt hatte. Draußen jagte der wild herum und immer nur von Westen Im Oktober 1939 wären es genau 12 Jahre ge-' wesen, seitdem „Hubertus" allmonatlich an dieser Stelle über Weidmannssorgen und Jägerfreuden, über Hegermühen und Hegerlohn schreibt. Doch um diese Zeit gab es andere Sorgen und andere Mühen,1 und dazwischen jagte der Jäger auch ab und zu einmal, sei es im Niemandsland, sei es bei Weidmännern anderer Gaue, die den „jagdlos" gewordenen Kameraden in echter deutscher Jägerkameradschaft willkommen hießen. Manches sieht und hort^ man auf solcher Wanderschaft, lernt neues Wild besagen, andere Lebensbedingungen und Lebensgewohnheiten des Wildes kennen, aber heimlich steigt immer wieder die Erinnerung ans eigene heimatliche Revier auf. Und aus der Erinnerung und dem ihr entspringenden Wunsch ist Wirklichkeit geworden. Mögen die Tage auch kurz gewesen sein, in denen Jäger und Hund wieder in alter Vertrautheit im heimatlichen Winterwald pirschten, so waren es doch Tage des Nacherlebens froher Jagdtage. Dann ruft bald ein Baum, bald eine Schneisenecke, bald eine Kanzel, bald ein Bau die Erinneruna roj-d) an gute Freunde, gute Strecke, ärgerlichen Fehlschuß, eine ungewöhnliche Beobachtung und anderes mehr. Das alles klingt noch nach, wenn man nun wieder im dicken Schnee sitzt und auf den Ruf wartet: „Sauen fest!" Der Jäger liest im Winter in dem offen vor ihm liegenden Buch der Natur aus Fährten und Spuren, wo sich die Sauen steckten, das Rotwild wechselte, der Fuchs zu Bau fuhr oder der Marder holzte. Der weiße Leithund zeigt ihm in gleicher Weise, wo der streunende Hund jagte, die Katze schlich und wo zweibeinige „Jagdliebhaber" verdächtige Trittsiegel zurückließen. Drum hält es auch bei aller Kälte den wahren Weidmann nicht im „Bau". Denn draußen winken Weidmannsfreuden, und draußen wartet dem Maße, das sich mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Jagden verträgt, herangezogen werden. Daneben gilt es mehr denn je, die Wildschäden auf ein Mindestmaß herunterzudrücken. Wo das wehrhafte Schwarzwild noch seine Fährte zieht, wird man keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um zu kreisen und zu jagen. Auch das weibliche Rehwild hat mit noch Schußzeit bis zum Monatsende, Zeit um den Abschuß dort noch zu erfüllen, wo Rückstand blieb. Wo derJäger selbst seinen im Felde tut, ist es Pflicht seiner sonstigen ihm dabei zu helfen. Der Ferdl beteiligte sich nicht an dem Gespräch, sondern horchte immer wieder gespannt in die Nacht hinaus. Er vernahm ein seltsames Geräusch, das die Gebirgler nur zu gut kennen. Irgendwo in weiter Ferne knisterte es, als drückte jemand Zündhölzchen zwischen den Fingern ab, er hörte ein dumpfes Rollen ... sollte, nein nein, die warme föhnige Luft konnte doch nicht so rasch ... Ausgeschlossen! Aber das Geräusch wurde immer besser hörbar, kam näher, und nun wandten bereits auch die übrigen Hüttengäste ihre Köpfe dem Fenster zu, wie Menschen zu tun pflegen, wenn sie ein fremdes Geräusch vernehmen. Und wieder das Krachen, diesmal näher, viel näher. Dr. Steilmann war aufgesprungen und wollte zur Tür hinaus. Da stellte sich die Hünengestalt des Bauern vor ihn: „Da bleiben S'! Es hat keinen Sinn, wenn Sie hinausgehen, da können S' net wettrennen, sondern nur warten, ob es kommt und wenn's kommt, wie's kommt." Noch näher hörte man das Poltern und Krachen abgerissener Bäume. Nun wußten alle in der Hütte, das etwas Entsetzliches drohte. Der Kaufmann hielt den Wachsfetzen starr in der Hand, Polzer die Ziehharmonika. „Sollte dies eine Lawine sein?" murmelte er kaum hörbar. Antwort brauchte ihm keine gegeben zu werden, denn das Unheil hatte die Hütte erreicht. Ohrenbetäubender Lärm, Krachen, Poltern erfüllte den Raum, und im nächsten Augenblick brach das Gebälk der linken Hüttenseite ein. Wie ein Pendel baumelte die Petroleumlampe hin und her an der Decke. Die Insassen starrten sich entsetzt an. Nur der Bachlechner sprang blitzschnell zur Lampe und hielt sie. „Zum Brennen darf's jetzt nicht auch noch anfangen", sagte er fast heiter. Dann ging er zur Hüttentür, stemmte sich mit ganzer Körperkraft gegen das Holz. Nur langsam gab die Tür rxach. „Glück haben wir gchabt", sagte er dann lächelnd. ,,Ein Baumstamm, den die Lawine mitgeführt hat, hat sich quer über die Hütte gelegt, so daß der Schnee das Dach nicht eingedrückt hat. Die beiden Damen werden das Feuer auslöschen", sagte er dann sachlich. „Wir müssen haushalten mit dem Sauerstoff, vielleicht können wir ihn noch brauchen! Und die Herren kommen mit mir!" Lilli und Marianne kamen aus der Ecke hervor, in die sie sich ängstlich gedrückt hatten. Mit Schürhaken und Schistöcken wurden die glosenden Holztrümmer erstickt. Draußen vor der Tür arbeitete bereits der Ferdl und grub einen Schacht. Mit jedem Hieb der Haue kollerte der Schnee nach, den die beiden anderen Männer nach Geheiß des Bergführers in den noch freien Winkel des Hohlraumes würfen. Plötzlich legte Steilmann die Schaufel zur Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Der Kitzen genug, er im Dienst Gäste, suchen. Jrn Waldrevier mit gemischten Beständen ist oft schon genug getan, wenn Weichholz geschlagen wird, dessen Aeste und Knospen das Wild gern annimmt. Ein Blick in solche R entertet le, wo Laubholz ge« schlagen wurde und nun die Reisighaufen auf geschichtet sind, zeigt das zur Genüge. Daneben kann der Rechen Heidekraut und Ginster oder Brombeere freilegen, so daß man in tieferen Lagen meist ohne Heu, Rüben u. ä. durchkommen wird. Wo Wildäcker vorhanden sind, erfüllen sie nun ihre Aufgabe. Der Hase ist dankbar für das Holz, das beim Ausputz der Obstbäume auf den Feldern liegen bleibt. Schneeweiß schält er diese Zweige. Bietet, ihm der Jäger im Felde nichts, so zieht es ihn unwiderstehlich zu den Kohlgärten der Dörfer, aus denen er mitunter den Rückweg nicht finden soll. Der Heger wird darum gut tun, den Lücken in Gartenzäunen seine besondere Aufmerksamkeit widmen. Sie lehren ihn manchen Biedermann Seite und riß den Hemdkragen auf. „Ich habe Atembeschwerden", sagte er tonlos, „Luftmangel ... es wird nicht mehr lange dauern." „Reden S' keinen Unsinn", unterbrach ihn der Bergführer, „jo schnell geht es nicht. Aber wenn Sie schon jetzt rasten, kann es schon sein, daß wir allesamt in diesem Loch verrecken." Marianne war zu den Männern getreten und nahm dem nach Atem ringenden Steilmann die Schaufel aus der Hand. Er leistete keinen Widerstand. Dann räumte sie den Schnee mit stinken Bewegungen weg. Bachlechner, der schon einen Meter über der traurigen Schar stand, lächelte. Nach dreistündiger harter Arbeit stieg er von der Höhe herab und nahm Marianne bei der Hand. „So", sagte er schlicht, „jetzt sollen die anderen me'üertun. Wir müssen ein wenig rasten." Aber die andern kamen nicht recht vorwärts. Schon nach wenigen Minuten ließ Dr. .Steilmann wieder die Arme sinken und sagte erschöpft: „Ich kann nicht mehr". Er rang wieder nach Atem. Wortlos bezog Bachlechner seinen Platz. Er arbeitete weiter, vhne ein Wort zu sagen, und als er wieder auf den Boden bückte, bemerkte er, daß auch Marianne die Schaufel wieder schwang. Die anderen ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Steil- mann saß in der Ecke und kämpfte um Luft. Diesmal war es nicht mehr Einbildung. Die Luft lag schon dick in dem Schneegefängnis. Auch Bachlechner fühlte dies. In der nächsten halben Stunde mußte die Schneedecke durchbrochen fein, wenn es nicht schief gehen sollte. Unten hatte der tapfere Doktor zu heulen begonnen, der Kaufmann starrte noch immer blödsinnig auf die schwarze Schaufel, Lili raufte sich die Haare, und Edi blickte ununterbrochen, ohne eine Hand zu rühren, zur Höhe, wo Bachlechner hackte. Allen saß die Kälte in den Knochen. Aber der Bachlechner stieß ohne zu ruhen weiter. Der Schnee wurde härter. Ein gutes — ein schlechtes Zeichen? Nach seiner Schätzung war der Stollen nun sechs Meter hoch. Einen Atemzug rastetete der Bauer, und dann sausten die Hiebe wieder in die weiße Masse. Ein Freudenrufi Marianne sah zur Höhe. In der weißen Decke, leidlich erhellt durch den Schein der alten Hüttenlampe, klaffte ein dunkles Loch, durch das eisigkalte, herrliche messerscharfe BerglUft in den Schacht stürzte. „Mariandl, wir sind durch!" jauchzte der Bachlechner von der Höhe herab. Die frische Luft richtete die Verschütteten auf und verlieh ihnen bald wieder das Selbstbewußtsein, das sie so rasch verloren hatten. „Na, dann hinauf!" heulte in glücklicher Stimmung Steilmann, „wie lange glauben Sie, daß wir in dieser Gruft stecken sollen?" »Wenn es auf Sie angekommen wäre, dann Aus der Stadt Gießen. Jetzt wird's heller! Die Freude beflügelt um die Jahreswende 1939/40 den Hoffnungsschrei: jetzt wird's heller! Denn die Verdunkelung hat uns dem Zustand unserer Vorfahren genähert, für die Feuer und Licht ganz unerhörte Errungenschaften waren. Die Verdunkelung hat einige Unbequemlichkeiten gebracht, aber diese reichten bei weitem nicht an die Zustände früherer Zeiten zurück. Der Lichtschalter, der so bequem ist, blieb uns erhalten ... jenes Wunderding, über das ein vor hundert Jahren gestorbener Mensch, der es sehen könnte, vor verblüffter Begeisterung wahrscheinlich gleich einen Schlaganfall bekäme. Aber der Mensch ist nun einmal unzufrieden, und der Hinweis auf seinen vor hundert Jahren verstorbenen Urgroßvater bietet ihm einen schmalen Trost. Und darum werden wir alle ohne Ausnahme und mit ausdrücklichem Einschluß sämtlicher groß- deutschen Luftschutzwarte sehr froh sein, daß die Sonne die Verdunkelungszeit von jetzt an mächtig verkürzt. Erst geht es nur ganz langsam. Die „zwölf Nächte" des Sonnenstillstandes find erst . knapp vor dem Drei-Königs-Toge zu Ende. Insbesondere will sich die Sonne nicht zu einem früheren Aufgang entscheiden, wenn sie sich auch am ersten Januar-Sonntag, also am 7. Januar, schon 23 Minuten später zur Ruhe begibt als am 18. Dezember. Aber dann geht es stramm voran. Am letzten Sonntag des ersten Monats, am 28. Januar, ist der Tag schon um reichlich um 50 Minuten länger. In den katholischen Gegenden gibt es ein Sprichwort, das besagt: Der Bauer könne schon zu Mariä Lichtmeß (2. Februar) wieder früh genug aufs Feld gehen und spät genug zurückkommen, um einen vollen Arbeitstag hinzulegen. Anders gesprochen: die Außenarbeiten in der Landwirtschaft beginnen wieder, wenn nicht der Frost einen Strich durch die Rechnung macht. Zu Okuli, am letzten Februar-Sonntag, ist der Tag bereits 176 Minuten oder fast 3 Stunden länger, und am 31. März, also dem ersten Sonntag nach den diesjährigen Ostern, leuchtet die Sonne bereits 321 Minuten oder 51 /s Stunde länger als in unseren düsteren Tagen. Es ist natürlich so, daß dann, wenn infolge (Einberufung von Jägern zu den Fahnen der Jagdschutz nicht so vollkommen sein kann, lichtscheues Gesindel seine Zeit für gekommen erachtet und —in oft ausgesprochen tierquälerischer Art — wildert. Deswegen ist besondere Aufmerksamkeit aller zum Jagdschutz Verpflichteten, d. h. der Jäger selbst, aber auch der Jagdschutz- und Pottzeibeamten am Platze, wenn nicht vieles Schaden leiden soll, was wir im Zeichen des Reichsjagdgesetzes mühsam und mit Angabe und Opfern aufgebaut haben. Den wahren Hegern und Jägern ein herzliches Weidmannsheil für 1940! Hubertus. aufgehoben ist. Sie ist heute um so wichtiger, als Fehlens von Jägern, die zu einem großen Teil die. Gefolgschaftsmitglieder durch die erhöhte Ar- unter den Fahnen stehen, vielfach noch nicht das beitszeit in den Betrieben durch den uns aufge- nötige Ausmaß erreicht. Der Januar bietet noch besonderen Ausspannung Gelegenheit, vor allem den rückständigen Kahl- : durch den Gedanken an wildabschuß durchzuführen. Daß dies geschieht, Bergen zutteb. Der Bachlechner ging wieder in die Hütte zurück. Dr. Ferry Steilmann hatte sich inzwischen an die Seite der blonden Dhemiestudentin gedrückt, der Kaufmann wachste seine Schi und der Student Edi Polzer neben der schlanken Kontoristin Litt spielte auf einer kleinen Ziehharmonika: „Zwei Bretteln, ein führiger Schnee, juchhe ..." Der junge Bauer, dem dieses Liebel von all den städtischen ®fangeln noch am besten gefiel, stimmte in die Melodie ein. Er sah nicht, daß ihn ein spöttisches Lächeln des Doktors traf. Wo sollte der Bauer auch das Singen her haben ...? Nur in seinen Fäusten begann es unangenehm zu zittern, als er sah, daß sich Steilmann, dieser ausgedörrte Tintentuli, der blonden Marianne gar so näherte. Und di« ließ sich das ohne weiteres gefallen! Dabei hat das Mädel beim Aufttteg ganz vernünftig gesprochen. Ein paar Mal hatte er an besonders schwierigen Stellen die Hand gereicht, und das Mädel hat sie — so glaubte er — ganz gerne ge= An diesem Abend gab es zunächst gar Außergewöhnliches, was die Hüttengäste auf der Höhe des Dreitausender beunruhigen hätte können. Nicht einmal der Ofen rauchte! Nur der Bachlech- ner-Ferdinand war schon zum dritten Mal innerhalb einer Stunde vor die Hüttentüre getreten und hatte die Lust eingezvgen wie eine alte Rehgeiß. Unten im Tal funkelten schwache Lichter zur einsamen Höhe empor. Dort ganz rechts lag der Hvf, das Bachlechner-Gütel, über das er schon jetzt Herr war. Und wenn er von Zeit zu Zeit ein paar Stadtleute in die Berge führte, tat er es nur den Theodor". — Gloria-Palast (Seltersweg): .. Lied der Wüste". — Lichtspielhaus/ (Bahnhofstraße): zwungenen Krieg einer 1 , .. bedurften, die ihnen nicht durch den Gedanken an ------.~ «... wirtschaftliche Nachteile beeinträchtigt werden soll- ist heuer mehr notwendig als sonst. Denn einmal 3m Dienst des heimischen Kunsthandwerks Am 6. und I. Januar 1940 Gaustraßensammlung. Zum Ausgleich dafür, daß die Mitarbeiter an dem großen Werk des Führers die Feiertage ohne Sorgen verleben konnten, erfolgte diese Regelung, die auch durch die Kriegswirtschaftsverordnung nicht wahrscheinlich für immer", sagte Bachlechner herab. Dann warf er ein Seilende herab und sagte schlicht: „Binden Sie sich an, Fräulein Marianne!" Zwei Minuten später zwängte sich das Mädchen' durch das schmale Schneeloch ins Freie und stand auf dem Rücken der Lawine. Die Nacht war pechschwarz. Vor Marianne stand die Silhouette Bach- lechners, der zärtlich ihre Hand ergriffen hatte und sie wortlos hielt. Unten grollte Dr. Steilmann, der Kaufmann und Litt ... Polzer, der ohne zu warten, in den Stufen des Bachlechners den Schneekamin durchfttegen hatte, steckte feinen Kopf durch das Schneeloch und sah, daß Marianne und Bachlechner verdächtig eng beisammen standen. Wenn es nicht so teuflisch finster gewesen wäre, so hätte Edi wahrscheinlich als erster gewußt, daß die Ehemiestudenttn einem tapferen, ehrlichen geraden Bauern Herz und Hand geschenkt hatte. her. Dann und wann spitzte der Bachlechner die Ohren und lauschte nachdenklich in die Nacht hinaus. „Teufel, wenn das so weitergeht", dachte er und fügte laut hinzu, „Tauwetter wird kommen Das Wort Tauwetter wurde zum Stichwort für einige Episoden und Schierlebniste. Jeder von den Männern war angeblich schon einmal in großer Gefahr gewesen und wäre sicherlich darin umgekommen, wenn er nicht durch Geistesgegenwart usw. usw. Besonders Dr. Steilmann schilderte packend ein Erlebnis nach dem andern, vor allem einen Wettlauf mit einer Lawine, in dem er Sieger btteb. Litt und Marianne blickten begeistert auf den jungen Doktor. Ja, der war stark, dem konnte man derartiges zutrauern Um die Monatsmitte geht die Schußzeit auf den Hasen zu Ende. Dis dahin finden noch die letzten Treibjagden statt, und dann können die Ueberleben- den aus der Sippe Mümmelmanns stolz zurückblicken auf die hinter ihnen liegenden Wochen. Denn kaum ein Tier erfreute sich in ihnen solcher Wertschätzung wie der „martenfreie" Hase. Seinen Ruf, das wichtigste Jagdtier zu sein, hat er auch in dieser Hinsicht glänzend gerechtfertigt! Während die Nutzwildjagd immer mehr zurücktritt, erreicht die Jagd auf das Raubwild ihren Höhepunkt. Denn nun sind die Bälge und Schwarten am hochwertigsten. Wo die Spur Reinekes gleich einer Perlenschnur durch Forst und Flur zieht, gesellt sich bald eine zweite hinzu, die Baue aber sind zertreten, überall stehen die Trittsiegel des Fuchses im Schnee, die Rollzeit ist da. Damit ist die schönste Zeit für den Baujäger gekommen, der nun mit Terrier und Teckel die Hochzeitsgesellschaft aus dem Bau zu sprengen sucht. Aber auch sonst bieten sich dem Waidmann gar viele Möglichkeiten, den Roten zu jagen. Früh bringt ihn bei hohem Schnee der Hunger auf die Läufe, Hasenquäke, Mäusepfiff oder Bogelangstruf täuschen ihm willkommene Beute vor und lassen ihn leichter zustehen. Bei Schnee läßt er sich in der Dickung bestätigen, und es ist dem Revierkundigen leicht, ihn auf einen bestimmten Wechsel zu drücken, besonders wenn die anderen Pässe noch verkappt werden. Jedenfalls ist ein guter Winter fuchs immer eine hochwillkommene Strecke. Auch der Dachs kann auf dem Bau bis zur Monatsmitte noch besagt werben. Dann aber ist Schluß. Denn di« Zeit ist nicht fern, in der bitt ersten Jungdächse gebracht werden. Der Januar gibt auch unsere Edelpelztrage r, den Edel- und Steinmarder, dem Jäger noch frei. Bei einer Neuen ausgegangen oder in der Knüppelfalle überlistet erfreuen sie das Weidmann sh erz. Still geworden ist es um das Federwild, von dem eigentlich nur noch der Fasan in Frage kommt. Aber auch sein Abschuß sollte eigentlich durchgeführt fein. Gerade das Federwild leidet in strengen Wintern besonders stark, und deswegen sollte die Hege vor die Jagd treten. Die Hege muß sich im Januar einmal auf Fütterung und zum anderen auf Jagdschutz erstrecken. Gerade bei der Fütterung darf man nicht vergessen, daß wir im Kriege leben und daß hochwerttge Futtermittel unseren Haustieren gehören, da das Wild ganz anders in der Lage ist, natürliche oder weniger wertvolle Nahrungsquellen auszunutzen. Für das Federwild werden überall, wo es nicht geschahen sein sollte, einfache Fütterungen, Schutzdächer, Schneeschirme in Hecken u. ä. anzulegen sein, unter denen Heublumen und Druschabfall geschüttet werden. Auch Kohlblätter, Rüben und Kartoffeln werden angenommen. Es darf nicht wieder vorkommen, daß, wie im vorigen Kriege, ganze Fasa- nenbestände deswegen eingehen, weil es keinen Mais gibt. Den haben wir in den letzten Friedens- jahren auch nicht oder kaum gehabt, und überall, wo wir uns Mühe gaben um Futterabfälle, den Fasan trotzdem durchgebracht. Die Fütterungen müssen so liegen, daß sie gegen Räuber aus oer Luft gesichert sind. Meist bieten sie bann zugleich auch Windschutz, den die Hühner besonders gern aufwerk und erfüllt damit auch eine kulturelle Verpflichtung. Die Kunstharzabzeichen werden zum großen Teil noch von Heimarbeitern und in Klein- industriewerken hergestellt. Es ist kaum vorstellbar, durch wieviel geschickte und fleißige Hände ein einziges WHW.-Abzeichen gehen muß, bis es seine endlich vollendete Form erhalten hat. Von der Bedeutung eines solchen Auftrages für unsere heimische Industrie und unser heimisches Kunsthandwerk mögen folgende Zahlen Zeugnis ablegen: Der Auf- trag des Gaubeauftragten für das Kriegs-WHW. beläuft sich auf 1200 000 Wzeichen; 8000 Stangen Edelkunstharz mit einer Länge von 25 Zentimeter und im Gesamtgewicht von rund 2500 Kilo wurden verarbeitet. Durch die Herstellung der 1 200 000 Abzeichen fanden rund 800 Volksgenossen etwa vier Wochen lang Arbeit. Alle Volksgenossen unseres Gaues Hessen-Nassau werden die Bedeutung der Gaustraßen sammlungen längst erkannt haben. Daß der Erfolg im Kriegs- Winterhilf swerk noch größer als früher fein muß und fein wird, verbürgt die immer bewährte Opferbereitschaft. „Hurra! Ich bin Papa!". Lohnzahlung anWeihnachten!939 und Neujahr 1940. NSG. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, hat am3. Dezember 1937 angeordnet, daß für die Arbeitszeit, die infolge des ersten und zweiten Weihnachtsfeiertages, sowie des Neujahrstages, sofern diese Tage nicht auf einen Sonntag fallen, den Gefolgschaftsmitgliedern der regelmäßige Arbeitsverdienst zu zahlen ist. Das gleiche gilt für die als Heimarbeiter Beschäftigten. Wird an diesen Tagen gearbeitet, so ift der Betriebsführer verpflichtet, die geleistete Arbeit mit den tariflichen Zuschlägen für Feiertagsarbeit zu bezahlen. Lorbeer. Bühnenheldinnen, die zugleich tüchtige Hausfrauen sind, gibt es nicht viele. Wilhelmine Schro- der-Devrient war nicht nur groß auf den Brettern, sondern auch groß am Kochherde, eine gewiegte und perfekte Hausfrau, in allen Zweigen des Haushaltes wohlerfahren und bewandert. Als sie ihrem Gatten, Herrn von Bock, nach Kurland gefolgt war, kam sie eines Tags in ein Zimmer, das eben von einem dienstbaren Geist sehr nachlässig gescheuert worden war. Entrüstet rief sie aus: „Pfui, das heißt hierzulande Zimmer scheuern? Ick) will dir zeigen, wie man in Deutschland scheuert! Sprach's, schürzte sich das Kleid hoch auf, streifte den Aennel weit empor, kniete auf den Boden nieder und bearbeitete diesen so gründlich, daß es eine Art hatte. (Ein andermal kam sie in die Küche, um „fürchterliche Musterung" zu halten und besonders die Soße zu einem für den Mittag bestimmten Sauerbraten zu kosten. Sie kostete, kostete und schüttelte unbefriedigt den Kopf. Endlich sagte sie: „Braten, dir fehlt noch etwas, aber ich kann nicht darauf kommen, was ... Halt, jetzt habe ich's. Lorbeerblätter her, geschwind!" ,r Doch da war guter Rat teuer. Die Sveisekammer bot diese Svezerei nicht, und aus der Nähe war sie nicht zu beschaffen. Doch die wackere Schröder-De- orient wußte Rat. „Vorwärts!", rief sie der Köcknn zu, „gehen Sie in die grüne Stube, da werden Sie eine Kiste finden und in derselben alle meine Lorbeerkränze. Bringen Sie also ein Ding her, damit es doch noch zu etwas gut ist!" Und es geschah so. Mit einem Lorbeerkranz der Bühnenheldin ward die Soße zum Sauerbraten gc- würzt, und sie schmeckte dem Gatten vortrefflich. Ferdinand Silbereisen« NSG. Alljährlich wird im Januar in unserem Gau eine Straßensammlung des Winterhilfswerkes durchgeführt, die im Gegensatz zu den Reichsstraßen- fammhingen unabhängig von den Sammlungen anderer Gaue ist. Dieser Gauftraßensammlung kommt insofern besondere Bedeutung zu, als die zum Verkauf kommenden Abzeichen einer notleidenden heimischen Industrie in Auftrag gegeben werden. Für den Gau Hessen-Nassau kommt, wie schon öfter bisher, das Kunsthandwerk der Elfenbeinschnitzer im Odenwald in Frage. Wir erinnern uns alle noch der bunten, ansprechenden Kunstharzblüten, die im letzten Jahre zum Verkauf kamen und allgemeinen Anklang fanden. Dieses Mal bringt das Winterhilfswerk eine Serie von Haustieren heraus. Da find ein Drahthaarfox, ein Pfau, ein schmucker Hahn, eine (Ente und eine Schwalbe. Außerdem kommen noch zwei beliebte Figuren, Schornsteinfeger und Schneemann, hinzu. Weitere fünf Abzeichen stellen Tanks, Geschütze, Schifte und Flugzeuge dar. Das Kriegswinterhilfswerk fordert durch die Gaustraßensammlung am 6. und 7. Januar ein schon seit Jahrhunderten in hoher Blüte sichendes Hand- geworfen werben. Es ist Pflicht jedes Dolksgenos- fen, die Felle unverzüglich noch dem Abziehen dem nächsten Rohprodukten- bzw. Fellhändler zuzuführen oder, falls ein solcher nicht bekannt sein sollte, die Felle. in der nächsten Wildbrethandlung abzukiefern. Gefahren des Eises. Alljährlich fordern zugefrorene -Seen, Teiche, und Bäche Opfer. Es muß daher immer wieder auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die ein zu frühzeitiges Betreten des Eises oder bei Tauwetter, besonders aber, wenn man allein ist, mit sich bringt. Nicht eindringlich genug können die Kinder vor dieser Gefahr gewarnt werden. Wer im Eis eingebrochen ist, schwebt in Lebens- gefahr. Das kalte Wasser erschwert die Bewegungen des Eingebrochenen. Als erster Ratschlag gilt, die Arme weit auszubreiten, damit sie dem Cinge- brochenen einen -alt gewähren und er nicht unter die Eisdecke gerät. Hilfe bringt man dem im Eis Eingebrochenen durch Zureichen von Brettern, langen Stangen usw., auch durch ein Seil oder eine Leine, die mit einer Schlinge versehen sein muß. Ist solches Hilfsgerät nicht vorhanden und persönliche Hilfe notwendig, dann versuche man, tn die Nähe der Cinbruchstelle zu kriechen. Bei brüchigem Eis muß natürlich auch der Retter schr vorsichtig sein und wenn irgend möglich ein Brett als Unterlage benutzen. Wohl die schwierigste Art der Ret- tuirg ist die durch Tauchen unter Äe Eisdecke. Diesen Weg der Hilfe für den Eingebrochenen darf man nur wagen, wenn man angeseilt ist. Ist die Rettung des Verunglückten gelungen, so bringe man ihn nicht in einen warmen Raum, sondern zunächst in einen kalten. Um die Gefahr, die jede Eisfläche in sich bergen kann, richtig zu erkennen, muß man wissen, wann das Eis trägt. Eine Eisdecke von zwei bis drei Zentimeter ist für einen Erwachsenen noch äu schwach und nicht tragfähig. Erst bei fünf bis sechs Zentimeter Dicke darf das Eis betreten werden. Sorglos anvertrauen kann man sich einer Eisdecke von acht Zentimetern. Hat sich gar eine Eisdecke von zehn bis zwölf Zentimeter gebildet, dann ist schon das Befahren mit leichteren Fuhrwerken möglich. * ** Justizpersonalien. Der Gerichtsassessor Dr. Ludwig Faber in Mainz, aus Gießen stammend, wurde zum Landgerichtsrat beim Landgericht Mainz ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurden auf ihren Antrag der Oberlandesge- richtsrat Hans Küchler beim Oberlandesgericht in Darmstadt, früher als Landgerichtsrat beim Landgericht in Gießen tätig, sowie der Justizassistent Jo- Hannes Eifert beim Amtsgericht in Ulrichstein. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in Gießen: 19. 12. Heinrich Schaub, Fuhrmann, 75 Jahr, Hammstraße 16; 19. 12. Christian Dunkel, Invalide, 79 Jahr, Anneröder Weg 32; 20. 12. Marie Naselewski, geb. Nagel, o. B., 79 Jahre, Grüner Weg 10; 22. 12. Karl Haas, Postassistent a. D., 79 Jahre, Hofmannstr. 7; 26. 12. Luise Preu, geb. Römer, o. B., 39 Jahre, Gießen-Wieseck; 26. 12. Friedrich Lehrmund, Denttst, 77 Jahre, Grabenstr. 3; 28. 12. Rudolf Nowack, Kaufmann, 76 Jahve, Friedenstr. 49; 28. 12. Alois Kube, Kul- turaufseher im Ruhestand, 80 Jahre, Aulweg 100; 29. 12. Adalbert Bindewald, Grobhandelsvertreter und vereidigter Dolmetscher, 73 Jahre, Walltorstraße 73; 29. 12. Lina Heimer, geb. Haas, o. B., 76 Jahre, Alicenstr. 10. *♦ Städtische Bücherei. Im Dezember sind 1929 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Zeitschriften 30, Gedichte und Dramen 12, Erzählende Literatur 1153, Jugendschriften 285, Länderund Völkerkunde 136, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biographien 188, Kunstgeschichte 1, Naturwissen, schäft und Technologie 44, Heer- und Seewesen 41, Haus- und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 6, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschast 22 Bande. jRunhfunfyrogramm Donnerstag, 4. Januar. 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt ein Gaumusikzug. 7: Nachrichten. 8: Landvolk merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Das wir Frauen heute wisien müssen. 9.30: Frohe Weisen. 11: Konzert. Das Jahr laßt uns beginnen. Es singt die Rundfuntspielschar 8 Frankfurt der RIF. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Orchester des Reichssenders München. 12.30: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.50: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. 17: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte des Landesernährungsamtes. 18.25: „Herz, aufglühe dein Blut". Eine besinnliche Sendung für unsere Kameraden am Westwall. 19: Unterhaltungskonzert. 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Ueber- tragung vorn Deutschlandsenüer. 22: Nachrichten. 24: Nachrichten. Postamt Gießen an Weihnachten und Neujahr. Wie in all den Jahren vorher, ergab sich für die Beamten unserer Gießener Postämter auch in diesem Jahre zu Weihnachten und Neujahr wieder eine Fülle von Arbeit, die es diesmal unter man« cherlei ungünstigeren Umständen zu bewälttgen galt, als in vergangenen Jahren. In weiser Voraussicht war von der Reichspost angeregt worden, die Weih- nachtspakete in tüesem Jahre besonders frühzeitig aufzugeben. Die Bevölkerung befolgte diese Aufforderung um so lieber, als dadurch mit hoher Wahr- scheirmchkeit die Weihnachtsfreude in Gestalt der Weihnachtspak-ete zu rechter Zeit kam. Für unsere Gießener Postämter ergab sich dadurch, daß in den Tagen um Mitte Dezember eine Hochflut von Paketen hereinbrach, wie sie sonst erst tn den Tagen vom 18. bis zum 221 Dezember aufzutreten pflegte. Hinzu kam, daß in diesem Jahre, nach grober Schätzung, erheblich mehr Pakete aufgeliefert wurden, insbesondere Feldpostpakete, da ja sehr viele Geschenke, die sonst unter dem Weihnachtstisch zu Hause lagen, diesmal erst ein* große Reise antreten mußten. Dabei war es für die Post ein Gesetz, daß gerade die Soldaten, die ihr Weihnachtsfest fern der Heimat feiern mußten, ihre Pakete rechtzeitig erhielten. Und dieser Aufgabe wurde die Post gerecht. Die Aufgaben, die der Post im einzelnen erwuchsen, waren ungemein vielseitig. Es galt, die in unseren beiden hiesigen Postämtern aufgelieferten Pakete zu sortieren und auf die Züge zu verteilen; es galt, die eingegangenen Pakete auf die Staat umzuschlagen, und oftmals reichten die kleinen Paketwagen nicht aus, so daß an einigen Tagen auch Omnibusse zu Hilfe genommen werden mußten. Freundlicherweise wurden von der Wehrmacht Helfer zur Verfügung gestellt, die mit viel Luft und Liebe an der Arbeit waren. Der Umschlagverkehr im Gießener Bahnhof mußte auch bewältigt und schließlich durste auch die Landzustellung nicht vernachlässigt werden. Alle Arbeit aalt es zu (elften, obwohl eine stattliche Anzahl Gießener Postbeamter unter den Fahnen steht ober der Feldpost zugeteilt ist. In den Tagen vor Weihnachten hals bei leichterer Arbeit verschiedentlich die Hitler-Jugend aus, und viele der Jungen waren mit allem Ernst bei der Arbeit. Auch der Neujahrsbriefverkehr wickelte sich sehr gut und rasch ab, und schon in der Nacht zum 1. Januar war in den Räumen unseres Gießener Postamts völlig aufgearbeitet. Im großen und ganzen gelang es, allen Anforderungen gerecht zu werden, nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Bevölkerung, die sich in diesem Jahre einer zeitigen Auflieferung befleißigte. Die Biehwirtschasi für 1940. Im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes ist die Sammelanordnuna der Hauptvereinigung der »en Viehwirtschaft für das Jahr 1940 erschiele se Anordnung Nr. 1 lehnt sich eng in ihren Grundsätzen an die für das Jahr 1939 geltende Sammelanordnung an. Der reibungslose Ablauf in der Fleischversorguna während der ersten Kriegsmonate hat gezeigt, daß es nicht nötig ist, grundlegende Neuerungen in der Vieh- und Fleischbewirtschaftung für das neue Jahr vvrzusehen. Infolgedessen bringt die für das Jahr 1940 geltende Sammelanordnung auf dem vichwirt- schöstlichen Marktsettor keine wesentlichen Aende- rungen. Was die Preise angeht, so bleiben bei Schweinen die augenblicklich geltenden Grundpreise in Kraft. Ebenso bleibt es entsprechend dem Vorjahr bei dem saisonmäßigen Preisabschlag von 0,50 RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht vom 1. Januar bis zum 24. Mai 1940 und bei dem saison- mäßigen Preiszuschlag von 3 bzw. 2 RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht in der Zeit vom 15. Juli bis 5. Oktober 1940. Die Rinderpreise bleiben grundsätzlich aufrechterhalten. Hinzu treten auch hier, wie im Vorjahre, Zu- und Abschläge auf einzelnen Märkten, die aus saisonmäßigen Gründen festgelegt sind. Neu ist jedoch die Gewährung eines Nüchterungszuschlages für Rinder, wie er für Schweine schon seit geraumer Zeit Geltung hat. Die Gewährung eines Nüchterungszuschlages für Rinder trägt den veränderten Transportoerhältnissen und der Notwendigkeit einer sparsamen Futterbewirtschaftung auf den Märkten Rechnung. Voraussetzung für die Gewährung des Nüchterungszuschlages bet Rindern jedoch ist, daß die Tiere nach bestimmter Transportdauer erst aus dem Wagen verwogen werden. Anden Kälberpreisen ändert sich gleichfalls nichts. Dagegen werden die Preise für Hümmel und Hammelfleisch den Qualitätserfordernisfen besser angeglichen. Die Preise der Klassen Bl und B2 werden gehoben. Das gleiche gilt für die Schafpreise der Klasse a und b, die um 2 bzw. 1 RM. heraufgesetzt werden. Eine Besserstellung der geringwertigen Qualitäten bei Härnrneln und Schafen findet nicht statt. Die guten Qualitäten sollen aus Gründen einer verstärkten Hammelfleischgewinnung und vermehrten Wollerzeugung gefördert werden. Ferner werden beim Hammelfleisch zwei Qualitätsklassen gebildet, wobei die erste Qualität öine Preiserhöhung erfährt, während die zweite Qualität gesenkt wird. Diese Maßnahme dient den gleichen Zwecken wie die Besserstellung der hochwertigen Qualitäten bei lebendem Schafvieh. Aus der engeren Heimat. Ehrung für Bürgermeister Or.VSlsing A 211 s f e I b , 3. Jan. Gestern wurde durch Landrat Dr. Schönhals das goldene treu« dienstehrenzeichenfür 40jährige treue Dienste an Bürgermeister Dr. V ö l s i n g im festlich geschmückten Standesamtszimmer des alten, historischen Rathauses in Gegenwart der städtischen Beigeordneten und der Abteilungsleiter der Verwaltung überreicht. Landrat Dr. Schönhals wies in feiner Ansprache darauf hin, daß Bürgermeister Dr. V ö l - fing bereits über 40 Jahre tm öffentlichen Dienst stehe, davon 30 Jahre als Bürgermeister der Stadt Alsfeld. Zugleich mit seinen Glückwünschen gab er der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch recht fange segensreich für die Stadt Alsfeld zu wirken. Stadtinspektor S e i p p e l sprach namens der städtischen Gefolgschaft deren Glückwünsche aus. Bürgermeister Dr. Völsing dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und versicherte, daß er auch fürderhin feine ganze Kraft einsetzen werde im Dienste für Führer, Volk und Vaterland und für die von ihm seit 30 Jahren geleitete Stadt Alsfeld. Landrat Dr.S ch ö n h a l s schloß die würdige Feier mit dem Treugelöbn^s an den Führer. Landkreis Gießen. * Watzenborn-Steinberg, 2. Jan. Der Gesangverein „Germania" Watzenborn-Steinberg hielt im Vereinslokal feine Jahreshauptversammlung ab. Den Jahresbericht erstattete der Vereinsführer Th. Jung. Aus dem Bericht ging hervor, daß der Verein auch im vergangenen Jahre lebhaft darum bemüht war, das deutsche Lied zu pflegen. Der Verein trat bei den verschiedensten Anlässen öffentlich in Erscheinung. Die Kassenverhältnisse können als gesund angesehen werden, wenngleich die Gegenwart große Anforderungen auch an die Kasse stellt. Der Vereinsführer fand anerkennende Worte für die Tätigkeit des Vereinsrechners K. Pitz, dem einmütig Entlastung erteilt, wurde. Im weiteren Verlaufe des Abends konnte der Vereinsführer fünf Ehrenmitglieder für 50jäh- rige Zugehörigkeit zum Verein und drei Sänger für 25jährige Mitgliedschaft auszeichnen. In der Aussprache über die Gestaltung des Dereinslebens in der nächsten Zukunft wurde man sich darüber einig, nunmehr die Gesangsstunden wieder aufzunehmen, und zwar unter der bewährten Leitung von Chormeister Harnisch. Mit Freude nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß der Vereinsführer und seine Mitarbeiter auch weiterhin im Amt verbleiben. ch Lich, 2. Januar. Im Alter von fast 85 Jahren wurde am Samstag, 30. Dezember, Frau Magdalene O ß w a l d, geb. Dietz, zu Grabe getragen. Sie war die Witwe des vor einigen Jahren verstorbenen und in Turnerkreifen weithin bekannten Schuhmachermeisters Philipp Oßwald. Noch vor wenigen Wochen konnte der hochbetagten Frau das Ehren- kreuz der deutschen Mutter verliehen werden. > Laubach, 2. Jan. Der Feldwebel der Luftwaffe Erich Högel wurde als erster Laubacher für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Wirtschaft. Khein-Mainische Börse. Tendenz: Jeff. Frankfurt a. M., 2. Jan. Die Börse begann im neuen Jahre mit sehr ruhigem Geschäft, was in erster Linie darauf zurückzuführen war, daß die Erneuerung der Limite noch nicht restlos durchgeführt war. Seitens der Kundschaft hielt die Anlagetätigkeit an, so daß die Haltung am Aktien- und Rentenmarkt fest blieb. Im Großverkehr des Aktienmarktes traten durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein, doch führte der starke Materialmangel in manchen Papieren stärkere Steigerungen herbei. Im Vordergrund standen Scheideanstalt, die mit 234 (230) nur beschränkt zugeteilt werden konnten. Me- tallgesellschaft gewannen 1,50 v. H. auf 130, Harpen er Bergbau 2,50 v. H. auf 160,50. Sonst kamen vorerst noch Verein. Stahl mit 104,65 (103,75), Nheinstahl mit 136,25 (136) und Holzmann mit 153,25 (152,50) etwas höher, dagegen JG.-Farben mit 165,50 (166) und Rheinmetall mit 125,75 (126) knapp gehalten zur Notiz. Am festverzinslichen Markt erstreckte sich das Interesse vornehmlich auf den Pfandbrief» marft, doch zeigten auch die übrigen Gebiete in Auswirkung des Zinstermins erhöhte Nachfrage. Reichsaltbesitz gewannen 0,65 v. H. auf 139,25, Reichsbahn-VA. unter Berücksichtigung des Kupon« abgangs 0,25 v. H. auf 124 (127,40). Liquidationspfandbriefe zogen bis 0,40 v. H. an. Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich, 5 v. H. Hoefch 100 (100,75), anderseits 4,50 o. H. Voigt & Haeffner 95,50 (94,75). Staatsrenten und Statttanleihen blieben gut behauptet. Bei anhaltend kleinem Geschäft war die Börse auch im Verlaufe fest, was sich auch in teilweise weiter anziehenden Kursen ausdrückte. JG.-Farben 166,50 nach 165,50, Gesfürel 146 nach 145,50, Vereinigte Stahl 104,75 nach 104,65, AG. für Verkehr 120 nach 119,50. Bei den später notierten Papieren überwogen Erhöhungen bis 1 v. H., sehr fest Rhein. Elektro mit 128 (125.25), anderseits BMW. 147,50 (149). Auch der Einheitsmarkt verkehrte überwiegend fest. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 2. Januar. Auf dem heutigen Schweinemarkt kosteten bis zu 8 Wochen alte Ferkel 20 RM., 8 bis 12 Wochen alte Tiere bis 25 RM. pro Stück. Der Handel verlief schleppend, es verblieb Ueberftartb. MkMMllMMmW Koman non Jdöa Hettclbctf CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 85 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Laut zieht sie die Tür hinter sich zu, und ihre schweren Schritte hallen draußen im steingepflasterten Flur. Man hört, wie die Frau vom Birkenhof von dannen wuchtet, aber keiner von denen, die im Krankenzimmer Zurückbleiben, ahnt, wie sie den Oberarzt bittet. „Bester Doktor, tun Sie, was irgend möglich ist, aber flicken Sie mir den Jungen zusammen. Wollen wir ihn und seine Frau nicht in ein Bad schicken? Bitte, raten Sie mir, es soll alles Menschenmögliche getan werden." Nein, das ahnt keiner. Da steht Klarissa vor dem Mann im weißen Kittel und schüttelt ihm die Hand, als solle sie aus dem Gelenk gerissen werden. Eine harte, starkknochige, grobschlächtige, alte Frau, die Klarissa Wegner, dieses Teufelsweib vom Birkenhof. — * Am Nachmittag komntt Anne in Bremen an, am Nachmittag ist plötzlich der Betrieb einer großen Stadt um sie her. Sie steht in der Bahnhofshalle, m der alle Geräusche übertrieben laut und unwirk- lich sind. Schreien und Gelächter fremder Menschen, Zischen und Rollen der Züge. Alles ist nahe beieinander, es verwirrt und bedrückt. Anne steht auf dem Bahnsteig und schmeckt den Rauchgeruch auf der Zunge. Er kratzt sie im Hals, er ist ihr ungewohnt, wie alles hier. Ein Gepäckträger geht vorüber, Anne ruft ihn an und gibt ihm chren Schein für das große Gepäck, und sie sagt, daß es zum Bahnhof vom Norddeutschen Lloyd geschafft werden soll. „Das werden wir gleich machen, Frollein, kommen Sie man mit. Zuerst müssen wir zur Zollkontrolle gehen." „Zollkontrolle". Das ist nun ein Wort, das Anne ob ich sie alle verzollen muß? Aber dann habe ich ja gar nicht genug Geld bei mir!' Sie erschrickt, sie zürnt Kläre, die hätte chr das sagen müssen. Der Gaumen ist chr trocken vor Schreck. Indes steigen sie die Bahnhofstteppe hinurtter. Jetzt öffnet der Mann eine Tür. „Kommen Sie, Fräulein." Die Tür schließt sich hinter Anne, sie steht im Gepäckraum. Da sind auch ihre Koffer schon, und nun führt der Weg zum Llo^)-Vahnhof durch wette, hallende Gänge. Vor chr schaukelt der Träger mit den schweren Koffern her, und endlich befördert ein Fahrstuhl sie wieder in Licht und frische Luft. Sie schüttelt sich. Wie ein Hund schüttelt Anne sich, die Schächte da unten waren ein Alpdruck für sie. Wieder stößt der Träger eine schwere Tür auf, und die Zollabserttgungshalle liegt vor ihnen. Anne Wegner hat Herzttopfen. Die Halle ist fast leer. Das ist irgendwie beunruhigend, wo sind die Mitreisenden? Nur ein Herr ist außer den Beamten da, das scheint Anne wenig zu fein. Ob sie einen falschen Zug genommen hat, ob der Dampfer schon fort ist? Lieber Himmel! Sie haben so wenig über alles gesprochen. Neben ihr wird gefragt: „Haben Sie Devisen bei sich? Wertpapiere?" Des Mädels Kopf fliegt herum, sie muß lachen. Also danach und nicht nach neuen Kleidern wird gefragt? Ihre Angst vergeht wie ein Wölkchen vor den Strahlen der Sonne. Sie hebt die Lippen von den starken, weißen Zähnen, sie sagt: „Devisen? Ach nein. Ich komme vom Lande. Unsere Wertpapiere sind Kühe und Pferde." „5>a, ha, ha", lackt der Zöllner, und der Fremde da drüben lacht und nickt Anne verstehend zu. Er müht sich, einen übervollen Koffer zu schließen, aber ein hellgrauer Pullover wehrt fick verzweifelt dagegen. Immer wieder sieht hier oder da ein Stück heraus. Jetzt endlich hat er es geschafft, knick, das Schloß schnappt zu, der letzte Mitreisende verläßt die Halle. Anne aber wird wieder unruhig. Allerdings, die Kontrolle ist nicht schlimm. „Bitte, schließen Sie den Handkoffer auf", sagte der Beamte, sieht hier und da hinein und klappt den Deckel wieder zu. Fertig. Und nun kann Anne gehen, doch nein, der Gepäckträger muß entlohnt werden. Um ihre Sachen braucht sie sich nicht mehr zu kümmern, nur den Handkoffer behält sie, und als der Träger fagt: „In zehn Minuten geht der letzte Extrazug, Frollein", da stürzt sie so schnell zur Tür und wei- ter eine Treppe hinunter, daß ihr der Atem fast vergeht. Endlich trifft sie Menschen, sehr viele Menschen, eine große Hall« ist voll von ihnen und von Gelächter und Rufen. So, als wär« Anne in einen Riesenschwarm kribbelnder Ameisen geraten, ist das hier. Und der Schwann ftrömt los, durch einen Gang, über eine Treppe und verteilt sich im Zug, der rechts neben dem Bahnsteig steht. Der Zug ist lang, und dieses sind also die letzten Mitreisenden, es sollen schon zwei andere Züge abgegangen sein. Anne sitzt in der Ecke eines Abteils. Sie ist zufrieden. daß sie endlich sitzt, es waren zuviel Menschen, sie ist ganz schwindlig von dem Gedränge. Sie sieht zum Fenster raus. Draußen läuft ein ManU in dunkelblauer Uniform mit silbernen Litzen umher. Er geht gerade so. wie Klarste geht, mit den Hacken zuerst. Klarissa! Wo mag sie fein, ob sie schon wieder mit Luise auf dem Pirkenhos ist? Liebste Klarissa, deine Anne sitzt hier sehr einsam und verlassen, und sie hat Sehnsucht nach dir, wie soll das werden? Anne lehnt sich zurück und schließt die Augen, sie atmet in kleinen, schnellen Zügen. Bald ist sie am Meer. Wie sehr hat sie sich darauf gefreut, doch jetzt scheint es ihr, als märe es gar nicht so besonders wichtig. Wichtig ist der Birkenhos, wichtig sind Klarissa und alle, die sie liebt. Der Zug fährt ab, und Anne öffnet die Augen wieder. Da sieht sie, daß jener Herr, der ihr in der Zollabfertigung so vergnügt zunickt, den anderen Fensterplatz im Abteil innehat. Sie sind die einzigen Fahrgäste hier. Anne denkt, daß sie nun also mit diesem Fremden ans Meer fährt. Eigentlich ein schrecklicher Gedanke, daß sie nur von fremden Menschen umgeben ist. Der junge Mann künnnert sich nicht um Anne. Er sitzt am Fenster und liest. Er sicht erst auf, als ein Zöllner die Abteiltür öffnet und fragt, wieviel Geld die Reisenden bei sich haben. Sie zeigen beide dem Beamten ihre Barschaft vor. Der sagt: „Danke schr" und legt die Hand an die Mütze. „Kann ich Ähre Bücher einen Augenblick haben?" Die Bücher werden ihm gereicht, und Anne sicht, daß ihr Gegenüber das gleich Buch liest, das sie sich heute in der Kreisstadt als Reiselektüre gekauft hat. Der Zöllner blättert in paar Seiten um, aber es siyid keine Geldscheine dazwischengelegt, wirklich nicht, es ist alles in bester Ordnung. Die Bücher werden zurückgegeben, der Beamte verläßt das Abteil, und der Fremde sagt: „Sie hätten ein paar Kühe und Pferde zwischen die Seiten legen sollen, gnädiges Fräulein. Was meinen Sie, wie der junge Mann erschrocken wäre, wenn es zum Beispiel — Muh — gesagt hätte." Sie lachen beide, sie nicken sich zu und lachen und Anne dentt, daß jener Mann sie wiedererkannt hat. Es macht ihr Freude. Merkwürdige Welt, denkt sie. Da sitzt nun dieser Fremde, sie fliegt mit ihm durch das Land, und er weiß von ihr schon diese kleine Albernheit mit der Kuh« und Pferdegeschichte. Er weiß außerdem, welches Buch sie liest. Anne sitzt in ihrer Ecke, vom Fahren ein bißchen aufgelockert, denn der Oberkörper schwingt im Rhythmus der rollenden Räder. Sie lächelt über ihre eigenen Gedanken. Sie hat schimmernde Augen, und der junge Mund wölbt sich wie zarte, gerollte Rosenblätter über den starken Zähnen. Er ist nicht klein, dieser Mund, aber so, wie er ist, paßt er in das eigenwillige, schmale Gesicht, das sich jetzt der Sonne und dem Land zu kehrt. Es ist ein flaches Land, fast ohne Hügel und Erhebungen und senkt sich willig dem Mcere zu. Dörfer, kleine und größere Ortschaften rücken ins Blick- f-ld, der Sommer hat sie verschwenderisch und bunt geschmückt. Teiche und Sümpfe tauchen auf und verschwinden, und über allem steht die Sonne. Sie sieht, daß auch ihr Gegenüber zum Fenster hinausblickt. Auf einem Stoppelfeld treibt sich eine Horde Kinder umher, sie lassen einen Drachen steigen. Er rft grün, blau, rot und gelb. „Wie bunt", sagt der Fremde. „Wie schön", sagt Anne. Sie sehen sich wieder an und nicken sich zu, und Anne findet, daß sie schon dieses und jenes mtteinander erlebt haben. An der Stadt Bremerhaven geht es in großer Kurve vorüber, Häuser liegen unter der Sonne, ein paar Kirchtürme sind wie dunkle Arabesken in das durchsichtige Blau des Himmels gewirkt. Taubenschwärme flirren silbern durch die breite Bahn der Sonne, und dann schiebt sich sacht der Dunst der Ferne über die Stadt, daß sie in Pastellfarben getaucht rft Nahe sind jetzt die Schuppen des Lloyd. „Man riecht das Wasser, merken Sie es", sagt der Fremde, „ich glaube, wir werden gleich da sein. Erlauben Sie, daß ich Ihren Koffer trage?" Er hat ihn schon aus dem Gepäcknetz gehoben, hilft Anne in den Staubmantel und legt sich ohne weiteres ihren Pelz über den Arm. Anne hat sich über diesen Mantel gefreut, aber jetzt kommt es ihr vor, als wäre er viel zu neu, als müßte man sehen, oafj er juft aus dem Laden gekommen ist. .Wie ein Emporkömmling sehe ich aus', denkt sie, und wieder zürnt sie der Schwester. Sie weiß eigentlich nicht warum, aber gerade auf Kläre ist sie böse. Aber ist es nicht lächerlich, jetzt unwichtigen Gedanken nachzugehen? Der Zug hält. Der Sttom der Reisenden ergießt sich durch einen der großen hölzernen Schuppen, und dann ist man nur noch durch die Breite des Kais von dem Dampfer Columbus getrennt, der sich viele Stockwerke hoch vor ihnen aufbaut. Die Brücke schwankt leicht unter den Schritten der Menschen. „Vorsicht, Stufe". Ein blauuniformierter Arm greift nach Anne. (Fortsetzung folgt)