Montag, 2. September MV z jggl e f utor Gießener Anzeiger (90. Jahrgang Nr. 207 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desBormittags Auzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläffe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr vrühlfche Unioer fttättdrnckerei L. Lange General-Anzeiger für Oberhessen b^«ittzeii^ch«lftr-be7-» Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieffener Familienblätter Heimat unBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlufr 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. 3n drei Tagen über 100000 ART. versenkt! Stolzer Erfolg unserer U-Boote. 133 britische Flugzeuge und 74 Sperrballone vernichtet. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin. 1. Sept. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Lin Unterseeboot versenkte den modernen britischen Hilfskreuzer „Dunoegan-Laslle" von 15 000 BRT. Wit diesem (Erfolg hat die deutsche llnterseebootswasfe innerhalb von drei Tagen über 1 0 0 000 BRT. versenkt. Am«, 31. August und in der Rächt zum 1. September unternahmen unsere Kamps- und Jagdflieger überraschende Borstötzegegendiebri- tischen Inseln. Flugplätze in den Grafschaften Kent und Essex. Hafenanlagen und Docks an der Themsemündung und in Liverpool. Luftrüstungswerke in Wittelengland wurden mit Bomben belegt. Zahlreiche Bründe zeigten die große Wirkung der Angriffe. — hierbei entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren Verlauf llöfeindlicheFlug- zeuge abgeschosfen wurden. — Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. In der Rächt zum 1. September flogen britische Flugzeuge ins Ruhrgebiet und gegen Berlin ein und warfen an mehreren Stellen Bomben, die.aber nur ganz geringen Sachschaden anrichteten. Wilitärische Ziele sind nirgends getroffen worden. Das Abwehrfeuer unserer Flak hinderte die feindlichen Flugzeuge beim Angriff auf Berlin am Bombenabwurf über dem Stadtgebiet. Einige Bomben fielen auherhalb der Stadt in freies Gelände. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 13 3 Flugzeuge, von denen 116 lm Luftkampf, drei in der Rächt durch Flakartillerie abgeschossen und 14 am Boden zerstört wurden. Es gelang ferner, 74 Sperrballone zu vernichten. 32 eigene Flugzeuge werden vermißt. Südengland und London sechs Stunden unter dem deutschen Bomberangriff. Stockholm, 2. Sept. (Europapreß.) Die neue Woche hat mit einem Sechs-Stunden-An- griff gegen die militärischen Ziele der Hauptstadt des britischen Weltreiches begonnen. Der Angriff des Sonntags begann kurz nach Mitternacht und endete in den frühen Morgenstunden. Er hat heftige Bombenabwürfe über den zahlreichen Flugplätzen des Südens und der näheren Umgebung von London gebracht. Flugplätze des Südwestens wurden in London amtlich als besonders heftig angegriffen bezeichnet. Sie litten bereits am Samstag unter Bombenabwürfen. Die mittelenglischen Grafschaften blieben jedoch in der Nacht zum Sonntag ebenfalls nicht verschont. Noch in den frühen Morgenstunden des Sonntags waren freiwillige Feuerwehrabteilungen gemeinsam mit der Berufs- feuerwehr damit beschäftigt, Brände zu löschen, die durch die Akttonen der deutschen Luftwaffe entstanden waren. Auch in diesen Grafschaften richteten sich Angriffe der deutschen Maschinen in erster Linie gegen Flugplätze und dann aegen Eisenbahnlinien, Bahnhöfe und andere militärisch wichtige Punkte. Der britische Nachrichtendienst erklärt, daß die deutschen Angriffe in verschiedenen starken Wellen erfolgten, und daß sie das schwer st e darstettten, was diese Gegend Englands bisher überhaupt erlebt habe. Schon jetzt ist bekannt, daß zahlreiche hauptverkehrs- st r a ß e n durch Bombenkrater so s ch w er m i t - genommen wurden, daß der Verkehr für geraume Zeit ruhen dürfte. Das Luftfahrtministerium spricht von dem ersten Samstagangriff als Massenangriff gegen Südengland. Die Angriffe dauerten im übrigen den ganzen Vormittag an, heißt es weiter, und beschäftigten die englischen Jagdflugzeuge auf das heftigste. Die Luft- abwehrbatterien versuchten, Sperrfeuer zu legen, jedoch gelang es mehr als hundert deutschen B o m b e n m a s ch i n e n und Jägern, die englische Südküste zwischen North Soreland und Dungenes zu überfliegen, wobei sie englische Flughäfen in der Grafschaft Kent und der Grafschaft Surrey unter Feuer nahmen. Die Maschinen hatten kaum ihre Bomben abgeworfen und den Rückflug angetreten, als eine neue Formation — bestehend aus etwa fünfzig deutschen Maschinen — die Küste in nördlicher Richtung überflog. Eine Stunde später setzte eine neue Welle zu einem Angriff gegen Schiffe in der Themsemündung an. Bei dem vierten und bisher heftigsten Luftangriff gegen die genannten Grafschaften und London sollen sich stellenweise fünfzig deutsche Maschinen in der Luft befunden haben. Der Korrespondent von „Sagens Nyheter" erklärt in seinem Bericht aus London: Das Knattern der Maschinengewehre, das Bellen der Flak und die Bombenexplosionen, dies alles mischt sich zu einem gewaltigen Konzert, das gut mit einem starken Gemüter verglichen werden kann. Der Flugalarm verlief programmgemäß und dauerte bis zum Morgengrauen. Man kann gut sagen, daß der Angriff der bisher heftig st e war. Es werde berichtet, daß zahlreiche deutsche Maschinen beinahe die ?a n z e Nacht über Londonhin - und Her- re u z t e n. Der erste Luftalarm am S a m s t a g - morgen sei gekommen, als gerade der Strom der arbeitenden Bevölkerung "Londons in die City eingesetzt habe. Aber weder bei diesem ersten Luft- alarm noch bei den späteren habe man irgendwelche Flugzeuge über London selbst sehen können. Erst des nachmittags fei eine Vorstadt angegriffen worden, und da sei der Luftalarm später gekommen. Der Londoner Korrespondent von „Svenska Dagbladet" schreibt: „Tag und Nacht erlebt England Luftangriffe, in London ist die Zahl der Luftwarnungen im Laufe von 24 Stunden fast ebenso lang wie die Zahl der Pausen. Am Freitag hatten wir vier Warnungen, am Samstag sechs, und niemand würde sich wundern, wenn es noch mehr werden würden. Seit geraumer Zeit kommen die deutschen Maschinen fast regelmäßig zwischen 9 und 10 Uhr und bleiben dann b i s zum Morgengrauen über der Hauptstadt." Man wisse aber nicht, ob es sich nun tatsächlich um die große Lustoffensive handele oder um vorbereitende Aufklärungsflüge. Bei Tage kämen die deutschen Flugzeuge zu den verschiedensten Zeiten, einmal von der einen Seite, ein paar andere Maschinen von einer zweiten Seite und schließlich eine dritte Gruppe von wieder einer anderen Seite. Des nachts hindurch kreuzten sie unaufhörlich über der Hauptstadt. Das englische Luftfahrtministerium hat Sonntag morgen 9 Uhr ein Kommunique veröffentlicht, in dem bestätigt wird, daß bei den deutschen Luftaktivnen der letzten 24 Stunden umfangreiche Industrieanlagen im Nordwesten und Nordosten des Landes vernichtet worden sind. Stellenweise sind die Brände am Sonntagmorgen noch nicht gelöscht gewesen. Am Sreitafl verlor der Feind 98 Flugzeuge. Der Wehrmachtsbericht. Berlin, 31. Aug. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie bereits bekanntgegeben, haben unsere Kampfund Jagdflieger gestern mehrere überraschende Vorstöße gegen die britische Insel unternommen. Dabei wurden auf verschiedenen Flugplätzen Hallen und Unterkünfte durch Bomben schwer beschädigt. Ein Truppenlager in Südengland erhielt mehrere Treffer mittleren Kalibers. Im Laufe dieser Angriffe sowie beim Durchbrechen der Jagdsperre an der englischen Südküste entwickelten sich zahlreiche Lustkämpse. In der Rächt zum 31. August griffen Kampffliegerverbände Hafenanlagen und Werke der Rüstungsindustrie in Wittelengland mit Bomben an. An der Themfemündung wurden Oellager und Docks wirksam mit Bomben belegt. In den angegriffenen Zielen entstanden starke Brände. Britische Häsen wurden erneut vermint. In der vergangenen Rächt setzten britische Flugzeuge ihre Angriffe auf Berlin und andere Ziele im Reichsgebiet fort. (Eine Anzahl von Bomben fiel in die innere Stadt sowie in Arbeiterwohnviertel der Reichshauptstadt. hier wie an anderen Stellen des Reiches sind die angerichteten Sachschäden unbedeutend. Tote sind nicht zu beklagen. (Einige Zivilpersonen sind verletzt worden. In den Lufikämpsen des Tages wurden 93 feindliche Flugzeuge, bei den nächtlichen Angriffen ein britisches Flugzeug durch Flak und zwei durch Rachtjäger abgeschossen. Wit zwei weiteren Abschüssen durch Flakartillerie der Kriegsmarine an der Rordseeküste betragen somit die G e - samtvertuste des Gegners am gestrigen Tage 98 Flugzeuge, 34 eigene werden vermißt. Ein Unterseeboot griff westlich der Hebriden einen stark gesicherten G e I e i t z u g an und schoß aus ihm drei feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 29 000 BRT., darunter einen Tanger von 12 000 BRT.» heraus. Die wirischastliche Wiedergeburt des Abendlandes. Eine Rede des Reichswirtschastsministers Funk zur Eröffnung der Wiener Herbstmesse. Wien, 1. Sept. (DNB.) Im Feftfaal des Wiener Konzerthauses wurde die Wiener Herbst- messe eröffnet. Der Betriebsführer der Messe begrüßte die Gäste, an ihrer Spitze Reichswirtschafts- minifter Funk, Reichspostminister Ohnesorge, Reichs- (eiter Dr Ley, Reichsstatthalter v. Schirach, den italienischen Korporationsminister Ricci, den Botschafter der Türkei, die Minister Andres und Pantitsch (Jugoslawien), Medricky (Slowakei), Dr. Varga (Ungarn), Sidorovici (Rumänien) und Richard (Schweden) sowie die Gesandten Bulgariens, Finnlands und der Schweiz. Dann hielt Reichswirtschaftsminister Funk eine Rede, in der er erklärte: In wenigen Tagen wird es vier Jahre her fein, daß unser Führer den zweiten Dierjahres- p I a n verkündet hat. Man hat im Ausland diese umwälzende und alle Lebens- und Schaffensgebiete umfassende Wirtschaftsordnung lange Zeit als einen sinnlosen Akt äußerster Verzweiflung hingestellt oder als Ausgeburt eines sturen und größenwahnsinnigen Doktrinarismus verlacht. Wir haben nicht gelacht, wir haben hart gearbeitet Und der grandiose Erfolg unserer Arbeit ist heute, nach vier Jahren, vor der ganzen Welt in der eindrucksvllsten Weise evident geworden. Auf dem Gebiete der Benzin-, Gummi- und Zellwollerzeugung, der Eisenförderung, der Kohle- und Stahlerzeugung, der landwirtschaftlichen Produktion und auf vielen anderen Gebieten sind gewaltige Leistungssteigerungen vollbracht worden, die ost genug durch Zahlen belegt worden sind. Daß die deutsche Wehrmacht heute mit den besten Waffen und der größten Luftflotte der Welt am Kanal und Atlantik steht, daß das „rohstoffarme Deutschland" die großartigen Möglichkeiten der motorisierten Kriegführung ohne Rücksicht auf den gewaltigen Materialoerschleiß bis zur letzten Konsequenz — weit besser als seine Gegner — ausnutzen konnte, das ist das Verdienst des Vierjahresplanes. Die überwältigenden deutschen Siege des vergangene Kriegsjahres wären nicht möglich gewesen, ohne diese geniale Konzeption des Führers und ihre energische und erfolgreiche Durchführung durch Reichsmarschall Göring. Einen weiteren schwachen Punkt in der wirtschaftlichen Kriegsrüstung Deutschlands glaubten unsere Gegner in einem Mangel an Produktionskapazitäten und Arbeitskräften zu sehen. Auch diese Annahme hat sich als Trugschluß erwiesen. Unsere Wirtschaft ist unter den Anforderungen des Krieges nicht nur nicht zusammengebrochen, sondern ganz gewaltig gestärkt worden. In dieser gewaltigen Kraftprobe zeigte es sich, daß das nattonalsozialistische Deutschland immer noch über Kraftreserven verfügte, wie sie ein parlamentarisch-liberalistischer Staat überhaupt nicht besitzen kann. Dabei wurde es bisher noch nicht einmal notwendig, das Allerletzte aus der deutschen Wirtschaft herauszuholen. Verschiedene besondere einschneidende Maßnahmen, die an sich im wirtschaftlichen Mobilmachungsplan vorgesehen waren, brauchen nicht in Wirksamkeit gesetzt zu werden. Alles dieses aber wäre nicht erreicht worden, ohne die innere Geschlossenheit und die geistige und seelische Verbundenheit der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft, das Werk der Partei. Die R e i ch s m a r k ist heute die stabilste und sicherste Währung geworden und auf dem besten Wege, das inzwischen schwindsüchtig gewordene' Pfund in Europa abzulösen. Den bisher in der Londoner City manipulierten Pfund-Sterling- Standard, und das war früher auch der „Goldstandard", gibt es nicht mehr. Am 21. August hat die britische Regierung die Einfuhr von Noten der Bank von England mit sofortiger Wirkung gesperrt. Die Auswirkungen der Maßnahme auf Deutschland sind wegen unseres minimalen Besitzes an Pfund- noten völlig bedeutungslos. Die englische Presse selbst schreibt schon von der Einführung neuer Noten oder gar von dem Gedanken eines lieber ganges zur Dollarwährung, also einer völligen Pre i s - gäbe der Landeswährung und der Währungshoheit. Die Noteneinfuhrsperre ist das äußerste Mittel einer Devisenbewirtschaftung. Bleibt sie obendrein noch wirkungslos, so muß die moralische Einbuße der betreffenden Währung ungeheuer sein, hier um jo mehr, als die englischeL Pfundnoten doch einmal in der ganzen Welt den Ruf genossen haben, so gut mie Gold zu sein. Die deutsche Außenhandelspolitik hat im Kriege erstaunliche Erfolge erzielt. Die starke Schrumpfung des Verkehrs mit Ueberfee konnte zu einem großen Teile durch die Steigerung des Güteraustausches mit den neutralen europäischen Staaten ausgeglichen werden. Die Außenhandelsziffern der letzten Monate liegeff gar nicht viel unter dem Monatsdurchschnitt des letzten vollen Friedensjahres 1938. Auf der Ausfuhrfeite haben die letzten Kriegsmonate sogar ein über Erwarten günstiges Ergebnis geliefert. Besonders gut hat sich unser Außenhandel mit dem verbündeten Italien entwickelt. Dazu kommt der bedeutend vergrößerte Handelsverkehr mit Rußland und der fortschreitende Ausbau unserer Handelsbeziehungen mit Südosteuropa. Und dies bei einem festen Reichsmarkkurs. Bei den Außenhandelsziffern, die die Engländer veröffentlichen, muß man eine mehr als 20-v. H'.- E n t w e r - tun g des Pfundkurses berücksichtigen. In England erhöhte sich der Jmporttiberschuß, während bei uns der Exportüberschuß stieg. Darüber hinaus aber haben die Engländer zur Bezahlung ihrer erhöhten Einfuhr ihre Goldbestände und Auslandsguthaben hergeben müssen. Auch englische Kunstschätze haben zur Bezahlung von Kriegsmaterial den Weg über den Ozean antreten müssen. Das ganze europäische Festland befindet sich heute bereits wieder in einem Zustand, in dem an den Neuaufbau herangegangen werben kann. Wenn dieser Krieg nun einmal ein Kampf der Produktionsapparate gegeneinander ist, so sieht sich England heute in den Achsenmächten dem Rüstungspotential fast ganz Europas gegenüber. Der Kampf der Westmächte gegen eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen Südosteuropas mit Deutschland war ausschließlich von politischen Beweggründen diktiert. Die Südoststaaten erfannten klar genug, daß eine künstliche und von wenig Dauer versprechende Belebung des der natürlichen Grundlage entbehrenden Handels mit den West- Ein Ehrenjahr unserer Kriegsmarine. Von Konteradmiral a O. Tägert. Spectemur agende — zu deutsch: Nach unseren Taten sollt ihr uns beurteilen, so lautet ein stolzer militärischer Wahlspruch. Auch unsere junge Kriegsmarine kann ihn auf sich anwenden, heute, nach 12 Monaten Krieg, nach 12 Monaten erfolgreichster Leistungen. Wie hochfahrend haben unsere Feinde bei Kriegsausbruch geurteilt über die winzige deutsche Flotte! Aeußerungen wie „Der Seekrieg wird so verlaufen, wie wir es befehlen" gehörten damals zum festen Bestand der Regierungsauslassungen, der Pressekommentare in London und Paris. Auf allen Meeren waren ja starke englische und französische Seestrritkräfte verteilt. Was ließ sich nicht alles erreichen mit der bestehenden mindestens zehnfachen Uebermacht. Allerdings hatten die deutschen UnterseelHpte einst im Weltkriege eine fast vernichtende Rolle gespielt, aber gegen sie glaubte man sich jetzt mehr gesichert durch die einschränkenden Bestimmungen des Londoner Unterseeboots- Protokolls. Und dennoch waren die Unterseeboote die ersten Seestteitkräfte, die drüben wirkliche Sorge machten. Der Krieg hatte kaum begonnen, unsere Verbände im Osten holten sich gerade die ersten Lorbeeren in bett Kämpfen gegen die Westerplatte, vor Gdingen und Heia, da kam schon aus Auslandskreisen die Nachricht, daß deutsche Unterseeboote im Atlantik 18 große Dampfer versenkt hätten. In England wurde man unruhig, aber der Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, wußte Rat. Alle englischen Handelsdampfer wurden bewaffnet, das alte System der Geleitzüge wieder eingeführt, der englische Kanal durch Minen gesperrt. Jetzt konnten die Londoner Zeitungen triumphierend berichten von tapferen Handelsschifskapitänen, die deutsche Unterseeboote in den Grund schossen und ähnlichen Heldentaten. Die Unterseeboote ließen sich aber nichts gefallen, vor ihnen war auch der stärkste armierte Handelsdampfer nicht sicher. Drüben begann das bekannte Gezeter über die feigen Unterseeboote, die sich nur an friedliche Schiffe heran» tagten. Da kam am 17. September die Nachricht von der Versenkung des Flugzeugträgers „C o u r a g e o u s" durch ein deutsches Unterseeboot. Trotz stärkster Sicherung hatte der Kommandant, Kapitänleutnant Schuhart, das 22 000 Tonnen große Schiff mit 600 Mann Besatzung in den Grund gejagt. Vier Wochen später lief das Boot des Kapitanleutnants Prien in den nach englischer Ansicht durch Minensperren modernster Art unangreifbar gemachten Hafen von Scapa Flow ein, versenkte bas Schlachtschiff möchten um den Preis einer Lockerung der organischen Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland ihnen zum Verhängnis werden müsse. Es ist ein beachtliches Zeichen für die Lieferfähigkeit der deutschen Industrie mitten im Kriege, daß die Ausfuhr, die auch viele kriegswichtige Güter umfaßt, im Durchschnitt erheblich stärker gestiegen ist als die Einfuhr. Diese erfreuliche Ausdehnung des Handels zwischen Deutschland und Südosteuropa wird sich nicht als kurzlebige Kriegskonjunktur erweisen. Die Landwirtschaft Südosteuropas wird die deutsche Landwirtschaft, die deutsche Industrie wird die Industrie Südosteuropas in zweckmäßigster Weise ergänzen. Das wird die Südoststaaten nicht hindern, diejenigen Industriezweige, für die in ihren Ländern die wirtschaftlichen Grundlagen vorhanden sind, weiterhin auszubauen. Es wird sie auch nicht hindern, mit anderen Ländern Handel zu treiben. Der Wohlstand der Südoftvölker ist auch ein deutsches Interesse. Um die inneren Probleme der jungen Staaten haben sich die Westmächte nie gekümmert. Deutschland hat nie daran gedacht, den Südosten ausschließlich als Rohstoffbasis zu benutzen, sondern diese Länder zu einem stabilen Glied der europäischen Ordnung zu machen. Unter dem Einfluß des ständig wachsenden Warenaustausches ist ein System der wirtschaftlichen Zusammenarbeit entstanden, das in vieler Beziehung die Formen der wirtschaftlichen Solidarität vorwegnimmt, die ganz Europa wird pflegen müssen, wenn es die Chance richtig ausnutzen will, die ihm der deutsche Sieg über das absterbende, nicht mehr funktionsfähige, lebensfeindliche liberale englische System verschafft hat. An die Stelle eines überspitzten Autarkismus muß zwischen den Ländern des europäischen Raumes, die durch Lage und Struktur zu einer wirtschaftlichen Schicksalsgemeinschaft verbunden sind, zum Nutzen aller eine gesunde Arbeitsteilung Platz greifen. Diese „wirtschaftliche Demobilisierung" wird auch einen Abbau der Handelshemmnisse und eine Stabilisierung der europäischen Währungen möglich machen. Der französische Imperialismus und die antteuropäifche Politik Englands haben es verhindert, daß die europäischen Volker eine politische, kulturelle und soziale Lebensgemeinschaft bilden konnten. Nach der siegreichen Beendigung dieses Krieges wird die Bahn frei fein für die so lange vergeblich ersttebte Neuordnung Europas nach nationalen und kontinentalen Notwendigkeiten. Wenn das unselige Diktat von Versailles sich auch „Friedensvertrag" nannte, in Wahrheit war es ein Totengerippe, das den Kontinent erwürgte, die Menschen verzweifeln ließ und jenes destruktive (Spinti'fieren über den „Untergang des Abendlandes" aufkommen ließ. Heute steht (Europa an einer geschichtlichen Wende, aber nicht zum Untergang, sondern zu einer lichtvollen Wiedergeburt des Abendlandes. Die beiden großen einmaligen Men/fchen, die das Schicksal des Kontinents in ihren Händen halten, unser Führer und der Duce, werden die europäischen Aufgaben im Sinne und im Geiste der von der nationalsozialistischen und der faschistischen Revolution erkämpften politischen und sozialen Neuordnung losen und den Völkern Europas Frieden, Glück und Wohlfahrt sichern» .Royal Oa t" mit fast der ganzen Besatzung und brachte durch weitere Torpedos dem Schlachtschiff „Re pulse" schwerste Beschädigungen bei. Als stolzeste Tat, die ein deutsches U-Boot überhaupt vollbringen konnte, hat der Führer diese Leistung anerkannt. Hier mutzte jede Kritik verstummen, selbst englische Seeofstziere haben ihre größte Bewunderung für diesen jungen Helden geäußest. Die Gesamtverluste an feindlicher Handelsschiffs- Tonnage hatten sich inzwischen bis Oktober bereits auf 115 Schiffe mit 475 000 BRT. gesteigert. An der englischen Südküste begannen sich schon ganze Friedhöfe von Wracks anzusammeln. Ja, mit Unterseebooten, mit Minen können die Deutschen arbeiten, chre Schlachtschiffe, ihre Kreuzer wagen sich nicht hinaus auf die hoye See, hieß es jetzt in den englischen Zeitungen, bis Anfang Dezember die neue Hiobsbotschaft eintraf, daß deutsche Schlachtschiffe hoch im Norden zwischen den Färöer Inseln und Grönland den britischen Hilfskreuzer Rawal- pindi, ein besonders wertvolles Schiff von 16 000 BRT. vernichteten. Ungestört hatte sich der deutsche Verband an der britischen Küste vorbei mehr als 1000 Seemeilen weit vorwagen können. Dann kamen geheimnisvolle Nachrichten vom Wirken deutscher Handelszerstörer im Indischen, im Südatlantischen Ozean. Am 13. Dezember lichtete sich das Dunkel. Das Panzerschiff „Admiral Graf Spee", gegen dessen Monate dauernde Tätigkeit man schließlich ganze Geschwader angesetzt hatte, war vor der La-Plata-Mündung ins Gefecht gekommen mit einem Verbände moderner englischer Kreuzer. „Graf Spee" schoß den größten seiner Gegner, den Kreuzer „Exeter" zum Krüppel. Zugleich mit „Admiral Graf Spee" hatte das Panzerschiff „Deutschland" Monate den feindlichen Seehandel im Atlantik beunruhigt. So erfolgreich der Herbst und Winter für unsere Marine verlaufen waren, den Höhepunkt ihrer Kriegstätigkeit, ihren Gesamteinsatz, sollte erst das Frühjahr 1940 bringen. Neutralitätsbrüche schwerster Art durch die Engländer, denen die norwegische Regierung nur schwächlichen Widerstand entgegensetzte, nötigte die deutsche Regierung zum selbsttätigen Eingreifen. An der Küste Norwegens war stärkster Widerstand durch die dort kreuzenden überlegenen englischen Seestreitkräfte, auch durch den Norweger selbst, zu erwarten, Minensperren waren aelegt, alle Leuchtfeuer gelöscht. Die Führer der zum Angriff ausgesandten Flottenteile, die Tausende von Landungstruppen mit sich führten, haben sich durch kein Hindernis abschrecken lassen. Volle Einsatzbereitschaft, höchste Entschlossenheit hat Großadmiral Raeder nicht vergeblich von ihnen erwartet. Schon am Abend des ersten Angriffstages waren alle bedeutenden norwegischen Häfen von starken Kräften besetzt. Nicht überall ging es ohne Widerstand ab. Der schwere Kreuzer „B l ü ch e r" erhielt, frühmorgens in den Oslofjord einlaufend, plötzlich aus näch- ster Nähe Feuer von den norwegischen Küstenbatte- rien. Es gelang, die Batterien niederzukämpfen, aber schwere Treffer hatten das Schiff in Brand gesetzt. Weitere Treffer von Torpedobatterien machten es erforderlich, den Kreuzer aufzugeben. Mit einem „Sieg Heil auf Führer und Vaterland, das der Kommandant vor dem Verlassen des Schiffes ausbrachte, versank „Blücher" mit wehender Flagge. Die Haltung der Besatzung während des Gefechts, während der aufregenden Episode des Untergangs, entsprach den besten Traditionen unserer Kriegsmarine. Trotz diesem Verlust war das Heber» raschungsmanöver des Verbandes voll gelungen. Oslo und seine Befestigungen fielen kurz darauf in deutsche Hand. In ähnlich ruhmvoller Weise sank am selben Tage der Kreuzer „Karlsruhe" bei der Besetzung von Kristiansand. In Narvik wußte sich der Zerstöreroerband des Kommodore B o n t e tagelang gegen die englischen, sogar durch Schlachtschiffe oerftärften Verbände zu halten, bis die letzte Granate, der letzte Torpedo abgeschossen waren. Der tapfere Kommodore fand dabei den Tod. Der eigentlichen Offensive der Morine folgte die dauernde Sicherung der sich anschließenden weiteren Truppentransporte, der schier unendlichen Nachschubzüge, im steten Kampf gegen die sich immer stärker ansammelnden feindlichen Streitkräfte. Schiffe aller Art haben dabei in unermüdlicher Tätigkeit miteinander gewetteifert, Truppenteile der Marineartillerie brachten in kürzester Zeit die Häfen in Verteidigungszustand, bis schließlich nach einem erfolgreichen weiteren Vorstoß unserer schweren Seestreitkräfte der Feind ganz Norwegen unter schweren Verlusten aufgeben mußte. Die nähere Schilderung der Teilnahme unserer Kriegsmarine an den Kämpfen im Westen muß späteren Zeiten Vorbehalten bleiben. Heute ist die gesamte Küstenstrecke vom nördlichsten Norwegen bis zur spanischen Grenze von deutschen Marineoerbänden besetzt. Geschütze unserer Marineartillerie feuern über den Kanal hinweg in englisches Gebiet hinein. Deutsche Unterseeboote, deutsche Schnellboote flankieren aus nächster Nähe die wichtigsten Seestraßen Englands. Deutsche Hilfskreuzer wirken in allen Ozeanen bis zur australischen Küste. Bis auf rund 5 Millionen BRT. waren schon bis zum 31. 7. die Verluste an feindlicher und für den Feind fahrender neutraler Handelsschiffstonnage, auf 171 000 Tonnen die Verluste der englischen Kriegsmarine angewachsen. Nicht allen seemännischen Taten wurden eindrucksvolle Schilderungen zuteil. Die Eigenheiten der Operationen machten es erforderlich, daß man nur wenig erfuhr von dem Wirken der Minen legenden Zerstörer, der Minensuchverbände, der Dorpostenboote, die selbst im schwersten Wetter, in eisigen Winternächten ihren gefährlichen Dienst ausübten. Auch ihrer hat unser Führer gedacht, als er in seiner letzten großen Reichstagsrede besonders be- tonte, daß alle Einheiten unserer jungen Kriegsmarine sich mit unvergänglichem Ruhme bedeckt haben. Solch hoher Anerkennung wird, das können wir gewiß sein, unsere Kriegsmarine sich auch im zweiten Kriegsjahr würdig erweisen, bis dem übermütigen Volke jenseits des Kanals die endgültige Niederlage bereitet wird, die es verdient hat. Beförderungen in der Wehrmacht. 23 e rj i n , 31. Aug. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert: Im Heer mit Wirkung vom 1. August 1940: Zum General der Kavallerie den Generalleutnant o. Mackensen; zum General der Nackrichtentruppe den Generalleutnant Fellgiebel; zu General- leutnanten die Generalmajore Dr. Hubicti, Reinecke, Paulus, Kriebel, o. Rothkirch und Panthen, Gercke; zu Generalmajoren die Obersten Harte, Nehring, v. Boltenstern, Cantzler, Höhne, Rittau, Frießner, Ansat, Fehn (Gustav), Schörner; zu O b e r ft e n die Oberstleutnante Eberbach, Schei- dies, Geiger (Franz), Rodt. Ullmer, Gothsche, Sin- narz, Balck, Matthiaß, Koehler (Carl Erik), Stenzer (Willi), Mueller, Dr. h. c. Dornberger, Gottschalk. Mit Wirkung vom 1. September 1940: Zu Gene, ralleutnanten die Generalmajore v.Leoper, Keiner, Rußwurm (Wilhelm), Rußwurm (Josef); Ostoberschlesien gedenkt seiner Befreiung. Neichsminister Or. Goebbels spricht in Kattowitz. Kattowitz, 1. Sept. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach auf der Jahresfeier der Befreiung Ostoberschlesiens im festlich geschmückten Kattowitz. Er ließ noch einmal die Zeit vor einem Jahr erstehen, als die Wehrmacht des Führers die Grenzpfähle niedertrat, die der rachsüchtige „Sieger von 1918" wider jedes Recht und wider den 'Willen des Volkes mitten in deutsches Land hineingepflanzt hatte. England wollte den Osten und Westen gegen Deutschlaiü» aufmarschieren lassen. Aber noch ehe der Waffengang begonnen hatte, sei Englands Plan schon gescheitert gewesen. Denn mit Rußland, um das England durch Monate hindurch geworben, habe der Führer einen Pakt geschlossen, der den natürlichen Lebensinteressen beider Länder entspreche, und der mit Italien im Frieden geschmiedete Bund habe im Kriege seine höchste Bewährung gefunden. Heute habe England das Los getroffen, das es uns zugedacht hatte: Blockiert und militärisch umschlossen sei die Churchill-Plutokratie unser letzter Feind. Diese abfterbende Plutokratenschicht wolle und könne unsere neue Welt nicht verstehen. Sie brauche die Unruhe des Unfriedens in Europa, um im Geschäft zu bleiben. Sie brauche den Krieg, damit ihre Aktienpakete Zinsen trügen. Sie habe dem jungen nationalsozia- listtschen Deutschland den Krieg angesagt, und sie habe so handeln müssen. Denn sie stelle die politische, wirtschaftliche und kulturelle Reaktion in Reinkultur dar. Nur durch ein System feiger.Lugen vermöge sich diese dem Untergang geweihte Schicht noch zu halten. Während uns mächtige Bundesgenossen zur Seite ständen, stände allein. Vergebens hoffe es, daß ihm doch noch em Helfer erstünde, und ebenso vergebens fei die HoN- nung, daß es sich in den Schutz der Herbstnebel werde verkriechen können. Die Stunde des Gerichtes komme unerbittlich heran, und auch England müßte aus der Entwicklung der letzten jWre bereits die Erkenntnis gewonnen haben, datz oer Führer immer dann anzugreifen und zuzupacken pflege, wenn die rechte Stunde gekommen fei. In letzter Zeit erweckten manche englischen Stimmen allerdings den Eindruck, als ob man es m London gar nicht mehr werde abwarten können. Diesen übereifrigen Herren werde die deutsche Wehrmacht zu gegebener Zeit die Antwort nicht schuldig bleiben. Der Führer bestimme die entscheidende Stunde, und das heiße, daß er sich auf Jem -uolE verlassen könne. Wie habe die Wehrmacht tn den hinter uns liegenden Feldzügen das Vertrauen gerechtfertigt, das der Führer in sie gefetzt habe! Wie habe sie in übermenschlichen Strapazen immer nur an den Sieg gedacht! Und wie habe ebenso die Heimat in ihrer Haltung des Führers Erwartungen erfüllt! Wie habe sie sich würdig hinter die Front der Soldaten gestellt und durch ihre Leistung und ihre Arbeit ihren tiefen Dank an die Front abzuftatten gesucht. Nur Narren könnten glauben, daß diese Gemeinschaft von Wehrmacht und Volk je schwach werden würde. Noch einmal wandte sich Dr. Goebbels an alle, die nun seit einem Jahr zur Heimat zurückaekehrt sind. Er sprach von der Liebe, mit der Deutschland sie aufgenommen habe, gedachte der furchtbaren Opfer, die die Deutschen im ehemaligen Polen ihrer Treue zur Heimat bringen mußten, bis sie dann endlich ihren Lohn fanden und stellte fest: „Der Führer hat sein Euch gegebenes Wort eingelöft Ewig wird dieser Boden von nun an deutsch bleiben. Zum Schluß sprach Dr. Goebbels von dem großen Reich der Deutschen, das jetzt im Werden ist, und das unter Wehen und Schmerzen geboren wird: „Der Führer gab ihm Gestalt und Aufgabe. Ihm gehören wir mit Leib und Seele bis zum Tode!" In das Sieg-Heil auf den Führer, das der Reichs- minifter ausbrachte, stimmten die Zehntausende voller Begeisterung und Dankbarkeit ein? Dann klangen die Lieder der Nation wuchtig und erhaben hin über diesen Platz, von dem aus so viel Böses gegen die Deutschen dieses Landes ersonnen wurde, das aber trotzdem nicht hindere, daß dieses deutsche Land nun für immer und ewig deutsch wurde und seine Menschen heimkehren konnten in den Schoß der unvergänglichen deutschen Dolksge« meinschaft. zu Generalmajoren die Obersten Ribstein, v. Bünau, Dr. Meise, Landgraf, Weiß (Walter); zum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Smolka; zu O b e r ft e n die Oberstleutnante v. Hertell, Zimmermann (Otto), Beukemann, Graßmann, Schultz (Paul), Braun (Otto), Höfer, Michelmann (Axel), Waßmuth, Guittenne, Beißwänger (Hugo), Dipl.- Jng. Schricker, Freiherr v. Broich, Koelitz, Kohler- mann, v. Kurowski, Dr.-Jng. Olbrich, Weinknecht, Haehnle, Fretter-Pico, Hübner (Dietrich), Spaeth, Prinner, Anthoni, v. Holtzendorff, Sinz (Konrad), v. Bormann, Reymann (Achim), Baron v. Aache- berg, Graf v. Brühl, Halte, Blümel, Menzel, Sassenberg, Sensfuß (Johannes); zu Oberstärzten die Oberfeldärzte Dr. Joera, Dr. Offermann, Dr. Rupp (Ernst); zum Ob er st veterinär den Oberfeld- veterinär Dr. habil. Bauer (Theodor). In der Kriegsmarine mit Wirkung vom 1. September 1940: Zu Admiralen die Vizeadmirale Lüftens, Schniewind; zum Vizeadmiral den Konteradmiral Schmundt; zu Konteradmiralen den Kapitän z. S. Wurmbach, den charakterisierten Konteradmiral Mahrholz; zum Konteradmiral (Jng.) den Kapitän z. S. (Jng.) Kühn; zu Kapitänen z.S. die Fregattenkapitäne Dehio, Stummel; zu Flotten ärzten die Geschwaderärzte Dr. Domke, Dr. Kubitzki; zu Kass i t ä n e n z. S. (23.) die Fregattenkapitäne (V.) Fleischauer, Bockel. Es erhält den Charakter als Konteradmiral der Kapitän z. S. Schmidt (Arno). In der Luftwaffe mit Wirkung vorn 1. September 1940: Zu Generalen d e r Flieger die charakterisierten Generale der Flieger Wiloerg, Quade; zu Generalleutnanten die Generalmajore Waber, Pflugbeil; zu Generalärzten die Oberstärzte Dr. Schmidt, Dr. Gebier; zu O b e r • ft en die Oberstleutnante Jordan, Freiherr v. Beau- lieu-Marconnay, Dipl.-Jng. Kolb, Belau, van Vloten, Kahlbach, Roediaer v. Manteuffel, Kuderna, Krziwanek, Jenny, Krebs, Löderer, Heimbach, Seher, Zech, Claes, Kriegelsteiner, Freiherr von Crailsheim, Dr. Freiherr v. Schrötter. Sedan. Frankreich stand auf dem erträumten Höhepunkt seiner Macht. Es hatte wieder einen Kaiser, der den Namen des Korsen trug und die Statur des Ahnherrn besaß, nicht aber dessen Erobererschritt. Mit abenteuerlicher List war Napoleon III. aufgeftiegen. Als er jedoch auf dem Kaiserthron saß, reichten seine Kräfte nicht aus, und da ihm nichts Großes gelang, versuchte er dem Kleinen den Anschein von Größe zu geben. Nach den glücklichen Schlachten von Magenta und Solferino wuchs sein Mut, und als er Savoyen und Nizza als Siegesbeute heimbrachte, sahen manche den Kaiser von Frankreich bereits wieder als den Herrn des Abendlandes walten. Der Tag von Königgrätz warf den ersten dunklen Schatten auf den Weg des dritten Napoleon; als die Besiegten ihn zum Schiedsrichter baten, versuchte er das alte Rheinbundspiel aufs neue, doch vergeblich. Sein Versuch, Mainz und die Pfalz für Frankreich einzuheimsen, scheiterte kläglich an dem härteren Willen des Eisernen Kanzlers in Berlin. Nun beschloß er, sich für die böhmische Schlacht, so nannten die Franzosen dih Schlacht von Königgrätz, an den Preußen zu rächen, doch dieser Vorsatz sollte seinem Volke zur Demütigung und ihm zum Schicksal werden. Als Frankreich den spanischen Handel anzettelte, fiel Napoleons Zorn in Unklugheit. Er ließ dem König von Preußen, der in Ems zur Kur weilte, durch feinen Gesandten Benedetti sagen, mit seinem Willen dürfe niemals ein Hohenzoller in Spanien den Thron besteigen. König Wilhelm mies den Gesandten höflich, aber bestimmt ab; auf weiteres Drängen ließ er ihn wissen: der König von Preußen habe ihm nichts mehr zu jagen. Und der Kanzler in Berlin meinte, jetzt müfie die Fehde durch Eisen und Blut geschlichtet werden. Die Franzosen verstanden^ den Hieb und wollten ihre Antwort bald nach Berlin tragen. Doch die Völker im Reich verstanden die ernste Stunde und Bismarcks Wort: Jetzt oder nie! Moltke ließ drei Heere marschieren, nach Frankreich hinein, und da die Preußen schneller marschierten wie ihre Gegner, erftritten sie bald die ersten Siege bei Weißenburg und Wörth, noch ehe Mac Mahon seine Truppen richtig geordnet hatte; die Sieger von Spichern machten den Weg nach Lothringen frei. Nach fechstägigem hartem Kampf fiel die Festung Metz, die schnellen Preußen verfolgten Mac Mahon, der sich bei Sedan stellen mußte. In der Frühe erschienen die Preußen auf den Höhen und verwandelten mit ihren Geschützen die Stadt in einen Höllenkessel; nachmittags bereits stieg auf der Zitadelle die weiße Fahne hoch, Mac Mahon war mit dem Heere und dem Kaiser gefangen. Napoleon fanbte dem greifen König von Preußen seinen Degen. Am Morgen des 2. September ritt Bismarck als Kürassier neben dem Wagen Napoleons, um bem Sieger den Besiegten zu bringen. Rund vier Wochen standen sich die Preußen und Franzosen in der Feldschlacht gegenüber, Napoleon kam nach Deutschland, aber nicht als trunkener Sieger, sondern als einer, der unter seinem ungerechten Zorn zusammengebrochen war, und der, gegen seinen Wil- (en, die deutschen Stämme zum Zusammenhalt gezwungen hatte. einer unserer Flugzeugformatlonen bombardiert und getroffen. Der Feind hat einen Luftangriff auf den Flugplatz von Agordat durchgeführt. Unter den Eingeborenen gab es acht Tote und neun Verwundete. Der Sachschaden ist gering. Italienischer Vorstoß in Kenia. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Rom, 1. Sept. (DJIB.) Der Italienische wehr- Machtsbericht vom Sonntag hat folgenden wort- laut: 3m östlichen Mittelmeer ist ein feindlicher (0e- V 2 U 9 oon einer unserer Lufkformationen bo m- cLV^.orbetL Ein Dampfer ist getroffen und schwer beschädigt worden. Unsere Kolonialkruppen haben Buna, das 90 Kilometer von Moyals gelegene bedeutende K a r a - wanenzentrumvon Kenia, beseht. Hemd hak Luftangriffe auf verschiedene Otf- schäften der Lyrenaika durchgeführt, bei denen es insgesamt sieben Tote und acht Verwundete gab loroic auf Ostafrika, wo drei Tote und fünf Ver- den Italienern und Eingeborenen zu beklagen sind. Die Materialschaden sind nicht be- deutend. Bei einem feindlichen Luftangriff auf den Fugplah von Cagliari (Sardinien) wurden ein <_£5 Kommandogebäudes sowie zwei am öoden befindliche Flugzeuge getroffen und beschädigt. Es gab keine Lyten oder Verwundeten, Schneidige Waffentaten mit dem Ritterkreuz belohnt. Berlin, 1. Sept. (DBB. Funkspruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz an folgende Offiziere verliehen: Major Wendenburg, Hauptmann Friedmann, Hauptmann S ch w a r t i n g, Oberleutnant Möller, Leutnant S t e g e r, Leutnant Dietz. ♦ Major Sßenbenburg hat mit feiner Panzerabteilung mit Umsicht bei Sa Kapelle und bei Bazin- cour die Entscheidung herbeigeführt und durch selbständigen Entschluß La Capelle genommen, wobei zwei französische Generale, zahlreiche Offiziere und mehrere tausend Mann zu Gefangenen gemacht mürben. — Hauptmann Friedmann hat sich mit feiner Artillerieabteilung am 10. 5. beim Heb er gang über die Maas, am 13. 5. vor dem Turnhout-Kanal und am 21. 5. beim Uebergang über die Schelde durch Kaltblütigkeit und persönlichen Mut rühmlich hervorgetan. An den täglichen Kämpfen der Division vom 10. 5. bis zum 4. 6. hatte er hervorragenden Anteil durch seine ständige Anwesenheit bei den vordersten Teilen der Infanterie und die dadurch gewährleistete wirksamste Feuerunterstützung, besonders beim Uebergang über die Lys am 25. 5. — In der Schlacht bei Beaumont am 9. 6. führte Hauptmann Schwarting die in vorderer Linie eingesetzte Kompanie, die die Schlüsselstellung des Feindes in und bei der Pont Gaudron Ferme anzugreifen hatte. In stärkstem feindlichen Artilleriesperrfeuer aller Kaliber drohte der Angriff zu erliegen. Die ersten Stoßtrupps gegen die Ferme wurden noch vor Erreichen ihres Zieles zusammengeschossen. Hauptmann Schwarting persönlich stürmte mit einem Stoßtrupp die von einem zähen Gegner verteidigte Ferme. Er wurde selbst kurz nacheinander durch fünf Schüsse schwer verwundet. Trotz des ftar» ken Blutverlustes schleppte sich Hauptmann Schwär- ting erst in den im Keller der Ferme eingerichteten Verwundetenunterstand, nachdem er in. größter Ruhe seine Befehle für den weiteren Einsatz der Kompanie gegeben und seine Leute zum Weiter- ftürmen angefeuert hatte. Eine von einer Division am 16. 6. über Troyes auf Tonnerre angesetzte Voraus-Abteilung meldete aus Les Bordes, daß sie am Nordrand des d'Au- mont-Waldes auf überlegenen Gegner gestoßen sei und nicht weiterkomme. Der erste Ordonnanzoffizier der Division, Oberleutnant Möller, traf zu dieser Zeit mit einem Divisionsbefehl bei der Voraus- Abteilung ein. Er übernahm an der Spitze von 15 Radfahrern und Panzerjägern aus eigenem Ent- schluß die Führung eines Spähtrupps in den Wald. Nachdem er etwa 300 Meter tief eingebrungen war, erhielt er starkes feindliches MG.-Feuer, wodurch drei Mann fielen und sechs Mann verwundet wurden. Oberleutnant Möller kämpfte mit feinen tapferen Schützen das feindliche MG.-Nest nieder und es gelang ihm, den Wald nach Süden zu durchbrechen und auf der Sttaße nach Tonnerre weiter vorzustoßen. Oberleutnant Möller traf dort auf zahlreiche rastende feindliche Einheiten, die noch voll bewaffnet waren und oon Offizieren geführt wurden. Es gelang ihm durch schnelles und tatkräftiges Auftreten mit Hilfe feiner Sprachkenntnisse diese Feindgruppe zum Niederlegen der Waffen und zum Abmarsch in die Gefangenschaft zu veranlassen. So wurde Tonnerre vorn Feinde frei und der dortige Uebergang fiel unversehrt in den Besitz der Division. Oberleutnant Möller brachte dabei etwa 1000 Gefangene ein. — Bei der Verfolgung auf Ligny mürbe am 16. 6. Leutnant Stege r von feinem Infanterieregiment nach Cully vorausge- sanbt, um einen Rastplatz zu erkunden. Als er sich bem Orte auf einem Krad näherte, sah er eine lange Kolonne französischer Artillerie hineinmarschieren. Obwohl ganz allein fuhr er an diese Kolonne heran und rief: „Ergebt euch, deutsche Panzer kommen!" Durch fein kühnes und sicheres Auftreten bewog er die französische Artillerie-Abteilung zum Halten. Während er an einen Offizier heran trat, fielen einzelne Schüsse. Seinen Kradfahrer hatte er sofort zurückgeschickt, um die nachfolgenden Teile des Bataillons beschleunigt heranzuholen. Obwohl die jüngeren französischen Offiziere dem Rate chres Kommandeurs, sich zu ergeben, nicht folgen wollten, gelang es dem Leutnant Sieger durch fein energisches Auftreten sich bis zum (Eintreffen oer ersten Gruppen des Bataillons allein ug;eugc haben molorisierle feindliche Ableilungen in der Zone von Var cl Hom'ra j e n- i v r c n a l k a g r e n z e bombardier!. 3m Rolea Meer wurde eia feindlicher Sreuzer oon Nach dem Wiener Schiedsspruch am Thcifi Jasi Klausen bürg Funfkirchen ÜAgram Belgrad Warna-^J c/ffarttza TURKE QRIECHENL f.j > zähle. * Deutsches M-eschaffen aus der Leipziger Herbstmesse ■Z^wieSeZfc veMduneftdeti Alleinhersteller.PJos.Mbb Seifenfabriken. Giessen ordentlichen Waffenübungen Einberufenen 2. September beginnen wird. Kischi new e Odessa Oer verbrecherische Anschlag britischer Bomber auf Berlin. Freizeit für berufstätige Krauen. Mit Rücksicht auf Gesundheit und Arbeitsfreude der schaffenden Frau hat der Reichsarbeitsminister die Gewerbeaussichtsämter ersucht, ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Beanspruchung der Frauenmit eigenem Haus st and zu richten und auf die Betriebe dahin einzuwirken, daß diesen Frauen ausreichende Freizeiten zur Erledigung ihrer häuslichen Aufgaben gewährt werden. Die Vergünstigung soll im allgemeinen nur Frauen gewährt werden, die einen eigenen Hausstand mit Kindern runter 14 Jahre n zu versorgen haben. Die Gewährung von Freizeit kommt in der Regel nur für Betriebe in Betracht, die infolge der Kriegswirtschaft auf einen erhöhten Einsatz von Frauen angewiesen sind. Den Frauen soll zur Erledigung ihrer häuslichen Aufgaben nach Möglichkeit eine verkürzte Arbeitszeit an etwa zwei Tagen in der Woche eingeräumt werden. Ist das aus betrieblichen Gründen nicht möglich, so sollen sie innerhalb von "zwei Wochen einen vollen freien Arbeitstag haben. Frauen, die nur 48 Stun° Unser Bild gewährt einen Blick in die Berliner C h r i st u s k i r ch e, die durch Bomben getroffen und in Brand gesetzt wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.) £ noch über den Kriegsbeginn hinaus ihre Tätigkeit unter französischer und englischer M i t w i r k u n g .fortgesetzt. Dieser Zustand konnte, besonders auch im Hinblick auf die bekannten Sabotageversuche der Feindmächte gegen die deutsche Versorgung auf dem Donauwege n i cht länger aeduldet werden. Die Wiener Sachverständigen- konferenz soll eine vorläufige Neuregelung treffen. Zwei Bilder von einer Modenschau, die im Rahmen der Leipziger Herbstmesse einen Ueberbhd über das Schaffen der deutschen Modeschöpfer vermittelte: Links ein Nachmittagskleid in neuartiger Verarbeitung mit Knopfgarnierung an Aermeln und Seitenfront sowie ein zweiteiliges elegantes Tageskleid aus schwarzem Velvet mit Hermelingarnitur vorgeführt vom Reichsinnungsverband des Damenschneiderhandwerks- rechts zwei Modelle des Hauses der Mode in Wien, ein zartblaues Abendkleid mit Paillettenstickerei und ein Abendkleid aus Goldstoff mit fuchfienroter Jacke. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Stufenweise Abrüstung der ungarischen Honved. B u d a p e st, 2. Sept. (Europapreß.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die ungarische Honved mit der stufenweisen Abrüstung der zu den außer- Dieses Loch riß eine Sprengbombe in den Seitenflügel eines Hauses in der Berliner Innenstadt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) C Sza/onto^ Szegedir MA »resiöpei -A SLOWAKEI Pressbg. \ gewKtscZijeft. WwarMeiß Bleich-Soda zieht über Nacht den Schm utz aus der Wäsche Sieglder Vernunft in Rumänien. Bukarest, 31. August. (Europapreß.) Die halbamtliche Agentur Rador gibt bekannt: Der B e - schluß des Kronrates in der Nacht zum 30. August, die Schiedsgerichtsbarkeit der Achsenmächte bei den rumänisch-ungarischen Verhandlungen am zunehmen, wurde unter außergewöhnlich schweren Umständen gefaßt. Für die Annahme der Schiedsgerichtsbarkeit sowie die Lösung des rumänisch-ungarischen Konfliktes durch die Achsenmächte diente Rumänien als Ausgleich von feiten Deutschlands und Italiens die kategorische Garantie unserer Grenzen gegenüber jedem unserer Nachbarn. Das ganze System, auf dem die Außenpolitik der Demokratien basiert, ist in ganz Europa zusammengebrochen. Unter diesen Umständen war die einzig vernünftige Lösung d ie Angleichung an die Politik der Achse und die Annahme aller Folgen, die sich aus dem neuen Stande der Dinge ergeben. Dank der Garantie, die unsere Grenzen gewährleistet, wird Rumänien sein normales staatliches Leben fortsetzen können, indem es sofort zur Demobilmachung schreitet. . . Außenminister Manoilescu sagte im Rundfunk: Ich kehre mit schmerzerfüllter Seele aus Wien zurück. Wir müssen aber sagen, daß es so kommen mußte, wenn wir die politische Lage kennen und das Werk unserer eigenen Politiker berücksichtigen, die in den letzten Jahren nichts voraussahen. Der Schiedsspruch gehe vorwiegend von dem Gedanken der G e b i e t s a b t r e t u n g aus und nicht, wie es das rumänische Ziel vor dem Schiedsspruch gewesen sei, von dem Gedanken des Bevölkerungsaustausches. Wenn auch das ethnographische Prinzip nicht das einzige Leitmotiv des Schiedsspruches gewesen sei, so würde dies doch gelindert durch die Minderheiten- Bestimmungen des Schiedsspruches. Die Grenzgarantie ist zum Unterschied von anderen Garantien, die wir hatten und deren Wert wir kennengelernt haben, von unmittelbarer und stärkster Wirksamkeit, da sie uns von zwei mächtigen und beinahe benachbarten Staaten gegeben wurde. Rumänien wird auch weiterhin in enger Anlehnung an die Achse handeln. Der rumänische Leidensweg ist damit beendet. So lange ein rumänischer Staat besteht, der den größten Teil der Nation umfaßt, kann auch die Nation bestehen. Das neue Ungarn. Budapest, 2. Sept. (Europapreß.) Die Sonntagsblätter stehen noch vollständig unter dem Eindruck des Wiener Schiedsspruchs. Kartenskizzen über die neue Grenze werden mit dem stolzen Kommentar versehen, daß Ungarn nunmehr 161 000 Quadratkilometer groß sei und 13 Millionen Einwohner nähme im Interesse der Gesunderhaltung von Mutter und Kind handelt. Anträge auf Zuweisung einer Mutterschaftshelferin sind an die Hilfsstelle Mutter und Kind zu richten. Wirtschaftlich beffergefteUte Familien müssen zu den Kosten der Helferin beitragen, während für wirtschaftlich schwächere die Mutterschaftshilfe kostenlos erfolgen soll. 600 Studenten im Facheinsatz Ost. Der Neuaufbau des deutschen Lebensraumes in den Ostgebieten fordert neben dem politischen vor allem einen Einsatz von fachliche^ Kräften, den allein das deutsche Akademikertum der Hoch- und Fachschulen stellen kann. Wie in der „Bewegung" mitgeteilt wird, sind im Augenblick in den Ostkreisen des Warthegaues 600 Studenten und Studentinnen zu diesen fachlichen Aufgaben eingesetzt. Mediziner bekämpfen im Trachom-Einsatz jene weit verbreitete Augenkrankheit unter den Ansiedlern, oder helfen im Mannschaftseinsatz bei der Krankenzufüh- rung und Krankenbetreuung. Der Lshrerein - satz hat heute schon die Grundlagen für über 100 neue Schulen geschaffen. 180 Studentinnen sind zur Sied le rb etreuung und zum Aufbau von Erntekindergärten eingesetzt, lieber 200 Angehörige der technischen Fachschulen stehen im B a u- sinsatz. Ein P la nu n a s e i n s a tz von Ingenieuren beginnt wichtige Unterlagen für den Neuaufbau der Gebiete zu bearbeiten. Milchanfall schon 10 Prozent höher. Zur Durchführung der Milcherzeugungsschlacht wurden im ganzen Reiche Milchleistungs- a u s s ch ü s s e gebildet, deren Aufgabe eine weitgehende Einsparung im Milchverbrauch auf dem Lande, stärkere Erfassung der Milch, Erweiterung der Erzeugung und Förderung der Gefolgschaft ist. Von den im Jahre 1938 im Altreich erzeugten 25 Millionen Kilo Vollmilch wurden rund 5,9 Milliarden Kilo hn landwirtschaftlichen Betrieb verwendet, davon etwa 2,5 Milliarden als Fütterungs- milch im Stall und 3 Milliarden im landwirtschaftlichen Haushalt. Durch Verminderung der Vollmilchabgabe in der Aufzucht lassen sich etwa eine Milliarde Kilo Vollmilch einsparen, und die Einschränkung um ein Drittel des Verbrauchs im landwirtschaftlichen Haushalt macht eine weitere Milliarde Kilo frei. Dadurch wird eine Mehrerzeuaung von 80 000 Tonnen Butter jährlich allein schon durch diese Maßnahmen ermöglicht. Der Milch- anfall bei den Molkereien im Altreich liegt um rund 10 v. H. höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. ___________________________________ p BULGARIEN 'Sofia phiUppopei r 7 Budapest • den in der Woche und nur in Tagschichten arbeiten, werden von der Regelung nicht erfaßt. Vergütung für die ausfallende Arbeitszeit kommt nicht in Frage. Mutterschastshelferin. Um vor allem derMutteraufdemLande zu helfen, der vor und nach der Entbindung jede weibliche Hilfe fehlt, haben Reichsnährstand, NSV. und Deutsches Fraueliwerk fein BStreuung s w e r k der Mutterschaftshilfe - in die Wege geleitet. Der Aufruf zur Mitarbeit ergeht an alle Frauen und Mädchen, die landwirtschaftlich-hauswirtschaftlich und soziglpflegerisch geschult worden sind oder sich durch einen kurzen Äusbildungslehr- gang vorbereiten lassen. Es ist beabsichtigt, auf Grund der praktischen Erfahrungen der Mutterschaftshelferinnen auf dem Lande einen besonderen Beruf zu schaffen. Der Einsatz einer Mutterschaftshelferin, die jeher Wöchnerin in Zukunft zwei Wochen vor und vier Wochen nach der Entbindung zur Verfügung stehen soll, ist von keiner wirtschaftlichen Bedürftigkeit einer Familie abhängig, da es sich hier um eine vorbeugende Maß- SOWJET-RUSSLAND _________Czernowitz Sarajewo e Ga (y .Innstadt. Bukarest .35 • dSl/* RustschucK**g „P esti Hirlap" hofft, daß mit der Regelung der ungarisch-rumänischen Grenze die Spannung zwischen Ungarn und Rumänien auf = höre und die beiden Länder, die ja viel gemeinsame Interessen hätten, in der Zukunft die Beziehungen zueinander viel freundschaftlicher würden regeln können, als das in den letzten zwanzig Jahren der Fall war, da der Schatten der Ungerechttg- feit von Tria non sie getrennt habe. Eine Lehre der Wiener Entscheidung sei, so heißt es im „Magy- arorszag", daß in Südosteuropa der Einfluß der westlichen Demokratien und die Umtriebe der politischen Agenten Englands für immer aufgehört hätten Die Achsenmächte hätten sich das Recht erworben, in Südosteuropa die Grundlagen der neuen Ordnung und des neuen Gleichgewichts zu schaffen. Der „P e ft e r Lloyd" weift auf die Rückkehr der 60000 Siebenbürger Sachsen hin, denen Ungarn die Hand in treuer Brüderschaft reiche. Ferner verweist das Blatt auf das zwischen dem Reich und Ungarn abgeschlossene Minderheitenabkommen und bemerkt hierzu: „Wir begrüßen mit Freude diese Urkunde, weil sie nur geeignet ist, die Freundschaft und das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Wir betrachten die deutschsprachigen ungarischen Staatsbürger stets als unsere Brüder. Wir wußten, daß sie selbstbewußte und treue deutsche Volksgenossen, aber ebenso treue Brüder des ungarischen Vaterlandes sind. Die Vermehrung der Anzahl der Deutschen in Ungarn, dieser kulturell hochstehenden, fleißig schaffenden, arbeitsamen Bevölkerung kann nur geeignet sein, die Bande där Freundschaft zwischen Ungartum und Deutschtum enger zu knüpfen und unsrem Lande neue Werte zu schaffen." Der Abgeordnete der Regierungspartei Milotay schreibt im „U j Magyarsa g": „Auch im neuen Europa, das sich jetzt in den Siegen der westlichen Schlachtfelder vorbereitet, kann die richttge ungarische Politik nur die sein, eine noch vollkommenere Freundschaft, eine noch vollkommenere Anschließung an die Interessen der Achsenmächte in der inneren Umgestaltung, in den äußeren Zielen. Ungarn muß Vorkämpfer, ein vorgeschobener Vertreter enes neuen Europas sein, das sich im An- chluß an den deutsch-italienischen Siea unaufhalt- am bilden wird. Die Wiener Entscheioung ist die neue Grundlage für diese gemeinsame Zukunft, für dieses Aufeinanderangewiesenssin und damit gleichzeitig eine neue Zukunft und eine neue Geschichte für ganz Ungarn. Internationale Oonankonferenz in Dien. Berlin, 31. Aug. (DNB.) In Wien werden in den nächsten Tagen aufEinladung derdeut- schen Regierung Besprechungen von Sachverständigen der beteiligten Regierungen über internationale Donaufragen stattsinden. Die Internationale Donaukommission in Belgrad, die durch Versailles geschaffen war, hat Durch den deutsch-italienischen Schiedsspruch in Wien ist die Grenze zwischen Ungarn und Rumänien neu festgesetzt worden. Die dicke Linie unserer Karte zeigt in großen Zugen den Verlauf der neuen ungarisch-rumänischen Grenze. Die gestrichelte Linie bezeichnet die bisherige Grenze, die punktierte Lime die Grenze Rumäniens vor 1919. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Aus dem Reich. fr? M Abschluß der japanischen Friedens- Verhandlungen mit Nanking. Tokio, 1.Sept. (Europapreß.) Am-Samstagnachmittag erfolgte in Nanking der Abschluß der japanisch-chinesischen Friedensoerhandlungen, die bereits im März begonnen hatten. Der Abschluß e'r- folgte zwischen dem japanischen Sonderbotschafter General Ade und dem Präsidenten des neuen Chinas Wang Tsching-Wei. Die formelle Unterzeichnung dieses Vertrages ist im September zu erwarten. Als symbolischer Akt ist am gleichen Tage die chinesische Botschaft in Tokio, die seit zwei Jahren versiegelt war, wieder geöffnet worden. Der Einzug eines neuen chinesischen Botschafters ist in Kürze zu erwarten. ♦ Nach einem Bericht aus Nanking haben die japanischen Streitkräfte in Nordchina am 21. August die chinesischen Truppen, die versuchten, die Eisenbahnlinie von Tungfu und Schitai abzuschneiüen/ erfolgreich angegriffen. In Zentralchina gelang es, durch eine überraschende Offensive Bewegungen zum Scheitern zu bringen, die ein Teil der neuorganisierten chinesischen Streitkräfte nördlich von Wu- ning in der Provinz Klangst versuchte. Dänische Opfer einer englischen Mine. Kopenhagen, 1. September. (Europapreß.) Der dänische Passagierdampfer „Rise" wurde in den Gewässern zwischen Svendborg und Aeroeskoebing das Opfer eines feigen Anschlags englischer Flieger. Durch Auflaufen auf eine englische Mine in den ausschließlich von der dänischen Binnenschiffahrt benutzten Gewässern wurde das mit vielen Passagieren besetzte Fahrzeug zerrissen und sank augenblicklich. Unter den zehn Toten befinden sich drei Mann der Besatzung mit dem Kapitän sowie drei Passagiere und zwei Kinder. In der amtlichen Veröffentlichung wird ausdrücklich betont, daß die Mine nur englischen Ursprungs sein könne. Kleine politische Nachrichten. Der italienische Außenminister Graf Ciano ist Sonntag 11 Uhr, von Wien kommend, im Flugzeug nach der italienischen Hauptstadt zurückgekehrt. Mit dem gleichen Flugzeua traf auch der deutsche Botschafter von Mackensen wieder in Rom ein. Zum Empfang des Außenministers hatten sich Parteisekretär Muti sowie zahlreiche Persönlichkeiten von Staat und Wehrmacht eingefunden. Weiter waren zum Empfang von der deutschen Botschaft der Gesandte Baron voi^Plötzen sowie der ungarische Gesandte Baron Viliam erschienen. In Jugoslawien ist auf Vorschlag des Kriegsministers, General Neditch, die Militärdienstzeit von 18 aus 24 Monate verlängert worden. Die japanische Kommission für Niederländisch-Jn- dien unter Führung des Handels- und Industrie- Ministers Kobayafchi hat Japan an Bord des „Ni- scho-Maru" verlassen. Zum Vertreter Kobayaschis wurde der Finanzminister Kawata ernannt. Anläßlich des Feiertages der Luftfahrt kündigte die türkische Luftfahrtliga die Aufstellung von drei Bataillonen Fallschirmjägern und ihre Ausbildung innerhalb von drei Monaten an. Die Fallschirmjäger sollen sich aus Schillern der Segelfluglager und Zivilfliegern rekrutteren. * 14 Reichsarbeitsdienstabteilungen waren aus dem Generalgouvernement in Warschau zusammengezogen worden, um hier unter Mitwirkung des Reichsmusikzuges des RAD. vor den Augen des Reichsarbeitsfuhrer Reichsleiter Hierl eine Abendfeier unter freiem Himmel im Wehrmachtsstadion zu veranstalten, auf der der Inspekteur für Erziehung und Ausbildung des RAD., Generalarbeitsführer Dr. Decker, sprach. * Nach dem Ausklang der Sommerkampfspiele der HI. im Breslauer Sportstadion sprach bei der Siegerehrung Reichssportführer von Tschammer und Osten den Jungen und Mädeln seine Genugtuung darüber aus, daß es in wenigen Jähren durch planmäßige, zähe Arbeit gelungen sei, den Anschluß der sportlichen Leistungshöhe der deutschen Jugend an die internationalen Leistungen der akttven Sportler herzustellen. * Der 3 5. Deutsche Sängertag des Deutschen Sängerbundes in Dresden gab einen Ueberblick über die verflossene Arbeit sowie über die zukünftigen Aufgaben, die dem Deutschen Sängerbund als Träger einer wichtigen staatspolitischen, volkspoli- tischen und kulturpolitischen Sendung gestellt waren. * Am Sonntagvormittag wurde in Krakau die Eröffnung der Ausstellung „Deutsche Leistung im Weichselraum" durch den Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank vorgenommen. Um der Einbeziehung des Generalgouvernements m den großdeutschen Machtbereich auch nach außen Ausdruck zu verleihen, wie auch um der Verehrung und Dankbarkeit für den Führer Ausdruck zu geben, erfolgte im Anschluß an die Eröffnung die Umbenennung des schönsten Platzes von Krakau in „Ad o lf- Hi tle r-Platz". In den fünf Wochen seit der Eröffnung wurde die Große Deutsche Kunstausstellung bereits von über 250 000 Volksgenossen besucht. Mehr als 500 der ausgestellten Werke sind schon verkauft, darunter die Hälfte aller Arbeiten der Malerei, die Hälfte aller Werke der Graphik und annähernd 100 Plastiken. Aus aller Wett. Handwerker zum Dr. phil. promoviert. An der Universität Königsberg promovierte der Optikermeister Otto Bohr aus Saarlautern zum Dr. phil. Gegenstand seiner Doktordissertation war ein heimatkundlich-sprachwissenschaftliches Thema. Ein Tschaikowsky-Denkmal für Moskau. Der Kunstausschuß des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion hat einen Wettbewerb für ein Tschaikowsky-Denkmal ausgeschrieben. Das Denkmal soll in Moskau aufgestellt werden. — Als Standort ist der Platz vor dem Moskauer Staats-Konservatorium ausgesucht worden, das ebenfalls den Namen des großen Komponisten erhalten hat. Der gleiche Ausschuß hat dem Kunstverlag „Jskusstwo" den Auftrag erteilt, ein Album herzustellen, das dem Leben und der Kunst Tschaikowskys gewidmet sein soll. Ein seltener Badegast. Auf der Nordseeinsel Fanoe, wenig nördlich der deutsch-dänischen Grenze, hat sich seit Mttte August zur größten Ueberrgschung der Inselbewohner ein Gast eingestellt, wie man noch keinen auf Fanoe gesehen hat. Ein prächtig entwickelter Hirsch wurde in dem wenige Quadratkilometer großen Forst auf der Insel von mehreren Fischern beobachtet, und es besteht kein Zweifel darüber, daß das Tier bie' fast zweitausend Meter breite, sehr tiefe Ostseerinne, die Fanoe von der nördlich gelegenen waldbedeckten Halbinsel Skalling trennt, durchschwommen hat, um nach der Insel zu gelangen. Raubmord in Frankfurt a. M. Lpd. Frankfurt a. M., 2. Sept. Am 31. August, gegen 15 Uhr, wurde in dem Hause Johannitergasse 7 die berufslose Elisabeth Kagerbauer durch mehrere Messerstiche mit einem Fahrtenmesser getötet. Der Täter, der 21jährige Rudolf Wintersdorf, in Friedberg (Hessen) geboren, wurde alsbald nach der Tat f e st g e n o m m e n. Die Kagerbauer, die im Alter von 40 Jahren steht, hatte den Täter mit auf ihr Zimmer genommen. Wintersdorf hat bei seiner polizeilichen Vernehmung zugegeben, daß er die Frau niedergestochen habe, um sie zu berauben. Eine Staatsbibliothek in Warschau. Die Sammlungen der Warschauer Universitätsbibliothek und der Nationalbibliothek werden zu einer „Staatsbibliothek in Warschau" vereinigt. 82 Beamte werden unter deutscher Leitung einige Monate mit der Katalogisierung der Sammlungen zu tun haben. Die Universitätsbibliothek ist mit 1,5 Millionen Werken die größte Bibliothek des ehemaligen Polen. Sie geht auf das J-ahr 1817 zurück und umfaßt die Sammlungen des „Warschauer Lyzeums" und vieler damals kassierter Klöster. Als Bibliothekare waren zu dieser Zeit der Verfasser des „Wörterbuchs der polnischen Sprache" Linde und der Geschichtsforscher Joachim L e l e- w e l tätig. Nach dem Aufstand des Jahres 1830 wurde ein großer Teil der Sammlungen, vor allem wertvolle Zeichnungen und Handschriften, nach Rußland geschafft und kehrte erst auf Grund des Rigaer Traktates von ‘1921 wieder zurück. Außer den vielen alten polnischen Druckschriften und humanistischen Werken besitzt die Bibliothek die größte außerhalb Rußlands bestehende Sammlung russischer Bücher. Die Nationalbibliothek, die erst im Jahre 1928 ins Leben gerufen wurde, umfaßt über 300 000 Werke. Ihre Aufgabe war die Sammlung geistigen Schaffens des polnischen Volkes und aller Werke und Veröffentlichungen, die in der ganzen Welt über Polen erschienen. Diesem Zweck wird die Bibliothek auch in Zukunft dienen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Berantworllich für Politik, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsletter: Dr..Jng. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hans Beck. Verantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Gießen (Kaplansgasse 25), den 2. September 1940. 02930 Für die überaus herzliche Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Marie Heinz, geb. Hofmann Emma Walter. Zhre Vermählung geben bekannt Helmuih Schoenhals Oberleutnant Ilse Schoenhals, geb. Koch Gießen, den 2. September 1940 Gießen , z. Z. Hungen Horsi-Wessel-Wall 20 - 3896 D voWovnbrot nach dem Siemens -Verfahren, enthält unverändert alle Weitab Stoffe des Getreidekor- A W nes, daher so nahrhaft U m und bekömmlich. 8803d xr\L//' Kräuterhaus Jung jjeejä Fachgeschäft für voll- wertige Lebensmittel, Gießen, i. d. Mäusburg. i™BS Ah heute wieder geöffnet Zwangsversteigerung. Dienstag, den 3. Sevtbr., nachm. 2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-/ Laden- u. Büromöbel aller Art, 1 Schreibmaschine, 1 Staubsauger, 1 Motorrad, 1 Radio, Nähmaschinen, Schneidernähmaschine, 1 Pelzmantel, 1 Leica, 1 Grammophon, 1 Additionsmaschine, ein Flügel u. 1 Personenwagen [3904D Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstr. 2 Tel. 3108. Jüngere Packerin für sofort gesucht. 3906D Carl Schlüter, Hindeoburgwall 17 Deutsches Rotes Kreuz Die Cewinnlisten der Geldlotterie sind erschienen. Sie liegen aus in der DRK.-Kreissteüe, Hitler- wall 41, in der DRK.-Rettungsstelle, Sonnenstraße 2, Lotterie-Einnahme Buchacker, Neuen Bäue 11, Cafö Hettler, Schokoladenhaus Faßbender, Seltersweg 65, Schuhhaus Derzbach, Bahnhofstraße 60, und in der Milchzentrale Grieb, Bismarckstraße 11. _______________________________'_________________________3901 D MligMMMlmck für sofort gesucht. 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August 1940 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 9 Gewinne zu 5000 RM. 3 Gewinne zu 4000 RM. 12 Gewinne zu 3000 RM. 51 Gewinne zu 2000 RM. 116437 125170 133397 158198 320965 349488 386412 388971 102 Gewinne zu 1000 RM. 101489 108362 120627 121560 186693 210247 222430 231259 277447 278622 279743 291990 355813 356386 357595 384288 226546 124887 140913 157205 357526 34090 108639 350112 352728 9141 63536 89031 94541 99499 171695 212575 264714 304194 9770 19158 19407 46784 94298 138110 145229 158441 174785 233340 236115 267269 267591 302862 329011 343613 348105 393023 20. Ziehungstag 31. August 1940 3n der Vormittagsziehung wurden gezogen 30908 242588 378288 299091 279984 173432 40716 106179 49262 133207 7295 245348 3 Gewinne zu 30000 RM. 9 Gewinne zu 10000 RM. 12 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gewinne zu 4000 RM. 9 Gewinne zu 3000 RM. 9 Gewinne zu 3000 RM. 30908 242588 260185 39 Gewinne zu 2000 RM. 31588 34098 74183 '30051 155261 166473 192688 287276 301021 321469 355169 96810 345242 135 Gewinne zu 1000 RM. 7404 8684 9723 34127 35887 36742 40577 48127 59461 83785 84119 86275 89231 115453 135256 147795 152603 155034 167273 191821 193659 221080 230602 233343 238070 238162 240206 245477 246385 251348 256694 278912 325695 332702 337Ö9 341637 353792 354084 356052 366353 368817 376374 379463 399289 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH Nachlässe von 3 bis 20 v. 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Meyendorff, Lizzi Waldmüller, Karl Schönböck Spielleitung: Viktor de Kowa Neueste Tobis-Wochenschau! Ab Mpntag Tägl. 3.30, 5.30, 7.45 Uhr LICHTSPIELHAUS 3899 A Nr. 20Z Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 2. September 1940 Aus der Stadt Gießen. „Mutter arbeitet..." Dieser Tage war es, als ich einen Jungen von etwa zwölf Jahren nach seiner Mutter fragte. Der Junge sah mich aus klaren Augen bestimmt an. „Mutter arbeitet", sagte er dann mit großem Stolz, „in dieser Zeit treten doch unsere Mütter für die Väter ein." In der weiteren Unterhaltung ergab sich, daß der Vater des Jungen bei der Post angestellt war, wo jetzt seine Frau täglich ihren Dienst versieht. „Jeden Morgen geht Mutter früh zur Post", erklärte mir der Junge, „mittags ist sie aber wieder da, nur am Nachmittag bleibt sie wieder einige Stunden weg. Und ich", setzte er eifrig hinzu, „gehe ihr zu Hause tüchttg zur Hand. Da freuen wir uns dann alle beide, wenn alles hübsch in Ordnung ist." Mir kam das Bild in Erinnerung, das ich jeden Morgen auf dem Wege zur Arbeitsstätte in der Nähe des Postamtes beobachten kann. In der zei- ttgen Frühe streben dort die Frauen mit flinken Schritten dem Eingang des großen Gebäudes zu, das sie gewöhnlich bereits in kleinen Gruppen erreichen. Ihre Kleidung läßt unverkennbar einen Rückschluß auf ihre Tättgkeit zu: es find die Briefträgerinnen, die ihren Dienst zu so früher Morgenstunde aufnehmen, damit fie zur erwarteten Zeit pünktlich die Poft in die Häuser ihres Reviers bringen können. Auch an der Bahn läßt sich ein ähnlicher Vorgang betrachten, wenn auch zu unterschiedlichen Zetten und in anders geregeltem Ablauf. Dort sind es die Schaffnerinnen, die ihren Schichtwechsel vornehmen. Ihre Berufskleidung offenbart zweifelsfrei die Art ihrer Tätigkeit. Bei der Sttaßenbahn ist es nicht anders: die weiblichen Bediensteten lösen sich regelmäßig zum täglichen Dienst ab. Die Frau in der uniformierten Berufskleidung läßt sich jedenfalls aus dem Straßenbild unserer Tage nicht mehr wegdenken, sie prägt vielmehr geradezu dieses Bild, das unserer Zeit ein besonderes Merkmal gibt. Und doch ist die Erscheinung der Frau in Uniform nur das Kennzeichen für einen Teil des Arbeitseinsatzes der weiblichen Kräfte. Der größere Teil bleibt unsichtbar, weil er sich der zivilen Kleidung bedient. Aber nahezu überall dort, wo die Männer den Arbeitsplatz verlassen mußten, um ihren Dienst bei der Truppe aufzunehmen, sind Frauen bereitwilligst eingesprungen. In unübersehbarer Zahl stehen sie an den Werkbänken der Fabriken, zahllos ist auch das Heer der Frauen in den Büros, und in wieviel Handwerksbettieben ist es schon selbstverständlich geworden, daß die Frau tagaus, tagein ihre Tätigkeit dort verrichtet. Aber gerade diese Selbstverständlichkeit, mit der das Schaffen der deutschen Frau nach Ablauf eines Kriegsjahres nunmehr betrachtet wird, zeugt von der großartigen Leistung, die hier vollbracht worden ist. Mit feinem Einfühlungsvermögen, für das Wirtschaftsleben ohne Stockung, ist die Frau tatfreudig an den Platz getreten, der in Friedenszeiten den Männern dorbehalten ist. „Mutter arbeitet" in zahlreichen Berufen mit einer Zuverlässigkeit, die ihr alle Ehre macht, und die den Stolz durchaus angebracht erscheinen läßt, mit dem jener Junge so bewußten Tones von dieser Tättgkeit inrarh. H. W. Sen. Dornotizen. Tageskalender für Alonlag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Geierwally". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Casanova heiratet". Ortszeit für den 3. September. Sonnenaufgang 6.39 Uhr, Sonnenuntergang 20.09 Uhr. — Mondaufgang 8.20 Uhr, Monduntergang 20.25 Uhr. Mond in Erdnähe. HS-Wnldjaft M Stuft öur© Sten öe Das neue kdA.-2Nonalsheft ist erschienen. Es bringt auf 32 reich bebilderten Seiten einen ausführlichen Ueberblick über das Feierabendprogramm für das Winterhalbjahr 1940/41. * ' 3898D Auf dem Wege zu einem neuen Europa. Kundgebung der Partei in Gießen. In der vollbesetzten Aula der Universität fand am Samstagabend eine von der Kreisleitung Wetterau veranstaltete Kundgebung statt, die sich zu einem starken Bekenntnis des Siegeswillens unseres Volkes gestaltete. Die Werkskapelle der Buderusschen Werke leitete den Abend mit Marschmusik ein. Nach der Eröffnung der Kundgebung durch Kreispropa- gandaleiter Rahner sprach der Reichsstoßtruppredner Weimer in etwa Inständigen Ausführungen zu der Versammlung. Nack) einem kurzen Hinweis auf die Notwendigkeit solcher Versammlungen gerade im Kriege, in denen die Volksgenossen immer wieder neue Aufschlüsse über die aktuellen politischen Fragen erhalten, betonte der Redner den Nutzen der durch den Führer geschaffenen Volksgemeinschaft für das ganze deutsche Volk. Er beschäftigte sich Dann in weitem, Rückblick mit den Ursachen des jetzigen Krieges und wies dabei u. a. darauf hin, daß England schon bei dem Aufschwung des Deutschen Reiches nach dem Kriege von 1870/71 die Hetze gegen das deutsche Volk begann, die sich noch steigerte und geradezu zum Haß gegen Deutschland wurde, als dieses sich ein Kolonialreich aufbaute. Die englischen Intrigen und Hetzen gegen uns in aller Welt waren denn auch die Ursache zum Ausbruch des Krieges im Jahre 1914, wie sich jetzt wiederum England als Kriegshetzer und Kriegsurheber gegen Deutschland erwiesen hat. Unter stürmischer Zustimmung der Versammlung betonte der Redner, der jetzige Krieg werde der letzte sein, den England gegen Deutschland anzetteln und führen konnte; es werde dafür gesorgt werden, daß in Zukunft England tu derartigen Dingen nie mehr die Kraft haben werde. Sodann stellte der Redner die wichtigsten Taten des großen Aufbauwerks des Führers in den Vordergrund, die den Beweis dafür erbrachten, daß unser Volk in Adolf Hitler den größten Staatsmann der Welt an feiner Spitze hat. Er wies dann auf den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, auf die Rückkehr des Saargebiets in das Reich, die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, die Wiederherstellung der deutschen Souveränität über die Rheinlande und deren Inschutznahme durch die deutsche Wehrmacht, ferner auf die Errichtung des Westwalles, vor allem aber auf die Schaffung des Großdeutschen Reiches durch den Führer hin. Er erinnerte daran, daß in all den Jahren dieser Aufbauarbeit der Führer stets seine Friedensliebe bekundet hat, wie er auch vor Ausbruch des jetzigen Krieges sich bis zum letzten Augenblick um die Erhaltung des Friedens bemühte. Hierauf würdigte' der Redner in warmen Worten die Opfer- und Einsatzbereitschaft des deutschen Volkes für die ihm vom Führer gestellten Aufgaben, wobei er insbesondere auf die gewaltigen Leistungen für die deutsche Rüstung und auf die Schaffung des Westwalles hinwies. Der deutsche Arbeiter namentlich habe das große und unvergängliche Verdienst des Baues des Westwalles aufzuweisen, und das ganze Volk habe die Pflicht, diese Leistung des deutschen Arbeiters niemals zu vergessen. Die Versammlung stimmte dem Redner lebhaft zu, als er betonte, der Westwall werde für ewige Zeiten das Ehrenmal des deutschen Arbeitsmannes sein. Im weiteren Verlaufe zog der Redner die großen außenpolitischen Fragen in den Kreis seiner Betrachtungen, wobei er unter lebhafter Zustimmung auch der vorbildlichen Bündnispolitik des Duce und der treuen Waffenbrüderschaft mit Italien gedachte. Der vom Führer und dem Duce allezeit bis zum Ausbruch des Krieges mit großer Beharrlichkeit verfolgten Politik des Friedens stellte er das kriegslüsterne und verbrecherische Treiben der englischen Plutokraten gegenüber, die in Frankreichs plutokrattschen Machthabern willige Helfershelfer fanden. Durch die geniale Feldherrnkunst unseres Führers und die unvergleichlichen Waffentaten unserer Wehrmacht wurde aber der englisch-französische Vemichtungsplan gegenüber Deutschland zerrissen. In diesem Zusammenhang erwähnte der Redner auch die unauslöschliche Kulturschande Frankreichs, das, wie 1914/18 und nach dem Weltkrieg, auch jetzt wieder schwarze und andere farbige Soldaten gegen unser Volk vorschickte; die Schandtaten dieser Farbigen, die unter englisch-französischer Führung in der Zeit der Rheinland-Besatzung gegen deutsche Männer und Frauen begangen wurden, seien vom deutschen Volke nicht vergessen worden und würden auch nie vergessen werden. Der Führer und die deutsche Wehrmacht würden dafür sorgen, daß es England und Frankreich für die Zukunft unmöglich gemacht werde, jemals wieder Schwarze und andere Farbige gegen Deutschland in einen Krieg zu schicken. Am Schlüsse seiner oft von starkem Beifall unterbrochenen Rede wandte sich der Redner besonders den Aufgaben der Heimat zu. Er gab dabei dem aufrichtigen Wunsche aller Volksgenossen Ausdruck, daß der Herrgott immer, und besonders in den Gefahren an der Front, den Führer behüten und gesunderhalten und uns auch gegen England einen vollen Sieg schenken möge. Das deutsche Volk, das in engster Gemeinschaft mit feiner Wehrmacht in Treue geschlossen hinter seinem Führer stehe, empfinde täglich aufs neue die beglückende Tatsache der wahren Volksgemeinschaft. Jedermann im Volke fei sich bewußt, daß dieser Krieg über die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder entscheide. Daraus ergebe sich die Verpflichtung für alle Volksgenossen, die dem einzelnen übertragenen Aufgaben und Pflichten stets so zu erfüllen, daß alle Handlungen einst vor den prüfenden Augen der jungen Generation bestehen können. Solange das deutsche Volk einen solchen Obersten Befehlshaber an der Spitze des Reiches und der Wehrmacht habe wie Adolf Hitler, werde es immer unbesiegbar fein. Die aufs engste verschworene Gemeinschaft des deutschen Volkes sei dem Führer immer wieder eine neue Quelle der Kraft und der Stärkung. Die enge Gemeinschaft zwischen Führer und Volk werde sich auch jetzt im Kampfe gegen England bewähren und die völlige Niederwerfung dieses.Hauptfeindes unseres Volkes herbeiführen. Nach der mit langanhattendem Beifall aufgenommenen Rede sprach Kreispropagandaleiter Rahner noch ein kurzes anfeuerndes Schlußwort. Dann wurde die Kundgebung in üblicher Weife geschlossen. Sammelt Schallplatten für die Soldaten Die Schallplattensammlung im Dienste der Freizeitgestaltung unserer Soldaten brachte bereits gute Erfolge. Aber noch ist der Bedarf nicht gedeckt. Das Oberkommando der Wehrmacht wendet sich daher erneut an alle Volksgenossen, Schallplatten zu sammeln und der Wehrmacht zur Verfügung zu stellen. Auch schon vollkommen abgespielte oder beschädigte Platten werden gern angenommen, da sie zur Herstellung neuer Platten verwendet werden können. Die Sammelstelle des Oberkommandos der Wehrmacht ist die Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, Berlin W 62, Kleiststraße 10/12, wohin die Platten zu senden sind. * ** Von der Universität. Der Rektor der Ludwigs-Universität Gießen hat gemäß § 4 der Reichsassistentenordnung vom 10. Juli 1940 den Dr. med. Friedrich Boemke zum Oberassistenten, den Dr. med. August Rothmann zum Oberarzt, den Dr. mpd. Karl-Oskar Herrmann, Dr. med. vet. Karl Lenz, Dr. med. Hans-Georg Rietschel, Dr. med. Rudolf Rühl, Dr. med. vet. Werner Schäfer und Dr. med. Bruno Schwemmler durch Urkunde vom 20. August 1940 zu wissenschaftlichen Assistenten ernannt. ** Finanzamtspersanalien. Dem Obersteuersekretär Karl Hartmann beim Finanzamt Gießen wurde das Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige Dienstleistung verliehen. Die Steuerassistenten Franz Brenner und Ferdinand Schmitt, ebenfalls am Finanzamt Gießen, wurden zu Steuer- fefretären ernannt ** Gefangskonzert für unsere Verwundeten. Die Sängervereinigung Lollar weilte gestern vormittag in einem hiesigen Reservelazarett, um den dort untergebrachten Verwundeten durch ihren Männerchor mit Liedvorttägen eine Freude zu bereiten. Mit Volksliedern und volkstümlichen Liedern, welche die stark verttetene Sängerfchar schön zu Gehör brachte, wurde den Verwundeten eine Stunde guter Unterhaltung geboten. Die lieber» reichung einer kleinen Rauchwarenspende der Sänger an die Verwundeten beschloß den Lollarer Besuch. ** Städtische Bücherei. Im August sind 1581 Bände ausgeliehen worden. Don diesen Bänden kommen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 17, Gedichte und Dramen 19, Erzählende Literatur 903, Jugendschriften 311, Länder- und Völkerkunde 88, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 119, Kunstgeschichte 5, Naturwissenschaft und Technologie 45, Heer- und Seewesen 24, Haus- und Landwirtschaft 2, Gefundheitslehre 3, Religion und Philo- fophie 9, Staatswiffenschaft 29 Bände. Aus der engeren Heimat. 70 Jahre auf seinem Arbeitsplatz. Heinrich Winter. — (Aufn.: Boller.) Arn heuttgen 2. September 1940 vollenden sich 7 0 Jahre, seitdem der Hofmeister Heinrich Winter auf dem Hof Neuhof bei Leihgestern tätig ist. Heinrich Winter, am 4. September 1856 geboren, trat am 2. Sept. 1870 im Alter von 14 Jahren als landwirtschaftlicher Arbeiter auf dem Hof Neuhof ein und hat sich dort im Laufe der Jahre durch treue Pflichterfüllung und tiefe Liebe zu feiner Arbeitsstätte bis zum Hofmeister emporgearbeitet. In den sieben Jahrzehnten seines Wirkens auf dem Neuhof ist er mit dem Familienkreis des Besitzers fo eng verwachsen, daß er als zur Familie gehörig betrachtet wird. Der alte Herr versieht seinen Posten als Hofmeister auch heute noch in Gesundheit uni) Frische und mit unermüdlichem Fleiß. Vorbereitungen zum Gallusmarkt. + Grünberg, 1. Sept. Der Gallusrnarkt-Aus- schuß hielt eine Sitzung im Rathaussaale ab. Vorsitzender Schreinermeister Geh ringer gab eine kurze Rückschau über den vorjährigen Gallusmarkt, außerdem berichteten er und Bürgermeister König über ihre Eindrücke vom Besuch des Schottener Sommermarktes. Der Ausschuß war einmütig der Meinung, den Gallusmarkt abzuhalten. Der 3ug 312. (Sine aufregendeGefchichie von Christian Munk Jeden ttienstagmittag um V2I zog Pete sein rotes Taschentuch. Damit winkte er aus seinem Bremserhäuschen, wenn der Zug 312 über die gelb glühenden Höhen von Virginia, USA., donnerte und die Weiche bei Pellow Town passiert hatte. Und im Kampgras vor der Farm „Silberwind" stand das Mädchen Mae und winkte ebenfalls, und sie lachte mit weißen Zähnen und schwenkte ihr Halstuch, bis der alte Green aus den Stangenbohnen, unter seinem alten Sttohhut 'rüberschrie, er werde ihr jetzt aber verdammt Beine machen, wenn sie nicht im Handumdrehen die Gießkanne hole. Pete sah ihr noch lachend nach, kratzte sich dann vergnügt hinter dem Ohr. „Das is ein Mädchen, Junge, wie ein offener Himmel! Wird einem heiß, wenn man ihr in die goldbraunen Augen sieht!" Pfeifend drehte er sich wieder um, um an den Wagen- entlang wieder nach vorn zu klettern, als er plötzlich eine Hand vor sich sah. Sie lag auf der hölzernen Seitenwand des letzten Waggons, der offen war. Das genügte, damit Pete den armlangen Brems- fchlüffel hervorzog und sich an die sonderbare Hand heranarbeitete. Der Fahrwind riß an seinen Haaren, Staub und Steine flogen vorbei, und man hörte nichts als das Donnern und Rattern der leeren Waggons. Als Pete den letzten Waggon erreicht hatte, war die Hand verschwunden. Pete lugte vorsichtig über den Rand und zog schnell feinen Kopf wieder zurück. Der Blick genügte. Eilig kletterte er nach vorn, um Lofty zu holen, den alten zähen Nkemser, der schon so manche Keilerei mit Tramps auf der Südbahn hinter sich hatte. Er berichtete ihm, daß drei Tramps im letzten Waggon Karten spielten. „Denen machen wir die Hose heiß!" erklärte Lofty entschlossen. Beide kletterten bis zum vorletzten Waggon zurück. Diesmal würde es sicher nur eine kleine Sache werden, aber Lofty hatte schon mal mit einem Dutzend Tramps zu tun gehabt. Es besteht ein alter Haß zwischen Tramp und Bremser, und der Kampf wird mit größter Erbitterung geführt, wo immer in Amerika die beiden Parteien aufeinanbertreffen. Pete berichtete, daß der wilde Cop darunter fei, der in allen Keilereien wegen seiner Kaltblütigkeit und seiner Umsicht berühmt war. x Als die beiden Bremser sich gerade über die Kuppelung zum letzten Wagen ^nüb er arbeiten wollten, tauchte drüben ein Kopf im Wind auf, der mißtrauische, windumwehte Kopf eines Tramps, der sofort feine beiden Kumpane alarmierte. Im Nu faßen die drei Tramps auf der Stirnwand des letzten Wagens und wehrten mit ihren eifenbefchla- genen Stiefeln die Versuche der Bremser ab. Diese schlugen mit ihren schweren Bremsschlüsseln nach den Beinen, trafen aber selten. Die Sache wurde schweigend und mit kaltblütiger Energie geführt, während der Zug 312 die Höhen der Pellow Mountains hinaufdonnerte. Es stand nicht gut um die Bremser. Darum machte Pete plötzlich einen entschlossenen Vorstoß. Mit einem Riesensatz sprang er auf den letzten Wagen, an dessen Wand er sich festklammerte ungeachtet der Tritte und Hiebe, die auf ihn nieder- fielen. Der alte Lofty machte Miene, hinterherzuspringen. Die Lage wurde für die Tramps schlecht, da Tramps nie wissen, ob nicht noch mehr Bremser auf dem Zug sind und eingreifen können. Pete schlug um sich wie ein Berserker. Er hatte den jüngsten der iratips nach hinten in den Wagen gekippt und bekam jetzt Luft. Da war es der wllde Cop, der mit eiserner Ruhe die Lage rettete. Er bückte sich über die Kuppelung, und trotz der Schläge Loftys, die auf ihn nieder- praffeiten, löste er die Kuppelung. Lofty verschwand mit dem davonratternden Zug 312, er wurde immer kleiner und drohte immer wilder herüber. Jetzt fielen die drei Tramps über Pete her, den sie in den Wagen zogen und trotz feiner heldenmütigen Gegenwehr fesselten. Die Tramps hatten mehr auf ihre Keilerei geachtet als auf die kleine Tatsache, daß der Waggon, in dem sie sich befanden, weitergerollt und einen Moment stehengeblieben war. Dann aber begann er nach rückwärts zu rollen, immer schneller und unaufhaltsamer, denn der Zug hatte eben schon fast die Pellow Mountains erklommen, bevor der wilde Cop den letzten Wagen abgekoppelt hatte. Als die Tramps verwundert über den Wagenrand blickten, stellten sie fest, daß sie mit rasender Geschwindigkeit ohne Bremse zu Tal fuhren. Sie sahen sich an, und ihr Kampfesmut erlosch wie ein ausgeblasenes Licht. Sie wußten, daß sie sich jetzt in Gefahr befanden, und sie waren hilflos wie kleine Kinder, und noch hilfloser war der gefesselte Bremser... Als das Mädchen Mae die Gießkanne zu den Stangenbohnen getragen hatte, hörte sie ein sonderbares Poltern auf den Schienen, und sie sah den einsamen Güterwagen, der in rasender Fahrt die Schienen herabdonnerte. Das Mädchen Mae war an dieser Eisenbahnlinie groß geworden und wußte, daß der Ueberlandex- preß unterwegs war, der den Güterwagen wie ein Flaumflöckchen von den Schienen blasen würde. Als sie in ihrem braungelockten Köpfchen so weit gekommen war, erblickte sie drei verzweifelt winkende Gestalten auf dem Güterwagen. Dagegen sah der alte Green nicht viel, er spürte nur etwas, denn die Gießkanne voller Wasser ergoß sich über seine Beine, und Mae war verschwunden. Sie saß bereits auf dem Pferd des Postteiters, der drinnen in der Küche eine Taffe Kaffee trank, und galoppierte neben den Schienen her. Sie mußte den Wagen vor der Weiche überholt haben, und sie flog dahin, daß die Hufe des Pferdes einen Trommelwirbel schlugen. Langsam holte sie auf; sie erreichte den Güterwagen, der in sausender Fahrt war, und blieb eine Zeitlang auf gleicher Höhe mit ihm. Zwei der Tramps hatten die Haltung verloren, nur der wilde Cop lehnte mit feinen Armen auf dem Wagenrand und blickte mit eisernem Gesicht auf die Reiterin, ob fie gewinnen würde ober der Tod. Nur einmal vergaß er sich und versuchte bei diesem Fahrtwind eine Zigarette anzustecken. An diesem sinnlosen Versuch hätte vielleicht jemand eine Art von Nervosität erkennen können. Aber sehr rasch begriff er das und steckte sich die Zigarette gelassen hinter sein Ohr. Einer der Tramps war auf die Knie gefallen, der andere schrie mit ausgestreckten Armen verzweifelt auf das reitende Mädchen ein. Mae hatte keine Ohren für ihn, fie trieb ihr Pferd immer mehr an und überholte Zoll für Zoll den Güterwagen. Schließlich sah fie die Weiche. Ihre Hoffnung wurde getäuscht, der Weichenwärter hockte in einem Apfelbaum. Sie schrie ihm zu, er solle die Weiche umstellen, aber es war zu spät. Er konnte nicht mehr rechtzeittg die Weiche erreichen, obwohl er wie eine Katze aus dem Baume sprang. Mit einem letzten Spurt gewann Mae einen Vorsprung, zügelte das schäumende Pferd, sprang ab, rannte zur Weiche, und in dem Augenblick, in dem der donnernde Wagen die Weichenzunge erreicht hatte, flog der Handhebel herum, und der Wagen rollte auf totem Geleife aus. Tramps haben ein sicheres Gefühl für Großherzigkeit. Sie banden Pete los und verschwanden im Wald. Als Mae und der Weichenwärter angerannt kamen, sprang gerade Pete vom Wagen. „Das hab' ich immer schon mal gewollt", sagte er trocken, „hier absteigen. Jetzt ist es soweit!" „Das müssen wir ausnützen", antwortete das Mädchen. Sie setzten sich an den Waldrand. Von der Höhe sahen die drei zerflederten Tramps das Paar unten sitzen/ „Sie gibt ihm einen Kuß", sagte der Jüngste neugierig. Der wilde Cop, der das Leben kannte, holte gelassen die Zigarette vom Ohr, zündete sie an und fagte: „Bei einem bleibt sowas nicht." „Du hast recht!", sagte der zweite und spähte zum Waldrand. „Schade", knurrte der wilde Cop, „war ein prächtiger Junge; jetzt ist er verloren." Sie standen auf, und als es dunkel war, sprangen sie auf den Nachtzug. Zeitschriften. — Im Septemberheft der „Kühnst" (Verlag F. Bruckmann, München) gibt Ulrich Cyristoffel ein kurzes Referat der „Großen Deutschen Kunstausstellung 1940" in München. Dem gut bebilderten Beitrag ist eine sehr schöne farbige Reproduktion der „Auffindung des Moses im Nil" von Paolo Veronese vorangestellt. Paul Sackarndt macht interessante Ausführungen über die Kunst Hans Makarts. An Hand seiner Werke wird dargelegt, daß Makart nicht der Gestalter einer imaginären Renaissancewelt war, sondern ein Neulanderoberer zutiefst verwurzelt in seiner Heimat, der Ostmark, mit ureigener Gestaltungskraft. Die Berliner Ausstellung „Meister der Plastik" zeigt Werke von Kolbe, Klimsch, Scheibe, Wackerle, Albiker, Breker und Thorak. Fritz Hellwag arbeitet das Charakteristische im Wollen dieser Bildhauer heraus. Im zweiten Teil gibt M. H. Schilling einen lehrreichen Ueberblick über die Gartengestaltung von der gotischen Zeit bis zur Gegenwart. Entwürfe der Stuttgarter Gartengestalter Aldinger und Valentten zeigen, wie hoch die Gartengestaltung der Gegenwart steht. Der Berliner Architekt K. I. Pfeiffer hat ein sehr ansprechendes Wohnhaus geschaffen in idealer Verbindung zwischen Haus und Garten, die ebenfalls das von dem Hamburger Architekten Carl Hermann gebaute Haus auszeichnet. Repräsentative Wohnräume der Firma „Meisterräume", Berlin, geben ein Bild von der hohen Kultur deutscher Inneneinrichtungen. — Dr. Franz Ottmann macht interessante Ausführungen über den Städtebau. Die 7. Mailänder Triennale zeigte Jnnenräume und Einzelmöbel, von denen einiges wiedergegeben wird. OJL-tfport 6. Vereichs-Kanu-Staffelmeisterschast nahm der Bereichs- Walter Gutacker, Funk- und Fernsprechanlage der Rennen bedient. Am Schluß des Rennens wart für den Kanusport, der besseren Zusammenarbeit verdient piit 13:8 gewinnen konnten. Das Spiel brachte viele spannende Momente. Bei den Pflichtspielen gab es eine Reihe von Ausfällen. W.-Niedergirmes, Klein-Linden und Launsbach traten aus nicht verständlichen Gründen nicht an. Sie haben unter diesen Umständen nicht nur wichtige Punkte verloren, müssen vielmehr auch mit exemplarischen Strafen rechnen. Zum Austrag kamen: Tv. Krofdorf — Tv. Beuern 15:6 (6:4), Tv. Dutenhofen — Tv. Lützellinden 6:11. In Krofdorf kam wieder einmal mehr die derzeitige Spielstärke der einheimischen Mannschaft zum Vorschein, die Gäste, die selbst als recht gut bekannt sind, hatten nicht viel zu bestellen. Eine Halb- ben des Ausschusses soll alle Grünberger Soldaten, Arbeitsmänner, Eisenbahner, Beamten und Rote- Kreuz-Helferinpen auffordern, brieflich mitzuteilen, wie sie den Gallusmarkt draußen verleben und welche Gedanken sie dabei bewegen. Die eingehenden Antworten sollen gesammelt und als Erinnerungsstücke dem städtischen Archiv einverleibt werden. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 2. Sept. Aus dem heutigen Schweinemarkt standen 177 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 RM. pro Stück. Das Geschäft war ziemlich flott, es verblieb geringer Ueberstand. Mit dem Rekordergebnis von 13:0 (8:0) endete am Sonntag in Leipzig vor 35 000 Zuschauern der Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Finnland. Einen zahlenmäßig so hohen Sieg hat es schon lange nicht mehr gegeben. Dieser Erfolg ist bisher nur einmal übertroffen worden, und zwar vor 28 Jahren beim Olympischen Fußballturnier in Stockholm, wo am 1. Juli 1912 Deutschland über Rußland 16:0 siegte. Der Kampf in Leipzig stand unter der eindeutigen Ueberlegenheit der starken deutschen Elf. Beide Mannschaften traten wie folgt an: Deutschland: Klodt; Schneider, Moog; Kupfer, Dzur, Kitzinger; Plenen, Hahnemann, Walter, Conen, Arlt. Iußball-Länderkamps Deutschland - Finnland 13:0 (8:0). reit lang konten sie stondhalten, kamen dann aber immer mehr ins Hintertreffen und mußten schließlich eine hohe Niederlage einstecken. Dutenhofen war diesmal nicht bei der Sache. Die Mannschaft, die in letzter Zeit verschiedeittlich gute Spiele lieferte, war vollkommen durchgedreht. So nur ist es verständlich, daß sich Lützellinden nach und nach eine klare Feldüberlegenheit verschaffen konnte und daß das Spiel mit einer deutlichen Niederlage endete. Deutsche Gewichtheber-Melsterschasten in Alsfeld. Die deutschen Meisterschaftskämpfe der Gewichtheber wurden am Sonntag in Alsfeld mit den Entscheidungen im Feder-, Leicht- und Halbschwergewicht zu Ende geführt. In allen Klassen blieben die Titelverteidiger siegreich, also Richter (Wien), Jansen (Essen) und H a l l e r (Wien). Die Ergebnisse: Federgewicht: 1. Richter (Wien), 287,5 kg (Drücken 77,5 kg, Reißen 90 kg, Stoßen 120 kg); 2. Junks (Trier), 262,5 kg (75 + 82,5 + 105); 3. Kretschmar (Kiel), 252,5 kg (72,5 + 77,5 + 102,5); 4. Mühlberger (Frankfurt a. M), 250 kg (70 + 80 +100); 5. Gletki (Wilhelmshaven), 247,5 kg (72,5 + 75 +100). Leicht: 1. Jansen (Essen), 332,5 kg (97,5 +102,5 +132,5); 2. Schwitalle (Breslau), 320 kg (100 + 95 + 125); 3. Hermann (Wien), 310 kg (92,5 + 97,5 + 120); 4. Rettenbach (Wien), 300 kg (90 + 90 + 120); 5. Gerstner (Wilhelmshaven), 300 kg (85 + 95 + 120). Halbschwer: 1. Haller (Wien), 357,5 kg (102,5 + 115 + 140); 2. Gietl (München), 352,5 kg (112,5 + 107,5 + 132,5); 3. Szabados (Wien), 345 kg (105 + 102,5 + 137,5); 4. Ortlieb (Augsburg), 320 kg (97,5 + 95 + 127,5); 5. Gim- mersthal (Magdeburg), 307,5 kg (90 + 92,5 + 125). Am gestrigen Sonntag fand in Gießen auf der Lahn die 6. Bereichs-Kanu-Staffelmeisterschaft statt. Die Rennen wurden unter Leitung des Bereichs- fachwartes für den Kanusport, Walter/G u t a ck e r, Kassel, und, dem stellvertretenden Bezirksfachwart und Gemeinschaftsführer der Paddlergilde Gießen, Dr. Schwarzmaier, Gießen, vom Bootshaus der PaMergilde Gießen aus abgewickelt. Es hatten sich Paddler aus Kassel, Marburg, Hanau und Gießen eingefunden und in zähem Wettstreit die Besten unter sich ausgemacht. Die Kassela- ner brachten mit ihrer Renngemeinschaft (Kasseler Kanu-Club 1921 und Paddelsport Kassel) eine starke Mannschaft an den Start, die in der Klasse A (Renn-Faltboot) einen sicheren Sieg nach Hause fuhr und damit in chrer Klasse Bereichskriegsmeister wurde. Die Hanauer belegten den zweiten Platz. Gleich zu Beginn dieses Rennens gingen die Kasse- laner in Führung und behielten sie bis ins Ziel, obwohl das letzte Boot der Hanauer ziemlich aüf- holte, aber an der bereits vorher gefallenen Entscheidung nichts mehr ändern konnte. In der Klasse B (Wanderfaltboot) fuhren die Marburger und Gießener Paddler gegeneinander. Dieser Wettkampf sah nach dem 1. Boot die Marburger an der Spitze, die von ihnen gehalten wurde, und die das Nennen als Sieger beendeten. Die Staffelstrecke ging über zusammen 20 Kilometer, von denen jedes Boot 5 Kilometer zu fahren hatte. In Klasse A und B fuhren je 2 Einmann- Finnland: Sarnola; T. Asikainen, Karjagin; Heinonen, Lahti, V. Asikainen; Weckström, Gran- ström, Karhu, Teräs, Lchtinen. Mit dem deuffchen Antritt wirbelten die deutschen Stürmer durch die finnischen Reihen, wie man es bisher kaum jemals vorher gesehen. Unsere Elf benötigte nicht eine Minute zum Sammeln, vielmehr spielte die Mannschaft wie aus einem Guß. Die Finnen wurden sofort in die Abwehr gedrängt und blieben immer mehr in den Maschen und Fäden des meisterhaft genauen und technisch großartigen Spiels der Deuffchen hängen. Dazu kam, daß die Stürmer von ihrer Schußkraft reichlich und erfolgreich Gebrauch machten. Vor allen Dingen war es der Wiener Hahnemann, dessen „Torhunger" Kassel, die Siegerehrung in der üblichen Form vor. Die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung fand ihren Abschluß mit dem Gruß an den Führer. Nachstehend die Ergebnisse: Klasse A (Renn -Faltboot) Strecke 20 Kilometer (je 4 Boote je 5 Kilometer): 1. Sieg und Bereichs-Kriegsmeister: Renngemeinschaft Kassel (Kasseler Kanu-Club 1921 und Paddel-Sport Kassel, mit den Fahrern Fey, Schindehütte/Roddewig, Strippel, Winter/Rie- mann) 1.46.18,1 Stunde; 2. Paddlergilde Hanau mit den Fahrern Bartel, Ruppel/Kliffch, Fehlauer, Zün- del/Schütz 1.46.57,9 Stunde. Klasse B (Wanderfaltboot) Strecke 20 Kilometer (je 4 Boote je 5 Kilometer): 1. Sieg: Marburger Kanu-Club mit den Fahrern Ochs, Hermann/Sondermann, Kaphingst, Pawlowski/Schüler 1.55.23,8 Stunde; 2. Vaddler- gilüe Gießen mit den Fahrern Falkenhainer, Würzl/ Riedel, Büttner, Weber/Schäfer 1.58.41,8 Stunde. Boote und je 2 Zweimann-Boote. Für die Nachrichtenübermittlung vom Ziel bis zur Wende an der Einmündung des Gleibaches in die Lahn (2,5 Kilometer oberhalb des Bootsplatzes der Paddlergilde) hatte die Nachr.-HJ. vom Bann 116/Gießen eine gebaut und während Unentschieden auf dem Waldsportplah. Die Stimmen, die auf Grund der letzten Ergebnisse der Teutonen von einem Formrückgang der Mannschaft sprechen zu können glaubten, wurden im Spiel gegen die VfB.er eines Besseren belehrt. Wohl muß 'zugegeben werden, daß das technische Können nicht mehr auf der hohen Stufe früherer Jahre steht — bei welcher Mannschaft ist das nicht der Fall — demgegenüber aber sind der Kamvfgeist und der Siegeswille gleich geblieben. Spielerisch gesehen hatten die Grümveißen mehr Torgelegenheiten herausgespielt, als die Gäste. Aber was nützen nicht verwertete Torchancen? So kam es, daß bei Ablauf der 90 Minuten die Steinberger noch mit 2:1 Toren in Führung lagen und erst in der ersten Minute der zwei Minuten langen Verlängerung der Ausgleich fiel. Zur Würdigung der Leistungen beider Mannschaften sei nur gesagt, daß jeder einzelne bis zum Letzten kämpfte. Dem Schiedsrichter Schmidt (Dillenburg), der wie gewöhnlich sehr großzügig leitete, stellten sich folgende Mannschaften: Watzenborn-Steinberg: Burger Buß Fett Burger Hinz Martini Buß Bernhardt Schmidt Heil Harnisch Schlitz Funk Gröning Kramer Ehmann Nikolei Kramer II. Mattern Fleischhauer Schlitz Gießen: Rohn Bei den Gießenern fehlten Hofmann und Anton; das Fehlen des letzteren dürfte dafür mitbestimmend gewesen sein, daß sich die Gastgeber das halbhohe Spiel der Gäste aufdrängen ließen. Die Steinberger hatten Anstoß, der jedoch abgefangen wurde. Im Gegenzug schoß Gröning daneben. Auf der Gegenseite schoß Schmidt überraschend, jedoch ohne Erfola. Auf eine Flanke von rechts fiel das erste Tor für Gießen. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, denn einen scharfen Schuß konnte der Gießener Hüter nur hinter der Linie abwehren. Hierdurch kamen die Steinberger etwas in Vorteil im Mittelfeld. Als dem zurückgekommenen Kramer ein Rückzieher mißglückte, schoß der Halblinke den zurückprallenden Ball entschlossen zur 2:1-Fuhrung für Steinberg ein. Trotz aller Bemühungen änderte sich dieser Stand bis zur Halbzeit nicht mehr. Nach Wiederbeginn spielten die Steinberger fast durchweg defensiv, ohne jedoch durch blitzschnelle Durchstöße an Gefährlichkeit einzubüßen. Eine hierdurch bedingte Ueberlegenheit der Platzbesitzer konnte nicht zu Toren ausgewertet werden. Immer wieder war ein Bein eines Spielers das Hindernis, das nicht überwunden werden konnte. In der Verlängerung war es dann Gröning vergönnt, eine Flanke von rechts, die von Kramer geschickt weikergeleitet wurde, einzuköpfen und hierdurch wenigstens einen Punkt zu retten. Oer Handballsonntag. Die Mannschaft des Tv. Hochelheim trat im Rahmen des Sporttages der Gemeinde Garbenteich gegen die neu zusammengestellte Mannschaft der Sportgemeinde Garbenteich an und gewann gegen die eifrig spielenden Einheimischen klar mit 19:7 (8:3). Wenn auch hier und da Härten aufkamen, so haben die alten Kameraden aus Garbenteich doch bewiesen, daß sie noch spielen können. Gegen die überragende Spielweise der Meistermannschaft aus Hochelheim war dagegen nicht anzukämpfen. In Hörnsheim standen sich Hörnsheim und Dornholzhausen gegenüber, das die Einheimischen dank Vrehmarkt joll, wie üblich, aus der Lehmkaute stattfinden, während der Krämermarkt innerhalb der Stadt, auf Markt- und Kirchenplatz nebst angrenzenden Straßen, abgehalten werden soll. Für Beschickung des Juxplatzes, wovon man im vorigen Jahre abgesehen hatte, soll diesmal Sorge getragen werden. Weitere Veranstaltungen, wie Platzkonzerte auf dem Marktplatz sowie unterhaltende und gesellige Darbietungen in der Turnhalle sind vorgesehen. Aehnlich wie beim vorjährigen Gallusmarkt der Ausschuß Schreiben an alle im Felde stehenden Grünberger sandte, soll auch diesmal der Gallusmarkt, das Grünberger Heimatfest, Anlaß bieten, in Verbindung mit all denen zu treten, die diesen Tag fern der Heimat verbringen müssen. Ein Schrei- Oer Narvik-Schild. Der vom Führer gestiftete „Narvik-Schild" enthält, von dem Hoheitszeichen gekrönt, Edelweiß, Anker und Propeller. Er wird nur zur Uniform aetragen, und zwar für Heer und Luftwaffe silberfarben, für die Kriegsmarine goldfarben, von allen, die an der Landung in Narvik ober in den Kämpfen der Gruppe Narvik ehrenvoll beteiligt waren. Im Auftrage des Führers erfolgt die Verleihung durch den Befehlshaber der Gruppe Narvik, General der Gebirgstruppen Dietl. — (Scherl-Bilderdienst-M.) an diesem Tage kaum zu stillen war. Ausgezeichnet die Läuferreihe, in der Dzur in der Mitte aufmerksam, schnell und sicher spielte und dadurch hinter der wieder großartigen Leistung von Kupfer und Kitzinger kaum zurückblieb. Der Mannheimer Verteidiger Schneider rechffertigte seine Berufung zur Nationalmannschaft. Neben ihm machte der Kölner Moog eine sehr gute Figur. Klodt im Tor hatte sehr wenig Arbeit und mußte während der ersten 45 Minuten Überhaupt nur einen schweren Schuß meistern. Das Glanzstück der deuffchen Mannschaft war der Jnnensturm mit Hahnemann, Walter und Conen. Die beiden Außenstürmer Plenen und Arlt fielen gegen dieses großartige Terzett etwas ab, schmäler- Schicki illustrierte an die Front! Der Frontsoldat wird dafür dankbar sein. len aber keineswegs den Eindruck einer abgerundeten, reifen Leistung. Hinter dem schlagstarken deutschen Angriff stand eine genaue, hervorragende Deckung, in der Kupfer und Kitzinger erneut ihr überragendes Können ausstrahlten. Der Mittelläufer Dzur gab bei seinem ersten Spiel in der Nationalelf eine gute Vorstellung; Finnlands Stürmer wurden bereits von dem Dresdener beim Aufbau ihrer Angriffe wirkungsvoll gestört. Das Schlußdreieck Klodt—Schneider—Moog stand vor keiner schweren Aufgabe, denn die Finnen waren nicht in der Lage, unsere Neulinge auf ihren wahren Wert hin zu prüfen. Bei den Finnen klaffte zwischen Angriff und Deckung eine riesige Lücke, die von den Außenläufern Heinonen und V. Asikainen nie geschlossen werden konnte. Der Mittelläufer Lahti hatte dadurch die Hauptlast der Abwehrarbeit zu tragen; es muß ihm bescheinigt werden, daß er sich als sehr nützlich und als der beste finnische Spieler erwies. Sehr tapfer schlug sich auch der bessere Verteidiger T. Asikainen, der zusammen mit seinem Kameraden Karjagin von den Deutschen kaum eine Minute in Buhe gelassen wurde. Der finnische Torwart wies Licht und Schatten in gleichem Maße auf; er hielt einige Bälle wunderschön, stand aber zuweilen regungslos auf einem Fleck. WWsMsb« Roman von Helene Kalisch \ - Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 6. Kapitel. Zwei Tage lang reden Bergholz und seine Frau fast nichts miteinander. Der letzte Auftritt, der an Heftigkeit alle vorangegangenen übertraf, hatte zur Folge, daß sie sich beide sagten: „So darf es nicht weitergehen." Bergholz ist über sich selbst erschrocken und beunruhigt. Was ist los mit ihm? Wo sitzt der Riß, der Fehler, der bewirkt, daß die Bremse nicht mehr gehorchen will, mit der er die nötigen Hemmungen einzuschalten hat, wenn üble Gewalten ihn in einen verderblichen Schwung reißen. Niemals hätte er die Möglichkeit zugegeben, gegen eine Frau tätlich werden zu können. Das sei gegen seine Natur, hat er. gemeint. Da es fast — oder vielmehr tatsächlich — dazu gekommen ist, muß er sich selbst wohl anders sehen als bisher. Diesmal brennt nicht nur Beschämung in ihm wie oft schon, wenn er bei den endlosen Reibereien um seine Selbstbeherrschung kam und die Haltung verlor. Unsicherheit ist in ihm und ein beinahe unheimliches Gefühl. So erwägt er gar nicht, was ihn zu dem Wutanfall getrieben hat. Jede Belanglosigkeit kann das ja wieder bringen. Aber daß es geschehen ist unb sich wiederholen kann, steht als droyendes Wamungs- Zeichen vor ihm. Und darüber ist auch Erna am meisten erschrocken. In ihr duckt sich etwas in leiser Furcht. Das hat sie nicht erwartet. Was sie gegen ihren Mann aufbringt, sie immer von neuem treibt, ihn bis aufs Blut zu reizen, ist nichts als Gegenwehr. Sie fühlt, daß er ihr entgleitet. Ihre Verliebtheit ist — wie die vieler Menschen — im Grunde Eigenliebe, ist Geliebffeinwollen. Sie kämpsl auf ihre Weise um den Mann, um ihr Besitzrecht an ihn. Sie fühlt jetzt aber, daß sie den Bogen überspannt hat. Bisher war es für sie ungefährlich, bei aufbrennenbem ternehmen gemeinsam fortsetzt. Bergholz ist davon nicht gerade entzückt, obwohl er Dreyer als feinen, klugen Menschen schätzt. Abek der alte Herr hört schwer und leidet außerdem an einem Sprachfehler. Bergholz seufzt dem unversehens abgekürzten Alleinsein nach, das ihm wohlgetan hat, und nach einer Viertelstunde sucht er heimlich nach einem Vorwand, sich der etwas anstrengenden Unterhaltung zu entziehen. Wie er dabei einen Blick umherschweifen läßt, findet er sich vor einem bekannten Hauseingang. Er b eibt stehen und müht sich, dem anhänglichen Be- gletter beizubringen, daß er hier im Hause noch einen Besuch machen muß. Es vergeht noch eine Weile, ehe er den stotternden Geheimrat los wird. Dann steigt er die Treppe zu Käte Webers Woh- nung empor. Seit dem Tode ihrer Mutter vor zwei Jahren ist er nicht mehr hier gewesen. t Kisidheits- und Jugendfreundschaft mit Kate Weber ist aus dem freundschaftlichen Verkehr ihrer beiden Mütter entstanden. Die feinige war ein paar Jahre früher als Frau Weber gestorben, fordern hatte er noch zwei- oder dreimal hier bei Kate unb ihrer Mutter einen Besuch gemacht. Kate wird staunen, denkt er, und zugleich fällt ihm ein daß er sie ja vor einigen Tagen in der Oper getroffen hat. Das hat er vergessen. Bereits an dem Opernabend war ihm kein Gedanke mehr an die Jugendgefährtin gekommen. Eigentlich hätte er sich nach dem Schluß der Vorstellung nach ihr zumal sie fast den gleichen Heim- hEe er anderes im Sinn Sn w' W " 6inm $ormanb feinen ©r läutet an der Tür. Käte öffnet selber. Sie ist « en< ^rügend in sein Gesicht i h‘,e;^anhA bie eT if)r gereicht hat, eine ter $ -et 'A.ff^tsich bat dein überraschen- ber Besuch fernen schlimmen Anlaß", sagt sie biArJd>Uk ben Kopf. „Es kommt auf fchümm oder unerheblich nennen wwft Um ganz ehrlich zu fein: Ich habe mich so- ±3 ™ ernem etwas lästigen Begleiter frei ae- „So weht dich nur ein Zufallswind zu mir her? TrM^ähn " ui ich dein Kommen, Hans! — * (Fortsetzung folgt.) Neumann zählen. Erna kann sich noch immer wie ein Backfisch auf eine Tcmzerei, ja auf jede« Vergnügen freuen. Alle Unwetterwolken scheinen verflogen. Jrn Auto, während der Fahrt zum Festsaal, lacht und schwatzt sie ununterbrochen. „Sie ist wie ein Kind", denkt Bergholz, „das erbost der Puppe den Kops abreißt und in der nächsten Minute wieder eifrig und zärtlich mit ihr spielt." Und er fühlt: Das tjt bas Schlimmste! Dagegen kann man nicht kämpfen. Die Festlichkeit ist leidlich und ohne neue Frie- densstörung verlaufen. Erna sieht hübsch aus in ihrem blaßgrünen Kleide aus Seidenkrepp. Die zu meist reichlich angejahrten Kavaliere, aber auch die jüngeren Herren unffchwärmen sie, und das gefällt 'hr sehr. Sie strahlt vor Vergnügen. Ihre manchmal recht schwach begründete Lustigkeit mag wohl einer urwüchsigen, unverlierbar in ihr veranlagten Lebensfreude entquellen. Sie verleiht ihr eine, gewisse Grazie. Daneben eine sauertöpfische Miene zur ^Jr?0en' märe stilwidrig. Bergholz gibt sich redliche Muhe es nicht zu tun, und fügt sich dem Rahmen em. Aber das ist auf die Dauer anstren- gend. Und harmlose Fröhlichkeit kann man sich nicht abzwingen, man kann sie höchstens eine Weile vorspiegeln — mit mehr oder weniger Erfolg. Am Sonntagoormittag ist es still in der Wohnung Das Kommen und Gehen der Patienten fehlt, das wochentags Unruhe bringt. Erna schläft Bergholz nimmt die seltene Gelegenheit zu einem r£a31^Sn9 mahr. Seltsam mutet ihn die sonntäg- liche Stille in den Straßen an. Er geht gemächlich, ohne Ziel, und kommt sich vor, als sei er verreist. Ohne es zu beabsichtigen, kommt er in den Tier- M:t tisftn At-mzÜgm saugt er bie feuchte Kuhle m sich hmem. Sie belebt unb erfrischt Um ®-,.ro.an«irt. durch stille, abseitige Parkwege unb nähert fid) im Bogen wieder dem Hansaviertel. Da chwenkt von der anderen Straßenseite her ein Herr leinen breitrandigen Hut. Geheimrat Dreyer fft's ,Ckm^Len£' rberr-ki4 s-itabstänben von b9^^elü taV' V°.rgh°lz hasst, daß er vorbei- gebt Aber nein, der alte Herr steuert mit Seiten- wind auf ihn zu Gr gefjt aud} fpa^eren. Als er vernimmt, daß Bergholz das gleiche tut, scheint er es für eine Selbstverständlichkeit zu halten, daß man das Un- Streit die Flammen zu schüren, zumal sie weniger unter den Zerwürfnissen litt und die heftigen Auftritte besser und ohne Nachwirkungen vertrug. Jetzt aber ist sie in der Sicherheit und Unbedenklichkeit ihres nur vom Gefühl und Trieb geleiteten Wesens ein wenig erschüttert. Und deshalb läuft sie diesmal nicht gleich wieder klageführend ins Elternhaus, wie sie es sonst tat. Es ist ihr doch ein bißchen peinlich, daß es am gleichen Abend nach dem kaum beigelegten Zwist zu einem neuen heftigen Auftritt gekommen ist, wenn sie sich auch keineswegs die Schuld daran zumißt —*• das tut sie grundsätzlich nie. Nur das Unumgänglichste haben sie während der zwei Tage miteinander gesprochen. Bergholz fühlt sich nach der Tageszeit ungewöhnlich müde. Nach Dem Abendessen zieht er sich in sein kleines, neben dem Behandlungsraum liegendes Arbeitszimmer zurück, weil ihn das verdrossene, lähmende Schweigen Ernas quält. Die Blicke seiner Frau, die oft sein Gesicht, seine Augen suchen, sind ihm unangenehm. Er weiß nicht, was in ihr vorgeht, mutmaßt aber, daß sie diesmal nicht nur zürnt, trotzt und schmollt, sondern daß sie jetzt vielleicht von Empörung und Zorn zu Erwägungen getrieben wird, die sich mit der Frage der Lösung eines für sie beide immer unerträglicher werdenden Zustandes beschäftigen. Da beginnt Erna am dritten Tage, am Samstagmorgen, ganz gemütlich zu plaudern, als lebten sie in schönster Einigkeit. Sie macht das öfters so und tut sich etwas darauf zugute, nicht nachtragend zu sein, ein versöhnliches Gemüt zu haben. Aber es steht dann meist eine Ueberlegung oder Berechnung dahinter. So auch diesmal. Sie spricht von einem Stiftungsfest, das am Abend gefeiert werden soll. Der Mann starrt sie erst an, als rede sie chinesisch. Soll das wieder das Endergebnis eines mehrtägigen inneren Kampfes, vieler bitterer Selbstvorwürfe und innerer Auflehnung sein, daß man miteinander zu einem spießigen Vereinsball geht? Gallig bittere und ironische Worte drängen sich ihm auf die Zunge, über er schluckt sie hinunter und fragt nur: „Liegt dir denn so viel daran?" „Aber natürlich! Wir sind doch alle Jahre hingegangen und müssen es schon Papas und Neumanns wegen tun. Es gäbe für meine Eltern ein unangenehmes Gefrage und Gerede, wenn wir nicht kämen!" Also sind sie abends beim Stiftungsfest des Kegelklubs, zu dessen Mttgliedern Ernas Vater und Onkel