190. Jahrgang Nr. 181 Eichener Anzeiger vrühlfche Univerfttakdniäerei B. Lange General-Anzeiger für Oberhessen ^»ietzrn,^q«iftr-b«r-^ Zreitag, 2. August M0 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anreigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel S Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25“/° mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 OhneIllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. Zwischen Saarbrücken und Mülhausen. Von unserem R. p.-Sonderkorrespondenien. n. Wer heute, sechs Wochen nach den Kämpfen in Lothringen und in den Vogesen, diese Gebiete diesseits und jenseits der einstigen Grenze besucht, versteht den Sinn und den Segen all der deutschen Maßnahmen, die zum Schutze von Volk und Land in den Grenzgauen, der sogenannten roten Zone, durchgeführt wurden. Die Maginotlime hatten die Franzosen zum Teil bis unmittelbar an die deutsche Grenze herangeführt. Z. B. gegenüber Saarbrücken war auf dem im 70er Krieg hart umkämpften, blutgetränkten Roten Berg der Spicherer Höhen, an dessen Fuß die lothringische Grenze liegt, ein schweres Defestigungs- werk errichtet worden, das nicht nur die große Straße Saarbrücken—Metz geradezu ab riegelte, sondern das ganze ebene Vorland, den einstigen Großen Exerzierplatz der Saarbrücker Vorweltkriegsgarnison, bis zur Weichbildgrenze Saarbrückens und bis zur letzten Geländefalte beherrschte und die großen Hüttenwerke in Bürbach und Völklingen gewissermaßen in der Kimme ihrer Geschütze hatte. Nun, des Führers weise Voraussicht, sein Wille und Befehl hatten dafür gesorgt, daß diese bedeutsame Grenz- und Industriestadt mit ihrem wichtigen Hinterland nicht schutzlos blieb. Der deutsche W e st w a l l hatte Stadt und Land dieser vorspringenden Saarecke in seine bewehrten Arme geschlossen und diese Schutzwehr nicht nur vor den Augen der französischen Postierungen begonnen, sondern unter dem Geschütz, und MG.-Feuer des Feindes erfolgreich beendet. Hier hat sich mancher brave Westwallarbeiter das Eiserne Kreuz verdient. Die Folgen zeigten sich sehr bald: An dieser Ecke hat der Franzose nicht versucht, sich Saarbrücken zu nähern. Die einzigen vorübergehenden Erfolge erzielte er weiter südlich bei Sa arge münd, wo er sich in den ersten Wochen des Krieges im Vorfeld bis zum Birnberg vorwagte, bald aber mit recht blutigen Köpfen heimgeschickt wurde. Dagegen war es den deutschen Grenztruppen gelungen, schon im Oktober 1939 ihre Vorfeldstellungen bis Forbach vorzutreiben und damit die beherrschenden Spicherer Höhen in ihren Besitz zu nehmen. Gerade in dieser Ecke der Saarfront waren die Vorfeldkämpfe immer sehr lebhaft; der Franzose wurde ständig beunruhigt und Schritt um Schritt zurückgedrängt. Morsbach, Roßbrücken, Merlenbach an der großen Straße von Saarbrücken nach Metz fielen nach und nach in deutsche Hand, Merlen- b a ch, ein großes, lothringisches Bergmannsdorf, im Mai d. I. bald nach dem Beginn des deutschen Feldzuges im Westen. Dadurch wurde Frankreich mehr und mehr von seinen lothringischen Kohlengruben abgedrängt, von denen der bekannte Schacht „R e - m e a u x" in der Zeit des Völkerbundsregimes im Saargebiet, 10 Meter von der saarländischen Grenze entfernt, niedergebracht worden war, um von hier aus unter die Reichsgrenze hindurch die reichen Kohlenlager des Warndt abzubauen. Alle diese Orte gehörten bereits zu der Bunkerlinie der Maginot- befestigungen. Wie hart hier in dieser Zeit der Vorfeldkämpfe gerungen wurde, beweisen die zum Teil sehr weitgehenden Zerstörunge durch Beschuß und Sprengungen. Die vielen Laubhütten in den dichten Buchenwaldungen dieses Gebietes deuten auf die Zusammensetzung der hier eingesetzten französischen Verbände hin. Farbige Truppen haben hier ihr Unwesen im wahrsten Sinne des Wortes getrieben. Die Wohnungen der lothringischen Bevölkerung dieser Dörfer wurden bis zum Letzten aus geplündert. Polstersessel, Betten, Ma- hagonistjchle und -Tische, Hausgerät hat man herausgeschleppt und alles in den zum Teil sehr primitiven Unterkünften verwendet, wo sie unter dem Einfluß der Witterung verkommen sind oder zerstört wurden. Was nicht durch die Kriegseinwirkungen zerstört wurde, wurde von den französischen Truppen rücksichtslos vernichtet und vergeudet. -So trafen wir in einem Dorfe der Maginotlinie zwei Einheimische, noch in der französischen Uniform, die gerade aus dem Gefangenenlager eingetroffen waren. Sie zeigten uns ihr bäuerliches Anwesen. Die Scheune hatte man einfach niedergerissen, weil die französische Stellungstruppe keine 100 Meter davon entfernt sich einen Unterstand gebaut und dazu Gebälk und Türen verwandt hatte. Auch bei den meisten übrigen Häusern finden sich gleiche Zerstörungen, während Kampfeinwirkungen nur in einigen Fällen festzustellen sind. Wie wir von verschiedenen anderen französischen Soldaten der lothringischen Bevölkerung erfuhren, machten sich die Franzosen aus Jnnerfrankreich ein besonderes Vergnügen daraus, die lothringischen Ortschaften zweck- und sinnlos zu verwüsten. Man trifft deshalb auch in den Kampfgebieten kaum eine Ortschaft an, die nicht mindestens durch Plünderung stark gelitten hat. Beweisen schon diese Feststellungen, daß französischerseits keinerlei Vorsorge getroffen worden war, um das Eigentum der evakuierten Bevölkerung zu schützen, so erfährt man von den langsam zurückflutenden Bevölkerungsteilen, daß von einer Betreuung oder geordneten Rückführung kaum gesprochen werden kann. Niemand hat sich um die Lothringer oder Elsässer gekümmert, und in den Beherbergungsgebieten wurden sie vielfach als „Boche" bezeichnet und entsprechend behandelt. Wenn je bei ihnen Sympathien für Frankreich bestanden haben sollten, so sind sie nach ihren jetzigen Erfahrungen restlos davon geheilt. Sie müßten verzweifeln angesichts ihrer zerstörten Heimat, wenn nicht von deutscher Seite hier eine Betreu- ungs- und Aufbauorganisation einsetzte, die sich einmal mit der Unterbringung und Versorgung der Bevölkerung befaßt, zum andern durch Einsatz entsprechender Aufbaukommandos Unterkunftsrnöglichkeiten schafft, um die Gebiete langsam wieder bewohnbar zu machen. ,.r, r „ Es ist viel zu tun, weil französrscherseits alles unterlassen wurde, was die Existenz der Bevölkerung hätte sicherstellen können. Man versteht, wenn diese schwergeprüfte Bevölkerung trotz des trostlosen Zustandes ihrer Wohnungen froh ist, jetzt der deutschen Ordnung zu unterstehen. Durch die Anleitung und Beaufsichtigung der deutschen Aufbaukommandos wird die Bevölkerung, soweit sie bereits zurückgekehrt ist, mit allem versorgt, was ihr die Möglichkeit gibt, sich zunächst notdürftig einzurichten und sich nutzbringend zu beschäftigen. Leider bieten die Felder infolge der Kurzsichtigkeit der französischen Behörden kaum nennenswerte Lebensmittel. Deshalb ist auch die Viehhaltung zunächst äußerst schwierig. Doch sorgt auch hier deutsche Organisation dafür, daß die vernachlässigten Wiesen gemäht und die Felder in Ordnung gebracht werden. Der Unterschied zwischen den Verhältnissen auf deutscher Seite und hier ist so kraß, daß man auf lothringischer Seite den Eindruck hat, in ein völlig ausgestorbenes und verödetes Land zu kommen. Kapitulation oder Vernichtung. Die römische Presse zur Kriegslage. Rom, 2. Aug. (Europapreß.) In mächtigen Schlagzeilen unterstreicht die römische Presse, daß die kriegerischen Operationen gegen England im Norden, im Mittelmeer und in Afrika in vollem Gange sind. Häufig sei in der neutralen Presse die Ansicht geäußert worden, daß England nun durch die Blockade der „Insel" erstickt werden Rio de Janeiro, 2.Aug. Der britische Hilfskreuzer „Alcantara" tief am Donnerstagvormittag in den Hafen von Rio de Janeiro ein. Der Hilfskreuzer hat nach einem amtlichen Londoner Kommunique vom Mittwoch einen Kampf mit einem deutschen Kaperschiff ausgefochten. Schon als das riesige englische Schiff (22 209 VRT.) in den Hafen einlief, konnte man sich durch Augenschein davon überzeugen, welche schwere Beschädigungen es bei dem Gefecht erlitten hat. Das Schiff muß Treffer unter der Wasserlinie erhalten haben, denn ein Teil des Schiffsrumpfes ist vollgelaufen. Die „Alcantara" liegt nach Backbord über, das Heck liegt sehr tief im Wasser, während der Bug hoch aus dem Wasser hervorragt. Britische Kapitalanlagen in Brasilien verstaatlicht. Mailand, 1. Aug. (Europapreß.) Wie „Sera" aus Rio de Janeiro meldet, hat der brasilianische Staatspräsident durch Dekret die Verstaatlichung der großen Eisenbahngesellschaft Brasil Railway Company und aller ihrer Tochtergesellschaften, d.h. etwa eines Dutzends EifenbahngesellschafteU in Brasilien, an- geordnet. Da das Kapital dieser Gesellschaften Der Wehrniachtsbericht vom Donnerstag. Berlin, 1.Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Durch die Wetterlage war die Tätigkeit der Luftwaffe auch am 31. Juli stark beeinträchtigt. Bei der bewaffneten Aufklärung im Kanal und im Seegebiet westlich der S cilly-I nseln wurden einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit Bomben angegriffen. Mit schwächeren Kräften durchgeführte Nachtangriffe richteten sich gegen Schiffsziele und Anlagen in südenglischen Häfen sowie gegen feindliche Scheinwerferslellun- gen. Explosionen und Brände wurden beobachtet. In den Abendstunden kam es in der höhe von Dover zu Luftkämpfen zwischen britischen Spit- fire-Jagdflugzeugen und deutschen Messerschmitt- Jägern. Ohne eigene Verluste gelang es hierbei, Hannover, 1. Aug. (DNB.) Tief hängen die Wolken in der Nacht zum 1. August über der nordwestdeutschen Tiefebene, vielleicht kaum 400 Meter hoch. Fünf feindliche Bombenflugzeuge flogen Hannover in dieser Nacht an, und zwar in großer fiöfye. Sie wurden von dem Flakfeuer, das durch die Wolkendecke geschossen wurde, abgedrängt ohne ihre Bomben abwerfen zu können. Eine sechste Maschine indessen, die gegen 2 Uhr nachts Hannover anfloa, warf zwei Bomben ab, die in das Gebiet der Südstadt fielen. Hier ist weit und breit keinerlei militärische Anlage zu finden, ganz zu schweigen von Rüstungsbetrieben oder ähnlichen Unternehmungen. Dieses Viertel ist ein reines Wohnvi ert el. Ganz davon abgesehen aber hatte der feindliche Flieger gar feine Möglichkeit, in die- solle, ohne daß ein direkter Angriff auf die englische Insel erfolge. Diese Ansicht sei ungereimt. Es liege kein Grund vor, gegen den Gegner keinen tödlichen Schlag zu führen, um den von England verschuldeten Krieg durch einen raschen und völligen Sieg zu krönen. Nach der B o m - bardierungvon Dover, die den Engländern eine ausreichend gute Kenntnis der Taktik der deutschen Flieger vermittelt und die sicher tiefen Eindruck auf die englischen Gemüter gemacht habe, seien solche Vermutungen dahin. Die Ergebnisse dieser „offensiven Erkundungen" seien in der Tat für Dover furchtbar gewesen. In wenigen Minuten seien die wichtigsten Anlagen des großen Hafens für unbestimmte, aber gewiß nicht kurze Zeit, völlig unbenutzbar gemacht worden. Durch die Versenkung einiger Schiffe aber durch deutsche Flieger sei auch der Hafen selbst für den Schiffsverkehr zum größten Teil unbrauchbar geworden. „Giornale d'Jtalia" erklärt: Es bestehe kein Zweifel, daß bie* innere und die äußere Lage Großbritanniens sehr viel ernster sei, als dies aus wenigen und fragmentarischen Enthüllungen einiger englischer Blätter und aus zufälligen Berichten von Augenzeugen hervorgehe. England sei nicht nur bereits vom Kontinent verjagt worden, sondern es beginne sich auch sein Ausschluß aus jenen Gebieten abzuzeichnen, wo es seit Jahrhunderten seine Macht entfaltet und auf die es zum größten Teil seine Weltherrschaft gestützt habe. „Tribuna" erklärt, daß es für England heut^ nur eine Alternative gebe: entweder bedingungslose Kapitulation ober völlige Vernichtung. Der Krieg habe heute ben Charakter eines europäischen Krieges verloren unb die Form einer Aktion ganz Europas gegen einen einzigen Staat angenommen, der sich ber Neuordnung widersetze. sich zum großen Teil in britischen Händen befindet, mit kleinen französische«, belgischen unb nord amerikanischen Beteiligungen, beginnt das englische Eigentum in Südamerika unter ben Folgen ber Prestige-Einbuße Großbritanniens bereits zu leiben. Der Beschluß des brasilianischen Präsibenten hat nach Meinung der „Sera" in diesem Augenblick nicht nur wirtschaftliche unb finanzielle, sondern auch politische Bedeutung. Englands Blockadeausdehnung „gefährlich und unüberlegt". Madrid, 2. Aug. (Europapreß.) Zu der von dem englischen KriegswirtschaftsmiAister D a l t o n angekündigten Ausdehnung der britischen Blockade schreibt die Zeitung „ABC" am Donnerstag: „England stellt sich damit der ganzen Welt entgegen. Sogar die USA., die soviel Sympathien für England aufbringen, äußerten ihre Besorgnis über Englands Vorhaben, da auch ihr Außenhandel bedroht ist. Die Ausdehnung einer Blockade über das Kreisfeld ber Kriegsteilnehmer hinaus ist eine ernste Maßnahme von schwerwiegenden Folgen, um so mehr, als sie nicht bas eine oder anbere Land betrifft, sondern ben ganzen Kontinent erfallt. Man kann kaum glauben, baß England diesen so gefährlichen Schritt genügend überlegt hat." fünf britische Jagdflugzeuge und zwei Sperrballone abzuschießen. Beim Einstiegen einzelner britischer Bombenslug- zeuge im Laufe des Tages in norwegisches, dänisches und holländisches Gebiet wurden drei weitere feindliche Flugzeuge abgefchof- f e n. Die von feindlichen Flugzeugen in der Nacht zum 1. August in Nord- und Westdeutschland abgeworfenen Bomben richteten nur geringen Schaden an. Lin in größerer Höhe über den Wolken fliegendes feindliches Flugzeug warf eine Anzahl von Bomben in das Sladtinnere von Hannover, weitab von jeder militärischen Anlage, hierbei wurden mehrere Häuser schwer beschädigt, einige Personen getötet und verletzt. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern acht Flugzeuge, zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. ser mondlosen Nacht unb aus einer Höhe von wenigstens 5000 Meter irgenbein Ziel unterhalb ber mehrere taufenb Meter starken Wolkenbecke zu erkennen. Zu feige, um bie Wolkendecke zu burchstoßen unb sich ein Ziel zu suchen, warf er bie Bomben a u f bie Wohnstätten frieblicher Bürger, Bomben schweren Kalibers, wie bie Verwüstungen, bie sie anrichteten, zeigen. Während bie eine auf die Straße fiel unb bie Fronten mehrerer Häuser stark beschädigte, traf bie zweite ben hinteren Teil eines Gebäubes. Sie burchschlug bas leichtgebaute Haus — einen Bau aus dem Jahre 1926 —, und zwar in nahezu senkrechtem Einfall. Auch bas läßt auf bie Höhe schließen, aus der ber Feindflieger feine Bomben abwarf. Dies ift, wie es nach den ähnlichen Angriffen Britischer Hilfskreuzer im Kampf mit deutschem Kaperschiff schwer beschädigt. Mit Treffern unter der Wasserlinie in eingelaufen. AngriffegegenSchiffszielenndsüdenglische Häfen Mische Wen ans Wohnviertel Hannovers. Feiger nächtlicher Lleberfall aus großer Höhe im Schutz dichter Wolkendecke. Das isolierte Pfund. In diesem „merkwürdigen" Kriege kehren sich für England alle Hoffnungen m ihr Gegenteil. Einkreisen wollte man Deutschland — und wurde selbst eingekreist. Blockieren wollte man Deutschlanb — — und ist heute selbst blockiert. Den Krieg ausweiten wollte England — und steht heute allein dem Deutschland gegenüber, das Polen vernichtete, bie Enaländer aus Norwegen vertrieb, Holland und Belgien zur Kapitulation zwang unb das stolze Frankreich so vernichtend schlug, baß es bedingungslosen Waffenstillstand erbitten mußte. Den Krieg hat England bamit bereits verloren. Aber es hat auch ben Frieden bereits verloren. Um seines Gelbsacks willen zog England genau wie 1914 auch biesmal wieder in den Kampf. Mit seinem Gelbsack hoffte es, ben Krieg zu gewinnen. Noch immer war ja das Pfunb die „Weltwährung". Zwar hatte bereits ber vorige Krieg bie Gefahr her auf beschwor en, baß der amerikanische Dollar bas Erbe bes Pfundes antreten würde, aber Amerika verstand es nicht, die günstige Situation zu nutzen. Wie sich Wilson diplomatisch und politisch von ben gewiegten Routiniers Englanbs unb Frankreichs ausschalten ließ, so würbe ber Einfluß Wallstreets sehr bald roieber von der englischen City zurückgedrängt. Das Pfund blieb bie Weltwährung. Die amerikanische Handelspolitik, bie nicht einsehen wollte, baß bie Bedeutung bes Goldes nur erhalten bleiben konnte, wenn eine vernünftige Neuverteilung vorgenommen würbe, b. h., wenn bie großen Golbbesitzer, also in erster Linie Amerika selbst, bereit waren, eine passive Handelsbilanz in Kauf zu nehmen, sah im Gegenteil ihr vornehmstes Ziel darin, große Ausfuhrüberschüsse zu erzielen. Das Resultat war, daß immer mehr Gold nach den Vereinigten Staaten strömte (heute sind von rund 27 Milliarden Goldbestand ber gesamten Wett über 20 Milliarden im Besitz der USA.) unb bie golbarmen Völker immer weniger in der Lage waren, mit Gold zu bezahlen. Sie konnten infolge- besten immer weniger kaufen. Der Wellhandel ging zurück, der Mechanismus bes Goldes als des allgemein gültigen internationalen Zahlungsmittels versagte mehr'und mehr. Selbst Englands Außenhandel ging zurück. Deswegen entschloß sich England 1931 seine Währung abzuwerten und vom Golde zu lösen. Damit wurde erreicht, daß englische Waren in ber ganzen Welt billiger würben und infolgebessen leichter abgefetzt werden kannten. Dieses egoistische Währungsmanöver der Englänber stellte besonders die Staaten vor eine schwierige Situation, die sine aktive Handelsbilanz mit England hatten. Sie mußten befürchten, daß ihnen bie Englänber, wenn sie der Pfund abwertung nicht folgten, nicht mehr so viel wie früher ab kaufen würden, da sie ja bann mehr Pfunbe für bie Waren aus diesen Ländern hätten zahlen müsten als bisher. Das galt besonders für die nordischen Staaten in Europa und für einen großen Teil ber fübamerifa- Nischen Staaten, wie z. B. Argentinien. Eng- lanb hätte zweifellos manche der aus diesen Ländern bisher bezogenen Waren aus Empirestaaten (z. B. Butter unb Fleisch aus Neuseeland unb Australien, statt aus Dänemark unb Südamerika) beziehen können, wo Pfunb gleich Pfunb war. Die Bedeutung des englischen Absatzmarktes war also letztlich die Triebfeder für den Anschluß an das Pfund. So kam der sogenannte Pfundblock zustande, dem 1938 noch rund 16 Staaten außer dem Empire angehörten. Ihm stand der 1933 von dem ftanzö- sischen Finanzminister Bonnet ins Leben gerufene Golbblock gegenüber, ber in ber Hauptsache aus Holland, Frankreich und ber Schweiz bestand, und weiter der amerikanische Dollar, ber im Interesse des amerikanischen Außenhanbels von Roosevelt ebenfalls ab gewertet wurde Der Golb- block brach praktisch infolge bauernber Angriffe der Spekulation auf ben französischen Franken und ben Gulben zusammen unb mußte schließlich im Währungsabkommen zwischen Englanb, USA. unb Frankreich bei dem Pfunde unb dem Dollar Hilfe suchen. Amerika erkannte nicht, baß esaufdenAbsatz- - - ■ ■■■■■■ iii. - — ■—g auf Düsseldorf, Offenbach usw. scheint, bie neue Art ber englischen Kriegführung: Bomben auf Wohnviertel, Mord an Zivilisten, an Frauen und Kin- bern, sinnlose Zerstörung von Wohnhäusern. Wenn Herr Churchill etwa glaubt, mit diesen Methoben bie Wiberstandskraft des deutschen Volkes schwächen zu können, so ist er schlecht beraten. Die gerechte Empörung der Bevölkerung über diesen feigen nächtlichen Mord ist durchaus nicht das, was er vielleicht erwarten zu können hoffte. Wir wissen, daß dieser Krieg nicht durch solche Nadelstiche — denn als etwas anderes kann man diese traurigen, militärisch belanglosen Ergebnisse der britischen Luftkriegführung nicht bezeichnen — entschieden wird. Die deutschen Angriffe auf englische Stützpunkte werden Herrn Churchill bewiesen haben, daß unsere Luftwaffe bei ihren erfolgreichen Angriffen weder den Schutz ber Wolkendecke, noch den der Nacht benötigt, um ihre Ziele zu treffen. Das weiß die Bevölkerung Unb so beklagenswert im einzelnen Falle bie Folgen biefer britischen Brutalität fein mögen, wir stehen im Kriege unb wissen, daß ein Krieg Opfer verlangt. Hannovers Bevölkerung hat dieses Attentat mit kühler Gelassenhett ausgenommen. Sie oertraut auf bie deutsche Luftwaffe. Gibraltar am Mittwoch erneut bombardiert. Mailand, 2. August. (Europapreß.) Wie die „Stampa" aus La Linea meldet, haben am Mittwochabend neuerdings Flugzeuge unbekannter Nationalität Gibraltar überflogen und zahlreiche Bomben schwersten Kalibers abgeworfen. Einzelheiten sind über bie Vorn- barbierung noch nicht bekannt. markt ankam, behielt vielmehr seine sture Aus- fuhrüberschuh-Politik bei und verpaßte damit wiederum die Gelegenheit, den Dollar zur Weltwährung zu machen. Scheinbar war damit Englands Stellung so stark wie nur je. In Wirklichkeit verhielt es sich anders. Die Schwäche der englischen Zahlungsbilanz mit ihrem in den letzten Jahren wachsenden Defizit infolge des riesigen Einfuhrüberschusses unterhöhlte im Men die scheinbar so starke Stellung des Pfundes, denn es war klar, daß England über kurz oder lang diese ruinöse Einfuhr einschränken mußte. Bereits kurz vor dem Kriege trat ein Sturz des Pfundes ein, wobei England im Interesse seiner Goldbestände darauf verzichtete, von dem klassischen Mittel der Kursstützung durch Goldabgabe unbeschränkten Gebrauch zu machen. Man ließ den Kurs des Pfundes „frei auspendeln". Es gelang zwar auf diese Art, das Pfund bald wieder aufzufangen, aber die Unsicherheit des Kurses der Weltwährung hatte doch viele Staaten bedenklich gemacht. . Das zeigte sich, als der Krieg kam. Fast auf der Stelle lösten sich die neutralen Länder von dem Pfunde, und heute steht praktisch das Pfund ebenso allein da, wie England selbst. Außer Aegypten und dem 3rat gehört kein neutraler Staat dem Pfundblock mehr an. Ja, in den letzten Tagen deutete sogar die Südafrikanische Union, also ein Dominion des englischen Weltreiches an, daß ein weiteres Sinken des Pfundkurses auch für Südafrika die Lösung vom Pfunde nötig machen könnte. So weit ist es also bereits jetzt gekommen. Was aber wird aus dem Pfunde werden, wenn England geschlagen ist? Es kann dann unmöglich seine frühere hohe Einfuhr halten. Seine Stellung als kaufkräftigster Absatzmarkt der Welt ist dahin. Der größte Absatzmarkt für Europa ist in Zukunft Deutschland, und die Reichsmark wird künftig zweifellos an die Stelle des Pfundes treten. Die Neuordnung der europäischen Wirtschaft, über die Reichswirtschaftsminister Funk vor kurzem sprach, läßt dies klar erkennen. Mit Weltmacht und Weltwirtschaft ist auch das Ende des Pfundes als Weltwährung gekommen. Die neue auf Arbeit und Produktion gegründete Wirtschaftsordnung Europas wird sich weder nach dem Golde, noch nach der Weltwährung des Kapitalismus und des Händler- tums, nämlich dem englischen Pfunde, ausrichten, sondern nach der Währung der Arbeit, der deutschen Reichsmark. Italienischer Wehrmachtsbericht. Erfolgreiche Tätigkeit der italienischen Luftwaffe. Rom, 1. Aug. (DRV.) Der italienische Ivehr- machtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Es ist festgestellt worden, daß während der Luft- aktion vom 28. Juli gegen feindliche Einheiten im östlichen Alillelmeer ein englischer Zerstörer versenkt worden ist. Während eines Aufklärungsstuges über Malta hat eine unserer Jagdstaffeln eine feindliche Staffel angegriffen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschosfen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. In Ostafrika haben wir wirksame Luftakt i o n e n auf W a j l r, wo ein krafkwagenlager erfolgreich im Tiefflug beschossen wurde, sowie auf den Flughafen von Buna unternommen, wo drei Flugzeuge am Boden getroffen und schwer beschädigt wurden. Der Feind hat E a f s a l a bombardiert, wobei nur leichte Schäden verursacht wurden. Die jugoslawische Reform. Belgrad, 1. Aug. (Europapreß.) In der jugoslawischen Oeffentlichkeit wird gegenwärtig die Frage der wirtschaftlichen und sozialen Reformen viel erörtert. Das Organ des Führers der Kroatischen Bauernpartei Dr. Matschet „Hrvartki Dnevnik" schreibt dazu, die zu erwartenden Reformen würden für Jahrzehnte geschaffen; sie könnten daher nicht schnell und ohne große Ueberlegung durchgeführt werden. Man müsse dazu vor allem das Ende des Krieges und eine Stabilisierung der internationalen Lage abwarten. Alle Reformen in Jugoslawien müßten auf den bäuer- lichen Charakter des Landes Rücksicht nehmen. Es wäre deshalb angebracht, daß auch in Serbien eine ähnliche politische, soziale und wirtschaftliche Organisation des Bauernvolkes durchgeführt werden würde wie in Kroatien. Bon unterrichteter Seite wird erklärt, die politischen Besprechungen, die in den letzten Tagen in Bled, der Sommerresidenz des Prinzregenten, geführt worden seien, hätten sich nicht auf die Frage einer etwaigen Kabinettsumbildung bezogen, sondern der Regelung des Staatshaushalts für die nächsten acht Monate sowie anderen politischen Maßnahmen, wie dem Verbot der Freimaurerei, gegolten. Der Staatsvoranschlag für die nächsten ackst Monate ist bereits vom Regentschaftsrat unterzeichnet worden und tritt am 1. August in Kraft. Obwohl die Staatsausgaben gegenüber dem gleichen Abschnitt des Vorjahres etwas gestiegen sind, sind Steuererhöhungen nicht vorgenommen worden. Ministerpräsident Zwetkowitsch und mehrere andere Minister sind am Mittwoch von Bled abgereist. Der Innenminister hat jegliche Tätigkeit der Freimaurerlogen in Jugoslawien verboten. tisieren mit aller Schärfe, daß die Regierung dis wichtigen Fragen, welche das ganze Land mter- essieren, im Geheimen behandeln will. Die Oessenl- lichkeit müsse über die politischen und diplomatischen Ereignisse auf dem Laufenden gehalten werden, selbst- verständlich in dem Maße, wie das mit der nationalen Verteidigung zu vereinbaren sei. „Daily Mail" weist daraus hin, daß d, e P r e, s e um über 30 v. 5). gestiegen seien. W Preissteigerung habe einen verhängnisvollen Einfluß auf die-Lohnerhöhungen in der In- dustrie und der Landwirtschaft genommen. Industrie und Landwirtschaft machten sich gegenseitig durch Lohnerhöhungen die Arbeitskräfte streitig. Da die Regierung sich nicht bemühe, die Lohnbewegung zu regeln und -zu überwachen, sei England bereits i n den b erühmten Kreislauf eingetreten, bei dem die Löhne hinter den Preisen herlaufen und der zur Inflation führen müsse. In den Volksmassen herrsche lebhafte Unzufriedenheit über die negative Wirtschaftspolitik der Regierung, durch die weite Kreise der Bevölkerung ins Elend gestürzt würden, während einige Bevorzugte sich übermäßig bereicherten. Die Bemühungen der Landwirtschaft, die Arbeitskräfte, die, durch die hohen Löhne angelockt, nach den Städten abwanderten, durch ebenfalls unablässig steigende Löhne festzuhalten, führten zu immer neuen Erhöhungen der Lebensmittelpreise. „Daily Mail" wirst der Regierung vor, daß sie aus Angst vor der Labour Party nicht rechtzeitig für eine Stabilisierung der Preise und Löhne gesorgt habe. Unlängst habe zwar der Arbeitsminister erklärt, die Regelung der Löhne müsse mit Festigkeit und Sorgfalt vorgenommen werden; aber geschehen sei seitdem nichts. Heute herrsche aber in Industrie- und Finanzkreisen die Auffassung vor, daß es bereits zu spät sei, um die Inflation zu verhindern. Oer Schlag gegen die briiischen Spione in Japan England sucht nach Repressalien. Stockholm, 2. Aug. (Europapreß.) Die Welle von Verhaftungen englischer Spione hat nun auch auf das chinesische Festland übergegriffen. In Tientsin wurden zahlreiche Engländer festgenommen. Nun möchte London so gern eine „Repressalie" ergreifen, weiß aber nicht, welcher Art diese sein soll. Man spielt mit dem Gedanken, das englisch - japanische Burma-Abkommen zu kündigen, durch das der Transitverkehr nach China zur Ausrüstung der Truppen Tschiangkai- scheks gesperrt wurde. Allerdings sind die nichtamtlichen Kreise Londons in der Ausarbeitung jolcher Pläne eifriger als die amtlichen, wo man, wie in einer Pressekonferenz erklärt wurde, zunächst einmal „abwarten" will. Der „Daily Expreß" fordert die englische Regierung auf, sich nicht mit einfachen Protesten zu begnügen, sondern zu Repressalien überzugehen. Zunächst solle man sofort elf japanische Persönlichkeiten in England verhaften, darüber hinaus müsse die englische Regierung ein Einfuhrverbot für japanische Waren erlassen. Japanische Warnungen. Tokio lätzt sich nicht cinschüchtern. Tokio, 1. Aug. (Europapreß.) Als Symptom des „näherkommenden Niedergangs Englands" sieht das japanische Blatt „Pomiuri die „wachsende Hysterie" an, die sich in England in der Reaktion auf die japanischen Gegenspionagemaßnahmen zeige. Die von der englischen Presse erhobene Forderung nach sofortigen Vergeltungsmaßnahmen gegen Japan lasse darauf schließen, daß die englische Intelligenz völlig aus dem Gleichgewicht gebracht worden sei. England habe offensichtlich seine eigenen Maßnahmen gegen Spionageverdächtige, wie auch die Tatsache vergessen, daß sich Japan gleichfalls im Kriegszustand befinde. England habe angesichts seines heutigen Kampfes auf Leben und Tod offensichtlich jede Zurückhaltung und jede ruhige Ueberlegung verloren. „Nitschi Nitschi" betont, daß die japanische Regierung jede Einmischung eines dritten Landes in die von Japan für notwendig gehaltenen Maßnahmen zur Spionageabwehr entschieden a b l e h n e. Wenn London Aufklärung oder sofortige Entlassung der verhafteten Briten gefordert habe, so handle es sich hier um eine Einmischung in innere Angelegenheiten Japans. Wenn in London mit Gegenmaßnahmen gedroht werde, wie Verhaftung von japanischen Staatsbürgern in England, Genf, 1. Aug. (DNB.) In der „Action Fran- ?aise" veröffentlicht Charles Maurras folgendes Erlebnis, das für den Zeitpunkt, an dem gewisse französische politische Persönlichkeiten auf den Krieg hinarbeiten, bezeichnend ist. — Im April 1939 zögerte ein hoher französischer Beamter, der im Auslandsdienst stand, seinen überseeischen Posten anzutreten. Dieser gute Bürger, dessen Name, Adresse und Dienstgrad ich kenne, sagte zu einem Kollegen, daß der Friede ihm sehr unsicher erscheine, und stellte sich die Frage, ob er zur rechten Zeit heimkehren könnte. Der Freund schlug ihm vor, einen gutinformierten Augur zu be- ftagen, einen Freund von ihm, der in Gunst stand, aber in der Außenwelt wenig hervortrat. Der große Herr wurde besucht, und unser Beamter fragte ihn: „Sind Sie der Ansicht, daß ich abreifen soll?" „Ja, unter einer Bedingung." „Welche?" „Nun, wir sind im Monat April; seien Sie im August wieder zurück." „Warum?" „Weil wir im August Krieg haben werden." „Im August Krieg? Ist das möglich?" „Wir werden ihn haben." „Warum, warum?" wiederholte der französische Beamte. „Weil wir ihn wollen", antwortete die hohe Persönlichkeit. Freches britisches Ansinnen an petain. England will Luft- und Flottenstützpunkte auf Französisch-Madagaskar errichten. Stockholm, I.Aug. (Europapreß.) Nach Blättermeldungen aus London soll die englische Reaierung an Marschall Pötain das Ansinnen gerichtet haben, die Errichtung von Flotten- und Flugzeug st ützpunkten der englischen Flotte und Luftwaffe auf Französisch- Madagaskar, der großen Insel an der Ostküste Afrikas, zu gestatten. — Glaubt England wirklich, daß Frankreich seinem ehemaligen Verbündeten, nachdem es seine Bundestreue mit zahlreichen Opfern bei dem englischen Piratenstück von Oran bezahlen mußte, nun auch noch eigenen Boden zur Verfügung stellen würde, um vielleicht England eine geeignete Basis für einen neuen „Fall Oran" zu geben? Dieses bri- „3m August werden wir Krieg haben, weil wir ihn wollen." Oie französischen Kriegsmacher bereits im April 1939 zum Kriege entschlossen. Britische Verteidigungssorgen. Stockholm, 2. Aug. (Europapreß.) Die Hei- matoerteibigung in der „Festung England" wird wieder umorganisiert. Nach der Katastrophe von Dünkirchen baute man Barrikaden und errichtete Sperren auf Straßen und Plätzen, um etwaige Bewegungen deutscher Truppen zu verhindern. Nun steht man es als das beste an, wenn im Falle deutscher Truppenlandungen der englische Truppeneinsatz so schnell wie möglich beginnen kann. Dieser Einsatz wird durch die Hindernisse erschwert, die ursprünglich gegen die Deutschen gerichtet wurden. Um m der Oeffentlichkeit keinen Unwillen wegen dieser Umorganisation aufkommen zu lassen, erklärt die Presse, die neuen Maßnahmen seien ein Beweis dafür, daß die Verteidigungskraft des Landes gestiegen fei. So hat der Jndienminister A m e r y in einer Rede in Dudley seinen erstaunten Hörern allen Ernstes versichert: „Während wir mit unserer Stärke von Monat zu Monat wachsen, hat der Feind bereits den Höhepunkt feiner Macht und feiner Mittel überschritten. Seine Erfolge vermehren seine Schwierigkeiten." Er behauptete fer- tische Verlangen reiht sich würdig in die Kette der bisherigen Unverschämtheiten britischer Plutokraten ein. Schwedische Blätter heben hervor, in Vichy werde bereits erklärt, daß jedes Eingehen auf die englische Forderung demWaffenstillstands- abkommen zuwiderlaufe. Oie erste Ausbürgerungsliste in Vichy veröffentlicht. JüdifchePlutokratenundHetzerflohenzuerst Bern, I.Aug. (DNB.) In Vichy ist die erste Liste der Persönlichkeiten der französischen Finanzwelt, des Zeitungswesens und des Handels bekanntgegeben worden, deren Vermögen und Privatbesitz nach den neuen Bestimmungen eingezogen wird, da sie zwischen dem 10. Mai und dem 30. Juni aus Frankreich geflohen sind. Unter diesen Persönlichkeiten befinden sich zwei der ersten französischen Bankiers namens Eduard de Rothschild, Chef der französischen Zweigniederlassung des bekannten internationalen Bankhauses, und Louis D r e y f u s , der besonders als Importeur süd- amerikanischen Weizens bekannt ist. Beide gehören zu den fünf reichsten Leuten Frankreichs. Ferner werden die Namen von sieben Journalisten genannt, nämlich Madame Tab ouis (Oeuvre), Andrö G e r a u d, der unter dem Pseudonym Pertinax bekannt ist, Pierre Laz areff, Herausgeber des Paris' Soir, Henry de Kerillis, Herausgeber der Epoque, B u r ö, Herausgeber des Ordre, Joseph K e s f e l und Elie I. Bois, Herausgeber des Petit Parisien. — Unter den Industriellen befinden ich Louis Rofengart, bekannter Automobil- abrifant, Lewitan, Frankreichs größter Radiofabrikant, der die meisten Reklamen über das Radio verbreitete, Frankreichs erster Hutfabrikant S o • lenski (Handelsname Sools) und einer der ersten Antiquitätenhändler, der Deputierte Eduard Ionas. Alle diese Personen werden ihre Güter und ihre französische Nationalität verlieren, wenn sie nicht stichhaltige Gründe für ihre Flucht ins Ausland nachweistn können. Der französische Rundfunk erklärte, daß die meisten der ausgebürgerten ihrer Rasse nach Juden waren, bevor sie Franzosen wurden. ner, die lange Küste, die Deutschland eben beherrsche, sei eine große Gefahr, aber selbstverständlich nicht für die Briten, sondern für die Deuflchen. Denn die Tausende von Kilometer Meeresküste seien doch den Angriffen der englischen Seestreitkräfte ausgesetzt. Bis jetzt hat man freilich noch herzlich wenig von diesen Angriffen gemerkt. Aber Amery kargt nicht mit Vorschußlorbeeren für die britische Kriegführung. „Mit Hilfe unserer Flieger und unserer Flotte" so sagte er, „wird unsere Armee in kurzem bereit sein, den Feind auf dem Lande anzugreifen." Den besten Kommentar gibt, wenn auch ungewollt, die „Times", wenn sie schreibt: „Die Jnvasions- gefaxt für Großbritannien hat sich keineswegs verflüchtigt, und es wäre töricht, wenn wir uns ein rosiges Bild malen wollten. Wir sind uns voll bewußt, daß Deutschland, wenn es zu- | schlägt, hart zus chlä g t." Die Londoner Zeitungen sind über die zur Regel werdenden Geheimsitzungen des Unterhauses außerordentlich aufgebracht. Die englische Presse fordert volle Wahrheit. Die Zeitungen kri- Die Plastik auf der Großen Deutschen Kunstausstellung. Don unserem Sonderberichterstatter Karl Lemke. in. München, August 1940. Die Zeit der Säuberung der deutschen Kunst liegt nun schon einige Jahre zurück. Dennoch muß man sich beim Betreten der Großen Deutschen Kunstausstellung im Münchener Haus der Deutschen Kunst jedesmal, in Erinnerung an das Früher, freuen, daß der Mensch nicht auf klumpigem Körper einen Vogelhals hat, daß fein Kopf nicht quer auf dem Halse liegt, daß der Begriff Mutterschaft auch anders als durch übertriebene Wiedergabe der Deformationen der Schwangerschaft im letzten Stadium dargestellt werden kann. Daß man „Verzweiflung", wenn sie aufkommt, still in sich verschließen und nach außen doch mannhaft (oder fraulich) gefaßt erscheinen kann und sie nicht in einem gipsernen Hohn auf die Menschengestalt Form werden lassen muß. Kurz: daß der ganze Spuk von einst hinweggefegt ist und der Mensch wieder als Mensch hingestellt wird. Die Plastik der deutschen Bildhauer, die in der neuen Großen Deutschen Kunstausstellung mit Werken vertreten sind, drückt vor allem dies aus. Ihr Maß ist der Mensch, ihr Motiv die Schönheit, ihre Wirkung Freude. Und damit erfüllt sie die Aufaabe, von der Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede am Tage der Eröffnung sprach: das Leben schöner zu machen. So wird es also nicht wundernehmen, daß ein überragend großer Teil der Plastiken einfach der Schönheit dienen, ganz gleich, ob sie nun „Aphrodite" (von Wilhelm Wandschnei - der) heißen oder „Flora" (von Georg Kolbes oder „Der Morgen" (von Oswald Hofmann) ober „Fortuna" (von Paul Scheurle), — oder ob sie einfach als „Jüngling" (von Heinrich F alte n m e i e r) oder als „Anmut (von Arno B r e • ker) bezeichnet werben. Es ist der junge, unverbildete, schöne Mensch, der, wie jedes Blatt am Baum, immer voneinander verschieden ist, so oft auch nur ein männlicher oder weiblicher Körper dargestellt werden mag. Aber natürlich ist es nicht nur dies, was die Plastik 1940 zu bieten hat. Sie verbreitet sich auch ebenso über andere Bezirke und ist überall achtunggebietend und erfreulich. Da sind in einem der beiden Hauptsäle, der vor allem der monumentalen Plastik gewidmet ist, eine Anzahl bedeutender Werke. Ihren Gesamteindruck beherrscht Adolf W a m p e r s „Genius des Sieges", eine wahrhaft deutsche Plastik: eine Jdealgestalt des deutschen Mannes, ein Adler, wachend zu seinen Füßen, und auch ein bereites Schwert ist dabei. Unter solchem Schutz soll die Kunst wohl gedeihen. Der Adler kehrt in der Ausstellung noch des öfteren wieder, immer mit dem gleichen scharfen, unerbittlichen, ziel- bewußten Ausdruck. Noch nie war das deutsche Wappentier so oft Geaenstand des Künstlers, noch nie gab man ihm diese zwingende Prägung. Das gilt von Otto E i ch w a l d s „Adler?, wie für Wilhelm Fraß' Allegorie „Die Ostmark, bei der auch das Adlertier wieder die gleiche Rolle fpielt. Der deutsche Mensch des neuen Reiches findet seinen besonderen Ausdruck in der grimmig-bereiten Entschlossenheit, die in Georg Türkes „Führer befiehl, wir folgen dir!" liegt, in der Darstellung der „Kameraden" von Amo B r e f e r, wie in Ottmar Obermaiers „Meister im Wurf" — und in vielen anderen. Und er spielt die Hauptrolle in manchem Werk von der Art des Hochreliefs, das (mit olympischem Feuer und Reichsinsignien) G. A. Bredow für die Adolf-Hitler-Kampfdahn in Stuttgart-Cannstatt schuf, und das mit dem Seitenstück dazu vom gleichen Künstler in einer der Vorhallen zu sehen ist. Rudolf Agricolas „Amazone" wiederum stellt den neuen Typ der deutschen Sportlerin dar. Der schöne, strahlende Mensch ... Schon einmal wurde das.Wort hier laut. Es ist wie ein Stichwort: er tritt,auf und ist das Leben selbst, hingegeben dem Leben, das er bejaht. So ragt im anderen der beiden Hauptsäle Josef Thoraks „Frauenakt", den Saal beherrschend und gewissermaßen feinen Sinn ausprägend. Auf- schwebend, lichtempfangend ragt diese vollendete Figur weit über alles Menschenmaß empor. Auch die Porträtbüste ist in zahlreichen vortrefflichen Arbeiten vertreten. Noch einmal muß da Josef T h o r a k erwähnt werden, der mit seiner Büste Friedrichs des Großen ein Meisterwerk an Ausdruck und Durcharbeitung gibt. Noch ein zweiter, längst b alpin gegangen er, aber unsterblicher Großer aus deutschen Bezirken ist Künstlervorwurf gewesen: Goethe, in dessen Büste Hans S ch Wege r l e und Georg Müller viel zu legen wußten. Ein Kapitel für sich ist d i e Tierplastik, die in der Großen Deutschen Kunstausstellung auf nicht minder hohem Niveau steht. An (9. A. Bredows „Stier" ist man geneigt, mit Vorsicht vorüberzugehen, so lebendig-angriffslusttg steht er da. Originell in Motivwahl und Ausdruck ist Luise Ter- letzki-Scherss „Wälzendes Pferd". Ueberhaupt sind Apartheit der Idee und der Ausführung gerade auf dem Gebiet der Kleinplastik vorherrschend. So die Schleierschwanzfische Fritz Heidenreichs (Porzellan), die in geschickter Verbindung mit Wasserpflanzen einfach in Luft schwimmen. Ausgezeichnet bewegt und lebendig sind auch die Tierstudien „Schreitender Elefant", Springender Leopard", „Kämpfende Leoparden" und „Brüllender Elefant" von Fritz B e h n. In bas Gebiet des Originellen sind auch die Vronceplaketten von Fred Dries zu stellen, die keine Gebrauchsplaketten zu irgendeinem Zweck barftellen, sondern die einfach spielerisch sind und phantastische Tier- und Pflanzenstilisierungen zeigen. Sehr originell im Ausdruck ist auch Eugen Freys „Der erste Gang", eine Kinderplastrk, die ein kleines Kindernackedei bei seinem ersten Gehversuch zeigt und in seinem Gesicht überwältigenb komisch das Abenteuer dieses Unternehmens zum Ausdruck bringt. Damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt, dem Menschen, angelangt Vielleicht daß Hermann Zett- litzers ^Ruderer" als 6portftuoii und Georg Wallischs „Der Schaufler" als Arbeitsftubie in interessanter Gegenüberstellung noch zu nennen wären. (Es ist ja im Falle ber Plastik in ber Großen Deutschen Kunstausstellung auch nicht anbers als in ber Malerei: baß im Rahmen einer kurzen Betrachtung nur Beispiele hinbeutenb erwähnt werden können.) Als Gesamteindruck aber bleibt haften: Die deutsche Plastik 1940 in der Großen Deutschen Kunstausstellung istdiePlastikeinerjungen Nation, die sich auf ihre Jugend und auf sich selbst besonnen hat. Wie entstand die Jägerei? Der Urmensch war Sammler. Er lebte von Wurzeln, Beeren und Kräutern, gelegentlich wohl von Voaeleiern. Wie heute noch manche wilde Stämme in Afrika, so haben sich unsere Urvorfahren, anfangs vielleicht notgedrungen, sicher auch über Die Reste einer Raubtiermahlzeit hergemacht. Sie sanden (&?• schmack daran und suchten sich selbst mehr Fleisch zu verschaffen. So entwickelte sich aus dem Würze l- und Beerensammler der Jäger: Knüttel und Stein wurden ihm zur Waffe und zum Werkzeug. Ein schwippender Ast brachte chn auf den Gedanken des Schleuderstockes. Der als Stoßfpeer benutzte zuge- spitzte Stock fand bald Verwendung als Wurfspieß oder in verkleinerter Form als Pfeil zum sinnreich erdachten Bogen. Nunmehr im Besitz der ersten Fernwaffen, vervollkommnete der Mensch sich immer mehr als Jäger. Wie der bekannte Jagdschriftsteller Dr. Arthur Berger in einem farbig bebilderten Aufsatz über „Des Weidmanns Kleid im Wandel der Zeit" im August heft von Velhagen & Klasings Monatsheften erzählt, vererbten sich die Erfahrungen ber ersten Jäger und wurden weiter ausgebildet. Hatte man anfangs, wenn es galt, möglickst auf einmal größere Fleischmengen zu beschaffen, Das Wild in Ab gründe getrieben, so ersann man Fallgruben, wie sie bis auf die heutige Zeit noch in Indien und Afrika verwendet werden. Schlingen und fonftiges Fanggerät wurden erdacht, und während den Frauen und schwächeren Männern die Betreuung der ersten Felder überlassen wurde, lagen die wehrhaften Männer der oft recht gefährlichen Jagd ob. " WW i -1 M : X tzD A H M M x *• , V* ,A ?■ 1*- /?. / 4 V'L '/M' M; WM ; w: 8^'dD^M • r - f "H ? ' Am Grabe Gottfried Kellers Nach Blättermeldungen aus Rom ist es zwischen nungsverschiedenheiten gekommen. Der Geschäfts- Das italienische Vombardement von Sollum Oer Siusa-Aer« band erfährt feinen Auftrag. nimmt. Die NSV. sei dazu bestimmt, sich praktisch zu betätigen. Zunächst aber habe sie allen in'Not Geratenen zu helfen. Dieses Werk sei bis jetzt so wunderbar gelungen, daß darüber hinaus sogar vorbeugende Maßnahmen übernommen werden konnten. So werde gerade im Gau Hessen-Nassau bereits die Betreuung derjenigen Jugendlichen, die irgendwie Schaden genommen haben und die wieder gesund und arbeitsfähig gemacht werden sollen, durchgeführt. Der Gauleiter konnte weiter feststellen, daß die Betreuung von „M utter und Kind" im Gau Hessen-Nassau eine mustergültige sei. Er würdigte in diesem Zusammenhang das große Verdienst des Gauamtsleiters Wilhelm Haug, der sein Leben dem Vaterland gegeben hat. Wilhelm Haug sei in seiner Arbeit vollkommen aufgegangen und habe seine Aufgabe in die vorderste Stelle im Deutschen Reich geführt. Dem Gau- hauptftellenleiter Genß, der die Gauamtsleitung der NSV. im Geiste von Wilhelm Haug bis zum heutigen Tage fortgeführt hat, sprach der^Gauleiter seinen herzlichen Dank aus. In der NSV. müsse der wahre Nationalsozialismus vor- gelebt und praktisch in der Volksgemeinschaft durchgeführt werden. Kreislei- ter Fuchs, der von Anbeginn em Mitstreiter und Mitkämpfer des Führers gewesen sei, kenne diese Aufgabe, habe in ihr gelebt und schon bewiesen, daß er in der Lage ist, politisch zu führen. Diese Gesichtspunkte seien bei der Wahl Haugs bestimmend gewesen und auch bei der Wahl des neuen Gauamtsleiters werde von diesen Voraussetzungen aus- g?gangen. Die versammelten Kreisleiter und Mitarbeiter des Gauamtes der NSV. wies der Gauleiter daraufhin, daß ihre Arbeit nicht reine Verstandes-, sondern vielmehr Herzenssache sei: dann werde sie auch entsprechend gewürdigt. Gauamtsleiter Fuchs verband mit dem Dank an den Gauleiter das Gelöbnis, das ihm nunmehr anvertraute Erbe des vorbildlichen Nationalsozialisten Nassau, statt. v ,r Kreisleiter Fuchs hat sich in der Leitung der Kreise Maintaunus und Mainz besonders bewährt und in der volksführenden Arbeit vielfältige Erfahrung sammeln können. Seit dem Jahre 1925 ist er als r,. ■ m _ __Xnr fRomoniin/1 nfc, nnlls NSG. Frankfurt O.2IL, 1.Aug. 3m Rahmen eines Dienstappells der Gauamtsleitung der NSV. in Hessen-Nassau fand im 3akob-Sprenger- haus zu Darmstadt durch Gauleiter Sprenger die Einführung von Kreisleiter Friedrich Fuchs (Mainz) als Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt der NSDAP. Gau Hessen- Der Schweizerische Schriftstellerverein versammelte in diesen Tagen anläßlich der 50. Wiederkehr des Todestages Gottfried Kellers feine Mitglieder am Grabe des großen Dichters auf dem Zentralriedhof Um den Arbeitseinsatz für die Forstwirtschaft । planmäßig zu lenken, hat der Reichsforstmeister an- ; geordnet, daß für bestimmte Bezirke Forstmeister i als Beauftragte für den forstlichen Arbeitseinsatz , bestellt werden sollen. Kein Waldarbeiter oder Holz- : arbeiter darf ohne zwingenden Grund ausscheiden, . solange noch kriegswichtige Waldarbeit zu erledigen - ist. Ebenso darf keine Motorsäge vorzeitig außer : Betrieb gestellt werden. Um nach dem Kriege die ; Umstellung auf die Friedenswirtschaft zu beschleunigen, muß schon jetzt die Planung solcher Arbeiten [ erfolgen, welche sofort oder nach kurzer Vorberei- : tung in Angriff genommen werden können. Die i gesamte Forstwirtschaft muß dann in der Lage sein, ges, Avverusung oes Bolfcyasters craigie aus ^o- oiapei gelaufen. kio ober Wiederaufnahme der Waffentransporte an * Tschiankeifcheck, so würde England angesichts der Nach Blättermeldungen aus Rom ist es zwischen gegenwärtigen Lage wohl schwerlich derartige der französischen und der englischen Gruppe in der Drohungen durchführen können. Andernfalls über-Suezkanal-Gesellschaft zu ernsten Mei- nähme England die Verantwortung für jede weitere nungsverschiedenheiten gekommen. Der Geschäfts- Belastung der englisch-japanischen Beziehungen, sichrer der Gesellschaft, de Benoist, und mehrere „Tokio Asahi Schimbun" bezeichnet die britische leitende Beamte seien nach Vichy gereist, um mit Botschaft als „Brutstätte der britischen Spionage" der französischen Regierung über die von den eng- und stellt fest, daß die Botschaft das „Zentrum der lisch-ägyptischen Behörden' ergriffenen Maßnahmen Intrigen" sei, das sich in der Verbreitung japan- zu beraten. feindlicher Nachrichten hervortue. * Die französischen Admirale Villaine und Ca° ge- glieder des Rates'der Volkskornmissare Nach der geben wunde, zunächst tae he, her &Ä“ bw d7r«:iter Armen nahm die'Benka^stung^unächst die Tagesordnung auf her 7. Tagung des Obersten Sowjets ers, die wir nicht in der praktischen Verwundetenpflege tätig sein können. Wie oft bestätigen unsere DRK.-Schwestern draußen im Kriegsgebiet, wie froh und glücklich sie sind, diesen Einsatz erlebt zu haben. Die Schwesternbriefe von draußen sagen fast gleichlautend, daß diese Tage und Wochen ständigen Einsatzes und letzter körperlicher und seelischer Anstrengungen Höhepunkte für das ganze Leben bleiben werden. Die ständig geforderten Höchstleistungen und die besondere Ausbildung für den Sanitätsdienst in der Wehrmacht bringen es mit sich, daß bei unfern DRK.-Schwestern im Kriege alles andere zurücktritt, was nicht im direkten Zusammenhang mit ihrer Arbeit steht. In dieser Opferbereitschaft liegt aber zugleich auch höchstes Menschentum und seine Erfüllung. So können wir auch nur solche lebensstarken Frauen gebrauchen, die sich diesem Dienst als Erfüllung ihres Daseins verschreiben. Der Beruf der DRK.-Schwester formt die vorhandenen Anlagen zu einer Persönlichkeit und weckt stauliche Tugenden und Eigenschaften im höchsten Maße. Die tiefe Kenntnis alles Menschlichen, im guten wie im bösen, und die Sicherheit der eigenen Haltung muß die DRK.-Schwester befähigen, in jeder Lebenslage ihrem Dasein Inhalt und Form zu geben. Die erbbiologische Beurteilung. Der Reichsinnenminister hat neue Richtlinien für die Beurteilung der Erbgesundheit herausgegeben. Die Erbtücbtigkeit einer Person hängt von ihrem eigenen gesundheitlichen Zustand und der Beschaffenheit ihrer Sippe ab. Dabei ist ebenso ihr Gesamtwert für die Gemeinschaft hinsichtlich der Fähigkeiten und Begabungen wie auch das Vorhandensein von Erbleiden zu würdigen. Es wird immer damit gerechnet werden müssen, daß in vielen für einwandfrei befundenen Sippen bei genauer Nachforschung ein Erbkranker — oder sonst Abwegiger feftgestellt wird. Die Richtlinien sagen, daß die übermäßige Betonung des Vorkommens vereinzelter Erbleiden zu einer Bevorzugung der aus kinderarmen Familien stammenden Personen führen müßte, da wegen zu geringer Kombinationshäufigkeit der elterlichen Erbanlage Die Erbgesundheit dieser Personen gar nicht erwiesen ist. Bei der Auslese nach erbpflegerischen Gesichtspunkten muß deshalb die Beurteilung der Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung sein. Eine begabte und leistungsfähige Sippe soll für die Volksgemeinschaft auch dann noch als wertvoll gelten, wenn in ihr vereinzelte Fälle von Erbleiden usw. vorgekommen sind. Auf der anderen Seite werden Sippen, die zwar keine ausgesprochenen Erbkrankheiten auftoeifen, aber nur geringen Wert für die Dolksgemeinschaft haben, eingehend geprüft werden müssen, ob nicht Erbun- tüchtigkeit vorliegt. Bei der Beurteilung früherer Kriminalität soll jeder Schematismus vermieden werden. Auf Grund dieser Leitsätze unterscheiden die neuen Richtlinien für die Förderungsmaßnahmen vier Bevölkerungsgruppen. Von allen Maßnahmen und dem Bezug ieder Zuwendung sind asoziale Personen und Angehörige asozialer Familien aus- zuschließen. Als asozial bzw. gemeinschaftsfremd gelten Personen, die auf Grund einer anlage- bedingten Geisteshaltung fortgesetzt mit Strafgesetzen und Behörden in Konflikt geraten oder arbeitsscheu sind und chren Unterhalt laufend öffentlichen Einrichtungen aufzubürden versuchen, oder besonders unwirtschaftlich und hemmungslos find, oder Trinker sind dzw. durch unsittlichen Lebenswandel auffallen. Als zweite Gruppe gelten die noch tragbaren Familien, die weder einen Gewinn, noch eine ernsthafte Belaftung für die Volksgescheinschaft sind. Hier handelt es sich besonders um Familien, in denen Erbkrankheiten nicht nur vereinzelt auftreten oder die in ihrer Leistungsfähigkeit deutlich unter der Norm liegen. Ihnen wird man die für kinderreiche Familien ohne besondere erbpflegerische Anforderungen vorgesehenen Erleichterungen, z. B. laufende Kinderbeihilfen, nicht entziehen können. Fördernde Maßnahmen sind ihnen allerdings nicht zuzuwenden. Die nächste und wohl größte Gruppe ist die Gruppe der Durchschnittsbevölkerung, in die alle Familien gehören, soweit sie nicht als unterdurchschnittlich gelten oder nicht zu der besonderen Auslese gehören. Dieser Gruppe sind alle fördernden und ehrenden Maßnahmen, wie Ehestandsdarlehen, Ausbilüungsbeihilfen, Chrenkreuz der deutschen Mutter, zuzubilliHen. Die Angehörigen dieses Personenkreises sind im allgemeinen als erbtüchtig anzusehen, selbst wenn im Einzelfall diese Frage verneint werden muß. Als erbbiologisch besonders hochwertig ist eine Person zu bezeichnen, die selbst körperlich und geistig gesund ist und in deren Blutsverwandtschaft in keinem Falle Abwegigkeiten ausgetreten sind. Die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe setzt darüber hinaus besonders wertvolle Anlagen voraus, und zwar nicht nur einmalig. Aus aller Wett. Die Erdbeben in Kleinasien. lieber die neuen schweren Erdbeben in Kleinasien, die wieder vielen Hunderten von Menschen das Leben kosteten, berichten die türkischen Zeitungen, daß der Direktor des Observatoriums von Istanbul die Auffassung vertritt, das neue Beben bei Yazgat gehöre nicht mehr in die Serie der Erdstöße, die seit dem furchtbaren Unglück von Erzin- dschan im vergangenen Herbst mit größerer und geringerer Heftigkeit immer wieder Zentralanatolien erschüttert haben. Der Direktor ist vielmehr der Meinung, dieses neue Beben beende wahrscheinlich die Serie der Erdstöße, die weiter östlich ihr Zentrum gehabt haben.. — In Erzindschan, das im vergangenen Herbst völlig zerstört wurde, beginnt langsam wieder das Leben einzuziehen. Von den 17 000 Einwohnern sollen bereits 7000 Menschen wieder zurückgekehrt sein. Durch den Neubau weiterer 90 Häuser hofft man bis zum Winter weiteren 3000 Einwohnern die Rückkehr zu ermöglichen. Die neuen Erdstöße haben insgesamt vierhundert Opfer gefordert. Außerdem ist eine wahre Hekatombe von Haustieren zu beklagen. Die Tiere waren nach den Erdbeben im Frühjahr in schnell errichteten Notställen untergebracht worden, die jetzt eingestürzt sind. In Ankara, Tokat und Kaisarie wurden Nachbeben verspürt. Das älteste Theater von Sofia durch Großfeuer vernichtet. Ein Großfeuer vernichtete das älteste Theater von Sofia, das Renaissance-Theater. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die Ausbreitung des Feuers auf das dichtbevölkerte Geschäftsviertel in der Nähe der Kirche Soeta Nedelja zu verhindern. Das Theater war zum größten Tell aus Holz ge» baut. Man nimmt an, daß das Feuer durch unvorsichtiges Hantieren mit Zündhölzern durch drei Obdachlose, die in einem Raum des zweiten Stockwerks übernachtet hatten, verursacht worden ist. Fünf Todesopfer beim Bersten eines Wassertanks. In der schwedischen Stadt Västervik war ein neuerrichteter 4 - Millionen - Liter - Wassertank frisch gefüllt worden, um zu prüfen, ob er auch überall dicht sei, als plötzlich eine Schweißnaht riß. Don fünf Arbeitern, die die Dichtigkeitskontrolle ausübten, wurde einer sofort von dem Strudel des ausströmenden Wassers erfaßt und 150 Meter weit durch die Luft geschleudert. Beim Aufschlag auf den Boden war er sofort tot. Vier andere Arbeiter wurden an der Bruchstelle von den ausströmenden Wassermassen erdrückt. Volksfchädling hingerichtet. Am 1. August 1940 ist der am 27. Mai 1894 geborene August Weil aus Speier hingerichtet worden, den das Sondergericht München als Volksschädling und gefährlichen Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt hat. Weil, der bereits zehnmal, darunter mit langjährigem Zuchthaus, vorbestraft und schon während des Weltkrieges unter Ausnutzung der Kriegsverhältnisse vielfache Schwindeleien verübt hatte, hat jetzt unter gleichem Mißbrauch wiederholt Betrügereien gegenüber Soldat en-Ehefrauen verübt. Ehrlose Landesverräterin hingerichtet. Die vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Maria Sieder ist hingerichtet worden. Die Verurteilte hat aus Gewinnsucht im Auftrage des Nachrichtendienstes einer fremden Macht mehrere Reifen ins Reichsgebiet unternommen, um militärische Geheimnisse auszuspähen. Ihre Beobachtungen hat sie ihren Auftraggebern mitgeteilt. Das ZHoor gibt feine Geheimnisse preis. In Dänemark haben die umfangreichen Torfgewinnungs-Arbeiten zur Sicherung des Brennstoff, bödarfes im kommenden Winter nicht nur eine Fülle wertvoller historischer und prähistorischer Funde ans Tageslicht gebracht, sondern decken auch unheimliche Verbrechen auf. Zum zweiten Male seit wenigen Wochen fand man, diesmal in einem Moor bei Aarhus, ein vollständiges Skelett, das mit einer starken Schnur umwunden und mit Steinen beschwert war. Das Alter des Skelettes wird auf einhundertfünfzig Jahre geschätzt. Man zweifelt nicht daran, daß es sich hier um eine Mordtat handelt, die aufzuklären örtliche Juristen an Hand alter Rechtsbücher versuchen wollen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauvtjchriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange,' für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Üntveyitätsdruckerei R. Lange K. <3. Berlagsleiwr: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt derAnzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. Oie glückliche Geburt ihres dritten Sohnes zeigen an Gustel Krämer Dr. jur. Karl Kramer z.Z. im Felde Gießen (Roonstraße 8), am 1. August 1940 z. Z. Universitäts-Frauenklinik 02608 Geld für Hausbau oder Kauf In geeigneten Fällen sofortige Finanzierung durch Zwischenkredit bei 30% Eigenkapital möglich. Sie haben Gelegenheit in unseren Beratungsstunden am Samstag, dem 3. August 1940, von 17—20 Uhr, im HOTEL KOBEL, Gieben, Liebigstrabe 9 kostenlose Auskunft durch unseren fachlichen Mitarbeiter über alle Fragen der Eigenheim-Finanzierung zu erhalten. Bausparkasse Mainz Aktiengesellschaft 3464V Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen preisen Brühl'sche Druckerei. Schulstr. 7. 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Wir fahren mit der Bahn durch die reizvolle Landschaft des Lahntals bis Obernhof, steigen von hier an der am Eingang des lieblichen Dörsbachtales liegenden Klostermühle vorüber hinauf zu dem hoch über der Lahn gelegenen Kloster Arnstein mit seiner viertürmigen Abteikirche, die besichtigt werden kann. Vor der Klosteranlage bietet sich ein prächtiger Blick in das Lahntal. Wir folgen dem „L" des Lahnhöhenwegs, der uns in wenigen Minuten zur „Kanzel" bringt, von der sich in schwindelnder höhe ein einzig schöner Blick über die herrliche Gegend, erschließt. Auf schmalem Pfad, der später auf einen Fahrweg übergeht, geht es weiter am Hof Saalscheid vorüber nach dem Hochliegenden Singhofen an der Bäderstraße mit guten Gasthäusern. Die Zeichen führen uns sodann, gemeinsam mit blauen Strichen, vorerst auf der Landstraße zum schönsten Seitental der Lahn, dem Mühlbachtal. Bald nach Eintritt in das Tal halten wir uns bei einer Weggabelung links und erreichen nach kurzer Zeit den Schildekopf, von dem man ein großartiges Bild des Tales, von einigen Mühlen belebt, genießt. Abwärts gehend kommen wir durch die Neumühle und kurz danach an die Schulmühle, um sodann wieder in die Höhe zu steigen. So kommen wir auf unserem Wege durch eine Landschaft von unvergleichlicher Schönheit und reicher Abwechslung. Nachdem wir noch die Anstalt Scheuern passiert haben, erhebt sich am Ausgang des Tales vor uns der Burgberg, von der Stammburg- Nassau bekrönt. Bald darauf erreichen wir auch das Endziel des ersten Tages, das freundliche Bad Nassau. Sehr lohnend ist die Besteigung des Burgbergs zum Steindenkmal, vor dem man einen entzückenden Blick über Nassau und das Lahntal hat. Wanderzeit 5 Stunden. Zweiter Tag: Jtaffau — Ober-Lahnsteiuer Forsthaus — Frücht — Schweizertal — Lms. Am nächsten Morgen wandern wir über die Kettenbrücke, die wir schon tags zuvor überschritten haben, zunächst ohne Zeichen nach dem Heidepütz, einem Ruhetempel mit überraschend schönem Blick in das Mühlbachtal, sodann über Oberwies und Aus der Stadt Gießen. Das Radio. Herr Müller kommt rasend nach Hause. Aus seinen Augen sprühen Blitze. „Hat man je so eine Unverschämtheit gesehen? Na, dem Menschen werde ich es zeigen. Was zuviel ist, ist zuviel." Frau Müller naht mit beruhigenden Gebärden. „Aber Vater, was hast du denn? Rege dich doch nicht so ayf/ du weißt doch, daß dir jede Aufregung schadet." Diese sanften Hinweise gießen jedoch geradezu Oel in das Feuer. „So, ich soll mich also nicht aufregen? Das ist ja... Andere Leute dürfen natürlich machen, was sie wollen, aber ich... ich soll mich nicht aufregen ..." Das Toben hält noch eine Weile an, bis Frau Müller endlich erfährt, um was es sich handelt. Herr Müller hat auf dem Heimwege Herrn Weinrich getroffen. Herr Weinrich ist der Hausbesitzer, muß man wissen. Er wohnt zwar nicht in seinem Hause, in dem außer Müllers noch fünf Familien ihre Wohnung haben, aber er hält auf Ordnung, wie man weiß. „Weißt du, was er von mir wollte? Es ist direkt lachhaft. Unser Radio soll ich abends leiser einstellen. Damit nicht die ganze Nachbarschaft davon profitiere, hat er gesagt. Als ob etwas dabei wäre, wenn das Radio ein bißchen lauter klingt. Heutzutage ist sowieso jeder froh, wenn er den Rundfunk hören kann. Nein, das lasse ich mir nicht gefallen." Es ist kein Zweifel, Herr Müller sinnt auf Rache. Er brütet geradezu über dunklen Plänen. Schließlich verkündet er das Ergebnis seines finsteren Nachdenkens. „3d) werde ihm schreiben. Er soll einen Brief kriegen, an dem er keine Freude hat. So deutliche Worte wird er wohl kaum jemals gelesen nach Miellen, sodann am steilen Hang des Rittges- berges hin zur Rottmannshöhe und an einem mächtigen Felsen, Prcdigtstuhl genannt, vorbei hinauf zum Malberg leitet, von dessen Aussichtsturm sich eine wundervolle Aussicht auftut. Abwärts steigend erreichen wir auf gepflegten Wegen, am Schweizerhaus vorüber, nach fünfstündiger Wanderung das reizvoll an der Lahn gelegene Bad Ems, das wir vor der Heimfahrt einer eingehenden Besichtigung unterziehen. * Lollar — Mainzlar — Treis — Treifer Heide — Hoher Berg — Großen-Bufeck. Diese Wanderung, die vom Lumdatal zum Buseckertal führt, beginnen wir in Lollar. Auf guter aussichtsreicher Sttaße steigen wir aufwärts nach Staufenberg, das wir indes zur Linken lassen, um hierauf die vielfach gewundene, teilweise von Pappeln umsäumte Talstraße über Mainzlar nach Treis am Fuße des Totenberges einzuschlagen. Nach angemessener Ruhepause benutzen wir die Straße, die nach Beuern führt. Wir überschreiten die Lumda, um jenseits des Tales in mäßigem Anstieg zur Treiser Heide zu gelangen. Hier erschließt sich uns eine prachtvolle Aussicht auf das zu Füßen liegende Treis mit dem Totenberg im Hintergrund, auf das hochliegende Climbach, auf Staufenberg, Gleiberg und Vetzberg. Hier oben treffen wir auch die rote Punktmarkierung, die uns bis zum Schluß den Weg zeigt, der durch Wald und Feld, schließlich über den Hohe Berg nach dem Endziel Großen-Buseck führt. Dauer der Wanderung 4% Stunden. Zustizpersonaiien im OLG-Bezirk Darmstadt. biger Weise gedacht worden war, schilderte der Schulungsleiter der Ortsgruppe, Pg. Burgeleit, der als Oberwachtmeister der Polizeireserve im Felde steht, seine Erlebnisse. Er berichtete zunächst von dem Einsatz bei der Rückführung ber Volksgenossen an der Saar im vorigen September, die in vollkommen geordneten Bahnen verlief, und betonte dazu, daß unser Volk dieses Opfer der Volksgenossen von der Saar nie vergessen solle. Gleich in den ersten Tagen des Polen-Feldzuges folgte die Polizei der vordringenden Truppe nach Polen hin- ein. Pa. Burgeleit berichtete von den Etappen Groß-Wartenberg, Rawa und Warschau. Er schilderte auch den Polen, wie er ihn dort angetroffen hat, räumte mit falschen Sentimentalitäten auf und kennzeichnete den Polen als das, was er heute noch ist: der Feind alles Deutschen. Burgeleit war dann bei der Umsiedlung von etwa 40 000 Wolhynien- Deutschen mittätig, die am Weihnachtsvortag begann und bei 30 bis 42 Grad Kälte vor sich ging. Diese Menschen nahmen die ungeheuren Strapazen und großen Opfer auf sich, nur um ins Vaterland heimzukehren, und sie zeigten sich für die selbstverständlichste Maßnahme sehr dankbar. Pg. Burgeleit berichtete weiter, wie diese Menschen mit einem fast kindlichen Vertrauen zum Führer selbst die größten Opfer auf sich nahmen. Zum Abschluß schil- derte er Land und Leute in Norwegen, wo seine Einheit jetzt eingesetzt ist. Die Ausführungen fanden starken Beifall. gericht Höchst i. O., Gerichtsassessor Dr. Werner Oberläuter in Worms zum Amtsgerichtsrat beim ' Amtsgericht Fürth i. O., Gerichtsassessor Dr. Paul ' Amon in Mainz zum Amtsgerichtsrat beim Antts- - gericht Oppenheim und Gerichtsassessor Erich Weisel - in Darmstadt zum Landgerichtsrat beim Landgericht ' Darmstadt ernannt. Versetzt wurden Landgerichts- t Präsident Hermann Colnot in Gießen als Land- : gerichtsPräsident an das Landgericht Darmstadt, : Oberamtsrichter Karl Trinkaus in Schlitz als : Amtsgerichtsrat an das Amtsgericht Gießen, Amts- : gerichtsrat Dr. Hans I ü n g st in Bensheim als I Landgerichtsrat an das Landgericht Gießen, Antts- ' gerichtsrat Dr. Hans Joachim Lehr in Oppenheim ; als Landgerichtsrat an das Landgericht Mainz. Beiraissihung der v Industrie- und Handelskammer Gießen Am Dienstag hielt die Industrie- und Handelskammer zu Gießen im Hotel Schütz eine erweiterte Beiratssitzung ab, zu der neben den Behörden-Ver- tretern eine bestimmte Gruppe von Betriebsführern eingeladen war. Der Präsident der Kammer, Dipl.- Jng. S ch r o t h , unterstrich in seinen Begrüßungsworten die erfreuliche Zusammenarbeit mit den einzelnen Dienststellen, wie Arbeitsamt, Militärbehörden usw. In dieser Sitzung sprach der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftskammer Hessen, Dr. S a v e l k o u l s, Frankfurt a. M., über wehrwirtschaftliche Probleme. Er oab einen Ueberblick über die gesamten kriegswirtschaftlichen Maßnahmen. In klarer Weise führte er vor Augen, daß eine starke Wehrwirtschaft für eine siegreiche Kriegsführung unerläßlich ist. Anhand von Beispielen erläuterte er in einer Gegenüberstellung die Kriegsvorbereitungen zum 2Velt- krieg im Gegensatz derer zu dem jetzigen Krieg. Sodann kam er auf die einzelnen Gebiete der heutigen wirtschaftlichen Kriegsführung zu sprechen. Er schilderte, wie der Führer in klarer Voraussicht durch die Schaffung des Vierjahresplanes die systematische Unabhängigmachung gefordert und durcygeführt hat und beleuchtete in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer starken nationalen Wirtschaft. Zum Schluß wies er noch darauf hin, daß durch manche Kriegsmaßnahmen dem einen oder anderen Betrieb Einschränkungen auferlegt werden mußten, die aber im Interesse der Gesamtheit notwendig waren und denen erfreulicherweise auch von allen Betrieben das erforderliche Verständnis entgegengebracht wurde. Die Teilnehmer verließen die Sitzung in der Erkenntnis, daß Deutschland wie in militäri^er Hinsicht so auch auf wirtschaftlichem Gebiete in jeder Weise den Feindmächten weit überlegen ist, dank einer weitschauenden und klugen Staatsführung. passiert ta nichts " 3n einer Gesellschaft genügt ein widerborstiger Unruhestifter auf 20 oder 50 oder 100 Personen, um die Stimmung zu verderben und die gute Laune davonzujagen. Es gibt Leute, die ein Vergnügen an solchem Unfug haben. Sehen wir näher zu, so sind es Leute mit dem berühmten „Minderwertigkeitskomplex", die sich nicht anders zur Geltung zu bringen wissen, als daß sie anderen Menschen das Leben vermiesen. Das war schon immer so. Der alte, tief humorige Theodor Fontane hat diesen Menschenschlag zu Bismarcks Zeiten in einem wundervollen Gedichtchen unter der Ueberschrift „Der Subalterne" herrlich geschildert: „Das bißchen Deutschland zusammenzuschweißen. Das lag in der Zeit, das will nicht viel heißen — Und Sedan? Nach links und rechts zu schwenken, Ist auch nichts Gefährlichs auszudenken. Ich bin nicht für Ruhm, ich bin nicht für Ehr', Es ist mit alldem nicht weit Herl" Wir wollen den Rummel der Wichtigtuer mit dem Minderwertigkeitskomplex, die Theodor Fontane die Subalternen nennt, wirklich und wahrhaftig nicht überschätzen. Es ist mit ihnen wie mit den echten Bierbankstrittegen. Ihr Prozentsatz ist sehr gering: nur haben sie die große Klappe. Und sie können auf die Nerven fallen. Es schert sie wenig, daß gut Ding seine Weile braucht, und daß zwischendurch Stukas über der See, Schnellboote auf der See und U-Boote unter der See ihr Werk verrichten. Dom 9. April, dem Tag der Skandinavien-Aktion, bis zum 25. Juni, dem Tag des Waffenstillstands in Frankreich, mußten die Wichtigtuer hinhören und schweigen, jetzt haben sie eine Redemöglichkeit erspäht. Das ist rechte Kritikasterart. Und diesen Kritikastern verhoben." Herr Müller setzt sich an seinen Schreibtisch und entwirft den Brief. Es sind böse Gedanken, die in ihm rumoren. Er tunkt immer wieder die Feder ein und fährt sich mit der Hand über seinen Kahlkopf. Endlich wirft er die Feder hin und steckt sich eine Pfeife an. Doch da klingelt es. Müllers Freund August erscheint zu einem Plauderstündchen. Natürlich wird August schnellstens unterrichtet und aufgesordert, die flammende Empörung zu teilen. Aber August kratzt sich den Kopf. Er habe doch Enkelkinder, sagt er bedenklich, und diese kleinen Kinder würden leider häufig im Schlaf gestört durch das laute Lärmen eines Rundfunkgerätes in der Nachbarschaft, wie er wüßte. Das fei immerhin ein höchst fatale Sache, ganz abgesehen von'der Belästigung, die auch andere erfahren müßten. Zum Beispiel wohne neben ihm ein Bäcker, der zwangsweise immer zeitig schlafen ginge, und ein paar Häuser weiter kenne er einen Eisenbahner, mit dem es nicht anders sei. Herr Müller ist erstaunt. Von dieser Sette hat er die Sache noch nicht betrachtet. Er geht in seiner Stube auf und ab. Sollte der Hausbesitzer doch recht haben? Am nächsten Morgen ist Herr Müller ftvh, daß er keinen Brief geschrieben hat. Und am Abend stellt er das Radio leiser ein. Tatsächlich, es geht auch so ganz gut ... Sch. Dornotizei,. Tageskalender für Freitag. Abschiedsabend für die Rückgeführten 20.30 Uhr im Stadttheater. — Gloria-Palast, Setter sw eg: „Bal pare". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unheimlichen Wünsche". Kreiswandertag auf dem Gchiffenberg Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonittag, 11. August, einen Kreiswandertag, der viele Volksgenossen auf dem Schif- fenbera kameradschaftlich zusammenführen soll. An dem Kreiswandertag sollen sich insbesondere die Gefolgschaften der ^Betriebe in Gießen und Umgebung, sowie aus dem Kreise beteiligen, soweit sie den Schiffenberg zu Fuß, also in einer schönen Wanderung, erreichen können. Die Wanderer sollen etwa gegen 14.30 Uhr auf dem Schiffenberg eintreffen. Einige Stunden gemeinsamer Unterhaltung, gemeinsam gesungene Lieber, Ansprachen usw. sollen den Nachmittag ausfüllen. Die Ortsgruppe Gießen-Nord hielt im „Aquarium" einen Schulungsabend ab. Ortsgruppenleiter Thomas eröffnete Den stark besuchten Abend mit der Erledigung einiger interner Angelegenheiten. U. a. dankte er den Politischen Leitern, die beim letzten Aufmarsch sehr gut abaeschnitten haben. Er konnte dann mitteilen, daß sich viele Hausbesitzer für die Entgitterung ihrer Grundstücke gemeldet haben und daß auch die zweite Bücherspende für Die Soldaten sehr reichlich ausgefallen ist. Den Vg. Wilh. Nienhaus, Rob. Hardt, Zeininger, Joh. Schäfer wurde das Westwallehrenzeichen und dem Vg. Franz Habicht eine Ehrenurkunde für seinen Einsatz am Westwall überreicht. Das Mitglied der Ortsgruppe Oberleutnant Pg. Karl Becker gab dann einen interessanten Bericht über seine Erlebnisse bei den Kampfhandlungen im Westen. Er schilderte u. a. auch die den Weltkriegstellnehmern bekannten Kampfstätten, wie z. B. Malancourt, den Argonner-Wald, Montfaucon, wo jetzt der Amerikaner-Friedhof liegt, und schloß den Bericht über seine Erlebnisse in Toul und Pont-a- Mousson, wo die Deutschen das Elend der französischen Evakuierten zu sehen bekamen. Deutschland kann froh sein, daß ihm der Krieg aus dem Lande gehalten wurde. Ortsgruppenleiter Thomas dankte Pg. B e ck e r, der für besondere Tapferkeit mit dem E. K. II ausgezeichnet wurde, und überreichte ihm für feine Truppe ein großes Hoheitsabzeichen und zwei Hakenkreuzfahnen. Nachdem der Gefallenen in wür- Wie die Justtzpresfestelle beim Oberlandesgericht Darmstadt mitteilt, wurde Amtsgerichtsdirektor Dr. Adolf Tautphaeus in Mainz zum Vizepräsidenten beim Oberlandesgericht Pofen, Landgerichts rat Dr. Ernst Seid in Gießen zum Amtsgerichtsdirektor tn Gießen, Landgerichtsrat Dr. Hans Stand in Kassel zum Oberlandesgerichtsrat beim Oberlandesgericht Darmstadt, Amtsgerichtsrat Karl Schott in Reinheim zum Oberamtsrichter beim Amtsgericht in Oppenheim, Amtsgerichtsrat Hans Karl Hof- m e y e r in Gießen zum Landgerichtsrat beim Land- Gießen, Gerichtsassessor Ludwig Drühe in Höchst i. O. zum Amtsgerichtsrat in Schotten, Gerichtsassessor Havs Petermann zum Anttsgerichts- , .... . K , rat in Dieburg, Gerichtsassessor Dr. Wilhelm Bergk nunmehr abwärts durch das liebttche Schweizertal in Ingelheim zum Amtsgerichtsrat beim Amts- //Die unheimlichen Wünsche." Ein Tobis-Film Heinz Hilperts. Des großen französischen Romanciers H o n o r 6 de Balzac 1831 erschienene Jugendnovelle „L a Peau de chagri n”, die der Dichter selbst als Keimzelle des Planes der Comedie humaine, als konzentrischen Grundriß für den Riesenbau seines großen vielbändigen Romanwerks betrachtet hat, hat für diesen Film die Anregung gegeben. Aber aus der von der grenzenlos schweifenden Phantasie des Dichters geschaftenen, fast überwältigenden Fülle der Erscheinungen und Pielfalt der Gesichte ihrer literarischen Vorlage haben Heinz Hilpert, der Spielleiter, und Curt Heuser, der Drehbuchautor, in weiser Mäßigung nur wenige Motive und Charaktere genommen und daraus mit feiner Einfüh- hmg in den Geist Dalzacscher Dichtung, aber doch mit neuen Ideen, ein eigenes Kunstwerk von Rang gestaltet, das den besonderen künstlerischen Forderungen des Films entspricht. Erreicht wurde das durch eine ungeheure Verdichtung des Stoffes, ohne dabei auf eine im einzelnen fein abgestufte breite ?U55^un9 Milieus zu verzichten. Daß von der Fülle der Geschehnisse das Grundmotiv niemals erschlagen wird, daß immer sichtbar bleibt, wohinaus der Film will, wenn auch die Handlung der überraschenden Momente genug bietet, darf man an diesem Film als besonderen Vorzug vermerken. „Erfüllung ist Tod, Sehnsucht ist Leben", dies Wort des Kunschändlers Pertignac steht als Mahnung über dem Schicksalsweg seines jungen Freundes Rafael von Valentin, der fteilich erst, wie wir alle, durch Erfahrung klug wird. Die Erkenntnis wird ihm durch eine Reihe seltsamer Erlebnisse mit einer magischen Tierhaut, deren Besitz alle Wünsche erfüllt, aber mit ihrer Erfüllung zusammenschrumpft wie das Leben ihres Besitzers. Ein berühmtes Märchenmotto, das feine innere Wahrheit auch in der „aufgeklärten" Welt des 19. Jahrhunderts erweist. Rafael de Valenttn, dem im Augenblick des Zusammenbruchs aller seiner Hoffnungen, das magische Leder wie ein Geschenk des Himmels kommt, wünscht sich sehr irdische Dinge: Liebe, Macht, Reichtum, Ruhm, und es bedarf einer harten Schule, bis er spürt, daß ihn die Erfüllung dieser Wünsche innerlich arm gemacht hat. Er stürzt sich in den Strudel menschlicher Eitelkeiten, bis ihn die Schalheit der Gesellschaft anwidert. Gierig sucht er Liebe in den Armen einer Schauspielerin, deren bestrickende Schönheit ihr nur ein Mittel ist, ihren rasenden Ehrgeiz zu befriedigen. Des Lebens überdrüssig, sucht er nur eine mitfühlende Seele und findet sie, die, von ihm unbeachtet, in Stunden der Not ihm Stütze und Halt gewesen, in Stunden des Glücks schnell vergessen war, in einer kleinen Silhouettenschneiderin ^wieder, die ihm aus ihrer eigenen natürlichen Sicherheit die Kraft gibt, sich von dem mystischen Bann des Wunderleders zu lösen und in freier Lebensgestattung Befriedigung im täglichen Dasein des Landmannes zu finden. Heinz Hilperts ungemein feinfühlige Regie hatte fein Ensemble so zusammen gestellt, angesetzt und geleitet, daß der seelische Gehalt des Films in keinem Augenblick verlorenging. Das magische Halbdunkel der Bilder des Kameramannes Richard Angst und die Musik Wolfgang Zellers unterstrichen das Symbolhafte des Märchens in modernem Gewände. Caspar N e h e r hatte die Luft der französischen Restauration in Kostüm- und Raumgestaltung stilgetreu getroffen. Hans Holt spielte den Rafael mit den schweifenden, tastenden Augen des Jünglings, der als ein Suchender durch die Welt der Hohlheit und des Lasters irrt, voll inneren Leuchtens im Geborgensein einer echten großen Liebe. Käthe Gold war die kleine Silhouettenschneiderin, ein wahrhaft rührendes Geschöpf von schlichtem, natürlichem Liebreiz zwischen hingebender Liebe und spröder Reserve. Den Pertignac gab Ewald Balser mit warmen Tönen echter Herzensbildung und Lebensklugheit. Truggestalten einer in ihrer flachen Nich- tiafeit sich schamlos bloßstellenden Gesellschaft waren Olga Tschechowa als Schauspielerin, vieldeuttg schillernd, nur ihrem Ruhm lebend, voll berechnender Koketterie, eiskalt und aller echten Gefühle bar, Paul Dahlke als ihr Diener-Liebhaber, brutal und gewöhnlich, Franz P f a u d l e r als der machtgierige, tückische und boshafte Krittker Na- varreins und Aribert Wäscher als ein Schieber von abstoßend widerwärtiger Schmierigkeit. Sie alle gaben in sorgsam ab gestimmten und ausgefeilten Charakterstudien ein mit den Augen Balzacs gesehenes wahrhaft grandioses Bild menschlicher Gemeinheit. Dr. Fr. W. Lange. Mnschenwott und Dichterwott. Ein Gruß an Josef Friedrich Perkonig zu seinem 50. Geburtstag am 3* August. „... und doch reicht Menschenwort für ein allerletztes Geheimnis nicht aus." Menschenwort nicht, denn es ist in die Welt gebracht, die wirklichen, die einfachen Dinge zu nennen und dem Verstehen zu dienen von Mensch zu Mensch. Dennoch vermögen Worte Träger zu fein letzter Geheimnisse, daß wir fühlen und davor erschauern, wie hinter ihnen die Wett des Unsagbaren sich auftut, jedem vernehmbar, der willens ist, sie anzuerkennen. Dann ist etwas anderes zum Wort getreten, eine Kraft des Geistes, die uns verwandeln kann, wenn wir uns ihr anvertrauen. Das Wort ist Dichtung geworden. Durch die Kraft, die mit dem Verstand nicht zu fassen ist, ist Menschenwort zum Dichterwort geadelt. Josef Friedrich Perkonigs Werk lebt ganz von dieser Kraft, die seinem Wort den Atem der Dichtung verleiht. Sie ist begleitet von einer tiefen Liebe zu seiner Kärntner Heimat, zu chrem Menschen, zu den Bergen und Wäldern der deutschen Südmark, aus der sie ihm immer neu zuwächst. Und wie das Land, in Kämpfen bewährt, ein Teil des Großdeutschen Reiches ist, so ist Perkonigs Dichtung nicht wegzudenken aus dem großen Bereich des deutschen Geisteslebens, das sich nicht zuletzt in der deutschen Dichtung offenbart. Freilich führt sie uns immer in das Reich der südlichen Grenzberge, schildert uns Menschen und Schicksale, die bestimmt sind vom Erleben der Grenze, von der ständigen Auseinandersetzung mit fremder Art. Wie anders ist dies auch denkbar bei dem Werk eines Mannes, dessen Zugehörigkeit zum Kärntner Volkstamm sich nicht allein aus langer Geschlechterreihe herleitet, der sie erprobt hat in langen Jahren pflichtbewußter hingebender Erziehungsarbeit, in der er heute noch als Professor an der Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt wirkt, der schließlich in Kärntens Freiheitskampf, in dem er den Vater verloren, fein Volkstum an hervorragender Stelle verteidigt hat. Aber auch diese Kämpfe, und die, die sich täglich im kleinsten Leben zutragen, vermögen letztlich nur das Gefühl für das eigene Volk zu festigen und legen so Zeugnis ab von der unbesiegbaren Kraft deutschen Wesens. „.. alles soll nur eine Ursache fein zu jenem Heimweh, das zuletzt den Menschen an der Grenze auch fterbensbereit macht für sein Vaterland, für sein Volk." Dieses ganz besondere Heimweh begegnet uns in Perkonigs Dichtung. Es steckt in dem „Räuberhauptmann Nikolaus Tfchinderle" ebenso wie in dem alten Lukas vom Hügel Sankt Joseph im „Honigraub", wir gewahren es aber auch als Klang von jenseits der Berge in dem Roman „Lopud / Insel der Helden", der uns hinunter führt über die Hänge der Karawanken, hinaus auf die Adria zu der sagenumwobenen Insel, es ist wesentlicher Teil seines erschütternden Kriegsbuches „Mensch wie Du und ich", das uns wieder auf Kärntens Boden führt, in dem sich hinter den erzählten Einzelschicksalen gleichnishaft das Schicksal unseres Volkes erhebt. Das Heimweh nimmt vielerlei Form und Gestatt an, und wir finden es im Ernsten wie im Heiteren, finden es vor allem auch in seinem Buch vom verzauberten Gebirg, in dem uns die von ihm gesammelten und meisterhaft erzählten Volkssagen in ihrer bunten Vielfalt erfreuen, — immer ist es, wo und wie es uns auch begegnet, in feinem ttefsten Wesen deutsch. In allen seinen Formen zeugt es von dem großen Reichtum der deutschen Seele, von den inneren Kräften des Volkes, die die Menschen im südlichen Gebirge sich in ihrem harten Leben stets bewahrt haben. Um diese inneren Werte geht es dem Dichter, der jetzt feinen 50. Geburtstag begeht. Nur Dichter- wort vermag sie uns nahezubringen, dieses aber bringt uns tiefes, reiches Erleben. Unseren Gruß an den Dichter begleite der Wunsch, daß sein Dichterwort noch in Diesen Werken zu uns spreche. Dr. Hermann Mährlen. ♦ In den Samstag-Familienblättern finden unsere Leser eine Erzählung Josef Friedrich Perkonigs: „W i e i m M ä r ch e n", die für die besinnliche Art des Dichters charakteristisch ist. SJ.-fpori nen bis 150 RM. kostet. Man vergesse auch nicht, stets 16. Fortsetzung. |U .5= • (Nachdruck verboten.) 15. kommt anders. Als sie sich ihrem Zeltplatz nähert, sieht sie schon ein Boot dort liegen, und als sie landet, steht der Mensch auf, mit dem sie sich den ganzen Tag in Gedanken beschäftigt Hut: Heinz Deetjen. ,,N' abend", sagt er, als gäbe es nichts Selbst- verständlicheres als sein Hiersein. Tilde ist nicht so rasch bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. „Sie haben heute früh wohl was liegen lassen?" „Kann schon sein", meint er gleichgültig. „Außerdem haben Sie ja geschwindelt, Sie wohnen ja gar nicht auf dem Schloß Lüchow." t r r. Jedesmal, wenn Tilde ihm begegnet, muß sie sich über ihn ärgern. „Ich habe nie behauptet, daß ich in Lüchow wohne. Ich habe nur gesagt, ich könnte dort wohnen." „Das ist doch dasselbe", bleibt er jeder Logik verschlossen. In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 350 000 Brände mit einem Gesamtverlust von 400 Mill. RM- Von diesen ungeheuren Schäden entfallen rund zwei Drittel auf das Land. 400 Millionen RM., das ist etwa der Geldwert einer Großstadt. Man bedenke: eine Großstadt ein Raub der Flammen! Und setzt man den durchschnittlichen Wert eines Bauerndorfes etwa mit einer Million an, so würde das bedeuten, daß jährlich rund 365 Bauerndörfer in Flammen ausgehen. Vordringliche Pflicht für unsere Landwirtschaft ist daher, besonders m Kriegszeiten, ein durchgreifender und wirksamer Gefahrenherde . Hofe Stroh, Heu, Reisig, Gerümpel und andere ehren wir als Festtagsangebinde eine kleine köstliche Entdeckung: wer hat die Kritikaster in die Literatur gebracht? Es ist niemand anders als Matthias Claudius, von dem wir auch „Urians Reise um die Welt", eine alte gute Schulbucherinnerung, haben. Er hat in seinem „güldenen ABC den gültigen Zweizeiler hingeschriben: „Vor Kritikastern Hute dich: Wer Pech angreift, besudelt sich. Zum Abschied der Saarländer. . Für den heute, Freitag, von der Kreisleitung rm Stadttheater veranstalteten Abschiedsabend für Die rückgeführten Saarländer stellte das Stadtheater Gießen ein buntes Programm zusammen, für das folgende Mitglieder ihre Mitwirkung zugesagt haben: Irmgard Trömel, die neue Ballettmeisterin, Gabriele Possinke, die neue Operettensangenn, Gerti Vogt, die neue Operettensoubrette, Harry Grüneke, Christoph Reuland, Hans Seitz, Otto Söllner, der neue 1. Kapellmeister. Das Stadtchea- ter Gießen hält es für eine Ehrenpflicht, auf diese Weise dem Abschiedsabend der im Stadt- und Laud- kreis Gießen beherbergt gewesenen Saarländer den künstlerischen Rahmen zu oerlechen. machermeister tätig und widmete sich in seiner Freizeit der Förderung des Fußballsportes. Zehn Jahre lang wirkte er als Leiter der Jugendabteilung im VfB -Reichsbahn. Dann übernahm er das Amt eines Kreisführers im Westdeutschen Spielverband und war anschließend auch als Gauausschußmitglied tätig. Schließlich übernahm er die technische Leitung des Gaues Gießen-Wetzlar. Im Jahre 1932 wurde er für seine vielfachen Verdienste um den Fußballsport mit der goldenen Ehrennnadel des Westdeutschen Spielverbandes ausgezeichnet. Bei der Neuordnung des Fußballsports im NSRL. war er ebenfalls eifrig tätig. Bis in die jüngste Zeit betreute er als Bezirks- fachwart den Fußballsport in den Kreisen Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Dillenburg. Heber diese Förderung hinaus, die er dem Fuß- ballsport angedeihen ließ, war er auch für die Allgemeinheit tätig. Er arbeitete als Blockwalter der NSV mit, war dann auch Blockleiter und seit emem Jahre Zellenleiter der Partei Ortsgruppe Gießen- Mitte. Mit Hugo Henkel schied ein Mann aus dem Leben der sich auf eine vielfältige Weise bewährt hat, und der von allen seinen Kameraden in der Partei, der NSV. und im NSRL. in gutem Andenken gehalten werden wird. Bewahrt das Feuer.. Brandverhütung ist nationale pflicht. Die schöne Melusine Roman bon Hans Richter „Das ist nicht dasselbe. Aber woher wissen Sie es denn?" , , , , „ ,Zch bin vorbeigefahren und habe gefragt. „Den Besitzer etwa?" „Nein, den Bootsmann. Ich dachte nämlich, Sie hätten etwas mit dieser Kommerzienratsarche zu finde das Boot sehr hübsch", reizt sie ihn. ,Fauf ich auch, in zwanzig Jahren oder noch später." „Angeberei", zuckt sie die Achseln. „Aber Sie haben wohl gar nichts in Ihrer Fabrik zu tun? „Das wissen Sie auch schon, woher denn?" , Den Namen Deetjen kennt doch jedes Kind im Utriner Kreis", zitiert sie Fikchen Brümmer. ,M ist nichts mit dem Inkognito, mein Fürst." „Das ist ja nun wieder himmelhoch gelogen , beendet er das Gespräch. „Aber wollen Sie mcht das Abendessen machen?" „Wieso ich?" staunt sie. „ „Weil Sie mich gestern emgeladen haben. in Heuchelheim. 41 bis 50, 51 bis 60, über 60 Jahre), gemischte Siebenkämpfe, aus vier Gerät- und drei volkstümlichen Hebungen bestehend, und außerdem die beliebten volkstümlichen Dreikämpfe, ebenfalls in den genannten vier Altersklassen. Diese Kampfe sind über den Kreis der Turner hinaus „offen für jedermann", auch für jeden NSRL.-Kameraden aus anderen Fachgebieten. Bereichsfachwart , Hermann Schäfer und Bereichsmännerturnwart Richard Becker (Kassel), die verantwortlichen Leiter des Heuchelheimer Treffens, haben die Kameraden anderer Fachämter, wie im Vorjahre, wieder herzlich eingeladen, und sie nehmen ausnahmsweise auch vor Beginn der Wettkämpfe noch Meldungen ent- ^Das Heuchelheimer Bereichstreffen beginnt um 10 Hhr mit einer Morgenfeier, die überleitet zu den Wettkämpfen der Turner (Zwölfkämpfe) und der Altersturner. Der Dv. Heuchelheim hat wieder alles so gut vorbereitet, daß die Wettkämpfe bis kurz nach Mittag beendet sein können. Der Nachmittag steht dann nochmals im Zeichen des Kampfes. Die Entscheidungsspiele um die Bereichsmeisterschaft im Korbball und Faustball werden spannende Begeg? nungen bringen. Im Korbball der Turnerinnen stehen sich Tgm. Hanau und CT. Hessen-Preußen Kassel gegenüber, im Faustball der Männer Tv. 1846 Gießen und ACT. Kassel. Dazu kommt ein Freundschaftsspiel im Korbball zwischen Tv. Wetzlar und Tv. Heuchelheim. Kürturnen der besten Turner der Reichs- und der Dereichsklasse umrahmt die Kampfspiele. In einer würdigen Siegerehrung klingt das Treffen aus. „Hab ich nicht." ,Sie haben. Gestern haben Sie gesagt, das nächste Mal würden Sie die Atzung übernehmen. Aber ich will Sie nicht allzusehr beim Wort nehmen. Eingekauft habe ich schon und das Feuer brennt ebenfalls." Während sie im Zelt hantiert, trägt er alles heran, was man braucht, um einen Ab end tisch im Freien zu decken. Da sind bunte Galalithbecher und Teller, die allein schon lustig aussehen, Bestecke, eine Schüssel, und baut alles auf einem Kisten- deckel auf, der heute morgen noch nicht da war. „Wo haben Sie denn den plötzlich her?" fragt Tilde. „ „Den hat mir mein Freund Hagemann gepumpt. „Wer ist denn das nun wieder?" „Das ist der Bauer am See, von dem Sie heute morgen Ihre Milch besorgt haben. Das heißt, ich habe die Milch für Sie geholt. Und so ernst war es mit dem Abendessen auch nicht gemeint. Ich habe natürlich alles mitgebracht, und ebenso natürlich übernehme ich die Kocherei. Im Zeltleben ist das nämlich anders als in der Ehe. Bei uns wird alles kameradschaftlich geteilt, Arbeit und Vergnügen." Es ist oft so, daß ein Wort eine Lage von Grund auf verändert. Tilde findet plötzlich, daß „er" doch ein ganz netter Kerl ist, und sie merkt nichts mehr Die Turner des Bereichs Hessen im NS.-Reichs- buab für Leibesübungen führen am kommenden Sonntag in Heuchelheim bei Gieße» eine größere Gememschaftsveranstaltung durch. Der vorjährige Erfolg des ersten Bereichs-Alterstreffens in Heuchelheim hat den Bereichsfachwart Turnen, Hermann Schäfer (Kassel), zu einer Wiederholung dieser Veranstaltung ermuntert. Man hat als Ort des Treffens wieder Heuchelheim gewählt, einmal wegen seiner günstigen Verkehrslage im Mittelpunkt des Bereiches, dann aber auch wegen der ausgezeichneten Hallen- und Platzverhältnisse und der besonderen Einsatzbereitschaft der Gemeinde Heuchelheim, wo Partei, Gemeindeverwaltung und Bevölkerung alle Veranstaltungen der Leibesübung immer in vorbildlicher Weise freudig unterstützen. Die Turner vor allem halten gern in Heuchelheim Einkehr. In Derbindung mit dem Kriegsalterstreffen der hessischen Turner kommen in Heuchelheim diesmal auch das Au s s ch ei d un g s tur n en zu den Deutschen Zwölfkampf - Meisterschaf. ten in Chemnitz und die hessische Bereichs- Meisterschaft im Zwölfkampf zum Austrag, ferner die hessischen Bereichsmeisterschaften in den Sommerspielen Faustball und Korbball. Damit wird Heuchelheim die turnerische Großveranstaltung der Hessen im Kriegs- <£ Leih gestern, 31. Juli. Das diesjährige Kleinkaliber-Wettkampfschießen des NS.-Reichskrie- gerbundes wurde von der hiesigen K r i e g e r - kameradschaft am letzten Sonntag durchge- führt. 28 Kameraden in Gruppen zu je vier Mann traten zu diesem Schießen an. Es wurden gute Ergebnisse erzielt; die höchste erschossene Ringzahl betrug 54 Ringe, die von vier Kameraden erreicht wurde. Obwohl die Gruppen größtenteils aus älteren Kameraden bestanden, waren bei diesem Schießen keine Dorbeischüsse zu verzeichnen. Kreis Bübingen. * Büdingen,!. Aug. Als ein Arbeiter auf dem benachbarten Salinenhof nachts über ein Dachgerüst hinwegkletterte, um von dort aus in feine Schlafstube zu gelangen, stürzte er so unglücklich auf eine Zementmauer und einen Lattenzaun ab, daß er mit schweren inneren und äußeren Verletzungen dem hiesigen Krankenhause zugeführt werden mußte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. August. (Dorbericht.) Es kosteten: Ochsen 28 bis 46,50 RM., Bullen 34 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 36 bis 45,50, Kälber 30 bis 59, Lämmer und Hämmel 25 bis 51, Schafe 12 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. Marktverkauf: alles zugeteilt. leicht feuerfangende Dinge herumliegen. Die Gefahr wird noch größer, wenn die Wirtschaftsgebäude undicht sind und mangelhafte Dächer, baufälligem Wände und undichte Türen besitzen, durch die Flug- fun'ken eindringen können. Auch im Hause selbst muß peinlichste Ordnung herrschen. Wer in Scheunen, Kammern ober auf Böden verstaubtes Gerümpel duldet oder gar anhäuft, muß immer mit einem schlimmen Ende rechnen. Außerdem mißachtet er bewußt seine Luftschutzpflichten. Also sofort die Entrümpelung überprüfen und dafür sorgen, daß Wohngebäude, Stall und Scheune funkendicht sind. Auch alle sonstigen feuergefährlichen baulichen Mängel müssen abgestellt werden. Dazu gehört, daß die Gebäude mit ordnungsmäßigen Blitzableiteranlagen versehen werden. Das ist um so leichter möglich, da jähre 1940. Recht vielseitig wird so das Wettkampfblld sein, das Heuchelheim am kommenden Sonntag zeigt. Zu dem Zwölfkampf der Chemnitz-Klasse kommt der Zwölfkampf der Bereichsklasse. Für die Altersturner gibt es in den verschiedensten Altersklassen (32 bis 40, Die Gegend hinter der Waldmühle ist schön und romantisch. Der Dach schlängelt sich tief unten im Einschnitt. Alte Baumviesen, die der Sturm einmal gefällt, liegen darüber, und niemand scheint daran zu denken, sie jemals fortzuschaffen. So hat Tilde wieder genug Neuland entdeckt, und als sie gegen sechs Hhr am Abend wieder in ihr „Lotteken" steigt, ist sie rechtschaffen müde. An die frische Luft muß man sich, wenn man ein Büro fahr hinter sich hat, erst wieder gewöhnen. Weil sie in der Waldmühle ordentlich zu Mittag gegessen hat, beschließt sie, am Abend kurzen Prozeß zu machen. Sie malt sich das aus. Sie wird ein rohes Ei oben und unten an» schlagen und dann austrinken. Es schmeckt gut, und man braucht kein heißes Wasser anzusetzen. Sie wird sich ein paar Brote streichen und von Tante Malwinens Dauerwurst ein ordentliches Stück abschneiden. Nachher wird sie sich einfach ins Gras legen und darauf warten, daß sie müde genug ist, ins Zelt zu kriechen. Das wird sehr baß) geschehen. Denkste — sagen die Leute in Berlin, denn es ♦♦ Auszeichnungen für Frontkämpfer Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde« mit bem’ Kifemen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet der Leutnant in einem Infanterie-Regiment, Tum-und Sportlehrer Wllhelm Mohr, unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant der Kreisobmann der DAF. Katzenmeier, ferner der Hnterofsizier und Reserveoffizier-Anwärter Sparkassendirektor Dr. Hopfenmüller, sämtlich aus Gießen. ♦♦ Aus Anlaß des Betriebsappells des Stadttheaters wurden gestern den neuen Mitgliedern unserer Bühne die Vorstände der einzelnen Abteilungen durch den Intendanten vorgestellt. Zu den in unserem gestrigen Bericht bereits Genannten sind noch folgende Mitarbeiter zu nennen- Spielleiter Hans Scherl, Bühnenbildner und technischer Leiter Karl Löffler Beleuchtungsinspektor Remigius Konen, ßeiter des künstlerischen Büros Ernst Heck und Vorstand der Derwaltungsabteilung Karl Hammel. . ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 19. bis 25. Juli im Bereich der Polizei- direktion Gießen, einschließlich des Polizeiamtes Bad-Nauheim - Friedberg, wieder gegen eine Anzahl Verkehrssünder ein. Zur Anzeige gelaunten 5 Kraftfahrzeugführer, 5 sonstige Fahrzeugfichrer und 3 Radfahrer. Gebührenpflichtig verwarnt wurden 4 Kraftfahrzeugführer, 36 Radfahrer und drei Fußgänger. Mit gebührenfreien Verwarnungen kamen 7 Fahrzeuglenker, 3 Radfahrer und 3 Fuß- ausreichende und brauchbare Löschgeräte für den Ernstfall bereitzuhalten. Sehr wichtig ist ferner, daß die Feuerstat^n tn emmanbfreiem Zustand sind. O-sen und H«rde, Rauchrohre und Schornsteine, Futterbamps« und Räucherkammern Dürfen keine schadhaften Stellen aufweifen bzw. sie müssen funkend,cht fein; wo dies nicht der Fall ist, muß unverzüglich an die Ausbesserung mit Hilfe des Fachmannes gegangen werden. Fort auch mit allem, was..schnell Feuer fangt, aus der Umgebung der Feuerstätten! Die Asche gehört in eine funkensichere Grube, oder m emen verschließbaren Behälter aus feuerfestem Material, nicht aber, wie dies noch immer beobachtet wird, in Holzkästen oder Pappschachteln. Weiter darf man nicht versäumen, die elektrischen Anlagen und Geräte auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand zu überprüfen. Ein Kurzschluß genügt, um schwere Brande zu verursachen. Schluß darum mit allen überbrück- ten Sicherungen, die früher oder spater unfehlbar zu verhängnisvollen Zündungen führen! Leitungen, Sicherungen, Schatter, Anlasser und Motoren sind peinlich sauber von Staub, Spinnweben, Heu und Stroh zu halten, die beweglichen Motorkabel sorgfältig zu überwachen. Es darf nicht vorkommen, datz man sie in durchgescheuertem, geflicktem, geknicktem oder zerbrochenem Zustand an trifft. Die Lokomobile muß stets einen dichte» Funkenfänger und die vorgeschriebenen Abstände vom Getreide oder Gebäude haben. Verbrennungsmotoren dürfen nicht m Scheunen aufgestellt werden (die Scheune fit ferne Garage!). Hndichte Stelle» in den Kraftstoffleitungen tropfende Vergaser und Brennstoffbehälter und ölverschmutzte Maschinenteile bilden eine ernste Gefahrenquelle, da der kleinste Funke für die Zündung genügt. Der Treibstoff darf nur in feuersicher umschlossenen Räumen aufbewahrt werden. Um sich vor der Heuselbstentzündung zu bewahren, darf man nur äußerlich und innerlich völlig durchgetrocknetes Heu einlagern und muß es laufend auf feine Temperatur kontrolliere«. Zur Beleuchtung darf m den Wirtschaftsgebäuden niemals offenes Licht verwendet werden. Endlich achte man auch ftreng auf die Einhaltung des Rauchverbotes! Ein besonderes Kapitel bilden die Brandstiftungen durch Kinderhand. Von den rund 5000 Bränden durch Kinder, die wir jährlich in Deutschland zu verzeichnen haben, entfällt der weitaus größte Teil auf das Land. Abgesehen davon, daß die Gefahren aus dem Hnbeaufsichtigtfein der Kinder während der Erntezett jetzt durch die segensreiche Eimichtung der Erntekindergärten der NSV. weitgehend be- hoben sind, gilt es, alle Zündmittel vor den Kin- dem in sicheren Gewahrsam zu nehmen. Feuer hat schon oft die Arbeit von Jahrhunderten in kürzester Frist vernichtet. Es gilt daher, die deutsche Volkswirtschaft vor Millionenschäden zu bewahren und das kostbarste Erntegut vor Brandgefahr zu sichern, ganz besonders in Kriegszeiten. Jeder hat die Pflicht, stets und überall die nötige Vorsicht walten zu lassen, anderen gegenüber beispielhaft, aufklärend und warnend zu wirken und gegebenenfalls bei der Bekämpfung eines Brandes besonnen und umsichttg mit einzugreifen. Die neue Hessische Landesbank- Girozentrale, Darmstadt. Am 1. Juli 1940 ist die Hessische Landesbank- Girozentrale in Darmstadt ins Leben gerufen worden. A)r Grundkapital beträgt, wie jetzt verlautet, 5 Mill. RM., das je zur Hälfte von den beiden Haftungsträgern aufgebracht wird. Haftungsträger sind die Selbstverwaltungskörperschaft Land Hesien (bis zu deren Errichtung das Land Hessen) und der Hessische Sparkassen- und Giroverband. Das Land Hessen hat zur Aufbringung des Stammkapitalanteils zur Verfügung 1 Mill. RM. Grundkapital der bishengen Staatsbank und 1,68 Mill. RM. Kapital der bisherigen Landes-Hypothekenbank AG. Der überschießende Betrag von 0,18 Mill. RM. wird den Reserven des neuen Instituts zugeführt. Der Sparkassen- und Giroverband legt seinen Anteil von 2,5 Mill. RM. auf seine 35 Mitgliedssparkassen um unter Zugrundelegung des Spareinlagenbestandes von Ende 1939. Das Stammkapital darf mit höchstens 5 v. H. verzinst werden. Die offenen Reserven des neuen Instituts betragen 8,715 Mill. RM., dazu kommen vd. 550 000 RM. Eigenvermögen der bisherigen Kommunalen Landesbank. Schließlich kommen noch erhebliche stille Reserven der drei bisherigen Einzelinstitute hinzu, so daß die Gesamtrücklagen von vornherein i ein Mehrfaches des Stammkapitals ausmachen ; sollen. _____________ Bezirks fachwart Hugo Henkel f. Am gestrigen Donnerstag hat der Bezirksfachwart für Fußball, Hugo Henkel, nach längerem schwe- ren Leiden , aber doch überraschend für viele Kameraden, für immer die Augen geschlossen. Als er zum letztenmal öffentlich hervortrat, um die Marme- M«mnschaft zu begrüßen, die vor einigen Wochen auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn gegen eine Stadtelf fpiette, erschien er noch frisch und beweglich, wie man ihn in all den Jahren kannte, wenngleich vielen bewußt war, daß er sich nicht Der besten Gesundheit erfreuen konnte. fiugo Henkel setzte sich seit zwei Jahrzehnten eifrig für Den Fußballsport ein. Er übernahm manches Amt, mit Dem sehr viel und nicht immer leichte Arbeit verbunden war. Hnerschütterlich aber hat er feine Liebe dem Fußballsport bewahrt, und es gab kaum einen Sonntag, an Dem er nicht auf Den Sport- Plätzen Der Stadt oder der Umgebung zu sehen gewesen wäre. Vielen fußballsportlichen Veranstaltun- qen wohnte er bei, viele größere Veranstaltungen hat er geleitet und Dabei immer wieder Gelegenheit gesunden, erzieherisch zu wirken, immer wieder ermahnte er Die Kameraden zu ritterlichem Kampf. Der Verstorbene wurde in Aachen geboren, kam nach dem Kriege nach Gießen, war lange als Schuh- Hessens Turner staut haben." „Sieh mal an", Tilde bemüht sich, ein böses Gesicht zu machen. „Sie haben mich also beobachtet?" „Und wie. Ich habe beim Bauer Hagemann am Steg hinter dem dicken Fliederbusch gestanden und habe eine Stinkwut gehabt. Mord und Brand geschimpft habe ich, das kann ich Ihnen nur flüstern." „Und was haben Sie gedacht?" „Bestimmt kommt nachher so 'n Fatzke mit ’m Motorboot und holt den ganzen Zimt ab. Das hab' ich gedacht. Dann habe ich mich auf mein Motorrad geschwungen und habe mir meinen Zorn zuerst mal rausgefahren. Hätte beinahe ein Huhn gekostet, aber das wäre auf Ihre Rechnung aegangen." „Haben Sie das Motorrad heute auch drüben? Brümmer gepaddelt.' Na, und da wußte ich genug. Sie machen hier Ferien, ja? Hnd Sie sind irgend was in Berlin, was, ist ja ganz schnuppe. Jeden- 'olls sind Sie jetzt hier, und morgen sind Sie auch wieder hier." „Das ist noch gar nicht raus", wehrt sich Tilde. Er richtet sich auf und sieht sie groß an. „Hnd wenn ich Ihnen sage, daß Sie mir einen großen Gefallen tun würden?" Tilde muß an das Gespräch mit Lotte Mewes denken, das sie in Klein-Machow geführt haben. Das von Denen, die immer Hmwege machen müssen, und von den anderen, die immer geradezu sind. Seine letzte Bemerkung erscheint ihr beinahe unverschämt deuttich, und sie beschließt, ihn das merken zu lassen. „Sie finden doch immer wieder Gesellschaft hiei^, sagte sie abweisend, steht auf und fängt an, das gebrauchte Geschirr zu reinigen. Das tut man nach altem Paddlerbrauch so, daß man sich mit bloßen Beinen im Wasser auf einen Baumstamm setzt und alles hübsch um sich aufbaut. Der Baumstamm ist da. Jetzt erst sieht sie, daß er sein Zelt viel näher als gestern herangerückt hat, gleich hinter dem nächsten Busch steht es, und daß der Schlafiack drin schon ausgebreitet ist. Als er sich neben sie setzt, stellt sie ihn zur Rede. „Warum sind Sie eigentlich nicht geblieben, wo Sie gestern waren?" „Damit ich nicht solch weiten Weg habe, wenn Sie wieder in Not kommen." ,Hch komme durchaus nicht jede Nacht in Not." Er nimmt ihr die Tellerwäsche aus der Hand. „Lassen Sie uns doch einmal ein vernünftiges Wort miteinander reden, Fräulein Tilde. Also, gestern nacht, da war es mir gar nicht recht, daß Sie da waren. Aber nun muß ich Ihnen erst mal erzählen, warum ich neulich, als wir uns auf der Elektrischen kennenlernten, in Berlin war. Das hatte nämlich einen Grund. Im Herbst wird eine große Ausstellung eröffnet, Gartenbau und Kleinsiedlung, draußen am Funkturm. Hnd da stellen wir auch aus. Hat allerlei Mühe gekostet, bis ich meinen alten Herrn dazu gekriegt habe. Der hat seine Ansichten über Hallersdorf er Teerosen, und ich haß' andere. ’ Der alte Herr meint, wir müßten immer wieder das alte Zeug machen, das seit zehn Jahren geht." ► „Und Sie?" (Fortsetzung folgt) von der Müdigkeit, obwohl sie doch vor wenigen Minuten noch da war. Es geht ihm alles rasch von der Hand. Der Butterklex schmilzt in der Pfanne. Die Eier werden hin ein geschlagen und bekommen sofort schone gelbe Augen. Dann holt er aus einem Paket wahre Riesen sch eiben von Schinken heraus und legt sie auf Blätter. „Es ist serviert, Fräulein Tilde", sagt er. Sie hat sich immer noch nicht ganz von chrem Staunen erholt. „Woher wußten Sie denn, daß Sie mich hier treffen würden?" Er macht ein verschmitztes Gesicht. „Zuerst einmal habe ich mich heute morgen schon gewundert, wie Sie-eigentlich so schnell wegkamen. Das Zelt könnten <5ie in der Fixigkeit nicht abgebaut und oer» will Tilde wissen. „Natürlich. Morgen früh gehfs wieder ab nach Hallersdorfer Teerofen, sonst macht der Alte Krach. Ich hab' nämlich 'ne Kleinigkeit da zu hm." Er lehnt sich zurück und blinzelt in die Abendsonne. „Ist doch ganz hübsch, daß Sie da sind." „Sie waren noch nicht fertig mit Ihrer Geschichte, Herr Deetjen", mahnt Tilde und wird rot, weil sie um ein Haar, wie er vorhin, sie mit Dem Vornamen angesprochen hätte. Er scheint den Zungenklaps nicht gemerkt zi haben. „Männer handeln logisch, Frauen gefühls mäßig", sagt er überlegen. „Der Bootsmann hat mir erzählt. Da wäre solch eine Lütte Dagewesen. Konnten nur Sie fein. Aber was Sie gewollt hätten, Das wollte er nicht wissen. Veil ich also meinen Freund Hagemann an. ,Io', (eggt der, ,sv um die Mittagsstunde ist eine mtt einem Boot nach Olsch gänger davon. , . _ „ ** Po stdienst mit Belgien. Im Postdienst zwischen Deutschland und Belgien sind gewöhnliche Briefe, die in deutscher, flämischer oder ftanMscher Sprache abgefaßt sein müssen, in beiden Richtungen wieder zugelassen. Bei Sendungen aus Deutschland ist außer tfem Bestimmungsort als Bestimmungsland „Belgien" in Der Aufschrift anzugeben. Die Verordnung über den Nachrichtenverkehr mit dem Ausland vom 2. April 1940 gilt auch für diese Sendungen. Landkreis Gießen. Feuerschutz. Eine Der Grundforderungen ist größte Ordnung in Haus und Hof. Hnordnung ist gleichbedeutend LIL für «in OrXrb« «Xtan. Nirgends Dürfen auf Dem