190. Jahrgang Dienstag, 2.)anuar 1940 & Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfttätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristlertung und Geschüftrftelle: Zchulftrahe 7 Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Nr.l Erstes Statt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die DHuftrierte Gießener Familienblätter Heimat ,m Bild Die Scholle Monats Bezugspreis Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschiüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: 5rantfurt am Main 11688 Weltpolttik an der Jahreswende. Unsere Ausländskorrespondenten berichten. Rumänien nach einemIahr voller Gefahren. Von unserem Si.-Korrespondenien. Bukarest, 30. November. Das Jahr' 1939 war auch für Rumänien eines der schwersten, wenn nicht oas schwerste Nach- kriegsjahr. Eingebettet zwischen Großmächten uni) hn Schnittfeld ihrer Einflußsphären liegend, mußte es alle Kraft aufwenden, um nicht zwischen die Mühlsteine der widerstreitenden fremden Interessen zu geraten. Die verantwortlichen Männer ^es Landes haben rechtzeitig aus dieser politischen Situation die Erkenntnis geschöpft, daß jeglicher Ehrgeiz, im politischen Konzert der Großmächte bestimmend mitzuspielen und einseitig für die eine ober andere Gruppe Partei zu nehmen, über kurz oder lang sich für das Land verhängnisvoll hätte auswirken müssen. Die konsequente Durchführung der Neutralität mußte zwangsläufig eine Zurückdränaung des übermächtigen englischen und französischen Finanzeinflusses in Rumänien zur Folge haben. Hier einen gerechten Ausgleich herbeizuführen, war mit eine Aufgabe des deutschrumänischen Wirtschaftabkommens vom März dieses Jahres. Dieser Vertrag hat sich, wie Außenminister G a f e n c u in seiner großen außenpolitischen Rede vom 29. November sagte, „in einer schwierigen Zeit nicht nur als ein gutes Mittel des wirtschaftlichen Austausches, sondern auch als ein wahrhaftiges Friedensinstrument erwiesen." Die große Auslandsreise Gafencus im April durch die hauptsächlichsten west- und mittel europäischen Hauptstädte diente der äußeren Dokumentierung und inneren Festigung der rumänischen Neutralität gegenüber allen Staaten; besonders das Ergebnis der Besprechungen Gafencus in Berlin war für beide Teile gleich fruchtbar und befriedigend. Eine unerbetene französisch-englische Garantieerklärung hat in der Folgizeit in Bukarest zwar einen Augenblick lang angeneym gewirkt, aber den nüchternen Sinn dieses Volkes nicht über ihre tatsächliche Wertlosigkeit Hinwegtäuschen können. Dann kam nach einigen mehr oder weniger ruhigen Sommerwochen der Krieg mit allen seinen Fährnissen für das unbeteiligte Rumänien. Eine formeche Regierungserklärung vom 6. September bekräftigte erneut den unveränderten Willen der Führung des Landes zur Nichteinmischung und Neu- traUtät. Nach der schnellen Aufrollung des polnischen Widerstandes durch die deutschen und sow- jetrussischen Truppen ergoß sich ein breiter Flücht- lingsström ins Land und stellte die Regierung vor schwere organisatorische und finanzielle Pro- leme. Ihren sich in diesem Zusammenhang aus der Neutralität ergebenden völkerrechtlichen Verpflichtungen — Internierung der Regierungs- und Militärpersonen, Sicherstellung von Waffen und Munition — sind Regierung und Behörden im allgemeinen nach besten Kräften nachgekommen. Die Besetzung Ostpolens und damit der rumänischen Nordgrenzen durch die sowjetrussischen Truppen schuf neue rumänische Befürchtungen, die aber durch sehr bestimmte russische Erklärungen besänftigt werden konnten. Ernster waren die Kriegsauswirkungen, die sich im Gefolge der englisch-französischen Blockade- maßnahmen einstellten. Als Folge der Unsicherheit des Seetransportes und des Mangel an Frachtraum trat zunächst eine starke Verteuerung der Importartikel ein, die sich aber bald auch auf die einheimischen Produkte ausdehnte und, ausgenutzt von einer verbrecherischen Spekulation, innerhalb weniger Wochen Preiserhöhungen um durchschnittlich 50 bis 70 v. H., bei einigen lebenswichtigen Artikeln noch weit darüber, brachte. Hatten schon die Ereignisse im März kostspielige Trup- penzusammenziehungen Rumäniens an seinen Grenzen zur Folge gehabt, so verursachten die Ein- berufunaen und Requisierungen, die seit Ende August ourchgeführt wurden, die größten wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten. Vor allem die Landwirtschaft und hier wiederum in erster Linie die Feldbestellung haben schwer gelitten. Angesichts der Gefahren des Krieges auch für die Neutralen tauchte der Plan eines Südostblocks zur gemeinsamen Verteidigung der Neutralität auf. Die von England aus propagierte türkische Führung dieses Blockes fand hier keine Gegenliebe, weil man ihre Gefahren für die Neutralität gar zu deutsch erkannte. Ein Block unter italienischer Führung, den man in Rumänien und auch in anderen Südoststaaten gern gesehen Hütte, scheiterte an den starken realen Bedenken Italiens. Auch durfte eine rumänische Einigung mit U n - garn und Bulgarien nach mie vor schwer oder undurchführbar sein, da Rumänien, wie auch die letzte Gafencu-Rede wieder beweist, jeden Revisionismus strikt ablehnt. Auch die Innenpolitik des Landes ist Nicht ohne Komplikationen geblieben. Nicht weniger als fünf Regierungen weift das Jahr 1939 auf: Miron Christen, Calinescu, Argefeanu, Argetoianu und Talare5ou. Die Tätigkeit Caline scus als Innenminister, Vizepräsident und Ministerpräsident hatte im Zeichen der Liquidierung der Eisernen Garde, andererseits aber auch der Schaffung einer neuen politischen Einheitsbewegung, der Front der Nationalen Wiedergeburt, gestanden. Fanatiker ermordeten Calinescu am 21. September und beschworen dadurch furchtbare Tage innerpolitischer Erregung und blutiger Exekutionen herauf. Nachdem das einwöchige Exe- kutions- pnd Liquidierungskabinett des Generals Argeseanu seine Arbeit getan hatte, hat die Regierung Argetoianu in den acht Wochen ihrer Amtstätigkeit, zum Teil auch durch geheime Verhandlungen mit den Resten der Opposition, versucht, eine Entspannung der innerp optischen Atmosphäre und eine aufrichtige Einigung des ganzen Volkes zu erreichen. T a t a r e s c u hat in feiner Rundfunkrede nach der Regierungsübernahme die allgemeine inner politische Entspannung als ein wesentliches Ziel seiner Politik gekennzeichnet. Zweifellos ist eine solche Politik dazu angetan, die nationale Solidarität zu schaffen, die Rumänien notwendig hat, um in die dunkle Ungewißheit des neuen Jahres mit Zuversicht hineingehen zu können. Haltung eines einigermaßen normalen Exports nach Deutschland und anderen Ländern zu versorgen, die allergrößten Schwierigkeiten macht. Dies zeigt, wie ernst England, das den Neutralen nach wie vor jede Rücksichtnahme auf deren Lebe ns inte ressen verspricht, seine Zusicherungen nimmt. Kaum anders sieht es bei den schweizerisch-französischen Handelsbeziehungen aus, von denen ein Schweizer selbst in dem „Jouryal Fkanxais", dem Organ der französischen Kolonie in Genf, jüngst sagen durfte: „Es braucht vielen guten Willen, um noch mit Frankreich Handel zu treiben. Die aus französischen Kolonialgebieten kommenden Waren werden Wochenlang in Marseille zurückgehalten, ganz abgesehen von den Produkten, die zu Tausenden Kilos nochmals an der schweizerisch-französischen Grenze zu- riickgehalten werden." Oes Führers JleuWwtftDünfdte. Berlin, 1. Ian. (DRV.) Der Führer laßt auf diesem Wege allen feinen Mitarbeitern, seinen Bekannten und Freunden sowie dem ganzen deutschen Volke seine besten Reujahrswüntche übermitteln. Er dankt ebenso für die ihm selbst .zugegangenen Gratulationen. Hapag-Motorschiff „rckgekehrt. Berlin, 1. Jan. (DBB.) Am 1. 1. 1940 fraf das 16 700 Brutloregistertonncn qro'e Motorschiff „St. C o u i s“ der Hamburg-Amerlka-Linie nach sicbenmonatiger Abwesenheit in Hamburg ein. Damit ist das letzte der fünf großen Passagier- schiffe der Hamburq-Amerika-Linie im Rordomerika- dlenst unter Führung seines Kapitäns Gustav Schröder in feinen Heimathafen zurückgekehrt. M adrid, 2. Jan. (DNB.) In der Silvesternacht kielt der Caudillo eine Rundfunkansvrache. Er erklärte die Vorbedingung des Aufbaues fei eine ge- rechte Verteilung der Lasten und Opfer, von denen den größten Teil jene tragen müßten, die so viel Besitz hätten, daß sie im krassen Gegensatz zur Armut der Mehrzahl der Volksgenossen stehen. Besonders eindringlich griff Franco die Juden an, deren händlerischer und egoistischer Geist keinen Allgemeinnutz kenne und daher den Wohlstand jeder Nation ruiniere. Spanien habe tiefstes Verständnis für die Maßnahmen, die gewisse Staaten gegen diese Rasse unternommen hätten. Von jenseits der Pyrnäen seien schwerste Gefahren über Spanien gekommen. Die französierende „Aufklärung" und der jüdische Geist hätten das ganze Imperium bedroht. Für Kaffeehaus-Politiker habe Neuspanien keinen Platz. Seine inneren und äußeren Feinde seien bekannt. Erstere seien von den letzteren bezahlt, weil Spaniens Größe verhindert werden solle. Spanien werde jedoch seinen Weg unbeirrt gehen und jeden Widerstand beiseite räumen. Russisch-filmländische Gegensätze. Geographisch gesehen sind Finnland und Karelien die Randlandschaft einer Fenno-Skandinavischen Urscholle gegen die nordrussische Tiefebene, staatlich gesepen waren und sind sie der Tummelplatz eines nordisch-östlichen Machtkampfes. Wechselnd mit der Stärke und der Schwäche der beiden auf diesem Boden sich streitenden Mächte, Schweden und Nowgorod, an dessen Stelle später Rußland trat, wechselte auch das Schicksal dieses nordischen Landes, das nur selten im Laufe der Geschichte Herr im eigenen Hause war. Südwärts an der Newa unterschreitet es nur wenig den 60. Breitegrad, im Norden greift es über den Polarkreis hinaus. Es lag für eine lateinisch orientierte Geschichtsschreibung außerhalb der Grenzen des Gesichtsfeldes, es war ihr das Ende der Welt. Im 13. Jahrhundert gewann Nowgorod, hinter dem Byzanz stand, das Uebergewicht, 1240 schlug Fürst Alexander Newsky von Nowgorod an der Newa- mündung den englisch-schwedischen Bischof Thomas, und 1323, im Frieden von Schlüsselburg, sicherte sich Nowgorod den ganzen Nordwesten bis zum Eismeer. Den Schweden verblieb nur Mittelfinnland und der Süden. Während des Ausstandes im Jahre 1338 gelang es den Ka- relen und Finnen, die russische Herrschaft teilweise zu brechen, und da die Macht Nowgorods im Verblassen war, so trat auch eine zeitweise Ruhe im Lande ein. Später geriet Karelosinnland unter bett Einfluß des mächtigen russischen Klosters von Solo- wetzk bei Archangelsk am Eismeere. Die Folge war, daß viele Karelen zum orthodoxen Glauben übertraten und daß sich konfessionelle Gegensätze im Lande bildeten. Der Westen blieb unter schwedischem Spanien benötige zwar Gold für die Bezahlung gewisser Einfuhren, aber Spaniens Boden beherberge Gold in genügender Menge. Außerdem habe die beispiellose Entwicklung Deutschlands den durchaus relativen Wert des Goldes bewiesen. Daher sei die Verteidigung des Goldstandards ein Dogma, das nur von den interessierten Ländern des Kapitalismus verteidigt werde. Der europäische Krieg sei aleichfalls eine Folge der Regime in den kapitalistischen Ländern, in denen der Klassenhaß gezüchtet werde, der — anstatt für die Menschenfreiheit zu kämpfen — diese unterdrücke. Nicht Spanien oder die totalitären Staaten schränkten die Menschenrechte ein, sondern die sogenannten Demokratien. Sodann erinnerte der Caudillo an die Absurdität des von England verkündeten Kriegsgrundes. Die Aufwärtsentwicklung einer Natio.. im Rahmen ihrer historischen Misiion sei niemals ein gerechter Grund, gegen diese Krieg zu führen, ebenso wenig die Beibehaltung eines Zustandes, der nur einen gewissen Teil der Nation bevorzuge. Schweizerische Mtschastssorgen. „Oer Franzose wird bezahlen." Frankreichs Sorgen wegen der Kriegsfinanzierung. Spanien und der europäische Krieg. Eine Rundfunkansprache des Caudillo. Von unfeiem Ri.-Korrespondenten. Genf, Dezember 1939. Die Neutralität ist eine Lebensfrage für die Schweiz. Daß sie ihr nicht leicht gemacht wird, hat die Schweizer Presse seit Kriegsbeginn zu wiederholten Malen eingestanden. Aber nicht nur die Presse gibt dies zu und weist auf bie Leiden hin, welche die Schweiz vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet erdulden muß; die AuswirkMgen des von England eigentlich ganz Europa aufgezwungenen Blockadekrieges machen sich selbst in der sonst so stetigen und ruhigen Innenpolitik der Eidgenossenschaft bemerkbar. So ist es für niemanden ein Geheimnis, daß die von der Regierung empfohlene Vorlage über die Besoldung und Versicherung des Bundespersonals, die vor dem Kriege alle Aussicht auf Annahme hatte, in der eidgenössischen Volksabstimmung vom 3. Dezember nur deshalb durchfallen konnte, weil wachsende Wittschaftsschwie- rigkeiten, wachsende Steuerlasten und eine wachsende allgemeine Unsicherheit überhaupt bis in das letzte schweizerische Haus von Tag zu Tag fühlbarer werden. Zur besseren Kriegsbereitschast wurden die Rekrutenschulen und Wiederholungskurse bereits in kombinierten Truppeneinheiten in den Grenzgebieten abgehalten. So wurden beispielspeise die Alpenpässe trotz der Lawinengefahr besetzt, wobei eine Gebirgskompanie von einer Laroiie überrascht wurde, was mehrere Opfer forderte, ftn Eile wurden die Befestigungswerke längs der nordschweizerischen Rheingrenze und im westschweizerischen Jura, die schon längst geplant waren, nicht mir ausge führt, sondern auch gleich bemannt. Obwohl die Schweiz in den drei.ersten Kriegs- monaten also alle nur möglichen Maßnahmen zur Sicherung ihrer Neutralität, der Versorgung ihrer Industrie mit Rohstoffen, der ßiefenmg von Nahrungsmitteln und der Sicherung irrer Währung, ergriffen hat, stellen sich ihr täglich neue und immer schwierigere Probleme. Um der erd osselnden Wirkung der englischen Blockad zu begegnen, ist die Schweiz, um nur ein Beispel anzuführen, zur seefahrenden Nation geworden: Sie hat 15 Schiffe mit einer Tragfähigkeit von rund 115 000 Tonnen für die Dauer des Krieges gemietet, die auf den Weltmeeren unter dem schweizerischen Wappen fahren. Die Versorgung der schweizerischen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln ist somit vorläufig sichergestellt; aber der Export, mit dem die Eidgenossenschaft ihre Einfuhr bezahlt, verzeichnet einen katastrophalen Rückgang. So haben die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich, wie auch England, außerordentlich gelitten, während dagegen, wie unter anderem die schweizerische Handelszeitung mehrmalig schrieb, der Außenhandel mit Deutschland befriedigend ist. Am schlimmsten sieht es bei dem sogenannten „unsichtbaren Export", dem Fremdenverkehr, aus. Er hat bisher im schweizerischen Außenhandel das Gleichgewicht gesichert. Daß die für die Schweiz lebenswichtige Rolle des ausländischen Tourismus für die Kriegsdauer ausgespielt hat, daran zweifelt niemand. Daß der Ausfall durch den verschärften Seekrieg noch weiter wächst, ist gleichfalls klar, so wie auch niemand daran glaubt, daß der schweizerische im Lande verbleibende Ferienreisende den Ausländer ersetzen kann. Er wird es zwar erlauben, die vorbildlichen schweizerischen Fremdenverkehrseinrichtungen in Betrieb und damit für bessere Zeiten instandzuhalten, aber das Loch im schweizerischen Budget wird er auch nicht stopfen können. Dieses Loch im Budget der Schweiz wird nicht kleiner als das im Budget anderer neutraler Staaten fein; denn so, wie die skandinavischen Staaten und Holland auf den freien Seeverkehr angewiesen sind, so hängt der Lebensstandard der Schweiz von einem ausbalancierten Export ab Er ist für die Schweiz „die Lebensfrage" und, um sie zu lösen, verhandelt schon feit Wochen in London eine schweizerische Handelsdelegation, die aber kaum vorankommt, da dort nur insoweit Interesse besteht, als dies Großbritannien dienlich ist. Bezeichnenderweise schrieb dazu die „Neue Zürcher Zeitung", daß das Problem, die schweizerische Industrie mit den nötigen Rohstoffen zur Aufrechter- Brüssel, 31. Dezember. (Europapreß.) Die französische Oeffentlichkeit erfährt nur wenig von den schweren finanziellen Sorgen ihrer Regierung. Die Zensur verhindert die Behandlung der Kriegs- finanzierung in der Presse. Gelegentlich kann doch nicht verhindert werden, daß aufschlußreiche Ziffern bekannt werden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß in der Oeffentlichkeit und in dem von der Zensur eng begrenzten Rahmen sich Stimmen der Kritik bemerkbar machen. Die Rede des Finanzministers Reynaud über das Problem des französisch-englischen Währungsabkommens ist augenblicklich Gegenstand lebhafter kritischer Erörterungen in der Oeffentlichkeit. Trotz aller V e rschl ei erungsver suche der Regierung ist es ein tffenes Geheimnis, daß der Krieg bisher die französischen Staatssinanzen über alle Erwartungen hinaus belastet hat. Das englisch- ftanzosische Währungsabkommen wird viel mehr als eine schwere Belastung für Frankreich, denn als Entlastung empfunden. Der Abgeordnete Fernand Laurent erklärte z. B., Frankreich werde auf Grund des französisch-englischen Währungsabkommens mit dem ganzen Gewicht seiner Kriegsausgaben für fünf Millionen Mobilisierte belastet. Nichts sei aefährlicher, als sich Illusionen über die Tragweite dieses Abkommens zu machen, etwa in dem Sinne, daß Frankreich und England die Ge- samkkriegskosten gemeinsam tragen wollten. Der Artikel Fernand Laurents steht unter der bezeichnenden Ueberschrift: „Der Franzose wird bezahle n". Die finanziellen Sorgen der Regierung werden auch beleuchtet durch die ständig zunehmende Kritik der Oeffentlichkeit an den Unterstützungs- Zahlungen der Familien der zum Heeresdienst eingezogenen Soldaten. Diese Unterstützungszahlungen werden als vollkommen unzureichend bezeichnet. Der Vorsitzende der französischen Sozialpartei de la Rocque schreibt, in zahlreichen Gemeinden Frankreichs seien bis jetzt überhaupt keine Familienunterstützungen ausgezahlt worden. Andere Gemeinden hätten von sich aus die Unterstützungen vorgestreckt, aber der Staat habe mit der Vergütung der entsprechenden Summen an die Gemeinden noch nicht begonnen. In anderen Gemeinden wiederum seien die Unterstützungen am 15. November zum letztenmal ausgezahlt worden. Man spreche von einer weiteren Zahlung Ende Dezember, ohne daß man etwas genaues darüber wisse. Besonders bei den von der Front kommenden Urlaubern herrsche Unzufriedenheit über dieses System. Im übrigen werden die bisher gezahlten Unterstützungssätze als lächerlich gering bezeichnet. Die Unterstützungen betrügen etwa 8 bis 12 Franken täglich (etwa 50 bis 80 Rpf.). Eine Brandrede Datod ers. Zur Begründung neuer Kriegskrcdite. Brüssel, 30. Dez. (DNB.) Daladier hat sich am Freitag vor dem Finanzausschuß des Senats als Fürsprecher großer Kredite gestellt, die offenbar dringend notwendig geworden sind/ um die französische Armee mit modernerem Kriegsmaterial aus- zustatten. Um diese gewaltigen Belastungen der französischen Staatskasse politisch zu begründen, wies der französische Ministerpräsident, ehe er auf die äußerste Dringlichkeit einer Beschleunigung der mechanischen Konstruktionen der französischen Armee einging, wieder einmal darauf hin, daß „mit jenem (Seroaltregime, das während zweier Jahre auf Europa gelastet habe, und mit jeder Politik der Habsucht und der Beute Schluß gemacht" werden müsse. Dabei oerflieg sich Daladier zu der Behauptung, daß das Kriegsziel des „bem friedfertigen Frankreich aufgezwungenen Krieges" die Knechtschaft Frankreichs und der ganzen Welt gewesen sei. Frankreich kämpfe für sich selbst, aber gleichzeitig auch für die anderen Völker und vor allem für jene von Daladier nicht näher erklärten moralischen Werte, ohne deren Wahrung es keine „Zivi- lisation" mehr geben würde. Daladier gab zum Schluß die Erklärung ab, daß Frankreich ohne materielle und positive Garantien die Waffen nicht niederlegen werde. Einfluß und würbe protestantisch. Erst bas Er- wachen des finnischen Dlationalismus ließ die konfessionellen Unterschiebe gegenstandslos erscheinen. Im Jahre 1617 wurde die lange Raubkri^s- periobe, die seit dem Schlüsselburger Frieden Karelien und einen Teil Finnlands verwüstete, durch den Frieden von Stolbowa beendet. Schweden konnte seine Grenzen bis zur heutigen finnischen Staatsgrenze ausdehnen. Als aber Schweden unter Karl XII. den Bogen überspannte und einen dauernden Ostausschlag des Pendels zu seinen Gunsten erzwingen wollte, daß stieß Rußland unter dem jungen Peter dem Großen plötzlich das Fenster zu der £)ftfee auf und nahm sich später, während Europa unter Napoleon haderte, ganz Finnland. Hundert Jahre später, 1917, beim russischen Zusammenbruch, konnte Finnland wieder Aus- erstehung feiern. Rußland wurde bis an das Fenster in Petersburg zurückgedrängt. Lange Jahrzehnte hat Finnland unter der russischen Oberherrschaft ein friedliches Eigenleben führen tönen. Der Zar führte den Titel eines Großfürsten von Finnland und ließ sich in Helsingfors durch einen Generalqouverneur vertreten. Das Land hatte feine eigene Verfassung, seine eigene Münze, fein eigenes Militär und seine Kommandosprache. Von russischer Verwaltung war wenig zu sehen und zu fühlen. Der russische Druck begann sich freilich zur Zeit der nihilistischen Verschwörungen und Attentate zu verstärken, da die Terroristen ihre Pläne meistens auf dem nahen finnländifchen Boden aus« heckten, wo sie vor dem Zugriff der Ochrana sicherer waren. Dor allem aber waren es militärische Notwendigkeiten, die sich für Petersburg immer fühlbarer machten und die Rußland veranlaßten, die finnländische Eigenstaatlichkeit zu kürzen. Die finn- ländische Grenze verläuft dicht vor den Toren Petersburgs. Dom finnländifchen Bahnhof in Petersburg bis zur Grenzstadt Terricki sind es kaum zwanzig Minuten Fahrt. Es wäre, um einen Vergleich anzustellen, etwa so, als ob die Grenze eines fremden Landes mitten durch den Wannsee und durch Spandau ginge. Das war ein Zustand, der sich nur bei engen freundschaftlichen Beziehungen und bei Rücksichtnahme des schwächeren Teiles auf die Bedürfnisse einer Großmacht auf die Dauer aufrechterhalten ließ. Schon 1906, nach dem japanischen Kriege und nach dem Zusammentritt der Duma, kam es zu ernsten Reibungen zwischen Finnland und Ruß- land. Die finnländischen Regimenter wurden aufgelöst und russische Garnisonen zogen in Wyborg ein. Sweaborg vor Helsingfors wurde zu einer Marinebasis ausgebaut, die finnländischen Proteste blieben unbeachtet, Russen, die nach Finnland kamen, unterlagen dem gesellschaftlichen Boykott. Erst die Bolschewiken gaben den Finnländern im Frieden von Dorpat die Unabhängigkeit. Die Voraussetzung dabei war, daß Finnland in einem erträglich freundschaftlichen Verhältnis mit dem benachbarten Riesen lebte und daß es sich nicht zu antisowjetischen Intrigen fremder Großmächte hergab. Die Finnländer haben nicht, wie die Esten und die Letten, die groß- machtpolitischen Notwendigkeiten und die militärischen Bedürfnisse Rußlands anerkennen wollen, sie haben es oorgezogen, das Schicksal herauszufordern und tragen jetzt die Folgen ihrer Politik. Der Winterfeldzug im hohen Norden und an der ungeheuren Eisfläche des Ladogasees, in den Schneefeldern bei Petfamo, wo jetzt ewige Nacht herrscht, ist für beide Teile schwierig. In diesem Streite wiederholt sich die Geschichte früherer Jahrhunderte. U. St. Der finnische Heeresbericht. Luft- und Artillerieangriffe der Russen. Helsinki, 1. Jan. (DNB.) Nach dem finnischen Heeresbericht vom 31. Dezember endeten die Kämpfe am Kiantajärvi im Suomussalmi- Sektor mit einem Erfolg der finnischen Truppen. Im Frontabschnitt von Salla führ- ten die Russen einen Angriff auf finnische Stellungen durch. Die Schlacht nordöstlich des La- doga-Sees, die bereits am 29. Dezember begann, wurde fortgesetzt. Auf der karelischen Landenge g.iffen russische Truppen über das Cis des Ladoaas an. An oen anderen Frontabschnitten der karelischen Landenge fand teilweise heftiges A rtilleriefeuer statt, das von den Russenn.^uf die Mannerheim-Linie gerichtet wurde. An den anderen Frontabschnitten herrschte stellenweise Patrouillen- und Artillerie- tätigfeit. Auf die fnnischen Küstenbefestigun- ge n führten die Russen zahlreiche Luft- und Artillerieangriffe durch. Bombenangriffe durch russische Flieger fanden am 30. Dezember im Sudwesten des Landes, unter anderem auf Han ko (Hanaö) statt. Die finnische Luftwaffe führte Aufklärungsflüge durch. Am 31. Dezember wurde dreimal Luftalarm in Helsinki gegeben. Beim ersten Male flogen neun feindliche Bomber über die Stadt. Eine Maschine soll abgeschossen worden fein. Nachmittags zeigten sich keine Flugzeuge über der Stadt. Die Mandate und der Krieg. Eine Feststellung der Reichsregierung. Berlin, 30. Dezember. (DNB.) Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland und die Südafrikanische Union haben mit der Kriegserklärung an das Deutsche Reich auch di« ihnen als Mandate anoertrauten Gebiete in Kriegszustand mit Deutschland versetzt und in den Manoats- gebieten feindliche Maßnahmen gegen bas Reich, gegen Deutsche und deutsche Interessen ergriffen. Die deutsche Regierung stellt fest, daß bie Manbatare nichtimBesitzberSvuveränität über bie Manbatsgebiete unb infolgebeffen nicht bersch- t i g t finb, bie Gebiete in einen an Deutschlanb erklärten Krieg einzubeziehen. Außerbern finb bie Mandatsmächte ausdrücklich verpflichtet, bie ihnen anoertrauten Gebiete zum Wohle berbort ansässigen Bewohner zu verwalten. Die für bie Ausübung bet behördlichen Machtbefugnisse gelten- ben Vorbehalte bezwecken grunbsätzlich eine Neutralisierung ber Manbatsgebiete in einem europäischen Krieg. Sie würben getroffen, um bie Hineinziehung ber Manbatsgebiete unb ihrer Be- völkerung in einen solchen Krieg ein für allemal zu verhinbern. Die Hineinziehung ber Manbatsgebiete in den Krieg ist ein Rechtsbruch, bie Störung bes Friedens in ben Gebieten burch willkürliche Maßnahmen gegen bie Deutschen unb ihr Eigentum ist eine burch nichts gerechtfertigte Hanblung, bie in Wiberfpruch zu bem Geist und dem Inhalt der Mandatsstatuten steht. Die deutsche Regierung hat durch Vermittlung der Schutzmächte den Regierungen der Feindstaaten mitgeteilt, baß sie diesen Rechtsbruch feststelle unb bie Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Australiens, Neu- feelanbs und Sübafrikas für allen Schaden Ein deutsches Jahr in der europäischen Geschichte. Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Neujahrsansprache an das deutsche Volk Berlin, 31. Dez. (DNB.) Zum Jahreswechsel 1939/40 hielt Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntagabend über alle deutschen Sender eine Ansprache, in ber er sagte: Es fällt mir biesmal etwas schwerer als in früheren Jahren, in einer kurzen Siloefteransprache noch einmal bas abgelaufene Jahr vor bem geistigen Auge meiner Zuhörer in Erscheinung treten zu lassen. Nicht als wenn es mir babei am notwenbigen Stoff mangelte. Im Gegenteil, bas Jahr 1939 war so dramatisch bewegt und so großartig in feinen historischen Vorgängen, daß man eine ganze Bibliothek darüber schreiben könnte; und doch weiß man kaum, womit man anfangen soll. Vieles von dem, was sich in diesem Jahr ereignete, liegt uns heute schon )o fern, als wenn Jahre ober gar Jahrzehnte darüber verstrichen wären. Es ist ein Jahr, das unauslöschlich in das Buch der Geschichte eingetragen worden ist. Es wird gewiß noch viele Jahrzehnte lang den Geschichtsforschern Material und Unterlage für eine Unzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen geben. Sie werden sich dabei bemühen, Vorgänge und handelnde Personen in ihren Motiven und Triebkräften aufzuzeigen und darzustellen. Sie werben alles bas, was wir mit heißen, glühenden Herzen erlebt und gestaltet haben, mit wissenschaftlicher Objektivität kritisch untersuchen und festlegen und ihm trotzbem vermutlich nicht ganz gerecht werben. Aber Freund und Feinb, Anhänger und Gegner werden doch konstatieren müssen, baß es e 1 n großes unb bewegtes Jahr war, daß in ihm Geschichte gemacht wurde, daß es bas Gesicht Europas geändert und der Landkarte dieses Erdteils neue U m - risse gegeben hat. Mehr noch, was unser Volk betrifft, wird man feststellen, daß sein nationales Leben sich im Jahre 1939 endgültig zu festigen begann, daß es in einer großen Kraftanstrengung anfing, die Ketten der Beengtheit und Unfreiheit endgültig abzuwerfen und zum ersten Mal wieder nach seinem tiefen Fall als Großmacht in die Erscheinung zu treten. Dann, wenn dieses Jahr einmal mit wissenschaftlichem Fleiß von der Geschichtsschreibung untersucht wird, werden Sorgen und Kümmernisse, die wir dabei zu tragen hatten, vergessen sein; die gebrachten Opfer werden in einem milderen und schöneren Lichte erstrahlen, die vergossenen Tränen sind versiegt, und das geopferte Blut bildet dann den Kill, der unser Reich für ewig zusammenhält. Dr. Goebbels gab bann in seiner Rundfunkansprache einen zusammenfafsenden Rückblick auf die großen politischen Ereignisse bes verflossenen Jahres, wobei er Englanbs Kriegsschuld) scharf heraus- stellte unb bann fortfuhr: Das Jahr 1939 ist insgesamt gekennzeichnet durch eine auf die Einkreisung Deutschlands unb den Krieg gegen bas Reich hinzielende aufs äußerste angespannte diplomatische Tätigkeit der Londoner Plutokratie. Am 10. Januar schon erscheinen Chamberlain unb Halifax in Paris. Am 5. Februar erklärt Chamberlain vor dem Unterhaus, daß alle Streitkräfte des Empire Frankreich zur Verfügung ständen. Am 18. März erfolgen englische unb französische Demarchen in Berlin wegen der Errichtung bes Protektorats über Böhmen unb Mähren. Wenn es damals noch nicht zum Kriegsausbruch kam, so deshalb, weil England und Frankreich noch nicht fertig. waren. Aber im Anschluß an die Errichtung des Protektorats erreicht bann die antideutsche Pressekampagne in London und Paris ihren ersten Höhepunkt. Hand in Hand damit geht die Ausstreuung von alarmierenden und den wahren Tatbestand vernebelnden Gerüchten von feiten der Londoner Kriegshetzerclique. Am 19. März schon wird lügnerischerweise gemeldet, daß die deutsche Regierung Rumänien ein Ultimatum gestellt habe. Es erfolgt nun ein verzweifelter Versuch ber englisch-französischen Kriegshetzerclique, R ußland mit in die Einkreifungsfront gegen Deutschland hineinzuziehen. Schon am 28. März war der englische Außenhandelsminister Hudson nach Moskau gereift. Am 31. März bringen Londoner Zeitungen die Lüge von deutschen Truppenansammlungen an ber polnischen Grenze. Am selben Tage proklamiert Chamberlain im Unterhaus die Beistandserklärung für Polen und Rumänien. Der Führer nimmt am darauffolgenden Tage Veranlassung, in einer Rebe von Wilhelmshaven aus die englischen Einkreisungspolitiker auf das eindringlichste zu warnen. Am 5. April erklärt Lord Stanhope, daß bie Luftabwehr ber englischen Flotte in Verteidigungszustand gefetzt fei. Am 20. April schon erfolgt in London bie Errichtung des Munitionsmini- ftcriums, das nur für den Ernstfall geplant war. Am 28. April antwortet der Führer vor dem Deutschen Reichstag auf dieses kriegerische Treiben ber englischen Plutokratie. Er erklärt bie Voraussetzungen für ben deutsch-englischen Flottenoertrag durch Englands Politik für hinfällig, desgleichen die deutsch-polnischen Abmachungen vom Jahre 1934. Am Tage vorher schon hat England die Wehrpflicht eingeführt, und am 14. Juni beginnen in Moskau die vielwöchigen englisch-ftan- zösifch-sowjetrussischen Verhandlungen. London hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland im Osten und im Westen an greifen zu lassen. Der Minister gibt bann ein Bilb ber englisch-polnischen Intrigen unb Provokationen bis zum britischen Ultimatum vom 3. September unb fährt bann fort: Nun ist der Augenblick gekommen, baß bie ßonboner Kriegshetzerclique bie Maske fallen lassen kann. Bei ber Regierungsumbildung am 3. September treten bie Häupter biefer Kriegshetzerclique mit ins Kabinett ein; Churchill unb Eben werben damit auch offiziell bie Einpeitscher ber britischen Kriegspolitik. Der KriegberWest- mächte gegen bas Reich nimmt feinen Anfang. Der Außenpolitik bes Führers ist es gelungen, ben britischen Einkreisungsversuch zunichte zu machen. Englanb unb Frankreich stehen allein gegen Deutschlanb. Damit ist bas Reich erneut auf bie Probe gestellt. Im Innern bes ßanbes sind alle Maßnahmen getroffen, um diesen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. Schon am 28. August wirb zur rationellen Verteilung ber uns zur Verfügung stehenben Nahrungs- unb Gebrauchsmittel bie allgemeine Be- zuqfcheinpflicht eingeführt. Am 30. August erfolgt bie Bilbung eines MinisterratsfürdieReichs- öertetbigung. Am 1. September wirb eine um« faffenbe Kriegswirtfchaftsverorbnung erlassen, unb am 5. September erfolgt bie Einsetzung von mit großen Vollmachten ausgestatteten Reichs- verteibigungskommissaren. Am 20. Oktober werben in einem Erlaß klare unb sehr meitgehenbe Bestimmungen über bie Verde sserung ber Lebenshaltung für Angehörige Einberufener herausgegeben. Am 6. November schon können wir großzügige Verbesserungen in der Zuteilung von Lebensmitteln feftlegen. Am 16. November erfolgt bie Einführung ber Reichskleiberkarte, unb am 20. November wirb bie Verbesserung ber Lebensmittelversorgung für Nacht- unb ßangarbelter geregelt. Das Weihnachtsfest verleben Front und Heimat in einer festen unb unerschütterlichen Gemeinschaft. Der Führer weilt bei feinen Truppen am Westwall, um mit Ihnen gemeinsam ben Heiligen Abend und bas Weihnachtsfest zu begehen. Das Jahr 1939 enbet für das Deutsche Reich unb für bas deutsche Volk mit ber unerschütterlichen Gewlßhe11 bes Sieges. Wiederum Hegt ein Jahr, das größte und stolzeste des nationalsozialistischen Regimes hinter uns. Dir nehmen mit Ehrfurcht und Dankbarkeit von ihm Abschied. Es war ein deutsches Jahr in der Geschichte Eurovas. Ehrfurcht erfüllt uns vor ben Opfern, die das ganze deutsche Volk in diesem Jahr gebracht hat. Sie trafen den einen stärker, den anderen weniger stark. Aber wir haben alles getan, um die Lasten, bie getragen werben mußten, gerecht auf alle Schultern zu verteilen. Dieser Krieg wird vom ganzen Volke geführt. Es ist ein Krieg um unser nationales Leben. Es hat dabei gar nicht zu sagen, daß er noch nicht auf allen Fronten in voller Schärfe entbrannt ist. Es kann nicht mehr daran gezweifelt werden, daß die Kriegshetzercliquen in London und Paris Deutschland zerstückeln unb das deutsche Volk v e r i ch t e n wollen. Sie geben bas heute auch offen zu. Nur für bie Summen halten sie noch ihre scheinheiligen Phrasen bereit, baß sie nur ben Hitlerismus beseitigen, bem beutschen Volke aber nichts Böses zufügen wollen. Das kennen wir aus ber Vergangenheit, unb gebranntes Kinb scheut bas Feuer. Daraus fällt in Deutschland heute niemand mehr herein, eie wollen im Führer ben Hitlerismus, im Hitlerismus bas Reich unb im Reich das beutsche Volk treffen. Alle Bemühungen des Führers um den Frieden haben bei ihnen nichts gefruchtet. Wir stehen ihnen als Reich der 90 Millionen in ihren brutalen Welt- beherrfchungsplänen im Wege. Sie Haffen unser Volk, weil es anständig, tapfer, fleißig, arbeitsam unb intelligent ist. Sie hassen unsere Anschauungen unsere sozialen Vorstellungen unb Errungenschaften, sie hasten uns als Gemeinschaft und Reich. Sie haben uns einen Kampf auf Leben und Tod aufgezwungen. Wir werben uns dagegen entsprechend zur Wehr setzen. Es ist nun keine Unklarheit mehr offen zwischen unseren Feinden unb uns. Alle Deutschen wissen jetzt, woran sie finb; unb deshalb ist bas ganze deutsche Volk von einer fanatischen Entschlossenheit erfüllt Ein Vergleich mit bem Weltkrieg ist hier gänzlich unangebracht. Deutschland ist heute wirtschaftlich, politisch, militärisch und geistig bereit, bem Angriff seiner Gegner die Stirn zu bieten. Es wäre vermessen, bas neu anbrechende Jahr in feinen Einzelheiten feftlegen ober analysieren zu wollen. Es ruht noch im Schoß ber Zukunft. Nur soviel steht fest: Es wirb ein hartes Jahr werben, unb es gilt, die Ohren steif zu halten. Der Sieg wirb uns nicht geschenkt werben. Wir müssen ihn uns oerbienen, unb zwar nicht nur an ber Front, fonbern auch in ber Heimat. Jeder hat daran mitzuarbeiten unb dafür mitzukämpfen. Und deshalb richten wir in dieser Stunde, da wir Abschied nehmen von einem großen Jahr und eintreten in ein neues, großes Jahr, unseren Gruß von der Heimat an die Front. Dir richten ihn an alle Soldaten in den Bunkern und Borpostenstellungen, auf den Fliegerhorsten und auf den Einheiten unserer Kriegsmarine. Heimat und Front aber vereinigen sich in dieser Stunde in ihrem gemeinsamen Gruß an den Führer. Doge ein gütiges Geschick ihn uns in Gesundheit und Kraft erhalten; dann können wir ruhig und sicher in die Zukunft schauen. Er ist heute mehr noch als je zuvor für uns alle Deutschland, der Glaube an unser Volk und die Gewißheit seiner Zukunft. Dir verneigen uns in Ehrfurcht vor den großen Opfern unseres Volkes. Sie sollen nicht umsonst gebracht worden sein und nicht umsonst im kommenden Jahre gebracht werden. Das sind wir dem Reich und seiner Zukunft schuldig. Indem wir unsere Herzen in ehrfürchtigem Dank Zum Allmächtigen emporheben, erbitten wir uns von ihm auch für das kommende Jahr seinen gnädigen Schutz. Wir wollen es ihm nicht schwer machen, uns seinen Segen zu geben. Wir wollen kämpfen und arbeiten und dann mit jenem preußischen General sprechen: „Herrgott, wenn du uns nicht helfen kannst oder nicht helfen willst, so bitten wir dich nur, hilf auch unseren verfluchten Feinden nicht!" verantwortlich mache, der Deutschen und ihren Interessen in den von diesen Ländern verwalteten Mandatsgebieten zugefügt wird. Die Wehrmacht« berichte. Berlin, 1. Jan. (DRV.) Das Oberkommando der Dehrmacht gab am 31. Dezember bekannt: An der D e st f r o n t verlief der Tag ruhig. Die Kriegsmarine fetzte auch in den letzten Wochen die Aufklärungs- und Ueberwachungstätigkeit sowie eine laufende Kontrolle der Handelswege in Ost- nnd Rordfee vlonmäßiq fort. Der Einsatz von $??- streitkräften im Handelskrieg war weiterhin erfolgreich. Ein V o r p o st e n b o o t ist in der Rächt vom 29. zum 30. Dezember östlich von Trelleborg bei schwerem Sturm gestrandet. Von der 37 Dann starken Besatzung wurden 35 Dann gerettet. Das Oberkommando der Dehrmacht gibt am 1. Januar bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Feindliche Flugzeuge versuchten am 31. Dezember nachmittags die deutsche Nordsee- küste anzustiegen, wurden jedoch frühzeittg erkannt und ab gewehrt. AeueDerlehung holländischen Gebietes durch britische Klug euae. Berlin, 2. Jan. (DRB) Bei den Aufklärungs- verfuchen, die die Briten gestern gegen die deutsche Rordseeküste unternahmen, setzten die deutschen Abwehrmaßnahmen so frühzeitig ein, daß die britischen Flugzeuge, ohne irgendeine Angriffshandlung einleiten zu können, ben Rückflug antreten mußten, hierbei ist i n d r e i F ä l - len festgestellt worden, daß die Briten, wahrscheinlich um den Flug über offenes Wasser abzukürzen, aus der deutschen Bucht in niederländisches Hoheitsgebiet einbogen. Damit hat sich dos britische Konto von Reutralitätsver- lehungen um drei weitere Fälle erhöht. Unsere Flieger wieder über den Gbetlandm^eln. Amsterdam, l.Jan. (DNB.) Wie aus London berichtet wird, wurden Zwei deutsche Flieger am Montagmorgen über ben St)etlanb- i n f e l n gesichtet. Es mürbe Lustalarm gegeben, unb bie Luftabwchrgelchützs traten in Tätigkeit. ' Gowjeiruksisch-japamsche Einigung in der Fischereifrage. Grundsätzliche Derstäi.<>iqung auch über die Festsetzung der Grenzen zwischen Molotow und Togo. Moskau, 1. Jan. (DNB.) Während einer mehrstündigen Unterredung zwischen dem japanischen Botschafter in Moskau, Togo, und Außenkom- rnissar Molotow wurde eine Vereinbarung in der Fischereifrage erzielt. Danach soll die provisorische Fischereikonvention, die im Frühjahr 1939 abgeschlossen wurde, zunächst verlängert werden, um das Eintreten eines vertragslosen Zustandes bezüglich der japanischen Fischereirechte in den sowjetischen Territorialgewässern zu vermeiden. Gleichzeitig werden jedoch die Verhandlungen weitergeführt, durch die ein langfristiges Fische- rei ab tommen erreicht werden soll, das das seit einigen Jahren von Fall zu Fall erneuerte Provisorium endgültig ablösen würde. Gleichzeitig wurden zwischen Molotow und dem japanischen Botschafter die Fragen besprochen, die mit dem Projekt einer Neufestsetzung der gesamten Grenzlinien zwischen der Sowjetunion unb der A e u ß e r e n Mongolei einer- feits und Mandschukuo und Javan anderseits verbunden sind. Die Sowjetunion yatte schon im Jahre 1934 einen diesbezüglichen Vorschlag an Ja- pan gerichtet, der aber infolge des Auseinandergehens der beiderseitigen Standpunkte niemals in die Tat umgesetzt werden konnte. Nun erfährt man, daß von japanischer Seite schon anfangs Dezember neueDorschlüge für die Neufestsetzung der Grenzlinien in Moskau überreicht worden finb. Die Sowjetregierung hat sich nun im Prinzip mit den japanischen Vorschlägen einverstanden erklärt, die auf bie Schaffung einer gemischten Kommis- Hon aus Vertretern der vier in Frage kommenden Staaten hinausläuft; sie behält sich jedoch vor, einige Verbesserungen und Zusätze zu bem japanischen Plan vorzuschlagen. Damit ist zum ersten Male seit vielen Jahren eine grundsätzliche Verständi - g u n g über bas Problem ber Neufestsetzung der fernöstlichen Grenzen zwischen Moskau und Tokio erreicht. Die Moskauer Presse veröftentlichi in großer Aufmachung die Dokumertte der sowjetrusfi sch- japanischen Abmachungen über die Zahlung der letzten Nate für dir ostchinesijche Dahn und über die Verlängerung des Fische- reiabfommens. In dem Notenaustausch zwi- scheu Molotov und Togo werden weiter geregelt ber Betrieb japanischer Fischkonservenfabriken und der zu ihnen gehörenden Fischereigrunde in den so wjetrusf ischen Hoheitsgewässern, ferner das Prin- K der Versteigerung für diejenigen an Japan zu überlassenden Fi scher ei gründe, deren Verträge mit bem Jahre 1939 abgelaufen find, ferner die Zahlungsbedingungen für bie Ueberlassung ber Fische- reigrünbe. Ein Kommentar ber TASS, hebt die Bezahlung der letzten Rate bes Kaufpreises für die o st chinesische Bahn burch Mandschukuo an bie Sowjetunion mit Genugtuung hervor. Man- bschukuo hatte es im Hinblik auf eigene Schuld- forberungen an die Sowjetunion ab gelehnt die fällige letzte Summe für die ostchinesische Bahn an bie eowjetunion zu zahlen. Durch das Abkommen werden die Forderungen ber Sowjetunion an Man- bschukuo und diejenigen Manbschukuos an die Sow- gegeneinander aufgerechnet, wobei Mandschukuo bie Verpflichtung übernommen hat, eine Restsunnne von 5,8 Millionen Pen bis zum -1942 ö:a5 Konto der sowjetrusfischen Botschaft m Tokio einzuzahlen. Die Sowjetunion hat sich chrerseits verpflichtet, diese Summe z u m 1" p°"'schen und mandschu- rischen Waren zu verwenden. Oie Option in Oberetsch. Rom, 2. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Durch- suhrung der Option der deutschsprachigen ? * V r r 9 des Oberetsch ist gemäß dem deutsch-ita lemschen Abkommen um Mitternacht bes ^e^mbe,L abgeschlossen worden. Der Ent- Meid ist vollkommen in Ordnung vor sich gegangen. Die Beziehungen zwischen den italienischen Behör- den bes Oberetsch unb der deutschen Abordnung waren stets von größter Herzlichkeit und Korrektheit getragen. Am Neujahrsabend hat in Bozen ein Essen mit anschließendem Empfang stattaefunden, cn dem neben den Mitgliedern der deutschen Abordnung dex Staatssekretär im «Butfc iif W Ms-E • Stabsft^hrer Lauterbacher. des Aus aller Welt begonnen, aber Jahresberichten der dänischen Pr iminister Munch ür die dänischen alarzt: den Raitel, Admiral e n e r a l n Nordeck, ze ad m i eradmi - chenk, Lohl Siemens, a l l e u t - Bogatsch, f ft a b 5 » von ©tcffani; ten XIII: Hartmann en Konter- . Schreiber riedrich; zu e wird das bä- einer strengen zahlreiche An- Yn der marine spielt in einem Neujahrsaufsatz au nis zwischen den erzielten Preisen rtnt»(3utbl, die Präfekten und die Parteileiter der Provinz Bozen und Trient sowie die Zivil- und Militärbehörden der Provinz Bozen teilgenommen haben. eer, Kriegsund Oberste des Jahres- Das neue panzerkampfwagen-Abzeichen Augenzeuge, der mit dem ersten Hilfszug nach Erze rum gekommen ist, berichtet, die Stadt b'iete einen erschütternden Anblick. Ganze Strahenzüge sind eine einzige Trümmer st ätte, und mehrere Stadtteile stehen noch in Flammen. Schreien und Wimmern der unter den Trümmern Begrabenen sind zu hören. Da kein einziger der Erzerumer Aerzte am Leben geblieben ist, blieben die Verletzten zunächst völlig sich selbst überlassen und sind vielfach elend umgekommen. Viele der Einwohner, die vom Erdbeben verschont geblieben sind, xfinb der Kälte zum Opfer gefallen Im Gebiet doti Siwas wurden im Laufe von zwei Tagen nicht weniger als 44 Erdstöße gezählt. Ein in Siwas eingetroffener Flüchtling betätigte die Vernichtung der Stadt Ersindschan, wo zehntausend Todesopfer beklagt werden. Die Istanbuler Sternwarte hat mitgeteilt, daß die Erd- Oie dän-sch-englifchen Wirtschaftsverhandlungen. Kopenhagens.Januar. (Europapreß.) Prinz Axel, als Vertreter des Könige und einer der Direktoren der dänischen Großreederei Ostasiatische Berlin, 30. Dez. (DNB.) Der Präsident Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Coburg, und der geschäftsführende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Grawitz, hoben folgenden Neujahrsaufruf erlassen: Reihe der Beförderungen in und Luftwaffe, die der Führ Befehlshaber der Wehrmacht anläßli landwirtschaftlichen Erzeugnisse u) den dänischen Gestehungskosten an. • ANKARA_ ^ORI •AMA5IA Beförderungen in bA 1 ehrmacht. Berlin, 1. Jan. (DNB.) 3r Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmc t hat mit Wirkung vom 1. Januar 1940 befindt: Im Heer: Zu Generalleutnanten di Generalmajore Thomas (Georg), Dierow, Wienberger, von Mackensen, von Chappuis; zu Gneralmajo- nisch-englische Wirtschaftsverhältn Kritik unterzogen, wobei Englar griffe hinnehmen muß. Selbst Auß<^' das Mißverhält« Guse, Canaris, Schuster, Densch; zu zeadmi- raten: die Konteradmirale Graßn n, Lütjens, Schniewind, Patzing, Hormel; zu K o < ralen: die Kapitäne zur See Kurze, mann (Walter), Kummetz, Backenköh Compagnie werden sich am Dienstag in Begleitung des Gesandten Mohr vom dänischen Außenamt nach London begeben, um diejdänisch-englischen Wirtschaftsverhandlungen fortzusetzen. Die Verhandlungen wurden am 23. Novembel begonnen, aber kurz vor Weihnachten ergebnislos unterbrochen. In (Walther), Dr. Körner, Dr. (Ettinger, Ober st veterinären: die Obeildvetermäre Dieses neue Panzerkampfwagenabzeichen wird an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Panzereinheiten verliehen, die sich bei mindestens dreimaligem Einsatz im Gefecht an drei verschiedenen Tagen bewährt haben. Das Panzerkampfwagenabzeichen wird auf der linken Brustseite getragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Jetzt auch tteberschwemmungen in der Türkei. Während die Türket im Osten von einem Erd- bebenunMck heimgesucht wunde, dessen Ausmaße immer noch nicht abzusehen sind, werden aus den westtichen Gebieten des Landes schwere Ueber- schwemmungen gemeldet. Eine ganze Reihe von Städten und Dörfern steht unter Wasser. Insgesamt sind 12 Flüsse aus den Ufern getreten. Auch die Eisenbahn zwischen Istanbul und Ankara ist vom Hochwasser bedroht, so daß man eine Unterbrechung des Verkehrs für möglich hält. Zahlreiche Einwohner sind ertrunken, doch liegen nähere Angaben über die Opfer noch nicht vor. Der Sachschaden soll sehr groß sein. Unterdessen gestalten sich die Hilfsmaßnahmen für das anatolifche Erdbebengebiet weiterhin sehr schwierig. Flugzeuge warfen Lebensmittel, Bekleidungsstücke und Brennstoffs für die notleidende Bevölkerung ab. Da die Landwege noch immer nur unter den größten Schwierigkeiten passierbar sind, ist man jetzt dazu übergegangen, auch den Seeweg zu bnutzen, um den Opfern Hilfe zukommen zu lassen. Ein Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes! Zu letztem Einsatz entschlossen, von unbändigem Siegeswillen begeistert, mit heiligem Glauben an Deutschlands Zukunft erfüllt, stehen wir, aufs sorgfältigste ausgebildet, geübt und ausgerüstet, die Befehle des Führers in die Tat umzusetzen. Jede Stunde des neuen Jahres wird uns entschlossen finden, unser Leben einzusetzen zur Vollziehung seines Willens auf dem uns als Männern und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes obliegenden Aufgabengebiet. Gehorsam, dankbar und stolz marschieren wir unter seiner Führung auf der Straße des Sieges. Unzufriedenheit mit der englischen „Frauen-Landarmee- London, 31. Dezember. (Europapreß.) Die „Frauen-Landarmee", die nach Kriegsausbruch gebildet wurde, um der Landwirtschaft weibliche Arbeitskräfte als Ersatz für die zum Waffendienst eingezogenen Männer zuzuführen, ist, wie „Daily Expreß" feststellt, ein Heer, das „zu- Diele Generale und zu wenig Solda-. t e n" hat. 25 000 Frauen seien in die Reihen der „Armee" eingestellt worden mit einer Löhnung von 28 Schilling in der Woche. Die Mehrzahl von ihnen scheine aber in der weitverzweigten Werbe- Organisation tätig zu sein, denn nur für zweitausend Frauen seien Arbeitsplätze auf dem Lande gefunden worden. Da die Regiekosten 43 000 Pfund im Jahr betrügen, sei das eine sehr dürftige Leistung. „Daily Expreß" sieht den Grund für das Scheitern des mit großen Hoffnungen unternommenen Versuches in der unzulänglichen Organisation. Es hätten Kurse für die Ausbildung der Frauen in der Wartung von Vieh und Geflügel eingerichtet werden müssen, um die Bauern mit ausgebildeten Arbeitskräften zu versorgen, denn für die mit ihren ländlichen Pflichten in keiner Weise vertrauten Städterinnen sei auf dem Lande kein Platz. Dr. von Müller, Rausch. In der Kriegsmarine: Zum 1_______ admiral: den Admiral Saalwchter; zu Admiralen: die Vizeadmirale Wechsels ausgesprochen hat, wu? Saalwächter zum Generaladmircleförbert. — (Scherl-Bilderdienst-M. Ein Buch klagt an. „5437 Morde sind von den Soldaten der polnischen Wehrmacht und von der polnischen Zivilbevölkerung in der Zeit vom 31. August bis zum 17. September an Volksdeutschen Männern, Frauen und Kindern in Polen begangen worden. Die Zahl der 5437 ein- wandfrei feftgefteüten Morde ist n o ch n i ch t e n d - gültig; daß sie sich noch wesentlich erhöht, ist bei der Auffindung immer neuer Opfer zu befürchten". Mit diesen einfachen Feststellungen beginnt der Wortlaut einer amtlichen Dokumentensammlung, die Hans Schadewaldt im Auftrage des Auswärtigen Amtes bearbeitet hat. Sie ist eine einzige Anklage gegen die Verbrechen des früheren polnischen Staates und derjenigen Mächte, die ihn bestärkt und ermutigt haben, vor allem England. Diese Dokumentensammlung stellt die Tatbestände auf 310 Seiten fest und bringt zahllose Beweise auf Grund polnischer Akten und Befehle, gerichtlicher Untersuchungen und gerichtsärztlicher Obduktionen. Eine Anzahl von Photographien kennzeichnen in grauenhafter Weife die Verbrechen der Polen und ihrer englischen Verbündeten, zu denen bekanntlich gewisse Agenten des Geheimdienstes in Bromberg_ und Warschau zählten. Es genügt nicht, den ungeheuerlichen Versuch der Polen, in den letzten Augusttagen das alteingesessene Deutschtum abschlachten zu wollen, allein auf die hemmungslose Sinnesart dieses Volkes oder auf Me Hetzereien der polnischen Presse zurückzuführen. Das Vorgehen der polnischen Soldateska, ziviler Banden, Derbrechertrupps ufw. war zu einheitlich organisiert, als daß man nicht eine planmäßige Vorbereitung annehmen müßte. Dafür liefert dieses Buch „Die polnischen Greuel an den V o l k s d e u t s ch e n i n P o l e n" (Volk und Reich- Verlag) zahlreiche Beweise. Dazu gehört u. a. auch bte Tatsache, daß die polnischen Mititärpässe für Volksdeutsche Wehrpflichtige vielfach die Bemerkung „verdachttg" trugen. Die Inhaber solcher Pässe sind fast alle umgebracht worden. Brandschatzungen, Brandstiftungen und andere Verbrechen ohne Zahl wurden begangen. Trotzdem würde die Mordorganisation der Polen weniger wirkungsvoll gewesen sein, wenn die Polen nicht das Garantieversprechen Englands erhalten hätten. Damit glaubten sie sich in jeder Weise gegen die deutsche Vergeltung gesichert. Mit den deutschen Truppen kam auch die Gerechtigkeit ins Land, die das Verbrechen trifft, wo immer es gefunden wird. Trotzdem bringt es Dala- dier „fertig, von einer „Tyrannei" und von „Henkern" zu sprechen, und trotzdem jammert das heuchlerische England darüber, daß mit den polnischen Mordbanditen rücksichtslos aufgeräumt wird. Wo wirkliche Greuel sind, und wer für sie verantwortlich ist, das zeigt diese Dofumentenfammlung in unwiderlegbarer Weise. Sie wird in »der ganzen Welt Beachtung fordern urtö finden. .ALEXA/tDREnt waren zum Teil unbesetzt, die Verletzungen des Maschinenpersonals waren nicht lebensgefährlich. Was wäre geschehen, wenn der D-Zug aus die auf hohem Bahndamm haltende Rangiermaschine aufgefahren wäre! Durch seine wackere Tat hat der Lokomotivführer diesen Folgen vorgebeugt und, statt seine Maschine zu verlassen, geistesgegenwärtig eine Fahrt begonnen, die leicht seine letzte sein konnte. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat den Minister für Landwirtschaft des Landes Oesterreich Anton R e i n t h a l l e r aus seinem Amt verabschiedet und ihn für seine dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste den Dank ausgesprochen. Zugleich hat der Führer Reinthaller als Unter st aatssekretär in das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft berufen. » Der englische Dampfer „BoxHill" (5677 Tonnen) ist an der englischen Nordostküste nach einer Explosion gesunken. 19 Mann der 32köpfigen Besatzung werden noch vermißt. Ferner ist das englische Vorpostenschiff „Barbara Robertson" an der Nordküste Schottlands gesunken. Es soll durch ein U-Boot versenkt worden sein. Der niederländische Verteidigungsminister hat bekannt gegeben, daß an zwei holländische Schiffsbaugesellschaften der Auftrag für den B a u v o n s e ch s Unterseebooten für die niederländische Marine erteilt worden ist. Der Oberbefehlshaber der holländischen Land- und Seestreitkräfte hat eine Verordnung trlaffen, nach der alle männlichen Einwohner im Älter von 18 bis 59 Jahren zu persönlichen Arbeitsdienstlei- st u n g e n, wenn sie dazu körperlich imstande sind, im Interesse der Landesverteidigung herangezogen werden können; die Arbeiten stehen unter Militärbefehl. * Der Sohn des berühmten Erfinders Edison, Charles Edison, ist von Präsident Roosevelt zum Unterstaatssekretär im Marineministerium ernannt worden. * Der amerikanische Polarforscher Vizeadmiral B i r d ist von Wellington (Neuseeland) aus an Bord der „North Star" nach der Antarktis in See gegangen. Bird wird sich zunächst nach der Walfisch-Bucht begeben, wo die „North <5tar mit dem zweiten Expeditionsschiff „Bear" Zusammentreffen wird. Aus E st l a n d wird die Verlängerungder allgemeinen Dienstpflicht um ein Jahr auf 24 Monate gemeldet. Die reguläre Armee beträgt zur Zeit etwa 30 000 Mann. Hinzu kommen Freiwilligen-Organisationen, die die Gesamtzahl der unter den Waffen stehenden auf 60 000 Mann erhöhen. Die neuen Maßnahmen sollen dazu führen, Estland eine Armee von 120 000 Mann zu schaffen. bebengefcchr in Anatolien noch sechs Monate weiterbestehe. Die türkische Regierung gilbt die erste offizielle Schätzung der Zahl der Opfer des Erdbebens in Anatolien mit rund 45000 bekannt. Kälteherde in Italien nndIugoslawien. Die Kältewelle hat sich auch in Oberitalien weiter ausgebreitet. Besonders tief ist das Thermometer in Venezien gesunken, wo in Udine 10 bis 12 Grad Kälte gemessen wurden, und in Fusine sogar einen Rekord von 27 Grad unter Null erreichte. Auch Triest hat bei starker Bora 10 Grad Kälte ZU verzeichnen. In Mailand wurden 7 Grad unter Null gemessen. Besonders unangenehm machte sich die Kälte in der Lagune von Venedig bemerkbar, wo das sich schnell bildende Eis die Ähiff- fahrt behinderte. Eine Barke, die sich auf dem Wege von Venedig nach Marghera befand, wurde vom Eis eingeschlossen. Die drei Personen, die sich in dem Boot befanden, waren stundenlang der hef- ttgsten Kälte ausgesetzt, da es der Feuerwehr erst nach vielen Stunden gelang, die drei Personen halb erfroren in Sicherheit zu bringen. — Auch in Jugoslawien herrscht ungewöhnliche Kälte. Die Donau trägt (Eis und beginnt auch an den Ufern zuzufrieren, sogar an der Adria wird in einzelnen Buchten Eisbildung beobachtet. Die Temperaturen liegen durchschnittlich unter 20 Grad Celsius, in Sonja Luka (Westbosnien) wurden 2 7 Grad unter Null gemessen. Aus den bosnischen und südserbischen Gebirgen werden schwere Schneefälle gemeldet, die nicht nur jeden Verkehr zwischen den einzelnen Städten unterbinden, sondern auch den Tod zahlreicher Hirten und große Verluste unter den Herden verursachten. Auch im Süden Dalmatiens ist an der Adriaküste seit 20 Jahren zum ersten Male wieder Schnee gefallen. Die niedrigste Temperatur am Jahreswechsel verzeichnet S e r a j e w o mit 28 Grad Kälte. Schweres Eisenbahnunglück bei Neapel. Ein Sonderpersonenzug sollte im Bahnhof Torre Annunziata (20 Kilometer vor Neapel) den fahrplanmäßigen, von Sizilien kommenden Schnellzug passieren lassen. Auf Grund der Manövrierschwierig- keiten bei den vereisten Weichen wurde der Sonder- zua nach Neapel abgelassen und die Einfahrt für den Schnellzug nach Torre Annunziata gesperrt. Der Schnellzug überfuhr jedoch das Haltesignal und prallte auf den gerade ausfahrenden Sonderzug auf. Bei dem Zusammenstoß sind 14 Tote und etwa 40 Verletzte zu beklagen. Feuersbrunst im vaklkan-kanzleipalast. Zum zweiten Mate binnen drei Tagen ist in dem Vattkan-Kanzleipalast am Corso Vittorio Emanuele ein Brand ausgebrochen. Die Flammen haben auf die prächtige Basilika San Lorenzo in Da- maso üb er gegriffen und die Kirche schwer beschädigt. U. a. wurde die vergoldete Decke, die Past Pius IX. hatte einbauen lassen, vollständig zerstört. Der Brand wurde am Sonntag kurz vor Mitternacht durch einen Vorübergehenden entdeckt, der hinter den Fenstern des Palastes und der Kirche Flammen emporschlagen sah, ein Beweis dafür, daß das Feuer bereits weit vorgeschritten war. Einem starken Aufgebot der Feuerwehren gelang es, die wertvollsten Kunstschätze der Kirche aus den Flammen zu retten. Die im Innern der Kirche befindlichen Wandgemälde von Fracassini wurden beschädigt. Am Montagvormittag traf Kardinalstaatssekretär Maglione an der Brandstelle ein, um sich von dem Umfang der Schäden zu überzeugen. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet worden, um die Ursachen der wiederholten Brände im Kanzleipalast festzustellen. Das Fernsprechamt von Lille eingeäscherk. In der Nacht zum Samstag ist das Fernsprechamt von Lille durch ein Großseuer vernichtet worden. Der Direktor des Fernsprechbetriebes hat , sich von Paris nach Lille begeben, um die Maß- , nahmen für die Ingangsetzung der wichtigen Fern- , sprechverbindungen persönlich zu überwachen. Wettfahrt mit dem Tode. i Dem Reservelokomottvführer Alwin I s e l l ist > vom Führer die Rettungsmedaille am < Bande verliehen worden. Am Spätnachmittag des ersten Weihnachtsfeiertages 1938 hielt Jsell mit seiner Rangiermaschine vor dem Helmstedter Bahn- : Hof, als er vom Walde her das Herannahen des । verspäteten Magdeburger D-Zuges vernahm, der den • Bahnhof ohne zu Halten durchfährt. Jsell erkannte sofort die große Gefahr, er ließ den Heizer abspringen, brachte seine Maschine in Gang und fuhr mit Volldampf vor dem herannahenden D-Zug einher, lieber die Weichen des Bahnhofs und an den Bahnsteigen vorbei ging die wilde Jagd. Trotz allen Bremsens hatte der D-Zug die kleine Tendermaschine natürlich bald eingeholt. Am Stellwerk prallte er mit ihr zusammen. Der Anprall war zwar gemildert, immerhin wurden die beiden ersten D-Zugwagen aus dem Gleis geworfen, und die beiden Maschinen fuhren derart zusammen, daß sie nur durch Schneidbrenner getrennt werden konnten. Die entgleisten Wagen Die australische Regierung hat zwei Jahrgänge zum obligatorischen Militärdienst ausgerufen. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Han- Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom L Dßzemhn 1939 gültig. Oberstleutnante Fichtner, Sedln )r, Bieringer, Dipl.-Jng. Schneider (Erich), Dr. knicke, Döpping, ~ Mesmer, Hofmann (Ru lf), Erdmann In feinem Neuiahrsaufruf an die Hitler-Jugend teilt der Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit, daß ihm der Führer die Genehmigung erteilt hat, als Freiwilliger in das deutsche Heer einrücken zu dürfen. Er übergibt den Befehl über die Jugend des Deutschen Reiches seinem bevollmächtigten Vertreter, Stabsführer Hartmann Lauterbacher. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Neujahrsgrüße Gön'nas Berlin, 30. Dez. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat zum Jahreswechsel dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch, und dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral R a e d e r, namens der Luftwaffe kameradschaftlichste Grüße mit seinen persönlichen Wünschen auf ein erfolgreiches Zusammenarbeiten in treuer Waffenbrüderschaft im neuen Jahr übersandt. Neujahrsaufruf an das Deutsche Note Kreuz. Arps; zu Kapitänen zur See te Fregattenkapitäne Goette, Brocksien, Lucht ion Arns- waldt, von Studnitz, Bähte, von Baiach, Hoffmann (Karl), Schomburg (Qstarf (Hans); zum Vizeadmiral (J n g. admiral (Jng.) Zieger; zu Konterctniralen (Jng.): die Kapitäne zur See (3ngetieringer, Stiegel; zum Kapitän zur Seejng.) den Fregattenkapitän (Jng.): Voß; zum Fl narzt: den Geschwaderarzt Dr. Tarnow; zu 5 ? i t ä n e n a u r See (W.): die Fregattenkapitäi W.) Renken, Matthes, Jewinski, Höppner. In der Luftwaffe: Zu G nanten: die Generalmajore .uu^u/, Vieneck, Andrae, Sattler, Förster, Bo! chgtz, Ritter von Greim, Loerzer; zum Gen« V;. _ arzt: der Generalarzt: P tfjor Dr. Hipke; zu O b e r st e n : der Charakter fe Oberst: Laumann; die Oberstleutnante des eralstabes von der Heyde, Meister; die Oberstle ante Gronau, Rebfch, Fitzau, Reinshagen, etrauschke, Volkmann, Schuchardt, Lorenz, Dr. ,, Poser, Prestien, Singer, Modrig; den Chai t e r als Oberst erhält: der Oberstleutnant z. Stesfani; zum Luftgauintendanten I: Intendant Domernicht; zum Luftgauintend ten XIII: der Ministerialrat Urnsk. •tokat , . •REFAHIJE ERZEKUM SIVAS (Kurt), Eder, Metger (Wilhelm), Dä g, Petersen (Wilhelm); zu Oberstärzten: - Oberfeldärzte Dr. Siemund, Dr. Kayser ($) nann), Dr. Mallison, Dr. Baader, Heimbach, reu: die Obersten Gilbert, Müllei Zebhard, Ha-ase, ConrM: zum G e ne ralm aj o (Jng.): den Oberst (Jng.) Linn; zum Gene Oberstarzt Dr. Tellgmann; zu ! > e r st e n : die IchmöchtelhneninallerEile etwas sehrWichtiges durchsagen: Ich, die 6'4'1 bin der gute Geist einer schönen neuen Zeitschrift, die genau so heißt wie ichs Meine wird etwas ganz Neuartiges sein: eine Brücke zwischen unseren Soldaten und der Welt daheim, eine Zeitschrift, die den Männern an der Front das Leben in der Heimat schildert, und die der Heimat von den Soldaten, von denWünschen, Hoffnungen, Gedanken, Sorgen und Freuden des einzelnen da draußen erzählt. Meine 6'4'1 wird alle aufs beste unterhalten, denn sie ist xä eine gutgelaunte Gesellschafterin, nie verlegen um luslige Einfälle, aber auch eine Kameradin in ernsten Stunden, auf die man sich verlassen s kann. Ich selbst werde in jedem Heft mit da- bei sein und jedem soviel zum Schauen, Lachen und Lesen mitbringen! Meine U 6'4" erscheint jeden Dienstag und fcb A kostet 10 Pfennig. Sie bekommen das «DM neuste6'4"•Heft bei Ih rem Zeitungs- ' oder Zeitschriftenhändler und in Buch- handlangen und Papiergeschäften. iHr Viel Spaß mit 6'4'» wünscht Ihnen Die frohe Zeitung für Front und Heimat Für 10 Pf. 1 1 Oer Sternhimmel im Januar Statt Karten Weihnachten 1939 Paul Banse. [Kammergerichts Ilse Banse, geb. Nowack Gießen, Fort-Bragg (Kalifornien), den 1. Januar 1940. H L die R die T die Gießen, den 2. Januar 1940. Die Beisetzung fand in der Stille statt 10 A Ich danke herzlichst für die Teilnahne und Blumenspenden. schluß. Werbe-frrucksachen bei Brühl, Gießen 12A | Kaufgesche | gesucht. 78MD 13D Buchstaben Buchstaben Buchstaben Angebote mit Preisangabe an Stadthaus Bergstraße, Limin. 30. bis K. Samstag, den 6. Januar, für bis P. Montag, den 8. Januar, für bis S. Dienstag, den 9. Januar, für bis Z. Im Nanen der Hinterbliebenen i Lina Haas Witwe. Mietgesuche. Gröhe Anzahl möblierter Jimmer (mit Morgenkaffee) für Studenten bis G. Freitag, den 5. Januar, für die Buchstaben W. Stete Molkerei „WartaF Niederneisen über Limburg Lahn. während Andromeda und Pegasus schon ziemlich tief herabgesunken sind. Der westliche Himmel würde gegenüber dem glanzvollen Südfeld kaum zur Geltung kommen, wenn er nicht außergewöhnlich reichlich durch Planeten geschmückt wäre. Es ist reizvoll zu verfolgen, wie in der ersten Hälfte des Monats Mars Jupiter einholt und dann auch dem Saturn näherkommt: die drei Planeten sind den ganzen Monat hindurch am westlichen Himmel abends zu finden. Während der Dämmerung, also bis gegen 19 Uhr, gesellt sich zu ihnen noch die mächtig strahlende Venus als Abendstern-, sie entfernt sich immer mehr von der Sonne. Dagegen ist Merkur nur in den ersten Tagen des Monats kurz vor Sonnenaufgang am südöstlichen Himel zu beobachten. Anfang Januar kann man nach Sternschnuppen Ausschau halten; es pflegen um diese Zeit die freilich nicht sehr ergiebigen Bootiden aufzutreten. Der Ausstrahlungspunkt liegt etwa am nordöstlichen Horizont. Die Mondphasen sind: Letztes Viertel am 2., Neumond am 9., erstes Viertel am 17., Vollmond am 24. Januar und am 31. wieder erstes Viertel. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Januar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Jung, gewandt. Kaufmann 19 Jahre alt, sucht Stellung in der LebenS- mittelbranche in Gießen od. Umgebung. Jübrer- schein blasse 3 vorhanden.Schr f j Z I Uhren, Schmuck Tafelgeräte Gießen • Seltersweg 47 Wir wurden rn Aachen getraut Eberhard von Holly und Ponientzietz Leutnant und Adjutant in einem Infanterie-Regiment, z.Z. im Felde Renate von Holly und Ponientzietz, geb. Frosch @ Künstliche Augen fertigen wir für unsere Patienten am Mittwoch, 10. Jan., in Gießen. Hotel c'rinz Carl, Seltersweg 40. Gebrüder Müller-Welt Stuttgart. Zugelassen bei Kassen u. Behörden. Am 22. Dezember 1939 entschlief nach kurzer Krankheit mein lieber Mann Karl Haas, Postassistent a. D. Angeb. u. 05685 o. Gieß. Anz. Todes-Anzeige. Heute früh ist unsere liebe, gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grobmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Adele Nowack, geb. Remmert im Alter von 68 Jahren infolge eines Schlaganfalls unserem lieben Vater nach wenigen Tagen in den Tod gefolgt. In tiefer Trauer: Hilde Spankus, geb. Nowack Julius Spankus, Vizepräsid. des Wegen Inventurarbeiten bleibt mein Betrieb amMittwoch,dem3.Januar1940 geschlossen. Im Frieden Gottes ist heute meine liebe Frau, unsere treue Mutter, Schwiegermutter und Großmitter Frau Juliane Bufi, geb. Engel im Alter von 55 Jahren heimgegangen In tiefer Trauer: Heinrch Buß, Bürgermeister Wilhdm Buh und Familie Herrrann Buß und Familie. Holzheim, dtu 1. Januar 1940. Die Beerdigung findet am Mlttwocfc 3. Januar, um 14 Uhr statt Wegen Renovierung meiner Geschäftsräume findet vorübergehend kein Verkauf statt Emil Pistor Nacht Gießen, Marktstraße. Der Tiefpunkt in der jährlichen Sonnenbahn ist nunmehr überschritten, der tägliche Bogen des Tagesgestirns nimmt wieder zu, wenn auch zunächst nur langsam, erst Ende Januar wird die Zunahme der Tagesdauer deutlich bemerkbar. Der Fixsternhimmel entfaltet in den beiden erskn Monaten des neuen Jahres seine schönste Pracht. Mitte des Monats ist gegen 21 Uhr im Süden der Orion zu finden, darüber der Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem Siebengestirn der Pleja- den. Zenitnah steht Capella, der hellste Stern des Fuhrmanns, etwas westlicher die Kette von fernen, die das Sternbild des Perseus bilden. Eindrucksvoller ist jedoch der Südosten, wo ziemlich hoch die Zwillinge stehen, etwas tiefer Prokyon; tief am Horizont funkelt Sirius, der alle an Helligkeit überstrahlt. Durch all diese Sternbilder hindurch zieht sich das leuchtende Band der Milchstraße, das zwar jetzt nicht so eindrucksvoll ist wie im Sommer oder Herbst, aber dennoch in klaren Nächten sehr schön zur Geltung kommt. Am östlichen Horizont geht das Sternbild des Löwen auf, im Nordosten steht der große Bär: auf der anderen Seite des Polarsterns, also nach Westen zu, stehen Cepheus und Cassiopeia, Bekanntmachung. Die Ausgabe der neuen Lebensmittelkarten, die für die Zeit vom 15. Januar bis 11. Februar 1940 gültig sind, erfolgt in den zuständigen Bezirks- geschäftsftellen des Ernährungsamtes der Stadt Gießen gegen Vorlage des Personalausweises an folgenden Tagen: Mittwoch, den 3. Januar, nur nachmittags 14 bis 17 Uhr, für die Buchstaben A und B. Donnerstag und folgende Tage von 8 bis 12.45 und 14 bis 17 Uhr. Donnerstag, den 4. Januar, für die Buchstaben C Slii Größe 1,0 Mtr. zu kauf, gsucht. Schr.Angb.unt. 04a.d.Gltz.Anz. Schwer- und Schwerstarbeiter erhalten Karten für Normalverbraucher bei den zuständigen Bezirks- aeschäftsstellen und Zusatzkarten durch ihre Betriebs- führung. Die Ausgabetage für Zusatz- und Zulagekarten werden noch bekanntgegeben._______________________ Verdunklungssünder gefährden die Landesverteidigung Schärferes Dorgehen und höhere (Strafen. Da festgestellt worden ist, daß durch Privatpersonen, aber auch durch Dienststellen und Betriebe grobe Verstöße gegen die Vorschriften der Verdunkelungsverordnung begangen worden sind. Die eine Gefährdung der Landesverteidigung bedeuten, hat der R-ichsmintst-r der Luftfahrt uuü Ober- bef-hlshaber der Luftwaffe angeordnet, daß dw Bevölkerung und Betriebe mit verstärktem Nachdruck «r Beachtung der Berdunkelungspflicht angehalten werden. Um di- Verhängung höherer Strafen, ins- belondcre höherer Geldstrafen, zu ermöglichen ist darauf zu achten, daß die Polizeibehörden die Verfolgung besonders grober Verstoße gegen die Ber- dunkelungspflicht in größerem Umfange als bisher zur Bestrafung als Vergehen an die Staatsanwalt- fd>6in ^sprechender Erlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei hebt hervor, daß häufig die Hof- und Gartenfronten der Hauser we- Am 29. Dezember verschied unerwartet der letztlebende Mitgründer des MTV., unser lebes Ehrenmitglied und Vorstandsmitglied ...... T-* Adalbert Bindewald im 73. Lebensjahr. — Übe 54 Jahre hat er seinem Verein die Turnertreue gehalten. Mt tiefer Trauer beklagen wir den Heimgang dieses lieben,hochverdienten und kerndeutschen Turnbruders und Kamenden, der der deutschen Turnsache seit seiner frühesten Jugnd mit ganzem Herzen gedient hat und der unsere ganze Wttschätzung besaß. Wir werden seiner immerm Liebe und Dankbarkeit gedenken, lännerturn verein Gießen. sentlich schlechter als die Straßenfronten verdunkelt sind. Bei der Ueberprüfung der Verdunkelung ist, wie der Reichsführer ff bestimmt, diesem Umstand besonders Rechnung zu tragen. Von den Polizeidienststellen muß in den Abend- und frühen Mor- genstundeu erhöhter Streifendienst angeordnet werden. Besonders ist auf die Luftschutzwarte mit allen Mitteln einzuwirken, daß sie für die ordnungs- mäßige Verdunkelung ihrer Häuser sorgen. Notfalls muß auch gegen die Luftschutzwarte mit Strafen vorgegangen werden. Der Reichsfürer ff erwartet, daß unter Ausnutzung aller Möglichkeiten und scharfer Anwendung der 'Strafbestimmungen ein zufriedenstellender Grad der Verdunkelung erreicht wird. Bei groben und wiederholten Verstößen gegen die Verdunkelungspflicht ist auch nach seinem Erlaß in größerem Umfange als bisher von der Abgabe an die Staatsanwaltschaft Gebrauch zu machen, um damit die Verhängung höherer Strafen zu ermöglichen. | Verkäufe | ööhenlooiie SMllüWkll unö Leim- WWongue zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unter 03 an den Gießen. Anzeig. Familiendrucksacher Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei BrQhl. Schulstr. 7 Keine Zeugnisse in Urschrift icraoem nur Zeugnis- obldiriften vem Be- werbungSichretben bet- legen - Lichtbilder nnoBewervungSunter- tgen mühen zur Vermeidung oon Beriustev auf der -»ücheite -Hamen und dlnfdidh des Bewert» ers trauen! Suche für sofort tüchtige 5D Frau oder Mädchen täglich morgens für 2-3 Stunden Zahnarzt Dr. Schneider Gießen Friedrichstr. 16. Suche z.!5.Jan. ein tüchtiges Mdlveil für Molkerei- Haushalt. 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Nr. 1 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Erster Velriebsappell 1940 der Sladtverwaltung acht, dem e Bäuerin änner die üsse unter es deutet ^sprachen das Jahr im fünf« Tb eit ab- ird solche springt." von der „Blinkt cht nicht ngstags kriecht aus seiner Höhl' der Dachs!" Oie neuen Lebenemittelka',. Dom morgigen Mittwoch ab werden en Be- ürksgeschäftsstellen des Ernährungsar Vorlage des Personalausweises die ft ii gegen Zwischen Wolkenkrahi, Von Alice Iliegel. Welt der Borftel^unqen Beim Stadttheater hatte man sich für den letzten t der nur Situationskomik. symmetrisch nebeneinander gestellten Grab mit blühenden Blumen umsäumt. Neuyork, Stabt gen- Land — Wasser — Insel! Steigende un ende engen Reihen gehende oder vor den Kinoimde Menschen. Tiefste Gottverlassenheit in b n- n ngt noch ter Win- »n er Blau verdämmernder Himmel über ei ] Wolkenkratzer Neuyorks! Tief unten Iie$ reut sich an den n in die ratzer hinviele hohen Rie- er s- age. in »Oer müde Theodor ach ver- lfo auch Schwa- Bekehr 11 un- l der Steine! In der Sonne golben werdend . Da und dort geben Dachgärten helles das Grau, ober in einem Kirchengarten Zeichnung Kalender Man kann die Entwicklung des Neuyorker Wolkenkratzers in drei verschiedene Abschnitte teilen. Der letzte bedeutet die Vollendung der Kraft im — Die gewaltige Entwicklung amerikanischer Wirt- schaft, die schwindelnde Zahlenhorizontale der finan- auf, wenn der letzte Klang der Orgel verhallt ist — gehen mit dem „businessman“ wieder aus der Kirche und reißen ihn restlos hin zu den Gebauten, die alle wieder dem Dollar gehören. Der Friedhof neben die- ■ .' } j ‘i * M \ / vic inuii sich öenfen kann. Ohne Schmuck — ohne Blumen Als hatte die unerbittliche Riesenstadt hier keinen Gedanken frei für die Stätte der Toten. Was ist denn eigentlich ,mundus', Wie man die Welt lateinisch nennt? — Ein riesengroßer Fundus, Den jeder sieht und — keiner kennt! Straßen, geschäftiges Durcheinander a Autoheere — fast unerträglicher Lärm, Aber das Wunder aller Technik und das größte Geschcntshaus ber Welt ist das Empire State. Der Amerikaner, der in Zahlen lebt, gerät in eine Ekstase der Begeisterung. Dieser Wolkenkratzer ist 102 Stockwerke hoch, hat 6400 Fenster, unb man brauchte zu seinem Bau zehn Millionen Steine. Sein Turm ist ein gläsernes Zauberreich für sich, von einem Scheinwerfer beleuchtet, der feine Strahlennetze weit in bie Wolken schickt — als eine Warnung für bie Flieger in der Nacht. Die Riesenstadt Neuyork liegt wie ein Märchenland in der Hellen Sternennacht, von weißen und vielfarbigen Lichterstrahlen überflutet. Die gewaltigen Brücken, die sich über den Hudson spannen, verlieren die Größe ihrer Ausmaße, lösen sich in beschwinaten Filigranlinien von dem schimmernden Fluß. Man ftebt auf dem. Dach des Observatoriums wie auf dem Gipfel eines Hohen Berges, denn die Wolken ziehen unter einem vorbei. Brooklyn, die Stadt der Kirchen, weist mit ihren vielen, im Licht silbernen Türmen in den Himmel hinauf. Es ist, als wollten sie sich recken, um zum Empire State herauf zu kommen. Himmel und Erde werden gleichsam durch das Wunder dieses Wolkenkratzers zusammengebunden. Heber Gr und tiefe, Wolkenkratzer, Dachgärten, Friedhöfen, Türmen und Türmchen empfindet man gesteigert durch die gewaltiae Weite des Rundblicks den ungeheuren Konttast: Neuyork! Dem Leser in wenigen Zeilen einen Ueberblick geben zu wollen über das, was in diesem Schwank alles passiert, wäre ein hoffnungsloses Beainnen. ' Es mag die Andeutung genügen, daß der Rentier Hagemann ein spätes Feuer fängt, d. h. eine junge • Dame kennenlernt. Das kostet ihn aber eine hittüche Stange Geld, die ihm allerdings nicht aus der genau geführten Haushaltsfchatulle feiner Gattin zur I Verfügung gestellt werden kmn. So bringt er denn l eme Brillantbrosche feiner Frau in das Leihhaus, I uni) aus dieser Tatsache erwächst ihm eine Fülle von Unannehmlichkeiten, denen er sich auf alle mögliche und unmögliche Weile entziehen will. Dabei gerät er in immer tollere Schwulitäten. Da auch eine stattliche Anzahl anderer Akteure in Mitleidenschaft gezogen wird, entwickelt sich ein Tohuwabohu, das wohl jeden Zuschauer vor die Frage stellte, wie es die beiden Verfasser wieder auseinanderwursteln werden. Aber alles löst sich wieder auf, und zum Schluß gibt es auch eine Verlobung. Die Schauspielerinnen und Schauspieler mrferes Stadttheaters mußten schon mit viel Laune an bieten Schwank Herangehen. Herr Manders markierte den Ehemann in Schwieriakeiten mit aller geiftigen und körperlichen Bswealichkeit. Frau Rose Stirl war seine Gattin, der erst zum Schluß alle Lichttr aufzugehen haben: Jngebvrg Riehl brachte als beider Tochter viel Scharm auf di« Bühne, unb Anneliese Garbe hatte in dem schnippischen Mädchen Frieda eine dankbare Rolle. Herr E r l e r hatte wieder einmal eine blondere Type darzustellen und machte aus seiner Rolle alles, was daraus zu machen mar. Friedrich Gro ndabl mimte öen von keiner Muse geküßten Komponisten, unb Elisabeth Leiprecht trat als die angehende Sängerin und eigentlicher Stein des Anstoßes mit viel Schwung und einer gehörigen Portion Frechheit auf. Zahlreiche andere bemühten sich, in den kleineren Rollen den Erfolg sichern zu helfen. Die Regie führte Hans Geißler. Insgesamt gab es viel und herzliches Gelächter unb für die Darsteller anhaltenden Beifall. Heinrich Ludwig Neuner. Die großen Verdienste des wegen bedeutender Verschlimmerung feiner Schwerkriegsbeschädigung Leidenden Pa. Wendler verdienen eine besondere Würdigung. Wendler stammt vom sangessrohen Rhein und kam 1921 beruflich von Wiesbaden nach Bad-Nauheim. Er begann seine aktive Sangestcttig- keit kurz vor Kriegsausbruch 1914 und konnte am 1. April d. I. auf 25 Jahre selbstlosen Sängertums lare Tage Vetter, sie Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Die Entführung aus dem Serail". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Das Lied der Wüste". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Hurra! Ich bin Papa!" Sladttheater Gießen. Am heutigen Dienstagabend kommt zum letzten Male Mozarts komische Oper „Die Entführung aus dem Serail" zur Aufführung. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Ehöre: Richard Boeck. 13. Vorstellung der Dienstag-Miete Mittwoch, 3. Januar: „Der müde Theddor", Schwank von Neal und Ferner. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 14. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Freitag, 5. Januar: „Cavalleria rusticana“, „Der Bajazzo", Opern von Masoagn'i und Leoncavallo. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Bernhard Schmitz. 14. Vorstellung der Freitag. Miete. Knegösilvester. In völliger Stille und ohne den sonst am Jahreswechsel üblichen Tamtam vollzog sich in unserer Stadt diesmal der Uebergang vom alten zum neuen Jahre. Während früher schon beim Beginn des Silvesterabends in den Straßen die Feuerwerks- körper krachten und die bengalischen Flammen leuchteten, die Knallerei und Schießerei immer mehr zunahm, je näher die Mitternachtsstunde heran- rückte, um schließlich beim nächtlichen Glockenschlag in bringt /in", Win Aus der Giadt Gießen. Januar. „3ft der Januar frostklar und licht, tut der Winter seine Pflicht!" Die Pflicht des Winters besteht darin, daß Erdland gut ausfrieren zu lassen, sowie die überwinternden Schädlinge bis auf ein Minimum zu vernichten. So leistet ein scharfer Januar mittelbar und unmittelbar dem Sommer unb Der Erntezeit gute Vorarbeit; und dessen freut sich der Bauer, denn oft genug schon hat sich der Dolksspruch Heute morgen fanden sich im Stadttheater, wie in den Jahren vorher, die Gefolgschaftsmitglieder der Stadtverwaltung und aller ihrer betriebe zu einem Betriebsappell ein, der einen überaus wür- bigen Verlauf nahm. Das Orchester des Stadt- cheaters eröffnete die Feierstunde mit den Klängen der Egmont-Ouvertüre (Beethoven), und der derzeitige Leiter des Stadttheaters, Dr. Hannes Razum brachte ein Gedicht von Rupert Rupp „Wir bauen das Reich" zum Vortrag. Nachdem das „Engellandlied" verklungen war, hielt Ars dem Sängergau III, Hessen-Darmstadt Wechsel in der Provinzführung für Oberheffen. Zum Jahreswechsel scheidet der seitherige Pro- vlnzsangersuhrer für Oberheffen, Pg. Ludwig Wendler (Bad-Nauheim) auf eigenen Wunsch non ieinem seit 1931 vorbildlich geführten Ehrenamt aus. Zu seinem Nachfolger hat der Sänaergau- fuhrer Ministerialrat Pg. R i n g s h a u s e n (Darmstadt) den bisherigen Gauwerberat, Studienrat Pg. Dr. Schmitt (Bad-Nauheim) berufen. • nahmen konnten. In langen Schuppen und weiten t Räumlichkeiten ist aller „Urväter Hausrat" aufge- ' stapelt. Was nur zur Dekoration eines Seines, i eines Zimmers, einer Dachstube, einer ländlichen 1 Hütte gehört; was nur irgendwie im Zufammen- bang mit der Wohnlichkeit unseres menschlichen Lebens steht; was uns allen etwas alltägliches ist, woran wir überhaupt gar nicht denken, wenn wir es in die Hand nchmen; — alles das reiht sich un Fundus der Ufa auf langen Abstellborten, steht wohlgeordnet in den Ecken oder hängt von der Decke herab. Immer griffbereit, um jeden Augenblick in diesem oder jenem Film benutzt zu werden. j So geht man denn auch an manchem bekannten Einrichtungsstück vorüber. Interessanter aber noch sind die Neuanschaffungen, denn der Fundus muß natürlich stetig erweitert werden. D? müssen für einen neuen Ufa-Film „Frauen sind dod) bessere Diplomaten" Eguipagen, Schloßeinrichtun- gen, ja — eine Spielbank samt der Roulette beschafft werden. Da muß für den anderen neuen Film „Kongo-Expreß" allerlei exotisches „Milieu" zur Stelle sein. Da müssen für den Film „Krimi- nalkommifsar Eyck" Gerichtsschranken, Behördenschranke, Aktenregale zur Verfügung stehen. Da muß für den Film „Waldrausch' eine bäuerliche Gaststätte hergerichtet werden, — kurzum: Tausen- derlei gibt es für den Fundusverwalter zu bedenken und zu sorgen. Streikt man durch das Reüd des Fundus, so befallen einen gar eigenartige Gedanken. Hat nicht der große Philisoph Schovenhauer eins feiner Hauptwerke „Die Welt als Wille und Vorstellung" genannt? Nun, in diesen Fundusräumen bewegt man sich ebenfalls in einer Welt der — Vorstellungen, in einer Welt der Filmvorstellungen; nur daß hier alles eng aneinander- gerückt ist und ohne das bewegte Leben, das wir von der Leinwand her kennen. Was draußen die große Welt ist, das spiegelt sich hier in der Welt des Fundus getreulich wieder. Und so ist es kein Wunder, wenn man mit einem philosophischen Vers auf den Lippen diese Arbeitsstätte des Films verläßt. Oberbürgermeifler Hitler eine Ansprache. Er sprach davon, daß diese erste Stunde vor der Arbeit des Jahres einem kurzen Rückblick und einem Ausblick gewidmet fein soll, sagte allen Mitarbeitern für die im Jahre 1939 geleistete Arbeit herzlichen Dank und verband damit gleichzeitig die besten Wünsche für das neue Jahr das zwar noch dunkel und verschlossen vor UJ?.S J.le9e/ in das wir alle aber hineinschreiten im gläubigen Vertrauen auf die Kraft unseres Volkes. Sodann gedachte Oberbürgermeister Ritter der im vergangenen Jahre durch Tod aus dem Kreis der Arbeitskameraden ausgeschiedenen Mitarbeiter zu deren Gedenken man sich von den Plätzen erhob. Ferner teilte der Oberbürgermeister mit, daß fünf (^esoIgschaftsmitgiieder nach jahrzehntelanger treuer mt r Jn dev. wohlverdienten Ruhestand traten, Eesolgschastsmitglieder konnten auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienst der Stadtverwaltung bzw. ihrer Betriebe zuruckblicken, 1 Mitarbeiter steht seit 30 Jahren im Dienst der Stadtverwaltung, und 6 wei- auf jeden Fall während dieser festgesetzten Zeit ihre Laden offen zu halten. Die Vorschriften über die Arbeitszeit, die Sonn- tagsruhe und den Jugendschutz der Gefolgschafts- mitglieder werden von der Verordnung nicht be° Für die praktische Durchführung der Verordnung hat der Reichsarbeitsminister Richtlinien herausgegeben, die im Reichsarbeitsblatt vom 5. Januar 1940 veröffentlicht werden. Danach kann u. a. im Lebensmittelhandel wegen der Belastung der Geschäftsleute durch die Lebensmittelkgrten eine Mittagspause eingeführt ober beibehalten werden, die nicht mehr als zwei Stunden, in Großstädten nicht mehr als IVz Stunden betragen soll. Die Mittagspause der Lebensmittelgeschäfte soll sich nicht mit Der Mittagspause ber Betriebe decken, damit die m den gewerblichen und sonstigen Betrieben tätigen Gefolgschaftsmitglieber während ihrer Mittagspause Einkäufe erfebigen können. In den übrigen Geschäften fällt bie Mittagspause ganz weg. Dafür werden während der kurzen Tage in den Winter- monaten bie Läden um 18 Uhr geschlossen. ■ durii(f^^ar^e^^er bocken auf eine 35jährige Tätigkeit In seinen weiteren Darlegungen sprach der Ober- burgermelster über den verheißungsvollen Beginn ?C-5xri?rc^ 193?' das mit der Aussicht auf weitere friedliche Entwicklung und weitere Erstarkung un« erer Volksgemeinschaft vom Geiste des Nationalsozialismus her begann und die Hoffnung steigerte, daß im Zuge des friedlichen Aufbaues das Dasein ledcs einzelnen Volksgenossen eine immer bessere Gestaltung erfahre. Das letzte Viertel des Jahres aber habe das deutsche Volk wieder einmal zu qro- Opfern und zu geballtem Einsatz aller seiner Kräfte aufgerufen für den Kampf um fein Lebensrecht. 3n feinen weiteren Darlegungen sprach Oberbürgermeister Ritter von den Ursachen dieser jüngsten Entwicklung, er sprach in scharfen Worten von dem neidischen England, von der englischen Polittk überhaupt, von den Ereignissen, die zur kriegerischen Auseinandersetzung mit Polen führten,, von den stetigen und von bestem Willen getragenen Friedensbemühungen des Führers und von der Notwendigkeit des gegenwärtigen Kampfes. In nachhaltigen Worten sprach der Redner weiter über die Erneuerung unseres Volkes vom Nationalsozialismus her, er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Politik, die vor dem Jahre 1914 ^rsolgt worden war und gedachte schließlich in ein- drucksoollen Worten des Führers und seiner über« ragenben Leistungen für die Gesamtheit des deutschen Volkes. Mit dem dreifachen „Sieg-Hell" und mit den ßiebern der Nation fand die Feier ihren Abschluß. Broadway und^ den parallelen Straßen die l'stratzer des Wallstreetbezirks auf. Wallstreet as Königreich des amerikanischen Kausmanr r- merben Milliarden verhandelt und bie Wi läge ber Wett bestimmt. Unb zwischen bies 'enkratzern bie „Trinitychurch", eine schor x- lzche Kirche. In eine Wett hineingehörend, 1 ts nit ben Millionengeschäften der Wallstreet m Gat. Eine wunderbar klingende Orgel dc wöchentlich Orgelkonzerte, Bach — Reger. >em Lärm ber Autos unb bem Hetzen ber ber Kontraste! Nicht nur graues, sondern stlen Farben schimmerndes Gestein lebt in eh willigen Architektur. baut nicht mehr von unten nach oben. Wie ein Zyklop setzt er massig Block auf Block. Nicht mehr Sehnsucht und ein Wille zu unbewußten Zielen lassen ihn auswärtsblicken. Er empfindet sein Werk nicht mehr als eine Hoffnung, als ein in der Spitze des Turmes ruhendes Versprechen. Seine Sachlichkeit ist aber dynamisch beschwingt von ber Gewalt der neuen Umrisse, bie oft an bie ägyptischen Pyramiden erinnern und dadurch wieder einen eigenartigen Kontrast zwischen Werdendem und Gewesenem bringen. Das Belltelefonbuilding gehört zu diesen Bauten. ben, die zwischen dem nächtlichen Dunkel ersten Sonne liegen. Reichste Paläste — är )üt« ren! Feierliche Kathedralen der Anbetung w zuruckblicken. In der Nachkriegszeit traf man ihn auf allen bedeutsamen Sängertagungen; er ist Gründungsmitglied des Hessischen Sängerbundes und wurde im Herbst 1928 anläßlich ber Bundes- tagung zu Gießen zum Bundesrechnungsprüfer gewählt. Im Herbst 1931 wurde er zum Nachfolger des bamaügen 1. Provinzialvorsitzenden für Ober- Hessen, Berufsschullehrer Pg. (Bengnagel (Grünberg), bestimmt, und er hat im Lause der Jahre bis heute das in ihn gesetzte große Vertrauen der Provinzsangerschaft, wie auch das der Sänger- gaufuhrung in treuester Pflichterfüllung gerechtfertigt. Wendlers reiche Erfahrungen und seine nationale, charaktervolle Haltung veranlaßten die hessische Landesregierung, ihn nach der Machtergreifung ber NSDAP, mit ber Gleichschaltung sämtlicher Gesangvereine Oberhessens zu beauftragen. Die Fülle feiner verantwortungsvollen, segensreichen Arbeit kommt am besten in nach- ftefjenben Bestanbszahlen der Provinz zum Aus- druck: Im Oktober 1932 zählte bie Provinz 9009 eanger. Seitdem stieg bie Zahl der aktiven Sänger auf über 16 000, sie umfaßt heute mit ben förbern- ben Mitgliedern rund 25 000 Sänger und Sängerinnen in Oberheffen. Die Vereinfachung bzw. Verkleinerung des Gauführerrates brachte es mit sich, baß Wendler in ben letzten Jahren nicht nur bas Ehrenamt eines Sänaergauschriftführers mitverfah, andern wiederum als Gaurechnungsprüfer einge- setzt wurde. Als ständiger Provinzvertreter des Sangergauführers Ministerialrat R i n g s h a u s e n hat Wendler in Hunderten von Sängerkundgebun- gen öffentlich gesprochen. Zahlreiche Vereins«, Gau- und Bundesehrungen wurden ihm verdient züteiL Auf besonderen Wunsch der Gauführung bleibt er, solange es fein altes Kriegsleiden noch zuläßt, der großdeutschen Sängerbewegung als Gaurech- nungsprüfer treuverbunden. Sein Nachfolger in ber Proomzführung Oberhesiens, Studienrat Pg. Dr. Sch m i 11 (Bab-Nauheim), wird feine Aufbauarbeit mit gleicher Schaffensfteude fortführen. Anläßlich des im kommenden Frühjahr zu Darmstadt vorgesehenen Gausängertages soll bem schei- benden Provinzführer Pg. Wendler eine roür- bigc Gau- und Bundesehrung zuteil werben. fenstabt — auch von biefer Hohe herab r iefen- haft. Nur bie Menschen, Tiere, Autos u Zagen sind ins Winzige herabgemindert, eine zeug- schachtel voll kleiner Dinge. Andere Wl recken ringsumher ihre phantastischen Ut cuf in ben Himmel. Bald wird der A tausend Fenster in flackernde Sterne uni aßen in Lichtermeere verwandeln. Ader jetzt: bestätigt: „Kernige Januarkalt bringt dem Bauer Brot und Geld!" Hingegen fürchtet man einen laschen Jänner unb reimt: „Milber Januar bringt der Saat Gefahr." Der Januar heißt auch „Schneemond"; unter der weißen Bobendecke ruht die Heimatscholle wohlverwahrt, während ein schneearmer Winter, der die Wintersaat allzu früh schießen läßt, keine großen Aussichten für die Feldfrucht erwarten laßt: „Wächst das Korn im Januar, wird es auf dem Markte rar!" Andere übereinstimmende Bauernordel lauten: „Januar hart und taut), nützt dem G reidebau!" oder „Wenn-der Hartung vor Kälte “ Bauern bas Herz im Leibe lacht." Auch sieht, zunutze ihres Hühnerhoses, rointe und Nächte lieber als dunkles, nasses den Namen des Kalenderheiligen mit ,' , zusammen und hofft, daß ein wenig Lnenschein an diesem Tage sinnbildlich auf ein gut - K Sonne ja sehr abhängiges W eins ah r bei am Vinzenztag goldiger Sonnenschein, fünft auch im Glase goldener Wein." Dem roiber ** bie Wetterregel: „Vinzenz-Sonnenschein viel Schnee herein"; benn noch soll sich ter austoben. „Schönes" Wetter ist - ( nünftiger Ansicht — klimatisch normale 1 wirtschaftlich günstiges Wetter. Der 25. Januar ist „Pauli-Bekehrung" ben gilt er als bes Winters Mitte: „P — halben Teil hin, halben Teil herl^d recht optimifttfche Leute stärken ihre Frühlinoffnung gar durch Dichterprophezeiungen, wie tr kunstvolle Vers eine barstellt: „Pauli Beki ren! Feierliche Kathedralen der Anbetung ach- äch nüchterne Wolkenkratzer des Geschäfts nd- zlühenden Hitze erschöpften Menschen brai r= jeltlänge. Scharst amerikanische Gesichter t»en gespannten Ausdruck des Zahlendenk - „ r . „ Je Zeit vom 15. Januar bis 11. Februar gütti-c Ze'bens« weiß: „Gibt's im Januar viel Stern so legen bie Hennen gerne." Und der Winzer reimt: „Sind im Flüsse klein, so gibt es guten Wein." 2 nit ist gemeint, daß in den Winterwochen die v“' ' Eis liegen sollen, nicht aber durch law her Hochwasser führen, also „groß werden". \'.ee eben darauf hin, daß ber Januar afii winterlichen Charakter haben muß, roei ' weiter normal verlaufen soll. Finden wir sinngemäß für den Jam zehnten Jahrhundert ab und zu die ,F)artmonat", so heißt er im Tegernst der „Dreschmonat", weil er dem Bauei- nach reicher Ernte — noch biesbezüglich ii fordert; unb dem rüstigen Land mann reich besetzte Scheuer auch recht sein; bes Dröhnens auf der Tenne und be alten Volksvers: „Wenn im Januar noc e.r Flegel klingt, dem Bauern das Geld in bie Tas springt." Mehrfach beachtet wird im deutschendlksturne der 22. Januar, der Tag St. Vincents. 'uar 1940 Dlenttaa, 2. Januar ä ittags ich« Mannigfaltigkeit unb fast fompromif &i= derspriiche. Die Architektur konnte Bindung fein — )ee ber geistigen und sachlichen Konstruktion ein» heit. Aber nichts dergleichen gibt es hier, m« zeheure Schnelligkeit ber Entwicklung hatge- meinfame Linie, soweit sie überhaupt existim-- mer wieder unterbrochen. Don ber Battery, bem südlichsten Punkt Ist! Manhattan, bie bas Herz Neuyorks ist, fh m mittelharten aus gegeben. Die Ausgabe >lgt in alphabetischer Reihenfolge bis eittschlieh Dienstag nächster Woche. sich ben?en fann °die man . welche Don^möb"™' einr7^6turnglg^9eenft^^l^=' Hd) öenfen kann. Olm» Srfmutrf — 1 ben, Hausgeräten unb Requisiten aller Art zu einem guten und erfolgreichen Film gehören? Vom IbÄS °mub°'üb°7"j°n°-'°Lr man sich fflr den letzten Ä »= »-„SCT'X■$ SS SÄSÄÄäÄTiS-1 Neurecelung des Ladenschluffes. Anpassung der bisherigen Vorschriften an die gegenwärtigen Verhältnisse. Die Auswirkungen des Krieges haben vielfach die Inhaber von Ladengeschäften veranlaßt, wittkürlich Verkaufszeiten zu bestimmen. Dadurch sind eine Jveitye von Unzuträglichkeiten, insbesondere für die Hausfrauen und die arbeitende Bevölkerung entstanden. Es erschien daher der Reichsregierung not« wendig, die bisherigen gesetzlichen Vorschriften über den Ladenschluß den gegenwärtigen Verhältnissen anzupassen. Infolgedessen erging die Verordnung bes Reichsarbeitsministers über den Ladenschluß Dum 21. Dezember 1939. Dadurch wird es ermög- Verkaufszeit -n ^en gäben zweckmäßig zu gestalten unb der Bevölkerung die Erlebigunq der notwendigen Einkäufe zu erleichtern. neue Verordnung gcht davon aus, daß die ^erhaltnlsse, die für die Gestaltung bes Laden« L fs Kriege maßgebend fein müssen, inner« baTb bes Reiches völlig verschieden sind. Eine ein« delmche gesetzliche Regelung für bas Reich kam deshalb nicht m Betracht. Die Verordnung schasst daher bie Möglichkeit, durch behördliche Anordnung ^r einzelne Bezirke. Verkausszetten festzusetzen. Gleichzeitig werden die Labeninhaber verpflichtet, --lauschen. Die Riefenformate ber Z n liegen auf Kirchenbänken und ruhen. Sie n OJL-iport einer Anzahl (Nachdruck verboten.) H Fortsetzung. Mit dem Treudienst Ehrenzeichen auSgeze chnet. Der Führer hat das Goldene Treudienst-Ehren- Zeichen für 40jährige treue Dienstzeit dem Justiz- inspektor Karl Heutzenröder in Grimberg und den Justizsekretären Otto G u t j a h r in Gießen und Johannes Gottfried Seibert in Homberg verliehen. Die Ehrenzeichen wurden den verdienten Beamten durch die zuständigen Behördenleiter tn feierlicher Form überreicht. Beim Landratsamt in Gießen wurde der Verwaltungsobersekretär H a s e n z a h l für 40jährige Treue im Dienst mit dem goldenen Treudienstehrenzeichen bedacht. Für 25jährige Treue wurden der Verwaltungsamtmann Ewald, der^ Kreiskassen-Ober- inspektor Mank, der Kreisverwaltungsobermspek- tor Höll, der Kreisvollziehungsbeamte Schade und der Verwaltungsangestellte Gengnagel aus- gezeichnet. Den verdienten Beamten wurden Die Auszeichnungen durch den Landrat Dr. Lotz in schlichter Feier überreicht. Bei der Polizeidirektion Gießen wurden der Der» waltungssekretär Friedrich Rühl und der Polizeibüroassistent Heinrich Ludwig für 25jährige treue Dienste mit der gleichen Auszeichnung geehrt. Tagung der Aussteliunqsgeflügelzüchter. Der [Mhte ülann fütBMcnbof Roman ooniriMetW CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W SS Etädtespiel Wetzlar - ließen 9:3. Das zu Gunsten des WtzW. »en Neujuhr-t-g angesetzte Spiel der beiden^ Stadtemannschasten endete mit dem obigen Sieg für die Wetzlarer Vertretung. Näherer Bericht folgt. Nur ein Spiel in derHandball-Gauklaffe Bei den Handballern sind gute Platzverhältnisse stets die Vorbedingung für die programmgemäße Abwicklung der Rundenspiele gewesen. Diese Vorbedingung war nickt gegeben. Das war auch der Grund, weshalb diesmal wieder zwei Spiele ab- Wball zur Jahreswende 3m Kampf um die punkte. nennstu dein Benehmen Luise gegenüber — he? Als dSchmerzen hattest, war Luise neben dir, und eoar dir recht. Weißt du, was sie tut? Vom Morgcbis zum Abend sitzt sie im Büro und er« ledigt ine Arbeiten, plackt sich für dich, reibt sich auf, kitt, du dich späterhin nicht überanstrengen sollst, h wette, sie Nimmt die Nacht mit zu Hilfe. Verstc du überhaupt, was es heißt, eine Fran rare He zu haben? Keine Ahnung hast du, wahr- haftiaran sollte dich zum zweitenmal das Spalier bis urs Dach hochjagen." Kl'sa steht t)or feinem Bett und schüttelt wüte ihre Fäuste. Sie messen sich mit feindseligen Blick wie se etwa V^-stündtge Drangperiode überstand ie Hintermannschaft der Gäste. Dann sanden fid die „Teutonen", gingen aus der Bei> teidigung am Angriff über und schufen vor des Gegners 2r gefährliche Situationen. Ueberraschend gingen dar die Platzbesitzer in der 25. Minute in Führung, ö. Häuser und Harnisch (2) stellten bis zum Hcübitpftff das Resultat auf 3:1. Bei drüender Ueberlegenheit der Gastmannschaft ging das Piel nach Seitenwechsel weiter. Fett und Buß stanin fast stets auf der Mittellinie. Schmitt und K. Ä«r erhöhten auf 5:1. Durch körperliche Härte vernderte Ehringshausen eine höhrer Niederlage. bch diesem Spielsonntag sind die „Teutonen noi die einzige Mannschaft der Gruppe, die 1 ohne Berstpunkte ift n Höhepunkt zu erreichen, war diesmal ent- r.nb dem Ernst der Zeit alles ruhig und still. ■uer Silvester-Feuerwerk war aus durchaus ver- ^""^cdlichen Gründen durch behördliche Anordnung ■^unterbunden, und dazu zeigte die Bevölkerung tn anerkennenswerter Weise die Disziplin, den Jahreswechsel so würdig und auf die Größe unserer Zett ausgerichtet zu begehen, wie es für jedermann selbstverständlich war. Daß in dieser Stunde des Jahreswechsels alle Gedanken und herzlichen Wunsche be- sonders unseren Soldaten an der Front gatten, namentlich in den Familien, die Vater, Sohn, Bruder oder sonstigen Anverwandten draußen haben, war das besondere Kennzeichen dieser Stund^, daneben aber galten natürlich alle guten Wunsche in dieser Kriegssilvesternacht dem vollen Steg und dem Wohlergehen unseres Volkes und Vaterlandes. Adalbert Bindewald f. Am 29. Dezember ist der Grobhandelsvertreter und vereidigte Dolmetscher Adalbert Binde mal o, ein geborener Gießener und ein« in wetten Kreisen bekannte PersöMichkeit an einem Herzschlag verstorben. A. Vindewald war von Beruf Kausmann und als solcher durch seine Tüchtigkett, msbefondere auch in der Beherrschung vieler fremden Sprachen, tn den Kreisen der Industrie und des Handels ein besonders geschätzter Mann. Seine ganze Liebe galt der körperlichen Ertüchtigung der Jugend, für_ bi« er immer fein Können und Wissen uneigennützig einsetzte. Seit 1882 gehört« er der Deutschen Turner- toaft an. Im Jahre 1885 beteiligt« et M an der Gründung des Männerturnvereins Gießen, der ihn in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannte. Seine Verdienste um die Förderung der deutschen Turnsache wurden durch die Verleihung der Lhrenbriefe des Tumgaues Hessen und oes Kreises 9 (Mittelrhein) der D. T. anerkannt. Bei Vorbereitung größerer Feste in Gießen hat er sich hervorragend beteiligt und er ist insbesondere durch seine vaterländischen Gedichte bei Ausgestaltung von Festschriften usw. hervorgtztreten. Während des Weltkrieqes 1914—1918 übernahm er das Amt des 1 Sprechers des MTV., das er bis zum Friedens- schluß inne hatte. Eine 57jähri>g« aftiue Turnerzeit hat durch seinen Tod chren Abschluß gefunden. Das Andenken an diesen deutschen Turner und Volksgenossen wird immer in hohen Ehren sortbestehen. 19 r im nii all so, Ir dik rei ori eck hi vei ein bei täi Pc tu fr in lic in tot er ruf Za j nal vo.