Fluß kommen Ob es sich hob ei um die Ab in Oer Piräus und die Insel Salamis und M i ß v e Unsere Aufnahme gewährt einen Ueberblick über die Lage der Stadt Piräus bei Athen, der zweitgrößten Griechenlands, und der aus dem Altertum berühmten Insel Salamis. (Scherl-Bildarchiv-M.) brungen, und weil dies der Fall ist, durchschaut man untfo leichter die Treibereien derer, die chre eigenen Felle fortschwimmen sehen. Botschafter Togo hat also in Moskau gute Vorarbeit geleistet, und sein Nachfolger Tatekawa findet eine neue Atmosphäre vor, für deren Beschaffenheit das Zeugnis keines Geringeren als des Ministerpräsidenten und Außenministers Molo, t o w angeführt fein mag. In seiner großen Rede im August erklärte Molotow, daß er eine fühlbare Entlastung der gegenseitigen Beziehungen feftftellen könne und daß „bei Anerkennung der gegenseitigen Interessen sowie unter der Voraussetzung, daß gewisse bedeutungslos gewordene Hindernisse aus dem Wege geräumt werden, eine Besserung der Beziehungen verwirklicht werden kann." Nun, diese „bedeutungslos gewordenen Hindernisse" sind inzwischen weitgehend aus dem Wege geräumt, und der Ausgleich hatte einige weitere kräftigere Schritte vorwärts getan, als Molotow mit dem scheidenden Togo auf die Verständigung anstieß. Tatekawa hat inzwischen sein Beglaubigungsschreiben überreicht, und die weiteren Verhandlungen dürften sehr bald änberung ober Aufhebung überalterter unb unan- menbbar geworbener Abmachungen und Verträge und um die Abgrenzung der Interessensphären handeln, ober in welche Form immer die Verständigung gekleidet werden wird, ist relativ unerheblich gegenüber der Tatsache, daß man auf beiden Seiten au einem ständigen, gutnachbarlichen, I a freundschaftlichen Verhältnis kommen will. Dieser Wunsch besteht gleichermaßen auf beiden Seiten, wobei beide Seiten von der Erwägung des größeren Nutzens ausgehen. Wie steht Moskau demgegenüber im Verhältnis zu den angelsächsischen Staaten? Nach dem Abschluß des Drei er pattes ist in der Welt viel von einer Aktion des amerikanischen Botschafters Steinhardt die Rede gewesen. Er hatte sich anscheinend selbst nicht viel davon versprochen, denn über die Ankündigung durch eine gewisse Weltpresse hinaus ist dabei bisher nichts herausgekommen. Moskau sieht zwar die Köder, die in Neuyork und London ausgeworfen werden, aber es stellt auch fest, daß die diskriminierenden Bestimmungen im amerikanischen Außenhandel nicht ausgehoben werden, daß England aber trotz aller „Liebe" sich noch nicht einmal in der Frage der baltischen Guthaben zu einem Entgegenkommen aufraffen kann. Da in Moskau aber noch Realpolitiker sitzen, suchen sie ihr Verhältnis zu den Dreierpaktmächten immer sicherer zu gestalten. Griechenland, Flugzeugträger der britischen Luftwaffe Annahme von ttmetoett für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desBormittagS An^eraen-Pretfe: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite» TenreU 50 Rvf. te mm bei 70 mm Beilenbrcttc Nachlässe: Diederbolung Malftaffel I Abschlüsse Mengenitasiel B Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25'/«» mehr Was ist Englands Garantie wert? Wie wir hier schon dargelegt haben, ist England auf Grund seiner eigenen Garantie zur sofortigen Hilfe für Griechenland verpflichtet. Nun haben alle englischen Garantieerklärungen wohlweislich eine Eventualklausel, die jeweils besagt, daß die angebliche englische Hilfe „nach Möglichkeit, „nach Maßgabe der verfügbaren Kräfte" ober unter einer ähnlichen Einschränkung erfolgt. Auf biese Weise hält sich Englanb grundsätzlich in allen solchen Fällen eine Hintertür offen, um sich seinen Verpflichtungen in jedem beliebigen Augenblick entziehen zu können. Die Frage, ob und wieweit England überhaupt in der Lage ist, seine Garantieverpflichtung gegenüber Griechenland zu erfüllen, hängt naturgemäß in erster Linie von seiner Lage in Aegypten ab. Es siyd im großen und ganzen nur zwei Möglichkeiten denkbar: Die eine besteht darin, daß England ausreichende Truppenkontingente aus der ägyptischen Front herauszieht und nach Griechenland zu werfen versucht; das ist um so weniger anzunehmen, als ja Englands Stellung am Sue^kanal geradezu entscheidend für den Bestand seines Weltreiches ist unb als ja außerbem General W a v e l l ben englischen Kriegsminister Eben nicht bar üb er in Zweifel gelassen hat, baß er seine 260 000 Mann ohnehin nicht für ausreichend hält. Die zweite Möglichkeit würde eben darin bestehen, daß England die Griechen ohne Rücksicht auf seine Garantieverpflichtung ebenso im Stich läßt, wie feine übrigen Bundesgenossen. Es läßt sich heute selbstverständlich noch nicht übersehen, ob England willens und in der Lage ist, irgendetwas für Griechenland zu unternehmen. Es handelt sich für England durchaus nicht nur um eine militärische, sondern — angesichts des vorangegangenen Falles Norwegen — mindestens Rußland und Japan Von unserem ^.-Berichterstatter kau Ruhe und Gelcssenhett. Nichts — auch nicht bas Geringste deutel tkirauf hin, daß Moskau sich bedroht fühlt. Imme von neuem sagte es die Sow- jetpresie mit aller Leullichkeit, daß die Neutralität den Eckpfeiler der Ganzen russischen Politik bildet, und man kann es n 5 bezeichnend ansehen, daß die „TASS" noch rniis zuvor gezwungen war, soviel sensationelle Aufbauschungen unb reine Er- finbungen ber gegnc sichen Blätter zu dementieren, wie gerade in diese Zeit. Unbeirrt um alle Sirenenrufe a.is London setzt man in Moskau seine Holitik des Ausgleichs u n d d e r B e r e i n i ' ’ ~ ' Rom, 31. Okt. (Curopapreß.) Ein Ueberblick über das politische Panorama der von Griechenland provozierten Auseinandersetzung ergibt, daß Griechenland heute ebenso wie England isoliert ba= steht, stellt Gayda im „Giornale b'Jtalia" fest. Von Eryzland komme Unterstützung nur in Form der Zettungs- und Rundfunkpropaganda, und sogar ber britische Bombenabwurf auf ben Griechenland sehr naheliegenden italienischen Stützpunkt Stampe« l i a sei nur eine englische Erfindung, denn weder englische Flieger noch englische Schiffe hätten sich dort gezeigt. Die ganze tatsächliche Hilfe Englands bestehe nur im Au siegen einiger Minen durch kleinere englische Schiffe, die schon vor Beginn des Krieges auf dem Posten waren. Mit solcher Hilfe könnten tue Griechen das italienische Vorgehen gewiß nicht aufhalten „Popolo di Roma" stellt fest, daß mit dem Aus- bau der griechischen Luftwaffe erst im Jahre 1939 begonnen worden sei. Sitz des Generalstabes der .griechischen Luftstreitkräfte sei Phake» r o n. Die Hauplflughäfen dzw. Flugplätze befänden sich in Phaleron, Tatoi, Larissa und Saloniki. Es ständen Ausklärunas-, Jagd- und Bombenflugzeuge französischer, englischer und polnischer Typen zur Verfügung, lieber die zahlenmäßige Stärke und über die Leistungsfähigkeit der griechischen Luftwaffe lägen keine zuverlässigen Angaben vor. Griechenland' besitze nur eine einzige große Flugzeugfabrik und Ausbesserungswerkstätte in Phaleron. Beachtlich sei, daß Griechenland ein Netz von etwa sechzig Luststützpunken und außerdem zahlreiche Hilfsplätze für Notlandungen angelegt habe, die sich auf das ganze Land vom Norden bis nach Kreta verteilten. Angesichts der geringen Stärke der griechischen Luftwaffe sei es klar, daß dieses ausgedehnte Netz von Stützpunkten für die Luftwaffe des verbündeten England vorgesehen worden sei. Griechenland sei also für England eine 21 r t gewaltiger Flugzeugträger, ber für Angriffe auf Italien bestimmt sei. Durch 2lnlage von Luftstützpunkten in Albanien, in Südost-Jtalien, in der Cyrenaika und im Dodekanes habe aber Italien diesen Flugzeugträger eingekreist. . „(Sortiere della Sera" berichtet, daß sich die tta- lienischen Flieger einer Luftwaffe gegenüber sahen, die in ihrer ganzen Organisation, mit ihrem Material unb in ihrem ganzen Anlageplan in keinem Verhältnis zu ben tatsächlichen Verteibigungsbe- Moskau, Ende Oktober 1940. Die Haltung ber Sovjetunmn nach dem Abschluß des Dreimächtepakts von Berlin ist in ber englischen unb ber in ihem Kielwasser segelnben amerikanischen Presse inmer roieber Gegenstand langatmiger Betrachtung«!, eingehender Ueberle- gungen unb weitausholeider Untersuchungen gewesen. Tonnen von Paper sind verschrieben unb die gebulbige Drucker sch wirze ist zentnerweise verspritzt worben, ohne daß itirh ben intriganten Auffassungen biefer politischn Wettermacher Rußlanb in bem Pakt eine Spitze gegen sich selbst sehen würbe unb nunmehr hit wehbnben Fahnen in bas Lager ber Gegner hiiüdergewechselt märe. Als befonbers „natirlich" würbe ber Antagonismus zwischen Mosko unb Tokio angesehen, der nunmehr nach den I: entionen der Leute, die im angelsächsischen ßager das Gras wachsen hören, mit Dotier Kraft zum lsusbruch hätte kommen müssen. Was Spürsinn mo Erfindungsgeist vermögen, ist von all den berufnen unb unberufenen politischen Jllusionspropa^anbisten auf ber anberen Sette an bem Verhämis zwischen Rußlanb unb Japan herumgebokter worben, um zu beweisen, daß ber Gegensatz unüberbrückbar unb zutiefst verwurzelt, baß ein A sgleich und eine Verständigung geradezu ausge.hlossen und ein Krieg naturgegeben sei. Man gl,übte Moskau fuggeneren zu können, wieso es Tltto nicht trauen könne, weshalb Japan nur Veicat sinne unb wo unb wann Rußlanb schließlich oon biesem bösen Nachbarn überfallen werben rürbe. Man phantasierte unb bog bie Wahrheit im, ober log einfach munter drauf los, um ber verzweifelten Anhängerschaft ■ ein Bild vorzugaukeU, bas in Wirklichkeit gar nicht vorhanben ist. Denn während dieses ganze aufgeregte Gebaren in t»r angelsächsischen Presse ber Welt präsentiert rotrbe, bewahrte man in Mos- Erscheim täglich, aufcet Sonntags unb feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat miBild DieScholle- Monats-Bezugsvreis r Mit 4 Beilagen RM.1.95, Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei Nickterscbetner von einzelnen Nummerr infolge höherer Gewal Fernsvrechanschlnk 2251 Drahtanschrift:,,Anzeiger^ Postscheck 116s« Franks. M retntgung alter Gegensätze rstündNisse fort unb läßt nur immer von neuem rkennen, baß man keineswegs die unreblichen Al'ichten unb Eriegsausmeitenben Hintergrünbe Übersicht, bie hinter bem angelsächsischen Liebeswe n stecken. Eine zwar kleine unb aus dem großen Rehmen ber russischen Verstäubt- gungspolitik gegenüber Japan nicht herausfatienbe, aber in biesem Zusammenhang boch besonders bezeichnende Tatsache mag hierbei erwähnt werben: Es war gerade in jenen Tagen, als England unb insbesondere auch Amerika baran gingen — allerdings auch jetzt nur zögernb und vorsichtig tastend — Rußland verständlich zu machen, daß sie unter gewissen Voraussetzungen bereit wären, an einen Abbau bei alten Methoben ber Distriminierurig, ja ber Diffamierung bes russischen Außen- Handels zu denken _ just in biefen Tagen war eß, als ber alte japanische Botschafter in Moskau, Togo, bie Stätte seines jahrelangen unb erfolgreichen Wirkens verließ und aus diesem Anlaß bei einem großen Abshjedsempfang mit Molotow auf die russisck,japanische Derstanbi- g u n a trank. Dieser symbolische Akt der Ausgleichungsberett- schaft zwischen bei, beiden großen Staaten unb Völkern bes Ostens bildet den Abschluß ber Moskauer Tätigkeit faeses japanischen Botschafters, der nunmehr von einem Jüngeren, bem General Tatekawa, ab&löft würbe. Es ist noch nicht lange her, daß b(tS russisch-japanische Verhältnis sozusagen aus bes Messers Schneide stand. Aber die Zett, die tm fernen Osten ein anderer Begriff ist als in Europa, )at manche Wunde geheilt, trotz aller Spannungen und Gegensätze wurde bie Verbindung zwischen Moskau und Tokio nicht nur wlederhergestellt, sondern in der Folge auch immer mehr verstärkt, unb wenn man noch heute in England und Amerika ÜUf ben allen überlebten Vorstellungen von be»- „von vornherein vergifteten Atmosphäre" fußt, >>ie sozusagen eo ipso eines nicht fernen Tages zur (jnüabung führen müsse, sowie auf ber Unmenge ber Konfliktstoffe, bereu jeder einzelne nach ber Auffassung dieser Superklugen den 2lusbruch eine ^rieges „rechtfertigt", so beweist man damit nur zweierlei: Daß man den Geist der Zeit nicht versieben hat, der neuen Zeit, die aud) in den jungen zwischen Moskau unb Tokio begonnen ha»- ^nb weiterhin, daß man allzu gern einen Kriec^^nd auch im Fernen Osten provozieren möchte, um beide Gegner zu schwächen und an diesem Fe^r sein eignes Süppchen zu kochen. Tatsächlich weist heute in ben Beziehungen zwischen Moskau uilb Tokio nichts mehr auf den alten Geist Hin, ben Geist von Tachan-ku-seng, wo man sich mit 21rtillerie, unb Panzerverbänden ge- genüberftanb, ober b8n ber Amur-Inseln, wo man mit gewaltigen Tru^enverbänben aufmarschierte, um sich strategische 'Stützpunkte gegenseitig streitig zu machen. Und we^ bie Gegenseite heute wieder diesen Geist zu beschwören sucht, so erntet sie sowohl in Moskau, als aud) in Tokio nur ein ver- öcblliches Lächeln bafiL Die Gegensätze sind Zug um Zug au geräumt, man unterstreicht nicht wehr das Trennende, sondern sucht Jas Perbindende. Man weiß, baß man uniei ber Konzeption der großen Wirtschaftsräume fteLt, bjc für beide Länder Lebensräume sind. Tlan jucht deshalb, gut miteinander auszukommei, unb raumfremde Einflüße fernzuhatten. Bon bie-tr Auffassung ist man durch- YMlsche HmDtrfhätsbnderti H. taagt General-Anzeiger für Oberhessen 7-9 bürfnissen eines Landes wie Griechenland stand. Griechenland stand in seiner mllitärischen Vorbereitung ganz unter Londons Befehl. London hatte dabei darauf hingearbeitet, im Ernstfälle das Land zu seiner mllitärischen Großbasis und seinem Versorgunasstützpunkt zu machen. Nicht weniger als 3 0 0 0 Treibstoff - unb Oel- lager für Flugzeuge unb für Kriegsschiffe würben in ben letzten Jahren angelegt. Sie sollten ein so großes Heer unb eine so große Flotte ausrüsten, wie sie Griechenlanb niemals haben konnte. Wie bie Agentur Colonie feststellt, wirb ber Konflikt mit Italien Griechenlanb auf bie Dauer nicht geringe Versorgungsschwierigkeiten bereiten, ba es im letzten Jahr über ein Drittel seines Bebarfs aus Italien bezöge n habe. Aus Großbritannien kamen 12 o. H. ber Einfuhr, unb 7 v. H. mürben aus ben Vereinigten Staaten eingeführt, 3,5 o. H. würben aus Argentinien bezogen Durch ben Konflikt ist jebe Bewegung durch das Mittelmeer unmöglich gemacht worden. Ebenso werden die Käufe in Rumänien in Frage gestellt. Griechenland ist besonders für die' Getreideversorgung auf das Ausland angewiesen. Wand erkennt den Ernst her Laae. Madrid, 31. Okt. (Europapreß.) Wie Luis Calvo im „ABC" aus London berichtet, sind die Engländer sich heute über den Ernst der italienischen Angriffe auf Griechenland unb feine Folgen klar geworben. Sie sähen ein, baß nun bie britischen Stellungen im Nahen Orient, bie P e - troleumfelber unb ber Suez-Kanal g e - f ä t) r b e t seien. Kreta sei der Schlüssel zum Nahen Orient und selbst wenn es keine besondere britische Garantie für Griechenland gebe, müsse Großbritannien jetzt kämpfen. Die Verschie- bungstaktik habe jetzt ausgespielt, die bisher immer das Kennzeichen der englischen Politik gewesen sei. Der „Daily Heralb" schreibt: „Wir werben Griechenland retten. Aber bie Italiener, bie mit ihren Truppen von Albanien her einbringen unb bie ihre Versorgungsbasis in nächster Nähe haben, befinden sich in einer sehr starken Stellung. Wir bürfen beshalb keine Versprechungen abgeben ober ben Einbruck erwecken, daß unsere Hilfe für Griechenlanb schneller entscheibenb wirkt, als dies zur Zeit möglich ist. ßeitenbe britische Staatsmänner hielten tollkühne Reden über bie Schnelligkeit unb Grünblichkett, mit ber wir bie Deutschen aus Norwegen vertreiben würden. Wir mußten die Erfüllung dieser Versprechen vertagen, und unsere Schreierei ließ uns verrückt erscheinen. Wir sollten alle unsere Versprechungen einlösen, aber dieses Mal sollten wir nicht prahlen. Laßt Taten sprechen. Auch sollte nicht wieder halbe Arbeit getan werden." Oer Kalamay-Fluß im Epirus erreicht. Der italienische Wehrmachtbericht. Rom. 31.0kl. (DRV.) Der italieuische Vehr- machtberichl vom Donnerstag hat folgenden t- taut: Unsere Einheiten haben in Fortsetzung des Vormarsches im Epirus den Kalamay-Fluh an verschiedenen Punkten erreicht. Die ungünstigen Wetterverhältnisse und die vom Feind bei seinem Rückzug vorgenommenen Unterbrechungen verlangsamen die Bewegungen unserer Truppen nicht. Unsere Luftwaffe hak nach Ueberwindung widriger Wetterverhättnisse und der lebhaften feindlichen Luftabwehr den Hafen von Patras bombardiert und vollbesetzte feindliche Truppentransporte sowie die Basis von Le- panto, griechische Truppenlager am Met- z o v o und bedeutende Verteidigungsanlagen. und Straßenkuolenpunkte im üalamay-Tal bombardiert. Ein von unseren Jagern angegriffenes feindliches Flugzeug wurde abge- schosjen; eines unserer Flugzeuge ist nicht zurück- gekehrt. 3n Ostasrika ist eine halbmotorlsierte Kolonne bei einem Vorstoß auf Gadurra (Kenya-Grenze) unter Verlusten für den Feind zurückgeschlageu worden. Unsererseits keine Verluste. Feindliche Flugzeuge haben Bomben aus Buna, Massaua, Lugh, Ferrandi, Eheren und Berbern ab- geworsen und dabei insgesamt fünf Tote und 16 Verwundete, davon 13 unter der Eingeborenen- bevölkerung, verursacht. Weitere Luftangriffe auf El Uak unb Sarbo haben weder Schäden noch Opfer zur Folge gehabt. Geringe Mionsfähigkeit der hntlschen Sol?. Rom, 1. Nov. (Europapr.) „Die englische Flotte ist durch bie Achsenmächte außer Gefecht gesetzt worben", erklärt „Teuer e", unb tut bamit bie von ber englischen Propaganda verkündete Absicht angeblicher Landungen in Deutschland und Italien sowie einer Besetzung Siziliens oder Griechenlands als „lächerliche britische Llussprüche" ab. Das ganze westliche Mittelmeer könne heute England nichts mehr nützen, weil gute Stützpunkte für England fehlen, und zwar dank der unausgesetzten Tätigkeit der italienischen U-Boote unb Flieger, bie in biesem Abschnitt bie Herrschaft haben. Nur im östlichen Mittelmeer könnten sich noch einige englische Flotteneinheiten unter bem Schutz ber auf Cypern und in Aegypten stationierten Flieger halten. Aber auch von bart könne man kaum englische Angriffshandlungen erwarten, weil bie Stellungen Italiens auf Rhodos, auf den Inseln im Dodekanes und Libyen zu solide seien, um die geringste Wahrscheinlichkeit für einen englischen Handstreich zu bieten. Die Engländer könnten ja nicht einmal den Vormarsch der Italiener in Aegypten aushalten. Da vom Nordkap bis zur Biskaya die Deutschen die Herrschaft ausübten, bleibe für bie englische Flotte vielleicht nur noch bas wenig aussichtsreiche Tätigkettsfelb in der ausgedehnten Wasserwüste bes Atlantik übrig. 190. Jahrgang Ht.2^9 jmfa L vj Q zreitag,!.November 1940 GiehMAnMer - schen U-Boote und die deutsche Luft- waffe bedeutend überlegen seien. Mit Hilfe der Luftwaffe könnten die Routen der Geleitzüge und der Zeitpunkt ihres Auslaufens aus den Häfen leicht feftgeftellt und ihre ständige Beobachtung durchgeführt werden. Die Häfen der west- ranzöfifchenKüfte stellten günstige Stützpunkte für die deutschen U-Boote bar, und das Vorhandensein der Luftwaffe und ihrer Stützpunkte in der Nähe des Tätigkeitsgebietes der U-Boote erleichtere ihre gemeinsamen Schläge gegen die Handelsschiffahrt des Gegners. Nach weiteren allgemeinen Ausführungen über die Taktik bei Angriffen gegen Geleitzüge kommt das Blatt zu dem Schluß, daß hn Kampf mit GelsttFÜgen Gegenwart und Zukunft den gemeinsamen Aktionen von U-Booten und Luftwaffe gehörten. Der Führer empfing Prien. Berlin, 31.Ott. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing heute den erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten _ der Kriegsmarine, Kapitänleutnant Prien, und überreichte ihm als fünftem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Die nächtlichen Vergeltungsflüge gegen England in verflärklem Umfange fortgesetzt. ebenso sehr, wenn nicht gar in noch weit höherem Grade um eine Prestige angelegenheit, deren Be- Handlung durch die Regierung Churchill von aus- schlaggebendem Einfluh aus die Beurteilung Eng- lands durch die übrige Welt werden mühte. England hat in Griechenland noch weit mehr zu verlieren als seiner Zeit in Norwegen. In jedem Fall hat England Griechenland in die jetzige Situation hineingebracht, obwohl es seine eigene feste Bindung in Aegypten genau kannte. Was da noch die Uebernahme der .^Leitung" eines englischen Griechenlandunternehmens durch den Mann von Gallipoli, Herrn Churchill, bessern könnte, ist völlig unerfindlich. Unterdessen zeichnet es sich noch deutlicher als bisher ab, daß die ganze bisherige Aktion Englands in Griechenland so gut wie ausschließlich daraus hinauslief, diesen armseligen Staat überhaupt in den Krieg hineinzubringen, ihn kämpfen zu lassen, nicht aber s e l b st ein größeres Risiko für die eigene Sache einzugehen. Gern ist man in London bereit, die griechischen .Flottenstützpunkte für eigene Zwecke auszunutzen. Aber schon auf dem Gebiet der Luftwaffe verweist man in London aus die Schwierigkeiten des Gebirgsgeländes und auf den Mangel an genügend ausgebauten modernen Flughäfen. Tatsächlich dürfte es also nach menschlicher Voraussicht darauf hinauslaufen, daß das griechische Landheer entsprechend den seit Monaten ausgearbeiteten englischen Plänen allein die Last des Kampfes im wesentlichen zu tragen haben wird. Diesem griechischen Landheer aber bescheinigt man gleichzeitig in London, daß es „nicht erstklassig" ist und „sich keineswegs gegen eine moderne Armee halten kann". So sieht der verräterische Hintergrund aus, vor dem die Telegramme Churchills und des englischen Königs nach Athen geschrieben wurden! Für Griechenland selbst hat sich in dieser Zeit wie für jeden anderen Staat in Europa die Frage gestellt, ob es für oder gegen Europa ist, in dem es keine englische Vorherrschaft mehr, wohl aber Sicherheit, Ordnung und eine friedliche Aufwärtsentwicklung für jedermann geben wird. Grie- chenland hat diese Frage trotz aller seiner verhängnisvollen Erfahrungen mit England nicht im griechischen, nicht im europäischen, sondern im rein englischen Sinne beantwortet, ein kaum glaubliches Beispiel von politischer Blindheit. Seine führenden Männer haben sich als unfähig erwiesen, auch nur die primitivsten Forderungen aus dem bisherigen Kriegsverlauf zu ziehen. Nun wird Griechenland — auf dem Posten eines der vielen von Ena- land verratenen Trabanten einen kostspieligen Nach- Hilfeunterricht für seine leichtfertige Verranntheit hinnehmen müssen. Es hat inzwischen schon aus Amerika erfahren müssen, daß die militärischen Fachleute der USA. Griechenlands Lage selbst bei einer englischen Hilfe als so gut wie ausfiastslos ansehen. B. R. Zusammenarbeit mit Deutschland. Marschall PLtain über seine Begegnung mit dem Führer. Genf, 31. Okt. (DNB.) Der französische Staatschef Marschall P 6 t a i n wandte sich in einer Rundfunkansprache an die französische Bevölkerung. Er betonte, daß die erste Begegnung zwischen dem siegreichen Führer Deutschlands und ihm als Vertreter des besiegten Frankreichs das erste Kennzeichen für die Wiedesaufrichtung Frankreichs bedeute. Er habe aus freien Stücken der Einladung des Führers Folge geleistet. Bei dieser Besprechung sei die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern ins Auge gefaßt. worden. Er habe das Prinzip für dieses Zusammenwirken angenommen, die Einzelheiten dieser Zusammenarbeit würden aber später erörtert werden. Der Marschall forderte alle Franzosen auf, Vertrauen zu seiner Führung zu haben. Im Rahmen der konstruktiven neuen europäischen Ordnung betrete er den Weg zur Zusammenarbeit. „Wie Dünkirchen!" Ein Augenzeuge über die Wirkung der Bombenangriffe auf London. Brüssel, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ein Einwohner von Dünkirchen, der im Juni als verwundeter französischer Soldat nach England verschleppt worden war, und dem es jetzt gelungen ist, von der britischen Insel zu entfliehen und in seine Heimat zurückzukehren, be- richtet: ,Zch habe die britische Hauptstadt am 26. Oktober zusammen mit 44 anderen Kameraden, die ebenfalls nach ihrer Verwundung im Juni nach England gebracht worden waren, verlassen. Eine französische Jacht beförderte uns nach Cherbourg. Das Leben in London wird unhaltbar. Die gewaltige Stadt sieht heute schon unter Berücksichtigung der verschiedenen Größenoerhältnisse wie Dünkirchen aus. Ueberall sieht man nichts als Trümmerhaufen. Die Angriffe der deutschen Luftwaffe verursachen Tag und Nacht gewaltige Schäden und zwingen die Bevölkerung, sich in die Keller zu verkriechen." Deutsche ll-Voote und Luflwaffe bedeutend überlegen. . Ein Urteil des sowjetrussischen Marineblattes. Moskau, 31. Okt. (DNB.) Das fowjetrussische Marineblatt „K r a s n y Flöt" beschäftigt sich m einem Artikel mit dem Krieg der U-Boote, und Flugzeuge gegen Geleitzüge. Nach einem Hinweis darauf, daß von den von U-Booten während des ganzen Weltkrieges versenkten 13,2 Millionen Bruttoregistertonnen Handelsschiffsraum 8,5 Millionen Bruttoregistertonnen auf Rechnung der deutschen U-Boote kommen, stellt das Blatt fest: Die Tätigkeit der U-Boote gegen Geleitzüge während des Weltkrieges zwinge zu der Schluh-- folgerung, daß die U-Boote unbesiegt geblieben seien und von irgendeinem „Triumph des Geleitzugsystems" keine Rede sein könne. ,Krasny Flöt" beschästtgt sich dann mit dem G e - leitzugsystem im gegenwärtigen Krieg und gibt der Ansicht Ausdruck, daß seine Verwirklichung durch die ungeheuere Zahl von Transporten nach England und die weiten Verkehrswege der englischen Schiffe erschwert werde. Das habe zur Folge, daß die Handelsschiffahrt (gemeint D die englische) ungeachtet des Geleitsystems bedeutende Verluste durch U-Boote und Flugzeuge erleide. In seinen weiteren Ausführungen hebt das Blatt die Verbesserung der technischen Ausrüstung der U-Boote und die Zusammenarbeit zwischen U-Boot und Lust, wasse hervor und stellte dann fest, daß bie beut- Der Webrmachtbericht vom Donnerstag. Berlin. 31. Ott (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Vergeltungsangriffe auf London und auf kriegswichtige Ziele in Mittel- und Dest - England wurden fortgesetzt. Dabei gelang es vor allem ein Werk der FlugrÜstungsindustrie. eine Fabrik in der Nahe von Sheffield und ein Truppenlager schwer zu beschädigen. 300 Kilometer westlich von Irland versenkte ein ' lugzeug durch Bombentreffer ein Handels- chiff von 5000 Tonnen. 3m Laufe des Tages kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen. Die nächtlichen Vergeltungsflüge gegen England nahmen in verstärktem Umfange ihren Fortgang. Zu beiden Seiten der Themse konnten in den 3 n - dustrie - und Dockanlagen Explosionen und Brande beobachlel werden. Weiter wurden Häfen an der britischen Westküste und Rüstungszentren (PK.) . . 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Schon seit lagen spürten wir alle, daß etwas besonderes in der Lust lag. Nachmittags kam dann endlich der erwartete Startbefehl. Die Männer unserer Staffel blickten sich vorständnisvoll an. Angriff auf einen englischen Nachtflughafen. Angriff auf startbereite englische Maschinen, die noch in der gleichen Nacht ihre Ueberfälle auf das Ruhrgebiet oder auf die Reichshauptstadt vollführen sollten. Jede Kette hat ihr Ziel, ihr eigenes Ziel, ihren Feindflughafen, den sie zerstören soll. Im Fluge g-eht es über den Kanal, bann über englisches Land nach B. Zuwellen find aus den Straßen Kraftwagen oder Truppentransporte sichtbar. Obwohl sie diesmal nicht auf dem „Programm" stehen, werden sie mitgenommen. Das blitzschnelle Auftauchen der deutschen Maschinen hat sie alle so völlig überrascht, daß sie an Abwehr gar nicht denken oder viel zu spät hinter den deutschen Maschinen herschießen. Kurze Zeit später ist das befohlene Ziel schon erreicht. Gleich yinter dem Wald nach der Bahnabzweigung muß es liegen. Jetzt taucht auch schon der Beobachtungsturm des Flughafens auf. Die erste Maschine nimmt ihn unter Feuer. Dann rast fic auf die Flugzeughallen und Unterkünfte zu. Bis jetzt schießen die Engländer noch nicht. Also kamen wir völlig überraschend. Erst als die Som- gern abzusuchen und ihnen Hilfe zu bringen. Gerade biegen wir um das Kap herum, als wir sehen, daß die ganze Küste voller schwarzer Flak- Wölkchen hängt. Jäger stoßen aus den niedrig hängenden Wolken und jagen in Richtung England davon. Wir erkennen die Messerschmitt-Maschinen, aber die anderen dort müssen englische Jäger sein. Unten am Strand laufen Soldaten um ein abgeschossenes Flugzeug zusammen. Man erkennt deutlich die rot - weiß - blaue Kokarde. Ein englischer Jäger also. Etwa 300 Meter vom Strand treibend eine deutsche Maschine im Wasser. Nur die untere Seite einer Tragfläche mit dem deutschen Abzeichen ist zu erkennen. Vorpostenboote jagen herum. Irgendwo auf dem Wasser wird ein Signal geschossen. Was ist hier geschehen? Wir erfahren es erst Stunden später, als wir von unserem Einsatzflug in Wittel-England, vor allem Lovenlry, erfolgreich bombardiert. Feindliche Schnellboote versuchten bei diesigem Wetter sich der flandrischen Küste zu nähern. Marine-Artillerie nahm die Boote unter wirksames Feuer und zwang sie zum Abdrehen. Mit der Vernichtung eines Schnellbootes ist zu rechnen. Britische Flugzeuge flogen auch in der letzten Nacht in die westlichen Grenzgebiete des Reiches ein und warfen vereinzelt Bomben, die jedoch in freies Gelände fielen und dabei nur ein Hochspannungskabel durchschlugen. Der Gegner verlor gestern 13 Flugzeuge, davon 12 im Luftkampf und 1 durch Flak-Artillerie. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Dover erneut durch Fernkampfartillerie beschossen. Berlin, 31. Oktober. (DNB.) Fernkampfartillerie des deutschen Heeres beschoß in den frühen Rachmittagsstunden des 30. Oktober erneut den Hafen von Dover. Schwere SUenbahiiseWUe feuern gegen England. Eine gelungene Aufnahme vom Abfeuern eines unserer schweren Eisenbahngeschütze an der französischen Küste. — (PK.-Anbres-Presse-Bilb-Zentrale-M.) Mßi Dor dem Start nach Deutschland zerstört. Don Kriegsberichter Herbert Hartmann. Das ist Englands Ritterlichkeit. Von Kriegsberichter Harry Gehm. DNB.....1. Nov. (P. K.) Es ist der 26. Oktober kurz nach 13 Uhr. Wir befinden uns in unserem Seenotflugzeug auf dem Fluge über dem Kanal, um das Wasier nach notgelandeten Flieden gefallen sind und eine schwarze Rauchwolke den Erfolg unserer Bomben anjcigt, beginnen sie aus allen Katioern auf uns zu schießen. Inzwischen sind auch die anderen beiden Maschinen der Kette heran und werfen. Die Flak schießt nun von allen Seiten. Zuerst auf die erste Maschine, die inzwifchen etwas hochgezo-gen hat, um das Ausmaß der Zerstörung besser zu Überblicken. Dann fliegen die roten Bälle der 2-, unb 4-ew-Flak auf die anderen beiden Maschinen zu. Die griffen noch tiefer herunter, um dem rafenj&n Feuer zu entgehen. In niedrigster Höhe geht es über den Platz hinweg. Die Besatzungen spähen nach den startbereiten Maschinen. Dort hinten sichen sie. Getarnt. Mer aus so geringer Höhe für jeden erkennbar. Für Augenblicke heben sich unsere Maschinen etwas vom Boden ab, um über die Engländer hinwegzukommen und etwas Spielraum für den Bombenabwurf zu haben. Dann verschwinden sie hinter der nächsten Bodenwelle. Als der Staffelkapitän dann auf einem deutschen Einsatzhafen an der Kanalküste die Erfolgsmeldun- gen entgegennimmt, werden als Ergebnis dieser einen Kette 25 vernichtete ober schwerbeschädigte englische Kampfmaschinen festgestellt. 25 Nachtbomber, die gerade zum Start gegen Deutschland aufgefahren waren, die Maschinen in den Hallen nicht gerechnet. zurückkehren, und was wir erfahren ist erschütternd: Eines unserer deutschen Seenotflugzeuge, die ledialich die Aufgabe haben, über dem Kanal abgeschossene oder notgelandete Flieger — gleich, ob es sich um deutsche oder englische Flieger handelt — zu retten, ist von englischen Jägern angegriffen und abgeschossen worden. Aber nicht genug damit, die englischen Jäger haben auch bann noch auf b ie Besatzung b e s beutschen Seenotflugzeuges geschossen, als sie bereits hilflos im Wasser trieb. Das ist bie vielgepriesene englische Ritterlichkeit! Bei allen Kulturnationen ber Erbe gilt es als ungeschriebenes Gesetz, von bem Augenblick an vom Gegner abzulassen unb ihm sogar Beistonb zu gewähren, in bem er wehr- und hilflos aemorben ist. Nicht aber für die Royal Air Force scheint dieses ungeschriebene Moralgesetz zu gelten. Zwei deutsche Flieger, bie vorher butzenbe von Malen ihr Leben eingesetzt hatten, um anbere vor bem sicheren Tode des Ertrinkens zu bewahren. ■ ü- • A • Feder Wimpel el^ versenktes Schiff. Stolz wehen die Sieges-stmpel über dem Unterseeboot, und jeder von ihnq| zeigt die Tonnenzahl des versenkten Schiffes an. - RK-Dietrich-Scherl-M.) anben bei diesem feigen Überfall den Tod. Einer wurde durch Bauchschuß schw r verwundet, und nur der Flugzeugführer, ein 26jä)riger Feldwebel, kam mit einem Streifschuß davon plötzlich flimmerten de Tragflächen. „Wir befanden uns wenixI Kilometer non ber französischen Küste entfernt", o schildert uns Feld- webel H. wenig später den Ü berfall, „unb suchten bas Wasser unter uns ab ,'Dei Stunden waren wir schon in ber Luft, ba sah ich plötzlich von lmks vor mir brei Jäger aus bei niedrig hangenden Wolken herauskommen. Sie ?ogen genau auf uns zu. Gleich darauf flimmerte <9 auf ber Tragfläche meiner Maschine, unb klein? Wölkchen hingen daran. Da knackte es auch fdon in den Motoren. „Feindliche Jäger vor links schießen auf uns!" schrie ich Sei Kommandant des Flugzeuges, Leutnant W., de' bis dahin auf bem Bauch in der Bugkanzel gelegen hatte und durch das Glasfenster das Wasser -mter uns absuchte, prang sofort auf. Da kam atd) schon ber zweite Jäger unb harkte mit feinen MG s durch unsere Maschine durch. bin getreten!" horte ich einen Aufschrei unb sah gleichzeitig neinen Leutnant zu- ammensinken. Instinktiv legte ich meine Maschine in eine Rechtskurve, um den Jägern zu entkommen. In diesem Augenblick k.m ber dritte Jager heran unb prasselte uns seine MG --Garbe tn den Rumpf. Der Dordwart, Untero fixier D muß habet einen Kopfschuß erhalten hanei unb mar vermutlich sofort tot Der Bordn k'r erhielt mehrere Schüsse in den Oberschenkel un) einen gefährlichen Bauchschuß. Ich selbst mar noch unverletzt. Ich .log nun mit höchsten Touren der französischen Kulte zu, wurde aber unterwegs noch mehrmals angegrif- en, wobei ber Steuerbordmottr getrosten wurde mb aussetzte. Einige hundert lldster vor ber Kulte mußte ich daher mit zerschofenem Motor not- landen." ., „ 3m Wasser noch bechossen. Jlaum hatte ich auf dem Wasser aufge- s e tz t", so berichtet Feldw ' l weittr, ba flogen bie Engländer schon wieder urst > chos len noch zweimal auf uns. kb sprang vorn Sitz herunter unb legte mich zunöch lang auf bte Tlan- ken. Da sah ich den Bordwart blutigem Gesicht unb starrem Blick liegen. Ich knch nun nach vom in bie Kanzel, um nach Leutnant 3U sehen. Er war bereits tot. Durch bas Fenster der Bugkanzel sah ich dabei, wie untere Messerschnitt-Jäger die Engländer stellten unb einen von imen a b l ch o sie n. Auch bie beiden anderen sind nabher noch abgelchof- sen worden unb haben damit hre gerechte Strafe erhalten. Da die Schwimmer meiner Maschine von Den MG.s ber Enaländer völlig bu^tebt maren.be- gann bie Maschine nach Achtern abzusacken. Höchste Eile war also geboten. Dem Leutnant unb bem Bordwart konnte ich boch nicht mehr dessen, also zog ich zunächst den durch Bauh^cduß schwer ver» rounbeten Bordlunker aus ber Malchine. Inzwischen eilten schon mehrere Motorboote herbe. Ich konnte auch noch bie beiden To len herausschasten, dann sackte bie Maschine nach Achtem ab und kenterte. Ich selbst bin wie bu'-ch ein Wunder fast unverletzt geblieben. Nur ein Schuß, ber Einen Pelzhanb- schuh durchbohrte, streifte meinen Handrücken. S-aweit bie Schilderung des Feldwebels H., der bisher in mehr als vierzig Seenoteinsätzen fein Leben eingesetzt hat. um andere.°or bem Tote bes Ertrinkens zu bewahren. Es mu* bitteres Oe- lüdl sein, nun selbst wehrlos im schwimmend auf diese verbrecherische Weise begossen zu werben. Offiziere der Luftwaffe mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet Berlin, 1. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritferkreuz des Eifer- nen Kreuzes: Oberstleutnant Do l l brach t, Kommodore eines Zerstörergeschwad^s-, Major Bloe- dorn, Kommandeur einer KiMpsgruppe; Oberleutnant Herrmann, Staff.^l?apitän in einem Kampfgeschwader. ... , . m Oberstleutnant Vollbracht ist feinem Geschwader durch seinen perfön! $en kämpferischen Einsatz sowie durch sein hohes liegendes Kannen stets ein leuchtendes Vorbild. „gelang ihm, in ununterbrochenen Einsätzen di--' Luftherrschaft in den bem Geschwaber zugeteilt n Raumen zu erkämpfen unb durch vorbildlich n Beglettschutz den Kampfgeschwadern die ihnen gestellten Aufgaben unter geringsten Verlusten zu . rmöglichen. Major B l o e d o r n hat mit semer Kampfgruppe hervorragende Erfolge sowohl in Norwegen als in Frankreich und gegen Eq.iland errungen. An der Spitze seiner Gruppe flieg- ™ hat er bie chwm- rigften Aufgaben burchgesi hrt unb ein leultenbes Beispiel mannhaften Mute- gt geben. 3n viel achem Einsatz wurden Angriffe auf b e englische Rn mngs. inbuftrk von Hüll, Middle- borough und New Castle sowie auf London unb zahlreiche Flugplätze burchgeführt. Oberleutnant Herrmann verbindet mit ung* «Ähnlicher fliegerischer Befähigung ein unbändiges Draufgängertum, kluge Ueberlegung und wohldurchdachte Kampfführung. Ein Beispiel seines urnsich- tigen Handelns beweist der geschickte Heimflug seines Flugzeuges, das durch eine Ballonsperre beschädigt war, trotzdem gelang es dem Oberleutnant Herrmann, das im Absturz befindliche Flugzeug wieder in die Hand zu bekommen, zum Einsatzhafen zurückzufliegen und dort glatt zu landen. Deutsche Kriegsgefangenenlager vorbildlich. Neuyork, 1. Noo. (DNB.) „New York Times" meldet aus Vichy, Darius Alto n Davis, Verwaltungssekretär für Kriegsgefangene, habe im Auftrage der Weltvereinigung christlicher junger Männer über ein deutsches Kriegsgefangenenlager berichtet, in dem alle sanitären Errungenschaften der modernen Technik sowie Gas und elektrisches Licht vorhanden seien. Das Lager gleiche einer modernen Stadt. Davis habe 19 deutsche Lager besucht, in denen sich 100 000 französische und 25 000 englische Kriegsgefangene f efanden. In allen sei die Lebensmittelversorgung gut gewesen. Das Essen sei zwar einfach, aber gut und ausreichend. Viele Lager hätten vollständige Kriegsgefangenenorchester. In einem Lager befänden sich 147 französische Theologiestudenten, die dort ihre Studien fortsetzten. In vielen Lagern seien Fremdsprachkurse einae- richtet worden. — Davis befinde sich in Vichy, berichtet „New Port Times" weiter, um eine Million französischer Bücher zu sammeln, die deutschen Gefangenenlagern zugeteilt werden sollten. Oankopfer -er Nation. Ein Aufruf zur dritten Reichsstratzensammlung. Berlin, 31. Okt. (DNB.) Der Stabschef der 62L, Victor Lutze, Reichsführer ff Himmler, der Korpsführer des NSKK. Hühnlein und der Korpsführer des NSFK. Christiansen erlassen zur dritten Reichsstratzensammlung des zweiten Kriegswinterhilfswerkes den nachstehenden Aufruf: Männer der Kampfgliederungen! Am 2. und 3.November seid Ihr die Träger der dritten Reichs st raßensammlung des zweiten Kriegswinterhilfswerks. So wie Ihr dem Führer in< Kampf um die Macht mit Hingabe und Idealismus den Weg bereitet habt, so werdet Ihr Euch auch jetzt, da die meisten Eurer Kameraden vorbildlich mit der Waffe in der Hand an allen Fronten Deutschlands Zukunft gestalten helfen, mit allen Kräften dafür einsetzen, datz die deutsche Volks- und Schicksalsgemeinschaft geschlossen im zweiten Kriegswinterhilfswerk ihr D a n k o p f e r für den Führer darbringt. Unser Volk, in dessen Mitte Ihr steht, wird mit offenem Herzen Eurem Appell Folge leisten, in dem Bewußtsein, datz jedes Opfer, gemessen am Einsatz von Blut und Leben unserer Soldaten, gering ist. Die ganze deutsche Nation weiß dies und wird am 2. und 3. November dafür danken. Chamberlain auf dem Wege nach Kalifornien. Neuyork, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Asso- ciatod Preß meldet: Aus gewöhnlich glaubwürdiger Quelle wird berichtet, daß sich der frühere Minister- vräsident Chamberlain auf dem Wege nach Kalifornien befindet. Diese Meldung kam aus Chamberlains Heimatstadt Birmingham, wo die Information nur einigen wenigen Auserwählten bekannt wurde. ZndischerNationalistenführer verhaftet. Stockholm, 1. Nov. (Europapreß.) England setzt seine Unterdrückungspolitik in Indien mit einer aufsehenerregenden Verhaftung fort. Am Donnerstagabend wird in London amtlich mitgeteilt, daß der frühere Vorsitzende des Indischen National-Kongresses, Jawaharlal Pandit N e h r u, in Allahabad nach einem Treffen mit Gandhi verhaftet worden sei. Nehru war von Gandhi dazu bestimmt worden, zusammen mit dem vor einigen Tagen bereits von den englischen Behörden verhafteten V i n o b a den neuen Ungehorsamsfeldzug zu leiten. Oer Verkehr auf der Burmastraße unterbrochen. Mailand, 1. Nov. (Europapreß.) Der Chef der nach Tokio zurückgekehrten japanischen Mission in Indochina bestätigte, daß die Japaner alle Brücken über den Mekongfluß vollständig z e r st ö r t und so den Verkehr auf der Burma- stratze unterbrochen haben. Die Japaner hätten auch eine chinesissche Flugzeugfabrik zerstört. Aus Hanoi melden die Blätter gleichzeitig, die Engländer verhandelten eifrig mit Thailand (Siam) zu dem Zwecke der Verstärkung der Verteidigung von Singapur und anderer britischer Besitzungen im Falle eines japanischen Vorstoßes gegen Süden. Oer Präsident des spanischen Handwerks in Frankfurt. Empfang beim Gauleiter. NSG. Als Gast der deutschen Handwerksführung besuchte der Präsident des spanischen Handwerks, C a r u n ch o , und seine Begleitung am Donnerstag die Stadt des Deutschen Handwerks Frankfurt am Main. Der Besuch in der Gauhauptstadt wurde mit einem Empfang des Gastes im Adolf-Hitler-Haus durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger eingeleitet. Der Gauleiter begrüßte den Präsidenten und seine Begleitung, die in der Uniform der Falange erschienen waren, nach der Vorstellung durch den Landeshandwerksmeister Gauamtsleiter Garner im Beisein des Gauobmannes der Deutsü-en Arbeitsfront, Gauamtsleiter Becker, mit herzlichen Worten. Er erinnerte an die freundschaftlichen Gefühle und die helfende Anteilnahme, mit denen das deutsche Volk den spanischen Freiheitskampf begleitet habe, und kennzeichnete die Hilfe beim gegenwärtigen Aufbau eines neuen Spaniens als eine selbstverständliche kameradschaftliche Pflickst. In dieser Aufbauarbeit, so führte der Gauleiter, an die im Reich gemachten Erfahrungen erinnernd, aus, falle dem Handwerk eine bedeutungsvolle Rolle zu. Als wichtiger Träger völkischen Kulturwillens und als unbedingte Voraussetzung für die industrielle Weiterentwicklung habe das handwerkliche Können Aufgaben von nicht zu unterschätzender Bedeutung zu erfüllen. Nach dem Hinweis darauf, daß der Sieg Spaniens über die Kräfte der Zerstörung einen wesentlichen Beitrag zu der Neuordnung Europas geleistet habe, wünschte der Gauleiter den spanischen Gästen für ihre Arbeit besonderen Erfolg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die auf der gegenwärtigen Deutschlandreise empfangenen Eindrücke dazu beitragen mögen. Präsident C a r u n ch o dankte dem Gauleiter für die herzliche Aufnahme im Gau Hessen-Nassau. Er verwies auf den ihm vom Caudillo übertragenen Auftrag des großen sozialen Aufgabengebietes, den Handwerkerstand besonders zu betreuen und erklärte, daß sein Deutschlandbesuch ihm für die Durchführung dieser Arbeit vielfältige Anregungen geben werde. Mit der Zuversicht, daß Deutschland den Sieg über die Plutokratien erringen werde und damit die Zukunft Europas gesichert sei, verabschiedete sich der Präsident vom Gauleiter. Nach einer anschließenden Begrüßung durch die Stadtverwaltung, die Bürgermeister Gauamtsleiter K r e m m e r vornahm, besichtigte Präsident C a - r u n ch o mehrere Offenbacher Lederbetriebe, um damit einen Einblick in den hohen Stand der deutschen Handwerkskunst zu erhalten. Am Abend gab der Landeshandwerksmeister im „Frankfurter Hof" einen Empfang, an welchem auch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenaer teilnahm. Das Beisammensein bot Gelegenheit, dem Gast Organisation und Aufbau der deutschen Hcmd- werksführung zu erklären und ihre besonderen Aufgaben und Arbeitserfolge zu erläutern. Nach einer Besichtigung der Stadt des deutschen Handwerks setzt Präsident Caruncho am Freitag seine Reise nach Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, fort Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 31. Okt. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert: Im H e e r: Mit Wirkung vom 1. August 1940: zum General der Kavallerie: den Generalleutnant Hansen; mit Wirkung vom 1. Oktober 1940: zu Generalmajoren: die Obersten Dihm, Nolte, Man- tell, von Stumpfeld, von Ondarza, Lucht, Ihsien; mit Wirkung vom 1. November 1940: zum General der Infanterie: die Generalleutnante Wiktorin, Materna; zum General der Kavallerie: den Generalleutnant Lindmann; zum General der Artillerie: den Generalleutnant Fcchrmbacher; zu Generalleutnanten: die Generalmajore Hammer, Engelbrecht, Jahn, HUpert; zu Generalmajoren: die Obersten Scherer, Oberhäuser, Rupprecht, Bordihn, v. Behr; zum Generalarzt: den Oberstarzt Dr. Renvldi; zu Obersten: die Oberstleutnante von Wedel (Hasso), Dipl.-Ing. Kutzty, Krakau, Wagner-Hohenlebbese, Rabe von Papenheim, Selz (Gustav), Schalter, Gutzeit, Picker, Dipl.-Ing. Stenglein, Schmidt (Hans), Anbuhl, Jay, Greiner, Schiel, Gaedicke, Voigt (Hans), Mirow, Ritter von Hauenschlld, Märke, Kohler, Arndt (Karl), Eimler, Koitzsch, Reim, Petry, Dersock, Meyerhäfer, Schubert (Güncher), Bürcky, von Manteuffel (Günther), Stegmann, Ebernlg, Ratcliffe, von Reutz, Iodl, Böhme, Münster, Ehrhardt Graf Vitzthum von Eckstädt, Will (Hans), Dlomeyer (Hans), Dipl.-Ing. Gewinner, Hedtke, Ritter von Kollmann, Kleckhoefer, Na- drowski; zum Oberst (W); den Oberstleutnant (W) Jäger; zu Oberstärzten: die Oberfeldärzte Dr. Arndt, Dr. Pfuhl, Dr. Haassengier, Dr. Fälsch, Dr. Zoell- ner (Kuno); zum Oberstveterinär: den Oberfeld- veterinär Dr. Hornung (Werner). In der Heeresverwaltung. Mit Wirkung vom 1. August 1940: Zum Ministerialdirektor den Ministerialdirigenten Ziehm; mit Wirkung vom 1. Juli 1940: zum Ministerialdirigenten den Ministerialrat Dr. Ziedelhack, zum Oberstintendanten den Oberintendanturrat Schalkhäuser; mit Wirkung vom 1. Oktober 1940: zu Ministerialräten die Heeres- baudirektoren Dolle, Schulenburg. In der Kriegsmarine: Mit Wirkung vom 1. November 1940: Zum Vizeadmiral den Charakterisierten Vizeadmiral Ancker; zu Kapitänen zur See: die Fregattenkapitäne von Hohnhorst, Meyer- Döhner, Reinhard (Paul), Koch (Georg), Crelinger, Fink, Karstens, Bieler; zu Obersten: die Oberstleutnante Wolfschlag, Husmann. In der Luftwaffe: Mit Wirkung vom 1. November 1940: Zum General der Flieger: den Generalleutnant Wenniger; zu Generalleutnanten: die Generalmajore Dipl.-Volksw. Weigand, Cranz, Ritter, Siburg, Mußhoff, Mahncke, Ritter von Mann, Edler von Tiechler, Lech, Bruch, Kolb, den Charakterisierten Generalleutnant Hermann; zu Generalmajoren: die Obersten Wagner, Becker, Scheurlen, Weese, Thym, Dipl.-Ing. Küttig, Mensch, Teschner, Dörsfler, Wilck, Freiherr von Wangenheim, Lorenz, Stein, Homhurg, von Tippelskirch, Sieh; mit Wirkung vom 17. Oktober 1940: zum Generalmajor den Obersten Kammhuber, zu Obersten den Charakterisierten Oberst Freiherr Treusch von Buttlar-Bran- oenfels; die Oberstleutnante Dipl.-Ing. Macht, Trautvetter, Schneider, Schlange, Lademann, Menne, Busse, Kokail. In der S ch u tz st a f f e l: Der Reichsführer ff hat im Oktober 1940 befördert: Zum Brigadeführer den Oberführer Ruberg; zu ^-Standartenführern die ^-Obersturmbannführer Dr. Bertsch, Brockhausen; zu ^-Obersturmbannführern die ^-Sturmbannführer Dr. Kalmann, Dr. Fehrensen, Unbehaun, Samek, Sens, Denk, Trinkl; zu ^-Sturmbannführern: die ^-Hauptsturmführer Dr. Sack, Dr. Meyer, Dr. Schäfer, Lay, Bluhm, Brechling, Lippert, Dr. Berndorff, Braschwitz, H. Schmidt, Dr. Hoffmann, Gottstein, Dr. Pütz, Klein, Mummenthey, Vogel. Oie Reorganisation der rumänischen Armee. Bukarest, 31. Okt. (DNB.) Der Unterstaatssekretär für Presse und Rundfunk, Constant, schreibt in der „Buna Destire": Auf Grund der von dem neuen nationallegionären Staat mit den Achsenmächten begonnenen Beziehungen und als eine logische Folge der in Wien erhaltenen Garantie kommen die Vertreter der deutschen Wehrmacht Mit ihrem modernen technischen Kriegsgerät zu uns, um unsere Soldaten in die neuen Kampfmethoden einzuführen, die im Krieg an der polnischen und an der Westfront sich so glänzend bewährt haben. Unsere Armee, die über ein ausgezeick^netes Menschenmaterial verfügt, ignorierte sowohl die modernen Waffen als auch die neuen Kamp fmeth öden. Der Nationallegionäre Staat wünscht eine moderne und gut aus- gerüstete Armee zu haben. Zu diesem Zweck appellierte er an die Freunde und Fachleute. Die Anwesenheit der deutschen Soldaten bei uns ist ein Zeichen der Freundschaft und des Verständnisses für die Bedürfnisse unseres Staates. ♦ Ministerpräsident General Antone sc u hat auf einer Sitzung des Obersten Heeresrates Richtlinien für die Bewertung und Auswahl der Offiziere gegeben, die das Günstlingswefen beseitigen und Unfähige und Unwürdige aus der Ofstzierslaufluchn ausscheiden sollen. Die Auswahl der Offiziere werde sowohl nach charakterlichen als nach fachlichen Gesichtspunkten getroffen werden. Ganz besonders müsse aus die Auswahl der Regimentskommandeure geachtet werden. Kleine politische Nachrichten. Die schwedische Regierung hat ihren Gesandten in London beauftragt, wegen des Angriffs britischer Bombenflugzeuge auf Helsingoorg Einspruch zu erheben. In der Nacht zum Mittwoch war ein britisches Flugzeug über Helsingborg erschienen, wo es zunächst eine Leuchtbombe und anschließend drei Sprengbomben abwarf, die Kein Schiff für England. Mit der Versenkung des 42 000 BRT. großen britischen Transporters und ehemaligen Luxusdampfers „Empretz of Britain" hat Englands Handelstonnage einen weiteren empfindlichen Verlust erlitten. Die Lage Englands wird in der Handelsschiffahrt immer schwieriger, da sich die deutschen Schläge verhängnisvoll sowohl auf den englischen Tonnagebestand auswirken, als auch den aus- ländischen Frachtenmarkt stärkstens beeinflussen. Schon im vergangenen Sommer steigerte fleh an den internationalen Frachtenmärkten die Erscheinung, daß die Reeder trotz höchster Angebote seitens Englands nur noch mit Widerstreben Aufträge annahmen. In den letzten Wochen der verschärften Seekriegführung gegen England ist jedoch auf frem- den Handelsplätzen fast kein Schiff mehr für England zu chartern, obschon sich die britischen Makler mit höchsten Geld- und Geleitschutzversprechungen alle Mühe gaben, Schiffe zu erhalten. Bis auf geringfügige Ausnahmen besteht heute die Tatsache, daß kein ausländischer Staat mehr für England fährt und England nunmehr ganz auf seine eigene Tonnage angewiesen ist, die täglich neue schwere Einbuße erfährt. Was dieser Boykott Englands durch den internationalen Frach- tenmarkt bedeutet, läßt sich schon an der Tatsache ermessen, daß die rohstoffliche und ernährungswirtschaftliche Versorgung Großbritanniens nur zu einem geringen Prozentsatz aus eigener Produktion erfolgt Selbst für den Fall, daß England seine zur Verfügung stehende Frachter- und Handelsflotte nunmehr ausschließlich für die Heranbringung von Materialien und zur Durchführung von Transporten von und nach den britischen Besitzungen benutzt, ist zu bedenken, daß alle Häfen des britischen Mutterlandes deutschen Bombenangriffen ausgesetzt sind und die Meergebiete rings um England durch U-Boote, Aufklärer und Kampfflugzeuge überwacht werden, sodaß es beinahe schon ein Anfall ist, wenn ein Geleitzug unbehelligt die englische Küste bzw. einen Hasen erreicht. Die großen englischen Häfen selbst sind durch die deutschen Bombenangriffe so in Mitleidenschaft gezogen, daß sie für einen normalen Löschverkehr der einlaufenden Schiffe unbrauchbar geworden sind. Statt dessen laufen in letzter Zeit englische Geleitzüge vielfach winzige Fischerhäfen im äußersten Westen und Norden an, um wenigstens einige Sicherheit zu finden. Doch fehlen in diesen Häsen die für eine Entladung notwendigen Vorrichtungen. Auch der Weitertransport der Waren ins Landinnere ist schwierig, weil die Verbindungen im Nordwesten Englands sehr schlecht sind. Außerdem hat die deutsche Luftwaffe bereits ihr Augenmerk auf Gütertransporte im Innern des Landes gelenkt, die Rohmaterialien bzw. Lebensrnittel in die Derbraucherzentren führen. Abgesehen von diesen Schwierigkeiten, die sich im unmittelbaren Bereich des englischen Mutterlandes für die Transport- und Handelsschiffahrt ergeben, 100 Meter vom Ufer entfernt im Wasser explodierten. Nachdem der Brite noch eine weitere Leuchtbombe geworfen hatte, konnte er von der schwedischen Flak vertrieben werden. ♦ Wie United Preß aus London meldet, verließ am Donnerstag das erste Kontingent von 17 0 Japanern auf Grund des Räumungsratschlages aus Tokio die britische Hauptstadt. Die Japaner werden in einem englischen Hafen an Bord des Dampfers „Fufhimi Maru" gehen, der sie nach Japan zurückbringen wird. Am Vormittag des 31. Oktober versenkte die Besatzung eines deutschen schweren Kampfflugzeuges in den Gewässern westlich Irlands den 5700 BRT. großen britischen Dampfer „Starstone". ♦ Die deutsche Wirtschaftsdelegation unter Führung des Gesandten Schnurre traf in Moskau ein. Zum Empfang war der deutsche Botschafter Graf von der Schulenburg, der Abtei- lungsleiter im Außenkommissariat, Alexandrow, und der Abteilungsleiter im Außenhandelskommis, sariat Totschilin erschienen. * Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Leiter des Kriegsleistungswettkampfes der Deutschen Studentenschaft. Im Rahmen dieses Leistungswettkampfes haben studierende aller deut- schen Universitäten wertvolle Mitarbeit bei der Schaffung zweier Dokumentenwerke über die britische Demokratie geleistet. Dr. Goebbels sprach ihnen seinen besonderen Dank aus. Auf einer Veranstaltung der Deutschen Akademie in Berlin sprach der Staatssekretär im Reichsmini, fterium für Dolksaufklärung und Propaganda, NSFK.-'Gruppenführer Hermann Esser, über die Judenfrage und ihre Bedeutung für die endgültige Befriedung der Welt. ■nür-nnnnfijnpiiH Der Beweis, wie richtig es ist, auf eine kostspielige Verpackung zugunsten einer hochwertigen Tabak-Qualität zu verzichten, ist durch die treue Freundsdiaft erbracht die die ECKSTEIN-Raucher .Ihrer Marke* * In der grünen Packung halten! [ÄÄ finb die Verhältnisje an den großen ausländischen Fraä)tplatzen für England so ungünstig, daß immer weniger Schiffe für England eingesetzt werden können. Es ist in der letzten Zeit, wie beispielsweise in La Pla-a, vorgekommen, daß Hunderttausende BRT. von Schiffsraum für Frachten zur Verfügung standen, doch kein Schiff ging auf England fahrt. Ein kleiner Teil der dort versammelten Tonnage ist in das amerikanische und pazifische Geschäft gegangen, die übrigen blieben ohne Auftrag. Selbst für den Fall, daß ein Reeder geneigt märe, einige seiner Schiffe für eine Englandfahrt freizugeben, wird er feststellen, daß weder Schiff noch Ladung versichert werden können. Die meisten Versicherungen weigern sich, das Risiko einer Fahrt nach England zu übernehmen, oder aber die Prämien sind so außerordentlich hoch, daß ein Abschluß für den Reeder unmöglich ist. Selbst das Einspringen der britischen Regierung für die Versicherungskosten hat sich allgemein als zwecklos erwiesen, da die Besatzungen immer häufiger sich weigern , zu einer Fahrt nach England sich anheuern zu lassen. Bemerkenswert ist, daß der Reuyorker Markt schon seit Wochen nur noch Versicherungen für die englische Westküste auf der Nordatlantikroute annimmt. Die nunmehr erfolgenden Schläge gegen englische Schiffe an der Westküste und die dauernde Bombardierung der dortigen Häfen werden zur Folge haben, daß auch dieser letzte Ausweg für England fortfällt. Eine der für die Ernährung des englischen Volkes schwierigsten Fragen bildet die Getreide- versorgung. Nachdem Südamerika schon seit geraumer Zeit keine Fracht mehr zur Verfügung stellt und die Transporte über Nordamerika mit eigener Tonnage den Bedarf nicht decken können, hat England versucht, auf dem Wege über das Schwarze Meer Getreide abzufahren und dafür namentlich den recht umfangreichen griechischen Schiffsraum zu gewinnen. Dabei haben die Engländer den griechischen Reedern gegen eine unerhört hohe Summe vorgeschlagen, die Fracht über den Suez-Kanal um das Kap der Guten Hoffnung nach England zu befördern. Doch die griechischen Reeder waren ängstlich, namentlich unter dem Eindruck der Tatsache, daß ein griechischer Dampfer, der Getreide durch Gibraltar nach USA. bringen sollte, damit es dann durch England von dem USA.= Bestimmungshafen abgeholt würde, prompt torpediert worden ist. Unter diesem Gesichtswinkel erscheint auch der von England provozierte italienisch-griechische Konflikt in einem besonderen Licht. Er sollte in erster Linie mit dazu dienen, den Briten den Raub der griechischen Handelsflotte zu ermöglichen. Völlig nutzlos sind die Bemühungen Englands geblieben, Portugal und Spanien für einen Frachtverkehr zu gewinnen. Spanien hat die britischen Angebote, die höchste Preise enthielten, glatt abgelehnt. So waren für die lebenswichtige Erzfahrt von den spanischen Häfen nach England in den letzten Wochen trotz schärfster Drohungen und weitestgehender Versicherungsangebote keine spanischen Schiffe zu erhalten. Demgegenüber kann man in der Nord- und O st s e e f a h r t, die unter deutschem Schutz steht, einen über das Friedensmaß hinausgehenden Verkehr beobachten. Alle Frachten, die sich im Austausch zwischen Nord-, Mittel- und Südeuropa bewegen, werden resllos durchgeführt und erstrecken ich unter dem Schutz der deutschen Waffen sogar bis zu den niederländischen und belgischen Häfen. England dagegen, das sich eine seebeherrschende Macht nennt und über eine mächtige Kriegsflotte verfügt, ist nicht in der Lage, die Versor- Bei der Reichsstraßensammlung für das Kriegs- WHW. am morgigen Samstag und Sonntag find von der SA. der Standarte 116 folgende Veranstaltungen in Gießen zur Benutzung durch alle Volksgenossen vorgesehen: Folgende Stationen werden in den A n - lagen, Nähe der Plockshraße aufgebaut: Handgranaten-Fensterwurf, 5 Meter für Kinder, 8 bis 10 Meter für Erwachsene, 3 Wurf 25 Rpf. Ein Treffer ein Abzeichen. AmLotzekasten: Schießen auf 12er-Brust- ringscheibe (klein): 3 Schuß 25 Rpf., über 25 Ringe 1 Abzeichen; Schießen auf Kopffallfcheibe: 3 Schuß 30 Rpf. 1. Treffer 1 Abzeichen. Ballonschießen: jeder Schuß 20 Rpf., 1. Treffer 1 Abzeichen. Anlage Nähe Plockstraße: Kinderreiten: Auch wer sich nicht regelmäßig mit den Himmelserscheinungen befaßt, wird das auffällige Nebeneinander zweier heller Sterne bemerkt haben, die nach Sonnenuntergang im Südosten heraufkommen und von Woche zu Woche einen höheren Stand einnehmen, wenn wir sie abends stets zur gleichen Stunde, etwa um 21 Uhr, beobachten. Es find die beiden Riefenplaneten Jupiter und Saturn, die sich nun schon feit Juni dieses Jahres em Stelldichein geben und auch in den nächsten Monaten nahe beieinander bleiben werden. Zweimal, am 15. August und am 12. Oktober, konnten wir beobachten, wie die beiden Wandelsterne scheinbar ganz nahe zusammentraten, um sich darauf wieder voneinander zu entfernen. Eine dritte Begegnung wird im Februar 1941 stattfinden. Daß wir die Bewegungen von Jupiter und Saturn während der ganzen Nacht verfolgen können, hat feinen Grund in der günstigen Stellung der beiden Planeten zur Sonne. Jupiter und Saturn befinden sich Anfang November im Gegenschein, das heißt genau gegenüber der Sonne. Nahezu gleichzeitig erreichen sie auch ihren geringsten Abstand von der Erde, und zwar Jupiter am 2. November mit 595 Millionen, Saturn am 4. November mit 1230 Millionen Kilometer. Wir sehen dann die beiden Planeten auf dem Höhepunkt ihrer Leuchtkraft, da sie uns nicht nur am nächsten kommen, sondern auch ihre voll beleuchtete Scheibe uns zukehren. An klaren, mondlosen Novemberabenden wird man daher schon im Feldstecher die vier großen Monde des Jupiter beobachten können. Um qung seiner Insel sicherzustellen. Es gilt im Überseehandel bereits als verloren. Die Schiffsfriedhöfe rings um England sind der Beweis dafür, daß die Welt- und Seemacht Englands nicht die geringste Garantie mehr bieten kann. bis zum 14. Lebensjahr 20 Rpf., Eintritt für Erwachsene 20 Rpf. Ludwigsplatz: Station zum Morsen, Blinken und Telephonieren; Hof-Alte Klinik, Lie- bigstraße: Trage-Exerzieren des Sanitätssturms. Kaiserallee / Ecke Licher Straße: Aus- stellen von Modellschiffen. Platzkonzerte des Musikzuges am Samstag 16.30 bis 17.30 Uhr am Kreuzplatz; am Sonntag van 15 bis 16 Uhr Ecke Plockstraße/Johan- neLstvaße. . Alle Volksgenossen werden gebeten, diese Veranstaltungen zahlreich zu besuchen und dabei ihre Opferfreudigkeit für das Kriegs-WHW. eindrucksvoll zu bekunden. die Ringe des Saturn zu erkennen, bedarf es freilich eines Fernrohrs mit wenigstens 50facher Vergrößerung. Das Ringfystem erscheint jetzt weit geöffnet, so daß Saturn im Fernrohr einen wundervollen Anblick bietet. Die Gesamthelligkeit des Saturn wird durch das Ringfystem auf mehr als das Doppelte vergrößert. Zwischen Saturn und den Plejaden (Siebengestirn) finden mir mit einem Fernglas den Planeten Uranus, der bei günstigen Luftoerhält- nifsen gerade noch mit bloßem Auge erkennbar ist. Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so eindrucksvolle Konstellation wie die der beiden Groß- planeten bilden Venus, M a r s und Merkur Ende November am Morgenhimmel. Nur wenig unterhalb der hell strahlenden Venus, die reichlich drei Stunden vor der Sonne aufgeht, steht Mars, gegenwärtig wegen feiner großen Entfernung (360 Millionen Kilometer) freilich nur ein schwacher Stern. Am 27. November zieht die Sichel des abnehmenden Mondes am Mars vorüber. Noch näher dem südöstlichen Horizont finden wir etwa vom 20. November an den meist nur schwierig zu beobachtenden Merkur; er nimmt seine günstigste Stellung eine Stunde vor Sonnenaufgang ein und übertrifft Mars an Helligkeit bei weitem. Betrachten wir den abendlichen Fixstern- Himmel gegen 22 Uhr Ortszeit, so sind im Osten bereits die meisten der glanzvollen Wintersternbilder erschienen. Der Orion, das größte und schönste unter ihnen, ist eben über den Horizont heraufgekommen. Rechts über dem Orion leuchtet der rötliche Aldebaran im Stier, umgeben von den weißglitzernden Hy ad en, einem .deren Stern- häufen in 130 Lichtjahren Entfernung. Den Hyaden voran eilen die Plejaden oder das Sieben, g e ft i r n. Diese Sternwolke schwebt in der vierfachen Entfernung der Hyaden, erscheint daher viel gedrängter als letztere. Beide Sternhaufen btüben überaus dankbare Objekte für den Feldstecher. Oest° lich schließen sich an den Stier an die Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux, die am Nordrand der Milchstraße stehen. Die M i l ch st r a ß e steigt als reich gegliedertes Lichtband steil im Osten auf. An einem mondlosen, klaren Abend können wir sie leicht durch die Stern- bilder Zwillinge, Fuhrmann, Perseüs zur Käst siopeia im Zenit verfolgen. Von hier senkt sie ich über Kepheus, Schwan und Adler nach Westen Schickt 3Uuftrierte an die Front! Der Frontsoldat Wirb dafür dankbar sein. herab. Besonderen Glanz erreicht die Milchstraße im Perseus, in der W»förmigen Kassiopeia und im Schwan. Diese Himmelsgegenden sind durch einen außerordentlichen Sternreichtum ausgezeichnet. Zwischen Perseus und Kassiopeia hebt sich aus dem Sterngewimmel ein glänzender Doppelsternhaufen heraus, der viele Riesensterne aufweist. Seinen Abstand hat man zu rund 3000 Lichtjahren bestimmt. Den Südhimmel nehmen die Herbststernbilder Walfisch, Fische, südlicher Fisch und Wassermann ein. Sie verdanken ihre „feuchten" Namen dem Umstand, daß im Frühling, wenn die Sonne in dieser Himmelsgegend steht, im Mittelmeergebiet die Regenzeit herrscht. Denn diese Namen stnd griechr- schen Ursprungs. Der Hauptstern im südlichen Fisch, F omal. haut, ist von Beginn der Dunkelheit bis 21 Uhr tief am Südhorizont sichtbar. In großer Höhe, schon nahe dem Rande der Milchstraße, erkennen wir dw Sternlinie der Andromeda und rechts anschließend die große Pegasusfigur, aus einem Viereck, dem „Großen Tisch'", und einem Sechseck bestehend. Im Nordwesten nähert sich die bläulich strahlende Wega in dem Maße dem Horizont, wie im Osten die gelbe Kapella emporfteigt. Der Himmelswagen im Großen Bären erreicht bei seiner Drehung um den Nordpol gegen 22 Uhr Ortszeit feinen tiefften- Stand im Norden. In dieser Stellung erscheint er besonders groß und gewährt einen prächtigen Anblick. Um die Mitte des Monats ist eine Häufung von Sterns ch n uppen zu erwarten, die scheinbar aus dem Löwen ausstrahlen und daher Leoniden genannt werden. Sie sind, da der Löwe erst nach Mitternacht auf- geht, vornehmlich in der zweiten Nachthälfte zu sehen. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: erstes Viertel am 7., Vollmond am 15., letztes Mertel am 22., Neumond am 29. November. ' Haupnchrtftieüer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. ©telltiemetei bei HauHtfchrittleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich rfit Poltti, und Bilder: Dr. tfr. W. Lange: für dar Feuilleton: Dr. HanS Thhrwt; für Stadt Gießen, Prvvin?, Winichaii il Sport: ErnN Blumjche ». Druck tmo Setlag Briihliche llniveriüätsvruckerer R. Lange r, G. Bertagsleiter: Dr..Ing. Erich Hamann- Anzeigenleiter- Hanr Beck. Verantwortlich rür den In halt der Rn-eigen: Theodor Kümmel Pl.N-.S. Gießener SA. im Dienste des Kriegs-WHW. Zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt. Jupiter und Saturn im Gegenschein. Der Sternenhimmel im November. Don Dr. Erwin Koffinna. Wenn Sie etwas einkaufen wollen und der Artikel ist im Augenblick einmal nicht greifbar, dann ärgern Sie sich. Derartige Stockungen in der Lieferung treten bei solchen Artikeln ab und zu auf, die sich auf Grund ihrer hervorragenden Eigenschaften eines ganz besonderen Vertrauens bei der Kundschaft erfreuen. Zu Ihrer Beruhigung können wir Ihnen heute sagen, daß auch in diesem Winter wieder die echten „mit den 3 Tannen" überall zu haben sind. Wir geben unsere Vermählung bekannt Dr. für. H. Joachim Seibel z.Z. Leutn. und Ball -Ad), in einem Ins.-Rgi. Irene Seibel, geb. Ouill Gießen Meitmann/Rhld. Horst-Wessel-Wall 29 Schlageterstraße 58 Oktober 1940 03647 Geschäfts vEroff niing l Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß ich heute ab 15 Uhr im Hause Neustadt 21 ein Laj'ana - Tages - Crem matt - nicht fettend - unsichtbar einzureiben Ein Schönheits-Crem von hautpflegender Tiefenwirkung V.Topf RM. 1.30 Topf RM. 2.00 Nur erhältlich: Parfümerie Doll Marktstraße 28 Gießen Marktstraße 28 4891 A Ehrt.,zuverlässig. 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Freitag - Miete Das Kathchen von Heilbronn Schauspiel von Kleist. Preise: RM. 0.60 bis RM. 8.10. ______ J Wer nimmt einige Gegenstände im Möbelwagen oder Lastauto als Zuladung von tötosen-Einöen nfl® Stleööerg mit? 4»ooD Rudolf Meyer. Rektor i.R. Friedberg, Adolf-Hitler- Anlage 41 I. Nr. 259 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag.l November MV Aus der Stadt Gießen. November. Die Feuerbrände, die der Oktober in unseren Wäldern entzündete, sind erloschen. Wo in den Gärten sich noch ein spätes buntes Farbenspiel zeigte, steht nur noch ein wenig frierendes Strauchwerk. Der letzte Gruß des Sommers ist verweht. Wenn auch noch einzelne bunte Blätter an den Zweigen der Bäume haften: es wird nicht mehr lange dauern, bis auch sie den Erdboden bedecken und dort vergehen, wie es ihre Bestimmung erheischt. Wir stehen an der Pforte, die in die winterliche Jahreszeit weist. Und damit tritt der November feine Herrschaft an. Er kommt gleichsam im Wettermantel, denn Nebel und Feuchtigkeit führt er im Gefolge. Es sind ungemütliche Gesellen, die er sich zu seinen Begleitern erwählt hat, und deshalb genießt dieser Monat im allgemeinen auch wenig Sympathie. Aber er erfüllt eine notwendige Sendung. Seine Aufgabe ist es, das Feld frei zu fegen von den letzten sommerlichen Ueberbleibseln, damit der Winter glatte Bahn vorfindet, wenn er demnächst sein Regiment antritt Und so sorgt der November durch Stürme und Nässe, durch Nebel und Kälte, daß jede Erinnerung an die schöne Jahreszeit in der Natur ausgelöscht wird. Nichts entgeht ihm, kein Blumen- stenglein und kein Grashalm. Aber der November beschert uns nicht nur den Nebel, er bringt auch die Dunkelheit. Düster ist es in den frühen Morgenstunden, wenn der Schritt der Werktätigen über das Pflaster hallt, und düster ist es, wenn sie abends wieder heimkehren. Und der Tagesbogen, den die Sonne beschreibt, wird von einem Tage zum anderen kürzer. Es ist kein Wunder, daß unter diesen Umständen die Zahl der Spaziergänger in den Anlagen kleiner wird. Nur die Unentwegten, die sich nicht schrecken lassen, halten aus. Es ist ein unbeständiges Wetter, mit dem dieser Monat aufwartet Er ist zwar der winterliche Quartiermacher, aber er selbst darf sich noch nicht sehr winterlich gebärden, wenn alles seinen rechten Verlauf nehmen soll Darum sagen die Bauernregeln: „Bringt Allerheiligen (1.) einen Winter, so bringt Martin (11 ) einen Sommer." Aber auch Martin ist zu winterlichem Wetter noch nicht befugt, denn: „Wenn man an Martini auf dem Eise steht, man an Weihnachten im Kote geht" Erst wenn dieser Monat seine Aufgabe erfüllt hat, darf der Winter einfallen. Doch dann steht auch schon der Dezember bereit, der uns bei aller Dunkelheit die Hoffnung auf Licht schenken wird. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 18.30 bis 21 Uhr „Das Käthchen von Heilbronn". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Fräulein von Barnhelm". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasquita". Stadltheater Gießen. Am heutigen Freitag wird das Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn" wiederholt. Spielleitung: Hansjoachim Büttner. Bühnenbild: Karl Löffler. 7. Freitag-Miete. Ortszeit für den 2. November. Sonnenaufgang 8.24 Uhr, Sonnenuntergang 17.53 Uhr — Mondaufgang 11.14 Uhr, Monduntergang 20.01 Uhr. Keine vertrauensärzNiche Nachuntersuchung für werdende Mütter. Auf Antrag des Frauenamtes der DAF. sind die vertrauensärztlichen Dienststellen angewiesen worden, von der Ueberprüfung der Feststellung des Kassenarztes über den voraussichtlichen Zeitpunkt der Entbindung abzusehen Der Wegfall der oer- trauensärztlichen Nachuntersuchung bedeutet für die werdenden Mütter eine wesentliche Erleichterung. Zwei neue Mrer-Mmffe in der Universität. Die beiden neugeschaffenen Führer-Bildnisse, die der Umgestaltung' des Universitätsgebäudes chren besonderen dekorativen Charakter verleihen, und die wir hier nachbilden, ergänzen einander in Thema, Auffassung und Malweise vorzüglich. Das Gemälde von W. I m k a m p Gießen (1940), das seinen Platz im Senatssitzungssaale gefunden hat, ist ein Kniestück in Ueberlebensgröße, das die Gestalt des Führers in brauner Uniform frei in die Landschaft stellt, sehr plastisch vor dem farbig abgestimmten Hintergründe, einer schlichten, abschließenden Baum- kulisse und einem durchwölkten Himmel darüber. Der Blick im durchmodellierten Antlitz ist ruhig geradeaus auf den Beschauer gerichtet Das Bildnis im ganzen will Adolf Hitler als den Nationalsozialisten zeigen, als den Schöpfer der Bewegung, als den Baumeister Großdeutfchlands. — Dieses Gemälde ist ein Bestandteil der Stiftung der Stadt Gießen für die Universität 8 Aufnahme: Stadtbauamt Gießen. Die thematische Ergänzung hierzu bildet das zweite Führer-Bildnis, ein Werk des Gießener Malers Walter Kröll, das seinen Platz an der Stirnwand der Neuen Aula gefunden hat und die Stelle einnimmt, wo vordem das Bildnis des verstorbenen Großherzogs Ernst Ludwig angebracht war. Krölls Gemälde stellt den Führer in ganzer Figur stehend, in feldgrauer Uniform vor einem schlichten, neutralen Hintergründe dar: hier sieht man den Führer des Reiches der Deutschen als den genialen Feldherrn, als den der Krieg ihn uns erkennen und verehren gelehrt hat; die Gestalt ist in gesammelter soldatischer Haltung ruhig aufgerichtet, der Blick, vom Beschauer aus gesehen, leicht nach rechts gewendet; die linke Hand ruht Aufnahme: Levrn, Gießen. r < -■ geschlossen auf dem Pult des akademischen Katheders. Mit dieser andeutenden Geste, in dieser Umgebung ist der Führer höchst sinnvoll zugleich als der oberste Schirmherr und kongeniale Förderer der Wissenschaften und der schönen Künste begriffen und dargestellt; mit dieser Wendung empfängt das soldatisch-politische Thema seine Ergänzung und Spiegelung im geistig Schöpferischen, und das ganze Werk gibt, den Blick des eintretenden Beschauers sogleich auf sich ziehend, dem Raume den bestimmenden Akzent und sinnbildlichen Charakter. — Dieses Gemälde wird von der Universität angekauft. Alle Volksgenossen eingeladen. Am morgigen Samstag beginnt die „Gießener Universitäts-Woche 1940" mit einer Reihe großer Veranstaltungen in der Aula der Universität. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildet der Festakt um 11.15«Uhr in der Großen Aula zur feierlichen Einweihung des Umbaues der Universität durch den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger. Samstag um 20 Uhr findet in der Aula eine große Kundgebung der Universität mit Partei und Wehrmacht statt, in der der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP., Hauptbefehlsleiter Schmidt über das Thema „Die nationalsozialistische Weltanschauung schafft eine neue europäische Ordnung" sprechen wird. Am Sonntag, 3. November, um 11 Uhr, findet die feierliche Gründung und Eröffnung der Wissenschaftlichen Akademie des NSD. - Dozentenbundes an der Universität Gießen in Anwesenheit des Gauleiters und Statthalters Sprenger statt. Der Reichsdozentenführer, Ministerialdirektor Professor Dr. Schultze, München, wird die feierliche Eröffnung der Akademie mit einer programmatischen Rede vornehmen. Am Sonntag um 15. 30 Uhr wird die Ausstellung des Gießener NSG -Dozentenbundes „Landschaftsgebundene Wissenschaft" in der kleinen Aula der Universität (Großer Hörsaal) eröffnet, am Abend um 20 Uhr folgt eine öffentliche Kundgebung der Universität zusammen mit Partei und Wehrmacht in der Großen Aula, bei der der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dberbienftleiter Professor Dr. Groß, Berlin, über das Thema „Rasse und Weltbild" sprechen wird. Am Montag um 10.30 Uhr und um 15 Uhr folgen Leibesübungen der Studenten, um 20 Uhr in der Großen Aula der Universität, veranstaltet von der Universität zusammen mit Partei und Wehrmacht, ein Gast vortrag des Generals der Artillerie von M e tz s ch über das Thema „Zeitgemäße wehrpolitische Betrachtungen". Zu allen diesen Veranstaltungen sind alle Volksgenossen herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Der Umbau des Vorlesungsgebäudes steht am Samstag bis 14 Uhr der Bevölkerung zur kostenfreien Besichtigung offen. Minen, Bomben und Granaten. Daß Seeminen, Bomben und Torpedos nützliche Waffen im Kampf um Deutschlands Freiheit sind, weiß heute jedes Kind. Wunderwerke der Technik und Erfindung wurden geschaffen, um unsere Feinde vernichtend zu schlagen, sie, die uns um Lebensraum und Lebensfreude lange Jahre gebracht haben. Daß diese gefürchteten Waffen aber zur friedlichen Aufbauarbeit Verwendung finden können, erleben wir am kommenden Samstag und Sonntag, wo sie zur 3. Reichsstraßensammlung durch die Kampfformationen der Bewegung, SA., NSKK. und NSFK. zum Verkauf kommen. Wenn wir diese kleinen, aus Walzzink gefertigten Abzeichen an Kleid und Anzug heften und dafür reiche Spenden in die Sammelbüchsen wandern lassen, wollen wir unserer siegreichen Truppen gedenken, die täglich solche Geschosse mit dem Einsatz von Blut und Leben zum Schutze der Heimat gegen England schleudern. Wir wollen ihrer steten Bereitschaft gerecht werden, indem auch jeder einzelne von uns sich zu einem Opfer bekennt, das unseren Feinden wieder ein Zeichen der entschlossenen Kampfbereitschaft des deutschen Volkes wird. Das Sammelergebnis aus diesen kleinen Abzeichen ist wie eine siegreiche Schlacht zu bewerten, die wertvolle Positionen des Gegners zerschlug, wenn der Feind immer wieder erkennen muß, daß das ganze Volk auch in diesen kleinen Dingen wie e i n Mann zusammensteht, um dem Feind keine Bresche zu zeigen. Aus dem gesammelten Bekenntnis aller Volksgenossen zur geschlossenen Tat erwächst das gewaltige Werk kämpferischer Selbsthilfe. Am Samstag und Sonntag kaufen wir darum alle bei den Männern der Kampfformationen der Bewegung nicht nur ein, sondern alle WHW.-Ab- zeichen. Zum Trotz gegen Engeland. Einkauf von Hausschlachtungsschweinen. NSG. Der Viehwirtschaftsverband Hessen-Nassau macht darauf aufmerksam, daß nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger zum Zwecke der Hausschlachtungen nur solche Schweine einkaufen dürfen, die zu Beginn der dreimonatigen Haltungs- und Füt- terunqszeit kein höheres Gewicht als 60 kg haben. Verstöße gegen diese Anordnung werden bestraft. Falls Schweine mit einem höheren Gewicht gekauft werden, kommt auch noch eine Bestrafung durch die Preisbehörde in Betracht, wenn bei dem Kauf die für Schlachtschweine festgesetzten Höchstpreise überschritten werden. * ** Dienstjubiläum. Schwester Dora Sun« fei, Schwester in der Chirurgischen Klinik der Universität Gießen, feiert am 1. November 1940 ihr 25jähriges Dienstjubiläum Schwester Dora Sunkel erfreut sich bei Vorgesetzten und Gefolgschaftmitgliedern des besten Ansehens. ** Städtische Bücherei. Im Oktober sind 1910 Bände ausgeliehen worden. Von diesen Bänden kamen auf: Zeitschriften 17, Gedichte und Dramen 21, Erzählende Literatur 1079, Jugendschriften Oichierabend Bruno Brehm. Feierstunde im Gießener Bortraqsring. Aus Anlaß der Woche des deutschen Buches hatten Goethe-Bund, Kulturelle Vereinigung und Volksbildungsstätte Gießen zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft des Gießener Buchhandels zu einer Feierstunde in der Neuen Aula eingeladen und den Dichter Bruno Brehm zu einer Lesung aus feinen Werken zu Gast gebeten Kreisleiter Back- Ha u s eröffnete den Vortragsabend im Namen des Vorsitzenden des Goethe-Bundes, Dr. Henning. mit herzlichen Begrüßungsworten, die sich an alle Anwesenden und im besonderen an Bruno Brehm richteten, den Sohn der deutschen Ostmark, Träger des Nationalen Buchpreises vom Jahre 1938: er freue sich, so sagte der Kreisleiter, den Dichter bei uns willkommen zu heißen; er glaube ihm versprechen zu können, daß er ein dankbares Publikum in Gießen finden werde. Darauf trat Bruno Brehm, von lebhaftem Beifall der zahlreichen Hörerschaft geleitet, ans Vortragspult. Wir vernahmen zuerst zwei sehr anmutige Kapitel aus dem neuen Roman „Auf Wiedersehen, Susanne!" ... schnell, flüssig, fast ohne Pause gelesen, bauen Bilder, Szenen, Stimmungen und Gestalten der Erzählung sich auf; man spürt am Tonfall und auch in manchen charakteristischen Wendungen der Erzählung die ostmärkische Herkunft, ein Blick in die Welt des alten Oesterreich, in anderen Büchern Brehms schmerzlicher und schärfer profiliert, eröffnet sich auch in diesem stilleren Umkreise des Mädchens Susanne. Es ist eine heitere Szene, diese winterliche Begegnung zwischen dem trotzigen, zornigen Schulmädel, das sich wie eine kleine österreichische Judith fühlt und gebärdet in feiner ohnmächtigen Ablehnung des frechen „Eindringlings", des „Feindes", der da sporenklirrend und säbelrasselnd im elterlichen Hause erscheint, ein junger k und k Leutnant, dem doch innerlich und äußerlich zum Holofernes alles fehlt. Das Gegeneinander von mädchenhaftem Trotz und Zorn und männlich-gelassener, soldatisch ruhiger Ueberlegenheit, sehr sicher und fein erfühlt, mit verstehendem, warmem Humor nachgebildet, gehl über in ein kleines nicht minder heiteres Gespräch zwischen Vater und Tochter, in dem doch, wie im Vorüberstreifen, einmal das große und eigentliche Thema Brehms anklingt, zu dessen Gestaltung sich der Dichter und der Historiker verbanden: das alte Oesterreich, das Dolkergemisch, die untergegangene Monarchie, der Krieg und das traurige Ende. Dann biegt der Dialog wieder zum Ausgangspunkt zurück, und dann folgt schon, fast ohne Uebergang, AM MW ‘.v'Z'i’Z'y M M aber zwei Jahre später spielend, das andere Kapitel, das eine zweite Begegnung zwischen Susanne und dem jungen Offizier beschreibt; aber nun kommt er zum Abschiednehmen, der Krieg ist ausgebrochen, Susannes mädchenhafter Trotz ist einer scheuen, weiblichen Sanftheit gewichen, die Helle, von mancherlei Humor blitzende Szene doch vom Ernst der Stunde, von ungewisser Zukunft und drohendem Schicksal beschattet. Es folgte eine entzückende kleine Erzählung unter dem Titel „Tschechische Frau", auch sie von Bruno Brehm. — (Archiv-M.) Heiterkeit und ironischen Lichtern funkelnd, aber diesmal ist der Schauplatz' in Prag und die Szene erfüllt und belebt von vielen farbigen, unauslöschlich haftenden Jugenderinnerungen; auch hier wieder wird das leichte, schnelle, glitzernde Fließen der Erzählung spürbar, die sehr anschaulich wirkt und noch im kleinen Umkreise etwas vom großen epischen Atem bewahrt; bei allem gutmütigen Spott ein lebendiges, warmes Bild, dessen menschliche Haltung ganz zuletzt erst den politischen Akzent erhält, der gerade bei diesem Thema kaum hätte fehlen können Den Schluß bildeten, ganz ungetrübter Heiterkeit zugewandt, drei Geschichten aus der Kinderzeit, ganz aus der kindlichen Sphäre gesehen, empfunden und nachgebildet, aus der Fülle der Erinnerung an die eigene Frühe: das wunderlich-drollige Weihnachtserlebnis „Der Darob", die kostbare Bubengeschichte vom „Sprung ins Ungewisse" und zuletzt, nach einer knappen Pause, der ergötzliche Bericht von einer mörderischen Seeschlacht in den elterlichen Betten; sie ist überschrieben „Elly" und war, wie manche unserer Leser sich erinnern werden, vor längerer Zeit in der Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers zu lesen. Die Hörer folgten mit ungeteilter Aufmerksamkeit, danktem dem Dichter mit großem Beifall und konnten sich nur langsam zum Aufbruch entschließen. Es mar ein schöner, vielfältig anregender Abend. Hans Thyriot. ,Oas Kraulein von Barnhelm^ Ein Bavaria-Film im Gloria-Palast. Man wird sich bei der Betrachtung des Films „Das Fräulein von Varnhelm" — „nach G. E. — der Erinnerung nicht entschlagen kön- ß Lessing außer dem Stück, das hier xum Vorbilde ober zum Vorwande diente, einem der wenigen Meisterlustspiele der deutschen Dichtung, unter anderem die Hamburgische Dramaturgie geschrieben hat, und es drängt sich, in innigem Zusammenhänge damit, öes weitern die hier schon öfters vorgetragene Überlegung auf, wie notwendig es wäre, daß endlich einmal, was Lessing damals für das deutsche Drama geschaffen hat, heute auch für den deutschen Film geleistet würde: eine Babelsberger Dramaturgie (ober wie immer sie heißen möge) tut uns not. Eines der Hauptstücke darin würde von den künstlerischen Voraussetzungen und Notwendigkeiten des Films zu handeln haben, von feinen Elementen, feinen Gesetzen, seinen Grenzen, es würde ferner, hiervon nicht zu trennen, die Frage des Filmstoffes und des silm- gerechten, „filmeigenen" Drehbuches sehr eingehend zu beleuchten und damit das Kardinalproblem des künstlerischen Films überhaupt aufzuweisen sein. * Das Drehbuch schrieben Ernst Hasselbach und Peter Francke; als der „einzig unterscheidende, aber zugleich entscheidende Schritt des Filmdramaturgen" über das Lustspiel hinaus wird angeführt, daß er die Konzentration des Dramatikers (auf Ort, Zeit und Handlung nämlich) aufgelöst habe und den Zuschauer im Film die Vorgeschichte des Dramas sehen lasse die der Zuschauer im Theater nur zu hören bekommt Daß dies als künstlerische Legitimation für die Verfilmung eines klassischen Lustspiels gelten kann, darf bezweifelt werden; aber die Hersteller waren bemüht, um der „Eigengesetzlichkeit des Films" willen dem naheliegenden Einwande „photographiertes Theater" zuvorzukom- men. (Hier eben würde die oben vorgeschlagene Film-Dramaturgie die notwendige Grenzziehung und Klärung der Begriffe herbeifuhren müssen?) Es entwitfelt sich indessen aus der meisterhaft ineinandergefügten szenischen Architektur Lessings ein kulturhistorischer Bilderbogen des Siebenjährigen Krieges: unter Hans Schweikarts weit ausholender und breit ausmalender Spielführung tut sich ein färben- und figurenreiches Panorama auf, das in Einzelheiten recht liebevoll und nicht ungeschickt ausgeführt ist; die Handlung beginnt im Bruchsallifchen Schloß in Sachsen, em stattliches Aufgebot preußischer Armee marschiert und galoppiert über die Szene und schlägt, wie im Fride- ricus-Film, eine regelrechte Schlacht (in der Teilst e im verwundet wird), die Kontributionsaffäre ist in allen Einzelheiten ausgesponnen —, so daß am Ende die Vorgeschichte den eigentlichen Kern des Lustspiels fast zu überfluten und zu erdrücken droht. — Wenn also von hier aus eine künstlerische Beglaubigung des Unternehmens kaum zu erlangen fein wird, so hat es immerhin das Verdienst, den Blick wieder auf einen der unvergänglichen Gegenstände des deutschen Theaters, auf ein glänzendes und geniales Jahrhundert nationaler Vergangenheit und auf einen der reinsten und klarsten Geister der deutschen Dichtung zurückgelenkt zu staben —: ein Verdienst, das bei der enormen Reichweite und Volkstümlichkeit des Films gewiß nicht gering angeschlagen werden soll. * Zumal dies mit einem glänzenden, im einzelnen musterhaft besetzten Ensemble von Schauspielern geschieht. Für das Fräulein von Barnhelm wurde die Staatsschauspielerin Käthe Gold eingesetzt; sie ist eine Minna, die heute auf deutschen Bühnen ihresgleichen suchen dürfte: ein wirkliches Fräulein (das Wort bedeutete zu Lessings Zeiten etwas anderes als heute), eine vollkommene Dame, unantastbar in der Haltung der sächsischen Patriotin und dabei ein bezauberndes junges Geschöpf, strahlend von Heiterkeit, zitternd vor Erwartung, überströmendem Gefühl und unfaßbarem Glück. Ewald Balser als Teilheim ist ein Gegenspieler von nobelster Männlichkeit, preußischer Offizier bis in die Fingerspitzen, sehr sparsam in der Empfindung, korrekt bis zum Eigensinn im Denken und Handeln. Fita Benthofs kann als d i e Franziska des gegenwärtigen Theaters gelten; sie macht ein Kammerkätzchen, dem wohl auch Lessing nicht ohne Vergnügen zugesehen haben würde Kämpers als Wirt, Dahlke (in einer herrlichen Maske) als Just. Ponto als Wirt und Lingen mit einem rasanten Wortschwall als Riccaut füg« ten sich, jeder aus feinem Platz, vortrefflich ins Ensemble, das im Sinne der Verfilmung sehr viel umfangreicher ist als im Urbilde — * Im Vorprogramm läuft die hier bereits ango- zeigte neue Wochenschau. Hans Thyriot SJ.-fporrf Verwundete bei der NSV. zu Gast Mannheim: Baden — Brandenburg; auch Die Neugestaltung in der Burg Gleiberg Frankfurter Schlachlviehmarkt. bis lauf: lebhaft, alles zugeteilt. in in in in in bis bis 57, Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschloffen. Die Kreisamtsleitung der NSV. bereitete einer sehr großen Anzahl von Verwundeten der hiesigen -Reseroelazarette einen frohen Nachmittag im „Brauchitsch-Lager". Hier waren die Tische weiß gedeckt und mit Blumen geschmückt. Für jeden Soldaten lag ein großer Umschlag bereit, der Zigaretten, Viermarken, Rasierklingen, Briefpapier und Karten, sowie den illustrierten Prospekt der NSV. über ihre Arbeit im Gaugebiet enthielt. Für den Transport hatte der Oberbürgermeister die Omni- buffe der Stadt Gießen zur Verfügung gestellt. Die NSG. ,Kraft durch Freude" hatte die Ausgestaltung der Veranstaltung übernommen und dafür das Orchester und einige Künstler unseres Stadt- cheaters gewonnen. Das Orchester unter Leitung des 1. Konzertmeisters Landgraf leitete die Veranstaltung mit Marsch- und Konzertmusik ein. Der Kreisamtsleiter der NSV., Pg. Frank, konnte zu dieser Veranstaltung außer den Verwundeten und den Krankenschwestern auch Kreisleiter Backhaus, Ober- feldarzt Dr. liefert, den mit der Betreuung der Verwundeten beauftragten k. Kreisamtswalter der NSKOV., Pg. G r a v e l i u s , sowie den Kreiswart von „KdF.", Pg. Schemel, begrüßen. Er sagte den Soldaten, daß die Veranstaltung nur möglich wurde durch die anerkennenswerte Leistung der Ge- meinschaft, für die die Partei den Impuls gegeben hat. Die Grundlagen dazu hat die Volksgemeinschaft durch ihre Opferfreudigkeit geschaffen, uni) durch das Zusammenwirken der einzelnen Gliederungen war die Organisation dieser Veranstaltung möglich, für die er einen frohen Verlauf wünschte. Kreisleiter Backhaus entbot den Verwundeten die herzlichen Grüße der Partei. Er fügte gleich hinzu, daß für diejenigen Kameraden, die diesmal noch Fernen Ausgang hatten, die gleiche Veranstaltung später wiederholt werden soll, denn durch diese unterhaltenden Stunden soll die Verbundenheit zwischen Partei und Wehrmacht, zwischen Front und Heimat zum Ausdruck kommen. Die Heimat, die die Opfer zu würdigen weiß, die ihre Söhne im Felde gebracht haben, will ihnen damit einen kleinen Tell des Dankes abstatten. Der Kreisleiter lenkte dann die Blicke des Soldaten auf bie politischen Ereignisse und führte u. a. aus, Wirtschaftsbetriebes gegeben fein. Die Küche wird erweitert werden. Der Burgwirt erhält neue Wohnräume eine Treppe unter der neuen Gaststube. Diese Wohnräume liegen gleichfalls nach der Sonnensette. Es wird notwendig sein, eine neue Decke emzu- ziehen und eine Treppe zur Wohnung einzubauen, evtl, soll auch ein besonderer Ausgang für die Wohnung geschaffen werden. rf Der neue Plan wird, bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet, der später einzuberufenden Mitgliederversammlung vorgelegt und so forciert werden, daß sogleich nach der Beendigung des Krieges die Bauarbeiten in Angriff genommen werden können. Wohnräume des Burgwirtes werden in einen neuen Gastraum verwandelt. Der Raum liegt nach der Sonnenseite und wird durch die Freilegung von drei Fensternischen, von denen aus ein herrlicher Ausblick möglich wird, und durch eine stilgerechte Ausgestaltung zu einer freundlichen, einladenden Gaststube ausgebaut. Durch drei Säulen wird diese Stube ein altertümliches Gepräge erhalten. In der Rückseite nach dem Gang zu wird der Ausschank eingebaut, der sowohl nach dem Raum hin als auch nach dem Gang zu benutzt werden kann. Durch die zwei Eingänge zum Bau wird dadurch eine flotte, der stärksten Inanspruchnahme bei größeren Veranstaltungen im Freien genügende Abwicklung des In der Jahreshauptversammlung des Gleiberg- Vereins wurde außer den für das kommende Jahr bevorstehenden Instandsetzungsarbeiten am Altan des Nassauer Baues, dem Wilhelms-Balkon, der Erneuerung des Estrichs im Buchner-Stübchen und der Herstellung der Türanlage zur Oberburg auch der neue Bauplan für die Umgestal- tun g der W i r t s ch a f ts r ä um e vorgelegt. Bekanntlich hatte der Burgbaumeister, Bauoberinspektor Mohr, bereits einen Bauplan ausgearbeitet, der die Zustimmung des Denkmalpflegers gefunden hatte und von der Baupolizei bereits genehmigt worden war. Dieser Bauplan sah vor, an Stelle des bestehenden unzulänglichen Ausschankes im Hofe der Burg einen massiven, stilgerechten Ausschank zu schaffen, der allen Anforderungen entsprechen sollte. Dieser Plan ist fallen gelassen worden, weil er feine befriedigende Lösung darstellte. Nach dem in Vorbereitung befindlichen neuen Der Handballsonntag verelchsklasse. Tv. Hochelheim — To. Katzensurt Tv- Lützellinden — Mtv. Gießen Tv. Dornholzhausen — Garbenheim. Hochelheim wird naturgemäß alles daransetzen, um seinen ersten Tabellenplatz weiterhin mit Erfolg zu verteidigen. Eine Ueberraschuna nur würde genügen, um die Mannschaft aller Aussichten zu berauben. Es ist deshalb schon erforderlich, jeden Gegner ernst zu nehmen und vorläufig keinen Finger breit nachzulassen. Der Sieger, der sich diesmal durchsetzt, muß nämlich wirklich etwas können. Lützellinden ist zu Hause, wie die Erfahrung lehrt, noch ernster zu nehmen, als aus fremden Plätzen, trotzdem and) dort schon eine ganze Reihe vorzüglicher Leistungen geboten wurden. Wenn also die Gießenr Männerturner mit einem Erfolg rechnen, müssen sie In spielstarkster Ausstellung antreten und oessere Leistungen zeigen, als dies bisher der Fall war. Garbenheim könnte, wenn sich die Mannschaft zurechtfindet, einen Erfolg der Dornholzhäuser streitig machen. Dazu gehört aber bei dem ausgezeich- neten Können der Platzbesitzer schon mehr, als gewöhnliches Durchschnittskönnen. Wer Dornholzhausen auf ebenem Platze schlagen will, muß in allen Teilen gleich gut besetzt sein. 1. und 2. Klasse. Tv. Wetzlar — Tv. Gröningen Tuspo. W.-Niedergirrnes — Tv. Krofdorf Tv. Dornholzhausen — Tv. Garbenheim. Fußball-Länderkampf Deutschland—Jugoslawien. Fünf Awischenrundenkämpfe Die deutsche Fußball-Nationalelf weilt am Sonntag in Agram zum vierten Länderkampf gegen Jugoslawien. Die deutsche Nationalelf gewann zwar vor Jahresfrist in der kroatischen Hauptstadt mit 5:1 Toren, mußte dann aber im April in Wien eine überraschende 1:2-Niederlage gegen die kampfkräftigen Jugoslawen hinnehmen. Die Mannschaft Klodt; Janes, Streitle; Kupfer, Rohde, Kitzinger; Lehner, Walter, Conen, Fiederer, Arlt; hat die Aufgabe, diese Wiener Niederlage wettzumachen. Es sind zwar mit Walter, Fiederer und Arlt wieder einige sehr junge Kräfte aufgeboten, aber alle drei sind keine Länderspielneulinge mehr und wer- den vestimmt ihren Mann stehen. Immerhin wird die deutsche Elf eine besonders gute Leistung vollbringen müssen, wenn sie den Sieg, den mir alle erwarten, davontragen will. Jugoslawien: Glaser (Gradjanski); Drozo- vic (Gradjanski), Dubac (Belgrader SK.); Djanic, Jazbinschek (beide Gradjanski), Lechner (BSK.); Cimermancic (Gradjanski), Daljarevic, Bozovic (beide BSK.), Zivkovic, Matekalo (beide Gradjanski). Die fünf Treffen der Reichsbundpokal - Zwischenrunde lauten wie folgt: Frankfurt a. M., 31. Ott Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 37,5, Bullen a) 44 bis 44,5, b) 40,5, Kühe a) 44 bis 45,5, b) 39 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 36,5, Kälber (Sonderklasse) 65 bis 74, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45 bis 50, d) 35 bis 40, Hämmel b2) 48 bis 51, c) 30 44, d) 15 bis 26, Schafe a) 41 bis 44, b) 36 38, c) 15 bis 32, Schweine a) 58, bl) 58, b2) c) 55, d) 52, e) 50, gl) Sauen 58. Marktver- Kamillen 28,955; Johanniskraut 27,400; Ackerschach, telhalm (Zinnkraut) 26,400; Haselnuhblätter 15,400; Huflattichblätter 13,250; Maiblumenblätter 8,800; Erdbeerblätter 5,540; Feldthymian (Quendel) 2,600; Holunderblätter 1,500; Mutterkorn 1,475; Birken- blätter 1; Pfefferminz 0,8; Brennesseldlätter 0,5; Spitzwegerichblatter 0,250 Kilo. Der Anteil der Schulen und sonstigen Sammeleinheiten an dem schönen Ergebnis beträgt: Schule Gonterskirchen 83,750; Schule Röthges 38,745; Schule Ettingshausen 34,680; Schule Rupperts- bürg 33,290; Schule Wetter seid 32,620; Oberschule Laubach 17,100; Volksschule Laubach 11,780; Jungvolk (Fähnlein 12/116) 6,700; Schule Freienseen 5,780; NS.-Frauenschaft Röthges 4,4; Ruppertsburg 2,7; Laubach 2,5; Gonterskirchen 1,7 Kilo. Dazu kommen noch 69 Kilo frische Hagebutten, die an die Helvetia" in Groß-Gerau versandt wurden. Getrocknete Hage- butten und kleinere Mengen sonstigen Sammelgutes lagern noch auf der Sammelstelle. Plan soll der bestehende Hofausschant vollkommen beseitigt und die Burgmauer in ihren ursprüng- liehen Zustand versetzt werden. Dadurch wird neben dem bestehenden üblichen Eingang ein zweiter freigelegt, der einen flüssigen Durchgangsverkehr ermöglicht. Durch diesen zweiten Eingang wird auch der alte, schöne Treppenaufgang besser zur Geltung kommen. Gleichzeitig wird die alte Halle, die jetzt als Aufbewahrungsraum für den Burgwirt dient, in ihren ursprünglichen Zustand versetzt, so daß die Burg durch einen repräsentativen Raum reicher werden wird. Im Anschluß an diese Halle werden Bedürfnisanstalten für Männer und Frauen eingebaut, durch die die jetzigen unzulänglichen Verhältnisse abgestellt werden sollen. Auch die bisherige Absicht, die Wohnräume des Burgwirtes, die zur Neugestaltung eines weiteren Gastraumes benötigt werden, in den Oberstock der Burg zu verlegen, wird fallen gelassen. Die bisherige Küche und die wenn wir auch einen großen Teil der Feinde nie- bergerungm hätten und jetzt die Großeinsätze der Flieger und der Marine sich nur gegen England richten, so wüßten wir, daß der Soldat stolz darauf sein könne, daß er einen großen Teil der bisherigen schweren Arbeit geleistet habe, durch den die Front näher an die Insel herangetragen werden konnte. Jetzt habe das ganze deutsche Volk nur einen Wunsch, diesen einzigen Feind, England, und das mit ihm verbundene internationale Judentum nie- derzuringen, damit die Aufbauarbeit im Reich und die Neuordnung Europas ihren Fortgang nehmen könne. Er wünschte den Soldaten, daß sie die Stunden in Fröhlichkeit verleben und sich gern ihres Aufenthaltes im Kreis Wetterau und in Gie- ßen erinnern möchten. Während dann das Orchester des Stadttheaters aufspielte und Harry Grüneke, der Spielleiter der Operette, mit Frl. Ilse W i n h o l d und Hans Seitz sowie einer Gruppe des Balletts des Stadt- theaters die Verwundeten mit allerlei heiteren und ernsten Darbietungen erfreute, trugen Mitglieder der Gießener Ortsgruppen der NS.-Frauenschaft unter ßeitung der Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. W r e d e ein schmackhaftes warmes Essen auf uni) bewirteten die Soldaten mit Bier. Der 1. Trompeter des Stadttheaters, A. Schöffel, erfreute mit einigen Irompetenfolis. Die Soldaten ließen sich das Essen gut schmecken und waren bei den vielseitigen Darbietungen in fröhlicher Stimmung. Oberfeldarzt Dr. B i ck e r t sprach der NSV., dem Kreisleiter und dem Kreisamtsleiter sowie allen, die am guten Gelingen dieser Veranstaltung be- teUigt waren, den Dank der Wehrmacht und den seiner Kameraden aus. Er unterstrich dabei die sehr gute Zusammenarbeit der Wehrmacht mit der Par- tei und allen ihren Gliederungen in Gießen und versicherte, daß die Soldaten diese Drohen Stunden in bester Erinnerung behalten werden. Die Soldaten bewiesen ihren guten Humor und dankten nicht nur durch stürmischen Beifall, sondern trugen auch selbst zum harmonischen Verlauf dieser Veranstaltung bei, für die der NSV., besonders auch dem Organisator, dem Kreisgeschäftsführer der NSV., Pg. H artig, volle Anerkennung gebührt. München: Bayern — Ostpreußen; Hamburg: Nordmark — Südwest; Breslau: Schlesien — Württemberg; ... Stettin: Pommern — Sachsen. Als klare Favoriten gelten Bayern und Sachsen, dagegen sind in den übrigen drei Begegnungen die Sieger kaum vorauszusagen. Baden könnte es in heimischer Umgebung gegen die Reichshauptstädter schaffen, Südwest fährt mit einer sehr starken Elf nach Hamburg, und Württemberg wird in Breslau eine scharfe Klinge schlagen. 392, Länder- und Völkerkunde 110, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 145, Naturwissenschaft und Technologie 58, Heer- und Seewesen 39, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 9, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 26 Bände. Landkreis Gießen L a u b a ch , 31. Okt. Don der von Lehrer O 11 (Gonterskirchen) verwalteten Heikräutersam- melstelle in Laubach liegt ein vorläufiges Ergebnis der diesjährigen Sammeltätigkeit. Es ist mit 275,650 Kilo getrockneter Heil- und Teekräuter, die bis jetzt an die Gausammelstelle in Frankfurt am Main-Höchst zum Versand kamen, eine sehr gute Jahresleistung, wenn man berücksichtigt, daß der Bezirkssammelstelle Laubach nur 8 Schulen mit 11 Klassen, die sammelten, zugeteilt sind. Es wurden 18 verschiedene Drogen in folgenden Mengen gesammelt und getrocknet: Himbeerblätter 71,350; Brombeerblätter 38,150; Schafgarbenblüten 31,300; Grüningen geht einen schweren, aber nicht aus- ichtslosen Gang. Wenn die Mannschaft so spielt, nie am letzten Sonntag, wird es auch Wetzlar chwer halten, seinen Siegeszug fvrtzusetzen. Krofdorf hat unbedingt Chancen, seinen Vorspiel- ieg zu wiederholen. Die Mannsch-aft ist auf jeden Fall in Ordnung und hat bis jetzt noch immer vor- zügliche Leistungen gezeigt. Sie wird — richtig ein- gesttzt — auch diesmal die Oberhand behalten. Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Beuern, nachdem die Garbenteicher erst am letzten Sonntag Lich klar schlagen konnten. Schon im Vorspiel trat eine knappe Ueberlegenheit zutage, bie sich — im Hinblick auf den Vorteil des eigenen Platzes — diesmal vielleicht noch etwas deutlicher zeigen wirt». Steinbach gewinnt dieKriegserinnerungsplakette. Hungen L — Steinbach L 0:3 (0:2). Nachdem die Fußballmannschaft der Sportgemeinde Steinbach am Sonntag ihr letztes Spiel in Hungen mit 3:0 gewinnen konnte, hat die Mannschaft mit 4 Punkten Vorsprung die Erinnerungsplakette errungen. Spielverlauf: Beide Mannschaften kämpfen vorerst ohne Erfolg. In der fünfzehnten Minute bringt der Halblinke Stürmer Steinbachs feine Mannschaft mit 1:0 in Führung. Angriff auf Angriff rollt auf beide Tore, die aber nichts einbringen. Die Mannschaft von Steinbach versucht kurz vor Halbzeit noch einmal das Resultat zu verbessern, was ihr auch gelingt. Resultat 2:0. Nach der Halbzeit tritt bei den Gästen eine kleine Schwäche ein, die dank der guten Verteidigung und Tormann überbrückt wird. Bald findet sich die Mannschaft wieder, und der Mittelstürmer schießt sicher das 3. Tor für Steinbach. Die Angriffe der Hungener Mannschaft werden durch die guten Leistungen der Läuferreihe und Hintermannschaft zunichte gemacht, so daß ihnen sogar das Ehrentor versagt bleibt. Der Sieg Steinbachs ist nur durch eine gute Gesamtleistung möglich gewesen. Das Spiel, das unter der guten Leitung des Schiedsrichters Kaletsch (Wetzlar) stand, fand mit dem verdienten Sieg Steinbachs seinen Abschluß. Steinbad) 1. Jugend — Rödgen 1. Jugend 3:0 (0:0). Am Sonntag trugen diese Mannschaften ihr erstes Pflichtspiel aus. Bis zur Halbzeit verlief das Spiel torlos. Nach dem Seitenwechsel spielte Stein- dach mit dem Wind und kam immer mehr auf. Ein Elfmeter führte zum ersten Erfolg für Steinbach. Dann fielen nach kurzen Abständen noch zwei weitere Tore. Beim Stande von 3:0 für Steinach wurde das Spiel abgebrochen. 3000Kilometer Siebe Vornan von Olly Doeheim 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Künstlerinnen sind unberechenbar", antwortete der Direktor. „Vielleicht ist sie verliebt, das soll ja eine Frau zum Backfisch machen." .^Jedenfalls ein glücklicher Abend!" Wieder rauschte Applaus auf. Peter schubste Anni aus der Kulisse, und ein Logenschließer überreichte ihr einen riesigen Blumenstrauß. Anita taumelte in ihre Garderobe, nahm die Glückwünsche fremder Leute in Empfang und lehnte die Einladung zu einer Feier höflich, aber bestimmt ab. „Ich habe ja gar kein großes Gesellschaftskleid mit", flüsterte sie Peter zu, „und außerdem bin ich ja gar nicht gemeint." Am Bühnenausgang klatschte das Publikum ihr zu. Sie steckte das Gesicht tief in die Blumen und lächelte. „Jetzt ist der Augenblick da, den ich, seit ich tanze, erträumt habe", sagte sie zu Peter, als sie in die Taxi gestiegen war, „und er ist doch nicht da. Habe ich einen Erfolg gehabt? Nein! Die Verries hat ihn gehabt! Ihr bekannter Name gab mir Kredit beim Publikum! Ohne diesen Kredit wäre ich wahrscheinlich durchgefallen." „Du bist das arößte Schaf, das der liebe Gott in seiner Hammelherde erschaffen hat", sagte Peter wütend. „Jetzt fahren wir ins Hotel, trinken eine Flasche Sekt und lassen uns ein pfundiges Abendessen servieren." Peter neigte sich vertraulich zu Anni: „Ich habe nämlich schon dein Honorar in der Tasche." Anni überlief es eiskalt. „Sag mal, Peter, haft du schon an die Folgen gedacht, die die Kritiken für mich haben können?" „Und ob", erklärte Peter, „ich hatte einen regelrechten Kloß im Hals bei dem Gedanken, daß sie schlecht sein könnten." „Und nun?" „Ist der Kloß weg, denn sie werden glänzend fein, Anni, so glänzend, daß diese Verries vor Dankbarkeit vergehen wird." Er bezahtte die Taxi und führte Anni in das Hotel, dort suchten sie sich einen stillen, entlegenen Winkel im Speisesaal. „Was dieser Vera Verries auch zugestoßen sein mag, eines ist sicher: Für ihren Ruf ist es besser, sie hat eine glänzende Kritik, als es geht eine Notiz durch die Zeitungen, daß sie nicht eingetroffen ist. Nichts schadet einem Künstler so, als wenn es heißt, er ist unzuverlässig. Da springen die besten Theater ab —" „Wenn aber" — Anni blieb der Bissen im Halse stecken — „wenn ihr aber etwas Ernstes zugestoßen ift? Am Ende ist sie tot, verunglückt, ein Auto- zusammenstoß." Peter kramte nach einer Zigarette, ein Zeichen, daß er nervös wurde. „Ach, Unsinn, Anni. Sie hat es verbummelt und ist heilfroh, daß eine Tänzerin im letzten Augenblick vom Himmel gefallen ist und den Abend gerettet hat. Du kannst dich ruhig über deinen Erfolg freuen. Dein Start war ungewöhnlich, ich gebe es zu. Ich habe den Anstoß dazu gegeben. Und alle Folgen kommen auf mein Haupt.Und ich werde mich schon wieder herauswinden. Das wäre die erste Situation, mit der Peter Renz nicht fertig geworden ist. Prost!" Anni lachte: „Prost, Peter, weißt du, wie du mir vorkommst?" „Doch nicht etwa wie ein Flirt?" „Nein, wie ein Rucksack, in den man alles hinein- wirft, was einen belastet —" „Ehe man auf selige Wanderschaft geht!" „3a, Peter —" „Ich glaube, Anni, auf jeder Wanderschaft entdeckt man einen neuen Stern/ Anni hob ihren Sektkelch. Sie stießen an. Hell klangen die Gläser zusammen. Sie dachten beide an ihren Stern, und doch gingen ihre Gedanken weit auseinand-r. Nachdem Anni in ihr Zimmer gegangen war. schlenderte Peter durch die Stadt. Die Straßen waren leer. Er ging zum Wasser hinunter, setzte sich auf eine Bank und starrte auf die schwarze Fläche. Laternen warfen goldene Säulen ins Was- fer. Die Schiffe schliefen. Rötlich und trübe stand über den spitzen Dächern der Mond. Peter steckte sich erneut eine Zigarette an, lief durch schmale, kleine Gassen, die so eng waren, daß sich die Giebel fast aneinanderschmiegten. Er lief vor seiner Unruhe davon, und doch folgte sie ihm auf den Fersen, und ihm schien, als liefe sie im Mond- schatten hinter chm her und klcpperte im Echo feiner Schritte mit. Anni schlief selig und fest. Peter Renz jedoch hatte gewaltige Sorgen. Ader ein Gedanke machte ihn schließlich ruhig; mochte das Abenteuer ausgehen wie es wollte — er würde die Konsequenzen gern tragen; denn im Grunde hatte er es aus Liebe für Anni getan. Die blaue Stunde hob ihr gläsernes Gesicht über die Stadt und wischte die matten Sterne aus. Die Häuser lagen ertrunken im Schlaf. Die Welt war kühl und fremd, als lausche sie in dieser geheimnisvollen Stunde zwischen Nacht und Morgenröte in den Himmel hinein, unter dessen erblassender Kuppel sich die Geburt des jungen Tages vollzog. Peter Renz fühlte sich unendlich einsam inmitten der schlafenden Straßen, als stünde die Welt einen Augenblick lang still. Dann klang ein Vogelruf auf, leise, verschlafen, ein zweiter, dritter, und als hätten die kleinen Stimmen eine göttliche Magie, die Sonne wachzurufen, stieg sie aus dem Meer auf, und warf ihre goldenen Strahlen über die schwarzen Türme der alten Stadt Göteborg. Peter Renz stand still. Sein junges Herz wurde voll Demut. Das tägliche Wunder des Tagwrrdens löste eine zarte Andacht in ihm aus. Sekundenlang faltete er die Hände, ohne zu wissen, daß er es tat. Dann ging er mit dem Gefühl, ein königliches Geschenk empfangen zu haben, der Stadt zu. 10. Kapitel. „Du scheinst ja eine ungeheuer fesselnde Lektüre zu haben", sagte Dera Verries, während sie das Boot an die Kette legte und Arne zusah, wie er, ohne sich auszuziehen, gleichsam wie hypnotisiert von der Zeitung, sich auf einen Holzstamm setzte. „Komisch", fuhr sie fort, „du sagtest doch, daß dich die Dinge da draußen in der Welt überhaupt nicht interessieren?" „3a", meinte der Mann gedehnt, „diesmal interessieren sie mich eben —" „Das kann ich gar nicht verstehen!" „Oh, dich dürften sie auch interessieren", sagte Arne mit einem ironischen Blick. „Ich wette, nein*, lachte Vera. „Ich wette dagegen! Es handelt sich nämlich um deinen Erfolg in Göteborg." „Was?" Dera war aufgesprungen und kam naher. „Hier, deine ftritifen!" rief der Mann. „Du bist wirklich eine begabte, ja, hier steht es wörtlich, von leidenschaflicher Liebe zum Tanz erfüllte Künste lerin — hier — biegsam wie eine Gerte — sogar dämonisch und sündhaft schön — was willst du noch mehr. Eins jedenfalls macht dir sobald niemand nach: du erzählst in einer Hütte am Siljan- see deinem Geliebten Märchen und gibst gleichzettig in Göteborg einen Tanzabend." Vera Verries setzte sich. Ihre Knie zitterten, als sie nach der Zeitung griff. „Das ist ja nicht möglich", rief sie, während ihre Augen die Zeilen überflogen. „Ja, man sollte es nicht für möglich halten", erwiderte der Mann. „Warum müssen die Frauen immer schwindeln und sich mit einem falschen Glo- rienschein umgeben? Du, Dera, hättest das weiß Gatt nicht nötig gehabt." Eine harte Falte grub sich zwischen feine Hellen Brauen. „Entschuldige einen Augenblick", sagte die Frau, „ich muß erst langsam zu mir selbst kommen, ehe ich auf deine unklaren Reden eingehe. Du hast doch mein Absagetelegramm abgeschickt?" Der Mann sah sie an: „Teufel auch", sagte er, „das steckt noch in meiner Tasche. Als hätte ich geahnt, daß es überflüssig ist und nur Verwirrungen anrichten würde." „Du hast das Telegramm vergessen und wagst es, mir Vorwürfe zu machen?" ,Lch mache dir keine Vorwürfe, denn ich weiß ja nicht, wen ich vor mir habe. Ich nannte dich bis heute Dera. Aber die bist du ja nicht. Die wirkliche Vera Verries hat ja in Göteborg getanzt." „Warum hast du das Telegramm denn nicht auf- gegeben?" fragte Vera fassungslos. „Nicht, weil ich schon damals deinen Schwindel durchschaute, sondern weil neben der Post in Lek- sand ein neues Angelgerät ausgestellt war. Ich ließ es mir zeigen, kaufte es und ging gleich ans Wasser, um es auszuprobieren. Eine ganz neue Angel, amerikanisches Fabrikat." (Fortsetzung folgt)