Dienstag, I. Oktober 1940 (90. Jahrgang Ur. 252 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer btS8l/,Ubr desVormittags Anzeigen-Preiser Amelgenteil 7 Rvi. te mm bei 22 mm Heilenbreite# Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Heilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenitanel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25'/« mehr Ersckerm täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießenerf>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Monats-Be^ugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte - 1.80 Zusiellgebühr.. „ -.25 auch bei 4Ucktersckeinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlub 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 1168« Tranks. M Gießener Anzeiger «.sä« General-Anzeiger für Oberhesfen "sät zur Kriegserklärung konnte nichts den Londoner des englischen Luftmarschalls? davon abhalten, in der Zeit von 13 bis 14 Uhr | -------- sein Mittagessen einzunehmen. Nun soll das Mittagessen in die Zeit von 10.30 bis 11 Uhr vor-§ verlegt werden. Man plant die Arbeits- stunden in der Zeit zwischen 8 bis 16 Uhr zu absolvieren, well dann die Arbeiter und Angestell- .ten Londons noch eben Zeit haben, nach Beendigung der Arbeitszeit nach Hause zu kommen. Hotels und Restaurants werden auch ihre Arbeitszeiten ändern. Die Londoner „Pubs" (Stehbierkneipen), die nach dem englischen Gesetz nur in der Zeit von 12 bis 15 und 18 bis 23 Uhr Alkohol ausschenken dürfen, wollen jetzt versuchen, eine Aende- rung dieser Ausschankzeiten zu erzwingen. Die Soupers in den feudalen Restaurants Londons sind nun auch eine Seltenheit geworden und haben an Beliebtheit verloren, weil es die Gäste jetzt vorziehen, ihre Zeit In den Luftschutzkellern zu verbringen .anstatt in den Speise-Sälen der großen Westend-Lokale. Zahlreiche Londoner Verkehrsmittel, wie Straßenbahnen und Autobusse, werden ihre Fahrpläne ebenfalls ändern, weil sich die Zeit der stärksten Belastung ebenfalls geändert hat. Vergeltungsangriffe ohne Unterbrechung fortgesetzt der Londoner Untergrundbahnhöfe liegen und von abends 9 Uhr bis morgens 6 Uhr darauf warten, daß der Luftalarm wieder abgeblafen wird. Bis Moskau und der Dreimächtepakt. Unveränderliche Friedens- und Neutralitätspolitik der Sowjetunion. Der Wehrmachtsbericht vom Montag. Berlin, 30. Sepl (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Vergeltungsangriffe auf London und kriegswichtige Ziele in England und Schottland find ohne Unterbrechung fortge- fehl worden, Hauptangriffsziele waren wieder London und Liverpool. Sie wurden von gesoffenen Verbänden und zahlreichen Einzelflugzeugen bombardiert. Starke Zerstörungen und Grohfeuer zeigten die Wirkung auf wichtige Ziele in den Hafengebieten beider Städte. Weitere Angriffe galten mehreren Häfen Süd- Lnglands. Ferner belegten Kampfflugzeuge in der Nacht die schottifchen Städte Aberdeen, Edinburgh und Leith mit Bomben schweren Kalibers. 3n den Midlands wurde ein besonders wichtiges Rüstungswerk im Tiefflug angegriffen. Ein Volltreffer schwersten Kalibers richtete in dem Werk große Zerstörungen an. Vor der englischen Ostküste gelang es, zwei Geleitzüge zu zersprengen. Bei den gestrigen Nachteinflügen in das Reichsgebiet gelangte der Gegner mit einzelnen Flugzeugen in die Mark Brandenburg, ohne jedoch bis zur Reichshauptstadt vordringen zu können. An einigen Orten im Westen wurden Bomben geworfen. Militärischer Schaden entstand nicht. Der angerichtete zivile Sachschaden ist bedeutungslos. Dagegen wurden unter der Bevölkerung wieder zahlreiche Personen verletzt. 3n den Luftkämpfen des 29. September wurden 17 britische 3äger und 1 Kampfflugzeug abgefchos sen Vier deutsche Flugzeuge find nicht zurückgekehrt. Der erwähnte Angriff auf das Rüstungswerk in den Midlands wurde von einem Kampfflugzeug unter Führung des Oberleutnants von Butler durchgeführt. London spürt die SeriWung der Angriffe. Eine der wichtigsten Besonderheiten des Paktes besteht darin, daß er offen die Einflußsphären der Vertragspartner anerkennt, sowie die Aufteilung dieser Sphären unter ihnen mit der Verpflichtung gemeinsamer V e r t e i d i - g u n g dieser Einflußsphären vor Uebergriffen dritter Staaten, vor allem Englands und der mit England in Zusammenarbeit stehenden Vereinigten Staaten. Gemäß dem Pakt wird Japan der großasiatische Raum eingeräumt und Deutschland und Italien Europa. Eine andere wichtige Besonderheit des Paktes, so schreibt die „Prawda" weiter, stellt der darin enthaltene Vor be halt bezüglich der Sowjetunion dar. In dem Pakt heißt es: „Deutschland, Italien und Japan erklären, daß das gegenwärtige Abkommen in keiner Weise den politischen Status berührt, der gegenwärtig zwischen den vertragschließenden Seiten und der Sowjetunion besteht." Diesen Vorbehalt muß man vor allem als eine Achtung der Vertragspartner gegenüber der Position der Neutralität verstehen, welche die Sowjetunion seit dem ersten Tage des Krieges durchführt. Man muß ihn weiter verstehen als eine Bestätigung der Kraffund Bedeutung des Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und Deutschland und des Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und Italien. Die „Prawda" schließt mit der Feststellung: Getreu ihrer Friedens- und Neutralitätspolitik kann die Sowjetunion auch ihrerseits bestätigen, daß diese Politik, soweit es von ihr cchhängen wird, unveränder- l i ch bleibt und bleiben wird. — und verschwiegen ... Die mehr als 100 Millionen Untertanen des Tenno, di-e in einer durchschnittlichen Dichte von über 150 je Quadratkilometer die rund 680 000 Quadratkilometer des Jnsellandes und seiner festländischen Besitzungen bevölkern, unterliegen der allgemeinen Wehrpflicht, die vom 17. bis zum 40. Lebensjahre dauert und je nach der Waffengattung 2 oder 3 Jahre aktiven Dienstes in der Truppe verlangt. Die vormilitärische Jugenderziehung spielt eine große Rolle und umfaßt Jungen und Mädchen — diese für Samariterinnen-, Luftschutz- usw. -dienste — bereits im frühen Kindesalter. In Frieden und Krieg stehen alle drei Wehrmachtsteile unter dem Oberbefehl des Kaisers. So- weit bekannt, umfaßte die Friedensarmee etwa 328 000 Offiziere und Mannschaften, die in eint Garde- und 16 Infanterie-Divisionen gegliedert sind und außerdem 4 Kavallerie- und 4 Schwere Artillerie-Brigaden bildeten. Dieser Stand von 1937, also vor dem Beginn der entscheidenden Auseinandersetzung mit China, erschien als unzureichend, und so wurde erklärt, man plane eine H e e res- re f o r m , an deren Ende 28 Infanterie-Divisionen vorhanden sein sollten, und insbesondere gedachte man ihrer'Ausrüstung mit neuzeitlichstem technischen Gerät aller Art erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Zwar hat der noch immer nicht beendete Kampf mit Tschiangkaischek diesen Plan nicht Gestalt gewinnen lassen; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß gerade die Erfahrungen des chinesischen Feldzuges die Erweiterung des Heeres und seine ständige Modernisierung erheblich gefördert haben, was der Einsatz starker Fliegeroerbände, das Auftreten kampfkräftiger Panzereinheiten und manches andere Moment bewiesen hat. Und ebenso sicher ist es, daß beträchtliche Formationen nicht nur der aktiven Regimenter auf chinesischem Boden fechten, sondern auch ältere Jahrgänge. Wie hoch die Kriegs- stärke der japanischen Armee ist, weiß man nicht; sicherlich liegt sie bei einigen Millionen, da Jahrzehnte hindurch immer neue Hunderttausende durch die Wehrpflicht erfaßt und ausgebildet worden sind. Wenn man sich veranschaulicht, daß Japan vor dem noch anhaltenden Chinakonslikt eine Landgrenze von etwa 700 Kilometer Länge, gleichzeitig aber Seegrenzen zu decken hatte, die mehrere Dutzend Male ausgedehnter sind, wird man begrei- . fen, daß man bis in die neueste Zeit hinein das Stockholm,!. Okt. (Europapreß.) London erlebte bis 18 Uhr am Montag vier Luftalarme. Ein offizielles KommumguL über die Aktivität der deutschen Luftwaffe über England am Montag ist vorläufig nicht ausgegeben worden. Es heißt lediglich, daß die deutschen Angriffe am Montag wieder sehr intensiv waren und große Formationen deutscher Bomber und Jagdgeschwader über England einflogen. Die vierte Woche der ununterbrochenen deutschen Angriffe gegen London endete in der Nacht zum Montag mit deustchen Operationen über der Londoner City und dem West- end der englischen Hauptstadt. Der Londoner Rundfunk bestätigte, daß mehr deutsche Maschinen als bisher das Absperr f. euer durchbrachen und über dem Zentrum erschienen. Die Bevölkerung Londons mußte wieder mehr als 8 Sinnden in den Luftschutzkellern zubringen. Die Sicht war schlecht, und ununterbrochener Regen peitschte die Luft, als die ersten deutschen Maschinen am Sonntag mehrere Stunden vor Mitternacht über London erschienen. Das gleiche Wetter herrschte noch, als die deutschen Bomber kurz nach Morgengrauen den Heimflug antraten. Eine große Anzahl Spreng- und Brandbomben wurden, wie der Londoner Rundfunk zugibt, abgeworfen. Di e City hat Volltreffer erhalten, ein Großfeuer erhallte die halbe Nacht hindurch das Nervenzentrum der englischen Finanzwelt. Ebenso rote m der City London auch am Montag erfolgreich bombardiert. 38 feindliche Maschinen abgeschossen. Berlin, 30. Sept lDRB.) London und einzelne Punkte der englischen S ü d k ü st e wurden im Laufe des Montag mehrfach erfolgreich von deutschen Kampfverbänden bombardiert. 3n London wurde feit 8 Uhr fünfmal Fliegeralarm gegeben. Bei den über Südengland sich entwickelnden Luftkämpfen wurden 3 8 feindliche Mafchinen abgefchoffen. 14 eigene Flugzeuge werden vermißt. Rach einer späteren Meldung des Deutschen Rachrichtenbüros setzten deutsche Kampfverbände im Laufe des gestrigen Tages systematisch die Angriffe auf London und kriegswichtige Ziele in Südengland fort. Alle Kampfhandlungen verliefen für unsere Luftwaffe sehr erfolgreich. Sämtliche befohlenen Ziele wurden erreicht und mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt 3m Laufe des Tages entwickelten sich zahlreiche Luftkämpfe, die gleichfalls das Uebergewicht der deutschen 3 ä g e r eindeutig bestätigten. Die Kampfhandlungen haben sich bis in die Abendstunden des 30.9. hingezogen. VerlegunggesabrdeterF!uaplahe Stockholm, 1. Oktober. (DNB. Funkspruch.) Der britische Rückzug aus Norwegen und wenige Wochen später aus Flandern sind gebührend als große britische Siege gefeiert worden. Aus einer militärischen Katastrophe machte man in seiner Verlegenheit einen glänzenden Erfolg in der naiven Auffassung, bie Weltöffentlichkeit werde eine derartig plumpe Verdrehung nicht abzuleugnender Tatsachen gläubig hinnehmen. Dasselbe Verfahren wendet Luftmarschall Sir PH. Joubert an, wenn er in seiner letzten Rundfunkansprache die V e r - legung der südetiglischen Flug-plätze ins Innere des Landes zu begründen ver- Unfere Zusammenstellung von vor und nach einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf das strategisch bedeutende an der Sudkuste von Wales am Bristol-Kanal gelegene englische Erdöl-Depot Sroan ea aufgenommenen Bildern veranschaulicht eindrucksvoll tue zielsichere Wirkung der deutschen Aktion Links ein Blick auf die Oeltanks v or d em d eutf ch en An griff, rechts eine Aufnahme eines Fliegerbeobachters die kurze Zeit nach dem Bombenwurf gemacht wurde. Riesige schwarze Rauchwolken steigen über den Behältern zum Himmel. (PK.-Pressebildzentrale-M.) und im Westen wurden auch in den Vororten Jn- dustrieanlagen -durch Volltreffer vernichtet Das englische Luftfahrtministerium hat bestätigt, daß die deutschen Angriffe in der Nacht jum Montag heftiger und vernichtender gewesen sind als die der letzten Zeit. In dem Bericht heißt es, daß drei Gebiete besonders betroffen wurden, London, die sog. Home Countries und Merseyside. Die Angriffe auf London hätten sich auf zahlreiche Stadtteile erstreckt. Durch Abwurf zahlreicher Brandbomben seien Brände entstanden und Häuser wie Industrieanlagen vernichtet worden. In den Home Countries hätten die Nachtangriffe das gleiche Ergebnis gehabt wie die Aktion gegen die Londoner City. In Merseyside wurden Industrieanlagen so bombardiert, daß sie entweder durch Brände eingeäschert oder durch Bombeneinschläge in Trümmer gelegt wurden. Die wohlhabende Bevölkerung des Londoner Westends hat die Massenflucht auf das Land angetreten. Die Zahl der leerstehenden Häuser im Westend wird immer größer, in den Hotels, die im Umkreis von mehreren Meilen in London liegen, ist es unmöglich, ein Zimmer auszutreiben. Wie groß die Furcht der Londoner vor den allnächtlichen deutschen Angriffen ist, geht daraus hervor, daß Tausende und Abertausende Abend für Abend auf gut Glück eine Reise in die Grafschaften um London antreten, um sich dort in wildfremden Wohnungen ein Nachtquartier zu erbitten und um am anderen Morgen wieder die Rückfahrt nach London anzutreten. Größer jedoch ist die Zahl der Menschen, die Nacht für Nacht eingehüllt in Decken, Säcken und Mäntel, auf den Steinfliefen Moskau, 30. Sept. (DNB.) Die parteiamtliche „P r a w d a" veröffentlicht einen Kommentar zum Berliner Dreimächtepakt, ? in dem es heißt: Am 27. September wurde in Berlin ein Pakt über ein Militärbündnis zwischen Deutschland, Italien und Japan geschlossen. Der Pakt ist für die Sowjetunion nicht überraschend gekommen, weil er eine Formgebung der Beziehungen darstellt, die sich bereits zwischen Deutschland, Italien und Japan einerseits und England und den Vereinigten Staaten anderseits herausgebildet haben, wie auch deswegen, weil die Sowjetregierung von der deutschen Regierung Über den bevorstehenden Abschluß des Dreierpaktes vor feiner Veröffentlichung unterrichtet worden ist. Es besteht kein Zweifel, daß die letzten Tatsachen auf dem GebiÄ der Verstärkung und Ausdehnung der militärischen Hilfeleistungen an Eng- landdurchdie Vereinigten Staaten für den Abschluß des Vertrages wichtig waren. Hierher Gehören die Uebergabe von Kriegsmarinestützpunk- en Englands auf der westlichen Hemisphäre an die Vereinigten Staaten, die Ausdehnung der Einflußsphäre der Vereinigten Staaten auf die südamerikanischen Länder, die Zustimmung Englands, seine fernöstlichen und australischen Stützpunkte den Vereinigten Staaten einzuräumen. Natürlich sind die Vereinigten Staaten formell nicht im Kriege auf der Selle Englands gegen Deutschland, Italien und Japan, jedoch verhalten sie sich faktisch so, als ob sie in ein und demselben Lager mit den militärischen Gegnern Deutschlands, Italiens und Japans auf beiden Hemisphären sich befänden. sucht. Man ist nicht etwa von der Küste weggeflüchtet, weil die deutsche Luftwaffe alle Flugplätze und Hallenanlagen zertrümmerte, und weil man die Bodenorganisationen unter dem Ungestüm der deutschen Luftangriffe nicht zu halten vermochte, sondern nur, um rechtzeitig von den Küstenstationen über das Herannahen der deutschen Geschwader unterrichtet werden zu können (!). Nur dadurch, so meint Sir Ph. Joubert, sei es möglich, dem Gegner „in gleicher Höhe" entgegenzutreten. Gibt es ein Eingeständnis von größerer Ueberzeugungskraft für die unstreitbare Tatsache, daß sich die RAF. in äußerst bedrängter Verteidigung befindet, als diese durchsichtigen Ausflüchte Die japanische Wehrmacht Erst nach der Mitte des vergangenen Jahrhunderts hat das Kaiserreich Japan mit entschlossener Wendung den Schritt getan, der den Staat der Shogune aus seiner mittelalterlichen Erstarrung und zäh festgehaltenen Isolierung riß. Und in über- raschend kurzer Zelt hat Japan es fertiggebracht, nicht nur den Anschluß an die modernen Staaten Europas und Amerikas zu gewinnen, sondern sogar viele von ihnen zu überflügeln, und das selbst auf vielen Gebieten, die dem Gesichtskreis und dem Denken des Japaners von einst völlig fern lagen. Hand in Hand mll dieser entschiedenen Kursänderung vollzog sich eine grundlegende Umgestaltung des Wehrwesens in Japan. Das Insel- reich verstand es, gerade im militärischen Sektor seines Lebens so melbewußt aufzubauen und die von ausländischen Vorbildern und Lehrern empfangenen Impulse so gründlich in die Praxis umzusetzen,, daß es in der Lage war, große Kriege gegen überlegene Gegner siegreich zu bestehen; es mag genügen, hier an die bewaffneten Auseinandersetzungen mit China 1894/95 und mit Rußland 1904/05 zu erinnern, von denen namentlich der letztere die ganze Welt in Erstaunen über die nicht geahnte kriegerische Kraft Japans versetzte. Die Bahn aber, Die durch den Aufbau eines modernen Heeres in wenigen Jahrzehnten beschritten worden war, hat Japan seither nicht mehr verlassen. Dabei ist das Kaiserreich im Fernen Osten diejenige Großmacht, von der man am wenigsten Einzelheiten gerade auf militärischem Gebiet kennt; denn alles das, was eine Angelegenheit der Landesverteidigung ist oder sein kann, wird vom Japaner aller Schichten als höchstes Geheimnis seiner Nation angesehen Sieder planloser Bombenabwurf aus Berlin <1 Drei Flugzeuge über Westdeutschland abgeschoffen. Westen Berlins seien vö l l i seien vö11ia unberührt ge- fünsstündige Besichtigung einwand- wesen, wie eine frei erwiesen habe. einer Zusammenhang mit erhöhter Luftgefahr, sondern das der aus Die duftigen Rohstoffen hatte, ist es ihr gelungen, Jnselreich zu einer der stärksten Marinemächte duktionsunterbrechung feststellbar gewesen. Auch ein großes Werk im Süden der Stadt, eine Kraftanlage im Südosten und Elektrowerke im aus fehl Berlin, 1. Oft (DRV. Funkspruch.) In der Rächt zum 1. Oktober flog eine Anzahl britischer Flugzeuge wiederum in das Reichsgebiet ein. Bereits in Westdeutschland wurden drei dieser Flugzeuge von Nachtjägern abgeschossen. Ein Teil von ihnen stieß bis in die Wart Brandenburg vor und wurde beim Erreichendes Sperr- gürtels von Groß-Berlin von massiertem Planfeuer der Flakartillerie empfangen, das einige Flugzeuge zum Abdrehen, andere zum Aufsuchen größter höhen zwang. Die wenigen Flugzeuge, die die Reichshauplstadt überflogen, warfen unter Einwirkung der Flakab- wehr planlos ihre Bomben auf Berlin ab. Der an militärischen und zivilen Objekten an- gerlchtete Schaden ist unbedeutend. allein in Südamerika zurückbleibende englische Kreuzer wird von Commodore Pegram befehligt, der auch das Kommando Über einige in den süd- amerikanischen Gewässern verbleibende Hilfskreuzer übernimmt. Alle andere englische Kriegsschiffe sind an die Westküste Afrikas kommandiert: sei es um Ausfälle der englischen Flotte anläßlich ihres Landungsversuches bei Dakar auszugleichen, sei es um den englischen Seeweg nach Indien um Südafrika herum zu schützen. Man er- Die in Berlin lebenden ausländischen Berichter st atter sind im Gegensatz zu ihren Londoner Kollegen, die täglich mehr bei ihrer Berichterstattung von der britischen Zensur behindert werden, in der Lage, sich jederzeit von der Verlogenheit der englischen Berichter st attung über die Angriffe, der briischen Nachtpiraten durch persönlichen Augenschein zu Überzeugen. So bringt die Neuyorker Sonntagspresse z. B. einen Bericht über eine Besichtigung angeblich von britischen Bombern beschädigter Objekte in der Reichshauptstadt. Dabei wird festgestellt, daß an den von britischen Flugzeugen angeblich schwer beschädigten Berliner kriegswichtigen Zielen keine Bombenspuren zu sehen waren. In der Nähe eines großen innert sich, daß von deutschen Kriegsschiffen vor einiger Zeit der Hafen von Kapstadt mit Minen verseucht wurde, und daß ein großes englisches Handelsschiff auch ein Opfer dieser Minen wurde. Im Fernen Osten ist das englische Geschwader völlig in den Hintergrund geschoben, jetzt löst England auch sein Südatlantik-Geschwader auf. Man glaubt an diesen beiden parallelen Vorgängen das Schrumpfen der englischen .Herrschaft Über die Meere" geradezu körperlich zu fühlen. Erweiterte Landverschickung Berliner Kinder. gelöst; sein bisheriger kommandierender Admiral ist nach London in die Admiralität berufen. Der gelaufen. Selbstverständlich sei weder eine Zwangsevakuierung noch überhaupt eine Evakuierung von Kindern aus der Reichshauptstadt geplant. Die Verschickung sei vielmehr eine durchaus freiwillige und widerrufbare und ob die in Frage kommenden Eltern davon Gebrauch machen wollen, liege in ihrer eigenen Entscheidung. Sie sei in einem Umfang vorbereitet, daß allen a-uftretenden Bedürfnissen Rechnung getragen werden könne. Die K o st e n für die Verschickung der Kinder übernehme die NSV. Für eine Fortführung des Schulbetriebes der verschickten Kinder auch nach den Ferien sei Sorge getragen. Die Aktion stehe in gar keinem Eine bedeutungsschwere Nachricht kommt der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires: Engländer haben ihr Südatlantik-Geschwader Rußland und der Oreierpakt. Iwn unterer Berliner Schriftleitung. Der Berliner Dreimächte-Pakt zwischen Deutschland, Italien' und Japan hat bei den Engländern nicht sofort wie eine diplomatische Bombe eingeschlagen, da sie allzu sehr auf die unablässig, Tag und Nacht aus der Lust herabregnenden deutschen Bomben achten müssen. Aber die englische Presse hatte sehr bald den Dreh gefunden, dieses epochemachende Abkommen in.seiner Wichtigkeit insofern anzuzweifeln, als sie fragte, was die Sowjetunion dazu sage. Die „Times" versicherte, es stehe keineswegs fest, ob das Schwarze Meer als Trennungsgraben oder als Verbindungsstraße betrachtet werden müsse, und die Westgrenze des Fernen Ostens, womit das Blatt wohl die Grenze Japans gegen Rußland meint, bleibe ungewiß. Die „Empire News" wurde schon deutlicher. Rußland sei in Asien und in Europa von jeder Führerschaft ausgeschlossen, so schrieb das Blatt, aber wenn sich die Sowjetrussen Japans Vorstößen widersetzten, dann würde die Sowjetunion Angriffen der Achsenmächte ausgesetzt sein. hier zeigt sich deutlich die Konstruktionssucht der britischen Presse, die auf falschen Voraussetzungen ein gewaltiges Kartenhaus errichtet und dieses Kar. tenhaus bespricht, bis es zusammenbricht. Nicht nur in der englischen Presse, sondern auch in der briti- schen Staatspolitik ist jene zweckgewollte Art und Illusion zu verfolgen, „Reynotts News" wußte gar zu melden, der britische Botschafter habe sofort nach Unterzeichnung des Dreimächte-Paktes in Moskau bei der russischen Regierung vorgesprochen und habe Vollmacht, ein weitgehendes Handelsabkommen mit Rußland abzuschließen. Allerdings teilte das Blatt mit,, Englands Botschafter habe Die Antwort erhalten, bevor die baltische Frage, also die Beschlagnahme der baltischen Guthaben in London, nicht gelöst sei, bestehe keine Hoffnung auf erfolgversprechende Verhandlungen. Die englischen Trughoffnungen auf Sorvjetruß- land sind aber sehr schnell erledigt worden. Die offiziöse „Prawd a" in Moskau schreibt, daß die ' Sowjetregierung von der deutschen Regierung vor der Unterzeichnung des Paktes i n f o r mi e r t worden ist, womit sich also die englischen und amerikanischen Aeußerungen, Moskau sei übergangen worden, endgültig erledigen. Und dann geht die amtliche sowjetrussische Aeußerung dazu über, die Gründe klarzulegen, die zum Abschluß dieses Paktes zwangen. Gerade die Versuche Englands, durch Werbung neuer Bundesgenossen den Krieg auszu- weiten, hätten die Uvtk"-zr^/.lung Paktes her- bclHe'süyrt. Wer diese Kriegshetzer sind, ist seit langem bekannt. Wenn also die drei Mächte klar und offen bekennen, sie wollten die Hemisphären", in denen sie die Führung haben, also Europa und Asien, gegen die Uetzer griffe dritter Stqaten ver- teibigen, dann ist es das eine klare und deutliche Antwort. Sehr zufrieden ist die „Prawda" mit der Erwähnung Sowjetrußlands im Pakt selbst. Das Blatt nimmt Bezug auf die Bedeutung der Nichtangriffspakte zwischen Italien und Deutschland einer- und der Sowjetunion anderseits. „Diese Klausel", so schreibt das Blatt der Moskauer Regierung, „muß man vor allem als Achtung der Dertragsmächte gegenüber der Neutralitätspolitik auffassen, welche die Sowjetunion mit den ersten Tagen des Krie- aes durchführt. Diesen Vorbehalt muß man weiterhin als eine Bestätigung der Kraft und Bedeutung des Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und Deutschland und des Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und Italien auffassen." Die amtliche sowjetrussische Stimme faßt die Stellungnahme zum neuen Dreierpakt in den Worten zusammen, sie könne bestätigen, daß die Politik Sowjetrußlands „unveränderlich ist und bleiben wird". Damit ist auch die letzte nebulöse Hoffnung der Kriegshetzer zerflossen. t. S. Vier Dampfer in zehn Minuten! Von Kriegsberichter Or. Wolfgang Frank. Erde zu macken. Auch hier fehlen uns zuverlässige Angaben jüngster Zeit; aber man geht sicherlich nicht , . in der Annahme, daß die weltpolitischen Konstella- Jnselreich seiner maritimen Rüstung das allergrößte Gewicht beigelegt hat. Trotz vieler Sorgen und Schwierigkeiten, Die die japanische R ü - ftungsinbuftrie durch das Fehlen von (Sn, Del, Textilfasern und manchen anderen kriegswich- Rot, der gleich darauf eine weitere, offenbar eine Kesselexplosion folgt, zu brennen anfängt und als schauerliches Fanal die wüste Szene beleuchtet. Grell zucken plötzlich die Lichtkegel suchender Scheinwerfer auf das Boot zu. Strahlend weiß liegt es inmitten des auseinanderlaufenden Geleitzuges. Da, schon stürmen, deutlich hörbar im gestoppten Boot, Zerstörer heran. Schon schrillen aber auch die Alarmklingeln durch den stählernen Raubfisch, brausend und zischend entweicht die Luft aus den Tauchtanks, die L-Maschi- nen springen auf große Fahrt. Das Turmluk klappt, während das Boot schon mit starker Vorlastigkeit auf Tiefe geht, dicht, der Kommandant dreht sorgsam den Verschluß zu, und schon hängt das Boot tief unter dem Schauplatz seiner Jagd und wartet der Dinge, die da nun wohl gleich kommen werden. Der Obersteuermann schaut auf die Uhr. „Donnerwetter", sagt er, „der ganze Zauber hat genau zehn Minuten gedauert. In seine Worte yinein klirren die ersten Wasserbomben, aber sie liegen so wett ab, daß sie dem Boot nichts schaben. Langsam, dauernd die Zerstörergerättsche und das schwere, langsame Mahlen der Dampferschrauben abhorchend, drückt sich das Boot bei Seite. Noch immer fallen, bald näher, bald ferner Wasserbomben. Endlich wird es still, und da bricht noch einmal der Jubel im Boot aus. Vier Dampfer in zehn Minuten! Vergessen sind die Tage des unerträglichen Wartens, vergessen die nassen Wachen auf dem überschäumten Turm! Vergessen Enge und Mühsal. Endlich haben sie gehabt, was der U-Bootsmann braucht, um zufrieden zu fein: Den Erfolg. Der Funkmaat legt eine Platte auf, eine Beuteplatte aus einem französischen 5)afert, und bann klingt es unter dem Gelächter der Besatzung durchs Boot: „We are going hang out our washing on the Siegfried Line .. (Schlachtfeloerfabrt der Gaulesier. Berlin, 30. Sept. (DNB.) Einer Einladung des Oberkommandos der Wehrmacht folgend, traten am Sonntag zahlreiche Gauleiter und Angehörige des Stabes des Stellvertreters des Führers eine Reife auf d e n westlichen Krieasfchau- p la am Die Fahrt gilt dem Besuch d e r Truppen der drei Wehrmachtsteile. Es werden die interessantesten unb in den Kämpfen des Mai und Juni d. I. besonders umstrittenen Punkte der Westfront berührt. Bei Antritt der Reife begrüßte der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, in Köln die Teilnehmer. Nach Worten herzlichen Dankes für die geleistete Arbeit der führenden Persönlichkeiten der Partei, die sich auch auf den Schlachtfeldern des jetzigen Krieges ausgewirkt habe, gab Generalfeld- marfchall Keitel einen Ueberblick über die gegenwärtige Lage, die als die denkbar günftigfte zu bezeichnen fei. Er umriß die Aufgaben, die in der Heimat im Dienste des Krieges zu erfüllen feien und unter? DNB. ... 26. Sept. (PK.) Die ganze Woche war es nichts mit der Jagd. Das Boot stampft in seinem Gebiet auf unb ab, bie Brückenwachen guckten sich ast bie Augen aus bem Kopf, aber es war nichts zu sehen. Reingefegt, leer und öde lag die See unter einem Himmel, an dem schwere, tiefhängende Wolkenballen nach Südosten zogen. Die Sicht reichte kaum drei Meilen weit, und Harte es einmal ein wenig auf, so kam mit Sicherheit schon im Laufe der nächsten Stunde eine Folge von Regenböen, die Boot und Meer und Himmel in eins verwischte. Dann glättete der herabtrommelnde Regen für kurze Zeit die unruhigen, hohen Rücken der Atlantikdünung, so daß sie wie geölt aufglänzten. Dabei herrschte ein silbergraues Licht, unb bie Luft war erfüllt von bem leisen Klingeln, mit bem bie Tropfen auf bas Wasser aufschlugen, einem einen, hellen Glockenton, ber sich vermischte mit >em Prasseln bes herniederströmenben Regens auf bie Metallteile bes Bootes. Arn Mittag brehte ber Winb von West-Norb- Weft auf Norb unb flaute ziemlich rasch ab. Die Sicht nahm zu, ber Norbbimmel wurde klarer und höher. Wenig später kam sogar ein Stück Blau und dann die Sonne heraus. „Rauchwolken in Sicht!" Wie ein Schlag ging die Meldung durch das Boot. Der Kommandant nahm sich nicht einmal Zett, seine Sttefel, die er zur Mittagsruhe ausgezogen hatte, wieder überzustreifen. Mit einem einzigen, unendlich oft geübten Schwung setzte er durch das Kugelschott in die Zentrale und enterte in Socken auf die Brücke. „G e l e i t z u g", meldete der Ausguck. Durch den Nordallanttk auf immer wechselnden Kursen versucht der Engländer in Geleitzügen, die ost viele Dampfer umfassen, und von Zerstörern, U-Bootjägern, Kanonenbooten und Flugzeugen gesichert sind, die Versorgung seiner Insel sicherzustellen und der Gefährdung der Nachschübe durch Deutsche U-Boote wirksam zu begegnen. Irgendwo im Atlantik treffen sich die Dampfer an einem vorher genau bestimmten Punkt, an dem sie von den geleitenden Kriegsschiffen ausgenommen werden. Sie formieren sich dann, indem je 3, 4 ober auch 5 Dampfer nebeneinanber unb je nach Größe bes Geleitzuges mehrere solcher Reihen hintereinanber fahren. An ber Spitze stehen in einigem Abstand mehrere Zerstörer, während andere den Flankenschutz übernehmen und durch schnelles Zickzackfahren und seitliches Hinausstaßen die U-Boote zu oertreiben suchen. Dieser Geleitzug vor uns besteht aus 17 Dampfern. Sie sind verschiedner Größe, darunter zwei fette Tanker, ein großer Gefrierfleischdampfer und noch zwei andere überdurchschnittliche Frachter. Diese wertvollsten Schiffe werden nach bewährter Praxis dadurch gedeckt, daß man sie möglichst in die Mitte des Geleitzuaes nimmt und ihre Flanken durch die kleineren minder wertvollen Schifte schützt. Mit mäßiger Fahrt, nach Weisungen des geleit- führenden Zerstörers Zickzackkurse steuernd, ziehen oie Schiffe ihres Weges. Auf jedem von ihnen find besondere Wachen eingeteilt, die nach dem Schaum- ftreifen am Sehrohr eines U-Bootes oder der verräterischen Blasenbahn eines Torpedos Ausschau halten. Geleitschutz ist gut, aber ganz sicher fühlen sich die Kapitäne doch nicht. Je mehr der große Konvoi der Küste der brittschen Insel sich nähert, desto unruhiger suchen die Augen ber Dampferbesatzungen die Wasseroberfläche ab. „Wenn nur erst Nacht wäre! Wenn nur erst bieses verbammte U-Bootgebiet glücklich hinter uns läge!" Stunbe um Stunbe verrinnt. Der Himmel ist weiterhin klarer geworben, bie Sonne schickt sich an, im Westen als gewaltiger Feuerball hinter Die Kimm hinabzusinken. Die ersten Schatten ber Dämmerung breiten sich i in ben Tälern zwischen den hohen Atlantikwogen ! aus. Rötlich und gelblich, untermischt mit den ersten ■ blaugrauen Dorbooten ber Nacht sinb bie Farben [ ber See. Jrn Osten bunkett langsam der Himmel. : Das beginnt mit einem Grauviolett, das langsam tionen, insbesondere der sich seit Jahren zuspitzende Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, die Japans Vordringen in China mit argwöhnischen Augen verfolgen, zu weiteren Flottenoer st ärkungen Anlaß gegeben haben. Wir wissen nicht, wie viele ber bewilligten und auf Stapel gelegten 2 Schlachtschiffe, 2 Flugzeugträger, 10 Zerstörer und 10 Unterwasserkreuzer bzw. großen U-Boote vollendet oder . wie viele unb welche Einheiten neu bewilligt wor- • den sind, und ebensowenig ist uns bekannt, wie < groß und wie stark diese Schifte sind. Bekannt ist i daß 9 Schlachtschiffe und 6 Flugzeugträger sowie ■ 5 Flugzeugmutterschiffe fertig und gefechtsbereit ; find, weiter 5 Panzer- und 12 Schwere Kreuzer, , 25 Leichte Kreuzer, 22 kleinere und 2 große Minen- , leger, 83 Zerstörer, 29 sogenannte kleine Zerstörer : und 12 Torpedoboote, 36 U-Kreuzer uno große U-Boote und 24 kleinere; außerdem sind zahlreiche \ Kriegsfahrzeuge für andere Zwecke vorhanden, 18 < Minensucher, 15 U-Boot-Jäger, 2 Kanonenboote und 9 Flußkanonenboote. Erwähnt sei aber, daß die , großen Schlachtschiffe Kaliber bis zu 40,6 Zenti- , Meter führen! Auch der jüngste Wehrmachtsteil, die Luft- ' waffe, ist stark und modern. Dor dem Krieg mit ! China gab es in 3 Flugbrigaden und 7 Regimentern mindestens 2000 Kriegsflugzeuge aller Kategorien, und seither ist auch hier emsig weitergearbeitet worben. Japan verfügt auch über F a l l s ch i r m t r u p - ; pen, über beren Einsatz jeboch keine Einzelheiten < bekanntgeworben sinb. i Zusammenfassenb läßt sich sagen, baß bie Wehr- ] macht bes Tenno, bes japanischen Kaisers, ein schlag- । kräftiges Instrument ist unb im chinesischen Felbzug ; zahlreiche neue Erfahrungen gesammelt hat, deren । Auswertung schon heute im Gange ist. Armee, Flotte , und Luftwaffe Japans entsprechen ber politischen ; Zielsetzung des fernöstlichen Reiches, das im Be- i griffe steht, die Fesseln zu sprengen, bie feiner na- j türlichen Entwicklung auferlegt sinb. F. Z. ■ u. Japan Verteidigungszustand. r n f i n 30 ZM (DNB.) Ministerpräsident Fürst K o n o y e' kündigte Sitzung de- °ll§e, meinen • nationalen 2Rö6iW'Jru"9-^,au= l'.c Ent- schlofsenhett ber Regierung a'V/'d^uso wie auf bem Gebiet der Außenpolitik durch den Abschluß des Dreierpaktes auch irn Innern durch grundlegende verwaltungsmäßige und politische Reformen der heutigen Lage Rechnung zu tragen. Durch die nationale Neustruktur solle Japan auf allen Gebieten in den höchsten Derteidi - gungsguftanb gesetzt werden. Im Hinblick auf die entscheidende Phase der japanischen Politik be- schloß Ministerpräsident Fürst Konoye die Schaffung eines besonderen Kabinettsrates, der aus zehn Persönlichkeiten der Wehrmacht, Politik und Wirtschaft bestehen soll. Loyale Zusammenarbeit zwischen Japan und Frankreich. Vichy, 1. Okt. (DNB. Funkspruch.) Loyale Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Japan bei ber Durchführung des Abkommens über Jndochina und die Möglichkeit einer künftigen Freundschaft zwischen Frankreich und Japan stellt ein für die französische Presse bestimmtes halbamtliches Kommunique fest. Es besagt, „es ist notwendig, die vollständigeKorrektheit zu unterstreichen, mit der die japanische Regierung die Bestimmungen bes Abkommens burchführt, bas in Jnbochina mit der ftanzösifchen Regierung abgeschlossen würbe. Bei ber Regelung ber zahlreichen Einzelprobleme des Abkommens beobachten bie Japaner eine ausgemachte Höflichkeit, die bie Fühlungnahme erleichtert unb für bie Zukunft eine loyale Zusammenarbeit in Aussicht stellt. Durch biefe loyale Zusammenarbeit kann eine gespannte Atmosphäre befeitigt werben, unb können alle Einzelpvobleme zwischen beiben Ländern sehr einfach einer Lösung entgegengeführt werden." 750 Japaner verlassen London. Tokio, 30. Sept. (DNB.) Rund 750 in Eng- land lebende Japaner wurden von der japanischen Botschaft ausgefordert, nach Japan zurückzukehren. Die Lebensmittelknappheit und der Kohlenmangel für die Winterzeit seien zu groß, so daß nur noch Angehörige der Botschaft, der Pokvhama-Specie- Bank, des Mitsui-Konzerns und japanische Journalisten in London verbleiben sollen. Der japanische Dampfer „Fushimi Maru" werde zu ihrem Abtransport von Lissabon nach London beordert. England verliert einen Stützpunkt an der chinesischen Küste. Nanking, 30. Sept. (Eurvpapreß.) Nach einer Erklärung des Außenministers Chumingyih der pro- japanischen Nanking-Regierung steht die Insel Liukungtau bei Weihaiwei an der Küste des Gelben Meeres, die bisher den Engländern verpachtet war, mit Wirkung vom 30. September ihnen mehr zur V e r f ü g u n g. Chumingylh ber ihnen nicht mehr zur Verfügung. Chumingyih erklärte, daß der Pachtvertrag über diesen Termin hinaus nicht verlängert werde. Ergebnislose Unterredung Gandhis mit dem Vizekönig von Indien. Stockholm, 1. Ott (DNB. Funkspruch.) W- ber britische Nachrichtenbienst mitteilte, ist es auch am Montag bei einer erneuten Besprechung zwischen Ganbhi unb ben) Vizekönig von Indien in Simla zu keiner Einigung gekommen. Lorb Linlithgow habe nach Beenbiaung ber Unterredung in einem Schreiben an Ganbhi mitgeteilt, er könne unter ben obwaltenden Umständen und in Anbetracht des europäischen Krieges den Forderungen der Kongreßpartei nicht statt- geben. Gandhi seinerseits habe daraus geantwortet, es fei der Kongreßpartei unmöglich, von ihren politischen Grundsätzen abzuweichen. Englands Südatlantik-Geschwader aufgelöst. an der Wölbung bes Himmels emporsteigt. Die Wolken im Osten sinb noch einmal rot, blutrot beschienen, dann ist die Nacht da. Enger schließen sich die Dampfer zusammen. Es bedarf großer Fahrkunst, jetzt nicht zu kollidieren. Aber mancher von ben Männern, die heute als Kapitän fahren, hat schon im Weltkrieg als Matrose ober junger Steuermann den Geleitzugzauber kennengelernt. Schattenartig, mit verminberter Fahrt, ein vorsichtig bahin tastendes Rudel, ziehen die Schiffe ihrem Ziel entgegen. „Gott fei Dank, die Dunkelheit ist da." Wenn sie bisher nicht gesichtet sind, ist die Chance, mit heiler Haut in den britischen Hafen zu kommen, beträchtlich gestiegen. Weitab von den Rauchwolken ist inzwischen das deutsche U-Boot, nachdem es sich Gewißheit über den Weg verschafft hat, den das Geleit nimmt, auf seine Angriffspositton gegangen. Dort liegt es, geborgen im schützenden Element. Nur sein kleines, scharfes Auge stippt zuweilen über bie Oberfläche hinaus. Langsam wird es dunkel, und endlich kann der Kommandant auftauchen. Ihn sieht nun nie- man mehr. Die Nacht ist ihm eine bessere Freundin als den großen Brocken des britischen Geleitzuges. Schattenhaft sieht er sie näherkommen. Es sind mächtige Dampfer. Er zählt Ladebäume und Masten und schätzt danach die Zahl ber Luken und die Größe jeden Schiffes. Nicht einen Augenblick lassen Wachoffizier und Ausguck neben ihm die kleineren Schatten der Geleitsicherung aus dem Auge. Angestrengt, bis ihnen die Nacht vor den Augen flimmert, starren sie hinaus. Die Rohre sind klar zum Schutz! Nur jetzt nickt gesehen werden, nur jetzt nicht ab gedrängt, zum Tauchen gezwungen und mit Wasserbomben beaft werden, ehe bie Aale ihren todbringenden Weg ins Ziel angetreten haben! Halblaut melden die Männer ihre Beobachtungen. Ein Zerstörer steht ziemlich weit vom Geleitzug abgesetzt. Wenige yundert Meter vor dem Boot zieht er vorüber. Deutlich ist der helle Schlag seiner Turbinen hörbar. Genau hat ber Kommandant seine Schußunterlagen errechnet. Seine Zeit ist gekommen. A u f den fette ft en Dampfer im ersten Glied macht er den ersten Torpedo los. Die Erschütterung des Ausstoßes geht durch das Boot, und nun stehen die Männer uno warten auf ben erlösenden Schlag, ben hellen berftenben Knall, ber ben Treffer an- zeigt. Nichts geschieht. Bewegungslos mit verkniffenen Mundwinkeln steht der Obersteuermann und tarrt auf feine Stoppuhr. „Jetzt muß er da fein", agt er halblaut zum Kommandanten. Nichts ge- chieht. „Vorbei, verdammter Mft", flucht der Kommandant leise durch die Zähne..Aber schon läuft auck der z w eite A a l auf sein Opfer zu. Immer nocy kein Treffer des ersten, aber dann geht der zweite am Vorschiff eines der großen grauen Schatten hoch, und Sekunden später jagt wett ab, ganz an der jenseitigen Flanke des Geleites, eine zweite Detonation, ein zweites Schiff in die Luft. „Mensch!!" zischt der Wachoffizier, „so ein Dusel!" Der Aal ist vor seinem Ziel hindurchgelaufen und hat einen weiter drüben seine Laufbahn kreuzenden Dampfer getroffen und vernichtet. „Der sinkt schon", sagt der Matrosengefreite, der nachmittags den Geleitzug sichtete. Tatsächlich! Von dem zweiten Dampfer ist schon jetzt nur noch eine schräg und schnell versinkende Masse zu sehen. Der Kommandant ändert, nachdem er erkannt hat, daß seine Schüsse zu weit vorn liegen, um ein Geringes die Schußunterlagen und laßt zwei weitere Aale frei. Das Boot steht nun sehr dicht an den Flanken der Dampfer, und es vergehen nur Sekunden, bis nacheinander zwei Detonationen zwei weitere Treffer anzeigen. Deutlich erkennen die Männer auf dem U-Boot-Turm, wie der Geleitzug in Unordnung gerät, wie die Dampfer wild durcheinander stieben, wie ber britte getroffen in ber Mitte auseinanberbricht unb innerhalb einer Minute im Dunkel verschwunben ist, während der letzte nach einer Mittschiffsexplosion von grellstem Jndustriewerkes habe eine Sprengbombe ei^'' Holzplatz getroffen ’jgb sme "Brandbombe sei in j-K^5WsiHlich auf die gegenwärtige Sage abge= ^-Sujbarten Garten gefallen. In dem Werk stimmt. - selbst sei weder Schaden noch eine Pro-I s ------- Berlin, 30. September. (DNB.) Auf , Arbeitstagung des Berliner NSLB. gab ber stell- oertretenbe (Bauleiter Görlitzer bavon Kenntnis, baß die Kinder solcher Eltern, denen keine ausreichende Luftschutzräume zur Verfügung stehen, oder bie für bie Gesundheit ihrer Kinder fürchten müssen, die Möglichkeit erhalten, ihre Kinder durch Hilfe der NSV. in nicht luftgefährdete Gaue zu schicken. Seit Beginn der Luftangriffe auf die Reichshauptstadt seien aus allen Teilen des Reiches zahllose Angebote auf Aufnahme dieser Kinder ein- ■ O M Vizeadmiral Oönih. ein feinb- ilalienifche folgenden Rom, 30. September. (DRV.) Der Wehrmachlsbericht vom Montag hat Wortlaut: 3m östllchen Mittelmeer hat liches U-Boot einen kleinen italienischen 700-Ion- nen-Dampfer torpediert. Das begleitende Torpedoboot „Losenza" griff das U-Boot mit Bomben gn, bas seitlich liegenb roieber an bie Oberfläche kam unb bann uni erging. Die ganze Besatzung des Dampfers ist in Sicherheit gebracht worden. liches Flugzeug abgeschossen, bas ins Meer fiel. 3n Ost - Afrika wurde bei feindlichen Luftangriffen auf Burgaoo (Somalitanb), Gura, Assad und Passo-Larrin ein (Eingeborener verwundet. Kleine politische Nachrichten. Wessen Brot sie ißt, dessen Lied sie singt.. Don unterer berliner Schriffleiiung. Hausordens Adolf Wagner schloß sich schon 1923 der Bewegung Adolf Hitlers an und wurde zunächst Gauleiter des Gaues Oberpfalz, ab 1929 Gauleiter des neugegründeten Gaues Groß-München und ab November 1930 Gauleiter des neu entstandenen Berlin 1 Ott [DNB Funkspruch., Der Füh. °°n einem Flugzeugträger ausgesklegen waren, wur- rer und Oberste Besehlshaber der Wehrmacht hat den von unseren Fliegern angegriffen. Drei feind- befördert: Im tzeer: Zum General der Artillerie liche Flug,enge vom Hurricane-Typ wurden im den Generalleutnant Dr. phil. h. c. von Rabenau: Luftkampf abgeschossen. Der Führer hat dem o ö Professor em., Dr. phil. Scholl in Dresden aus Anlaß seines 75. Lebensjahres wegen seiner tyernorragenben wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiete der organischen Chemie die G o e t h e m e d a i l l e für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der spanische Innenminister Serrano Sun er legte in der Hauptstadt der Belegung am Krieger- denkmal vor dem Armee-Muieum einen Lorbeer- kranz mit Schleifen in den Farben Spaniens nieder, ebenso auf dem Königlichen Platze an dem Ehrentem- pel. Die spanischen Gäste wurden dann durch das Draune Haus sowie den Führerbau geleitet Am Nachmittag stattete Serrano Suner dem Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter von Epp, einen Besuch ab und setzte dann seine Reise nach Rom fort e Auf Einladung von Reichsmimster Dr. Goebbels und Reichspressechef Dr. Dietrich traf der italienische Staatsminister Farin acci in der Reichshaupt, ftabt ein. Der italienische Gast, ein hervorragender Journalist aus der Kampfzeit des Faschismus, ist als tatkräftiger Förderer der deutsch-italienischen Freundschaft bekannt.- Am Abend gab Reichs- Minister Dr. Goebbels einen Empfang. lsind, die Bahnhöfe der tl°Bahn als Schutzräume • I du benutzen, weil die feinen Herren der Londoner City ganz unter sich bleiben wollen. Ob jene armen I Teufel der gleichen Auffassung sind wie Erika? Wir glauben es nicht! Daß sich diese „deutsche" Emigrantin, dieses „unglückliche Opfer des Nationalsozialismus", jetzt in wüster Kriegshetze ergeht, wundert uns nicht Es ist noch gar nicht so lange I her, als sie in einem Neuyorker Zeitungsinterview I sinngemäß erklärte, daß sie nicht zögere, das Blut Ider Söhne amerikanischer Mütter zu fordern, um sich an der deutschen Regierung, die sie verachte, I zu rächen. Vorher hatte sie in der Schweiz — un-! ter Duldung der eidgenössischen Behörden! — mit I ihrem Kabarett „Pfeffermühle" unb im Zürcher l Schauspielhaus (!) mit ber Aufführung des Hetzstückes „Professor Mannheim" eine wüste Hetze gegen Deutschlanb vom Stapel gelassen, bis selbst Iden „freisinnigen" Schweizern das Treiben zu bunt I wurde. Heute in London, gestern in Neuyork, vor- gestern in Zürich — überall aber versucht sie ihre I ohnmächtige Wut am neuen Deutschland auszu- I toben. Bald aber dürfte ihr auch wohl der Lon- boner Boden zu heiß werben. Dann wirb sie weiterziehen. Irgenbwohin, um „in Pazifismus zu I machen". zum General ber Kavallerie ben Generalleutnant Einer anberen Formation von Torpeboflugzeugen K ö st r i n g ; zu Generalleutnanten bie General- gelang es inzwischen, ein f e i n b l i ch e s Schlacht- wajore Witthöst, Bayer qeunert: zum General. mit cinen) i„rpcdo am Heck ,u Ires- ° & S a *3ft ben,®encraIar31»R«,'iL’rU fen. Das Schiff stellte feine Fahrt ein unb wurde Steinbauer, Haeckel, Kersten, Weibinger, Pflieger; ^forl von feindlichen Torpebobootszerstorern um- zum Generalarzt ben Oberstarzt Dr. Hof- geben. mann (Hermann I); zum G e n e r a l v e t e r i n a r Eine britte Cuftformation hat neuerbings bie ben Oberstveterinär Dr. Höfer (Hans I); in ber Depots unb Magazine bes Hafens von Haifa Luftwaffe: Zu Generalleutnanten bie General- bombardiert. 3m Kampf mit feindlichen Jagern, majore Schwub, von Kotze, Schubert, (Tarifen; gu fojc unsere Flugzeuge angriffen, wurde ein feinb- Generalmajoren bie Obersten Dipl.-Jng. Fink,1 - - — ....... — Mertitfch, von Axthelm; zum G e n e r a I a r 31 ben Oberstarzt Dr. von Nieder. Der Führer unb Oberste Befehlshaber ber Wehr- n»a?h ?n! ^rhimmn DberitaI$en öieberum getroffen unb über laufende leeboote Konteradmiral Donitz in Würdigung fragen ber Zusammenarbeit zwischen Deutschland einer besonderen Verb.enfte um den Aufbau der u^d Folien auf lanbwirtschaftlichem Gebiet veistän- Unterseeboot-Waffe, ihren Einsatz unb ihre Führung bigt. 3n Begleitung bes italienischen Ministers be- im Kriege zum Vizeabmiral beforbert. (Scherl- sichtigte Reichsminister Darrö zunächst bie Einrich- ^iioarcylv-2-l.- richtungen zur Konservierung unb Verfrachtung von Gauleiter Staatsminister Wagner r3eu9ni,r bann I°nb="1rl' ~ « 4, jchaftlichen Bewässerungsanlagen m ben Gebieten 50 ^jOi)rC Olt. von Mantua, Parma unb Cremona sowie bie Was- Berlin, 30. Sept. (DNB.) Am Dienstag be- ferbauardeiten am Po, bie bie Fruchtbarmachung geht ber Gauleiter bes Trabitionsgaues München- netter Bobenflachen ermöglichen werden. In Cre- Oberbayern. Siaaisminister Adolf Wagner, einer mona fand die Eröffnung d-r Mais-Muster,chau der ältesten Mitkämpfer des Führers, feinen 50. Ge- Vor der ^reffe äußerte ficb Relchsminister burtstag. Adolf Wagner als Gauleiter der Haupt- Dorre sehr befriedigt über die Eindrücke auf seiner ftabt der Bewegung ebenso bekannt wie als Für- oeuen Jtalienreise und kehrte nach Verona Zurück, derer der deutschen Kunst wurde in Algringen (Loth- 'lcü uon hier uach einer Reche weiterer Besich- ringen) geboren. Im Weltkrieg kämpfte er als Korn- ^Zungen wieder nach Deutschland zu begeben. Inst'-Mstr °135fr ^W estfro n t. ^Gauleiter ^Wagner Zlallenlscher Wehrmachtsvenchl. erlitt damals eine Gasvergiftung und wurde schwer verwundet, so daß ihm der rechte Unterschenkel abgenommen werden mußte. Er erhielt das E. K. II und I. Klaffe und das Ritterkreuz des Hohenzollern- Deutsch-jugoslawische Wirtschastsvereinbarungen. Berlin, 1. Oft. (DNB. Funkspruch.) In Verhandlungen des deutschen und des jugoslawischen Regierungsausschusses für die deutsch-jugoslawischen Wirtschaftsbeziehungen ist der Reichs Ma rk- kurs im deutsch-jugoslawischen Verrechnungsverkehr von 14,80 Dinar = eine Reichsmark auf 17,82 Dinar — eine Reichsmark erhöht worden, womit das bisherige Disagio der Derrechnungsmark in Jugoslawien weiterhin verringert wird. Für Verbindlichkeiten aus Geschäftsabschlüssen vor dem 25. September 1940 wurde eine U e b e r g a n g s • regelung, welche die berechttgten Wünsche der Wirtschaft berücksichtigt, getroffen. Ferner wurde für ben Zahlungsverkehr Jugoslawiens mit Belgien unb Norwegen eine ähnliche Regelung vereinbart, wie sie bereits im Juli 1940 für den Zahlungsverkehr Jugoslawiens mit den Rieb er- fanden getroffen worden war. Die Besprechun- gen über Umfang und Zusammensetzung des Warenaustausches für das nächste Wirtschaftsjahr dauern noch an. Zusammenkunst der Landwirtschasts- minister der Achse. Rom, 1. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die beiden Landwirtschaftsminister von Deutschland und Italien, Reich^minister Darre und Minister T affin ar.i, haben sich am 29, unb 30. September in Trabitionsgaues München-Oberbayern ernannt. In ben Jahren ber Enttcheibung bereitete er in uner- müblichem Einsatz im bayerischen Oberlanb bie nationalsozialistische Revolution vor Nach ber Macht-1 Eine unserer Fliegerformattonen Hal ein feinb- übernahme übernahm er bie Leitung des baye- (i$es Geschwader in ber Rahe ber Küste ber M a r - rischen Innenministeriums, spater dazu die Leitung . (Cibnenl froh ber heftigen Wbmehr ber bes Staatsministerium- für Unterricht und Kultus. “bie^ Eche- unjerer F^gzeuge Besörderunqen in der Wehrmacht. wurde abgeschosfen. Feindliche Jagdflugzeuge, die strich die Zusammenarbeit zwischen Partei und Wehrmacht, bie im Kriege noch enger als vorher geworben sei. Partei unb Wehrmacht wetteiferten im Einsatz für ben Sieg unter dem Befehl des Führers. Den Ausführungen des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht schloß, , sich der Dortraa eines Generalstabsoffiziers über die So lautet ein altes, oft zitiertes unb noch immer deutsche Westoffensive an. hutreffenbes Wort über eine Sorte von Menschen, c . . . _ , • Die immer bas loben ober tabeln, was ihrem Al- L)r. r,ey sprach M Drontheim. mofengeber gefällt ober nicht gefällt. Zu dieser O-lo. 30. September. (Europapreß., Reich». Menschen gehört auch Fräulein organifation-ieiter Dr. Ley, ber am Samstag. ®r Va M°nn, Tochter be» ..großen Thoma», nachmittag in Oslo eingetroffen war. untern^m । noch am felben Nachmittag eine Rundfahrt durch IPazisistm, heute, da mü solch platomfchen Oslo und erwies ben gefallenen deutschen Solbaten I'}, i>'"-.?iVnoLrat'en. fheln. ®e,l£ "Le^ 5“ auf bem cheldenfriedhof Ekeberg [eine Ehrende- v r^ntn ®c,e2lr6l o"’ ?^)r 5F6 ,'J* z-igung. Am Abend fand bei[Rei^tommiflar & Terboven ein Emvfana statt hem Vertreter plutokratischen Geldgeber die Finger ber Wehrmacht unb die Hauptabteilumsleiter des önUnh, und fallt selbst Öen an Vieles gewöhnten Reichskommiffariats beiwohnten. Am Sonntag reiste ^^°u°rRundfunkhorern aus bie Nerven. Ober Dr. Ley nach Drontheim, wo er Generaloberst ! °°uu stch die Londoner Sentenzen an- von Fal kenhorft einen Befuch abftattete und "K" M°: „Wenn bie Sirenen heulen, dann einer kulturellen Wehrmachtsveranstaltung bei- hnsSiegesfanfaren, denn wohnte, bei der er an die oerlammelten Soldaten bedeutet, daß deutsche Flugzeuge wieder rubel* “ne Ansprache hielt Er bracht7denDankund I ™erie"- Oder: wenn Erika die die Bewunderuna der Heimat für die im korben e ^er ^^utschen Bomber auf London „nur »I.n .In. I1..I. e.M< »d«« äS",1 ÜifÄSÄS! V nut. 11. (mh hin (nnknknk k«»* I I-fUnk« ~ I - - ffiacedvtudcfie S&üzen 40 Aus -em Reich. Wegfall des HZ.-BeitrageS. Auf (3runb einer Anordnung des Reichsschatz- meistors der NSDAP, werden in Zukunft von den Angehörigen der HI. (einfchl. DI., BDM. und IM.) keine Monatsbeiträge mehr erhoben. Dazu schreibt Bunnführer Albert Müller von der Reichsfugendführung: Die Millionen der Organisationen der deutschen Jugend sehen sich in Zukunft von dem Einzug und der Verwaltung des Beitrages in jeder Form entlastet. Das bedeutet für die praktische Formationsarbeit, daß sie über eine beträchtliche Anzahl hauptamtlicher Kräfte, die bisher von der Geldoerwaltung und Revision beansprucht wurden, frei verfügen kann. Etwa 70 000 hauptamtliche HJ.-Führer können auf diese Weise in der Zukunft aktive Führungsaufgaben übernehmen. Die Geldverwaltung innerhalb der HI. wird in Zukunst örllich konzentriert in den Verwaltungsstellen der Banne. Statt der monatlichen Beitragsleistung sollen die Junaen und Mädel der HI. in Zukunft angehalten werden, im Rahmen der bisherigen Beiträge oder darüber hinaus mit Sparleistungen zu beginnen. Das Sparen wird ein Bestandteil der Erziehungsarbeit der HI. sein und die gesamte deutsche J-uaend soll in Zukunst angehalten werden, für ihre spätere Ausbildung im Beruf rechtzeitig Sparrücklagen anzusnmmeln. Aepfel werden bewirtschaftet. Im Interesse einer gerechten Verteilung der Aepfel an die Verbraucher ist von sofort an die Bewirtschaftung von Aepfän eingeführt worden. Durch eine Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft wird bestimmt, daß alle Aepfel mit sofortiger Wirkung beschlagnahmt sind. Erzeuger von Aepfeln, die diese nicht erwerbsmäßig anbauen, wie Sch r e b e r g ä r - ten und Hausgartenbesitzer sind von der Meldepflicht befreit und dürfen über ihre Aepfel frei verfügen, soweit sich nicht Beschränkungen aus der Anordnung über die unmittelbare Abgabe von Erzeugern an Verbraucher ergeben. Die Verteilung von Aepfeln hat durch die Bezirksabgabe- stellen und den Handel fchlüsfelmäßig an die bisherigen Kunden zu erfolgen. Die Hauptvereinigung bestimmt durch Anweisung an die Wirtschaftsver- bände die Mengen von Aepfeln, die jeweils in einem bestimmten Zeitraum in den einzelnen Gebieten dem Verbrauch zugeführt werden dürfen. Weitere Sonderzuteilungen für Familienfeiern. Der Reichsernährungsminister hat als Sonderzuteilungen für Familienfeiern anläßlich von Trauungen, Silbernen und Goldenen Hochzeiten je Person bis zu einer Höchstzahl von zwölf Personen neben den bereits mengenmäßig begrenzten Sonderzuteilungen für Fleisch und Fett folgende Höchstsätze einheitlich festgesetzt: 200 Gramm Mehl und Brot, 50 Gramm Nährmittel, 100 Gramm Zucker, 25 Gramm Kaffee - Er- s a tz und ein E i. Um zu verhindern, daß Sonderzuteilungen doppelt gewährt werden, muß die Aufgebotsbescheinigung vorgelegt werden oder bei Kriegstrauungen eine entsprechende Bescheinigung, auf oer vom Ernährungsamt die Sonderzuweisung bescheinigt wird. Bei Silbernen und Goldenen Hochzeiten sind die Eheschließungs- oder Trauurkunden vorzulegen und mit einem entsprechenden Vermerk zu versehen. Schärfere Strafen gegen Verdunkelungssünder. Der Reichslustfahrtminister hat darauf hingewie- fen, daß die Verdunklung in vielen Orten des Reiches noch immer zu Beanstandungen AnlaK gibt, Insbesondere ist die Verdunklung der Hof- und Hinterseiten der Häuser mangelhaft, desgleichen die Verdunklung der Treppenhäuser. Besonders grobe Verstöße ereignen sich nachts unmittelbar bei Fliegeralarm und bei der Entwarnung. Der Erlaß weist daraus hin, daß es im Interesse der Verdunklungsdisziplin notwendig ist, V e r st ö ß e schärfer als bisher zu ahnden. In der Mehrzahl der Fälle, in denen eine Bestrafung notwendig ist, werde auch heute noch eine polizeiliche Geld- oder H a f t ft r a f e ihren Zweck erreichen. Andererseits gebe es aber schwere Verdunklungsverstöße, gegen die mit schärferen Mitteln eingeschritten werden j müsse. In diesen Fällen sei bei der Anzeige ein Hinweis auf die Notwendigkeit der Aburteilung durch die ordentliche Gerichte am Platze. Aus aller Welt. Wagner von Iauregg f. Wie die „Frankfurter Zeitung" aus Wien meldet, ist dort Der berühmte Psychiater Professor Dr. Julius Wagner Ritter von Jauregg im Alter von 83 Jahren an einer Herzlähmung verschieden. 1857 in Wels als Sohn eines Staatsbeamten geboren, absolvierte er in Wien Gymnasium und Universität. Als Zweiunddreißigjähriger wurde er schon Leiter Der Grazer Psychiatrischen Klinik, unD, als er noch nicht 40 Jahre alt war, ordentlicher Professor an der Wiener Universität. Später übernahm er auch die Leitung Der Wiener Psychiatrischen Klinik. 1927 erhielt er Den Nobelpreis für Physiologie unD Medizin auf GrunD seiner Entdeckung der therapeutischen Bedeutung der Malariaimpfung bei der Behandlung der syphilitischen Gehirnerweichung. Daneben verdankt ihm die Wissenschaft wesentliche Fortschritte in der Behandlung des Kretinismus mit Schilddrüsenpräparaten, in der Kropfbehandlung die Anwendung von Minimal-Joddosen und neue Methoden in der Bekämpfung Der Schlafgrippe. 1928 schied er nach Erreichung der Altersgrenze aus feinen amtlichen Stellungen. Waller Kollo gestorben. Im Alter von 62 Jahren ist der bekannte Komponist Walter Kollo einem Herzleiden erlegen. Kollo hat sich durch die schmissige Musik volkstümlicher Operetten und Schlager einen Namen gemacht. Aus feinem reichen Schaffen feien nur einige Lieder genannt, die yeute noch gespielt und gesungen werden, wie „Immer an der Wand lang", „Unter'n Linden" unD „Kind, ich schlafe so schlecht". Dazu kommen etwa 30 Operetten, mit deren Melodienreichtum er sich im Sturm die Herzen der Berliner eroberte. Als einer feiner letzten Schöpfungen komponierte er die Musik zu Dem Film „Ball im Metropol". Mit Walter Kollo hat das deutsche Musikleben einen Tonschöpfer verloren, dessen Werke selbst im Auslande gern gespielt werden. Großfeuer in einem norwegischen Kino. Ein Kinobrand entstand in dem kleinen südnorwegischen Ort Laudal bei Mandat. Ein zugereister Filmbesitzer gab eine Vorstellung, die 200 Zuschauer versammelte, ohne daß die notwendigen Vorsichts- maßnahmen beachtet wurden. Der Fllm entzündete sich während der.Vorstellung, und es entstand eine Panik. Sechs Menschen wurden getötet und etwa dreißig verletzt. Verbrecherjagd in Wiesbaden. In Wiesbaden hatten zwei Kriminalbeamte einen wegen Einbruchs verdächtigen Mann in Der Nähe des Biebricher Schloßparkes festgenommen. Der Dieb flüchtete auf dem Weg zur Polizeiwache. Da er auf mehrmalige Hall-Rufe nicht stehen blieb, mußten Die Beamten von ihrer Dienstwaffe Ge« brauch machen. Der Einbrecher, Der getroffen wurde und die Aussichtslosigkeit seiner Flucht einsah, erschoß sich darauf mit einem Revolver, Den er bet sich trug. Es handelt sich um den entlassenen Strafgefangenen Gustav Schmelzeisen aus Heddesheim-Oslingen, der in Wiesbaden und Umgebung mehrere Einbruchdiebstähle ausgeführt hatte. Hochverräter hingerichlet. Der am 12. Juli 1940 vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Morde an dem deutschen Polizeihauptwachtmeister Kniest zum Tode verurteille 23jährige Franz Petr aus Kladno ist h i n g e r i ch t e t worden. Weiter sind die vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen und Vergehens gegen § 90c zum Tode verurteilten Karl Stipfing und Helmut Kremin hingerichtet worden. Beide Verurteille haben sich von Juni 1936 bis Dezember 1937 im Ausland hochverräterisch gegen Das Deutsche Reich betätigt und an Der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlages iit Deutschland entscheidend mitgewirkt, ferner landesverräterische Beziehungen zum ausländischen Nachrichtendienst unterhalten. Durch Die Vollstreckung rourDen besonders gemeine und verwerfliche Verbrechen gesühnt. Houptzchnftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptzchriflleiters: Ernst Blumschctn. Verantwortlich für PolitU^ Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. SB. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr^Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Berantwortllch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Frau Christine Pirr Witwe ist heute zur ewigen Ruhe heimgegangen. Gießen (Kaiserallee 51), Darmstadt, Essen, 29. September 1940. Die Beerdigung findet In der Stille statt 1378 D im blühenden Alter von 20 Jahren. — Er bleibt uns unvergessen» Lang-Göns. Grünlegen, den 30. September 1940. Daran: Kleinan- leYaeninbies“b Bergona Brust- und Lungentee matzeitung, den Mk. 1.19. — In allen Apo- BießenerAnzeiger theken zu haben. Bestimmt: Pelikanapotheke. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniimii 4376V können kostenlos angefordert werden. 4373D 03318 Gießen, den 1. Oktober 1940. 03313 Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Fahrelans starkes Rheuma u.8schlas Herr Emil Radke, Maurer, Duisburg-Hamborn, Gerlingstraße 1, sehr. a. 27.5.40: „Sell Jahren litt Sammet? Tassen , Wie Aepfel, Birnen, Zwetschen kauft laufend HeinrichKalbfleisch Liebigstr. 66, Fernruf 3685. Warum hülfen Sie? Trinken Sie bei Heiserkeit,Verschleimung, Bronchialkatarrh, Asthma, den bewährten Gießen, Diezstraße 11. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 2. Oktober 1940, nachmittags 4 Uhr statt - Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. ........................................................................................................... lieber Naturschutz und Naturkunde ’™°5n allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Dermühler Verlages, Verlln- ®itte verlangen Sie noch heule von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblati ..Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiniiiiiiiiiiniiiiiiiimiiiiiiniiiiiiiiiiiiniiiiiiiinnjilijninniiiiiniiinuiii Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 2. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. iiiiiiiiiiiiiiiiimiimiiiii Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! ich linksseitig so stark an Rheuma u. Ischias, datz ich stets im Herbst unsere hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Mein frohes, herzensgutes Kind, meine liebe, kleine Schwester Am 16. September 1940 fiel nach Gottes Ratschluß für Führer und Vaterland unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller einziger Sohn, Enkel, Pate und Neffe In tiefem Schmerz: Karl Marsteller und Frau. Nachlässe von 3 bis 20 v. H, er* halten Sie bei wiederholten Ver- _______öffentHchungen einer Anzeige / MetzWMWnttrM. Berufserziehungswerk — Uebungsstätte Gießen für die kaufmännischen-, Eisen- und Metall- und Bauberufe beginnen Anfang Oktober 1940. Anmeldungen werden noch angenommen! - Arbeitspläne | Vermietungen | Nähe Bahn mübL Zimmer zn verm Crednerstr. 18 I. [Stellenangebote] Wegen Verheir. des jetzigen MM in ruhigen Haushalt zum 15. Oktober ob. später gesucht. [4362D Bergstraße 11p. Wilhelm Karl Marsteller Funker in einer Luft-Nachr.-Abt. Verkäufe Gebrauchter Konzert: Hügel umzugshalber billig abzugeben. Näheres 03314 Moltkestr. 27 v. zwischen 12 bis 13 Uhr. Christel ist nach kurzem, schwerem Leiden im 11. Lebensjahre für immer von uns gegangen. In tiefem Schmerz: Gretel Deibel Wwe„ geb. Börner Adolf Deibel. Witwer, 67 I., Buchdruckerei' besitzet, sucht für sofort oder später zur Führung seines frauenlosen Haushaltes Wirtschafterin möglichst ohne Anhang. Zuschriften unter 4379D an den Gießener Anzeiger erbeten. Metzgergehilfe oder Mann der schon im Fach gearbeitet hat, bei gutem Lohn sofort gesucht. Roßschlachterei Schilling Gießen, Wetzsteingasse 10 Fernruf 2186. 43330 u. Frühjahr mehrere Wochen mit der Arbeit aussetzen mußte. Dieses Jahr versuchte ich Ihre Trineral-Ovaltabletten u.war schon nach wenigen Tagen wieder voll arbeitsfähig. Men ähnL Leidenden kann ich Trineral-Ovaltablellen bestens empfehlen." Bei Rheuma, Ischias, Gicht, Hexenschuß, Erkältuugskrarrk- beiten, Grivve, Nerven- u. Kovffchmerzeu helfen Die hoch- wtiff. Trtneral-Ovallcibletten. Sie werden auch v. Herz-, Magen-u. DarmempfinDlichen best. vertragen. Mach. Sie sof. ein. Versuch! Origpckg. 20 Tabl. nur 79 Psg. In all. Avoth. erhältl. 0. Trineral GmbH.. München D 27/ 547. Verl. Sie kosten!. Brosch. „Lebenssreudedurch Gesundheit!* Betr.: II. Reichskleiderkarte und Reichsseifenkarte. Bekanntmachung. Die Ausgabe der II. ReichskleiDerkarten und der Seifenkarten an Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in Gießen haben, erfolgt an nachgenannten Tagen. Vorzulegen sind Die Lebensmittel-Personal» ausweise. Zur Abholung berechtigt sind nur Erwachsene. Die Ausgabe erfolgt straßenweise in gleicher Reihenfolge wie Die Ausgabe Der Lebensmittelkarten. 43840 1. Ausgabeiag: Donnerstag, 3. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. 2. Ausgabetag: Freitag, 4. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. 3. Ausgabetag: Samstag, 5. Oktober 1940, 8 bis 13 Uhr. 4. Ausgabetag: Montag, 7. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. 5. Ausgabetag: Dienstag, 8. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. Welche Ausgabetage für Die Bezugsberechtigten in Frage kommen, ergibt sich aus der Aufstempelung auf dem Lebensmittel-Personalausweis. Mannschaften und Unteroffiziere einschließlich Fah. nenjunker, Feldwebel (Wachtmeister), Fähnriche, Oberfähnriche, Unterärzte, Unterveterinäre, Arbeits- männer bis zum Unterfeldmeister einschließlich und Arbettsmaiden bis zur Maidenfichrerin einschließlich erhalten während der Zugehtirigkell zur Wehrmacht bzw. zum Reichsarbeitsdienst keine ReichskleLerkarte Offiziere, Wehrmachtsbeamte und Arbeitsdienstführer im Offiziersrang, Die auf Selbfteinkleidung angewiesen sind und chren Wohnsitz in Gießen haben, erhalten auf Antrag Die zweite Reichskleiderkarte. Verlorene Kleiderkarten werden nicht erseht. Gießen, den 1. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister Der Stadt Gießen. .______________— Wirtschaftsamt. — Mod. schwarzer Damenmantei, fast neu, Gr. 44, HlönfeLfioftüme Sleiöer, Bluten. Gr. 40—44, zu verkaufen. 03312 Frankfurter Straße 57. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 | Kaufgesuche | Kaufe GioUiis mit Garten und evtl, größeren Nebengebäuden Schristl. Angeb. unt. 03310 an d. Gießen. Anzeig. In allen Preislagen von Edgar Borrmann 5: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 I --- 4380 A I MeMlung zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 43751) cr.d.G.A. Federbetten zu verkaufen Wiefenftr. 1 I. Gebrauchtes Bett zu verkaufen Goetbellr. 52III Kaufe (evtl, pachte) gewerbl. Anwesen mit größeren Arbeits- und Lagerräumen. Schr.Angeb.unt. 03311 Gieß. Anz. Ali-Gold auch Silbergeld tauft ständig Erich Beyer Juwelier [03260 Bahnhofstraße 1 Telefon 4041 Genehm.-Beschl. Nr. A 40/4113. Spez. ümarbeiten v. alt. Tranringen. |Verschiedenes| «Harzen lll einstig. Haare Leberstecken Lickel, Sommer» wrost. usw entf. u. Gar.kür immer FrauB. Gulden seit 1936 Fr. W. Henkel Svrechstund.letzt Mittwochs.fileßen Am Riegelpfad 32. 9- 17 Uhr dnrchg. Hierdurch nehme Ich die gegen den Landwirt Ludwig Pitz 2. aus Steinbach ausgesprochene Beleidigung mit DemÄusdruckdeP tiefsten Bedauerns zurück. 4374D Steinbach, den 28.Sevtbr.1940. Marie8chmill,qei).Fmk Ein fast neuer Herren-WInter-Ma' für mittelst. guru.einschwc Damen-Mantel mittlere Größe, zu verkaufen. Goethestr. 70 I. Wilton*] preiswert zu verkaufen. 03316 Marktstr. 9/11. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Helene Rühl, geb. Pirr Karl Pirr Ottilie Knab, geb. Pirr 5 Enkel, 8 Urenkel. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 28. September meine lieb Frau, meine gute Mutter, unsere Hebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Appel, geb. Erb im Alter von 27 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hugo Appel und Kind. 03317 «UM Nr. 232 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Dienstag, l. Oktober MD Peiß „Die Welt gehört dem Führenden" der mif großer Hingebung lauschenden Hörerschaft einen besonderen künstlerischen Genuß, an den man sich noch lange erinnern wird. Im zweiten Teil des Abends, der von den instrumentalen Kräften mit der Darbietung des „Heldischen Spiels" von Erich Colberg in der Vertonung von Fritz Braun, wiederum eine Uraufführung, eingeleitet wurde und dann von dem Heldenstück „Der Kommandant" gefolgt war, erlebte man einen stark wirkenden Ausschnitt aus dem darstellerischen Schaffen der jungen Kräfte der HI. Mit diesem Stück, Magensäure w Ich bitte um erneute Zusendung von II rl(*K 50 groß. Füllung. Ihres Karlssprudels, 'Xi |\| der mir bei Magenübersäuerung sehr gute Dienste geleistet hat, so daß ich* die Kur fortsetz, möchte. Dr.J.Werner, Oberstud.-Dir.,Olbernhau, Freiberg. Str. 7. 31.8. 37, 25 große Flaechen RM. 14.-, 50 große Flaschen RM. 24.-, dazu Pfand. Lieferung frei Haus. Heilquelle Karlssprudel, Biskirohen 257* Strichen. So wurde der, Film zu einer höchst eindringlichen Aufforderung an uns alle, Verschwiegenheit als eine Pflicht zu empfinden, die die Heimat ihren Soldaten schuldet. * Aus der Stadt Gießen. Blauer Segen. Wer sagen wollte, wieviel Pflaumen unsere Pflaumenbäume alljährlich hervorbringen, müßte viele Nullen an eine Zahl hängen. Dazu kommt, daß jedes Jahr den Segen vermehrt. So gab es allein in Bayern im Jahre 1933 nicht weniger als 5,8 Millionen Pflaumenbäume, was 27,9 v. H. der gesamten bayerischen Obsternte ausmachte. Sechs Jahre später war die Zahl der Pflaumenbäume in Bayern bereits auf 7,18 Millionen gestiegen. Der durchschnittliche Einzelertrag jedes dieser Bäume wurde im Vorjahr mit 11,2 kg je Baum geschätzt. Der blaue Segen ergießt sich also reichlich über das deutsche Land, denn diese Zahlen stellen keine Rekorde, sondern Mittelwerte dar, die vielfach noch überholt werden. In Japan gilt der Pflaumenbaum als Sinnbild der Herzensgute, und diese Auslegung ist eigentlich nicht ganz aus der Luft gegriffen; ein Baum, der solchen Fruchtsegen spendet, gleicht wirklich einem herzensguten Menschen, der nicht anders kann, als geben, so lange er etwas zu geben hat. Die Heimat der Pflaumen oder Zwetschen, wie man sie in Süddeutschland heißt, ist Asien — wahrscheinlich Kleinasien — von wo sie über Griechenland zu den Römern kamen, die bald begannen den Baum zu veredeln und verschiedene Sorten heranzuzüchten. Auch in Deutschland gab es, als Karl der Große den Anbau der Pflaumen anordnete, bereits mehrere Sorten, die gewöhnlich nach den Ortsnamen, wo ihre Züchtung zum erstenmal glückte, benannt wurden. Wie vielfältig sich die Pflaumen in der Küche verwenden lassen, braucht man keiner Hausfrau zu sagen. Dor allem soll man gute, reife Pflaumen auch roh essen. Sie sind keineswegs schwer und sogar leichter verdaulich als Birnen oder Kirschen und dann: wie reizt der köstliche Geschmack des saftigen goldgelben Fruchtfleisches die Eßlust! Nur in der frischen Frucht können sich nämlich der gute, erfrischende Geschmack und das Aroma der in der Pflaume enthaltenen Fruchtsäuren und Duftstoffe voll auswirken, während man gleichzeitig auch den Zucker stark mit durchschmeckt, besonders bei den ganz ausgereiften Früchten; durch das Kochen aber wird die in der frischen Pflaume gebundene Fruchtsäure frei, und die Folge hiervon ist, daß der saure Geschmack überhand nimmt und die gekochten Pflaumen, wenn sie schmecken sollen, gut gezuckert werden müssen. Sind frische Pflaumen sehr sauer, so ist es nicht ratsam, sie mit stark stärkehaltigen Nahrungsmitteln, wie etwa Mehlspeisen, zusammen zu verzehren, weil unter der Einwirkung der Säure die Verdauung der Stärke erschwert wird. Gedörrt ist die Pflaume ziemlich süß, was daher kommt, daß sich durch den beim Dörren entstandenen Wasserverlust — die frische Pflaume enthält mehr als 80 v. H. Wasserder Zuckergehalt, wie überhaupt der ganze Nährstoffgehalt der Frucht stark verdich- tet, worauf der große Nährwert der Dörrpflaume Ernste Mahnung an Estern und Erzieher Kinder gehören während der Dunfelheit nicht auf die Straße. Ein schöner Feierabend der Hitler-Jugend Eröffnung des Deranstaltungs-Hinges im Stadttheater. beruht. Kindern macht es oft Spaß, die Pflaumenkerne aufzuklopfen, um die darin enthaltenen „Mandeln zu essen. Dieses Vergnügen kann schlimme Folgen haben. Aus dem in den Kernen enthaltenen Amygdalin entsteht nämlich unter Einwirkung von Wasser reine Blausäure, also eines der gefährlichsten Gifte. Wenn nun ein Kind noch dem Genuß von Pflaumenmandeln Wasser trinkt, kann es zu einer Blausäure-Vergiftung kommen und damit zu einer schweren, bisweilen tödlichen Erkrankung. Die Pflaume ist aus der deutschen Küche nicht wegzudenken. Seine „Graupen mit Backpflaumen liebt der Mecklenburger genau so wie der Ostmärker seine „Zwetschgenknödel" und der Frankfurter (auch der Gießener) seinen „Quetschekuche", und wenn der Schlesier sein Lieblingsessen, das „Schlesische Himmelreich", ohne die Beigabe von gedunsteten Pflaumen essen müßte, würde er sie schwer vermissen. Den ganzen Winter hindurch können wir sie uns schmecken lassen, eingekocht oder gedorrt, und wenn schon die weiße Blütenfülle wieder die Pflaumenbäume schmückt, ist die Hausfrau besonders stolz, wenn sie noch einen kleinen Vorrat hat vom „blauen Segen" des Vorjahrs. M. A. v. L Die Tage werden wieder kürzer. In dem unbeaufsichtigten Herumtreiben während der Dunkelheit liegt eine besondere Gefahr für die Jugend. Die Dunkelheit verlockt zur Verübung von zunächst harmlosem Unfug, der erfahrungsgemäß bald zu üblen Streichen übergeht, ja zur Begehung strafbarer Handlungen führen kann. Deswegen ist den Jugendlichen das Herumtreiben auf öffentlichen Straßen und Plätzen oder an sonstigen öffentlichen Orten während der Dunkelheit verboten. Mit Rücksicht auf den wechselnden Eintritt der Dunkelheit ist es absichtlich vermieden worden, das Verbot an eine bestimmte Uhrzeit zu binden. Das Verbot richtet sich selbstverständlich nicht gegen Jugendliche, die von der Arbeitsstelle oder vom HJ.-Dienst heimgehen oder aus andern notwendigen Gründen die Straße betreten. Nach der Polizeioerordnung zum Schutze der Jugend vom 9. März 1940 machen sich nicht nur die Jugendlichen selbst bei vorsätzlichen Verstößen gegen diese Verordnung strafbar, sondern auch die Eltern, Erziehungsberechtigten und die von ihnen beauftragten volljährigen Personen, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig ihre Aufsichtspflicht dadurch verletzen, daß sie den Jugendlichen Verstöße gegen die Vorschriften der Polizeiverordnung ermöglichen. Die Verordnung zum Schutze der Jugend verbietet Jugendlichen nicht nur das Herumtreiben auf den Straßen während der Dunkelheit, sondern auch den unbeaufsichtigten Aufenthalt in öffentlichen Lichtspieltheatern, Varietes und Kabaretts nach 21 Uhr. In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, daß es verboten ist, an Personen unter 18 Jahren Branntwein oder überwiegend branntweinhaltige Getränke im Betrieb einer Gast- oder Schankwirtschaft, oder im Kleinhandel zum eigenen Genuß zu verabfolgen. An Personen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen auch andere geistige Getränke in Abwesenheit der Erziehungsberechtigten oder des Vertreters an den genannten Stellen zu eigenem Genuß nicht verabfolgt werden. Den Jugendlichen unter 18 Jahren ist ferner der Genuß von Tabakwaren in der Oeffenllichkeit verboten. Auf ein Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche ist aus 'sozialen Gründen verzichtet wor- männliche und weibliche Träger berühmter Namen ein polterndes, fauchendes, wutenbranntes Stelldichein gegeben Haden, so schlägt man nur zu oft die Hände über dem Kopf zusammen. Man hätte es wohl ^einem Fridericus Rex, einem Napoleon Bonaparte, einem Martin Luther und einem aufbrausenden Schopenhauer zugetraut, daß sie auch in ihren Briefen kein Blatt vor den Mund nehmen, aber daß auch Beethoven und Wagner, Goethe und Klopstock, Jean Paul und Maria Theresia ihren berechtigten Zorn und Aerger so freien Lauf ließen, das hätte man doch kaum gedacht! Auch Bismarck fehlt nicht in dieser Schar grober Briefschreiber. Indessen liegt seine Grobheit wohl verpackt m diplomatischer Watte, was den Reiz dieser Briefe nur erhöht. Ja, — und dann haben auch Männer wie Ibsen, Liliencron, Frank Wedekind und natürlich auch Strindberg und Ludwig Thoma (ungewollt) ihr Schärflein zu dieser Sammlung beigetragen, wovon man ebenfalls mit viel Schmunzeln Notiz nimmt. Kurzum: es ist ein recht vergnügliches Buch, das uns die großen Männer und Frauen einmal in ein^m ganz anderem, aber sehr aufschlußreichen Licht zeigt. Deshalb legt man auch das Buch, wenn man es ausgekostet hat, mit Bedauern zur Sette und seufzt ein wenig; warum kann unsere Zeit keine Briefe mehr schreiben? Aber indem man noch seufzt, klingelt es an der Wohnungstür. Der Briefträger gibt eine Anzahl Briefe ab. Was wird schon in diesem Briefe drinstehen? Doch halt! Da befindet sich ja auch ein Feldpostbrief unter den vielen, sauber mit der Schreibmaschine geschriebenen Briefen. Der Feldpostbrief freilich ist mit einem Bleistift geschrieben, und er sieht nicht sonderlich vornehm aus. Aber was ist das doch für ein famoser Bries! Das ist wirklich noch ein Brief, den es sich zu lesen lvhnt! Und je mehr man sich in diesen Feldpostbrief vertieft, desto mehr wird man sich bewußt, daß unsere Zeit, die so arg verschriene, dennoch Briefe zu schreiben versteht, ja sogar auch grobe Briefe, sobald in ihnen nur von der gemeinen Handlungsweise unserer „ritterlichen" Gegner die Rede ist. Das Gute an diesen groben Feldpostbriefen ist aber, daß sich ihre Schreiber nicht mit dem Schreiben begnügen, sondern daß sie, wenn die Stunde gekommen ist, auch sehr grob dreinhauen, so wie es oeutscher siegreicher Soldatenart entspricht. Und wir können beruhigt sein: diese Art des Schreibens wird auch der Nach- weit überliefert bleiben, denn es find Taten, die in die Weltgeschichte eingehend Bubendey» Grobe Briefe von Anno dazumal. Oft genug hat man unserer Zeit vorgeworfen, daß sie keine Briefe mehr zu schreiben verstünde. Nun: was die Zahl der Briese anbelangt, die unser Jahrhundert geschrieben hat und schreibt, so ist es allen vorangegangenen Jahrhunderten sicherlich um Millionen Meilen weit voraus. Aber gerade weil die Zahl der heute geschriebenen und — diktierten Briefe in die Millionen und aber Millionen geht, haben wir keine Zeit mehr, uns der Abfassung unserer Briefe mit der gleichen liebevollen Sorgfalt hinzugeben wie unsere Urgroßväter und Urgroßmütter, denen das Schreiben und das Empfangen eines Briefes ein Ereignis war. So wird also unsere Nachwelt kaum Gelegenheit haben, ähnliche Sammlungen geistreicher, dichterischer und liebevoller Briefe herauszugeben, rote sie uns von unseren Vorfahren überliefert sind. Daß aber diese Vorfahren nicht nur ihren Geistreichtum aufblitzen, nicht nur ihren Gefühlen zarten Ausdruck verleihen, sondern in ihren Briefen auch gehörig grob, ja sogar — saugrob werden konnten, das wissen wohl nur wenige. Um so mehr ist die Herausgabe solcher Briefe zu begrüßen, wie sie vor kurzem Fritz Reck-Malleczewen unter dem schlichten aber deutlichen Titel „Grobe Briefe" (im Schützenverlag, Berlin SW 68) vorgenommen hat. . Liest man in diesem Buch der groben Briefe, tn dem sich Könige, Herzöge und Fürsten, Staatsmänner. Dichter, Musiker. Maler und Philosophen, Der Bann und der Untergau Wetterau 116 bereiteten den Mitgliedern des Veranstaltungsringes der Hitler-Jugend und zahlreichen geladenen Gästen am gestrigen Montagabend im Stadttheater ein denkwürdiges Erleben. Das Haus zeigte anläßlich der Eröffnung der Veranstaltungsfolge für die kommende Winterzeit ein festliches Bild, das dem Ereignis einen würdigen Rahmen gab. Das besondere Kennzeichen des Abends war dessen Gestaltung durch die eigenen Kräfte der HI., die durch die Bannspielschar, die M.-Gruppe 5/116 und FHL. 3/116 zeigte, daß die Jugend ihren jungen Kameraden und Kameradinnen Wertvolles zu bieten imstande ist. Der Abend wurde so ein verheißungsvoller Auftakt zu dem weiteren künstlerischen Geschehen im Rahmen des Deranstaltungsringes der Hitler-Jugend. Mit der Komposition „Festlicher Ruf" von Fritz Braun, einer Uraufführung unter persönlicher Leitung des Komponisten, eines Mufikstudie^enden :n Gießen, fand die Darbietungsfolge ihre feierliche Einleitung. Dann sprach der Dramaturg des Stadttheaters Gerhard Reuter zu der jungen Theatergemeinde und den Ehrengästen über die Arbeit und die Zielsetzung des Veranstaltungsringes, zugleich auch über das Bedürfnis unserer deutschen Jugend, an dem geistigen und kulturellen Leben unseres Volkes teilzunehmen und aus diesem Erleben starke Kräfte für die Aufbauarbeit der HI., für die immer weitere Verbreitung der deutschen Kunst in allen Bevölkerungsschichten zu gewinnen. Er wies dabei auch auf die eigene Ausgestaltung von künstlerischen Abenden durch die Laienspielkrälfte der HI. hin, die er treffend als einen Ausdruck des Strebens der jungen Generation nach eigenem Handeln und Gestalten im Dienste der Kunst, zugleich als eine wertvolle Förderung aller Arbeit der deutschen Menschenbildung kennzeichnete. Georg Friedrich Händels Ouvertüre in B-dur und der stark wirkende Fahnen- choral von Hans Baumann, wie auch der Haitische Iungbannmarsch zeigten dann die instrumentalen und gesanglichen Kräfte der Jungens und Mädels von der besten Seite. Kreisleiier Backhaus schäft. # Das Drehbuch Kurt H e u s e r s hat aus der Fülle des Stoffes eine Handlung geformt, die wohl typische Schicksale schildert, aber sie individuell genug gestaltet, um unsere Anteilnahme zu wecken. Ganz zwanglos ist aus alltäglichen Begebenheiten heraus der Spionagefall entwickelt worden, gerade das macht ja die Quintessenz dieses „Aufklärungsfilms" aus, und die ungemein lebendige Szenenfolge der Regie Arthur Maria R a d e n a l t s , die den Film sehr geschickt in den großen geschichtlichen Rahmen unserer Tage einspannte, treibt dann ohne knallige Sensationen die Handlung zu höchsten Spannungen vorwärts. Das Beste müssen dann freilich die Schauspieler leisten. Dor allem Rene Deltgen als Chef der englischen Spionageorganisation wirkt durch sein gelassen überlegenes Spiel, das alle billigen Effekte meidet, sehr überzeugend. Ausgezeichnet charakterisiert in ihrer sittlichen Haltlosigkeit sind auch die beiden Landesverräter Rudolf Schündlers und Ernst W a l d o w s. Eine sehr eindrucksvolle Porträtstudie gab auch Erich Ponto als der französische Mittelsmann des Secret Service. Rolf Weih war der Jumorches des Werks mit einer bestrickend unbefangenen Jungenhastigkeit, die aber im kritischen Augenblick Verantwortungsgefühl und Tatkraft entfaltete. Christian K a y ß l e r als Chefingenieur wirkte durch sympathisch freimütige Nonchalance. Lotte K o ch spielte die Sekretärin mit einer schonen, sauberen Offenheit. Kirsten Heiberg, sehr elegant und ver- jührerisch, war die Frau, deren Zauber nun einmal „Achtung! Feind hört mit!" Ein Spionageabwehr-Film Arthur Maria Rabenalts. „Achtung! Feind hört mit!" schreien uns die Plakate von den Litfaßsäulen entgegen, warnen Anschläge in Betrieben, Gaststätten und Bahnhosen, und doch müssen die Zeitungen immer noch melden, daß wieder ein haltloser Geselle oder em verbrecherischer Lump dem feindlichen Nachrichtendienst ms Garn ging, für schnödes Geld fein Vaterland verriet und -nun nach dem Spruch des Volksgerichtshofes feinen gerechten Lohn empfing. Aber es sind ja nicht nur diese Elemente ohne Gesinnung und ohne Charakter, die feindlichen Spionageagenten Handlangerdienste leisten, sondern geschwätzige Wichtigtuerei, unüberlegtes Daherreden und leichtfertiges Vertrauen fremden Menschen gegenüber erleichtern es immer wieder der feindlichen Spio- nageorganisation, ihre Fäden zu spinnen und ihre Werkzeuge dort anzusetzen, wo sie em wichttges Fabrikationsgeheimnis der deutschen Rüstungsindustrie, technische oder militärische Anlagen oder gar operative Pläne der deutschen Wehrmacht aus- spähen zu können glauben. Bei dem großen Kreis von Männern und Frauen jeden Alters, der heute im Zeichen des totalen Krieges zwangsläufig mit diesen Dingen in Berührung kommt, kann nur äußerste Disziplin des ganzen Volkes um ,edes unserer Werke, unserer Büros und Kasernen den Schutzwall aufrichten, an dem alle femblidjen Machenschaften zerschellen. Ein unüberlegtes Wort kann oft feindlichen Agenten schon einen wichtigen Fingerzeig geben und für die leichtfertige Plaudertasche den Tatbestand des fahrlässigen Landesverrats darstellen. Das allein rechtfertigt schon diesen Film. ♦ Propaganda muß eindringlich, darf aber Nicht aufdringlich sein, Aufklärung mutz lachlich, darf aber nicht langweilig fein. Beide Forderungen erfuttt dieser Film und ist daher eine ausgezeichnete Waste im Kampf gegen den feindlichen Nachrichtendienst. An Stost war kein Mangel. Die Akten unterer Spionageabwehrbehörden bergen S^g »Falle . die so oder ähnlich abrollen, wie die Schicksale der hier im Film porträtierten beiden Lumpen, die ihr leichtsinniges Leben in Schulden gestürzt hat, womit sie für die Lockungen fremder Agenten empfänglich sind und, einmal in deren Hand, "usgepr tz werden wie eine Zitrone, die man ftirf den Kehricht- In der interessant und vielseitig zusammengestellten Wochenschau sah man die höchst komplizierte Herstellung von Minen, die im modernen Seekrieg zu einer der wirkungsvollsten Waffen geworden find, und in fesselnden Ausschnitten aus dem Kampf unserer Luftwaffe gegen England den Reichsmarschall Göring auf seinem Gefechtsstand an der Kanalküste sowie schneidig durchgeführte Angriffe unserer Stukabomber auf britische Flugplätze. 9 11 1 Dr. Fr. W. Lange. in dessen Mittelpunkt der große Tod und das Heldentum eines großen Kämpfers stehen, an dem alle Kleinheit der Gedanken und die ' menschlichem Schwächen scheitern, erhielt der Abend einen Höhe« punkt von besonderer Stärke. Mit der Wiedergabe des Liedes „Deutschland, heiliges Wort", einer Dich- tung von E. W. Möller, in der Vertonung vom Georg Blumensaat, sand die Veranstaltung ihren würdigen Ausklang. Die Spielleitung hatte Gerhard R e u t e r, die musikalische Leitung Fritz Braun. Alle Darbietungen fanden verdientermaßen starken Beifall. B. schen Dichtkunst, der Malerei, der Musik, der Baukunst usw. Auf allen Gebieten des deutschen Volkslebens habe die Kunst jetzt wiederum einen Platz erhalten, der ihr im Rahmen der deutschen ans Albert Schewe. Bühnenbild: Karl Löffler. 3. Dienstag-Miete. Ortszeit für den 2. Oktober. Sonnenaufgang: 7.28 Uhr; Sonnenuntergang: 19 Uhr; Mondaufgang: 8.34 Uhr; Monduntergang: 19.22 Uhr. W icruf$crjicl)ungso)crk DcrÖflfi Die Sprechstunden der DAF., Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, werden ab sofort Montags und Freitags von 17 Uhr a u f 19 Uhr verlängert. Anmeldungen zu Lehrgemeinschaften können insbesondere von den Arbeitskameraden abgegeben werden, die erst nach 17 Uhr kommen können. Dauer der Sprechstundenverlängerung bis 11. Oktober 1940 einschließlich. 4183V Christian Reiber. Am morgigen Mittwoch, 2. Oktober, vollendet der jetzt in Bad Homburg v. d. H. wohnende frühere Gießener Möbelfabrikant Christian Reiber sein 84. Lebensjahr. Der Jubilar ist durch sein berufliches und ehrenamtliches Wirken in unserer Stadt und darüber hinaus bekannt geworden und genießt im Kreise der Gießener Bevölkerung große Wertschätzung. Er hat einen großen Abschnitt der Entwicklung unserer Stadt seit 1856, seinem Geburtsjahr, miterlebt und vor etwa einem Jahrzehnt im damaligen Gießener Stadtrat, wie auch vorher schon im Vereinsleben, mitgestalteü helfen. Nach seiner Schulzeit und der kaufmännischen Lehre in der Schirmerschen Tabakfabrik genügte er als Einjährig-Freiwilliger seiner Militärpflicht in unserem Gießener Jnf.-Rgt. 116. Dann war er auswärts tätig, bis er im Jahre 1877 als kaufmännischer Leiter in das väterliche Möbelgeschäft eintrat, dessen Räume sich im Seltersweg 35 befanden. Da dieses Grundstück für den Betrieb bald unzureichend war, verlegte er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern den Betrieb in das Grundstück Seltersweg 38, Ecke Löwengasse, wo er durch Umbau einen Laden mit acht großen Schaufenstern schuf und außerdem zwei geräumige Lagerhäuser für Möbelausstellungen errichten ließ. Zur Erleichterung des Geschäftsverkehrs wurde — als erste Einrichtung dieser Art in Gießen — eine Fernsprechanlage zwischen den beiden Grundstücken angelegt, die später bis zur Bahnhofstraße 63/65 fortgesetzt wurde, wo die Gebrüder Reiber eine Möbelfabrik mit Dampfbetrieb und vielen Holzbearbeitungsmaschinen als Erweiterung des am Seltersweg betriebenen Derkaufsgeschäfts hatten errichten laßen. Hier entstand auch die erste elektrische Beleuchtungsanlage in Gießen, anfangs nur für die eigene Fabrik, später als Blockstation zur Lieferung von Licht- und Kraftstrom nach den umliegenden Grundstücken. Die Möbelfabrik mit ihrer umfangreichen Holzbearbeitung nahm bald einen starken Aufschwung. Als Auswirkung seiner beruflichen Tätigkeit wurde Christian Reiber in den Vorstand der Südwestdeutschen Holzberufsgenossen- schaft Sektion III Mainz berufen, außerdem zum Delegierten für die . Genossenschaftsversammlungen in Stuttgart, Straßburg und Mainz, sowie zum Vertrauensmann für Oberhessen bei Betriebsunfallschäden ernannt Nach dem Tode seines älteren Bruders und veranlaßt durch schwere Erkrankungen in seiner eigenen Familie zog sich Christian Reiber nach dreißigjähriger Tätigkeit vom Geschäft zurück. Das Fabrikgrundstück in der Bahnhofstraße wurde verkauft und das am Seltersweg wieder vereinigte Verkaufs- und Fabrikationsgeschäft zum Weiterbetrieb verpachtet. Neben seiner geschäftlichen Tätigkeit war der Jubilar auch im Dereinswesen unserer Stadt erfolgreich tätig. Der Gießener Rudergesellschaft gehört er seit dem Gründungsjahr 1877 nun schon 63 Jahre an, längere Jahre war er deren 1. Vorsitzender, und im Jahre 1927 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste um die GRG. zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gründete er, gemeinsam mit dem Kaufmann Louis Treff, den Verein Cre- ditreform, und auch hier war er längere Jahre Vorsitzender. In den Jahren 1923/24, als die Inflation den alten Rentnern schwersten Schaden zufügte und viele von ihnen ihren Besitz fast völlig verloren hatten, war Christian Reiber bei oer Gründung der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Rentnerbundes maßgebend beteiligt, später rief er zur noch energi- fcheren Vertretung der Interessen der Jnflations- geschädigten auch die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Sparerbundes ins Leben. Mit aller Tatkraft fttzte er sich damals für die berechtigten Forderungen der Opfer der Inflation ein und fand dabei die volle Zustimmung weiter Beoölkerungskreise in Stadt und Land unserer engeren Heimat. Vom Herbst 1922 bis zum Frühjahr 1924 war er bei der Bürgermeisterei tätig, wo er die Unterstützungssätze für die damals in größter Not befindlichen Kleinrentner zu berechnen und auszuzahlen hatte. Anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Sparerbundes in Gießen wurde Christian Reiber in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Herbst 1929 wurde er in den Gießener Stadtrat gewählt, dem er bis zu dessen Auflösung im März 1933 angehörte. Auch hier leistete er rege Mitarbeit an den Aufgaben der Stadt im Dienste der Allgemeinheit. Vor einigen Jahren verlegte der Jubilar aus Gesundheitsrücksichten seinen Wohnsitz nach Bad Homburg v. d. H. Als besonders interessant sei noch vermerkt, daß im Geburtsjahr Christian Reibers, 1856, die damalige Gasanstalt, die Grundlage unseres heutigen Gaswerks, errichtet wurde und er in feinen Knabenjahren den ersten Straßendurchbruch vom Seltersweg nach der projektierten „Neuen Anlage", der fpäteren Südanlage, heute Hindenburgwall, mit- erlebte. Seit über 60 Jahren gehört der Jubilar zu den treuen Beziehern des „Gießener Anzeigers". Möge dem alten Herrn nach seinem langen und arbeitsreichen Leben noch ein weiterer schöner Lebensabend beschieden fein. Ausgabe der neuen Reichskleiderkarte. Vom kommenden Donnerstag, 3. Oktober ab, wird in Gießen die neue Reichskleiderkarte ausgegeben. Gleichzeitig damit kommen auch die neuen Seifenkarten zur Ausgabe. Bei der Abholung der neuen Karten müssen die Lebensmittel-Personalausweise vorgezeigt werden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 1. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 Kartoffeln, % kg 4 Rpf., 5 kg 40, Wirsing, % Kg 7 bis 8, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 20, Unterkohlrabi 7, Grünkohl 18 bis 20, Tomaten 16 bis 18, Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Kürbis 7, Feldsalat C/io) 10, Aepfel, Vi kg 15 bis 25, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 11 bis 15, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. * ** Mädelgruppe 1/116 Gießen-Süd. Alle Pflicht- und Hausjahrmädel der Gruppe treten am heutigen Dienstag, 1. Oktober, um 18 Uhr zu einem Appell in der Schillerschule an. ** D i e nst j u b i l ä um. Am heutigen Tage ist der Reisende Robert Warner 50 Jahre bei her Firma W. & G. Schuchard in Gießen tätig. Aus diesem Anlaß fand heute ein Betriebsappell zu Ehren des Jubilars statt. Der Führer verlieh Herrn Wörner für 50jährige treue Arbeit das Treudlenst- Ehrenzeichen, welches ihm durch den Betriebsftihrer überreicht wurde. ** Ein Zusammenstoß. Am heutigen Mittwoch früh ereignete sich in der Bahnhofstraße an der Ecke Mühlstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Lastauto. Da»1 bei erlitt der Kraftwagen einigen Sachschaden, vor allem an der Steuerung. Zum Glück kamen Personen nicht zu Schaden. Der Unfall hatte für den Straßenbahndienst eine kurze Verkehrsstörung zur Folge. ** Städtische Bücherei. Im September sind 1777 Bände ausgeliehen worden. Von diesen Bänden kamen auf: Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 14, Gedichte und Dramen 8, Erzählende Literatur 1056, Jugendschristen 333, Länder- und Völkerkunde 91, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 138, Kunstgeschichte 8, Naturwissenschaft und Technologe 53, Heer- und Seewesen 24, Hausund Landwirtschaft 3, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 9, Staatswissenschaft 23 Bände. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 30. September. Auf dem heutigen S ch w e i n e m a r k t waren 215 Ferkel und Läuferschweine zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 15 bis 20 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 25 RM., Läuferschweine 28 bis 30 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb geringer Ueberstand. Pkte. 12:2 10:4 7:5 8:6 3:9 0:14 Steinbach Heuchelheim Hungen Klein-Linden Großen-Linden Grüningen Gew. 6 5 3 4 1 0 Spiele 7 7 6 7 6 7 Verl. 1 2 2 3 4 7 Unentsch. 0 0 1 0 1 0 Führungstor geschossen, doch blieben weitere Erfolge versagt. Zwei Spieler mußten auf Geheiß des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen, dünn wurde das Spiel offener. Nach der Pause hatten die Gäste mehr vom Spiel, sie berannten das Tor, aber hier stand eine Hintermannschaft, die keinen Erfolg zuließ. Erst vier Minuten vor Schluß gelang es dem Mittelstürmer der Gäste, einen Alleingang erfolgreich abzufchließen, somit wenigstens einen Punkt rettend. Steinbach — Grüningen 6:1 (3:1). Eigentlich hatte man dem Tabellenführer etwas mehr zugetraut, zumal die Gäste nur mit zehn Mann anzutreten gezwungen waren. Die Gäste überraschten in der ersten Spielhälfte und konnten das Spiel offen halten. Die Stürmer Steinbachs spielten sehr zerfahren, doch konnten sie drei Tore bis zum Wechsel anbringen, während der Gast durch einen Weitschuß zum Ehrentor kam. Nach der Pause waren die Gäste erschöpft und mußten stark verteidigen, wobei sich hte Hintermannschaft besonders auszeichnete. Durch drei weitere Tore stellten die Platzherren den Sieg sicher. Tabellenstand der II. Klasse nach dem 29.9. Alan kauft keine Katze im Sack. Nein, man will sie erst sehen! Manchmal hat man trotzdem gekauft, was gerade da war. Jetzt ist der Nachschub von Erdal durch die Erdal-Nachfüllpackung in hohem Maße gesichert. Jetzt sieht man wieder darauf, daß man das altbewährte Erdal erhält. Die Erdal-Nachfüllpackung ist übrigens kein „Ersatz" im üblen Sinn des Wortes, sondern vollwertige Ware wie in der Erdal- Blechdose. Lediglich um die Erdal-Blechdose mehrmals verwenden zu können, ist die Verpackuna anders. Das ist keine Katze im Sack, sondern Leist u n g ! 4357V Kurze Sportnotizen. Die „letzten Acht" im Fußball-Tscham« merpokalwettbewerb sind 1. FC. Nürnberg, Spvgg. Fürth, Rapid Wien, Wiener SC., Schwarzweiß Essen, Fortuna Düsseldorf, Dresdner SC. und VfB. Königsberg. Sie bestreiten am 20. Oktober die vier Spiele der 4. Schlußrunde. konnten. Das niedrige Punktergebnis von 25:26 zeigt schon, daß von beiden Seiten mit erheblicher Vorsicht gespielt wurde, um keine Gewinnchance auszulassen. Doch das gerade erwies sich für Gießen als eine falsche Taktik, da der Angriff dadurch völlig außer Schlag kam und Gießen im Augenblick, als die Möglichkeit bestand, die Führung zu übernehmen, den Gegner durch kraftvollen Schlag nicht genügend unter Druck fetzen konnte. Für den Turnverein 1846 spielten Becher, Dr. Nohl, Dr. Pfeffer, Riexinger, Trapp. Sie Ergebnisse um die Kriegserinnerungsplakette. Heuchelheim — Kleln-Linden 3:1 (0:0). Wie vorausgesehen, leisteten die Turner aus Klein-Linden den Platzherren erbitterten Widerstand. In der ersten Spielhälfte lieferten die Gäste ein jederzeit offenes und sehr schnelles Spiel, Tore fielen jedoch nicht. Nach dem Wechsel drängten die Gäste stark und wurden auch durch. ein Tor belohnt. Dies war der Auftakt für die Platzherren, nunmehr stark aus sich herauszugehen. Bald war der Ausgleich geschafft, ein weiteres Tor und ein durch Elfmeter erzieltes Tor ergaben den Schlußstand. Großen-Linden — Hungen 1:1 (1:0). Das Ergebnis bedeutet eine Ueberraschung, denn wohl niemand hätte den Platzherren einen so starken Widerstand zugetraut. Die Platzherren hatten den Wind als Bundesgenossen gewählt und hatten dadurch in der ersten Spielhälfte leichte Vorteile. Schon nach acht Minuten hatten sie das Vergtteffen des ASM. auf dem Hoherodskopf. Das Hoherodskopf-Bergfeft, das beliebte Bergtreffen der Oberheffen, konnte in diesem Jahre nicht durchgeführt werden. Um die traditionelle Verbundenheit der Turner, Sportler und Wanderer mit dem „Berg der Hessen" aber auch im Kriegsjahr 1940 zu bekunden, hatte NSRL.-Gau- und Bezirksführer Dtterbein (Friedberg) die heimische Leibesübung zu einem Kriegstteffen auf dem oberheffifchen Heimatberge am Sonntag aufgerufen. Schon - am Samstagnachmittag weilte die Be- zirkssührung des NSRL.-Bezirkes Friedberg mit den Mitgliedern des Hoherodskopfbergfeft-Ausfchus- fes in der Vogelsbergstadt Schotten. Am Grabe des im letzten Jahre verstorbenen Schottener Kronenwirts, der ein verdienter Förderer der Turn- fache und ein eifriger Mitarbeiter im Bergfest- Ausfchuß war, gedachte man in Dankbarkeit des treuen Kameraden. Am Abend war man im Klub- haus" auf dem Hoherodskopf zu einer wichtigen Besprechung vereint, die der Gestaltung der zukünftigen Hoherodskopf-Bergfeste galt. Vom VHC. wohnte Dr. med. Bruchhäus er (Ulrichstein) der Sitzung bei. ■ Am Sonntggvormittag sanden sich die „Hohe- rodskopf-Getreuen" aus den Kreisen der Turner und Wanderer auf der Heimathöhe zu der Feierstunde ein, in deren Verlauf NSRL.-Bezirks- jührer Otterbein der Kameraden gedachte, die den feldgrauen Rock tragen, um anschließend über das große Zeitgeschehen zu sprechen und mit dem Gelöbnis treuen und pflichtbewußten Einsatzes den Führer zu grüßen, der im Jahre vor der Machtübernahme in einer großen Kundgebung auf dem Hoherodskopf feine getreuen Hessen zum letzten entscheidenden Kampf für den Sieg der national» sozialistischen Idee aufgerufen hatte. Am Nachmittag begab sich ein Teil der Besucher auf die Herchenhainer Höhe, wo am Ehrenmal des VHC. Bezirksdietwart, Ortsgruppenleiter S ch w i ck e r t (Nieder-Mörlen) einen Eichenkranz niederlegte und in Dankbarkeit der toten Kameraden des Weltkriegs und des jetzigen Krieges gedachte. Tv. 1846 Gießen in Bad Homburg. Zum Abschluß der diesjährigen Spielzeit beteiligte sich der Gießener Turnverein 1846 an einem Faustoallturnier in Bad Hornburg, das Mannschaften aus dem Süden des Bereichs Hessen und aus Frankfurt bestritten. Die acht angetretenen Mannschaften erledigten in zwei Gruppen zunächst die Vorrunde. Die gesetzten Mannschaften landeten jeweils die erwarteten Siege. So sicherte sich „Licht- Luft Frankfurt" in feiner Gruppe ziemlich unangefochten den Gruppensieg, wobei es einen ernsthaften und knapp erftrittenen Sieg lediglich gegen Homburg zu erringen galt. Auf der anderen Seite kam Gießen zu haushohen Siegen gegen „Jahn- gemeinfchaft" Oberursel mit 57:23, gegen Motorenfabrik Oberursel mit 67:16 und gegen Homburg II mit 41:18. Nach diesen Ergebnissen konnte auch die Zwischenrunde kaum Ueberraschungen bringen. „Licht-Lust Frankfurt" schaltete, wie erwartet, Homburg II sehr sicher mit 38:12 aus. Im zweiten Spiel traf Gießen auf Homburg I, eine sehr schlagkräftige und sichere Mannschaft, die jedoch das Pech hatte, die Gießener einmal in bester Form zu sehen. Mit 12:27 bei Halbzeit war das Spiel bereits praktisch entschieden, wenn auch nach dem Wechsel sich die Gastgeber noch recht gut hielten. Trotz des zahlenmäßig hohen Sieges unseres Bereichsmeisters war das Spiel doch nie einseitig und wurde, da es von beiden Seiten im Anschlag, wie im Rückschlag mit höchster Wucht geführt wurde, zum Höhepunkt der Turniers. Ergebnis 30:51 für Gießen. Das Endspiel führte wieder einmal nach langer Zeit Gießen und „Licht-Luft Frankfurt" gegeneinander. Leider ereichte der Turnverein gerade in diesem Spiel lange nicht die Form des vorhergehenden, überließ dem Gegner schon zu Beginn eine 7:2-Führung, die, wie der Spielverlauf dann zeigte, entscheidend war. Die zweite Spielhälfte war ausgefüllt von dem Kampf um den Gewinnpunkt, den zuguterletzt die Frankfurter für sich buchen Wäoglndtaii Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 36 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) j „Wollen Sie einmal näher hier an den Tisch treten", fordert darauf der Beamte Bergholz auf. „Hier sind eine Anzahl Photos aus dem Verbrecheralbum. Bitte sehen Sie sich die mal genau an, ab Sie auf einem den Mann erkennen." Bergholz beugt sich herab, deutet nach kurzem Dergleichen auf eine der Aufnahmen. „Da ... der ist es!" Der Kriminalrat steht auf, nimmt das Lichtbild in die Hand, sieht Hans Bergholz an und sagt: „Es ist Klaus Tjaden!" Eine Minute steht ihm Bergholz regungslos gegenüber. „Alfa doch!" sagt er dann halblaut und setzt nach kurzem Verstummen noch etwas hinzu, das den anwesenden Kriminalbeamten unangebracht und komisch Vorkommen mag: „Armer Kerl!" lagt er. — Eine halbe Stunde später ist Hans Bergholz frei. Seine schnelle Haftentlassung erfolgt nicht allein aus dem Grunde, daß er in einem ihm vorgelegten Lichtbild den Mann wiedererkannt hatte, der am Tage vorher bei Dietmuth Röhl eingedrungen war, und die von ihm gegebene Darstellung des Geschehens damit glaubhafter wurde; auch die von ihm ausgeführte Rettung einer Lebensmüden, die inzwischen bekanntgeworden ist, zeigt der Kriminal- behörde sein Bild in einem günstigeren Licht. Den Ausschlag jedoch gibt noch eine andere Tatsache: Der rätselhafte Fremde, an dessen Dasein die Kriminalpolizei zuerst nicht glaubte, war noch von jemandem in dem Hause in der Meinikestraße gesehen worden. Der Hauswart hatte ihn von der zum Hofe führenden Tür aus gesehen. Seine Beschreibung des Mannes stimmt mit der von Bergholz ziemlich genau überein. Die gründliche Arbeit der Kriminalbehörde bei den Nachforschungen hat noch ein weiteres Ergebnis gezeitigt: Die Aussagen der Springer, die gestern Bergholz so sehr belastet hatten, sowie das Verhalten dieser zuerst durchaus glaubwürdigen Zeugin erscheint bereits am nächsten Tage fragwürdig — denn der Hauswart, der in der seitlichen Nische zum Hofausgang stand, hatte beobachtet, wie sie von dem die Treppe des Vorderhauses herabeilenden Mann im Hausflur angerannt wurde; wie sie zur Seite wich und sich nach ihm umdrehte, als er zum Haustor hinauslief. Gestern hatte sie auf Befragen angegeben, niemandem im Flur und auf der Treppe begegnet zu fein. Dabei bleibt sie auch, bis ihr die Kriminalbeamten die Aussagen des Hauswarts vorhalten. Da besinnt sie sich auf die Begegnung. In ihrem furchtbaren Schreck und Schmerz, als sie beim Betteten der Wohnung Frau Röhl tot in ihrem Blute liegen fand, in der nachfolgenden Aufregung habe sie den belanglosen Vorgang völlig vergessen, erklärt sie. — Die Nachricht von dem ttagischen, gewaltsamen Ende der weit bekannten und viel gefeierten Künstlerin findet ein starkes Echo in der Oeffentlichkeit. Schon am ersten Tage ist ein fortwährendes Kommen und Gehen in dem von der Kriminalpolizei überwachten Hause. Die drei nebeneinanderliegenden Vorderzimmer sind verschlossen, und in der Diele sitzt ständig, ein Beamter vom Überwachungsdienst. Aber man kann nicht alle Besucher an der Tür weg- schicken. Da erscheinen die Kollegen der Hingernor- beten und viele andere hervorragende Vertreter aus Künstlerkreisen, Leute von der Presse und viele Freunde und Bekannte der schönen, berühmten Frau. Kläre Springer empfängt die Besucher schwarzgekleidet, bleich, sichtlich von tiefem Schmerz bewegt. Sie ist ja die Leidtragende. Daß sie die langjährige Vertraute und treueste Freundin der Getöteten war, wissen viele, und denen, die es nicht wissen, sagt sie es. So stellt der Tag hohe Anforderungen an sie, denen sie sich aber durchaus gewachsen fühlt — bis zu der Stunde gegen Abend, als sie neuen Befragungen seitens der Kriminalpolizei ausgesetzt ist. Da hat sie Mühe, ihre sichere Haltung zu bewahren. Die Photographie eines Mannes wird ihr gezeigt, und man fragt sie, ob sie diesen Mann kenne. Ganz zu verbergen vermag sie ihr Erschrecken nicht. Doch ihre Klugheit gibt ihr blitzschnell ein, daß ein Ableugnen jetzt ein verhängnisvoller Fehler wäre. Darum sagt sie: „Ja, das ist Tjaden." „Sie waren bereits mit Frau Tjaden zusammen — die sich mit ihrem Künstlernamen Röhl nannte — als diese Ehe geschlossen wurde?" fragt einer der Herren, die in ihrem Zimmer Platz genommen haben. „3a." „Und Sie waren vor fünf Jahren eine Haupt« zeugin in der Anklage gegen Tjaden, der damals wegen der an dem Reeder Ecksttöm begangenen Gewalttat verurteilt wurde?" Auch diese Frage bejaht Fräulein Springer. ,/Sind Sie dem Mann einmal wiederbegegnet?" „Nein!" entgegnet sie sehr bestimmt. Die beiden Kriminalisten tauschen einen Blick, und der eine sagt, sie wieder ansehend: „Sie sind ihm doch begegnet, Fräulein Springer! Gestern abend kurz vor sieben Uhr, als Sie das Haus betraten, kam er die Treppe herab gerannt, stieß Sie an und lief zum Haus hinaus, wobei Sie sich nach ihm umdrehten." Kläre Springer spielt die Ueberraschte, die Fassungslose. Sie schnellt empor, hebt wie beschwörend die Hände. „Aber nein! ... Dieser Mann war doch nicht Tjaden! ... Da liegt ein Irrtum vor." „Es ist inzwischen festgestellt, daß er es war", sagt der eine der Beamten in eigentümlich gedämpftem Ton, in dem es wie eine leise Drohung ober Warnung klingt. Er schweigt eine Minute und fährt dann ebenso leise fort: „Sie behaupteten erst, Fräu- lein Springer, dem Mann nicht begegnet zu fein. Dann als festgestellt war, daß Sie ihn doch gesehen haben müfsen, erinnerten Sie sich und erklärten, Sie hätten die Begegnung in Ihrer Aufregung vergessen. Eben erkannten Sie Tjaden nach dem Lichtbild. Der Hauswart, der den Mann nur flüchtig gesehen hat, erkannte ihn in diesem Bilde eben» falls. Besinnen Sie sich, Fräulein Springer! Bleiben Sie bei Ihrer Behauptung, der Ihnen im Hausflur Begegnete sei nicht Tjaden gewesen?" ,^Jawohl, dabei bleibe ich!" stößt sie heftig hervor. Dann läßt sie sich in den Sessel sinken und hebt mit leidender Miene die Hände an die Schläfen. „Ich habe heute Außergewöhnliches leisten müssen", sagt sie mit völliger veränderter Stimme in klagendem Ton. „Durch das entsetzliche Ende meiner geliebten Herrin und Freundin ist so Schweres über mich gekommen. Aber jetzt — dieses Verhör, meine Herren — es geht über meine Nervenkraft!" Die Beamten tauschen wieder einen Blick. Wäh- ' rend der eine unmerklich nickt und sein Buch zuklappt, worin er sich Anmerkungen gemacht hat, sagt der andere, der zuletzt gesprochen hat: „Wir verstehen das vollkommen, Fräulein Springer, und bedauern, Ihnen diese Störung nicht ersparen zu können. Wir wollen auch nicht Ihre Erklärung bezweifeln, denn", — er schweigt einen Augenblick und setzt dann langsam und mit Nachdruck hinzu: „hätten Sie den an Ihnen vorbei zum Hause hinausflüchtenden Tjaden erkannt, märe Ihr ganzes Verhalten nicht zu begreifen! Als sie gleich daraus Frau Röhl erschossen vorfanden, hätten Sie nicht im Zweifel darüber fein können, wer die Tat verübt hat. Sie kannten den gewalttätigen Menschen. Und Sie hätten die Aussage des Doktor Bergholz, er sei von einem bei Frau Röhl eindringenden Mann niedergeschlagen worden, als er sie vor ihm schützen wollte, nicht als Lüge hinstellen, nicht ihn selbst als den Mörder bezeichnen und mit allen Ihren Aussagen so schwer verdächtigen können." Die Springer sitzt ein wenig in sich zusammengesunken, hält die Hände immer noch an den Schläfen und die Augen geschlossen. Sie ist wachsbleich, und ihre Lippen sind verzerrt. „Das erhalte ich alles aufrecht! ... Alles!" stößt sie zwischen den Zähnen hervor. Die beiden Kriminalbeamten lassen sie darauf allein — hinterlassen ihr die Erkenntnis, daß sie sich selbst in eine bedenkliche Lage gebracht hat. Auch der nächste Tag nimmt,sie wieder außerordentlich in Anspruch mit vielerlei Maßnahmen, die sich durch den plötzlichen Tod Dietmuthe Röhls als nötig erweisen; mit den Vorbereitungen zu den Trauerfeierlichkeiten und der Bestattucka. Aber das alles bewahrt sie nicht vor dem 21nbrin gen neuer unangenehmer Erörterungen und Befragungen. Da wird nun auch noch der Besuch der Maria Ellrich hineingezogen. Sie ist heimlich wütend darüber, aber das nützt ihr nichts. Daß die einfältige Person sich ins Wasser stürzen mußte und der Zufall ausgerechnet den Doktor Bergholz an das Seeufer führte und ihm Gelegenheit gab, jetzt mit einer Rettertat für sich Reklame zu machen, paßt durchaus nicht in ihre Absichten und Berechnungen. (Fortsetzung folgt.)