140. Jahrgang Ur. 180 Gießener Anzeiger Donnerstag, 1-August M« vrühlfche Universttatrdnrckerei 8. Lcmge General-Anzeiger für Oberhessen «iktzen^chulstrah« 7-4 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desÄornrittags Anzetgen-Preifer Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Texttetl 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild-Die Sch olle Monats-Berugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 OhneJllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsdrechanschluh 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. 30 Entrüstungssturms der englischen Oessentlichkeit solcher Schnüffler-Spezialisten ernannt worden. Weibliche Heckenschützen. schäft und den militärischen Stellen dafür Sorge getragen,, daß auch dort gesät und geerntet wird. Drüben aber auf lothringischer und elsässischer Seite ziehen sich durch die unbestellten Felder die verrosteten Drahtverhaue. Das Land erscheint wie ausgestorben. Niemand hat auf französischer Seite daran gedacht, daß man nur ernten kann, wenn man gesät hat. Das Futter auf den Wiesen verkommt, auf den Feldern wuchert das Unkraut. Die Dörfer sind vernachlässigt, verkommen, wenn nicht durch eine zuchtlose weiße und farbige Soldateska verwüstet. So ließ Frankreich ein Land sterben, ohne daß es angeblich nicht hatte leben können. Die Herren, die damals so leichtfertig den Krieg an Deutschland erklärt haben, sollten einmal hören, wie die Bevölkerung dieses Landes über sie urteilt. Sie waren die Letzten, die berufen waren, im Namen dieses Volkes zu handeln. Reichsbahndirektion Saarbrücken wieder am Stammsitz. Lpd. Saarbrücken, 31.Juli. Als zu Beginn des Krieges die Räumung des westlichen Grenzge- England setzt noch immer ans die Blockade - • Eitle Londoner Hoffnungen. Südamerika und die Havanna-Konferenz Scharfe Kritik an den Kolonialmandatsplänen der LlGA. Montevi'deo, 31. Juli. (DNB.) „El Debate" begrüßt die Verwerfung der ursprünglichen U8A.-Vorschläge eines Kollektivmandates nach Genfer Muster auf Grund der argentinischen Vorschläge, die die trationellen Bestrebungen der ibero-amerikanischen Republiken verkörperten. Die in Panama beschlossene Nichtübertragbarkeit der Kolonialmandate wäre sinnlos ohne Berücksichtigung des Selbstbestimmungsrech- t e s. Auch eine Gebietsausdehnung auf Kosten europäischer Staaten oder ibero-amerikanischer Nachbarländer sei die traditionelle Politik der schlauen U8A.-Diplomatie, die stets in Augenblicken der Schwäche der Mutterländer eingegriffen habe. Den Normen dieser Politik, die seit dem Pariser Vertrag von 1783 verfolgt worden sei, verdankten die Vereinigten Staaten heute ihre gewaltige Ausdehnung. In blutigen, ungleichen und stets ungerechten Kriegen hätten die Vereinigten Staaten Nachbargebiete annektiert, darunter Gebiete freier Länder wie Mexiko und Portoriko mit Ausdehnung der Herrschaft auf das Karibische Meer, was die harm- lojen Kanzleien Südamerika^ zu vergessen schienen: Benutzung englischer Trockendocks, ferner der Verweigerung von Proviant- und Betriebs ft off Übernahme in englischen Häfen, uiü die Neutralen so zur Annahme der englischen Wunsche zu zwingen. Edens Gehirntrust. M a d r-i d , 1. August. (Europapreß.) Als „Brain trust" (Gehirn-Trust) bezeichnet man in ßonbon die von Anthony Eden ausgewählten Geschäftsmänner, die in der Stunde der Not im englischen K r i e g s mi n i st e r i u m neue durchschlagende Verbesserungen ernführen sollen. Der Londoner Korrespondent der spanischen Zeitung „ABC." meldet, eine der wichtigsten Aufgaben dieser Männer sei es, die Aushebung zu beschleunigen. Der gleiche Korrespondent meldet über die „Schnüffler Cooper s", die beauftragt sind, in Bars, Kneipen und anderen Lokalen herumzuhorchen und die einen jeden auf der Straße anhalten dürfen, um sich nach dem „Befinden seiner Moral" zu erkundigen, bisher seien trotz des Zwischen Saarbrücken und Mülhausen Von unserem X ^.-Sonderkorrespondenten. Langsam aber sicher hätten USA. teilweise oder ganz Kuba 1899, Panama 1914, San Domingo 1913, Haiti 1915, Nicaragua 1920, Costarica 1917, Guatemala und Mexiko 1914 besetzt. Seit 150 Jahren nützten die USA. alle geeigneten Augenblicke in einer bestimmten Richtung aus. Die Havartna- Konferenz beweise, daß die USA. die Gelegenheit zur weiteren territorialen Ausdehnung auf Kosten der amerikanischen Kolonien der durch den gegenwärtigen Krieg geschwächten Nationen nicht versäumen wollten. Der nordamerikanische Ausdehnungsplan zeige verlockende Aussichten: 9,6 Millionen qkm englischen, 81 000 qkm französischen, 130000 qkm holländischen und 2,5 Millionen qkm dänischen Besitzes (Grönland). Wenn der iberische Kontinent einer unabhängigen Zukunft entgegensehen wolle, müsse er die ausgestreckten Hände Europas und Asiens ergreifen. Zum ersten Male sei der herrischen Macht der USA. der A larm ru s de s Südkontinents begegnet. Unzweifelhaft fei, daß feine Lebenskraft und fein Entschluß, mächtigen europäischen und asiatischen Freundschaften Geltung zu verschaffen^ in Havanna andere Bedingungen bietes erforderlich wurde, mußte auch die Reichsbahndirektion Saarbrücken ihren Heimatsitz verlassen. Sie schloß am 3. September 1939 ihre Pforten und siedelte mit ihrem Stamm nach Koblenz über. Von dort aus erfolgte unter der Leitung des Vize- Präsidenten Grehling die Bearbeitung der gefaulten allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten, insbesondere der Finanz- und Personalfragen, während sich im übrigen aus organisatorischen Gründen eine Aufteilung des Direktionsbezirkes als notwendig erwies. Die Gefolgschaftsmitglieder des geräumten Gebietes wurden z. T. bei anderen innerdeutschen Direktionen eingesetzt, zum Teil hier weiterbeschäftigt oder aber auch schon nach kurzer Zeit etwa zu einem Viertel, an der Spitze Präsident Dr. Sa rter, rn die wiedergewonnenen und besetzten Gebiete des Ostens abgeordnet. Nun ist am 19. Juli die RBD.-Saarbrücken zurückgekehrt und hat die Verwaltung ihres ganzen Bezirks unter Leitung des neuen Präsidenten Frorath wieder aufgenommen. Neben den'großen Aufgaben des Wiederaufbaues im eigenen Bezirk stehen der Reichsbahndirektion Saarbrücken neue Leistungen bevor. Ein großer Teiler Strecken Lothringens mit seinen reichen Industriegebieten und schwierigen Verkehrsanlagen ist ihr übertragen worden. Ihr Wiederaufbau wird alle Kräfte voll in Anspruch nehmen. Stockholm, 1.2üig. (Europapreß.) Am Mittwoch gibt die englische Admiralität bekannt, daß einige Kriegsschiffeinheiten für „neue Aufgaben" freigemadjt worden seien. Unter diesen neuen Aufgaben ist die Durchführung tier am Dienstag vom Minister für die wirtschaftliche Kriegführung, Dalton, bekanntgegebene Ausdehnung der Blockade zu verstehen. Von dieser Blockade sagt die Londoner Presse, sie reiche vom Nordpol bis zum Aequator und werde Deutschland in einigen Monaten auf die Knie zwingen. An amtlicher Stelle erklärte man neutralen Korrespondenten, man brauche nur ein paar Monate zu warten, um die Auswirkungen der Blockade in Deutschland zu spüren. In einer Presse-Konferenz warf ein neutraler Korrespondent daraufhin die Frage auf, wie es denn mit drn Eisen-, Erz-, Stahl» und Aluminiumvorräten beschaffen lei, die Deutschland durch die Landbesetzungen erhalten habe; die Antwort lautete, diese Vorräte gäben Hitler eine gewisse Atempause, doch — so fügte man vorsichtig hinzu — jede Blockade sei eine sehr langsam wirkende Kraft, die allerdings, auf sich allein gestellt, den-Krieg nicht gewinnen könne. So reden sich die Briten selbst gut zu. Ob nach den bisherigen Kriegserfahrungen auch nur einer in England — von der übrigen Welt ganz abgesehen — glaubt, daß dieses alles mehr sein könnte als ein kümmerlicher Täuschungsversuch der Londoner Katastrophenpolitiker? Auch Amerikas Außenhandel betroffen. Neuyork, 31. Juli. (Europapreß.) Der Londoner Korrespondent der „New Port Herold Tribüne" befaßt sich mit der Ausdehnung der britischen Brockade auf Spanien und Portu-- g a l und weift darauf hin, wie sehr durch die neue herausfordernde Maßnahme Englands der Außenhandel der USA. in Mitleidenschaft gezogen wird. Die britische Regierung bemüht sich erst gar nicht, wie aus dem Bericht des Korrespondenten hervorgeht, auch nur den Schein des Rechts für ihre Blockademaßnahmen $u wahren; offenbar in der Erkenntnis, daß ein derartiger Versuch keine Aussicht auf Erfolg hätte. Die einzige Entschuldigung, die London für sein Verhalten anführt, ist die, daß die USA.-Regierung ebenso wie die anderen neutralen Regierungen rechtzeitig von der bevorstehenden Maßnahme in Kenntnis gesetzt worden seien. Wie schon so oft, möchte England auch diesmal wieder die Neutralen durch Erpressungen seinen neuen Blockadewünschen gefügig machen. Nach der Meldung des Blattes drohe die englische Regierung mit zeitraubenden, kostspieligen Schikanen wie der Verweigerung der Reparaturen in britischen Häfen und der L Zwischen Saarbrücken und Mülhausen spielte sich die letzte Phase des Feldzuges irt Frankreich ab. Zwischen diesen beiden Städten an der Saar und an der Schweizer Grenze haben die Franzosen in fast zehnjähriger Arbeit die M a - ginotlinie errichtet, die ihrer Meinung nach niemals durchbrochen, niemals überschritten werden konnte. Sie ist dennoch in den deutschen stürmischen Angriffen in wenigen Tagen erlegen. Heute hat sie ihre militärische Bedeutung verloren und wird in Bufünft nur ein Symbol jener kurzsichtigen falschen olitik der französischen Regierungen darftellen, die «nach dem Weltkrieg ihr ganzes Ziel daraus abstellten, den Versailler „Frieden" als Fortsetzung des Kckeges mit anderen Mitteln auszuwerten. Der Erfolg dieser Politik war der Krieg, den Chamberlain und Daladier am 3. September dem Deutschen Reich erklärten. Die Friedenspolitik des Führers haben sie abgelehnt und sabotiert. Dieses Gebiet zwischen Saarbrücken und Mülhausen rechts und links des Rheins war in den rückliegenden Monaten dieses Krieges zum großen Teil jenes Niemandsland, in welchem sich tzwei gewaltige Heere in Kampfbereitschaft gegen- überlagert. Hier ist es in monatelangen Einzelkärnp- fen zu jener Kriegsform gekommen, die die alten Weltkriegsteilnehmer aus dem vierjährigen Stellungskrieg her kennen. Hier hat sich der Angriffsgeist der neuen deutschen Armee in zahllosen Stoh- »rupp- und Spähtruppunternehmungen, in vielfach unbekannt gebliebenen Heldentaten gezeigt, gestählt und gefestigt. Bis bann in der zweiten Junihälfte die Stoßkraft der deutschen Armee mit elementarer Gewalt hervorbrach und in die für uneinnehmbar gehaltene Maginotlinie hinein- und hindurchstieß. Heute liegen all diese harten, schweren Monate und die letzten blutigen Kämpfe schon wieder weit hinter uns. Das Tempo dieses Krieges weist neue Ziele und läßt nur die Erinnerung zurück an "das, was war, was allerdings ewig bleiben wird als Zeugnis unvergleichlichen deutschen Soldatentums. Dieses Gebiet zwischen Saarbrücken und Mülhausen stellt auch jenen Gebietsstreifen dar, der sowohl diesseits wie jenseits der einstigen Reichsgrenze bei Beginn des Krieges von der Bevölkerung geräumt worden war. Es hat damals, als noch niemand recht an den Ernst des Krieges um oder in der Maginotlinie glauben wollte, manche Tränen, manches Herzeleid, manches Nichtoerstehen gegeben, als die weiterschauende politische Führung des Reiches Anordnungen zur Räumung gab. Aber diese Räumung vollzog sich auf deutscher Seite nach sorgfältig vorbereiteten Plänen, die Rückführung der vielen Tausenden nach einer Ordnung, die trotz der Härte, die der einzelne empfand, doch das große Ziel des Ganzen im Auge hatte. Und dieses große Ziel hieß: Sicherstellung des Lebens und der Gesundheit der Menschen. Zu gleicher Zelt, z. T. sogar vorher, wurde auch auf der anderen Seite die Evakuierung der als Kampfgebiet in Betracht kommenden Gebietsteile durchgeführt. Hier stand das militärische Interesse im Vordergrund, während menschliche lieber- legungen eine Nebenrolle spielten. Ohne vorbereitetes Hinterland, ohne notwendige Aufklärung der Bevölkerung in den Einweisungsgebieten wurden die evakuierten Massen aus ihrer Heimat herausgetrieben und einem unbestimmten Schicksal preis- gegeben. Dann brauste der Krieg über diese Gebiete hinweg. Wo vorausschauende Ueberlegung und ordnende Disziplin herrscht, wie auf der deutschen Seite, da ist von den Einwirkungen des Krieges und der Witterung in all den langen Monaten äußerlich kaum etwas zu spüren. Die auf deutscher Seite geräumten Gebiete standen nicht nur unter stän- biger Kontrolle und Bewachung, sondern auch unter einer vorsorglichen Betreuung mit dem Ziel, den zurückgezogenen Bewohnern ihre Heimstätten möglichst ohne Schäden ju erhalten. Nur in wenigen deutschen Grenzorten, die in den erftgn Kriegsmonaten vorübergehend den Franzosen überlassen worden waren, sah es böse aus. Vielfach haben die farbigen Kulturträger Frankreichs hier in unvorstellbarer Weife gehaust. Aber auch die weißen Franzosen haben sonderbare Zeichen ihrer kulturellen Sitten hinterlassen. Sie waren offenbar von einem regelrechten Zerstörungsrausch erfüllt. Schon in den Wochenschauen hat man seinerzeit die Kulturtaten der französischen Soldaten in Hombach sehen können. Sie waren der Auftakt zu jenem Vernichtungswerk, über das die Belgier und auch die Nordfranzosen bitterste Klage gegen ihre einstigen Freunde und eigenen Volksgenossen erheben. Zehn Monate waren Städte und Dörfer, waren die Wohnungen unbewohnt geblieben, einzelne Ortschaften hatten unter den Kriegseinwirkungen gelitten, andere waren aus militärischen Gründen Veränderungen unterworfen'worden, vielfach hatten die Wohnungen militärischen (Einquartierungen zur Verfügung stehen müssen, und schließlich waren die Auswirkungen des harten Winters nicht ohne Spuren an den Heimstätten der rückgeführten Bevölkerung Dorübergegangen. Trotzdem waren während der ganzen Zeit durch die hierzu aufgestellten Sonderkommandos diese Gebiete unter eine technische und polizeiliche Bewachung gestellt worden, damit etwa auftretenbe Schäden nach Möglichkeit sofort beseitigt werden konnten. Technische Nothilfe, Polizei, Organisation Todt waren eingesetzt, um größere Schäden zu verhindern und zu beseitigen. In den landwirtschaftlichen Gebieten dieser deutschen Gaue tragen die bestellten Felder ihre Frucht der Ernte zu. Kein Fleckchen deutscher Erde vor, zwischen und hinter dem Westwall hat brach gelegen. Der Front-Bauer hat feine Felder bestellt wie vordem. Dort aber, wo die Bevölkerung heraus- gezogen werden mußte, haben besondere Kommandos In Verbindung mit den Organen der Reichsbauern- Neuyork, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die in den letzten Tagen in der amerikanischen Presse veröffentlichten Bilder aus England liefern den unumstößlichen Beweis für die ungeheuerliche Tatsache, daß nunmehr auch die englischen Frauen z u Heckenschützen ausgebildet werden. So brachte der „New Port Mirror" das Bild eines weiblichen englischen Parlamentsmitgliedes. Die Lady liegt auf dem Bauch und hält ein Gewehr im Anschlag. Die Unterschrift des Bildes verkündet, daß diese Dame mit 10 Schüssen 7 Treffer erzielt hat und fomit für würdig befunden wurde, in bas Frauenkorps zum Abschießen von Fallischirmtruppen aufgenommen zu werden (!). In einer anderen Ausgabe bringt dasselbe Blatt gleich eine ganze Bildserie über das weibliche Heckenschützenkorps. Ein Bild zeigt vier Frauen mit Gewehr in Anschlag, die laut Unterschrift gleichfalls ihr Schiehexamen ablegen. (Ein anderes Bild zeigt eine Frau zu Pferde, die sich zur Bildaufnahme mit einem Feldstecher vor den Augen in Positur gefetzt hat. Die Aufgabe der kühnen Reiterin ist es, zu Pferde die Küste abzupatrouillieren, nach Fallfchirmtruppen auszuschauen und die weiblichen Heckenschützenbanden zu alarmieren. — Wenn für diese Frauen das grausige Erwachen aus ihrem sinnlosen und völkerrechtswidrigen Svldatenspiel kommt, werden die plutokratischen Urheber dieses verbrecherischen Wahnsinns ihr kostbares Leben leider längst in Sicherheit gebracht haben. Der ununterbrochene Krieg. Zum 1. August. Als am 1. August des Jahres 1914 das deutsche Volk zu den Waffen griff, um den Boden seiner Heimat zu beschützen, da sollte es nicht zwei ober drei Gegnern, sondern einer Welt von Feinden gegenübertreten, die die Vernichtung des aufstrebenden, wachsenden und tatenfrohen Deutschlands auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Mit der besten Armee der Welt trat Deutschland diesen Was- fengang an, wenngleich es unzureichend ausgerüstet war und nicht über die militärischen Reserven ver- fügte, deren Fehlen sich in der Marneschlacht so verhängnisvoll bemerkbar machen sollte. Friedliebend, wie das ganze deutsche Volk war, hatte es nicht die drohenden Schatten, die am Himmel aufzogen, bemerkt. Seine politische Führung, in Wahnvorstellungen befangen, glaubte bis zur letzten Minute, daß England sich aus dieser gewaltigen militärischen Auseinandersetzung heraushalten würde. Jetzt, da das deutsche Volk dank der weltanschau- lichen Erziehungsarbeit, die die Bewegung Adolf Hitlers geleistet hat, politisch sehend geworden ist, weiß es, warum es jenen Krieg nicht gewinnen konnte. Es war die Diskrepanz zwischen der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Führung, die getrennte Wege gingen und nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiteten. So konnte es kommen, daß den Versprechungen eines Wilson Glauben geschenkt wurde und das oeutsche Volk eine Beute derer wurde, die sich anmaßten, einen Staat der Freiheit, Schönheit und Würde zu errichten. Wie ein Fanal erklangen, kaum daß das deutsche Volk seine Waffen niedergelegt hatte, die von Haß erfüllten Worte des damaligen französischen Ministerpräsidenten, daß 20 Millionen Deutsche zuviel auf dieser Welt seien. Versailles, das einen gerechten Frieden bringen sollte, legte dem deutschen Volk ein Diktat auf, das nichts anderes als eine lebenslängliche Versklavung bedeutete. Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln — dieses Wort prägten die Mächte, die Deutschlands Vernichtung wollten. Klar brachten sie damit zum Ausdruck, daß, wenn auch die Waffen schwiegen, der Krieg dennoch für sie noch nicht beendet war. Bis in Deutschlands Notzeit ein unbekannter Frontsoldat aufstand und, ein Prediger in der Wüste, das Volk zur Besinnung aufrief. Nach vierzehnjährigem Ringen war der Kampf des Gefreiten Adolf Hitler von Erfolg gekrönt, er nahm des Reiches Schicksal in feine Hände. Arbeit und Aufbau! Unter diesem Leitgedanken stand das Werk, das Adolf Hitler in Angriff nahm und das von Jahr . zu Jahr mehr feiner Vollendung entgegengeführt wurde. Das Unrecht des Versailler Diktats wurde, ohne daß die Waffen sprachen, Schritt für Schritt friedlich beseitigt. Fast schien es, als ob die Gegner von einst Vernunft annähmen und mit diesem Deutschland, dem kein Gedanke so fern lag wie der des Krieges, in Frieden gufammenarbeiten wollten. Wir wissen jetzt, daß dies alles nur eitel Lug und Trug gewesen ist. Zum zweiten Mal binnen eines Vierteljahrhunderts haben die Westmächte — es sind zum großen Teil sogar die gleichen Männer — an die Gewalt appelliert, um das gleiche Spiel wie vor 25 Jahren zu beginnen. Doch diesmal sind sie auf ein anderes Deutschland gestoßen, aus ein Deutschland, das nach außen hin genau so stark ist wie nach innen, das wie es der Führer prophetisch in seiner Wilhelmshavener Rede angekündigt hatte, nicht untätig zusehen würde, wie es von neuem eingetreift werden sollte, auf ein Deutschland, das auf dem Gebiet der ihm aufge« zwungenen militärischen Aufrüstung nichts versäumt hatte. Nach zehn Monaten Krieg sind Polen, Norwegen, Belgien, Holland und Frankreich zu Boden gezwungen worden, ist die Friedenshand, die der Führer zum letzten Mal dem allein verbliebenen Gegner England entgegengestreckt hatte, zurückgeschlagen worden. Jetzt steht die Endabrechnung mit England bevor, das sein Schicksal selbst besiegelt hat. Am 1. August 1914 brach der Weltkrieg aus. Er war 1918 nicht zu Ende, sondern nur durch einen Scheinfrieden unterbrochen. Im Herbst des Jahres 1939 ist der Krieg von neuem aufgeflammt, die Welt hat allerdings in der Zwischenzeit ein anderes Gesicht angenommen. Deutschland wird mit schweren wuchtigen Schlägen das übersättigte und alternde Großbritannien genau so zu Boden schlagen, wie es seine anderen Gegner niebergerungen hat. geschaffen habe als in den vorhergehenden Konferenzen traurigen Andenkens. Gegen eine wirtschaftliche Unterjochung. Rio de Janeiro, 31.Juli. (DNB.) In der brasilianischen Presse nehmen die ablehnenden Stimmen gegenüber den Planen einer Unterjochung des südamerikanischen Handels unter nordamerikanische Interessen zu. „Gazeta de Noticias" nennt die Konferenz von Havanna den Versuch einer endgültigen Verwirklichung des Programms „Amerika den Nordamerikanern . Wer die Diskussionen in Havanna verfolgt habe, komme zu dem Schluß, daß bei dem zahlreichen, auf dem Altar der Humanität abgebrannten Feuerwerk die wirkliche Absicht dahin geht, die armen amerikanischen Völker, die zwar ohne Goldreserven, aber dafür an N a - turschätzen und Roh st offen reich und übervoll seien, durch kunstvolle Kartellpläne auszusaugen. Die Pläne der neuen Paladine des Panamerikanismus würden dem Norden eine große Zukunft, Mittel- und Südamerika aber Elend und Unruhen bringen. Der Artikel erinnert an die Worte des Reichsministers Funk, wonach die Handelsbeziehungen mit Südamerika nur durch die englische Blockade unterbrochen seien und später wiederhergestellt würden. Dem habe der Havanna-Panamerikanismus nur den Dor- Mag einer Auflieferung aller Waren .Südamerika» in die Hände dieser nordamerikanischen Manipulanten entgegenzustellen. Der Plan, die Rohstoffe und das freiheitliche Gewissen Amerikas zu kaufen, scheine allerdings totgeboren zu sein. — „Gazeta de Noticias" schließt: „Amerika wird weiter den Amerikanern gehören, die seine Zukunft auf würdigen und ehrlichen Grundlagen aufbauen wollen. Pläne gibt es viele, Patriotismus nur einen." Neue innenpolitische Aera in -er Slowakei. Preßburg, 31.Juli. (DNB.) Die slowakische Hauptstadt war Dienstagabend der Schauplatz einer Kundgebung, auf der Ministerpräsident Dr. Tuka und Innenminister Sano Mach über die Bedeutung der Salzburger Reise und der Regierungsumbildung sprachen. Weiter unterstrich der Führer der deutschen Volksgruppe in der Slowakei, Ingenieur Karmasin, den Willen zum aufrichtigen Zusammenleben der Völker dieses Raumes im Geiste Adolf Hitlers und des von ihm geschaffenen neuen Europa. Ministerpräsident Dr. Tuka unterstrich die Notwendigkeit einer Verfassungsänderung, die Ausmerzung aller zersetzenden Einflüsse in Politik und Wirtschaft und den Kampf gegen die Korruption sowie Verbesserung der sozialen Lage des Bauern, Arbeiters und Angestellten. Sano Mach umriß die zur sozialen Befriedung des Landes geplanten Maßnahmen und schloß seine Rede mit einem Gruß an Adolf Hitler, der von den Zehntausenden mit enthusiastischer Begeisterung ausgenommen wurde. General Schekoff über seine Eindrücke in Deutschland. S o f i a, 1. Aug. (Europapreß.) Der ftühere Oberkommandierende des bulgarischen Heeres, General Schekoff, ist bei seiner Rückkehr aus Deutschland auf dem Bahnhof von Sofia von einer Abordnung des Verbandes der bulgarischen Reserveoffiziere und Vertretern der bulgarischen Generalität feierlich empfangen worden. General Schekoff sagte, die größte Achtung, die ihm in Großdeutschland zuteil geworden sei, habe Bulgarien gegolten. Sein Besuch bedeute für ihn den Höhepunkt seines Lebens. Der Führer habe ihn wie einen alten Freund empfangen. Schekoff erinnerte daran, daß er als erster Bulgare im Jahre 1933 den Führer zur Machtübernahme beglückwünscht habe. Seinen ersten Besuch habe er Adolf Hitler im Jahre 1937 gelegentlich des Nürnberger Parteitages gemacht. Begeistert äußerte sich General Schekoff über die Organisation Todt, die er mit dem bulgarischen Arbeitsdienst verglich. Schließlich erwähnte er noch, daß er in Koburg den früheren bulgarischen König Ferdinand besucht habe. Der neue Kurs in Rumänien. Bevölkerungsautausch mit den Nachbarländern. B u k a r e st, 31. Juli. (DNB.) Außenminister Manoilescu erklärte der Presse, daß der Ministerpräsident und er in Deutschland und Italien eine sehr gute Aufnahme gefunden hätten. Rumänien behalte auch weiterhin die Freiheit, über die Gestaltung seines Schicksals zu entscheiden. Die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit Rumäniens in dem im Werden begriffenen südosteuropäischen System sei vollkommen. Neben der Wirtschaft liege die Hauptsorge der Achsenmächte in der Aufrechterhaltung des Friedens im Südosten. Hinsichtlich einer Entspannung mit Ungarn und Bulgarien sei die rumänische Regierung aus eigener Initiative entschlossen, ihre guten Absichten für ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben mit seinen Nachbarn unter Beweis zu stellen und zur Regelung der Minderheitenfrage radikale Lösungen mit neuen oder bereits bewährten Methoden zu suchen. Man wolle einen Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten durchführen. Man werde alle Rumänen, ^die im Westen und Süden außerhalb des Landes wohnen, gegen Austausch entsprechender Volksgruppen, nach Rumänien zurückführen, wodurch Reibungsquellen beseitigt und die nationale Struktur Rumäniens einheitlich werde. Schließlich könne das alte Losungswort der Nationalisten „Rumänien den Rumänen" nicht verwirklicht werden, wenn man nicht auch an eine energische Lösung der Judenfrage schreite, zu welchem Zweck man ernste, gut vorbereitete Maßnahmen treffen werde. Ser Sure dankt dem Führer. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Det Duce hat auf das Geburlslagsglückwunfchlelegramm des Führers telegraphisch folgende Antwort an den Führer gerichtet: „Ich danke Ihnen lebhaft für die Glückwünsche, die Sie mir anläßlich meines Geburtstages übersandt haben. Alle meine (Energien und die des italienischen Volkes sind auf das eine Ziel gerichtet, das, welches Sie in Ihrem Telegramm erwähnten: zu siegen! Mussolini." Britische Spionage im Schutze der Exterritoralität. Tokio, 31.Juli. (DNB.) Die japanische Presse beschäftigt sich weiterhin mit der Spionage des Secret Service in Japan. Besonderes Aussehen erregt die Mitteilung, daß ein Mitglied der britischen Botschaft den Hafen in Shikoku ausspioniert und Schiffsbaupläne gestoh- l e n habe. In 10 Fällen, so schreibt „Tokio Asahi Schirnbun", hätten englische Staatsangehörige unter allerhand Vorwänden verbotene Küsten- zonen betreten und Vermessungen vorgenommen oder Aufnahmen gemacht. In 1012 Fällen seien angebliche Touristen, in der Hauptsache Briten, beim Photographieren an verbotenen Stellen überrascht worden. Oer Inder Udham Singh hingerichtet. Bem, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus London wurde am Mittwoch der 37 Jahre alte indische Ingenieur UdhamSingh im Londoner Pontonville-Gefängnis hingerichtet. Udham Singh war von den Engländern angeklagt, am 13. März den ehemaligen Gouverneur von Pundschab, Sir Michael O ' D w y e r, der sich durch das Blutbad von Amritsar den tödlichen Haß des gesamten indischen Volkes zugezogen hatte, in der Londoner Caxton-Hall erschossen zu haben. Singh wurde am 5. Juni von einem britischen Gericht für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. MlilärallaMS auf den Schlachtfeldern Frankreichs. In Berlin beglaubigte Militärattaches aus 22 Ländern hatten kürzlich Gelegenheit, die Schlachtfelder 1 Frankreichs zu besichtigen. — (PK.-Moesdorf-Atlantic-M.) I Im Spiegelsaal von Versailles. ■ ** sv'ZZ''O' :"K ■ Deutsche Soldaten, die in ihrer dienstfreien Zeit die Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt besichtigen, wellen hier im Spiegelsaal von Versailles an der Stelle, an der vor 21 Jahren Deutschland das Schanddiktat aufgezwungen wurde, das nunmehr das deutsche Schwert für immer ausgelöscht hat. — (PK.-Kettelhofer-Scherl-M.) Bombenangriffe aus Flugzeugsabrik und Hasenanlagen. Der Wehrmachisberichk vom Mittwoch. Berlin, 31.5uli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Schlechtwetterlage erzwang eine Einschränkung der Tätigkeit unserer Luftwaffe. Trotzdem wurden neben Aufklärungsflügen an der Ost- und Südküfte Englands die Flugzeugfabrik in Filton sowie die Hafenanlagen von Swansea und Plymouth in der Nacht zum 31. Juli mit Bomben angegriffen. In der Nacht zum 31. Juli flogen nur wenige britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Durch die Bombenabwürfe wurde Sach- oder Personenschaden nicht angerichtet. Zwei einfliegende Flugzeuge wurden durch unsere Jäger abgeschossen. Wie nachträglich bekannt wird, sind am 29. Juli insgesamt 21 britische Flugzeuge abgeschossen worden. Italienischer Wehrmachtsbericht. Rom, 31. Juli. (DNB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Unsere Flieger in Ostafrika haben den Hafen von Aden erneut bombardiert und dabei Volltreffer auf zwei Schiffe und ein großes Brennftofiuepot erzielt. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Während eines vom Feind versuchten Angriffes auf Assab ist ein Blenheim-Bomber von unserer Luftabwehr abgeschossen worden. Schnellboote, der Schrecken britischer Seteitzüge. Von Kriegsberichter Herbert Nolte. DNB. ... (PK.) Wie der Wehrmachtsbericht meldete, versenkte ein Schnellboot bei Portland einen 18 000-Tonnen-Dampfer. In der folgenden Nacht gelang es, aus einem Geleitzug vier Dampfer zu versenken und einen in Brand zu schießen. Das war ein stolzer Anfang für das Schnellboot, das am Abend zuvor erst an die Front gekommen war und gleich bei der ersten Unternehmung einen Riesen von 18 000 Tonnen in die Tiefe schicken konnte. Anfangs schien es, als sollte diese Unternehmung erfolglos bleiben. Weit und breit konnte kein Schatten ausgemacht werden. Schon hatten die Boote den Rückmarsch angetreten, als plötzlich weit voraus ein Licht auftauchte. Dann wurde der Schatten größer und größer. Immer deutlicher wurden Einzelheiten erkennbar. Der hat gut und gerne seine 18 000 Tonnen, meint der Kommandant. Ein Torpedo verließ das Rohr, und ehe die dort drüben daran konnten, ihre Geschütze zu besetzen oder die Fahrstufe zu verändern, bäumte der Riese sich schon auf. Für einen Augenblick ragte der Bug gen Himmel, dann ward nichts mehr gesehen. Am nächsten Abend laufen die Boote wieder aus. Ringsum ist es düster, kaum ist die Kimm auszumachen, dazu regnet es, was vom Himmel herunter will. Nach Mitternacht klart es etwas auf. An Backbordseite und Voraus ist jetzt schon ohne Glas die englische Küste zu erkennen, denn weit hineingestoßen in d i e Bucht von Brighton sind die Boote. Doch nichts ist zu sehen. Nur Scheinwerfer leuchten in kurzen Abständen immer wieder rings um uns auf. Plötzlich stehen wir mitten in einem englischen Geleitzug. Jetzt gibt es kein vorsichtiges Anlaufen mehr, hier muß sich jedes Boot seinen Dampfer aussuchen, mit hoher Fahrt auf ihn zulaufen, schießen und auf den nächsten stürzen. Zwei Dampfer hat unser Boot vor sich, der eine lohnt den Aal nicht! Aber der nächste, der soll daran glauben. Also an dem kleinen vorbei und bann raus mit dem Torpedo. Auf dem kleinen Dampfer aber scheint ein schneidiger Kapitän zu stehen. Plötzlich steuert er auf bas Schnellboot zu, um es zu rammen. — „Hart Steuerborb", und schon dreht bas flinke Boot und kommt gerade vorm Bug des Dampfers frei. Denn tief liegt er im Wasser. In Sekundenschnelle spielt sich jetzt alles ab ... „Steuerbordrohr fertig." — ,„Steuerbordrohr ist fertig." — „Rohr los? — „Hart Steuerbord." Während das Boot noch im Abdrehen ist, fliegt der Dampfer auch schon auseinander. Riesige Stücke wirbeln in der Luft umher. Splitter prasseln an Deck, verbiegen die Reling und reißen Splitter aus der Bordwand des Schnellbootes heraus. Das ging noch einmal gut ab. Ein 10—12 000-Tonnen-Damp- fer muß wieder in der Schiffsliste des Briten gestrichen werden. Da tauchen plötzlich neue Schatten auf, englische Zerstörer, die anscheinend den Geleitzug schützen sollten und nun — nachdem ihre Schützlinge zusammengehauen sind, darangehen, uns zu jagen. Eine dicke Regenboe nimmt uns auf. Der Heimmarsch kann angetreten werden. Als es kurze Zeit später wieder etwas aufklart und zu däm- mern beginnt, sind die Zerstörer nicht mehr zu sehen. Erst nach dem Festmachen im Stützpunkt stellt sich der Erfolg dieser Nacht in seinen vollsten Ausmaßen heraus, als die Kommandanten dem Flottillenchef Meldung machen: Fünf Dampfer sind versenkt worden, drei davon mit etwa 10 000 Tonnen und einer mit 6000 Tonnen durch. Torpedos, durch MG.-Beschuß zwei weitere, von denen einer in Brand geraten, der andere gekentert ist. — „Ich wollte ihn", so berichtet der Kommandant, ,Hurch MG.-Feuer zum Stoppen bringen, Gegen Englands „fünfte Kolonne". Don unserer berliner Schristleitung. Zwei neue Schläge haben der Welt die Ohnmacht Englands enchüllt. In Rumänien sind englische Donauschlepver beschlagnahmt worden, und prompt hat die brtische Regierung, die sich anmaßte, rumänische Schiffe festzuhalten, gegen diese Maßnahmen den berühmten flammenden Protest eingelegt, der eiskalt zu den rumänischen Akten über die Tätigkeit des Secret Service in den Petroleumgebieten, über britische Sabotageakte und Wühlereien gelegt wurde. England hat auf dem Balkan nichts mehr zu sagen, und in ohnmächtiger Wut schnaubt die britische Presse auf Geheiß ihrer Regierung Rache gegen den Staat, den man einst zur Vollendung der Einkreisung Deutschlands „garantieren" zu müssen glaubte. Die Auswirkungen der britischen Niederlage in Europa und der Verlust der ehemals so schnöde ausgenutzten Weltmachtsstellung sind aber auch im Fernen Osten sehr deutlich geworden. Dort ist I a - pan aus einem Verbündeten Englands ein entschiedener Gegner geworden. Einst war England die erste europäische Macht, die mit einer ostasiatischen ein Bündnis schloß, das sich gegen Rußland richtete und den Japanern ihren Siea über die Russen ermöglichte. Seitdem hat England in zunehmendem Maße Japan mit einem Netz von Spionagenestern überzogen, die unter dem Deckmantel politisch-kultureller oder religiöser Gesellschaften und wirtschaftlicher Vereinigungen in dem Augenblick ihre Tätigkeit gegen Japan richteten, als der China- fünf litt ausbrach und Japan im Kampf um feine asiatische Vormachtstellung zu den britischen und amerikanischen Interessen in Gegensatz geriet Die offene Parteinahme des Angelsachsentums ftnt Tschicmgkaischek ließ eine antibritische Stimmung sichtbar werden, die sich in vielen Zwischenfällen äußerte. Die japanische Regierung wurde in ihrer Hoffnung, England und die USA. würden sich» freundlicher zu Japans Lebensinteressen stellen, schwer enttäuscht. Ein japanisches Ministerium nach dem anderen trat zurück. Der Kampf in China er* forderte gewaltige Opfer und wurde durch amerit konische, britische und französische Waffenlieferungen künstlich verlängert. In schwierigen diplomatischen Derharchlungen ist es den Japanern nicht gelungen, bie'fe plutokratische Intransigenz zu beheben, bis es schließlich vom Vorrecht des Stärkeren Gebrauch machte. Aber auch dann gab England nur Schein« konzefsionen. So wurde der Weg der Waffenbelie« ferung Dschiangkaischeks über Burma jetzt zwar ge« sperrt, aber nur auf drei Monate, und die englische denn bei seinen dauernden Zickzackkursen war eS unmöglich, einen Torpedo anzubringen. Wie eilt Kreisel drehte sich der Dampfer hart Backbord, danach hart Steuerbord, bis er plötzlich — ich traue meinen Augen kaum — kentert und verschwindet. Anscheinend ist bei dem harten Drehen seine Deckladung ins Rutschen gekommen, so daß der über mein MG.-Feuer nicht sehr erfreute Rudergänger den Dampfer nicht mehr halten konnte, so habe ich einen 6000-Tonnen-Dampfer versenkt und meinen Torpedo trotzdem gespart." Fatale „Moskitos der Meere". Berlin, 31. Juli. (DNB.) Die englische Pro- paganda sieht sich genötigt, zu den lästigen deutschen Schnellbooten etwas zu sagen. Zur Beruhigung gibt Reuter bekannt, es bestehe „Grund zur An- nähme, daß die britische Admiralität bereits eine Gegenmaßnahme gefunden" habe. Ein Marinesachverständiger, der im Londoner Rundfunk ebenfalls über die „Moskitos der Meere", wie er die Schnellboote nannte, sprach, war etwas borsichtiger und meinte verzweifelt, es müsse ein Mittel gefunden werden. Sorgenvoll stellt Reuter fest: „Diese Schnellboote können beträchtlichen Schaden zufügen, auf Grund ihrer Beweglichkeit und der Ge- fahr, die sie für größere und stärkere Streitkräfte darst-llen. Inden Tagen von Dünkirchen hatten die Deuffchen wahrscheinlich die beste Gelegenheit. diese Schnellboote einzusetzen. Dies ge« schah auch mit einigem Erfolg. Bei der Eva- fuierung von Dünkirchen waren die britischen Schiffs gezwungen, Kanäle durch die Minenfelder zu bet nutzen, und sie waren fast so beschränkt, als wenn sie sich in Straßenbahnlinien befunden hätten. Alle diese Bedingungen waren ideal für den heimlich herankommenden Feind." Neuer Lustangriff auf Gibraltar. L a L i n e a, 31. Juli. (DNB.) Am Dienstagnachmittag griffen erneut zwei Bombenflugzeuge Gi« braltar im Schutze einer Wolkendecke an. Die Nationalität der Flugzeuge ist unbekannt. Die englischs Flak trat ohne Erfolg in Tätigkeit. Die Bomben explodierten im Hafengebiet. Die Behörden in Gibraltar ordneten ein strenges Schweigegebot über die Explosion des Munitionslagers ant Montag an, dessen Todesopfer bereits auf 20 gestiegen find. * Ein oberster Gerichtshof in Frankreich üur Aburteilung früherer Minister. Genf, 31. Juli. (Europapreß.) Der französische Ministerrat genehmigte einstimmig das Dekret übe« die. Errichtung eines Obersten Gerichtshofes zur Aburteilung früherer Minister. Der Rat befaßte sich weiter mit der Lösung der Flüchtlingsfrage und versuchte nach Kenntnisnahme eines Berichtes über die deutsch-französischen Verhandlungen in Wiesbaden den vorläufig möglichen Weg der Lösung des Problems festzulegen. 'Anschließend kamen Versorgungsfragen zur Sprache. Es wurden verschiedene Maßnahmen zur Sicherung des inneren Marktes getroffen. Nach dem Wortlaut des Gesetzes zur Errichtung eines Obersten Gerichtshofes in Frankreich hat sich dieser vor allem mit Verbrechen und Vergehen zu befassen, die M i n i ft e r oder ehemalige M i - n i ft e r sowie Ihre unmittelbaren Untergebenen in! der Ausübung ihrer Dienstbefugnisse begangen haben. Weiter fällt unter die Zuständigkeit Des Obersten Gerichtshofes jede Person, die einen Anschlag gegen hie Sicherheit des Staa - t e s ober mit einem solchen zusammenhängende Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Von dem Obersten Gerichtshof sind alle die Personen zu erfassen, die als Helfershelfer oder Anstifter der in Frage kommenden Schuldigen anzusehen sind. Der Oberste Gerichtshof setzt sich aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und acht Räten zusammen. Der Präsident der Strafkammer des Kassatlonsgerich. tes ist von Rechts wegen auch Präsident des Obersten Gerichtshofes. Die anderen Mitglieder werden auf Lebenszeit durch Dekret des Ministerrates bestimmt«. Eine ArbeitsdienMrerin erlebt Vayreuth. NSG. Man hält nun wirklich die graue Fahrkarte in der Hand, steht auf dem Bahnsteig seines Lagerortes, winkt noch einmal den zurückbleibenden Maiden — und kann es trotzdem nicht fassen, daß nun das große, herrliche Erlebnis Stunde um Stunde näher rückt. Im Sonderzug ein frohes Begrüßen der Kameradinnen und Kameraden — über allen biegt die Borfreude und Erwartung des kommenden Tages. Man studiert im Textbuch die „Götterdämmerung", und läßt sich schon ein wenig hineinführen in die deutsche Götter- und Sagenwelt. Das festlich geschmückte Bayreuth heißt uns, die Soldaten und Arbeiter, Helfer am Werk des Führers aufs herzlichste willkommen — Musik, Blumen, leuchtendes Rot der Fahnentücher und beglückte Menschen, so finden wir die Stadt der Festspiele — und dazu als allerscdönste Ueberraschung, die uns vor Glück den Herzschlag stocken läßt: der Führer war angekommen, um die Aufführung der „Götterdämmerung" mitzuerleben. Nun leuchten Blumen und Fahnen doppelt, nun lag über jedem Menschen eine doppelte, innerliche Freude — was konnte uns auch schöneres geschehen, als unseren Führer hier in seinem geliebten Bayreuth zu sehen. Die Bevölkerung Bayreuths nahm uns mit rührender Herzlichkeit auf, der Oberbürgermeister gab seiner Freude Ausdruck, daß nun — wie es Richard Wagners Wunsch schon beim Bau des Festspielhauses gewesen sei —, einmal das deutsche Volk Gast bei seinen Spielen, ohne Unterschied der Ränge, Stände und der Berufe, und itafc es wohl gerade jetzt im Kriege dieses Geschenk des Führers doppelt beglückend empfände. Da saß der General neben einem verwundeten Gefreiten, da'saß ein alter Mann ergriffen und still neben uns jungen, begeisterten Menschen — eine große Gemeinschaft erlebte und empfand dasselbe in diesen herrlichen Stunden. Am Morgen des' Festspieltages hörten wir einen Vortrag des Detmolder Mufiklehrers Otto Sauber, und schon das war eine Feierstunde, wo wir hineingeführt wurden in Wagners Ideenwelt, in feine herrlichen Melodien und Gedanken. Und dann zog eine bunte Menschenschar, in der das Feldgrau vorherrschte, hinauf zum Festspielhügel. Man war so tief erfüllt von dem kommenden Großen, daß man wie im Traum vorbeiging an den Menschen, die die Straße säumten in froher Erwartung, die Blumen und Zweige warfen, um des Führers Weg zu schmücken. Und dann war es so weit, daß in atemloser Stille der Führer die Loge betrat — wir hoben die Hand zum deutschen Gruß und sahen nur ihn allein, wie er lächelnd im feldgrauen Rock zu uns herunterblickte. Da setzte schon die Musik ein, rauschte und strömte durch den Raum, und man ließ sich tragen von diesen gewalttgen Klängen und Stimmest, die sich stark und schön emporschwangen. Man kann es nicht beschreiben, wie tief im Herzen man das alles voller Glück spürte, und wie man deutsche Art und deutsches Schicksal erkannte. Noch im Banne der nordischen Heldengestalten stand man in der Pause auf dem Festspiel platz, als ein Schrei der Liebe und Begeisterung über die Menge ging: am Fenster oben, keine fünf Meter von mir entfernt, stand der Führer. Da versank alles andere, nicht die Menschen sah man mehr, nur das klare, ruhige Gesicht des Führers, kaum spürte man es heiß über das Gesicht laufen — nie, nie wird man diesen Augenblick vergessen, wo die Liebe und Dankbarkeit eines Volkes so zu seinem Führer und Feldherrn sprach. Wieder klangen Wagners gewaltige Melodien über uns, tragisch vollzog sich das Geschick an der Licht gestalt Siegfrieds, — und doch feine jammervolle Trauer, sondern stolzer, heldischer Sang: „Unsterblich aber lebt der Toten Tatenruhm!" Noch nie hatte ich Wagners Werke so tief und herrlich empfunden wie hier in diesen Stunden — und es gibt wohl keinen anderen Dank, als einen Schimmer dieser leuchtenden Tage hineinzuttagen in das Lager und weiter zu arbeiten mit doppelter Liebe und Kraft am Erziehungswerk der jungen, deutschen Menschen. Oie Echlußauffiihrung in Bayreuth. Bayreuth, 31. Juli. (DNB.) Der italienische Botschafter Alfieri wohnte am Mittwoch der die Banreuther Kriegsfestspiele abschließenden Aufführung der „Götterdämmerung" bei. Reichsleiter Dr. Ley, der auf Befehl des Führers die Kriegsfestspiele organisatorisch durchführte, empfing den italienischen Gast mit Frau Winifred Wagner und Gauleiter W ä ch t l e r. Vor Beginn des dritten Aufzuges begaben sich Botschafter A l - fieri, Reichsleiter Dr. L e y und Reichsminister Dorpmüller, der gleichfalls der letzten Aufführung beiwohnte, auf die Bühne. Dr. Ley übermittelte Frau Winifred Wagner, Generalintendant Tietjen und allen auf der Bühne versammelten Künstlern, dem technischen Personal und den Bühnenarbeitern feinen herzlichen Dank für die Durchführung der Bayreuther Kriegsfeftspiele. Botschafter Alfieri sagte, ich bin dem Führer und Dr. Ley außerordentlich dankbar,, dieser letzten Vorstellung der Bayreuther Kriegsfestspiele beiwohnen zu können, nicht nur, weil diese Vorstellung einen hohen künstlerischen Genuß für mich bedeutete, sondern weil sie auch einen überzeugenden Beweis der sozialen A r b e i t in Deutschland auch während des Krieges darstellt. Generalintendant Tietjen erwiderte namens der Künstlerschaft, daß es allen ein tiefes Glück gewesen sei, für deutsche Arbeiter und Soldaten während des Krieges spielen zu dürfen. Presse verkündete großmäulig, diese Konzession fei unbedeutend, da in Englisch-Burma die Regenzeit einsetze- und die Transporte sowieso gewaltig erschwere. Gleichzeitig aber gab Roosevelt Anweisung, die nodamerikanischen Rohstofftieferungen nach Japan zu tontroüiieren. Unter diesen zwingenden Umständen kam in Japan eine entschiedenere Richtung ans Ruder. Das neue Ministerium K o n o y e und sein energischer Außenminister M a t s u o k a traten in den Verhaftungen mit dem britischen Botschafter Crai- g i e entschieden auf, sie sahen sich schließftch gezwungen, hervorragende Mitglieder der britischen Kolonie wegen Spionage verhaften zu lassen, Leute mit Namen, die unter der Tarnung als Wirtschaftler usw. wie eine Fünfte Kolonne in Japan gearbeitet und nach den Direktiven des Secret Service Japan unterwühlt hatten. Unter ihnen befand sich auch der Reuterkorrespondent Cox. Die Beweise gegen ihn waren so schwerwiegend, daß Cox sich aus dem Fenster eines Hotels stürzte. Banken, Klubs, Schulen und Kirchen englischer Prägung standen in Japan im Dienst dieser Fünften Kolonne. Die angelsächsische Fünfte Kolonne war für Japan eine furchtbare Wirklichkeit und Gefahr geworden, wie sie überall dort wühlt und hetzt, wo die Politik der Staaten sich wirklich Souveränität bewahren will. Dieser Schlag kam aber den Engländern nicht nur unerwartet, er war geradezu vernichtend für Englands politisches Prestige in Femost. Ehedem hätte Albion Kriegsschiffe nach Japan geschickt und die „Natives" mit Kanonenschüssen belehrt, daß England für sich das souveräne Recht in Anspruch nimmt, sich ungestraft in alle Angelegenheiten, die es nichts an geh en, zu mischen. Jetzt, die würgende deutsche Faust am Halse, sogar in Europa blockiert, was man vor einem Jahr für ganz unmöglich hielt, blieb dem englischen Außenminister Lord Halifax nichts anderes übrig, als im Oberhaus eine papierne Erklärung gegen Japan loszulassen und zu versichern, man habe in London wirklich eine sehr ernste Auffassung der Lage. Aber auch dieser flammende „britische Protest" dürfte, ähnlich wie in Rumänien, wirkungslos bleiben. Denn die deutschen Erfolge gegen England haben in der ganzen Welt gezeigt, daß das britische Prestige nur noch ein Popanz ist. t. S. Russische Polarschiffahrt. Archangelsk, 30. Juli. (Eurvpapreß.) Der Schiffsverkehr im Hafen von Archangelsk hat seinen höchsten Stand erreicht. Fast täglich werden hier Schiffe auf die Polarrouten entsandt. Sie bringen verschiedene Frachten nach den einzelnen Punkten des nördlichen Seewegs. So hat der Dampfer „Dixon" den Hafen mit dem Ziel Tixie-Bucht verlassen, ihm folgt der Dampfer „Sakko", der außer der Tixie-Bucht auch die Mündung des Anabar- Flusses und die Koschewnikow-Bucht aufsucht. Dann begibt sich der „Sakko" nach Jgarks um Holz zu laden. Das Schiff „Revoluzioner" hat Archangelsk ebenfalls verlassen, um verschiedene Frachten in Pewek (Tschaun-Bucht) abzuladen. Das Schiff sucht auf dem Rückweg ÄN-digirka und Igarka auf, um dort Holz zu laden. Es handelt sich dabei um Etappen des „nördlichen Seewegs", d. h. der Verbindung längs der sowjetrufsifchen Arktts- Küste zwischen Murmansk und Archangelsk und den sowjetrussischen Femosthäfen wie z. B. Wladiwostok. Die Entwicklung dieses Wasserweges wird mit aller Tatkraft betrieben. Dazu arbeiten zahlreiche Organisationen und Wirtschaftszweige zusammen. Die Erfassung des Arktis-Gebietes in wirtschaftlicher und industrieller Hinsicht liegt, ebenso wie die Schiffahrt längs der Arktisküste in der Hand der „Hauptverwaltung des Nördlichen Seewegs". In diesem Jahre wurden mehrere Eiserkundungsflüge durchgeführt, um eine Eisprognose auszuarbeiten, die für den ganzen Naoigationsplan äußerst wichtig ist. Im dritten Fünfjahrplan soll dieser Wasserweg zu einer „ständig funktionierenden Wasserverbin- duna zwischen Ost und West der Sowjetunion werden . In diesem Jahre erlebt die Schiffahrt im Norden eine wettere Entwicklung, da mehrere Schiffe neu in den Dienst gestellt werden. Bemerkenswert ist, »daß die Besttebung besteht, diese Schiffahrt mit Kohle aus den nördlichen Bergwerken zu versorgen, denn unter den Bodenschätzen, deren Ausbeute sich im hohen Norden lohnt, befindet sich auch Kohle, neben vielen seltenen Metallen und sonstigen Reichtümern. Die auf der Halbinsel Kola eingerichtete Filiale der sow- jetrussischen Akademie der Wissenschaften hat sich bei der Organisation und Ausnutzung der Bodenschätze dieser Halbinsel größte Verdienste erworben, dabei wurde im Süden des Sees Lowosero Niobium entdeckt. Besonders untersuchte die Filiale die Möglichkeiten zur Erzeugung von Futtermitteln für eine großangelegte Viehzucht auf her Halbinsel. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 91. Juli. (DNV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert mit Wirkung vom 1.August 1940: 1. Im Heer: Zu Generalleutnanten die Generalmajore Wagner, Weingart, Kempf, von Studnitz, Brennecke, von Böckmann, Freiherr von Gablenz; zu Generalmajoren die Obersten Brandenberger, Bernhard (Friedrich), Allmendinger, Deich; zum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Blum (August); zum General- veterinär den Oberstveterinär Dr. Weber; zu Obersten die Db erftleutnante' Melzer, Gerlach (Erwin), Schulze (Bruno), Gerhard, Queckbörner, Vogel (Wilhelm), SeyffaM, Zünckel, Seelmann-Eggebert, Westram, Rexilius, von Mühlenfels, Jost, Kretschmer, Christiani, Uibblagger, Stanek, Masche k (Eduard), Gur, Zahradnik, Engelmann (Otto), Fw ting; zu Oberstveterinären die Oberstfeldveterinäre Dr. Hollstein, Dr. Waldhausen, Dr. Engwitz. In der Heeresverwaltung: Zu Ministerialräten die Oberkriegsgerichtsräte Wunderlich, Mantel, den Oberregierungsrat Dr. Dorch. 2. In der Kriegsmarine: Zu Kapitänen zur See die Fregattenkapitäne Oehrl, Kreyfing, Hauck; zu Kapitänen zur See (ing.) die Fregattenkapitäne (ing.) Dipl.-Ing. Nixdorff, Jensen; Kapitän zur See Kienast (Hellmuth) erhält den Charakter als Konteradmiral; Kapitän zur See (ing.) Dipl.- Jng. Packroß erhält den Charakter als Konteradmiral (ing.). 3. In der Luftwaffe: Zum Generalleutnant den Generalmajor Wecke; zu Generalmajoren die Obersten Dr. Knauß, Schubert, Busfa, Spruner von Mertz, Freiherr Rüdt von Collenberg; zum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Wenzig; zu Obersten die Oberstleutnante Boenisch, Geerkens, von Wussow, Schillmann, Kortüm, Niehuus, Deichmann, Schutze, Schleich, Pavel, Bruhns, Alt. Meine politische Nachrichten. In dem Artikel „Gebirgskrieg vor 25 Jahren" muß es in Spalte 2, vierte Zeile von oben XXIV. R. K. (nicht XXVI. R. K) heißen, in Spalte 3, zehnte Zeile: „Mann für Mann in den Karpaten". ♦ Das französische Außenministerium gibt bekannt, daß der ehemalige Senator des Departements Seine-et-Oise, Henry-Haye, an Stelle des Grafen St. Quentin zum Botschafter in Washington ernannt worden ist. * „Universal" verlangt, daß Kronstadt Universitätsstadt werden soll, und zwar soll die Czernowitzer Universität dorthin verlegt werden, da Czernowitz mit der östlichen Bukowina und Bessarabien an die Sowjetunion abgetreten wurde. e leraus- esens Der Herausgeber will dem heute immer noch wenig bekannten Herder die chm im deutschen Geistesleben zukommende Stellung verschaffen, indem er das Zeitbedingte aus feinen Werken hei ' löst und das Ewige und Bleibende feines W. und Geistes vor den Leser stellt. Im II. Band enthält das „Journal meiner Reise im Jahre 1769" die erste Gestaltung Herderschen Wesens, Abrechnung mit seinem bisherigen Leben, den Mißklang zwischen Erleben und Denken, Herders Lebens- prohlematik. fcine Planungen und Beobachtungen — Professor Dr. Gustav Paul: Grund- züge d'er Rassen- und des deutschen Volkes. Mit 82 Abbildungen und Karten. 3. Auflage. Preis in Leinen gebunden 8 RM. Verlag I. F Lehmann, München. Dieses ausgezeichnete Buch, das vielleicht zum erstenmal mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und doch in ungeheuer lebendiger und zum Mitarbeiten anregender Darstellung die Beziehungen zwischen Rasse und Raum in ihrer ganzen Tiefe und Breite für die Geschichte unseres Volkes klar stellt, hat sich schon längst seinen festen Platz erobert. Um so dankbarer wird man es begrüßen, daß der Verfasser sich bereit fand, die sehr umfangreichen Anmerkungen und Schrifttumshinweise der vorausgegangenen Auflagen fortzulassen, um diese Auflage preiswert zu gestalten und auch breite Laienkreise für das aufschlußreiche Buch zu gewinnen. Auch unsere engere oberhessische Heimat hat in der Rassenge schichte eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Sie wird an Hand von guten Kartenskizzen und von vielen Bildern unterstützt, in verschiedenen Abschnitten des Buches fesselnd und überzeugend dargestellt. Auch Korsen den französischen Schwager aufrichtig schätzen lernte, so sehr er auch noch dessen Seßhaftmachung auf bayrischem Boden als Fürst von Eichstädt und Herzog voy Leuchtenberg widerstrebt hatte. Es ift das Verdienst dieses höchst lebendig und mit warmer Anteilnahme für seinen Helden geschriebenen Buches, dessen Verfasser aus den Haus- und Staatsarchiven viel neues Material hat verwenden können, daß es zeigt, wie Eugen in allen Wechselfällen des Lebens sich selber treu blieb trotz aller Enttäuschungen über die ihm niemals gewährte Selbständigkeit als Dizekönig sowohl wie als Feldherr.und trotz aller Widrigkeiten und Verdächtigungen, denen seine Anhänglichkeit an den Stiefvater nach dessen Sturz ausgesetzt war. Sein Leben, das eine Spanne unerhörten weltgeschichtlichen Geschehens umfaßte, war schon mit 43 Jahren erloschen, aber durch seine Kinder ging das Blut der Beauharnais in viele europäische Fürstenhäuser über. Das Leuchtenberg- Palais am Münchner Odeonsplatz, von Klenze erbaut, und Thorwaldsens edles Grabmal in der Michaelskirche erinnern noch heute an den Stiefsohn Napoleons, der nach den Wandlungen eines stürmischen Lebens in Bayern eine letzte Heimat fand. Dr. Fr. W. Lange. Bücheriisch. — Adalbert Prinz von Bayern: Eugen Beauharnais, der Stiefsohn Napoleons. Ein Lebensbild, mit 32 Bildtafeln, Preis in Ganzleinen geb. 8,50 RM. Propyläen- Verlag, Berlin. — (99) — „Einer von den großen Charakteren, die immer seltener werden" hat Goethe den Prinzen Eugen genannt, den er kurz vor dessen Tode als Herzog von Leuchtenberg in Karlsbad kennengelernt hatte. Dieser große, oder besser gesagt, dieser anständige Charakter war es, der Eugen Beauharnais aus politischen und menschlichen Wandlungen, wie sie selten einem Menschenleben beschie- den sind, rein und untadelig, geachtet von Freund und Feind, hervorgehen ließ. Der Vater, aus alter Aristokratenfamilie, aber General der Revolution, starb auf der Guillotine, die Mutter Josephine heiratete den erfolgreichen General Bonaparte, der die Kinder adoptierte und bei feinem märchenhaften Aufstieg zum Herrscher der Welt mit sich hinauf zog zu höchsten Höhen. Aber was mehr wog, Eugen und seine Schwester Hortense standen seinem Herzen nahe, sie blieben seine Vertrauten auch nach feiner Scheidung von Josephine und er hielt sie gegen die kleinliche Eifersucht der eigenen machtgierigen und neidischen Familie. Eugen war als fein Adjutant mit ihm in Aegypten und Italien gewesen, er hat immer wieder zwischen ihm und der Mutter vermittelt, wenn Jospehinens Flatterhaftigkeit dem Kaiser durch die klatschsüchtigen Schwägerinnen hinterbracht worden war. Die Scheidung hat freilich auch er nicht verhindern können. Wie diese von politischen Rücksichten diktiert war, so stand auch Eugens persönliches Leben ganz im Schatten der Politik des Kaisers. Eugen wurde Vizekönig von Italien, aber er blieb auch als solcher im Schatten des Kaisers, der ihm wie den Brüdern, die er auf die Königsthrone Europas hob, keine Selbständigkeit ließ. Der Kaiser bestimmte ihm nach rein politischen Gesichtspunkten Auguste von Bayern, eine Tochter des ersten Bayerkönigs Max Joseph, zur Gattin, und es spricht wohl nichts so sehr für die menschlich wertvolle Persönlichkeit Eugens, als daß diese politische Ehe eine überaus glückliche wurde und sogar der spätere König Ludwig I., der erbittertste Gegner Napoleons und heftige Widersacher jeder Verbindung mit Frankreich, nach dem Sturze des deshalb wünschen wir dem Buch auch in feiner neuen Auflage weite Verbreitung. Dr. Fr. W. L. — Johann Peter Hebel: Der deutsche Hausfreund. Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau. Preis geb-. 4,80 RM. Des Hebenstbürbigen und gemütvollen Alemannen Johann Peter Hebel „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreunds" stammt aus einer Zeit, die in der tiefsten Ohnmacht des deutschen Vaterlandes auch auf das schlichte ungebildete und unverbildete Volk in Stadt und Land einzuwirken suchte. Nicht besser konnte es geschehen, als durch die ganz aus der naiven Vorstellungswelt des Landmanns und Kleinbürgers schöpfenden Kurzgeschichten eines Mannes wie Hebel, der einen urwüchsigen Humor mit scharfer Beobachtungsgabe und dem Talent zu behaglichem Erzählen verband und auf die glücklichste Weise das Unterhaltsame mit dem Sittlich-Lehrhaften zu verknüpfen verstand. Dabei hat Hebest für seine Kurzgeschichten eine Form gefunden, die man mit Fug und Recht wohl klassisch nennen darf, so daß fein Hausfreund zu dem besten deutschen Prosagut zählt. Der älteren Generation sind diese Geschichten aus ihrer Jugendzeit noch wohl bekannt. Aber sie sollten nicht in Schullesebüchern vergraben bleiben, sondern wieder lebendiges Volsgut werden. Deshalb begrüßen mir diese neue Ausgabe, die der rührige Breslauer Verlag für seine „Kornkammer" veranstaltet hat. Die zeitgenössischen Lithographien I. Dambachers fügen sich dem Charakter des .^Haussreunbes" auch in feiner verjüngten Gestalt gut ein. Dr. Fr. W. Lange. — Johann Gottfried Herder, Gesammelte Werke, II. Band, Rütten & ßoening, Potsdam. Von der fiebenbänbigen, von Professor Dr. Franz Schultz herausgegebenen Herder-Ausgabe liegt nach Band I und III nun der zweite Band vor: Leben, Volk und Geschichte. Helgoland 50 Zahre deutsch. Die Reichspost gibt zur Erinnerung an die 50jährige Zugehörigkeit Helgolands zu Deutschland Sonderwertzeichen heraus, die den Jnselfelsen in der brandenden Nordsee zeigen. Unwillkürlich hatten wir einen Augenblick den Atem an: Helgoland er ft feit 50 Jahren d euts ch ? Die älteren Jahrgänge unter uns kramen ihre Erinnerungen an die Zett von 1890 heraus und erzählen, daß Deutschland Helgoland durch den Verttag vom l.Juli 1890 gegen Hingabe von Uganda, Witu und Sansibar in Ostaftika England ab getauft hatte. Damit wurde Deutsch-Ostafrika wesentlich verkleinert. Für den winzigen, aber unendlich wichtigen Jnselfelsen zahlte Deutschland mit einem ungeheuren Gebiet in Afrika, das von Carl Peters kurz vorher erworben worden war und heute als Teil der britischen Kenia-Kolonie im Mittelpunkt des italienisch-britischen Kampfes in Ostafrika steht. Damals, um 1890, erhob sich in Deutschland ein lebhafter Streit, ob Deutsck-land nicht ein sehr schlechtes Geschäft gemacht habe. In diese Erörte« Relsoltu» 50 3ahrebei Anläßlich der 50jährigen Zugehörigkeit der Insel Helgoland zum Deutschen Reich wurde jetzt diese Sonderbriefmarke im Nennwert von 6 Npf. heraus- gSgeben, deren Zuschlag von 94 Rpf. dem Kulturfonds des Führers zufließt. Der Entwurf des Mar- kenbildes stammt von dem Berliner Kunstmaler Meerwald. — (Scherl-Bilderdienst-M.) rungen spielten starke Gefühlsmomente hinein. Bismarck war am 20.März 1890 „gegangen worden". Die erste größere außenpolitische Aktion des „neuen Kurses" war dieses Tauschgeschäft. Was die deutsche Oeffentlichkeit in jenen Tagen noch nicht wußte, war, daß gleichzeitig unter dem neuen Reichskanzler Caprivi die Erneuerung des Bis- marckfchen Rückversicherungsvertrages mit Rußland unterblieb, wobei allerdings hinzugesetzt werden muß, daß dieser Rückversicherungsvertrag überhaupt ein großes Geheimnis war. Aber der Austausch von einem Riesengebiet in Oftafrifa, das an Größe wohl dem damaligen Deutschland gleichkam, geg^n den Jnselfelsen von Helgoland wurde doch als der Versuch einer weitgehenden Annäherung an England gebeutet, und die später bekannt gewordene Nicht-Erneuerung des Rückversicherungsvertrages mit Rußland bestätigte diesen ersten instinktiven Eindruck. Inzwischen hat die Geschichte jenen Tausch gerechtfertigt, auch wenn er aus ganz anderen Gründen und mit ganz anderen Zielen durchgeführt wurde. Der erfolgreiche Schutz der deutschen Nord- feeküste im Weltkrieg wäre ohne Helgoland sehr schwer möglich gewesen, und heute gar, im Zeitalter der Luftwaffe, würden wir ein englisches Helgoland erst recht als einen Pfahl in unserem Fleisch verspüren. Heber den Streit um den Helgoland-Sansibar« Vertrag vom 1. Juli 1890 wird aber meist die mindestens ebenso interessante Frage vergessen, wie die Engländer in den Besitz von Helgoland kamen. Und bieife Fragestellung führt uns in die traurigsten Zeiten der deutschen Geschichte zurück, die mtt dem Dreißigjährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden begannen. Schleswig-Holstein war damals dänisch, die Schweden aber saßen in Pommern und in den verweltlichten ehemaligen Bistümern Bremen unö Verben. Als die sckwedifche Großmacht allmählich — Vorpommern blieo immerhin bis 1815 schwedisch — zusammenbrach, wurde damit die Nordseetüste nicht deutsch. Hannover war bis 1837 englisches Krongut. Das war das Schicksal der deutschen Küste. Nun nimmt es uns nicht mehr allzu sehr wunder, daß auch Helgoland ständig unter Fremdherrschaft fremder Nationalität und Kultur. Das Journal ist nicht vollständig, nur in einzelnen besonders charakteristischen Stücken gegeben. Die Schrift: „Auch eine Philosophie zur Geschichte der Bildung der Menschheit" ist dagegen ganz zum Abdruck gebracht. Eine geschickte Einleitung zu Beginn des Bandes setzt den Leser in den Stand, den schwierigen Geban- fengängen und dem eigenwilligen Stil Herders, gdng em Ausdruck seines Wesens, zu folgen. Der 3. Abschnitt des Bandes bringt Teile aus den „3been zur Philosophie der Geschichte der Menschheit". Dieses Werk hat wohl den größten Einfluß von allen Schriften Herders auf alle Disziplinen der Geisteswissenschaften des 19. Jahrhunderts, vor allem auf die Gefchichtsphilofophie, gehabt. Der vorliegende Band befaßt sich mit den Abschnitten, die Herders Begriffe von Leben, Volk und Geschichte deutlich machen, während der IV. Band dis „Ideen" nach andern Gesichtspunkten äuswerten soll. Kurze Erläuterungen am Schluß des Bandes geben über zettgebundene Namen und Ausdrücke Aufklärung. Thyriot. — Gertrud Fussenegger: Der Braute raub. Erzählungen, Preis in Leinen geb. RM. 4,80. Verlag Rütten und ßoening in Potsdam. —» (52) — Unsere Leser kennen die junge Tirolerin aus manchen Beiträgen, auch kulturgeschichtlichen Inhalts, in den Familienblättern. Die hier zusam- mengesaßten vier größeren Erzählungen berichten in einer an den Stil alter Chroniken gemahnenden herben und zuchtvollen Sprache seltsame Geschehnisse und Menschenschicksale. Eine unheimlich düstere Stimmung ist ihnen gemeinsam. Alle zeigen in Stoff und Gestalt eine ganz eigene Prägung und feinstes künstlerisches Empfind-":. Dr. Fr. W. Lange. — Will-Erich Peuckert: „Kleines deutsches Sagenbu ch", Verlag Rütten & ßoening in Potsdam, Preis geb. 1,80 RM. In der Sammlung „Deutsche Volks- und Kunstmärchen" erscheint nun dieses Bändchen kleiner Geschichten, aus dem Sagengut aller deutschen Stämme zusommenge- tragen, vom Volk selbst gedichtet, Geschichten, in denen es sein Glauben und Dichten, Fragen und ßöfen niedergelegt hat. Der Herausgeber hat in einem kurzen Nachwort dies Wesen Der Sage in klugen Worten auf gezeigt. Das Bändchen ist vom Verlag wie alle dieser Sammlung apart ausgestattet worden» Dr, Fr. W, U Elektrotechnik Maschinenbau Große Laboratorien Lehrfabrik f. Praktikanten HIEL sind es die großen Dinge, die den Ausschlag für eine gute Arbeit geben. Das sollten sich Architekt, Bauherr und Meister sagen, wenn sie ein neues Werk beginnen. Sie sollten eine besondere Sorgfalt auf die Auswahl auch Ihrer Baubeschläge legen, denn es ist oft von großer Wichtigkeit, wie diese kleinen Arbeiten ausfallen. Sei es die Türklinke, das Schloß, der automatische Türschließer oder sonst ein Instrument für diese Zwecke, sie sollten eben von Häuser sein. Sie sind nicht nur haltbar auf lange Zeit hinaus, sondern auch in jedem Falle formgerecht. Also die nächste Auswahl führt zu GIESSENI AM OSWALDSGAUTEN -F0iNll2U5/46 3455 A für den W i n t e Gießen (Kreuzplätz 4), den 1. August 1940. Mittelstarkes Bezeichnung der Grundstücke: A. Grundbuch für Wieseck, Band 12, Blatt 867: 32604 2 Pony; | Mietgesuche~| [Stellenangebote! f. leichte Fuhren engeren zu verleihen. . Darum: 1 Schwester von Karl. Zu erfragen bei 02597 Acker XXIII 184 1 376,— 1504 Acker XXIV 127 2 1009 Wiese VII 94 |am Rödger Heidberg, 1402 | 310,— 3| XXI | 175 | Acker Erstaufführung Heute Donnerstag Kleine Anzeigen 2 4/3 VII VII Wiese Wiese 638 594 525 252,25 628,25 | Vermietungen"} Näbe Bahnibis 2 möbl. Zimmer zu um. Crednerstr. 18 I sen Sie einmal »ei* llllonenfach erprobh ।fe bei Ihrem Händler. in der Au beim Dornbusch in den 4 Morgen.............. daselbst ........... daselbst ......... auf die Marburger Straße und den Badenburger Fußpfad ............ am Badenburger Fußpfad........ 190,— 180,— 160,— Heb, 02594 Grüner Weg 15. zeigen in die Helmatzeitung, den Bießener Anzeiger den Gieß. Anz. sabeth Georgine Beysiegel/ Freiwillige zur Erntehilfe. Es melden sich auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Arbeiter, Angestellte und Beamte, die wahrend ihres Urlaubs sich als Erntehelfer zur Verfügung stellen. Die Arbeitsämter werden ihnen beschleunigt geeignete Stellen auf dem Lande nachweisen. Erntehelfer können Fahrpreisermäßigung in Anspruch nehmen, auch solche, die bei ihren Verwandten oder ^Bekannten auf dem Lande Erntehilfe leisten wollen. Sie müssen sich mit den Arbeitsämtern in Verbindung setzten. 104 103710 am Samstag, 3. August 1940 von 8- 9 Uhr Nr. 201- 250 von 9-10 Uhr Nr. 251- 300 öonl0-ll Uhr Nr. 301- 350 Schwere Explosionskalastrophe in USA. In einer Lack- und Farbstoffabrik in Camden im Staate New Jersey ereigneten sich eine Reihe heftiger Explosionen. In wenigen Minuten war die Fabrik in Flammen eingehüllt. Die Explosionen lösten eine Feuersbrunst aus, die nicht nut die siebenstöckige Werkanlage einäscherte, sondern auch weitere 56 Wohnhäuser und vier Geschäftsgebäude vernichtete. 65 weitere Wohnhäuser wurden beschädigt. Ueber 30 Löschzüge aus zahlreichen umliegenden Städten beteiligten sich an der Brandbekämpfung. Durch die Explosionen wurden im Umkreis von einer halben Meile alle Fensterscheiben zerstört. Erst nach zehnstündigen Bemühungen konnte der Brand, der durch die vielen Chemikalien immer wieder neue Nahrung fand, eingedämmt werden. Bisher mürben 4 5 Tote festgestellt. Die Zahl der Verletzten übersteigt 200. Der Sachschaden wird auf rund zwei Millionen Dollar geschätzt. Etwa tausend Menschen sind obdachlos geworden. Die Feuerwehren, die zum Teil aus Philadelphia und den umliegenden Ortschaften von Camden herbeigeeilt waren, hatten volle zehn Stunden unter Aufgebot aller Kräfte zu arbeiten, um den Brand zu löschen, der, weil er so schnell ousgebrochen war, bereits auf die umliegenden Wohnhäuser übergegriffen hatte. Ueber die Der Einheitswert (1.1. 1935) beträgt bezüglich der Grundstücke zu A. insgesamt: 6667,— RM., wovon 3520,—RM. auf die Wohnung entfallen, bezüglich der Grundstücke zu B. insgesamt 280,— RM., bezüglich der Grundstücke zu C. insgesamt 2300,— RM., der Grundstücke zu D. insgesamt 170,— RM., und bezüglich der Grundstücke zu E. 170,— RM. Tie Wirksamkeit von Geboten ist auf Grund der Grundstücksverkehrs. ! Bekanntmachung vom 26.1.1937 von der durch die Bieter im Ber- I steigerungstermin bei Gcbotsabgabe vorzulegcnden Genehmigung ab« | hängig, und zwar bezüglich der zu A. und B. bezeichneten Grundstücke durch den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen und bezüglich der zu C, D. und E. bezeichneten Grundstücke durch das Landratsaml Gießen. , . Es wird darauf hingewiesen, daß die Bietengenehmrgung rechtzeitig beantragt werden muß. Die Versteigerung erfolgt zwecks Aufhebung der Erbengemeinschaft gemäß §§ 180ff. ZVG. 3452D Gießen, den 22. Juli 1940. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Freib ankverkauf am Freitag, 2. August 1940 3459A von 8- 9 Uhr Nr. 1—50 von 9-10 Uhr Nr. 51—100 von 10-11 Uhr Nr. 101—150 von 11-12 Uhr Nr. 151—200 Emil Schmall Biergroßhandlung und Eisfabrik Sa. 18930,40 B. Grundbuch für Gießen, Band 38, Blatt 1890: Lichtspielhaus Täglich 4, 6, 8.15, Sonntags 3, 5.30, 8.15 Uhr 3450A SIEMENS PHONOPHOR Vielfausendfach bewährt. Elektrische Hörapparate mit reinster Sprachwiedergabe, für jeden Grad von Schwerhörigkeit. Unauffällig im Tragen. Neu: Knochen Seif ungshörer Fordern Sie Probelieferung und Druckschriften. - Auf Wunsch Teilzahlung. SIEMENS-REINIGER-WERKE AG. Ästrassem. In spannender Handlung voller phantastischer Geschehnisse schildert der Heinz-Hilbert-Film der Tobis die Geschichte des jungen Rafael von Valentin nach Motiven der Novelle von Balzac „Das Chagrinleder“. Hauptrollen: Olga Tschechowa Käthe Gold Hans Holt, Ewald Balser Neueste To bis-Wochenschau Keine Ursprungs- Verlobungs-Anzeigen Zeugnisse, | hei BrUhL schulstr.7 sondern nur Zeugnisabschriften dem werbungsfchretben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungSunter- lagen müssen zur Ber- Meldung von Verlusten auf der Rückseite Warnen und Anschrift des Bewerbers tragen I Kaufmann übernimmt per sofort Heimarbeit in schriftlichen Arbeiten aller Art, eventuell auch ganztägig. Schreibmaschine vorhandem Schriftliche Angebote u. 02599 an den Gießener Anzeiger erb. Zuverlässige Büvoansestellte mit guter Handschrift mögl.sof. gesucht. Handschrittl. Bewerb, mit Zeugnissen erbeten an Sch. Schwab Obst- u. Gemüse-Großhandlg. Gießen, Marburger Straße 44 Fernruf 2270 simD K. 34/39 Verb. m/K. 15. 28. 29. u. 33/39. Zwangsversteigerung. Am Mittwoch, dem 25. September 1940, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße 1, Zimmer 101, | Kaufgesuche"]! Gut erhaltener WWW für Personenkraftwagen (Opel 1,3) zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 3461Da.d.G.A. richten sich an die Bevölkerung der 1 Heimat! Kleinan- Aus aller Wett. Volksfchädling hingerichlel. Am 23. Juli 1940 find der in Süchteln geborene Josef Horst und der in Düsseldorf geborene Franz Schillings hingerichtet worden, die das Sonder- gericht in Düsseldorf als Dolksschädlinge zum Tode verurteilt hatte. Horst und Schillings, zwei vielfach vorbestrafte Gewohnheitsverbrecher, hatten unter Ausnutzung der Verdunkelung eine große Anzahl von Einbrüchsdiebstählen in Düsseldorfer Geschäftshäusern verübt, um mit den dadurch gewonnenen Mitteln ihrer Wettleidenschaft frönen zu können. Erste Begehung der Grollenkopf-Südwestwand. Zwei Mitgliedern der Bergsteigergruppe Kempten des Deutschen Alpenvereins, Fritz Strauß und Herbert Faber, ist die erste Begehung der Grottenkopf-Südwestwand gelungen. Die Wand zählt mit zu den schwersten Felsklettereien und hat schon viele Versuche abgeschlagen. Die Kletterzelt betrug fünf Stunden. Der mittlere Wandteil, etwa 140 Meter, ist äußerst schwierig. Die gesamte Wandhöhe beträgt 350 Meter. _____________________ war: Zuerst bis 1807 unter dänischer Herrschaft, dann wurde die Insel von den Engländern besetzt, die von hier aus durch einen intensiven Schmuggel die napoleonische Kontinentalsperre zu durchbrechen suchten. Im Jahre 1814 wurde die Insel formal von Dänemark an England abgetreten. Briefmarkensammler legen Wert auf den Besitz von Marken der englischen Postverwaltung in Helgoland, die die jugendliche Queen Viktoria (häufig in den Farben der Insel: grün-rot-weiß) zeigen. Für diese Briefmarkensammler ist die Ausgabe der deutschen Helgo- land-Jubiläums-Marken eine erwünschte Gelegenheit, ein sinnvolles Gegenstück zu den alten „Helgoland" zu erwerben. Or. Ho. Sa. 530,— E. Grundbuch für Großen-Buseck, Band XIV, Blatt 1195: 520,— 120,— 1200,— 450,— 375,— 750,— 450,— 600,— 450,— 500,— 320,— 5735,— Arbeitspferd k (oder Gespann) sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. an Firma q Saubere Stau (Fräulein) per sofort für angenehme Dauer- beschäftigung gesucht. (¥2« oder! ganztägig). 3462D Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A. Zuverlässige Frau oder Mdchen zum Ladenputz, u. f. Botengänge^ für halbe Tage' gesucht. 3460D Seltersweg 36 Laden. Tüchtiges MW mit guten Kochkenntnissen ge- gesucht. 3457 d Schwab, Marburger Straße 44 I. Ueber Naturschutz und Naturkunde Sttidt. Schlachthof, Gießen. Lit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo De^ühler Verlags. DerUn- --------------- Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler oas ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur smd Freunde guter Bucher HMImg. zum 1. 9. oder später gesucht. (2 Pers.). Kann dem Verm.einen sehr günstigen älteren Bausparvertrag (DBS Darinstadt) ab- treten. Schriftl. Angebote unter 02596 an den Gieß. Am. erb. Behörd.-Angest. sucht 3-Zimm.-Wolinong mit Küche evtl, sofort. Schriftl. Angebote unter 02602 an den 1 Gieß. Am. erbet. die auf den Namen der a) Weller, Elise, zu %, b) Weller, Otto, zu , c) Weller, Adolf I., zu %, alle in Wieseck, 34580 eingetragenen Grundstücke versteigert. Ursache des Brandes sind bisher noch keine Feststellungen getroffen. Schwere Lifenbahnkakasttophe in USA. Wie aus Akron (Ohio) gemeldet wird, wurden sämtliche 41 Fahrgäste eines Motor, t r i e b w a g e n s der Pennsyloanm-Elsenbahngeiell- schäft getötet, als der Wagen in einer Kurve der eingleisigen Strecke mit einem Güterzug zusammen st ieß. Die Benzintanks des Trieb- waaens explodierten bei dem Anprall und die Lokomotive des.Zuges schleifte das brennende Wrack des Triebwagens 200 Meter weiter, bevor sie dum Stillstand kam. Der Fahrer des Triebwagens und der Zugbegleiter konnten sich durch Abspringen retten, wurden allerdings schwer verletzt. Das Maschi- nenpersonal des Güterzuges kam mit leichteren Verletzungen davon. Das Unglück ist darauf zurückzu- führen, daß der Triebwagen aus ungeklärten Gründen nicht wie vorgesehen auf einem Ausweichgleis die Durchfahrt des Güterzuges abwartete. Hauptichristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauvtzchriflleiters: Ernst Blumschcin. Verantwortlich für Politir, Feullleton und BUder: Dr. Fr. 23. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludw,«Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleikr: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Vl.Nr.6. Sa. D. Grundbuch für Alten-Bufeck, Band XI, Blatt 837: Sa. C. Grundbuch für Rödgen, Band IV, Blatt 324: stammüaum ZSWeWki Schriftliche Angebote u. 02598 Die Nachkommen an den Gießener des in Wetzlar Anzeiger erbet, nm 16.9.1867on ter Cholera ver- 3ung. Chevaar Horben. Johann sucht per sofort Beysiegel werd. 2-Zimmer-WohD. ^kann Auskunft “ommen6 keines Sohn.Karl Ben- unt.V2S98anden sjegxlu.Töchtern Gietz. Anz. erbet. geben. Mittel- sofort od. später Klinikstraße 22II gesucht. bei Schöne Schriftl. Angeb. Gießen, Nachunter 02600 an kommen der Eli- Sidierer Mieter ruhige 4kopfige Familie, sucht z. .. 9. oder 1. 10. schöne 4-Zimmer* Wohnung mit allem Zubehör in gut. Lage. Angebote erbet, unter 3432D an den Gieß. Anz. Behörd.-Angest. sucht 4-Zimm.-Wohnung mit Küche evtl, sofort. Schriftl. Angebote unter 02601 and. Gieß. Anzeiger erbet. 372-4-Zinuner- Mmg gesucht. Schr. Ang. unt. 02586 a. d. G. A. Mm faser Nahe Seltersweg zu kaufen oder zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 3456D an den Gießener Anzeiger. Die Trauerfeier findet Samstag, den 3. August, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Gestern abend entschlief nach langem Leiden meine gute Frau, unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter u. Großmutter Frau Karoline Rüger, geb. Ritze In tiefer Trauer: Heinrich Rüger Dorothea Vetter, geb. Rüger Berthel Rüger Forstmeister Friedrich Vetter, z.z. in Polen Karlfried Vetter. w Flur Nr. Kulturart Gewann qm Betrag der Schätzung RM. 24 X 214 Acker...... auf dem Stein..... 3545 638,10 25 XI 24 Wiese ..... in den Hohlwiesen .. 1600 640,— 26 XIII 179 Acker...... in den Saulöchern 390,60 am Trieb ....... 1953 27 XV 188 Acker...... das große Aspenstück. 2621 655,25 28 XVI 227 Acker...... in der Hunsbach an 290,85 der alten Straße.. 1939 29 XVI 282 Acker...... am großen Kornacker 1435 358,75 30 I 551 Wiese ..... in der Sauerbrühe.. 867 130,05 31 V 159 Wiese ..... am Hammweg..... 890 356,— 33 XVI 308 Wiese (Baumstück). auf dem Weingarten 1039 207,80 obig d. Lustgarten 36 IV 60 Grabgarten. hinter den Zäunen .. 385 577,50 37 II 517 Bauplatz(a). unter dem Eichbaum. 509 1018,— 38 IX 133 Acker...... in den untersten Has- 421,75 eckern........... 1687 39 XIII 44 Acker ...... am Auenborn...... 1243 435,05 40 XIII 180 Acker...... in den Saulöchern 302,— am Trieb........ 1510 41 XV 17 Acker...... am Zollstock........ 1793 358,60 42 XVI 283 Acker...... am großen Kornacker 1536 384,— 44 VIII 97 Wiese ..... am langen Zaun ... 2243 897,20 45 XVI 219 Wiese ..... in der Hunsbach .... 1573 4 >1,90 46 II 387 Hofreite ... unter d. Reichelsberg 522 Grabgarten. 58 j1 9800,— 47 II 388 Grab garten. daselbst ........... 587 Grasgarten. 83 421,50 51 VI 7Vio Wiese..... vor dem Ursulum ... 1405 52 VI 2Vio Wiese ..... daselbst ........... 585 175,50 145 II 61 Wiese ..... in der Morickel..... 2155 147 I 357 Wiese..... im Rödger Brunnen. 616 148 I 587 Acker...... in der Lache........ 3626 149 III 70 Acker...... auf dem Forst...... 3564 150 III 144 Acker...... auf dem Bergacker .. 1236 1151 III 160 Wiese ..... auf dem Bergacker .. 2822 152 IV 102 Acker...... auf der Buche...... 1508 153 V 23 Acker...... im kleinen Feldchen . 2471 154 VI 91 Wiese..... im Uderborn.....v. 2187 155 VI 138 Acker...... im Dilcheskreuz .... 3353 156 VI 184 Wiese..... im Hegerich........ 1089 Nr. 180 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 1. Angnst 1940 Das Gauergebms der Heilkräuter-Sammlung. Oer Gauleiter sprach den besten Schulen seine Anerkennung aus. In einer kurzen Feierstunde im Adolf-Hitler- Haus wurden die Schulen des Gaues, die in der Heilkrauter-Sammlung 1939 die besten Ergebnisse aufweisen konnten, vom Gauleiter besonders ausgezeichnet und den Kreissachbearbeitern, die sich in dem Aufgabengebiet besonders hervorgetan haben, die Anerkennung ausgesprochen. Die Schulen, die als Auszeichnung ein mit Widmung versehenes Führer-Bild erhalten, sind die Volksschule Trösel i. Odw., Niederliebersbach und Unterflockenbach; die Goetheschule Gießen; die Volksschule Münster bei Butzbach; die Hebbel-Mädchenschule (Kreis Wiesbaden); die Oberschule für Jungen, Kreis Bingen; die Oberschule in Nidda und die Volksschulen Eckelshausen (Kreis Biedenkopf) unb Allendorf (Kreis Biedenkopf). Die Kreissachbearbeiter Dr. Schumann, Bensheim, Lehrer O ß w a l d , Bad-Nauheim, Studienrat Bayer, Bingen, Lehrer B ö v e r s e n , Eckelshausen, fanden für ihre erfolgreiche Arbeit besondere Anerkennung. Nach der Begrüßung des stellv. Leiters des Gauamtes für Volksgesundheit, Gauamtsleiter Dr. Zöckler, behandelte der Gauleiter das Interesse des Nationalsozialismus an der natürlichen Heilweise, das durch die Förderung des Stellvertreters des Führers besonders in Erscheinung getreten sei. Er verwies alsdann auf die Tatsache, daß ehedem ein großer Teil der Heilkräuter, so z. B. selbst Brennesseln und Hagebutten, aus dem Ausland importiert wurden. Die von der Partei angeordnete Sammlung von Heilkräutern hilft neben ihrem Dienst in der Volksgesundheit folglich auch dazu mit, unseren Devisenmarkt zu entlasten. Heber die Schaffung von Werten, die die Heilkräutersammlung erbringe, liege ihre Bedeutung jedoch vor allem in der Verbreitung der Kunde von der wohltuenden gesundheitsfördernden Wirkung der Heilkräuter. In großangelegter Breitenarbeit bekomme heute die Jugend damit Kenntnis von der Anwendung dieser uns von der Natur zur Verfügung gestellten Gesundheitsmittel. Nach der Auszeichnung der Schulen und Ehrung der Kreissachbearbeiter und nach einer besonderen Anerkennung, die der Gauleiter dem Gausachbearbeiter Dr. Ripperger aussprach, versicherte er, daß er der Aktion, die im Bewußtsein des Dienstes an der Volksgesundheit und damit des kostbaren Gutes unseres Volkes durchgeführt werde, auch weiterhin jede Förderung zuteil lassen werde. Die ausgezeichneten Schulen haben von Beginn der Aktion an durch ihren freiwilligen Einsatz nicht nur eine absolute Höhe des Sammelergebnisses erreicht, sondern durch die hervorragende Sauberkeit und peinliche Behandlung des Sammelgutes wirklich beste Arzneidrogengewinnung durchgeführt. Der Umstand, daß an der Aktion sowohl 12klassige Oberschulen, wie einklassige Dorfschulen beteiligt sind, wurde, wie die Liste der Ausgezeichneten beweist, selbstverständlich berücksichtigt. Neben den durch den Gauleiter geehrten Schulen werden weitere Schulen für ihren erfolgreichen Einsatz Diplome erhalten. Oas Ergebnis der Goetheschule Gießen. Nachstehend geben wir das Sammelergebnis der Goetheschule bekannt, für das die Schule nunmehr die Auszeichnung erhielt: 63,450 kg Hirtentäschel, 39,550 kg Schachtelhalm, 7,250 kg Holunderblüten, 6,850 kg Blüten und Stengel der Schafgarbe, 1 kg Blätter der Schafgarbe, 4,260 kg Kamillenblüten, 1,150 kg Taubnesselblüten, 1 kg Birkenblätter, 0,800 kg Löwenzahnblätter, 1,150 kg Spitzwegerichblätter, 235 kg Stengel und Blätter des Beifuß sowie 230 kg frische Hagebutten. Unsere Jugend im Gemeinschastsdienst. Ausgleichsdienst. Abiturienten (innen) mit Studiumabsicht müssen vor Beginn des Studiums den Reichsarbeitsdienst ableisten. Für die Abiturienten (innen) und Studenten (innen), die wehruntauglich (wehrdienstuntauglich) sind, hat der Reichserziehungsminister den „Ausgleichsdienst" eingeführt und mit der Durchführung die Reichsstudentenführung beauftragt. Die wehruntauglichen Abiturienten leisten den Ausgleichsdienst im Reichsluftschutzbund vor Beginn des Studiums. Der Ausgleichsdienst der Abiturientinnen wird bei der NSV. im Rahmen des Hilfswerks Mutter und Kind durchgeführt. Die Abiturientinnen, die nicht arbeitsdiensttauglich find, werden auf diese Weise im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit für die Aufgaben der Volksgemeinschaft eingesetzt. Der Ausgleichsdienst dauert wie der Reichsarbeitsdienst ein halbes Jahr. Pflichtjahr. Das „Pflichtjahr" ist eine Arbeitseinsatzmaßnahme. Nach der.Anordnung vom 23.12.1938 dürfen ledige weibliche Arbeitskräfte unter 25 Jahren, die bis zum 1. 3.1938 noch nicht als Arbeiterin oder Angestellte beschäftigt waren, von privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen als Arbeiterin oder Angestellte nur eingestellt werden, wenn sie mindestens 1 Jahr lang mit Zustimmung des Arbeitsamtes in der Land- oder Hauswirtschaft beschäftigt waren und dies vom Arbeitsamt im Arbeitsbuch förmlich bescheinigt ist. Das Pflichtjahr ist also eine Arbeitseinsatzmaßnahme für die weibliche Jugend mit dem Ziel, den Mangel an Kräften in der Hauswirtschaft und Landwirtschaft zu mindern und die Mädel hauswirtschaftlich zu ertüchtigen. Das Pftichtjahr stellt die Arbeit in der Familie, vor allem in der landwirtschaftlichen Familie, in den Vordergrund. Vom Lande stammende Mädchen müssen das Pflichtjahr auf dem Lande ableisten, während die Ableistung auf dem Lande für Mädchen aus der Stadt anzustreben ist. Die Ableistung ist Pflicht für alle, die als Arbeiterinnen od-er Angestellte in das Erwerbsleben eintreten. Bei Abschluß eines Lehrvertrages kann es unmittelbar nach der Lehrzeit abgeleistet werden. Arbeitsdienst, Landhilfe, Landdienst, ländl. Hausarbeitslehre und Haus- wirtschaftliches Jahr finden auf das Pflichtjahr Anrechnung. Das Landjahr wird bis zur Dauer eines halben Jahres auf das Pflichtjahr an gerechnet. Die Durchführung des Pflichtjahres obliegt den Arbeitsämtern, die mit den Dienststellen des Reichsnährstandes, des Deutschem Frauenwerkes und des BdM. eng zusammen arbeiten. hauswirtschaftliches Jahr. Für die Einführung des Hauswirtschaftlichen Jahres waren die Gesichtspunkte der Betreuung und beruflichen Ertüchtigung der weiblichen Jugend maßgebend. Die Ableistung des Hauswirtschaftlichen Jahres ist in der Form vorgesehen, daß tüchtige Hausfrauen schulentlassene Mädchen zum Anlernen ein Jahr zusätzlich in ihre Haushaltungen aufnehmen und sie die Grundlage der Hauswirtschaft und Kinderpflege lehren. Das Hauswirtschaftliche Jahr sichert in besonderem Maße die Betreuung und Erziehung des jungen Mädchens im Familienhaushalt. Es ist eine Einrichtung, die den Mangel an ausgebildeten hauswirtschaftlichen Kräften mindern hilft. Die Durchführung und Ueberwachung des Hauswirtschaftlichen Jahres obliegt den Arbeitsämtern gemeinsam mit der NS.-Frauenschaft (Deutsches Frauenwerk). Für den Einsatz im Hauswirtschaftlichen Jahr kommen in erster Linie schulentlassene Mädchen in Frage; deren Einsatz in bezahlten Anfängerstellen aus besonderen Gründen- nicht möglich ist oder nicht erwünscht erscheint. Das Pflichtjahr kann im Hauswirtschaftlichen Jahr abgeleistet werden. Aus der Stadt Gießen. Erntemonat August. Eins ist gewiß: mit dem Juli waren wir in diesem Jahre nicht sonderlich zufrieden. Seine traditionelle Hitze ließ er uns nur gelegentlich und andeutungsweise verspüren. Es tut uns nicht weh, wenn er von bannen gezogen ist. Dafür wenden sich seinem Nachfolger sogleich alle Sympathien zu, denn der August enttäuscht selten. Die Beständigkeit seines Charakters wird vielmehr häufig gerühmt, und in der Tat führt er gewöhnlich alles in feinem Gefolge, was sommerliche Pracht und sommerliches Glück bedeutet. Dafür ist er allerdings auch der letzte Sommermonat. Er reißt die leuchtenden Fahnen des Sommers noch einmal hoch, ehe sie vor den farbenprächtigen Bannern des Herbstes eingezogen werden müssen. Zugleich aber sorgt er auch für die Vorbedingungen, die das Hereinholen der Ernte ermöglichen. Denn er ist der Ernting unter den deutschen Monaten. Seine zündende Glut gibt dem Getreide die letzte Vollendung, das dann geschnitten und in die Scheunen gebracht werden muß. Die hohe Zeit des Jahres bringt deshalb für den Bauern notwenigerweise ein nimmermüdes Schaffen, das vielfach vom ersten Hahnenschrei bis in dW sinkende Nacht währt. Es ist eine harte Arbeit, die viel Schweiß erfordert, aber es ist auch eine 'Tätigkeit, die Befriedigung verheißt. Denn die (Erträ^niffe des Bodens, die jetzt einaebracht werden, sind der Lohn für die Sora en und Mühen des ganzen Jahres. Es ist dafür gesorgt, daß in diesem Jahre, wo der Ernte noch mehr Bedeutung zukommt als in allen anderen Jahren, dem deutschen Bauernvolk Hilfskräfte in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Weite Schichten der Bevölkerung tragen durch ihre Erntehilfe dazu bei, daß der für die gesamte großdeutsche Nation so wichtige Erntesegen in planvoller Weise geborgen werden kann. Inzwischen rückt der große Sonnenzeiger immer weiter. Die Zeit der hellen Nächte ist vorbei, und allmählich wird es spürbar, daß die Tage schon wieder im Ab nehmen begriffen sind. Aber in dem vollen Laub der Bäume reift das Obst, und an der Landstraße leuchtet das feurige Rot der Ebereschen. Es ist die schöne Zeit der sommerlichen Erfüllung, die ihren weiten Bogen gespannt, ehe der Herbst mit seinem letzten glutvollen Farbenrausch den Abgesang kündet. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Bal par6". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Die unheimlichen Wünsche". Oie ritterliche Haltung der Tlation. Zur 5. Haussammlung für das Deutsche Rote kreuz. Wie durch all die Monate hindurch, so sind auch heute die Gedanken an unsere Feldgrauen in uns lebendig. Diese Gedanken umfassen nicht nur die besonders Nahestehenden, Söhne und Väter, Verwandten und Freunde, wir fühlen uns allen, die im Einsatz für Deutschlands Ehre und Freiheit stehen, kameradschaftlich verbunden. Es drängt uns, dieses starke Gefühl durch die Tat auszudrücken, durch eine Tat, die Ausdruck soldatisch-ritterlicher Grundhaltung des deutschen Volkes ist. Das Opfer, das wir den Angehörigen der Wehrmacht im Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz barbringen, ist bie Ausführung bes Befehls, ben wir uns selbst geben. Wir wissen, baß ber einzelne nur geringes vermag, sowohl in ber Aufbringung ber gelblichen unb sonstigen materiellen Werte, wie in ber richtigen Steuerung ihres Einsatzes zum besten Erfolg. Heber uns steht bie Erkenntnis, baß bie Gemeinschafts- leiftung entscheidenb ist für bie Macht, Kraft unb ben endgültigen Sieg bes Großbeutschen Reiches. Wir werben am kommenden Samstag, 3., und Sonntag, 4. August, durch unsere Opfer bei der Haussammlung für das Kriegshilfswerk die Beschaffung von weiteren Mitteln ermöglichen, die das Deutsche Rote Kreuz zur Pflege und Betreuung unserer Soldaten braucht. Wir wollen dieses Opfer nicht zu klein bemessen, sondern alles geben, was wir nur irgendwie erübrigen können. Ein deutscher Mäzen. Zum 125. Geburtstag des Grafen Schack am 2. August. Das Leben des — 1876 in den Grafenstand erhobenen — Adolf Friedrich von Schack gehört zu denen, bei denen Urfprung und eigenes Streben seltsam gegeneinanderwirken und schließlich ein Ergebnis hervorbringen, das von beiden etwas enthält, als Ganzes aber ein durchaus Hnvorherge- sehenes darstellt. Schack ist in die deutsche Geistesgeschichte vor allem als Kunstmäzen eingegangen, mit feinem Namen verbindet die Nachwelt in erster Linie die Vorstellung jener köstlichen kleinen Galerie in München mit Perlen aus den Werken von Feuerbach, Böcklin, Schwind und ben vorzüglichen Kopien italienischer unb spanischer Meisterwerke von Lenbach. Schack selbst hat sich sein Leben lang vor allem als Dichter gefühlt, als Hebersetzer, Gelehrter, als Vermittler spanischer und orientalischer Poesie für Deutschland. Der mecklenburgische Junker aber, als ber er 1815 auf dem Gute Brüsewitz bei Schwerin zur Welt kam, schien weder für bas eine noch für bas anber bestimmt. Schacks Freunbin Hedwig Dragenborff, bie in seinem Elternhaus als Erzieherin seiner Schwester angestellt und die erste Beschützerin seiner Muse war, berichtet, wie ihr von ben Eltern Schack Vorwürfe gemacht würben, baß sie bie dichterischen Neigungen bes Knaben begünstigte. Von hinterwälblerischer Abgeschlossenheit war freilich biefes Elternhaus ebenfalls fern. Schacks Vater war Hofmann unb Diplomat. Er vertrat Mecklenburg beim Bunbestag unb nahm seinen Sohn mit nach Frankfurt, ber auf biefe Weise früh in Berührung mit ber großen Welt kam. Nach bem Stu- bium ber Rechte in Bonn unb Heidelberg trat Adolf Friebrich von Schack ebenfalls in ben diplomatischen Dienst feines Heimatlanbes. Aber biefe Tätigkeit fesselte ihn wenig. Früh zog es ihn zur Dichtung, unb auf Reisen suchte er Anregung. 1848 finden wir ihn als Legationssekretär am Bundestag. Dort regte sich bei ihm mächtig die Sehnsucht nach einem einigen und freien Deutschland, aber das Gerede in ber Paulskirche enttäuschte unb ernüchterte ihn rasch. 1852 nahm er endgültig seinen Abschied aus dem Staatsdienst. Sein großes Vermögen erlaubte ihm, sich fein Leben ganz nach feinem Gutdünken einzurichten. Er nutzte diese Freizeit zu weiten Reisen, die ihn bis tief in den Orient führten. Von den europäischen Ländern war Spanien das Land seiner Liebe, bem er auch bie meisten seiner wissenschaftlichen Arbeiten gewidmet hat. Schon 1845 waren seine großen Werke über die „Geschichte ber bramatischen Lite- tur unb Kunst in Spanien" unb bas „Spanische Theater", sowie Hebersetzungen aus ber spanischen bramatischen Dichtung erschienen. Später folgte bie „Poesie unb Kunst ber Araber in Spanien unb Sizilien" unb mit Geibel zusammen herausgegeben „Romanzero ber Spanier unb Portugiesen". Vom Arabischen kam er zum Persischen unb Jnbischen. Namentlich mürbe er ber Heberfetzer ber persischen Helbenbichtung bes Firdusi. Eine große Formge- wanbtheit erleichterte ihm bie Hebersetzungsarbeit, führte ihn aber auch zu nur äußerlicher Glätte unb ließ wirkliche Tiefe, Kraft unb Hrsprünglichkeit vermissen. Wenn auch bie künstlichen orientalischen Sprachformen über biefen Mangel noch hinweghalfen, so traten sie um so peinlicher an Schacks eigenen Dichtungen zutage, an seinem Drama „Timan- bra" ebenso wie an ben epischen Dichtungen „Lo- har" unb „Die Plejaben". ' Dieses ganze Leben war zu rastlos, zu angefullt mit einem kaleiboskopartigen Reichtum von Einbrücken, Landschaften, Gestalten, von Bildungsstoff und Kultursensationen, um wirklich in die Tiefe wachsen zu können. Schacks Reichtum erlaubte ihm, fast jedem auffeimenben Wunsch nachzugeben — ber größte Wunsch seines Lebens, als Dichter anerkannt zu werben, blieb unerfüllt. Dasjenige feiner Werke, bas heute für uns bas größte Interesse erweckt, ist seine Selbstbiographie „Ein halbes Jahrhunbert". Fast alle Größen seiner Zeit läßt er hier an uns vorüberziehen: König Friebrich Wilhelm IV. unb Alexanber v. Humbolbt, Hhlanb unb Rückert, Tieck unb Chamisso, Schopenhauer und Richard Wagner, den Bürgerkönig und seine Staatsmänner Guizot und Thiers, Chateaubriand und Dumas, Victor Hugo und Delacroix, Papst Pius IX. und Mazzim, vor allem natürlich den ganzen Münchener Dichterund Künstlerkreis. Schon 1855 hatte Schack auf Anregung des Königs Max feinen dauernden Wohnsitz in München aufgeschlagen, wo Gedon ihm in edlem Stil sein Haus erbaute. Hier entwickelte er allmählich das Mäzenatentum, bas feinen Namen ber Nachwelt aufbewahrt hat. Marees, Feuerbach, Böcklin gingen mit Aufträgen von ihm nach Rom, 1863 trat er Lenbach nahe, ber fein künstlerischer Berater blieb, ein in diesem Fall wichtiges unb notroenbiges Amt, ba Schack, wie wir aus seiner Kurzsichtigkeit, seinem manchmal befrembenben Verhalten ben von ihm gesicherten Künstlern gegenüber unb enblich auch aus Lenbachs Aussage schließen können, kein unmittelbar persönliches Verhältnis zur Kunst hatte. Schacks Verstänbnislosigkeit „seinen" Künstlern, namentlich bem unglücklichen Feuerbach gegenüber ist ihm aus Künstlerkreisen oft zum Vorwurf gemacht worben. Doch bas finb menschliche Hnzulänglichkeiten, bie bie Zeitgenossen bewegen, für bie Nachwelt aber versinken. Die „Schackgalerie", bie 1894 beim Tobe ihres Stifters nach feinen Bestimmungen an ben beutschen Kaiser fiel unb jetzt Staatsbesitz ist, ist eine Kulturleistung, für bie wir bem Begründer allen Dank schulden. C. K. Heimat. Don Hermann Hesse. Zwischen Bremen unb Neapel, zwischen Wien und Singapore habe ich manche hübsche Stadt gesehen, Städte am Meer und Städte hoch auf Bergen, und aus manchem Brunnen habe ich als Pilger einen Trunk getan, aus bem mir später bas süße Gift bes Heimwehs wurde. Die schönste Stadt von allen aber, die ich kenne, ist Calw an der Nagold, ei« kleines, altes, schwäbisches Schwarzwaldstädtchen. Wenn ich jetzt etwa wieder einmal nach Calw komme, bann gehe ich langsam vom Bahnhof hinabwärts, an der Kirche, am Abler und am Waldhorn vorbei und durch die Bischofttraße an der Nagold hin bis zum Weinsteg ober auch bis zum Brühl, bann über ben Fluß und durch die untere Ledergasse, durch eine der steilen Seitengassen zum Marktplatz hinauf, unter der Halle des Rachauses durch, an den zwei mächtigen alten Brunnen vorbei, tue auch einen Blick hinauf gegen die alten Gebäude der Lateinschule, höre im Garten des Kannenwirts die Hühner gackern, wende mich wieder abwärts, am Hirschen und Rößle vorüber, und bleibe dann lang auf der Brücke stehen. Das ist mir der liebste Platz im Städtchen, der Domplatz von Florenz ist mir nichts dagegen. Wenn ich nun von der schönen steinernen Brücke aus dem Fluß nachblicke, hinab und hinauf, bann sehe ich Häuser, von denen jch nicht weiß, wer in \ Achtung, Rückgeführte! Die bereits angefünbigfen Abschiedsabende für die Rückgeführten finden unter Mitwirkung der Volkstumsgruppe Leihgestern, Mitgliedern des Sladttheaters Gießen und eines Musikzuges wie folgt statt: Freitag, 2. August, 20.30 Uhr, für den Stadt- und Landkreis Gießen im Stadtthealer Gießen. Samstag, 3. August, 20.30 Uhr, für den Stadt- und Landkreis Friedberg im Kurhaus in Vad-Rau- heim. Alle Rückgeführten und ihre Quartiergeber sind herzlichst eingeladen. Backhaus, Kreisleiter. Frauenhilfsdienst. Im Deutschen Frauenwerk ist ein Frauenhilfs- bienft für Wohlfahrts- unb Krankenpflege eingerichtet. Dieser Frauenhilfsdienst beruht auf Freiwilligkeit. Er ist Ehrenbienst am deutschen Volke. Er hat die Ausgabe, den augenblicklichen Mangel an Kräften in den sozialen Frauenberufen auszugleichen und die Durchführung ber Maßnahmen bes nationalsozialistischen Staates auf bem Gebiet bes Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege zu ermöglichen. Der Frauenhilfsdienst wird zur Unterstützung der pflegerischen Kräfte in den Berufen der Schwestern, Kindergärtnerinnen, Jugendleiterinnen und Volkspflegerinnen eingesetzt. Ein Teil steht für diese Aufgaben im Kriegseinsatz. Die Verpflichtung im Frauenhilfsdienst erfolgt auf zwei Jahre. Während dieser Zeit wird Unterfunft, Verpflegung unb tägliches Taschengelb gewährt. Die halbjährige Ar- beitsbienstzeit wird auf den Frauenhilfsdienst voll angerechnet. Das Pftichtjahr kann durch den zw^- jährigen Frauenhilfsdienst abgeleistet werden. Die Angehörigen des Frauenhilfsdienstes können auf Antrag in bie ordentliche Ausbildung der pflegerischen Berufe übernommen werden. NS.-Frauenschast/Frauenwerk. Gießen-Ost. Die Sprechstunden fallen bis auf weiteres aus. Heil Hitler! Frau L. Hummel, Ortsfrauenschaftsleiterin. BOM.-Llntergau 116 Gießen. BDM.-Werk-Gruppe 2a/116. Heute, Donnerstag, 1. August, tritt die Gruppe um 20 Hhr an der Gummifabrik, Leihgesterner Weg 35, zur Heilkräutersammlung an. Mitzubringen sind Schere, Korb ober Tasche. Bei Regen finbet ber Dienst im Möserheim statt. Am Montag, 5. August, treten alle Schaftsführe- rinnen um 20 Hhr auf dem Hniversitätssportplatz zum Hnterführerinnen-Dreikampf an. Oer Urlaubsanspruch des Jugendlichen Es ist allgemeiner Grundsatz des Arbeitsrechts, daß derjenige Beschäftigte, der infolge seines Ausscheidens aus dem Betrieb den ihm noch zustehen- den Urlaub nicht in Gestalt bezahlter Freizeit erhalten kann, das entsprechende Urlaubs-entgelt verlangen kann. Dieser Grundsatz hat auch für das Urlaubstzecht der Jugendlichen nach § 21 JSchG. Geltung. Daher kann der Jugendliche bei einem Arbeitsplatzwechsel nicht darauf verwiesen werden, den zweiten Betriebsführer zur Gewährung bes noch ausstehenden Urlaubs anzuhalten. Vielmehr bleibt bem Jugendlichen trotz Beendigung des Arbeitsverhältnisses (abgesehen von § 21 Abs. a Satz 3 aaO.) ber Urlaubsanspruch bestehen und ist in Form der Urlaubsentgeltung zu verwirklichen. Allerdings können Umstände vorliegen, in denen das Verlangen des Jugendlichen auf Urlaubsabgeltung Ja, das ist vernünftige Allmählich on die Sonne gewöhnen und langsam bräunen. Mit Nivea-Cremel Wer aber unbedingt länger in der Sonne bleiben und schneller braun werden will, braucht Niveo-Ultra-Ol mit dem verstärkten Lichtschutz. ihnen wohnt. Unb wenn aus einem der Häuser ein hübsches Mädchen blickt (die es in Calw stets gegeben hat), dann weiß ich nicht, wie sie heißt. Aber vor dreißig Jahren, da saß hinter allen diesen Fenstern kein Mädchen und kein Mann, keine alte Frau, kein Hund und keine Katze, die ich nicht genau gekannt hätte. Heber die Brücke lief kein Wagen und trabte fein Gaul, von dem ich nicht wußte, wem er gehöre. Und so kannte ich alles, die vielen Schulbuben und ihre Spiele und Spottnamen, die Bäckerläden und ihre Ware, die Metzger und ihre Hunde, die Bäume und die Maikäfer und Vögel und Nester darauf, die Stachelbeersorten in den Gärten. Daher hat die Stadt Calw diese merkwürdige Schönheit. Zu beschreiben brauche ich sie nicht, das steht fast in allen Büchern, die ich geschrieben habe. Jch hätte sie nicht zu schreiben brauchen, wenn ich in diesem schönen Calw sitze« geblieben wäre. Das war mir nicht bestimmt. Aber wenn ich jetzt (wie es bis zum Krieg alle paar Jahre einmal geschah), wieder eine Viertelstunde auf der Brückenbrüstung sitze, über die ich als Knabe tausendmal meine Angelschnur hinab- hängen hatte, bann fühle ich tief und mit einer wunberlichen Ergriffenheit, wie schön und merkwürdig dieses Erlebnis für mich war: einmal eine Heimat gehabt zu haben! Einmal an einem kleinen Ort der Erde alle Häuser und ihre Fenster und alle Leute dahinter gekannt zu haben! Einmal an einen bestimmten Ort dieser Erde gebunden gewesen zu sein, wie der Baum mit Wurzeln und Leben an seinen Ort gebunden ist. Wenn ich ein Baum wäre, stünde ich noch dort. So aber kann ich nicht wünschen, das Gewesene zu erneuern. Ich tue das in meinem Träumen und Dichten zuweilen, ohne es in der Wirklichkeit tun zu wollen. Jetzt habe ich hie und da eine Nacht Heimweh nach Calw. Wohnte ich aber dort, so hätte ich jede Stunde des Tags und der Nacht Heimweh nach der schönen alten Zeit, die vor dreißig Jahren war, und die längst unter den Bogen der alten Brücke hinweg geronnen ist. Das wäre nicht gut! Schritte, die man getan hat, und Tode, die man gestorben ist, soll man nicht bereuen. Man darf nur zuweilen einen Blick dort hinein tun, durch die Ledergasse schlendern, eine Viertelstunde auf der Brücke stehen, sei es auch nur im Traum, und auch das nicht allzu ost. nach Ausscheiden aus dem Betrieb einen Verstoß gegen die jedem Beschäftigten obliegende Treupflicht enthält und daher eine unrichtige Rechtsausübung darftellt. Unter welchen Voraussetzungen das der Fall ist, ergibt sich aus den Umständen des Einzelfalles. Die bloße Tatsache, daß der Jugendliche nach der Gestaltung des Einzelfalles in der Lage ist, seinen Urlaub vom zweiten Vetriebsführer zu erhalten, kann jedenfalls nicht ausreichen, um derartiges zu begründen. Betriebsappell im Stadttheater. Im Einblick auf den Beginn der Vorarbeiten für die neue Spielzeit unseres Stadttheaters fand am heutigen Donnerstagvormittag auf der Bühne in schlichter Form ein Betriebsappell statt. Betriebsobmann Richter eröffnete den Appell mit einem Wort des Führers und forderte auf, sich der Einheit bewußt zu sein, die die Gefolgschaft des Stadttheaters bilden müsse, wenn sie ihre Mission erfüllen wolle. Anschließend hielt der Intendant Hans Walter Klein eine kurze Ansprache. Er begrüßte die Arbeitskameradinnen und -kameraden und überbrachte gleichzeitig die Grüße des Oberbürgermeisters R i t - ter. Der Intendant wies darauf hin, daß es ihm nicht darauf ankomme, große Worte zu machen, vielmehr bot er, alle Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit in den Dienst des Theaters zu stellen, Kameradschaft und Disziplin als oberstes Gesetz zu erachten. Er versprach seinerseits, allen Arbeitskameradinnen und -kameraden ein guter Kamerad zu sein und ihnen stets zur Seite zu stehen. Der 3ntem front betonte ferner, daß die Arbeit, die des Theaters und seiner Mitarbeiter harre, oft nicht leicht sein werde, jedermann aber solle sich dessen bewußt sein, daß es einem großen, herrlichen Werke zu dienen gelte: der deutschen Kunst! In seinen weiteren Worten forderte der Intendant auf, ihm alles Vertrauen entgegenzubringen, so wie auch er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern menschlich wie künstlerisch alles Vertrauen entgegenzubringen bereit sei. Der Leitspruch „Das Theater soll durch die Tat beweisen, was es zu leisten im Stande ist" solle anspornen und den Weg weisen für das gemeinsame Schaffen. Mit den Worten .Auch wir wollen Sieg auf unsere Fahnen schreiben" schloß Intendant Klein seine kurze, eindringliche Ansprache. Es sind dies: Oberspielleiter und Vertreter des Intendanten Büttner, Oberspielleiter für Operette Grüneke, Musikalischer Leiter und 1. Kapellmeister S ö l l n e r , Spielleiter des Schauspiels Geißler, Kapellmeister A p e 11, Spielleiter Bold, 1. Dramaturg Reuter, Ballettmeisterm T r ö m e l und Korrepetitor Galla. Gießener Wochenmarttpreise. ♦ Gießen, 1. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rps., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, neue, kg 7,2 Rpf., Wirsing 10, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 17, gelbe Rüben 10 bis 14 rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25, Romischkohl 10, Bohnen, grün, 16 bis 28, gelb, 22 bis 28, Erbsen 30, Tomaten 35 bis 50, Zwiebeln 14, Rhabarber 10 bis 12, Pilze 40 bis 60, Frühäpfel 35 bis 40, Falläpfel 8 bis 10, Birnen 31, Aprikosen 35 bis 45, Pfirsiche 45, Himbeeren 40 bis 50, Heidelbeeren 42, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 25, Pflaumen 24 bis 31, Zwetschen 31, Mirabellen 40 bis 45, Renekloden 35, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 15, Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. ** Mit dem Eisernen Kreuz aus- g e z e i ch n e t. Der Feldwebel in der ---Verfügungstruppe Erich S e y b aus Gießen wurde für Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Feldwebel Seyb, der bereits beim Vormarsch der Südarmee in Polen gegen den San mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet und damals verwundet wurde, war auch beim Angriff über Holland, Belgien und Nordfrankreich mit dabei. Bei dem Angriff auf die Weygand-Linie zeichnete er sich erneut aus und erhielt dafür das Eiserne Kreuz I. Klasse. Bei diesen Kämpfen wurde er zum zweitenmal verwundet. ** Telegraphendienst mit Luxemburg. Der öffentliche Telegraphendienst zwischen Deutschland und Luxemburg ist wieder zugelassen. Privattelegramme nach Luxemburg unterliegen denselben Bedingungen wie vor dem 10. Mai. Telegramme mit bezahlter Antwort — RP. — sind jedoch ausgeschlossen. ihr 65jähriges Bestehen feiern konnte. Die Feier selbst, so hob Kamerad Post hervor, konnte als wohlgelungen bezeichnet werden, da sich daran etwa 1500 Kameraden der Umgebung beteiligten. Hierauf berichtete Kamerad Launspach über den finanziellen Abschluß des Festes, der als gut bezeichnet werden konnte. Nach kurzer Aussprache über den Verlauf des vorjährigen Appells teilte der Karne- radschaftsfichrer mit, daß sich die hiesige Krieger- Kameradschaft am letzten Reichskriegertag in Kas. fei wiederum durch Entsendung einer Abordnung beteiligt hatte. Diese Tagung sei für die beteiligten Kameraden ein großes Ereignis gewesen. Die Jahresabrechnung für 1939, die Kassenwart Launspach bekanntgab, wurde in bester Ordnung befunden. Kamerad Gümbel berichtete kurz über die Bedeutung des Fechtwesens innerhalb der Kameradschaft. Eine besondere Ehrung wurde dem Kameraden Junker zuteil, dem für 50 jährige treue Mitgliedschaft das entsprechende Jubiläumsabzeichen durch den Kameradschaftsführer überreicht werden konnte. Nachdem noch einige Anordnungen der Kreiskriegerführung bekanntgegeben waren, schloß der Kameradschaftsführer den Appell. Kreis Alsfeld. Aus der engeren Heimat 9.31.-Sport daß er den Diebstahl ausgeführt hatte. Er war dabei ganz raffiniert zu Werke gegangen. Als er wußte, daß der Meister nicht in seiner Wohnung war, sandte er zu der Ehefrau einen Jungen und ließ rhr bestellen, daß sie sofort zu einer bekannten Fanuue kommen sollte. Als die Frau, die glaubte, es konnte etwas passiert sein, bestürzt davongeeilt war, erschien der Angeklagte, der einige Zeit zuvor einen Hausschlüssel entwendet hatte, öffnete die Wohnung und stahl aus einer unverschlossenen Kassette 200 RM., mit denen er Schulden bezahlte. Der rückfällige Täter wurde von der Strafkammer Frankfurt zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Auch die an der Hinterfront der Häuser liegenden Fenster müssen mit der gleichen Sorgfalt abgeblendet werden, wie die Fenster an der Vorderfront! sowie die Mordkommission in Frankfurt Mitteilungen entgegennehmen. Raffinierter Diebstahl. LPD. Frankfurt a. M., 30. Juli. Ein 30jähri- ger verheirateter Angeklagter hatte eine gute Stelle bei einem Handwerksmeister in Fechenheim gefum den. Eines Tages wurde er unter dem Verdacht des Rückfalldiebstahls verhaftet, weil er seinem Meister 200 RM. gestohlen haben sollte. Nach anfänglichem Leugnen gab der Verhaftete zu, abermals zur Führung eingeschossen. Das war den Gießenern zu viel. Drei Minuten später gab Fröhlich gut herein, und Kraft war es, der zum Ausgleich einlenkte. Hofmann hatte sich durchgespielt, doch dessen wuchtiger Schuß ging an die Latte. Kurz darauf wurde ein Stürmer im Strafraum festgehalten. Der fällige Elfmeter brachte die Füh- rung für die Stadtelf. Zehn Minuten vor Schluß wurde Hofmann gut bedient, und kurz entschlossen schoß er zum letzten Tore ein. Alle Versuche des Gegners, das / Ergebnis zu ändern, schlugen fehl, und verdient verlieh die Stadtelf als Sieger den Platz. • Gebiets- und Obergaumeisterschasten im Schwimmen. NSG. Am kommenden Sonntag finden in Darmstadt im „Großen Woog" die Gebiets- und Obergaumeisterschasten im Schwimmen, Wasserspringen und Wasserball statt. In den Kämpfen in den verschiedensten Disziplinen, welche um 10 Uhr beginnen, sind die Hiller-Jugend, das Deutsche Jungvolk, der BDM. und das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" beteiligt. Gestartet wird in zwei Leistungsklassen. Startberechtigt sind die Jungen und Mädel, die bei den Bann- und Untergau- Meisterschaften die vorgeschriebenen Mindestleistungen für die am Sonntag zum Austrag gelangenden Meisterschaften erreicht haben. 2)abei werden sich die herausschälen, die vermöge ihrer Leistungen würdig sind, das Gebiet und den Obergau Hessen- Nassau bei den Deutschen Jugend Meisterschaften zu vertreten. Kurze Gportnotizen. Unserem Bericht über die Beteiligung des Gießener Leichtathleten Dr. Luh bei dem Länderkampf Deutschland — Italien ist nachzutragen, daß Otto Luh seit seinem 14. Lebensjahr einem systematischen Training obliegt, bei dem er stets unter der Leitung von Sportlehrer Fischer stand. Im Zusammenhang damit sei bemerkt, daß Luh bereits im Jahre 1936 15,07 m und 1938 15,12 m im Kugelstoßen erreichte. Zahreshauptappell der Krieger- kameradschast Großen-Liudeu. gn Großen-Linden, 31.Juli. Die hiesige Krieger-Kameradschaft im NS.-Reichskriegerbund hielt bei Kamerad Weiß ihren Jahrehauptappell ab, der sehr gut besucht war. Kameradschaftsführer Post begrüßte die Kameraden und gedachte der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden Wenzel, Menges und Schäfer. Sodann wies er auf die gewaltigen Geschehnisse seit Kriegsausbruch hin und hob die außerordentlichen Leistungen unsrer jungen Wehrmacht hervor. Er gedachte hierbei besonders der im Felde stehenden Kameraden, denen er einen besonderen Gruß entbot. Ferner hob Kamerad Post die gewaltigen Leistungen der Heimat hervor und ermunterte die Kameraden zum letzten Einsatz auf dem ihnen zugewiesenen Platz. — Anschließend erstattete er Bericht über den am 25. und 26. Juni 1939 stattgefundenen Kamerad- schaftsappell, an dem gleichzeitig die Kameradschaft Stadtels Gießen - Kehnnacht Wehlar 5:3 (2:2). Leider waren nur wenige Unentwegte gekommen, die Zeuge eines rassigen Spieles wurden. Die Gießener Elf lieferte ein Spiel, wie man es lange nicht mehr gesehen hatte. Die Spieler wuchsen über sich selbst hinaus. Man sah wohl weniger technische Feinheiten, aber desto mehr Kampf und Härte. Die Wetzlarer haben etwas enttäuscht. Die Elf fand sich nie so recht zusammen. Einzig der bekannte Spieler Möbs war der Turm in der Schlacht. Die Gießener hatten zwei neue Spieler in der Mannschaft. Dadurch war die Mannschaft sehr verstärkt, vor allem wurde mehr geschossen. Die Gäste waren gleich im Bilde und griffen mit wuchtigen Vorstößen an. Schon nach 10 Minuten winkte ihnen der erste Erfolg. Goß konnte in der Bedrängnis nur den Ball mit der Hand ab wehren, den fälligen Elfmeter verwandelte Möbs sicher. Auf der Gegenseite wurden die Angriffe besser vorgetragen, eine klare Chance wurde durch Foul unterbunden^ den Freistoß konnte der Torwart nur aur Ecke ablenken. Diese wurde wieder zur Ecke abgelenkt, den gut hereinkommenden Schuß köpfte Möbs selbst unter die Latte. Dann folgte wieder ein schön angelegter Angriff, Funk hatte an Fröhlich schön vorgelegt, dessen Flanke erreichte Hofmann, und nach 26 Mi- nuten führte die Stadt 2:1. Vor der Pause machte Schlitz „Hand". Meder tarnen die Gäste durch Elfmeter zum Gleichstand. Wenig verheißungsvoll begann die zweite Spielhälfte. Die Gäste setzten alles auf eine Karte, um die Entscheidung zu erzwingen, aber die Hintermannschaft war wachsam. Langsam aber sicher schälte sich nun eine leichte Ueberlegenheit der Stadt- -eüf heraus, doch hier hatten die Stürmer mit ihren Schüssen viel Pech. Einen schönen Kopfball setzte der Mittelstürmer knapp neben das Tor, eine Ecke wurde nicht ausgewertet. Dann waren die Gäste wieder vor dem Tore der Gießener, hier zögerte einer der Verteidiger, und schon hatten die Gäste * Alsfeld, 31. Juli. In Anerkennung der langjährigen treuen Dienste wurde Forstrat Richard Schäfer von hier das goldene Treudienst-Ehren- zeichen für 40jährige Dienstzeit verliehen. Ein Oberheffe, Deutschlands ältester Ehrenbürgermeister. Lpd. Landau (Pfalz), 31. Juli. Hier feierte Deutschlands ältester Ehrenbürgermeister, Konrad Schlitt, Ehrenbürgermeister der Stadt Bergzabern, seinen 9 3. Geburtstag. Konrad Schlitt stammt aus Altenburg in Oberhessen. Seinen Wohnsitz hatte er seit 1876 in Bergzabern. Oer Ueberfall bei Schwickershausen. 1000 RM. Belohnung für Ergreifung des Täters. Lpd. Frankfurt a. M., 31. Juli. Der gefährliche Sexualoerbrecher, der in der Feldgemarkung Schwickershausen (Kreis Limburg) eine Frankfurter Büroangestellte überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt hat, konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt hat für die Ergreifung des Täters oder für Angaben und Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, eine Belohnung von 1000 RM. ausgesetzt. Es wird noch einmal daraus hingewiesen, daß in dieser Angelegenheit alle Polizei- und Gendarmeriedienststellen, Leichlachletik-Meisterschasten wie im Frieden. 622 Einzel- und 60 Staffel-Meldungen für Berlin. In diesen Tagen lief die Meldefrist für die Kriegsmeisterschaften der deutschen Leichtathleten ab, die am 10. und 11. August im Berliner Olympia- Stadion veranstaltet werden. Das Nennungsergebnis muß als hervorragend bezeichnet werden. Aus allen Bereichen einschließlich des Generalgouvernements nehmen die Spitzenkönner der Leichtathletik teil, insgesamt 618 Aktive. Für die Einzel-Wettbe- werbe der Männer wurden 443, für die Staffeln 46 Meldungen abgegeben. Bei den Frauen sind 179 Einzel- und 14 Staffelmeldungen getätigt worden. Die insgesamt 622 Einzel- und 60 Staffelmeldungen entfallen auf 215 Vereine. Don den Titelverteidigern fehlen nur ganz wenige bei den Männern. Es sind dies die beiden Hürden- Meifter, der verwundete Kumpmann und Oblt. Hölting, ferner in den Sprüngen der auf dem Felde der Eyre gebliebene Hochspringer Gehmert, im Weitsprung wegen Krankheit Lang und im Dreisprung Ziebe, im Diskuswerfen Meister Lampert, im Kugelstoßen Trivpe und in der 4X 100-Meter-Stafiel endlich die ----Gemeinschaft Stuttgart. Bei den Frauen • find alle vorjährigen Meisterinnen zur Stelle. Die Meldungen verteilen sich auf die einzelnen Wettbewerbe: Männer: 100 Meter 40; 200 Meter 30; 400 Meter 21; 800 Meter 37; 1500 Meter 27; 5000 Meter 29; 10 000 Meter 33; HO Meter Hürden 16; 400 Meter Hürden 27; 3000 Meter Hindernis 22; Weitsprung 32; Hochsprung 22; Stabhochsprung 19; Dreisprung 25; Diskus 14; Kugel 14; Speer 22; Hammer 13; 4X100 Meter 16; 4X400 Meter 13; 3X1000 Meter 17. Frauen: 100 Meter 40; 200 Meter 23; 80 Meter Hürden 23; Weitsprung 22; Hochsprung 19; Diskus 16; Kugel 18; Speer 18; 4X100 Meter 14. Die einzelnen Bereiche sind im Meldeergebnis wie folgt vertreten: Ostpreußen 21; Pommern 9; Berlin-Brandenburg 157; Schlesien 20; Sachsen 41; Mitte 56; Nordmark 38; Niedersachsen 54; Westfalen 13 Niederrhein 26; Mittelrhein 11; Hessen 19; Süd west 34; Baden 24; Württemberg 17; Bayern 43; Ostmark 21; Sudetenland 1; Danzig» Wsstprepßen 3; Warthegau 5; Generalgouvernement 5 Meldungen. Die schöne Melusine Roman Lon HanS Richter 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) In einem dichten Gebüsch, etwa in der Mitte des Hügels, glaubt Tilde große Feldsteine zu entdecken. Aber das zerstreute Licht äfft, und das Unterholz wehrt einer näheren Untersuchung. Wenn dieser anmaßende Jüngling noch da wäre, könnte man gemeinsam mit ihm den Versuch wagen. Man könnte den Dingen vielleicht auch mit Logik zu Leibe gehen. Männer haben mehr Ahnung und Wissen von Geschichte als Frauen. Frauen müssen praktische Dinge lernen. So zum Beispiel Briefe, die mit „Geehrter Herr" anfangen, zu schreiben. Reiserouten ausarbeiten, Pläne für Wochenendfahrten machen. Es ist nichts mit dem Robinsondasein, solange man von einer unerfüllten Pflicht bedrückt wird. Also beschließt Tilde, zuerst einmal ihre Arbeit zu erledigen. Durch eine Schlucht klettert sie wieder nach unten, läßt das Zelt stehen, verpackt alles darin, verknüpft und verknotet den Eingang, läßt das Boot zu Wasser, wirst Rock und Bluse hinein, damit sie bei den kommenden Besprechungen einen würdigen Eindruck machen kann, und stößt ab. Tilde steuert ihr „Lotteken" gerade der Sonne entgegen, und wieder will die Faulhett siegen. Sie möchte mitten im See die Arme sinken und sich und das Boot treiben lassen. Das Pflichtbewußtsein jedoch ist stärker. Die Fahrt wird fortgesetzt, das Mückenfließ passiert, und schon an dessen Ausfahrt macht sich Tilde mit Rock und Bluse stadtfein und legt endlich stolz und von der Wichtigkeit ihrer Aufgabe überzeugt, am Steg von Lüchow an. Auch das weiße Mütorboot ist noch da, em mit allen Schikanen ausgestattetes Kajütboot. Vorn am Steuerstand leuchtet blitzblank geputztes Messing. Aber das Boot ist herrenlos. Die großen Fenster sind zugezogen, die Pflicht hinten mit einer Persenning geschützt, und nur vorn räkelt sich ein Bootsmann in der Sonne. Tilde nickt ihm zu, ihr ,Lotteken" aber wird keines Blickes gewürdigt. Der Mann denkt auch gar nicht daran, ihr beim Anlegen behilflich zu sein. Ist auch durchaus nicht nötig! Selbst ist die Kajakfrau. Oben auf dem Schloß begegnet Tilde einem ©tu- benmäbel, das sie auf die Frage, ob sie den Besitzer sprechen könne, nur groß ansieht. „Jetzt?" fragt sie. „Warum denn nicht?" will Tilde wissen. „Is ja noch nicht mal neun, Frollein", sagt das Mädel. „Was wollen Sie denn?" „Das kann ich nur Ihrem Chef erzählen." „Na, dann warten Sie man noch ein Weilchen." Gäste scheint es in diesem verwunschenen Schloß nicht zu geben, wenn auch alles für sie vorbereitet ist. In der Nähe besehen ist das Haus nicht einmal so übel. An den Fenstern hängen nette Gardinen. Viele Zimmer haben Balkons, und von vorn auf der Terrasse stehen hübsche hellgelb gestrichene Möbel und bunte Schirme. Tilde rückt sich einen dieser Sessel in die Sonne und wartet. Endlich, nach einer halben Stunde etwa, erscheint der Besitzer. Ein Mann, der ebensogut Gast sein könnte. „Nun?" fragt er. Das ganze Gehabe ärgert Tilde. „Kann man eigentlich bei Ihnen wohnen?" fragt sie. Ein prüfender Blick mustert sie von oben bis unten. „Man kann schon." „Es handelt sich um einen Wochenendabschluß zu einem Pauschalpreis", sagt Tilde kurz und setzt mit ein paar Worten die ganze Lage auseinander. Der Mann ist etwas zugänglicher geworden und entschließt sich sogar, Tilde, die aufgestanden ist, mit einer Handbewegung wieder zum Sitzen einzuladen. „Wann soll denn das sein?" will er wissen. „Zum ersten Male diesen Sonnabend." Kopfschütteln. „Geht nicht, Fräulein. Wie sind Sie eigentlich hier hergekommen?" „Mit dem Faltboot, wenn Sie es ganz genau wissen wollen." „Ach so. Also, es geht nicht. Ich habe das„ganze Haus besetzt, aber vielleicht ein anderes Mal." . Tilde wäre nicht Tilde Roloff, wenn jetzt nicht ihre ganze Kratzbürstigkeit wieder Mage käme. „Wir haben auch noch andere Angebote", sagt sie, nickt mit dem Kopf und geht wieder zum Steg. Dort zieht sie, ohne sich um das verwunderte Gesicht des Bootsmannes zu kümmern, Rock und Bluse wieder aus, setzt sich in ihrem Paddeldreß hinein und stößt ab. Um die Mittagszeit landet sie am Ausfluß des Baches in der Nähe der Waldmühle. Tilde ist von der alten Mühle hell begeistert und findet den Hof so ländlich, wie sie ihn erwartet hat. Daß die Stallgebäude erneuerungsbedürftig sind, stört sie nicht. Ein Hund kläfft sie an, und Hühner und Gänse lärmen aufgeregt durcheinander. Sie hat sich Zeit genommen, und es mag um die Mittagszeit sein, als sie in der Mühle eintrifft. Zuerst begegnet ihr Vater Brümmer, der über den Hof latscht. „Na?" sagt er. „Ich möchte etwas essen." „Fikchen!" Fikchen erscheint in der Haustür. Sie ist lebhafter als ihr Bruder und nimmt die Sache in die Hand.. „Eier hätten wir da und Spargel und Schinken." „Also Eier und Spargel und Schinken." Fikchen bleibt, nachdem sie die Mahlzett aufgetragen hat, neben Tilde stehen und ist bereit, einen Schwatz zu machen. Sommergäste? Ja, ab und zu kämen welche, aber die Gegend sei abgelegen und die Anfahrt schlecht und außerdem — die Ferien hätten auch noch nicht begonnen. Als sie mit dem Essen fertig ist, rückt Tilde zu>m zweiten Male mit ihrem Plan heraus. Vater Brümmer hat zwar Bedenken, ein ganzer Autobus voll Menschen beunruhigt ihn sichtlich. Aber in Fikchen Brümmer erwachen ungeahnte Talente. „Kommen Sie mal mit", sagt sie, und schiebt ihren Bruder beiseite. „Das machen wir alleine", vertraut sie ihr an. „Friedrich is'n büschen schwerfällig und kriegt die Zähne nicht voneinander, wenn's nich zum Fressen is. Aber keine Bange, Frollein, die Leute solln sich bei uns schon wohlfühlen." Nachdem Tilde die Zimmer gesehen hat, vst auch sie davon überzeugt. Eyie halbe Stunde später ist sie mit Fikchen handelseinig. Am Sonnabend früh soll die genaue Besucherzahl noch telephonisch durchgesagt werden. Fikchen strahlt. „Ich habe schon lange zu Friedrich gesagt: Friedrich, hab ich gesagt, wir müssen nur mal entdeckt werden. Aber der immer — nö, nö, und genuschett und mit dem Kopp gewackelt. Wie son oller Mann nun eben is, Frollein! Aber wenn die Leute erst wissen, daß der Weg hierher gar nicht so schlecht is —" Tilde hat einen neuen Gedanken. „Wir bringen unsere Gäste überhaupt nicht auf dem Weg hierher, sondern von Utrin aus mit dem „Theodor" zu Wasser." „Is aber’n oller Klapperkasten, frer „Theodor", gibt Fikchen zu bedenken. „Lassen Sie nur, Fräulein Brümmer, Wasser ist Wasser, und wenn der Berliner sein Wasser hat, ist er glücklich." „Nur nich zum Trinken", betont Fikchen. Dann erwacht die Hausfrau in ihr. „Aber ich rede und rede, und dabei muß ich doch für Sie das Zimmer zurechtmachen. Sie bleiben doch bei uns?" Das wird abgelehnt. Tilde will auf die Runeninsel zurück, und ganz nebenbei fragt sie, ob Fikchen Brümmer vielleicht den Helfer von heute nacht kennt. Kann doch fein, fraß er auch in der Wald» mühle kauft, man kann das so nebenbei fallen lassen. Fikchen denkt nach. „Ziemlich groß, blond, ja? Und die Haare zurückgekämmt? Vielleicht ist es Heinz Deetjen, wie?" Ja, den Namen hätte er genannt, aber Namen allein bedeuten doch eben nichts. „Wenn Sie von Utrin gebürtig sind, sollten Sie doch die Deetjen kennen", sagte Fikchen vorwurfsvoll. „Deetjen vom Hallersdorfer Teerofen kennt doch jebes Kind." Jetzt geht Tilde eine ganze Festbeleuchtung auf. Hallersdorfer Teerofen — Hallersdorfer Töpfe mit dem D unten hat Mutter immer gekauft. Und Tante Malwine auch. „Ausgerechnet Töpfer", platzt sie heraus. „Sagen Sie das nicht, Fräulein", Fikchen Brümmer ist nun wirklich beleidigt. ,Hallersdorfer Teerofen ist die größte Fabrik im ganzen Kreis. An zweihundertfünfzig Arbeiter beschäftigt sie." „Und die Fabrik gehört ihm?" „Nein, feinem Vater. Ja, und das, was bet Sohn ist, der kommt so manchmal mit ran auf die Runeninsel. Soll ein netter junger Mann jein." „Kann ich gar nicht finden", sagt Tilde. (Fortsetzung folgt) f