(90. Jahrgang Nr. (55 GieWer Anzeiger Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustriere Gießener Familie-Matter HeimatimBild DieScholle Monats-Berugsvreis: Mit4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Druck und Verlag: wÄn&i'BÄ BrfiMWeHnioerfttätrtrMdmiB.CaMae General-Anzeiger für Oberhessen Giehen?§ch,lfiratze7-Y Montag, l-ZuliMo Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 me Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 o/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Der Führer am Mellum in Paris. H Hi I UM < - ■ ' - X Dieben Adolf Hitler (nach links) Prof. Speer und Prof. G i e s l e r, rechts Prof. B r e k e r. (Preffe-Hoffmann-M.) England räumt die Kanal-Inseln Stockholm, 29. Juni. (Europapreß.) Am 26. Juni gab das Londoner Kriegsministerium den militärischen Kommandostellen auf den Kanal-Inseln Jersey, Guernesey, Alderney, Sark unb.Herrn sowie von weiteren kleinen Inseln den Befehl, die sofortige „Demobilisierung" der Inseln in die Wege zu leiten, nachdem die gesamte französische Küste bis zur spanischen Grenze in deutsche Hände gefallen war. Es hätte nicht einmal der großen deutschen Langrohrgeschütze bedurft, um von der französischen Küste südwestlich von Cherbourg aus die Stellungen auf den Kanalinseln außer Aktion zu setzen. Knapp 45 Kilometer von der Küste entfernt liegt Jersey und kaum hundert Kilometer Guernesey. Auch in diesem Fall hat London es jetzt vorgezogen, den Grundsatz der „verteidigenden Kriegführung" anzuwenden; es zog die vorhandenen Streitkräfte kampflos zurück. Die British Broadcasting Corporation begründet den Schritt mit dem Hinweis, die Inseln seien jetzt unbedeutend geworden und strategischnichtmehrzuhal- t e n. Die Räumung der Kanalinseln, auch normannische Inseln genannt, bedeutet für London nicht nur einen Prestigeverlust; sie ist auch für die innerpolitische Stimmungsbildung ein Rückschlag, der offenbar dadurch ausgeglichen werden sollte, daß man in nicht weniger als vier Rundfunksendungen die Bedeutungslosigkeit des Schrittes verkündete. Tatsache ist jedoch, daß England damit eine Besitzung geräumt hat, über die es seit dem Jahre 1066 fast ununterbrochen und uneingeschränkt geherrscht hat. Im Jahre 983 wurde die Gruppe mit der Normandie vereinigt und ging 1066 mit ihr in englische Hände über. Die aus hunderttausend Köpfen bestehende Bevölkerung hat sich der englischen Herrschaft niemals ganz gebeugt. Sie ist gallisch-keltischen Ursprungs, und bis heute spricht man auf den Inseln ausschließlich französisch, das auch die Amtssprache war. Episoden, in denen englische Vergnügungsreisende als „feindliche Ausländer" betrachtet wurden, sind selbst in der englischen Literatur nicht selten. Die jetzt geräumten Inseln gehören mit zu den Nahrungsmittel-Erzeugerländern. Frühkartoffeln von Jersey und Guernesey bildeten seit jeher eine Delikatesse auf den Speisekarten der großen Londoner Hotels und Klubs. Die Viehzucht ergänzt die Landwirtschaft in fast vorbildlicher Weise, da das milde Klima gleichmäßig dem Ackerbau und der Viehzucht zugutekommt. Der Export von Tomaten ist ebenso groß wie der des Schlachtviehs oder der Kartoffeln. So versteht man auch die Hast, mit der die französisch - stämmige Bevölkerung in den Morgenstunden des 26. Juni aufgefordert wurde, ihr Vieh zusammenzutreiben, die vorhandenen Ernte- und Lebensmittelbestände zu verpacken, und sich mit ihnen in Fischkuttern, Motorbooten und kleinen Kanaldampfern nach England zu begeben. Fast triumphierend erklärte der Londoner Rundfunk in den Morgenstunden des 29. Juni, der Feind werde, wenn er übersetzen sollte, nur leere Weiden, abgestreifte Tomatenstauden, geplünderte Felder und geräumte Keller vorfinden. Nicht eine einzige Maschine sei mehr vorhanden. Kurzum, die Räumung sei vollständig durchgeführt worden, vollständiger als die von Dünkirchen. London befürchtete also die Landung deutscher Truppen auf den Kanalinseln. Knapp zehn Monate nach Beginn des englischen Krieges räumt England einen Boden, der von den Wellen umspült wird, die, wie es in einem alten englischen Lied heißt, von der englischen Flotte beherrscht werden. Die gleiche englische Flotte hat sich in diesen Tagen als unfähig erwiesen, von England regierten Boden zu verteidigen. Darin liegt der tiefere Sinn der in den Abendstunden des 28. Juni vom Londoner Innenministerium veröffentlichten Meldung: „In Anbetracht der Besetzung jener Teile Frankreichs durch die deutschen Truppen, die den anglo-normannischen Inseln am nächsten liegen, hat die Regierung die Demobilisierung dieser Inseln angeordnet. Alle bewaffneten Streitkräfte sind einschließlich des vorhandenen Kriegsmaterials zurückgezogen worden." Zusammenstöße zwischen französischen undenglischen Truppender Orientarmee Genf, 30. Juni. (DNB.) Die Zeitung „Petit Dauphinois" in Grenoble meldet: „Entsprechend den Waffenstillstandsverträgen erhielt General Mittel- Hauser von der französischen Regierung den Befehl, die französischen Kontingente der englisch-französischen Armee im Nahen Orient, die unter seinem Befehl stehen, zu demobilisieren. Englische Truppen versuchten, diese Demobilisierung zu stören. Dabei kam es zwischen französischen und englischen Soldaten zu schweren Zwischenfällen. Der französische Oberkommissar in Syrien, Puaux, protestierte energisch gegen die Absicht der englischen Regierung, der Ausführung der von der französischen Regierung gegebenen Anordnung Schwierigkeiten zu bereiten. Neue Schandtat der britischen Luftwaffe Berlin, 29. Juni. (DNB.) In der Nacht vom 26. zum 27. Juni wurden auf die I r r e n a n ft a 11 Eindhoven, Provinz Nord-Brabant, sieben Bomben abgeworfen, die bedeutenden Sachschaden anrichteten. Eine Schwester ist schwer verletzt worden, eine weitere Schwester und drei arme Kranke wurden leicht verletzt. Dieser Nachtangriff zeigt deutlich, daß die britischen Flieger ohne Rücksicht auf jede Menschlichkeit Vorgehen. Das große Ansehen der britischen Flieger, das sie bei der holländischen Bevölkerung besaßen, schwindet mehr und mehr, seitdem man auch dort erkannt hat, daß nur die Angst vor der deutschen Luftwaffe die R.A.F. bestimmt, ihre Bombenflüge in die Nacht zu verlegen. Der Führer besichtigte die Ma ginot-Linie Führerhauptquarlier, 30.3unL (DHB.) Der Führer besuchte am Sonntag vom Führerhauptquartier aus Mülhausen und das obere Elsaß. Bei dieser Gelegenheit besichtigte der Führer verschiedene schwere Panzerwerke der Maginot-Linie, die durch die neuen deutschen Waffen in kürzester Zeit kampfunfähig gemacht worden waren. Die erste Sitzung derWaffenstill- standskommission in Wiesbaden. Wiesbaden, 30.Juni. (DNB.) In Wiesbaden fand am Sonntagvormittag die erste Sitzung der deutschen Waffenstillstandskommission und der französischen Abordnung im Hotel „Nassauer H o f" statt. Um 11 Uhr traf der Führer der deutschen Delegation, General von Stülp nagel, mit seiner Begleitung ein. Kurz darauf kamen auch die Mitglieder der französischen Delegation, an ihrer Spitze der General der französischen Armee Hunt- Ziger. Dieser stellte General von Stülpnagel zunächst seine engsten Mitarbeiter vor, nämlich General der Luftwaffe Mouchard, Oberstleutnant Humbert und Kapitän z. S. T r a c o u, während General von Stülpnagel neben seiner persönlichen Begleitung die führenden Mitglieder der deutschen Abordnung vorstellte. Diese sind: Generalleutnant Mieth (Heer), Generalleutnant F ö r ft e r (Luftwaffe), Kapitän z. S. W e v e r (Marine), Oberst Huenermann (Rüstungsindustrie) und Oberstleutnant des Generalftabes Böhme (Oberkommando der Wehrmacht). An der großen Tafel in dem im zweiten Stock gelegenen Versammlungsraum nahmen dann ungefähr 40 Personen Platz, in der Mitte General von Stülpnagel, ihm gegenüber General Huntziger. General von Stülpnagel eröffnete die Sitzung mit folgenden Worten: „Ich erkläre hiermit die Verhandlungen der Waffenftillstandskommifsion für eröffnet. Die Waffenftillftandskommission dient der Durchführung der Bestimmungen, wie sie im Waf- fenstillftandsvertrag festgelegt worden sind. Sie hat ebenso die Uebereinftimmung mit den Bestimmunaen zu wahren, die sich aus dem -italienisch-französischen Waffenftillstandsvertrag ergeben." Nach diesen Worten traten die deutsche Waffenftillftandskommission und die französische Abordnung sofort in die sachlichen Verhandlungen ein. | Ztalo Balbo. Von unserem X G.-Korrejpondenien. Rom, im Juli 1940. Wer mit diesem Manne in Berührung kam, mußte ihn liebgewinnen. Es war nicht bloß der Nimbus des Kämpfers, den fein unbändiges Temperament, fein jede Gefahr verachtender Tatendrang, in zwei Jahrzehnten bis zu den höchsten Würden des fafchi- stifchen Staates emporgetragen hatte, es war viel Marschall Balbo. — (Scherl-Bilderdienst-M.) W ' ' . 'f Oaex* ’ M '<• a <"• Ess» y: ■ v. -wm* s -s • mehr die alle seine Handlungen, auch die alltäglichsten, durchdringende warme Menschlichkeit, die eine bezaubernde Wirkung auf feine Umgebung ausübte, alle, die sich ihm näherten, in den Bann seiner Persönlichkeit schlug und nicht mehr losließ. Selbst als „Exzellenz" war Balbo das geblieben, was er als zwanzigjähriger Student gewesen war: ein jeder vom Leben bargebotenen Freude aufgeschlossener Mensch, und aus dieser Fähigkeit zum kindlichen Freuen und zur jugendlichen Begeisterung schöpfte er auch noch als reifer Mann die Kraft zu den heroischen Leistungen, die feinen Namen in der ganzen Welt bekannt und zu einem Begriff gemacht haben, in dem sich Geist und Ideale des faschistifchen Italiens verkörperten. In allen politischen Nachschlagewerken finden sich die trockenen Daten, die wie Marksteine die erstaunliche Laufbahn Jtalo Balbos abstecken. Mit 19 Iah- Britische Hafenanlagen und Rüstungswerke bombardiert. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Führerhauptquartler, 30. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Frankreich und auf See keine besonderen Ereignisse. 3n der Rächt zum 30. 6. griffen deutsche Kampfflugzeuge Hafenanlagen und Rüstungs- werke in England und Schottland mit Bomben an. An vielen Stellen wurden Explosionen und Brände beobachtet, so besonders in den Häfen von E a r d i f f und Bristol, wo mehrere Tanklager in Flammen aufgingen. Flugplätze bei Lincoln, Rottingham und 5 o r f waren das Ziel weiterer erfolgreicher Luftangriffe. Britische Flugzeuge griffen bei Rächt in Rord- und Westdeutschland an mehreren Stellen nichtmilitärische Ziele mit Bomben an. Der angerichtete Sachschaden ist unbedeutend. In einer westdeutschen Stadt beschoß ein britisches Flugzeug die zum Löschen eines Hauses eingesetzte Feuerwehr mit Maschinengewehren. Bier feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Der Wehrmachtsberichl vom Samstag. Bombenangriffe auf Truppenansammlungen auf den brittischeipKanalinseln. Führerhauptquarkier, 29. Juni. (DRB.) Das OKW. gibt bekannt: 3n Frankreich keine besonderen Ereignisse. Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 38 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Ein weiteres Unterseeboot hat drei bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 11 000 BRT. versenkt. Wie an den Bortagen griffen Karnpfver- bände der Luftwaffe auch am 28. und in der Rächt zum 29. 3uni in Süd- und Mittel- England gelegene Rüstungswerke und Hafenanlagen mil sichtbarem Erfolg an. Besonders wirkungsvoll waren auch Bombenangriffe auf Truppenansammlungen und Begabungen auf den britischen Kanalinseln 3ersey und G u e r n s e y, wo in den Hafenanlagen große Brände und starke Explosionen beobachtet wurden. Britische Flugzeuge setzten ihre nächtlichen Einflüge über Belgien und Holland nach Rord- und Westdeutschland fort und warfen an verschiedenen Stellen Bomben ab. Diese richteten nur Sachschaden an W ohnhäusern an und verletzten einige Zivilpersonen. Bier der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschofsen, davon zwei durch Flakartillerie. Eigene Berluste sind nicht zu verzeichnen. ErfolgederttallenifchenLustwaffe Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Rom, 30. 3unL (DRB.) Der italienische Wehr- machlsbericht Hal folgenden Wortlaut: Bemerkenswerte Tätigkeit unserer Kolonnen an der Grenze der Eyrenaika; es wurden einige Punkte besetzt und Angriffe feindlicher motorisierter Berbänbe zurückgeschlagen. 3m Luftkampf wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschossen, einige Mitglieder der Besatzung wurden gefangen genommen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Während eines Fliegerangriffes auf den Flughafen von Tobruk, bei dem nur unbedeutender Schaden angerichtet worden ist, haben unsere sofort eingreifenden 3agdflieger zwei feindliche Flugzeuge a b g e s ch o s s e n; der Abschuß eines dritten Flugzeuges ist wahrscheinlich. Ein weiterer Luftangriff auf den Flughafen von M a f f a u a hat keinerlei Schaden verursacht; ein feindliches Flugzeug wurde von Flakgeschützen abgeschossen. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag. Rom, 29. 3uni. (DRB.) Der ilalienische Heeresbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: Eines unserer U-Boote hat mit einem Torpedo- und Artillerieangriff einen bewaffneten Dampfer von 10 000 BRT. aus einem Geleitzug heraus versenkt. 3n Rordafrika ist ein Lager südlich von Marsa Matruh mit größter Wirkung bombardiert worden, wobei Truppen unter Maschinengewehrfeuer genommen, Anlagen getroffen und etwa 20 Flugzeuge am Boden zerstört worden sind. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. ren zieht der Student der Sozialwissenschaft als Kriegsfreiwilliger bei den Alpenjägern ins Feld. Drei silberne Tapferkeitsmedaillen und die Beförderung zum Offizier zeigen, daß in dem Jüngling bereits die Eigenschaften erwacht sind, die ihn später zum Erfolg führen: Tatkraft, Unerschrockenheit, Todesverachtung. Kaum wieder nach Ferrara zurückgekehrt, übernimmt Balbo die Führung der faschistischen Bewegung in seiner Vaterstadt. Eine neue Gabe, seine glühende, mitreißende Beredsamkeit, enthüllt sich und trägt zum Anwachsen der Gefolgschaft des Duce nicht weniger bei als die blutigen Kämpfe, die gegen verblendete Gegner geführt werden müssen und in denen er sich den Beinamen „Pizzo di ferro“ (Eisenbart) erwirbt. Beim Marsch auf Rom gehört Balbo als einer der Quadrumvirn zu den engsten Mitarbeitern Mussolinis. Seine Verwegenheit trägt ihr Teil zum Gelingen des Unternehmens bei. Der Duce belohnt die Treue Basbos, indem er ihn sofort als Unterftaatsfekretär ins Wirtschaftsministerium beruft. Aber die große Stunde Balbos schlägt erst im Jahre 1926. Der Duce überträgt ihm die Aufgabe, die neue Luftwaffe Italiens zu schaffen. Irr acht Jahren, von 1926 bis 1934 legt Jtalo Balbo als Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium die Grundlagen einer Luftmacht, die selbst von den Feinden Italiens als eine der besten der Welt anerkannt wird. In dieser Zeit wird Balbo selbst mit Leib und Seele Flieger. Er organisiert die berühmten Geschwaderflüge, die das Aufsehen der Welt erregten: 1928 den Rundslug um das westliche Mittelmeer mit 61 Wasserflugzeugen, 1929 den Rundflug um das östliche Mittelmeer mit 36 Wasserflugzeugen und schließlich 1930 und 1933 die großen Geschwaderflüge nach Süd- und Nordamerika mit 12 bzw. 24 Apparaten. Im Jahre 1933 verleiht Mussolini ihm in Anerkennung seiner Verdienste den Titel eines Luftmarschalls von Italien. Zwei Jahre später geht Balbo als Generalgouver- neur nach Libyen. Er entwickelt dort kolonisatorische Fähigkeiten, die selbst die Fachmänner verblüffen. Sein kühner Geist und seine unermüdliche Tatkraft bewältigen Probleme, die vor ihm als unlösbar betrachtet wurden. Neuzeitliche, freundliche Städte, die Besiedlung des Landes mit Tausenden von italienischen Dauernfamilien werden in künftigen Jahrhunderten noch Zeugnis ablegen von der fast übermenschlichen Größe dieses Mannes, den ein unbegreifliches Geschick in der Blüte seiner Jahre mitten aus seinem Schaffen herausgerissen hat. Selbst diese knappen Angaben lassen erkennen, welche Fülle von Erleben und Vollbringen, von überschäumender Begeisterung, verschwenderischem Sichausgeben, ftoher Freude und tiefgefühlter Befriedigung sich in den zweieinhalb Jahrzehnten dieses so unendlich reichen Menschenlebens zusammendrängen. Diesem Manne war jeder Tag, der ihn vor neue Aufgaben stellte oder ihm das Gelingen in Angriff genommener Unternehmen brachte, ein Geschenk. Hatte er einige Jahrhunderte früher gelebt, so hätte er in den Kreis jener prächtigen, kraftstrotzenden, kriegerischen und zugleich kunstliebenden Renaissance-Menschen gepaßt, von denen einige ja auch in seiner Heimatstadt Ferrara zu Hause waren. Wie in ihnen, so lebte auch in dem Tatmenschen Balbo die Seele eines Dichters. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er am 29. Oktober 1938 vom Deck des Motorschiffes „Vulcania" aus die Parade jener Siedlerflotte abnahm, die aus dem Hafen von Genua in See ging, um 1800 Dauernfamilien an das vierte Ufer Italiens, die libysche Küste, zu tragen. Mit leuchtenden Augen, mit seinem berühmten strahlenden Lächeln, mit einer Handbewegung, mit der er das ganze weite Bild, „seine Flotte", umarmen zu wollen schien, rief der Marschall den ihn umgebenden Vertretern der Weltpresse zu: ,Zst das nicht schön?" Und als irgend jemand von der geschichtlichen Bedeutung dieses Augenblicks sprechen zu müssen glaubte, da unterbrach er ihn kurz und freudig: „Nein, schön wie ein Gedicht!" Wer von denen, die damals dabei sein durften, erinnerte sich beim Eintreffen der Nachricht vom Heldentod Balbos nicht jenes „Zuges der Zwanzig t a u f e n d", der den Marschall in der ganzen Größe seiner Persönlichkeit zeigte. In wenigen Monaten waren in einem bis dahin unbewohnten und unwirtlichen Gelände zahlreiche Musterdörfer mit Tausenden von Bauernhäusern, mit Rathäusern, Schulen, Krankenhäusern, Postanstalten, Kirchen und Märkten, mit Brunnen und Wasserleitungen aus dem Boden gestampft worden. 17 Dampfer brachten die Siedler, insgesamt 20 000 Menschen, von Italien hinüber in die neue Heimat. In den Ausschif- fungshäsen Tripolis und Benghasi standen 2000 Militärlastwagen bereit, um diese Siedler in die zum Teil Hunderte von Kilometer entfernten Dörfer zu befördern, wo schon alles für ihre Aufnahme vorbereitet war, und diese Riesenorganisation klappte dank dem persönlichen Einsatz des Marschalls reibungslos bis in die kleinsten Einzelheiten. Unter den Pressevertretern gab es damals nur ein Urteil über Marschall Balbo: ein ganzer Kerl! Unermüdlich war er um das Wohl der ihm anvertrauten Menschen bemüht. Er war der früheste der Frühaufsteher, und bis in die ersten Morgenstunden hinein sah man ihn im Kreise seiner Mitarbeiter. Wie oft raste er am späten Abend, wenn die Pressevertreter und seine Mitarbeiter zu wenigen Stunden des Schlafes erschöpft in die Betten sanken, mit seinem Kraftwagen Hunderte von Kilometern voraus oder zurück, um sich durch persönlichen Augenschein davon zu überzeugen, daß alle Räder der Organisation liefen, und stand dann bei Morgengrauen trotz der durchwachten Nacht ftisch und elastisch wieder vor uns, um uns zur Eile anzutreiben. Und bei all dem fand er noch Zeit zu liebenswürdigen Unterhaltungen, verlor nicht eine Sekunde lang seine frohe Laune und seinen bezwingenden Humor. Die Siedler verehrten Marschall Dalbo wie einen Vater. Man muß miterlebt haben, wie einfach und herzlich er mit den Bauern zu sprechen verstand, wie er sich-um alle ihre kleinen Sorgen und Nöte kümmerte, wie er ihnen Trost zusprach, wenn ihnen einmal nicht alles nach Wunsch ging. Aber auch wie er bei all dieser Menschlichkeit mit scharfem Blick und hartem Wort Nachlässigkeiten oder gar Pflichtvergessenheiten rügte und alle zur Arbeit und Pflichterfüllung ansporn te. Erholung von seiner anstrengenden Tätigkeit suchte Balbo von Zeit zu Zeit in der Oase Gha- dames, weit landeinwärts am Rande der Sahara dicht an der Grenze gegen Französisch-Nordafrika gelegen, ein verträumter Erdenwinkel, in dem die Zeit seit Jahrhunderten stillgestanden zu sein scheint. Eifersüchtig wachte Balbo darüber, daß diese Oase nicht durch allzu starken Fremdenverkehr ihrem Dornröschenschlaf entrissen werde. Hin und wieder wurden die Eingeborenen und die Garnisonen des Grenzpostens durch Propellergeräusch aus ihrer Ruhe aufgeschreckt: Balbo kam zu kurzem Besuch. Er verbrachte ein paar Tage in dem weltabgeschiedenen Frieden unter den leise rauschenden Palmen und dem überirdisch funkelnden Sternenhimmel dieser traumhaft schönen Oase, ging wohl auch auf die Antilopenjagd und kehrte dann wieder in die Burg zu Tripolis zu seiner Arbeit zurück. Fliegen bedeutete für Balbo Leben. Selten benutzte er ein anderes Verkehrsmittel als das Flugzeug, das er meist selbst steuerte. Nur so war es möglich, Haß es in dem ihm unterstellten weiten Gebiet keine Entfernungen mehr für ihn gab. Nicht selten hielt er am Vormittag eine Besprechung mit Derwaltungsbeamten oder Eingeborenen-Führern in Tripolis ab und wohnte bereits am Nachmittag in dem viele hundert Kilometer entfernten Benghasi einer anderen Konferenz bei. Den Weg von Tripolis nach Rom und umgekehrt legte er Hunderte Male im Flugzeug zurück. Nach den Witterungs- verhültnissen fragte er dabei nicht. Luft und Wetter waren ihm vertraut, und so entbehrt es nicht einer tragischen Größe, daß er gerade in der Luft sein Ende finden sollte. Er starb einen Tod, der seinem Werke Abschluß und Krönung ist, den er sich vielleicht in stiller Stunde selbst so und nicht anders gewünscht hat, herausgerissen aus seinem Leben, bevor es zum Niedergang neigte, aus seinem Schaffen, als er bereits den Enderfolg winken sah, gefallen in seiner ungebrochenen Manneskraft im Kampfe für fein Vaterland, dem seine ganze Person gehört hat, im Aether über jenem Stück Nord- afrika, das er aus einer Kolonie zu einer Provinz Italiens umgewandelt hat, mit jenem sorglosen Kinderlächeln auf den Lippen, das alle an ihm liebten. Der Fliegertod Marschall Balbos. Rom, 29. Juni. (Europapreß.) Line Sonber- meldung des italienischen Hauptquartiers bestätigt, daß am 28. Juni das von dem Luftmarschall Jtalo Dalbo während der Abwehr eines feindlichen Bombenangriffs geführte Flugzeug in Flammen geriet und a b ft ü r z t e. Balbo und sämtliche übrigen Insassen des Flugzeugs kamen ums Leben. Die Besatzung des Flugzeuges setzte sich zu- samen aus Major der Luftwaffe Ottavio Frai - lich, Hauptmann der Luftwaffe Gino Capan- nini, Funkerunteroffizier Giuseppe Bartl. An Bord des Flugzeuges befanden sich ferner aus dienstlichen Gründen Generalkonsul Lnrico Laretti, Sekretär des Fascio von Tripolis, Jnfanteriemajor der Reserve Claudio D r u n e l l i, Generaldirektor des Fremdenverkehrsverbandes Libyens in Tripolis, Artilleriehauptmann der Reserve Bello 2 u i - lici, Direktor des „Lorriere pabano“, Alpinileut- nanf bet Reserve Livio Balbo, Sekretär bes Fascio von Ferrara, enb Leutnant ber Luftwaffe der Reserve Gino F l o r i a. Zum Zeichen ber Trauer um ben verbienten Mitkämpfer Mussolinis würben alle Fahnen in Italien auf halbmast gesetzt. Der Duce hat befohlen, baß aus Anlaß bes Iliegertodes bes Luftmarschalls am 30. Juni und 1. Juli alle Staatsgebäude und Flugplätze die Flaggen auf halbmast sehen und die Fahnen der parteisihe mit Trauerflor umhüllt werden sollen. Die sterbliche Sülle Saldos nach Vengasi übergesühtt. Bengasi,!. Juli. (DNB.) In der Nacht zum Sonntag fft die Leiche des Luftmarschalls Balbo nach Bengasi übergeführt worden. Die Nachricht von seinem' Tode hatte sich schnell in Libyen verbreitet, die Bevölkerung strömte aus allen Ortschaften hin zu der Straße, über die der Leichenkondukt seinen Weg nehmen mußte. Die sterbliche Hülle des Quckdrumvirn und seiner mit ihm im Kampf gefallenen Kameraden wurde von einer doppelten Reihe eingeborener Reiter von Tobruk aus begleitet. Die an getretenen Truppen erwiesen dem Kämpfer die militärischen Ehren, die am Wege befindliche Bevölkerung verharrte in ehrfürchtigem Schweigen. Italiens Trauer. Rom, 30. Juni. (Europapreß.) In bewegten Le-itauffätzen preist die gesamte italienische Presse das Lebenswerk Jtalo Balbos, des großen Faschisten, Soldaten, Politikers, des unvergeßlichen Kolonisators Libyens und der Cyrenaika. Tiefe Erschütterung über den schmerzlichen Verlust der Nation tut sich in den Nachrufen kund, die dem guten Kameraden gewidmet sind, der in allen Lebenslagen menschliches Empfinden allem vorangestellt habe. Die Betonung gerade dieses Charakterzuges des verblichenen Marschalls ist das schönste Lorbeerreis, das das dankbare Volk auf den Sarg -des toten Helden und Menschenfreundes fegt „Auf dem Wege zum Sieg", schreibt das halbamtliche „Giornale d'Jtalia", „ist Balbo gefallen, während er sich mit dem von ihm gesteuerten Flugzeug mitten in den Kamps, wo die Gefahr am größten, hineingestürzt hat." „Wer aber kann sich diesen Soldaten und Führer des Faschismus, der aus Heldengedichten zu uns heruntergestiegen zu Jein schien und der aus dem Leben selbst ein Heldenepos gemacht hatte, tot vorstellen?" Die Erinnerung an den Luftmarschall wird leuchten wie sein Name: Jtalo. Er wird stets in der Erinnerung wei° terleben, weil er — der Quadrumvir der Revolution, der Luftmarschall, der begeisterte und ritterliche Soldat — in sich selbst die höchsten Tugenden des Faschismus verkörperte. Balbo war einer der Führer, die der Tod nicht hinwegnehmen kann, well man sie immer wieder in der vordersten Linie in der Stunde der Entscheidung spürt und wiedererlebt. Herzliche Anteilnahme des deutschen Volkes. Der Führer und Göring an den Duce. Führerhauplquarlier, 29. Juni. (DRV.) Der Führer hak zum Helbenkob bes Marschalls Valbo an ben Duce folgenbes Telegramm ge- richkek: „Duce! Soeben erreicht mich bie Nachricht von bem Fliegerlobe Ihres Marschalls Jtalo Valbo. Zu dem schweren Verlust, ber Sie, Duce, und mit Ihnen bas ganze italienische Volk getroffen Hal, spreche ich Ihnen meine tieffte Anteilnahme aus. An ber Bahre bes Marschalls wirb neben bem italienischen auch bas beulfche Volk in Trauer stehen. Balbos Taten für bas junge römische Impeickum werben auch bei uns unvergessen bleiben. Abolf Hiller." ♦ Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring richtete an den Duce folgendes Telegramm: Die Nachricht vom Heldentode meines Freundes Balbo hat mich aufs Tieffte erschüttert. Ich kann es kaum fassen, daß diese energiegefüllte strahlende Persönlichkeit nicht mehr an der Spitze seines so verantwortungsvollen Wirkungskreises steht. Die Persönlichkeit des ersten Luftmarschalls des Faschismus war für uns alle in dieser Zeit ein Garant des Sieges. In dieser für Italien so tragischen Stunde übersende ich Ihnen, Duce, mein und meiner Luftwaffe tiefftes Mitgefühl. Ihr Hermann Göring. Dem italienischen Armeegeneral Pricolo telegraphierte Generalfeldmarschall Göring: Unfaßbar ist uns allen die Nachricht vom Heldentode Ihres Luftmarschalls Balbo. Eine gewaltige, nicht auszufüllende Lücke ist aufgetan. Der Schöpfer der italienischen Luftwaffe, der Bezwinger des Atlantik, ist so, wie er lebte, auch a l s Held gefallen. Aber wir deutschen Kameraden wissen, daß sein vorwärtsstürmender, siegesbewußter Geist die italienische Luftwaffe erfüllen und beseelen wird, daß damit die italienische Luftwaffe im H e l d e n g e i st B a l b o s siegen wird. Ich selbst verliere einen treuen Freund, die deutsche Luftwaffe einen hervorragenden Kameraden. Wir senken in Trauer und Ehrfurcht die Fahnen vor dem großen Toten. Hermann Göring, Generalfeldmarschall. Meklionssahri Mffolims an die Alpensront. Mailand, 29. Juni. (Europapreß.) Mussolini begab sich am Freitag auf den Kleinen St. -Bernhard, wo er eine Besichtigung der Hochaebirgstruppen vornahm, die in diesem Abschnitt über 30 Kilometer in feindliches Gebiet vorgedrungen waren. Der Duce war vom Generalstabschef Marschall Badoglio, dem Unterstaatssekretär S o d d u und bem Armeekommandanten General Gu zzoni begleitet. Rechts und links der allmählich abfallenden Straße waren überall noch die Zeichen des zähen feindlichen Widerstandes zu sehen, Drahtverhaue, Schützengräben, Maschinengewehrnester und Artilleriestellungen. Weiter unten im Tal sind die Häuser von Bourg Saint Maurice. Gegenüber erhebt sich die Belledonne- Kette, in deren Felsen die Forts Courbaton, Fal- coniere und Voulnis eingebaut bzw. eingesprengt sind. Sechs Kilometer nach Ueberschreiten der Grenze wurde der Duce vom 12. Bataillon Schwarz- Hemden, das sich an der Seite der Artillerieabteilung Aosta tapfer geschlagen hat, mit erhobenem Dolch und lauter Stimme begrüßt. Der Duce sprach dem Kommandanten seine volle Anerkennung aus. Nach längerem Aufenthalt in den vorgeschobenen Linien begab er sich zum Aufenthaltsort oes Königs und Kaisers, mit dem er eine etwa einstündige Besprechung hatte. Am Samstagfrüh stattete der Duce den italienischen Truppen an der Westalpenfront und einem Lazarett in Turin einen längeren Besuch ab. Dann begab er sich mit seiner Begleitung nach dem MontCenis. In Villa Foccardo besichtigte der Duce Radfahrabteilungen, MG.- und Gebirgsartillerieformationen eines Bersaglieri-Regiments, in Piano San Nicolo eine Gruppe des 1. Artillerieregiments, das 59. Gebirgsartillerieregiment und andere Abteilungen, die auf dem Grande Croce aufgestellt waren. Bon hier begab sich Mussolini auf französ.i scher Gebiet. Ueberaü waren die Spuren der Kampfhandlungen deutlich sichtbar. Ganze Strecken der Straßen waren von dem gut- gezielten italienischen Artilleriefeuer zerstört. In Termignon begab sich der Duce bis zu den erreichten Vorpostenstellungen. Auf der Straße von Mo- baue erstreckt sich die vorderste italienische Linie bis zu den ersten Häusern dieser französischen Stadt. In U l z o traf der Duce auch mit dem italienischen Kronprinzen und Oberbefehlshaber der Armeegruppe West zusammen. In Moliere traf der Duce den Herzog von Pistoia, der die 7. Armee kommandiert. Don dort ging die Fahrt weiter zum Paß von Monginevro. Auf der Höhe liegt das französische Fort C hen a ' l e t, das von den italienischen Truppen gestürmt und erobert wurde. Ueberall wurde der Duce von den Truppen und der Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßt. _ Am Sonntag begab sich der Duce ins Roiatal. 3n Fontan verließ er den Wagen und begab sich auf einen steilen Militärsteig hinauf zu d en Vorposten. Er besichtigte die Stellungen und verfolgte an Hand einer Karte sowie der Erläuterungen Marschall Badoglios und des Unterstaatssekre- tärs im Kriegsministerium Soddu die einzelnen Phasen des Kampfes, ber sich hier abgespielt hat. Gegen Abend begab sich der Duce zu dem Flugplatz de Angelis, wo starke Kräfte des 1. Luftgeschwaders angetreten waren. Nach Ab- schreiten derFront unterhielt sich Musolini mit eini- gen wegen ihrer besonderen Verdienste ausgezeich- neten Fliegern. Als ber Geschwaderkommandant Die. Formationen wegtreten ließ, umringten die Flieger sofort den Duce und brachten ihm stürmische Huldigungen dar. Der Duce blieb noch einige Augenblicke unter den tapferen Männern der Luftwaffe. Englische Bombenabwürfe in der Schweiz. r-J® e Ln ' ^li. (Europapreß.) Dom schweizerischen Armeestab wird mitgeteilt: „Nach Fesfftellun- aen des Fliegerbeobachtunas- und Meldedienstes hatten in der ersten Morgenstunde des 30. Juni zwei fremde Flugzeuge den nördlichen Teil der Schweiz überflogen. Sie überflogen einzeln den Rhein, kreuzten in großer Höhe über der Nord- schweiz und verließen nach 1 Uhr die Schweiz in westlicher Richtung. Die Routen sind genau be- könnt. Um 1 Uhr früh wurden in d er Innen- schweiz Bomben abgeworfen. Festgestellt wurden acht Einschläge bei Weißenbach, Gemeinde Ober-Aegen, und vierzehn, vielleicht sechzehn Einschläge bei Altmett, Gemeinde Rvthenturm. Es handelt sich um englische Brandbomben mit teilweise neuesten Laborierdaten. Der angerichtete Schaden ist gering, da zahlreiche von den abgeworfenen Bomben Blindgänger waren. Schwere Zuchthausstrafe für die Nickman-Bande. Stockholm, 29. Juni. (DNB.) Die Sabotage- clique des Engländers Nickman wurde von dem Stockholmer Stadtgericht zu schweren Zuchthaus- Der äMWe SmüenkOf. Die Hattun die der j^nge, aber kluge und energische König Faruk von Ägypten gegenüber dem englischen Ansinnen, für Ai' diesen Krieg einzutreten, gezeigt hat. lenkt bie Blicke der Weltöffentlichkeit in oerftä ktem Maße auf dieses Land, das vom britischen Standpunkt aus g „die Wachfftube am Kanal zwischen Atlantischem und Indischem Ozean, der Brückenkopf aus der Landenge zwischen Asien und Afrika, das Außenwerk Indiens" ist--und nach englischer Auf- faffung auch nichts weiter zu sein hat. Wenn auch die englische Vormachfftellung im Nahen Osten zum erstenmal nach dem WeUkrieg durch die Verleihung der Mandate im Irak (formell 1932 aufgehoben), in Transjordanien und in Palästina, weiter durch die internationale Anerkennung des Protektorats über Aegypten (formell 1922 aufgehoben) eine völkerrechtliche Grundlage erhielt, so hatte sich England schon mehr als 100 Jahre v o r h e r dort eine Position geschaffen, die praktisch dieser Beherrschung gleichkam. Es konnte das um fo leichter tun, als der immer sichtbarer werdende Zerfall des osmanischen Reiches geradezu einlud, auf dem diplomatischen Schachbrett Siege zu erringen. Aber dieses Spiel war bewußt darauf abgestellt, unter dem Deckmantel der „Uneigennützigkeit" und des „Befchützertums" zwiefpälttg zu sein. Zunächst wurde zwar im Jahre 1807 das englische Expeditionskorps von ägyptischen Truppen unter dem Befehl des Gründers der heute noch in Kairo regierenden Dynastie, Mehemed Ali, mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Aber als die Meerengen in das Blickfeld der europäischen Politik ttaten und 1827 die Seeschlacht von Nava- rino, die die drei Großmächte England, Rußland und Frankreich der Türkei lieferten, für das Os- manenreich eine weitere Schwächung bedeutet hatte, die in weiteren russisch-türkischen Kriegen immer stärker wurde, als schließlich 1870 noch der Suez- fanal fertig wurde, war das Prinzip des „Di- vide et impera” schon so weit gediehen, daß England im Jahre 1882 „zum Schutz der Interessen der Gläubigermächte" Alexandrien bombardierte. Den „Interessen" wurde nach traditionell englischer Methode dadurch nachgeholfen, daß man dem Kreditbedürfnis des Khediven im weitesten Maße entaegenkam. Aegypten wurde von englischen Truppen besetzt, wobei die machtlose Türkei, die seit 1517 über Arabien herrschte, sich mit der Versicherung abfinden mußte, daß die Okkupation „nur bis zum Eintritt von Ruhe und Ordnung" dauern würde. Nun, nach englischer Auffassung ist dieser Zeit- vunkt bis zum heutigen Tage noch nicht eingetreten, denn England hat selbstverständlich an diesem einmal geschaffenen Zustand nichts mehr aeänbert. Es hatte auch nicht einen Augenblick diese Absicht, denn Aegypten ist, wie Bismarck einmal sagte, „der Nero im Genick, der Rückgrat und Hirn verbindet". Aegypten bedeutet für England und das englische Weltreich die letzte und größte Sicherung des Zusammenhalts, ganz abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung, die Aegypten als Baumwollieferant ein-' nimmt. So war es nach englischer Auffassung auch „folgerichtig" — ganz gleich, was man vorher versprochen hatte —, daß England nach dem Erwerb von 44 v. H. der Suez-Kanal-Aktien daran ging, zur weiteren „Sicherung" des Landes nach dem S u - strafen verurteilt. Aus dem Urteil geht hervor, daß Nickman von einem Repräsentanten einer fremden Macht Geld zu der Absicht entgegengenommen hatte, um den Krananlagen in Oxeslüsund Schaden zuzufügen und dadurch dem Erzexport Hindernisse in den Weg zu legen. Diese Sabotagehandlung sollte durch Behrich ausgeführt werden, der auch zweimal in Oxelösund war, jedoch diese Tat nicht ausführen konnte und auch Abstand nahm, ihn auszuführen. Danach haben Nickman und andere seiner Clique Oxelösund besucht, schließlich aber Auftrag erhalten, die Sabotage nicht auszuführen. Bessarabien. dSSR Budapest RUMÄNIEN Saloniki LD MW. Belgrad JUGO- 1 SLAVJEN Ploj&chti • < Bukarest bernpM ^duyk^yuälhpoh 38U*c —4___ - BULGARIEN' Sofia Nach der zwischen der Sowjetunion und Rumänien über die Rückgliederung der nördlichen Bukowina und Bessarabiens erzielten Einigung haben sich am 28. Juni sowjetrussische Truppen m Richtung der Städte Czernowitz, Kischinew und Akkerman in Bewegung gesetzt. (Scherl-Bilderdienst-M.) Rumänische Befrachtungen. ' 2?$uni- (Europapreß.) Der „Tim- fä^eibt zu den Ereignissen der letzten Tage: „Rumäniens militärische Kraft ist intakt. Die Maßnahme, die der König und der Generalstab getroffen Wen, beweist daß ber rumänische Entschluß un- bfJdS?hrt £!' dle Fnedensmission fortzusetzen und die Ordnung in diesem Sektor aufrechtzuerhalten." Eine kritischere Note schlägt der „Curentul" an. Er fpri$t von der Sinnlosigkeit eines mili- der vielleicht zwei oder drei Monate hätte dauern können, und sagt dann, daß ber 27. Juni das E r g e b n i s d e r z a u - * e n. * * u *r i t ä t s p o I i t i £ Rumäniens SL 3Ran zwar alle Verpflichtungen erfüllt, aber man habe es vermieden mit Macht und Entschlossenheit die auswärtige Politik ren obwohl es seit Oktober 1939 nxrr 9£roe^n Jei'rr ba& die rumänischen Interessen völlig den Interessen der Westmächte entgegengesetzt üebnhfh0» nur S* englische (Baran t i e gehabt die sehr freigiebig, aber auch ohne jeden ^^/..Segeben worben sei, da sie niemals funktioniert hatte. Jene Länder, die sich bar- ?nM?er Äffen^?tteiV £ätten ihr Vertrauen feuer be- j?hlt- Rumänien habe nicht zur rechten Zeit ben Sinn ber Ereignisse erkannt. Seine Anpassung sei zu spat gekommen. ■ Gasanzünder und Steine wieder elngetrotfen. Edgar BORRMANNS: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u. 4156 3093 A Geräumige S-Zinun.-Wohnung in freier Lage (Nordviertel) mit Zentralheizung,Veranda, Bad usw. zu Vermietern Schriftliche Angebote unter 02292 an den Gieß. Anzeiger. inen Anspruch Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet ehmen" mit dem >g< :ri MONDAMIN-jlnmmm mit ftischmFmchten oder l! Himbeersaft/ Glichen Bewegung in Anwachsen bi ORIr Erstaufführung | 3086C klaffte zwar zunächst zwisc breite Kluft, die aber mit tionalen Gedankens imm< der Weltkrieg ausbrach. Stunde gekommen, aber I n, war eine neue burcf) „löste", daß schloß, in dem es ' Aegyptens aner- : die „lebenwichtt- Suez-Kanal-Zone de. Und dann vor r Lerkehrslinien zu t)en überseeischen den, daß Aegypten „ britischen Vertreter ar allem das Recht, alle „sichern" und damit Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Nicolaus. e sich also wenig i2?r britische Gene- vx Befehlshaber der n, trennte England >(: die Besiedelung >j inb erzwang die j ppen. den Zusammen- Ein lustiges Wiener Volksstück in dem der Zufall seine Launen auf lustigste Weise an einer Menge verliebter Leute austobt und sie paarweise durcheinander würfelt, bis jeder seinem Glück in die Arme trudelt.. Reichsverbindungen, n tens gegen jeden äuß Schutz der Fremdenrc An dem tatsächlichen l geändert, im Gegentei ralgouverneur im S ägyptischen Armee en den Sudan von Aea dieses Gebietes durck Zurückziehung der öd1 Als im Herbst 19 amigen Roman von Nicola Rohn: as dramatische Schicksal dreier Menschen den irischen Freiheitskämpfen um 1920!“ Im der Tobis: aktuell wegen seines Themas, Kriminalfilm, sensationell in seiner Handln seinen menschlichen Konflikten, groß in und Ausstattung 1 pielleitung: Hf. W. Klmmich yßler, Werner Hlnzt Albert Florath ndorff, Herrn. Braun, Hilde Körber ägyptischen Hauptstadt neue, die Engländer bedrohende Anschläge zu lesen. Der englische Kommissar habe die ägyptischen Behörden für die Aufrechterhaltung der Ordnung verantwortlich gemacht. Die Garnison von Kairo sei durch kanadische Truppen, die aus dem Gebiet des Suezkanals herangezogen worden seien, verstärkt worden. «an denkt, Aegypten ^ngen zu lassen. Ji abspielt, wird der In, der zum völligen *5 im Nahen Orient le Prophezeiung sein, I in diesem Krieg die Politik erteilten wird, cher Münze, mit Be- ; aufrecht zu erhalten :igen Lage mehr als Bkn. »rch die Beteiligung laltung nach außen lacht wurden, so be- reignisse, vor allem tische Truppen und tatische Druck Eng- 1 Protektorat ge- ld) ausgeschieden, ortet des Wafd ayptischen Natio- llbschüttelung des Ziel lautete: Be- i, zunächst als he Oberschicht, TSCHECHOWA KaMudwig - DIEHL iFerdinand MARIAN Aegypten. Seit drei Tagen bestehe zwischen der Bevölkerung des Nildeltas und den englischen Truppen ein sehr gespanntes Verhältnis. Die blutigen Zusammenstöße häuften sich. Am Donnerstag sei ein englischer Offizier am hellen Tage auf offener Straße in Kairo ermordet worden. Jeden Morgen seien an den Häuserfronten der weisen doch gerabr die Besetzung Kaft der unvorstellbar! lands, daß (Engt|c zur wahren Selbig Was sich heutft* Schlußakt auf klärte England die „S das Land. Aegypten mal worden und aus dem tüt Als Zaglul Pascha gründete, jene Vereinigt nalisten, wurde der Kamt englischen Joches offenku Wir suchen für eine unserer Angestellten schön möbliert. Miner m. fl. Wasser, in nur gutem Hause, per sofort ob. später. Parfümerie Doll, Marktstr. 88. 3059OTel.3795 Mondamin gibt es aus die mit einem X bezeichneten Abschnitte der Reichs- brotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren Hauptrollen: Maria Ändergast - Wolf Albach-Retty Hilde Hildebrand - Hans Olden Olly Holzmann - Grethe Weiser Ralph Arthur Roberts • Anni Rosar eueste Ufa-Ton-Woche hnen über Deutschland! egsmarine im Nordmeer — Schlacht vonElsaß- traßburg - Metz - Verdun - Der Führer und eben - Der Tag von Compiögne. Beachten Sie dLe Anfangszeiten: Im 4.00, Wochenschau 5.30, Hauptfilm 6,20. 8,15. — Sonntags 8,00, 6,30, 8.30. SQ78A .Jtht hatte, nachdem versucht hatte, die 2 75 Meter unter der Maginot-Linie Mit der !t-Bahn von Panzerwerk zu Panzerwerk. (PK.) Ein nebelfeuchter Morgen dämmert über den lothringischen Wäldern herauf. Es ist 7 Uhr morgens. Eine Wagenkolonne fährt durch ein Dorf, um einige gesprengte Brücken herum, guerfeldein auf ein Waldstück zu und verschwindet darin. Dieser Wald verbirgt eines der schwersten Festungswerke der Maginotlinie. Aeußerlich ist nichts anderes zu erkennen als eine Reihe harmloser Schießstände und einige Betonbuden. Findet man aber die Pfade zwischen Drahtverhau unb Buschwerk, so steht man plötzlich vor schweren Betonklötzen, mächtigen Panzerwerken, die hier zu einer der größten Werkgruppen der ganzen Maginotlinie vereinigt finb< Unter Führung französischer Offiziere geht es in das Panzerwerk hinein. Zunächst durch eine dicke Stahltür, über eine verschiebbare Bodenplatte und wieder durch eine dicke Stahltür, ebenfalls mit MG.-Schießscharten versehen. Nun eine Strecke an Sprengkammern vorbei, die dazu bestimmt waren, chend seinen GrunM Etappe erreicht, bif es 1936 einen neu£ wieder die „volle kannte, Aegypten FJ gen Interessen" Elf anerkennen mußte.« Q Aegyptens an deijA hin scheinbar 3u9t'J Rücksicht auf den ihm bekannten Stuka-Angriff hat er sich bis in die allernächste Nähe an die Festungsmauer herangearbeitet. Sein weiteres blitzschnelles Handeln zwang den Feind zur Uebergabe. Oberleutnant Voigt hat durch sein unerhört kühnes Vor- gehen der Truppe weitere Verluste erspart. — Feldwebel Re i n e f a r t h hatte die Aufgabe, die Stellung einer französischen Batterie zu erkunden, die den deutschen Angriff aufhielt. Er begab sich mit seinem Zug weit ausholend in die Gegend, aus der die Batterie feuerte und hatte sich hierbei viele Kilometer von seiner Truppe entfernt. Beim wei- teren Vorgehen auf die feuernde Batterie sah er sie m dmr unübersichtlichen Gelände plötzlich auf etwa 200 Meter vor sich. Er faßte sofort den Entschluß, die Batterie zu erobern, brachte zwei Paks und ein ^MG. gewandt m Stellung und eröffnete schlagartig bas Feuer. Darauf ergaben sich die völlig überraschten Franzosen. 1 ' Das Ritterkreuz für den Führer eines Kampfgeschwaders. 3?'?uni- °- türkischen Teilung des na- ierschwand. Als llegypten feine 18.12.1914 er» 'schäft" über Berlin, 30. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: General der Infanterie Geyer, Oberstleutnant Raegener, Oberstleutnant Rodt, Oberleutnant Voigt und Feldwebel R e i n e f a r t h. Rom, 30. m - . Ha" berichtet Uber ein rteibigung Aegyp- ' \", schließlich „den dlletzt den Sudan. | Vermietungen | 3-Zimmer- Wohnung mit Etagenheiz. in gut. Lage der Innenstadt/ sofort oder per 15. Juli zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 3081Da.d.G.A. 2 ineinandergeh. leere bmiir an Einzelperson sofort zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 02291 a.d.G.A. Verlust des engu führt. Es dürfte!' wenn man sagt,ft Quittung für eißj die jahrhundertstl trug und Verrats suchte, die angd^l prekär geroorbe/ I Gut möOmniet an Herrn zu vermieten. [02293 Hindenb.-Wall7,V.p. | Mietgesuche~| Zwei einzelne Zimmer mögt mit Verpflegung baldigst gesucht. Schriftl. Angebote unter 3082D an den Gieß. Anzeiger. General der Infanterie Geyer hat sich seit Beginn der Offensive im Westen als hervorragend tapferer Führer seines Korps erwiesen. Das persönliche Eingreifen des Generals in den vordersten Linien seiner Divisionen hat zu ben vielen großen taktischen Erfolgen seines Armeekorps geführt unb auch wesentlich zur Eroberung Dünkirchens beigetragen. — Oberstleutnant R a ege ner hat mit feinem Infanterieregiment bei Antwerpen unter rücksichtslosem Einsatz seiner Person im feindlichen Feuer burch tatkräftiges, selbständiges Handeln Hervorragendes geleistet. Seinem unaufhaltsamen Vorwärtsdrängen ist es zu verdanken, daß Befestigung unb Stadt Antwerpen schnell in deutsche Hand fielen. — Oberstleutnant Rodt hat mit seiner Aufklärungsabteilung in den Kämpfen vom 10. Mai bis 4. Juni bei zahlreichen Fluß- unb Kanalübergängen außerordentliche Erfolge durch selbständiges Handeln erzielt. So gelang es, in Gent die Belgier so zu überrumpeln, daß sie ben Widerstand aufgaben. Mit nur 40 Mann wurde Gent in Schach gehalten, etwa 5000 Mann Gefangene wurden gemacht. Durch das energische Zupacken der Abteilung nach Erreichen von Dixmuiden und beim Uebergang über die Yser wurde den nachfolgenden Korps der Kanalabschnitt geöffnet und die Möglichkeit gegeben, auf Fournes weiter vorzudringen, " ^eutung für die — Oberleutnant den Eingang völlig zuzusprengen, falls der Gegner doch einmal selbst durch die zweite Stahltür eingedrungen sein sollte. Von ferne hort man das leise Surren der Motoren, die die ganze Anlage mit elektrischem Licht versorgen. Wir stehen vor einer Gruppe von Fahrstühlen, rechts langsame, schwere Lastenfahrstühle, daneben kleine Munitionsfahrstühle und rings ein geräumiger schneller Personenzug. 75 Meter geht es hinab in die Tiefe. Hier unten tut sich ein Netz von kilometerlangen Gängen auf, durch elektrische Lampen erleuchtet. Eine elektrische Schnellbahn mit Mannschafts- unb Gerätewagen steht zur Abfahiff bereit. Im 40-Kilometer-Tempo geht es von Panzerwerk zu Panzerwerk. Immer wieder heißt es umsteigen vom Zug in den Fahrstuhl, der uns in die Panzerkuppeln bringt. Drei oder vier von diesen aus mächtigen Betonklötzen herausragenden Stahlkuppeln gehören jeweils zu einem Werk. Die was von ausschlaggebender Bedeutun. Kämpfe bei Dünkirchen wurde. • _______________ Voigt hat der Division durch fein überaus tapferes Verhalten ben Weg in bie zäh verteidigte Feste Bergues — den Schlüffelpunkt des Verteidigungsringes um Dünkirchen — geöffnet. Ohne Hauptkuppel enthält die beiden Schnellfeuerkanonen, und zwar nicht nur vom Kaliber 7,5, sondern auch vom Kaliber 10,5, ja sogar 13,5. Neben der Hauptkuppel bie Kuppeln mit ben Zwillingsmaschinengewehren und bie Beobachtungskuppeln, aus denen kleine Sehrohre emporragen, falls es einmal not- wendig gewesen sein sollte, die Sehschlitze, die wiederum Scherenfernrohre enthalten, zu schließen. „Und nun führen Sie uns bitte die indirekte G e s ch ü tz e i n st e l l u n g vor." Die deutschen lieber» nahmeoffiziere sind zum Erstaunen der Franzosen selbst über technische Einzelheiten gut unterrichtet. Das Geschütz in der Danzerkuppel wird von Dem zehn Meter tiefer als bas Rohr sitzenden Kanonier indirekt gerichtet. Er erhält vorn Beobachter lediglich die Richtwerte angegeben und stellt danach von unten her das Geschütz ein, ohne ben Gegner, ben das Geschütz in direktem Schuß „snspricht", zu sehen. Unb von der Zielgenauigkeit dieser Anlage haben unsere Soldaten manche Kostprobe erhalten. Im Hauptwerk sind ständig 400 Mann, in den Nebenwerken, die nicht alle unterirdisch mit dem Hauptwerk verbunden sind, weitere 250 Mann. Das Hauptwerk verfügt über Schnellfeuerkanonen ver- schiedner Kaliber, schwere Doppel-Maschinengewehre und an den Scharten leichte Maschinengewehre. In dem geräumigen, durch kilometerlange Tunnel von den Panzerwerken getrennte Munitionshauptlagern liegen noch große Mengen MG.- unb Artilleriemunition. Außer den acht untereinander verbundenen Kampfblocks umfaßt das Werk noch, ebenfalls in 75 Meter Tiefe, große Kasernenanlagen, ein elektrisches Kraftwerk für die Fahrstühle, die L i ch t a nl a g e, bie V e n ti I a t i o n unb bie Bahnen. Werkstätten ermöglichen das Beseitigen von Schäden. Für jedes MG. und Geschütz in den Panzerkuppeln lagert unten ein Ersatzrohr. Verschiedene Scharten sind so eingerichtet, daß das MG. rasch beiseite geschoben unb ein Schnellfeuergeschütz in die Scharte eingefahren werben kann. Die Luft ist ttotz ber Lüftungsanlagen feucht unb ftidi g. Der Boden in fast allen Räumen ist glitschig, vor allem in den Mannschaftsräumen und Kasernen. Sttohsäcke, Decken, alles ist feucht unb kalt. Seit zehn Monaten saßen die Mannschaften hier in dieser Werkgruppe. Es gab keine Ablösung. Der Kreis ber Mannschaften, bie diese Anlagen beherrschen, sollte möglichst fleip gehalten werben. Fachmännisch besehen sich unsere Pionieroffiziere das Werk. Sie überlegen, wie sie bie Anlage gestürmt hätten. Sie außer Gefecht zu setzen, wäre durchaus nicht, unmöglich gewesen. Den Beweis hat Bekanntmachungen. 6 Eier vom 2. bis 20. Iuli. 3090V Als erste und zweite Rate werden auf den Ab- schnitt a der gültigen Reichseierkarte in der Zeit vom 2. bis 13. Juli und auf den Abschnitt b in der •Seit vom 10. bis 20. Juli je 3 Eier ausgegeben. Der Aufruf von 6 Eiern erfolgt deshalb, um einem Verderb der während der heißen Jahreszeit leicht auftre- tenöen sogenannten schwachen Partien vorzubeugen. Verwendung der bei polnischen Arbeitern einbehaltenen Lohn- und Gehaltsteile. Line Anordnung des Reichstreuhänders der Arbeit. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat am 28. Juni 1940 eine An- ordnung erlassen, die die Verwendung der bei polnischen Arbeitern einbehaltenen Lohn- und Gehalts- teile regelt. Danach sind die nach § 1 der Anordnung über die Entlohnung von Arbeitern und Angestellten polnischer Volkstumszugehörigkeit vom 17. Mai 1940 einbehaltenen Lohn- und Gehaltsteile polnischer Arbeiter und Angestellten für die Zeit vom 1. bis 15. eines jeden Kalendermonats bis zum 20. dieses Kalendermonats und für die Zeit vom 16. bis Schluß eines Kalendermonats bis zum 5. des folgenden Kalendermonats bei der Kaffe des Finanzamts der Betriebsstätte einzuzahlen. Die in der zu- rückliegenden Zeit bereits angefallenen Beträge müssen bis spätestens 1. August 1940 an die Kasse des zuständigen Finanzamts abgeführt werden. Nichtbefolgung dieser Vorschriften ist unter Strafe gestellt.__ 30911) Bekanntmachung. Auslagen in Lebensmittelgeschäften. Auch in diesem Sommer werden von Lebensmittelgeschäften Lebens- und Genußmittel, insbesondere Obst und Gemüse derart aufgestellt, daß sie Verunreinigungen durch Straßenstaub und Ausscheidungen von Tieren ausgesetzt sind. Es handelt sich dabei meistens um Auslagen vor dem Laden auf der Straße. Eine derartige Aufstellung von Lebensmitteln, hauptsächlich von solchen, die ungekocht oder auch ungewaschen genossen werden, darf nur erfolgen, wenn sie mit einer undurchlässigen Hülle bedeckt sind, so daß eine Verunreinigung ausgeschlossen ist. Zuwiderhandlungen sind strafbar und fallen unter das Verbot des § 3 Nr. 1 des Lebensmittelgesetzes i. d. Fassung vom 17. Januar 1936. Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, Umbern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ber- metdung von Verlusten auf ber Rückseite Namen unb Anschrift bes Bewerbers tragen I Tüchtiges Mädchen ober tsoesD junge Frau für sofort gesucht. Konditorel-Cafö Amend Am Selterstor. d a n vorzustoßen. ber in d^S°-18S8 durch Lord Kiichener eroberst, '- der französische Gegenspieler L geschaltet war, ein englisch-ägyptisches .. Aber Aegypten - in dem f feitigung bes britischen ftÄ»« der britischen BesatzungL^^ Unabhängigkeit. Scheins b utiaen Jabre von 1919 unb die barfc einen Schritt auf btefeflht... • kannte Gnglanb aegt)pl?^aBd°nn!“ tutionelles Königreich I^ -'U^bhangm ?eit" s°h einige britife W?l.e Oie engUMe Spannung. r-eß.) „Giornale d'Jia- Swattgsvevfieksevuns Dienstag, den S.Jnli 1940, nachm. 2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Hartmetz, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntg.i.obig. 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Juli 1940. 3084 D 17 D Gießen (Ebelstraße 30), den 1. Juli 1940. Die Einäscherung findet am Dienstag. 2. Juli, nachm. 2 Uhr statt 02295 Biber in Deutschland Waldgirmes (Rodheimer Straße 355), den 29. Juni 1940. 3080 D I h 9 di ui in n b Am 20. Juni 1940 starb an den Folgen seiner schweren Verwundung im Feldlazarett Orleans den Heldentod für Führer und Vaterland unser lieber, braver und unvergeßlicher Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Am 16. Juni starb den Heldentod beim Uebergang über den C-rrhein mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, unser braver Sohn chwie- gersohn, Bruder, Schwager und Onkel Am 5. Juni fiel bei Amiens mein unvergeßlicher, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser einziger, lieber Sohn und Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe d 2 n f <1 Heuchelheim, Nieder-Eisenhausen, den 30. Juni 1940. In tiefem Schmerz: Lina Hofmann, geb. Schmidt Kurt Hofmann Familie Friedr. Hofmann, Lagerhalter Familie Karl Schmidt Familie Artur Gorr nebst allen Angehörigen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Martha Fiedler und Kinder. In tiefem Schmerz: Emma Klein, geb. Schwarz nebst Eltern, Geschwistern undder zu^eit im Felde weilenden Brüder und Schwer. Ruhe sanft du gutes Herz, Du hast den Frieden, Wir den Schmerz. Albert Hofmann Schütze in einem Infanterie-Regiment Graue Haare verschwinden I durch Apotheker Walter Ulbrichts Haarfarbe-Wiederhersteller „Nie-Grau“. - In wenigen Tagen Naturfarbe zurück! Ein fache Anwendung! Kein FärbemittelI - Vollkommen unschädlich. Erstklassige Gutachten u.Sachverständigen-ürteile 11 Orig. Flasche, Monate ausreichend, RM. 3.50 Alleinverkauf: 3079V Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39, Telephon 3593 Telefonzelle ui verkauf. l3088D Konditorei-Caf6 Amend Am Selterstor. Karl Klein Soldat in einem Infanterie-Regiment im blühenden Alter von 28 Jahren. Gestern verschied nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder u. Schwager Heinrich Fiedler im 73. Lebensjahre. Gebrauchter Opel-Zweisitzer sebr gute Bereifung, überholter Motor, 511 verk. evtl, als Untergestell. Schriftliche Angeb. unt. 3094Da.d.Gieh. Anzeiger erbet. von Professor Dr. Gustav Hinze mif 0 Textabbildungen und 62 Abbildungen auf Kunstdruckiafeln nach Natururkunden des deutschen Blbervaterz Amtmann Behr Herausgegeben von der Reicksstelle für Naturschutz, Berlin In Leinen gebunden RM. 3,00 SJft ülrtSSJl9eWrt ?uchder Biber zu jenen Tierarten, die einst in Deutschland; unh mehrÜÄh ?,ur$ das unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr 2u*9 gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben aH(r öie mwiLeÄ^T>2h*^ C7,Clt’?Kfcs schäme Nagetier vor dem Aussterben zu schütz hcrD0rraaenh?? G»?n?r vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ej» g der Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunde» «n anschauliche» Lebensbild vom deuischen Biber. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. lassen, um 600 Frauen und Kinder nach Manila (Philippinen) zu bringen. Bis zum 5. Juli sollen die letzte Frau und das letzte Kind Hongkong verlassen haben. * Der lettische Staatspräsident hat am 28. Juni das Militärbündnis zwischen Estland und Lettland gekündigt. Gegen dieses Bündnis hatte -sich die Sowjetregierung mit aller Schärfe gewandt. Täglich über 100 Waggon Gemüse aus Holland ins Reich. Zum Leiter der Abteilung Ernährung und Landwirtschaft beim Reichskommissar für Die besetzten niederländischen Gebiete ist der Landesbauernführer von Mecklenburg, Graf Grote, ernannt worden. Entgegen der Behauptung der englischen Propaganda, daß die von Deutschland besetzten Gebiete in kurzer Zeit verhungert sein würden, weist er darauf hin, daß die Brotversorgung der Niederlande schon jetzt ohne Einfuhr bis zur Ernte 1941 als gesichert betrachtet werden kann. Die diesjährigen Ernteaus- Wing Klein Behsheim Krekzjeßen XeL£ningen. Obd-Menbau- iffießen. Be-Utnmel« öuHion Tohull bis -un. Juli uu 1 [ 30760 VereMhrer. Die deutsch-schwedischen Verhandlungen zur Rückführung der in Schweden internierten norwegischen Soldaten sind abgeschlossen worden. Vom 3. Juli ab werden täglich 1000 Norweger in Sonderzügen in ihre Heimat zurückgebracht werden. Insgesamt waren 5000 norwegische Soldaten über die Grenze gegangen. * Die britische Admiralität gab den Verlust des U-Bootes „Grampus" bekannt. Die „Grampus" gehörte der schweren U-Boot-Klasse des Jahres 1937 an, war 1520 Tonnen groß, lief 16 Knoten unter Wasser und hatte 55 Mann Besatzung. Nach einer Mitteilung der kanadischen Regierung ist der kanadische Z e r st ö r e r „F r a s e r" mit einer Wasserverdrängung von 1375 Tonnen in der G i - rondemündung gesunken. Die „Fraser" war vor neun Jahren auf einer englischen Werft gebaut worden. Nach einer Reuter-Meldung ist Lady Mosley von Detektiven auf ihrem Wohnsitz in Denham in der Grafschaft Buckinghamshire verhaftet worden. Lady Mosley ist die Frau Sir Oswald Mosleys, des Führers der britischen Schwarzhemden, und die dritte Tochter des Lord Redesdale. * Am Sonntag hat der erste englische Evakuierungsdampfer die fernöstliche Festung Hongkong ver- schwächere Währung als das englische Pfund gewor- Len mar. An Der Londoner Börse ft-len d>° Akt, n der englischen Gesellschasten IN Spanien, z. B. Hw Tinto, dann aber auch neben st°nzoftlchen Wert- — vorderasiatische Oelwerte bis über 40v.H. unter ihrem an und für sich schon N.edr.gen Stand z. B. die Aktien der Anglo-Jranian Oll Cie und dieder Oelwerke des Irak. Abgesehen von den polit Jen Motiven spricht sich hierin aus, daß die englifchen Petroleumwerte entthront worden sind, daß sie, da nicht mehr militärisch wichtig, nicht mehr den Aus- schlag geben, den die Briten ihren Oelquellen für die Durchführung des Krieges zugesprochen hatten. Wir haben andere Quellen, an öie England nicht herankommt. .. Aber auch die Warenmarkts zeigen das Schwin- den der bisherigen englischen Dormachtstellung. England ist nicht mehr der Zwischenhändler für das europäische Festland und kann seinen Bedarf infolge der gewaltigen Schiffsverluste und militärischen Ereignisse nicht mehr decken. Die Versorgung Englands aus Eigenem und die Abhängigkeit von den Zufuhren aus dem Auslande stehen vielmehr in einem schreienden Gegensatz. Abgesehen vom Produktionsrückgang in der englischen Steinkohlen- industrie, wo der Mangel an skandinavischem, finnischem und russischem Grubenholz sich nicht ersetzen läßt, hat auch die britische Eisen- und Stahlindustrie in der letzten Zeit weniger erzeugt, weil es an Rohstoffen fehlt. Wir haben schon bei der Besetzung Norwegens darauf verwiesen, daß das schwedische und norwegische Erz allein über 30 v. H. des englischen Verbrauchs ausmachte. Jetzt find auch die Erze Frankreichs den Briten versperrt, ebenso dürften auch die spanischen sehr bald ausbleiben. Abgesehen davon, daß den Briten schon die Butter fehlt, während in Deutschland die Margarineration durch Butter ersetzt werden konnte, wird denBriten sehr bald auch das einfachste und notwendigste Rüstzeug der Kanonen- und sonstigen Kriegsmaterialerzeugung fehlen, das Eisen! Und da reden die britischen Verbrecher davon, daß sie Europa aushungern wollen! Heinz Karl Reinecke Oberschütze und Meldefahrer in einer Panzerjägerkompanie im blühenden Alter von 18% Jahren. In tiefer Trauer: Willy Reinecke Elisabeth Reinecke, geb. Failing Lieselotte Reinecke. sichten sind gut. Vor allem ist eine weitgehende Umstellung der Viehwirtschaft auf wirtschaftseigene Futtergrundlage notwendig. Die erforderlichen Maßnahmen sind bereits angelaufen. Sie werden es ermöglichen, die wertvollen Rinderbestände der Niederlande zu erhalten. Die Eigenversorguna der Niederlande mit Fleisch ist auch weiterhin gesichert. Darüber hinaus wird Holland auch in Zukunft noch Ueberschüsse an Butter und Käse für die Ausfuhr zur Verfügung stellen können. Vorbildliches wurde unmittelbar nach der Besetzung auf dem Gebiet des Gartenbaues geleistet. Trotz zerstörter Brücken und Eisenbahnen ist es gelungen, innerhalb kürzester Frist nicht nur die bisher nach Deutschland gehende Ausfuhr an Gartenbauerzeugnissen aus den Niederlanden wieder in Gang zu bringen, jondern darüber hinaus auch die bisherige Ausfuhr der Niederlande nach den Femdländern in das deutsche Reichsgebiet umzudirigieren. Mehr als 100 Eisenbahnwagen Gemüse gehen nunmehr seit Wochen täglich aus den Niederlanden ins Reich. Die Durchführung der Rationierung hat den Zweck, daß die beträchtunfere Wehrmacht ja an verschiedenen Stellen der Maginotlinie erbracht. Das Eindringen wäre noch eine harte Nuß gewesen. Aber auch sie wäre geknackt worden. Heinz-Dieter Pilgram. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat den deutschen Wochenschaufilm- berichten mit rückwirkender Kraft das Prädikat „ft aatspolitischundkünstlerischbeson- ders wertvoll" verliehen. Eine Anerkennung für die Leistung der Filmberichter der Propagandakompanien und für die Arbeit der an der Gestaltung der Wochenschauen beteiligten Männer. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels weilte am Samstag in Den Haag, wo er vom Generalkommissar z. b. D. Schmidt begrüßt wurde. Dr. Goebbels besichtigte die Amtsräume des Generalkommissariats und machte eine Besichtigungsfahrt durch die Stadt. In den Nachmittagsstunden verließ der Minister Den Haag. * Der französische Botschafter in Washington, Graf de St. Quentin, hat die Erklärung abgegeben, er erkenne nur die Regierung . P 6 t a i n an. Mit dem sogenannten Nationalausschuß in London wolle er nichts zu tun haben. * Der berühmte Physiker und langjährige Präsident und Ehrensenator der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Geheimrat Prof. Dr. M a x P l a n ck, ist zum auswärtigen Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden. * Die deutsch-finnischen Wirtschaftsverhandlungen haben zur Unterzeichnung von Vereinbarungen über den Waren- und Verrechnungsverkehr geführt, die den veränderten Einfuhrbedürfnifsen Rechnung tra- veoren, iFind^ird gell eteAn gegen Fuidmm ab- 3085D Der militärische Niederbruch Frankreichs hat für England auch die schwersten wirtschaftlichen Folgen. Wo ist die französisch-englische Wirtschaf ts- Union Reynauds geblieben, die tatsächlich die gesamt Produktion Frankreichs und seiner Kolonien, das französische Gold und die französische Arbeitskraft den Engländern ausliefern wollte? Frankreich war bis etwa 1929 der beste Kunde und der beste Abnehmer Deutschlands, aber dann trat England an die Stelle Deutschlands und — Frankreichs Handel sank! Deutschland einschließlich der Ostmark führte nach Frankreich in Prozenten des französischen Gesamthandels aus: 1929: 11,9, 1936: 7,5, 1937: 5,3 v. H., dagegen führte Frankreich nach Deutschland aus: 1928: 9,8, 1936: 4,9, 1937: 5,9 v. H. Von Großbritannien führte es ein: 1929: 10,7, 1936: 7,1, 1927: 8 v. H. seines Gesamtumsatzes und dorthin aus 15,2, 12,4, 11,4 v. H. Dobei hob sich Frankreichs Geschäft mit Europa in der gleichen Zeit von 45 auf 54,1 v. H. seines Gesamtumsatzes, während der mit den französischen Kolonien von 55 auf 45,9 v. H. zurückging. Die französischen Rohstoffquellen für England, die französischen Lebensmittel für England, die französischen Erze und Eisenwaren für Englapd, alles ist jetzt gesperrt. Frankreich, das sich übrigens selbst ernähren kann, wird diese Dinge für seinen eigenen Wiederaufbau brauchen. Aber wesentlich bleibt: der englische Lebensmittel- und Rohstoffraum wird in diesem Kriege durch den Zusammenbruch Frankreichs weiter verknappt. Die englische Wirtschaftsbilanz steht also sehr schlecht. England hat das ganze europäische Festland als Absatzgebiet und Belieferungsgebiet verloren, nur Spanien bleibt ihm vorläufig noch offen. Aber da inzwischen die Landverbindung Deutschland—Spanien hergestellt wurde, ist Spanien durchaus in der Lage, auf englische Ware zu verzichten und kann dafür die Handesbeziehungen zu Deutschland weiter ausbauen jetzt auch auf festländischem Wege. Weiter sind für England die Einnahmen aus seinen Europaanleihen fortgefallen, und das sog. Dreimächteabkommen hat aufgehört, nachdem schon in den letzten Wochen das Pfund in ihm eine weit Speisezimmer massiv eichen, gut erhalten, rveg- zugshalberprets- wert zu verkauf. 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Der hsfinanzminister erklärt skch jetzt damit einverstan, daß die Finanzämter Erb- schaftssteueransprüchlicht geltend machen, wenn die Kinder usw. ihvben verloren haben infolge der Teilnahme an -m Krieg für das Deutsche Reich oder an bemmpf für die nationalsozialistische Erhebung odür die Errichtung des Großdeutschen Reiches. Erleichterungen betreffen weiter Erbansälle ^Gefallenen. Bon der Geltendmachung von Sransprüchen für geringe Erbschaften, Lebensvherungssummen usw., die ein Gefallener Angegen hinterläßt, soll auch dann abgesehen werdevenn nicht schon kraft Gesetzes Steuerfreiheit ritt. Als geringe Anfälle gelten in der Regel je bis zu 5000 RM. Ein Billigkeitserlaß kann c auch bei höheren Anfällen angebracht fein, rüber hinaus ist der Minister damit einverstän, daß die Finanzämter Steueransprüche für Eyasten, die ein Gefallener seiner Braut hinttrlä insoweit nicht geltend machen, als die Steuern Betrag übersteigt, der zu erheben wäre, memie Erwerberin die Ehefrau des Gefallenen w. Die Verlobten müssen aber nachweislich schon ifte Schritte zur Eheschließung unternommen ben. Aus all Welt, ftutpfier. „Mit hundertprozentiger icherheit wäre das Leben der Patientin geretteforben", so erklärte ber Leiter ber chirurgischen teilung eines großen Berliner Krankenhauses adnebizinischer Sachver- ftänbiger in bem Verfahregegen ben 52jährigen Heilbehanbler Bernhard Sbert aus Berlin N., „wenn ber Angeklagte pflicbmäß die Behandlung der am Brustkrebs leidem Frau nicht übernommen, sondern einem Fcirzt überlassen hätte". Von Oktober 1937 bis Ä<938 hatte er die bedauernswerte Frau immer jeder vertröstet und hingehalten und durch die Bmblung mit Del und anderen Medikamenten ein völlige Vereiterung und ein Aufbrechen des Kroieitsherds verursacht. Als sie sich dann endlich entoß, einen Arzt aufzusuchen, weil die Echmerzc überhand nahmen, war es zu spat, und sie staiim August, da jetzt die Operation keinen Erfolg.ehr haben konnte. Das auf ein Jahr Gesa nis lautende Urteil des Berliner Schwurgerict wurde nach seiner Aufhebung durch das Reichs ich t jetzt von der 18. Berliner Strafkammer ausrei Jahre Gefängnis bei vierjährigem rufsverbot erhöht. " Uednz>MlheUinge. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blümlein. '^wörtlich für Politik 'ieuUleton und Bilder: Dr. Fr. ü. Lange. Staöt Gießen, Provinz 1 und Wirtschaft : Emst Blumsche.n: fist Spo^inrich Ludwig Neuner. Dmck und Verlag: Bruhlsch-Unwersit^uckerei R Lange K G Berlagslciler: Dr.-Ing. Erich £amann; -jgenleiter:' Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der deinen: i Kümmel. Pl.Nr g' Mr MM an oct üatnt ms MMler-MM r Verkäufe | === Gut erhaltene Montag, Juli 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen) Nr.153 Zweites Blatt Großeinsatz von Generator-Krafisahrzengen der Oer „zerstreute Professor". seinen des romi men oiaates uno oet cunum^n «unm 7 aufzustellen, das je geschaffen wurde. Die Aufmerk- ter vermeiden konnten, fnmfpit des (Belehrten ist eben so vollständig auf! Laut und Leben, Glockenklang und Maschinengezisch ger. Gewiß, manc und dem wandelnden Reigen der Tiere! Das also einzufangen aber oa mirh mifcor her Gsöckchenrvdel Und bCHT • kineM DllderbUM, eroiqen gestrickten Wurstel. Wiehernde Pferde vor I sehen, mit steifen Bildern von Tieren die wir doch ewigen geimai tellerpatschende, jederzeit lebendig, (-f^r ^nnh haben. Und Lebens, von innen heraus. Bis sich mit den ersten Schritten die Welt der Dinge, auf die wir bisher nur vom Mutterarm herniedergesehen, uns entgegenstellt, hart, eckig, un- gesirgig, anstößig im ursprünglichsten Sinne. Aber unser Gleichmut wird ihrer Meister. Bald müssen sie sich unserer lebendigen Kraft fügen, die sich noch um keine Abstufung kümmert. Was, nicht fest ist und unbeweglich, muß dran glauben, das unzerreißbare Bilderbuch, die raschelnde Zeitung, die Brille des Vaters. Gläser werden vom Tisch gewischt, Sessel gestürzt, ungerührt vom Lärm, Wasser aus der Schüssel geplanscht, die Taschenuhr dem einzigen vertrauten Organ, dem Munde zugesührt. Und an einem gesegneten Sonntag hat sich mit einem Ruck die freie Welt vor uns aufgetan, überwältigend in ihrer unendlichen Weite, ein Labsal für die jungen Sinne. Wie sind die rein und frisch und unverbraucht mit ihrem Schatz von Einstellung, die die Welt durchläuft von der kleinsten Blattlaus auf der Rose bis zur fernen Turmuhr. Dazu die feine, tiergleiche Witterung von Gerüchen, aus einem Blumenkelch, aus Nachbars Küche, vom Hufschmied her. Und wie köstlich frisch ist die Luft, voll icucnutg, anfaßbar zur Hand haben. Und dazu diese nichtssagenden Verse: „Will mein Kindchen Blumen sehn, muß es auf die Wiese gehn, Blumen gibts dort mancherlei, und der Spitz steht auch dabei." Da weiß es der alte Mathes besser: „Büabl schau, schau, da drunt in der Au, rast a Fux mit zwoa Rvbrn, döi wem ma gleich hobm!". Was? Und spielt auf dem Fotzhobel noch einen Steirischen bestimmte Dinge eingestellt, daß die anderen nur die Oberfläche feines Geistes berühren und leicht aus dem Kreis seines Wissens entschwinden. Die moderne Psychologie ist den Eigenheiten des Gedächtnisses und dpn besonderen Vorgängen, die zum Vergessen führen, auf die Spur gekommen. Wie oft hört man Leute darüber klagen, daß sie ein so schlechtes Gedächtnis hätten, weil sie irgend etwas vergessen, einen Namen, eine Adresse oder eine gleichgültige Verabredung. Aber trotzdem kann das Gedächtnis dieses Vergeßlichen vortrefflich fein. Der Mann, der vergißt, den Brief in den Pvst- kachen zu stecken, den ihm seine Frau mitgegeben hat, wird vielleicht alle Namen der Rennpferde behalten haben, die bei einem Rennen starten, bei dem er gesetzt hat. Und eine Dame, die Verabredungen mit Vorliebe nicht innehält, erinnert sich bis in alle Einzelheiten an eine Wohnungseinrichtung, die sie bewundert hat, kann die schwierigsten Verwandtschaftsverhältnisse aufzählen und ist über die Preise aller Toilettensachen vollkommen unter« Bei den Wettbewerben in früheren Jahren war stets eine erfreulich große Beteiligung festzustellen, so daß man wohl hoffen darf, auch in diesem Jahre wieder viele Volksgenossen bei dieser vorbildlichen Arbeit beteiligt zu sehen. Bunter Abend mit Kraft durch Freude. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" trat am Samstag wieder mit einem Bunten Abend hervor, der die zahlreichen Besucher sehr befriedigte. Das Stadttheater war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Ansager Paul Paulsen mit einer Flut ausgesprochener und angedeuteter Witze und Wort- spielereien den Abend humorvoll eröffnete und auch im Verlaufe der Veranstaltung immer wieder zu herzhaftem Lachen herausforderte. Das Programm brachte eine Fülle von reizvollen künstlerischen und artistischen Darbietungen. Charlotte Schütze, die bekannte und beliebte Soubrette vom Deutschen Theater in Wiesbaden, sang einige originelleLiedchen und Schlager, und tat es nicht nur mit guter Stimmt, sondern auch mit köstlicher Mimik, mit Witz und Scharm, so daß die Beifallsstürme nicht ausbleiben konnten. Das Wilius-Senzer-Ballett, vier gut aussehende, höchst bewegliche und fesche Mädchen, erfreuten verschiedentlich durch Walzer, Grotesktanz, durch Marsch und Pantomime und sicherten sich ebenfalls einen stattlichen Anteil vom Beifall, den das angeregte Publikum zu spenden gerne bereit war. Stürmische Anerkennung errangen die beiden Bleckwenns (Vater und Sohn) für ihre artistischen Darbietungen auf dem Fahrrad; beide zeigten schier unübertreffliche Sicherheit und Eleganz selbst in den schwierigsten Hebungen. Zn verschiedenen Zugaben mußte sich der jugendliche Akkordeon-Virtuose Ernst Formhals entschließen, der sein Instrument nicht nur meisterhaft beherrscht, sondern auch mit viel musikalischem Feingefühl zu spielen weiß. Eine Heber» raschung im besten Sinne bildete das Auftreten der drei Elanos, deren jüngstes Mitglied, ein ungemein bewegliches I4jähriges Mädchen, int wahrsten Sinne des Wortes zum Spielball für ihre beiden Partner sächsische die Marmel". Die Einleitung zu den meisten Sommerspielen geben die sog. „Auszählreime", durch die aktive und passive Rollen unter die Mitspielenden verteilt werden. Freude am Lachen und Spotten spricht vielfach aus diesen Reimen, mitunter sind es aber auch geheimnisvolle Wortphantasien wie z. B. Ebbese, ftebbefe, sibbese, fa, Ribbede, rabbede, knoll. Beim Zählreim fällt auf jedes mitspielende Kind eine Silbe, immer im Kreise herum, und wen jeweils die letzte trifft, scheidet aus oder hat eine bestimmte Figur des Spiels darzustellen wie: Auf dem See Schwamm ein Reh Wille — wille — wapp, und du bist ab. Das letzte Sommerspiel ist gewöhnlich das Drachensteigen. Wenn wir die Papierdrachen mit langen Schwänzen in die Höhe segeln sehen, von dünner Schnur in Knabenhänden gehalten und gelenkt, dann wissen wir, daß es Zeit ist, von der Sommerlust Abschied zu nehmen, mag auch die Sonne noch golden glänzen und der Himmel sich blau leuchtend über die Erde spannen. ________________________ dem knarrenden 1—DV—v-, Kühe auf der Wiese, daneben als getreuester Begleiter der zottige Stallpintfcher Burfchl. Unb was hat doch Wasser für ein munteres, lebendiges Wesen, am Brunnen, am Bach: oder Holz, wie hcmd- jam, gutmütig, dienstbereit. So wär's schön, so ließe sich's leben. Aber nun kommen die großen Menschen, die Heberflüssigen; die nicht weiter stören, einstweilen, so lange sie für sich bleiben und uns in Ruhe lassen. Aber das ist's ja eben. Unb berohalben habe ich noch heute aus der Erinnerung gar bewegliche Klage zu erheben. Denn noch wollen wir gar nicht vom klaren Spiegel unserer Froschperspektive aus nach ihnen aufsehen, die ja nicht ahnen oder es lange vergessen haben, wie nahe mir noch der Natur und ihren Wundern stehen, bodenständig im besten Sinne. Aber wir sind ziemlich wehrlos gegen ihre unverlangte Anbiederung. Ob die Tante „lieb", der Onkel „brav" ist, pocht vergeblich an's Tor unseres Innenlebens, das so randvoll ist von Wichtigerem. Lieb ist das Kal- berl im Stall, und brav der Maxi, der gewaltige Pinzgauer im blitzenden Geschirr vor dem Fuhr- wagen, der sich so schön über den Rücken streicheln läßt, wenn uns der alte Mathes hinaufhebt. Und damit hat die Vertreibung aus dem Paradiese Kindheit. Von Hans Kloepfer. Das war doch ein unendliches Reich, und aller guten Dinge voll, lange, bevor uns das Märchen zu weiten Wundern rief. Ein Auftauchen wars aus dem warmen Keimgrund alles Menschentums, und nach geruhigem Nachträumen gewahrte man, aus dem Schlafe erwacht, wie viel Licht in der Welt ist. Lange dauerts, bis sich aus Hell und Dunkel die Farben abheben, das prächtige Rot vor allem. Mit gelassenem Gleichmut lassen wir die nächste Umgebung um uns werben, wenn unsere Bedürfnisse gestillt sind, ohne Ahnung von dem unendlichen Schatz unserer Sinne. Noch mißlingt jeder Griff. Aber in stiller Geduld, in voller Unschuld gegenüber dem bösen Objekte, versuchen wir immer und immer wieder nach dem zu langen, was uns als nächstes vor die Augen tritt. Wir haben so viel Zeit. So wird uns schon im Spiel der Finger unser Körper zu eigen, zunächst noch als Mittelpunkt des Tageskalcndcr für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Fuchs von Glenarvon"; 14.45 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung „Siegesfahnen über Deutschland". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das Glück wohnt nebenan". In beiden Häusern Neueste Ufa-Ton-Woche: „Siegesfahnen über Deutschland". Notizen für den 1. Juli. Sonnenaufgang: 5.07 Uhr, Sonnenuntergang: 21.50 Uhr. Mondaufgang: 2.30 Uhr, Monduntergang: 17.26 Uhr. Ein Jahr NSV.-DahnhofSdienst. Am heutigen 1. Juli ist ein Jahr verflossen seit jenem Tage, an dem die NSB.-Kreisamtslettung Wetterau am Bahnhof Gießen einen Bahnhofsdienst einrichtete. In diesem ersten Jahre seines Wirkens hat der NSV.-Bahnhofsdienft die Stärke seines Wollens und die Kraft feines Könnens in vielseitigem Einsatz überzeugend unter Beweis gestellt. Nicht nur Bei der täglichen Betreuungsarbeit an durchreisenden Frauen, Mädchen, Kindern, alten Leuten usw. hat der NSV.-Bahnhofsdienst segensreiche Arbeit geleistet, sondern auch bei der sehr umfangreichen. Tag und Nacht währenden Versorgung der Rückgeführten aus den Grenzgebieten im September vorigen Jahres und in den anschließenden Wochen, sowie bei der Erfrischung von durchreisenden Soldaten hat sich dieser Zweig der NSV. in hervorragendem Maße bewährt. Der NSV.-Bahnhofsdienst hat jedenfalls berechtigten Grund, schon das erste Jahr seiner Tätigkeit als guten Dienst für die Volksgemeinschaft und als einen neuen erfreulichen Aktivposten in der gesamten Arbeit der NSV. anzusehen. Schmückt die Häuser mit Blumen! Der Fremdenverkehrsverein Gießen veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Blumenschmuck- Wettbewerb, um durch diesen schonen Wettstreit im Schmücken der Fensterfronten, Balkons und Vorgärten das Straßenbild unserer Stadt zu verschonen. Aus der Stadt Gießen. Sommerspiele der Kinder. Mannigfach sind die Somrnerspiete, in denen sich die Freude an Bewegung, Luft und Sonne ausdrückt und dem Spielbetrieb Genüge getan wird. Die meisten Straßenspiele sind ältester Herkunft. Reifenschlagen, Wurf- und Hüpfspiele mit flachen oder kantigen Steinen lassen sich bis ins Altertum verfolgen. Das beliebte „Marmeln" z. B. gehörte, wie sich aus antiken Kindergräberfunden der verschiedensten Völkerschaften nachweisen läßt, zur Lieblingsbeschäftigung der damaligen Jugend; so viele Steinkugeln aller Größen hat man darin gefunden. Versteck- und Ballspiele besingt schon Homer. Die Literatur hes Altertums verzeichnet eine Menge Kinder- lissder, die zu Reigen- und Gebärdenspielen gesungen wurden, und es gibt antike Statuen kreiseltreibender Putten. Die sommerlichen Kinderspiele haben also eine alte Tradition und haben nach Wesen und Sinn kaum eine Wandlung erfahren. Ein sehr beliebtes Straßenspiel ist der „Hinkepott', dessen Grundlage eine Kreidezeichnung aus dem Asphalt oder Linien im Sandboden ist. Diese Zeichnungen, die wir jetzt überall sehen, wo fröhliche Kinder beisammen sind, gleichen Hausgrundrissen, aber sie haben höhere Bedeutung: zwischen „Himmel" und „Hölle" hat man nach bestimmten Vorschriften in den einzelnen Feldern herumzuhüpfen oder zu hinken, wobei oft noch ein flacher Stein durch alle Räume zwischen Himmel und Hölle zu treiben ift Die Reigen- und Gebärdenspiele, recht eigentliche Mädchenspiele, zählen zu den vielseitigsten und schönsten Sommerspielen. Sie sind stets von gesungenen Versen begleitet. Heber ganz Deutschland verbreitet ist der Reigen: Machet auf das Tor, machet auf das Tor, Es kommt ein goldner Wagen, Wer fitzt darin? Wer sitzt darin? Ein Mann mit goldenen Haaren. Was will er denn? Was will er denn? Er will die N. N. haben ... Dabei löst sich die Geforderte aus der Reihe Gefährtinnen. So löst sich unter dauernder Wiederholung des Verses der Reigen langsam auf. Und wem von uns Erwachsenen klingt es nicht noch in der Erinnerung lieblich ins Ohr, das uralte Reigenlied: Wir treten auf die Kette, daß die Kette klingt; Wir haben einen Vogel, der so lieblich singt...? Ein richtiges Bubenspiel dagegen ist das Klickern. Das melodische Klappern der Kugeln aus buntgefärbtem Ton oder aus schillerndem Glas hört man auf dem städtischen Bürgersteig ebenso wie auf dörflichen Straßen. Für feine Verbreitung und Beliebtheit zeugen schon die vielen Namen, unter denen es die deutsche Knabenjugend spielt. Eine Forscherin hat nicht weniger als 130 Bezeichnungen festgestellt. 2)te bekanntesten Namen des Spieles sind: „Gsteiner- ten", „Bickeln", „Klickern", „Jllern", „Murmeln", oder .Schussern": im Württernbergischen heißt man die Kugeln „Schneller"; im Rheinland nennt man sie: „Demmes", „Kleckel", „Fränkel" oder „Bom- men", das fränkische Kind kennt die „Horrel", das Der zerstreute Professor, der überall . Regenschirm stehen läßt, ja wohl auch noch lebenswichtigere Gegenstände vergißt, hat durchaus fern schlechtes Gedächtnis. Man erzählt von Mommsen, daß er die Namen seiner Kinder nicht wußte, aber in diesem Riesengeist hafteten unzählige Einzelheiten, die es ihm ermöglichten, das vollständigste Bild des römischen Staates und der römischen Kultur richtet. Wie kommt es nun, daß man manches so leicht behält unb anderes so leicht vergißt? Im Unterbewußtsein des Menschen wird nichts vergessen. Es ist die große Vorratskammer, in die alle Erinnerungsbilder versinken, die wir je ausgenommen haben. Aber unser Bewußtsein stopft in diese „Vorratskiste" alles, was es nicht behalten will oder was es nicht durch Hebung gelernt hat, zu behalten. Diese im Unbewußten vergrabenen Tatsachen sind nun verloren, wenn man nach ihnen gefragt wird, unb man kann wohl sagen, baß biese Einrichtung ber weisen Natur, bie uns bas Vergessen geschenkt hat, eine ber größten Wohltaten bebeutet. Traurige unb schmerzvolle Ereignisse, bie bem Menschen bei jeber neuen Erinnerung eine neue Erschütterung bes Gemütes bringen würben, werben auf biese Weise unschäblich gemacht, versinken in bas Nichts bes Unbewußten, aus bem sie vielleicht niemals roieber auftauchen. Andrerseits ist natürlich bie Fähigkeit bes Gebächtnisses einer der wichtigsten Faktoren für ben geistigen Fortschritt ber Menschheit, benn bie Erfahrung unserer Rasse ist im Gebächtnis aufgespeichert. Gefahren, benen ber primitive Mensch ausgesetzt war unb bie er auf irgenbeine Weise überwand, hafteten in feiner Erinnerung, sodaß er oder seine Nachkommen sie später vermeiden konnten. C. K. Auf Veranlassung des beim Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrwesen gebildeten Generatorstabes wird in den nächsten Wochen mit der Umstellung des größten Teiles der zur Zeit noch laufenden Diesel-Lastkraftwagen unb Schlepper begonnen. Außerbem sollen noch in biefem Jahre neue Generator-Kraftfahrzeuge in größerer Zahl bem Transportwesen zugeführt werden. So sehr diese Maßnahme auch geeignet ist, die gegenwärtigen, kriegswirtschaftlich bedingten Verkehrsverhältnisse zu erleichtern, so handelt es sich bei ihr im wesentlichen doch bereits um eine Friedensplanung auf weite Sicht. Im aroßdeutschen Wirtschaftsraum haben wir nach dem Kriege mit einem erheblich größeren Bedarf an motorischen Zugkräften zu rechnen. Eine vielfache Steigerung wird sich namentlich in der Landwirtschaft ergeben. Diesem erhöhten Bedarf wird anderseits infolge der Transportlage eine allgemeine weltwirtschaftliche Benzin- und Dieselölverknappung gegenüberstehen. Es ist also notwendig, für die infolgedessen zu erwartenden Schwierigkeiten schon jetzt vorzusorgen. - Generatoren tanken bekanntlich feste Kraftstoffe, wie Torf und Kohle. In erster Reihe kommt Holz in Betracht, das auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit den besten Antriebserfolg ergibt. Seine Verwendung im Generator entspricht auch insofern dem nationalsozialistischen Grundsatz rationeller Wirtschaftsführung, als neben Brennholz, wie es im Walde anfällt, vor allem auf das Abfallholz in den Betrieben der holzverarbeitenden Industrie zurückgegriffen werden kann. Dieses Abfallholz, das bisher mit nur geringem Nutzeffekt in den Oefen verfeuert wurde, wird nunmehr einer optimalen Ausnutzung zugeführt. Es entspricht schließlich auch der Dynamik deutscher Wirtschaft, daß beizeiten auf Kraftstoffe zurückgegriffen wird, die keinem endgültigen Abbau unterliegen, sondern die uns alljährlich neu zuwachsen. ef f Zur Erfassung und Aufarbeitung des Tankholzes ist mit Genehmigung des Reichsforstmeisters eine drauf. Aber bald kornrnt's schlimmer: Wenns an Die kindliche Kosmetik geht mit all ihren lästigen und unnützen Handgriffen. Wenn's schon einmal notig ist, uns die Nase zu putzen, so läßt sich das doch mit einem Handgriff abtun. Aber die Tante Ulrire — sie hieß wirklich so und verdiente es auch — wie umständlich und aufreizend hat sie das Werk immer wiederholt, bis Mißmut und Ungeöulö ihr Anlaß zur Belehrung boten. Vom Ankleiden ganz zu schweigen. Dieses Zwängeln, Knöpfeln, Ziehen, Zurechtzupfen und Glattstreichen bis zum gestrengen Rat am Schlüsse, ja jeder Lache auszuweichen. Als obs etwas Lustigeres gäbe, als mit einer langen Rute in sie hineinzupatschen ober sie mit Straßen- kot aufzudämmen. Ader über solche Dinge konnte man doch nur mit der Mutter reden. Ueberhaupt die Mutter! Was alles ist sie nicht, weiß sie nicht, kann sie nicht. Meistert die Dinge mit feiner Hand, und die Tiere find ihr hörig schon beim ersten Ruf ihrer Stimme. Aber davon ahnt ja solch ein flüchtiger Gast in der guten Stube nichts, und wenn er auch noch so artig dienert. Das alles gehört nur den Kindern und bleibt ihr still gehüteter Schatz bis ins Alter, — wenn sie ihn bis dahin nicht verloren haben. Oder bis die eigenen Kinder ihr Reich von neuem zu bauen beginnen. besondere Gesellschaft, die „G. F. T.-Gesellschaft für Tankholzgewinnung und Holzabfallverwertung AG." gegründet worden. Sie wird alleiniger Träger des zu diesem Zwecke vom Reichsforftmeister bewilligten Brennhvlzkvn- tingentes sein. Außerdem hat sie die Ermächtigung erhalten, Aufarbeitungs- und Trockenanlagen ohne besondere Einzelgenehmigung zu errichten. Sie wird die ihr zufallende Aufgabe entweder in eigener Regie, oder durch Auftragserteilung an bestehende Betriebe der Holzwirtschaft erfüllen. Ihr alleiniger Abnehmer ist eine zweite, ebenfalls zu diesem Zweck besonders gegründete Gesellschaft, die „Generatorkraft AG. für feste Kraftstoffe". Ihre Aufgabe ist es, das Generatorenholz überall in gleichbleibender Beschaffenheit zu einem regional abgeftuften festen Preis den Generatorfahrzeughaltern zur Verfügung zu stellen. Sie wird ein ausgedehntes Tankftellennetz in gary Großdeutschland schaffen. Außerdem hat die „Generatorkraft AG." auch noch einen technisch einwandfreien Kundendienst aufzuziehen. Die wesentlichste Voraussetzung für den Einsatz von Generator-Kraftwagen aber ist, daß es gelungen ist, ein Fahrzeug zu entwickeln, das jeden Wettbewerb mit den mit flüssigen Kraftstoffen fahrenden Wagen aushält und vor allem auch bei zweckmäßiger Abstimmung von Motor und Generator die gleiche Geschwindigkeit und Steigefähigkeit aufweist. Irgendwelche Vorurteile gegen den Generator-Lastkraftwagen bzw. den Generator- Schlepper haben daher heute keine Berechtigung mehr. Es sind vielmehr alle Voraussetzungen erfüllt um dem friedenswirtschaftlich notwendigen Einsatz von Generator-Fahrzeugen den vollen Erfolg zu sichern. Die vorgesehene Umftellung wird um so reibungsloser vor sich gehen, als für den Umbau der Kraftwagen Staatszuschüsse gewährt werden, die 1000 RM. für Diesel- und 600 RM. für Benzinfahrzeuge betragen. wurde unb dabei doch alle kindliche Grazie zu wahren wußte. Der Musik-Clown Arnoldi erheiterte nicht nur durch sein Spiel auf der Okarina, auf der „Eintopf-Geige", auf einer Konzert-Gitarre und einer Miniatur-Violine, sondern auch durch seine spaßigen Bemerkungen. Die „fünf Sorgenbrecher" steuerten etwas Singsang zum Programm bei. N. Stenografen-Leistungsschreiben in Giehen. Zu dem für den gestrigen Sonntag in der Oef- fentlichen Handelslehranstalt in Giehen angekündigten Gauverbands-Leistungsschreiben der Deutschen Stenografenschaft für die Ortsvereine Gießen, Grün- berg und Wetzlar stellten sich der Wettschreibleitung unter Führung von Kurzschriftlehrer, Prokurist August Siebert, Gießen, 52 Teilnehmer. Mit Rück- icht auf die Kriegsverhältnissee und die dadurch bedingten Transportschwierigkeiten wurde das Schreiben an verschiedenen Orten der Kreisoerbandes durchgeführt. In Vertretung des verhinderten Kreisverbands- führers K. H.K üh l begrüßte Kreisverbandsrechner Blasenleiden Das Wasser habe ich als Arznei betrachtet, und auf diese Weise bin ich die Entzündung der Blase losgeworden. Mein Leiden habe ich jetzt 17J. u. mich so durchgeschl. Ihr Wasser heilt. M.A.Fecker, Kfm., Jöhlingen/B.,Bahnhofstr.28. 12.8.38. 20 grobe Flaschen RM 12.60, 50 grobe Flaschen RM 25 — Fracht hin und zurück trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirdien A. Graoeliusdie Wettschreibleitung, sowie sämtliche Teilnehmer. Im Auftrage der Reichsbundesführung der Deutschen Stenografenschaft in Bayreuth überreichte er mit Worten des Dankes und.der Anerkennung für jahrzehntelange treue, aufopfernde und fördernde Tätigkeit für die Kurzschrift bem Kurzschriftlehrer, Prokurist Fidel Balken, Gießen, den Ehrenbrief der Deutschen Stenografenschaft mit goldener Nadel. Er knüpfte daran den Wunsch, daß der Beliehene seine wertvolle Kraft noch lange in den Dienst der stenografischen Kunst und somit in den Dienst der Wirtschaft bzw. unseres ganzen deutschen Vaterlandes stellen möge. In Gießen wurden Silbenzahlen von 60—220 Silben geschrieben. Es beteiligten sich in der Abteilung 220 Silben 1 Stenograf, 200 Silben 4 Stenografinnen, 1 Stenograf, 180 Silben 7 Stenografinnen, 160 Silben 8 Stenografinnen, 3 Stenografen, 140 Silben 3 Stenografinnen, 3 Stenografen, 120 Silben 3 Stenografinnen, 3 Stenografen, 100 Silben 3 Stenografinnen, 80 Silben 6 Stenografinnen, 1 Stenograf, 60 Silben 3 Stenografinnen, 3 Stenografen. In den Abteilungen 60—120 Silben mußten sich die Teilnehmer auch an dem vorgeschriebenen Richtigschreiben beteiligen. Alle ab gelieferten Arbeiten wurden sofort nach Beendigung der Hebertragungen an die Gauwettschreibleitung gesandt, weil von dieser die Prüfung und Wertung aller aus dem Gauverband eingehenden Arbeiten einheitlich durchgeführt wird. Heber das Ergebnis läßt sich daher erst nach Bewältigung der durch die Prüfung und Wertung erforderlichen ungeheuren Arbeit berichten. Vom Vogelsberger Höhen-Club. Dem Gedenken an solche 9JHtglieber des Vogelsberger Hohen-Clubs, die sich ganz besondere Verdienste um den Gesamt-VHC. erworben haben, will der VHC. eine besondere Stätte bereiten. Er will in den Klubhäusern auf dem Hoherodskopf einige Zimmer nach diesen verdienten Männern benennen und die Räume mit Erinnerungsstücken an diese VHC.er (Bilder, Wanderausrüstungsstücken usw.) ausstatten. Damit die pietätvolle Ehrung möglichst vielseitig gestaltet werden kann, werden die Mitglieder des VHC. um die Heberlassung geeigneter Erinnerungsstücke an den Gesamtverein gebeten. * ** Vorbildliche Hausgemeinschaft. Am heutigen Montag, 1. Juli, sind es dreißig Jahre, daß der Lokomotivführer Wilhelm Erle mit seiner Familie in dem Hause des Bauunternehmers i. R. Heinrich Bernhardt, Klein-Linden, Frankfurter Str. 25, wohnt. Drei Jahrzehnte lang haben beide Familien begonnen. _ e , ... Da tappt irgendein wildftemdes DnEelungetum in unser klares, buntes Reich, mit plumpen Fragen: „Wie heißt du?", ober später: „Gehst du gern in die Schule?", „Ist der Herr Lehrer wohl brav? und was dergleichen Gemeinplätze mehr sind! Meint wohl, wir würden dafür all unser Heines nützliches Wissen um die Welt der Dinge an ihn verschwenden. Weiß nicht, wie ein Kleiner, vernünftig abzuwarten, bis die gründliche Prüfung des Eindringlings em Urteil erlaubt. Erst müssen doch die fremben Zuge übermanbert werden, mit Auge, Geruch und Gehör, alter Zigarettendunst in den Kleidern, die Falten im Gesicht, die Warze am Kinn, die zwecklose Glatze, und erst die kindisch verstellte Meckerstimme. Dis wir endlich in Gottesnamen hinter der Mutter hervor seinen Gebrauchswert festgestellt haben und ihn zögernd am Spielzeug teilnehmen lassen. Denn was ist ein Säbel, ein Holzpferd doch viel mehr als solch ein großer Mensch, wichtiger, verwendbarer, gutmutt- 4«r. Gewiß, m°nch° b-muh-n° sichaut3U|tellen, oas je getanen »urue. ““i“““: M als Mw-rbuch, d°s k «°hl kE flüchtig -mge. hamkeit Des Gelehrten .st eben |= -allstand.g aus in treuer Gemeinschaft Freud und Leid in einem Hause geteilt und in Eintracht und Frieden zusammen gewohnt. ** Sittlichkeitsverbrecher gesucht! Die Kriminalpolizei teilt uns mit: In Prenzlau und Rottstock wurden nach Verübung von Sittlichkeitsverbrechen zwei 7jährige Mädchen und in Aken/Elbe ein lOjähriges Mädchen ermordet. Nach den kriminalpolizeilichen Feststellungen kommt für die drei Fälle der gleiche Täter in Frage. Die Arbeitsweise und die Personenbeschreibung sind die gleiche. Der Täter wird wie folgt beschrieben: Etwa 1,55 Meter groß, mittelkräftig, mittelschmales, von Witterung und Sonne gebräuntes gerötetes Gesicht, nachlässiger, schlenkernder Gang, 34 bis 37 Jahre alt, wechselt häufig seine Kleidung. Er trug bei zwei Fällen grünlichen Tellerhut mit bräunlich-dunkelgrünem Band und starkem Gemsbart, der in silberner Hülle oder Spange festgehalten wird. Er gibt als Beruf Melker bzw. Obermelker an. Zeugen gegenüber nannte er sich Hans und Hannes. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er als Melker oder landwirtschaftlicher Arbeiter Beschäftigung sucht. Für die Ergreifung sind 2000 RM. als Belohnung ausgesetzt. Zweckdienliche Meldungen nimmt jede Polizei- oder Gendarmerie-Dienststelle entgegen. Pilze einwecken. Nun stehen wir jetzt wieder vor dem Beginn der eigentlichen Pilzzeit und es ist aus verschiedenen Gründen anzunehmen, daß in diesem Jahr eifriger gesammelt wird als bisher. Schon deswegen, weil es sich allmählich herumgesprochen hat, daß Pilze sich vorzüglich zum Einwecken eignen. Man kann sich also, wenn man selbst sammelt, für den Winter ohne Kosten einen schönen Vorrat an Konserven zulegen. 1 , Aber woher soviel Pilze holen, daß sich ein Einwecken lohnt? Nun, es stimmt zwar, daß wir wahrscheinlich nicht von jedem Gang in den Wald mit einem vollen Korb heimkehren. Weder Pfiffer- linae noch Butter-, Stein- und Birkenpilze, um nur einige bekannte Sorten zu nennen, wachsen durchschnittlich in rauhen Mengen beieinander. Und manche Pilze, die sehr appetitlich cmssehen, kennt man nicht und läßt sie stehen. Das Letztere ist in diesem Falle natürlich das einzig Richtige, denn kaum auf einem anderen Gebiete ist das bekannte Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt, das ißt er nicht" so unbedingt am Platz wie auf dem der Pilze. Also wird ein unerfahrener Sammler am besten jeden ihm nicht ganz genau bekannten Pilz als giftig ansehen. Er entgeht so allerlei Gefahren und unter Umständen aar dem Gifttod. Aber mit dieser Vorsicht beim Pilzsammeln kann es allein nicht getan sein. Es geht vielmehr darum, neben der Kenntnis der giftigen auch die mancher eßbaren noch viel mehr zu verbreiten als das bisher geschehen ist. Welche Lucken noch auszufüllen sind, kann man auf jedem Gang über einen städtischen Pilzmarkt beobachten. Das Angebot beschränkt sich häufig, wenn man von Champignons und allenfalls noch Stein-, Butter- und Birkenpilzen absieht, auf Pfifferlinge. Nun mag es ja stimmen, daß dieser Allerweltspilz am häufigsten vorkommt und infolgedessen auch am bequemsten zu sammeln ist. Immerhin fällt es uns auf, daß manche anderen Pilze, die den Pfifferling an Güte übertreffen und in guten Jahren ebenfalls in Massen vorkommen, fast nie angeboten werden. Hier denken wir vor allem an den Perlpilz, der speziell in Kieferwäldern oft in unvorstellbaren Mengen wächst, und an einen der schönsten unter unseren deutschen Pilzen, den großen Schirmling, der seines sonnenschirmähnlichen Aussehens komischerweise meist den französischen Namen Parasolpilz trägt. Auch ihn, der wie der Perlpilz vorzüglich schmeckt, treffen wir in lichtem Nadelholz und Mischwäldern und an ihren Rändern an. Bundeswettkampfschießen der Kriegerkameradsckaft Lollar. Am Sonntagvormittag tratdie Kriegerkameradschaft Lollar erstmalig zum diesjährigen Wettkampfschießen des NS.-Reichskriegerbundes an. Die 28 Teilnehmer marschierten vom Sammelplatz an der Schule zum Schießstand der Kriegerkameradschaft Daubringen, wo dem eigentlichen Wettkampfschießen ein Uebungsschießen vorausging. Die Resultate sind in Anbetracht dessen, daß sich die jüngeren Kameraden unter den Fahnen befinden und die Teilnehmer am Schießen schon älter sind, als gut zu bezeichnen. Die Reichskriegersührung hat hierauf Rücksicht genommen, indem sie eine leichtere Hebung (5 Schuß iegend freihändig) vorschreibt. Hitler-Zugeni» im sportlichen Leistungskamps. Bann- und Untergaumeisterschaften in Bad-Ikauheim. Am Samstag und am gestrigen Sonntag hatte Bad-Nauheim die Hitlerjugend des Bannes 116 zu Gast, soweit sie sich in den Ausscheidungskämpfen am Sonntag vorher für die Meisterschaften des Bannes bzw. des Untergaues qualifizierte. Schon am Samstag traf eine stattliche Anzahl der jugendlichen Wettkämpfer ein, blieb zu Nacht in Bad-Nauheim und war gut untergebracht. Am Samstag wurden die Wettbewerbe zum Reichssportwettkampf erledigt. Am Sonntagvormittag fanden sich dann viele Kameraden und Kameradinnen in der herrlich gelegenen Tscham- mer- und Osten-Kampfbahn ein, um sich nach einer würdigen Morgenfeier und Flaggenhissung in den Vorkämpfen zu den Einzel- und zu den Mannschaftskämpfen zu messen. Der Nachmittag brachte dann die Entscheidungen. Zahlreiche Zuschauer fanden sich dazu ein und gingen begeistert mit. Man bekam eine Reihe begeisternder Leistungen zu sehen und konnte erkennen, daß die Leibesübung in der Hitler-Jugend breiten Boden gewonnen hat, andererseits aber auch die Zusammenarbeit von Hitler-Jugend und Reichsbund für Leibesübungen in ihrer günstigen Auswirkung bewiesen wurde. Die Bannführung erkennt die fördernde Mitarbeit der Kameraden im Reichsbund für Leibesübungen dankbar an. Die gesamte Veranstaltung wickelte sich erfreulich rasch ab, wenn auch zu wünschen gewesen wäre, daß zu der einen oder anderen Uebung schneller angetreten worden wäre. Die Siegerehrung beschloß den Wettkampftag. Bannführer Odenweller hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die Verpflichtung hinwies, in der Heimat weiterzuarbeiten und den älteren Kameraden, die nun im Felde stehen, zu zeigen, daß die Hitler-Jugend auf dem Posten ist. Anschließend verlasen der L- Stellenleiter Fontius und die Untergau-Sport- wartin L. Fuhry die Ergebnisse des Tages. Den Siegern wurden Urkunden überreicht. Bannführer Ode.nWeller und die Untergauführerin Käthe Töpelmann beglückwünschten die Sieger und Siegerinnen durch Handschlag. Mit der feierlichen Einholung der Flaggen fand der Wettkampftag seinen Abschluß. Sie ßrgebniffe. Hitler-Jugend, Klasse A. 100-Meter-Lauf: 1. Frz. Deppner, 38/116, 11,5; 2. Helmuth Becht, MHI. 1/116, 11,6; 3. Dietrich, MHI. 1/116, 11,7 Sek. 400-Meter-Lauf: 1. Jox, MHI. 1/116, 54,4; 2. Engelbert Klein, Fhl. 33/116, 54,9; 3. Vogel, Gef. 19/116, 63,4 Sek. 800-Meter-Lauf: 1. Leopold Vieland, Fhl. 2/116, 2:08,9; 2. Flick, MHI. 1/116, 2:17,9; 3. (Sa- Wein, Mot. 3/116, 2,32 Min. 1500-Meter-Lauf: 1. Karl Fischer, Gef. 42/116, 4:33,3; 2. Brendel, Gef. 33/116, 4:42,1; 3. Heini Döll, Fhl. 4/116, 4:49,9 Min. Hochsprung: 1. Erwin Kreiling, 19/116, 1,68; 2. Günther Landgrebe, 33/116, Kurt Kohlhage, 34/116, Wolfgang Stratmann, Fhl. 1/116, je 1,68 Meter. Weitsprung: 1. Deppner, 38/116, 6,75; Kurt Engel, 15/116, 6,30; 3. Boll, Fhl. 1/116, 6,18 Meter. Dreisprung: 1. Rob. Hartmann, Ges. 34/116, 12,29 Meter; 2. Dietrich, MHI. 1/116, 11,66; 3. Krieger, Gef. 6/116, 11,53 Meter. Keulenweitwersen: 1. Kurt Engel, Gef. 15/116, 65,50; 2. Fritz Döll, M. 5/116, 61; 3. Hans Grieb, Gef. 10/116, 57 Meter. Kugelstoßen: 1. Artur Sack, Gef. 6/116, 11,48; 2. Kurt Engel, Gef. 15/116, 10,96; 3. Hans Grieb, Gef. 13/116, 10,94 Meter. Speerwerfen: 1. Kurt Engel, Gef. 15/116, 46; 2. Stratmann, Fl. 1/116, 37,25 ; 3. Hans Grieb, Gef. 10/116, 36,65 Meter. Diskuswerfen: 1. Sack, Gef. 6/116, 31,82; 2. Engelbert Klein, Fhl. 33/116, 31,21; 3. Theo Becker, Gef. 33/116, 30,42 Meter. Reichssportwettkampf: 1. 34/116 2750; 2. 33/116 2713 Punkte. Hiller-Jugend, Klasse B. 100-Meter-Lauf: 1. Herbert Witzel, Gef. 33/116, 12,1; 2. Hans Rinn, MHI. 1/116, 12,1; 3. Günther Heck, SRD. 1/116, 12,1 Sek. 1000 -Meter-Lauf: 1. Heck, SRD. 1/116, 2:57,2; 2. Beyer, SRD. 1/116, 2:57,6; 3. Rinn, MHI. 1/116, 2,58 Min. Hochsprung: 1. Wolfgang Schonebohn, Fhl. 4/116, 1,60; 2. Adolf Menges, 6/116, 1,60; 3. Siegfried Schulmeyer, Fhl. 31/116, 1,60 Meter. Weitsprung: 1. Herbert Witzel, 33/116, 5,79; 2. Hans Rinn, MHI. 1/116, 5,65; 3. Ludwig Frey, Na. 1/116, 5,63 Meter. Keulenwerfen: 1. Friedrich Rüdiger, Gef. 34/116, 61; 2. Wilhelm Gebhard, Gef. 33/116, 60; 3. Ludwig Mank, Allendorf, 54 Meter. Kugelstoßen: 1. Werner Kreiling, Gef. 6/116, 12,14; 2. Rudolf Hainer, Lehrshl., 10,63; 3. Otto Dietz, Fhl. 31/116, 10,18 Meter. 4X100-Meter-Staffel. HI. — B.: 1. Gef. 33/116 50,5 ; 2. Gef. 6/116 50,8; 3. Mtv. Gießen 51,6 Sek. Fußball: HI. - Mannschaft Gießen — HJ.° Mannschaft Friedberg 4:0. Deutsches Jungvolk. 75-Meter-Lauf: 1. Ewald Schwab, Fhl. 13/116, 9,7; 2. Erwin Kreiling, Fhl. 19/116, 10,5; 3. Heinz Becker, Fhl. 2/116, 10,5 Sek. Hochsprung: 1. Richard Drebes, Fhl. 33/116, 1,27; 2. Friedrich Hill, Fhl. 3/116, 1,27; 3. Hans Kuhl, Fhl. 4/116, 1,22 Meter. Weirsprung: 1. Erwin Kreiling, Fhl. 19/116, 4,80; 2. Ewald Schwab, Fhl. 13/116, 4,73; 3. Heinz Becker, Fhl. 2/116, 4,67 Meter. Schlagb allweitwerfen: 1. Erich Rinn, Fhl. 6/116, 64; 2. Otto Laux, Fhl. 9/116, 62,50; 3. Willi Kreiling, Fhl. 19/116, 61 Meter. Reichssportwettkampf D I.: 1. Fähnlein 9/116 2230; 2. Lehrfähnlein Gießen 2218; 3. Fähnlein 23/116 2170 Punkte. 4X75°Meter-Staffel D I.: 1. Fähnlein 2/116 43,5; 2. Fähnlein 3/116 44,1; 3. Fähnlein 6/116 44,2 Sek. BDM. Klasse A. 100-Meter-Lauf. 1. Hermine Buß, BDM.» Werk la/116, 13,5 Sek.; 2. Gertrud Hörder, M.- Gruppe 7/116, 14,3; 3. Reitz, M.-Gruppe 26/116, 14,7 Sek. Weitsprung. 1. Hermine Buß, VDM^-Werk la/116, Mtv. Gießen, 4,8; 2. Lis. Steinbrecher, M./26, 4,78; 3. Gertrud Hörder, M.-/7, Tv. Klein- Linden, 4,51 Meter. Hochsprung. 1. Gertrud Hörder, M.-G. 7, 1,35; 2. Elisabet Schäfer, M.-G. 13, 1,30; 3. Irmhild Schmidt, M.-G. 2a, Mtv., 1,30 Meter. Kugelstoßen. 1. Irmhild Schmidt, M.-G. 5, Mtv., 8,33; 2. Erna Grögor, M.-G. 31, 7,42Ve; 3. Elli Köhler, M.-G. 15, 7,18 Meter. Diskuswerfen. 1. Irmhild Schmidt, BDM.- Werk la/116, Mtv., 26,44; 2. Hedi Geist, BDM.- Werk la/116, Mtv., 24,53 Meter. Speerwerfen. 1. Irmgard Euler, IM. 24, Tv. Grünberg, 16; 2. Erika von Bentheim, M.-G. la, Mtv., 13,20 Meter. ^XlOO-Meter-Staffel. 1. Mädelgruppe 26/116, 59,6 Sek. BD7N.klasie B. 75-Meter-Lauf.' 1. Ilse Roth, MG.3/116, 10,5; 2. Marianne Schäfer, M.-G 33/116, 10,6; 3. Rosemarie Andres, M.-G. 33/116, 10,6 Sek. Weitsprung. 1. Ilse Braun, 4,52; 2. Rosemarie Andres, 33/116, 4,40 ; 3. Griseldis Gutsch, 33/116, 4,28 Meter. Hochsprung. 1 Margret Leistert, 26/116, 1,28; 2. Else Braun, 26/116, 1,23; 3. Annelore Kratz, 5/116, 1,23 Meter. Schlagb allwerfen. 1. Emmi Dick, M.-G. 7/116, Tv. Lang-Göns, 54,50; 2. Annelore Kratz, M.-G. 5/116, Mtv. Gießen, 46; 2. Meta Leidner, M.-G. 15/116, 46; 3. Erika Riefer, MG. 33/116, 45 Meter. 4X75-Meter-Staffel. 1. Mädelgruppe 3/116, 43,7; 2. Mädelgruppe 33/116, 44,4; 3. Mädelgruppe 26/116, 46,3 Sek. ReichssportwettkampfBDM. 1. Mädel- gruppe 33/116, 2171 Punkte; 2. Mädelgruppe 3/116, 1969 Punkte. BD21t-öerF. 100-Meter-Lauf. 1. Elfriede Krack, BDM.° Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 13,7; 2. Emmi Reinstädter, M 6/116, Tv. Heuchelheim, 13,8; 3. Else Ludwig, BDM.-Werk la/116, VfB.-R., 14,1 Sek. Wertsprung. 1. Elfriede Krack, VDM.-Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 4,71; 2. Frieda Reichwein, BDM.-Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 4,26; 3. Ursel Hennich, 3.54 Meter. Hochsprung. 1. Frieda Reichwein BDM.° Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 1,35; 2. Elsriede Ktack, BDM.-Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 1,35 Meter. Kugelstoßen, 1. Emmi Reinstädter, M.-G. 18/116, Tv. Heuchelheim, 8,99; 2. Gertrud Muhl, BDM.-Werk la/116, VsB.-R., 8,70; 3. Else Ludwig, BDM.-Werk la/116, VfB.-R. Gießen, 8,40 Meter. Diskuswerfen. 1. Gertrud Muhl, BDM.- Werk la/116, VfB.-R., 21,52; 2. Emmi Reinstädter, M.-G. 6/116, Tv. Heuchelheim, 21,42; 3. Else Ludwig, BDM.-Werk la/116, VsB.-R., 19,51 Meter. Speerwerfen. 1. Herta Brüning, M.-G. la/116, Mtv. Gießen, 26; 2. Else Ludwig, M.-G. la/116, VfB.-R. Gießen, 18 Meter. Staffel. 1. BDM.-Werk la/116 Gießen, 60,7 Sek. Jungmädel. 60-Meter-Lauf. 1. Lini Maus, IM. 1/116, 8,6; 2. Waltr. Magerkurth, IM. 31/116, 8,8; 3. Hilde Pötsch, IM. 31/116, 9,0; 3. Beate Kreiling, IM. 2/116, 9,0 Sek. Weitsprung. 1. L. Lenzi, IM. 1/116, 4,35; 2. Lilli Maus, IM. 1/116, 4,30; 3. Gerdi Schmandt, IM. 6/116, 4,28 Meter. Hochsprung. 1. Ilse Hofmann, IM. 26/116, 1,20; 2. Erika Lang, IM. 21/116, 1,20; 3. Ilse Peppler, IM. 21/116, 1,16 Meter. Schlagballwerfen. 1. Ilse Hofmann, IM. 26/116, 48; 2. Lydia Schrauth, IM. 31/116, 46; 3. Gertrud Beck, IM. 27/116, 45 Meter. Reichssportwettkampf. 1. JM.-Gruppe 1/116, 2461; 2. JM.-Gruppe 33/116, 2416; 3. JM.- Gruppe 31/116, 2410 Punkte. Endrunden-Teilnehmer um die deutsche Fußball-Meisterschaft ermittelt. In den Gruppen-Endspielen um die deutsche Fußball-Kriegsmeisterschaft steht zwar noch die Begegnung zwischen dem Köln-Mülheimer SV. und Schalke 04 aus, aber nach den Kämpfen des Sonntags ist bereits alles klar zur Vorschlußrunde. Zum Dresdner S C., der sich bereits am vergangenen Sonntag den Sieg in der Gruppe 2 erkämpfte, haben sich am letzten Juni-Sonntag der vorjährige Meister Schalke 04, der Ostmarkmeister Rapid Wien und Badens junge Meistermannschaft SV. W a l d h o f gesellt, so daß jetzt das Viererfeld der Vorschlußrunde komplett ist. Die Ergebnisse des Sonntags. Gruppe 1 in Berlin: Un. Oberschöneweide — Rapid Wien 1:3 (0:1). Gruppe 3 in Berlin: Schalke 04 — Fort. Düsseldorf 1:1 (0:1). Gruppe 4 in Mannheim: SV. Waldhof — Kickers Offenbach 4:0 (2:0); in Stuttgart: Stuttgarter Kickers — 1. FC. Nürnberg 2:0 (2:0). Kriegsmeisterschaften der Gießener Gtudenlen. Am gestrigen Sonntag wurden die diesjährigen Kriebs-Universitätsmeisterschaften ausaetragen. Die Beteiligung war den augenblicklichen Zeitumständen entsprecheiü), sehr gut. Die Wettkämpfe wurden mit dem Sechskampf der Kameradschaften eröffnet. Dieser Wettbewerb war von vornherein äußerst spannend, da auf Grund.der Voreraebnisse die Entscheidung nur zwischen den Kameradschaften „Kießling" und „Brockwitz" fallen konnte. Es wurde zäh um jeden Punkt gekämpft. Nach Erfüllung sämtlicher Disziplinen sicherte sich die Kameradschaft „Brockwitz" mit einem Vorsprung von 9 Punkten den 1. Platz. Auch in den Einzelkämpfen wurde erbittert um den Sieg gerungen. Pen 100-Meter-Lauf gewann Rückert aeaen starke Konkurrenz mit 12,1, während Krausch sich in überlegenem Stil den 1500- Meter-Lauf sicherte. Auch die 200 Meter gewann Rückert, während Sbresney sich im 400-Meter-Lauf den Sieg holte. Auch unsere Studentinnen warteten mit guten Leistungen auf. In dem spannenden 80-Meter-Lauf gab es ein totes Rennen zwischen Frl. Rosentreter und Frl. Jüres mit der Zeit von 13,3. Als Abschluß der Wettkämpfe wurde die 4X100- Meter-Stafsel gelaufen. Als erbitterte Gegner standen sich auch hier die Kameradschaften Kießling und Brockwitz gegenüber. Es liefen für die Kamerad- chast Kießling: Brachetti, Schlaudt, Rückert, Schmidt, ür die Kameradschaft Brockwitz: Frorath, Haber- mehl, Gromann, Hammer. Mit einer Zeit von 49 Sekunden gewann die Kameradschaft Brockwitz die Staffel, mußte dann aber nachträglich wegen lieber» chreitens des Wechsels distanziert werden. Die Ergebnisse folgen. Keine Sm von Sauü. Roman von Charlotte Kaufmann. 30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Wie fahre ich da am besten?" wollte Jngeborg wissen. „Fahren? Da können Sie nicht fahren, Fräulein. Mit dem Wagen nicht. Alles Sand da. Nur ein schmaler Weg, .mit Strandgras bewachsen." „Wie lange geht man zu Fuß?" „Ach, eine halbe Stunde." „Eine halbe Stunde", stöhnte Evamaria. „Wir fahren zurück." „Wir gehen", sagte Jngeborg hartnäckig. „Steige aus." „Du bist verrückt. Komplett verrückt." Die Studentin kroch aus dem Wagen. „Es ist so warm hier drin, und jetzt jagt sie mich heraus." „Warm", höhnte Jngeborg. „Vorhin sagtest du, mein Katalytofen wäre nur eine Attrappe." Sie ließ das Kühlwasser auslaufen und wickelte die Wagendecke über Motor und Kühlerschutzhaube. „Wenn wir rasch gehen, wird uns warm werden." Sie stapften über gefrorenen Sand. Der Wind pfiff, grün lag das Meer. „Dort in der Ferne ist das Haus. Ich sehe es!" rief Jngeborg. Sie hielt den Kopf geradeaus und kämpfte sich durch die Mauer des Winders. „Wir sind erfroren, bevor wir ankommen", stöhnte Evamaria. „Ich bin bei Gott Kummer gewohnt und ein Mensch der Tat. Aber diesen Weg hier halte ich für Blödsinn. Ausgerechnet um deiner Marotte willen holen wir uns die schönste Lungenentzündung. Laß docb die Frau dort zufrieden." „Mache den Muno zu und stecke ihn in den Schal!" rief Jngeborg. „Dir kann der Wind doch nichts anhaben. Du bist ja angezogen wie ein Eskimo. Was soll ich sagen!" „Du? Nun, dir ist warm. Das kann ich mir den- ken. Wenn sich ein Mensch etwas einbildet, dann schadet ihm weder Kälte noch Hitze, wenn er nur das erhält, was er will. Trotzdem ist deine Nase schon ganz blau. Ich bezweifle, ob sich das schön auf einem Gemälde macht." Sibylle stand am Strand, als die fremden Mädchen über die Dünen kamen. Sie war dabei, Wildenten und Möwen zu füttern. Eine fremde Stimme, ein leises „Hallo" ließ sie aus ihrem grübelnden Starren aufwachen. „Hallo! Sind Sie Frau Hauck?" „Ich heiße Sibylle Hauck. Ja." Sie warf in einem hastigen Bogen den Rest des Futters den Vögeln hin und eilte zum Haus hinauf. „Wir kommen zu Ihnen, Frau Hauck. Mein Name ist Petersen. Jngeborg Petersen. Dies hier ist meine Freundin. Wir sind ganz durchgefroren." „Ja ... ja ..., es ist häßlich kalt. Kommen Sie herein." Sibylle beeilte sich, die Tür zu öffnen und den fremden Besuch ins Zimmer mi führen. „Ach, Gott fei Dank. Wir dachten schon, wir würden erfrieren." „Setzen Sie sich, bitte." Sibylle lächelte. „Was führt Sie zu mir?" „Ich möchte mich malen laßen", sagte Jngeborg. „Herr Keit hat mir erzählt, daß Sie so wunderbare Bilder malen. Und ich hatte schon lange vor ..." Evamaria in der Nähe des kleinen Ofens nickte eifrig. „Und wenn man sich schon malen lassen will, dann tut man das am besten, solange man noch jung ist, nicht wahr?" Jngeborg lächelte und nickte. „Ja, und deshalb bin ich hier. Der Weg war ein bißchen weit. Weiter, als mir Herr Keit schilderte ... es wäre nett, wenn Sie heute ... wenn Sie heute schon ein wenig Zeit hätten." Sioylle saß schmal und klein auf einem Hocker neben der Vitrine, aus deren Fenster die balinesischen Teufelsmasken fanattsch grinsten. Es kam iyr alles sehr überraschend. Joachim hatte diesem hübschen Mädchen erzählt ... „lieber den Preis des Bildes können wir uns ja noch einigen. Das spielt keine Rolle", sagte Inge- borg. „Ich will nur ein Kopfbild. Kopf und Schultern. Wenn Sie Leinwand hier haben und Farben ... Das Tageslicht dürfte vielleicht im Augen- blick noch genügen." Sie hob den Kopf und sah durchs Fenster nach dem Himmel. „Es wäre mir lieb, wenn ich nicht allzu oft hier heraus müßte." „Doch, sicher", erwiderte Sibylle zuvorkommend, „wenn Sie wollen, dany können wir gleich anfan» gen. Wenn es Ihnen nicht zu kalt ist im Atelier. Ich habe natürlich nicht gewußt ... Aber warten iroanb im Nebenraum. elte Evamaria. Sie sah als die vor. Sie einen Augenblick. Ich werde den Ofen drüben rasch anzünden." Aber S.bylle tat nichts weiter, und sie erwiderte auch nichts Besonderes. „Ja hoffentlich wird das Bild schon sagte sie nur, während die Kohle feine Umrisse auf Die Leinwand warf. Dann holte sie die Palette, Pinsel und Farben. Nur eine Sekunde lang wanderten ihre Augen durch die gewürfelten Fenster hinaus an den Strand, auf dem noch sieben Krähen einherstolzierten. Die Möwen und die Enten waren schon wieder abgezogen. ,^ch bewundere Sie", sprach Jngeborg, ohne die „Das spielt keine Rolle. Es gibt Männer, Ziehen reifere Frauen den jungen Mädchen llebrigens ist sie noch lange nicht dreißig." Sibylle kam wieder und lud die Damen ins Atelier. Jngeborg nahm auf einem Korbstuhl Platz und lockerte die Haare über der Stirn. Die glasgrüne See starrte zum Fenster herein. Lauter und stärker war hier das Donnern des Meeres und das Pfeifen des Windes. Evamaria kauerte sich auf einen Hocker und hielt die Hände gegen den Ofen. „Daß Sie bas hier aus- halten können", sagte sie unb verfolgte aufmerksam den Kohlestift in Sibylles Hanb. 3a, Herr Keit erzählte mir schon, baß Frau Hauck außerorbentlich einsam wohnt", nickte Jnge- borg. „Muß ich sehr stillhalten?" „Ja, ganz still. Vielleicht senken Sie bas Kinn ein wenig. Lächeln Sie einmal." Jngeborg lächelte unb zeigte ihre weißen Zähne. „So, bleiben Sie so." Evamaria nickte. „Ja, so ist es hübsch. Sv wirb es Joachim gefallen. Meine Freunbin", roanbte sie sich ZU Sibylles Rücken, „meine Freunbin wirb sich bemnächst mit Herrn Keit verloben, wissen Sie." In ihren Augen lag ein wenig Bosheit. Sie wollte sehen, was Sibylle barauf erroibem ober tun würde. Man konnte daran sehen, wie weit sie mit diesem Mann war, der Jngeborg Petersens ganzes Denken ausfullte. Haltung zu verändern, „ich bewundere Sie außer- ordentlich, Frau Hauck. Herr Keit hat mir erzählt oon Ihrem schweren Schicksal und weshalb Sie so allein sind. Aber Ihr Mann lebt ja noch. Er wird sicher bald zurückkommen. Er ist wohl schon auf bem Weg hierher?" Was redet dieses Mädchen, dachte Sibylle. Herrgott, was redet dieses fremde blonde Ding, bas ich. malen soll. Auf bem Weg hierher! Unmöglich, daß Joachim . v unmöglich. Sie hatte ihn'seit der Fahrt in die Berge nicht mehr gesehen, und damals sagte er ihr, daß Detlef Hauck tot sei. Sie drückte einen Kranz bunter Farbflecke auf bie Palette. „Sie müssen das Kinn ein wenig tiefer Lotten"' sagte sie ruhig, so daß Evamaria neben Dem Ofen anerkennend nickte. Eine kleine Komödie hier, dachte die kleine Stu- oentin belustigt, unb ihr nüchterner, praktischer tomn beobachtete, währenb ber eiserne Ofen feine Warme über sie ergoß. roar ,e5 lange still. Jngeborg burfte sich nicht rühren, sie mußte lächeln unb schweigsam sein. Außerbem war ja auch burch bie Hilfe von Eva- maria jetzt schon alles gesagt, was sie vorgehabt hatte hier zu sagen. Evamaria war nun damit beschäftigt, bie Pinsel- 'triche unb bie Farbkleckse zu verfolgen, bie Sibylle auf bie Lemwanb trug, unb Sibylle selbst war jetzt von ihrer Arbeit so gefangen, burfte nicht benfen, mutzte Schatten unb Schattierungen ftubieren, Farben, Nuancen. Allmählich fror Jngeborg. Das Pfeifen bes Win- Des allein machte ihr kalt, unb es zog von ben Fenstern Das Lächeln auf ihrem Gesicht erfror unö würbe eine wesenlose Maske. Das Meer vor Dem Hause schien ihr böse zu sein, wie ein wilbes r-eJr- ivurbe zum allgewaltigen Sturm. Und plötzlich fürchtete sie sich vor ber herben Frau, Dte sie angelogen hatte, bie hinter ber Staffelei Augen immer unb immer roieber in ihr Gesicht sahen, als wollte sie alles, alles heraus lesen. ^mmer unb immer roieber hob sich ber bunkle Kopf, bas blaßbraune Gesicht hinter bem Leinwand- rahmen Immer von neuem starrten diese Augen in die ihren, tasteten über ihren Mund, ihre Nase, ^re Stirn. (Fortsetzung folgte Sie holte Holz unb versch „Eine schöne Frau", läch, schabenfroh aus. „Finbe ich nicht einmal." „Doch, boch. Die Frau ist schön." „Sie ist minbeftens fünf, sechs Jahre alter ich"