Samstag. /Sonntag, 2 Juni MO Eichener Anzeiger Auf den Straßen der Vernichtung l n Eine italienische Bilanz [teil von der deut- Nervöse Geschäftigkeit in Paris. er Angriff gegen fchen Heeres in enige Kilometer liefen er Kanäle geschützten die Reste des eng- dem flachen, nunmehr und durch Anstauungen Bogen längs der Küste ; Sick- im. n; htk W ist für neue Aufgaben frei geworden. Die Gefangenen- und Beutezahlen konnten auch noch nicht überschlägig ermittelt werden. Der Einsatz der Luftwaffe war im Laufe des 30.5. durch die Wetterlage stark beeinträchtigt. Trotzdem wurden die Hafenanlagen von Dünkirchen erneut angegriffen. Die Kriegsmarine übernahm im gesamten holländischen und in dem in unserer Hand befindlichen belgischen und französischen Küstengebiet die K ü st e n verte i d i g u n g. Einem deutschen Schnellboot gelang es, vor der belgischen Küste einen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuh zu versenken. 3n der Nacht zum 31. 5. griffen wiederum britische Flugzeuge in Norddeulschland nichtmilitärische Ziele an. Wesentlicher Schaden ist nirgends angerichtet worden. In Südholstein wurde ein feindliches Flugzeug durch Nachtjäger abgeschossen. 3n Nordfrankreich verlor der Feind drei französische, vor Stavanger ein britisches Kampfflugzeug in Luflkämpfen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. wlfchen Furnes — Bergues und westlich ünkirchen ist im Gange. Der Gegner wehrt sich io: zähe in dem Bestreben, möglichst viel Solda- m, wenn -auch ohne Gerät, auf die Schiffe zu ptten. Die um Eafsel eingeschlossenen englischen rüste wurden bei dem Versuch, nach Norden Rrchzubrechen, aufgerieben. Die Blasse der rutschen Divisionen im Artois und in Flandern HM!' I.; Gack' m(1 n je ren * t, bur Heriw tut * n ! -O n. e. cim - >w stellt sei und es gnüge, durch das Luftbombardement verursachte Schäden wieder auszubessern, um die Bahnlinie wieder gebrauchsfähig zu machen; und zweitens würde der ganze Norden von Norwegen nunmehr durch die Front von Narvik geschützt. Der Londoner Rundfunk sagt: „Blan darf getrost behaupten, dah Narvik ein vollwertiger Ersah für die verlorenen Kanalhäfen darstellt." wir erfahren hierzu von amtlicher Seite: Die Eisenbahnstrecke von Narvik bis zur schwedischen Grenze ist rund 50 Kilometer lang. Die deutschen Truppen haben die gesamte Eisenbahn st recke bis auf den kleinen Teil, der durch die Stadt Narvik führt, fest in der Hand und sichern auch das Gelände um diese Bahn durch weit nach Norden und Süden vorgeschobene Postierungen. Ein Blick auf die Karte beweist, dah durch die Besetzung der Stadt Narvik eine Verbindung nach Schweden noch lange nicht geschaffen ist. Die Besetzung hat also keineswegs die Bedeutung, die havas verkündet, havas versucht bemühte 3rreführung, um von der britisch- französischen Niederlage in Flandern abzulenken. L; P vW ter i> I. et» agn, e i w )äui l eie i*' ■n i- iftflo. IM W baßif. Deutsche Kavalleristen in einem zerstörten Dorf in Flandern auf dem Wege nach Tournai. (PK.-Titz-Scherl-M.) !lil 5 flin',» |i6» eN« i)eiN:: rupo61 ef «J anzi alten» aaren« ichriebc' er iinn'B •/! xi jogen. Die französischen Armeen aufgerieben ober gefangen. Die Neste des britischen Expeditionskorps in schmalem Küstenstreifen zusammengedrängt Llnübersehbare Masten an Gefangenen und Kriegsbeute. Berlin, 31. Blai. (DBB.) Aus London wird oirfünbct, dah die brilifchen Truppen bei B o d ü, Irt weilen füdlich von Barvik, mit Erfolg den Rutschen Vorstoh auf Bamfos a u f h a l t e n und eben Widerstand leisten, der den besten Tradilio- nm der britischen Armee entspräche. Schottische, ivallisische und irische Regimenter seien an dieser IIaffentat beteiligt. Von amtlicher deutscher 5t U e erfahren wir, dah der Widerstand dieser biilischen Armee am 30. wai gebrochen wurde. Lin Teil der britischen Truppen wurde nach Osten grgcn die schwedische Grenze abge- ir ä n g t. Ein weiterer Teil hat sich auf die Stadt Bodö zurückgezogen und kleinere !• uppenverbände flüchteten nach Borden Id das unwegsame und unbewohnte Bergland. Auch btt Ausgang dieses Kampfes entspricht also ki besten Traditionen der britischen Armee, wie aur sie von den Kriegsschauplätzen in Borwegen, Holland, Belgien und Bordfrankreich kennen. 3n einem Bericht vom 30. wai behauptet o a s, dah die Besetzung Barviks von g'^her taktischer Bedeutung sei. Weil die V e r - i ndung mit Schweden über die Eisenbahn ntm Barvik nach Riksgränsen wieder herge- 0°rj « Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. DBB. Führerhauplquartier, 31. wai. as Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Während die Masse der französischen ruppen in Bordostfrankreich aufgerieben der gefangen ist, leisten an wenigen Stellen ersprengte und eingefchlossene Abteilungen noch Jiderstand. Er wird in kurzer Zeit gebrochen sein. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/jUbrdesÄormiHagS Grundpreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. WiederholungMalstastelt AbschlmseMengenstaft'elB Platzvorschrift (vorherige Bereinbanmg)25"/omebr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. au»-." d> i* eint* WS*. ,*** England und Frankreich Deutschland aushungern wollten, befinden sie sich auf ernährungswirtschast- sichern Gebiet in größten Schwierigkeiten, weil sie ihre natürlichen Lieferanten einaebüßt haben und weil die englische Küste zum Groh: schen Luftwaffe, den U- und Schnellbooten beherrscht wird." Wo war die Grand Fleet? Rom, 1. Juni. (Europapreß.) „Groß und ernst ist die Bedrohung des Herzens des britischen Imperiums, des englischen Jnselreiches", so schreibt der Direktor der „Tribuna", Nationalrat Guglielmotti. Die zu seinem Schutz geschaffene Heimatflotte habe beim Kampf am Mittwoch gefehlt. Nur der Weg über die schmale, die englische vyn der französischen Küste trennende Wasserstraße hätte die Reste des zertrümmerten englischen Expeditionskorps retten können. Weil sich die dezimierten englischen Regimenter an den Gestaden des Aermel- kanals in der Hoffnung auf Rettung gedrängt hät- Sv Jahrgang Rr.128 rrictieim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: DieIllustrierte öiehener Familienblätter timatimBild DieSckolle flonatS-Bezngsvreiö: M4Beilagen.RM.1.95 )bneAllustrierte * 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 ucb bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern ifolge höherer Gewalt lernfprechanschluh 2251 Drahtanschrift „Anzeiger" । »ostscbeck 116sksFrankfM. Die französische Bevölkerung scheint den Beruhigungspillen nicht mehr zugänglich zu sein, denn es heißt weiter in dem Bericht, mittlerweile verrate die öffentliche Meinung immer stärker ihre Ratlosigkeit. Die restliche Schilderung der Gemütsverfassung der Franzosen, die nicht weniger als 170 Worte umfaßte, hat der französische Zensor q e - strichen, was immerhin bezeichnende Rückschlüsse auf die Volksstimmung zuläßt. Zum Schluß weist der Berichterstatter noch auf die Angst der Franzosen vor einem unmittelbar bevorstehenden Eintritt Italiens in den K r i e g hin. „Ordre" chreibt, es sei eine Schande, daß die faschistische Presse sich rühme, Italien halte durch seine Inter- ventionsdrohung eine Million französischer Soldaten art der Alpengrenze fest. „Giornale d'Italia" bemerkt dazu, die faschistische Presse erinnere sich nur allzu gut der wirklichen Schande Frankreichs in seiner Politik gegen Italien von 1919 bis 1939. Mailand, 1. Juni. (Europapreß.) Die „Ga- zetta del Popolo" schreibt: „Es nähert sich der Augenblick, da Italien eingreifen muß, um zur Neugestaltung Europas und der Kolonien auf Grund eines gerechten Friedens beizutragen. Militärisch wird der Verlauf der Ereignisse keine grundlegende Umwandlung mehr erfahren können. Seit Beginn der Offensive setzt das deutsche Heer von Sieg zu Sieg den Vormarsch nach dem Doppelziel, Paris und London, fort. Nach der Besetzung der Küste durch die deutschen Kräfte werden Frankreich und England nicht imstande sein, sich gegenseitig Hilfe zu leisten. Die Westmächte haben viel größere Verluste erlitten als die Deutschen, und man sieht nicht, von wo sie die Verstärkungen her- anholen sollten, um die Lücken auszufüllen. Die Ueberlegenheit der englischen Flotte wird durch die deutsche Luftwaffe und die deutschen Ferngeschütze zunichte gemacht. Vom politischen Gesichtspunkt aus gesehen, haben die fortwährenden Niederlagen um die Westmächte einen luftleeren Raum geschaffen. Das Prestige der Westmächte auf dem Balkan ist zusammengebrochen. Auch für Spanien hat die Stunde der Erfüllung seiner Aspirationen geschlagen und es erscheint nicht wahrscheinlich, daß Englands Sonderbotschafter Hoare den General Franco von der Erfüllung der natürlichen spanischen Aspirationen abbringen kann, der Befreiung Gibraltars und der Rückgabe Marokkos. Wirtschaftlich ist das Unwahrscheinliche eingetreten, Deutschland ist von einem blockierten zu einem blockierenden Land geworden. Nachdem Genf, 31. Mai. (Europapreß.) In der fron» zcnschen Hauptstadt herrscht eine außerordentliche » itische Geschäftigkeit. Der Draht mit London peelt andauernd. Die Stimmung in den Regie- iigstreifen ist außerordentlich sorgenvoll. Da die ? twicklung in Flandern die Westmächte vor eine lue und vorläufig unerwartete Lage gestellt hat, iff Reynaud den Ministerrat zusammen, an dem ätt alle Minister teilnahmen. Man bemerkte auch ßitain, Weygand und später auch den britischen 8'tschafter. Als wichtigster Punkt stand auf der t. gesordnung das Problem der Staatssicherheit nch innen und außen, ferner das immer fchwie- :i:-er werdende Versorgungsproblem für das Heer, mut der Soldaten der Westmächte in Belgien her- auszustellen, um so durch geschickte Schilderungen heroischer Leistungen, der Bevölkerung gegenüber die wirkliche Schwere der Situation zu verkleinern. Selbst bisher sachlich und ruhig schreibende Militärs, die sich durch das Geschrei der Boulevard- Journaille bis jetzt nicht beeinflussen ließen, machen heute dabei mit. So schreibt General Bröcard im „Jour": „Die französischen Divisionen des befestigten Lagers von Dünkirchen fahren fort, gegen einen unendlich stärkeren Feind, eine Belage- r u n g , m i e s ie Homer schildert, mit einer unversehrten Moral durchzuhalten. Die Armee des Generals Prioux (der General ist inzwischen in deutsche Gefangenschaft geraten und feine Armee aufgerieben) und die britische Armee —letztere hält den Flügel — setzen ihre Rückzugsbewegungen gegen das Meer fort." Frankreich bangt vor den weiteren deutschen Plänen. Rom, 31. Mai. (Europapreß.) In Frankreich, so berichtet der Pariser Vertreter des „Giornale d'Italia", fxage man sich gegenwärtig ängstlich, auf welches Ziel die deutschen Truppen nach der Beendigung Der Schlacht im Norden marschieren werden: auf Paris ober auf London ober auf beide Haupt st ädte zugleich. Im allgemeinen sei man der Auffassung, daß die b e iben Operationen im selbe nAugen- blick beginnen würden, da es den deutschen Generalen an Menschen und Material nicht mangele. Derartige Reserven schienen dagegen im Lager Der Westmächte nicht reichlich zu fein. Die Bevölkerung und die Flüchtlinge. Für die Sicherheit des Staates nach innen wurden neue rigorose Maßnahmen beschlossen, die aber der Oef- fentlichkeit noch nicht bekanntgegeben worden sind. Vom Oberkommando der Streitkräfte der Westmächte in Frankreich wurde mitgeteilt, daß sich Dünkirchen nach wie vor in den Händen der West- rnächte befinde. Der Londoner Rundfunk teilte mit, dah man größtes Vertrauen in Die Zukunft habe unD von Der militärischen Führung Des Generals Weygand höchst beeinbrurft sei. Mit allen möglichen ReDewenDungen versucht Die Pariser Presse durch ihre besten Journalisten und militärischen Mitarbeiter vor allem den Kampfes- ten, sei der Augenblick gekommen gewesen, b i e letzte Karte auszuspielen. Doch die englische Heimatflotte habe Den Einsatz oermieDen. Nur einige leichte Einheiten seien in Den Kamps geschickt worden, unD Die Menge Der Transportschiffe, Die Dem furchtbaren BombarDement Der Deutschen Flieger mit Dem bekannten Ergebnis preisgegeben roorDen seien. Daraus sei zu schließen. Daß Die größte Kriegsmarine Der Welt nicht mehr Die Möglichkeit habe, selbst Das Leden Der Heimat zu schützen. Die Seemacht Großbritanniens sei an Der Schwelle Des eigenen Hauses geschlagen worden. Das deutsche Flugzeug habe die Grand Fleet gezwungen, auf Die äußerste DerteiDigung Der Seegrenze zu verzichten. Die Opferung von Hekatomben vollbesetzter englischer Transporter im Aermel-Kanal [inD, wie Die „Lavoro Fascista" betont, nur eine Der Etappen Der unmittelbar bevorstehenDen Tragödie. Ebenso wie in Skandinavien habe die Luft- und Seeschlacht im Kanal aller Welt die Wertlosigkeit der englischen Seemacht gegenüber der mächtigen deutschen Luftwaffe bewiesen. — „Im Aermel-Kanal", so schließt das Blatt, „sind in diesen Tagen nicht nur die rauchenden Schiffstrümmer, sondern auch Großbritanniens Glaube undMythos ins Meer gesunken, d. h. mit anderen Worten, die alte Welt britischer Grausamkeit ist für immer dem Untergang geweiht." Die „Tribuna" weist weiter darauf hin, dah die Schlacht in Nordfrankreich und Belgien keineswegs nur eine Episode des Krieges, sondern ein für den Ausgang des gesamten Konflikts maßgebendes Ereignis fei. Die Franzosen und Engländer hätten in dieser Schlacht rund e i ne halbe Million Menschen und dazu nach eigenem Eingeständnis ihre besten Truppen mit einem ungeheuren Park von Panzerwagen, Geschützen, Kraftwagen und sonstigem Kriegsmaterial sowie ungeheuer viel Flugzeugen verloren. Damit hätten sie eine ausschlaggebende Verminderung ihrer Kampfkraft erlitten. Außerdem sei die Zusammenarbeit zwischen den Engländern und Den Franzoien durch Die Deutsche Besetzung Der Küste sehr erschwert roorDen. England, Das sich selbst beDroht sehe, sei in erster Linie auf feine eigene Verteidigung bedacht unD erliege Der Versuchung, Frankreich seinem Schicksal zu überlassen oDer ihm wenigstens nur mit höchst begrenzten Mitteln zu helfen. Frankreich Dagegen suche sich auf Der in hast befestigten Linie Somme—Aisne zu retten. General Weygand zögere aber, die ihm noch zur Verfügung stehenDen Divisionen in einer Angriffsschlacht aufs Spiel zu setzen. VrühlfcheUniverfltatrdnlckereiS.Lange General-Anzeiger für Oberhessen T-9 „Für neue Ausgaben frei." Die große Vernichtungsschlacht in Flandern ist beendet. Daran ändert auch nichts, daß hier und dort noch versprengte oder eingeschlossene Truppenteile der britisch-französischen Armeen planlos und ohne Zusammenhang miteinander gleichsam auf eigene Faust noch Widerstand leisten. Die Vereinigung Der von Westen, Osten unD SÜD en angreifen- Den Deutschen Armeen süDlich Der Linie Pope» ringhe—Cassel hat Die Trennung Der Verbündeten oollenDet und Den Keil zwischen Dem zur Küste flüthtenDen britischen Expeditionskorps und der nördlichen Gruppe der französischen Armeen gewaltig verbreitert. Die auf engstem Raum südlich Lille eingekesselten französischen Truppenteile sind aufgerieben oder gefangen, nachdem ihnen jede Aussicht genommen war, Den eisernen Ring Der deutschen Divisionen, der sich von Stunde zu Stunde immer mehr um sie zusammenpreßte und ihnen Den Atem nahm, nach Süden zu durchbrechen. Die französischen Nord-Armeen, eine aus ausgesuchten Truppenverbänden zusammengestellte Heeresgruppe, Die bestimmt war, Durch Belgien gegen Deutschland vorzubrechen und durch einen Vorstoß ins Ruhr- reoier die Schlagader Der Deutschen Wirtschaft zu Durchschneiden, Die Deshalb auch mit moDernen Waffen vorzüglich ausgerüstet war, Diese französischen NorDarmeeN sinD vernichtet. Alle Entlastungs- versuche, die der neue französische Generalissimus Weygand von Süden her in Richtung Amiens und von Südosten her in Richtung Montmedy—Sedan unternommen hat, haben nichts gefruchtet. Sie waren übrigens meist mit so unzulänglichen Kräften geführt roorDen, Daß bei Der Tiefe Der Deutschen SüDfront an einen Erfolg nicht zu Denken war. Der Wechsel im Oberbefehl sowohl wie im Kom- manDo der NorDarmeen mitten in Den Operationen hat also nicht nur nichts genützt, fonDern vielleicht eher noch zur allgemeinen Verwirrung beigetragen. Die Der unerwartete Deutsche Osfensivstoß und Die ebenso unerwartete Verbreiterung des Durchbruchs zwische^ Sambre und Maas nach Nordwesten zu in Richtung auf Den Kanal bei Der französischen Obersten Heeresleitung sowohl wie bei Der Truppenführung an Der Front angerichtet hatten. Wie Herr Reynaud und seine Clique politischer Hasardeure in Paris immer noch unentwegt an ein „Wunder" glaubten, das wie einst Frankreichs Schicksal in der Marneschlacht, nun Die französischen Nordarmeen aus ihrer von Tag zu Tag verzweifelter werdenden Lage retten werde, so gaben sich Der neue französische DberfommanbierenDe und seine Berater Der törichten Hoffnung hin, Der Deutsche Durchbruchskeil werde zu schwach sein, um Der Doppelten Belastung von Norden her Durch Die ein- gekesselten, nach Süden einen Ausweg suchenden französischen Armeen und gleichzeitig von Süden her durch die gegen Amiens herangeführten Entlastungstruppen zu widerstehen. Man wiegte sich immer noch in der Irrigen Vorstellung, daß es nur rasch oorgeroor- fene motorisierte Verbände seien, Denen bei ihrem schnellen Vorpreschen auf die Sommemündung und dann an die Kanalküste der Zusammenhang mit Die britischen Truppen bei Mö zersprengt. Narvik sott von derFtandern-Niedertage abtenken.-Eine mißglückteIrreführung. MA *1 r, < -H 'M KM S ÄUMP England in ängstlicher Erwartung ilniiberWar ist die Senfe an englischem Material in Lach der Eroberung des belgischen Forts Soncelles Wenige Minuten nach der Eroberung des belgischen Forts Boncelles durch die deutschen Truppen wurde diese Aufnahme gemacht. Einzeln verlassen die Angehörigen der Besatzung den Bunker, der viele Stellen des starken Beschüsses zeigt, um dann gefangen genommen zu werden. (PK.-Gutjahr-Presse-Bild-Zentrale-M.) können. Aus der Praxis der britischen Admiral!' tat, immer nur ein Bruchteil der wirk' lichen Verluste zuzugeben, ergibt sich mit w’ soluter Gewißheit, daß die Verluste der britische" Seestreitkräfte vor der französischen Küste ei" Vielfaches der von der britischen Admiralitor zugeaebenen betragen. Durch die Mitteilung übet die Versenkung des „Corlew" gibt die britische Admiralität zum erstenmal den Verlust eines eng' lischen Kriegsschiffes durch deutsche gerbomben zu. Dieses Eingeständnis entspnngl allein der bitteren Erkenntnis, daß -s rrmMP den Tatsachen ins Auge sehen und sie bis in die letzte Einzelheit verstehen lernen. Der größte Teil der Truppen sei auf einen - engen Raum bei Dünkirchen getrieben worden und stehe in schwerem Rückzugskampf gegen heftige Land- und Luftangriffe. Der einzige Weg sei der nach der Küste. Die Verluste an Material wurden enorm sein, denn es sei keine Zeit mehr, den Abtransport von Tanks, Geschützen und Vorräten zu decken. Dann bequemt sich das Blatt zu dem Eingeständnis, daß der Rückzug aus Flandern durch die belgische Kapitulation beschleunigt, aber nicht verursacht worden sei. Der wahre Grund sei die deutsche Ueberlegenheit vor allem in der Luft. Man wisse jetzt, daß keine schone breite Straße zum Sieg führe, sondern England werde die schwere harte Straße gehen müssen. Die im englischen Volk immer wieder erhobene Frage, was General Weygand tue, beantwortet der „Evening Standard": Weygand bereite die Verteidigung von Paris vor. Paris, Frankreich und damit die Sache der Alliierten werde nun hauptsächlich an der Somme, Aisne und der Magi- notlinie verteidigt, die bis zur Schweizer Grenze und vielleicht bis zu den italienischen Alpen ausgedehnt würde. „Sketch" kündigt einen großangelegten Plan an, der sich auf jeden Teil Englands erstrecken soll und von den Generalen Jronside und Paget, „den Helden des norwegischen Rückzuges", ausgearbeitet worden sei. Der Londoner Berichterstatter von „Stockholms Tidningen" meldet seinem Blatt, daß man in Lon- don, wenn der Wind von Osten weht, den Kanonendonner der Schlachten in Nordfrankreich und Flandern habe hören können. Von den Badeorten an der englischen Südostküste habe man sogar jede Nacht auf der gegenüberliegenden französischen Seite das grausige Schauspiel des Krieges vor Augen, das Mündungsfeuer der Geschütze und die Feuerscheine gewaltiger Brände. In London herrsche ein Zu st and nervöser Unruhe und alle Welt sei in ängstlicher Erwartung der Schrecken, die der immer näher kommende Krieg der britischen Insel bringen werde. Die britische Regierung trifft täglich neue, die berühmte persönliche und politische Freiheit der brittschen Demokratie immer mehr ein» 20. Mai die „Whitley" und am 26. 5. die „Wessex" verlor. Die Wafsepoerdrängung beträgt 1100 Tonnen, ihre Geschwindigkeit 34 Knoten. Die Bestückung der in den Jahren 1917/18 erbauten Schiffe besteht aus vier 10,2-cm-Ge schützen, zwei 4-cm-Flakge- schützen, vier Maschinengewehren und sechs Torpedorohren. Als Besatzung befinden sich 134 Mann an Bord. Weiter heißt es in dem Kommuniauö, daß die britische Flotte den Rückzug des britischen Expeditionskorps deckte und daß diese Operationen natürlich nicht ohne Verluste durchgeführt werden gischen Kanalhäfen in deutscher Hand befinden und nun, wie es unsere gestrige Karte sehr anschaulich darstellte, die deutsche Kampfbasis gegen die britischen Inseln wie eine ungeheure Zange von der norwegischen Küste bis hinunter zur Sommemündung, Nordsee und Kanal umklammert. Der Bewegungskrieg, den der geniale Operationsplan des Führers auf dem Kontinent Franzosen und Briten aufzwang, wird nun auch das Meer und die britischen Inseln unter seine Gesetze beugen. Der Be- itz der französisch-belgischen Kanalhäfen sichert nicht iur unserer U-Bootwaffe Stützpunkte, von denen ie noch in ganz anderem Ausmaße als im Weltkrieg von Zeebrügge aus im freien Weltmeer zu operieren vermag, sondern schafft auch unserer Luftwaffe, die ihre Ueberlegenheit in den letzten Wochen erneut so eklatant bewiesen hat, eine Ausgangstellung, von der ihr Arm mühelos über ganz Süd- und Mittelengland bis weit in die Irische See zu reichen vermag. Was das allein für Enalands wirt- chaftliche Versorgung bedeutet, die nach dem Aus- all der Zufuhren aus den nordischen Ländern, aus Holland und Belgien fast ausschließlich auf den Verkehr mit Uebersee angewiesen ist, das haben wir hier schon einmal angedeutet. Es sei nur daran erinnert, daß mit der Straße von Dover auch die Themsemündung und London im engsten allernächsten Bereich der deutschen Bombergeschwader liegen, von Calais bis London sind es in der Luftlinie nur rund 150 Kilometer, und die nur 37 Kilometer breite Straße von Dover liegt ja sogar im Feuer unserer Küstenartillerie. Nun nehmen 40 v. H. der Einfuhr ganz Englands den Weg über die Themsemündung, sie passierten im Jahre 1937, für das uns die letzten zuverlässigen Zahlen vorliegen, täglich etwa 80 Schiffe, wobei jedoch vom Warenumsatz im Londoner Hasen vier Fünftel auf die Einfuhr entfielen, und zwar zu einem großen Teil auf die Einfuhr von Lebensrnitteln für die Bevölkerung der Hauptstadt, in der sich mit ihren Vororten fast ein Fünftel der Bevölkerung ganz Eny- lands zusammendrängt. Wir sagten hier schon, wie wenig die Häsen der englischen Westküste imstande sind, den durch Umleitung des Verkehrs erhöhten Ansprüchen zu genügen, ganz abgesehen davon, daß auch sie keineswegs außerhalb des Bereichs unserer Luftwaffe liegen. Ob sich unter diesen ganz neuen Perspektiven, die sich für die deutsche Kriegführung aus dem Besitz der Kanalküste ergeben, die britische Schlachtflotte ihr Versteckfpiel in den Schlupfwinkeln der Orkney-Inseln noch langer leisten kann, wird die nächste Zukunft lehren. So stellt der deutsche Sieg in Flandern nicht nur Frankreich vor Probleme schwerwiegendster Art, sondern setzt den britischen Plutokraten geradezu die Pistole auf die Brust. Sie haben nun den Krieg, den sie in ihrer überheblichen Verblendung angezettelt haben, vor ihren eigenen Toren und werden ihm durch politische oder strategische Schachzüge irgendwelcher Art nicht mehr länger ausweichen können. Die Zerschmetterung ihres einst so gefeierten Expeditionskorps, dessen Trümmer nun sich über den Kanal in die Heimat zu retten suchen und nach ihren Eindrücken auf den Schlachtfeldern des Kontinente demoralisiert und zerlumpt für lange Zeit als Kampftruppe ausfcheiden, gibt Herrn Churchill ja schon einen Vorgeschmack davon, wie das deutsche Schwert zuzuschlagen vermag. Dr. Fr. W. Lange. Churchill gibt zu. Kopenhagen, 31. Mai. (DNB.) Aus London wird amtlich mitgeteitt, daß der britische Kreuzer „Carle w" (4290 Tonnen) infolge eines Bombenangriffes vor einigen Tagen an der Nordküste Norwegens gesunken ist. Die „Corlew" ist ein Flakkreuzer, der im Jahre 1917 gebaut wurde und 440 Mann Besatzung hatte. Seine Bestückung bestand aus acht 10,2-cm°Luftabwehrgeschützen, vier 4-cm-Geschützen und 4 MG.s. Die britische Admiralität bestätigt weiter, daß die Z e r st ö r e r „Graston", „Grenade" und „Wakeful", das Transportschiff „A b u f i r und mehrere Hilfsschiffe der englischen Flotte von deutsche» Streit« kräften verstenkt worden sind. Die Zerstörer „Graston" und „Grenade" gehören einer Gruppe von acht Einhetten an, die 1935 fertiggestellt wuxde und zu der auch die am 23. 11. 1939 zerstörte „Gipst)" und die am 11. 4. versenkte „Glowworm" , gehörten. Die Zerstörer haben eine Wasserverdrängung von 1335 Tonnen und eine Geschwindigkeit : von 35,5 Knoten. „Wakeful" gehört einer Klasse an, > die aus 18 Einheiten bestand, jedoch bereits am engende Maßnahmen. So wird eine einscheidende Verordnung bekanntgegeben, wonach es allen Zeitungen verboten ist, Artikel zu veröffentlichen, in denen gegen den Krieg Stellung genommen wird. Zeitungen werden sofort beschlagnahmt, die Artikel obigen Inhalts veröffentlichen sollten. Weiter heißt es daß sämtliche Telephon-Kioske der bei- den großen englischen Automobilklubs (Royal Auto- mobile Club und Automobile Association) von den Militärbehörden beschlagnahmt sind, um eine bessere Organisation zu bewerkstelligen. In ganz England sind in einem Ab stand von etwa fünf Mei- len auf allen 'Straßen die für Kraftfahrzeuge be- fahrbar find, solche Kioske errichtet worden, um einen schnellen Hilfs- und Abschleppdienst zu ge- Stockholm, 31. Mai. (Europapreß.) „Nya Dagligt Allehanda" meldet aus London, englische Soldaten, die aus Flandern dort eingetroffen seien, hätten einen außerordentlich erschöpften Eindruck gemacht. Die mangelnde Verpflegung der letzten Wochen habe sich auf ihren Gesichtern abgezeichnet. Eine große Anzahl von Soldaten sei o erschöpft gewesen, daß man sie auf Bahren habe an Land bringen müssen, obwohl sie nicht verwundet gewesen seien. Schweigend wohnte die Bevölkerung der Ausschiffung der Ueberrefte der britischen Flandern-Armee bei. Das Deck der Schiffe wies Blutspuren und Bombeneinschläge auf. Die Aerzte nahmen sich der auf Bahren ausgeschifften Verletzten an. Die Ueberrefte des briti- chen Expeditionskorps wurden mit Militärzügen nach dem Norden gebracht. Der Londoner Korrespondent des „Astondladet" gibt die Aussagen eng= ischer Soldaten aus Belgien wieder, in denen ein Offizier z. B. feststellte: „Das Krachen der deutschen Granaten war furchtbar. Mit einer mathematischen Genauigkeit trafen sie unsere Stellungen." Dem Korespondenten wurde im übrigen von englischen Soldaten bestätigt, daß die deut- che Luftwaffe eine Anzahl Truppentransportschi ffe versenkt habe. Nach dem Bericht des Blattes muß eine unheimliche Pa- nit bei der Flotte geherrscht haben. Viele Soldaten hätten sich i h r e r S ch u h e u n d Jacken entledigt, um schwimmend die Kriegsschiffe oder Transportschiffe zu erreichen. Aus allen Augenzeugenberichten geht hervor, daß von einem geordneten Rückzug, wie von offizieller englischer Seite krampfhaft behauptet wird, keine Rede gewesen ist. Die aus Frankreich und Belgien kommenden englischen Soldaten machen kein Hehl daraus, daß sie glücklich seien, diesen Kriegsschauplatz verlassen zu haben. Das Eintreffen der flüchtigen Reste der geschla- genen britischen Expeditionsarmee auf englischen Boden zwingt die Londoner Blätter, die Bevölkerung allmählich doch über den ganzen Umfang der Katastrophe in Flandern aufzuklären. So erklärt „Evenings News" am Freitag, die Lage der britischen Expeditionsarmee werde nach und nach klar. Die Bevölkerung in der Heimat müsse tiefen und durch Kanalstauungen geschützten Bogen Furnes—Bergues zäh gegen die deutschen An- . griffe, um den Rest feiner Truppen bei ihrer Einschiffung in den einzigen ihm noch verbliebenen Hafen den Rücken zu decken. Unter der Einwirkung der verheerenden Bombenangriffe unserer Luftwaffe ist diese Einschiffung zu einer wilden Flucht auf die Schiffe geworden, in der jeder nur bestrebt ist, das nackte Leben zu retten, ohne Rücksicht auf Waffen und Gerät. Damit ist für England die Phase des Kontinentalkrieges rühmlos und mit ungeheuren Verlusten an Menschen und Material beendet, es muß an die Verteidigung der eigenen Insel denken. Hans P a e s ch k e macht in der „Deutschen Zukunft" darauf aufmerksam, daß die britische Strategie des indirekten Krieges bereits auf der ganzen Linie ad absurdum geführt wurde. Aeußerste Wendigkeit nach dem Gesetz des möglichst großen Erfolges durch möglichst kleinen Aufwand, oaher stetes Hinausziehen der Entscheidung bis zum Schluß, Hinausziehen auch der Fronten durch Pflege entfernter Nebenkriegsschauplätze, die den Gegner zersplittern sollen, Hinausziehen der Kampfdistanz durch den Blockadekrieg aus der Ferne, der fleet-in-being- Taktik der bloßen Drohung statt des effektiven Einsatzes der Flotte: das waren seit je die Kriegsgesetze Englands, die Marlborough, Churchills Ahnherr, „amphibisch" genannt hat. Englische Militärschriftsteller von maßgebendem Einfluß wie Liddel Hart hatten geglaubt, daß die Entwicklung der Luftwaffe, die Motorisierung und Mechanrsierung diesen Kriegsgesetzen Englands entgegenfommen würden. Aber sie müssen heute m* Bestürzung sehen, daß das Gegenteil richtig ist, daß Luftwaffe und Motorisierung die operativen Verbindungslinien über weiteste Strecken schaffen und so die englische Taktik einer Zerdehnung der Fronten unwirksam machen und vielmehr einen massierten Angriff au weit ausgedehntem Raum ermöglichen. Die totale Strategie dieses Krieges macht Englands Strategie des geteilten Krieges sinnlos und zwingt ständig zum ganzen Einsatz. Das werden die Briten in vollem Ausmaße erst jetzt erfahren, wo sich die französisches und Selbem Gros der deutschen Armeen zwangsläufig oer- lorenaehen müsse. Man hatte indessen weder mit der starken eigenen Kampfkraft dieser Verbände gerechnet, noch mit den ungeheuren Marschleistungen der deuffchen Infanterie, die ähnlich wie schon < im Hochsommer 1914 Tag für Tag kämpfend und j marschierend den gewaltigen Raum zwischen der । deutschen Grenze und der Kanalküste in hervor» ( ragendem Zusammenwirken mit den andern Was- । fen sich eroberte. Man muß, um sich auch nur eine ( ungefähre Vorstellung dieser Leistung zu machen, einmal nur ganz grob die Entfernungen nachmessen, die die deutsche Infanterie in diesen Tagen seit dem denkwürdigen 10. Mai zurückgelegt hat. Die Strecke Aachen—Lüttich—Maubeuae—Le Cateau—Arras— Boulogne beträgt zum Beispiel mehr als 350 Kilo- , meter, entspricht also ungefähr der Strecke Gießen— Basel. In dieser nackten Zahl dokumentiert sich höchst sinnfällig der ungeheure Elan des deutschen Angriffs, denn diese mehr als 350 Kilometer mußten ja erkämpft werden gegen den ungemein tapferen Widerstand der Belgier und die bestausgerüsteten Elitettuppen der Franzosen und Briten, modernste Festungsanlagen wie Lüttich, Namur, Antwerpen mußten bezwungen werden, mit allem Raffinement moderner Befestigungstechnik unter Ausnutzung starker natürlicher Hindernisse ausgebaute Verteidigungsstellungen mußten überwunden werden, aber weder die berühmte Maginotlinie längs der mittleren Maas, noch die Gette-, Dyle- ober Schelde-Stellung in Belgien vermochten dem Ansturm der mit größter Wirkungsmöglichkeit klug und zweckmäßig eingesetzten deutschen Waffen zu widerstehen. Denn es ist ja nicht die rohe Kraft des furor teutonicus, der ohne Rücksicht auf eigene Verluste über Feindesland dahinbraufte, sondern der sinnvolle E i n s a tz , der einem genialen Operations- vlan durch die vorbereitende Arbeit eines an großer Tradition hervorragend geschulten Generalstabs, durch eine entschlußfreudige und kenntnisreiche Truppenführung und durch letzte Hingabe der Truppe selbst bei denkbar möglichster Schonung des Menschen, wie sie schon in seiner Ausrüstung mit den besten Waffen und seiner Verpflegung nach modernen Ernährungsprinzipien liegt, zum Siege verhalf. In diesem exakten Zusammenspiel aller Kräfte vom Führer bis zum letzten Schützen liegt das Geheimnis des deutschen Waffenersolges. Das ist das „Wunder", auf das Herr Reynaud vergeblich gehofft hat und weiter vergeblich hoffen wird. Aber hinter diesem „Wunder" stehen sieben Jahre planvoller, zäher und entbehrungsreicher Arbeit eines ganzen Volkes. Der Sieg in der großen Dernichtunys- schlacht in Flandern fiel uns nicht als Zufallsalück in den Schoß, nein, er ist die Frucht ungezählter Ueberstunden deutscher Arbetter der Stirn und der Faust, die in den letzten sieben Jahren in den Rüstungswerken, in Laboratorien und Konstruktionssälen das scharfe Schwert schmiedeten, das nun in der Hand des Führers auf den traditionsgeheiligten Schlachtfeldern Flanderns auf Deutschlands Feinde vernichtend niedersauste. Er ist das Ergebnis der gewissenhaftesten und härtesten Ausbildung, die jemals die Wehrlnacht einer Nation erfahren hat. Und er ist nicht zuletzt die Folge der großen Erziehungsarbeit des Nationalsozialismus am deutschen Volke, das in der unermüdlichen politischen Schulung des Führers gelernt hat, zu begreifen, um was es in diesem Kampfe geht, und daß nur äußerste Selbstbeherrschung und letzter Einsatz an der Front wie in der Heimat den Sieg bringt, der Deutschlands Zukunft sichert. Wir haben uns nicht irremachen lassen, als die Feinde uns mit Hohn und Spott überschütteten oder uns mit salbungsvollen Belehrungen dumm machen wollten, wenn wir in den letzten Jahren den Riemen enger schnallten und alle Anstrengungen auf unsere Rüstung und die Stärkung unserer wirtschaftlichen Wioerftandskraft richteten. Der Lohn für diese Entsagung und zielbewuhte Arbeit ist der Sieg in Flandern. Am Ende der dritten Woche der deuffchen West- offensive kann die deutsche Kriegführung eine beispiellos stolze Bilanz ziehen. Nach der Kapitulation des belgischen Heeres und der Vernichtung der 1., 7. und 9. französischen Armee steht die Masse der deutschen Divisionen, die in Flandern und im Artois eingesetzt waren, zu neuem Einsatz bereit, Frankreichs Grenzbefestigungen von Montmedy bis zur Küste, also in einer Ausdehnung von rund 300 Kilometer sind durchbrochen und eine neue deutsche Front steht bis zu rund 100 Kilometer weiter südlich in der Linie Somme—Aisne tief nach Frankreich hinein geschoben. Und diesmal war der rechte deutsche Flügel stark genug, im ersten scharfen Ansturm die Kanalflanke zu gewinnen. Das britische Expeditionskorps, im Raum von Ppern und Cassel vernichtend geschlagen, ist bis dicht an die Küste zurückgewichen und wehrt sich in einem flachen, etwa 40 Kilometer breiten, kaum noch 10 Kilometer Blasenleiden B ¥ ¥/■ jvi Das Wasser habe ich als Arznei be- iBV I®// schiel, und auf diese Weise bin ich Vl. die Entzündung der Blase losgewor- den. Mein Leiden habe ich jetzt 17J. u. x mich so durchgeschl. Ihr Wasser heilt. M. A.Fecker, Kfm., Jöhlingen/B.,Bahnhofstr.28. 12.8.38. 20 grobe Flaschen RM 12.60, 50 grobe Flaschet RM 25 Fracht hm und zurüdc trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel. Biskirchen 4. währleisten. Ferner wird bekannt, daß die Regie- rung sich neue Vollmachten genommen hat, Land z u b e schlagnah men, daß ihr für militärische Zwecke notwendig erscheint. Allen Kraftfahrern wurde verboten, in Zukunft Rundfunkgeräte zu be- nutzen. Alle Rundfunksender und Amateursender werden von den Behörden beschlagnahmt, da sie möglicherweise dem Feind dienen könnten. Schließlich sollen alle Straßenbezeichnungen und Wegweiser entfernt werden, um feindlichen Fallschirmtruppen die Möglichkeit der Orientierung zu nehmen. Im Unterhaus gab Innenminister Ander- son bekannt, daß sich in Großbritannien zur Zett 31000 Männer und 32 000 Frauen deutscher Nationalität ober Abstammung aufhal- ten. 3600 Männer und 3200 Frauen seien in ter- niert worden. Auf eine Frage, ob es nicht am Platze fei, alle Personen deutscher und österreichischer Nationalität zu internieren, erklärte der Minister, daß es nicht im Interesse des Landes liege, in aller Oeffentlichkeit zu solchen Beschlüssen Stellung zu nehmen. Wie das Oberkommando der Wehrmacht meldet, ist es auch jetzt noch nicht möglich, die Beutezablen Flandern auch noch nicht einmal überschlägig zu ermitteln. Vielfach verließ der Feind feine Stellungen in wilder Flucht. Auch bei dieser englischen Batterieftellung kam der deutsche Feuerüberfall so überraschend, daß die Engländer selbst ihre schußbereiten Kanonen mit offenen Munitionskäften zurückliehen, um sich durch Flucht in Sicherheit zu bringen. — (PK.-Kipper-Scherl-M.) höchste Zeit ist, bas englische Volk an bevorstehende schwerere Ereignisse au gewöhnen und der Einsicht, )aß die durch deutsche Luftangriffe verursachten Kriegsschiffverluste so zunehmen, daß man sie einfach nicht mehr totschweigen kann. Unter diesen Umständen könnte man Churchill allerdings empfehlen, nun endlich einmal Generalinventur zu machen und auch die übrigen auf dem Meeresgrund liegenden Kreuzer, Schlachtschiffe usw. zu nennen. „Gibraltar — spanischer Lebensraum." Madrid, 1. Juni. (DNB. Funkspruch.) Sowohl iie Zeitungen in Madrid und Barcelona als auch ie Provinz-Presse geben in großer Aufmachung inen Artikel von Manuel Aznar in der Madrider Zeitung „Alkazar", „Gibraltar — Ehre und Zerpfllchtung der Spanier" wieder, in em das Lebensrecht des neuen Spanien klar her- cusgearbeitet wird. Zum besseren Verständnis brin- en die Zeitungen Skizzen der Meerenge, aus denen u ersehen ist, daß sowohl Gibraltar als auch der tordwestzipfel Afrikas geographisch zu Spanien gehören. Die Zeitung „Madrid" nennt Gibraltar einen gestandteil des spanischen Lebens- a u m e s, der von Spaniens Unabhängigkeits- lvillen unabtrennbar sei. Die Leitung „Alkazar" ringt einen vor 25 Jahren verfaßten Artikel von t Mella, in dem die Ländergier Englands festgenagelt unb Großbritannien als der Erbfeind Spa- ilens bezeichnet wird. Der Verfasser schreibt: „Mein Irteil ist nicht eingegeben von Haß, sondern van ien geographischen Interessen meines Vaterlandes, England verstümmelte und knechtete Spanien, ver- olgte seine geschichtliche Berufung und zerstörte eine Ideale. — Auch andere Blätter weisen im Das Deutsche Rote Kreuz im Dienst unserer Soldaten. V ■ ■ i w ■ i Zu den zahlreichen Aufgaben, die das Deutsche Rote Kreuz erfüllt, gehört als eine der wichtigsten auch die Verpflegung der Truppentransporte. Helferinnen des DRK. versorgen auf einem Berliner Bahnhof Soldaten während des Aufenthalts mit einer stärkenden Mahlzeit. Beweist den Helfern unserer Soldaten euren Dank — opfert bei der Sammlung für das Kriegshilfswerk für das DRK. am kommenden Sonntag. — (Scherl-Bilberbienst-M.) ie zwei französische Generale gefangen wurden. Auf dem Marsch hinter den Gtacheldraht K. H. Britz. Sieges. l zusammen. Sie beweisen, daß auch die hcimal vorbildlich in dieser großen Zeit ihre Pflicht erfüllt. und Verrechnungsabschluß abgeschlossen. — Das schnelle Verhandlungsergebnis beweist, daß Deutschland und Jugoslawien den gegenseitigen Wirtschaftsverkehr auch im Krieg ohne Schwierigkeiten durchführen können, und daß sich an der Grundlage der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder nichts geändert hat. Der neue rumänische Gesandte Alexander R o - m a l o ist in Berlin eingetroffen. Im Auftrag des Reichsministers des Auswärtigen wurde der Gesandte vom Stellvertretenden Chef des Protokolls, Legationsrat von H a l e m, begrüßt. 35 Millionen Reichsmark. Die zweite DRK.-Sammlung verdoppelte das Ergebnis der ersten. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Die zweite Sammlung für das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz erbrachte 35 320 725,60 K2IL Das Ergebnis, in dem diesmal auch Sammlungen in den Betrieben enthalten sind, ist demnach rund dreimal so hoch wie am zweiten Opferfonntag des KWHW. und doppelt so hoch wie bei der ersten Haussammlung. Betrug die Durchschnittsspende je haushalt am 2. Opfersonntag 54 Reichspfennige, so ist sie bei der zweiten Sammlung für das kriegshilfswerk für das Deutsche Rote kreuz auf 154 Reichspfennig gestiegen. Diese 35 Millionen Reichsmark sehen sich aus unzähligen kleinen Opfern und größeren Spenden der belgischen Heereswerkstätten rechtzeitig ins Ausland geschafft. Ein offeneres Eingeständnis der Zusammenarbeit zwischen der belgischen Regierung und den Feindmächten ist schwer denkbar. Roosevelt fordert noch mehr. Washington, 31. Mai. (Europapreß.) Zur größten Ueberraschung kündigte Präsident Roosevelt an, daß er vom amerikanischen Kongreß einen weiteren Rüstungskredit von 2182 Millionen USA.=Dollar fordern werde. Die Gesamtausgaben für die amerikanische Aufrüstung werden somit im laufenden Haushaltsjahr über fünf Milliarden betragen. Ueber 100 000 Mann werden an den diesjährigen amerikanischen Manövern teilnehmen. Die Manöver, die 21 Tage in Anspruch nehmen sollen, beginnen im Monat August und sollen in zwölf Staaten im Nordosten von Nordamerika abgehalten werden. Zur Aufgabe ist gestellt worden, N e u y o r k gegen einen Angriff motorisierter Einheiten vom St.- Lorenz-Strom, also von Kanada aus, zu verteidigen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing in Anwesenheit des Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop den italienischen Botschafter A1 f i e r i. PK. In L a Capelle wurden von Panzern zwei französische Generale gefangen genommen. La Capelle ist ein stark befestigter rückwärtiger Stützpunkt der Franzosen gewesen. Als motorisierte Schützen mit Panzern in die Stadt eindrangen, erhielten sie aus zahlreichen Fenstern und Kellerlöchern, von Bäumen und Hecken und ausgebauten Bunkern heftiges Gewehr- und Mafchinengewehr- euer. Während die Panzer Widerstandsnest um Widerstandsnest in Trümmer legten, warfen die Schützen, unbekümmert um die zwitschernden Ge- chosse, ihre Handgranaten in die von Franzosen besetzten Häuser. Aber verbissen kämpfte der Gegner weiter. Während die unteren Räume unter den Explosionen der Handgranaten barsten, schossen von den Dächern die französischen Scharfschützen weiter. Aber noch verbissener, noch zäher und dazu ungebrochen in ihrem Siegeswillen waren unsere Soldaten. Die von Major W. geleitete Erstürmung führte zum vollen Erfolg. Die Schützen holten unter dem Feuerschutz der Panzer aus den Häusern zahlreiche Gefangene. Als einige wohlge- Reichshauptamtsleiter Dr. Reischle, wird heute um 18.30 Uhr im Deutschlandsender in der Sendereihe „Aus dem Zeitgeschehen" aus Anlaß des 10. Jahrestages der Betreuung Darrös mit der Leitung des Agrarpolitischen Amtes der NSDAP, sprechen. * Im Belgrad geführte Wirtschaftsbesprechungen der deutsch - jugoslawischen Regierungsausschusfe wurden mit der Unterzeichnung eines Zusatz-Protokolls zum deutsch-jugoslawischen Handelsvertrag steudig zu. Oie belgischen Emigranten. Scharfe italienische Kritik. Rom, 1.Juni. (Europapreß.) Das Wüten gegen Sörrig Leopold von Belgien dauert in Frankreich cn. Eine Gruppe von Verrätern maße sich in einem fremden Lande das Recht der legitimen Vertretung des belgischen Volkes an, so fd) reibt „Tribuna , um aus Belgien eine englisch-französische Provinz zu machen. Am Donnerstag habe diese Scheinregierung die Unmöglichkeit festgestellt, daß Sonia Leopold regieren könne. Heute wurden nun i e „belgischen Kammern" das Werk Bierlots und llfiner Genossen sanktionieren. Man wolle ohne Zett- r-rluft zur Proklamierung des Verfalls der foune» rinen Rechte für König Leopold gelangen. Diesem streit aber komme, so heißt es in der „Tnbuna, richt mehr als akademische Bedeutung zu. Er beweise jedoch sonnenklar die S ch u> rk e r e i b i e - ssr Flüchtlinge auf Ministersesseln, die im Eold der Plutokratien in Frankreich arbeiteten. Dem Außenminister der belgischen Emigranten» i’gierung in Paris, der sich früher nicht genug tun tonnte, die Neutralität Belgiens zu behaupten, ist b°i einem Interview, das er dem Pariser Ber» teter von United Preß gab, ein bemerkenswertes Eingeständnis entschlüpft, aus dem klar hervorgeht, kaß Belgien längst vor der deutschen Besetzung mit ten Feinden Deutschlands zusammenarbeitete. Herr S paak erklärte dem amerikanischen Journalisten r örtlich: Zur Finanzierung des Krieges stunden v>nügende Mittel zur Verfügung, weil hie belgische Regierung rechtzeitig vor Ausbruch der Femdselig- IfriSn ihre gesamten Goldreserven m lohe von 23 Milliarden belgischen Franks außer rad) Neuyork nach Paris und London geschafft habe. Darüber hinaus habe die belgische L egierung noch besondere Vorsichtsmaßnahmen ge- toffen, und die Maschinen und Werkzeuge zielte Schüsse eines Panzers die als Hauptwiderstandsnest ausgebaute Post mit wuchtigen Schlägen zerhieben, traten zwei ältere Offiziere ohne Waffen auf die Straße. Die sich ergebenden Offiziere wurden auf den Panzer geholt. Hier stellte sich heraus, daß man Awei Generale gefangen hatte. Es war Der Divisionsgeneral der 4. nordafrikanischen Division und ein ihm unterstellter Brigadeaeneral. In schneller Fahrt entfernte sich der Panzer mit den französischen Generalen auf dem Turm. Aus allen Häusern und Schlupfwinkeln quollen nun zahlreiche Gefangene heraus. Der deutsche General, zu dem die gefangenen Generale gebracht wurden, empfing sie mit den Worten: „Meine Herren, ich bedauere, daß wir uns unter diesen für Sie traurigen Umständen kennenlernen müssen. Ich darf Ihnen meine Hochachtung für die Art und Weise aussprechen, wie sich Ihre Truppe geschlagen hat." Nichts kann besser den zähen und tapferen Kampf um La Capelle kennzeichnen als diese Worte des deutschen Generals. Klaus Gundelach. PK. „Gent, Courträi, Boulogne genommen ... Calais von deutschen Truppen erobert ... Bisher unübersehbare Beute ... Die Gefangenenzahl erhöht sich ständig ...", so meldet die Presse in täglicher Folge dem deutschen Volke die Ergebnisse im Verlaufe der großen Einkreisungsschlacht im Raume von Nordfrankreich und Belgien. Während unsere Truppen unaufhaltsam Vordringen, marschiert eine andere Armee auf staubigen Straßen in schier endlosen Kolonnen nach Osten, die Armee der gefangenen Belgier, Franzosen, Kolonialsoldaten mit ihrem roten Fes auf dem Kopfe, und zuerst weniger, jetzt immer häufiger, Engländer, die alle einmal zum Marsch nach Berlin angetreten waren und jetzt diesen Marsch beenden, jedoch mit umgekehrtem Vorzeichen. Der Marsch hinter den Stacheldraht wird zu Fuß gemacht. Die Eisenbahnen sind noch nicht zu benutzen und die Transportkolonnen haben gegenwärtig wichtigere Aufgaben zu lösen. Tausende und aber Tausende sind es, die sich abends in ihre Mäntel hüllen, um irgendwo an der Marschstraße die Nacht zu verbringen, Morgens stehen sie dann wieder in langen Reihen an den Feldküchen, bis der Marsch gen Osten seinen Fortgang nimmt. Nur wenige deutsche Soldaten sind es, die hier als De- gleitkommandos ihren Dienst verrichten müssen. Die Franzosen wissen auf die Frage nach dem Sinn dieses Krieges keine Antwort zu geben. Immer wieder heißt es: „Ja, die Engländer ..Auf ihre Bundesgenossen sind sie nicht gut zu sprechen. In den ersten Linien der Front haben sie keine gesehen, und hinter der Front ist es in gemeinsamen Quartieren oft zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. So groß ist die Abneigung, daß jeglicher gegenseitiger Verkehr verboten wurde und man getrennte Kantinen einrichten mußte. Die Meinung der gefangenen Engländer über die Franzosen? Der Soldat Andrews von den Buffs faßt sie kurz zusammen: „We don’t like them!" („Wir lieben sie nicht!") Sie haben uns nicht als Bundesgenossen behandelt. Seine Kameraden nicken dazu. Ihre augenblicklich größte Sorge äußert sich jedoch in der ständigen Frage: „Kriegen wir auch etwas zu essen?" Das alte Märchen von der Hungersnot in Deutschland hielten auch sie so lange für Wahrheit, bis deutsche Soldaten ihnen Brot gaben. Ueberhaupt der deutsche Soldat. Die Engländer müssen seine Ueberlegenheit zugeben. Wie fast alle anderen Gefangenen dieser Kolonne hatten sie bisher kaum einen Schuß abgegeben, dann waren sie plötzlich eingekreist und jeder weitere Widerstand war zwecklos. Gegen die neue deutsche Taktik war ihre Führung machtlos. Mit Entsetzen sprechen sie von den deutschen Tieffliegern und Stukas, deren Angriffe auf die Truppe ungeheuer demoralisierend wirkten. Neben diesen Kolonnen der Gefangenen ziehen die Flüchtlinge in ihre Dörfer und Städte zurück. Frauen, Kinder und Greise marschieren und fahren auf Pferdekarren in glühender Hitze täglich bis zu 30 Kilometer ihren Heimatorten zu und sind froh, wenn deutsche Soldaten ihnen von ihrer Verpflegung abgeben. Während die stählerne Klammer um den in Nord frankreich und Belgien eingeschlossenen Gegner immer enger wird, marschiert eine geschlagene Armee nach Osten, ein Zeichen des nahen Zusammenhang mit der Gibraltar-Frage auf die ieilige Verpflichtung der spanischen Jugend hin, as Vermächtnis der großen geschichtlichen Dergan- ienheit Spaniens zu wahren. Oie Vorgeschichte der belgischen Kapitulation. Eine Darstellung, die der „Frankfurter Zeitung" der die Vorgeschichte der Kapitulation der belgischen lrmee aus Zürich zugeht, bestätigt nur das unwürdige Verhalten der belgischen Regierung, die ch der Verantwortung für ihre politischen Fehlriffe durch die Flucht nach Frankreich entzog, wäh- end der König bei seinem Heere ausharrte. Daß zwischen der Regierung und dem König schon üt einiger Zeit Gegensätze bestanden haben müssen, eht aus einer Bemerkung Pierlots hervor, nach der tönig Leopold das Kabinett seit dem Beginn des Krieges mehrmals auf gefordert habe, die )auptftaht und das Land nicht zu verlassen, sondern leid) ihm bei dem Heer und bei dem Volk uszuharren. Nach einer Schilderung Spaaks at König Leopold den entscheidenden Entschluß zur Streckung der Waffen am Samstagmorgen um fünf lhr gefaßt. Der König habe sich im Schloß Lynonb al bei Th ourout (südwestlich von Brügge), nicht weit von der Kampffront, aufgehalten nd einen Kabinettsausschuß zu einer Sitzung dort- in gebeten. König Leopold habe erklärt, daß die elgische Armee sehr heftigen Angriffen ausgesetzt ü und nach den letzten Meldungen außerordentlich hwere Verluste erlitten habe. Er sei entschlossen, in Lnbetradjt der hoffnungslosen Lage den Krieg zu teenben. Die Minister hätten den König vergeblich ?u überzeuge versucht, daß er nach England oder ffrankreich gehen und den Oberbefehl über die Gruppen dem Generalstab überlassen solle. Der .VÖnig habe das abgelehnt und erklärt, er be- cbsichtige nicht, den Boden Belgiens zu verlassen. Die Minister hätten kurz nach fünf Uhr am Morgen las Schloß wieder verlassen und sich nach Dünkirchen legeben, wo sie sich während heftiger deutscher Bombenangriffe eingeschifft hätten, um einen anderen französischen Hafen zu erreichen und nach Pans xurückzukehren. Diese Minister sind es, die nun den J'ampf gegen den König führen, dessen Handlung |e als verfassungswidrig erklären. Sie wollen das telgifdje Parlament nach Limoges in Frankreich unberufen. Die belgischen Minister werden freilich cuf Schwierigkeiten stoßen, da die Mehrheit der Senatoren und Abgeordneten im belgischen Staatsgebiet geblieben ist und diese Zurückgebliebenen nicht cögern werden, die Regierung zu stürzen und sich cuf die Seite des Königs zu stellen. Pierlot soll, um ien schlechten Eindruck zu beseitigen, den die Kapitulation in Paris und London gemacht hat, im Bekiff stehen, den Westmächten die belgischen Kolonien „auf legale Weise" in die Hände zu fielen. Es wird beMhtet, daß er den Gouver - r eur von K o n^o bereits angewiesen habe, ctmaige Befehle des Königs nicht mehr auszufuhren. Die Franzosen stimmen dieser Politik natürlich Oie Kuliurnaiion. Die Franzosen haben die zweifelhafte Mission auf sich genommen, über 300 Jahre lang, seit Richelieus und Ludwigs XIV. Zeiten, bewußt die deutsche Einheitswerdung verzögert' und die Zer- tückelung und Machtloshaltung Deutschlands gewallt zu haben. Nicyt nur der jüngst verstorbene Historiker Jacques B a i n v i 11 e hat diese Haß- politik seiner Nation als oberstes Gesetz gepredigt, ondem die geschichtlichen Tatsachen selbst haben sie bewiesen. Seit Melacs, des Zerstörers von Heidelberg, Zeiten, feit Louvois, der Kriegsmini- ter Ludwigs XIV., den ruchlosen Befehl gab; „Brülez le Palatinal“, (verbrennt die Pfalz), ist bis auf die jüngste Zeit Deutschland das Opfer der ranzösischen Niedertracht und einer französischen Massenpsychose sadistischen Hasses geworden. Hundertausende am Rhein und an der Ruhr werden mit Zorn, Erbitterung und unsäglicher Trauer der Ausschreitungen sich erinnern, die während der Be- atzungszeit französische Offiziere und ihre afrikanischen Söldlinge, die Nigger aus dem Bereich des jüdischen Kolonialministers Mandel, der jetzt die Jnnendikatur in Frankreich ausübt, begingen. Deutsche Frauen und Mädchen fielen den perversen Gelüsten dieser farbigen Franzosen, wie sie einst im Weltkrieg her Heeresbericht des Generalquartiermeisters von Stein ironisch nannte, zum Opfer. Diese Kulturschande Frankreichs, den Abhub aller Verbrecherhöhlen seiner Kolonien auf Deutsche zu hetzen, ist unvergeßlich. Mit ehernem Griffel ist ie in die Erinnerung jedes deutschen Menschen eingegraben, und wenn jetzt der in Paris regierende Klüngel von Juden, Freimaurern und Börsenjobbern die sadistischen Gelüste des Volkes aufstachelt und französische Generäle wie Chapouilly, deutsche Soldaten „ohne Gnade erschießen" lassen, wenn deutsche Gefangene der Pöbelwut und dem Sadismus einer Raffe ausgeliefert werben, die längst mit Niggerblut vermanscht ist, dann kann dieses Frankreich gewiß sein: alles das wird ihnen heimgezahlt und die heute noch in Paris regierenden Banditen werden dafür zur Verantwortung gezogen werden. E. S. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit Wirkung vorn 1. Juni 1940 befördert: Im Heer. Zu Generalen der Infanterie: die Generalleutnante: Heinrici, Schubert, von Lewinski (genannt von Manstein), von Roth, Olbricht, Reinhardt; zum General der Kavallerie: den Generalleutnant Stumme; zu Generalen der Panzerttuppe: die Generalleutnante: von Vietinghoff (genannt Scheel), Schmidt; zum General der Artillerie: den Generalleutnant Hansen; zum General der Pioniere: den Generalleutnant Jacob; zu Generalleutnanten: die Generalmajore von Obernitz, Strecker, von Tip- pelskirch, Wollmann, de l'Hommede, Eourbiere, AnDec öpkikec am gelis; zu Generalmajoren: die Obersten Müller (Erich), Recke, Hube, Macholz, Pfeiffer (Georg); zum Generalarzt: den Oberstarzt Dr. Bingler; zum Generalveterinär: den Oberveterinär Dr. Mange- low; zu Obersten: die Oberstleutnante von Holl- webe, Freiherr Uslar-Gleichen (Günther), Diestel, Schranrm, Becker (Walter), Dr. ing. Gollwitz, Klett, von Henning, Kremling, Mickl, Elfelbt, Fischer (Bruno), Braun (Ernst), Kaliebe, Graf von Hülsen, Graf von Oriola, Thiele (Fritz), be ©alengre- Drabbe, Stengel, Nitschke, Peschel, Bock von Wülfingen, Dipl.-Jng. Roßmann (Joseph), Ries, Kunze (Wilhelm), Reuß (Gerharb), Kalifius, Klomfer, Sinz (Richarb), Vogt (Otto), Schmibt (Wilhelm), fienbenfelb, Pamperl, Kolar; zu Oberstärzten: bie Oberfeldärzte Dr. Müller (Siegfrieb), Dr. Hör- mann (Wilhelm), Dr. Will, Dr. Rehberg (Heinz), Doz. Dr. habil. Walter (Karl), Drehler, Dr. Dr. Heilmann, Dr. Burger, Dr. Gärner; zu Oberstveterinären: bie Dberfelboeterinäre Dr. Virchow, Dr. Fischer (Walter). In her Heeresverwaltung: zum Oberstintendanten den Oberintendanturrat Otto Schmidt, zum Ministerialrat den Oberregierungs- rat Dr. Günther Thilow. In der Kriegsmarine. Zum Konteradmiral: den Kapitän zur See Feldbausch; zu Kapitänen zur See: bie Fregattenkapitäne Magnussen, Schubert (Günther), Gumprich (Günther), Baecker (Ernst), Hagen; zum Kapitän zur See (Ing.): ben Fregattenkapitän (Ing.) Thebsen; zu Kapitänen zur See (W): bie Fregattenkapitäne (W) Lassahn, Maletz. Den Charakter als Konterabmiral zur See: Kapitän zur See Krafft. In her Luftwaffe. Zu Generalmajoren: bie Obersten Kühne, Seifert; zu Obersten: ben Oberst- (eutnant im Generalstab Pickers; bie charakterisierten Obersten Fricke, Voigt-Ruscheweyh; bie Oberstleutnante Weber, von Fichte, MorAik, Rath, Marcarb, von Linbenau, Kapuste, Angelroth, Dr. Gnamm, Polte, Saul. Hauptlchristleiter: Dr. Friedrich Wllhetm Lange. Stellvertreter deS Hauptjchrtftletters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und BUder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, V:ovlnz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätSdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleikr: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzetgenlelter: HanS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. „rmo.-r- MONDAMIN > Mondamin gibt es auf die mit einem Xversehenen Abschnitte der Reichsbrottarte für Kinder bis zu S Jahre« Kopfweh* gesucht. 2646 D Bestimmt zu hab.bei: oU° im 69. Lebensjahre. Gießen (Löberstraße 13), den 1. Juni 1940. 2635 D 2643 D Kaufgesuche [2641D lieh. Klein-Linden, den 1. Juni 1940. 01953 Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien Mlmm aus eigenen großen Produktionen | - . eigenen großen Wohnung 496 A lte em ab Lager oder Werk Eugen Dürr & Eo., Gießen Stottern UW mit Bahnstat. Wir Suchen in Dauerstellung für sofort oder später 192A i. Sekretärinnen 2. Stenotypistinnen und Kontoristinnen - auch Anfängerinnen - 3. Wachmänner aus Kurze Bewerb, mit Angabe der Gehalts-bzw.Verdienstforderungen erb. an: Elektro-Mechanik 1645 V Familie Heinrich Klos Familie Ferdinand Klos Familie Elise Krimmel, geb. Klos. Am 30. Mai entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein innigst- geliebter Mann, mein guter Bruder, unser Schwager und Onkel Rödgen, Albshausen, 1. Juni 1940. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juni, nachmittags 8 Uhr statt. Familiendrucksacher) Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Die Beerdigung findet Montag, den 3. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Alten Schmuck Lebensrnittel- und Feinkosthaus Otto Avemann / Gießen Silber und Doublt auch Silbermünzen und Zahngold kauft Carl Schmidt Bahnhofstraße 10 A.G.-Nr. A.u C.40/11350 Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vonn.Heßer Nacht Bandaßistenmeist 3I.arktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Einlagen Leibbinden Gummi- Strümpfe 500 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. mit Zubehör von ruhigen Mistern (2 Personen) für sofort od.l. September gesucht. Schr. Ang. unt. 01955 a.d.G.A. im 89. Lebensjahre. 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Die beiden Verfasser der vor kurzem er« schienenen Kommentars zum Reichsnaturschuhgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Na- lurschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungs- bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich ober als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien-u.Herbarien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensamm- ier, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranz- binbereten unb bie mit bei* Überwachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw.-Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde MUMM- Heilung. Alleinstehender Gastwirt, Borort Ffrn., sucht ehrl. Staulein oöet M ca. 40 Jahre alt, die an selbständ. Arbeit, gew. ist. Mithilfe am Büfett. Zuschr. mit kurz. Lebenslauf wenn möglich m. Bild, welch, sof. zurückges. wird, unt. 2640O a. d. Gieh. Anzeiger. Tüchtiges WW evtl, für % Tage in kleinen Haushalt gesucht. Zu melden: [01934 Ludwigftr. 39 I. 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Am besten, ich werfe das Loch wieder zu, mag er noch einmal hunderttausend Jahre da unten liegen! gewesen. Als nach Ueberwindung des Separatismus und der Zerstückelungspolitik von Versailles die letz« ten französischen Truppen das Rheinland verließen, schrieb der Pressechef der französischen Rheinlandarmee Vial Mazel ein Buch: „Der Rhein ein deutscher. Sie g". Das Ziel des jetzigen Krieges wird fein: Der Sieg des Großdeutschen Reiches und die endliche Ueberwindung des Testaments von Richelieu. Damit wird der Kampf der drei Jahrhunderte um unser Reich siegreich beendet sein durch Adolf Hitler, der uns das Grohdeutsche Reich schuf. Dutschland. Als schließlich die englische Politik zu der Einkreisungsmethode Eduards VII. zurückkehrte, ttir auch in Frankreich der Boden vorbereitet, wb der alte Gegensatz stand wieder auf. So kam es, daß München, das zu so viel Öffnungen berechtigt hatte, ohne praktische Folgen blieb. Man hatte eine Zeitlang hoffen (innen, daß der Verständigungswille sich in Frank- nch durchsetzte und die Erkenntnis sich durchrang, dß man Deutschland gegenüber neue Methoden a wenden müßte. Aber es zeigte sich sehr bald, dch die Hoffnung vergeblich war. Am 3. Septem- hr 1939 erklärte England Deutschland den Krieg u b Frankreich folgte. Seitdem sind die alten Kräfte wieder am Werk, die im Sinne eines Richelieu, eines Ludwig XIV., eines Poncairö t utschland zerstückeln wollen. Schon am 31. August 1'39 rief Charles Maurras in der Action Franca je aus: „Die deutsche Einheit i st der Jeinb". Man erklärte, daß Versailles noch nicht •fcarf genug gewesen ist, sondern daß man in dem iKuen Krieg ein Ueberversailles erstreben müsse, L vollständige Zertrümmerung Deutschlands und lt> Wiederherstellung des Westfälischen Friedens, wildern ist auch der Ruf wieder erschallt, daß man d e Rheinlande endgültig für Frankreich ge- innen müsse. Man entsann sich wieder, daß der Darschall Fach den Rhein als Barriere und Grenze virlangt hatte. So sollte der alte Kampf noch ein- Kilian K o l l ist als Autor des Films „Urlaub auf Ehrenwort" weiten Kreisen bekannt geworden. Ein im vergangenen Jahr erschienener Roman „Die unsichtbare Fahne" [teilt die entsagungsvolle Arbeit der Reichswehr in den Mittel- Aber die Kräfte der ewig Gestrigen in Frankreich haben sich verrechnet. Das deutsche Volk ist heute unter neuer Führung geeint zu einem unüberwindlichen Block. Adolf Hitler hat das Großdeutsche Reich vollendet. So wird der neue Krieg noch einmal ein Krieg der Bewährung um die deutsche Einheit. Es ist der g r o ß d e u t s ch e Freiheitskrieg. Das Rheinland hat in diesem Kriege seine besondere Aufgabe. Es hat den Zer- tückelungsbestrebungen eines Poincare widerftan- Am Rhein ist der Gedanke der deutschen Einpunkt. Koll hat den Polenfeldzug mitgemacht und steht jetzt als Hauptmann in einem Kampfgeschwader wiederum an der Front. ___' siegen will, muß angreifen. Durch Verteidigung mag man seinen Gegner schädigen und ihm Abbruch tun: Kriegsentscheidung kommt ihr nickst zu. Die stolze Angriffswaffe unseres Flieaer- tums und die am weitesten reichende Waffe überhaupt ist das Kampfflugzeug. Wenn man bedenkt, daß die Bombenlast einer einzigen Kampfmaschine der Tragfähigkeit eines mittleren Lastautos entspricht, so wird man verstehen, welche Gipfelleistung der Technik dazu gehört, derartige Gewichte durch die Luft zu tragen, und noch dazu über gewaltige Strecken mit ungeheurer Geschwindigkeit. Dazu kommt ein Eigengewicht der Maschine von sechs bis zehn Tonnen Stahl: mehrere tausend Liter Treibstoff, Waffen und Munition für die Selbstverteidigung und dazu vier bis fünf Mann Besatzung: ein bißchen viel für zwei Flügel. Und es ist nicht etwa fo, daß die Ausmaße dieser grauen Adler ungehemmt anwachsen; vielmehr vermindert sich ihre Spannweite von Type zu Type, sie werden immer schneller, immer schnittiger und wendiger. Diese Wundermaschinen steigen mit voller Last in Himalaja-Höhen hinauf; ebenso gut aber sind sie geeignet, sich im niedrigsten Flug hinter Waldrändern und Bodenwellen gegen Erdsicht zu verstecken und urplötzlich, unerwartet im Tiefangriff Oer Kampsflieger. Don Kilian Kott, Hauptmann in einem Kampfgeschwader Aber auch das kann ich nicht tun, denn es steht schon die ganze Zeit jemand drüben am Zaun. Ein junger Bursche, wie ich sehen kann, ein Fremder. Wahrscheinlich hat er nichts besseres zu tun, nach seinen Hosen zu schließen, aber mir ist es unangenehm. Ich lasse mich nicht belauschen, während ich Händel mit einem unbotmäßigen Feldstein habe, und vor allem könnte sich der Mensch seine großartigen Ratschläge sparen. Vorhin, als mir das mit der Stange zustieß, rief er etwas herüber, von einem Flaschenzug, wenn ich recht verstand. Lächerlich! Warum nicht gleich einen Kran oder eine Feldbahn kreuz und quer durch die Wiese? Rein, auf derlei Geschwätz mochte ich mich aar I nicht einlasfen. Ich winkte nur bedeutsam mit der sHaiid, meine Glückwünsche, Mann, zu deinen Ideen! auf ihr Ziel loszustürmen. Nur selten haben diese gemalfiaen Maschinen etwas in der Nähe der Front zu suchen, fast immer dringen sie ins Kernland des Gegners und bis in seine entlegensten Gebiete. Wer das soldatische Glück hat, zu dieser jungen Waffe zu gehören, der ist sich mit Stolz bewußt, daß er den Stoß gegen das Herz des Feindes führt: dort, wohin keine andere Waffe reicht. Die eigenen Jäger, die ihn verteidigen könnten, besitzen nur einen Bruchteil der hierfür nötigen Flugdauer und Reichweite; sie bleiben also weit hinter ihm in der Nähe der Front zurück. Aber der Feind verteidigt sein Herz mit Entschlossenheit, und der angreifende Kampfflieger ist nur auf sich, auf sein langwierig erworbenes Können und auf die Zuverlässigkeit seines Flugzeugs angewiesen. Seine Leistungen sind schwer in handliche Ziffern zu bringen. Er schießt nicht soundso viele feindliche Flugzeuge ab; nur zuweilen versenkt er soundso viele Tonnen Schiffsraum. Seiner Tätigkeit fehlt gleichsam die sportliche Note. Der Bombenflieger befindet sich ganz schlicht auf dem soundsovielten Feindflug, und meist hat jeder davon es ziemlich gründlich in sich. Diese furchtbare Waffe trägt an den Opfern des Krieges ihren bevorzugten Anteil wie auch an der Ehre des Sieges. Ein Kampfflugzeug zu entwerfen und zu erproben und es bann in schneller Folge und in jeder benötigten Anzahl Herstellen zu könnest: dazu braucht man mehrere Jahre. Fast den gleichen Zeitraum benötigt die Ausbildung jedes einzelnen Kampffliegers. Weder Bomber noch „Bombenfchmeißer" lassen sich auch nur innerhalb von Jahresfrist hervorzaubern, wenn man sie braucht; und wenn der Sieg von der Bombe entschieden wird, so fällt diese Entscheidung schon zu Friedenszeiten beim besseren Ich schiebe einen Klotz unter die Stange, und dann I werfe ich mich mit meiner Zentnerschwere auf das | andere Ende. Knack, sagte die Stange und bricht ab. Michael schlägt ein Gelächter an, aber hier gibt es gar nichts zu lachen. Hier wird ein heldischer Kampf ausgetragen, die uralte Feindschaft zwischen dem Menschen und dem trotzigen Element. Geh nach Hause, Michael, sage ich, bring eine neue Stange her! Wahrhaftig, ich bin in Schweiß geraten und in Wut. Ich spucke auf den Stein, so nun wird es wohl Ernst zwischen uns beiden. Er liegt da, und ich liege da, und wir schauen uns dose an. Höre, sage ich zu dem Findling, du meinst vielleicht, ich sei bloß ein Maulwurf oder ein Regenwurm oder was dich sonst zuweilen unter der Erde gekitzelt hat. Aber da irrst du, ich bin fein Wurm, ich bin der Mensch! Der Herr über alles auf der Erde, das weißt du nur nicht. Zu deiner Lebzeit war es noch nicht so. Ich kann dich zu Staub zermahlen und in den Wind blasen, wenn ich will. Und das sage ich dir, wenn du mir die neue Stange auch wieder abbrichst, bann hole ich bas Bohrzeug unb eine Handvoll Pulver, und du sollst sehen, wie Ewige Westfront. Don profeffor Or. Friedrich Grimm Wieder stehen sich deutsche und französische Trup- pn an der Westfront gegenüber, und viele mögen sch fragen: Wie kommt das? Will es ein Verhängnis, oder beruht die ewige deutsch-französische Aseinandersetzung auf Umständen, die zu beheben rgiren, wenn man die besonderen Ursachen er- ! nnen würde? Der jetzige Krieg ist ein eng« l scher Krieg. Wieder hat England, wie vor 1 14, die Einkreisungspolitik gegen den mächtigen Konkurrenten, Deutschland, unternommen, die zum Kriege führen mußte. Trotzdem wäre der Krieg nicht möglich gewesen, wenn England nicht in ijanfrßid) wieder die Kräfte zum Einsatz gegen Deutschland gewonnen hätte, die nun seit Jahrhunderten in der Bekämpfung der deutschen Einheit das traditionelle Ziel ihrer nationalen Politik Hen. Drei Jahrhunderte währt nun schon dieser Kampf uri die deutsche Einheit, seitdem der Kardinal Richelieu im Kampf»gegen die damalige beut« fte Vormacht, das Haus Habsburg, bie französische Lnhut schuf unb bie beutsche Einheit zerschlug. Seit- bim soll bas „ewige Gesetz", bie „fixe Jbee" ber ^schickste Frankreichs sein, bie beutsche Einheit zu verhinbern, so wie Frankreich seine Einheit voll- eibet hatte. Der Rhein steht im Mittelpunkt dieses Ringens. Immer wieber hat Frankreich seine jsind nach bem deutschen Strom ausgestreckt. Man nennte bas bie Politik der natürlichen Grenzen, der den „Grand Rhin“, den „Großen Rhein". Als der Führer den Westwall schuf, wollte er tzxrch diesen Akt bem französischen Volk symbolisch öir machen, baß Deutschlanb von Frankreich nichts mnsche und die Grenzen zwischen den beiden Län- forn nunmehr für immer festständen. Niemals hat ck deutscher Staatsmann mit größerer Autorität und Ot größerem Nachdruck dem französischen Volk zu- gtrufen, daß die Theorie vom Erbfeind endlich übermüden werden müsse und der Jahrhunderte alte flimpf endlich beendet sein solle. Die Bestrebungen, m einer deutsch-französischen Verständigung zu gelingen, waren auch in Frankreich nicht ohne Er- ft'g. Die Bewegung der Frontkämpfer und der jigend in beiden Ländern ließ die Hoffnung berichtigt erscheinen, daß der deutsch-französische Ge- gmsatz endlich verschwinden würde. Aber die Kräfte, ; 8? an der Verewigung des Streites interessiert mren, waren stärker. Seitdem Deutschland unter Dolf Hitler sich wieder erhob, hetzte eine verant- wrtungslose Presse Tag für Tag gegen Deutsch- lnd. Keine Lüge, keine Entstellung waren grob jnug. Man säte Mißtrauen. Jedes Wort des Füh- «rs, das der Aussöhnung dienen sollte, wurde vchbraucht. Man wollte kein Vertrauen aufkom- n>n lassen. Die internationalen Kräfte der Juden, b,i- Freimaurerei und der Hochfinanz hetzten gegen In der Morgenfrühe rücke ich mit Pickel unb kecheisen auf bas Feld, ich will versuchen, einen ten ben Findlingen auszuheben. Ich habe ihn ringsherum freigegraben, wuchtig liegt er in der 8’irbe, ein Riese an Gewicht und Gestalt. Aber les macht mir nichts aus, ich weiß genau, wie ich ii)r beitommen werde. Zuerst will ich ihn mit bem fyb&baum aus bem Grund wiegen und auf ein j-tcages Geleise aus Rundholz kippen, und dann wlze ich ihn allmählich hinauf. Es ist eine Lust, so tüchtig in der tauigen Kuhle u arbeiten, während rundum noch die Hahne c:hen unb die faulen Hänse eben erst schlaftrunken ois dem Kammerfenster blinzeln. Nur der kleine M chael ist auch schon auf, gleich nach dem Fruh- iuten fomrftt er gelaufen. Ich habe ihn als Hanb- aigef bestellt, und damit er sich bie Lehre für sein üiDen holt, baß einem Menschen nichis unmöglich ist wenn er nur seine Kräfte mit Verstanb anroenbet. Schnaufenb labe ich mir bie schweren Schleif- 10,3er auf die Schulter, und Michael schleppt bas me mit weichen Knieen. Ganz allein mühen wir urs ab, wir sind gleichsam die ersten Menschen hier In der Gegend, die Ursiedler, die Landnehmer. Und bann ist es soweit, baß ich ben Baum an- ! ?}ien Herzstoß. Einen solchen mit Kühnheit und Berechnung zu führen, ist die Aufgabe des Kampffliegers und fein Stolz. Nur Menschen von überlegener Tapferkeit, dazu von bedingungsloser Kameradentreue eignen sich für diese großartige Waffe, die schon auf ihren Schulen alles Geringwertige megfiebt. " Die edelste Gemeinschaft, welche das Mannestum kennt, ist die Besatzung eines Kampfflugzeugs. Sie lebt miteinander, sie stirbt miteinander. Offizier, Unteroffizier unb Mann sitzen im Kampfflugzeug Schulter an Schulter, sie verständigen sich fast ohne Befehl und fassen ihre Entschlüsse wie i n Wesen. Aber dieser Stein! Dieser Ausbund von Bosheit! Kaum spürt er den ersten Ruck, da wackelt er schon in der Grube. Vorhin, als ich ihn gut behandelte und väterlich mit ihm sprach, da wollte er nicht hören. Jetzt läßt er sich die Brechstange in die Seite stoßen, läßt sich willig drehen und wenden, mit einem Male ist er federleicht, und nach einer knappen halben Stunde rollt er lammfromm in das Gras. Da liegt er nun in der Sonne, entzaubert und ohne jedes Geheimnis, ein Feldstein, nicht einmal sehr groß. Wie Moltte das Eiserne Kreuz bekam. Hatte Moltke Anrecht auf die schönste Kriegerehrung, auf das Eiserne Kreuz? In seinem ursprünglichen Sinne war es ja nur für Auszeichnungen im Felde bestimmt und belohnte die wirkliche Waffentat, sodaß es fraglich schien, ob der heutige Heerführer, der stch nicht mehr in das Getümmel des Kampfes stürzt und seine Leistung fern vom Kriegsschauplatz vollbringt, diesen Orden erhalten könne. Moltke hat das Großkreuz des Eisernen Kreuzes auch erst nach glücklicher Beendigung des Krieges, zugleich mit den Kronprinzen von Preußen und Sachsen, dem Prinzen Friedrich Karl und den Generalen von Manteuffel, von Goeben und von Werder, erhalten, und Kaiser Wilhelm begründete diese Auszeichnung ausdrücklich mit einem Handschreiben, in dem es heißt: „Nachdem der glorreiche Friede hergestellt ist und Sie einen so überaus großen Anteil an der Herbeiführung desselben durch die unübertreffliche Leitung der Kriegsoperationen genommen haben, fo glaube ich mich berechtigt, um Ihre hohen Verdienste nochmals öffentlich anzu^kennen, die Statuten des Eisernen Kreuzes dahin zu erweitern, daß ich die eminente Kriegsleitung den selbständigen Generalen in einer Schlacht oder dem Eroberer einer großen Festung gleichstelle, um Ihnen das Großkreuz des Eisernen Kreuzes verleihen zu können, was ich hiermit durch Ueberreichung der Insignien desselben tue. Mit meinem unversiegbaren Dank für alles, was Sie in drei Kriegen Ruhmreiches geleistet, verbleibe ich Ihr dankbarer König Wilhelm." Eine Umwertung der kriegerischen Taten kündigte sich damit an, das rein geistige Wirken bes Strategen wurde den Taten auf dem Schlachtfeld gleiche stellt. C. K. Line Stunde Filmwochenschan von der Westfront eine Land- lireftoe (Nachdruck verboten!) 5. Fortsetzung. Haushalten mit VTAGWUDELH Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Nachdem am heutigen Samstagmorgen mit dem Schnellzug von Berlin her die neue Filmwochenschau eingetroffen war, hatten wir in einer Sondervorführung Gelegenheit, den Filmstreifen im Lichtspielhaus zu sehen. Die neue Wochenschau, ein weiteres Dokument von den gigantischen Kämpfen im Westen, laßt tiefen Einblick gewinnen in die Form eines Krieges, wie ihn die Westmächte heraufbeschworen haben und nun die Folgewirkungen am eigenen Leib und in einer Härte verspüren müssen, wie sie es sich im September des vergangenen Jahres kaum gedacht hatten. In unerhört eindringlichen Bildern sieht man die Städte, die, von den Feinden verteidigt, in Schutt und Trümmer fielen (insbesondere Sedan und Maubeuge) und ein Raub der Flammen wurden. Vor allem die Bilder von Sedan, das von der französischen Artillerie zerstört wurde, zeigen, daß kein Haus mehr unbeschädigt steht. Oede und vereinsamt sind die Gassen, in denen das Feuer wütet und seine Rauchfahnen über das Land schickt. In Maubeuge bietet sich' das gleiche Bild. Indessen folgen wir unseren Soldaten auf ihrem stürmischen ■ Vormarsch, rücken im Geiste mit der schwersten Artillerie vor, begleiten die deutschen Panzerstreitkräfte auf ihrem unaufhaltsamen Vormarsch, sehen in schier unübersehbarer Zahl die feindlichen Panzerwagen, die feindlichen fahrenden Festungen, hoffnungslos zerstört, an den Straßenrändern stehen, in Straßengräben und im Felde liegen, ausgebrannt, zerfetzt, von dem gutgezielten Feuer der deutschen Panzerabwehr und der Flakab- wchr. Stärker noch als in der vorhergegangenen Wochenschau ist diesmal herausgestellt, welche Schande und Schuld Frankreich und England mit dem Einsatz farbiger Truppen aller Schattierungen wertung und damit zur Belieferung des Saatgut, marktes gebracht. Es ist eine außerordentlich müh. ame, aber auch durch ihre Erfolge sehr erfreuliche Arbeit, die hier im Dienste unserer Volksgemeinschaft geleistet wird. . In das Gebiet der Rinderzucht führte em Besuch von bäuerlichen Betrieben in Airlenbach. Hier lernte man Spitzenleistungen der Fleckviehzucht und der Rotviehzucht kennen. Man sah Kühe, die eine Milchleistung von jährlich 5000 bis 6000 Liter, ja sogar bis zu 7000 Liter bei einem Fettgehalt der Milch von 4,2 bis 4,5 v. H. aufzuweisen haben. Diese Tiere sind wegen ihrer hervorragenden Leistungen in das Deutsche Rinderleistungsbuch eingetragen worden, die höchste Anerkennung für ihre Züchter. Daß diese Rinderzucht mit größter Liebe und Gründlichkeit betrieben wird, wurde jedem Besucher aus den Unterredungen mit den Züchtern klar. Es han- delt sich dabei um ausgesprochen bäuerliche Zucht „Medardi Regen gibt der Ernte kein Segen." Dom 10. Juni hören wir: „Hat Margrit keinen Sonnenschein, So kommt das Heu nicht trocken ein". und vom 11.: „Regnet's auf St. Barnabas, Schwimmen die Trauben bis ins Faß." Um die Mitte des Monats tritt angeblich allgemeine Wendung ein: „Sankt Veit (15. Juni) ferner: „Vom Tag Johanns der Regenguß läßt verfaulen die Haselnuß!" Oder ganz allgemein: „Johanniregen — kein Segen." Ja, Regen an Sankt Johann kann eine Keine Spur von Haust Aoman von Lharlotle Kaufmann. plage bedeuten: „Regnet's Johannitag auch nur leise, Dann regnet es Mäuse." Die vier Tage vor und die vier Tage nach der Sonnenwende zeigen das Wetter an, das angeblich bis Michaeli herrschen soll. Besonders ausschlaggebend für das Wetter der nachfolgenden Wochen ist nach Ansicht der ländlichen Wetterpropheten auch der 27. Juni, der Sieben- schläfertag, von dem es heißt: „Regnet's am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag." Und so sehr man sich auch bei heißem Wetter nach kühlendem himmlischem Naß sehnen mag, müßten wir sieben Wochen lang tagtäglich fingen: „Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf", so wäre uns das doch ganz und gar nicht recht. E. B. ändert sich die Zeit, dann fängt das Laub zu stehen an, dann haben die Vögel das Legen getan." Ein sehr wichtiger Tag im Kalender des Landwirts ist der 24. Juni, der Johannistag. Dor allen Dingen ist regnerisches Wetter an diesem Tag sehr unbeliebt: „Regnet's am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag", oder: „Wasser zu Johannis hinein nimmt das Brot und gibt keinen Wein": Hessische Musterbetriebe in der Erzeugungsschlacht Ein Besuch in bäuerlichen Beispielwirtschasten im Odenwald. (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Am heutigen 1. Juni jährt sich zum zehnten Male der Tag des Beginns der national« sozialistischen Agrarpolitik unter Leitung des Reichsbauernführers und Reichsernährungs- minifters Darre, der damals vom Führer den Auftrag erhielt, eine Agrarpolitik nach nationalsozialisttfchen Gesichtspunkten zu begründen. Mittlerweile ist diese Agrarpolitik seit 1933 zum Wohle unseres Bauerntums, wie auch des ganzen deutschen Volkes zur Tat geworden. Dadurch konnte unser Volk auch die Sicherung seiner Nahrungsfreiheit gegenüber den feindlich gesinnten Plutokra- tien der Westmächte erringen und jede von den feindlichen Mächten erhoffte Niederzwin- gung Deutschlands durch die Blockade von vornherein zum Scheitern verurteilt sehen. Ein glücklicher Zufall fügte es, daß wir . am Vorabend dieses Zehnjahrestages Gelegenheit hatten, an Hand einiger lehrreicher Beispiele einen Einblick in die großartigen ; Auswirkungen der nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten begonnenen und geleiteten Erzeugungsschlacht zu gewinnen. Das Lan- desernährungsamt (Landesbauernschast Hessen-Nassau) veranstaltete am Donnerstag und am gestrigen Freitag eine Presse fahrt durch den Odenwald, bei der die Teilnehmer Einblick in die wichtigsten Vorgänge und Erfolge des landwirtschaftlichen Einsatzes im Kriege erhielten. Aus eigener Wahrnehmung an Ort und Stelle können wir darüber für heute — die^ Behandlung einiger grundsätzlicher Fragen folgt noch •>— zusammenfasfend folgendes berichten. Auf dem H ä u s er h o f bei Klein-Umstadt im Kreise Dieburg lernte man einen vielseitig produzierenden landwirtschaftlichen Großbetrieb kennen, der 105 Hektar, also 620 Morgen umfaßt. Es handelt sich hier um eine Domäne, die von der Familie des als Schafzüchter weithin bekannten Domänenpächters Schuster bewirtschaftet wird, die schon seit mehreren Generationen auf dem Hose sitzt. In diesem Betriebe steht der Getteidebau an der Spitze. Daneben ist der Betrieb Saatbaustelle für Kartoffeln, für Elite-Roggenbau, ferner wird der Anbau von Weizen und Sommergerste, neuerdings auch von Raps, betrieben. Die Schafzucht, Rinderzucht und Pferdezucht, wie auch der Obstbau werden nach modernen Gesichtspunkten durchgeführt. Die Besucher, auch soweit sie als Laien in diesen Betrieb kamen, konnten den starken Eindruck mitnehmen, daß die Grundsätze und Ziele der Erzeugungsschlacht durch die Anwendung modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse und Betriebsweisen hier in erfolgreichster Weise verwirklicht wurden. Es war eine Freude, die schönen Tiere 'Und die prächtigen Aecker zu sehen, insbesondere auch den bedeutsamen Rapsbau in seinen wesentlichen Merkmalen und seiner großen Bedeutung für unsere Dolksgesamtheit kennenzulernen. Auf einem anderen Gebiete liegt die Arbeit des Lehr- und Versuchsgutes für Gartenbau der Landesbauernschaft in Groß- U m st a d t. In diesem 28 Morgen großen Betrieb steht die Treibgemüse-Erzeugung an der Spitze. Daneben wird aber auch der Obstbau mit größter Sorgfalt und starker Arbettsintensität gepflegt. Trotz der verhältnismäßig noch frühen Jahreszeit konnte man hier Erzeugnisse des Frühgemüsebaues sehen, die bewundernswert waren und dem Betrieb das beste Zeugnis ausstellen. Natürlich ist die Arbeit an dieser Stätte in weitem Ausmaß auf den Anbau in Gewächshäusern eingestellt, daneben spielt aber auch der Freilandanbau eine große Rolle. Die Durchführung von Versuchsanbauten und züchterischen Arbeiten steht hier ebenfalls an wichtiger Stelle des Arbeitsprogramms. Wie in zweckmäßigster Weife der Ertrag der Obsternte aufzubewahren ist, konnte man neben anderen bemerkenswerten Dingen in mustergültiger Werse dargestellt sehen. Ein anderes Spezialfeld der landwirtschaftlichen Arbeit lernte man in dem Äartoffelfaat- Hafen führte. Er hatte von den Scheffield-Werken einen Vertrag bekommen, so wie er ihn sich wünschte. Er hatte eine Arbeit, die ihn interessierte. Er war zufrieden. Auf dem Schreibtisch bauschten sich Pläne und Zeichnungen. Er hatte sich auch mit Jngeborg aus- gesöhnt, soweit es hier etwas auszusöhnen gab. Es schien ihr leid zu tun, daß sie so vergeßlich war, und sie bemühte sich, ihren Fehler wieder gutzumachen. Gestern war er wieder mit ihr aus gewesen. Im Ratskeller. Sie hatten zu Abend gegessen und eine Flasche Wein getrunken. Sie hatten sich auch gut unterhalten. Er erzählte, und sie hörte zu. Abenteuer wollte sie von ihm erfahren. Aber Joachim mußte lächelnd erklären, daß ihn die Abenteuer gemieden hätten. Solche, die mit der Liebe zusammenhingen, und die andern auch. Nie war ihm eine Räuberbande über den Weg gelaufen, und auch von wilden Tieren war er niemals belästigt worden. Höchstens, daß er einmal in ein Hotel geraten war, das dann eine Rechnung präsentieren ließ, die weder gerechtfertigt noch erwartet war, oder daß zwischen Antofagasta und La Paz die Schmalspurbahn steckenblieb. Solche Dinge, natürlich, die waren ihm schon zugestoßen. Das aber waren feine Abenteuer, sondern tückische Zufälle, und die interessierten wohl nicht. Doch, hatte Jngeborg Petersen geantwortet, und dann hatte sie sich einige Kleinigkeiten angehört, die ihm so eingefallen waren, aber später war ihm plötzlich das Gefühl gekommen, als ob sie nur aus lauter Höflichkeit zugehört hätte. Und er merkte, daß sie sich nicht viel zu sagen wußten. Er mußte darüber nachgrübeln, wer von ihnen sich wohl am meisten in den vergangenen Jahren verändert hatte, wer wohl die größere Schuld trüge an der Entfremdung, die unzweifelhaft zwischen ihnen stand. So sehr hatte er sich nach diesem jungen Mädchen gesehnt, so sehr. Und nun war sie ihm fast gleichgültig geworden. Es klopfte. „Herein." Es war Frey vom Konstruktionsbüro. Er nahm einige Zeichnungen und Anordnungen von Keit entgegen und ging wieder. Die Mutter und der Vater allerdings würden Ja, er, Karsten Huith, Lehrer in Sörup, durfte ihr Boot teeren. Er durfte auch ihr Rad reparieren, wenn es kaputt war, und sich des Außenmotors „Barinja" annehmen, wenn er streikte, was oft vorkam. Er durfte auch helfen, das Dach zwischen den Dünenbergen wieder festzumachen, wenn der Sturm zu sehr daran gezaust hatte, und er durfte auch die Staffelei leimen, wenn sie zu Bruch gegangen war, diese farbenbekleckste, wackelige Staffelei. Aber ein Fremder, der in der Scheffield-Werft arbeitet und viel Geld verdient, dessen Eltern in der Esmarch- straße in einem teuren Hause wohnen, der darf mit ihr nach Hamburg fahren und ihr hingegebenes Gesicht sehen, wenn sie Musik hört-- Karsten Huith hatte ein bitteres Gefühl in sich. Aber das hatte er eigentlich immer, wenn er an Sibylle Hauck dachte. Später berichtete Karsten Huith: „Ich habe mit unserem Pastor in Klinike gesprochen und mit einem Rechtsanwalt aus Lüneburg, der in den Sommerferien da war. Sie sagten beide dasselbe. Sie müssen beim Landgericht die Scheidung einreichen. Ihr Mann ist jetzt drei Jahre fort und hat nie etwas von sich hören lassen. Sie können doch nicht ewig warten. Und eine Todeserklärung kann in einem solchen undurchsichtigen Fall erst nach dreißig Jahren erfolgen." Sibylle sah auf ihre Tasse. „Sie machen sich soviel Plage und Sorgen mit mir", sagte sie leise. „Das ist mir gar nicht recht." „Der Scheidungsklage wird sofort stattgsgeben werden. Sie haben ja alles getan, um (einen Aufenthalt zu erfahren." ,^Zck kann das nicht, Huith. Sie sollten wirklich nicht soviel an diese Dinge denken." „Wollen Sie zehn Jahre lang warten?" „Er wird wiederkommen, Huith. Bestimmt." „Und wenn er nicht wiederkommt? Wenn doch ein Unglücksfall vorliegt? Wenn er doch tot ist?" „Solange ich das nicht weiß, muß ich warten." „Sie sind starrköpfig, Sibylle. Aber ich will Sie würden. , , . „Kein schlechtes Schiff", sagte Joachim und sah bet frisch gestrichenen Schornstein des Dampfers enüang. „Klein, aber gut", nickte der Vater und roanoir sich ins Zimmer zurück. „Ja, aber ich komme zu M weil Jürgens heute geschrieben hat." „Jürgens?" , „Am 11. Oktober soll die »Hessen* vom Stapel laufen. Es muß unbedingt einer von uns hin. werden ein paar Neuheiten ausprobieren." (Fortsetzung folgt) — nicht beeinflussen. Ich kann nur nicht sehen, wie Sie herumsitzen und warten und darben, nur weil es dem Kunstmaler Detlef Hauck einfiel, auf und davon zu laufen oder irgendwo zu verunglücken, wo ihn niemand findet. Es ist ein Unrecht, wenn Sie ihr Leben so in den Schatten stellen. Sie sind eine Frau und haben Verpflichtungen. Sogar der Pastor aus Klinike sagte, man müsse die Scheidung einreichen, nachdem das der einzige gesetzliche Weg ist in einem solchen Fall. Es ist ein Irrsinn, sich an einen Menschen gebunden zu halten, der ein Phantom geworden ist." „Es ist nicht tot. Ich glaube das nicht, Huith. Ich will das nicht glauben. Aber sprechen wir nicht davon. Erzählen Sie etwas anderes." Sie sah gequält aus, und Huith ärgerte sich. Er fand sie verrückt und lächerlich, wenn sie an diesem Mann festhielt, der sie doch verraten hatte. Er hatte ihn gut gekannt, feine lange, schlanke Gestalt, sein dunkles Haar und seine blauen Augen. Ein schöner Mann war er wohl gewesen, aber leichtsinnig, und eine Frau wie Sibylle war er niemals wert. Erzählen Sie etwas anderes! Das sagte sie immer, wenn er versuchte, an die alte Geschichte zu rühren. Natürlich, sie litt darunter. War der Mann wirklich tot, dann war es schlimm genug für sie, da sie ihn doch liebte. Hatte er sie einfach verlassen, ohne ein Wort, bann war es nicht weniger schlimm, denn sie hatte doch alles getan, um ihm das Leben gut und schön zu machen. Alles, was sie nur konnte. Erzählen Sie etwas anderes! ' Er tat ihr den Gefallen. Er war wohl nicht der Mann, über den sie diesen ersten, leichtsinnigen vergessen würde. Vielleicht kam aber eines Tages ein anderer, und bann konnte sie sich ja an seinen Rat erinnern. ♦ „Schreiben Sie ben Brief an C. Anbrs unb Co. zuerst unb sagen Sie im Vorbeigehen zu Herrn Frey vom Konstruktionsbüro, er soll sofort zu mir kommen." „Jawohl Herr Keit." Die Sekretärin nahm Bleistift, Block unb ihre Schriftstücke auf unb verließ bas Zimmer. Joachim sah gebanfenlos ber Tür nach, die sich langsam schloß. Nun war er vier Wochen hier in bem nüchternen Bürozimmer mit bem großen Fenster, bas auf den von gelb bis schwarz auf sich genommen hat. In unbestechlichen Nahaufnahmen kann man die Physiognomien jener Menschen studieren, die Frankreich unb Englanb auf deutsche Soldaten gehetzt haben. Ein Schauder überrieselt wohl jeden, der diese Gesichter sieht. Als Gefangene ziehen nun die Far- Ligen in unübersehbarer Menge in die Gefangenen- lager. Wieder sieht man die Sturzkampfbomber in ihren Angriffen, die Pioniere bei ihrer schweren Arbeit, die Flakartillerie im Einsatz gegen die Panzerwaffe, die Artillerie aller Kaliber in ihren Feuerstellungen, die Artillerie-Vorbereitung auf bas Panzerwerk 505, man sieht ferner die Infanterie auf ihren strapa- ziösen Märschen, erkennt bie Ausmaße an Organi- fation für die Versorgung der Truppen mit Verpflegung unb Munition, sieht schließlich bie Schnell- boote im Angriff unb viele andere Einzelheiten, Die das Antlitz dieses Krieges bestimmen. Mit besonderer Anteilnahme folgt man ben Bildern, bie unsere kämpfenden Truppen in und um Narvik zeigen, jene Truppen, bie am Polarkreis für bie deutsche Sache einen heroischen Kampf bestreiten. Die neueste Wochenschau läßt uns alle an einem Geschehen teil- nehmen, bas nicht nur deutsche, sondern Weltgeschichte bedeutet. H. L. Neuner. Aus der Stadt Gießen. Oer 3uni. Betrachten wir zum Monatsanfang, was uns in alten Bauernregeln für ben Juni in Aussicht gestellt wirb. Ein klein wenig mißtrauisch dürfen wir habet aber sein. Gleich zu Beginn hören wir: ,Lluf nassen Mai Kommt trockener Juni herbei." Und den hat der Landmann, scheint's, nicht ungern, denn er sagt: „3uni trocken mehr als naß. Bringt gutes Naß dem Winzerfaß", aber: „Wenn naß unb kall der Juni war, Verdirbt er meist das ganze Jahr." Allerdings, mit andauernder Hitze unb Trockenheit ist bem Bauern auch nicht gebient, benn er liebt eine fein abgewogene Mischung, wie aus ben folgenben Wetterregeln hervorgeht: „Macht's ber Brachmonat gut oder schlecht. so macht er's allemal nicht recht. Macht er’s aber gut u n b schlecht, bas ist gerabe recht." Oder: „Brachmond warm, naß, kühl und trocken Gibt was in bie Milch zu brocken." Auch tüchtig wehen barf es, beim: „Norbwinbe im Juni wehen Korn unb Wem ins Lanb hinein" ober: „Wenn im Juni Norbwind weht. Das Korn zur Ernte trefflich steht." Mit Freuben wirb ber Kohlenkommissar eine Regel vernehmen, bie besagt: „Stellt ber Juni milb sich ein. Wirb milb auch ber Dezember sein." Wie in allen anberen Monaten, gibt es auch im Juni ^genannte „Lostage", bie für bie Ernte, bas Wetter unb anberes mehr ihre befonbere Bebeutung haben. So heißt es zum Beispiel vom 8. Juni: „Wie's wettert am Mebarbustag So bleibt’s sechs Wochen lang banach." Weiter heißt es vom Mebarbustag: „Was St. Mebarbus für Wetter hält, Solch Wetter in bie Ernte fällt", und auf der Grunblage mittlerer Betriebe von etwa 40 bis 60 Morgen, die nach den Gesichtspunkten ber Rinberleistungszucht mit größter Intensität bewirt- schäftet werben. v Bei einem Besuch auf dem Erbhof des Landes, bauernführers Dr. Wagner in Wasserbib. los bei Crumstadt lernte man gleichfalls einen Musterbetrieb erster Drbnuna kennen, dessen Besonderheit u.a. darin zum Ausdruck kommt, daß ber gesamte Hofbetrieb, ja sogar die Familienh-llus- Haltungen vollkommen auf ber Orunblage der Elektrizität geführt werden, also keinerlei Kohlen- Heizung oder Holzfeuerung verwandt ist. Daß eine derartige Betriebsform ihre großen Vorzüge hat, wurde unzweifelhaft deutlich. Daneben konnte man aber auch erkennen, daß hier nach den Gesichts- zuchtbetrieb des Bauern unb weithin bekannten Kartoffelzüchters Böhm in Groß- Bieberau kennen. Hier stand man staunend unb bewundernd vor einer Arbeit, bie man sich in ber Verkörperung eines schlichten Bauersmannes, ber zugleich hervorragenber Fachwissenschaftler ist, gar nicht vorgestellt hatte. Die Kartoffelsaatzucht wurde im Jahre 1900 von dem mittlerweile verstorbenen Vater der drei Brüder Bohm begonnen, unb sie hat sich jetzt in zweckmäßiger Arbeitsteilung auf bie Betriebe ber brei Brüber verlagert. Jeber bieser Betriebe erfüllt im Rahmen ber Ganzheit ber Kar- toffelsaatzucht ein befonberes Arbeitskapitel. In bem besuchten Bettrebe in Groß-Bieberau werden bie Kartoffelsämlinge im allerfrühesten Stadium gezogen. Jährlich werben aus ben einzelnen Samenkörnern jeder bearbeiteten Kartoffelstaube die Sämlinge gewonnen, unb zwar etwa 15 000 bis 16 000 Stuck. Der Kartoffelzüchter Böhm selbst prüft unb ortiert bie einzelnen Samenkerne, er nimmt ben Anbau in kleinste Behälter vor und schafft auf diese Weise die allerttüheste Grundlage ber späteren Kartoffel. Von den 15 000 bis 16 000 Sämlingen, die im Frühjahr in ganz kleinen, durchlöcherten Pappbehältern mit Mutterboden auf ben Acker kommen, werben im folgenden Herbst etwa 2500—3000 als zu weiterer Auslese geeignet geerntet. Nach ber darauf folgenden neuen Auslese unb Ansaat werben nur noch 500 bis 600 Pflänzchen übrig jleiben, unb schließlich sinkt unter der Auswirkung bes fortbauernden scharfen Ausleseprozesses her Bestand an wirklich erfolgversprechenden Zuchtpflänzchen bis auf 50 ober 60 oder 100 Stück, von ursprünglich 15 000 bis 16 000 Sämlingen. Auf diese Weise wird in vierjähriger Auslesedauer bas für ben Kartoffelanbau erforberliche neue beste Saatgut gewonnen, eine Arbeit, bie von bem Züchter Böhm selbst mit ber ganzen Grünblichkeit des praktischen Bauern unb mit ber Sorgsamkeit des Spezialwissenschaftlers durchgeführt wirb. Die als Schluhergebnis gewonnenen Saatgutpflanzen werben dann zu bem in Pommern befindlichen Betriebe eines der Brüder Böhm zur endgültigen Aus- fich über eine Heirat mit Jngeborg freuen, da» wußte er. Sie hatten ja immer damit gerechnet. Wieder ging die Tür. Diesmal war es Direktor Andreas Keit selbst. „Na, mein Junge", sagte er laut und trat geräuschvoll ein, „was treibst du? Du scheinst etwa» Wichtiges im Kopf zu haben." Joachim lächelte. Er war aufgesprungen. „Netn. o wichtig war es nicht." Sie traten zusammen zum Fenster unb siche« burch die gewürfelten Scheiben hinunter. Das Wasser bes Hafens' sah schwarz aus von hier oben- Schillernbe Oelflecke hoben sich mit ben langgezogenen Wellen. Vom Trockenbock herauf drangen Miethämmer laut unb durchdringend. Es war ben Männern eine gewohnte Musik. „ „Wirb in vier Tagen roieber auslaufen können, sagte Joachim unb sah auf bas Schiff hn Dock. Es war ein bänischer Dampfer. Rote Mennigefleckev zerrissen bie hohe Schifiswand. Der.Vater nickte. Bei ben Helligen brühen reckt« ber Riesen-Schwimmkran ben Ausleger wie eiiu Faust in ben Himmel. Zu seinen Füßen auf bei» Ponton liefen ein paar Arbeiter eilig umher, lieber all würbe gearbeitet. Don überallher dröhnte btu Geräusch bieser Arbeit. Unb bcrt zog bie brau«' gestrichene Fähre quer über ben Hafen, bie Du Menschen zur Arbeit trug unb roieber nach Hause brachte. Jeben Tag, jebe Nacht. Sie verband Du Vorstabt Gulben, bie sich auf bem rechten Hasenufe-k befanb, mit ber Stabt auf ber anberen Seite. Vierzig Jahre lang war Anbreas Keit mit diese: braun gestrichenen Fähre über ben Hafen gefahren, um in bie Werft zu kommen. lagern, tagaus --- unb mit ihm Hunderte von Arbeitern. Nun murin auch Joachim täglich biefen Weg gehen. Gott geb*' baß auch ihm vierzig solche Jahre vergönnt sei" lassen. zur K.-AusbiU --haben die 3« treten. Die Fliegergef. 1/116, MHI. und Nachrichte PIH HI. machen Sonderdienst nach Gefolgschaftsbefehl. BOM., Untergau 116, Wetterau. Mobelhcui 3 f^ahl Tleubrsehung des Kreises Usingen. Gauamtsleiler Heyse als Landrat eingesetzt. W4 dieH rantrti >t hold lieft 6t die Je anger.» werden B. Die Kartoffel Versorgung der Großstädte hat eine grundlegende Aenderung dadurch erfahren, daß bedeutende Zufuhren aus Bayern, Mitteldeutschland und Mecklenburg an die Verbraucherplätze des Rhein-Main-Gebietes geschleust wurden. Die Folge davon ist überall eine nahezu vollkommene Versorgung der Verbraucher mit dem laufenden Bedarf. Diese günstige Entwicklung verspricht auch in den nächsten Wochen anzuhalten. Bei Gemüse ist der Kopfsalat in den Vordergrund getreten, während Spinat nicht mehr so stark wie in den Vorwochen, aber durchaus genügend zum Markt kommt. Nach Spargeln besteht lebhafte Nachfrage, so daß die Ankünfte rasch ausgenommen werden? Kohlrabi, Gurken, Rettich und Radieschen sind ebenso wie Zwiebeln reichlich angeboten. Auch italienische Erbsen kamen wieder herein. Das Obst muß weiter durch Rhabarber, der ausreichend vorhanden ist, ersetzt werden; die ersten Freilanderdbeeren sind für die Versorgung größerer Volksschichten noch zu hoch im Preis. druS ■ 29/30 - v- 2/u. n ty falb brav Lack» ■tbiii s tim senk O ifityü, V Nb Vk nte cc Teschs ’ in tta n Snr izerE 1 tellunci'. mckK n stiafl , Orgm mit & e Schri leiten, t befonbcir iie ur.'f ik Jtf e heutig )ie neur ^efjentf. i Neuner. u Ul i u I, u II y II I “ I - . und sechs Monaten verurteilt. Wegen seines hartnäckigen Leugnens wurde die Untersuchungshast nicht angerechnet. Strafmildernd wurde das Alter Des Angeklagten berücksichtigt. Zucker oder Süßstoff? Wenn mir auch in Deutschland genügend Zucker rrzeugen, |o befreit uns das aus den verfchiedenften Gründen nicht von der Verpflichtung, mit ihm spar- uam umzugeyen. Dor allem ist Zucker im Haushalt möglichst nicht als Süßstoff zu verwenden, sondern n erster Linie als Nahrungsmittel zu betrachten. Zum Süßen von Kaffee und Tee, aber auch m vielen anderen Fällen, läßt sich der Zucker ohne weiteres durch Süßstoff ersetzen. Zum mindesten aber wird man durch teilweisen Zusatz von touß- tofs die bisher verbrauchte Menge Zucker wesent- ich verringern können. . m Leider findet man noch heute vielfach em Vorurteil gegen die Verwendung von Suhstoss. ,,Wir Daben schlechte.Erfahrungen nut Süßstoff gemacht , Ieißt es dann vielsagend. Das liegt aber lediglich Daran, daß der Süßstoff fa l s ch v erm e«' Del wurde. Zucker muß, wie gesagt, heute m erster Linie als Nahrungsmittel angesehen und daher im : ä glich en Speiseplan hauptsächlich nurdo rtverw endet werden, wo neben dem süßen Geschmack^der^ reuen, ’tedjnel >5 w ib trat? einst gen. und i hier * lanM an« rben^ m ** >nni9?'li" ifüben^ >r lvlt enC nhel-5 Wechsel der Planeten Oer Sternenhimmel im Juni. Don Dr. Erwin Kossmna. Die Versorgimgslage im Rhein-Min-Gebiel Oer landwirtschaftliche Marktbeobachter. Gießener Wochenmarktpreise. ♦ Gießen, 1. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,80 RM., Matte 30 Rps., Käse, das Stück 6 bis 10 Rf., deutsche Kühlhauseier 12 bis 13 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 4,05 RM., Wirsing, N kg 25 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 50, Spinat 10 bis 15, Spargel 30 bis 64, Erbsen 25, Zwiebeln 14 bis 17, Meerrettich 70, Aepfel 45, Blumenkohl, das Stück 90 Rpf., Salat 10 bis 18, Salatgurken 60 bis 80, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch' 5 bis 10, Rettich, das Bund 20 bis 25, Radieschen 10 bis 15 Rpf. Am 21. Juni um 15 Uhr 37 Min. Sommerzeit durchläuft die Sonne den nördlichsten Punkt ihrer Himmelsbahn im Sternbild der Zwillinge, womit astromifch der Sommer beginnt. Um diese Zelt erreicht unser Tagesgestirn im mittleren Deutschland eine Mittagshöhe von mehr als 60 Grad, während es um Mitternacht (Ortszeit) kaum 15 Grad unter den Horizont sinkt. Wir können daher die Wanderung des hellen Dämmerungsschems während einer klaren Juninacht vom Untergangspunkt der Sonne im Nordwesten bis zum Auf- aanaspunkt im Nordosten in Nord- und Mitteldeutschland gut verfolgen. Die Abenddämmerung geht unmerklich in die Morgendämmerung über. Nur in den südlichsten Gauen des Großdeutschen Reiches sinkt die Sonne auch im Juni so tief unter den Horizont, daß für kurze Zeit der Dämmerungsschein verschwindet. In Norddeutschland beginnen die hellen Nachte bereits Ende Mai und dauern bis Mitte Juli. Obwohl dadurch die Betrachtungen des Sternenhimmels stark beeinträchtigt wird, bietet auch der Ium dem Sternfreund eine Fülle von Beobachtungs- Möglichkeiten. , _ , r , . . Im Juni vollzieht sich ein großer Wechsel m der Stellung der Planeten. Venus und Mars verschwinden bald nach der Mitte des Monats vom Abendhimmel. Dafür tauchen Jupiter, Saturn und Uranus aus der Morgendämmerung am Osthimmel auf und erscheinen immer zeitiger über dem Horizont, Ende des Monats bereits gegen 2 Uhr Sommerzeit. Bevor jedoch der strahlend schone Abendstern mit dem recht unscheinbar gewordenen Mars unseren Blicken im Nordwesten entschwindet, haben wir noch Gelegenheit, eine seltene Konstellation zu beobachten. Zu den beiden erwähnten Planeten gesellt sich nämlich in den Tagen vom 8. bis 15. Juni der Merkur, dieser meist so schwierig zu beobachtende Wandelstern. Wir finden ihn am Abend des 11 Juni unmittelbar nördlich der hellen Venus, die uns bei der Suche nach Merkur als Leitstern dienen kann. Am 8. Juni steht außerdem die Mond- sichel unweit links von den drei Planeten. Da Merkur und Mars sich nur wenig vom hellen Hnn- melsarunde tieT am nordwestlichen Horizont abheben, wird man zur Beobachtung dieser Konstellation mit Vorteil einen Feldstecher zur Hilfe nehmen Im Feldstecher erkennt man auch, daß Venus keine runde Scheibe bildet, sondern Sichelgestalt angenommen hat. Der erleuchtete Teil der Vlanetenscheibe wird mit der (scheinbaren) Annäherung an die Sonne immer schmaler. Die Sichelbreite beträgt am 4. Juni 7, am 9. Ium 5, am 14. Juni nur noch 3 'Bogensekunden. Ende des Monats wandert Venus vorüber — sie befindet sich dabei zwischen Sonne und Erde — und wechselt somit vom Abendhimmel zum Morgenhimmel. __________ __ 1 ill^ Sonntag, 2. Juni, Antreten der 16- bis 18sährigen ~ir K.-Ausbildung um 8 Uhr an der Volkshalle. Es haben die Ja. der Gef. 1/116, Motorgefolgschaft 3/116, SRD.-Gef. 1/116 und der Feldschergef. anzutreten. Die Fliegergef. 1/116, MHI. und Nachrichten- It5i I 4er, , ■ st I I iett.ll Ml •Ml Der Aug. W. aus Rainrod war angeklagt, in den : Jahren 1939 bis 1940 mit Personen unter 14 Jahren : unzüchtige Handlungen vorgenommen bzw. zur Dul- ' Dung unzüchtiger Handlungen verleitet zu haben. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefangms- fträfe von zwei Jahren und sechs Monaten. Der Angeklagte wurde des Sittlichkeitsverbrechens m Drei Fällen für schuldig erkannt und zu emer G e- ; amtgefängnisftrafe von d rei Jahren NSG. Der bisherige Leiter des Gaupersonalamtes, Gauamtsleiter Walter Heyfe, übernimmt mit Wirkung vom 1. Juni 1940 für den ins Feld einrückenden Kreisleiter Schöne die Kreisleitung Oberlahn-Usingen. Zugleich wurde er als Landrat mit der verwaltungsmäßigen Leitung des Kreises Usingen beauftragt. Landrat Heyfe, der bisher als Leutnant in einem Infanterie- Regiment an der Westfront stand, wird nun auf Anordnung des Gauleiters zunächst feine Kraft für Partei und Staat m der Heimat einsetzen. Parteigenosse H e y s e ist mit dem Kampf der nationalsozialistischen Bewegung im Rhein-Main- Gebiet auf das engste verbunden. Seit 1923 gehört er der NSDAP, an. Als SA.-Mann in der (52L Frankfurt am Main und als Hochschulgruppenführer des NSDStB. Frankfurt am Main erwies er sich als unerschrockener Vorkämpfer des Führers. Seit 1929 ist er als Gauaefchäftsführer der Gaue Hessen-Darmstadt und Hessen-Süd tätig. Der Gauleiter berief ihn nach der Zusammenlegung der beiden Gaue zum heutigen Gau Hessen-Nassau zu seinem Adjutanten. Als Gauinspekteur und Gaupersonalamtsleiter im Gau Hessen-Nassau bearbeitete er dann ein umfangreiches Aufgabengebiet der Partei. Bekannt ist auch sein Einsatz als Reichsredner, in dessen Verlauf er im Auftrage der Aus- landsorganisation der NSDAP, vielfach Reisen ins Ausland unternahm, um den dort befindlichen Reichsdeutschen Einblicke in die Erfolge des Aufbaues unseres Reiches zu geben. Parteigenosse Heyse ist Mitglied des Reichstages feit 1933. Auf dem ihm nunmehr vom Gauleiter zugewiesenen Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine kleine Nachtmusik"; 14.45 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung „Das deutsche Schwert schreibt Geschichte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Tante, deine Tante". — Artilleristen-Kameradschaft 1895: 20.30 Uhr im „Hessischen Hof" Monatsappell mit Vortrag. Gemeinnützige Baugenossenschaft 1894: 20 Uhr im „Burghof", Jahreshauptversammlung. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine kleine Nachtmusik"; 11 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung „Das deutsche Schwert schreibt Geschichte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Tante, deine Tante". Notizen für den L JunL Sonnenaufgang 5.09 Uhr, Sonnenuntergang 21.37 Uhr. — Mondaufgang 3.09 Uhr, Monduntergang 16.29 Uhr. Notizen für den 2. JunL Sonnenaufgang 5.08 Uhr, Sonnenuntergang 21.38 Uhr. — Mondaufgang 3.32 Uhr, Monduntertzang 17.33 Uhr. Hitler-Jugend Bann 116. Standort Gießen. Die reichlichen S ch w e i n e zufuhren, die eine jahreszeitlich bedingte Erscheinung darstellen, machten eine Einschränkung der Rindvieh Zulassung zu den Märkten erforderlich. Es werden mehr Schweine und Kälber zugeteilt werden; der Verbrauch muß sich hierauf einstellen. Die Qualitäten waren durchweg mittel bis gut. Die Erzeugung von Milch und Butter ist infolge der jetzt überall vorgenommenen Grünfütterung weiter gestiegen, ebenso der Anfall von Quark. Auch bei den übrigen Milcherzeugnissen, Deien und Fetten wurde der Bedarf nach den Kartensätzen reibungslos gedeckt. Durch die neuerliche Zuteilung von zwei Eiern hat sich die Zahl der im jetzt zu Ende gehenden Versorgungsabschnitt ausgegebenen Eier auf elf erhöht. Bei Getreideerzeugnissen haben die Sonderzuweisungen von Konserven, Büchsenmilch usw. auf die Nährmittelkarte dazu beigetragen, die Anforderungen auf Kaffee-Ersatz und Teigwaren geringer werden zu lassen und damit eine Entlastung der stark angespannten Produktionsstätten herbeizuführen. das früher unentbehrlich war, wollte man irgend« wie zinsbringend anlegen. Ein Teil davon wurde in kurzfristigen Titeln des Geld- und Kapitalmarktes angelegt, der größte Teil dürfte von den Ban- len zu nutzbringender vorübergehender Verwendung zugeführt worden fein. Darüber hinaus kaufte man in großem Maßstab Rentenwerte, und ebenso sind beträchtliche Aktienpakete aus der öffentlichen Re- ervestellung im Publikum untergebracht worden. Sicher ist aber, daß es sich zumeist nur um eine vorübergehende Geldanlage handelte, da es ja Betriebskapital ist, das bei Wiedereinsetzen der aufbauenden Tätigkeit der Wirtschaft notwendig gebraucht wird. Es läßt sich vorstellen, daß in dem Augenblick, wo der Friedensschluß nahegerückt ist, jeder Betrieb sich so schnell wie möglich flüssig zu machen sucht, indem er vorübergehend gekaufte Wertpapiere wieder abstößt, zumal darin in vielen ** Sieh ft jubiläum. Am heutigen Samstag kann der Kreiskasseoberfekretär Wilhelm Weber das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit bei der Kreiskasse des Landkreises Gießen begehen. **GvldeneHochzeit. Das Fest der goldenen Hochzeit feiern heute am Samstag die Eheleute Oberpostschaffner a. D. Konrad Biedenkopf, Landmannstrahe 19. Das Ehepaar erfreut sich noch bester geistiger und körperlicher Frische, es bearbeitet noch seinen Schrebergarten. Den Jubilaren unseren herzlichen Glückwunsch. Strafkammer Gießen. Es handelte sich bei dem Zweck der Fahrt um eine Umschau in beispielgebenden Musterbetrieben, also in Spitzenwirtschaften ausgeprägtester Art. Wenn auch nicht jeder einzelne bäuerliche oder landwirtschaftliche Betrieb in unserer engeren Heimat den gleichen Rang erreichen kann, so sollte aber doch jeder Bauer und Landwirt bestrebt sein, sich den Stand eines Musterbetriebes als erstrebenswerten Erfolg feiner Arbeit immer vor Augen zu halten und auf diese Weise zu einer weiteren Steigerung der Erzeugungsschlacht beizutragen. Der Reichsnährstand wird ihm bei diesem Bemühen durch die Landesbauernschaften alle Förderung zuteil Mädelgruppe Süd 1/116. Die Gruppe tritt am Montag, 3. 6., nm 19.30 Uhr am Mtv.-Sportplatz zum Sport an. An diesem Abend werden auch die Reichssportwettkämpfe wie- J punkten von Spitzenleistungen kn der Landwirt- l| schäft gearbeitet wird. Den Abschluß der Besichtigungsfahrt bildete ein Besuch der Grohmolkerei der Starkenburger Milchliefervereinigung in Darmstadt, bei dem man einen weitreichenden Einblick in eine moderne und mustergültige Milch- oerarbeUung gewinnen konnte. 5»‘ ®n zeitgemäßer Mschküchenkmff: gründlich mit ßtnko einmrichen! Das nimmt dm gröbsten Schmutz vorweg. And die ßmipMt: mo [patt fflaldtpulntL hohe Nährwert des Zuckers (hoher Brennwert, teilweiser Ersatz für Fett) wichtig ist. Wo es bageaen nur darauf ankommt, Speisen zu süßen, leistet der Süßstoff meist den gleichen Dienst. Will man das Gericht geschmacklich verbessern und auch an Nährwert bereichern, so setzt man neben dem Süßstoff eine kleine Zuckermenge zu. Süßstoff ist übrigens außerordentlich billig; eine kleine Packung in Tablettenform kostet nur 20 Rpf. Da Süßstoff überaus kräftig süßt — eine kleine Packung reicht also sehr lange —, muß man mit ihm vorsichtig umgehen. Schon ganz geringe Mengen genügen, um die meisten Speisen ausreichend zu süßen. Gerade die oben erwähnten „schlechten Erfahrungen" beruhen fast ausnahmslos darauf, daß den Speisen zuviel Süßstoff zugesetzt wurde. Man bedenke: ein einziges Gramm Süßstoff genügt, um 70 Litern Wasser einen süßlichen Geschmack zu geben. Sacharin süßt 280- bis 300maI mehr als Zucker. Schon eine kleine Tablette ersetzt 3 Teelöffel Zucker, das sind 25 Gramm. Will man Süßstoff richtig verwenden, so verfährt man wie folgt: Der Süßstoff wird vor dem Gebrauch in etwas Wasser aufgelöst. Es ist ratsam, sich eine etwas größere Menge Süßstoff herzustellen und diese in einer kleinen Flasche auszubewah- ren. Dadurch wird Arbeit im Haushalt erspart. Auch ist es auf diese Weise möglich, den Süßstoff auch in kleinsten Mengen zu verwerten.' Süßstoff wird dem Gericht nach dem Kochen zugesetzt, um den Geschmack nicht zu beeinträchtigen. Im übrigen ■eignet sich Süßstoff nicht nur~ für den täglichen Gebrauch. Er kann, mit der nötigen Vorsicht verwendet, Getränken und allen süß abzuschmeckenden Gerichten, auch Backwaren, zugesetzt werden. Süßstoff hat jedoch keine konservierende -...........------ . ~ f Wirkung- er kann also zum Einmachen^ nicht neuen Aufgabengebiet wird er die m den Kampfverwendet werden. Um so wichtiger ist er darum und Aufbaujahren erworbenen Erfahrungen und als ein Mittel, Zucker für das Einmachen zu Kenntnisse in einer praktischen Führungsarbeit er- fparenj 'folgreich zur Anwendung bringen können. Fällen beträchtliche Kursgewinne enthalten sind. Wer soll dieses an den Markt kommende Material dann übernehmen? Das ist ein Problem, mit welchem sich jeder Wertpapierbesitzer dauernd beschäftigen muß. Schon deshalb ist es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um erneut flüssitze Gelder in Aktienwerten festzulegen. Die verschiedenen Warnungen wurden daher stark beachtet und lösten bei dem Publikum Abgaben aus, so daß ein ansehnlicher Prozentsatz der vorangegangenen Steigerungen ein- gebüßt wurde, zumal auch der Berufshandel zu Positionslösungen schritt. Der R e n t e n m a r f t behauptete dagegen im Grunde eine feste Haltung. Die Nachfrage hat sich allerdings in den letzten Tagen gleichfalls vermindert, so daß die einzelnen Marktgebiete etwas ausgeglichener waren. Leichte Kursrückgänge erfuhren nur hochstehende Industrie-Obligationen. Un- verändert sehr lebhaft blieb das Interesse für Pfandbriefe und Kommunal-Schuldverschreibungen, in denen es nach wie vor erheblich an Angebot mangelt. Die Notierungen waren daher durchweg nominell, d. h. ohne Umsatz. Eine Sonderbewegung hatten erneut Reichsanleihe-Altbesitz, die vorübergehend bis 4 v. H. angezogen hatten, schließlich aber rund 3 v. H. zurückgingen, und im Augenblick — wenige Tage vor der Ziehung — bei 151 v. H. (in der Vorwoche 150 v. H,) stehen. E. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Mai. Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (gegen 44 bis 46,50 am 17. 5.), b) 41 bis 42,50 (41,50 bis 42,50), c) 34 bis 37,50 (36 bis 37), d) 18 bi. 29 (—). Dullen a) 42 bis 44,50 (44 bis 44,50), b) 36.50 bis 40.50 (39 bis 40), c) 27,50 bis 35,50 (34,50 bis 35,50). Kühe a) 42 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 13 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 44,50 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 39,50 bis 41,50 (41 bis 41,50), c) 34 bis 36,50 (34,50 bis 36,50), d) 26 bis 28 (23 bis 28). Kälber andere a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (53 bis 59), c) 44 bis 50 (42 bis 50), d) 25 bis 40 (30 bis 40). Lämmer a2) 50 bis 51 (51), Hämmel b2) 48 bis 49 (48), c) 30 bis 44 (37 bis 40) d) 28 (20 bis 25). Schafe a) 42 bis 44 (44), b) 34 bis 40 (38), c) 20 bis 32 (20 bis 28). Schweine a) 56 (55,50), bl) 56 (55,50), b2) 56 (55,50), c) 55 (54,50), d) 52 (51,50), e) 50 (49,50), Sauen gl) 56 (55,50). Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. G.A.-E>pott. Oie Jugend als Aktive im Sport. Sechzehn- bis Achtzehnjährige in der Altersklasse. In der Erkenntnis, daß auch unter den erschweren» den Umständen der Kriegszeit die Fortsetzung des Sportbetriebes in vollem Umfange gewährleist werden muß, sind von der Reichsjugendführung und dem NSRL. Richtlinien über die Durchführung des Leistungssports während des Krieges aufgestellt worden, nach denen für die Zukunft 16- bis 18jüh» rigen Hitlerjungen die Teilnahme an Wettkämpfen der Seniorenklassen erlaubt ist. Dies trifft auf Grund der Sonderbestimmungen sowohl auf die noch nicht aus der Hitler-Jugend Entlassenen des Jahrganges 1921 als auch auf die veranlagten Sechzehn- bis Achtzehnjährigen zu. K . r. Die Führung des Leistungssports und die selb- ständige Durchführung der Jugendwettkämpfe bleiben im Zuständigkeitsbereich der HI. Im Sinne der bisher uneingeschränkten Fortführung des gesamten deutschen Sports auch in schwerer Kriegszeit liegt der HI. die Bereitstellung des Nachwuchses mehr denn je am Herzen. Es wurde aus diesem Grunde u. a. festgelegt, daß die Jugendlichen des ältesten Jahrganges, die zwischen dem 1. 9.1920 und 30. 8. 1921 geboren und noch nicht aus der HI. entlassen sind, mit sofortiger Wirkung an Jugendwettkämpfen nicht mehr teilnehmen und ihren Leistungssport am zweiten und vierten Sonntag in den Erwachsenen- Gruppen ausüben, ohne daß eine Befreiung vom übrigen HJ.-Dienst, der vormilitärischen Ausbildung und der weltanschaulichen Schulung eintritt. Die Hitlerjungen, die grundsätzlich für die Runden- spiele der ersten Vereinsmannschaften des NSRL. freigegeben sind, können nicht mehr an Rundenspielen der HI. teilnehmen. Diejenigen Hitlerjungen, die bisher an Rundenspielen in der HI. teilnahmen, müssen sich bis zum I.Juni entscheiden, ob sie bei den Rundenspielen des NSRL. ober der HI. teil- nehmen wollen. Eine gelegentliche Freigabe für Rundenspiele des NSRL. hat keinen Ausschluß von den Rundenspielen der HI. zur Folge. Fußball der Iuaend im DfB.-7i. VfB. 1. Jugend — Klein-Linden 1. Jugend: Ein : fälliges Rückspiel. Das Vorspiel gewannen die Klein- ; Lindener. Die Grün-Weißen treten mit verstärkter • Mannschaft an. Der Ausgang des Kampfes ist nicht i vorauszufagen. r VfB. 2. Jugend — Großen-Linden 2. Jugend: Die t 2. Jugend bestreitet erst ihr zweites Spiel. Trotzdem , erhofft man einen Sieg gegen die Großen-Lindener. Als erste Fixsterne erscheinen in der abendlichen Dämmerung Wega im Osten und Arkturus hoch am Südhimmel. Wenig später bemerken wir unter dem gelb leuchtenden Arktur die weiße Spika, während östlich der Wega das Kreuz des Schwans aus dem hellen Grund der Milchstraße auftaucht. Die Achse des langgestreckten Kreuzes verläuft in den frühen Abendstunden annähernd waagerecht; am linken Ende funkelt D e n e b , am rechten der Doppelstern A l b e r e o , der für kleine Fernrohre ein besonders dankbares Objekt bildet. Man erkennt, daß Albereo aus zwei dicht nebeneinander stehenden Sonnen besteht, von denen die eine orangefarben, die andere blauweiß strahlt, lieber dem östlichen Horizont ist gegen 23 Uhr Sommerzeit auch der Adler heraufgekommen, der ebenfalls im Bereich der Milchstraße sich befindet, Sein Hauptstern A t ai r bildet mit Deneb und der hellen Wega ein auffälliges, gleichfchenkliches Dreieck, das während des ganzen Sommers unfern Himmel schmückt und daher auch Sommerdreieck genannt wird. . Zwischen Wega und Arktyr erkennen wir das große Sternbild des Herkules und die halbkreisförmige Nördliche Krone, in der Gemma als hellster Edelstein funkelt. Von besonderem Interesse ist ferner der tief am Südhorizont stehende Skorpion durch den Gegensatz zwischen dem roten Riesenstern Antares und den ihn strahlenförmig umgebenden blauweißen Sternen. Rechts über dem Skorpion leuchten die beiden hellen Sterne der Waage. _ „ „ Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Neumond am 6., erstes Viertel am 13., Vollmond am 20. und letztes Viertel am 27. Juni. Wirtschaft. Schwächere Aktien, behauptete 2Ren(enmärfk. Frankfurt a. M., 31. Mai. Die Kursentwicklung an den Aktienmärkten stand im abgelaufenen Berichtsabschnitt im Zeichen eines ausgeprägten Stimmungsumschwunges, der durch Momente verschiedener Art ausgelöst wurde. Wenn in den letzten Wochen das Bankenpublikum svon- tan unter dem Eindruck der stolzen militärischen Erfolge im Westen deutsche Aktienwerte kaufte, so ill dies psychologisch wohl verständlich, aber'es müssen doch sobald wie möglich kaufmännische Uebertegungen in Wirkung treten, die den Wertpapiermarkt auf etwas weitere Entfernung hin betrachten. Dor allem muß man sich immer wieder darüber klar werden, auf welche Weise das hohe Kursniveau zustande gekommen ist. Durch Den Krieg sind beträchtliche Gelder bet Wirtschaft freigesetzt worden. Dieses beschäftigungslose Betriebskapital, derholt. ptahkonzert vor dem Liebigbau. Am morgigen Sonntag veranstaltet ein Musik- 1 korps der Wehrmacht abermals ein Platzkonzert vor benv Liebigllau (Alte Klinik). Das Konzert findet in der Zeit von 11 bis 12 Uhr statt. Die Bevölkerung ,j ist herzlich dazu eingeladen. di- IW-Ä nacy J, ter* • !it» I-i> 9'5 «• Kamerad Schwester. Das Erleben der Schwellern im Kriege ist in vielen Büchern von Kriegsfchwestern selbst geschildert worden. Auch die Schwestern hatten zunächst