Annahme von Anzeige« für bte Mittaasnummer bisZ'/rUhrdesÄormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf., Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. vrühlsche UniverfitätrbnlSerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen •*a?ssss“ wo. Jahrgang Nr. M Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. \ /, \ ▲W' A Dienstag, 30. April Mittwoch, f. Mal W^O Glchentt Anzeiger Das Stratsorce-Abenteuer. Zu den krampfhaften Versuchen, die für England so blamable Aufdeckung seiner skandinavischen Expeditionspläne zu entkräften, gehört auch die von den plutokratischen Schriftgelehrten aufgestellte Behauptung, daß die deutsche Dokumentenveröffentlichung nur vorgenommen sei, um nachträglich den „brutalen, deutschen Ueberfall auf das kleine, arme Norwegen" zu entschuldigen. So erzählte auch der Londoner Lügenrundfunk seinen bedauernswerten Hörern, die deutsche Regierung habe nur versucht, ihre Aktion durch die Vorlage angeblicher Dokumente zu rechtfertigen, von denen sie noch keine Ahnung hatte, als sie ihren Angriff auf Norwegen unternahm. Das aber ist ein allzu billiger Versuch der Irreführung. Denn schon am 9. April, also am Tage des deutschen Gegenschlages, hatte Reichsaußenminister v. R i b b e n t r o p vor der Auslandspresse erklärt: „Der Einbruch Englands und Frankreichs auf norwegisches Hoheitsgebiet kam für Deutschland nicht überraschend ...Bereits seit einiger Zeit hat die Reichsregierung Nachricht, daß sich auf dem gesamten Gebiet Norwegens englische und französische General- und Admiralstabsoffiziere zur Feststellung und Vorbereitung von Landungsplätzen und zur Planung des Vormarsches nach Süden befinden." Wir waren also schon damals über die Absichten und Methoden der Westmächte bezüglich der Kriegsausweituna nach Norwegen genau im Bilde, so daß der Reichsaußenminister am 27. April wieder darauf Bezug nehmen konnte, indem er seine Erklärung abgab „auf Grund des umfassenden Materials, das der deutschen Reichsregierung schon damals vorlag und das durch ebenso wichtige Funde nunmehr eine Ergänzung erfahren hat". Daß wir diese Funde inzwischen machen würden, davon hatten wir allerdings am 9. April, um mit dem Londoner Lügenrundfunk zu sprechen, noch „keine Ahnung". Aber will es uns jemand verargen, daß wir jetzt lieber diese schlagenden Beweisstücke veröffentlichen als jene Nachrichten, die wir damals gehabt haben und die hinsichtlich ihrer Quelle vielleicht manchen Schluß zugelassen hätten, der nicht unbedingt gezogen zu werden brauchte? Und wir hatten natürlich auch „feine Ahnung", daß die Engländer so leichtsinnig sein würden, ihren ebenso kompromittierenden wie schlecht ausgearbeiteten Gesamtoperationsplan mit in die vorderste Linie zu nehmen. Denn das muß einmal gesagt werden: Churchill hält mit seiner militärischen Aktion gegen Norwegen, was er als dummdreister Hetzlügner seit acht Monaten versprochen hat. Der sogenannte Strateforce-Plan, der dem englischen Brigadestab in Lillehammer abgenommen und im deutschen Weißbuch veröffentlicht wurde, ist so typisch britisch, aber auch so wenig durchdacht und nachlässig ausgezogen, daß es den militärischen Fachleuten aller Länder ein wahres Vergnügen bereiten wird, ihn zu studieren. Gleich zu Beginn kann man sich eines Lächelns nicht erwehren, wenn es da heißt, daß die „schärfsten Vorsichtsmaßnahmen" zu ergreifen seien, um die Geheimhaltung der Operationen sicherzustellen. Für die dilettantische Art der Vorbereitung des Strateforce-Unter- nehmens, aber auch für die frohe Unbekümmertheit, mit der man sich im überfallenen fremden Lande häuslich einzurichten gedenkt, ist es dann weiter bezeichnend, daß „die Truppenabteilung in Bezug auf Transport, Versorgung, Unterbringung, Lazarett- und Ambulanzwesen vollständig auf die Ortsbehörden angewiesen" sein soll. Dazu paßt ferner, daß „weder Transportmittel noch Zelte mitgenommen" werden sollen, daß die Truppen bezüglich der Verpflegung „zum großen Teil auf Ankauf an Ort und Stelle angewiesen sind", daß „für Feuerung und Licht außer Kerzen für Notbeleuchtung kein Nachschub" besteht usw. Ebenso entspricht die Ausrüstung mit Kartenmaterial eher den Bedürfnissen eines mittelalterlichen Raubritters als denen eines modernen Feldherrn. Außer Blättern im Maßstab 1:1000 000 ist die Stratforce-Armee nur im Besitz von Photokopien im Maßstab 1:100 000 und 1:200000. Aber „diese Karten sind sehr alt und meistens aus der Zeit vor 1900; sie haben kein Gitternetz und meistens auch keine Höhenschichtlinien". Was das in einem ausgesprochenen Gebirgsland wie Norwegen bedeutet, kann sich auch jeder militärische Laie an den fünf Fingern abzählen. Nicht weniger charakteristisch ist die Sorge, die sich die Verfasser des Stratforce-Planes über die Unterscheidung eigener und feindlicher Flugzeuge durch die Tommies machen. Die Mitnahme ausgebildeter Flaksoldaten hält man offenbar für überflüssig und meint, „die örtlichen verbündeten Militärbehörden könnten vielleicht hierbei behilflich sein ..." Mit schöner Offenheit wird hier also das norwegische Militär im Voraus als „verbündet" bezeichnet. Wie die aufgefundenen Akten der ehemaligen norwegischen Regierung beweisen, war ja diese Spekulation auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Die Engländer glaubten deshalb, getrost auf die Mitführung vieler kriegsnotwendiger Ausrüstungsgegenstände verzichten zu können, um dafür Sportgeräte und Kasinoeinrichtungen für die Herren Offiziere laut „Sonderweisungen mit Angabe der Extramenge" keinesfalls zu vergessen. Das sind nur einige Einzelheiten aus dem famosen Stratforce-Plan, aber sie genügen schon, um die ganze Abenteuerlichkeit dieses Churchill-Unternehmens erkennen zu lassen. Inzwischen sorgen unsere Soldaten dafür, daß sich die Blamage des Lügenlords zu einem moralischen, politischen und militärischen Todesurteil für die englische Plutokratie entwickelt. H. Ev. Britische Greuelmärchen. Berlin, 29. Avril. (DNB.) Reuter phantasiert von einer neuen Angriffswelle deutscher Bomber auf die unbefestigte Stadt Aalesund, 200 Kilometer nördlich von Bergen, bei der neben vielen Privathäusern natürlich auch eine „Mis- s i o n s k i r ch e, die auf dem Dach ein riesiges und klar gezeichnetes Kreuz trug, einen Treffer erhielt". Die Menschen auf den Straßen wurden angeblich mit Maschinengewehren beschossen und um das Lügenbild vollständig zu machen — auch Sanitäter, die versuchten, Verwundete zu ber- aen. An der Narvik-Front sollen die Deutschen bei einem Gegenangriff Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, wieder einmal dazu gezwungen haben, vor der Front zu marschieren um das Vorgehen zu decken. * 3p schlechter es den Herrschaften in' London geht, desto mehr versuchen sie ihr Heil in einer Flut Berlin, 29. April. (DNB.) Die deutsche Luftwaffe führte bei günstigem Flugwetter auch am Montagvormittag zahlreiche Angriffe auf britische Schiffseinheiten an der Westküste Norwegens durch. Nach den bisher eingegangenen Erstmeldungen sind eine größere Anzahl britischer Transportschiffe hierbei durch Bombenwurf erheblich beschädigt worden. Eines der Schiffe b r e n n t. Der Wehrmachtsbericht vom Bonlag. B e r l i n , 29. April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unterstützt durch die Luftwaffe, die in den Lrd- kampf eingreift und die rückwärtigen Verblndun- gen des Feindes unterbricht, nehmen die Operationen in Norwegen ihren planmäßigen verlauf. Die Befriedung im Innern Norwegens schreitet fort. Es wurden weitere sechs Batterien mit insgesamt 24 Geschützen mit der gesamten Ausstattung und Munition sichergestellt. Line Dynamitfabrik wurde beseht. von Grsuellügen, mit der sie ihren Kredit in der Welt zu retten hoffen. Wir kennen diese Methode, die von der Schwarzen Madonna in Tschenstochau bis zur norwegischen Weihestätte in Eisvold immer neue, schnell gebrochene Blüten treibt. Aber auch das neutrale Ausland erkennt sie in wachsendem Maße, wie zahlreiche Pressestimmen immer wieder beweisen. Stets sind es die gleichen Versuche, die Ritterlichkeit der deutschen Soldaten zu untergraben. Aber auch diesen englischen Schmierfinken wird einmal endgültig ihr elendes Handwerk gelegt werden. 3m Küstengebiet von Mittel-Norwegen erhielten zwei britische Kreuzer Volltreffer mittleren Kalibers. Bei e l Transport- und Nachschubschiffen mit insgesamt 50 000 Tonnen wurden schwere Bombentreffer erzielt, so daß ein I4W der Schiffe vernichtet wurde. Bei Lesjaskop wurden drei am Boden stehende feindliche Flugzeuge durch Bombenangriff z e r st ö r l; zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. 3m W e ft e n keine besonderen Ereignisse. Norwegische Schiffseinheiten zur Abwehr eingesetzt. Berlin, 29. April. (DNB.) Die von der Kriegsmarine in Dienst gestellten norwegischen Einheiten werden nach Herstellung ihrer Fahrbereitschaft laufend in die Küstenverteidigung und zur Aufklärung eingesetzt. Der Ausbau der Kü- ftenbefeftigungen durch die Kriegsmarine erfolgt planmäßig. Insbesondere wurde für eine erhebliche Verstärkung an den wichtigsten Punkten der besetzten Abschnitte Sorge getragen. Auch an der dänischen Küste wurde die Küstenoerteidigung verstärkt. Erfolgreiche Luftangriffe auf britische Transportschiffe Arbeit als Waffe. Der 1. Mai ist einer jener Tage im Leben un- seres Volkes, an denen die Einheit der großdeutschen Nation, die Blickrichtung auf das Ganze und die Ausschaltung klassenmäßiger Unterschiede besonders sichtbar zum Ausdruck kommen. Der 1. Mai ist ein Feiertag, der uns für eine Zeitlang vom alltäglichen Aufgabenkreis loslöst, um das Echos tfer Arbeit, die große nationale Verpflichtung des Schaffens am Volk sichtbar werden zu lassen. Nur diese nationalsozialistische Verpflichtung zur Arbeit — im Gegensatz zum liberalistischen 1. Mai als einem äußeren revolutionären Protest gegen die Arbeit — ließ in den vergangenen Friedensjahren unter nationalsozialistischer Staatsführung das gewaltige Aufbauwerk Deutschlands möglich werden. Mit der Verpflichtung zur Arbeit ohne Unterschied für jeden Deutschen, mit der Ausschaltung von Einzelinteressen zugunsten des Gemeinwohls und mit der arbeitspolitischen Konzentration begann jener mächtige Aufbauprozeß im Reich, j)er die Erwerbslosigkeit verschwinden ließ, das Saargebiet, die Ostmark, den Sudetenraum und das Memelland in kurzer Zeit dem Räderwerk der deutschen Arbeit angliederte und gleichzeitig deutschen Handel über die Grenzen zu all den Staaten erweiterte, die gewillt waren, mit Deutschland in naturgegebene Wirtschaftsbeziehungen zu treten. Mit der Konzentration der Arbeit verband sich aber auch die einheitliche Ausrichtung und Förderung des geistigen Schaffens. Erwähnen wir nur die f»genannten Dierjahresplanwirtschaften, die die Basis für unsere zur Zeit in der Feuerprobe stehende Kriegswirtschaft und Kriegsrüstung errichteten. Auf der Grundlage der Erzeugungswissenschaften beruht die hochprozentige Steigerung der landwirtschaftlichen Produkte, die chemisch-technischen Wissenschaften entwickelten die zahlreichen neuen überlegenen Str e itkr äf te n gegenüber, so daß man nicht auf schnelle Erfolge rechnen könne. Besonders sei es infolge der Ueberlegenheit des Gegners auf dem Gebiet der Luftwaffe, nachdem die Deutschen sich alle vorhandenen Flugplätze in Norwegen gesichert hätten, notwendig, den deutschen Luftstreitkräften etwas Ebenbürtiges gegenüberzustellen. Oer Oberste Knegsrat soll helfen. Oie englische presse warnt vor einem zweiten Gallipoli. Amsterdam, 29. April. (DNB.) Bei der letzten Tagung des alliierten Kriegsrates in London wurde, wie von gut informierter Seite berichtet wird, das Problem der prekären Situation der alliierten Truppen in Norwegen behandelt. Zwei Möglichkeiten feien dabei behandelt worden: 1. Zurückziehung der alliierten Truppen aus ganz Norwegen oder zumindesten aus Südnorwegen; 2. Verstärkter Einsatz, um, wenn möglich, doch noch eine Schicksalswende herbeizuführen. Man soll sich am Ende dahin geeinigt haben, noch einen rücksichtslosen Einsatz der alliierten Streitkräfte, und zwar sowohl der Landtruppen als auch der Flotte, vorzunehmen. Gedacht ist dabei vor allem an eine Durchbrechung der Sperren von Drontheim in Verbindung mit gleichzeitigen AktionenderLuftwaffe gegen die deutschen Flugstützpunkte und Landangriffe vor allem die Fortifikationen am Eingang des Dront- heimfjords. Auch die Möglichkeit eines alliierten Flotteneinbruches in das Katte- g a t wurde in Erwägung gezogen. Zur Maskierung der geplanten Unternehmungen bzw. zur Irreführung der militärischen Leitung der deutschen Operationen sollen Meldungen in die internationale Presse lanciert werden, die ein Zurückziehen der alliierten Streitkräfte aus Südnorwegen als in Aussicht stehend bezeichnen, um dadurch die deutsche Aufmerksamkeit einzuschläfern ober abzulenken. * Nach all dem Unsinn, den der alliierte Kriegsrat in der letzten Zeit fabriziert und in seinen Entschlüssen gezeigt hat, ist ein solcher Plan wie der vorstehend enthüllte durchaus denkbar. Ob und inwieweit es ihm allerdings gelingen rtfirb, die deutsche Wehrmacht zu täuschen oder einzuschläfern, werden die Herren Strategen in London und Paris ja von jetzt ab Tag für Tag in steigendem Ausmaße erfahren. Wenn in diesem Zusammenhang ein englisches Blatt schreibt, daß Norwegen für England kein zweites Gallipoli werden dürfe, dann ist das auch unsere Meinung. Es wird mehr als ein Gallipoli werden! Schweizer Stimmen zu der Tagung desOberstenKriegsrates Genf, 29. April. (Europapreß.) Der Kriegsrat der Westmächte ist nach in Genf vorliegenden Informationen aus London vor allem wegen der in den letzten Tagen äußerst prekär gewordeven Lage in Norwegen einberufen worden. Der Londoner Korrespondent der „Nationalzeitung", Basel, schreibt dazu bezeichnenderweise: „Es wird in England von niemanden bestritten, daß sich der Oberste Kriegsrat am Samstag in einer kritischen Lage versammelt hat. Es ist kaum mehr zu bezweifeln, daß es der Flotte der Westmächte nicht gelungen ist, das Skagerrak zu sperren und daß infolgedessen die Verstärkungen .der deutschen Streitkräfte in Norwegen schne»ller vor sich geht als die ihrer Gegner. Dank der Beschlagnahme aller dänischen und norwegischen Flugplätze ist die deutsche Luftwaffe im Vorteil und dazu kommt nun noch der bessere Nachschub über das Meer. Die letzten Operationen zu Lande zwingen die Briten, sich auf den 23 € r I u ft ganz Südnorwegens gefaßt zu machen. Wenn die norwegischen Häsen in deutscher Hand bleiben, wäre auch die Blockadearbeit der britischen Flotte schwieriger als bisher." Bezeichnend für die von englischer Seite zugegebene katastrophale Lage des Expeditionskorps der West- mächte in Skandinavien ist nach der Basler „Natio- nplzeitung" eine Mahnung der englischen Presse an die Regierung, „den Feldzug im Norden mit größter Energie fortzusetzen und nicht den Fehler von Gallipoli zu wiederholen." Die schweizerische Montagpresse ist voll von Meldungen aus Skandinavien, die schon in großen Schlagzeilen die Erfolge der deutschen Truppen in den letzten Tagen verraten. So schreiben die „Basler Nachrichten": „Deutsche Panzer-Kolonnen im raschen Vormarsch gegen die Eisenbahnlinie Dombas— Stören". — Die „Gazette de Lausanne" bringt große Ueberschriften wie: „Die Entfernung der Luftbasen macht sich für die Westmächte grausam bemerkbar", „Die Deutschen stoßen von Bergen aus weit in das Innere des Landes vor". Der Sonderberichterstatter der „Gazette de Lausanne" in Skandinavien telephoniert unter dem Eindruck der deutschen Erfolge und besonders der Luftwasft: „Die Ueberlegenheit der Deutschen in der Luft bestätigt sich und wirkt sich über dem Meere aus." Um ihr sehr erschüttertes Prestige zu flicken, nehmen die Westmächte nun Operationen an der norwegischen Stockfischbasis vor, bei den Lofoten, sie könnten es fast genau so gut am Nordpol tun. Zu den Operationen auf norwegischem Boden selbst schreibt der Skandinavien-Korrespondent der „Basler Nachrichten" am Montag: „Die militärische Lage in Norwegen hat inzwischen für die Westmächte keine Erleichterung erfahren." Heftige Kritik an Churchill aus dem eigenen Lager. Amsterdam, 30. April. (Europapreß.) Lloyd George kündigt, wie die Blätter aus London melden, für Dienstag im Unterhaus eine scharfe Kritik an der englischen Kriegführung in Norwegen an. Gleichzeitig veröffentlicht einer der angesehensten britischen Marinesachleute, Admiral S i r Roger Keyes, in der Presse eine herbe Kritik an dem Norwegen-Unternehmen Churchills. Der Admiral stellt Vergleiche mit Gallipoli an und meint, auf der Dardanellen-Halbinsel seien die Engländer nicht vom Feinde, sondern von einer kleinmütigen Regierung g e - schlagen worden, die keinen mutigen Entschluß zu fassen gewagt habe. Auch G a r v i n sieht sich im ..Observer" zu trübseligen Auslassungen über die Chancen Englands in Norwegen veranlaßt. Er meint, man müsse entweder alle verfügbaren Kräfte nach Norwegen werfen, oder sich auf einen vollständigen Rückzug vorbereiten. Die Vorgänge in Norwegen könnten nicht nur in politischer, sondern auch in militärischer Hinsicht zu einer Frage von Leben und Tod für England werden. Paris wirb veriröstet. Brüssel, 29. April. (Europapreß.) Halbamtliche Mitteilungen zu den Ereignissen in Norwegen lassen den Ernst erkennen, mit dem man in Pans jetzt die Lage der Westmächte in Norwegen beurteilt. Sie weisen vorsichttg erneut darauf hin, daß man er ft am Beginn eines Feldzuges stehe, der lang und schwer fein werde. Man befinde sich Schwedische Berichte aus Norwegen. Stockholm, 29. April. (Europapreß.) „Stockholms Tidningen" berichtet von der schwedisch- norwegischen Grenze östlich von R ö r 0 s , daß sich die gesamte Umgebung von Röros in den Händen der Deutschen befindet. Auch sei ein Abschnitt der Strecke Röros—Drontheim bereits von deutschen Truppen besetzt. „Dagens „Nyheter" berichtet, daß die Deutschen ihren Vormarsch nördlich von Röros fortsetzen. In Röros selbst bewegten sich die Deutschen bereits ohne Stahlhelm und unbewaffnet. Sie unterhielten die Bevölkerung mit Schilderungen über den polnischen Feldzug. Die Stimmung unter den Norwegern sei ein Gemisch von Resignation und Unwillen, doch sei keinerlei Widerstand gegen deutsche Anordnungen zu verzeichnen. Flüchtlinge, die Röros über die schwedische Grenze verlassen hatten, kehren teilweise wieder in die Stadt zurück. Ein junger norwegischer Leutnant, der einer Schipatrouille angehörte, die in den letzten vierzehn Tagen Hunderte von Kilometer von Süden nach Norden zurückgelegt hat und sich auf der Flucht vor den vormarschierenden deutschen Soldaten befand, berichtet, daß er bei dem ganzen Rückzug nicht eine einzige Flugabwehrkanone habe feststellen können. Man sei v 0 l l - ständig verteidigungslos gegen Angriffe aus der Luft gewesen. Die Stimmung unter den norwegischen Soldaten sei verheerend, verwirrt und bedrückt. „Stockholms Tidningen" stellt noch einmal in großer Aufmachung fest, daß von der deutschen Luftwaffe das Rote Kreuz immer respektiert worden sei; z. B. in Namsos seien keiner- lei Angriffe aus Ambulanzen oder Krankenhäuser erfolgt. Es wurde immer Zeit gegeben, die Patienten in die Luftschutzkeller zu bringen. Ein Chauffeur, der mit einem Ambulanzwagen Schwerverletzte aus der Stadt transportierte, konnte diesen Weg mehrere Male machen, ohne daß er von der deutschen Luftwaffe behelligt worden wäre. Amerikaner bewundern den deutschen Vormarsch, lieber schneebedeckte Gebirgsketten bis zu 1000 Meter Höhe. Neuyork, 29. April. (DNB.) Die Berichte über die militärische Entwicklung in Norwegen betonen die meisterhafte Flankenbewegung der deutschen P a n z e r t r u p p e n durch die Gebirgskette. So berichtet die „New Dork Times", nach der Ersteigung schneebedeckter Gebirgsketten bis zu 1000 Meter Höhe feien deutsche Truppen durch das Oestertal westwärts in Richtung auf die Eisenbahn Dombaas—Drontheim vorgestoßen, um die Eng- länder und Norweger südlich Drontheims abzuschneiden. Die Deutschen seien nahezu 90 Kilometer in 2 4 Stunden Dorgebrungen und falls ihnen die Unterbindung der Eisenbahnlinie gelinge, würden die britischen und normegb chen Truppen in Stoeren in größte Gefahr geraten. Die Gebirgswege, die die Deutschen erstiegen hätten, seien an vielen Stellen nur wenige Meter breit mit hochragenden Steilhängen an der einen und jähen Abgründen an der anderen Seite. Selbst im Sommer seien diese Wege nur für er- ahrene Kraftfahrer fahrsicher, es fei allen rätselhaft, wie die Deutschen diese Wege in ihrem jetzigen verschneiten Zustande zurücklegen konnten. Roh-, Werk- und Kunststoffe, die industrietechmschon Disziplinen schafften die Voraussetzungen für einen Westwall, für seine unüberwindlichen Abwehr- wasfen, wie überhaupt für die gesamte überlegene Ausrüstung unserer Weyrmacht. Die hochprozentig materialtechnische Ueberlegenheit der deutschen Luft- wafte ist ausschließlich dem Forschergeist der Wissen- schaftler und dem Können der Facharbeiter zu verdanken. Der nationalen Verpflichtung zur Arbeit ist es zuzuschreiben, wenn wir heute die Gewähr der absoluten Sicherheit der Ernährung des Voltes trotz feindlicher Blockadeversuche besitzen, wenn wir feststellen, daß dem laufenden Bedarf von Beklei« dungs- und Gebrauchsartikeln entsprochen werden kann und wenn unsere Waffen — in der Hand des besten Soldaten der Welt — jeden Gegner schlagen. So kraftvoll und bis zur letzten Konsequenz durch- organisiert ist das System der deutschen Arbeit, daß wir sogar im Kriege nicht nur unseren Außenhandelsverpflichtungen nachkommen können, sondern in der Lage sind, die Absatzgebiete fortlaufend zu erweitern und die neu hinzugekommenen Industrien des Protektorats und der besetzten Gebiete ihren Eigenarten entsprechend einzuordnen. Diese materielle Leistungsfähigkeit auf allen Gebieten der Arbeit resultiert selbst aus der Geistes- Haltung des deutschen Menschen, die sich in den letzten Jahren unter der nationalsozialistischen Staatsführung entwickelte. Eine derartige neue Geisteshaltung konnte nicht zwangsmäßig erreicht werden, sondern sie mußte aus der Freiwilligkeit und aus innerer Ueberzeugung entstehen. Dieses Verdienst der Ueberzeugung des Dolksganzen kann die natio- nalsozialistische Staatsführung für sich verbuchen, sie bewies jedem Deutschen, ohne Unterschied des Bildungsgrades und seiner Einstellung während der Systemzeit, die Begründung und Notwendiakeit einer neuen nationalpolitrschen Linie, die die Achtung des deutschen Namens in der Well verlangte und die absolute Sicherung des deutschen Lebens- raumes vor jedem Uebergriff gewährleistete. Der nationalsozialistische Staat bewies ferner in seinem praktischen Schaffen auf allen Gebieten des sozialpolitischen, kulturellen und werkpolitischen Lebens, daß er den Worten die Tat folgen läßt, im Gegensatz zu den Phrasen der vergangenen Parteien- und Jnteressenwirtschast. Die geplante Altersversorgung des deutschen Volkes, ,Kraft durch Freude", das Volkswagenwerk, die Autobahnen, die industriellen Höchstleistungen aller Art — um nur einige Stichworte zu nennen — sind Tatsachen, auf die rmr stolz sein können. Gall früher das Wort „in Deutsch- land gemacht" schon als ein Qualitätsbegriff für die Well, so verbindet sich heute mit dem gleichen Wort nicht nur die Vorstellung einer unerreichten Leistung, der besten Qualität, sondern auch die Version vom Deutschen Wunder", das in sriedensmäßi- aer Aufbauarbeit wie inzwischen auch auf militärischem Gebiet seine Berechtigung nachwies. Und wir sind heute darum gezwungen, Krieg zu führen, weil überlebte, jüdisch-plutokratische Staatengruppen in dem deutschen Wiederaufstieg'die Gefahr ihres eigenen Unterganges fürchten. Mit einem vom Zaune gebrochenen Krieg glaubt man dieses aufstrebende neue Deutschland vernichten und in kraftlose Meinstaaten aufteilen zu können. Es ist der Krieg der die Völker ausnutzenden plutokratischen Systeme gegen den deutschen Sozialismus. Deutschland hat diese Herausforderung angenommen und das Gesetz des Handelns für sich erkämpft. Deutschland ist dank seiner Schaffenskraft und seiner Geisteshaltung in der Lage, dem Verzweiflungsangrift der Plutokraten au begegnen und ihn so zu beantworten, daß den Kriegsbrandstiftern ein für allemal das Handwerk gelegt wird. Unter dieser Zielsetzung feiern wir in diesem Kriegsjahr den 1. Mai, nicht als den Tag rauschender Festlichkeiten, sondern als jenen Tag, der das Ethos der Arbeit verherrlicht, die sich jetzt in der Feuerprobe bewährt, ©r. Ley spricht zur deutschen Jugend. Köln, 29. April. (DNB.) Bei einem Jugendbetriebsappell in der Klöckner-Humboldt-Deutz-AG., Werk Köln-Kalk, sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zur deutschen Jugend. Das deutsche Volk sei eine ununterbrochene Kette von Generationen und die Fortsetzung und der Bestand dieser Kette bis in alle Ewigkeit sei unsere Hoffnung und unser Wille. „Man wird fragen: Wo wird denn das alles enden? Was ist unser Ziel? Das 3iel zeigt uns im Augen- bllck der Führer selber. Wir waren ein kleines, ena beschränktes Volk auf zu engem Raum, hatten Scheuklappen an. Einer sah den anderen nicht, schon von Juaend auf. Das ist heute vorbei. Wir sind eine große Nation. Wir sind ein Volk ohne Klassen, ohne Stände, eine Volksgemeinschaft — Gießener Konzertverein. Das Leipziger Gewandhaus-Quartett. Das Leipziger Gewandhaus-Quartett ist durch seine Tätigkeit an einem der bedeutendsten Musikzentten Deutschlands im Lause der Jahrzehnte mit namhaftesten Dirigenten und Musi- kern in Berührung aekommen und ist so zum Träger der Tradition seines Wirkungsortes geworden. Durch die Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten musikalischen Leiter dieses Institutes hat sich auch hier in diesem Quartett eine besondere Fähigkeit der Angleichung an die verschiedenen Stile herausgebildet. Das Musizieren dieser Vereinigung trägt darum ausgeprägten objektiven Charakter, der vom Werk aus bestimmt wird und dem sich der Ausübende unter Verleugnung persönlicher Züge einordnet. Eine Vertiefung nach der geistigen Seite hin wird mehr bestimmend für das Spiel als das klangsinnliche Moment, das wir in diesem Winter beim Quartette di Roma ganz besonders erkennen konnten. Im Zusammenklang herrscht sttengste Unterordnung unter das gemeinsame Ziel, besonders wohltuend aber hebt sich der warme Ton des Cello (Willy R e b h a n) hervor. In den feineren Abstufungen geht das Quartett Ueberspitzungen aus dem Wege, immer bedacht auf die Darstellung der Struktur des Werkes. Den Anfang bildete Haydns g-moll« Quartett op. 74 Nr. 3. Der Eingangssatz zeichnete sich mit seiner Gegensätzlichkeit der Themen deutlich ab. Das E-dur-Largo assai mit der konzertierenden ersten Violine und den feinsinnigen Ab- Wandlungen des Hauptthemas war von innerlicher Weise getraaen. Das reizvolle Wechselspiel im Finale zwischen den einzelnen Stimmen erschien hier beschwerter, als man es sonst meistens hort. Mozarts O-dur-Quartett Köchel Verz. 575 in seiner reifen Abgeklärtheit, die das Pröble- matische überwunden hat und Klangfreude, Gewähltheit und Schönheit des Ausdruckes miteinander bindet, ließ die einzelnen Instrumente in ihrem thematischen Anteil klangvoll heraustreten; besonders aber der reichbedachte Cellopart sei heroorge- hoben (das vorliegende Quartett ist das erste von den drei Quartetten, die Mozart Friedrich Wilhelm II. von Preußen, dem besonderen Liebhaber des .Cellospiels, zugeeignet hat). Das Andante, mit ein Volk, ein Glaube, ein Führer und ein Wille. Und so marschieren wir in die große deutsche Zukunft. Wenn dieser Lindwurm, dieser Drache England geschlagen ist, wenn die Schätze der Welt frei sind, wenn du, deutsche Jugend, hingehen kannst, wohin du willst, wenn dir die Welt offen steht, dann kommt die Freiheit, die du dir erttäumst. England seinem Helldunkel der thematischen Einkleidung, wurde in lichter Klarheit dem Hörer erschlossen; das Finale mit seinen kontrapunktischen Verwebungen war plastisch bis zur orchestralen Aufsteigerung entwickelt. Tschaikowskys Drittes Quartett in e s - m o 11 op. 30 wurde zum Ausklang des Abends. Inhaltlich gebührt ihm der Vorrang vor den anderen Quartetten des Meisters. Während diese das russisch-nationale Kolorit betonen, erhält hier der Pathetiker das Wort. Die großen Gefühlsaufwallungen mit ihren Aufsteigerungen und ihrem Ab- sinken brachte das Quartett ausdrucksstark hervor, wenngleich die Ansätze der Einzelentwicklungen noch mehr hätten hervorgehoben werden können. Von bannender Wirkung war der dritte Satz (Bauern- marsch) mit seiner dissonanten Akzentuierung und seinem klanglichen Nachgeben. Das Finale war imvulsaebunden mit rhythmischer Markierung. Starker Beifall dankte den Gästen nach den einzelnen Gaben, besonders aber nach dem Mozart. Bei der Aufstellung des Programms wäre es wünschenswert gewesen, das weniger bekannte Werk nicht an das Ende zu setzen. Dr. Hermann Hering. La Zana - „Stern von Rio*. Wenn es nickt eine Selbstverständlichkeit wäre, daß der Film (so wie ein Dokument seinen schriftlichen Inhalt) die Erscheinungen unserer Umwelt und die Menschen in ihr im Lichtbild festhält, so möchte man es bei schlichter Bettachtungsweise für ein Phänomen halten, wenn uns das Filmbild in strahlender Lebendigkeit, singend und tanzend, lächelnd, schreitend und handelnd einen Menschen zeiat, der gar nicht mehr dieser Welt angehört. Fast unbarmherzig zwingt der Film eine Künstlerin in das Leben zurück, dem sie nicht mehr zugehörig sein kann. In bejahender Betrachtung nimmt man diesen Film mit L a Jana als Erinnerung aus und, wenn er groß genug wäre, so könnte man ihn vielleicht gar als ein Denkmal für die unlängst verstorbene Künstlerin ansehen. Indessen: ein Denkmal ist dieser Film nicht! Ec dürfte dann nicht gerade ein Abenteurer-Film sein! Der empfindsame Zuschauer wird mit zwiespältigen Gefühlen den Film „Stern von Rio" aufnehmen. Wenn die Trägerin der Hauptrolle im Bilde srjcheint, kann man sich kaum des Gedankens soll sich mit jenen Völkern abgeben, die noch auf einem so niedrigen Niveau stehen, daß sie die englische Knute schwer unterscheiden können von dem Stock ihres Häuptlings. Aber mir zivilisierten und hochkultivierten Völker wie Italien und Deutschland verbitten es uns, von England bevormundet zu werden." erwehren, daß ihr Bild eben nur no«y eine schöne Illusion ist, nur Gewesenes bedeutet und der Mensch als lebendige Persönlichkeit nicht mehr hinter all dem steht. An die Stelle des Interesses, der Freude und der Bewunderung müßte eigentlich das Gefühl der Trauer treten. La Jana erscheint in diesem ihrem letzten Film gar nicht so sehr im Vordergrund, erscheint nur in wenigen Großaufnahmen nahe und unmittelbar genug, in ihrer Darstellung läßt sie gar nicht so tief in sich hineinblicken; sie übt vielmehr starke Zurückhaltung in der Geste und im mimischen Ausdruck und gibt sich nur in einigen tänzerischen Szenen leidenschaftlichem Manchmal gar kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als wüßte sie um die Tatsache dieses ihres letzten Aufttetens. lieber den Film selbst wäre nach Gehalt und Art nicht sonderlich viel zu sagen. Er unterscheidet sich zu . wenig von Abenteurerfilmen üblicher Prägung. Selbstverständlich führt er in die große internationale Welt; er bringt eine stattliche Schar ungemein routinierter Männer auf die Leinwand: Großindustrielle, Börsenmagnaten, Diamantenhändler und Hochstapler, die sich fasziniert um den phantastisch großen Diamanten „Stern von Rio" scharen und damit große Geschäfte machen wollen. Aber Concha, die Tänzerin (La Jana), die diesen Diamanten einst und noch in rohem Zustande von ihrem Geliebten, einem Diamantengräber, geschenkt erhielt, möchte ihn selbst besitzen, obwohl sie kein Anrecht darauf hat. Sie findet Wege, das Wertstück an sich zu reißen und läßt ihn erst öffentlich in ihrer Hand funkeln, als sie weiß, daß er ihr nicht mehr genommen werden wird. Sie wird die Frau jenes Mannes, dem der Diamant nach verbrieftem Rechte gehört. Die Regie (Karl Anton) hat die Handlung breit und — eigentlich ohne Notwendigkeit — ziemlich kompliziert aufgebaut. Bilder und Szenen jagen sich. Vergeblich sucht man einen ruhenden Punkt. In der Fülle der ganz auf das Weltmännische zu- geschnittene Szenen, in der Fülle der kühlen Sachlichkeit der großen Geschäftsmänner kommt das Gefühl reichlich zu kurz. Es fehlen in diesem Film die warmen Untertöne! In den männlichen Hauptrollen berühren Gustav Dießl als Senor Felipe und Harald Paulsen als Musiker Jacobo noch am sympathischsten In peiieren Rolles begegn^ man Paul Otto« Fritz Glückes! Auch da wollen wir Stimmen berufener deutscher Männer hören. I u st u s Möser, der mit Recht den Ehrentitel „advocatus patriae“ — Anwalt des Vaterlandes — trug, schreibt 1798 in seinen „Patriotischen Phantasien": „Die Arbeit, der Fluch, womit Gott das menschliche Geschlecht segnete, gibt uns wahres und dauerhaftes Vergnügen." Und Johann Kaspar Lava ter stimmt bei: „Freude fehlet nie, wo Arbeit, Ordnung und Treue ist." — „Arbeit ist des Mannes Würde", sagt Ernst Moritz Arndt, und der große Kant bekannte 1798: „Der größte Sinnengenuß, der gar keine Einmischung von Ekel bei sich führt, ist im gesunden Zustande Ruhe nach der Arbeit." Verhaßt ist redlichem deutschen Volks- sinne aber zeitoerschwendende Trägheit; ein altes Sprichwort sagt: „Trägheit geht so langsam voran, daß Armut sie bald einholt." Friedrich Halm, ein Dichter der Ostmark, rühmt die Tat als Lebensprinzip heilig: „... Trägheit ist lebend'ger Tod, und Leben atmet nur der Kampf der Kräfte". Der rüstige Wanderer nach Syrakus, Johann Gottfried Seume, gibt uns diese feine seelische Deutung: „Faulheit ist Dummheit des Körpers und Dummheit — Faulheit des Geistes." Allgemein anerkannt ist heute gewiß diese Würdigung der Arbeitspflicht, die Hanns Groß 1898 in feiner „Kriminalpsychologie" gibt: „Wer es nicht einsieht, daß die Welt für Nichtstuer keinen Platz hat, daß jeder seine Existenz durch Arbeit erkaufen muß, der ist ein gewissenloser Mensch!". Der Nationalfeiertag des deutschen Volkes, mag er auch stiller denn zuvor begangen werden, weil Krieg verstärkte Arbeit fordert, ist Zeugnis dessen, daß die lebenden Generationen den überlieferten Ahnenweisheiten, wie sie sich im Schrifttum und durch den Volksmund offenbaren, freudig zustimmen. Versuchung und Ende. Wer m den norwegischen Dokumenten liest, wie bereitwillig norwegische Behörden englischen und französischen Spitzeln Auskunft über geeignete Landeplätze und Hafeneinrichtungen oder Lage und Ausrüstung von Flugplätzen gegeben haben, greift sich unwillkürlich an den Kopf und fragt: „Wie war bloß das möglich?" Und von dieser Frage ist nur ein Schritt zu der anderen Frage: „Wie kommt es, daß so viele Neutrale das sind, was wir eng» landhörig nennen?" Wer die norwegischen Dokumente liest, empfindet ungemein stark die Aushöhlung des norwegischen Kultur- und Staatsbewußtseins. Die Norweger haben ein paar ganz vortreffliche Eigenschaften und darüber hinaus einige anerkennenswerte Leistungen zuwege gebracht. Wir wollen das Rühmliche zuerst sagen: sie sind in der ganzen Welt als ausgezeichnete Sportsleute bekannt. Als Fischer und Schifter üben viele Norweger einen gefährlichen Berus aus. Sie besitzen — die Einwohnerzahl Norwegens be- trägt nur 2,8 Millionen — die viertgröhte Handelsflotte der Welt. Die Walfängerei haben sie geradezu! monopolisiert. In der Tankschiffahrt ist ihre Rolle im Verhältnis zur Einwohnerzahl noch größer als in der üblichen Handelsflotte. Der Kulturstand rft hoch. Die soziale Gesetzgebung ist fortschrittlich. Der Norweger ist ein Mensch von ausgesprochener Hei- matliebe. Neben dem Guten, das wir von den Norwegern an erster Stelle unserer Darstellung gesagt haben, ist nun auch das recht Böse oder gar lieble zu nennen. Norwegen war tatsächlich von England überfremdet oder vielmehr: seine regierende Schicht war Überfremdet und der einfache Mann aus dem norwegischen Volke kam selbstverständlich in diese „Atmosphäre", zu deren Ueberwindung er eine Art Befreiungskampf führen mußte ... wenn er dazu Lust und Zett hatte. Aber gerade der einfache Norweger wird von dem durchaus verständlichen Wunsch bewegt worden sein, sich erst einmal selbst hochzuarbeiten und — in Ausrichtung auf dieses Ziel — läßt er zunächst alle Fünfe grade sein und gewöhnt sich in die „Atmosphäre der herrschenden Schicht ein, die darum nicht minder ausgeprägt herrscht, weil sie sich parlamentarisch und demokratisch tarnt. Wir haben ähnliche Erscheinungen in allen neutralen Ländern Westeuropas. Aus natürlichen Geschäftsbeziehungen zu England entwickelten sich geistig-kulturelle, freundschaftliche, vielleicht auch verwandtschaftliche Beziehungen. England ist ein sehr reiches Land. Es repräsentiert ein Weltteich. Es kann eine weitherzige Gastfreundschaft üben. Die Atmosphäre des großen Reichtums wird — wie natürlich — auch junge aktive Menschen anziehen. Kämpers und Hubert v. Meyerinck. Der Tobis-Film wird feit gestern im Gloria-Palast gezeigt. H. L. Neuner. »Oie goldene Maske.* „Die Kunst geht nach Brot" ist ein Wort, das schon manche begabte Künstler dazu verführt hat, ihre künstlerische Sendung zu verraten und sich an den „großen Erfolg" wegzuwerfen. Hier ist so ein Maler schöner Frauen, der die große Mode geworden ist, aber von feinen Studien k amer ad en verachtet wird, weil er für den Erfolg sein besseres Selbst aufgegeben hat. Ein seltsames Zusammentreffen bringt ihn zur Besinnung. Die große Liebe gibt ihm auch seiner wahren großen Kunst wieder. Aber die Frau, die er liebt, gehört einem Jugendfreund, der im Reich des (Selbes ein König geworden ist und die Schönheit dieser Frau wie ein kostbares Juwel als sein Eigentum betrachtet. Ein Zufall läßt ihn die Zusammenhänge ahnen. Ein Schuß, der das Bild feiner Frau zerfetzen soll, stteckt den Maler nieder, er selbst rast mit seinem Auto in den Tod. Der nur verwundete Maler und die Frau, deren Liebe ihn aus Verflachung und Routine gerettet hat, finden sich in neuem Gluck zusammen. Die Regie Hans Z e r l e 11 s , von dem auch das Buch stammt, hat dies ernste Thema in die interessante Welt Münchener Künstlerlebens gestellt und es durch beschwingte Szenen des Münchener Faschings erfreu» lich aufgelodert. Hilde Meißner ist „die Frau, die nicht genannt fein will", eine herbe Schönheit, wohl- tuend dezent im Spiel. Albert Ma11erstock gibt den Maler etwas zu glatt, kühl-akademisch und temperamentlos, Fritz Kämpers spielt den von Besitzrausch erfaßten Wirtschaftsdiktator ttotz gewisser brutaler Züge nicht unsympathisch. Die heitere Note bringen die immer muntere Fita Benkhoff unb Rudi Godden in die Handlung. In einer fleinen Episodenrolle hinterläßt Eduard von W inte r st e i n einen starken Eindruck. (Tobis.) — Das getprogramm bringt einen sehr schönen Film vom 5tIeinher=Sebcn am Meeresgrund, ebensosehr ein bewundungswürdiges Zeugnis der Erfolge unserer ^s^fl^forschung wie des Könnens der Filmkamera. Die Wochenschau fesselt durch aktuelle und höchst eindrucksvolle Bilder vom deutschen Vormarsch in Norwegen und vom Geburtstag des Führers. L x-te Er. K. Eanggt Keiertag Ser Arbeit Äon GerharÜ -Schumann Alle Herzen hämmern Takt öes einen Schlags/ Nun Sie Berge Sammern In Sen reinen Hauch öes Maientags. Müttey Greist/ KinÜer Jauchzen hellen BlickS/ fröhlich Überwinter Dumpfen LeiSech öunkelnüen Geschicks. Wie nun alles Zehnen Still zum Sinn sich kehrt! Schämt euch nicht Ser Tränen/ Harte Männer! Nur öas eine schwört: Was Sie Seelen pflügte/ Hanü zu Hanö im Runch Was zum Volk uns fugte/ Niemals brechen wir Sen heiligen Vunü! Wie sich stamm erschrocken Herz zu Herz bekennt. Schwer wie Sunkle Glocken * Schwingt Sie Kreuöe hoch im Firmament. Arbeit und Volkheit im neuen Reich. Don Werner Lenz. Wilhelm von Humboldt, der große deutsche Staatsmann und Gelehrte, den man mit Recht „den harmonischen Menschen" nennt, äußerte sich einmal über die kulkurethische Bedeutung der Arbeit mit diesen gültig bleibenden Worten: „Jede Beschäftigung vermag den Menschen zu adeln, ihm eine bestimmte, feiner würdige Gestalt zu geben. Nur auf die Art, wie sie betrieben wird, kommt es an." Zu diesen Worten, die das belebende Element jeglicher Arbeit kennzeichnen, passen die schlichten, schönen und gleich inhaltsvollen Worte Lessings: „Alle Arten von Arbeit sind einem ehrlichen Manne gleich anständig, Holz zu spalten oder am Ruder des Staates zu sitzen. Es kommt feinem Gewissen nicht darauf an, wieviel er nützt, sondern wieviel er nützen wollte." Und ein alter, fast vergessener, aber doch bemerkenswerter Volksspruch äußert sick über das Problem „Arbeit und Arbeiter" schlichtweg: „Ar- beitsschwielen an Händen haben mehr Ehre denn ein goldener Ring am Finger." Jeoenfalls ehrt sich das arbeitsame deutsche Volk unbewußt und ungewollt selbst am meisten damit, daß es immer wieder — durch den Volksmund oder durch die Sprache berufener großer Söhne — Tätigkeit und Schaffenslust zu preisen versteht. Da sind Dichter und Gelehrte, Politiker unb Männer der Faust sich durchweg einig! Und schon Bismarck hat es ja dargetan, wie nützlich die Arbeit als solche für die politische Einheit unb für die Ueberbrüdung sozialer Unterschiede zu fein vermag, als er anno 1867 in einer Ansprache ans preußische Herrenhaus her- vorhob: „Nichts ist so geeignet, die Verschmelzung der widerstrebenden Elemente zu fördern als die gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Ziele n." Gerade unsere Kriegszeit zeigt ja, welch bedeutsames Instrument der Volkheit unb des Staates die Arbeit ist: sie schafft Werte der friedlichen Ernährung und der kriegerischen Abwehr, sie schweißt die Arbeitskameraden aneinander und schafft den nationalen Block, der aus vielen Quadern ein gewaltiges Bollwerk erwachsen läßt. Und wie die Arbeit somit das Unterpfand der politischen und wirtschaftlichen Selbsterhaltung einer Nation ist, so ist sie auch Grundlage des 'menschlich-persönlichen \V~- MIT HUDELH Derantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.5. Sparen ? Jetzt erst recht! Zu Deinem und der Gemeinsdiaft Nutzen Bezirkssparkasse (Sieben Zweigstelle Lich Rom, 29. April. (DRV.) Die die Agentur Sfe- faul mitteitt, wurde Exzellenz Ml fier i zum B o l- schofler bei der Reichsregierung ernannt. Der bisherige Botschafter in Berlin, Exz. Attolico ist zum Botschafter beim Heiligen Stuhl ernannt worden. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, spricht am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes auf einer Kundgebung bei Krupp in Essen. Die Rede wird am 1. Mai um 18.30 Uhr von allen deutschen Sendern übertragen. ♦ Der Führer hat zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes auf die Dauer von fünf Jahren ernannt: Obergeneralarbeitsführer a. D. Freiherr Loeffelholz von Colberg in Berlin, Oberstarbeitsführer Voigt in Berlin, Generalarbeitsführer zur Loye in Oldenburg, ff- Gruppenführer Hildebrandt in Danzig-Oliva, Gaurichter Kurt Kapeller in Zoppot. Adfieri zum italienischen Botschafter in Berlin ernannt. garien, Ungarn und Griechenland teilnahmen. Das neue italienische 35 000-Tonnen°Schlachtschiff „D i t t o r i o Venet o" ist der italienischen Flotte übergeben worden. Das Kommando des Schiffes übernimmt Korvettenkapitän Spartani. Das Schiff hat eine Geschwindigkeit von 30 Knoten und eine Besatzung von 1500 Mann. * Zu Ehren des Herzogs von Coburg, des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, der vor einigen Tagen in T.okio eintraf, gab die japanische Regierung einen (Empfang, an dem fast alle japanischen Minister sowie der deutsche Botschafter Ott teilnahmen. ♦ Zum Oberbefehlshaber der englischen Seestreitkräfte in China wurde Vizeadmiral Geoffrey Lay- Hauptschriftletter: Dr. Friedrich DWelm Lange. Stellvertreter brt HauvtschriftletterS: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik Feuilleton und BUder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinß ' ‘ ’ Neune« Vielleicht mehr Anziehen als die harte beständige, auf ganze Geschlechterfolgen berechnete Arbeit, die Preußen groß und Deutschland einig gemacht hat. Und so setzt sich das heimliche Seelengift langsam an. Es beginnt sich auszukristallisieren. Irn Na - men irgend eines Ideals. England weiß das sehr genau. Bewußt verwandelt es natürliche Beziehungen in „gottgewollte Abhängigkeiten" und liefert gleichzeitig in einer „Ideologie" einen sittlichen Maßstab zu bequemer Splitterrichterei an jenen Völkern und Menschen, die unabhängig von ^euVrakr"U^eit^iaPStellung vieler tu" ’ un"6ta3at5be»u&tf in5'mnn^^n9 (troh erhphfiApr ns manc9cr kleiner Volker un°?so°°LA skch etoial9ebiet=n') (uefjers. Das ^SeQn8dengenbr"tnob'?X' Fwa-°^r"°ig°n-n Reichsminister Rust empfing den Rektor der Universität Modena und den Dekan der Juristischen Fakultät zu einer Aussprache über die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien. Die italienischen Gelehrten hatten dem Reichsminister Frank die Urkunde feiner Ernennung zum juristischen Ehrendoktor der Universität Modena überbracht. ♦ Im Rahmen der italienischen Studentenwett- Mit Rücksicht auf die starke Belegung des linksrheinischen Wohnraums hat der Ministerrat für die Reichsverteidigung die Inanspruchnahme von Wohnraum im linksrheinischen Gebiet durch zuziehende, nicht der Wehrmacht angehörende Personen an die vorherige Genehrniguna der für den Zuzugsort zuständigen Kreispolizeibehörde gebunden. Die Genehmigungspflicht besteht nicht bei der Inanspruchnahme von Wohnraum in Beherbergungsstätten für vorübergehenden Aufenthalt. Der scheidende Botschafter Attolico blickt auf fcine lange und ehrenvolle diplomatische Laufbahn Rurücf, seine Arbeit in Berlin ist gekennzeichnet durch den Ernst, den Eifer und die Hingabe, mit denen er am Aufbau der deutsch-italienischen Beziehungen gearbeitet hat. Er wurde geboren 1880 fin Canneto bei Bari, promovierte 1901 an der jUniversität Rom in den Rechtswissenschaften und wurde 1903 Professor der Nationalökonomie, 1907 Lnspektor des Auswanderungswesens in den Vereinigten Staaten, 1911 ging er in besonderer Mission für Auswanderungsfragen nach Kanada. 1914 wurde er Sekretär der Königlichen Kommission für Handelsverträge, sväter italienischer Vertreter der interalliierten Versorgungskommission in London, U919 technischer Beirat der italienischen Friedensdelegation in Paris. 1920 war er Direktor der iTransitabteilung des Genfer Sekretariates, anschließend kurze Zeit Völkerbundskommissar in Danzig, a921 Direktor der Abrüstungsabteilung im Genfer Bund, 1922 Untergeneralsekretär des Genfer Bundes, 1927 Botschafter in Rio de Janeiro, 1930 Botschafter in Moskau. Don dort wurde er 1935 nach Berlin entsandt. Botschafter Attolico hat sein Vaterland in Berlin jgerade in den Jahren vertreten, in denen sich die deutsch-italienischen Beziehungen immer enger gestalteten. Er erlebte den großen Triumph dieser Beziehungen in Berlin und widmete seine ganze Kraft der weiteren Ausgestaltung der deutsch-italienischen und Wirtschaft: Ernst Blumschetn; für Sport: Heinrich Ludwig______ Druck und Verlag: Brühlsche UniversttütSdruckerei R. Lange K. G«' Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenletter: HanS Beck. Achse Rom—Berlin mit errichten helfen und stets das wärmste Verständnis für die Notwendigkeiten der nationalsozialistischen Presse und Kultur bewiesen. Besonderes Interesse für die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen aber zeigte Alfieri als Präsident der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft in Mailand. Von natürlicher Liebenswürdigkeit, mit einer gründlichen Erfahrung ausgestattet und vom Vertrauen des Duce getragen wird Botschafter Alfieri sein hohes Amt in Berlin als Abgesandter des faschistischen Italiens zum nationalsozialistischen Deutschland sicherlich mit demselben Erfolge durchführen können, der ihm bisher im politischen Leben Italiens be schied en war. ton ernannt. Er war bisher Kommandeur der Schlachtkreuzerdivision in der Heimatflotte. Er löst in China Vizeadmiral Sir Percy Noble ab. Zeitschriften. Das Oberkommando der Wehrmacht hat der „S i r e n e", der illustrierten Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, einen Aufsatz über Spionageabwehr zur Verfügung gestellt. Wir wichtig es ist, täglich in allen Gesprächen und auch in Briefen Vorsicht zu üben, wird jedem klar, der diese auf- schlußreiche Veröffentlichung liest. Das neue Heft zeigt weiter, wie man bei Verwundungen und Verletzungen „Erste Hilfe" leistet. „Männer und Taten" heißt ein Bericht, der ein dramatisch bewegtes Erlebnis aus dem Polenfeldzug erzählt. Ein neues Verfahren, wie man durch Komplementärfarben ohne Vorhang verdunkeln kann, wird erläutert. faschistischen Parteihause nische Studenten-Tagung statt, an der eine Abordnung der Reichsstudentenführuna sowie die Vertreter der Studentenschaften von Bul- Beziehungen, di- in dem deutsch-italienischen Pakt h ™ J”ürn?Ja.?^cn- Attolico darf von Berlin mit a ewigen, daß er hier an einem großen ♦5?!t^en Werk mitgearbeitet hat. Er läßt in Deutschland nur Freunde zurück. Er wie auch Frau Attolico, deren elegante und liebenswürdige Per- onllchkeit immer im dankbaren Gedenken der Ber- liner Gesellschaft bleiben werden, können überzeugt jein, daß sie für ihr weiteres Wirken die herzlichsten und besten Wünsche aller Deutschen begleiten. ..Der neue Botschafter in Berlin Dino Alfieri !v J,886 in Bologna geboren und studierte die Rechte. Schon vor dem Weltkriege wandte er sich dem politischen Leben zu als Mitglied der nationalistischen Bewegung, die zur Zeit des Libyen- krieges starken Einfluß auf den Ablauf der Ereignisse in Italien nahm. Alfieri gründete als lunger Rechtsanwalt im Jahre 1910 die Mailänder Ortsgruppe der nationalistischen Bewegung. Am Weltkrieg nahm er als Offizier mit hoher Auszeich- nun teil. Als Mussolini in den Jahren 1921 und 1922 alle nationalen Kräfte in Italien zum Kampf auftief, schloß sich ihm Alfieri sofort an. Nach der Machtergreifung des Faschismus hat er zahlreiche politische und kulturelle Posten im öffentlichen Leben Italiens eingenommen. 1929 bis 1932 war er Un« terstaatsfekretär im Korporationsministerium, dann Präsident der Autoren- und Derlegergefellschaft. 1936 wurde er Unterstaatssekretär im Propagandaministerium (heute Ministerium für Volkskultur), dessen Chef Graf Ciano war. Als dieser 1936 Außenminister wurde, folgte ihm Alfteri als Minister für Dolkskultur. Diesen letzten Poften hat er bis zum letzten Cambino della Guardia („Wachablösung") im Herbst 1939 bekleidet. Seitdem war er italienischer Botschafter beim Heiligen Stuhl. Mit Dino Alfieri entsendet das befreundete Italien einen Botschafter in das Reich, der als warrnherzi- gek ünd auftlchkige? Freund Deutschlands gellen kämpfe für Kunst und Kultur in Bologna fand darf. Als Minister.für Volkskultur hat er an der im faschistischen Parteihause eine deutsch-ita. verantwortlichen Stelle der Kulturbeziehungen die lienische Studenten-T iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger iiiiiniiiiiiiiliitiiiiiiiiin Bnntseidener Wimmel auf dem Wege zum Bahnhof am Samstag, d. 20. April verloren. Wiederbringer erb. Belohnung. Löberftr. 10 vt. iiiiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiimmiiiiiiiinimiiiiiiiiiiiii Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden au» derDogelwelt der deutschen Nvrdseekust« Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rotschenkeln, Austernfischern ui a. mitgebracht. Er erzählt- im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im gelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhallen konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt UlllllUlUUUUlUllUlillUllUlllllllllllllUlUUUlllll [Verschiedenes! M 8000 ML auf 1. Hypothek auszuleihen. Schriftl. Angeb. unter 01600 an denGieh.Anzeig. Damen« Fahrrad gegen gut erhal. Serren-zahrrad zu tauschen gef. Werner Om< Neuenweg 52 81910 Der Vorstand, oder Chemikalien ist veMtLr^ Punkt IV: Verschiedenes. Der AuMkbtsrat. 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Mai 1936 ist mit Zustimmung der Hauptvereinigung der Deutschen Viehwirtschaft sowie mit Genehmigung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für die Preisbildung verfügt worden: Alle Betriebe, die innerhalb des Gebietes des Viehwirtfchaftsverbandes gewerblich in den öffentlichen Schlachthöfen oder auch, soweit es Fleischwarenfabriken sind, in Privatschlachthäusern Rinder schlachten oder schlachten lassen, sind nach den Anordnungen des Diehwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau verpflichtet, sämtliche Fußröhrenknochen (Mittelfuß- ll Zehenknochen) einschließlich der Klauen (Unterbeine) der geschlachteten Rinder abzuliefern. Die Unterbeine sind zum Zwecke der Ablieferung binnen 24 Stunden nach der Schlachtung der Abnahmefirma zur Verfügung zu stellen. Diese Firma wird für die Abnahme der Unterbeine an den einzelnen Schlachtstätten (Schlachthof oder Privatschlachthaus) Sorge tragen. Die Unterbeine müssen haut- und sehnenfrei abgeliefert werden. Es ist batouf zu achten, daß Die Generalversammlung findet statt am Montag, 6.Mai, abends 8V2U6r, bei Gastwirt Richard Weller. Tagesordnung: Punkt I: Verlesung der Jahresbilanz. Punkt II: Verteilung des Reingewinns. Punkt HI: Entlast.des Vorstandes u.Aufsichtsrates. beim Brühen die Hornschuhe an den Klauen verbleiben. Der Abnahmepreis für je vier Unterbeine (einen Rindergang) beträgt 1,— RM. Die Rinderbeine sind abzutrennen am Vordersuß beim Dorderfußwurzelgelenk, am Hinterfuß am Sprunggelenk. Zur Entfernung der Haare ist leichtes Brühen gestattet. Nach dem Brühen und Enthaaren sind die Haut- und Sehnenteile abzutreten. Dabei ist streng darauf zu achten, daß eine Beschädigung der Klauendrüsen bei der Entfernung der Haut am Ballen nicht eintritt. Alsdann sind die Unterbeine einzeln aneinandergereiht in einem luftigen, trockenen, kühlen und möglichst dunkeln Raum bis zur Abnahme aufzustellen. Die Verwendung von Salzen " ...... ' ' , 2183D 1. Kasse................. 2. Bauer!.Haupt-Gen.Fsm. 3. Lausende Rechnung..... 4. Waren................ 5. Verkaufsstelle I.. 1864.64 6. Verkaufsstelle II. 4008.48 5873.12 7. Immobilien........... 8. Mobilien.............. 9. BeteiligungB.H.-G.Ffm. 10. Beteiligung Spar- u.Dar- lehnskasse Wieseck....... 11. Geschäftsguthab. d. Mitgl. 12. Baufonds............. 13. Betriebsrücklage........ 14. Reservefonds.......... 15. Spar- und Darlehnskasse Wieseck, L.K........... 16. Spar- und Darlehnskasse Wieseck, Hypothek...... 17. Gewinn 1939 ........... 2586.86 16158.08 1371.92 5189.90 5873.12 5155.— 1.— 300 — 100.— 2125.— 7000.— 10000 — 8731.55 13764.20 3000 — 6519.89 43938.26 43938.26 7687.92 6187.03 230.— 6519.89 24.99 164.43 65 — 20370.42 20624.84 20624.84 Photo Gegenstände können vorher besichtigt werden. 01604 >endes lagen, Kreuzplatz 9 Fernruf 8158 Tagebuch führen ist aktuell! Wenn die einzelnen Ereignisse nicht nur beschrieben, sondern auch durch eingeklebte Photos illustriert werden, dann ist das Tagebuch später einmal eine Quelle der Erinnerungen an diese bewegte Zeit. Darum: Photographieren! 2 tragende Fahrkühe, 1 tragt Rind, 1 junges Rind, 1 W«.______ 1 Mähmaschine, 1 Pflug, Egge, Kultivator und noch viele andere landwirtschaftliche Geräte. - Die Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Freiwillige Nachlaß-Versteigerung. amSamstag, dem 4.Mai, mittags 1 Uhr, werden in Reiskirchen, Hauptstraße 7, versteigert: kaufen Sie bei Beachten Sie auch immer-? Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 604a Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Wasßh-o.SGhmierdien8t-StatioD Opel in Giefeen Marburger Str. 145 - Ruf 2847 1537 D Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino #m Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. zum Austragen von Zeitungen sofort gesucht. Schulstraste 7. Vereine Achtung! Treffen der Qelnhäuser .KinziOtaler Sonntag, den 5. Mai, 3 Uhr StadtMainz Giefaen. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Mai, 15.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt - Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen Die Beerdigung findet am Freitag, dem 3. Mai, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Mittwoch, den 1. Mai keine Vorstellung! Die Theaterkasse ist am Mittwoch. 1. Mai, und Donnerstag, 2. Mai, geschlossen! Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Wörner. Freundliches zuverlässiges MW« in Dauerstellung gesucht Frau Df. Bösebeek Bad-Nauheim Zevnelinstr. 8 August-Wilhelm Schudt Leutnant in einem Inf.-Regt. Margret Schudt, geb. Schmidtmann Wir kaufen gebrauchte mößLneuwertige totalen zum Taxwert und erbitten Ihr Angebot flPtLWn Ruf 2847/48. allelästtg.Haare Leberflecken Pickel, Sommer- spross, usw. entf. u.Gar.Iür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechüund.jetzi Mittwochs.Gießen Am Biegelpfad 32, 9-17 Uhr durcbg. 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Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. BugoBermühiet Berloq.Beriln-mterf. Friseurgehilfe ver sofort oder später gesucht. Friedrich Lotz' Giehen Bahnhofstrahe 41. 2182D Werbungsschreiben bei- Schr. Ang. unt. legen! — Lichtbilder 01613 a d G A undBewerbungsunter- " lagen müssen zur Ver- Fraulem, 29 I., metdung von Verlusten kath.,s. Stelle als auf der Rückseite Na- n , , , fiauslochler m. Farnilienan- Junger Mann &6:onÄ: der in Büro- halt zum 1. Mai. arbeit bewan- Schr. Angeb. u. dert ist, sofort Nr.2185D a.den gesucht. Schr. Giehen. Anzeig. Angeb. unt. 1 । । I Verkäufe Gieh. Anzeig. 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Wenn nach langer Winterstarre die Erde sich wieder mit frischem Grün und festlich bunten Blüten und Blumen bekleidet, wenn unter der warmen Frühlingssonne alles freudig treibt und sproßt, dann kreist auch das Blut des Menschen in schnellerem, freudigem Rhythmus und spült alte Winterschlacken aus Leib und Seele fort. Der Mensch ist in den großen Kreislauf des jahreszeitlichen Geschehens einbezogen, und in alten Zeiten, als die Menschen der Natur noch viel näher standen als heute, spürten sie auch diesen Zusammenhang unmittelbarer. Der Ablauf des Jahres bestimmte auch den Rhythmus des menschlichen Lebens in Tätigkeit und Ruhe, in seiner Arbeit und seinen Festen. So feierten unsere Väter schon in vorgeschichtlicher Zeit ihre Feste an den großen sichtbaren Einschnitten des Jahres, sie feierten die Erneuerung- des Lichtes an feinem tiefsten Punkt, feierten zu Mittsommer die Höhe des Jahres, im Herbst ihre großen Schlacht- und Erntefeste und im Frühling das Wiedererwachen der Natur zu neuer Fruchtbarkeit. Wie alle diese Feste, so waren die Frühlingsfeste kultische Feiern, die nicht an einen einzelnen Tag gebunden waren. Diel von diesem alten kultischen Frühlingsbrauchtum ist bis in unsere Tage lebendig geblieben, angefangen von dem Karnevalstreiben, mit dem das erste vorfrühlingsmäßige Erwachen begleitet wird, bis zur vollen lenzlichen Entfaltung in den Maifeiern. Die Maifeiern des Mittelalters und der Neuzeit haben sich zum Teil um die christlichen Feste kristallisiert, die meist in den Mäimonat fallen, um Himmelfahrt und Pfingsten, zum Teil haben sie sich selbständig erhalten und werden dann in der Regel am 1. Mai des Monats oder am ersten Maisonntag gefeiert. Vor allem in den bäuerlichen Gegenden des südlichen und westlichen Deutschland ist der Einzug des Mai als Fest begangen worden. Die Form des Festes hat sich in den verschiedenen Gegenden verschieden ausgestaltet. In Süddeutschland steht mehr der Maibaum im Mittelpunkt, ant Rhein die Umzüge mit Maikönig und Maibraut an der Spitze. In beiden lassen sich die Reste alten germanischen Kultgutes unschwer aufspüren. Die Verehrung des Baumes ist uraltes Germanenerbe; in heiligen Hainen verehrten unsere Vorfahren ihre Götter, an bestimmten heiligen Bäumen hängten sie ihre Weihegaben auf. Der Baum war für sie Symbol des Lebens schlechthin, und diese Anschauung ist noch in unserer Weihnachtstanne so gut lebendig wie im Maibaum. Das Einholen des Maibaums, seine Entrindung und Ausschmückung gehört zu den größten Ereignissen des bayerischen Dorfes, heute wie vor Jahrhunderten. Das Schmücken ist in der Hauptsäche Aufgabe der Mädchen, die schon in der letzten Aprilwoche gemeinsam die Kränze dafür gewunden haben, und es geschieht am Abend vor dem 1. Mai, in der früher von geheimnisvollem Hexenspur durchwalteten Walpurgisnacht. Am Rhein hat sich an manchen Orten noch die seltsame Sitte des „Mailehens" erhalten. Die Mai- tönigin wird dort durch eine nach strengen Regeln sich abspielenden „Mädchenoersteigerung" gewählt. Am letzten April werden die Mädchen ausgeboten. Von 20 Pfennigen steigt der „Preis" der verhandelten Schönen auf 1, 2, 5, 10 Mark. Das Mädchen, das den höchsten Preis erreicht, ist Maikönigin und gehört dem Meistbietenden. Seine Rechte und Pflichten ihr gegenüber und überhaupt die jedes Burschen an seinem erhandelten Mädchen dauern bis zur Kirchweih, aber nicht selten wird dieses Verhältnis zum Lebensbund verlängert. Am Maitanz steht die Maikönigin mit ihrem Partner im Mittelpunkt. Wer noch vor einem Jahrzehnt sich an einer solchen ländlichen Maifeier als dem letzten Ueber- rest einer aussterbenden Sitte erfreute, hätte nicht zu hoffen gewagt, daß so bald schon an diesem 4. Mai das ganze deutsche Volk, in allen seinen Stämmen'und Schichten geeint, zum großen Feiertag der Nation antreten würde. Aus der ländlichen Maifeier, die uralte germanische Ueberlieferung durch die Jahrhunderte hinübergerettet hat, und in bewußter Umkehrung des marxistischen Maigedankens ist das große Friedensfest des deutschen Volkes geworden, ein Fest, dem die Arbeit der schaffenden Volksgemeinschaft in Stadt und Land, am Pfluge uno in der Werkstatt, in Fabrikhalle und Schreib- stube, seinen Sinn, seine Würde und seine Freude verleiht. c K. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Iphigenie auf Tauris". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Stern von Rio". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die goldene Maske". — GRG.: 20 Uhr Mitgliederversammlung unteres Bootshaus. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Stern von Rio." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die goldene Maske". Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Stern von Rio". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die goldene Maske". Neuinszenierung Im Stadttheater. Am heutigen Dienstag kommt im Stadttheater die Neuinszenierung von Goethes „Iphigenie auf Tauris" zur ersten Aufführung. Spielleitung Dr. Hannes Razum. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken mit: Hilde Heinrich, Hans Caninenberg, Gert Geiger, Friedrich Gröndahl, Viktor von Gschmeid- ler. 29. Vorstellung der Dienstag-Miete. BDM., Unfergau 116, Wetterau Standort Gießen. Betr. Mitgliedsausweise. Alle Mädel, die ihren Mitgliedsausweis zum Untergau brachten zwecks Eintragung der Berechtigung, das Traditionsarmdreieck der HI. zu tragen, holen den Ausweis am Freitag, 3. Mai, zwischen 15—17 Uhr, hier wieder ab, entweder persönlich oder durch Vertretung. Stelle für Leibeserziehung, betr. BDM.-Lei ft ungsab zeichen. Heute abend, 30. 4., beginnt um 20 Uhr im Möferheim ein Kurzsanikurs für das Leistungsabzeichen. Betr. BDM. - Gerätemeisterschaften, Untergauentscheid. Der Untergauentscheiü beginnt Sonntag, 5. Mai, pünktlich um 11 Uhr, in der Turnhalle der Schillerschule, Gießen. Ich erwarte, daß die. Mädel des Standorts Gießen sich den Wettkampf ansehen. BDM.- Werk-Gruppe Ia/116, Sport und Gymnastik. Heute abend, 30. 4., ist Appell für die gesamte Gruppe. Antreten pünktlich um 20 Uhr vor der Goetheschule. Z M.-Untergau 116 Wetterau. Die Jungmädel des Standortes Gießen machen am 1. Mai (bzw. heute) nachmittag um 17 Uhr auf dem Kreuzplatz ein offenes Liedersingen. Kommt alle und singt mit! Die Jungmädel der JM.-Führerinnenanwärterin- nen-Ausbildungsschaft treten am Mittwoch, 1. Mai, vormittags um 9.30 Uhr, mit ihren Jungmädelgruppen am Ludwigsplatz an und nehmen nachmittags am offenen Singen teil. Die Glücksmänner sind wieder da. Mit dem 1. Mai erscheinen wieder die Glücksmänner der Reichslotterie der NSDAP, für das Kriegshilfswerk in den Sttaßen und Plätzen. Die Losverkäufer sind in diesem Sommer für die Reichslotterie der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt tätig und tragen wieder ihre braune Uniform. Auch diesmal hat die Reichslotterie wieder sofortigen Gewinnentscheid. Jede Serie ist eine in sich abgeschlossene Lotterie, jn der 1 Million Reichsmark Gewinne und Prämien ausgespielt werden. Für 50 Pfennige schon kann man 1000 Reichsmark gewinnen, abgesehen von den vielen Gewinnen zu 500 Reichsmark, 100 Reichsmark, der großen Anzahl kleinerer Gewinne, und noch dazu die Prämienscheine. Am 31. August 1940 werden in jeder Serie eine" Sonderprämie zu 5000 Reichsmark und Prämien zu 500 Reichsmark und 100 Reichsmark verlost. Der Prämienschein hat auch in diesem Jahre wieder den Kontrollstempel, der den Gewinn oder das „Nichts" des Loses wiederholt, sodaß die Gewinnauszahlung unter doppelter Kontrolle er- -folgt. 1. Mai-Spenden an das Kriegshilfswerk für das Deutsche Jtofe Kreuz. NSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt folgendes mit: Am 1. Mai finden in diesem Jahre die Betriebsfeiern nicht in dem sonst üblichen großen Rahmen statt. Der deutsche Arbeiter wird gern in der heutigen Zeit für diese Einschränkung Verständnis aufbringen und diesen Tag zur Erholung und inneren Sammlung benutzen. An mich ist nun vielfach die Frage herangetragen worden, was mit den Beträgen geschehen soll, die in den vergangenen Jahren für die Betriebsfeiern vom Betrieb aufgewandt wurden. Da diese Beträge und auch Zuschüsse, die an einzelne Gefolgschaftsmitglieder für chte Maifeiern gezahlt wurden, nach dem Wunsch der Betriebe nicht von diesen einbehalten werden sollen, halte ich es für eine selbstverständliche Pflicht, diese Beträge dem Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz, für das nach dem Willen des .Führers im Kriege besonders hohe Spenden aufgebracht werden sollen, zuzuführen. Eine große Anzahl von Firmen im Gau Hessen-Nassau ist dieser Aufforderung bereits nachgekommen. Auszeichnung für treue Dienste. In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste hat der Führer den nachstehend genannten Beamten des Landes Hessen das Treudienst-Ehrenzeichen I. Stufe für 40jährige Dienstleistung verliehen: Bürodirektor Emil Kinkel, Dberbi- bliothekar Dr. Hugo H e p d i n g, Studienräte Dr. Wilhelm H e g m a n n und Heinrich Hey- mann, Berufsschullehrer Otto Schneider und Vermessungsinspektor Wilhelm G o n t r u m, sämtlich in Gießen; ferner den Rektoren Ludwig Döll in Laubach, Richard Ulrich in Schotten, sowie den Lehrern Wilhelm B echthold in Laubach und Philipp D e b u s in Ruppertsburg. Gießener Schlachtviehmarkt. ^Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehv ersteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 45,5, Bullen 34,5 bis 43,5, Kühe 15 bis 43,5, Färsen 42,5 bis 45,5, Kälber 25 bis 64, Schafe und Hämmel 20 bis 43 Rpf. je Vs kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c) 90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 1,07, e—f (60 bis 79,5 kg) 1,01, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01. Marktverkauf: Regelmäßig, alles zu- geteilt. ** Die Pfingstferien der Schulet dauern vom 11. Mai (erster Ferientag) bis 15. Mar einschließlich. ** Mieterjubiläum. Der Vorschlosser i. R< Friedrich Diehl und Frau wohnen am morgigen 1. Mai 30 Jahre in dem Hause Liebigstraße 97. Diese langjährige Mietdauer ist ein schönes Zeichen! des guten Einvernehmens zwischen Mieter und Vermieter. ** Wanderungen des Westerwald« Vereins. Der Westerwaldverein setzt nach wie vor seine Wandertätigkeit fort. Kürzlich wurde' eine Halbtagswanderung unternommen, die von der Lahnbrücke aus über den Bismarckturm nach Abend- ftern führte. Bei Mitglied D u i l l fand eine 93er« fammlung statt, in deren Rahmen verschiedene Mitglieder für rege Beteiligung an den Wanderungen! ausgezeichnet wurden. Am vergangenen Samstag wurde eine Zusammenkunft abgehalten, in deren; Mittelpunkt der Vortrag eines Kameraden übet» Das ist die richtige Methode* s Allmählich an die Sonne gewöhnen und langsam bräunen. Mit Nivea-Creme! Wer aber unbedingt länger in der Sonne bleiben und schneller braun werden will, braucht Nivea-Ultra-Ol mit verstärktem Uchtschutz. feine Erlebnisse in Polen stand. Mit besonderer Herzlichkeit wurden diejenigen Kameraden begrüßt die im feldgrauen Rock auf Urlaub weilten und art der Zusammenkunft teilnahmen. Dankbar gedachten die Kameraden der schriftlichen Verbindung, die der Verein mit ihnen halt. Am vergangenen Sonntag wurde ein Waldgang unternommen, der unter starker Beteiligung zur Rindsmühle führte. Dabei wurde der Wunsch laut, daß auch fernerhin solche Wanderungen unternommen werden sollen. Der Verein wird auch in Zukunft seine Tätigkeit im Dienst der Förderung von Heimatliebe fortsetzen. Gießener Wochenmarklpreise. * G i e ß e n, 30. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Safe, das Stück 6 bis 10, deutsche Eier 12 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,90 RM., Gelberüben, % kg 12 Rpf., Roterüben 10 bis 14, Spinat 25 bis 30, Spargel 110 bis 130, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 35, Löwenzahn 20, Rhabarber 25 bis 30, Aepfel 15 bis 35, Blumenkohl, das Stück 30 bis 45, Salat 30, Salatgurken 100, bis 130, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 20, Radieschen, Bund 25 bis 30 Rpf. Aus der engeren Heimat Kreissüngertag in Grünberg. + Grünberg, 28. April. Am Sonntag fand im „Rappen" ein Sängerta g des Ohm- Lu mda-Sängerkreises statt. Kreischormeister D a u p e r t (Ulrichstein) • begrüßte die Sangeskameroden und stellte den Gaubeauftragten für Oberhessen Dr. Schmidt (Bad-Nauheim) als kommissarischen, Kreis sichrer vor. Dr. Schmidt überbrachte Grüße der Gaufüh- rung sowie des früheren Provinzführers W e n d' l e r (Bad-Nauheim). Nach einem Chor des Gesangvereins „Sängerkranz" (Grünberg) folgte durch den Kreisführer ein Gedenken der Gefallenen. Stehend hörten die Sänger dann den Chor des Gesangvereins „Sängerkranz" „Es geht bei gedämpfter Trommeln Klang". Kreisgeschäftsführer Becker (Grünberg) erstat- tete hierauf den Jahresbericht. Danach fangen im Jahre 1938 insgesamt 28 Vereine, feit Kriegsausbruch ruhte bei den meisten Vereinen die Tätigkeit, da neben Sängern auch Chorleiter eingezogen wurden. Im Jahre 1939 hielt der Kreis fein Wertungs- fingen an zwei Orten ab: Ober-Ohmen und Weiters- hain, womit die heimischen Vereine ihre Jubiläumsfeiern verbanden. Der seitherige Sängerkreisführ^r, Lehrer Dönges (Merlau), legte fein Amt wegen Arbeitsüberlastung nieder. Da die Frage eines Nachfolgers noch nicht geklärt werden konnte, Übernahm vorerst Gaubeauftragter Dr. Schmidt (Bad-Nauheim) kommissarisch die Kreisführung. Dr. Schmidt erklärte anschließend, daß nach dem plötzlichen Aufhören der Sangestättgkeit bei Kriegsausbruch schon nach kurzer Zeit das Singen wieder aufgenommen wurde. Wenn dies auch bedingt durch mancherlei Schwierigkeiten zunächst nur vereinzelt geschah, fo singt heute doch wieder über die Hälfte der Vereine. Bei der Feststellung der Beschickung des Sänger- tages ergab sich, daß von den 34 Bundesvereinen 28 Vereine Vertreter entsandt hatten, nämlich Allen- dorf (Lda.), Atzenhain, Beltershain, Bleidenrod, Burg. Gemünden, Deckenbach, Flensungen, Geilshausen, Gö- belnrod, Groß-Eichen, Grünberg (2 Vereine), Harbach, Homberg (Ohm), Kesselbach, Lauter, Lehnheim, Londorf, Lumda, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Querfborn, Rein'hardshain, Ruppertenrod, Saasen, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Nicht vertreten waren die Vereine von Babenhausen II, Merlau, Nieder-Gemünden, Nordeck und Rüddinashausen, der Verein Maulbach ruht schon längere Zeit. Es fingen 6 Vereine, besondere Veranstaltungen hat kein Verein abgehalten, einige Vereine haben Beiträge zum WHW. geleistet, ebenso zur Metall» spende. Der Kreisführer richtete an die hier noch ausstehenden Vereine die Bitte, das Versäumte nachzuholen. Weiterhin bat er um pünktliche Erledigung der Bestandserhebung. Die Veftandserhebung für den Kreis Ohm-Lumda zeigt folgendes Bild zu Beginn des Jahres 1939: 34 Vereine, davon 3 nicht gemeldet, mit 982 aktiven Sängern und 713 unterstützen- MstöUG|lhGn,Lml>? Nomon von Martina öckartchelm 17. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) lieber Lena ist das Erkennen wie ein Blitz gekommen. Sie sieht in Gottfried seinen Bruder, den sie einst geliebt und mit vielen Schmerzen hinge- geben,hat. Gottfried aber steht suchend vor der Frau, nach der er sich wachen- und monatelang gesehnt hat. Er sucht den Goldglanz der Haare, der wie eine unverlierbare (Erinnerung an ihr erstes Treffen geblieben war, sucht nach der Frische und Straffheit erster Jugend, nach dem Glanz der Augen, der erst langsam, zusammen mit dem Rot der Wangen wiederkehrt. Ihre Hände liegen ineinander und wissen eigentlich nichts voneinander. Nur die Augen reden, diese forschenden, suchenden Augen. Wie belanglos sind dagegen ihre Worte: „Gottfried — da bist du also! So frisch, so gesund —" So jung, will sie sagen, so wie dein Bruder Georg einstmals war. Gottfried lacht leise auf. „Kunststück: von früh bis spät an der frischen Luft!" „Und daß du auf einmal hier bist, in Roda ..." „Ich wollte dich in Breslau überraschen, Lena! Als ich kam, warst du fort. Deine Karte an Mutter sagte mir, wo du wieder eingekehrt bist. Dieses Gräfehaus muß es dir angetan haben!" „Die Menschen sind es, Gottfried, mit ihren Leiden und Freuden — meine einzigen Verwandten! Sie stehen mir so nahe, und ich hatte bisher keine Zeit, mich um sie zu kümmern. Du wirst mich hoffentlich verstehen, Gottfried." „Ich verstehe dich schon, Lena. Es ist ja auch gut so. Wenn du aber einmal bei mir bist, -werde ich dich nicht mehr ffvrt lassen." „Bei dir", sagt Lena und drückt nun seine Hand fester und bewußter. „Es soll schön werden bei uns, Lena!" Und nun erst sprechen sie langsam und stockend von ihrem künftigen Leben, wie sie es einrichten wollen. Sie gehen miteinander weiter. Zuweilen zittern ihre Stimmen, gern würden sie ihre Erregung verbergen. Sie halten sich