M. Jahrgang Iir.76 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild -DieScholle Monats-B ezugsvreis: Mit4 Beilagen.RM.1.95 OhneJllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr„ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger** P ostsche ck 11686 Frankf./M. Giehener Anzeiger vrühlsche ÜniverMtrdnukerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhesfen Stehen, Schnlstrahe 7-9 Montag, I.MprUmo Annahme von Anzeigen für bte Mittagsnummer bis8'/>Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung MalstaffelI AbschlüffeMengenstaffelR Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/° mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Starkes Echo des neuen deutschen Weißbuches. Oie Welt urteilt: Eine Sensation ersten langes. — England und Frankreich schweigen. Italien. Das Interesse der italienischen Oeffentlichkeit für das deutsche Weißbuch nimmt in dem Maße zu, in dem Einzelheiten darüber bekannt werden. In den Morgenzeitungen am Sonntag kommen die ersten authentischen Stellungnahmen der Presse zum Vorschein. Der „P o p o l o di Roma" schreibt: „Selten hat das historische und politische Interesse für die deutschen Veröffentlichungen einen solchen Grad erreicht wie bei diesem neuen Weißbuch". Das Blatt unterstreicht die Bereitwilligkeit des Reiches, die Vorgeschichte des Krieges dokumentarisch zu belegen, im Gegensatz zur Zurückhaltung der Engländer, die ihr Blaubuch über Rußland nicht veröffentlichen. Im Mittelpunkt des Interesses, so urteilen die römischen Blätter am Sonntag, stehe die Entlarvung der Anteilnahme der amerikanischen Diplomaten an dem Ausbruch des Krieges. „Hierdurch sei das Weißbuch dazu bestimmt" schreibt der „Messaggero", „in der ganzen Welt einen lebhaften Eindruck zu erwecken". Das Blatt fährt dann fort: „Ein Mann wie B u l l i t t, der nach Europa mit dem vollen Vertrauen des Präsidenten Roosevelt geschickt wurde, um hier eine delikate Mission zu übernehmen, beschränkt sich nicht darauf, zu beobachten und zu berichten, sondern wird Berater und Ansporner zum Krieg und vereinigt sich mit denen, die von der deutschen „Gefahr" sprechen. Diese Tatsache dürfte nicht verfehlen, in Amerika einen Widerhall zu haben, besonders in diesem Augenblick der Vorbereitungen zur neuen Wahl. Das Weiße Haus wird genötigt sein, gegenüber den Enthüllungen des deutschen Weißbuches seine wirklichen Gedanken in der einen oder anderen Weise bekanntzugeben, zumal die betroffenen amerikanischen Botschafter Bullitt und Kennedy etwas zu sehr die Politik des Präsidenten Roosevelt entblößen. Der „P o p o l o d' I t a l i a" schreibt, das deutsche Weißbuch und die Rede Molotows hätten die Lage geklärt und sie in gewissem Sinne noch dramatischer gemacht, wenn man die Schwäche der Position ins Äuge fasse, in welche die Westmächte geraten seien. Man besitze mit dem Weißburch eine kostbare Dokumentierung, um aufzuzeigen, mitwelchen Intrigen man zum Kriege gekommen sei. Das Weißbuch hinterlasse in der ganzen Welt einen lebhaften Eindruck vor allem, weil es die Rolle einiger Diplomaten der Vereinigten Staaten in den Monaten vor dem Kriege aufdecke. Wichtig sei es hervorzuheben, daß die amerikanischen Korrespondenten in Berlin Gelegenheit gehabt hätten, sich davon zu überzeugen, daß es sich dabei nicht — wie Senator Pittmann behauptet hatte — um Fälschungen handele. Die „Gazzetta del Popolo" erklärt, das deutsche Weißbuch Rr. 3 sei ein Geschoß von ungeheurer Wucht. Das Weißbuch sei ein Schlag aufs Ganze gegen den Präsidenten Roosevelt; das Wort liege nun bei Washington. Die in die Hand der Eroberer von Warschau gefallenen Archive enthielten wahre dokumentarische Schätze. Am meisten bloßgestellt sei der amerikanische Botschafter in Paris, Bullitt, der sich dazu bereitgefunden habe, auf die Regierung von London einen Druck auszuüben, damit diese den Polen bedingungslos Unterstützung gewähre. Die Veröffentlichung der außerordentlich aufschlußreichen polnischen Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges in dem neuen deutschen Weißbuch hat bereits am Samstag in der ganzen Welt stärkstes Aufsehen erregt. Im Verlaufe des gestrigen Sonntags hat das gewaltige Interesse der Weltöffentlichkeit an den Veröffentlichungen des Weißbuches nicht nur angehalten, sondern es hat eine weitere starke Steigerung erfahren. Aus allen Ländern, mit Ausnahme von England und Frankreich, liegen bereits viele Pressestimmen vor, in denen die starke Wirkung der deutschen Veröffentlichungen zum Ausdruck kommt. Aus den Presseäußerungen verzeichnen wir heute folgende: Staaten mit Bezug auf die Entwicklung der polnischen Tragödie und die Haltung Frankreichs zu den osteuropäischen Fragen hervorgehoben. „T e l e g r a a f" druckt einen zwei Spalten langen Auszug ab, und zwar unter den Schlagzeilen: „Die Dokumente aus dem Keller von Warschau", „Bul- litts Erklärungen der Hauptinhalt der Enthüllungen", „Erwartungen von Sachverständigen über den Krieg". Das „Algemeen Handelsblad" veröffentlicht unter den zweispaltigen Schlagzeilen: „Rapporte polnischer Botschafter" und „Aus Warschau mitgeführte Dokumente müssen die Mittäterschaft amerikcmischet Diplomaten an der Entstehung des Krieges beweisen", eine längere Betrachtung ihres Berliner Korrespondenten. Dieser Korrespondent hebt in der Einleitung hervor, daß das neue deutsche Weißbuch ein vollkommen' neues Licht auf die Vorgeschichte des Polenfeldzuges werfe und daß die einzelnen Dokumente so aufschlußreich seien, daß jeder Kommentar von deutscher Seite überflüssig erscheine. Der Korrespondent unterstreicht weiterhin den Umstand, daß die deutsche Veröffentlichung regelmäßig aus Photokopien polnischer Schriftstücke und den dahinter aufgeführten Übersetzungen bestehe. Der Korrespondent gelangt zu dem Schluß, daß man alles in allem genommen aus den bisher veröffentlichten Dokumenten die nachstehenden Folgerungen ziehen könne: 1. Die führenden Kreise der westlichen Großmächte und der Polen haben den Krieg gegen Deutschland seit Jahren systematisch vorbereitet. 2. Sie brachen die Politik des stanzösischen Ministers Bonnet, der nach München der Auffassung war, daß Frankreich sich aus dem osteuropäischen Drama zurückziehen müsse. 3. Sie versuchten, neutrale Staaten zur Beteiligung an der Einkreisung Deutschlands zu veranlassen und bedrohten u. a. Schweden mit wirtschaftlicher Pression, um die Ausfuhr schwedischen Erzes nach Deutschland zu verhindern. Sie arbeiteten mit amerikanischen Diplomaten zusammen, um Widerstand, insbesondere in -England, zu überwinden. Belgien. Das Weißbuch findet in Belgien starke Beachtung. Die Zeitungen haben bereits Zusammenfassungen des Inhalts veröffentlicht, die die Bedeutung der aufgefundenen polnischen Originaldokumente für die Aufhellung der Kriegsursache hervorheben. Die Belga-Agentur betont in einem Telegramm aus Großer Erfolg deutscher Jäger an der französischen Front. Ohne Verlust in mehreren größeren Lustkämpfen sieben französische Jagdflugzeuge abgeschoffen. Berlin, 1.April. (DJtB.) Am Zl.März fan- den über der französischen Front yiehrere größere Luftkämpfe statt. Deutsche Jagdflugzeuge, die zur Grenzüberwachung eingesetzt waren, stießen an verschiedenen Stellen auf Jagdflugzeuge des neuesten französischen Musters. Insgesamt kämpften 2 5 Messerschmitt-Flugzeuge gegen 3 6 Moräne. Die deutschen Jäger trugen einen großen Erfolg davon. Sie schossen ohne einen einzigen Verlust sieben französische Jagdflugzeuge ab. Im einzelnen spielten sich folgende Kämpfe ab: Bei Putllngen standen in zwei Treffen a ch t Messerschmitt-Flugzeuge'n acht Moränen gegenüber. Dabei wurde eine Moräne über dem Ort Putlingen zum Absturz gebracht. Aus einer weiteren Moräne rettete sich der Flugzeugführer durch Fallschirmabsprung. Lin Luftkampf fand südlich von Saargemünd statt, und zwar griffen neun Messerschmitt-Flugzeuge 2 0 Moräne an. Ein französisches Jagdflugzeug schlug brennend in der Bähe Saargemünd auf, ein anderes montierte infolge der Beschuhwirkung in der Luft ab. Aber Börchingen kam es zum Kampf zwischen acht deutschen und acht französischen Jägern. Ein französischer Flugzeugführer sprang nach Beschuh im Fallschirm ab. Ein französisches Flugzeug geriet in der Luft in Brand. Ein drittes französisches Flugzeug kübelte und stürzte zu Boden, da anscheinend der Führer tödlich getroffen war. Fliegerangriff auf englischen Geleitzug. Berlin, 30. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im W e st e n wurden mehrere Vorstöhe feindlicher Spähtrupps abgewiesen. Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungsflüge trotz ungünstiger Witterung bis in die Abendstunden über der Bordsee, gegen die britische Ostküste und über Frankreich fort. hierbei wurde ein feindlicher Geleitzug nördlich Flamborough head angegriffen. Lin den Geleilzug sichernder Kreuzer wurde durch Bombentreffer beschädigt, ein Handelsschiff versenkt und ein anderes getroffen. Lin deutsches Flugzeug kehrte von diesem Unternehmen nicht zurück. An der W estfro nt kam es zu Luftkämpfen zwischen deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Drei feindliche Jäger vom Muster Moräne erhielten schwere Treffer und muhten unmittelbar hinter der feindlichen Linie notlanden. Ein deutsches Jagdflugzeug wurde abgeschossen. Eines der am Vorlage als vermiht gemeldeten Aufklärungsflugzeuge ist von einem deutschen U-Boot in der Bordsee treibend gesichtet worden. Die Besahungwurdean Bord genommen, das Flugzeug versenkt. Zusammenstöße von Spähtrupps Berlin, 31. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront zwischen Mosel und Rhein kam es am 29. und 30. März mehrfach zu Zusammen st öhen eigener und feindlicher Spähtrupps im Vorfeld. Bürdlich Saargemünd gelang es einem Slohlrupp, mehrere Gefangene einzubringen. Sonst keine besonderen Ereignisse. Das Geburtstagsgeschenk Rußland. Die von deutscher Seite ein geleitete Veröffentlichung hat in Moskauer politischen Kreisen ft ä 'r k st e Aufmerksamkeit heroorge- rufen. Die amtlichen Stellen haben von den ersten Auszügen aus der neuen Publikation Kenntnis genommen, deren geradezu sensationeller Inhalt in Moskau auf umso größeres Interesse stößt, als die damit erneut enthüllte Kriegs vorderei- tung der West möchte und Polens auch die sowjetische Außenpolitik direkt berühren. Viel Beachtung haben ferner diejenigen Dokumente gefunden, welche die von Amerika imvßaufe' ber letzten Monate vor Kriegsausbruch verfolgte Politik in einem ganz neuen und, wie man hier feststellt, wenig „friedliebenden" Lichte erscheinen lassen. Die Moskauer Presse, von der am Tage nach dem sowjetischen Ausgangstag nur die „Prawda" erscheint, und die natirrüd) ganz im Zeichen der Molotow-Rede stand, konnte bis jetzt auf die deutsche Dokumentenverof- fentlichung noch nicht Bezug nehmen. Holland. Die Veröffentlichung des deutschen Weißbuches hat sich in Holland zu einer Sensation ersten Ranges Ausgewachsen. In besonders großer Aufmachung und Ausführlichkeit geben „Telegraaf", „Rieuwe Rotter- damfche Courant" und „Vaderland" den Inhalt der vorliegenden Dokumente wieder. Am ausführlichsten ift „Rieuwe Rotterdamfche Courant". Hierbei werden besonders dkü Rolle der gereinigten^ unseres Gaues für den Führer. Aufruf des Gauleiters zur Metallsammlung. Bationalsozialisten in hessen-Bassau! zu wiederholten Malen habt ihr bewiesen, dah euch jeder Wunsch des Führers heiliger ^IBenTbießmal durch den Mund des Generalfeldmarschalls der Appell zur Sammlung kriegswichtiger Metalle erging, so wissen wir, dah entgegen der Vermutung unserer Feinde unsere Metallbestände diesen Aufruf nicht erforderten. Wir wissen aber auch, dah unsere Führung gewohnt ist, auf allen kriegswichtigen Gebieten weitgehendste Vorsorge zu treffen, so auch hier. Und wir wissen vor allem, dah wir uns in der Befolgung dieses Aufrufes am Geburtstagsgcschenk des deutschen Volkes für den Führer beteiligen. zu Beginn dieser Sammlung wurde an den Opfergeist der preuhischen Erhebung des Jahres 1813 erinnert. Dieser Vergleich hat nur dann seine Berechtigung, wenn gegenwärtig nicht nur das zur Sammlung gelangt, was dem Einzelnen sowieso schon entbehrlich war, sondern wenn jeder auch auf Dinge verzichtet, die ihm wertvoll und teuer geworden sind. Erst dann darf er davon sprechen, ein Opfer gebracht zu haben. Lin Opfer, das im Vergleich zum Einsatz des Frontsoldaten als bescheiden bezeichnet werden muh. So erwarte ich, dah am 20. April jede Familie des Gaues Hessen-Bassau, die heute im Besitz aufgerufener kriegswichtiger Metalle ist, mit berechtigtem Stolz erklären darf, dah auch sie ihren Beitrag zum Geburtstagsgeschenk des deutschen Volkes für den Führer erbracht bat. Lin Geschenk, das dem sieghaften Bestehen des uns aufgezwungenen Kampfes dient und daher auch mit dem Schicksal der Spender untrennbar verbunden bleibt. Sprenger, Gauleiter und Reichsstatthalter. Berlin den sensationellen Charakter bet aufgefunbenen Dokumente. Meldungen aus Washington, wonach bie Veröffentlichung in zustänbigen Kreisen Nervosität hervorgerufen hätte, werben gleichfalls hervorgehoben. Sänemark. Die Dänen geben sich nicht mit ben amerikanischen Gegenerklärungen zum neuen beutschen Weißbuch zufrieben, fonbern sprechen von ber „anti- beutschen Aktivität ber amerikanischen Diplomaten", wobei „Berlingske Tibenbe" zu ber Ansicht kommt, „bie Dokumentensammlung weise klar barauf hin, baß biefe amerikanischen Botschafter sehr energisch gegen Deutschland) gearbeitet haben". Der Berliner Vertreter von „Fäbrelanbet" untersucht u. a. auch bie Rolle, bie ber englische Minister für Ueberfee« hanbel, Hubson, bereits im April 1939 in Schweden spielte, als er versuchte, bie Stockholmer Regierung zu einer Garantieabgabe zu treiben, berzufolge Schweben im Falle eines beutsch-englischen Konfliktes bie Eisenerzlieferungen nach Deutschlanb ein« stellen sollte. „Vielen Dänen bürste es bie Augen öffnen", baß bie englische Offensive gegen ben Rorben, bie heute vielen neu und überraschend erscheint, bereits im Frühjahr 1939 eingeleitet wurde." Norwegen. Alle Blätter veröffentlichen längere Artikel über die Bedeutuna ber Dokumente. „Dagblabet" trägt bie Überschrift „Sensation in bem beutschen Weißbuch. USA. versprach ben Weftmächten aktive Hilfe im Kriege. Hüll bementiert sofort". „Norges Han- bels- og Sjoefartstibenbe" bringt bie Nachricht unter einer ähnliche! Ueberfchrift: „Die Enthüllungen bes beutschen Weißbuches, 'Corbell Hüll: ,Jch habe niemals von biefen Unterrebungen gehört*." Schweden. Die Melbungen ber Presse über bie Veröffentlichungen bes beutschen Weißbuches zeigen beutlich, baß bie sensationellen Enthüllungen bes Weißbuches in politischen Kreisen einen außer- orbentlich starken Einbruck gemacht haben. Der Berliner Berichterstatter von „Afton- blabet" gibt eine ausführliche' Melbung über ben Inhalt unb weist barauf hin, baß bas gesamte polnische außenpolitische Archiv so gut wie unbefdjäbigt in beutsche Hände gefallen sei. Die Dokumente seien teilweise sehr sensationell. Man wisse, baß bie Oeffentlichkeit in Amerika in höchstem Maße gegen einen Krieg sei unb baß Dokumente eines der- artigen Inhalts bie öffentliche Meinung über Bullitt unb Roosevelt ungünstig beinflussen müßten. Naturgemäß mibmet bie schwedische Oeffentlichkeit bem Bericht bes Gesandten Potworowski über ben Besuch bes englischen Ministers Hubson in Schweben befonbere Aufmerksamkeit. „Nya Dagligt Alle- hanba" unterstreicht, baß bie Veröffentlichung als eine Weltfensation bezeichnet werbe, insbefonbere im Hinblick auf Amerikas Schuld an bem Kriegsausbruch. Hüll desavouiert ASA.-SoWaster. Washington, 31. März. (DNB.) Der amerikanische Staatssekretär bes Auswärtigen, Hüll, beeilte sich, kurz nach Bekanntwerben ber ersten Auszüge aus bem beutschen Weißbuch in einbringlicher Form nachdrücklichst von ben Berichten bes polnischen Botschafters abzurücken. Er erklärte u. a., bie Presse bringe bie Berichte über bie Herausgabe eines Weißbuches burch bas beutsche Auswärtige Amt, bas Dokumente enthalte, bie in ben Archiven bes polnischen Auswärtigen Amtes in Warschau gefunben worben sind unb Aufzeichnungen über Besprechungen enthalten, die polnische amtliche Stellen mit diplomatischen Vertretern der Vereinigten Staaten gehabt haben. „Ich muß nachdrücklich betonen", sagte Hüll, „d a ß weber ich noch einer meiner Mitarbeiter im Staats- bepartement je von solchen Unterrebungen Kenntnis erhalten habe, wie biefe angeführt werben." Merkwürdige Dementis. Kriegshetzer Potocki straft sich selbst Lügen. Berlin, 31. März. (DNB.) Hull, ber amerikanische Botschafter in Paris Bullitt unb der ehemalige polnische Botschafter in Washington Potocki haben sich zusammengetan, um gegenüber der vom gesamten neutralen Ausland als einwandfrei unb echt festgestellten neuen beutschen Dokumentensammlung bie Glaubwürdigkeit ber Anklagen bes deutschen Weißbuches zu „dementieren". Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich, dessen kriegstreiberischen diplomatischen Geschäfte aller Welt nunmehr offenkundig geworden sind, bestritt, Aeußerungen, wie sie in dem von Potocki an das Warschauer Außenministerium gerichteten Bericht niedergelegt sind, irgend jemanden gegenüber getan zu haben. Er erklärte: „Der Präsident hat bereits angebeutet, baß eine Propaganda dieser Art nur mit Vorbehalt ausgenommen werden sollte. Aber bei diesem besonderen propagandistischen Dokument sollte man noch vorsichtiger sein. Ich habe niemals irgend jemanden gegenüber die Aeußerungen getan, die man mir zuschreibt." Potocki wiederum hat es unternommen, nachdem er, wie es heißt, mit Beamten des Staatsdepartements verhandelt hatte, wider das Urteil des gesamten neutralen Auslandes die Echtheit ber Dokumente burch folgendes Dementi abzuleugnen: „Die Veröffentlichung des angeblichen Dokuments ist augenscheinlich für Propagandazwecke bestimmt. I ch leugne, in meinem Bericht jemals solche Behauptungen aufgestellt zu haben. Ich habe niemals mit Bullitt eine Unterredung über Amerikas Teil- nähme am Kriege gehabt." Weitere Dokumente aus -en polnischen Archiven. Geheim! ER/MR=3lr. l/WB/tj/146 Meine Unterredung mit Botschafter Kennedy ,ter meint, die versöhnlichen Elemente in wenn die Arbeiten der vorgesehenen Abordnung der Wirtschaftskreise ohne Ergebnisse blieben, England eine Revidierung des Handelsvertrages in Erwägung ziehen müßte. Diese Aussicht schrecke jedoch die Schweden nicht, erklärte mir mein Gesprächspartner. Dieser Vertrag sei seines Erachtens nicht so sehr vorteilhaft. Er enthalte vor allem für die Schweden beschwerliche Klauseln in Bezug auf Kohle, die sie woanders billiger kaufen könnten. Die Schweden machten sich keine Sorgen um den Absatz der Waren, die jetzt den Engländern verkauft werden. Diese könnten allerdings z. B. die Zollsätze auf Stahl oder Zellulose erhöhen, aber diese Erzeugnisie seien in der Ausfuhr nach England ein verhältnismäßig kleiner Poften. Uebrigens seien die Schweden überzeugt, daß die Waren, die England nicht nehmen würde, zumal landwirtschaftliche Erzeugnisse, sich ohne Schwierigkeiten in Deutschland unterbringen ließen, mit dem sie überhaupt sehr gut und ordentlich Handel treiben könnten. Zu der Ausfuhr Schweden gegen englische Anmaßung Der englische Minister Hudson erlebte eine Abfuhr. und unter seiner Leitung auf große Schwierigkeiten stößt. Aus allen oben angeführten Möglichkeiten und anderen, die ich der Kürze halber übergehe, wählte die englische Regierung den Vorschlag einer gemeinsamen Erklärung Englands, Frankreichs und Polens und der Sowjets, um sich an uns zu wenden. Da aber innerhalb der Regierung regelmäßig Aus der Dokumentensammlung des Auswärtigen Amtes, deren erste Folge aus 16 Dokumenten besteht, bringen wir heute weiter die Dokumente 12, 13, 15, 1 und 7 zur Veröffentlichung. England nach der tschechischen Krise. Dokument 12. Bericht des polnischen Botschafters in London, Grafen Edward R a c z i n s k i, an den polnischen Außenminister in Warschau vom 29. 3. 1939. Botschaft der Republik Polen London, den 29. 3. 1939. als sie werde faßt-" pol,! Pole der B der Regierung das benutzen, um Großbritannien zu einem Verzicht auf eine Festlegung bei uns zu veranlassen. Herr Kennedy ist der Ansicht, daß in der hiesigen Regierung auch weiterhin noch Zweifel daran vestshen, daß Polen tatsächlich unwiderruflich entschlossen ist, sich hinsichtlich Danzigs zu widersetzen. Bei den hiesigen blitzschnell sich verändernden Bedingungen müßten Versilberungen dieser Art notwendigerweise oft wiederholt werden. Ich schnitt darauf die russische Frage an. Herr Kennedy war ziemlich zurückhaltend und wollte sich offenbar auf keine Erörterung über das englische Vorgehen gegenüber Moskau einlassen (und auch nicht auf die Schwierigkeiten, auf die dieses Vorgehen stoßen könnte?). Er beschränkte sich auf die charakteristische Aeußerung, die englische Regierung lege ihrem Zusammengehen mit Polen größere Bedeutung bei als dem mit Rußland*). Dieses Zusammengehen sei für die englische Regierung jedenfalls ein wesentlicher Ausgangspunkt für ein etwaiges weiteres Vorgehen. So viel hörte ich von Herrn Kennedy selbst. Dagegen laufen unter den hiesigen Journalisten Gerüchte ufn, nach denen der Botschafter tatsächlich in den letzten Tagen mit dem Premier über Osteuropa gesprochen hat. Bei dieser Gelegenheit soll er, wie behauptet wird, betont haben, daß die Sympathien Amerikas für England im Falle eines Konfliktes in hohem Maße von der Entschiedenheit abhängig werden, mit der sich England der europäischen Staaten annehmen werde, die von Deutschland bedroht sind. Edward Ra c z y n s k i Botschafter der Republik Pölen. *) Diesen Gesichtspunkt fand ich zum erstenmal in der hiesigen Presse, in einigen Artikeln, die den Bereich und die Ziele der englischen diplomatischen Offensive besprechen. ten sie sowieso zuzahlen, während sie in Deutschland dafür höhere Preise erhalten könnten. Die kritische Einstellung der hiesigen Wirtschafts, weit zu dem Auftreten Hudsons bestätigt auch ein Aufsatz des bekannten Wirtschaftsfachmannes G. Caf- f e I in „Svenska Dagbladet" vom 8. April. Dieser Artikel verdient ebenso auch deshalb Aufmerksamkeit, weil er, was die englisch-schwedischen Handels- beziehungen angeht, gegen Schweden gerichtet ist. Cassel erklärt nämlich, daß die Tatsache der Passivität der schwedisch-englischen Handelsbilanz für England nicht auf eine allzu einfache Weise interpretiert werden kann. Die Struktur des internationalen Handels bewirkt nämlich, daß der Ueberschuß an Pfunden (Sterling), die Schweden in England erhalten hat, zum Ankauf von Waren in anderen Ländern verwandt wird, die für die gleichen Pfunde wiederum englische Waren kaufen. Die Schweden würden gern in Loirdon über eine Vergrößerung der schwedischen Einkäufe in England beraten, aber der Erfolg dieser Aktion werde auch vom guten Willen der englischen Exporteure ab- hängen. Anderseits kaufen die englischen Importeure die für sie nötigen Waren in Schweden nicht etwa aus Liebe zu den Schweden, sondern deshalb, weil sie gut und billig sind. Im Zusammenhang hiermit beendigt Professor Cassel den Artikel wie folgt: „Aus den Forderungen, die von England gestellt werden, kann Schweden jedoch manches lernen. Unsere dauernden Bemühungen, andere Länder geneigt zu machen, schwedische Waren zu kaufen, die wir ihnen lediglich mit Hilfe von finanziellen Subventionen verkaufen können, stellen selbstverständlich eine gefährliche Abweichung von einer gesunden Wirtschaft dar. Dieser subventionierte Export belastet ständig unsere Verhandlungen über Handelsverträge und bildet für das Land, das diesen Export annimmt, den Ausgangspunkt zu ständig wachsenden Forderungen nach Vergrößerung seines Exports nach Schweden. Diese schädliche Seite unserer Subventionspolitik wird häufig bei uns vergessen. Sie wurde durch die letzte Probe Englands aktualisiert, welches sich bemühte, seine Kraft als großer Importeur zur Erwerbung eines größeren Marktes in Schweden auszunutzen. „Göteborgs Handels- och Sjoefarts Tidning" vorn 12. April kommentiert diesen Artikel Cassels und teilt seine Ausführungen. Das Blatt hält den Engländern besonders vor, daß der größte Teil des Imports aus Schweden aus für ihre Industrie wichtigen Rohstoffen und Halbfabrikaten besteht, wie Holz und Papiermengen, und daß sie diese Dinge bedürfnishalber und nicht aus Höflichkeit kaufen, was jedoch den subventionierten Export von Molkereiprodukten, besonders von Butter angeht, die die Engländer dank der Subvention zu einem Preis erhalten, der 60 v. H. niedriger ist als der. An den Herrn Minister für auswärtige Angelegen- heilen in Warschau. politischer Bericht Nr. 7/L Die Haltung der britischen Regierung gegenüber der Krise. — Das Verhältnis zu Polen. — Unterredung mit Botschafter Kennedy. Der gewaltsame Verlaus der letzten Phase der tschechischen Krise hat die hiesige öffentliche Meinung tief erschüttert und auch eine Entwicklung in der Haltung der hiesigen Regierung veranlaßt. Für die entschiedenen Gegner Hiller-Deutschlands waren die letzten Ereignisse nur eine Bestätigung von Vorausgesehenem und ein Beweis mehr, daß ein energisches Vorgehen notwendig sei. Größere Bedeutung jedoch gewannen die tschechischen Ereignisse durch den Eindruck, den sie auf das hiesige „Versöhnungslager" machten. Dessen Anhänger vermieden in der Regel eine aufrichtigere Bekanntgabe ihrer Voraussichten und Hoffnungen. Sie beschränkten sich im allgemeinen daraus, zu erklären, daß Großbritannien sich auf die Verteidigung Westeuropas, sowie natürlich des britischen Imperiums und der imperialen Verbindungslinien beschränken müsse. Mittel- und Osteuropa dagegen würden als deutsches Expansions- gebiet dienen, aus dem sich England, ohne großen Schaden zu erleiden, zurückziehen könnte. Richt laut ausgesprochene Argumente, aber doch vielleicht die wichtigsten dieses Lagers, könnte man in der Erwartung sehen, daß es Deutschland sehr schwer fallen werde, mit den ihm abgetretenen Gebieten fertig zu werden und daß dank dieser Schwierigkeiten und dank des Gegensatzes zu Rußland es an Ausdehnungsfähigkeit und Dynamik verlieren werde. Man sagt voraus, daß es zu einem Krieg zwischen Rußland und Deutschland kommen werde, der beide schwächen werde, nicht ohne mittelbaren Vor - teil für die We st möchte. Der schnelle Lauf der Ereignisse, der Deutschland wertvolle, unblutige Beute verschaffte, zeigte die schwachen Seiten dieser Schlußfolgerung. Er wies auf die Tatsache hin, daß es im Grunde genommen eine Ausrede war, die den verantwortlichen Staatsmännern der Weftmächte erlaubte, auf der Linie des geringsten Widerstandes zu gehen. Es tauchte eine ernste Besorgnis angesichts der Tatsache auf, daß Deutschland statt eines Kräfteverlustes infolge feiner Ostaktion eine zusätzliche Ihnen, Herr Minister, aus Anlaß der Abreise von Herrn Hudson nach Warschau und Moskau zu berichten (Rr. 57/tj/122 vom 10. dieses Monats — jsiehe oben Seite 251 —) hoffte man englischerseits schon damals sehr auf eine politische Zusammenarbeit mit den Sowjets. Sowjetischerseits dagegen trug man einen Mangel an lebhafterem Interesse zur Schau. Seinerzeit erklärten sich die Sowjets damit einverstanden, die gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen. Sie taten cs unter bisher nicht ganz geklärten Bedingungen. Sie machten anscheinend ihre Unterzeichnung von der Teilnahme Polens abhängig*). Es ist nicht bekannt, ob die englische Regierung sich an Moskau wandte wegen einer Unterzeichnung zu teilt mit Frankreich und ob man dort dazu nicht bereit war. Jedenfalls mehren sich in den letzten Tagen die Spuren, die darauf Hinweisen, daß das Verhältnis weniger herzlich ist als vor sehr kurzer Zeit im Zusammenhang mit der englischen Initiative. Auf diesen Punkt werde ich noch bei meiner Unterredung mit Botschafter Kennedy zurückkommen. Hier möchte ich nur hinzufügen, daß Botschafter M a j s k i, dem ich oft auf den Empfangen zu Ehren des Präsidenten Lebrun begegnete, kaum verhehlte, daß er äußerst zufrieden mit dem letzten Verlauf der Ereignisse sei, gleichzeitig zeigte er sehr viel Selbstsicherheit. Das Element des Schwankens in der hiesigen Regierung wurde nach auhenhin bei der Rekrutterungsangelegenheit freut- Diese Beurteilung der hiesigen Lage bildete den Hauptinhalt der Unterredung, die ich gemäß Ihrem Auftrage, Herr Minister, den Herr Direktor Lu- bienski übermittelte, am 28. dieses Monats mit dem amerikanischen Botschafter, Herrn Kennedy, hatte. Ich fragte Herrn Kenn edy geradezu nach dem Gespräch, das er kürzlich mit Herrn Chamberlain über Polen geführt haben soll. Herr Kennedy war überrascht und erklärte kategorisch, daß ein derartiges Gespräch von besonderer Bedeutung nicht ftattgefunben habe. Gleichzeitig und indem er diese Versicherung gewissermaßen in Abrede stellte, brachte Herr Kennedn seine Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck, daß seine Kollegen in Paris und Warschau, „die nicht so wie er imstande seien, sich ein genaues Bild von der Lage in England zu machen", so dreist darüber redeten. Da ich sah, daß ich auf diesem Wege nicht viel erreichen würde, brachte ich das Gesvräch auf die jetzige Lage und regte fren Botschafter dazu an, die Bereitschaft Englands zu einem b e - roaffneten Auftreten zu beurteilen, lieber diesen Teil des Gespräches habe ich Ihnen, Herr Minister, schon telegraphisch berichtet. Herr Kennedy, der zu verstehen gab, daß seine Ansicht sich auf eine Reihe von Gesprächen mit hiesigen maß- aebenfrften Stellen stützte, erklärte, überzeugt zu fein, daß, sollte Polen sich zum bewaffne» t en Widerstand gegen Deutschland entschließen, insbesondere auch hinsichtlich Danzigs, es dann England nach sich ziehen werde. Das werde, wie Herr Kennedy mit Nachdruck unterstrich, nicht das Ergebnis größerer Herzlichkeit sein, ' " England bisher für uns übrig hatte, das - b kein willig ober mit Zufriedenheit ge- hluß fein, sondern sich nur aus einer otmenfrigfeit ergeben. Sollte dagegen Unentschlossen fein, dann würden, wie Dokument 13. Bericht bes polnischen Gesanbten in Stockholm, G. Potworowski, an den polnischen Außenminister in Warschau vom 15. April 1939. Gesandtschaft der Republik Polen in Stockholm. Nr. 19/8/5 Verttaulich! Stockholm, 15. 4. 1939. An den Herrn Mnister für auswärtige Angelegenheiten in Warschau. Unter Bezugnahme auf den Bericht vom 8. b. M. Nr. 19/8/4 teilt bie Gesanbtschast mit, baß weitere Nachrichten über ben Aufenthalt bes Ministers Hudson in Stockholm besagen, daß er hier keine größeren Erfolge erzielt hat. Minister Hudson hat anscheinend allzu wenig Geschicklichkeit in ben hier geführten Gesprächen bewiesen unb sogar bie hiesigen Wirtschaftskreise gegen sich verstimmt. Wie mir ein hervorragender Vertreter ber hiesigen Finanzwelt mitgeteilt hat, (onbierte Hubson ebenfalls bey Boden in Bezug auf das Verhalten der Schweden im Kriegsfälle, wobei er suggerierte, es sei notwendig, alle R o h - ftoffliefernngen an Deutschland ein» 3 u ft e 11 e n. Die Schweden gaben ihm daraufhin zu verstehen, daß sie Neutralität zu wahren wünsch* ten, unb baß, wenn im Kriegsfälle bie Ostsee von Deutschlanb beherrscht werben würbe, sie sich bem nicht entziehen könnten, ihm Erze zu liefern. Die Lage wäre natürlich anders, wenn die Engländer die Ostsee beherrschten. Auf einer Pressekonferenz hat Hubson angeblich mit Nachbruck betont, baß es notroenbig fei, bie englische Ausfuhr nach Schweben zu erweitern, wobei er zu verstehen gab, baß, Stärkung erfuhr. Aus biefem Bewußtsein ergab sich ein neuer Ton gegenüber Deutschland; er fand seinen Ausbrück in ber politischen Presse Englanbs, übrigens im Einklang mit ben Wünschen ber Regierungsstellen. Nachrichten zufolge, die hier in biplomatischen unb politischen Kreisen ausgetauscht werben, ist bie Umgestaltung im Lager ber „Versöhnung" allerbings nicht vollkommen. In diesem befinbet sich nach allgemeiner Meinung Sir John Simon, ben man für den Verfasser bes Projektes einer gemeinsamen Erklärung Großbritanniens, Frankreichs. Polens unb ber Sowjetunion hält. Auch ber Premier scheint trotz bes entliehenen Tones feiner letzten Rebe nicht mehr frei von Zweifeln an einem Gewinn ber mit München begonnenen Partie zu fein. Dieses Schwanken scheint sich vor allem auf das Verhältnis Englands zu Polen zu dezichen. In der defaitistischen bzw. versöhnlichen Theorie, bie oben angeführt wurde, war für uns anscheinend kein klar umgrenzter Platz. Jetzt angesichts der schnellen deutschen Erfolge, die nur durch Druck erreicht wurden, beginnt man hier zu fürchten, baß auch Polen mit einem Kompromiß mit D e utsch land enden werde, das bann diesem eine schnelle Sprengung Rußlands ermöglichen würde. Man beunruhigte sich mit bem (Bebanfen, baß bei einer solchen Entwicklung die Reihe auch an ben Westen käme, und bann der deutsche Druck nicht zurückzuweisen wäre. Diese Schlußfolgerung sprickst dafür, daß die englisch-polnischen Beziehungen Aussichten haben, inniger zu werden. Außerdem hat sich noch ein. ernster Grund dafür geltend gemacht, bas Vorgehen Englands mit uns in Verbindung zu setzen: das war das sich herausbildende Bewußtsein, daß Polen, abgesehen von ben Sowjets, doch wohl der einzige Faktor in Osteuropa ist, der volle politische Unabhängigkeit, äußere und innere Beziehungen, die selbständige Entschlüsse erlauben, aufzuweisen hat. Die Schule der „Dersöhnlichgesinnten" strebt bekanntlich nach einer Beschränkung der englischen Einflußnahme auf das östliche Mittelmeer und auf die Verteidigung der Dardanellen, die den Zugang zum Schwarzen Meer sichern. Indessen stellt es sich doch heraus, daß auf der Balkan-Halbinsel, also aus dem Vorfelde der Türkei, eine von Drohungen nicht freie Lage besteht, und fraß die politische Mobilisierung der Staaten ber Balkan-Entente den Wünschen Englands gemäß lich, die schon seit einigen Moyaten der Gegenstand hitziger Kontroversen ist. Angesichts der ziemlich großen Verstärkung der Kaders der regulären und ber Territorialarmee erklären bie hiesigen Sachverständigen die Abneigung ber Regierung, das Gesetz über die Rekrutierung einzubringen, mit technischen Rücksichten. Sie behaupten, diese Maßnahme würbe für bie nächste Zukunft nur symbolisch-demonstrative Bedeutung haben, aber nicht den Aufbau der Armee im Frieben erleichtern, fonbern eher erschweren. Abgesehen von dem Wert bieser Erklärung scheint das Schwanken von Herrn Chamberlain vor allem aus seiner Abneigung hervorzugehen, bie der Rekrutierung widerstrebenden Gewerkschaften 'gegen sich aufzubringen und fraburch Meinungsoerschiebenhei- ten im Parlament, bas jetzt fast einmütig ist, hervorzurufen. Statt das Rekrutierungsgesetz einzubringen, hat der Premier einstweilen im Unterhaus eine Verdoppelung ber sogenannten Territorialarmee bis zu der Zahl von 340 000 Mann ange- tünfrigt *) Im Foreign Office hat man mich so unterrichtet, bie Sowjets bagegen leugnen das ab. Es finbet hier anscheinend eine kasuistische Deutung statt: Die Einlabung wurde an die vier Staaten gerichtet, und die Sowjets nehmen, wie sie behaupten, sie ohne irgendwelche Bedingungen an. Sie nehmen sie allerdings nur in dieser Form und mit der Teilnahme, die der englische Vorschlag vorsieht, an. bis in bie letzten Tage Divergenzen und Zweifel hinsichtlich der Zweckmäßigkeit dieser aktiven Methode herrschten, hat man die nicht sehr lebendige, aber dafür weniger bindende Form einer Erklärung allgemeiner Natur gewählt und hat sie in einem Stil abaefaht, ber viele Deutungen zuläßt. Einen Beweis dafür, daß bie daraus sich ergebende innere Schwäche hier gut verstanden wird, kann man in bem Umstand sehen, daß die der Unterzeichnung eines solchen Dokumentes abgeneigte Haltung Polens hier keine große Verwunderung her- vorrief, und um so weniger besteht ein Anspruch darauf, die polnische Politik zu leiten. Noch ein Umstand verlangt beleuchtet zu werden, soweit mir das in diesem Augenblick möglich ist. Das ist ber Staub ber englisch-russischen umtumu, •*«*»*.. Beziehungen. Wie ich schon Gelegenheit hatte, jlanbwirtschaftücher Erzeugnisse nach England mutz- fren die schwedischen Konsumenten zahlen, so gäbe es nichts leichteres, wenn den Engländern dieses Geschäft Kopfschmerzen mache,, als die Passivität der Handelsbilanz Englands, um den Export aus Schweden zu verringern. Die Zeitung, die von Anfang an diese Subventionen als eine für die schwedische Wirtschaft schädliche und belastende Form der Unterstützung der Landwirtschaft und der Molkereivrodukte bekämpft hat, ist ber Ansicht, daß es der schwedischen Land- wirtschaft dienlich sein konnte, wenn die Subventionen für den Export von Butter beseitigt und die Preise für die Inlands-Konsumenten erniedrigt würden und wenn die Produktionen auf andere Bahnen gelenkt werden konnten. Gesandte der Republik Polen. G. Potworowski. England soll Bargeld geben. Dokument 15. Aufzeichnung des polnischen Handelsrats Jan W s z^ l a k i über eine Unterredung mit bem Botschafter ber Vereinigten Staaten von Amerika in London, Joseph Kennedy, vom 16.Juni 1939. Geh eim ! Unterredung mit bem amerikanischen Botschafter in London, Herrn Kenneby, am 16. Juni 1939. Botschafter Kennedy, ben Botschafter Biddle von meiner Ankunft in London benachrichttgt hatte, bat mich um einen Besuch. Der Besuch dauerte drei- viertel Stunden. Von diesem verdient das Folgende vermerkt zu werden: 1. Bei Beginn fragte mich ber Botschafter, wie man in Polen bie Wirtschaftslage Deutschlands beurteile, wobei er selbst betonte, baß feines Erachtens Deutschland noch längere Zeit hindurch die Welt mit Rüstungsausgaben ruinieren könne und daß es eigentlich keine andere Alternative habe als den Krieg. Seiner Meinung nach wäre eine Abkehr Deutschlands von feiner Politik, auch von seiner Finanz- unb Wirtschaftspolitik, das- selbe wie ein verlorener Krieg Deutschlanbs. Der Krieg bagegen gebe diesem zumindest eine gewisse Aussicht, seine Forderungen mit Gewalt durchzufetzen, und angesichts dessen werde es, in die Enge getrieben, vor ihm nicht zurückschrecken. Mit einer gewissen Geringschätzung äußerte er sich über die Optimisten, die meinten, Deutschland könne leicht oder schnell bezwungen werden, oder die mit einem schnellen Umsturz in Deutschland rechneten. 2. Der Botschafter führte mit Nachdruck aus, daß ber Westen einem Bankrott entgegen- gehe, wenn der heutige Stand der Rüstung noch lange dauern werde. Selbst wenn es in diesem Jahre nicht zu einem Kriege käme, würden weder Großbritannien noch die Vereinigten Staaten ihr Rüstungsprogramm unterbrechen ober beschränken. Infolgedessen habe Großbritannien schon im stillen Devisenbeschränkungen eingeführt, es sei schon nicht mehr möglich, englisches Kapital im Ausland ohne Genehmi- §ung ber Regierung anzulegen ober in anbere änoer zu transferieren. Jeder Tag bringe neue derartige Schwierigkeiten und Beschränkungen. 3. Im weiteren Verlauf ber Unterredung fragte mich ber Botschafter über die Lage in Polen und über unsere B edürf mss e aus. Das gab mir Gelegenheit, längere Ausführungen darüber zu machen. Der Botschafter sagte, daß wir das einzige Volk in Osteuropa seien, auf dessen Rüstungen nicht nur, sondern auch auf dessen militärischen Wert man mit ganzer Gewißheit rechnen könne. Er führte an, es habe sich seines Erachtens in Spanien erwiesen, daß die polnischen Freiwilligen auf der republikanischen Seite bessere Soldaten waren als alle anderen zu beiden Seiten ber Front. Er fragte, was wir von den Engländern an Material und auf finanziellem Gebiet wollten. Darauf antwortete ich mit einet allgemeinen Skizze, wobei ich bis zu einem gewissen Grade die einleitende Erklärung des Obersten Koc gegenüber den Engländern vom Tage vorher gebrauchte. Besonders lenkte ich die Aufmerksamkeit auf den Kredit in bar. Der Botschafter stimmte zu, daß ber Schwerpunkt auf dem Bar« gelb liege unb äußerte babei, baß, wenn die Engländer jetzt ihre Hilfe in dieser Hinsicht beschränkten, sie später, um dieselben Wirkungen zu erzielen, zehnmal so viel herausgeben müßten. Er fügte hinzu, daß er den Premierminister und Lord Halifax sehe unb ihnen gegenüber auf der Notwendigkeit b e ft eben würde, Po- len sofort mit Bargeld zu helfen. 4. Abschließend sagte mir ber Botschafter, daß seine beiden Söhne, die letzthin ganz Europa be< reist und viel gesehen hätten und viel lernen konnten, beabsichtigten, nach ihrer Rückkehr in die Staaten an der Harvard-Universität eine Reihe von Vorträgen über die Lage in Europa und in ben einzelnen Staaten zu halten. Diesen Vorträgen als Element, das mit bie amerikanische öffentliche Meinung bildet, mißt ber Botschafter große Bedeutung bei. „Sie glauben nicht", sagte der Botschafter, „in welchem Maße mein ältester Junge, ber kürzlich in Polen war, bas Ohr bes Präsidenten hat. Ich würbe fügen, baß der Präsident ihm mehr glaubt als mir. Vielleicht deswegen, weil Joe die Sache mit solcher Ueberzeugung und solchem Enchusiasmus darftellt." In der nächsten Woche soll ich fren Botschafter Wiedersehen und mit seinem Sohn zusammenkommen. Jan W s z e l a k i, Wirtschaftsrat. Sdeo bei pilsuds«. Dokument 1. Telegramm bes britischen Botschafters in Warschau Sir Howarb K e n n a r b nach London v. 2. 4.1935 *) Folgenbes von Mr. Eben: Ich hatte heute nachmittag eine Unterredung mit Marschall P i l s u d s k i. Die Unterhaltung war nicht leicht zu führen, weil ein großer Teil bet Bemerkungen des Marschalls, die er alle auf Französisch machte, weber für mich, noch für bie beiben mitanwesenben polnischen Minister verständlich war. Ein beträchtlicher Teil seiner Bemerkungen oestand aus Erinnerungen, wobei er sich nach meinen Kriegserlebnissen erkundigte und der brittschen Armee im Kriege Anerkennung zollte. Das politische Hauptthema, soweit es sich herausschälen lieh, war, daß er seinen Pakt mit Deutschland und Rußland habe, daß die *) Das in der Dokumentenveröffentlichung in Faksimile roiebergegebene Schriftstück wurde unter den polnischen Akten aufgefunden. Offenbar handett es sich um ein Telegramm des britischen Botschafters in Warschau an bas1 Foreign Office in London. «age in trauriger WA.-Votschaster Vullitt als Drahtzieher ty/lr letzten. Leidenschaftliche Erörterung in USA. 'ceAeA, CA S >e, WAHREND DER FELDAPtPETT R/tDBv PIE ZISTERNEN DEN MITTELPUNKT DES DAU ERLICHEN L-EEENS haß E'1 Politik des letzteren Landes immer sehr schwer zu durchschauen sei, daß andere Nationen sie oft mißverstünden, und daß Mr. Lloyd George im Besonderen ein Schulbeispiel solcher irriger Beurteilung sei. 7 >\ * Mit I Olis Nn. IchÄ. 5 der Sn Land. ^Den. nd die andere ^len. us, daß - egen, ng noch diesrni i weder iten ihr der be« ! nnien nkun. ir mög. enehmi- andere ze neue len. l fragte boten s. Das en W mir das Mtun. tärifchen inne. 6t i Spa> igen auf i waren rvnt. 6t ern an m Te> mt einet m geMk Obersten oge vor- Auslner!' totscha^ n Baf die ßnff hränkten, erzielen. $r fügt« und Lord tuf de' ie, P°' lste'r, W jropabi* ien kon" die Sta» leihe ib in 6 rige«* fifr * yedeutM !°E der kul^ äfiten< MS A fo* s-«E (Up** hastsr°t sM Ä1 fn»*' M-Zk ; 4.10 ' Washington, 31.März. (DNB.) Die leidenschaftliche Erörterung des neuen deutschen Weißbuches hält überall in den Vereinigten Staaten von Nordamerika in unverminderter Schärfe an. So füllen die polnischen Dokumente nicht weniger als sechs Spalter! der beiden ersten Seiten der „Daily News", die die Meldungen der Agentur United Preß aus Berlin abdrucken. Im Leitartikel erklärt das Blatt, sollte Botschafter B u l ° litt wirklich eine aktive Teilnahme der USA. am Kriege in Aussicht gestellt haben, so habe er d i e Polen in skandalöser Weise irregeführt, und wenn Chamberlain und Daladier sich auf derartige Informationen verlassen hätten, als sie zu ihren schicksalsschweren Entscheidungen des 3. September gelangt seien, dann habe man ihre Klugheit gewaltig überschätzt. Und wenn Kennedy Chamberlain und Halifax aufgefordert haben sollte, Polen sofort finanziell zu unterstützen, habe er sich in ein gefährliches Unternehmen eingelassen, dasihnnichtsangehe. Daß Roosevelt jedenfalls andererseits entschlossen sei, den Westmächten mit allen Mitteln, außer vielleicht einer aktiven Teilnahme am Krieg zu helfen, stellt im gleichen Blatt der bekannte Journalist Clapper fest, der als Beispiele hierfür die Aenderung des Neutralitätsgesetzes zugunsten der Westmächte'sowie die Tatsache anführt, daß die'USA.-Regierung England und Frankreich die amerikanische Flügge ugindustrie so gut wie vollständig zur Verfügung gestellt habe. Gerade diese letzte Tatsache könne man als einen Sieg für England und Frankreich bezeichnen, da die Fähigkeit, viele Flugzeuge Herstellen zu können, ein wesentlicher Faktor für die militärische Kraft sei. Mit Bedauern stellt Clapper fest, daß der Kongreß sich offenbar dieser Politik Roosevelts füge. Was aber werde geschehen, wenn die Westmächte eines Tages die Kriegsmateriallieferungen nicht mehr bezahlen könnten? „Sollen wir", so fragt der amerikanische Journalist, „wenn die Westmächte kein Bargeld mehr haben, die Lieferung von Flugzeugen einstellen oder will die amerikanische Regierung dann doch wieder zu Anleihen übergehen?" Roosevelt treibe eine Politik zu Gunsten der Westmächte, obwohl der Wille des Volkes «immer stärker werde, sich aus dem Krieg tatsächlich an einem solchen Unternehmen teilzunehmen, denn dann ist es klar, daß ein Weltkrieg unvermeidlich sei. BuUiff behauptete mit voller Bestimmtheit, Frankreich dürfe überhaupt auf keinerlei Abkommen mit Muffo- lini eingehen. Seit einigen Monaten hätte sich die Lage in Frankreich so weit gebessert, daß es sogar selbst das italienische Heer und die italienische Flotte besiegen könnte, wenn Italien es unprovoziert angreifen sollte. Das Vorgehen Mussolinis bezeichnete er als ganz gewöhnliches „Gangstertum" und Erpressung. 3m weiteren Gespräch kam Vullltt auch auf Osteuropa und Deutschland zu sprechen. Er erklärte dabei, daß die polnische Außenpolitik unter der vorzüglichen Leitung des Herrn Ministers eine Prüfung ihrer Zweckmäßigkeit bestanden hätte; aus der vorjährigen Herbstkrise wäre Polen nicht nur mit der Waffe in der Hand, sondern als Sieger hervorgegangen. Er fragte mich gleich nach den Beziehungen zwischen Polen und Sowjetrußland und nach dem Sinn einer Erneuerung des Nichtangriffspaktes zwischen Polen und Rußland. Ich antwortete, daß alles, was die Presse in der russischen Frage geschrieben hätte, freie Phantasien wären. Die Erneuerung des Nichtangriffspaktes mit den Sowjets war eine Notwendigkeit des Augenblicks, denn nach der tschechischen Krise haben sich die Beziehungen zwischen Polen und den Sowjets sehr verschlechtert. Es war nur der Punkt auf dem i, nickt mehr und nicht weniger. Es ging nur darum, die Beziehungen, die durch die Ereignisse aus dem Gleichgewicht gekommen waren, wieder in die Reche zu bringen. Ueber unser Handelsabkommen mit den Sowjets, nach dem er fragte, sagte ich, daß es die Folge unserer Besitzergreifung des Olsagsbietes und der großen Industrien gewesen sei. Polen war ge- zwungen, neue Absatzmärkte zu suchen, die es zum Teil in Sowjetrußland gefunden hat. Sowjetrußland gegenüber war Bul- litt ausgesprochen unfreundlich und wegwerfend gestimmt. Er meinte ferner, daß Deutschland jetzt wohl kaum einen Angriff auf Osteuropa unternehmen würde, denn einerseits ist Polen zu stark —, anderseits ist die Sache mit Ungarn, Rumänien und Jugoslawien noch nicht so weit geklärt. Es müssen noch gewisse Vorbereitungen durchgeführt und die Stellungen gefestigt werden. Uebrigens wäre er überzeugt, daß Deutschland seinen Plan mit der Ukraine durchführen werde, aber erst im Jahre 1940. Ich habe mit Bullitt über diese Aktion nicht diskutiert. Ich fragte nur, ob die Westmächte in einem solchen Falle aktiv auftreten würden, und ob sie das Reich zum angeblichen Schutz Sowjetrußlanos angreifen würden. Bullitt antwortete, daß die demokratischen Staaten ein für allemal alle imaginären bewaffneten Interventionen zum Schutze irgendeines Staates, der zum Opfer eines deutschen Angriffs werden sollte, aufgegeben hätten. Jerzy P o t o ck i, Botschafter der Polnischen Republik. herauszuhalten, und obwohl man sich in USA. immer mehr über den englisch-französischen Boykott amerikanischer Agrarprodukte ärgere sowie über die englischen Blockadeschikanen und endlich über die britischen Währungsexperimente zum Schaden des amerikanischen Außenhandels. Botschafter Cromwell habe in Kanada die Politik Roosevelts schon ganz richtig skizziert, als er klargemacht habe, daß die USA.-Regierung^den Sieg der Westmächte wünsche. Die Zeitung zitiert dann den demokratischen Senator Holt, der erklärte, er glaube gern, daß Botschafter Bullitt das gesagt habe, was die polnischen Dekumente enthüllt hätten. In einer Rede in Bordeaux habe Bullitt fast das gleiche gesagt. „New Port World Telegram" nimmt in ähnlicher Weise Stellung. Wenn Bullitt, so schreibt die Zeitung, vor 14 Monaten dem polnischen Botschafter tatsächlich den Eindruck vermittelt habe, daß Amerika im Kriegsfälle auf feiten Englands und Frankreichs teilnehmen werde, dann habe er einen skandalösen Unsinn ge schwatzt. Hätten Chamberlain und Dala frier sich wirklich auf derartige^Jnformationen ver lassen, dann habe man sich in ihrer In teil i genz gröblich geirrt. Zu dem Dementi des Außenministers H u l l, das sicherlich guten Glaubens abgegeben worden sei, erinnert man in politischen Kreisen daran, daß Roosevelt während der Münchener Krise und auch bei späteren Gelegenheiten Telephonge^. spräche Über den Ozean mit seinem Pariser Botschafter Bullitt, sowie mit Botschafter Ken- n e fr y in London geführt hat. Auch hätten seiner Zeit amerikanische Zeitungen gemeldet, daß Bot- schafter Bullitt unter Uebergehung des Staatsdepartements öfter direkt Roosevelt berichtet habe. Hulls Abrücken von dem Inhalt des Weißbuches, soweit er selbst und seine Mitarbeiter in Frage kommen, hat im Übrigen in USA. großen Eindruck gemacht. Als Beleg hierfür bezog er sich auf die von Lloyd George an Denikin gewährte Unterstützung. Er, der Marschall, habe immer gewußt, daß Denikin niemals eine Aussicht auf Erfolg gehabt habe. Aber Mr. Lloyd Georae habe die Lage in trauriger Weise falsch ein geschätzt. DerMarschall schien zu wünschen, daß sich Großbritannien mit seinen Kolonien beschäftigen solle, statt das schlechte Beispiel von Lloyd George nachzuahmen. Wie z. B., so fragte er, ist frie politische Lage in Jamaica? Ich entgegnete, daß, wenn Europa nur so wenig Bedeutung hätte wie Jamaica, wir keine Sorgen zr^ haben brauchten. Ich frug den Marschall, ob er der Auffassung sei, daß es für Großbritannien keine Alternative zwischen Isolierung ... gäbe. Der Marschall antwortete, daß 1 Jan « Bot. tifa in I 1939. Im I ifter in )39. ; Ml, t hatte, te drei, olgeirde f ter, 5 log, betonte, re Zeit linieren Alter« ig nach Politik,- ik, das.' 's. Der || gewisse ff 'urchzu« f e Enge | it einer ;■ 6er m e leicht t einem Dokument 7. Bericht des polnischen Botschafters in Washington, Grafen Jerzy Potocki, an den polnischen Außenminister in Warschau vom 16. Januar 1939. Botschaft der Republik Polen Geheim! in Washington 16. Januar 1939. 3/SZ — tjn — 4 Betr.: Unterredung mit dem Botschafter Bullitt. An den Herrn Außenminister in Warschau. Vorgestern hatte ich eine längere Unterhaltung mit dem 4 Botschafter Bullitt in der Botschaft, wo er mich besuchte. Bullitt reift am 21. fr. M. nach Paris, nachdem er fast drei Monate abwesend war. Er fährt mit einem ganzen „Koffer" voll Instruktionen, Unterredungen und Direktiven vorn Präsidenten Roosevelt, vorn Staatsdepartement und von den Senatoren, die zu der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten gehören. Aus der Unterhaltung mit Bullitt hatte ich den Eindruck, daß er vom Präsidenten Roosevelt eine ganz genaue Definition des Standpunktes erhalten hat, den die Vereinigten Staaten bei der heutigen europäischen Krise einnehmen. Er soll dieses Material am Quai d'Orsay vortragen und soll auch in seinen Unterredungen mit europäischen Staatsmännern davon Gebrauch Machen. Der Inhalt dieser Direktiven, die mir Bullitt im Laufe feiner halbstündigen Unterhaltung anführte, ist wie folgt: 1. Eine Belebung der Außenpolittk unter Führung des Präsidenten Roosevelt, der scharf und unzweideutig, die totalitären Staaten verurteilt. 2. Die kriegsvorbereilungen der Vereinigten Staaten zur See, zu Lande und in der Luft, die in beschleunigtem Tempo durchgeführt werden und die kolossale Summe von 1250 000 000 Dollar verschlingen. 3. Die entschiedene Ansicht des Präsidenten, daß Frankreich und England jeder Kompromißpolitik mit den Totalstaaten ein Lude machen müssen. Sie sollen auf keine Diskussionen mit ihnen eingehen, die irgendwelche Gebietsver- anderungen bezwecken. 4. Eine moralische Versicherung, daß die Vereinigten Staaten die Isolierungspolitik verlassen und bereit sind, im Falle eines Krieges aktiv auf Seiten Englands und Frankreichs einzugreifen. Amerika ist bereit, fein ganzes Material an Finanzen und Rohstoffen zu ihrer Verfügung zu stellen. Auf meine Frage, welches Horoskop für 193 9 Bullitt vorhersieht, antwortete er, daß er im Frühjahr die Gefahr eines Konflikts zwischen Frankreich und Italien wegen der Kolonien befürchtet. Er meint, daß der <Äeg der Loyalisten in Spanien Frankreich in eine sehr schwere Lage bringen wird, denn es ist auf diese Weise von allen Seiten von faschistischen Staaten umringt. Mussolini wird bann ganz bestimmt auftreten und Frankreich mit Krieg bedrohen. Auf meine Frage, ob denn Deutschland Mussolini bei diesem Unternehmen helfen wird, antwortete Bullitt, er sei der Ansicht, daß es recht zweifelhaft wäre, ob Hitler sich dazu verleiten ließe, außer moralischer Unterstützung auch seiner Meinung nach eine solche Alternative nicht bestehe. Ich sagte ihm meinerseits, daß wir nichts lieber wünschten, als Europa seinen eigenen Schwierigkeiten zu überlassen. Wir hatten aber die Erfahrung gemacht, daß diese Schwierigkeiten die unangenehme Eigenschaft hätten, unser eigenes Land hineinzuziehen. Der Marschall widersprach nicht. Ich hatte den Eindruck eines jetzt physisch sehr geschwächten Mannes, der trotz seiner ... In jedem Falle ließ er sich nicht in eine Erörterung der politischen Tagesfragen verwickeln. So wie er die Stellung seines eigenen Landes unter den gegenwärtigen Verhältnissen erfaßt zu haben scheint, ist es die eines Landes, das an de n Pakten mit jedem seiner großen Nachbarn fest- hält und es a b l e y n t, sich auf eine Aenderung seiner Stellung einzulassen oder irgendwelche Ereignisse ins Auge zu fassen, die es nötigen könnten, die eingenommene Haltung zu revidieren. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und $9über: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschetn; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brüdlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagslefter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Fnbalt der Anretaen: zMotfiümmd. ZBLffltiLl A<5 •u en .. 01200 llllllllllllllllllllllllllllll 1652 A llllllllllllllllllllllllllllll bei Challier und Abendkasse, Stndentenkarten beim Hausmeister der Universität zu 50 Pf. 1640D | Vermietungen | ^-unt. 1653D andenGieh.Änz. | Mietgesuche"] ;tm.= :üc5e GLORlfl Erstaufführung Heute Montag Uanhlöooo von3bis20v-H-erha,tenSieb0iwieder* naCniaSSu holten Veröffentlichungen einer Anzeige! 16420 Wiedereröffnung r am Sonntag, 7« April 1940 Langgasse 69 Ruf 2788. verursacht. — In weiteren Hauptrollen: 1631A Spielleitung: Herbert Selpin Bühnenschau — Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr — Sonntags 3, 5.H0 und 8.30 Uhr bereitet wird. Erde fördert Dabei helfen Krümelhacke Wunstorf (Hannover), Höltyschule z. Z. Gießen, Evgl. 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I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, 0. ö. Pros, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Pros. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,69. ' Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Er- ganzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her- barien-Handlungen und Lehrmittelgeschöfte, Präparatoren, Ausftopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-DerkSufer, Kranzbindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. HW Bennöliler Mlog, W.-MterWe 1. Bericht des Vereinsführers 6. Annahme der neuen Einheitsund seiner Mitarbeiter 6-Zimmer- Wohnung 4-6-Simmet Bekanntmachung. Betr.: Fettverbilligung. Ausgabe der Reichsverbil- lMmgsscheine für die Monate April bis Juni 1940. Ausgabczeiten. Die nachstehend aufgeführten Aus- gabetermine sind unbedingt einzuhalten. Reichsverbilligungsscheine, die an den genannten Tagen nicht abgeholt werden, können später nur noch Mittwoch vormittags in Empfang genommen werden. An Kinder werden Reichsverbilligungsscheine nicht aus- gehändigt. Jede Aenderung des Einkommens und des Personenstandes ist der betreffenden Ausgabestelle umgehend zu melden. Die Unterlassung dieser Meldung und der unberechtigte Bezug von Reichsverbilligungsscheinen kann strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. 1. Reichsverbilligungsscheine I. a) für Kleinrentner und b) für Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene U. Empfänger von Familienunterhalt: Gartenstratze 2, Zimmer 16 A—H Mittwoch, den 3. April 1940,15—17 Uhr, T—R Donnerst., den 4. April 1940,15—17 Uhr, 8—Z Freitag, den 5. April 1940, 15—17 Uhr, c) für Sozialrentner Lonystratze 2, am Schalter A—Z Mittwoch, den 3. April 1940, 8—17 Uhr, d) für Unterstützungsempfänger der Allgemeine Fürsorge: Lonystratze 2, am Schalter A—Z Donnerst., den 4. April 1940, 8—17 Uhr, e) für Volksgenossen, die nicht in Betreuung des Sozialamts stehen: (Kartenstratze 2, Zimmer 16 A—H Mittwoch, den 3. April 1940, 8—12 Uhr, J—R Donnerst., den 4. April 1940, 8—12 Uhr, 8—Z Freitag, den 5. April 1940, 8—12 Uhr. 2. Reichsverbttligungsscheine II. Gartenstratze 2, Zimmer 16 A—Z Samstag, den 6. April 1940, 8—12 Uhr. Gießen, den 1. April 1940. 16&0D Der Oberbürgermeister — Sozialamt lSchwarzweihes Huhn entlaufen. icsiD Rittergasse 23. Familiendrucksacnen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzelqen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Goethe-Bund und Kauimännischer Verein in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Aus Anlaß der unter der Schirmherrschaft des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen stattfindenden Giebener Woche für Kunst und Literatur Freitag, 5. 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KdF. sowie Mitglieder der NS.-Frauen- ----—---------------- gchaft, des VDA. und des Landschaftsbundes Volkstum and Heimat zu 75 Pf., Nichtmitglieder zu 1,— Mk. prhrb ‘AUF Ufa-Ton -Woche Erstaufführung DG- Nach dem Roman „Kamerad Mutter“. In den Hauptrollen: Franziska Klnz, Ferdinand Marian E. v. Möllendorff, Karl Schönböck Spielleitung: P. Verhoeven. — Musik: Norbert Schultze. Ein psychologisch interessanter, fesselnder dramatischer Film von dem opfermutigen Kampf der Frau eines berühmten Chemieprofessors um das Glück seiner Kinder aus erster Ehe. Beiprogramm Heute Montag 1111111111111111H1111111111111111111111111111111111111111111111H1111111H1111111111111111111111111111111111111 | LICHTSPIELHAUS! ............................................................................................................ Täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr, Sonntags 3.00, 5.30 und 8.30Uhr. 1630A SM ■ Cilro Qas b=™ähne J f-odidikeil ■ tleieÄ-°-NervenS j ;*en„ü^'8r»ne.Neu. i h-.-am äwz Nr. 76 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag. 1. April M0 Ein Dokument aus dem Weißbuch. r 2»3Ä' / vaBAWVA. »s. /J lipcg ZvII —ses«"* ; 's*Ww-*$/ Mi * Londynie infQreocyj Heg xsByeh ^rsr M»L«t^rsr«o Irxeays&x i handln.. przadE^bloretwg sesglugoae tr^.ztt®hiex olnsaaXi cd swycb rt$~ dowycb ^är ß^dtorczych ju£ ierw LsL^v instrukeje v« wyö^dck wybn- ebn kcnfliklÄ edwl L4M ^EM'MLMEHyL ry eck, , "PEvsdöVLk f iKwmef. tonßtrtak&y jnych.w ßzetÄleodel * öt^sel iaeiobo^ej ekflplo^tc^ßnyeh xrLsr te tossrty«fcstitZw. »siazät» r pSAILsryD ^isl^crsteeo Fmsy^u 1 Bafidlo vrvsL v ELI Ls srFMLe rd^ärmLs tej Mr^AF or?t o n^deskaaie ckr ULnrsdsD- stw» «rLNsLs srsrsAärVNxeK iaior®«cyj,$? t*1»* *-***• ** «*«'■4» LLnLsdsx^o Sprsw 7>8gr^nica^ch Biaro ojeto*« Xia.y.1 L. Df u8»fni« ?«*etWf>ir» w Wt?», Die Aufnahme zeigt den Erlaß des polnischen Ministeriums für Handel und Gewerbe in Warschau an die polnischen Handelsräte in Paris und London vom 13. Juli. 1939. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) Die Setze in USA. Dokument 6. Bericht des polnischen Botschafters in Washington. Grafen Jerzy Potocki, an den polnischen Außenminister in Warschau vom 12. Januar 1939. Botschaft der Republik Polen in Washington. Nr. 3/Sz —Tjn —3. Washington, den 12. Januar 1939. Betr.: Jnnerpolitische Lage in USA. (Die Stimmung gegen Deutschland, Judenfrage.) Geheim. An den Herrn Außenminister in Warschau. Die Stimmung, die augenblicklich in den Bereinigten Staaten herrscht, zeichnet sich durch einen immer zunehmenden Haß gegen den Faschismus aus, besonders gegen die Person des Kanzlers Hitler und überhaupt gegen alles, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt. D i e Propaganda ist vor allem in jüdischen Händen, ihnen gehört fast zu 100 v. H. das Radio, der Film, die Presse und Zeitschriften. Obgleich diese Propaganda sehr grob gehandhabt wird und Deutschland so schlecht wie möglich hinstellt — man nutzt vor allem die religiösen Verfolgungen und die Konzentrationslager aus —, wirkt sie doch so gründlich, daß das hiesige Publikum vollständig unwissend ist und keine Ahnung hat von der Lage in Europa. Augenblicklich halten die meisten Amerikaner den Kanzler Hitler und den Nationalsozialismus für das größte Uebel und die größte Gefahr, die über der Welt schwebt. Die Lage hierzulande bildet ein ausgezeichnetes Forum für alle Art Redner und für die E m i - grantenausDeutschlandundderTsche- cho-Slowakei, die an Worten nicht sparen, um durch die verschiedensten Verleumdungen das hiesige Publikum aufzuhetzen. Sie preisen die amerikanische Freiheit an, im Gegensatz zu den totalen Staaten. Es ist sehr interessant, daß in dieser sehr gut durchdachten Kampagne, die hauptsächlich gegen en Nationalsozialismus geführt wird, Sowjetrußland fast ganz ausgeschaltet ist. Wenn es überhaupt erwähnt wird, so tut man es in freundlicher Weise und stellt die Dinge so dar, als ob Sowjetrußland mit dem Block der demokratischen Staaten zusam- menginge. Dank einer geschickten Propaganda ist die Sympathie des amerikanischen Publikums ganz auf Seiten des roten Spaniens. Außer dieser Propaganda wird auch noch k ü n st- lich eine Kriegspsychose geschaffen: Es wird dem amerikanischen Volk eingeredet, daß der Frieden in Europa nur noch an einem Faden hängt, ein Krieg sei unvermeidlich. Dabei wird dem amerikanischen Volke unzweideutig klar gemacht, daß Amerika im Falle eines Weltkrieges auch aktiv vorgehen müßte, um die Losungen von Freiheit und Demokratie in der Welt zu verteidigen. Der Präsident Roosevelt war der erste, der den haß zum Faschismus zum Ausdruch brachte. Er verfolgte dabei einen doppelten Zweck: 1. wollte er die Aufmerksamkeit des amerikanischen Volkes von den schwierigen und verwickelten innerpolili- schen Problemen ablenken, vor allem vom Problem des Kampfes zwischen Kapital und Arbeit. 2. Durch die Schaffung einer Kriegs- ftlmmung und den Gerüchten einer Europa drohenden Gefahr wollte er das amerikanische Volk dazu veranlassen, das enorme Aufrüstungsprogramm Amerikas anzunehmen, tann es geht über die Verteidigungsbedürf- nrsse der Vereinigten Staaten hinaus. Zu dem ersten Punkt muß man sagen, daß die innere Lage auf dem Arbeitsmarkt sich dauernd verschlechtert, die Zahl der Arbeitslosen beträgt heute schon 12 Millionen. Die Ausgaben der Reichsund Staatsverwaltung nehmen täglich größere Ausmaße an. Nur die großen Milliardensummen, die der Staatsschatz für die Notstandsarbeiten ausgibt, erhalten noch eine gewisse Ruhe im Lande. Bisher kam es nur zu den üblichen Streiks und lokalen Unruhen. Wie lange aber diese Art staatliche Beihilfe durchgehalten werden kann, kann man heute nicht sagen. Die Aufregung und Empörung der öffentlichen Meinung und die schweren Konflikte zwischen den Privatunternehmungen und enormen Trusts einerseits und der Arbeiterschaft andererseits haben Roosevelt viele Feinde geschaffen und bringen ihm viele schlaflose Nächte. Zum zweiten Punkt kann ich nur sagen, daß der Präsident Roosevelt als geschickter politischer Spieler und als Kenner der amerikanischen Psychologie die Aufmerksamkeit des amerikanischen Publikums sehr bald von der innerpolitischen Lage abgelenkt hat, um es für die Außenpolitik zu interessieren. Der Weg war ganz einfach, man mußte nur von der einen Seite die Kriegsgefahr richtig inszenieren, die wegen des Kanzlers Hitler über der Welt hängt, andererseits mußte man ein Gespenst schaffen, das von einem Angriff der totalen Staaten auf die Vereinigten Staaten faselt. Der Münchener Pakt ist dem Präsidenten Roosevelt sehr gelegen gekommen. Er stellte ihn als eine Kapitulation Frankreichs und Englands vor dem kampflustigen deutschen Militarismus hin. Wie man hier zu sagen pflegt, hat Hitler Chamberlain die Pistole auf die Brust gesetzt. Frankreich und England hatten also gar keine Wahl und mußten einen schändlichen Frieden schließen. Ferner ist es das brutale Vorgehen gegen die Juden in Deutschland und das Emigrantenproblem, die den herrschenden Haß immer neu schüren gegen alles, was irgendwie mit dem deutschen Nationalsozialismus zusammenhängt. An dieser Aktion haben die einzelnen jüdischen Intellektuellen teilgenommen, z. B. Bernard Baruch, der Gouverneur des Staates Neuyork, Lehmann, der neuernannte Richter des Obersten Gerichts, Felix Frankfurter, der Schatzfeckretär M o r genthau und andere, die mit dem Präsidenten Roosevelt persönlich befreundet sind. Sie wollen, daß der Präsident zum Vorkämpfer der Menschenrechte wird, der Religions- und Wortfreiheit, und er soll in Zukunft die Unruhestifter bestrafen. Diese Gruppe von Leuten, die die höchsten Stellungen in der amerikanischen Regierung einnehmen und die sich zu den Vertretern des „wahren Amerikanismus" und als „Verteidiger der Demokratie" hinstellen möchten, sind im Gr^lnde doch durch unzerreißbare Bande mit dem internationalen Judentum verbunden. Für diese jüdische Internationale, die vor allem die Interessen ihrer Rasse im Auge haben, war das Herausstellen des Präsidenten der Vereinigten Staaten auf diesen „idealsten" Posten seines Verteidigers der Menschenrechte ein ganz genialer Schachzug. Sie haben auf diese Weiss einen sehr gefährlichen Herd für Haß und Feindseligkeit auf dieser Halbkugel geschaffen und haben die Welt in zwei feindliche Lager aeteilt. Das ganze Problem- wird auf mysteriöse Art bearbeitet: Roosevelt sind die Grundlagen in die Hand gegeben worden, um die Außenpolitik Amerikas zu beleben und auf diesem Wege zugleich die kolossalen militärischen Vorräte zu schaffen für den künftigen Krieg, dem die Juden mit vollem Bewußtsein zustreben. Inner- politisch ist es sehr bequem, die Aufmerksamkeit 'des Publikums von dem in Amerika immer zunehmenden Antisemitismus abzulenken, indem man von der Notwendigkeit spricht, Glauben und individuelle Freiheit vor den Angriffen des Faschismus zu verteidigen. Jerzy P o t o ck i, Der Botschafter der Republik Polen, London redet von „aktiverer Politik". Amsterdam, 1. April. (DNB. Funkspruch.) Die Forderung nach einer „attioereren Politik" der Wcstmächte wird auch in der Londoner Sonntags- prcsse wieder mit allem Nachdruck gestellt, oder aber es wird der Vermutung Ausdruck gegeben, daß dieses Aktivwerden der englisch-französischen Politik unmittelbar bevorstehe. In einem „Balkan-Kaleidoskop" des „Observer" heißt es, daß die Westmächte auf dem Balkan kühn ihre Karten ausspielen müßten. Sollten sie „aufgerufen werden, die Freiheit auf dem Balkan aufrechtzuerhalten" (!), so würden sie nicht zögern. Der diplomatische Krieg werde in dieser Woche in ein neues Stadium eintreten, in dem die Westmächte „nicht die zweite Geige hinter den Nazi spielen würden". Das Blatt behauptet, daß die englischen Gesandten auf dem Bal- k a n den Auftrag bekommen haben, vor ihrer Abreise nach London die Regierungen, bei denen sie akkrediert seien, zu warnen (!), den „deutschen Drohungen" nicht nachzugeben. Im mittleren Osten hätten die Wejtmächte große Armeen und Luftstreitkräfte, die, gestützt durch die Flotte, die Balkan-Länder unterstützen würden. Der „Daily Expreß" meint, daß die entscheidende Phase des Krieges jetzt bevorstehe. Sie beginne mit dem Entschluß Englands und Frankreichs, jeden rechtmäßigen Schritt zu tun, um die Blockade zu verschärfen, und zwar auf See undauf Land. , Rur gegen Hitler... Englands Parolen und Methoden sind immer die gleichen. Zu Beginn des Krieges hieß es: „Der Krieg geht nur. gegen Hitler ..." 1914/18: „nur gegen den Kaiserismus!" 1899 bis 1900: „nur gegen den Krügerismus!" So hat England alle seine Kriege geführt. Sein Kampfmittel war die Entzweiung und Zersetzung der Völker. „National Review", London, war im Oktober 1939 ausnahmsweise ehrlich: „Es muß endlich Schluß gemacht werden mit dem dummen Geschwätz von den lieben guten Deutschen, die von dem verruchten Hitler verführt worden seien ..." Inzwischen haben alle Gegner des Reiches begriffen: Wer gegen Hitler kämpft, kämpft gegen das ganze deutsche Volk. Sie haben die Maske fallen lassen und den Vernichtungskampf gegen das deutsche Volk proklamiert. Wir aber wissen: Unsere stählerne Gemeinschaft ist stärker Wir Deutsche sehen dieser „aktivereren Politik" höchst nervös gewordener Plutokraten mit der Ruhe entgegen, die Die Folge der zielsicheren und erfolgreichen Politik unserer Führung gibt Wirtschaftskrieg mit verschärften Mitteln. Amsterdam, 1. April. (Europapreß.) Von einer gut unterrichteten Seite wurde das Ergebnis des Kriegsrates der Westmächte wie folgt Umrissen: , Der Wirtschaftskrieg soll mit verschärften Mitteln fortgesetzt werden. Zu diesem Zweck wird der Druck auf die Neutralen in der nächsten Zeit sehr viel stärker werden. Außerdem werde die diplomatische und Auslandspropaganda der Westmächte eine viel lebhaftere und wahrscheinlich auch skrupellosere Tätigkeit als bislang entfalten. Die militärischen Risiken, die sich aus diesen Entschlüssen ergeben, sind die Westmächte bereit, auf s i ch zu nehmen. Oer Führer an Franco. Berlin, 1. April. (DNB.) Zum ersten Jahrestag der siegreichen Beendigung des spanischen Freiheitskrieges hat der Führer dem spanischen Staatschef General Franco 'das nachfolgende Glückwunschtelegramm übermittelt: „Am Jahrestag des denkwürdigen 1. April 1939, an dem der Freiheitskampfdes spanischen Volkes unter Ihrer Führung durch ein siegreiches Ende gekrönt wurde, sende ich Eurer Exzellenz meine herzlich en Grüße und Wünsche. Wie in den Jahren des Kampfes nimmt das deutsche Volk auch jetzt aufrichtig Anteil an der Aufbauarbeit des Friedens, welche die Grundlage für eine glückliche Zukunft des spanischen Volkes sein möge. Adolf Hitle r." Aus dem gleichen Anlaß hat der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop dem spanischen Minister des Auswärtigen Oberst Beig^ b e d e r ein Glückwunschtelegramm übersandt. Generalfeldmarschall Göring spricht znf deutschen Lugend. Berlin, 30. März. (DNB.) Im Rahmen der Aktion für die geistige Betreuung der Hitler-Jugend spricht Generalfeldmarschall Göring am Mi t t - w o ch, 3. April, 8 Uhr, zur deutschen Jugend. Anläßlich dieser von sämtlichen Reichssendern übertragenen Rede finden für die Schulen Morgenfeiern und für die werktätige Jugend B e - triebsappelle statt. Die Reichsjugendführung übernimmt wiederum die feierliche Umrahmung der Veranstaltung. Das Jugendamt der DAF. hat für die schaffende Jugend Gemeinschckftsempfang angeordnet. Die Betriebsführer und Meister werden aufgerufen, in Zusammenarbeit mit den Dienststellen der DAF. dafür Sorge zu tragen, daß alle berufstätigen Jugendlichen die Rede des Generalfeldmarschalls hören. Vüchertifch. — So kämpfen deutsche Soldaten. Von Major A. Kropp. (Wilhelm LimperdDer- lag), Berlin. Kart. 1,— RM.) — (11b) — Der Autor erzählt ind iesem Buche von Rittern des goldenen und brillantenen Spanienkreuzes, von den deutschen Heldentaten im Krieg in Spanien, bei dem unsere Legion Condor den Spaniern unter General Franco wirksame Waffenhilfe leistete. Wenn auch inzwischen unsere deutsche Wehrmacht bei dem Polenfeldzug unvergängliche Ruhmestaten vollbracht hat und zahlreiche Kriegsbücher darüber berichten, so darf doch dieses fesselnde Buch starkes Interesse beanspruchen. Denn hier tritt deutsches Soldatentum, deutscher Heldengeist so herrlich in den Vordergrund, daß ganz Deutschland allen Grund hat, auch diese Erinnerung mit aller Liebe und Aufmerksamkeit zu pflegen. Man kann daher das Erscheinen dieses Buches nur begrüßen, und ihm die beste Empfehlung mitgeben. Ernst Blumschein, Bismarcks Weg zum neuen Deutschland. Zum 125. Geburtstag des Altreichskanzlers. Uns, die wir die Schaffung Großdeutschlands erlebt haben, drängt sich am 125. Geburtstag Bismarcks am 1. April 1940 die Frage auf, wie der Altreichskanzler das größere Deutschland gedacht und was er zu feiner Verwirklichung getan hat. Arn 1. April 1815, kurz vor Waterloo und vor der Deutschen Bundesakte in Wien, wurde er geboren, an der Wende einer neuen Zeit. Das alte, morsche Reich war ersetzt durch einen lockeren Bund, die deutschen Einzelstaaten waren nur schwach miteinander verknüpft durch eine Bewegung, der die Zukunft gehören sollte; das Volk war ohne nationalen Halt, das einst zur nationalen Einheit bestimmte Bürgertum mar erst ipi Entstehen begriffen. Das wirtschaftlich schwache, landschaftlich und politisch zerrissene Land wurde nur zusammengehalten durch eine geistige Bildung, die von Königsberg, Jena und Weimar her wirkte. In dieser Zeit wuchs Bismarck auf. Nach den Universitätsstudien und einigen „juristischen Jahren" in Berlin, Aachen und Potsdam lebte er von 1839 bis 1848 auf dem väterlichen Gut als Landwirt und lernte Boden und Menschen, Dorf und Gutshaus und alle Kräfte greifbarer Wirklichkeit kennen. Hier hat er in einsamen Stunden sich zu tiefer Menschlichkeit durchgekämpft und die wachsenden Aufgaben gefunden für seine nach außen drängende Kraft: den politischen Beruf. Der Heimatboden stählte ihn für den großen Kampf mit Welt und Zeit. In Frankfurt am Main begann Bismarcks politische Laufbahn. Das Sturmjahr 1848 zerbrach das alte, absolutistische Preußen und wühlte alle Gewalten Deutschlands zukunftsmächtig auf. Die deutsche Idee begann den alten Königsstaat hineinzuzwingen in den Dienst der ganzen Nation. In diese für damalige Begriffe unerhörte Zett der Wandlungen, als Preußen zum ersten Male die Wege zur Beherrschung des Nordens gewiesen wurden, mußte sich auch Bismarck langsam hineinfinden. Dann aber hob er sich hoch über die Bezirke alt- preußischer Politik hinaus, wurde Diplomat, lernte auf Reisen Deutschland und Europa kennen und benutzte jede Gelegenheit als Hebel für die Erhöhung seines Staates. Schrittweise löste er sich von allem Hergebrachten, von allen Hemmnissen und Grenzen, er glaubte an fein Land, und dieser starke Glaube stelÜe ihn über alle Kleinheit eines rein technischen Diptomatentums und ganz auf sich selbst Als Gesandter in Petersburg und später 'm Paris lernte er den breiteren Wellenschlag der Politik im Osten und Westen kennen und beachten, sah Men- schen und Mächte aus lehrreicher Nähe, ahnte Krisen voraus und spürte bereits die Knoten der inneren deutschen Entwicklung deutlich. Doch — wer sollte sie lösen? Wer wagte es damals, die Notwendigkeit preußischer Führung durchzudenken? Und diejenigen, die eine Führung Preußens, also eine Einigung Deutschlands unter Preußen wollten, begriffen kaum die damit verbundene Unoermeidbarkeit ernster, ja kriegerischer Verwicklungen. Die deutsche Geisteshaltung und die lebenswichtigen Interessen des Bür-i gertums forderten geradezu den Einheitsstaat, ihre Vorarbeit war unerläßlich und fruchtbar gewesen, aber der nationale Gedanke in Preußen blieb int Anblick der vielen Gegner unfähig zum Handeln. Der Gegensatz wurde immer bedrängender, in Berlin spitzte er sich bald zum Aeußersten zu. Da rief man Bismarck nach Berlin, wo seine Stunde schlug. König Wilhelm ernannte ihn nach dem denkwürdigen Babelsberger Gespräch vom 22. September 1862 zum Minister, womit der Wirkenstag „des unberechenbaren Helfers" begann. Zunächst führte er den innerpreußischen Konflikt zu Ende. Dann focht er den deutschen Kamps durch, zwang den König und'das Land, Preußen, Deutschland und Oesterreich, sowie alle Widerstrebenden, ihn auszufechten; er führte den Kampf inmitten Europas und hielt Europa von ihm, fern. 1864 führte er das bezwungene Oesterreich mit Preußen vereint nach Schleswig-Holstein und dann die beiden Sieger zu der letzten Auseinandersetzung mit den Waffen, ohne die es für die Nation keine heilende Zukunft gab. In diesen Jahren dehnte sich sein Pflichten- und Herrschaftsbereich und lehrte ihn nach und nach ganz deutsch denken; sein Streben war fortan ge-- sarntdeutsch. Er entschied sich, die deutsche Einheit ohne und gegen das im Volke verabscheute Frankreich zu vollenden, mit rein deutschen Kräften im Einvernehmen mit der Nation. Er kämpfte im stillen mit der ringsum wühlenden Feindseligkeit Napoleons III., und als dieser sich der deutschen Einigung entgegenstellte und zum Schlage ausholte, kam ihm Bismarck durch seinen Gegenschlag zuvor und machte den Angreifer zum Besiegten. Das Volk jubelte ihm zu, denn es spürte in ihm den Mann, der Deutschland wollte und Deutschland war. In den Kriegsmonaten von Herbst und Winter 1870 fyat er die Friedensverhandlungen vorbereitet, geleitet und das Reich vollendet, dazu, wie früher die Norddeutsche, jetzt die Deutsche Reichsversassung geschaffen. Gewalten von rechts und links wirkten mit, hindernd und fördernd. Er mußte immer wieder aus Hemmungen und Uebertreibungen daS Echte, Gesunde und Nötige herausheben und durchdrücken, er mußte ausgleichen und lenken und konnte schließlich die Ernte einbringen. Er war einen Weg gegangen voller Rätsel, voller Wendungen, doch im Letzten einheitlich und klar und, obwohl er nur das jeweils Erreichbare ergriff, zum höchstmöglichen Ziele hin. Er konnte allein auf sich selber bauen, nur so gelang ihm sein Werk, das Muster und Maß in sich trug, wirkungskräftig und zukunftsreich. Er lebte in seinem Werk und diente ihm weiter. Als Erfüller der größten Sehnsucht der Nation schritt er mit Ruhm und Einfluß ohnegleichen in die Jahre des neuen Reiches hinüber. Bismarck hat nicht nur die Größe, sondern auch die Grenze des von ihm errichteten Reiches erkannt, er hat geahnt, daß „noch viel, sehr viel zu tun bleibe", und nach seinem Sturz 1890 hielt er sich immer wieder das Wort des Freiherrn vom Stein vor Augen: „Mein Glaubensbekenntnis ist Einheit!" Mit Stein gehört Bismarck zu den wenige« großes Staatsmännern des 19. Jahrhunderts, Aus -er Stadt Gießen. Oer Tlarrentag: 1. April. Im alten Deutschland gab es viele Narrentage, an denen sich der urgesunde j)umor unserer Vorfahren ungehemmt austoben durfte, und diese Narrenfreiheit lebt noch heute abgeschwächt in der Fastnachtszeit fort. Aber ein besonderer Tag im Jahr ist uns geschenkt, an dem man den lieben Nächsten nach Herzenslust anführen und zum Besten halten darf: der 1. April. Wie gerade der 1. April zu dieser Ehre kommt, darüber gehen die Ansichten auseinander. Daß aber dieser Tag mit uralten Bräuchen verknüpft ist, geht daraus hervor, daß sich in der ganzen indogermanischen Welt Spuren dafür finden. So war das indische Hul-Fest, in dem man das Urbild unserer Aprilscherze gefunden hat, eines der alten Frühlingsfeste, in denen die Menschheit ihren Jubel über die Wiederkehr der Sonne und der schönen Jahreszeit austobte. Seit undenklichen Zeiten ist es am letzten Tage dieses Festes, das in den März oder April fällt, in Indien eine allgemeine Belustigung, daß man allerlei Aufträge ausrichten läßt, die mit einer Täuschung endigen und den Abgesandten zum „Hul-Narren^ machen. Je mehr Verwirrung und Tollheit dadurch entsteht, desto größer ist das Gelächter. Auch ein altrömisches Fest, die sog. Apaturien, hat man zur Wiege unserer Aprilscherze machen wollen, indem man darauf hinweist, daß im April zu Ehren der Liebesgöttin, die den Beinamen Apaturia, „die Täusche* rin", führte, Mysterien mit allerlei Täuschungen begangen wurden. Jedenfalls ist das Narrenfest in der Frühlingszeit uralt und lange vor unserer Zeitrechnung verbürgt. Der eigentliche Ursprung und Sinn der Aprilscherze dürfte wohl in dem Ueberrest eines alten Frühlingsfested zu suchen sein, daß dieser Narrentag gewissermaßen als der letzte Ausklang der Faschingszeit erscheint, die ja auch aus alten Fruchtbarkeitsfesten entstanden ist. Der Aprilnarr, den man hinschicken kann, wohin man will, vertritt gleichsam den machtlos und zum Kinderspott gewordenen Winter, an dem der siegreiche Sommer seine Macht ausläßt. Unzählig ist die Form der Aprilscherze, die sich im Dolksorauch herausgebildet haben. Die flämischen Aprilnarren werden besonders dadurch gekennzeichnet, daß man chnen einen Zopf, eine Karikatur oder einen Zettel mit einer wenig schmeichelhaften Inschrift heimlich auf den Rücken klebt oder ihnen, ohne daß sie es merken, das Gesicht schwarz macht. In Deutschland sind vpr allem die unausführbaren Aufträge beliebt, an denen sich schon das altdeutsche Lügenmärchen erfreute. Besonders gern schickt man die Kinder nach Mückenfett, nach Krebsblut, nach Enten- oder Storchmilch, nach rosagrüner Tinte, nach Kieselsteinöl, gesponnenem Sand, gedörrtem Schnee und dergleichen. In Bayern läßt der Oberknecht durch den Stallbuben beim Krämer nach Dukatensamen fragen. In Schlesien schickt man zum Nachbar, „um den Windsack zu holen", und der Hereingefallene bekommt dann einen mit Steinen gefüllten Strohsack zu schleppen. Gern wird auch dem Gefoppten aufgetragen, „ungebrannte Asche" zu holen, und der Ahnungslose wundert sich dann nicht wenig, wenn er mit Gelächter oder derben Schimpfworten davongejagt wird. Die Mädchen werden nach einem Tee geschickt, der aus dem heilkräftigen Kräutlein „Owiedumm" gebraut ist. Gar lustig erzählt Rosegger, daß er am 1. April zum Kaufmann geschickt wurde, um „zwei Ellen Baß" zu verlangen. Auch um einen „Sternanzünder" wurde er geschickt, worauf ihm die Antwort wurde: „Wenn's finster wird, brauchen wir ihn selber: komm, wenn wir angezündet haben." Und als er spätabends noch einmal wiederkam, wurde er furchtbar ausgelacht. Im Allgäu fragt man nach dem „Sonnenbohrer^ oder „Nebeltrenner", zu Offenbach in der Pfalz nach der Dachziegelschere oder dem Strohbohrer. Da aber der Volksbrauch gutmütig ist, so wird vielerorts dem Hereingefallenen auch etwas geschenkt. Die Kinder bekommen Süßigkeiten, oder der Gefoppte kriegt etwas zu trinken, das der, der ihn geschickt hat, bezahlen muß. C. K. Tageskalender für INonlag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, Festkonzert zur Gießener Woche für Kunst und Literatur. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Ein Mann auf Abwegen". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Aus erster Ehe". — Tierschutzverein Gießen und Umgegend: 20.15 Uhr Jahreshauptversammlung im „Frankfurter Hof", Lindengasse. (ßolöcnc WolEe über Renate. Roman von fjorjl Bicrnath. 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Er bahnte ihr den Weg, und sie folgte ihm etwas beklommen. Eine Ahnung sagte ihr, was ihn zu diesem plötzlichen Aufbruch veranlaßte, und sie wußte, daß ihr eine entscheidende Antwort bevor- stond. Sollte sie zögern, Hinhalten, abwarten? Sie sah in dieser raschen Sekunde in einer inneren Schau vorwärts und rückwärts zugleich. Sie dachte an die engen, bedrängten Jahre, die hinter ihr lagen, und an die ungewisse, drohende Zukunft, an die ewige Furcht vor dem nächsten Tage, an die Entbehrungen, die sie erwarteten, und an die verzagten Stunden, in denen alles, was sie tat, sinnlos und überflüssig erschien. War ihr Leben noch denkbar ohne die Zerstreuungen, die sie durch Allan Parker kennengelernt, ohne die zahllosen Aufmerksamkeiten, mit denen er Jie verwöhnt und überschüttet hatte? Er holte die Mäntel von der Garderobe, und sie wartete auf ihn. Es fiel ihr ein, daß sie heute ver- aessen hatte, den Doktor aufzusuchen. Den Doktor —! Wenn man schon nicht zahlte, müßte man wenigstens höflich sein ... Aber Parker hatte sie schon um die Mittagszeit abgeholt, und sie hatten sich an den Schloßkanälen Nymphenburgs stundenlang damit vergnügt, die handzahmen dicken Karpfen zu füttern, die den Enten frech das Futter vom Schnabel wegstahlen. Parker kam zurück. Er half ihr in das Heber» jäckchen und hängte sich seinen Mantel über den Arm. Durch ein knarrendes Tor traten sie auf den Hofgarten hinaus, aus barocker Architektur und mit den Klängen Mozartfcher Musik im Ohr in ihre Welt und ihre Zeit. „Wohin wollen Sie mich führen, Allan?" Sein Name war ihr noch fremd und ungewohnt, wie ein Kleid bei der ersten Anprobe. „Irgend wohin, wo man inmitten lebensfroher Menschen ungestört sitzt, wo man sprechen farm, Renate ..." Er reichte ihr den Arm, und sie hängte sich ohne Zögern ein. Unterwegs streichelte er ein paarmal ihre Fingerspitzen. Sie ließ es geschehen, ohne die Hand zurück- Verpflichtungsfeier der HL. Mit einer auch äußerlich dem Gestaltungswillen der neuen Jugend Ausdruck gebenden Feierstunde fand am Sonntag im „Gloria-Palast" die Verpflichtung der Hitler-Jugend statt. Die Gruppierung der Fahnen auf der Bühne unterstrich den schönen Eindruck dieses Bildes, das sich darbot. Unter Fanfarenklängen betrat Kreisleiter Backhaus mit feinen Mitarbeitern und Ortsgruppenleitern u. a. dem früheren Kreisleiter Adam Lotz, dem Landrat Dr. Lotz und den Vertretern der Wehrmacht den festlichen Raum. Ein Vorspiel aus einer Suite von Teleman auf Klavier und Geige bildete die feierliche Einleitung. Ein Pimpf und ein Jungmädel wiesen mit einem Vorspruch auf die symbolische Bedeutung der Fahne hin. Nach dem gemeinsamen Lied „Nun laßt die Fahnen wehen", sprach der K.-Bannführer Siegmunk» über die Bedeutung der im ganzen Reich zum ersten Male von Partei und Hitler-Jugend gemeinsam ausgestalteten Verpflichtungsfeier. Die vor der Fahne angetretene Jugend wies er darauf hin, daß sie in dieser Stunde ihrem Willen, auch in Zukunft ihre Pflicht zu tun und unverbrüchliche Treue zu halten, Ausdruck zu geben haben, ob sie nun in die Hitler-Jugend überwiesen werden oder noch als Führer im Jungvolk und im Jungmädel- bund bleiben. Er sagte ihnen, daß der Führer eine Jugend brauche, die selbstlos ihr Opfer zu bringen bereit sei, die, ob arm oder reich, tüchtig, gehorsam und kameradschaftlich fein muß. Auch die Jugend habe in der Heimatfront im unerschütterlichen Glauben an den Sieg der Waffen ihre Pflicht zu erfüllen. Die große Kameradschaft, in der sie aufwachse, sei das Werk des Führers. Sie fei ihr nicht geschenkt worden. Der Bannführer ermahnte die Jugend, ihre Pflicht im Geiste Herbert Norkus zu erfüllen und für den Führer und für Deutschland zu leben. Hierauf wurden die zu verpflichtenden Pimpfe und Jungmädel von einem ihrer Kameraden und einer Kameradin namentlich aufgerufen. Zwei Pimpfe und zwei Jungmädel traten zu den Fahnen und dann sprach der Standortbeauftragte der HI., Obergefolgschaftsführer Ruppel, der zu verpflichtenden Jugend das Gelöbnis vor, durch das sie sich zu neuer rbeit in der HI. und im BDM. bekannten. Zur Bekräftigung ihres ehrlichen Wollens stimmten sie das Lied der Jugend an. Kreisleiter Backhaus wandte sich in einet eindrucksvollen Ansprache an die Jugend und an die Eltern. Er sagte ihnen, daß auf Befehl des Führers diese Verpflichtung der Jungen und Mädels durchgeführt wurde, damit ihnen in dieser Stunde der Beginn eines neuen Lebensabschnittes ins Bewußtsein gerufen werde und damit die Erinnerung an diese feierliche Stunde sie durch ihr ferneres Leben begleite. In diesem Augenblick, da sie von der Schule, kommen und in einen Beruf eintreten und damit in die Kampf« und Schicksalsgemeinschaft des Volkes aufgenommen werden, war es dem Kreisleiter ein besonderes Be« dürfnis, an ihre Herzen zu appellieren und ihrem Wollen eine Ausrichtung zu geben, damit sie auf rechtem Pfade in das Volk hineinwachsen. Als eine der wichtigsten Voraussetzungen führte er die richtige Berufswahl an; denn unser Volk fordere die größten Leistungen. Der Ruf des deutschen Arbeiters als des besten der Welt müsse noch vergrößert werden. Der Kreisleiter schilderte, wie in früherer Zeit die Jugend keine Gewähr dafür hatte, ob sie ihre Jugend vollenden und Aussicht auf eine Existenz fyabe. Der Führer fjabe aber jetzt für die Jugend gesorgt, ihr Arbeitsplätze gesichert und damit Hoffnung, Lebensfreude und Daseinsberechtigung gegeben. Das verpflichte sie nun, neben ihrer Leistung im Beruf auch an sich selbst zu arbeiten und die alten germanischen Tugenden der Treue, des Gehorsams, der Wahrheitsliebe, der Ehre und der Kameradschaft zu üben. In Herbert Norkus schwebe der Hitler-Jugend das Symbol des Freiheitswillens und des Kampfesmutes voran. Weiterhin unterstrich der Kreisleiter den Erziehungsanspruch der Partei auf die Jugend, die einzig und allein durch die Partei zu einer deutschen Jugend erzogen werden solle. Mit der Schilderung eines Erlebnisses auf einem Nürnberger Parteitag gab der Kreisleiter der Jugend zu verstehen, mit welch großer Liebe der Führer an feiner Jugend hänge und wie er sich immer wieder um sie sorge. Dieser Liebe müsse sich die Jugend würdig erweise! und sich in Disziplin und Unterordnung auf die Zeit vorbereiten, in der sie einmal die Fahne des Reiches in eine neue Zukunft tragen. Das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zum Führer wurde durch die Lieder der Nation bekräftigt. Aufruf an sämtliche Betriebsführer des Kreises Wetterou. Reichsappell der schaffenden Jugend am 3. April 1940. Der bereits angesetzte Reichsappell findet nun am Mittwoch, 3. April, in der Zeit von 8 bis 8.30 Uhr statt. Es spricht der Ministerrat für Reichsver- teitügung, Generalfeldmarschall Hermann Göring. Sämtliche Betriebsführer und Betriebsjugendwalter werden gebeten, es innerhalb ihres Betriebes zu ermöglichen, daß dieser Appell in Form eines Gemeinschaftsempfanges gehört werden kann. Der ursprünglich für Gießen an gesetzte Gemeinschaftsempfang tm Lichtspielhaus wird nicht durchgeführt. Heil Hitler! gez. Reitz, stellv. Kreisobmann. Hitler-Jugend auch auf diesem Gebiet ernste Arbeit geleistet wird. Mit Schmetterlingen und Libellen unterwegs. Die letzte Reichsstraßensammlung des Kriegswinterhilfswerks 1939/40. Zu einem weiteren Erfolg, der in feinem Ergebnis bisher allerdings noch nicht abgesehen werden kann, dürfte sich die letzte Reichsstraßensammlung in unserer Stadt, wie auch im Kreis Wetterau gestalten. Zahlreiche. Volksgenossen setzten sich im Namen der Deutschen Arbeitsfront, die diese letzte Sammlung durchführte, für den Verkauf der hübschen Porzellanschmetterlinge und der zartfarbi- gen Libellen ein, die gerne gekauft wurden. Viels Spender schmückten sich mit beiden Formen der Abzeichen, die viel Farbe auf den Rockaufschlag brachten. Im Rahmen dieser Reichsstraßensammlung stellte sich gestern die Leihgesterner Sing- und Spielschar unter der Leitung von Georg Heß in den Dienst der edlen Sache. Neben der Musik, für die sich Soldaten zur Verfügung stellten, fang und tanzte die Gruppe in der Anlage an der Plockstraße und fand dabei viele Zuschauer und Zuhörer, die ^inert dichten Ring um die Sing- und Tanzgruppe bildete. Noch mancher Groschen wanderte dabei in die roten Sammelbüchsen. SA.-Wehrsportabzeicheu-prüfung im Bergwerkswald. HL. Bann und Llntergau -116. Morgenfeier im Ltadtlheater. Am 7. April findet im-Stadttheater eine Morgenfeier der Hitler-Jugend statt. Heinrich Waggerl lieft aus eigenen Werken. Die Verteilung der Karten erfolgt im Rahmen des HI.-Theaterringes anteilmäßig auf die Einheiten. Die Theaterringbeauftragten holen die Karten sofort auf der Verwaltungstelle ab. BOM.-Llntergau 416 Gießen. RDM.-Derk-Gruppe la/116, Sport und Gymnastik. Der nächste Dienst der gesamten BDM.-Werk- Gruppe la/116 (auch Mer Mädel, die aus dem BDM. in diese BDM.-Mädel-Gruppe überwiesen sind) ist am Donnerstag, 4. April. Wir treffen uns dazu pünktlich um 20 Uhr mit Sportzeug in der Turnhalle de" Goethefchule. Mitzubringen ist außerdem der Beitrag für April. Rlädelgruppe 1/116, Gießen-Süd. Der erste Sportabend für die gesamte Gruppe ist Montag, 1. April, in der Turnhalle der Goethe- schule. Alle Mädel treten pünktlich um 20 Uhr mit Sportzeug dort an. Mädelgruppe 2/116, Gießen-TNille. Der Sport für die Gruppe ist abwechselnd mit Gießen-Süd Montags in der Goethefchule, erstmalig am 8. April. Mädelgruppe 3/116, Gießen-Ost. Der erste Sportabend der Gruppe ist Freitag, 5. April, um 20 Uhr, in der Turnhalle der Schillerschule. Mädelgruppe 4/116, Gießen-Rord. Der Sport für die Gruppe ist abwechselnd mit der Mädel-Gruppe 3/116 Freitags um 20 Uhr in der Schillerschule, erstmalig am 12. 4. Musikalischer Abend der Hitler-Luqend. Die Mädelgruppe 5/116 und die Bannspielschar der HI. hatten sich 3Ufammengetan, um einmal vor größerem Kreis mit zwei musikalischen Abenden ihr Können zu zeigen. Es war klar zu erkennen, daß es der Hitler-Jugend darauf ankommt, Musikgut. unverfälschten deutschen Geistes lebendig machen zu helfen und gleichzeitig die gemeinschaftsbildenden Werte in der deutschen Musik durch Ausübung m einer größeren musizierenden Gemeinschaft zu pflegen. An der Veranstaltung am Donnerstag nahm die Elternschaft bereits lebhaften Anteil. Auch Kreisleiter Backhaus brachte den Bemühungen der Jugend.alle Aufmerksamkeit entgegen. Der Musik- abend am gestrigen Freitag war ebenfalls gut besucht. Die Untergauführerin konnte dabei Kameradinnen vom Obergau begrüßen. Die Mufikabende fanden im Hörsaal des kunstwissenschaftlichen Instituts statt. Fanfarenruf, Vorspruch und ein gemeinsames Lied der HI. leiteten den Abend ein. Ein Ulanenmarsch und ein Pimpfenlied führten dann zu den beiden wesentlichen Aufführungen des Abends. Von Johann Christoph Pez (1664—1716), einem bisher wenig bekannten süddeutschen Komponisten, wurde ein „Concerto Pastorale" gespielt, das die Ausführenden zu einer unbekümmerten Musizierfreudigkeit hinriß. Von Georg Philipp Teleman hörte man die „Lustige Suite", die etwas höhere Anforderungen stellte, aber ebenfalls eine gute Wiedergabe erfuhr. Das Orchester der Jugend, in starker Besetzung der Streichinstrumente, konnte ausgezeichnete Wirkungen erzielen. Der weitere Verlauf des Abends brachte ein Quartett von Johann Christian Bach, dann ungemein melodienreiche und reizvolle Tänze, Menuette und ländliche Tänze von Haydn, Mozart und Beethoven. Einige Lieder der HI. unterbrachen in schöner Abwechslung den feigen der instrumentalen Darbietungen. Die Zuhörer dankten der eifrigen Musikschar mit herzlichem Beifall. Der Abend war ein sinnfälliger Beweis dafür, daß von der Gestern, in früher Morgenstunde, trafen sich zahlreiche SA.-Männer, wie auch mehrere Kameraden, aus dem Kreis der deutschen Wehrmacht, um nach zwei Dorangegangenen Prüfungen nun auch die dritte Gruppe der Prüfungen für das SA.-Wehr- ,sportabzeichen abzulegen. Die Prüfung galt für den gesamten Standartenbereich. Zum Teil hatten also die Kameraden schon lange Anmarschwege hinter sich. Die Prüfung, die von der Bergschenke aus ihren Ausgang nahm, war vielseitig und interessant. Sie führte die Männer über eine Strecke von zwei Kilometer in der Richtung nach Klein-Linden. Sie wurden mit einem ganz bestimmten Auftrag auf den Weg geschickt und mußten mit ausgeführtem Auftrag zurückkehren. Auf dem Wege müßten sich die Kameraden an verschiedene Kontrollposten heranpirschen, und zwar -unter sorgfältiger Ausnützung des Geländes. Da galt es zu beweisen, daß die Karte den Kameraden grundsätzlich vertraut ist und daß sie das Gelände richtig anzusprechen und zu deuten wissen; der nächste Kontrollposten stellte hochnotpeinliche Fragen um Kompaß und Karte, und ein dritter Kontrollposten forderte die Anfertigung einer Geländeskizze. An wieder einem anderen Kontrollposten mußten die Gegner ausfindig gemacht werden, die in der Gestalt von Pappeschützen im Gelände verteilt worden waren und einen scharfen Blick herausforderten. Schließlich hatte der Prüfling auch im Entfernungsschätzen sein Können zu beweisen. Die Kameraden unterzogen sich den interessanten Aufgaben mit großer Freudigkeit und waren lebhaft um die Lösung der ihnen gestellten Aufgaben bemüht. Zu dieser Prüfung hatte sich auch Standartenführer Lutter eingefunden, der sich an den verschiedenen Kontrollposten über den Ausbildungsstand der SA. in dey hier in Frage kommenden Gebieten informierte. Die Leitung der Prüfung lag in Händen von Obersturmbannführer Walther, der im feldgrauen Ehrenkleid erschien. zuziehen. War es ihr angenehm? War es ihr unangenehm? Sie konnte sich keine Antwort geben. Sie spürte bei dieser Berührung ein leises Zusammengehen der Kopfhaut, eine linde Erschlaffung, eine sanfte Müdigkeit und keinen Widerstand bei dem Gedanken, daß er sie küssen würde. Sie schwiegen; nur, als er eine Autodroschke heranwinken wollte, bat sie rasch, den kurzen Weg zu Fuß zurückzulegen. Vielleicht fürchtete sie eine zu frühe Umarmung, vielleicht auch nur das Grinsen des Fahrers. Sie wählten in dem großen Gefellschaftsraum eine Nische, vom Rundparkett und von der Kapelle weit entfernt. Parker bestellte einen kleinen Imbiß und einen Mosel, den Renate vor anderen Weinen bevorzugte. Er beauftragte den Kellner, die Platte erst später zu bringen und die Flasche kühl zu stellen. Er war nervös. Er spürte, daß die Aufträge, die er zu geben hatte, und die neue Umwelt die Stimmung zu zerstören drohte, in der Renate hergekommen war. Endlich zogen die Kellner sich zurück ... Er zerdrückte die Zigarette, aus der er die ersten Züge genommen hatte, im Aschenbecher und preßte die Fingerspitzen gegeneinander. Renate spielte mit dem Kordelbesatz der gelbroten Tischlampe. In einem merkwürdig hellsichtigen Vor- auseilen hörte sie schon jetzt bte Worte, die er sprechen wollte, und auch die Antworten, die sie gab. Parker hob den Kopf; es war eine Bewegung, bie Renate zwang, ihn anzuschauen. Er ließ die Hände sinken und lächelte schwach. „Ja", sagte er mit einem Ausdruck, als unterdrücke er einen leisen Schmerz, „jetzt ist es leider so weit, daß ich nicht mehr die Tage, sondern schon die Stunden meiner Ferien zähle ..." „Oh —!" rief sie betroffen und hörte ihre Stimme, als spräche ein Fremder neben ihr. „Sie wollen München schon verlassen?" „Wollen —?" Er hob die Schultern. „Das hängt leider nicht von meinem Willen ab. Ich wünschte mir rirbts sehnlicher, als noch wochen* und monatelang hierbleiben zu dürfen — Ihretwegen, Renate!" Parkers Hand tastete sich über den Tisch und umschloß ihr Handgelenk. Sie spürte die Wärme seiner Finger glühend auf ihrer Haut, und fein Blick brannte in ihrem Gesicht. „Ich weiß alles", sagte er, heftig erregt, „was Sie mir erwidern können, Renate! Sie kennen mich nicht, Sie wissen wenig von mir ... Und was weiß ich von Ihnen? Nur eines: Daß ich Sie liebe! Erschrecken Sie nicht, wenn das, was ich Ihnen zu sagen habe, überstürzt, kopflos, verrückt erscheint. Die Zeit zwingt mich, Ihnen heute das zu sagen, was ich Ihnen nach Wochen und Monaten einmal genau so erregt und scheinbar kopflos wie heute sagen müßte ... Werden Sie meine Frau? Kommen Sie mit mir! Lassen Sie alles zurück, drehen Sie sich nicht um, sehen Sie nur nach vorn! Und glauben Sie mir, daß ich alles tun werde, tim Sie glücklich zu machen!" Er riß sie mit; in seiner Werbung war eine Glut, der sie sich nicht entziehen konnte, ein Feuer, das auch sie entzündete. Für einen Augenblick trat in ihrem Bewußtsein jene kühlere Erwägung zurück, die sie vorher zu dem Leben an der Seite Allan Parkers verlockt batte. Weshalb zögerte sie noch? Hatte sie sich nicht schon längst entschieden? Und war dieser Augenblick, in dem er sie flüchtig auch als Mann erregte, nicht fast eine Sicherheit dafür, daß ihr das Leben mit ihm nicht andere Enttäuschungen bringen würde als anderen Frauen nach längerer Brautzeit? War das Jahr, das man vielleicht sonst verlaufen ließ, ohne sich kennenzulernen, mehr als diese zehn vergangenen Tage, in denen man sich wenigstens über eins klargeworden war: daß sich hier nicht zwei Pole berührten, die einander abstießen? „Sie weisen mich nicht ab?" sagte er stockend und zog ihre Hand langsam näher zu sich heran. Seine ungeschickte Frage zwang sie, seine Werbung mit einem verneinenden Kopfschütteln anzunehmen. Parker preßte ihre Hand an seine Lippen. „Ach, Renate —!" raunte er erstickt. „Ich danke Ihnen ... Und ich lasse Ihnen keine Zeit zur Ueberlegung: ich wünschte, ich könnte mit Ihnen heute noch nach England fliegen, in ihre neue Heimat, die Sie lieb« gewinnen werden ..." „Ja, Allan — nehmen Sie mich rasch von hier „Morgen, Renate! Morgen!" Dr. Menzel hatte böse Tage hinter sich. Seine unbeholfenen Versuche, auf eigene Faust herauszubekommen, wer dieser Engländer war, wie er hieß, und wo er wohnte, waren mangels jeglichen kriminalistischen Talents völlig gescheitert. Er kam sich wie ein Mann vor, der eine Münze in die Luft warf und dieses blöde Spiel unaufhörlich wiederholte. Einmal fiel sie auf die Zahl und dann wieder auf den Adler. Einmal war er davon überzeugt, daß dieser Engländer ein Schurke sei, dessen dunkel-geheimnisvollen Absichten er durch eine Aussprache mit Renate Naumann zuvorkommen müsse; dann wieder nannte er sich einen Narren, einen Gespensterseher, und in besonders lichten Momenten einen eifersüchtigen Hanswurst. Und daß er in dieser letztgenannten Eigenschaft von Renate durchschaut werden könnte, befürchtete er am allermeisten. Wenn er nichts anderes zu tun hatte, verbrachte er ganze Stunden damit, mit Kasimir als Gesprächsteilhaber an Stelle Renates ein verschmitztes Frage» und Antwortspiel auszutüfteln, das er scheinbar absichtslos so lenkte, daß nicht er, Jonbern Renate auf jene merkwürdigen Unstimmigkeiten in dem Verhalten ihres Engländers aufmerksam werden mußte, die ihm jetzt so viel Kopfzerbrechen bereiteten. Je näher der vierte Tag heranrückte, auf den er sie bestellt hatte, um so unruhiger wurde er. Und als sie dann nicht kam, als die Stunden verstrichen, ohne daß sie ober ein Anruf von ihr eintraf, steigerte sich feine Unruhe zu einem peinigenben Gefühl dumpfer Beklemmung, ihr könne etwas Fürchterliches zugestoßen sein. Mit unklaren Entschlüssen, aber einem ungeheuren Tatendrang randvoll geladen, riß er sich, als der letzte Patient sein Sprechzimmer verlassen hatte, den Ordinationsmantel herunter, wechselte den Anzug, lief auf die Straße und sprang auf dem Stachus in den „Dreier", der ihn ratternd bis in die Nähe des Siegestors brachte. Es war schon dunkel, als er das Haus in der Dorotheenstraße erreichte. Die Haustür war glück- licherweise noch nicht versperrt. Er sprang die Treppen hinauf und läutete. Nach langem Warten wurde ihm endlich geöffnet, aber Frau Holzschuh, Renates üppige Wirtin, die gegen solch späte und unbekannte Besucher ein be• rechtstes Mißtrauen hegte, nahm die Sperrkette nicht ab. Außerdem hatte sie sich schon zum Schlafen fertiggemacht, soviel der Doktor durch den schmalen Türspalt sehen konnte. (Fortsetzung folgt) Bienenwanderung in den Raps L. i krimi- *>-*.BlKÄÄ.ÄS3 ion >as barten« en ver- ldungs- menden ing lag KreöxobsdtnHte derReidisbf* Mgrto für Kinder V»z» 6 Jahrefl ) zahl, traben, n nach ch die 'Wehr- iir den in also hinter Der Feierstunde schloß sich die Besichtigung der im Zusammenhang mit der.„Gießener Woche für Kunst und Literatur" eigens gewählten Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins im Foyer an, die eine Reihe der bekanntesten Werke von Malern Aeiat die als unbestritten in den Bereichen der . . . < em <___I ..Hau dalhflnarGnnMiA Gin Frühlingsliedlein. S)örft du nicht ein leises Singen — Zart erklingt's in Wald und Feld — Bald wird's wunderselig klingen: Frühling ziehet durch die Welt! Und es soll ein Neues werden Nach dem langen Winterleid, Sonne nur und Glück auf Erden Nach der dunklen, trüben Zeit. Blumen werden blühn in Gründen, Wolken werden drüber zieh», Tausend Wonnen wirst du finden, Wirst in Freuden selbst erglühn. Ueberwunden bange Stunden, Ueberwunden Not und Schmerz, Alles ist wie neu erfunden, Sonne strahlt dein eigen Herz. Sei drum froh und sei drum stille, Nur, wer Kraft hat, liebt das Leid, Nur ein starker, heil'ger Wille Findet Fried' nach Kampf und Streit. des graphischen Gewerbes mit einer der edlen Sache würdigen Hingabe geschaffen worden waren. Die Blätter dieser Schau müssen Hochachtung und An- Zur Schließung der Fettlücke hat der Reichsbauernführer dem Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter den Auftrag erteilt, durch die Wanderung mit Bienenvölkern für eine vollständige Befruchtung der Raps- und Rübsenanbauflächen zu sorgen. Die Reichsfachgruppe Imker hat schon jetzt Vorsorge getroffen, daß alle Raps, und Rübsen- anbauflächen mit der erforderlichen Anzahl von Bienenvölkern besetzt werden. Um diese wichtige Maßnahme in vollem Umfang zu unterstützen, hat das Derwaltungsamt des Reichsbauernführers ein Rundschreiben an die Landesbauernschaften herausgehen lassen, in dem darum gebeten wird, jeweils in ihrem Gebiet vorzusorgen, daß folgende Punkte von den Bauern und sonstigen Grundbesitzern befolgt werden: Jeder Raps- und Rübsenanbauer hat in oder unmittelbar an der zu bestäubenden Anbaufläche eine ausreichende — möglichst windgeschützt liegende — Grundfläche für die Aufstellung der erforderlichen Bienenvölker kostenlos zur Verfügung zu stellen. Beim An- und Abtransport der Bienenvölker soll die Landbevölkerung den Imkern auf Wunsch weitestgehende Hilfe leisten. angenehm, gewiß. Aber der Bergführer war immer« hin schon ziemlich alt." Er machte eine Pause. Der Stammtisch weiß nicht, was er sagen soll. „Ich bin bann", fährt Hanschuh, ohne mit der Wimper zu zucken, fort, „in eine Buchhandlung gegangen und hab' mir einen neuen getauft." Hans Riebau. Kameraden Karl Schlorb und Emil Schön ehrend gedachte. Jahresbericht und Rechnungsab- läge zeugten von reger Tätigkeit der Kameradschaft. Eine kleine Beitragserhöhung, die notwendig geworden war, wird von den Kameraden gern getragen. Zum Stellvertreter des Fahnenträgers wurde Kamerad Hch. Parr IV. bestimmt. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 29. März. Durch notariellen Kaufvertrag ging der der Bezirkssparkasse Alsfeld ge- hörige Teil des Neurath-Hauses in das Eigentum der Stadt Alsfeld über. Der stattliche Fachwerkbau aus dem Jahre 1688, der zu den schönsten Baudenkmälern der Stadt gehört, wurde von Konstantin Neurath in Alsfeld, einem Vorfahren des jetzigen Reichsprotektors Konstantin Freiherr von Neurath erbaut. Die Familie von Neurath stammt nachgewiesenermaßen aus Alsfeld und war 3Vs Jahrhunderte in Alsfeld ansässig. Mit ihren it Sie Zwei n. Sie 19 °uf iihrtem en sich '{poften 1 Aus- n, Mi aut ist en unb 1 stellte Karte, Anser- M an« sfinbig Pappeln unb »ließlich ie sich tanzte |e unb (inen iilbete. ! roten nun 5 8.30 950er. r’ng. valter s Teer ur. F* G.eßen-Wehlar 5:3 (2:1). Das Städtespiel auf dem Waldsportplatz sah eine große Zuschauermenge, die mit den Leistungen der beiden Mannschaften voll auf ihre Rechnung kam. Es gab einen hinreißenden Kampf, den die Gießener durch ihren großen Einsatz und dank ihrer Schnelligkeit aber verdient gewinnen konnten. Beide Mannschaften stellten sich in folgender Aufstellung dem Schiedsrichter Nesseldreher (Heuchelheim). Gießen: Dinges (1900), Fleischhauer (VfB.- Reichsbahn), Goß (1900), Pechoscheck (1900), God- glück, Flügel Ehmann (VfB.-R.), Kraft, Balz (1900), Funk, Berghöfer (VfB.-R.). Wetzlar: Oßwald (Spfr.), Meinhardt (05), Rombach (Spfr.), Blech II. (05), Schuh (05), Hemke (Spfr.), Zambedri, Heinecke, Jstel, Luther, Hahn (alle 05). Mit dem Hlnstoß zogen die Wetzlarer vor dotz Tor der Gießener und versuchten durch Ueberrum- pelung zu Erfolgen zu gelangen. Gießen fand sich aber schnell unb kam zu mehreren Angriffen, die aber abgewehrt wurden. Wetzlar drängte stark. Die Gießener zeigten durch ihre Angriffe, daß der Sturm weit gefährlicher wie der des Gegners war. Ehmann hatte sich durchgespielt, flankte schön nach innen und Berghöfer konnte nach 22 Minuten die erfennung herausfordern, auch dann, wenn es nicht in jeglichem Fall gelang, dem Original bis in die feinsten Farbnuancen nahezukommen. Die Schau führt im Geiste durch sechs Jahrhunderte und ihre malerischen Dokumentationen. Don Altdorfer bis zu Hans Thoma sind die Großen im Reiche der Malerei mit vielen, allgemeinen bekannten Bildern vertreten. Da liest man die Namen Rembrandt, Vermeer van Delft, Brueghel, Holbein und Dürer, Lochner und Grünewald, bann Caspar David Friedrich und Runge, Waldmüller, Feuerbach und Leibl, Namen also, die nicht nur unauslöschliche Begriffe für uns Deutsche, sondern für die ganze Welt sind. Die Ausstellung, die einer besonderen Empfehlung nicht bedürftig sein sollte, fügt sich glücklich in den Rahmen der Gießener Woche für Kunst und Literatur. H. L. Neuner. Gießener durch schönen Schuß in Führung bringen. War das Spiel bis jetzt schnell, so wurde das Tempo durch diesen Erfolg noch gesteigert. Angriff auf Angriff rollte vor das Tor der Gäste, Funk legte Berghöfer gut vor, dieser flankte unb schr hatte Balz in der 24. Minute auf 2:0 erhöht. D< war den Gästen zuviel unb mit dem Anstoß zogen sie vor das Tor der Gießener, wo eine Ecke fällig war. Diese wurde hereingegeben, Dinges fing den Büchertisch. — Zwischen Westwall und Maginot- (inte. Don A. E. Johann. Deutscher Verlag, Berlin. Gebb. 2,85 RM., kart. 2 RM. — (15) — Ein Vorwort des Oberbefehlshabers des Heeres Generaloberst von Brauchitfch ift dem Bericht des Verfassers über die Kämpfe unserer Truppen im Niemandsland zwischen Westwall und Maginot- linie vorangestellt. Das Buch erzählt bann von dem Einsatz unserer Infanterie unb Pioniere, aber auch der Mitwirkung der Artillerie bei den Vorfeld- kämpfen „zwischen Mosel unb Pfälzer Wald". Dabei lernt der Leser durch Erlebnisschilberungen von ursprünglicher Kraft das Heldentum unserer Spähtrupps, das Leben in der Stellung, den Anmarsch unb die Ablösung usw. kennen, kurzum alles, was in dem Worte „Frontdienst" in der vordersten Linie msammenzufaffen ist. Daß unsere S-ldaten von heute den einstigen Kämpfen 1914/18 an Mut, Pflichterfüllung, Opferfreudigkeit, Zähigkeit und Ge- länbeausnutzung nicht nachstehen, daß sie sich, der alten Kameraden von einst in jeder Hinsicht würdig zeigen, wirb aus diesem sehr interessanten Buche überzeugend klar. Daß dieses treffliche Frontbuch verdientermaßen einen weiten Leserkreis finden möge, ist unser Wunsch, mit dem wir es allen Deutschen angelegentlich empfehlen. Ernst Blumschein. — Neutralität in Fesseln. Von Hermann Jung. (Völkischer Verlag, Düsseldorf. Preis 0,50 RM.) — (16) — In dieser Broschüre hat der Verfasser seine Beobachtungen unb Feststellungen auf einer Reise durch europäische Staaten nieder- gelegt. Seiner Schilderung hat er 14 Karikaturen beigefüat, die er aus französischen, englischen unb italienischen Zeitschriften entnommen hat. Es ist eine fe selnbe Berichterstattung, die dem Leser vielseitigen Aufschluß über die Auswirkungen des Krieges in den feindlichen und in neutralen Ländern gibt. Man liest die Schilderungen aus den neutralen Staaten und aus den Feindländern mit mancherlei Nutzen für neue politische Erkenntnisse« Büchertisch. — „DerSeptemberseldzuginPolen." Von Rudolf Mauve. C. L. Wittich, Verlag, Darmstadt. Kart. 1,20 RM. — (392) — Der Verfasser schildert in übersichtlicher Darstellung die Vorgeschichte unb den Ablauf des Feldzuges in Polen. Ein interessantes Geschichtsbüchlein, das auch für eine spätere Zeit bleibenden Wert besitzt und das man besonders auch der Heranwachsenden Jugend geben sollte. Münze lshörlich [b bann n über- , dessen ie Aus« : mufft; ien ®e’ iinenten n dieser -chschaut -n. rbrod)t6 sprächr- W ibar ab' täte °ui m Der' 1 n#, 1. ; den er er. Und .strichen, steige^ Gefühl sürchler' «r AnznS' !Ä- * 1 >" 8 e* ä Von ewiger deutscher Kunst. Morgenfeier im Stadttheater. Mit einer außerordentlich gut besuchten Morgenfeier im Stadttheater wurde gestern di? „Gießener Woche für' Kunst unb Literatur" vielverheißend begonnen. Die Leonoren-Ouvertüre von Beethoven, in einer ausgezeichneten Interpretation unseres Städtischen Orchesters (Leitung: Kapellmeister Paul Walter) zu Gehör gebracht, bildete für die Feierstunde einen eindringlichen Auftakt. Die musikalisch? Eröffnung der Feierstunde in dieser Form, gestaltete sich zu einem schönen Erlebnis * Sodann hielt Oberbürgermeister Ritter eine Ansprache. Er erinnerte an die Goethewoche des »ergangenen Jahres, dankte dem Ministerium für Volksaufklärung unb Propaganda für bie Förderung, die auch ber diesjährigen Gießener Woche für Kunst unb Literatur zuteil wird, gedachte in Worten der Dankbarkeit des Einsatzes Dr. H e n • Hing 5 und würdigte in kurzen Zügen die Arbeit der kulturellen Vereinigungen in unserer Stadt, les Goethebundes, des Konzertvereins,, der Ober- hessischen Kunstvereins, der Gesellschaft für Erblind Völkerkunde, der NSG. „Kraft durch. Freude", les Kaufmännischen Vereins usw. Er erinnerte gleichzeitig an die große Zahl bedeutender kultureller Veranstaltungen, die in Gießen auch im vergangnen Winter stattfanden, und sprach von den tetigen starken Wirkungen, die von der Universität ür bas geistige Leben unserer Stadt ausgehen. 5n seinen weiteren Darlegungen sprach der Oberbürgermeister von den hohen Werten der deutschen Kunst und Literatur, von den schweren Erschutte- tungen, unter denen die deutsche Kunst und Kultur in den vergangenen Jahrhunderten zu leiden hatte unb umriß dann die Bedeutung einer von wahrhaft deutschem Geist erfüllten Kunst für die Zukunft ies deutschen Volkes. Er machte aber "uch klar, öie unmittelbar und kompromißlos im Großdeutschen Reich unter der Initiative des Führers die iulturellen Missionen erfüllt werden sollen. Mit einem politischen Ausblick auf die deutsche Zukunft '-nb mit dem Bekenntnis zu unverbrüchlicher Treue unb Gefolgschaft dem Führer gegenüber schloß ber Oberbürgermeister seine sehr beifällig aufgenom- inene Ansprache. Ball, wurde aber mit dem Ball ins Tor gedrückt. Dies war ber erste Torerfolg ber Gäste. Blitzschnell wechselten die Situationen, bald waren bie Gießener vor bem Tore der Gäste, dann wieder waren bie Gäste die Angreifer. Wieber mit ungeheurem Tempo begann bie zweite Spielhälfte. Die Gießener trugen schöne Angriffe vor, doch wurde zu sehr kombiniert. Der Linksaußen von Wetzlar bekam eine Vorlage von rechts, startete und schoß in der 54. Minute zum Ausgleich ein. Dieser Erfolg gab den Gästen mächtigen Auftrieb und Dinges mußte seine ganze Kunst aufbieten, um Torerfolge zu verhindern. Eine weitere Ecke für Wetzlar wurde von Jstel, der nicht abgedeckt war, zum Führungstor für Wetzlar eingeschossen. Der Druck der Gäste ließ wieder nach und die Gießener kamen wieder mehr ins Spiel. Einen Einwurf holte sich Funk und schoß nach 69 Mi- ten zum Ausgleich eiru In ber Folge wurde das Tempo noch schneller und das Spiel härter, Funk spielte sich wieder durch, dessen Vorlage nahm Eh- mann auf und sein Schuß brachte die Gießener abermals in Führung. Ehman wurde von Funk gut bedient und konnte zwei Minuten vor Schluß durch fcharfen Schuß den Sieg sicherstellen. Ein namhafter Betrag konnte bem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden. Hallensportfest zu Gunsten des Kriegs-Winterhilfswerks. Das gestrige Hallensportfest, das von den Fachämtern Turnen und Leichtathletik im Auftrage der Bezirksführung zur Durchführung kam, gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Insgesamt nahmen an den verschiedenen Vorführungen etwa 100 Turner und Sportler teil. Zu Beginn der Veranstal- liebten betreut und sie im Glauben erzieht, daß sie seine Schwester fei; Marianne, bie von tiefer unb reiner Liebe zum vermeintlichen Bruder erfüllt ist, unb Fadrice, den Freund Wilhelms, ber sie heiraten will und burch feine Werbung bas Verhältnis zwischen Wilhelm und Mariannen zu einer Entscheidung drängt, d. h. Wilhelm zwingt, Mariannen zu entdecken, daß sie nicht seine Schwester ist, sondern seine Frau fein darf. In ber Halden Stunde, bie der Einakter für bie Ausführung in Anspruch nimmt, gerät ber Zuschauer tief in den Bannkreis ber dichterischen Kraft Goethes und wird ganz nahe heranaeführt an heftigste Spannungen zwischen Menschen untereinander, so wie sie sich hier aus Stoff und Ablauf ber Handlung ergeben. Wenn dabei auch bie Gestalten bes Stückes, in den Formen ihrer Gefühlsäußerung ihre zeitliche Gebundenheit nicht verkennen lassen, so spricht das Elementar-Menschliche, das diesen Gestalten eignet, doch immer neu unb kräftig an. In ber Aufführung bes Gießener Stabttheaters wurde nicht ber Versuch gemacht, bas Schauspiel in bas hellere unb härtere Licht bes 20. Jahrhunderts zu rüden; man beließ es vielmehr ganz unb in mehr als einer Beziehung im gefühlvoll-romantischen Halbdunkel ber Zeit seiner Entstehung. Hans Albert S ch e w e stellte den Wilhelm in reifer Gemessenheit dar. Elisabeth Leiprecht bewies eine erfreuliche Intensität und Wärme, ja sogar eine schöne und glaubwürdige Leidenschaftlichkeit bie ihr gut anstand. Der Gestalt des Fabnce lieh' Herr Grün da hl jenen schattenhaften und wesenlosen Zug, ber die leidenschaftliche Ablehnung Mariannens, ihn zum Gemahl zu nehmen, verständlich werden lassen muß. Die Ausführung fand anhaltenden unb sehr herzlichen Beifall. tung begrüßte Bezirksführer Stein Gäste und Teilnehmer und wies in feinen Ausführungen auf bie Bebeutung ber Leibesübung für ein Volk hin, womit gleichzeitig bie Verpflichtung der NSRL.« Gemeinschaften, im Kriege besonders ihre großen Aufgaben zu erfüllen, verbunden sei. Alsdann begannen die Vorführungen mit dem Kinderturnen, das allgemein, besonders bei den recht zahlreich anwesenden Eltern, lebhafte Anerkennung fand. Dann bekamen die Leichtathleten das Wort. Im Weitsprung der Männer wurden sehr gute Leistungen erzielt. Sieger wurde mit 6,56 Meter Erich Hochstein vom Tv. Großen-Buseck vor Harthaus, Gotha 01 mit 6,36 Meter, Jughardt Mtv. Gießen mit 6,09 Meter und Kronauer, VfB.-R. Gießen mit 6,01 Meter. Er freulich, daß in diesem Wettbewerb ein Vertreter der ßanboereine siegte unb damit zeigte, daß auch, auf dem Land gute Leistungen zu erzielen sind. Im Weitsprung der Frauen wurden keine besonderen Ergebnisse erreicht. Das Schauturnen am Barren und Reck stellte einen Höhepunkt dar und großer Beifall dankte den Turnern. Die Fortsetzung der leichtathletischen Wettkämpfe brachte dann spannende Kämvfe im Kugelstoßen unb Dreisprung. Pelke, Betnedssportgem. Fieseler Kassel und Harthaus, Gotha, nahmen an den Einzelkämpfen und am Dreikampf teil. Damit war die Voraussetzung für schöne Kämvfe gegeben. Im Kugelstoßen waren nahezu alle Athleten am Start, die im Gau in den seitherigen Wettkämpfen einen Namen erhalten haben. Erinnert sei an bas Dftertreffen ber Kugel« stößer in Kassel. Auch diesmal siegte wieder Dr. Luh vom VfB.-R. Gießen mit der hervorragenden Weite von 14,90 Meter vor Harthaus mit 13,40 Meter unb Pelke mit 13,20 Meter. Im Dreisprung waren mit Decher, Pelke unb Harthaus Leute am Start, bie mit 10 Meter Anlauf ausnehmend gute Leistungen erzielten. Sieger wurde Harthaus mit 12,35 Meter vor Decher mit 12,18 Meter und Pelke mit 12,14 Meter. Im Dreikampf, der aus Kugelstoßen, Weit- und Dreisprung bestand siegte Harthaus, Gotha mit 1956,2 Punkten vor Pelke, Kassel 1787 Punkten, Jughardt Gießen mit 1572 Punkten. Recht gut gefallen konnten auch die Hebungen der Turnerinnen an den Geräten. Den Abschluß bildete ein B a s k e tb allspi e l. Zum Schluß überreichte Belirksführer Stein dem Sieger im Dreikampf, Harthaus, den von der Be« zirksfüh^ung gestifteten Ehrenpreis und mit dem Gelöbnis treuesten Einsatzes für Führer und Volk fand das Hallensportfest seinen Abschluß. NSG. Der Landdienst der HI. nimmt noch Meldungen entgegen. Am 15. Avril beginnt der Einsatz des Jungenlanddienstes in Den Lagern. Obwohl ber Meldeschluß auf den 26. März angesetzt war, werden auch jetzt noch laufend vereinzelte Meldungen entgegengenommen. Diese Meldungen müssen jedoch schnellstens an die Arbeitsämter oder unmittelbar an die Gebietsführung Hessen-Nassau, Wiesbaden, eingereicht werden. Giehen-Wieseck. Sein 25jähriges Dienstjubiläum bei ber Commerz!) an k^Filiale Wetzlar konnte ber Handlungsbevollmächtigte unb Hauptbuchhalter Karl Daupert begehen. Daupert ist als Kreisfachwart für das Turnen weit über Oberhessen hinaus bekannt unb geschätzt. Aus der engeren Heimat. 90 Jahre Gesangverein »Harmonie^- Großen-Linden. Der Gesangverein „Harmonie" Großen- Linden beging sein SOjähriges Bestehen mit einem Jubiläums-Konzert, dessen traditionsgemäße unb zeitgebundene Dortraasfolge ein schönes Zeugnis ablegte für den deutschen Sängerwillen, auch in Kriegszeiten zusammenzustehen, unb den einberufenen Sängerkarneraden Ehre zu machen, indem bie anderen, in ber Heimat verbliebenen, doppelt ihrer Pflicht nachkommen. Der Verein brachte unter ber Ijeroorragenben Leitung seines Dirigenten Musiklehrer Wilhelm Schöttler schöne Chöre zum Vortrag, wie „An das Vaterland" von Kreutzer unb bas „Soldatenlied" von Wilh. Weismann, das die Hörer besonders ergriff. Auch die drei Silcher-Chöre „Der Soldat", „Der Lindenbaum" unb „Schwäbisches Volkslied" würben jedes in seiner Art vollendet wiedergegeben. Dann folgten „Frühling am 'Rhein" von Breu unb „Im Walde" von Schäffer. U2Hs würdiger Abschluß und in gleicher Weise gut Öen stand „Mahnung" von Heinrichs, Als n wirkte Hildegard Treppinger (Gießen) l mit. Man lernte eine junge starke Begabung kennen. II Ber Abend wurde umrahmt von einigen rnusika- | lischen Darbietungen der Kapelle Ärengel. Landkreis Gießen. * 0 r ün b er g, 31. März. Auf der Landstraße Grünberg— Ruppertenrod, in der Nähe des IjBahnhofs Mücke, überfuhr ein Kraft wagen einen auf der Dorfstraße herumlaufenden Hund. Dadurch kam der Wagen ins Schleudern unb geriet auf den Fußsteig, auf dem sich in demselben Augenblick ein zwölfjähriger Junge befand. Das Kind wurde so unglücklich überfahren, daß der T 0 d auf der Stelle eintrat. )—( Ruppertsburg, 28. Marz. Zur 65. Hauptversammlung hatten sich bie Mitglieber der hiesigen Kriegerkameradschaft in ber Gastwirtschaft Schumann versammelt. Kameradschafts- sührer Wilh. Seipp II. hielt eine Begrüßungsansprache, in ber er ber im letzten Jahre verstorbenen im Jahre 1776 rasch konzipiert unb ebenso rasch in Reproduktionen ^handeln, J)ie von den Berufenen seine künstlerische Form gegossen worben war. Es ist jenes von reichem Gefühl erfüllte Schauspiel, bas drei Menschen eng jueinanberfteUt unb in Liebe zueinanber verbunden erscheinen läßt: Wilhelm, den Mann, ber die Tochter feiner verstorbenen Ge- Unser liebes Mütterchen sucht. 164»O 1637 D 1633 V im 78. Lebensjahre. 1641 D Bonn a. Rh., 29. März 1940. 1632 P 01198 Ohne Gewähr Flachdruck Verbotes Im Alter von 65 Jahren. 307409 24. Ziehungstag 29. März 1940 Sn der Rachmittagsziekunq wurden gezogen 24. Ziehungstag 29. März 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen Watzenborn-Steinberg, 30. März 1940. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 2. April, um 14s/4 Uhr statt. 1635 V Heintz, Speyer Oma, St. Veit Kindermehl Bakü-Kindernahrung 16360 r 92699 27725 250428 Henselwerk, Magstadf Hipp, Pfaffenhofen 10000 NM. 5000 NM. 4000 NM. 3000 NM. 2000 NM. 10512 25085 216646 M0-g-Tosen: bis zu 500-g-Tosen: bis zu 500-g-Tosen: bis zu 500-g-Tosen: bis zu 340-g-Dosen: bis zu Seefeldner, Salzburg. . Seekamp, Euxhaveu . , Stempflc, Oberstdorf. . Theinhardt, Stuttgart . Welser Kunstmühle, Wels Wörner, Fellbach . . . Zweimüller, Forchensau 265901 374546 374768 121356 377993 43660 168448 286149 383084 166091 37470 273074 5OO»g>Toien: bis zu 6 Tosen ober 225-g-Dosen: bis zu 10 Tosen oder Heute nachmittag 6 Uhr entschlief sanft nach längerem schweren Leiden meine liebe Frau, meine gute Mutter, unsere Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Junker, Feldschütz i. R. Familie Karl Schneider II. Bumcna Te-Vau-Ge-Kindermehl Thalnsia-Hafergrieß Kindergrieß .Kindergrieß Kindermehl Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 2. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Heuchelheim, Lieh, den 1. April 1940. Die Beerdigung findet Montag, den 1. April, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Brauhausstraße 49 aus statt Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Carle Familie Albert Freitag Familie Otto Carle. nach kurzer, schwerer Krankheit, nahe der Vollendung ihres 66. Lebensjahres, sanft entschlafen. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 2. April 1940, um 15 Uhr, auf dem Friedhof in Heuchelheim-Gießen statt. Von Beileidsbesuchen wolle Abstand genommen werden. 5 Tosen oder 5 Tosen oder 5 Dosen oder 10 Tosen oder 15 Dosen. Äükhlässevonzdi» 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Aut- nahmen einer Ameio» Herstellerfirma: Alete G. m. b. H., München . « Bakü-Nährmittel, Fr. Bauer, Künzelsau Deutsche Milchwerke AG., Zwingenberg (Hessen) . . . Te-Vau-Gc, Hamburg . . . . Paul Garms, Thalysia, Leipzig Gerhardinger, Linz...... A. Erzeugnis: Alete-Nährzucker 389299 167256 225336 346163 338905 Ans jede gezogen« Nummer fin» drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III 99405 134796 140775 212166 356463 I 17880t 40648 306013 Gießen (Klinikstraße 21),Wetzlar, Ludwigshafen a.Rh., Prag, den 30. März 1940. Am Samstag, dem 30. März. %1 Uhr entschlief nach kurzer Krank» heit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Anna Marie CarleWw., geb. Schmid t Höfer, Wien Kaiser, G. m. b. H., Waiblingen Kaiser, Viersen Karl Krause, Dux Knorr, Wels ..... Kufeke, Hamburg ..... Kuhaupt, Hannover . . . . . Madaus, Nadebeuf Milupa-Pauly, Friedrichsdorf . Nährm. München, Berlin . . . Nieheimer Nährm., Neheim . . Nestle, Berlin Nestle, Wien ...... Nestle, Mähr.-Kromau . . . . Neuhauser & Obermeyer, Linz. Opel, Leipzig Pauly & Co., Friedrichsdorf Pauly, Gebr., Homburg . Praum, Friedrichsdorf . . Nodeck, Oldesloe Scefeldner, Freilassing . . Trauerfeier in der Alten Friedhofskapelle Mittwoch, den 3. April, 14 Uhr. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen ist in Bonn a. Rh. unsere liebe, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin In tiefer Trauer: Erna Koenig, geb. Schmidt Christ. Koenig Herbert und Hilmar Koenig. Heintz'scher gemahlener Haferzwieback Soja-Kraftmehl Hipps' Kindermehle und Kinder- zwicbackmehl O. Mayers Kindernährgrieß Kaiser's Kindermehl Kaiser's Kindermehl Kindermehl Äindorgrieß Kufeke's Kindernahrung Kindergrieß Kiudermehl „Kiudergold" • Pauly's Nährspeise Prof. Dr. Soxhlets Nährpräparate Esca-Kindergrieß Nestle Kindernahrung Kindermehl Kindergricß Tr. Reiß Kindcrnährmehl und Säuglingszwiebackmehl Oma-Kinder-Kroftnährftoff und Oma-Kindernährgrieß Opel's Kalk-Kindermebl Pauln's Nährmehl Marke „Paulchen" Kindermehl Gudi-Nahrung Kindergrieß Seefeldner Nährgrieß und Zwie- backmehl Kindernährgrieß Apotheker Pomps Kindergrieß Stempfle Kindernahrung Jnsantina Junge Dame 21 Jahre, bisher im elterlichen Ge- schäft tätig (Gdelstahlhandel) außer Steno mit allen Büroarbeiten ver« . traut, besonders Buchführung, Führerschein 3, sucht per l.Junr oder früher passenden Wirkungs- kreis. Schr. Angeb. mit Gehalts- angabe mit. 1634D a. d. Gieß. Anz. Gewinnauszug 5. Klasse 2. Deutsche Reichslotterie In tiefer Trauer für alle Angehörigen: Heinrich Otto Hermann Otto Georg Otto 96 Gewinne zu 1000 NM 3463 29971 41280 70992 71014 75756 123143 125736 129660 151893 165180 166402 182597 229854 231858 233860 251997 253831 257738 268181 286837 293314 313894 320943 323943 325160 337873 371964 372863 379907 389422 396947 jeweils das abgegebene Kindernährmittel nach Bezeichnung und Menge und unter Angabe ihrer Firma zu vermerken. Bezugtzvoraussctzung für besondere Fälle und für Kinder über U/2 Fahre. v Tie Ernährungsämter — Kartenausgabestellen — können gegen Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung Berechtigungsscheine ausstellen, die die Möglichkeit geben, mehr als die vorgesehene Menge an Kindernährmitteln zu beziehen. Auf Grund ärztlichen Ältestes können auch Kindern über 1% Jahre (18 Monate) Berechtigungsscheine zum Bezüge, der ärztlich vorgeschriebenen Menge der Kindernährmittel ausgestellt werden. Kindcrnährmittcl an Selbstversorger. Kinder, die keine Brot- und Milchkarte haben, weil sie einer Selbst- versorgergemeinschaft angehören, können gleichwohl Berechtigungsscheine für Kindernährmittel erhalten, wenn die sonstigen Voraussetzungen hierfür vorliegen. In diesen Fällen ist der Verbrauch an Brot, Mehl und Milch entsprechend einzuschränken. Einbehaltung der Berechtigungsscheine. Die Berechtigungsscheine sind von den Händlern, Apothekern und Drogisten bei Abgabe der Kindernährmittel bzw. bei Abgabe der letzten Teilmenge einzubehalten und aufzubewahren. Belieferung der Bcrteilungsstcllen. Die Belieferung der Verteilungsstellen mit Kindcrnährmitteln wird durck) besondere Anordnung der zuständigen Hauptvereinigung geregelt. Aufrechterhaltung der bisherigen Kindernährmittelzuteilung. Ter Bezug der nachstehend aufgeführten Kindernährmittel erfolgt unbeschadet der durch den Erlaß des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 14. Oktober 1939 — II A 7 — 7318 — bis zum 19. November 1939 getroffenen, bis auf weiteres fortgelteuden Regelung, daß auf die mit einem ( + ) bezeichneten Abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren je 125 Gramm Kindernährmittel (DPM Deutsches Puddingmehl, Gustin, Maizena, Mondamin, Ri- zena, Weizenin) bezogen werden können. Aufstellung der Kindcrnährmittcl für Kinder bis zu l/2 Fahren (18 Monaten). 6 Gewinne zu 6 Gewinne zu 18 Gewinne zu 343086 389839 39 Gewinne zu der Gültigkeit des Berechtigungsscheines vom Ernährungsamt — Kar- tenausgabestelle — abgetrennt. -tbgabevernrcrk auf dem Berechtigungsschein. Kindernährgrieß Wörners Zwieback- .Kindergrieß Frau Ernestine Schmidt, geb. Marsteller Rektorswitwe in Heuchelheim Frau Anna Otto Wwe geb. Wacker ist heute im 72. Lebensjahr sanft entschlafen. Unsre liebe, teure Mutter Sophie Zöppritz, geb. Will Witwe des Universitäts-Professors Dr. Karl Zöppritz ist nach reichem, beglückendem Leben im fast vollendeten 90. Lebensjahr zur ewigen Ruhe gegangen. Katharine Junker, geb.Nocker verw. Schneider Berechtigungsscheine werden die Einzcl- abschnitte der Reick)smilchkarte über ’/4 Liter Vollmilch für die Taner Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Blumenspenden bei dem Heimgange unserer lieben Mutter Frau Kath. Zeidter, Wwe. danken wir recht herzlich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Mathilde Zeidter. Gießen (Buddestraße 7), den 1. April 1940. |8tellenangebote| WlW gesucht, lonee 04). SUMM Dachdeckerrnstr. Gießen Asteriveg 22. , Putzfrau 2—3 Stunden täglich gesucht. Mäusburg 17 Laden oing Tüchtiges »All sofort oder umt 15. Avril bei gutem Lohn ge- 3 Gewinne zu 40000 und 3 Prämien zu 500000 RM. 65605 3 Gewinne zu 20000 NM. 375061 3 Gewinne zu ’ " Bekanntmachung Betrifft: Abgabe von Kindernährmitteln. Auf Grund des § 21 der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von Getreide, Futtermitteln und sonstigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom 7. September 1939 (Reichsgesetzblatt I S. 1705) und auf Grund des § 12 der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von Milch, Milcherzeugnissen, Oelen und Fetten vom 7. September 1939 (Reichsgesetzblatt I S. 1719) wird für die nachstehend aufgeführten Kindernährmittel und alle Kindernährmittel ähnlicher Art, soweit'sic nicht bereits bewirtschaftet sind, die Bewirtschaftung cingeführt. Bezugsvoraussetzung für Kinder bis zu V/2 Fahren. Für Kinder bis zu 1% Jahren (18 Monaten) können die aus nachstehender Aufstellung ersichtlichen Kindernährmittel und solche ähnlicher Art bezogen werden. Die Abgabe erfolgt auf Berechtigungsscheine, die vom zuständigen Ernährungsamt — Kartenausgabestelle — gegen Vorlage eines amtlichen Nachweises über das Lebensalter (Geburtsschein, Familienstammbuch usw.) ausgestellt werden. Abgabe der auf Gctrcidcbasis hcrgestellten Kindcrnährmittcl. Die nachstehend unter A aufgeführten und ähnliche Kindernährmittel können in einer Menge von wöchentlich 375 g an Stelle von wöchentlich 500 g Brot jpbet 375 g Mehl bezogen werden. Hierfür werden vom zuständigen Ernährungsamt — Kartenausgabestelle — gegen Vorlage der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren besondere Berechtigungsscheine ausgestellt. Abgabe der auf Milchbasis hcrgestcllten Kindcrnährmittcl. Die nachstehend unter B aufgeführten Kindermilchnährmittel können an Stelle von % Liter Vollmilch täglich abgegeben werden. Diese Kindermilchnährmittel können nur in Apotheken und Drogerien bezogen werden. Auf einen für eine vierwöchige Zuterlungsperiode ausgestellten Berechtigungsschein können folgende Mengen abgegeben Otto Von-Eiff. Bismarckstr. 14. Tüchtiges,solides älteres Mdchen f. Küche u.HauS sofort oder späte« ges. Hilfe vorh. Ludw.Ackermann „Zorn BranstanF* Wetzlar. 164.,d Sanitätsrat Fritz Schliephake und Frau Gertrud, geb. Zöppritz Professor Heinrich Zöppritz " und Frau Berta, geb. Kagerah Professor Otto Eger und Frau Margarete, geb. Zöppritz die Enkel und Urenkel. Gießen, den 31. März 1940. Mädchen ’v9 gesund, kräftig und solid in Einfamilienhaus gesucht für Hausarbeit. Gelegenheit zum Kochenlernen. Eintritt sofort od. bald. Bewerbung, m. Zeugnisabschr., Gehaltsansprüchen u. Lichtbild erbeten an Direktor Hüller, Karlsruhe/B., Jahnstr. 15. (Stellengesuche] Frl.,25J. alt, bewandert!. Büro- arb. und Kasse, sucht passende Stelle Gute Kenntnissa in Schreibm.und Stenographie sind vorhanden. Schristl. Angeb. unter 1647D an den Gieß. Anz. Alete-Milch Pelargon grün Edelweißmilch Ultractina Edelweiß-Buttermilch ' Ramogen. Gießen, den 30. März 1940. - Ter Oberbürgermeister der Stadt Gießen. ErnährungSamt, Abteilung B. 9 Gewinne zu 5000 RM. 101229 258781 353515 9 Gewinne zu 4000 RM. 177397 180319 288325 12 Gewinne zu 3000 RM. 132421 297735 307409 36 Gewinne zu 2000 RM. 12868 45377 48949 124866 210376 239950 252312 286918 297184 345795 84 Gewinne au 1000 RM. 20054 20982 45062 54498 55537 101345 102117 117166 122591 166953 170585 196777 210046 216226 224897 250967 ------ 301337. 310640 321843 335664 _351564_356082 Gewinnauszug 5. Klaffe 2. Deutsche Rrichslotterie Otzv« Gewähr __ /.y .—Nachdruck Verbotes 23. ZiehungStag 28. März 1940 In der Rachmittagsziehung wurden gezogen werden: Alete Müä) Pelargon grün .... Pelargon grün .... Edelweißmilch .... Ultractina Edelweiß Buttermilch . Ramogen Bei der Ausstellung der _ , „ „ , , Haas, Reichenberg . . Xie Verteiler haben auf der. Rückseite des Berechtigungsscheines I Heinrich, Weißenhorn 9 Gewinne 6 Gewinne 3 Gewinne 27 Gewinne zu 10000 RM. zu 5000 RM. zu 4000 RM. zu 3000 RM. 322422 366382 zu 2000 RM. 303767 327214 zu 1000 RM. 22857 131845 15951 132336 394497 189496 317485 385296 17078 74404 111543 275350 282316 289805 33 Gewinne 371218 7984 48116 100814 175913 221014 252061 78 Gewinne 335205 13536 358443 58277 393078 74216 79032 82389 87099 1 143125 173147 177979 181760 194945 217502 227643 244606 246042 271029 302435 326589 330916 366766 384494 385690 387483 391130