Nr. 21 Erstes Blatt 190. Jahrgang Donnerstag, i.Zebruar 1940 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Hranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Siehrn. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulsttahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7-Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Brette 6 Rpf. Die Balkanbund-Konferenz. Don unserem v M.-Korrespondenien B e l g r a d , 31. Januar 1940. „Keine Sensationen sind von der Konferenz des Balkanbundes in Belgrad zu erwarten." Das ist das Leitmottv in allen Erklärungen über die Konferenz, die vom 2. bis zum 4. Februar in Belgrad tagt. Der Balkanbund wurde am 2. Februar 1934 nach einer Rundreise, die der damalige König Alexander von Jugoslawien, eine der bedeutendsten Figuren des Balkans in den letzten Jahrzehnten, in allen Ländern des Balkans unternommen hatte, gegründet. Der Grundgedanke König Alexanders war, das Prinzip „der Balkan den Balkanvölkern" zu verwirklichen und eine Macht zu schaffen, die aus einem Bund der sechs Balkanstaaten Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Türkei bestehen sollte. Auf diese Weise wäre der Balkan nicht mehr der Spielball der europäischen Großmächte wie bisher gewesen. Der Gedanke König Alexanders, der dann im Oktober 1934 gelegentlich eines Besuches in Frankreich in Marseille ermordet wurde, konnte nicht in vollem Umfang verwirklicht werden, weil Bulgarien seine Revisionsansprüche gegenüber den Balkanmächten nicht aufgeben wollte, und diese wieder noch nicht bereit waren, Zugeständnisse zu machen. Im Jahre 1937 wurde der jugoslawisch-bulgarische Freundschafts- vertrag abgeschlossen. Das Bewußtsein von der Schicksalsverbundenheit aller Balkanstaaten ist seit Beginn des europäischen Krieges wieder stark gestiegen. Bon den vier Staaten des Balkanbundes: Rumänien, Türkei, Jugoslawien und Griechenland, deren Außenminister in Belgrad zusammenkommen, hat Jugoslawien seit Jahren die konsequenteste Politik der Neutralität in allen Konflikten zwischen europäischen Großmächten und des Friedens mit allen Nachbarn verfolgt. Jugoslawien schloß im Jahre 1937 Freundschaftsverträge mit Italien und Bulgarien und be- früttgte auf diese Weise jahrelange Streitigkeiten mit diesen Staaten, mit denen es jetzt in engster Zusammenarbeit für die Erhaltung des Friedens am Balkan wirksam ist. Ebenso konnte Jugoslawien seine Freundschaft zu dem Großdeutschen Reich ausbauen. Es unterhält beste Beziehungen zu Ungarn, die nur aus Rücksicht auf den jugoslawischen Verbündeten Rumänien in keinem formellen Vertrag eine Bestätigung gefunden haben. Albanien ist heute ein Bestandteil des italienischen Reiches. Italien ist dadurch eine Balkanmacht geworden. Auch das Interesse Italiens und seine polittschen Ziele am Balkan bedingen die Erhaltung des Friedens und der Neutralität. Italien wird zwar auf der Konferenz nicht offiziell anwesend sein, jedoch sicher hinter den Kulissen starken Einfluß ausüben auf den Gang der Konferenz im Sinne der Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten, die die Neutralität des Balkanbundes gefährden könnten. Diese italienische Aktton hatte bereits sichtbare Erfolge in der Erneuerung des talienisch-griechischenFreundschafts- Vertrages am 30. Oktober 1939, dem eine Zurückziehung der italienischen und griechischen Truppen an der griechisch-albanischen Grenze vorangegangen ist. Dadurch wurde eine aufrichtige Zusammenarbeit zwischen Italien und Griechenland in der Wahrung des Friedens am Mittelmeer und am Balkan gesichert, wie er bereits seit langem zwischen Italien und Jugoslawien bestanden hat. Die Türkei wieder hat ihre Spannungen mit Bulgarien beseitigt, was zur Zurückziehung der Truppen von der bulgarisch-türkischen Grenze führte, sowie die unlängst erfolgte Erklärung der bulgarischen Regierung heroorrief, daß Bulgarien zwar seine Revisionsansprüche nicht aufgeben könne, aber keinen Konflikt auf dem Balkan Hervorrufen werde, sondern die strengste Neutralität einhalten wolle. Die Interessen Bulgariens decken sich in diesem Sinne voll mit den Interessen aller anderen Balkanstaaten. Auch Bulgarien wird offiziell an der Balkanbund-Konferenz nicht tettneh- men, weil es außerhalb des Balkanbundes bleibt. Es wird aber die Bestrebungen auf Erhaltung des Friedens auf dem Balkan aktiv unterstützen. In diesem Sinne dürste eine große Bedeutung den Besprechungen zugeschrieben werden, die der türkische Außenminister Saracoglu in Sofia auf seiner Durchreise nach Belgrad mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenminister K j o s s e i w a - n o ff haben wird. _ , Rumänien verfolgt bas Ziel der Verteidigung des Friedens und der Neutralität im Südosten. Der ungarisch-rumänische Gegensatz ist das schwierigste Problem, mit dem sich die Belgrader Konferenz zu befassen haben wird. Italien und Jugoslawien versuchen in dieser Angelegenheit zu vermitteln. Man hofft, daß es der Belgrader Konferenz gelingen werde, einen Modus vivendi zwischen Ungarn und Rumänien zu schaffen. *-> Sonst wird die Konferenz keinerlei militärische Bündnisse und auch keinen neuen Block oder ähnliches bringen. Sie wird ruhig und würdevoll den Wunsch und den Entschluß der vier Staaten des Balkanbundes zum Ausdruck bringen, auf dem Balkan den Frieden und die Neutralität um leben Preis zu wahren und wird den anderen Staaten des Südostens die Hand entgegenstrecken mit der Einladung, mit dem Balkanbund zusammenzuarbeiten. 3falien und die Setaraber firmieren). Rom, 1. Febr. (Europapreß.) Die Politik Italiens als Balkanmacht erstrebt die Wahrung und Sicherung der eigenen Interessen aufdemBalkan. Das Interesse Italiens an der Sicherung der ungestörten Fortdauer des Friedens auf dem Balkan und im Donau raum bildet daher das Hauptziel dieser Polittk. Der Balkanbund hat den Bemühungen Italiens um die Einebnung der Gegensätze, die noch zwischen einzelnen Balkanstaaten und im Donauraum bestehen, Verständnis entgegengebracht. Sie kommen den eigenen Wünschen biefer Staaten entgegen, zu einer Systematisierung der Beziehungen der Staaten in Südosteuropa, vor allem zwischen Ungarn und Rumänien sowie zwischen Rumänien und Bulgarien, zu gelangen. Diese den gegebenen Wirklichkeiten und der Vernunft entsprechenden Einigungen sind den W e st - Rom, 1. Februar. (DNB.) „Tribuna" veröstent- licht eine Unterredung ihres Berliner Sonderkorrespondenten mit Staatssekretär Land- r i e d über die „Mobilisierung der deutschen Wirt- chaft". Hierin betont Staatssekretär Landsried, daß die neuen englisch-französischen Maßnahmen gegen den deutschen Export das Exportprogramm Deutschlands — wie dies auch Minister Funk in Wien darlegte — nicht im gering st en b e- einträchtigen könnten, da die Reichsregierung Mittel und Wege zur Verwirklichung des Exportes in dem ihr geeignet erscheinenden Ausmaß finden werde. 'Die neutralen Staaten würden auf eine weitere Belieferung durch Deutschland größten Wert legen, um so mehr, als die französische und die englische Industrie, die nicht einmal ihre Dorkriegslieferungen aufrechtechalten könne, sich bisher als unfähig erwiesen habe, gewisse deutsche Lieferungen zu ersetzen. Ueberdies habe sich die deutsche Wirtschaft bereits in Friedenszeiten in so starkem Ausmaß den Erfordernissen der Wehrmacht angepaßt, daß die Umstellung auf die derzeitigen Notwendigkeiten des Krieges etappenweise erfolgen konnte. Was die lebenswichtigen Rohstoffe anbelange, so sei Deutschland auf unbegrenzte Zeit versorgt. Ueberdies habe die Autarkie große Fortschritte gemacht. Das deutsche Volk stehe heute, wie Staatssekretär Landsried abschließend betonte, vollkommen geschlossen hinter dem Führer und kenne nur ein Ziel, den siegreichen Abschluß des Deutschland aufge- zOungenen Krieges. In diesem Bewußtsein nehme Berlin, 31.3an. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. 3m Westen nur geringe Gefechtstätigkeit. Die Kriegsmarine verstärkte in der letzten Zeit ihre U-Voot-Abwehr in der Deutschen Bucht durch vermehrten Einsatz von U-Boot-3agdstreitkräften und anderen U-Boot-Ab- wehrmitteln. Deutsche Fliegerverbände wurden auch im Laufe des 30. 3anuor zur Aufklärung über der Nordsee und der englischen Küste von den Orkneys bis zur Themse-Wündung eingesetzt, hierbei mürben — wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben — wiederum sieben bewaffnete Handelsschiffe versenkt, ein weiteres schwer und mehrere andere leicht beschädigt. Außerdem wurden zwei britische Dorposten- boote zum Sinken gebracht. Trotz stärkster Flak- Abwehr von allen angegriffenen Schiffen und trotz Einsatzes zahlreicher feindlicher 3äger wird nur ein eigenes Flugzeug vermißt. Der Luftkrieg über Ges. Gelegentlich versuchen die Engländer noch, fid) über die deutschen Luftpatrouillen lustig zu machen, die mit geradezu peinlicher Regelmäßigkeit immer wieder an den Küsten Albions auf- tauchen. Aber diese gewisse Wurstigkeit, mit der die Londoner Propagandisten ihre Angst vor der Oeffentlichkeit zu verheimlichen suchen, ist doch langsam im Schwinden begriffen. Die Hartnäckigkeit, mit der die deutschen Aufklärer ihre Kundschaster- flüge über der Nordsee und den brittschen Inseln durchführen und mit der sie ein en gli s che s Handelsschiff nach dem andern auf den Meeresgrund schicken, ist doch zu offenbar und zu erfolgreich, als daß sich die Insulaner über - diese Gefahr nicht schließlich voll Rechenschaft ablegen müßten. Tägliche Dersenkungszistern von 20 000 Tonnen und darüber, wie sie in der letzten Zett wiederholt verzeichnet werden mußten, erfordern schon eine ernsthafte Betrachtung der englischen Kriegführung. Mit bloßen Witzen und Ableugnungsversuchen ä la Churchill ist da nichts mehr zu machen. Bezeichnenderweise hat der Londoner Rundfunk auch den großen Schlag der' deutschen Luftwaffe vom 29. Januar nicht mehr abzuleugnen möchten nicht erwünscht. Je näher die Tagung der Außenminister des Balkanbundes in Belgrad heranrückt, desto intensiver wird der Druck, der von Diplomatie und Presse der Westmächte auf die Balkanhauptstädte gerichtet wird. Es hat aber den Anschein, daß der einst auf dem Balkan ihrer Aufnahme günstige Boden steril geworden ist. Man kann auf Grund der aus Istanbul vorliegenden Meldungen über die Stimmung in den maßgebenden türkischen Kreisen erwarten, daß auch die Türkei nicht aus der Reihe geraten werde. Erne Gewähr dafür, daß das Ergebnis der Beratungen von Belgrad den Bestrebungen Italiens und seiner Freunde auf dem Balkan und im Donauraum entsprechen wird, erkennt man in Rom in der jüngsten Aeußerung des jugoslawischen Außenministers Cincar Markowitsch, der Pressever- tretern gegenüber betont hat, daß der Wille zur Erhaltung des Friedens und der Neutralität des Südofttaumes von allen Balkanstaaten geteilt werde, mögen sie nun dem Balkanbund angehören oder nicht. das deutsche Volk die notwendigen Einschränkungen auf sich, da es die Gewißheit habe, daß alle diese Opfer zum Siege der deutschen Sache beitragen werden. Die Lücken in Englands Blockade. Ein schweizerisches Urteil. Genf, 31. Jan. (Europapreß.) Zu den Wirtschafts- und Blockadeschwierigkeiten Englands schreibt der stets gut unterrichtete Londoner Korrespondent der „Nationalzeitung" in Basel: „Die Sehnsuch^ nach einem ft arten Mann im Kriegskabinett, der einen umfassenden Wirtschaftsplan aufzustellen und durchzuführen Hätte, wird meist damit begründet, daß dieser Krieg ein totaler Krieg sei. Der wahre Grund aber ist ein anderer. Er besteht darin", so sagt der neutrale Londoner Korrespondent, „daß man das Deutsche Reich in diesem Kriege nur unzulänglich blockieren kann." Er fährt dann fort: „Im Weltkriege hatte der Blockadering nur im Norden eine Oeffnung. Heute klaffen breite Lücken f ast an allen Seiten. Die See- sperre kann nur einen Teil der deutschen Aus- unb Einfuhr, unb auch biefen nur mittelbar treffen, unb einen anderen Teil überhaupt nicht. So ist es bas Hauptziel Englanbs, ben Krieg ausj u breite n , um die Blockadelücken zu schließen und sich, sofern das nicht genügt, der wichtigsten Rohstoffquellen des Reiches und, wenn nötig, Rußlands zu bemächtigen." ober durch rührselige Geschichten von „toten Hunden" ober „geborstenen Fensterscheiben" zu bagatellisieren gewagt. Wenn auch widerwillig, so muß die englische Seemacht dennoch einen neuen Faktor in der Ge samtkriegführung anerkennen, der ihre ganzen Traditionen, aber auch ihre vor dem Kriege gefaßten Zukunftspläne über den Haufen zu werfen droht: nämlich den Luftkrieg über See. Dieser neue überraschende Faktor wirb von ber- selben Bedeutung sein wie die im Weltkrieg plötzlich austauchende U-Boot-Waffe, ja, sie an Entscheidungskraft für den Ausgang des Kampfes vielleicht noch übertreffen. Die Todeszone um England Amsterdam, 31. Jan. (DNB.) Unter den britischen bewaffneten Handelsschiffen, die am Dienstag an der englischen Ostküste von deutschen Fliegern angegriffen wurden, befanden sich nach hier eingegangenen Meldungen der britische Petroleum- dampfer „British Triumph" (8500 Brgt.) und der britische Kohlendampfer „C o r y t o n" (4553 Brgt.). In London wird mitgeteilt, daß der britische 2178-Br^t.-Dampfer „Giral da" bei ben Orkney-Inseln gesunken ist. Die gesamte Besatzung von 16 Mann hatte sich in ein Rettungsboot begeben, bas aber kurz vor ber Küste kenterte, so daß alle umkamen. Der englische Dampfer „S t a n b u r n" (2800 Brgt.), ber Montag von beutschen Flugzeugen an ber englischen Küste angegriffen würbe, kenterte, nur zwei Mitglieber ber Mannschaft, bie aus 21 Perstonen bestand, konnten gerettet werden. Von dem brittschen Dampfer „B a n c r e st" (4450 Brgt.) kamen Mittwoch 8O8-Rufe: ber Dampfer befindet sich an ber Norb- küste Schottlands in Seenot. Der griechische Dampfer „A d a m a t i o s P i t h i s" (4000 Brat.) ist an ber englischen Westküste „gescheitert". 28 Mitglieder der Besatzung konnten sich an die Küste retten. Am 30. Januar sind wieder zwei dänische Schiffe oerlorengegangen. Zugleich mit dem Dampfer „Engl a n d" (2319 Brgt.) ist auch der Dampfer „F r e b e n s b o r g" (2094 Brgt.) untergegangen. Beibe Dampfer finb zusammen gefahren und wollten nach England. Der belgische Dampfer „Eminent" traf mit der elf Mann starken Besatzung des norwegischen Dampfers „S k u d e" (410 Brgt.) in Brügge ein. Dos Schiff ging zwischen Harwich und Yarmouth unter, da es auf ein Schiffswrack gestoßen ist. Kübel des Haffes. Der französische Ministerpräsident D a I a b i e r hat eine Runbfimkrede gehalten, bie flehentlich um eine bessere innere Front in Frankreich wirbt. Aber wenn er vor ben nationalsozialistischen Agenten warnt, bie angeblich bie Franzosen verhetzen, wenn er versichert, diese „Flüsterpropaganda" mache sich sehr bemerkbar unb ber französische Arbeiter müße boch „zu bem wirklichen Frankreich zurück- inben", bann steht biefes Bitten boch in merkwür- bigem und schneidendem Gegensatz zu seiner Behauptung, Frankreich habe seine Grenzen nicht ber inneren Zwietracht geöffnet. Der Pariser „Drbre" hat gerade jetzt zu ber am Freitag beginnenden Kammerbebatte über die Zensur geschrieben, bas französische Volk besitze ein Recht zu verlangen, baß man ihm bie volle Wahrheit sage, unb im „Jour" wirb geklagt, bie Taktik ber Regierung gehe dahin, jede Wahrheit, deren Kenntnis unangenehm werden könne, zu verheimlichen. Daladier aber schiebt bie von seinen eigenen Regierungsorganen angeprangerten Sünden ben „Nazis" in bie Schuhe und beweist bamtt lediglich, daß er seit München immer tiefer auf ber schiefen englischen Ebene gerutscht ist. Ob bie Franzosen ber Heimatfront dem Ideal Dalabiers, wie bie Frontsoldaten zu leben, nacheifern wollen, können wir nicht entscheiden. Die frühstückenden englischen Minister unb die parlamentarischen Aborbnungen, bic sich die Westmächte gegenseitig auf ben Hals schicken, haben (ebenfalls in ihrem persönlichen Lebenskreis noch nicht gezeigt, baß sie biefes Ideal Vorleben, und wir glauben, baß ber Durchschnittsfranzose Herrn Oer Wehrmachtsbericht Vernichtung einer feindlichen Sicherung westlich Saarlautern. Berlin, 1. Februar. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen geringes Artilleriefeuer. Ein eigener Spähtrupp vernichtete am 30. 3anuar eine feindliche Sicherung im Grenzgebiet westlich Saarlautern und kehrte ohne Verluste zurück. Die deutsche Luftwaffe setzte die Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien fort. Englisches Vorpostenboot von deutschen Fliegern versenkt. 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das englische Vorpostenschiff «East D u d g e o n" ist von deutschen Fliegern versenkt worden. Acht Wann der Besatzung' sind ertrunken. „Wir sind im Kriege " Mailand, 31. Jan. (Europapreß.) lieber die Tragweite ber Neutralität unb Nichtkriegführung vertritt ber „Popolo b'Jtalia" in einem Aufsatz unter der Ueberschrist: „Wir sind im Kriege" die Ansicht, baß Italiens Wirtschaft schon im Kriege stehe unb auf diesem Gebiet keine Schlacht verlieren dürfe, um seine Unabhängigkeit zu retten unb mit allen seinen Kräften sich zu sichern. Italiens Nichtkriegführung verpflichte nicht zur Unparteilichkeit wie bie Neutralität. Wenn Italien auch Gewehr bei Fuß bleibe, so sei es boch eine aktive unb baher parteiische Hauptperson bes Weltbramas. Es fei parteiisch, da es unter bem Drang seiner berechtigten Interessen, bie in Versailles verletzt unb während zwanzig Jahren bes Völker- bunbes verkannt worben seien, an der Entwicklung wie am Ausgang bes Konflikts stark interessiert sei. Da ber Krieg nicht mit ben Waffen allein ausgetragen werbe, betrachte sich Italien als im Kriege b e f i n b l i ch. Es ergreife zwar keine militärische Initiative, treffe aber alle wirtschaftlichen Vorsorgen. Englanb habe übrigens kein Geheimnis aus feiner kriegerischen Absicht gemacht, seine Ziele ohne ober mit möglichst wenig Kämpfen zu erreichen. Italienische Polizeibataillone. Parade vor dem Duce. Rom, 31. Jan. (Europapreß.) Der Duce hat auf ber Via bel Jmpero bie Parabe bes mobilen Polizei-Bataillons abgenommen, bas kürzlich als erstes von sechs berartiaen Bataillonen gegrünbet worben ist, bie den Polizeidivisionen Italiens beigegeben werben sollen. Diese Bataillone, bie im Kriegsfälle sofort bem Heere ungegliedert werben, zeichnen sich burch eine besonbers große Wirkung ihrer Feuerwaffen aus. Das Bataillon, besten Front ber Duce am Mittwoch abschritt, setzt sich zusammen aus einer Kompanie mit schnellen Panzerwagen und motorisierten Luftabwehrgeschützen, einer motorisierten Maschinengewehr-Kompanie, je einer Rabfahrer- und einer Schiläufer-Kompanie, einer mit Melbehunden ausgerüsteten Kompanie, einer mit Schnellfeuergewehren bewaffneten Kompanie unb schließlich einer Füsilier-Kompanie. Die Gesamtstärke bes Bataillons beträgt 600 Mann. Nachbem Mussolini bie Front ab geschritten hatte, ließ er bie Formationen im Parabeschritt an sich vorbeimarschieren. Eine große Menschenmenge, die durch bas militärische Schauspiel angezogen worden nischen Telegraphenagentur unb gegen 60 ehemalige war, bereitete bem Duce stürmische Kundgebungen. „Deutschland mit lebenswichtigen Rohstoffen aus unbegrenzte Zeit versorgt" Die neue Aktion her deutschen Luftaufklärung. Verstärkung der U-Boot-Abwehr in der Deutschen Bucht. Oie Welt unter -em Eindruck -er Mrerre-e i hat". Donfzedek" sagt, mit schneidendem Ton habe Hitler die Deutschlands | englische Behauptung widerlegt, daß der jetzige In in als Schwedische prefsestimmen Stockholm, 31. Januar. (Europapreß.) Diese Vorgänge im Wilnagebiet erklären auch die in letzter Zeit verstärkte englisch-polnische Propaganda über angebliche Greueltaten der deutschen Verwaltung des besetzten Gebietes. Durch die Fabrizierung von Hetzmeldungen, die auf mitleidige Gefühle in den neutralen Ländern spekulieren, will man offenbar nicht nur den Eindruck der amtlichen deutschen Veröffentlichungen über die unmenschlichen polnischen Greueltaten an den Volksdeutschen in ganz Polen abschwächen, sondern auch die vom Wilna-Gebiet aus versuchten Terroraktionen im besetzten Gebiet verschleiern, denen selbstverständlich von der deutschen Seite, zumal im Kriege, mit Sicherheitsmaßnahmen wirksam begegnet werden muß. diers gewertet. „Stockholms Didningen" schreibt: „Die Rede stellte eine Manifestation der deutschen ausführlichen Auszügen wird die Führerrede Schweden wiedergegeben und von der Presse eine deutliche Antwort auf die Ausführungen Dala« Keine deutsche Racheaktion in den ehemals polnischen Gebieten Gauleiter Greiser vor der Auslandspreise. gen zu treiben. Das Echo in Rumänien. Bukarest, 31. Jan. (Europapreß.) Die aufrüttelnde Rede des Führers hat auch in Rumänien bei allen, die sie am Rundfunkapparat horten, einen großen Eindruck hinterlassen. Besonders die beißende Ironie, mit der Adolf Hitler Chamberlam als den Teufel charakterisiert hat, der sich der armen Seele mit dem Gebetbuch nähere, hat bei vielen Hörern Zustimmung und Verständnis gefunden, zumal man gerade hier den Attacken dieser typisch englischen Mentalitätsmischung besonders ausgesetzt war Amtliche Aeußerungen zur Führerrede sind noch nicht zu erhalten, da man das Vorliegen des Wortlautes abwarten will. Auch die Zeitungen enthalten sich noch jeden Kommentars, bringen aber die Rede in großer Aufmachung heraus. „Evenimentul" hebt in der Ueberfchrift die Worte des Führers hervor, daß Deutschland, was man auch immer versuchen werde, nicht in Stücke geschlagen werden könne. Die Stelle, an der Adolf Hitler von dem Landbesitz der Eng- länder und Franzosen auf der einen und Deutschlands Landarmut auf der anderen Seite sprach, bringt das Blatt in Fettdruck. Der Widerhall in Ungarn. nicht sein volles Recht erhalten allen Blättern wird die Forderung . , nach Kolonialbesitz in großer Aufmachung wiedergegeben und als bezeichnend dafür gewertet, daß Deutschland an seinem Kriegsziel der Zerschmetterung des britischen Weltreiches unnachgiebig festhalte. „Svenska Dagbladet" und „Dagens Ryheter" heben den Passus hervor, in dem der Führer das deutsch-russische Verhältnis behandelte und feststellte, daß es keinerlei Macht gelingen werde, einen Keil zwischen die auf gegenseitige Interessen aufgebauten deutsch-russischen Beziehun- ich nach dem englischen Zweiparteiensystem aus Konservativen und Liberalen zusammen, wobei die Liberalen eine erdrückende Mehrheit von 179 Sitzen hatten. Kanada besteht aus- neun Provinzen, von denen jede einen Gouverneur, eine Regierung und ein Unterhaus hat; sie alle unterstehen der Regierung in Ottawa, wo auch der britische Generalgou- ocrneur residiert. Der Generalgouoerneur ist der persönliche Vertreter des Königs von England, dessen Person heute die letzte verfassungsmäßige Bindung Kanadas an England darstellt. Im Frühsommer vergangenen Jahres betrat mit Georg VI. zum erstenmal ein englischer König den Boden Kanadas, das ursprünglich eine Kolonie Frankreichs gewesen ist. Von den Vereinigten Staaten ist Kanada durch eine 5000 Kilometer lange völlig offene und teilweise noch nicht einmal gekennzeichnete Grenze getrennt. Wie erinnerlich, spielte der Gedanke einer stärkeren politischen und wirtschaftlichen Annäherung Kanadas an die USA. im vergangenen Jahre wiederholt eine Rolle in maßgeblichen Krei-. sen Washingtons. An dem englischen Kriege ist Kanada bisher außer durch Rüstungslieferungen, Weizen usw. nur durch ein Fliegerkontingent von ungefähr 170 Mann beteiligt. Die Bevölkerung Kanadas ist dafür bekannt, daß sie auf keinen Fall In einen Krieg verwickelt zu werden wünscht, ganz gleich, ob in Europa oder in der neuen Welt. Das erscheint sehr begreiflich an einem Lande, das über sämtliche natürlichen Schätze der Erde in reichstem Maße verfügt und trotzdem bei einer Bevölkerung von nur 11 Millionen eine volle Million Arbeitsloser hat. „Ratlosigkeit in England und Frankreich." Rom berichtet über das Echo derFührerrede Rom, 31. Jan. (DRB.) Bei der Wiedergabe des ersten Auslandsechos der großen Führerrede stellen die Korrespondenten der römischen Abendblätter die riesige Begeisterung sowie r e st - lose Zustimmung des gesamten deut- chen Volkes der großen D e r l e g e n h e i t i n b Ratlosigkeit in England und Frankreich gegenüber, wo man erfolglos bemüht sei, die beweiskräftigen Argumente des Führers von der „Macht und dem Recht Großdeutschlands" zu entkräften und zu verdrehen. Großes Interesse habe in London Hitlers Erklärung über die Gemeinsamkeit der Auffassung und der Interessen zwischen Deutschland und Italien ausgelöst, eine Erklärung, die manche in den vergangenen Wochen von Zeitungen und Zeitschriften aeäußerten Hoffnungen und Ansichten zerstöre. Auch ohne die Worte des Führers zu verstehen, hätten die ausländischen Hörer der von Begeisterung getragenen Kundgebung im Sportpalast folgen können und sich dabei von dem Enthusiasmus und dem Glauben überzeugeck können, der den Führer umgebe, sowie von der Stärke des Bandes, das Adolf Hitler mit den Massen vereine. Alles in allem könne man in den Worten des Führers den unbeugsamen Willen des Reiches sehen, sich nicht auf Kompromisse einzulassen. Daiadier und die Kriegshetzerclique stärker danach beurteilt, als es diesen Plutokraten lieb sein dürfte. Der französische General D u v a l hat in Belgien, das es mit seiner Neutralität für vereinbar hält, sich hn eigenen Land französische Hetzreden anzuhören, die schroffsten Ausdrücke geaen Deutschland gebraucht und d'e Forderung aujZeuellt, Frankreich brauche gerade al- Demokratie einen Diktator und ein „autoriiores Regime". Dcladier, Duvals Freund. , glaubt vielleicht, dieser D't'ator zu sein. Er schüttet allerdings mit in ganzen Kübeln die Schmutzjauche des Haßes und der Wut gegen Deutschland, er ist ■ nur der Diktator dieser Geiserwellen, die, wie er selbst sagt, die „A n g st der kleinen Völker, die noch frei geblieben sind", also der Neutralen, steigern und sie vor der Versklavung warnen sollen, der wir Deutsche angeblich untertan sind. Man kennt die Weise, man kennt den Text, man kennt auch die Verfasser. Nach Churchills unverschämter Aufforderung an die Neutralen, Frankreich und England aus den Kriegsnöten zu retten, nach der geradezu tollen Aufforderung des Pariser „Temps" an Belgien, eine „Präventtvinterven- tion" der Franzosen und Engländer zu dulden, damit also der Degenknopf dieser Mächte zu werden, die zum Dorbeugungskneg gegen Deutschland schritten, kommt dieser Appell Daladiers um so mehr zur rechten Stunde, als die Westmächte auch im Südosten Europas einen neuen Kriegsschauplatz finden möchten und Rumänien unter einen Druck stellen, der in seiner unverschämten Art sich allen Weltkriegsuntaten der Alliierten würdig an die Seite stellt. Weshalb dieses Ansinnen an die Neutralen? Nun, die Plutokraten gebrauchen dringend Hilfs- truppen, denn Deutschland ist nach Daladiers Meinung „von großer materieller Stärke", und diese Macht sei „eine der schrecklichsten der Welt". Hierzu paßt die Erkenntnis Winston Churchills, der in seiner letzten wirren Rede immerhin die Entdeckung machte, daß Deutschland „bie größte Armee und die stärkste Luftwaffe der Welt" be- sitze. Aber diese Erkenntnisse Daladiers und Chur- chills kommen reichlich spät. Die plutokratischen GeDsäcke haben das großzügiae Friedensangebot des Führers abgelehnt und werden jetzt die folgen tragen müssen. Auch Daladiers wüste Schimpfworte ändern nichts daran. Wenn der französische Regierungschef behauptet, Deutschland strebe nach der Vorherrschaft, die Nazis gingen auf die totale Vernichtung der Meinen Nationen aus, Oesterreich, Böhmen und die Slowakei feien heute nur Länder der Verzweiflung, — dann müssen wir doch fragen: Wo befindet sich Daladier eigenllich? Weiß er nichts von der überströmenden Freude, mit der die Ostmark zu uns zurückkehrte, nichts von der durch den Präsidenten Dr. Hacha freiwillig vollzogenen Einbeziehung Böhmens in das Reich, nichts von dem Willen der Slowaken, ihre Unabhängigkeit durch Zusammenarbeit mit Deutschland zu wahren, nichts von dem gewaltigen Zug der Deutschen aus den östlichen Rand- staaten, die mitten im Kriege sich für die Heimkehr ins Reich entschieden, nichts von den Südtirolern, die freiwillig ihre italienisch gewordene Heimat verließen, um mit den Volksgenossen im Reich eine Gemeinschaft zu bilden, obgleich dieses Reich in einem Kampf um Leben und Tod gegen haßerfüllte Feinde steht? Wer hat das Gleichgewicht der Kräfte verschoben, wenn nicht seit Jahrhunderten das Frankreich der Daladier, Clemenceau und Richelieu? Heute ist der chauvinistische Geschichtsschreiber Jacques Bainville wieder der Prophet des französischen Dernichtungs- wahnes geworden, jener fanatische Historiker, der selbst das Versailler Diktat noch zu schwächlich fand, der dagegen die Raubkriege eines Ludwig XIV. und den Imperialismus eines Bonaparte als nachahmenswerte Beispiele einer neuzeitlichen Politik feierte. Was dieser Bainville einst aussprach, das möchte Daladier jetzt verwirklichen. Er hat jenen Hegemonierequngen wieder zur Auferstehung verhalfen, er möchte den Kreuzzug aller Freimaurer, Juden und Plutokraten gegen das neue sozialistische Deutschland fuhren, und das nennt er den Beherrschungswillen — der Nazis? Es ist fast widerwärtig, diesem hassenden Lügner, der so zur Kreatur der jüdischen Plutokratie herabgesunken ist, die Wahrheit vorhalten zu müssen. Aber Daladier regiert in Frankreich, und jedes Land hat die Leitung, die es verdient. E. S. Oie Auflösung des kanadischen Parlaments. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Der Reichsstatthalter des Warthegaues Gauleiter Greiser nahm während eines dienfttichen Aufenthaltes in Berlin Gelegenheit, einer Anregung ausländischer Pressevertreter zu folgen und vor chnen über den Aufbau im Wartheland zu sprechen. Gauleiter Greiser schilderte den Zustand, in welchem sich das Land befand, als er nach der Wiedereroberung des Gebietes durch die'deutschen Truppen den Aufbau in Angriff nahm. Die Verstümmelungen und grausamen Entstellungen der im Laufe der Zeit in allen Teilen des Warthelandes aufgefundenen Opfer des organisierten polnischen Mordterrors waren furchtbar, und man könnte es durchaus entschuldbar finden, wenn die Antwort auf diese alle Begriffe europäischer Kultur und menschlicher Gesittung verleugnenden Untaten einer Aktion der Vergeltung und der Rache gewesen wäre. Jedoch nicht der Geist des Hasses, sondern der Ordnung und des Rechtes war es, der uns leitete, als mir an die Aufgabe der Wiedererrichtung europäischer Zustände im Wartheland herantraten. Schon am 22. September, also in einer Zeit, in der die vollziehende Gewalt noch in der Hand des Mili° tärbefehlshabers ruhte und das Wartheland noch unter Kriegsrecht stand, wurde die ordentliche Gerichtsbarkeit eingeführt. Obwohl wir es also durchaus in der Hand gehabt hätten, die SchrK- digen in einem beschleunigten Verfahren standrechtlich ober kriegsrechtlich abzuurteilen, wurden die Fälle der polnischen Greultaten an den Volksdeutschen in über 1000 normalen Gerichtsverfahren verhandelt. Von der Sorgfältigkeit, mit der die Schuldfrage geprüft wird, zeugt das am 17. und 18. Januar 1940 vor dem Sondergericht in Posen verhandelte Verfahren gegen Luczal und 21 weitere Angeklagte, bie eine zu Kriegsbeginn bei Pofen zur Landung genötigte deutsche Flugzeug- besatzung unmenschlich mißhandelt und ausgeplündert hatten. Von den 22 Angeklagten wurden acht Angeklagte zum Tode, fünf zu Zuchthaus und 2 Angeklagte zu Gefängnis Der- urteilt, mährend sieben Angeklagte, das ist f a st e i n Drittel, freigesprochen wurden. Bekanntlich haben die Polen bei Kriegsbeginn die gesamten Insassen von Zuchthäusern. Gefängnisien und Irrenanstalten entlassen, darunter größtenteils Mörder, Totschläger u n d R ä u b e r, die besonders in den ersten Kriegstagen die polnische Bevölkerung drangsalierten, aus- plünderten und an Leib und Leben bedrohten. Daß mir nun zur Beseitigung dieser Zustände keine Glacehandschuhe angezogen, sondern energisch und ohne Rücksicht durchgegriffen haben, ist selbstverständlich. Anhand einer großen Reihe praktischer Beispiele führte Gauleiter Greiser den Beweis, daß im Warthegau alle vorhandenen Kräfte eingesetzt werden, um das Land wieder aufzubauen und die Dernachlässigungsschäden auszugleicben, die ihm durch zwanzigjährige polnische Wirtschaft zugefügt morden sind. Oie polnischen Geheirriorganisalionen im Wilnogeb'et. Kowno, 31. Jan. (DNB.) Aus Wilna kommen immer mieder Nachrichten von polnischen Versuchen, 1 illegale Organisationen aufzuziehen, um im litauischen Gebiet, aber auch in den benachbarten von Deutschland und Rußland । besetzten Gebieten Terrorakte durchmführen. l Insbesondere wird versucht, mit Warschauer > polnischen Kreisen Kontakt zu halten und , den Wider st and gegen d i e deutschen ’ Ordnungsmaßnahmen zu schüren. Boi i Haussuchungen stieß die litauische Staatssicherheits- > stelle u. a. auf mehrere Geheimsender. Unter : den Verhafteten befinden sich namhafte Perfönlich- t feiten aus dem Lehrerkreis der bisherigen pol» I nischen Universität in Wilna, der ehemalige Leiter der ! polnischen Telegraphenagentur und gegen 60 ehema» - lige polnische Militärpersonen und Studenten. Man - glaubt den Hauptdrahtziehern, die für die immer wieder genährte Unruhe in den ehemals polnischen Gebieten verantwortlich sind, auf der Spur zu fein. Oer vierte Opfersolmtag brachte 12,8 Millionen. Wieder ein überwältigender Sieg an der inneren Front. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Der am 14. Januar 1940 durchgeführte vierte Opfersonntag des Kriegs- winterhilfswerkes brachte wieder den Beweis dafür, daß die innere Front ihre Schlachten genau so tapfer zu schlagen weiß, wie an der äußeren Front unsere Soldaten dafür Sorge tragen, daß kein Feind den deutschen Boden betritt. Während aus naheliegenden wirtschaftlichen Gründen der dem Weihnachtsfest folgende Monat Januar im allgemeinen ein geringes Absinken der WHW.-Aufkommen zu verzeichnen hatte, beweisen 12 852 451,42 Reichsmark, die das deutsche Volk in die Listen bewerten Opfersonntags eintrug, daß es mit dieser Summe seiner Führung gerade in Kriegszeiten e i n besonders deutliches Vertrauensvotum aussprechen wollte. Gegenüber dem Eintopfsonntag des Januar 1939 hat sich das Ergebnis um 4 684 305,26 RM. gleich 57,35 v.H. erhöht. Dementsprechend steigerte sich das Aufkommen je Haushalt in Grohdeutschland von 36,99 Rpf. auf 57,79 Rpf Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, daß der Gau Sudetenland mit dem Ergebnis dieses Opfersonntaaes allein aus den bisher statt- aefunbenen Reichsstraßensammlungen und Opfersonntagen bes Kriegswinterhilfswerkes (ohne bit Opfer von Lohn unb Gehalt, ohne die Firmenspen- den und andere WHW.-Aufkommen also) fast 5 Millionen R M. für das Kriegswinterhilfs- werk opferte. Dieser Gau, dessen „unglückliche Bewohnet Herr Chamberlain nach dem englischen „Enbsieg" zugleich mit den Sachsen und den Bewohnern der Bayerischen Ostmark in eine vergrößerte Tschecho-Slowakei zurückführen will, eine in ihrer Schärfe wohl nicht zu überbietende Antwort auf diese englischen Bealückungspläne erteilt, eine Antwort, die gleicherweise die Dankbarkeit der Sudetendeutschen für die Befreiung vom Benesch-Ter- ror deutlich ausdrückt. Einheitliche Führung -es deutschen Handwerks. Eine Arbeitsgemeinschaft errichtet. Berlin, 1. Februar. (DNB.) Die Aufgaben des deutschen Handwerks werden mit Zustimmung des Reichsorganisattonsleiters Dr. Ley und hes Reichswirtschaftsministers Funk von jetzt ab durch eine Arbeitsgemeinschaft einheitlich geführt. Auf einer Arbeitstagung umriß Dr. Ley die Aufgaben des Handwerks. Er betonte das schöpferische Wirken der Hand. Auch hier offenbare sich die deutsche Rasse und die deutsche Seele. „Dieses handwerkliche Können hat unsere Kultur bestimmt. Dieses handwerkliche Könen ist auch in unserer Zeit zum Einsatz dringend erforderlich, denn mit Träumerei und falscher Romantik könne man diese Zeit nicht meistern!" Dr. Ley erläuterte dann die Rolle, die das gesamte handwerkliche Schaffen in der Er« Krieg die Gerechtigkeit für Europa sichern werde. „A Mai Nap" sagt, Adolf Hitler habe nicht ver- heimlicht, daß er die Gegensätze zwischen den Besitzenden und den Habenichtsen hervorheben wolle. Dadurch solle der soziale Klassenkampf zwischen den Staaten und Völkern zu einem weltpolitischen Faktor erhoben werden. Zwischen Deutschland unb Rußland bestünden heute keine Gegensätze mehr in her. Frage, daß der Besitzstand der Völker neu geregelt werden müsse. „Füg- getlenseng" weist auf die außerordentlichen Erfolge hin, die das Deutschland Adolf Hitters in den sieben Jahren seine Bestandes erzielt hat. Was in dieser Zeit in Deutschland geschehen sei, zähle zu den größten Leistungen der Weltgeschichte. Das erniedrigte Deutschland sei heute die stolzeste und am meisten gefürchtete Macht der Welt. Das ehemals abgerüftete deutsche Heer sei das größte und modernste Heer Europas. Amerika nn- die Zniermerunqssraae Rio de Janeiro, 30. Januar. (DNB.) Auf der amerikanischen N e u t r'a l i t ä s kaufe r e n z wurde eine Entschließung zur Inter- nierungsfrage bekanntgegeben. Man geht davon aus, daß die Internierung im einzelnen eine Angelegenheit des internen Rechts eines jeden einzelnen Staates und weiterhin, daß die Internierung nicht als eine Strafaktion, sondern als ein Mittel internationaler Sicher- beit zu betrachten sei. So heißt es, daß die Gewohnheit, Offiziere gegen Ehrenwort fteizulasfen, abzulehnen sei. Die Konferenz empfichtt den ameri- kanischen Staaten ein Grundgesetz, das die konsequente Internierung aller Angehörigen kriegführenden Streitkräfte sowie die Beschlagnahme des Kriegsmaterials vorsieht, gleichgültig ob die Besatzungen kriegführender totreitfräfte frei willig oder unfreiwillig, infolge Schiffbruch oder Ungtückssall in das neutrale Land kommen. Soweit Internierte ihren Unterhalt nicht selbst verdienen können, soll der neutrale Staat für Unterbringung, Ernährung und Kleidung nach den Regeln der Menschlichkeit sorgen. Der neutrale Staat soll berechtigt sein, periodisch die Rückerstattung der Jnternierungskosten durch bie Kriegführenden zu verlangen. Nun haben ckuch die Kanadier einen trefflichen Anschauungsunterricht dafür erhalten, wie es mit der Auslegung der demokratischen Rechte und Freiheiten durch England bestellt ist. Ihr Parlament ist auf Geheiß der Londoner Regierung durch den kanadischen Premierminister aufgelöst worden, um es durch eine Volksvertretung zu ersetzen, die in jeder Beziehung gewillt und bereit ist, den Wünschen Englands Rechnung zu tragen. Bisher war bas nicht der Fall, was in London wiederholt mißbilligend vermerkt wurde. England, das seine Kriege stets sehr gern durch fremde Bajonette führen läßt, hatte ursprünglich damit gerechnet, sofort Millionen wehrtüchtiger Männer aus den Gliedstaaten feines Weltreiches herausziehen zu können. Es batte sich aber verrechnet, noch immer find die Verluste, die bie andern für Enaland im Weltkrieg brachten, bei diesen nicht vergessen. Zuerst verspürte Süd- a f r i f a unmittelbar nach Kriegsausbruch die Faust Englands, die hier die demokratischen Rechte zerschlug und mit Hilfe des jetzigen Ministerpräsidenten Smuts die keineswegs deutschfeindliche Reaierung Hertzoq durch einen parlamentarischen Handstreich abhalfterte. Südafrika erklärte nach dem Gelingen dieses Streiches sofort den Krieg an Deutschland, aber bis heute sind die nun soaleich erwarteten süd- aftikanischen Bataillone ausgeblieben. Auch die Regierung Smuts hat es also nicht fertig gebracht, die südafrikanischen Männer zusammenzutreiben und nach England zu verfrachten. In Kanada wird man setzt dafür sorgen, daß die Wahlen eine Mehrheit im Parlament erbringen, die bedingungslos bereit ist, sich jedem Diktat des Vertreters der Krone, des Generalgouverneurs zu beugen. Wie der derzeitige Premierminister Mackenzie King zur Begründung der Auflösung des Parlaments ausführte, ist es ausschließlich der englische Krieg und seine Durchführung, der zur Beseitigung dieser Volksvertretung geführt hat. So, nun wissen die Kanadier, daß die Demokratie westlicher Prägung nichts anderes als Sckall und Rauch ist und daß keines ihrer Gesetze gilt, wenn die Erbpächter dieser Demokratie diese Gesetze mit den eigenen Interessen für unvereinbar halten. Kanada, das größte und älteste Dominion Englands, hat schon feit 1867 eine eigene verantwortliche Regierung, die dem Parlament, bestehend aus Senat unb Unterhaus, verantwortlich ist. Das jetzt aufgeföfte Unterhaus hat 245 Abgeordnete; es fetzte Für ein unabhängiges Südafrika. Amsterdam, 31. Jan. (DNB.) Aus Kapstadt wird gemeldet, daß zwischen den Führern der nationalen Opposition, General H e r tz o g und Dr. M a l a n , nunmehr eine Einigung erzielt worden ist. Die beiden nationalen Oppositionsführer wollen Südafrika als unabhängige Republik aus dem Verband des britischen Weltreiches losen und damit ein für allemal verhindern, daß Südafrika in die Kriege Englands verwickelt wird. Die gegenwärtige Parlamentsvertretung, so erklärt die Opposition, repräsentiere keineswegs den Willen der südafrikanischen Bevölkerung. Der englische Generalgouverneur, Sir Patrick Duncan, würde, wenn er seiner Sache sicher gewesen wäre, der Forderung nach Neuwahlen stattgegeben haben. Daß dies nicht der Fall war, ist ein Beweis dafür, daß er und die Regierung Smuts sich vor der Willenskundgebung der südafrikanischen Bevölkerung fürchteten. Welcher zweifelhaften Beliebtheit sich General Smuts als Handlanger englischer Politik in Südafrika erfreut, §cht auch daraus hervor, daß er sich mit einer eibwache von Detektiven umgeben hat. „Uj Magyarsag" meint, daß die Wirkung der Rede auf die Millionen des im schweren Kampfe stehenden deutschen Volkes gleichbedeutend mit der Begeisterung und erhebenden Wirkung jeder anderen Feierlichkeit gewesen sei, denn jedes Wort strahle Glauben und Selbstvertrauen aus. Die politische Bedeutung der Rede sei darin zu erblicken, daß sie angekündigt habe, der große Kampf werde durchgefochten werden. Zweifellos fielen auch die Aeußerungen sehr ins Gewicht, die Hitler über die deutsch-italienische Freundschaft unb über die unverbrüchliche Kontinuität der Außenpolitik gesprochen habe. „Magyar Nemzet" meint, daß vom außenpolitischen Gesichtspunkt aus der interessanteste Teil der Rede derjenige gewesen sei, in dem der Kanzler über die Beziehungen Deutschlands zu Rußland und Italien gesprochen habe. Das Blatt „Ujsag" hebt hervor, daß auch gegen Frankreich heftige Worte gesprochen worden seien und stellt fest, daß auf die Haltung Deutschlands gegenüber dem Balkan keine Anspielung gemacht worden sei. „ahx jtxux \ixuix xmx uHuiu|t|iunuH Budapest, 31. Jan. (Europapreß.) Die unga- Außenpolitik dar und zeigte deutlich, daß Deutsch- rische. Presse würdigt zumeist in eigenen Kommenland zu keinem Friedensschluß bereit ist, bevor es | taren die Bedeutung der Hitler-Rede. „Uj Nem- Schiffe im Geleitzug Einkommensteuer-Richtlinien für 1939. ie- Winterhilfswerk. Freie Fahrt für die deutschen Schiffe di uch blt lischt len her Durch uf mit- pekulie« nid der die un« Volks- m auch hop chleiern, fite, zu- wirk- 19 n rn der Anläßlich des Tages der nationalen Erhebung gibt das Krieg swinterhilfswerk an alle betreuten des WHW. S o n d e r b e t r e u u n g e n m Form von Wertscheinen im Gesamtbetrags von zehn Millionen Mark aus. Die Ausgabe erfolgt ab 30. Januar durch den Ortsbeauftragten für das Knegs- iebe„ dieser den L er’ ® am email 1 mo. 3 der trmpfe it der Ade. Bort men darin r°be «lden. ir ins enisch« 'ittimii kagyar eßchts. e der« äeVe. Age. r. H 'rochen Altung ilchie- ^itz, der. K voll«, nipj Ü. zu Zun. «ht Itonb Januar Äriep is daft, en au so .n Front aß kein end aur >er dm m alltzt' AufkoiN' 52451,42 isten de- lit dieser iten eia men?' »em Eia> Ergebm? erhöht- mmen je Apf. °vl ache, Ergebt her statt' i W ohne W -menspe"' iso) sä" interhO' kliche ®e* e« den eine v,en Mill, eiat = ülrt»» t-L * t der v» politische Zeitungs- und Rundfunkschau (Sin Gespräch mit Ministerialrat Fritzsche. schützt pflegt erW. chtt'. auf«* U[ti< Ul* ft in jiifln Kleine politische Nachrichten. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Poli- zei, Himmler, stattete dem o st o b e r s ch l e s i - schen Industriegebiet einen Besuch ab. Dabei besichtigte er einige große Industnewerke und hatte in der Regierungshauptstatt K a t t o w i tz Besprechungen mit führenden Männern von Partei und Staat über die in diesem Gebiet geleistete Aufbauarbeit. Ziehung vom Lehrling aufwärts spiele. Er würdigte bas Prinzip der Auslese und verlangte, baß der W e t t k a m p f g e d a n k e eine stetige Förderung erfahren müsse. Eingehend setzte er sich dabei mit der Frage des Nachwuchses auseinander und gab seinen Führern entsprechende Richt- tinien. Er erwähnte die in Bayern bereits in Durchführung begriffenen Versuche, das letzte Schuljahr der Volksschule der Berufsberatung dienstbar zu machen. Dr. Ley stellte für die künftige Arbeit des Handwerks drei Forderungen auf: 1. Herbeiführung .eines Mindestmaßes an Organisation, 2. Bildung von Kultu rgemeinschaften des Handwerks, 3. Errichtung von Lehrwerkstätten und Ge- meinschaftswerkstätten des Handwerks zur Ergänzung der Lehre beim Meister. Auch Schianzüge auf Sleiöerforfe. Nach einer Sonderregelung der Reichsstelle für Kleider und verwandte Gebiete können Schianzüge und ihre Einzelteile auch auf Reichskleiderkarte besagen werden. Der Schianzug für Männer ist mit 52 Punkten, die einzelne Schijacke mit 32 Punkten und die einzelne Schihose mit 20 Punkten zu bewerten. Das entspricht der Punktebewertung für normale Anzüge, da beim Schianzug 8 Punkte für die Weste wegfallen Der Schianzug für Frauen ist mit 45 Punkten, die einzelne Schijacke mit 25 Punkten und die einzelne Schihose mit 20 Punkten zu bewerten. Der Schianzug für Knaben und Mädchen ist mit 25 Punkten, die einzelne Jacke mit 15 Punkten und die einzelne Hose mit 10 Punkten zu bewerten. Bezugscheine auf Schianzüge und deren Einzelteile für Männer und Frauen sind nur an Sportlehrer und Sportlehrerinnen sowie solche anerkannten Schisportler auszugeben, deren Antrag auf Ausstellung des Bezugsscheines von der Reichsführung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen befürwortet worden ist. Oer Bezug von Gpinnstoffwaren für Säuglinge. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Um auf dem wichtigen Gebiet der Spinnstoffversorgung für Säuglinge künftig eine gerechte Verteilung zu sichern und die jungen und werdenden Mütter in dem notwendigen Maße mit Säuglingsausstattungen zu versorgen, hat der Sonderbeauftragte für die Spinnstoffwirtschaft den Bezug von E r st - lingsbekleidung und Erstlingswäsche sowie von Bettwarey für Erstlinae mit so- fertiger Wirkung bezugscheinpflichtig gemacht. Für den Bezug dieser Waren ist eine besondere Bezugs karte — ähnlich der Reichskleider- karte — in Vorbereitung, die in e tw a sechs Wochen an junge und werdende Mütter ausgegeben werden wird. Für die Zwischenzeit können zur Deckung des notwendiaen Bedarfes Bezugscheine von den Wirtschaftsämtern ausgestellt werden, die später auf die Bezug starte angerechnet werden. Antragsberechtigt sind werdende Mütter sowie Mütter von Kindern, die am 1. Februar 1940 noch nicht älter als zehn Monate sind. und ernsten Aufgabe, das Leben eines auf ihre Leistungen vertrauenden Volkes zu verteidigen und im Gegenangriff die Zufuhren des Gegners abzuriegeln. * Schon einmal — im Jahre 1917 — griff England in bitterster Not zur Einführung von Geleit- zügen. Es war ein Mittel der Verzweiflung, dessen Anwendung von der Admiralität nur mit erheblichen Schwierigkeiten in den eigenen Schiffahrts- kreisen durchgesetzt werden konnte. Handelsschiffe in einem bestimmten Hafen oder Punkt in See zu sammeln und gemeinsam unter ausreichender Sicherung nach ihren Bestimmungshäfen zu überführen, erscheint zunächst praktisch und nicht allzuschwer. Aber die Durchführung dieser Pläne stößt auf schwerwiegende Hindernisse. Sie erfordert einen riesenhaften Organisationsapparat, dessen einzelne Funktionen mit Pünktlichkeit ineinanbergreifen müssen, um nicht Verwirrung zu schaffen. Ein Beispiel: im Weltkriege waren allein in Gibraltar 314 Offiziere und 4660 Mann im Geleitzugdienst beschäftigt. Die selbständigen Dispositionen der Reedereien Geleitzüge — oder Konvois genannt — gehören zu den Mitteln, mit denen der Gegner der U- Bootsgefahr zu begegnen versucht. Obwohl sich einer der englischen Politiker des Weltkrieges, Lloyd Georges, als den Vater des Geleitzuggedankens bezeichnete, reicht die Geschichte der Geleitzüge, die schon zu den Zeiten der Hanse üblich waren, Jahrhunderte zurück. Um ihren im tiefsten Frieden von der Seeräuberei bedrohten Handel zu schützen, schlossen die H a n s e st ä d t e ihre reichbeladenen Koggen zu Konvois zusammen und gaben ihnen stark bewaffnete Kriegsschiffe, die man auch als Konvoischiffe bezeichnete, mit auf den Weg ourch die gefährdeten Gebiete, die sich meist an den Küsten erstreckten. Der Hamburgische Seebefehlshaber Admiral Karpfanger hat mit seinen Konvoischiffen, die von der Hansestadt eigens zum Han- delsschutz unterhalten wurden, manchen Sieg gegen die nahe den Handelsstraßen lauernden Kaper ausgefochten. Es war vor Helgoland 1678, zur Zeit als sich die Raubkriege Ludwigs XIV. auch über See gegen den deutschen Handel bemerkbar machten, als Karp- fanger mit seinem mächtigen Orlo-gschiff die angreifenden französischen Seeräuber in kühnem Angriff davonjagte und vernichtete, um die Hamburger Grönland-Flotte unversehrt in die Heimat zu bringen. Zu jenen Zeiten rauschte der Wind noch durch die Segel, sandten die schwerfälligen Breitseit- fanonen ihre vollen Bleikugeln aegen den Feind, hatte noch das Enterbeil mitzureoen und manchen harten Kampf Mann gegen Mann zu entscheiden. Die Zeit hat das Bild des Krieges geändert. Die totbringenden Hauptgegner der Konvois sind heute die Torpedos geworden, die Waffen der unsichtbaren grauen Boote, die auf den Seewegen des feindlichen Handels jagen, nicht um eigenen Beutegewinn zu erobern, sondern mit der schweren Wenn der feindliche Lügen- und Propagandakrieg so völlig wirkungslos bleibt, dann kann em Nicht geringes Verdienst daran Hans Fritzsche, Ministerialrat im Reichsministerium für Volksauskla- rung und Propaganda, für sich in Anspruch n eh - men, dessen politische Zeitungs- und Rundfunkschau unbestritten zu den Hörfolgen des deutschen Rundfunks gehört, die sich einer ständig wachsenden Beliebtheit erfreuen und stets viele Millionen 5)orer am Lautsprecher vereint finden. Wir hatten Gelegenheit, uns mit Hans Fritzsche über diese Sonderaufgabe, die ihm gestellt worden ist, zu unter- h*Aus'die Frage, wie das Echo aus der B e - nölterung über die- politische Zeitungs- und Rundfunkschau sei, brachte Ministerialrat Fritzsche zum Ausdruck, daß er sich stets von neuern darüber freue, aus den vielen Briefen, die taglm) in feine Hände gelangten, zu ersehen, welch starke n Anklang in der gesamten Oeffentllchkelt seine Betrachtungen gefunden hätten. Bis letzt hatte er nicht weniger als rund. 15 000 Fuschrif» ten erhalten, in denen die Absender nicht nur ihre volle Zustimmung zu diesen Sendungen betonten, sondern, wie Ministerialrat Fritzsche mit besonderem Nachdruck hervorhob, auch eine Unzahl von Anregungen und Hinweisen geben. Da erwähnt der eine eine bemerkenswerte Aeußerung Napoleons L und Maupasiants über die Engländer, ein anderer weist darauf hin, daß die Königin Maria von Rumänien einmal Churchill als „rothaarig, sommersprossig und unverschämt" bezeichnet hätte, ein dritter weiß Einzelheiten von der Rolle französischer Politiker vor Kriegsausbruch zu berichten ufw. Auch der Humor kommt in vielen dieser Zuschriften möchte doch zu Ostern das über seine bisherige Bargum Ausdruck. So schreibt ein Hörer, Fritzsche möchte doch zu Ostern das über seine bisherigen Darbietungen erschienene Buch in ein Osterei verpackt Churchill zuschicken. . Was für Gedankengänge in allen diesen Schreiben zum Ausdruck kommen, das läßt sich mit ein paar Worten schwerlich sagen. Hervoraehoben zu werden verdient die Tatsache, daß auch gerade die Ausländsdeutschen ihre Freude über diese Sendungen zum Ausdruck bringen. So legt ein Einsender aus Neu-Schmerzke den Brief seines in Santos, Brasilien, lebenden Bruders bei, der unter anderem schreibt: „Das ist ein wahrer Trost und eine reine Genugtuung, abends im Radio die deutschen Nachrichten zu hören und besonders Hans Fritzsche zu genießen, dessen Zeitungsberichte uns aus dem Herzen gesprochen sind/ Nicht minder aufschlußreich ist der Brief eines Deutschen aus Rio de Janeiro. Aus diesem Brief entnehmen wir unter anderem folgendes: „Wenn man auf den Wust Durch Erlaß des Reichsfinanzministers sind für die Veranlagung 1039 Einkommensteuer-Richtlinien und Körperschaftssteuer-Richtlinien ergangen, in die die Aenderungen der Steuergesetzgebung hineingearbeitet worden sind. Die Richtlinien bringen in verschiedenen Punkten Erweiterungen und Neuerungen gegenüber dem bisherigen Recht. Das gilt einmal für die Uebertragung stiller Rücklagen a u f Ersatzbeschaffungen. Die Auflösung solcher stillen Rücklagen soll in der Regel nicht zu einem steuerpflichtigen Gewinn führen, wenn das in Betracht kommende Wirtschaftsgut infolge höherer Gewalt oder behördlichen Eingriffes gegen Entschädigung aus dem Betriebsvermögen ausscheidet und die Entschädigung in voller Höhe zur Ersatzbeschaffung verwendet wird. Der Unter- schiedsbetrag zwischen dem Buchwert und der Entschädigung kann dann auf das Ersatzwirtschaftsgut übertragen werden. Aehnlich werden Räumungsentschädigungen begünstigt, die für die vorzeitige Beendigung von Miet- und Pachtverhältnissen im Zuge der Neugestaltung deutscher Städte für körperliche Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens gezahlt werden. Erweitert werden auch die Bestimmungen für Aufwendungen de s zivilen Luftschutzes. Solche Ausgaben können auch dann voll adgesetzt werden, wenn die Anlagen später für Betriebszwecke mit benutzt werden. Abzugsfähig sind Aufwendungen für den Schutz der Familie, der Gefolgschaft und der vorhandenen Anlagen, nicht jedoch Aufwendungen, die nur mittelbar durch den Luftschutz veranlaßt sind und hauptsächlich den ungestörten Gang des Betriebes sichern sollen. Abzugsfähig sind auch Beiträge auf Grund des Luftschutzgesetzes, nicht dagegen einmalige Zuwendungen und Mitgliedsbeiträge an den Reichsluftschutzbund. Familienunterstützungen und Bei- Hilfen für Angehörige von Einberufenen sind steuerfrei und dürfen grundsätzlich nicht als Einnahmen angesetzt werden. Eine fteuerfreie Beihilfe ist auch dann gegeben, wenn dadurch Aufwendungen gedeckt werden, die als Sonderausgaben gelten, wie ebensverficherungsbeiträge. Diese Aufwendungen dürfen jedoch dann insoweit nicht als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Ausfsührlich befallen sich die Richtlinien mit der Kinderermäßigung, wobei insbesondere neue Grundsätze für die Kinderermäßigung wegen Uebernahme der Kosten des Unterhalts und der Erziehung und der Berufsausbildung gegeben werden. Der Zweck des Gesetzes ist, nahen Angehörigen, die den Eltern durch Uebernahme der Kosten eine bessere Erziehung und Ausbildung der Kinder ermöglichen, dafür eine Kinderermäßigung zu geben. Diesem Zweck des Gesetzes widerspricht es aber, Kinderermäßigung in den Fällen zu geben, in denen ein wirtschaftliches Bedürfnis zur lieber nähme der Kosten durch einen anderen Steuerpflichtigen nicht besteht, wenn also das Kind oder die Eltern die Kosten selbst bestreiten können. Neu ist schließlich, daß künftig die Einkommen- steuer für außerordentliche Einkünfte auf Antrag auf 10 bis 25 v. H. zu bemessen ist, je nach dem Durchschnittssaß, der sich bei der Anwendung der Steuertabelle auf das übrige Einkommen ergibt. In besonderen Fällen kann der Steuersatz bis auf 10 v. H. ermäßigt werden. aller Deutlichkeit, daß man mich nicht sonderlich schätzt. Daß mir das aar keinen Kummer bereitet, werden Sie sich vorstellen können." — So zeigt dieser kleine Streifzug deutlich genug, welchen Anklang diese politische Zeitungs- und Rundfunkschau allseitig findet. Großkampftag der russischen Luftwaffe. Stockholm, 31. Januar. (DNB.) Der Dienstag gehört mit Bombenangriffen auf 33 verschiedene Städte und Ortschaften Finnlands zu den Großkampftagen der russischen Luftwaffe. Zahlreiche leichte und schwere Bomber flogen in Begleitung von Jägern ihre Ziele an. Durch die Wetterlage begünftigt, wurde ein großer Teil der An- griffe überraschend aus einer niedrig liegenden Wolkendecke durchgeführt. Der Materialschaden wird von offtzieller Seite als bettächtlich angegeben. Im Laufe des Tages sollen 40 Gebäude durch Brandbomben zerstört worden sein. Bie« herum sei Turko (Abo) am schwersten von mehrfachen Angriffen deimgesucht worden. Der finnische Heeresbericht verzeichnet heftiges Artilleriestörungsfeuer auf der karelischen Landenge. Russische Angriffe nordostwärts des Ladogasees sollen zurückgewiesen worden sein. An der Ostgrenze herrschte Patrouillentätiakeit. Unterstützt von Luftwaffe und Artillerie griffen die Russen während des ganzen Tages die Verteidigungslinien der Batferfen von Mantsi an. Die Sowjet« . luftwaffe unternahm Luftangriffe auf Turku (Abo), Hanko (Hangö), Tammisaari (Ekenäs), die Gegend von Pernaja und auf einige Küstenstädte des Bottnischen Meerbusens. Die finnische Luftwaffe führte Jagd- und Erkundungsflüge sowie Luftangriffe auf miti-tärische Ziele durch. In den Kämpfen mit der russischen Luftwaffe wird finnischerseits der Abschuß von zahlreichen russischen Flugzeugen und nur ein eigener Flugzeugoerlust gemeldet. von Zeter- und Mordio-Geschrei hier angewiesen wäre, dann könnten einem doch manchmal die Knie weich werden. Aber Gott sei Dank, haben wir ja unseren Kurzwellensender, und da können uns die anderen im Mondschein begegnen." Oftmals wird auch — und wir müssen gestehen, nicht schlecht! — der Pegasus bestiegen. Was ein Einsender aus Stuttgart empfindet, hat er in die folgenden netten Verse gekleidet: „Bekannt sind Sie in aller Welt, weil Ihre Zeitungsschau gefällt. Nicht überall zwar muß man sagen, der Feind kann sie nur schwer vertragen. Denn messerscharf sind Ihre Worte; doch sind sie immer recht am Orte. Nur wer belastet im Gewissen, will davor seine Augen schließen. Der Gute hört die Wahrheit gern, der Böse bleibt ihr lieber fern. Für ihn ist Wahrheit immer schmerzlich. Wir aber danken Ihnen herzlich!" Ganz besonders hervorgehoben sei, daß a u ch d i e Frauen mit außerordentlich vielen Einsendungen vertreten sind. Welche Opferbereitschaft in vielen dieser Zuschriften zum Ausdruck kommt, das möge das nachstehend veröffentlichte Schreiben einer deutschen Frau aus Dresden beweisen: „Als Sie gestern in Ihrer Sendung die ausländische Lüge brachten, nach der jede Frau mit drei Kleidern eines davon abgeben müßte, vergaßen Sie den Nachsatz, daß, wenn wirklich einmal ein solcher Fall eintreten würde, nicht eine einzige deutsche Frau zögern würde, von drei Kleidern eines für eine weniger glücklich bekleidete Frau abzugeben, denn für die deutsche Frau ist Opfern eine der vielen Selbstverständlichkeiten geworden. Dies sagt Ihnen aber nicht etwa jemand, der alles in Hülle und Fülle hat, sondern ich habe wirklich nur drei Kleider, und davon nicht einmal ein warmes, würde aber ein solches verlangt, würde ich ebenso freudig die dafür benötigte Punktzahl opfern." Wir kommen auf das Echo aus dem Ausland, insbesondere aus England und Frankreich, zu fpredjen. „3a", entgegnet Pg. Fritzsche auf die Frage, wie man gerade bei den Westmachten auf diese Sendung des deutschen Rundfunks reagiert — „da muß ich schon sagen, daß der Widerhall einem manchmal wirklich ein Lächeln ab zwingt. Wenn die „News Chronicle" erklärt, daß ich die besondere Bewunderung unseres Reichsministers Dr Goebbels gewonnen habe, und der ..Daily Herold" behauptet: „Und Goebbels haßt ihn", dann stellt das ja wohl immerhin einen Widerspruch dar. Im übrigen werde ich selbstverständlich als ein „skrupelloser, undankbarer, verräterischer und gewohnheitsmäßiger Lügner" bezeichnet, der— wie konnte es anders sein! — „schwer an Gedächtnis- schwund leidet" ober dessen Gedächtnis, wie es einmal jüngst in einer dieser Zeitungen zu lesen stand, „eingefroren" ist. Jedenfalls zeigen mir alle diese Verlautbarungen aus dem feindlichen Lager nut ebeutfchen Minensuchboote ununterbr^en auf chr-mPofb-n, um b^beuWn Meere, °°n feindlichen Wnfer Minensuchboot,mitzufahr-m SinH steht man den 6^ck ^0^6«^^"^^chon^ch^Seemanne. BUbSkÄ MW in^Mit7e?md"d i~e' Ge'r äte au-ge bra cht. Ein Sang über Be, Suchgerar fahrenden Berbandeo ^uch^us^emBüd (m^er Ute J* * Beraterutfch. 5u Soffer tz-brach, wird. M • haben aufzuhören, und die Reedereien müssen sich den Anordnungen der Admiralität fügen. So entstehen finanzielle und verkehrstechnische Schwierigkeiten, unausgeglichene Verteilung des Schiffsraums, unregelmäßige und. stoßweise Zufuhren, die sich wiederum auf die Lade- und Löscheinrichtungen in den Häfen störend auswirken. In gleichem Maße wie die Schiffahrtsgesellschaften haben auch die Besatzungen der Handelsschiffe, die im Geleitzug fahren, mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ge- lcitzugfahren ist kein Vergnügen. Bei jedem Wetter, Sturm und See, vor allem im Rebel und in stockdunkler Nacht lauern Gefahren in Form von Kollisionen, des Abkommens einzelner Schiffe vom Geleitzug usw., die den Schiffsführern schwere Verantwortung auferlegen. Es müssen zuweilen Zick- Zack-Kurse gesteuert werden, und alles mit einer Geschwindigkeit, die sich nach dem langsamsten Schiff im Geleitzug zu richten hat. Dabei ist die Stärke der einzelnen Konvois verschieden. Aus den zunächst kleinen Geleitzügen im Weltkriege entwickelten sich mit der Zeit immer umfangreichere. Waren zuerst 4, 5, 10 Schiffe zu- sammengesaßt, zwangen die Zuftchrnot und U- Bootsgefahr, die Anzahl der Schiffe zu steigern. Damit war aber auch die Notwendigkeit zahlreicher Sicherungsschiffe geboten. Dieses Problem hat der britischen Admiralität größtes Kopfzerbrechen ae- macht. Heute hat sich die Zahl der für die Sicherungsaufgaben in Frage kommenden Streitkräfte verringert. Im Weltkriege hatten anfänglich 4, dann 5 und mehr Fahrzeuge, Zerstörer, Kleine Kreuzer, bewaffnete Fischdampfer, den Geleitzug in einreihigem Sicherungsgürtel zu schützen; späterhin wurde der Gürtel verdoppelt, wobei die zweite Reihe meist durch bewaffnete Fischdampfer ausgefüllt war. Hinter diesem Schutz fuhren die Frachtschiffe bis zu 8 Kiellinien nebeneinander: außen die weniger wertvollen Schiffe und in der Mitte, am besten geschützt, die großen, wertvolleren Anariffsobjekte. Der stärkste im Weltkriege gefahrene Geleitzug betrug 47 Schiffe. Das Fahren in derartigen Massenansammlungen von Schiffen birgt erhebliche Gefahren, die u. a. aus navigatorischem Gebiet wie in der schnellen Signalverständigung untereinander liegen. Erst wenn U - Bootsangriffe einsetzen, zeigt es sich, ob das Manöver klappt. Oslo meldet: „Die Mannschaft eines schwedischen Schiffes, das in Oslo eintraf, berichtet, daß sie im Atlantischen Ozean ... 61 Mann des englischen Schiffes „Clan Chishion" gerettet hat. Die Geretteten erzählten, daß ihr Schiff zu einem aus Gibraltar abgegangenen Geleitzug gehörte, der unter Begleitung englischer Kriegsschiffe nach England abging. Dieser Konvoi sei von deutschen U-Booten angegriffen worden. Die Geretteten erklärten, mit eigenen Augen gesehen zu haben, daß hierbei mindestens 5 Handelsschiffe versenkt wurden." Die Mannschaft des norwegischen Tankers „Realf", der — nach Kopenhagen unterwegs — von den Engländern aufgebracht wurde,' berichtete: „Mit zwölf Mann Prisenbesatzung an Bord ging es in einem Geleitzug nach London. Der Tanker wurde plötzlich Mittschiffs von einem Torpedo getroffen und brach in zwei Teile auseinander. Bei Eintreten der Explosion stob der ganze Geleitzug in heller Flucht auseinander, als er sah, wie es uns erging ..." * ... aufmerksam suchen die Gläser der Wache auf der U-Bootsbrücke den Horizont ab. Minuten, Stunden vergehen. Da tauchen — bei frischer Brise und guter Sicht — zwei, vier, fünf, acht, neun und mehr Rauchwolken über der Kimm auf. K o n v o i i n Sicht! Tauchalarm! Schon stürzt das Brückenpersonal über die eiserne Leiter durch das Turmluk ins Innere des Bootes. Der Kommandant verläßt als letzter die Brücke und schlägt das Luk dicht. Rauschend überspülen die Seen das Deck, schlagen über Brücke zusammen. — Vorsichtig durchbricht das Objektiv des Sehrohrs die Oberfläche; der Konvoi kommt langsam auf, steuert planmäßig seinen Kurs, nur die äußere Reihe der Zerstörer zickzackt hin und her. Die Spannung im U-Boot wächst mit jedem Meter, der den Angreifer dem Opfer näherbrinat. Der dickste Dampfer im Geleitzug wird aufs Korn genommen — aber im letzten Augenblick ändert der ganze Zug Kurs und dreht um einige Grade vom U-Boot ab. U-Boote sind beharrlich. Was sie einmal vor den Rohrmündungen haben, wird festgehalten. Schnell entschlossen unterfährt das Boot in schneidigem Manöver die Linie des Geleitzuges, um hier von neuem zum Angriff anzusetzen. Stellung und Beleuchtung sind günstig — also drauf! Nachdem die befohlenen Rohre klargemeldet sind, hält noch eine sekundenlange Pause die Besatzung in Spannung; dann kommt der ersehnte Befehl: „... Rohr los!" — Eine dumpfe Detonation zeigt an, daß der Torpedo getroffen haben muß. Dem U-Boot aber bleibt keine Zeit: „Auf x Meter gehen!" Mit höchster Fahrt laufen die Zerstörer der Sicherung auf die Stelle zu, an der sie den Angreifer vermuten — ein Hagel von Wasserbomben prasselt in die Tiefe. Als sich das Unwetter der explodierenden Wasserbomben verzogen hat, wird das Sehrohr ganz vorsichtig ausgefahren, so daß es eben gerade die Oberfläche schneidet. Ein Bild der Verwirrung bietet sich, und unter betäubendem Donner steigt auf dem sinkenden Frachter eine riesige Feuersäule hoch. Kesselexplosion? Oder Munitionsladung? ... Die Bestürzung des Gegners nutzend, wendet sich das Tauchboot, vorsichtig mit dem Periskop operierend, einem zweiten Dampfer zu. Da läuft mit schäumender Bugwelle einer der Zerstörer direkt auf das U-Boot zu. Kein Zweifel — er will rammen. Jetzt entscheiden Sekunden: Der Torpedo jagt aus dem Rohr auf den Frachter zu, fast gleichzeitig schießt das Boot in höchster Eile in die Tiefe, so dem Rammstoß des Gegners noch rechtzeitig ausweichend. Wieder folgt ein Wasserbombenregen, dessen Lärm die dröhnende Explosion des Torpedotreffers auf dem feindlichen Handelsschiff erstickt. Als sich das U-Boot nach geraumer Zeit auf Sehrohrtiefe wagt, ragt der schwer getroffene Gegner kurz vor dem Untergang mit dem Bug steil gen Himmel. Vom anderen Ende des Geleitzuges hallen schwere Explosionen. Ein zweites U-Boot oder mehrere sind eingebrochen und empfangen den Rest des fliehenden Konvois mit ihren Torpedos. Nach Stunden heißen Kampfes hat sich die Dämmerung über die See gesenkt, es ist umsichtig geworden. Das Schraubengeräusch der U-Boots- jäger ist verstummt. — Auftauchen! Der Turm des Bootes durchbricht die See. In Strömen fließt das Wasser aus allen Deffnungen über das graue glatte Eisen ab. Das Turmluk springt auf — frische Seeluft und der letzte Schimmer des Tageslichtes umgeben Boot und Besatzung — und dazu die Gewißheit des Sieges! Aus alter Welt. Hinrichtung eines Volksschädlings. Darmstadt, 1. Febr. (DNB.-Funtspruch.) Am heutigen Donnerstag ist der am 4. Dezember 1909 in Alsfeld (Oberhessen) geborene Albert Schmidt hingerichtet worden, den das Sondergericht Darmstadt am 15. Dezember des vergangenen Jährens als Volksschädling zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilt hatte. Schmidt, ein 'bereits wegen Notzuchtsversuch vorbestrafter gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher, hatte am 22. Oktober 1939 zwei vom Besuch ihrer eingezogenen Ehemänner heimkehrende Frauen unter Ausnützung der Verdunkelung überfallen und eine von ihnen vergewaltigt. Morde an Volksdeutschen gesühnt. In einer neuen Verhandlung des Sondergerichtes in Bromberg wurde der frühere polnische Polizist Michael Leskow wegen Mordes zum Tode verurteilt. Einwandfreie Zeugenaussagen bestätigten, daß er den 18jährigen Sohn des deutschen Bauern Schmidt in Groß-Neudorf in den ersten September tagen aus dem Hinterhalt ermordet hatte. Der Volksdeutsche war zunächst von mehreren polnischen Militärpersonen überfallen und niedergeschlagen worden. Als er wieder zu sich kam und unter Aufbietung der letzten Kräfte die Flucht vor den polnischen Mordgesellen ergriff, feuerte der Polizist Leskow aus dem Hinterhalt mehrere Schüsse auf den bereits schwer verletzten Deutschen ab, der tödlich getroffen zu Boden stürzte. In der gleichen Verhandlung hatten sich vier weitere Polen zu verantworten, die aus reiner Raub- und Mordlust planmäßig deutsche Bauerngehöfte überfallen und beraubt hatten. Das Sonder- gericht verurteilte drei von ihnen zum Tode, während der vierte drei Jahre Gefängnis erhielt. Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt. Das Sondergericht Stuttgart verurteilte den 31 Jahre alten in Reutlingen geborenen Josef Pompe als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher wegen fortgesetzter Verbrechen, schweren Diebstahls m Rückfall, in einem Fall unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegergefahr beschlossenen Maßnahmen, zum Tode. Pompe begann seine Verbrecherlaufbahn im Januar 1931 mit Einbruchsdiebstählen, 1932/33 beging er wiederum eine Reihe schwerer Einbrüche, für die er zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Eine weitere 4/^jährige Zuchhausstrafe erhielt der unverbesserliche Verbrecher 1938 wegen einer ganzen Serie von Rückfalldiebstählen. 1939 auf raffinierte Art aus der Strafanstalt entwichen, lebte er fortan nur noch von Einbrüchen in Wirtschaften und Geschäfte, wobei er eine Diebesbeute von rund 4000 RM. zusammenbrachte. Dabei hatte er nicht weniger als 15mal unter Ausnutzung der Dunkelheit seine Taten verübt. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 31. Januar 1940 ist der am 30. März 1923 in Karlsruhe geborene Karl Greve hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Karlsruhe am 22. Dezember 1939 wegen Mordes zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt worden war. Greve, ein trotz seiner Jugend gänzlich verkommener Mensch, hat in Karlsruhe am 30. November 1939 einen Lustmord an einem sechs Jahre alten Knaben begangen. Die Ankunft der „Sedow" in Murmansk. Der russische Eisbrecher „S e d o w", der sich über ein Jahr in arktischen Gewässern aufhielt und schließlich von dem russischen Eisbrecher „S t a I i n" gerettet wurde, traf am Montagabend um 9 Uhr in seinem Heimathafen Murmansk ein. „Stockholms Tidningen" berichtet, Murmansk habe ein festliches Bild geboten. Die Stadt sei mit Flaggen sowie mit Porträts von Stalin, Molotow und dem Kapitän der „Sedow" geschmückt worden. Etwa tausend Mann hätten sich an den Hafen begeben, um den Eisbrecher und seine Mannschaft willkommen zu heißen. Der Chef für wissenschaftliche Untersuchungen, Papanin, habe eine Rede gehalten. Mieder 20 Grad kalte im Vörden Jugoslawiens. Die neue Kältewelle in Jugoslawien hat vor allem die Ungarn benachbarten Gebiete erfaßt. So wurden in Slawonien 20 Grad Kälte gemeldet. Die Donau und ihre Nebenflüsse sind wieder ü be r a l l zugefroren. An einzelnen Stellen entwickelt sich auf dem Eis ein lebhafter Fußgänger- und Wagenverkehr. Bei Belgrad mußte auf der Donau ein provisorisches Mautamt errichtet werden, da die Landleute dauernd ihre Güter auf dem Eisweg, ohne Stadtzoll zu bezahlen, zum Markt brachten. Schwere Schneestürme in Holland. Schwere Schneeftürme haben in Holland am Dienstag und Mittwoch zu großen Verkehrs- ftörungen geführt. Besonders wurde das Gebiet zwischen den Strömen, durch das die Verkehrswege von Nordholland nach dem industriellen Süden laufen, betroffen. Da die niederländischen Eisenbahnen unter Güterwagenmangel leiden und ein großer Teil des Verkehrs mit Autos bewerkstelligt werden muß, bleiben unzählige Lastwagen im Schnee stecken. Durch die fortdauernde Kälte ergeben sich große Schwierigkeiten für die Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler sahen sich zu erheblichen Rationierungsmaßnahmen gezwungen. Drei Kinder verbrannt. Bei dem Brand eines Holzhauses sind in Väners- borg (Schweden) drei Kinder umgekommen, ein Zwillingspaar von 3 Jahren und ein kleines Kind von 14 Monaten. Man vermutet, daß die Kinder, die sich allein in der Küche befanden, mit Streichhölzern gespielt haben. Eine gelähmte ältere Frau konnte nur mit größter Mühe aus dem Hause gerettet werden, da sich das Feuer mit ungeheurer Geschwindigkeit ausbreitete. Bereits nach eineinhalb Stunden war das Haus bis auf den letzten Rest verbrannt. Deutscher Schulneubau in Mexiko. In Mexiko-Stadt wurde die Einweihung des Neubaues der deutschen Schule vorgenommen, die den Namen Alexander-von-Humboldt- Schule erhielt. Anwesend waren Vertreter des Staatspräsidenten, des Unterrichtsministers, des Diplomatischen Korps, darunter der italienische Gesandte, die Botschafter von Argentinien und Chile, der Gesandte Boliviens und andere. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Schule, Victor H. Müller, gab einen Ueberblick über die Geschichte des Schulneubaues, während der Schuldirektor F. W. Schröter auf die Geschichte der Schule einging, die 1894 mit 16 Kindern eröffnet wurde und heute 1200 zählt. Der Gesandte Ruedt von Collenberg betonte die mexikanisch-deutsche Freundschaft. Nach der Einweihung fand ein Eintopfessen der Kolonie im Deutschen Haus statt, wobei der Gesandte den Dank der Reichsregierung für die Unterstützung des Neubaues aussprach und die Pflicht der Ausländsdeutschen, der Heimat die Treue zu halten und dem Führer unbedingt Gefolgschaft zu leisten, umriß. Admiral Byrd berichtet aus der Antarktis. Admiral Byrd hat den Marinebehörden mitgeteilt, daß beim Entladen der Expeditionsschiffe „North Star" und „Bear" in der Walfisch« bucht am 17. Jgnuar sich eine gewaltige Eisscholle in einer Länge von 18 Meilen los- löste und abgetrieben wurde. Es habe Gefahr für die beiden Schiffe bestanden, zermalmt zu werden. Im letzten Augenblick sei es aber gelungen, die Schiffe auf die offene See hinauszubringen. Sechs Besatzungsmitglieder, die sich auf der Eisscholle befunden hätten, seien später gerettet werden. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 30.1.1940 ist der am 2. Februar 1898 in Niedersimten Kreis Pirmasens geborene Heinrich Haber hingerichtet worden, der vom Sonder- gericht in Kassel am 18. Dezember 1939 wegen Verbrechens gegen die Verordnung gegen VESschädlinge vom 5. September 1939 zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt worden war. Haber, ein Schwerverbrecher, der bereits 22 Jahre in Strafanstalten zugebracht hatte, hat zahlreiche Einbrüche, teilweise unter Ausnutzung der Verdunkelung begangenn. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Aktien uneinheitlich. Frankfurt a. M., 31. Jan. Die Börse zeigte zum Ultimo eine weitere Schrumpfung der Umsätze, da allgemein nur wenig Unternehmungslust bestand. Teilweise erfolgten aus dem Publikum kleine Verkäufe, während Kaufaufträge spärlich blieben. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse zunächst uneinheitlich und im Verlaufe neigten sie überwiegend leicht zur Schwäche. Relativ fest lagen noch Elektrowerte, AEG. 129 (128,75), RWE. 126,65 (126,25), Lechwerke 114 (113,50), aber Gesfürel 148,25 (148,75). Vom Montanmarkt ließen Verein. Stahl nach 106,65 auf 106 (106,50), Mannesmann nach 116,65 auf 116,25 (116) und Rheinstahl auf 138,50 (139,25) nach. Knapp gehalten lagen auch JG.-Farben mit 174,50 (174,75), außerdem verloren Rheinmetall 1,25 v. H. auf 127,75, Westdeutsche Kaufhof 1 v. H. auf 84,40, Daimler 0,50 v. H. auf 129,50 und Aschaffenburger Zellstoff 0,50 auf 107. Auch am Rentenmarkt hat sich das Geschäft verringert, wenngleich nach Pfandbriefen und Reichsschatzanweisungen die Nachfrage unvermindert andauerte. Steuergutscheine II weiter gesucht und 0,13 v. H. höher, Serie I ruhig und gehalten. Erneut fest lagen 4proz. Rentenbank-Ablösung mit 91,40 bis 91,65 (90,75) bei größeren Umsätzen. Industrie-Anleihen bröckelten meist 0,25 v. H. ab, ebenso gingen Liqui-Pfandbriefe der Gemeinschaftsgruppe infolge der neuen Kündigungen weiter zurück. Etwas schwächer lagen außerdem Reichsaltbesitz mit 140 (140,40). Die zweite Börsenstunde war leblos und die Haltung eher etwas schwächer, da kleines Angebot nur zögernde Aufnahme fand. JG.-Farben 174,25 nach 174,50, Rheinstahl 138 nach 138,50, AEG. 129 nach 129,50, Westdeutsche Kaufhof 83,75 nach 84,40 usw. Von später notierten Werten verloren Kali Chemie 3 v. H. auf 170, anderseits Deutsche Linoleum 140,50 (138,.50). Der Freiverkehr lag ruhig und behauptet. Tagesgeld trotz des Ultimos sehr leicht mit 1,75 v7H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Jan. Notiert wurden in RM. (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg): Weizen W 9 205, W 11 207, W 12 208, W 13 209, W 16 212, W 18 214, W 19 216, W 20 218, Roggen R 11 191, R 12 192, R 14 194, R 15 195, R 16 197, R 17 198, R 18 199, R 19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 29,45, W 20 Kreis Worms 29,80; Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Worms 30,60, W 20 Kreis Worms 30,95;- Type 1600 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 22,45, W 20 Kreis Worms 22,95; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfutter- mehl 13,60. Weizenvollkleie 11,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,—, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl 12,90, Roggenvollkleie 10,90, Roggen- kle'ie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlensestpreis ab Mühlen- ftation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,20 bis 5,40, do. gut, gesund, trocken 6,— bis 6,40; Ackerheu, gut, gesund, trocken 7,— bis 7,20; Klee- Heu, handelsüblich 7,— bis 7,60, do. gut, gesund, trocken 7,60 bis 8,—; Luzerneheu, handelsüblich 7,60 bis 8,—, do. gut, gesund, trocken 8,20 bis 8,60, Weizenstroh 2,60 bis 2,80 Roggenstroh 2,80 bis 3,—, Hafer- und Gerstestroh 2,50 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Januar. Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 62 bis 65 (am 24. 1. 62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (44 bis 50), d) 20 bis 40 (25 bis 40). Hümmel a2) 50 bis 51 (50 bis 51), b2) 49 (48 bis 49), c) 44 (44), d 25 (28). Schafe a) 44 (44), b) 40 (35), c) 28 (28 bis 30). Schweine a) 55,50 (55,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 55,50 (55,50), c) 54,50 (54,50), d) 51,50 (51,50), e) 49,50 (49,50), Sauen gl) 55,50 (55,50). Marktverkauf: Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. 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Bis in tat Schar n tzreiheitskrie ter Hand dc Nicht so mb völkisch, beseelt war t e - da ih h Ladung Stier von 8reslau schi verland e imoUen bl vertung mi Verwertung §ofrat hem Mn fertic -dem erbt iire Tat da Torben. Be iliege wurd •Ne Wrar Ng aufg -labernd ei IX 18661 rauenoerbe tierland v, „N die Men zu e Wen burtf Litton d Je seelische M Dienst Jonte und 5? Dorsch ?er Berch Tegennx .regne, j* eine U Men Tei IM Fa und »eile Wie so JMt ei, te Schal °°n e £1,1 f«1 . allen SlPiel ae, >«• Ä Sm« KT N? Spiere w Men / rielenn 10 Ä % Ur. 27 Zweites Man Donnerstag, l. Zebruar 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus dem Reiche der Krau en zu iolz. ZWEIMAL EIN die Gegenwart reicht. Butter spiett heute mit uns es e n u d e l n. 350 g Makkaroni oder Nu- Möhren, 1 Stück Lauch, 1 Knolle Sellerie Gemüsenudeln. 350 1 e i n schlichtes Kreppmon- kleine Zutaten in in l. Kreis Ype 630 ), ©20 5 © 20 Worms i, R 15 50 alles enfutter- ie W 13 0, ©20 Roggen- Roggen- ), R 18 Mühlen- lich 5I> äs 6,40; 0; Kleegesund, elsüblich 1,20 bis eoh 2,80 2,70 El- Tendenz fU “isi en losch fm Verden, en. die 'nngen. er Ejz- 'ettet zu nötig, um den Ruf „Mutter spielt heute mit uns" zu den schönsten Kindheitserinnerunae machen. Annemarie Buchn« KlemeHilfenbeimZuschneiden... Bevor wir den neuen Stoff zuschneiden, erkundigen wir uns, ob er schon dekatiert ist, also nicht mehr wesentlich beim Waschen einlaufen kann. Ist er noch nicht dekatiert, dann bügeln wir die linke Seite des Stoffes unter einem gut feuchten Frotteetuch mit mäßig heißem Eisen, so daß eine starke Dampfentwicklung den Stoff beeinflußt. Wer es ganz gut machen will, wäscht den Stoff vor der Verarbeitung, um seiner Zuverlässigkeit ganz sicher zu sein. Bei Kleidern, die rechts- und linksseitig gleichen Zuschnitt aufweisen, liefert das Muster meist nur den halbseitigen Schnitt, den wir dann natürlich doppelt zuschneiden müssen. Achten wir aber darauf, daß wir nicht zwei rechte oder zwei linke Hälften zuschneiden! Die eine Seite muß beim Zuschneiden die rechte Seite des Stoffes nach oben weisen, die andere Hälfte die linke. Wenn wir nach der Schnittauflage mit Nahtzugabe zuschneiden, so stecken wir den Stoff und das Papier mit Nadeln zusammen, damit sich nichts verschieben kann. Auch umranden wir mit Schneiderkreide die genaue Form des Schnittmusters. Wenn man es irgend vermeiden kann, setzt man nicht zwei schräge Bahnen aneinander, sondern bringt immer eine fadengrade Stoffbahn an eine schräge. Um besonders sauber arbeiten zu können, schneidet man die schrägen Bahnen einen Tag vor dem Nähen zu und hängt sie über Nacht freischwebend an einem Kleiderbügel auf, damit sie sich durch ihr eigenes Gewicht zurechtziehen. Man vergesse nie, vor dem Zuschneiden rechtzeitig das Muster zu beachten. Es soll immer nach oben laufen, nie nach unten, Blumen dürfen nicht auf dem Kopfe stehen ufro. Glatte Stoffe schneidet man am besten auf gescheuerter Holzplatte zu, die etwas rauh ist, und auf der der Stoff einigermaßen festliegt. Auf polierter Platte rutscht er zu sehr umher. Panne, Samt, Plüsch, Velvet sollen immer mit dem Strich, nie gegen den Strich verarbeitet werden, man soll also, wenn man das Kleid trägt von oben nach unten streichen können. Beim kunstseidenen Samt, Panne ufro. allerdings ist das Gegenteil zu beachten. esch— gänzlich verändert wirken kann. Das Kleid selbst ist sehr einfach, ohne betonte Linienführung gearbeitet, hat lange, enge Aermel und einen viereckigen Ausschnitt. Ein aparter Gürtel, eine Kette oder eine farbige Ansteckblume am Halsausschnitt sind der Ausputz. Gänzlich verändert, zum Beispiel für Theater Arzneiflaschen gehören nicht in den Müllkasten. Man soll mit halbgeleerten Arznei* flaschen äußerst vorsichtig sein. Wenn sie herum* stehen, können Kinder auf den Gedanken kommen, damit zu spielen und zu probieren, wie es schmeckt. notierten r anden ö bis 59 i) 20 bis i bis 51), ). Schaft Schweim Ä) 55,50 e) 49Z ktverlauf oder Konzert wirkt der Anzug durch eine kurze Jacke mit langen Aermeln aus elfenbeinfarbener Ripsseide (oder auch aus Lame) mit angeschnittenem Kragen, Aufschlägen und Taschen. Dann kann ein hochgeschlossenes Westen- t e i l mit angeschnittenen und vorne gekreuzten Gürtelenden aus dem Grundmaterial (oder auch aus Fuchsiarotem Mattkrepp zum Beispiel), das hinten mit kleinen Stoffknöpfen geschlossen wird, über das Kleid getragen werden. (Skizze rechts.) H. Heute zeigen wir zweimal Abendkleid aus schwarzem g o l e , das durch verschiedene. 1898 in Heinrich nder- r 1939 I gegen m Tode 'n mar. ts 22 bracht ie unter Langt. ft W* i und die ;cn, > r Sporn r: N llnzeigen: BruM nttlid) J? haltener OB & MM rX °ibt: et de; Hile, "genbe °r h, Atze y.s. u unb ! 5o[, *iea ihr d>- v* '■gldxft lls. Mitgr, ib 1.M iffeL nistet die Wc hsinark le Onff Hr as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Frauen im Krieaserleben. Gerade in einer Zeit, die auch von den Frauen den vollen seelischen und tätigen Einsatz fordert, um alle ihre Kräfte den Kriegsanforderungen dienft- dar zu machen, wendet sich der Blick gern einmal rückwärts und den Frauenpersönlichkeiten zu, die eus ihrem Zeiterleben uns Vorbild geworden sind. Tapfere Haltung, tatkräftige Arbeit und still aus- harrende, an keiner Schwierigkeit zerbrechende Geduld waren- die Stützen, die diese Frauen aufgelesen, oder aber die Kinder haben das Buch selber gelesen. Unter den Puppenstubenkindern wählen wir nach dem Inhalt des Buches die passenden Per- onen aus. Mit den Vorbereitungen, dem Einrichten und Umräumen der Puppenstube. Ankleiden der Puppen ist meistens schon ein langer Sonntag ausgefüllt, so daß wir das eigentliche Spiel schon auf_ einen anderen Tag verlegen müssen. Sind auch Jungens von 6 bis 12 Jahren unter unserer Schar, so nehmen wir einmal Plastilin (Knetmasse) für unseren Tätigkeitsdrang. Mit Hilfe eines Erdkundebuches erklären -mir den Kindern die Siedlungsformen unserer Vorfahren. Wir haben da ein Angerdorstein Haufendorf, ein Reihendorf, einen Rundling. Mit Hilfe von Plastilin wollen wir nun selber ein anschauliches Bild von dem Gelernten gestalten. Als Untergrund nehmen wir ein festes Stück Pappe oder ein Brett und geben uns schon einmal die Dorfstraße, vielleicht auch den Dorfteich und die Felder, etwas mit einem Bleistift an; das Fertigstellen kommt besser später, wenn wir durch die Häuser und die Kirche schon besser Proportionen ehen können. Zuerst wird die Kirche modelliert, dann kommt das Pfarrhaus, die Schule, die grö- Rezepte: Semmelauflauf. 4 bis 5 Brötchen, 2 Eier, 3 bis 4 Eßlöffel Zucker, Zitronensaft, etwas Zimt, Vanillezucker, 1 kg Aepfel, entrahmte Frischmilch. Die Brötchen mit so viel kochender entrahmter Frischmilch übergießen, daß sie weich werden, gut verrühren. Eigelb und die übrigen Zutaten beifugen, zuletzt den steifen Eierschnee. Die in feine Scheibchen geschnittenen Aepfel mit Zucker bestreuen und unter die Masse rühren. Man kann auch Rosinen sowie etwas Rum hinzutun. In eine gefettete Auflaufform geben, obenauf etwas Weckmehl und einige Butterflöckchen und eine Stunde backen. Man kann diesen Auflauf auch mit Zwieback zubereiten. Apfelbrotsuppe. 125 g Brot, 50 g Zucker, etwas Butter, Salz, Zitronensaft und -schale, 200 bis 250 g Apfelschalen. Die Apselschalen waschen und mit dem Gewürz in etwas Wasser zum Kochen bringen Das Brot ebenfalls mit etwas Wasser einweichen, zu den Apfelschalen geben und 10 bis 15 Minuten kochen lassen. Alsdann rührt man die Suppe durch ein Sieb, fügt etwas Butter hinzu und schmeckt mit Salz und Zucker ab. Von den geschälten Aepfeln kochen wir Apfelkompott für den nächsten Tag. Graupeneintopf. 250 g Graupen. 250 g Hammelfleisch, 30 g Fett 1 kg Lauch, Salz. Das in Würfel geschnittene Fleisch tn heißem Fett anbräunen, den geschnittenen Lauch kurz mitdünsten und mit etwa 1 Liter Wasser auffüllen. Dann gibt man die eingeweichten Graupen hinzu, läßt ordentlich aufkochen und in der Kochkiste weichkochen. Pikante Soße. Mit Fett oder Speck und Zwiebeln bereitet man eine dunkle Mehlschwitze, füllt mit Wasser aus, gibt ein Lorbeerblatt sowie Lützower kämpften, in den Lazaretten als Pflegerin tätig. Bis in die Ardennen zog Elise mit der tapfe- len Schar mit. Nach der glücklichen Beendigung der Freiheitskriege durfte sie das Eiserne Kreuz aus her Hand des Königs in Empfang nehmen. Nicht so strahlend im Mittelpunkt kriegerischer lind völkischer Erhebung, aber vom nämlichen Geiste beseelt war Ferdinande von Schmettau, bie — da ihre Eltern wenig begütert waren — für bie Ladung von Silber und Schmuckfachen, die ihr Vater von feinem kleinen schlesischen Gut nach Breslau schickte, um wenigstens auf diese Weise dem Vaterland ein Opfer zu bringen, ihre beiden wundervollen blonden Zöpfe abschnitt und sie zur 23er« Wertung mitsandte. Der mit der Sammlung und Verwertung der patriotischen Gaben beauftragte hofrat Heun ließ aus dem Blondhaar Ringe und Ketten fertigen, deren Erlös den Betrag von 1500 Talern erbrachte. Die junge Ferdinande war durch ihre Tat das Beispiel für'viele junge Mädchen geworden. Bei der Fünfzigjahr-Feier der Freiheits- Iriege wurde sie nach Berlin gerufen, wo sie im Hause Wrangssls, mit dem sie verwandt war, vom König ausgesucht und zur Ehrenstiftsdame von Zehdenick ernannt wurde. In den Kriegsjahren 1864, 1866 und 1870/71 war sie an der Spitze von ^rauenverbänden stets aufs neue für Volk und Vaterland in opfervoller Liebestätigkeit am Werk. Auch die Chronik des Weltkrieges weiß von ffrauen zu erzählen, die auf den verschiedensten Gebieten durch ihren Einsatz die alte geschichtliche Tradition der deutschen Frau, in schweren Zeiten ihre seelischen und körperlichen Kräfte dem selbstlosen Dienst am Ganzen zu widmen, weitergetragen haben. Ihnen reichen die Frauen von heute die Hände und schließen sie zur Kette, in der sie wie ihre Vorfahrerinnen einzelne Glieder sind, stark ihrer Verbundenheit, die aus der Vergangenheit 2 Nelken und 1 bis 2 feingeschnittene Essiggurken hinzu, läßt einmal aufkochen und schmeckt mit Salz ab. Dieser Soße kann man auch etwas Hackfleisch beigeben. Graupen mit Milch. Man weicht am Abend 500 g Graupen in XA bis 3/< Liter entrahmter Frischmilch ein und kocht sie am andern Tag langsam — am besten in der Kochkiste, damit sie nicht anbrennen — zu einem dicken Brei, gibt em Stückchen Zimt, 2 Eßlöffel Zucker, etwas Vanillezucker und Salz hinzu. Hierzu reicht man Dörrobst und Danillesoße. P i l l e k u ch e n. 1 kg rohe Kartoffeln, 50 g Mehl, 7% Liter heißes Wasser, Salz, etwas Fett oder Del. Die gestiftelten rohen Kartoffeln werden mit Salz und Mehl vermischt. Dann gibt man das heiße Wasser darüber und verrührt alles. In einer Pfanne wird die Masse (5 cm hoch) gebacken. Man muß einen Deckel darüber decken und bei kleiner Flamme backen. An regnerischen und dunklen Nachmittagen ist für eine Mutter oft keine leichte Aufgabe, ihre Heinen Geister ohne viel Lärm zu beschäftigen. Bie muß dann schon selber sehr viel Anregung geben und Temperament entwickeln, damit keine Langeweile auftritt. Einige Spiele mit ein wenig Phantasie sollen ihr dabei helfen. Zuerst einmal das alte und immer wieder beliebte Schattentheater. Eine weiße Fläche, hinter ber wir unsere schauspielerischen Talente zeigen können, schaffen wir uns schnell selber. Der Deckel eines größeren Kartons bekommt ein viereckiges Loch von etwa 35 zu 25 cm. Das Loch bekleben mir von hinten mit weißem Papier, und der Schauplatz ist fertig. Die Figuren schaffen wir uns auch ’elber nach Abbildungen aus dem Märchenbuch, da ja die alten Volksmärchen am schönsten im Schat- lenspiel gezeigt werden. Wir wollen Dornröschen bringen. Dazu brauchen wir das Dornröschen, den Prinzen, die böse und die gute Fee, das Spinnrad, bas Königspaar, den Koch, möglichst mit einem be- veglichen Ann, damit die Ohrfeige nicht vergessen vird, und den Küchenjungen. Alle Figuren werden auf Pappe aufgemalt und die Umrisse fein säuberlich ausgeschnitten. Beim Ausschneiden können schon tUe Kinder mithelfen, was ihnen meistens sehr viel Freude macht; auch sind sie auf diese Weise gleich beschäftigt Als Spielleiter findet sich dann eines her größeren Kinder, ober die Mutter spielt selber, i-en ieft bekommen wir aus dem Märchenbuch vorgelesen oder besser noch erzählt Haden wir kleine Mädchen zu beschäftigen w pielen wir an einem Nachmittag ein Märchenbuch »der eine Erzählung, der mir vielleicht noch eine ! eigene Handlung einfügen können, mit der Puppenstube. Wir haben den Kindern die Geschichte vor- lichteten und mit denen sie oft genug dem Kriegs- vnd Volksschicksal entscheidende Wendung gaben. Es ist nicht die höfische Geschichtsschreibung, die der Königin Luise von Preußen das Verdienst zusprach, durch ihr Verhalten und ihr Tun das ( bchicksal Preußens aus tiefer Not zu Ehre und tlnsehen mit heraufgeführt zu haben. Im Volke leibst wußte man um das Wirken der ersten Frau des Landes und hat es ihr über ihre Lebenszeit hinaus gedankt. Sie hat ihrem schwankenden Gatten gegenüber die zuversichtliche Haltung bewahrt, sie hat in den schlimmsten Zeiten die ausharrende Ge>. duld bewiesen und sie hat unermüdlich daran ge- erbeitet, die Männer in die Stellungen zu bringen, ton denen allein die Rettung des Vaterlandes kommen konnte. Ihr persönliches Verdienst war es, daß damals Schlesien nicht an Napoleon abgetreten vurde. In der Begegnung mit Napoleon in Tilsit om 6. Juli 1807 hat sie als Frau das vielleicht I^roerfte Opfer gebracht, indem sie dem Manne, der e schmählich verleumdet hatte, gegenübertrat, um ton ihm bessere Bedingungen für den Frieden zu erlangen. Ihre hoffende und vertrauende Kraft blieb Männern wie Stein, Scharnhorst, Gneisenau Aufgabe und Verpflichtung auch über ihren Tod hinaus, dem sie schon 1809 erlag. Das geistige Erbe Luises fand später in Elise ton Lützow eine Nachfolgerin von starkem Temperament und aktivem Einsatzwillen. Es war vor ollem die vaterländische Begeisterung, die den 26- jährigen Freiherrn von Lützow und die erst 19jäh- tige Elise von Ahlefeldt verband und zu ihrer Ehe führte. Von 1809 bis 1813 war ihr Haus in Berlin tin Treffpunkt aller Patrioten, die allen Niederlagen zum Trotz den Glauben an den Wiederaufstieg Preußens nicht verloren. Scharnhorst, dem jungen Paare eng befreundet, vermochte es, den König da- I hin zu bringen, Lützow mit der Aufstellung einer ßreifchar zu betrauen, die als „Lützows wilde, ver- vegene Jagd" in die Geschichte einging. Elise gab nicht nur ihr Vermögen für die Ausrüstung hin, sondern war die tätige Seele der Organisation der .schwarzen Jäger". Sie half in der Schreibstube, je sorgte eigenhändig für die Verpflegung, sie hielt die Kleiderkammer instand und war, als die dein, 500 g , , oder andere Gemüse, wie sie die Jahreszeit bringt, 20 g Fett, Salz. Die Makkaroni werden wie üblich in dem Salzwasser gargekocht. Inzwischen hat man die Gemüse in feine Stifte geschnitten und in dem Fett angedünstet, und unter Zugabe von ganz wenig Wasser gar geschmort. Wenn das Gemüse fertig ist, gibt man die abgetropften Nudeln darunter und läßt alles gut heiß werden. Buttermilch mit Klößen. % kg halb gekochte und halb roh geriebene Kartoffeln werden mit Mehl und Salz verknetet und zu kleinen Klößchen geformt, die in Salzwasser garziehen müssen. Man übergießt sie in einer Schüssel mit heißer Buttermilch, die mit etwas Kartoffelmehl gedickt ist und mit Zucker und Salz abgeschmeckt wird. _ Heren Höfe, die Katen; natürlich darf äuch das Spritzenhaus nicht vergeßen werden. Unsere ganz Kleinen beschäftigen wir mit dem Formen der Büsche und Sträucher, die den Dorfteich umsäumen sollen. Ein Leiterwagen belebt dann die Dorfstraße, und auf dem Dorfteich fehlen natürlich auch nicht die Enten. Bei diesen drei einfachen Spielen fallen sicher der einen oder anderen Mutter noch andere nette, teils luftige, teils unmerklich belehrende Spiele ein. Es sei noch das Theaterspielen erwähnt, das mit dem Verkleiden meist den Höhepunkt an Geburtstagsfeiern bildet. Oder aus der Kinderstube wird mit Hilfe aller Puppen ein Kinderheim oder ein Krankenhaus. Auch mit Hilfe aller Baukasten können wir größere Jungen beschäftigen, wenn sie einmal ihre Beobachtungsgabe zeigen und einige Straßenzüge ihrer Vaterstadt darstellen sollen. Es ist nur ein wenig Liebe und Ueberlegung und ein freundliches Lächeln über eine verkramte Kinderstube und Schnippel auf dem Fußboden da- Wir pflegen unsere Kleider. Die Kleiderpflege ist ein wichtiges Kapitel. Kluge Frauen haben selbstverständlich stets Wert darauf gelegt, ihre Kleider zu pflegen durch regelmäßiges Ausbürsten und Fleckentfernern Jetzt ist dies nötiger als je, denn wir müssen haushalten mit den Vorräten an Stoffen, die wir haben. Eine Vorbedingung, die Kleidungsstücke lange in gutem Stand zu erhalten, ist einmal die, nicht täglich dasselbe Kleid zu tragen, vielmehr öfter zu wechseln. Ein Kleid muß sich einmal ausruhen, es gewinnt durch das Hängen über dem Bügel Frische und Form zurück. — Wichtig ist es, zur möglichsten Schonung des Stoffes eine waschbare Passe einzu-- heften, bei sehr dünnen Stoffen auch ein Aermel- futter. Die Hellen Einsätze ober andersfarbigen Kragen an einem Kleide sollte man mit Knipsern versehen, um das zeitraubende Einheften zu ersparen. Von Zeit zu Zeit muß ein Kleid nach sorgfältigem Ausbürsten aufgeplättet werden, es genügt aber oft auch schon, das Kleid in die feuchte Luft des Badezimmers oder auf den Balkon zu hängen, der Stoff glättet sich dann von selbst. Natürlich muß das Kleid nach diesem Dampfbad erst trocknen, man darf es danach nicht sofort anziehen. Berufstätige Frauen, die viel schreiben müssen, sollten Schreibärmel od-er Kittel tragen, um die Aermel zu schonen. Bei sehr dünnem Stoff emp- iehlt es sich als vorbeugende Maßnahme aeqen Ellbogendurchscheuern, eine Blende in der Breite von etwa 10 Zentimetern auf den Unterärmel zu setzen. Ebenso kann man das Durchscheuern des Stoffes unter den Armen verhindern, wenn man ein Stück oder auch gleichfarbige Seide untersetzt. Herrenanzüge ober Kleiber aus härterem Wollstoff ober Kammgarn, die an einzelnen Stellen glänzend geworben sind, behanbelt man mit Salmiakgeist. In eine Schüssel lauwarmes Wasser gibt man einen kleinen Schuß Salmiak, legt baä Kleidungsstück auf ein Tuch und bürstet es strichweise ab. Das gereinigte Kleid erscheint nach bem Bügeln roteber wie neu. Beim Trockenbürsten tut man gut, die Kleider auch von innen auszubürsten. Baumroollsamtkleiber werben nach bem Dampf- bab wieber tadellos, wenn man sie mit der linken Seite nach außen auf das Bügelbrett zieht und mit dem Bügeleisen ganz leicht überstreicht Seibensamt muß vorsichtiger behandelt werden, man dämpft ihn am besten nur auf und bürstet ihn mit einer weichen Bürste leicht ab. Filzhüte kann man bei einigem Geschick aus- srischen, indem man sie über einem Kessel mit kochendem Wasser aufdämpft. Hierzu darf nicht viel Wasser im Kessel sein. — Nach dem Aufdämpfen kräftig bürsten, danach setzt man sich den Hut im feuchten Zustand auf den Kopf und biegt ihn nach Gefallen zurecht. Er muß bann vorsichtig auf einen Stänber gesetzt werden unb bars trocknen. Wenn ber Hut ein guter Haarfilz ist und also bie Kosten lohnt, kann man ihn bei ber Putzmacherin ganz umpressen lassen. Strümpfe schont man, indem man sie einmal sehr behutsam überzieht und jedes Zerren vermeidet, bei dem so leicht eine Masche fällt. Um das Reißen an den Fersen zu verhindern, trägt man kleine Einsatzfersen aus Zellophan, die das Gewebe schützen. Ist die Ferse trotz aller Vorsicht doch durchgescheuert und oft gestopft, so schneidet man in der Mitte der Sohle einen kleinen Keil, den man gut zusammenstopft — bei sehr dünnen Strümpfen tut es auch ein Abnähen, auf diese Weise rutscht das Gestopfte durch den strafferen Sitz des Stoffes hinten in den Schuh hinein. Die Kleidungsstücke, die wir besitzen, können wir durch diese kleinen Handgriffe lange Zeit in gutem Zustande erhalten und werden so stets einen ge* pflegten Eindruck machen. H. F. Zahnstein ist gefährlich. Auf diese wichtige Tatsache hat vor kurzem der Kongreß für Innere Medizin in Wiesbaden hingewiesen. Der Zahnstein, den.ja jeder kennt, ift nicht nur häßlich, sondern auch für die Gefimdhett und Kraft der Zähne außerordentlich gefährlich. Die Oahnsteinschicht setzt sich besonders an den unteren rontzähnen an. Er vermischt sich mit allerlei zerstörenden Stoffen und Sauren Besonders stark bildet sich Zahnstein beim starken Raucher. Der ge- TJieTwnfilBtäerHeimat Zrr, der Abwasch! so Rüben brechen Monopole. Wie Deutschland das größte Zuckerproduktionsland der Erde wurde. Das kann gefährlich werden, wenn sich eine giftige gefüllt stehen lassen; so kanni sich erst gar mchts an- Lrznei in der Flasche befindet. Ein unvorsichiger setzen. Schon vor dem Essen die vielleicht vom Abend Dater mußte vor kurzem durch Schaden tlua wer- vorher oder vom Frühstück noch vorhandenen ae- Brr, der Abwasch! Das ist der Stoßseufzer . mancher Hausfrau! Es gibt kaum eine Hausarbeit, die so allgemein unbeliebt ist wie das Abwaschen. Wir können uns aber diese Arbeit durch einige Kniffe erleichtern und bei dieser Gelegenheit auch noch an Zusatzmitteln zum Abspülwasser sparen. Und zwar haben wir zweierlei zu beachten: 1. dafür zu sorgen, daß es keine Krusten in Kochgeschirren gibt, daß auch in Schüsseln und Behältern alles Angesetzte schön aufgeweicht wird; 2. daß möglichst erst Das Fett beseitigt wird, ehe das Geschirr oder Besteck (Messer darf man nur bis zum Griff ins Wasser stecken, weil sich sonst die Schneide allmählich herauslöst) in das sunde Zahn ist in seinem Knochenfach derartig auf» gehängt, daß er beim Kauakt einer ständigen Bewegung unterworfen ist und sozusagen federt. Falls sich nun Zahnstein gebildet hat, übt dieser auf das Zahnfleisch einen ständigen leichten Druck und einen ständigen Reiz aus. Das Zahnfleisch wird dadurch gelockert. Der Zahnstein vermag dadurch am Zahnhals etwas weiter in die Tiefe zu bringen. Dadurch entstehen Taschen, in denen sich Speisereste ansammeln, und das kann zu einer Zahnfleischentzündung führen. Im Zahnstein selbst sitzen Kleinlebewesen, Bakterien, Pilze und andere krank- machende Mikroben. Dies aber ist für die Gesundheit des Mundes äußerst bedenklich, so daß man alles tun muß, durch eifriges Zähneputzen rechtzeitig den Zahnstein zu entfernen. Dienst der Wissenschaft. So ist es nicht verwunderlich, daß der Name Andreas Sieaesmund M a r g gr a f heute nur mehr dem Chemiker ein »f ist. Dieser Gelehrte war Vorsteher des hen Laboratoriums der Akademie, er er- forchte die Verbindungen des Phosphors und entdeckte den Zuckergehalt der Runkelrübe. Aber nicht als reife Frucht fiel ihm die Entdeckung in den Schoß; in zielbewußter Arbeit gelang ihm dieser Erfolg. Man spricht davon, daß ohne den Massenanbau der Kartoffel Europa nicht zum 500-Millionen-Kon- tinent hatte wachsen können. Aehnliches gilt auch vom Rübenzucker. Das teuere überseeische Zuckerrohr hatte wohl genügt, um die reichen Schleckermäuler und die Schubladen der Apotheken zu füllen, aber niemals, um als wertvolles Nahrungsmittel in allen Bevölkerungskreisen Eingang zu finden. Die ungeheuere Nachfrage nach Zucker ließ dem Kundigen erkennen, daß aus einem Genußmittel ein Nahrungsmittel zu werden im Begriffe war, und daß nur der hohe Preis das vereitelte. Der deutsche Chemiker Marggraf wußte das und darum erstreckten sich seine Forschungen darauf, einen gleichwertigen Stoff zu finden. Heber ein Jahrzehnt hat der Gelehrte dieses Ziel mit aller Hartnäckigkeit verfolgt, und im Jahre 1747 hatte er es erreicht! Sein Bericht darüber, den er der Akademie vorlegte, führte den Titel „Chemische Versuche, einen wahren Zucker aus verschiedenen Pflanzen, die in unseren Ländern wachsen, zu üehen." In ihm gibt er von seiner wichtigen Ent- Deckung folgendermaßen Kunde: „So kam ich gelegentlich auf den Gedanken, auch die Teile verschie- schiedener Pflanzen, die einen süßen Geschmack haben, zu erforschen, und ich fand, daß einige dieser Pflanzen nicht nur einen dem Zucker ähnlichen Stoff, sondern in der Tat wirklichen Zucker enthalten, der dem bekannten, aus Zuckerrohr ge- WinlersMe. Gut gewählte und zubereitete Wintersalate bringen große Abwechslung in die Winterkost. Roh und leingeraspelt eignen sich: Gelbe Rüben, Sellerie, zarte Teile von Stangenlauch, Meerrettich, Kohlrüben, rote Rüben und Kopfkohl. Wirsing hat so starken Eisengeschmack, daß er in Mischung alle anderen Gemüse überdeckt. Rosenkohl sollte man nicht zu Salat schneiden. Rohes Sauerkraut ist einer unserer wertvollsten, rohen Wintersalate. Sein Vitaminreichtum nimmt nicht gegen Ende des Winters wie bei frischem Kopfkohl ab. Auch das hitzeempfindliche Vitamin C ist bei der Milchsäuregärung erhalten geblieben. Kein Wunder, daß rohes Sauerkraut heute so hoch geschätzt wird. Alle Gemüsewurzeln und -knallen, die unter der Erde wachsen, sind besonders reich an basischen Mineralstoffen. Zur säurereichen Win- terkost mit viel tierischen Fetten, Rind- und Schweinefleisch bilden basenreiche Gemüse eine gute Ergänzung. Die Säuerung dieser Gemüsesalate soll von milder Würze sein. Zwiebeln oder feine Lauchstücke dürfen nicht fehlen. Wer es liebt, reibt die Salatschüssel mit etwas Knoblauch aus. Wichtig ist die Zerkleinerung zu hauchdünnen Scheiben, Stiftchen oder mit der Raffel. Kraut, auch Sauerkraut gewinnt durch Marinieren. Rohes Frischkraut muß außerdem tüchtig mit dem Stößer gestampft, dann mariniert und mindestens eine Stunde gepreßt werden. Marinade: Bester Weinessig oder Kräuteressig, etwas Zucker und wenig Salz. Rohe Gemüsesalate können salzlos zubereitet werden, wenn würzige Kräuterpulver statt Kräu- teressig im Essig verrührt werden. Erst nach dem Marinieren etwas Del ober glattgerührten Duarg zugeben. Auch der Cigengeschmack der Gemüse wurzt gut. Alle Gemüse, besonders Wurzeln und Knollen gründlich reinigen und dünn schälen. Gelbe Rüben sauber bürsten und mit Schale raffeln oder fein hobeln. Sehr schön sehen vielfarbige Gemüseplaiten aus. Jede Sorte wird für sich angemacht und bunt nebeneinander gehäuft. Die vitaminreiche gelbe Rübe kann mit Aevfeln, Kohlrüben und femge- schnittenem, rohem Sauerkraut (salzlos eingemacht!) zu einem süßen Salat mit Zucker, Apfelsüßmost und geriebenen Nüssen ober Kürbiskernen angemacht werden. Durch die milde Säure des salzlosen Krautes erhält dieser Fruchtsalat die Feinheit von Apfel-Apfelsinensalat. Strunk und holzige Teile der Gemüse sind von der Rohkost auszuschließen. etlichen Jahrzehnten unmöglich schien, ist heute selbstverständlich geworden. Trinkwasser, Heizgas und elektrisches Licht, billige Verkehrsmöglichkeiten durch Dampf und Elektrizität und nicht zuletzt die ungeheuere Bereicherung unseres Speisezettels. Auch der ärmste Mann würde die ein lärmige Nahrung seiner Urgroßeltern mit Entrüstung zurück- weisen, von den bloßen Genußmitteln ganz zu schweigen. Ja, manche Genuhmittel werden heute von den Chemikern und Physiologen zu den unentbehrlichen Nahrungsmitteln gerechnet, so mit vollem Recht der Zucker, der noch vor einem guten Jahrhundert nur in der Küche der Wohlhabenden zu finden war. Ilm das Jahr 1800 wurden für 50 Kilo Rohrzucker 22 bis 25 Taler verlangt und auch be- zahlt. Wenn man bedenkt, daß man für diese runde Summe auch ein paar schlachtreife Ochsen erstehen konnte, so wird man diesen Zuckerpreis etwas ge» Abspülwasser kommt. Zu Punkt 1: Schon beim Kochen so arbeiten, daß alles benutzte Geschirr und Löffel gleich in eine SchüsselmitWasser kommen ober mit Wasser schmalzen finden. „Honig, der nickt von Bienen flammt!" So nannten die Geschichtsschreiber des Alexander- zuges nach Indien jenes Süßmittel, das die Inder aus einem Rohr zu bereiten verstanden. Diese Rohrpflanze hieß im Sanskrit „sarkura", woraus das europäische „fucre" und „Zucker" entstanden sind. In Mitteleuropa wurde aber der Zucker erst durch die Kreuzzüge bekannt Venedig rückte zum ersten Handelsplatz für Zucker auf; denn hier löschten die aus Indien kommenden Schiffe ihre süße Fracht. Nach der Entdeckung Amerikas schlug der Welt- handel andere Bahnen ein; Zentral- und Südamerika produzierten das Zuckerrohr, und Lissabon, Amsterdam und schließlich Hamburg wurden zu den großen Einfallspforten für die Waren aus Ueber- fee. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts deckte ganz Europa seinen Zuckerbedarf aus Amerika. 3n Per Oorotdeenstratze zu Berlin. Ein unscheinbares kleines Haus in der Berliner Dorotheenstrahe beherbergte seit dem Jahre 1700 die „Preußische A kademi e der Wi s- s e n s ch a f t e n". Der große Leibniz hatte zu dieser Frühstück noch vorhandenen ge- ________________Schüsseln und Töpfe in eine Schüssel mit Wasser stellen, damit sie vorgeweicht sind. Vor dem Abspülen wird nun nicht nur bas Wasser entleert, sondern wir hatten uns eine Bürste, bie auch etwas gröber fein kann, mit ber wir schon angesetzte Ränder und Reste entfernen. Wenn eine Warmwasserleitung vorhanden ist, machen wir auch diese Arbeit mit warmem Wasser. Zu Punkt 2: Jedes gebrauchte Geschirr, Teller oder Besteck sofort nach Gebrauch abspülen, auch wenn wir nur kaltes Wasser zur Verfügung haben. Von den noch warmen Eßtellern löst sich der größte Teil selbst fetthaltiger Reste, wenn wir schnell genug damit sind, damit das Fett nicht erst erstarrt. Das Säubern des Siebes, durch das wir eine Suppe ober Tunke geseiht haben, ist immer eine gefürchtete Arbeit, bie wir uns aber sehr vereinfachen, indem wir bas Sieb sofort — also gar nicht erst aus der Hand legen! — unter einen möglichst kräftigen Wasserstrahl halten. Aber nicht immer ist es möglich, Geschirr gleich auf diese Weise vorzusäubern und bas Fett sofort zu beseitigen. Dann haben wir noch ein ebenso einfaches wie wirksames Hilfsmittel: Zeitungspapier! Man wird erstaunt sein, wie vorzüglich leicht zusammengeknülltes Zeitungspapier Fett und sonstige Reste vom Geschirr mitnimmt, wenn wir es zum Ausreiben benutzen. Auch Eimer, Ausguß und sonst schwer zu säubernde Gegenstände reibt man erst mit Zeitungspapier aus, und bie Arbeit ist nur halb so schlimm. Der Abwasch des auf diese Weise gut vorbereiteten Geschirrs ist nur noch ein Kinderspiel und erfordert auch nicht die Menge an Soda oder ähnlichen Zusätzen, die sonst notwendig sind. W. Vieles, was noch vor einem Jahrhundert ober I Gründung die Anregung gegeben, und viele bebeu- v.4.a~ ut honto tende Männer haben hinter diesen schlichten Mauern zum Ruhm chres Vaterlandes gearbeitet im stillen Vater mußte vor kurzem durch Schaden klug n^r- den. Er hatte eine halbgeleerte Arzneiflasche in den brauchten Teller, S< Müll geworfen und vergessen, den Inhalt, der aus 11 (TO-fr— Morphium bestand, auszugießen. Sein zweijähriger Sohn spielte und geriet in seinem Spieleifer an den Müllkasten. Er fand die unglückliche Arznei- flasche, kostete von der Morphiumlösung und kam mit schweren Dergiftungserscheinungen in das Krankenhaus. Der achtlose Vater hatte den Schaden. Zwar gelang bie Rettung des Kindes, aber das Sparkonto des Vaters war auf bie Hälfte zusammengeschrumpft. wonnenen genau gleicht. Am stärksten aber ist dies« wahre Zucker in den Runkelrüben enthalten." So ging von dem unscheinbaren kleinen Berliner Haus der Anstoß aus, der einen der bedew tendsten und größten chemischen Industriezweige zur Folge haben sollte! Gegen naschhafte Hasen. Bis dahin freilich war noch ein langer und dornenvoller Weg, den ein anderer deutscher Gelehrter zurücklegen mußte. Es war dies der Chemiker Franz Karl Achard, ein Schüler des genialen Marggraf, der mit feinem Lehrer die vielen Untersuchungen durchgeführt und wohl auch an der Entdeckung des Zuckergehalts der Runkelrübe Anteil hatte. Sein Sinn strebte jedoch mehr aufs Praktische, und so müssen wir in Achard den Mann sehen, der der eigentliche Pionier der Zuckerrüben industrie war. Als Marggraf im Jahre 1782 seine Augen für immer schloß, hatte Achard bereits mit seinen Kul- turversuchen auf dem Gute Kaulsdorf bei Berlin begonnen. Er wollte eine sehr zuckerreiche Rübensorte erhalten und diese Pflanzversuche mürben auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Nicht daß diese Rübensorte nicht gewachsen wäre, aber jedesmal fraßen die Feldhasen diese ausnehmend süßen Rüben kurz vor der Ernte ab! Dolle uv ei Jahrzehnte lang wiederholte sich dieser launisch-verzweifelte Kampf, aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts glaubte Achard doch so weit zu~fein, um mit der Zuckerfabrikation beginnen zu können. Er hatte Apparate um Apparate gebaut, und nun eine Maschinenanordnung gefunden, die aus den Runkelrüben einen brauchbaren Sirup und als Endprodukt kristallisierten Zucker lieferte. Sein eigenes Vermögen hatten diese Experimente verschlungen, und nun brauchte Achard Geld, um seine Fabrik zu bauen. Es wäre in normalen Zeiten leicht zu bekommen gewesen, aber der bewaffnete Friede, den die revolutionären Verhältnisse in Frankreich nötig machten, war Handel und Wandel nicht günstig. Zst Rübenzucker Gift? In seiner Not wandte sich Achard mit einer Eingabe an den König und — der König half! Die ersten Autoritäten der Wissenschaft hatten sich für das Achardsche Projekt ausgesprochen, und so konnte der unentwegte Mann im Herbst 1801 auf dem Gute (tune rn in Schlesien die er ft e Zuckerrübenfabrik der Welt eröffnen. Die Sache lief langsam an. Die Ausbeute von Zucker aus den Rüben betrug anfänglich nur 6 v. H., aber die Rohrzuckerimporteure witterten die Gefahr, die chrem Geldbeutel bevorstand. Darum versuchten sie es nun mit Lügen und Verleumdungen. Bezahlte Subjekte, die sich als „Wissenschaftte?' aufspielten, erklärten, daß der Rübenzucker gesundheitsschädlich fei. Als das nicht zog, ging man einen Schritt weiter und ließ irgendwo „einen braven Mann und Familienvater unter entsetzlichen Qualen sterben — weil er Rübenzucker genascht hatte"! Eine Quelle von Deutschlands Reichtum. Im Jahre 1806 verhängte Napoleon die Kontinentalsperre. Der Import von Rohrzucker war somit praktisch unmöglich; der Preis für die geschmuggelte Ware stieg von 22 auf 200 Taler! Und nun schlug Achards große Stunde! In rascher Folge entstanden in ganz Europa Rübenzuckerfabriken, und als die Handelssperre wieder fiel, konnte das teure Ueberfeeprobuft nicht mehr gegen den gleichwertigen Rübenzucker konkurrieren. Seine Produktion wurde immer gewaltiger, sein Preis immer wohlfeiler und bie minderbemittelten Volksteile waren nicht mehr allein auf Honig und Sirup angewiesen. Ein rücksichtslos ausgebeutetes Monpol sank in den Staub, ein Privilegium der Reichen hörte auf zu existieren! Die Leckerei Zucker wurde zum Volksnahrungsmittel! Marggraf und Achard haben eine der Hauptquellen von Deutschlands Reichtum erschlossen! Fast 150 000 Menschen finden heute in der deutschen Rübenzuckerinbusttie Arbeit und Brot, und die Erzeugnisse der deutschen Zuckerindustrie stellen den 15. Teil des gesamten deutschen Nattonalver» mögens dar! Deutschland ist das größte Zucker» proouktionsland der Welt geworden! auflöst und verschwindet. Mancher Filmbesucher hat sich vielleicht gefragt, pflanzt. Nach einigen Jahren waren auch hier die ► ein solcher Eingriff woyl überhaupt möglich und neuen Gewebe so restlos aufgesaugt, daß bie Horn- ob haut wieder trüb und undurchsichtig war. Aus feiern verwendet werden konnte. In den letzten Jahren robleme offen, an deren Dewältt- noch mani gung eifrig gearbeitet wird. Bessere Konservierungs, Methoden des toten Hornhautmaterials und die In dem Fllm „Mutterliebe" erlebten wir das große Opfer einer Mutter, bie ihr eigenes ! Druckschrift lesen konnte. Kleine Stücke dieser Häute wurden bann in normale Kaninchen-Hornhaut über- ' ftaom vywytoyx iritrfi hior hn< lich nur ein Fensterchen in ber ui wordenen Hornhaut geöffnet zu werden, um die Hornhautüberpflanzung Was die Wissenschaft zu dem Film „Mutterliebe" sagt. hatte sehen können, rvieder ein — bas Opfer war vergeblich gewesen. Man brauchte lange Jahre intensiver Forschung, um den Grund solcher anfänglichen Mißerfolge zu erkennen. Er liegt in der Eigenart des lebenden Gewebes. Das Ersatzgewebe wächst nämlich allmählich so in das erkrankte Gewebe hinein, daß es sich schließlich ganz in diesem chen Versuchen gelangte man zu der Erkenntnis, daß eine erfolgreiche Hornhautüberpflanzung nur bann möglich ist, wenn noch kein trübes, blutgefäß- haltiaes Geweve eingebunden ist und keine verwachsenen Narbenflecken vorhanden find. Auch bie Beschaffenheit des Ersatzgewebes spielt eine bedeutende Rolle. Lichtstrahlen wieder einfallen zu lassen. Dies ist aber firakttsch undurchführbar, weil bann die Augen- lüssigkeit abfließen würde, und weil die Natur die Deffnung rasch wieder verschließen würde. Darum ist bie Augenheilkunde seit langem bemüht gewesen, einen Ersatz ber geschädigten Hornhaut zu schaffen. lieber die Entwicklung dieser Bemühungen berichtete vor einiger Zeit Prof. Dr. Fr. Salzer. Schon im Jahre 1830 gelang es zum ersten Male, eine gesunde Hornhaut auf bie erkrankte eines menschlichen Auges zu überpflanzen Die Trans- plantation gelang, ein kleines Stück ber gefunden Hornhaut wurde auf das kranke Auge verpflanzt. Aber nach einiger Zeit trübte auch bie überpflanzte Hornhaut, durch die der Kranke monatelang gut erfolgreich ist. Inwieweit läßt sich das Filmgefchehen hier mit Dem Stande der Wissenschaft, mit der modernen Augenheilkunde oereinoaren? aber hat es sich herausgestellt, daß es nicht mehr nötig ist, ausschließlich Hornhäute von Lebenden für Ueberpflanzungszwecke zu verwenden. Prof. Fila- t o w und Dr. N i z e t i c überpflanzten zum erstenmal die Hornhaut von Toten. Sie fanden, daß überlebende menschliche Hornhaut, bie mehrere Stunden bis Tage bei einer Temperatur von 5 Grad auf» bewahrt wirb, im lebenden Auge einheitt und klar und durchsichtig bleibt Damit ist es heute in weitaus größerem Umfang als früher möglich, zahlreichen Menschen, die eine Erblindung befürchten müssen, Rettung zu bringen. In der Frage der Hornhautüberpflanzung stehen Die Hornhautüberttagung ist also nicht in allen Fällen ber Erkrankungen möglich. Wo aber alle Grundbedingungen erfüllt sind, reitet sie ein erkranktes Auge tatsächlich vor völliger Erblindung. Der deutsche Augenarzt Dr. E l s ch n i g erzielte eine große Anzahl erfolgreicher Transplantationen, bei denen das Ersatzgewebe unversehrt und klar blieb. Allerdings war auch die Frage der Beschaffung ge- "v " ' ' * ' ttemlich schwierig; sie fand meist nur da eine rasche Lösung, wo einem . wichtigen Telle anderen Augenkranken ein nicht mehr au rettendes übte also eigent- Auge herausgenommen werden mußte, dessen Horn- rndurchsichtig ge- haut bann zur Rettung eines anderen Pattenten morhon um Kia narmonhol morhon SXn hon ' **" Die uhrglasförmig vorgewölbte Hornhaut, die etwa einen Millimeter stark ist, schließt als äußere Schutzkapsel den Augapfel ab. Sie ift völlig durchsichtig und läßt die Lichtstrahlen ins Innere des Auges fallen. Verletzungen und Erkrankungen der Hornhaut sind sehr häufig, sie können durch Ent- zündunaen ber Bindehaut, durch Chemikalien (z. B. m bestimmten Fabriken) und als Folge anderer Krankheiten entstehen und führen zu Geschwüren. Diese verheilen zwar oft sehr rasch, aber bie babei entstehenden Narben trüben die Hornhaut, einem gefrorenen Fenster gleich, durch bas man nur Hellig- reitsunterschiede wahrnehmen kann, jedoch keine' noch Allerdings war auch die Frage der Beschaffung gc so großen und nahen Gegenstände. Die so hervor- eigneten Hornhautmaterials riemlich schwierig; si gerufene Erblindung ist um so tragischer, als ja fand meist nur da eine **,z' n"‘ — "— Sehnerv, Netzhaut und bie anberen wichtigen Telle anderen Augenkranken ei des Auges unversehrt sind. Es braui' * Auge dahingibt, um ihr Kind vor ber drohenden | Folgender Versuch zeigt diese Tatsache der Ver- Ervlinbung zu bewal)ren. Es handelt sich babei um schmelzung. Man gewann Hornhäute von Pferden, das Problem der Hornhautüberpflan^ung; Meerschweinchen und anderen Versuchstieren, tötete bie gesunde Hornhaut der Mutter wird auf Die er-1 ne jn ^ner bestimmten Lösung ab und fand sie krankte und zerstörte des Kindes überpflanzt und danach noch so klar, daß man durch sie die feinste ermöglicht damit die Erhaltung des Gesichtssinnes ..... - • * -- - für das Kind. — vorläufig noch im Versuchsstadium befindliche — Möglichkeit des Herrichtens von frischen Tier-Hornhäuten zur Ueberpflanzung gehören dazu. O. O. E. Tiere, die sick iotfiellen. So seltsam es auch klingen mag, so ist doch manchmal bie wirksamste Methode, einem Feinde zu entgegen, die, daß man sttllsteht, und dieses Prinzip wird besonders in der Tierwett häufig angewandt. Die Raupe, bie auf ber Pflanze irgendeinen Gegner wittert, wird plötzlich starr und unbeweglich und so überscheTr. Das Kaninchen sitzt, wenn es einen verdächtigen Laut hört, mit gespitzten Ohren ganz still und glaubt, damit das Unheil abzuwehren. Es gibt aber auch Geschöpfe, die diesen Trick noch viel meistechafter ausführen, indem sie sich geradezu tot- stellen. Diese schauspielerische Leistung hat man bei oen verschiedensten Tieren beobachtet, aber es gibt nur wenige, die es darin zur vollendeten Meisterschaft gebracht haben. Eine solche Künsllerin ist die virginische Natter, die ein ganz harmloses Reptil ift, aber durch das Aufblasen einer Haube und bas An nehmen einer drohenden Haltung zunächst seinem Feinde Furcht einzujagen sucht. Wenn sie Damit kein Glück hat, dann sviett die Natter ihren letzten Trumpf aus, indem sie in wilde, krampfhafte Bewegungen ver- fällt und sich schließlich zusammenrolllt, woraus sie bewegungslos und anscheinend tot liegen bleibt Sie kann dann aufgehoben und sehr rücksichtslos behandelt werben, ohne daß sie aus dieser scheinbaren Todesstarre erwacht, sie leistet so menig Widerstand wie ein Strick. Ein Forschungsreisender dachte die ihm bekannte Fähigkeit der Schlangen auszunutzen, um auf seine Negerträger bei einer Expeditton Eindruck zu machen. Als er auf ein solches Reptil stieß, da veranlaßte er bie Trager, die einen großen Schreck vor allen Schlangen hatten, sich im Kreise um das Tier herumzustellen und seine Kunst des Hypnottfierens zu beobachten. Er erklärte, er werde die Schlange töten, ohne sie zu berühren. Daraufhin ging er auf bas Reptil zu, macyte einige geheimnisvolle Bewegungen mit der Hand und sofort rollte sich bie Natter zusammen und lag anschemend leblos da. Liber was er beabsichtigt hatte, erreichte er keineswegs, sondern bas Gegenteil. Die Neger waren so entsetzt über die „Zauberkraft" ihres Führers, daß ste vor ihm Angst bekamen und ihm davonliefen. Eine ähnliche Fähigkeit besitzt auch die europäische Feuerkröte, deren unsere Körperhalfte feurig rot gezeichnet ist. Wenn bie Kröte angegriffen wird, jo legt sie sich auf den Rücken und bleibt starr, während fie dem Feinde ihr wie ein Feuer glühendes Unterteil entgegenhält. Die gisttae südamerikanische Kröte verfällt ebenfalls bei Gefahr in eine solche Starre und verharrt in ihr, bis der Gegner sich entfernt, worauf sie sich mit größter Eile Davon* macht. Ein besonderer Künstter im Sichtotstellen ist Das Opossum, ein überaus lebendiges Tier, dem die künstliche Ruhe gewiß recht schiver fällt; es hat es aber zu einer solchen Vollendung gebracht, daß es sich selbst nicht rührt, wenn es von Hunden gebissen wird. Wenn diese glaubten, das Opossunt getötet zu haben und fortliefen, kriecht es auch verwundet noch davon. Auch in der Wafferweit gibt es Beispiele einer seltsamen Unbeweglichkeit, dis als eine Art des Sicht otstellens auf gefaxt worden ist. B. «Gfte in Dosen " Die Drehbuchautoren des neuen Cine-Allianz- Filmes (Lichtspielhaus Bahnhofstraße) haben sich für diesmal die Ehe eines Schlagerkomponisten aus« gesucht, um ihren Witz zu üben. Der Schlagertoiw ponist hält es in seiner Ehe nicht aus, weil feine Frau zu ordentlich ist und sie ift anhaltend entfeht Darüber, daß er so schlampig ift. Also wollen sie sich scheiden lassen! Der Onkel Windhorst, der ganz genau weiß, daß die beiden ohne einander nicht leben können, führt nun als Jurist und Scheidungs- fpezialist Regie, um die Scheidung zu verhindern. Mit Hilfe von zeitticher und räumlicher Trennung, mit künstlich angefachter Eifersucht und mit mancherlei Vorspiegelungen wird denn auch der Effett erreicht, daß sich die beiden Hauptpersonen wieder beglückt in die Arme fallen. Dieser Grundzug einer Handlung wurde gehörig herausgeputzt, mit erheblicher Aufmachung und mit viel Tempo behanoett und auch mit einigem Humor durchsetzt, der allerdings manchmal etwas mühsam herbeigeholt erschien. Johannes Riemann spiette zunächst den wilden Ehemann, der aber zusehends zahmer wurde und schließlich zu Kreuze kriecht. Ihm stand mit viel fraulichem Charme Leny Marenbach gegenüber, die auch die Verwandlung von der ehrpusseli- gen Hausfrau zur mondänen Frau glaubhaft zu machen verstand. Hilde Hildebrand und Hilde W e i ß n e r erschienen als Frauen von besonders ausgefallenem Format, während Ellen Hill ein sehr originelles und natürlich-lebhaftes Hausmädchen mimte. Ralf Artur Roberts als menf eben freundlicher Onkel und Scheidungsfpezialist bewegte sich sehr geschickt in seiner Rolle, in Der er Gewandtheit und Begriffsstutzigkeit nebeneinander au veranschaulichen hatte. Die Spielleitung hatte Johanne« Meyer. Heinrich Ludwig Neune» Aus der Stadt Gießen. 4.ReichsfiraßensammlungsmdasMgs-MW Hornung. 12 Wilhelm-Busch-Iiguren Ueberall fiehi man die Cante, mit fit Wilhelm Bosch benannte Außerdem noch wettere Köpfe, welche mit und ohne Zöpfe, stellen fich mit viel Humor für da» whw. fetzt vor. Einsatz der Medizinstudenten im Kriege Alle Studenten stehen als Blutspender bereit. den Gesundheitszustand des deutschen Volkes aus die Höhe zu bringen, die es befähigen wttd, die Leistungen zu vollbringen, die die Zeit von ihm fordern rSird. Der Medizinstudent, der heute noch an der Hochschule seinen Platz hat, hat eine große verpflichtende Ausgabe; nur wer chr überall und immer gerecht wird, ist gut genug, Wahrer der Volksgesundheit zu sein. ter das deutsche Volk. W-olcher der großen deutschen Dichter könnte von sich sagen, daß er in säst 35 Mil- lionen Denkmälern eine so populäre Wiederauferstehung feiern kann? Wer von ihnen barg in sich eine so geschlossene Persönlichkeit wie Wilhelm Dusch, der selbst mehr als nur ein Illustrator und ein formvollendeter Knitteloersemacher des Lustigen jein wollte und auch war? Der ohne des Erziehers drohenden Zeigefinger mit zwei Versen nur den Sinn umschrieb, mit dem die Millionenschar feiner Figuren an das demsche Volk herantritt: Guter Menschen Hauptbestreben ist, andern auch was abzugeben!" Daran senken wir bei der 4. Reichsstraßensammlung am Samstag und Sonntag, dem 3. und 4. Februar 1940. stellt werden. Der Arzt ist der Erzieher des deutschen Volkes zur Volksgesundheit. Der Medizinstudent hat deshalb gerade in der heutigen Zeit durch eine vorbildliche Haltung zu zeigen, dcE " Wir treten mit dem Hornung — wie der Februar mit seiner deutschen Bezeichnung heißt — in den letzten Wintermonat ein. Februar ist eine - römische Bezeichnung (von februare -- reinigen). Nach alter Bauernregel sollen nämlich jetzt die Hühnerställe gereinigt werden. Der Hornung bringt eine beachtenswerte Verlängerung des Tages, darum sagen die Bauern: „An Mariä Lichtmeß (2. Februar) — spinnen vergeß — bei Tag z'Nacht eh!" In vorchristlicher Zeit waren die heutigen Fastnachtstage von großer kultischer Bedeutung An ihnen wurde eine Säuberung von Feld und Flur durchgeführt, bei der es besonders darauf ankam, unerwünschte dämonische Kräfte zu vertreiben. Für die germanische Bauernschaft zählte der Februar noch zur sogenannten toten Jahreszeit, da sie den Jahresbeginn am 1. März feierte und nur eine Zweiteilung in Sommer und Winter kannte. Auch im alten römischen Kalender begann das Jahr mit dem Monat März und zählte im ganzen nur zehn Monate, da Januar und Februar fehlten. Mit der Einführung des gregorianischen Kalenders wurde der Februar der kurzlebigste der zwölf Geschwister, dessen Lebenszeit sich aber alle vier Jayre um einen Tag verlängert, wie es 1940 wieder der Fall ist. Da hoben die am 29. Februar Geborenen roteber einmal Geburtstag. Im Voraussagen des Wetters spielen einzelne Tage eine besondere Rolle: ,Lst's zu Lichtmeß hell und rein, wird's ein langer Winter sein, wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr roeii/ — .Lichtmeß im Klee, Ostern im Schnee." Die Dauern warnen vor den schönen Tagen, da sie frühe Hoffnungen gern enttäuschen, und sagen des- yalo: „Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, mufc man im Märzen die Ohren wärmen", oder „Sonnt sich der Dachs zur Lichtmeßwoch', geht er auf vier Wochen wieder zu Loch." Allzu milde Witterung ist im Februar unerwünscht, weil man's im März wieder büßen könnte. Nachdem aber der Januar sich mit einem strengen Regiment eingeführt hat, mag es der Hornung ruhig etwas gelinder treiben. Nach den Jtengen Tagen freut sich alle Welt auf di« Wohltat Des zunehmenden Lichts und damtt der an Wärme gewinnenden Sonne. Das ist zugleich die beste Empfehlung, mit der sich der Hornung für feinen kurzen Aufenthalt bei uns einfuhren kann. ,Hch bin der Hornung streng und kalt, hab nur vier Wochen Aufenthalt. Lichtmeß steht an meiner Tür, zündet läng’re Tage schon für. Auch ein Carol ein trag ich vor, Sieh zu und sei nur ja fein Tor — Ein jedes Fest zu seiner Zeit, Bleib mir nur unterm Jahr gescheit!" Vornotizen. Tageskalender für Donnerslag. Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität Professor Vogelsang über „Die Wirkung der großen Kriege auf die deutsche Frömmigkeit; 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts Professor Zschietzschmann über „Homer und die bildende Kunst der Griechen". — Gloria-Palast, Sel- tersweg: „Mutterliebe". — Lichtsvielhaus, Bahnhofstraße: „Ehe in Dosen". — Aliceschulverein Gießen: 16 Uhr im Sitzungssaal Stadthaus, Bergstraße, Generalversammlung. Gastspiel Agnes Straub mit Berliner Ensemble in Gießen. Agnes Straub wird auf ihrer großen Deutschlandtournee am kommenden Samstag auch in Gießen im Stadttheater gastieren. Sie spielt die Hauptrolle in dem Schauspiel „Der Wettlauf mit bem Schatten", dem hervorragendsten Werke des Dichters Wilhelm von Scholz. Die beiden männlichen Hauptrollen spielen Hans Kettler und Herbert Klatt vom Theater am Kurfürstendamm, Berlin. Außer Miete! Gasmasken können abgeholt werden. Die Kreisamtsleitung der NSV. teilt mit, daß sie wieder Gasmasken vorrätig hat. Die Ausgabe an die Bevölkerung erfolgt Montags und Donnerstags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im NSD.-Lager, Einhorn. Das Treudienst-Ehrenzeichen verliehen Das Trsudienst-Ehrenzeichen in Silber für 25jäh- rige treue Dienste wurde verliehen dem Regierungsinspektor Scheld und den Verwaltungsassistenten Hch. Hofmann und Hugo Ewald beim Landrat des Landkreises Gießen. Gießener Vochenmarklpreise. Mit Beginn des 1. Trimesters 1940 hat die Fachgruppe Volksgesundheit der Universität Gießen chre Fachgruppenarbeit in verstärktem Maße wieder ausgenommen. Anläßlich des Trimesterantrittsappells gab Fachgruppenleiter Stumpf Richtlinien über den Einsatz im Kriege und die praktische Ausbildung des Medizinstudenten. Diejenigen Studenten, die noch nicht durch letzten Einsatz an der Front beweisen können, wie ernst es ihnen mit ihrem Glauben an Führer und Volk ist, werden durch unaufhörlichen Fleiß dafür sorgen, daß sie die besten medizinischen Kenntnisse erwerben. Dazu tritt aber noch während des Krieges die Mitarbeit im Kriegshilfsdienst. Erstmalig in diesem Trimester werden sich alle Studenten als Blutspender für verwundete Soldaten zur Verfügung stellen. Wenn der Soldat jeden Tag unter Einsatz seines Lebens Blut zu vergießen bereit ist, so betrachten es die Studenten in der Heimat als ihre Ehrenpflicht, ihren verwundeten Kameraden Blut zu spenden, entscheidet doch eine Bluttransfusion allein oft über Tod und Leben. Im Rahmen des Deutschen Roten Kreuzes werden Studenten und Studentinnen zum Einsatz kommen. Die Medizinerinnen müssen ohnehin auf Grund der ärztlichen Bestallungsordnung eine drei- semestrige Ausbildung beim DRK. nachweisen. Für die gesundheitliche Betreuung des BDM. und der HI. werden weiterhin die benötigten Kräfte abge- NSG. SA., ff, NSKK. und NSFK. werden am 3. und 4. Februar den Reigen der Reichsstraßen- amrnlungen, für das Kriegswinteichilfswerk mit einer Abzeickenserie fortfetzen, die jetzt schon der reudigsten Aufnahme des ganzen deutschen Volkes xewiß sein kann. Es sind zwölf verschiedene Wil- helm-Busch-Fiauren, die nach Entwürfen der Majo li'ka-Manufaktur in Karlsruhe von insgesamt zehn Werken in Baden, in der Steiermark, in der Eifel und an der Nordseeküste hergestellt wurden, wobei viele taufend Menschen in der Porzellan-Majolika- und Toninduftrie auf Monate hinaus Beschäftigung fanden. In einer Höhe von 3Vt Zentimeter, mit bunten Farben bemalt, werden Max und Moritz, Julchen unb Adele, die fromme Helene und der Maler Klecksel, Herr und Frau Knopp, die gute Tante und der Meister Böck und schließlich der Bauer Nolle und die Witwe Bolle die Rock- und Mantelaufschläge deutscher Menschen schmücken. 3 4Ve Millionen W i lh e l m - B u s ch - Figur e n ! Wievielmal mehr noch ein vergnügtes Schmunzeln auf deutschen Gesichtern, wieviel Rückerinnern an unsere Jugend, als wir mit geröteten Wangen über einem zerlesenen Wilhelm-Busch- Band hockten, um uns schier totzulachen über „Hans Huckebein, den Unglücksraben", über die Geschichte mit dem Pusterohr, über die *bon Max und Moritz der Witwe Bolte heimtückisch weggeangelten Hühner, über Balduin Bählamm oder über Fipps, den Affen — alldieweil Schadenfreude die reinste Freude fein soll; ohne daß wir damals freilich ahnen konnten, welch ernster Sinn hinter diesen lustigen Geschichten steckte. „Eins, zwei, drei im Sausefchritt, läuft die Zeit, wir laufen mtt!" Nicht nur dem einzelnen fyat Wilhelm Busch etwas zu sagen. Seine große, volkhafte Bedeutung wird uns gerade in unseren Jahren völkischen, kulturellen Erwachens immer klarer. Nun tritt seine Persönlichkeit und sein Werk mit seinen Figuren, die uns das Winterhilfswert vermittelt, mitten un- * Gießen, 1. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 50 kg 3,65 RM., Wirsing, kg 13 Rpf., Weißkraut 10, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10, Unterkohlrabi 10, Zeit durch eine vor- Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 60, Aepfel 15 bis iß er fähig fein wird, 25 Rpf. Einberufenen Handelsvertretern darf nicht gekündigt werden. Durch die Einberufung zum Wehrdienst wird nach einer neuen Verordnung ein bestehendes Vertragsverhältnis zwischen dem Geschäftsherrn und dem Handlungsagenten nicht gelöst. Sinn und Ziel dieser Verordnung ist, wie die Fachgruppe Handelsver- treter mitteilt, daß das Geschäft des einberufenen Handelsvertreters erhalten bleibt und daß die Vertretungen fortgesetzt werden. Das entspricht auch der Uebung in Den bisherigen Kriegsmonaten. Der Handelsvertreter muß natürlich dafür sorgen, 'daß die Dosen und Tuben: 22 — 90 PI. Immer frisch aussehen! I Wenn Sie müde aussehen, dann massieren Sie ein wenig Nivea in die Hau!. Sia wird dadurch kräftig durchblutet und notwendigen Arbeiten für die vertretenen Firmen erledigt werden. Diese Möglichkeit ist ohne weiteres gegeben, weil die Fachgruppe Handelsvertreter und Handelsmakler mit ihren Bezirksuntergruppen einen Vermittlungsdienst eingerichtet hat, durch den einberufenen Handelsvertretern aus den Kreisen der Berufskameraden geeignete Stellvertreter namhaft gemacht werden. nichtiges Heizen spart Kohlen. Es albt viele Fehler bei der häuslichen Beheizung, Die von Hausfrauen täglich begangen werden und die sie vielleicht kaum wissen, die sich aber oft leicht beheben lassen. Vor allem muß man beachten, daß nicht alle Oefen gleich zu behandeln sind. Ein Kachelofen will anders bedient sein als ein Eisen- oder Dauerbrandofen. Wer sich mit Oefen nicht ärgern will, ziehe vor der Heizzeit einen erfahrenen Ofensetzer xu Rat, lasse Den Wärmespender gründlich untersuchen und sich selbst genau unterweisen, wie er am besten und sparsamsten zu heizen ist. Daß Die Roste wichtig sind, weiß jede Hausftau. Man befreie den Ofen also immer erst von Schlacken, bevor man ihm frische Nakrung gibt. Je besser man die Oefen in Ordnung hält, um so mehr kann man an Kohle sparen und — Zett. Außerdem ist der Raum selbst zu beachten. Schon die Lage des Wohnraumes ist ausschlaggebend. Das wirkt sich besonders im Winter aus. Ist das Zimmer von drei Seiten im Hause geschützt und nur auf der vierten mit einem Fenster versehen, welches Doppelfenster sein muß uni) möglichst mit Papieroder Filzstreifen gedichtet sein soll, bann verbraucht man beträchtlich weniger Kohle. Es wurde die Erfahrung gemacht, daß durch ein nicht abgedichtetes, einfaches Fenster Dreimal so viel Wärme verlorengeht, als durch ein doppeltes, gut versorgtes Fenster. Zwischen die Fenster soll man mit Stroh, Holzwolle oder Sägespäne gefüllte Polster legen und vor die Fenster Decken hängen. Das darf jedoch das tägliche Lüften nicht ausschließen. Auch bei Türen muß man beachten, baß keine Fugen, Ritzen und Spalten klaffen, durch welche Kaltluft aus ungeheizten Nebenräumen eintritt. Vor kalten Fußböden schützen wir uns dadurch, daß wir unter Den Bodenbelag einige Schichten Zeitungspapier legem Wenn diese Maßnahmen auch schwierig und zeitraubend erscheinen, was sie tatsächlich gar nicht sind, so denke doch jede Hausfrau einmal Darüber nach. Es wird sicher jede zu der Einsicht kommen, daß es zweckmäßig ist, sich danach zu richten, und sie wird die Erfahrung machen, daß Damit nicht nur Kohle gespart wurde, sondern auch Zeit und Aerger. Zu viel geheizt — schlecht geheizt. Das Reichsgesundhettsamt veröffentlicht im Reichsgesundheitsblatt eine beachtenswerte Mahnung: Schlecht Heizen ist keineswegs gleichbedeutend mtt zu wenig Heizen. Genau so schlecht wird geheizt, wenn zu viel geheizt wird! Für gewöhnlich pflegen die üblichen Wohn-, Aufenthalts- und Arbeitsräume bann behaglich geheizt zu sein, wenn in etwa 1,50 m per nl (Nachdruck verboten!) 3. Fortsetzung. und den lotti? Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin wig." Julia (Torlotti hatte in ihrer Ehe selten gebeten. Wenigstens nicht mit Worten. Ludwig Carlotti liebte seine Frau. Er las ihr die Wunsche von Den Augen ab. Buchstäblich genommen. Sie hatte große sprechende Augen von einem so tiefen Blau, daß man erstaunte, bekam man einmal einen richtigen großen ihr. Meist verkleinerten die bläulich Lider Den Blick. (Fortsetzung folgt.) später. Iwanka zog Die Gardine am Fenster zu Unruhig schritt sie vor Dem Tisch Im Wohnzimmer Blick von tl auf unD ab, hin und her. Ein großes, weißes schattenden i Die Unterschrift war nicht leserlich, aber der Mann hatte einen großen Fehler seines Lebens gemacht, dachte Hegg triumphierend. Er hatte einen Briefbogen genommen, einen sehr teuren übrigens, das sah man, auf dem in erhabener Schrift In der linken Ecke sein Name gepreßt stand. Hegg las: Ludwig Carlottt. Er prägte sich Den Namen ein. Ihm war, als habe er ihn schon einmal gehört. In der Zeitung einer Annonce, oder auf einem Plakat. Aber fein Nachdenken kam nicht zu Ende. Im Nebenzimmer verabschiedete sich der Besucher von Iwanka. Die ersten lauteren Abschiedsworte brachen ab und wurden leise. Anscheinend wurde noch einiges geflüstert. Die Schritte entfernten sich. Die Flurtür scharrte ein bißchen auf Dem Läufer, ein Geräusch, das Hegg vertraut war. Dann fiel sie zu. Der Direktor war draußen. Hegg wollte den Brief rasch wieder an Ort und Stelle tun, aber es ging ihm wie vorher Iwanka; die Schublade klemmte, jetzt hing der Brief gar bis zur Hälfte heraus. Das mußte auffallen. Er nahm ihn rafch an sich und steckte ihn ein. Als Iwanka die Tür öffnete, drehte er sich um, als ob nichts gewesen sei. Aber sie war eine beson- ders gute Menschenkennerin. „Was ist", fragte sie, „hast Du gehorcht?" . . Der Schauspieler merkte nicht das Geständnis m dieser Frage. Er sagte und meinte gelassen zu wirken: „Ich weih nur, daß du den Vertrag unter- schrieben hast. Ich gratuliere dir. Hoffen wir, daß es zum Guten für dich ist." . _ Sie nähme seins Hand. „Du machst em Gesicht wie sieben Tage Regenwetter." „So ähnlich ist mir auch zumute. Er richtete sich auf. Wenn er ganz gerade stand, war er fast einen Kopf größer als sie. „Wer ist Herr Ludwig Car- Nebenan trat ein Mann ein, aber sie sprachen gedämpft, oder Die Türen schlossen schalldicht. Hegg verstand nicht viel. Er wollte auch nicht hinhören. Er war wütend, gekränkt und traurig. Iwanka hatte seine Werbung abgelehnt. „Künstlerin" wollte sie werden. Künstlerin kann man nicht werden, dach e er, Künstlerin ist man. Höchstens kann man eine de- rühmte Künstlerin werden. Aber Du wirst es nicht, Iwanka. Du heiratest doch vor Der Zeit. Freilich, den Kollegen Hegg, den schlägst du aus; Der kann Dir nicht viel bieten. Ader den anderen Mann, Den Alten, der Dir Die Wohnung eingerichtet hat und Dir Die Pelze kauft und neue Kleider, Den wirst du wohl nehmen, wenn er will. Aber das ist nun Die ausgleichende Gerechtigkeit, Iwanka, Der Alte will Dich nicht heiraten. Ich wette Darauf. Er ist verheiratet. Denkt gar nicht Daran, ein Risiko zu laufen, es Darf nicht über ihn gesprochen werden, und Du bist ihm eine Welle em Spielzeug. Dumm bist du, Iwanka, und memst so ^Seine" Gedanken brachen ab. Die Schublade da vor ihm war nicht ordentlich gefchlossen worden. Iwanka hatte einen Brief hineingestopft und Kasten zugeschoben; vielleicht in Eile, vielleicht aus Nachlässigkeit. Der Bries war verklemmt und ragte zu einem Drittel aus dem Spalt heraus. Einen Augenblick zögerte Hegg. Es war nicht fair, was er vorhatte, aber er war von Iwanka auch nicht fair behandelt worden, fand er. Als er Die Hand ausstreckte, mit spitzen Fingern und den Brief herauszog, sagte nebenan Direktor Doury etwas lauter: „Na also. Dann sind wir uns ia einig. Kommen Sie, unterschreiben Sie hier an dieser Stelle. Iwanka Gospik. Ein schöner Name. Sie haben Glück gehabt, Iwanka." Dann war es wieder still. Hegg hielt den Brief in der $anD. ®r überflog die Zeilen, die ein Mann geschrieben hatte. ..... Montag konnte üf> nicht kommen, aber mor. gen sehen wir uns bestimmt. Erwarte mich bitte zur gewohnten Stunde..." Rechteck, lag Da Der Vertrag für Budapest und Preßburg. Aber sie sah ihn nicht an. Sie trat an Das kleine Tischchen in Der Ecke und nahm den Hörer vom Telefon. Aber nachdem sie gerade Die Zahl gedreht hatte, legte sie den Hörer wieder in Die Gabel. Nein, anrufen durfte sie auch nicht. Das war zu gefährlich. Zudem, was hätte sie Carlotti agen sollen? Ich habe Deine Adresse oder Deinen Namen verraten. Mein Freund Hegg, ein Mann, Der mich liebt, kommt heute abend zu Dir, um Dich Aur Rede zu stellen. — Nein, Das konnte sie nicht sagen. Plötzlich atmete sie erleichtert auf. Hegg würde nicht zu Carlottt gehen. Er würde gar keine Zeit dazu finden. Er mußte ja spielen! Vor dem Theater war keine Zett mehr und nachher würde es für einen Besuch, auch für den sonderbarsten selbstverständlich zu spät sein. Morgen aber war man viele Stunden älter. Morgen sah alles ganz anders aus. Morgen konnte einer von Urnen dreien, wenn er Pech hatte, schon tot sein; Überfahren oder sonstwie verunglückt. Sie wandte sich ab. Einer von uns Dreien, hatte sie gedacht, und sich selber nicht ausgenommen. Wenn es eine Prophetie bedeutet, war sie unklar und vage wie die des Orakels von Delphi. Sie zündete sich eine Zigarette an.. Man mußte so etwas nicht denken. Wie kam sie überhaupt Darauf. Sie sah auf ihre Zigarette. Das Mundstück war nicht mehr weih, ihre Lippen hatten sich Darauf ab gedrückt. Rot, dachte sie, schon wieder Blut. Der Otto hat mich ganz nervös gemacht mit seinem Gerede. Sie warf gereizt Die Zigarette in Die Kupferfchale und ließ sie verglimmen. Zwischen ihren Augen, senkrecht in der Verlängerung Der Nase, stand eine tiefe Falle. * In Dem großen hellen Raum, De* bunte Vorhänge an Den Fenstern und glatte birkenfarbene Möbel fast zum Zimmer eines Landhauses stempelten, befand sich kein Stück aus Dem Antiquitäten- geschäft. Julia Carlotti hatte das Durchgesetzt. „Du hast unten deinen Laden vollgestopft mit all diesen alten Dingen, von. denen Du etwas verstehst und an die du Dein Herz gehängt hast. Laß unser Wohnzimmer davon frei, ich bitte dich, Lud- Darf niemals erfahren, daß er zu mir kommt. Auch du darfst nicht darüber reden, Otto, versprich es mir! Schlimm genug, daß du Den Namen erfahren hast." Hegg starrte an Iwanka vorbei gegen Die Zierpalme im Messinakübel, als er sagte: „Ich werde heute abend wissen, wo Herr Ludwig Carlotti wohnt, und dann werde ich chn aufsuchen und ihn fragen, ob er es ernst mit Dir meint" „Das wirst du nicht tun. Dazu hast Du fein Recht." „Ich nehme mir dieses Recht, Denn ich liebe Dich! „Aber ich liebe dich nicht!" Sie schrie ihn an, nahm sich aber sofort zurück und sagte ruhiger: „Du würbest alles zerstören. Okto, laß ab davon; ich bitte dich inständig!" „Ich werde zu Ludwig Carlotti gehen und mit ihm reden. Ich bin fein Verräter und kein Klatschmaul. Seiner Frau werde ich nichts erzählen. Ich werde dir auch nichts zerstören, Iwanka." Damit wandte er sich um, nickte ihr zu und ging zur Tür. Sie riß ihn noch einmal am Arm herum. „Otto, wenn du zu Carlotti gehst, ist alles aus!" sagte sie drohend. Ein paar Haare waren ihr in Die Stirn gefallen, sie strich sie aus dem Gesicht. Er zuckte zurück, hatte vielleicht ihre hastige Handbewegung falsch gedeutet. Er lächelte verzerrt vor innerer Anstrengung. ,/Im Gegenteil", sagte er, „alles beginnt." Mit hängenden Armen stand sie am Fenster und sah ihm nach, wie er zwischen Den beiden Blumenrabatten auf die Straße trat. „Närrischer Kerl"„, zischte sie und noch einmal, grollender: „Stümper!" Den älteren Herrn auf Der anderen Straßenseite beachtete sie nicht. Das wäre Herrn Johann Zacharias aus Der Potsdamer Straße auch sehr unangenehm gewesen. Herr Zacharias wünschte nichts weniger als aufzufallen, als er zufrieden in fein Notizbuch einiges notierte über Den lebhaften Besucherverkehr bei der Dame Iwanka Gospik. Sein junger Mann war auf Dem Fahrrad Herrn Bourp gefolgt. Heute abend würde Die Detektei wissen, wer dieser Mann war. Den jungen Blonden, Der da soeben aus dem Haus trat, gedachte er selber zu beschatten. Und er tat es. Er folgte Hegg unauffättia. Das war für Herrn Zacharias recht schade. Hätte er auf seinem Posten in der Cicerostraße ausgeharrt, würde er den Dritten und wichtigsten Besucher, Ludwig Carlottt auch noch haben bei Iwanka ein- treten sehen. Er kam eine kleine halbe^ Stunde Sie erblaßte und ihr Kopf zuckte nervös zurück. „Woher hast du den Namen?" Es lag da ein Brief. Er lag offen auf dem Tisch. Ich mußte ihn bemerken. Der Mann heißt also 2uD- wig Carlottt. Ich weih nicht, woher ich diesen Na- men kenne, aber ich kenne ihn." Er faßte sie bei den Handgelenken. „Iwanka, sieh mich einmal an. Sag mir dies eine einzige Mal die Wahrst. Soviel muß ich Dir wert sein. Liebst du diesen Mann? ,Unsinn, Otto. Du tust mir weh, laß los. „Verzeih." Er gehorchte sofort. „Du siehst das falsch. Er ist mem bester ftreunD.. ''Dann liebst du ihn also doch?" „Vielleicht. Aber anders, als du denkst. Was ich denke, weißt du ja gar nicht." Er zer- {prang fast vor Zorn. Etwas Neues fiel ihm em. Zst er verheiratet?" . 1 Iwanka nickte, „Das ist es ia gerade, ©ein? Frau Die Jagd im Februar fenbers Köln. 12.30 bis 12.40: Nai 13: ordentlich wertvollen Rohstofflieferanten dar. Aber auch die Rücksicht auf die Geflügelhaltung verlangt seine Kurzhaltung, und auch die Niederjagd verträgt nur eine gewisse Menge von Füchsen. Dabei darf seine große Rolle als einer unserer besten Mäusevertilger keineswegs verkannt werden. Für den Jäger stellt ein guter Winterfuchs jedenfalls immer eine Beute dar, die Freude macht. Hinzu kommt, daß gerade die Vielseitigkeit der Jagbarten auf den roten Freibeuter ihn so besonders beliebt bei dem leidenschaftlichen Weidmanne macht. Wer die Neue zu nutzen versteht und den Fuchs in einer Dickung bestätigt, hat es mit Hilfe von wenigen Sappen leicht, Reineke an den nicht abgestellten Pässen zu verprellen und ihn sich dorthin drücken zu lassen, wo er sich selbst vorstellte. Stehen mehr Flinten zur Verfügung, hat ein rechtes Fuchsbrücken immer seinen Reiz. Wer die Lockjagd liebt, kommt ebenso zu seinem Recht. Wenn der Fuchs durch hohen Schnee lernte, was es heißt, wenn Schmalhans Kiichenmeister ist, weil die Mäuse unerreichbar sind, dann ist er morgens bis in den hellen Tag hinein auf den Läusen, und schon in den frühen Nachmittagsstunden reviert er wieder an Hecken, Rainen, Waldrändern oder Gräben. Um so leichter fällt er dann darauf herein, wenn der Jäger ihm etwas erzählt von eines Hafen Todesklage (dort hatte ein Artgenvsfe offenbar mehr Jagdglück! Vielleicht läßt er ihn sich abjagen), vom Pfeifen der geliebten Mäuse (die man so lange schon vergeblich sucht); es soll übrigens Jäger geben, die eigens um mit dem Korken auf dem Glas „mäuseln zu können, stets eine Schnapsflasche mit sich führen! Besonderen Reiz gewährt es, diese Jagd bei mondheller Schneejagd „im weißen Zeug" auszuüben. Andere wieder lieben es, am Bau oder in der Luderhütte auf den roten Schelm zu passen. Dazu quält den Fuchs neben dem Hunger noch die Liebe. NSG. Den ratsuchenden Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront stehen zur Zeit in Deutschland 478 Rechtsberatungsstellen zur Verfügung. Die Rechtsberater haben in der DAF. die Sonderausgabe übertragen erhalten, den Arbeitsfrieden herzustellen und zu erhalten. Sie geben den Mitgliedern der DAF. Auskünfte und Beratungen und vertreten sie, wenn notwendig und erfolgversprechend, soweit es sich um arbeitsrechtliche Streitigkeiten, Angelegenheiten der Sozialversicherung und um Steuerfragen der Kleinbetriebe handelt, auch vor Gericht und sonstigen Spruchbehörden. Die Aufgaben der Rechtsberater sind durch den Krieg nicht etwa überflüssig geworden oder gar ent» allen. Im Gegenteil, zu Beginn des Krieges häufen sich die Gesetze. Es gilt, aus der Masse der Verordnungen, Durchführungsbestimmungen,' Erlasse und Erläuterungen die Grundsätze herauszuarbeiten, die als Leitfaden dienen können in dem nur scheinbar unentwirrbaren Gestrüpp der vielen gesetzlichen Bestimmungen. Vier solcher Grundsätze sind aus der bisherigen Gesetzgebung inzwischen erkennbar geworden: 1. Der moralische Grundsatz: Er lautet: Solange die Front blutet, soll die Heimat opfern. 2. Der wehrpolitische Grundsatz: Er lautet: Die Bedürfnisse der Reichsverteidigung stehen im Vordergrund. 3. Der wirtschaftspolitische Grundsatz: Er lautet: Betriebe sollen nach Möglichkeit unter Anpassung an Sie können wieder einmal Geburistag feiern. Oer 29. Februar. Interessantes aus dem Gießener Standesamtsregister. G. A.-Gport. Letzte Vorbereitungen für die Kämpfe der Wintersportwoche. Paroleausgabe zur Kriegserzeugungsschlacht. Landesbauernführer Or. Wagner kündigt kreisweise Versammlungen an. Arbeitsplätze sotten erhalten bleiben Hechtsberatung auch im Kriege. Mittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. Ausführung: das große Orchester des Reichssenders Frankfurt a. M. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte des Landesernährungsamtes. 18.25: „Herz, aufglühe dein Blut". Eine besinnliche Sendung für unsere Kameraden am Westwall. Worte von Gorch Fock. 19.10: Nach des Tages Arbeit. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Berlin. Dazwischen: 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15 Freitag, 2. Februar. 6.10 Uhr: Morgengymnastik. 6.30: Frühkon^ert. Ausführung: Musikzug der SA.-Gruppe Hessen 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Landvolk, merk' auf! 8.15: Gymnastik. 9.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Alle rödeln mit!" 9.30: Schulfunk (Oberstufe). Sendereihe: Kampf um Wirtschaftsfreiheit: „Deutsches Del". 10: Frohe Weisen. 10.50: Sportberichte. 11: Konzert. 11.50: Mikrophon unter« wegs. 12: Mittagskonzert. Ausführung. Rhein- Mainisches Landesorchester. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhlick>e Lautsprecher. 15.45: Heimatsprache — Mutterlaut: .Lustige Eifler wolle mer fein." 16: Nachmittagskon- zert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Breslau. 17 bis 17.10: Nachrichten. 17.45: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung für unsere Kameraden am Westwall. 19.10: Nach des Tages Arbeit. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Berlin. Dazwischen: 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutjchlandsenber. Dazwischen: 22 bis 22.15 die Bedürfnisse der Kriegswirtschaft aufrechterhalten bleiben. 4. Der arbeitspolitische Grundsatz: Er lautet: Die Arbeitsplätze sollen grundsätzlich erhalten bleiben und nicht gewechselt werden. Mögen diese Grundsätze auch vielfach durchbrochen werden, so bleiben sie doch der rote Faden, nach dem die Rechtsberater ihre Tätigkeit ausgerichtet haben. Diese ist heute besonders verantwortungsvoll und vielseitig. Fragen aus dem Lohn- und Urlaubsrecht, aus der Ueberstundenbezahlung, betreffend den Fa- mllienunterhalt, Renten- und Krankenkassenansprüche, werden vornehmlich an die Rechtsberater herangetragen. Sie lösen sie nicht nur in engster Zusammenarbeit und Fühlungnahme mit den Arbeitsämtern und Fachabteilungen der DAF., sowie in zweiter und dritter Instanz auch mit erfahrenen Rechtsanwälten, sondern darüber hinaus geben sie über die Gaurechtsberatungsstellen und das Amt für Rechtsberatungsstellen in Berlin der Reichsregierung wertvolle Anregungen zu Ergänzungen oder Aenderung bestehender Gesetze. Damit dienen sie, deren Arbeit das Auge der Öffentlichkeit kaum wahrnimmt, der besonders im Kriege so wichtigen Erhaltung des Arbeitsfriedens und damit einer Voraussetzung für die Verwirklichung des deutschen Sozialismus, gegen den die kapitalistische Juden- und Freimaurerwelt mit Waffengewalt, Hungerblockaden und Seelenbeeinflussung vergebens Sturm läuft. NSG. Auf einer zentralen Tagung des Landes- ernährungsamtes im Hause her Landesbauernschaft Hessen-Nassau gab Landesbauernführer Dr. Wagner den vollzählig erschienenen Kreis- und Bezirks- bauernführern einaehen'de Richtlinien für die Weiterführung der Erzeugunasschlacht im Kriege. In seiner Ansprache stellte er unser gegenwärtiges Ringen in die großen Zusammenhänge der Weltpolitik, die in dem Kampf der jungen Völker gegen die alte qWeltordnung gipfelt. Auf unserer Sette gibt es dabei keine äußere und innere Front, sondern nur eine, die deutsche Front, die um den Führer geschart ist, und in der ich alle Kräfte unseres Volkes konzentrieren. Die Ortsbauernführer werden für die örtliche Führung der Kriegserzeugungsschlacht große und verantwortungsvolle Aufgaben^ haben. Landesbauernführer Dr. Wagner kündigte deshalb an, daß er zusammen mit Landesobmann Weintz im Februar alle Ortsbauernführer kreisweise zu Versammlungen einberufen werde, um ihnen die Hauptparolen der neuen Erzeugungsschlacht eingehend bekanntzugeben. Eine besonders dringliche Am Mittwoch herrschte ebenfalls schon in den frühen Morgenstunden reger Betrieb in Garmisch- Partenkirchen, wo die internationalen Kämpfe zur IV. Wintersportwoche am Donnerstag ihren Anfang nahmen. Der Schulungskurs der Eishockeyspieler ist nun abgeschlossen. Den ersten Kampf bestreiten Deutschland und Jugoslawien. Inzwischen wurde in den Wettkamp Mros dis Auslosung für die ersten Schi-Wettbewerbe, die Abfahrtsläufe der Männer und Frauen, vorgenommen. Für den Abfahrtslauf der Frauen gingen elf Meldungen ein. Als erste wird am Freitag um 10.01 Uhr Helga GM auf die Reise geschickt; dann folgen Rosemarie Proxauf, Frl. Rösch und Christ! Cranz. 94 Nennungen sind für den Abfahrtslauf der Männer eingegangen, darunter 16 aus Deutschland. Um 10.21 Uhr beginnt hier der Deutsche Staffler als erster Läufer. Dann folgen in kurzen Abständen sämtliche aussichtsreichen Bewerber dieser Konkurrenz. Außerdem wurden jetzt auch die deutschen Läufer für den Staffel-Wettbewerb bestimmt. Deutschland tritt mit drei Mannschaften an. 1892: Frieda Pauline Moos, Gießen. 1896: Helene Gertrud Baumann, Karvline Elisabeth Lotz, Friedrich Franz Schuldt (sämtlich in Gießen). 1900: keine. 1904: Lina Elisabethe Mar golf, Elsa Bertha Schalch, Marie Eisenhardt, Gustav Orbig (sämtlich in Gießen), Emma Auguste Hohmann, - Ufingen, Karl Albert Groß, Frankfurt a. M. 1908: keine. 1912: Lotte Trapp, Gießen, Marie Elisabeth Kaiser, Gießen. 1916: Ludwig Sauer, Gießen, Stanislaus Pie- kielna, Nieder-Erlenbach. 1920: Hans Max Rink, Gertrud Rothmann, Paula Schupbach (sämtlich Gießen), Emma Pfeiff, Geilshausen, Marie Martha Salschewska, Bad-Nauheim. 1924: Jakob Schaust, Fachbach; Gustav Geisse,' Gießen. 1928: Else Elfriede Eichenauer, Inge Antonie Hanna Arnold, Marie Lieselotte Kehr, Waltraud Gumbel (sämtlich in Gießen), Friedrich Hoffmann in Höchst. 1932: Liselotte Seipp, Gießen. 1936: Werner Julius Hebberich und Anneliese Marie Hedderich als Zwillinge (Gießen), Gertrud Krämer, Grüningen, Hans Werner Dort, Lollar, Werner Damm, Reiskirchen. Das Jahr 1940 ist ein Schaltjahr! Der Februar dieses Jahres hat 29 Tage! Dadurch ist allen den- enige-n, die in den vergangenen Jahren am 29. Februar geboren wurden, wieder einmal Gelegenheit gegeben, ihren Geburtstag zu feiern, den andere Menschen sonst alljährlich begehen. Auf unsere Bitte hat uns das Gießener Standesamt gestattet, in den Bänden, die in festen und euersicheren Schränken untergebracht sind, nachzuschlagen, um all diejenigen festzustellen, die in den Schaltfahren der letzten sieben Jahrzehnte in Gießen geboren worden sind. Dieses Nachschlagen war eine ganz interessante Arbeit. In einigen wenigen Schaltjahren waren am 29. Februar gar keine Geburten zu verzeichnen. Die meisten Geburten an diesem seltenen Tag waren im Jahre 1904, nämlich 6 $u verzeichnen. Nachstehend seien diejenigen Volksgenossen namentlich genannt, die am 2 9. Februar in Gießen geooren wurden, die also in diesem Monat wieder einmal Geburtstag feiern können. Uysere Erhebungen gehen bis auf das Jahr 1876 zurück, auf den Zeitpunkt, zu dem das Gießener Standesamt feine Tätigkeit aufnahm. Es find: 1876: Katharine Weller, Gießen. 1880: Johann Gottlieb Lenz, Luise Schmitt, Marie Nies, Friedlich Balser (sämtlich in Gießen). 1884: keine. 1888: Jean Wilhelm Karl Rinn, Gießen. Aufgabe ist die Sicher st ellung der Arbeitskräfte für die Frühjahrsbestellung und für den in gleicher Höhe zu hottenden Hackfruchtbau. Durch die Bereitstellung polnischer Gesindekräfte und Wanderarbeiter werden auftretende Schwierigkeiten behoben werden, wenn diese Arbeitskräfte unverzüglich bei den Arbeitsämtern angefordert werden. Verständnisvolles und rasches Zusammenwirken von Ortsbauernführern und Be- triÄsführern ist hierzu nötig und schnellstens in die Tat umzusetzen. An die Dauern richtete Dr. Wagner die Mahnung, trotzdem bie Bedeutung des Landdienstes und des weiblichen Arbeitsdienstes auch als Mittel gegen eine künftige Landfluchtbewegung nicht außer acht zu lassen. Neben allen verfügbaren Arbeitskräften ist der richtige Einsatz der vorhandenen Hilfsmittel von Zugtieren, Maschinen und Geräten eine Frage von besonderer Wichttgkeit. Das Gesamtziel auf ernah- rungswirtschaftlichem Gebiete muß nach wie vor sein, die Erzeugung zu steigern und das Erzeugte sparsamer zu verwenden. Mit dem Januar ging die Jagd auf Nutzwild im Jagdjahr 1939/40 im wesentlichen zu Ende. Stand seither noch das Jagen im Vordergründe, so wechselt es nun mit dem Hegen den Platz. Viele schwarze Felder, die „Schonzeit" bedeuten, weist für den Hornung der Jagdschein auf. Um so eher wird der Jäger jede Neue benutzen, um auf Sauen zu kreisen, wo das urige Wild noch seine Fährte zieht. Die Notwendigkeit, gerade unter den jetzigen Verhältnissen den Wildschaden auf ein Mindestmaß herunterzudrücken, macht eine stetige Bejagung des Schwarzwildes zur jägerischen Pflicht. Das gleiche gilt für alle Reviere, die das Kaninchen als Standwild haben. Don Federwild gibt das Gesetz noch Ringeltauben, Wald - und Sumpfschnepfen sowie wilde Gänse frei. Tatsächlich werden ja, wenn der Monat mild verläuft, in seiner zweiten Hälfte nicht selten die ersten Schnepfen bei uns erlegt. Besser wäre es, wenn der Schuß unterbliebe. Denn es find dies Lagerschnepfen, die an offenen Waldaräben usw. überwinterten und erfahrungsgemäß auch in unseren Revieren, und zwar ftüh, zur Brut schreiten. Der Frühlingsbote des Weidmannes aber ist erst die Zugschnepfe, die je nach Wetterlage im Laufe des März bei uns aufzutreten pflegt. Spielt also die Nutzwildjagd eine ganz untergeordnete Rolle unter unseren oberhessischen Jagd- verhältniffen, so gehört die Aufmerksamkeit des Jägers um so mehr dem Raubwild. Da ist es vor allem der F u ch s, der die Jagd ebenso lohnend wie notwendig macht. Denn noch trägt er seinen guten, dichten Winterbalg, wenn auch gelegentlich die Rollzeit ihre Spuren in ihm hinterließ. Auf jeden Fall stellt unser „Roter", desien Bälge ja heute von einer hochstehenden Kürschnerei zu ganz prachtvollen Rauchwaren verarbeitet werden, einen außer- Die Rollzeit ist noch im Gang. Spuren im Schnee verraten dem Jäger, wo das Pärchen oder die ganze Hochzeitsgesellschaft zu Bau fuhr. Dann wird die Jagd mit dem Erdhund immer wieder zu einem Erlebnis, das reich an Erfolgen, aber auch an ®nt* täufchungen fein kann. Und schließlich bleibt noch, wenn dies alles nicht zu genügendem Erfolg führen will, die Falle übrig. Diel zu wenig beachtet wird in vielen Revieren der Iltis, dessen Winterbalg gleichbegehrt ist. Auch ihn verrät am ersten der Spurschnee; sonst geht er nicht unschwer in die Kastenfalle, die in Durchlässen u. ä. eingebaut ist. Auch das Wiesel, vor allem das Großwiesel oder Hermelin im weißen Winterkleid, lohnt den Fang mit seinem Balg. Zugleich aber ist es Hegearbeit, wenn diese kleineren Räuber kurz gehalten werden. Denn sie gehören zu den schlimmsten Feinden einer Niederjagd. In einem gut gepflegten Revier stehen die Kastenfallen ür Wiesel das ganze Jahr hindurch fängisch. Anders ist ihrer nicht Herr zu werden. Wer aber Hasen, Fasanen und Hühner schießen will, muß Wiesel besagen. Man macht in jedem Winter die Erfahrung, daß gut angenommene Futterstellen für Federwild von inzelnen Bussarden geradezu belagert werden. Diesen „Spezialisten" muß das Handwerk gelegt werden. Da der Bussard noch Schußzeit hot, ist es möglich, solche Räuber abzuschießen. Eine ganz auffallende Erscheinung im Gießener Gebiet ist die starke Zunahme der E l st e r n. Die Elster ist einer der schlimmsten Nest- und Junghasen- räuber, die es gibt. Während die Krähen mehr auf dem offenen Feld jagen, schlüpft die Elster in die schützenden Hecken und sucht sie nach Beute ab. Ihre Gefährlichkeit ist offenbar zu wenig erkannt worden. Sonst hätte sie nicht in kurzer Zeit so zunehmen können. In Notzeiten ist ihr Abschuß oft leichter als später. Jede auf die Elster gesparte Patrone wird ehr teuer! Die beste Bekämpfungsart allerdings, nur jetzt noch nicht anwendbar, ist das Ausheben ihrer auffallenden Nester. Trägt der Februar winterlichen Charakter, so ist weiter zu schütten und zu füttern. Je kräftiger Fasanen und Hühner durch den Winter kommen, um so eher brüten sie und um so vollwertiger ist das Jungwild, wenn die Jagd aufgeht. Wird das Wetter aber milder, dann, setzt bald die Rammelzeit der Hasen ein. Dem Jagdschutz kommt in Kriegs - zeiten besondere Bedeutung zu. Wer sich mit dem Gedanken trägt, im Frühjahr irgendwelche Hegeanlagen anzupflanzen, Wildäcker anzulegen usw., der wird gut tun, alle Vorarbeiten zu erledigen, ehe die Pflanz- oder Saatzeit kommt. Oft ist es so, daß Pflanzen oder Saatgut nicht mehr zu haben sind, wenn der löbliche Entschluß gefaßt wird. Auf der anderen Seite stellen solche Anlagen die besten Wege erfolgreicher Hegearbeit dar. Wo Schutzgchölze vorhanden sind, sei jetzt schon daran erinnert, daß der Heckenschnitt gemäß den Bestimmungen des Reichsnaturschutzgesetzes am 15. März beendet sein muß. Der Schnitt aber ist unbedingt nötig, „wenn die Bäume nicht in den Himmel wachsen", sondern zu dichten, quirlreichen Büschen und undurchdringlichen Hecken sich entwickeln sollen. Auch natürlich vorhandene Hecken können durch Einpflanzungen und Schnitt verbessert und zweckentsprechend umgestaltet werden. Hubertus. Der Reichssportführer begrüßte am Mittwoch be- einem Kameradschafts ab end im Partenkirchener Rathaus die Vertreter von sieben Nationen, bte zur Wintersporttvoche gekommen sind. Im Namen der ausländischen Sportler dankte der rumänisch- Mannschaftsführer Broerescu für die Einladung der sie alle freudigen Herzens gefolgt seien. Echikämpfe am Johannisberg. Das es in diesem Kriegswinter nur wenigen möglich ist, nach den beliebten Wintersportstätten im Vogelsberg und Hochtaunus zu gelangen, hat das Kreisfachamt Schilauf im NSRL.-Kreis Friedberg am Winterstein und auf dem Johannisberg bei Bad-Nauheim eine rege Wintersporttätigkeit entfaltet. Am vergangenen Sonntag führte man erstmals in diesem Gebiet einen richtiggehenden Schiwettkampf durch, und zwar einen Äbfahrtslauf am Johannisberg. Es war nicht nur eine technisch einwandfreie Austragung des Wettkampfes möglich, auch der Publikumserfolg und damit die Werbung für den Wintersport war ausgezeichnet. Erster Sieger in der Männerklasse wurde Erwin P f a.d von der Schizunft Bad-Nauheim in (2:09 + 2:03) 4:12 Minuten. Die gleiche Zeit fuhr auch der Beste der Jungmannen, der Tiroler Fritz Heist (z. Zt. Schiklub Friedberg). Ermuntert durch den schonen Ersterfolg des letzten Sonntags, hat sich das Kreisfachamt Schilauf entschlossen, am nächsten Sonntag am Johannisberg eine ähnliche Veranstaltung durchzuführen; es hat dazu auch den Nachbarkreis Gießen eingeladen. Kreisfachwart Dr. Spotte! (Bad-Nauheim) hat für die Veranstaltung am nächsten Sonntag einen Langlauf und nochmals einen Abfahrtslauf ausgeschrieben. Der Langlauf wird vormittags am Kurhause Bad-Nauheim für Männer (etwa 10 km), Jungmannen (etwa 5 km) und Jugendliche (etwa 1,5 km) gestartet, der Abfahrtslauf für Männer, Jungmannen, Jugendliche, Frauen und Jungmädchen nachmittags an der Johannisberg-Gaststätte. ** Gießener Konzert-Verein. Infolge mehrerer Erkrankungen unter Solisten und Mitgliedern des Städtischen Orchesters ist der Konzert-Verein nicht in der Lage, die in seinem Winterprogramm angezeigten Zeitpunkte seiner Veranstaltungen einzuhalten. Es sind deshalb Verlegungen notwendig, , die jeweils bekanntgegeben werden. Strafkammer Gießen. Die Verhandlung vorn 9. Januar gegen die M. B. in Kirtorf wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung und gegen den K. St. in Kirtorf wegen Verleitung zu dieser ftrafbaren Handlung, über die wir am 10. Januar bereits berichteten, wurde am 16., 30. und -31. Januar fortgesetzt. Der Angeklagte K. St. hatte von einem Juden Grundstücke für 1550 RM. gekauft. Der Vertrag kam aber nicht zustande, vielmehr wurde der Grundbesitz an einen anderen verkauft. St. strengte einen Zivilprvzeß an, in dem er behauptete, er habe dem Suben den Kaufpreis von 1550 RM. bezahlt. Die Angeklagte M. B. versicherte die Zahlung an Eides Statt. Es entstand dann Zweifel darüber, ob St. überhaupt einen solchen Geldbettag gehabt habe. Die Sachverständigen gaben die Möglichkeit zu, zumal der Angeklagte St. behauptete, er habe einige hundert Zentner Heu und Vieh verkauft. Die Angeklagte M. B. behauptete, sie sei zugegen gewesen, als St. Geld auf den Tisch gelegt habe, und von dem Verkäufer sei ihr gesagt worben, St. habe den erwähnten Betrag bezahlt. Da am Schluß der Verhandlung in Gießen am 30. Januar noch ein wegunfähiger Zeuge benannt wurde, begab sich das Gericht am 31. Januar an den Wohnort des Zeugen in Kirtorf und setzte dann die Verhandlung bei dem Amtsgericht in Homberg fort. Die Weiterverhandlung wurde auf den 10. Februar in Gießen anberaumt. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Londorf, 31. Januar. Am Ortsausgang nach Allendorf ereignete sich gestern gegen 19 Uhr ein Verkehrsunfall. Der 72jährige Heinrich Weiß von hier lief gegen einen Personenkraftwagen, wurde zu Boden geworfen und erlitt im Sturz einen Armbruch. Der Lenker des Per- sonenkraftwagens brachte den Derunalückten sofort in seinem Fahrzeug in die Chirurgische Klinik nach Gießen. ) Lich, 1. Febr. Am heutigen Donnerstag, 1. Februar, kann der Ortseinnehmer i. R. Wilhelm Zimmer, Butzbacher Straße, in bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit feinen 8 5. Geburtstag begehen. Trotz feines hohen Alters übt der Jubilar noch die Tätigkeit eines Feuerversicherungsagenten aus, eine Vertretung, die schon feit 1860 in den Händen der Familie Zimmer ist und von dem Jubilar selbst seit Jahrzehnten wahrgenommen wirb. Der alte Herr ist eine in weitesten Kreisen von Lich unb Umgegenb geschätzte Persönlichkeit. Zwei Todesopfer eines schweren Verkebrsnnfalls. LPD. Nassau (Lahn), 31. Jan. Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen zu Tobe kamen, ereignete sich in Rückershausen. Zwei Lastkraftwagen stießen zusammen, wobei ein Lastwagenfahrer aus Lin- benholzhausen unb ein Beifahrer aus Dietkirchen ums Leben kamen; eine weitere Person wurde verletzt. 100. Geburtstag einer Westerwäiderin LPD. Westerburg, 29. Jan, In Wengenroth konnte Frau Charlotte Horn in diesen Tagen ihren 10 0. Geburtstag feiern. Die Hundertjährige ist Trägerin des Goldenen Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. Trotz ihres hohen Alters ist sie geistig noch sehr rege. Rnnbfunkprogramm Donnerstag, 1. Februar. 12 Uhr: Mittaaskonzert. Ausführenbe sind: bas russische Ballett, bas große Orchester bes Reichs- Höhe über bem Fußboben 18 bis 19 Grab gemessen werben. Schlaftäume sollen stets wesentlich kühler gehalten werben. Kinber, ältere Leute unb Leibenbe pflegen märmebebürftiger zu sein. In für sie bestimmten Aufenthaltsräumen finb höhere Luftwärme, stäube am Platze, bie aber keinesfalls über 21 Grab hinausgehen sollen. Es gibt fraglos auch unter ge- funben Menschen solche, bie besonbers leicht frieren. Sie müssen biefe Eigenart burch entsprechend Wahl ihrer Unter- unb Oberkleidung ausgleichen. Es ist bagegen in Gemeinschaftsräumen, bie gleichzeitig mehreren Menschen zum Aufenthalt bienen müssen, ein nicht zumutbarer Zustanb, wenn alle übrigen eines Fröstlings wegen schwitzen sollen, ber es versäumt ober gar ablehnt, sich um seiner selbst willen wärmer anzuziehen. Das gilt sinngemäß auch für bie großen Miethäuser mit ihren vielen Wohnungen.