a Iie Heutige Dummer umfaßt 16 Seiten. und für die Mißachtung der Donverünetüt beider Staaten darstellen. oom Montag mit aller aus Fez versucht, sei aber zufrieden. Er bewog den jungen Mann bald, seine Stellung auszugeben, um in seine Fabrik einzutreten, welche der Herr Schwiegersohn, wenn der alte Herr sich einmal zur Ruhe setzt, übernehmen soll. Tie jungen Leute wohitten im Hause der Eltern. Auch die Großmama, Frau Baurat Werner, eine nette alte Tarne von 65 Fahren, lebte nach dem Tode ihres Mannes bei Nr. 306 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger toerben im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu lUnivers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erdens Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Ädrefse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. die Freundin meiner Mutter, stand in dem Nuß jede Karte richtig beuten ziu können. Bald waren die Karten zur Hand, und unter großem Jubel erfuhr jeder sem Schrc^al. Ich kam, als Tochter des Hauses, zuletzt an die Reche. „Tantchen", wie ich die Freundin meiner Mutter nannte, hatte für mich die Karten gemischt; ich hatte drei Päck- chen aogehoben, und bald lagen die Karten auygebreUet aus dem Tische. Sie wurde sehr ernst, schüttelte beit Kopf und sing an zu zählen. Gespannt sahen wir alle &U, ich aber rief übermütig „Ra, Tantchen, noch kein Mann für mich in Aussicht?" Alle lachten, nur bic alte Lame nicht! Ta drangen alle daraus, nun endlich zu sagen, was die Karten prophezeien. Auch meine Eltern verlangten lachend, zu erfahren, was sie von mir zu erwarten hatten. Ta ließ sie sich also vernehmen: „Kind, Kind, nimm Lich in acht! Ich sehe hier, zweimal, trifft Tich ein Unglück im kommenden Jahr. Tu kannst thun, was Du willst, ed kommt bestimmt. Aber was mir unklar ist, immer scheint es als ob im Hause bei Euch Freude damit verbunden wäre. „Na", sagte mein Vater, „wenn die Karten sagen, daß wir uns über ein Unglück des Madels freuen, dann (imen sie eben; und ebenso können sie auch lügen, toeuu sie Unglück verkünden." Man hörte cs aber der Achime meines Vaters an, daß ihm die ganze Sache nicht be- haßte. Unsere Stimmung hatte jetzt etwas Gedrucktes und wollte sich auch nicht wieder heben, als bie Uhr „ttwolfi schlug. Unser „Prosit Neujahr!" klang nicht so froh, wie sonst, und scheu um ein Uhr gingen wir auseinander. Ter Neujahrstag mar ein herrlicher kalter Wintertag. vorher verabredet, Schlittschuhlausen zu .-ine Schlittschuhe nehmen wollte und zum g war, bat mich meine Mutter, zu Hause zu Am Sylv-steraö-nd. Don Antonie Mewes. (Nachdruck verboten.) Wie viel getäuschte Hoffnungen, wie viel unerfüllte Enicke nimmt das fcheidende Jahr mit sich, und wieviel Tausende "richten die bange L«-ge °* d-s tommende Jahr: tlnÄ^XU, daß der Mensch beim oniscküed des alten, und beim Beginn des, neuen Zcchres Abschieo oes , sieht zu, datz er den Abend im^Krefle lieber Verwandten oder Freunde verleben kmm, und der Alleinstehende sucht Gesellschaft rn den öffentlichen ^'^Auch "Km ^brikant Lessel im Westen Berlins war eine ^.h^t^b * *ein *ft a tt i i cfyer ^41n f&i g e r, in sehr guten *er VUÖ mar ein sehr geselliger und hetterer Dem belaß" eine^ensv liebensmürdige Frau und ein- ^^Aie^lmtie jüngst ihren zwanzigsten Geburtstag ge- , f„b mat seit vier Atonalen glückliche lange Stau, feiert^ und war s » stets ein offenes, gastfreies 2te Fumilie Lesstt su. Feiern gefehlt, aber sie Haus, und Elf h LiebenÄvürdigkeit ihre Körbe aus, teilte mit - nkten ihr nicht ernstlich zürnen sodaß die dam t: £Hd) n Freundinnen gehörig ^a Else wartet auf einen Prinzen! Für El,e gehänselt. „I , \ bem M^rgenlanbe kommen", usw. muß em Prinz aus de men UTtb ^ar war es, ihrer Bekannten, kein Prinz gewesen, son- t-r" ÄT* Kaufmann. L-rr Lessel war se^r damit Momente und Begebenheiten des hi — uns liegenden Jahres den rückschauenden Blick auf sich. Ej erfüllt uns vor allem mit Genugthuung und Zuversich die Thatsache, daß aucb während des verflossenen Jahres dem Vaterlande bie Segnungen des Friedens erhalten ae- blieben sind. Die Erneuerung des Dreibundvertrages, bie Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Zaren vor Reval, mit dem König von Italien in Potsdam, die Reise des Prinzen Heinrich von Preußen nach den Vereinigten Staaten, I die Englandfahrt Kaiser Wilhelms, als deren Folge bie gemeinsame Aktion Deutschlanbs und Englands gegen Vrne-I zuela zu betrachten ist —, all/ das läßt erkennen, daß bas I Instrument der hohen Politik deutscherseits mit Erfolg im I Sinne der Versöhnung gehandhabt wurde. Wie am Beginn und während des Verlaufs, so deckte fich nach Beendigung des südafrikanischen Krieges bie Haltung der Reichsregierung nicht ganz mit dem Bolks- empsindem Die Burengenerale Dewet, Botha und Delarey waren deshalb, als sie auf beutschem Boden weilten, Gaste des deutschen Volkes, und letzteres strafte bei dieser Gelegenheit alle Lügen, die da behaupteten, der Idealismus habe im Lande der Dickster und Denke? keine Statt mehr. | Sich zu. erinnern, wie kräftig dieser Quell in den Oktobertagen sprudelte, ist umso tröstlicher, als unmittelbar daraus! der Kampf um den deutsckeü Zolltarif deutsche Volksver- treter von der Tendenz beherrscht zeigte, die materiellen Interessen zu fördern. Tie Art und Weise, rote der Zolltarif zustande gebracht wurde, bleibt bedauerlich, wenn es auch andererseits Genugthuung gewähren muß, daß rutsch» land in dem neuen Tarif ein lftüstzeug für die Handels- Vertragsverhandlungen besitzt. Weniger erfreulich läßt sich die Entwickelung des Vaterlandes im verflossenen Jahre an, wenn inan sie vom Standpunkt des Erwerbsthätigen aus betrachtet. Die Arbeitslosigkeit bestand noch immer m bedeutendem um- f mcntc fange. Handel und Wandel haben den erhofften Aufschwung der Konseren^d^m g nidji genommen, obgleich eine Besserung gegen srüher un- ^namerikanischen Kongresses. Di° Ä?“Au» Newhvrk t-l-grasti« ihren Kindern. . Jeder, der in der Familie verkehrte, fühlte sich int Kreise dieser lieben Menschen wohl. So waren sie denn auch heute am Sylvester heiter und zufrieden unter ihren Gästen. Man hatte sich an dem unvermeidlichen Karpfen gütlich gethan, und war nach beendetem Mahl in den hell- erleuchteten Salon gegangen. Hier saß man nun bei der Bowle im heiteren Geplauder. Cs war elf Uhr, schon hatte man die Uhr zu Rate gezogen, ob nicht bald d. s neue Jahr seinen Einzug halten werde. Ta kam jemand auf den Einfall, man möchte sich die Karten legen, um i;i sehen, was das kommende Jähr bringe. Tagegen prote^ icrte Großmama Werner aber ganz entschieden. Sie wurde von allen Seiten bestürmt, es sei doch nur ein Scherz, — mer glaube daran usw. Frau Baurat aver sprach ernst: „Nein, Kinder, legt euch jeden anderen Tag die Karten, aber nicht am Syl- vesterabend. Tamit ihr seht, daß meine Weigerung gerecht- fertigt ist, will ich euch eine kurze GeMchte aus meinem Leben erzählen: . „Im Hause niemes Vaters war stets ein geselliger Kreis von Künstlern, namentlich Musikern, zu finden. Auch wir . hatten stets zahlreiche Gäste am Sylvesterabend. ^n ber Lanr hatm. - heitersten Stimmung kam bas junge Volk aua.) damals auf gehen, m-.' M m. oen Einfall, uns bie Starten zu legen. Eine ältere -ame, f Gehen f Zweites Blatt. 152* Jahrgang Mittwoch 31.Dezember LS«S , r _ Ah. O monamch^öPttvietted» /T^7 @ A jährlich Mk. 2.20; durch Gießener Anzeiger s General-Anzeiger v _ _ . . Ä __ . A A y /my * t.V.: Fr.Hannemann; Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Iie ßedr-hliÄe Lage in Marokko. Die Zustände in Marokko, dem fottgeseht von den wüstesten Unruhen heimgesuchten Sultanat Nordaftikas, haben sich wieder einmal so kritisch scharf zugespitzt, daß die europäischen Großmächte auch für ihre Staatsangehörigen das Schlimmste befürchten müssen, besonders, da sich die Unruhen anderen soliden A-nlagepapieren belebt^^us§fe^un^<Änamerikanischen Regierung beantwortet, aber man fei m treffen, um ihre Landesangehörigen, falls es erfott-erlich Unbefriedigend dagegen blieb es in dieser Negierungskreisen der Ansicht, baß es außerordentlich un- ^^»1, rasch und sicher nach der Küste zu geleiten. Es bc- MrMltti«., “«ÖSÄÄlf Ä w°un mau icht betet» iebe etawlne Wfe ^ben m S-i öv Europäer, darunter v.er Deutsche. Erwerv^zweige. u ^uf deutfcye I ber^Verhandlungen bekannt geben wollte. Em solches Ver- ' ^ie in Marrakesch lebenden Deutschen sind aufgefordert tornt Ue nu. dua glW f. “"8 de- Küste ,u gehen. Eine Gefahr für die maßi^ IP . STiefitanb her Seefrauften beeinträchtigt.! Regierung gebe bekannt, da^ sie oie Nolle ein • ^0 ! Euroväer in den Küstenstadten soll vorläufig Nicht vorhanden ÄÄÄ 4 "Ä "»"«WZ liegend englische Kn-geisse Lunten dkr Beitritt ber deutschen Kf, ÄQen nötigenfalls ganz rasch zum Schutze eintreffen atlantischen DamVsertrust Nichts andern. Die Zuversicht I sori^ zu bringen. Das Der Sultan von Marokko hat sich nach emem aus nachhaltige uÄtTelegramm führt fort: Da biJ die Stellungnahme der ,Neuter-.T-legramm auS Tanger vom Montag mit aller leitender- «ersen der^ub betbie hegietung ist, so haben die Bereinigten Staaten aud; «eiter verfüg6avcn Artillerie und Munition m Fez m seinen Palast Wegs abhanden g ’“ nt » Verpflichtung, »orsuschreiben, wie wert die Monroe- iurüct0CiOgen der aus Besorgnis vor einem Angriff der Aas- Beschickung der AteltaMtellung vonLauiS «erben ^dm ProtokoLn zu berücksichtigen ist Die Ber- » » die Stadt stark verbarrikadiert worden sei. In- hossentlieb zu einer Periode des ^leberaungroungs | einigten Staaten werden für sich selbst beurteilen, ob uni> ™ u'fiä)eren Lage sind die Missionsfrauen von Fez beiden Gemetea suh ^ umständen erfolgte Tod des! inwiefern ihre ^teressen b-ruhrt ^n mrd enthalten Schmn n0^ Tager abgereift. Am Dienstag in Madrid größ^l deutschen JnÄnellen »fred K•,:uP »u melden der . Sultan von den bellagenswertesten Er»WI°n des 3« |eUt worden seien, aber über die Details verlautet noch) Marokko habe einen Aus,all ans F , . . A™Äl*. Man niUt an, daß die Verbündeten in die Au,.Izurückgeschlagen worden. ’ --»BwmwiMniiMram—■—M»—■Illi Illi I I ■HillIMMEMg— KÄrX.2 BffiWS fi ... WWLSZV« ÄSrätt «S iS langer und beschwerlicher Wanderung Zurückblickenden erwiesen sich danach als zu- Haager Schiedsgericht. Sie findet das ^aager Tribunal blaue Feme grüßt, während die vielen kleinen Steine und nicht. Unsere Jnsomiatronen erwiefen ftU oanaey ais äu ^erfällig. Sie hat aber auch noch andere Hindernisse, an denen sein Fuß wohl häufiger zu straucheln treffmd. Ereianisse auf dem Gebiete der Schmerzen. So schreibt z. B der „Globe^ : Ein Punkt drohte, für chn nicht mehr erkennbar sind, so lenken auch ! zie bemer fLfic-n wir^ au anderer Stelle unserer von äußerster Wichtigkeit, der viel zu oft übersehen wird, die erfteulichen Momente unb,^egete^Stetemigten Ctaa mit Venezuela im besonderen aufs neue, tote notwendig es gencht öu MN Yaoen. ist, daß das Deutsche Reich mit aller Kraft darauf bedacht als wenn bi sein muß, jederzeit sein Sck)wert sch-rnf zu erhalten. Emen, Ueberfluß an WohlwoNen bringt man uns nirgends in der Welt entgegen, es ist nur der harte Zwang und die kluge Berechnung, welche bie Geister schweigen heißet ober sie gar zu scheinbarem Wohlwollen gegen Deutschland veranlaßt. Es ist deshalb Sacke des deutschen Volkes, in Frieden und Einigkett die nationalen Kräfte zu bewahren, sie zu stärken und weiter 0118311 bauen, damit sie dauernd dem Vaterland zum Segen gereichen. Ein Reich und ein Volk । — dies sei das Geleitwort jedes Deutschen im neuen ' lITlt PT I 1*1 fcV*»*b**>*' •»W*»’»» r^, — W—. -- -/------- - • 1 Es heutigen Nummer einer eingehenden Betrachtung unter- A >1 worsen. Sie lehren uns im allgemeinen und der Konflikt | -inigten Staaten mit einem Schieds- Cs hat für die Welt immer den Anschein, als wenn bie Regierung von Washington mehr ober weniger bie Rolle bes Diktators spielte, während England bie Rolle bessen spielt, der um des heben tfriebenä wegen alle Bedingungen annimmt. Tas Resultat davon ist, baß'man in Kanada immer mehr in bie Gewohnheit verfällr, bie Suprematie ber benachbarten Republik als eine unabänderliche Thatsache zu betrachten, und daß für die Kanadier bic ausgehende Sonne im Süden erscheint, statt im Osten, jenseits der Wogen des atlantischen Ozeans. , Mb0Lrl Ueber bie „gewissen Vorbehalte" will die Low kXi boner „Morning Post" einigem erfahren haben. Deutschland 9 ' I und Englaiid haben einem Washingtoner Telegramm ber —-------------—- - | Mornina Bost" zufolge am Montag dem Staatsbeparte- Aer Konflikt mit Venezuela. ment bic^ebingungcn mitgeteilt, unter benen fie bie $ene- Es ertoeint zeitgemäß, baran zu erinnern, baß die einer schiebsrichterlicheu Schlichtung überlassen burdy Präsibent Roosevelt erfolgte Empfehlung des sollen. Deutschland verlange von Venezuela vorgängig Haager Schiedsgerichts Hof es für Streitfragen, bie eine umfassenbe offizielle Entschuldigung m^Zchlung von ?men amerikanischen Staat — Venezuela — angcljen, auf 3OOCOO Dollars (1200 000 Mk. Aeich 1 /00000 Ävlivares). bie Beschlüsse ber panamerikanischen Konferenz England verzichte auf eine Entschuldigung und beanipruche vom Spätsommer dieses Jahres zurückzuführen ist. Roose-1 nUE 40 000 Dollars. Beide Summen sollen bie Entfchadi- Delt hatte bamals allerdings die Bildung eines besonderen gung für bie beutschen und englischen Unterthanen durch amerikanischen Schiedsgerichtshoss, nach Art des Haager, Festnahme und sonstwie von venezolanischen Beheben zu- anheimgegeben, um ben spezifischen Charakter eines pcui- gefügten Nachteile bilden, gleichzeitig auch eine Buße für amerikanifchen Abkommens zu wahren; später beschränkte barin enthalten gewesene Verletzung des Völkerrechtes er seinen Vorschlag auf Fälle, in denen es sich um schiedS-' ‘ — — <^*-**-~ Danton richterliche Beilegung von Schadenersatzansprüchen handelt. Doch ber Kongreß entschied sich für das Haager Schiedsgericht und verpflichtete alle durch Delegierte vertretenen amerikanischen Staaten, diplomatisch unlösbare Fälle ^)n | Schadenersatzansprüchen während der nächsten fünf Jahre vor das Haager Gericht zu bringen. Der Ehrenpräsident I ber Konferenz, der mexikanische Minister deS Aeußern, be- ' !sen Beschluß als den höchsten Triumph des den Die l b. Zur Jahreswende. imotd- Delhi, 30. Dez. Der Vizekönig eröffnete heute vormittag, die Ausstellung indischer Kunst in Gegenwart des Herzogs und der Herzogin von Connaught und des Großherzogs von Hessen. Sydney, 30. Dez. Aus Neu-Guinea wird gemeldet, daß zwei europäische G o l d s u ch e r von Eingeborenen grausam ermordet worden seien. Man fiirchte, daß noch mehr Mordthaten begangen werden. Unter den Eingeborenen herrsche infolge der furchtbaren Trockenheit Hungersnot. Tausende nähren sich von Wurzeln. Die Menschenfresserei sei die Folge dieser Verhältnisse. In einem Kampfe zwischen zwei Stämmen wurden 25 Eingeborene getötet. giebt und an der Wegscheide zurückblickt, so scheidet auch jetzt das alte Jahr von uns. Isis aber auch ein guter Kamerad gewesen? Daß Urteil wird bei verschiedenen Menschen verschieden ausfallen. Im allgemeinen ists ernste Zeit gewesen. Wie manches ernste Erlebnis hat tief in aller Herz und Leben oder doch wenigstens in das Empfinden weiter Kreise ein- geschnitten. Wir denken an den unerwarteten Tod unseres Pfarrers Grein, wir denken an manch blühendes junges Menschenleben, um das im Laufe des Jahres der Tod so jäh und früh geworben. Auf unserer Geschäftswelt, und vor allem auf den Lohnarbeitern, lastet schwer der Druck der schlechten Zeiten. Und ringsum in der Welt, wohin wir schauen, ist wenig erfreuliches zu entdecken. Das Elend des Burenkrieges ist zwar zu Ende gegangen, aber wer, außer den Engländern — und kaum diese — hat eine rechte Freude daran? Ueberall in der Welt stoßen die Interessen der Völker aufeinander, mühsam nur wird der Friede erhalten. Wir Deutsche vor allem haben das Gefühl, daß, wenn wir nicht bewaffnet wären bis an die Zähne, unsere lieben Nachbarn jeden Augenblick bereit wären, über uns herzufallen. Wir können und wollen nicht mehr zurück mit unserer Entwickelung in die Welt hinein, und doch wollen weite Volkskreise es nicht verstehen, daß hier nur schwere Opfer den Sieg verbürgen. Die letzten Wochen haben uns den Zolltarif gebracht. Die weitere Entwickelung wird eS lehren, ob wir damit vorwärts kommen werden. Aber der Preis, der bis jetzt dafür gezahlt wurde, die tiefe Erbitterung großer Volkskreise gegeneinander, ist sehr teuer. Summa Summarum: Ein allzu guter Kamerad ist das Jahr 1902 nicht gewesen. Aber wir wollen uns dadurch nicht entmutigen lassen. Zwar allzu viel dürfen wir von dem neuen Jahre nicht erwarten. Die Dinge, die wir beklagen, sind nicht im Handumdrehen zu ändern. Aber )arte Zeiten erziehen ein Volk, und große Ausgaben und chwere Kämpfe rufen die Kräfte wach. Drum wollen wir uns freuen, daß wir das neue Jahr noch erleben. Wir L. U. Herr Prof. Dr. Joseph Heimberger hat an ihn ergangenen Ruf nach Bonn angenommen. ** Oeffentliche Lesehalle. Uns wird geschrieben: Frequenz des Lesezimmers hat in so erfreulicher Werse zugenommen, daß der Vorstand sich entschloß, diesen Raum vom 1. Januar 1903 an nicht nur Sonntags, sondern auch an allen Wochentagen von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends dem Publikum offen zu halten. Tages- zeitungcn aller politischen Richtungen, Wochen- und Monats- schristen, Reisewerkc, Meyers Konversations-Lexikon und andere Nachschlagebücher sind ausgelegt. Der Einheimische mag gern eine sonst müßige halbe Stunde dort zubringen, der Reisende zur Rast und Orientierung verweilen, und so die Volksbildung wie die Bequemlichkeit unserer Mitbürger wie der Fremden so unaufdringlich als nachhaltig gefördert werden. — Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß ein ungenannter Stifter eine große Anzahl aus- gezeichneter Vervielfältigungen von Werken der Malerei und Einem Telegramm aus Tanger zufolge mehren sich in Fez die Feindseligkeiten gegen den Sultan. Der Sultan berief alle Würdenträger von Fez an den Hof; in einer an diese gerichteten Ansprache forderte sie der Sultan auf, Vertrauen zu ihrem Herrscher zu haben, der den Sieg davontragen werde. — Die Aufständischen unterbrachen die Zuführung des Trinkwassers nach Fez, sodaß die Stadt aus Mangel an Trinkwaffer nach höchstens drei Tagen sich ergeben müßte, wenn die Kabylen des Südens ihr nicht zu Hilfe kommen. Der römischen „Tribuna" ging die Mitteilung zu, daß der italienische Oberst Ferrara, welcher die Stellung eines Direktors der Waffenfabrik des Sultans von Marokko bekleidet, am 29. Dezember früh mit einer Karawane von Tanger nach Fez abgegangen ist. Die »Tribuna" fügt hinzu, man könne deshalb wohl annehmen, daß Fez noch nicht von den Aufständischen eingeschloffen sei. Aus Madrid, 30. Dez., wird berichtet: Außer den an den Südküsten bereitgehaltenen Truppen, welche die Garnisonen von Ceuta und Melilla auf 7000 Mann bringen sollen, vereinigt Spanien in Cadix ein Geschwader, bestehend aus den Panzern »Pelayo", „Carlos Quinta", den Kreuzern ,Numancia", „Lepanto", »Princesa de Asturias", „Viktoria", »Cardenal Cisneros", dem Aviso „Rio de la Plata" und einigen Torpedobooten. Der Minister des Aeußeren verhandelte gestern stange mit den Botschaftern Englands und anderer Mächte. Aus Stadt und KmiS. Gießen, den 31. Dezember 1902. _ . Ein Jahr ist wieder dahin I Wie ein guter Kamerad unS wohl eine Strecke das Geleit wollen unserem Gott dafür danken und zu ihm sagen: Hi» bin ich; wenn Du mich brauchen kannst, so will ich c‘s oer- suchen, im Aufblick zu Dir meine Schuldigkeit zu thun an dem Platz, an den Du mich stellst. Willst Du mir Teinx Sonne scheinen lassen, so will ich froh in ihrem Glanze meine Straße ziehen; willst Du mich in Dunkel führen, so will ick vertrauen, daß Du mich doch im Gleise hältst. Wenn nur die Kräfte zureichen! Doch dafür wirst Du schon sorgen- und es ist ein gutes Ding, 311 erleben, wie die Kräfte wachsen' Deß wollen wir uns auch für unser Volk und im Blick aus seinen Weg durch daS Völkermeer trösten. So lange Gott unser deutsches Volk brauchen kann für die Entwickelung seines Reiches auf Erden, so lange kann kein Feind uns etwas an. haben. Wenn wir nur seiner nicht vergeßen, so hats keine Not! Und somit denn in GotteS Namen vorwärts ins neue Jahr! Möge es unserer Stadt Gießen, wie unserem.hessischen und dem großen deutschen Vaterlande nur Glück und Segen bringen. In diesem Smne wünschen wir auch allen unseren Freunden und Lesern: Ein recht frohes, glückliches neues Jahr! Zeichnung dem Vereine zugewandt hat. Diese Meisterbilder werden in Wechselrahmen ausgestellt; es soll ein gutes Stück edler Kunst die schon Empfänglichen erfreuen, die anderen zur Empfänglichkeit heranbilden. — Mögen die Einrichtungen der Lesehalle immer ausgiebiger benutzt werden, möge diese stille Arbeit an unserer Kultur lebhaftes Verständnis finden und eifrigen Anteil erwecken. •• Aus dem Theaterbureau. Der Spielplan unserer Bühne hat, wie bereits bekannt, für den ersten Neujahrstag als Nachmittagsvorstellung das Blumenthal und Kadelburg'sche dreiaktige Lustspiel „DaS Theaterdorf" zu ermäßigten Preisen vorgesehen, abends 6 Uhr zum ersten Male die vieraktige Gesangspoffe „Höhere Töchter" von W. Mannstaedt und K. Schott bei erhöhten Preisen. AbonnementSbillets haben mit Zuzahlung Gültig, feit. Ferner fei darauf aufmerksam gemacht, daß für die beiden Parkettplätze die Preise an der Abendkaffe nicht höher sind als wie im Vorverkauf. ** Lehrer als Einjährige. Ueber die Kosten deS einjährigen Dienstes der Lehrer hat die Militärkommission des Hannoverischen Provinzial-Lehrer-VereinS intereffante Erhebungen veranstaltet. Durch Fragebogen an die zur Reserve übertretenden Lehrer, von welchen 120 eingingen, ist er- mittelt, daß 32 Prozent der dienenden Lehrer 1800 Mk. und mehr, 68 Prozent 1600 Mk. und weniger gebrauchten. Der Höchste hat 3000 Mk. verbraucht. ** Das komm en de Jahr 1903 ist ein Gemeinjahr von 365 Tagen. Das Hauptfest, nach welchem die kalendarische Einteilung des ganzen Jahres vorgenommen wird, nämlich Ostern, fällt diesmal auf den 12. Aprll. DaS kommende Jahr gleicht daher dem Jahre 1900. Pfingsten ällt Anfang Juni, und der Fasching, dieser fröhliche Zeit- raum der tanzlustigen Welt, währt diesmal sieben Wochen. Im Jahre 1903 werden je zwei Sonnen- und Mondfinster- niste stattfinden, von denen nur die letzteren in unserer Gegend eilweise sichtbar sind. ** Sylvester-Aberglaube. An keinem Tage im Jahre steht der Aberglaube in größerer Blüte, als am Syl^ vesterabende bezw. am Neujahrsmorgen. Namentlich suchen )ie heiratslustigen Mädchen alles mögliche hervor, um über ihre Zukünftigen einen Aufschluß zu erhalten. Im verschiedenen Ortschaften werfen die Mädchen am Sylvesterabende Hanf und Lein vor ihr Bett, und wenn sie schlafen gehen, sprechen ie laut: „Ich säe Hanf und Lein — Und wünsch', daß mir Braunschweig, 30. Dez, Ein Redakteur der „Braunschw. Reuest. Rachr." hatte heute ein Interview mit einem aktiven deutsches Minister, der die Berliner Meldung bestätigte, daß Herr von Hammerstein-Loxten in Berlin für den Herzog von Cumberland sondiert habe. Tie Sondierungen über die am Berliner Hofe herrschende I Ansicht seien aber durch das Handschreiben des Herzogs jäh unterbrochen worden. Ter Kaiser verhalte sich gegenüber der Regelung der braunschweigischen Thronfolgefrage vollkommen neutral. Am preußischen Hofe existierten aber Kvei Strömungen, die eine für, die andere gegen die Cumberlands. Von preußischen Ministern habe sich besonders Miquel für die Sache interessiert. Eine Thronbesteigung seitens des Herzogs könne aber, wie der Minister auch schon Windthorst seinerzeit erklärte, nirU erfolgen ohne ausdrücklichen Verzicht auf Hannover. Dresden, 30. Deg>. Im Befinden des Königs von Sachsen ist eine Verschlimmerung eingetreten. Tie Influenza, an welcher König Georg erkrankte, hat einen andauernden Schwächezustand hinterlassen, der zu ernsteren Besorgnissen Anlaß giebt. Heute wurde Professor Cursch- mann aus Leipzig zur Konsultatton nach Dresden berufen. Deutsches Reich. Berlin, 30. Ter Kaiser hörte heute morgen den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts GrafenHülsen- H ä s e l e r. — Nachmittags gedachte der Kaiser den Vortrag deö Staatssekretärs des Reichsmarineamts, von Tir- pitz ^u hören. — Der Kaiser hat an den Vorsitzenden des Auffichtstates der Norddeutschen Seekabelwerke^ Herrn Max Guilleaume in Stettin, folgendes Telegramm gerichtet: „Mit besonderer Freude habe Ich Kenntnis genommen, von dem Stapellauf des ersten, auf einer deutschen Werft erbauten Kabeldampfers. Ich bin gewiß, daß der ,Multan" seine bewährte Leistungsfähigkeit auch au diesem neuen Gebiete bestätigen wird, und knüpfe an das neue deutsch-atlantische Kabel die Hoffnung, daß es dazu beitragen wird, die guten Beziehungen zwischen dem deutschen Reiche und den Bereinigten Staaten immer mehr zu befestigen. Wilhelm." — Ter „Reichsanzeiger" meldet: Nach einer amtlichen hierher mitgeteilten Bekanntmachung hat die königlich italienische Regierung beschlossen, mit ihren See streit- krüsten an der durch die deutschen und englischen Seestreitkräfte verhängten Block ad e vor den venezolanischen Häfen teilzunehmen. der hochgradige Influenza konstatierte. — In Dresden wird folgendes Bulletin auSgeaeben: Tas Befinden des Königs von Sachsen ist unverändert. Tie Schleimabsonderung ist noch bedeutend. Appettt und Kräfte sind mangelhaft. machte, fingen wir an, auf das zweite Unglück und das ihm oegleitende Glück zu warten; und hatten wir vorher immer die Hoffnung gehabt, es sei Unsinn und brauchte nicht ernzutreffen, so glaubten wir jetzt besttmmt daran — das heißt, meine Mutter und ich. Aus meinem Vater bm ich nicht rech§ klug geworden, der ließ sich nichts merken. So verging die Zeit bis Mai. Ta kam cinedi Tages eine meiner Freundinnen und lud mich zu einer gemeinsamen Spazierfahrt mit ihr ein, wie dies sehr häufig zu geschehen pflegte. Ter Wagen hielt schon vor der Thür. Als wir in die Nahe des Tiergartens kamen, gab der Kuffcher dem Pferde, das sonst nie die Pettfche zu fühlen bekam, durch irgend eine Veranlassung einen Schlag; das Tier bäumte sich und ging in rasendem Lauf mit uns durch. So ging es bis zum Brandenburger Thor. So lange das Pfeä> die gerade Chaussee verfolgte, war die Gefahr nicht so groß; aber jetzt in der Stadt mußte ein Unglück passieren. Ich stand immer bereit, hatte die Kleider zusammengenommen, um im geeigneten Moment hinauszn- springen. Ta endlich stürzte ein Mann sich den rasenden Pferden entgegen, griff mit eigener Lebensgefahr in die Zügel und brachte sie mit einem Ruck zum Stehen Ter Schreck aber hatte mir alle Glieder gelähmt. Fast besinnungslos wurde ich nach Hause gebracht. Ich mußte mich zu Bett leaen, und sofort stellte sich ein hefttgcs Fieber ein. Tie Angst meiner Mutter und die Aufregung im Hause waren groß. Eyst natch fünf oder sechs Tagen trat Besserung ein; froh atmeten meine Eltern ans. Mein Retter, der junge Mann, der sicb so mutig den Pferden entgegenyewvrfen hatte, war em Architekt, der erst fur^ zuvor seine Studien beendet hatte. Um es nun kurz zu machen — die gegenseitige Zuneigung enttvickelte sich schnell, und da uns nichts im Wege stand, wurden wir bleiben. Auf meine Vorstellungen, doch an solche Propho! zeiung nicht zu glauben, batte sie nur einen traurigen Blick für mich; ich sah, wie sie mit sich, känipste — und blieb. So ging es fort, was ich auch thun und unternehmen wollte, immer sah ich die Angst meiner Mutter. Dadurch wurde auch ich angesteckt; es war, als drücke uns ein Alp, wir warteten ordentlich auf das kommende Unglück. — Eine Schwester meines Vaters wohnte in Köln; schon immer war mir versprochen worden, einen Karneval bei der Tante dort, verleben z,u dürfen. T-iesmal nun war es fest beschlossen, daß ich im Januar zu meiner ^ante reifen sollte. — Meine Mutter suchte nun natürlich wieder allerhand Einwendungen zu machen. Mein Vater aber bestand darauf, das Versprechen zu halten, und um mich nicht allein reisen zu lassen, enffchloß sich meine Mutter, mich zu begleiten. — Tret Tage vor unserer Ab» reise gingen wir, meine Mutter und ich, aus, um Einkäufe zu machen. Nach dem Frost war Tauwetter eingetreten, an einer Straßenbiegung glitt ich aus und fiel so unglücklich, daß ich, den linken Arm brach. Natürlich konnte nun aus der Reise nichts werden. Tas Unglück war da, wo aber blieb die Freude darüber? Am dritten Tage — dem Tage, wo wir reifen wollten — ■ kam mein Vater mit dem Zeitungsblatt in der Hand zu uns iiis Zimmer und sprach sehr ernst: Tenkt Euch nur der T>Zug, der heute morgen um 9 Uhr von hier nach ! Köln ging, und mit dem Ihr doch auch fahren wolltet, : ift mit einem Güterzug zufammengefahren, und viele Men- : schen sind dabei getötet und verwundet. Welch ein Glück : daß Ihr nicht reifen kormtet!" " , Sechs Wochen mußte ich das Zimmer hüten, und in der ; Zeit ging alles feinen gewohnten Lauf. Tann, als mein i Arm geheilt, und ich wieder Ansprüche an das Leben i bald ein glückliches Paar. Also auch auf das zweite Unglück war die Freude gefolgt. So war denn bie Prophezeiung wörtlich in Erfüllung gegangen. Seitdem aber durften in meinem Beisein keine Karten mehr am Sylvesterabend gelegt werden. Wozu das Schicksal mit Gewall heraus fordern! Was es uns bringen will, bringt es uns doch; und die Angst und Besorgnis vermag selbst der Aufgeklärte bei derartigen Prophezeiungen nicht los zu werden." Großmama schwieg. Ta rückte die Uhr zum Schlage aus. Alle erhoben sich, um sich gegenseitig ein glückliches frohes neues Jahr zu wünschen, und ließen ihre Glaser aneinander klingen. ,Mso, die Karten beiseite!" sagte Else. „Aber basl Bleigießen, Großmama,, darfst Tu uns nicht verwehren. Wir versprechen Dir auch seierlichst, kein Unglück zu prophezeien." Nachdem der Jubel und die Glückwünsche vorüber waren, wurde bann auch das Blei herbeigeholt; unter großem Jubel und Gelächter zeigte jeder fein Meisterstück; meist waren es undeutliche, verschwommene Tinger. „Nun, Else, was hast Tu gegossen", fragte Großmama. „Ja, ich weiß nicht recht, was das bedeuten soll", sagte Else, und hielt ihrem Gatten das zierlich Geformte hin. Ter nahm es in Augenschein und sagte bann: „Tas weißt Tu nicht? Das ist ja eine Wiege!" Alle lachten; und nun wanderte es von einem zum andern, und jeder faitb, dwß es eine Wiege sei, und zwar eine silberne. „Nun", rief der Papa, „jetzt bekommt Else doch ihren Prinzen noch, beim in einer silbernen Wiege kann nur ein Prinz schlummern." — Ter „Reichsanzeiger" meldet: Der Geheime Oberregierungsrat Werner im Reichsamt des Innern ist Mm .Vrositzenden des kaiserlichen Oberfoeamts, der Geheime Oberregierungsrat im Reichsamt des Innern von Sydvw zum Mttgliebe des Bundesamts für Hei wesen, Regierungsrat Stuhlmann zum ersten Referenten beim Gouvernement von Deutsch-Ostafrira ernannt Dem Generalkonsul in Konstantinopel Stemrich ist der Charakter als Geheimer Legationsrat verliehen. — Zu Ehren des von Berlin scheidenden Botschafters! der französischen Republik Marquis be Nvailles fanb gestern beim Reichskanzler und Gräfin Bülow ein größeres Tiner statt, m bem zahlreiche Mitglieder des divlvmattschen Korps, der Hofgesellschaft und andere geloben waren. Ausland. Wien, 30. Dez. Angelegenheiten des Ausgleichs fand iflnter bem Vorsitz des Kaisers heute bormrttag ein Kronrat statt, der bis um 1 Uhr dauerte. Derselbe hatte daS Resultat, daß die Ausgleichs-Konferenz zwischen den beiden Ministerpräsidenten beute nachmittag fortgesetzt wurde. In eingeweihten Kreisen wird eine günstige Wendung in der Ausgleichsfraae in Aussicht gestellt. — Gras Lamsd 0 r f hatte heute vormittag eine ein stündige Konferenz mit dem Grafen Aoluchowski und fuhr um 1.45 Uhr nachmittags in r Hofburg vor. Der Kaiser empfing sogleich den Grafen in Audienz, welche dreiviertel Stunden lvährie. Abends 6 Ubr sand beim Kaiser in der Hofburg eine Tafel statt, an welcher Graf Lams- dorsf, der russische Botschafter Graf Kapnist mit den Mitgliedern der Botschaft, Graf Goluchowski, die Ministerpräsidenten v. Körber und v. Szell, der Reichskriegsminister Pitreich, der Minister a latere Szechenyi, die obersten Hof- Würdenträger und andere teilnahmen. Rom, 30. Dez. Ter Papst empfing heute den preußischen Gesandten Frhr. v. Rotenhan, sowie den bayerischen Gesandten Frhrn. v. Getto zur Entgegennahme der Glückwünsche zum neuen Jahr. L 0 nd 0 n, 30. Dez. „Daily Mail" meldet aus Washington: Präsident Roosevelt erhielt eine leichte Verletzung über dem rechten Mge, wie es heißt, bei einer Fechtübung mit General Wood. | U SMMtschn Hohn und Familie. 8998 Meiner werten Kundschaft 3 oooooooooD । QQQQUiaQüOQQGQQ^ Ä irr ri *r>or4ort fftnftott «m Unserer werten Kundschaft, 9008 zum neuen Jahre zum U WalUhorstraße 13. und. Frau. 9096 »••••••••••••••••••*. ooooooo & Unseren werten Gästen, q sowie Freunden und Be- q q kannten 9009 q Verwandten und Bekannten, sowie unserer verehrüchen Te herzlichste» Glückwünsche zu« neuen Zahle! K sowie Freunden und Bekannten die herzlichsten Car8 Keil, LederhnndliW Gießen. Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche 9079 zum neuen Jahre! Gustav Schneider und Fran, Aur Germania, Wieseck. die herzlichsten 8 M Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten M zum Jahreswechsel 9098 I die besten Glückwünsche! I xji*iw***»xxxxxxxxxxxx § Unterer werten Kuudfchast, loroie Freunden und £ Bekannten _ mein Bräutigam erschein'Wer tn der Nacht kein männliches Traumbild sieht, ist unzweifelhaft dazu verdammt, als alte Jungfer zu sterben. Allgemeiner Brauch bet xungen ( Mädchen ist es auch, ihren Schuh oder Pantoffel über den Kopf zu werfen und aus seiner Lage zur Thür sich zu deuten, ob sie im neuen Jahr im elterlichen Hause bleiben oder auS demselben hinausgehen werden. Andere Heiratslustige wollen wieder aus den Windungen einer über den Kopf geworfenen Apfelschale den Namen deS künftigen Freiers herauSlesen, oder sie greifen im Dunkeln nach den im Keller liegenden Holzstücken; haben sie eine gerade Zahl erfaßt, dann sind sie freudig bewegt, greifen sie eine ungerade Anzahl, dann können sie melancholisch singen: „Nie doch kommt der Freiersmann.'' Aber auch für die Prophezeiungen von Glück oder Unglück sind die Sylvester- oder NeujahrS-Bräuche bestimmt. Von den Speisen, die an der Sylvestertafel aufgetragen werden, ist ein Rest bis ins neue Jahr hinein aufzubewahren, sonst leidet man Mangel. Die Schuppen vom Karpfen heben viele Menschen im Portemonnaie auf. Diese Schuppen bedeuten Glück. Sie losten das Portemonnaie nie leer werden natürlich nur bei dem, der es glaubt und auch bei dem nicht immer l! , _ . , k. Dutenhofen, 20. Dez. Auch unserer Gemeinde find von Herrn Fernie für die Kleinkinderschule 100 Mark und zu Armenzwecken 60 Mk. als Wcihnachtsgabe zugewiesen worden. . _. .. . W. Frankfurt a. M., 30. Dez. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß heute den Ausbau des ftaer- saales im Römer nach dem Projekt des Baurats Meckel und bewilligte dafür 120 000 Mk. Für weitere Renovierungen am Römer wurde ein Betrag von 45 000 Mk. auS- geworfen. _______ — Meinen werten Freunden, Bekannten und Gästen iie itflti MH- M Mni«M 05679 Wilhelm Dreher und Frau. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Mittwoch, den 31. Dezember: Nachmittags um Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. 6 Uhr: Syloesterandacht mit Segen und Te Deum. "Donnerstag den 1-Januar, Neujahr. Vormittags von 6'/, Uhr cm: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austestung der hell. Korn- Vormittags um g^Ühr^Die zweite heil. Messe. MilitärgotteS- dienst mit Predigt. 9i/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/. Uhr: Fest-Andacht mit Legen. Bekanntmachung. In das Handelsregister, Abt. A, wurde hente eingetragen di- Firma .Deutsche Nähmaschinen-Gesellschaft Eymer L KameS' zu Wiesbaden, Zwe,gn,ederlassung zu Gießen, ft-r sönlich haftende Gesellschafter Phitipp «auftnann zu Wiesbaden, Gottlieb KameS, Kaufmann zu Wiesbaden. Be amn: 7. Oktober 1902. Angegebener Geschäftszweig: Handel mit Nähmaschinen und Strickmaschinen, sowre Zubehör- und Ersatzteilen hierzu. Gießen, den 11. Dezember 1902. 90 Großherzogliches Amtsgericht.__ K zum Jahreswechsel ra g die besten Glückwünsche! 8 O — „ Chausseehaus", g aaaaoaoDOQOaaoQ n°*$«rliä‘e3im$e3: Ter ,,FiS-°»" b-richt-t ans Dang«'. Tie Lage ist unverändert. Die Reste ^schtageEl. Armee des Sultans sind in enter kläglichen Der- D-r Ministerrat hat sich gestern mit der marokkanischen Frage beschäftigt. Der Minister des Aeußeren teilte mit, er habe aus Berlin eme Information erhalten, daß Deutschland eme ähnliche Haltung wie Frankreich und England einnehmen werde. Ein Telegramm aus Algoctres berichtet, daß bxe Haltung der Ka. bylenstämme in der Umgebung von Scuta eme sehr be* unruh,gend- st,. zu einem SSertieta beä Seccolo" geäußert haben, die Kronprmzessm von Sachsen hätte leicht, roenn sie gewollt hätte, die Kronzu toeten im Werte von 18 Millionen Mark mitnebmen können. (Der verliebte Sprachlehrer sollte sich doch ykit«l, faM) ^"gereimtes Zeug in die Welt zu setzen. Die ,^Mtbnabme der Kronjwelen wäre doch nichts anderes als em biretter Diebstahl gewesen. D. Red.) Berlin 31. Dez. Die Ursachen zum Rücktritt bt» Grafen 5)ochber g von der Intendanz der königlichen Schausviele^sollen nach dem „Kleinen Journal' darin zu se^/daß man an hoser Stelle.an dem Libretto )er Oper „Feuersnot" von Richard Sttautz uni) dem Vreden Akt von Wildenbruchs ,Fönig Laurrn" Anstoß nahm. D^ erste Stück hält man für unsittlich, fahrend daS zwett genannte Stuck das Mißfallen der Kaiserin ewgtchabensoL 9 Kiel, 31. Dez. Der lleine Kreuzer „Sperber" hat bte Ausreise nach Venezuela verschoben, weil sichtigung aus Seeklarheit die Havame einer ystfsmaschine D°z. P°°f-sior Eurfchmann b-st-st tigte die Diagnose der behandelnden Aerzte, nach der Kö nig Georg an einem heftigen Lungenkatarrh leidet, der zunächs n.cht- Bedenkliches h^ mcQ)et , stad • Ter Postdirektor von Maracaibo (Venezuela) hat einem Kaufmann in Willemstad telegraphisch metgeteill, daß dev. deutsche Kreuzer „Falke" mit der Beschießung des Hafens von Maracaibo gedroht habe. Einzelheiten hierüber sind Metzger Karl Plank und Frau. U Unserer verehrten Kundschaft, sowie Freunden N M und Bekannten g die hersiiihstkn GluckVWsihk 8 * zum Jahreswechsel! W * Ludwig Engelhardt, % S 05678 Bahnhofstraße 20. ********************* Meinen wetten Gästen, Freunden und Nachbarn die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Balthasar Keil, Heichelheim 05692 Zur Eisenbahn.____________ ••••••••••ceoeeeoeeee O Meiner wetten Kundschaft, sowie Freunden und W Q Bekannten die 05694 W 8 hersiilhstm Glückwünsche e ® zum neuen Jahre! & l Georg Wagner HL, Weißbindermeister, D BiSmarckstraße 26. £ Meiner wetten Kundschaft, sowie meinen Freunden und Bekannten ee 06690 die besten Wunsche zum neue« Jahr! H. Kraft Nachfolger, August Geruand. Unserer wetten Kundschaft und einer verehtten Nach- barschaft °5®81 die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Karl Sier und Frau. vermischtes. * London, 80. Dez. Im Hause deS Tuchmachers Schlesinger im Stadtteil Stepney, Ost-London, brach m der vergangenen Nacht Feuer aus, bet welchem dessen Frau mit fünf Kindern umkam. ------------ ° Glückwünsche i | znm MeDechsel! | ö Louis Becker g u u. Familie, r ♦ Unserer wetten Kundschaft, Verwandten, Freunden ♦ Bekannten und Nachbarschaft * zum Jahreswechsel ♦ nsm «snMA» WWe! r > Jouts guter und Iran. ♦ Mhebnng oon Mekannschbesüchen uiiö non Znsentznnz non kliilkmnschkarten zu Neujahr M : u^Samen^ben ^uorb^etcm , werdet -^79^Oberlehrer Fuchs. 80. Konrad Schmidt und Frau. Ä univIttüÄ^^ uK Fechtmeister Roese. 82. Gvnmastall Lk" Ä eÄ3ftI«rÄ UiE3£se August Schwan. 108. ^ug I Schäffer. 111. Kaufmann Mecum und Frau. ^0 »anzieirar » R ( Walther. Kart Reiber. 117. Fran Gtt,lveiy 121. Kohlern 119 Architekt Stern und1 ^(jon. 123. Fabrikant härllller Ktullel. ^22. 9 Schierboll 125. Weißbindermeister Wunb U„. 4—Ä &K Breids 184. Regung-. rat ^Auch Mr1.ii Gaben der Vorgenannten strechen wir unferen SSsä»- 6076 Dr. Naumann. Krieskasten der Redaktion. X in Gr. Die Merikanifchen Silber-Coupons werden mit Peso in Silber — Mk. 1.57 bezahlt. Die 3'/rproz. Greßencr Stadt-Anleihen (alle Jahrgänge) notietten am 30. 12. 02 in Frank- surt 98.60. Neueste Melduno.en. Originaldrahtmcldungcn des Gretzener Anzeiger. Berlin, 31. Dez. Nach einem Madrider Telegramm halten die Diplomaten in Tanger die Lage für äußerst bedenklich. Der Sultan verliett immer mehr an Boden. Fez ist äußerst bedroht. Spanien rüstet außer den bereit- gehaltenen Truppen eiligst ein Geschwader aus bestehend aus 2 großen Panzerschiffen, 6 Panzerkreuzern und 7 Torpedobooten, das binnen acht Tagen in Cadiz sem wird. De Sultan von Marokko vett'ammelte die Würdenträger und ließ alle Waffen in den Palast schaffen. Das Volk ist^ihm feindlich gesinnt, weil er den Islam verraten habe. Die Scharen des Prätendenten wachsen lawinenattig an. eeeeeeeeeeeeeeeeeeee . ® linieret verehrten Kund.chaft, (oraie Freunden und 15)111(1 mUttl (ö C @ Bekannten sendet 2 ' *3 A r- J* " cA\» W zum neuen w. g die herzlichsten Glückwünsche * e b{c herzlichsten Htückwünsche! § Jahreswechsel! S znm neuen Jahr! & g ® M § j. Rinn und Frau, R Ä’ Ho,mann *,twe K K 05672 «aus». B-reiurt-ns. mkk ****************** Gerichtssaat. Darmstadt, 30. Dez. Das D r s z i p l i na r v e r s ah r e n, bas m Gemäßheit des hessischer: Nichtergesetzes öom Grobherzog- ltchen Ministerium der Justiz gegen Amtsrichter Dr. M a hr hllr weaen der bekannten Beleidlgungsafsare emgeleitet worden war, hat, wie die „91. H. 93." hören, mit der Strafe der.Verwarnung' geendet. i£< Meinen wetten Kunden, allen denen, welche bisher Ä güt. Wohlwollen erkennen ließen, sowie meinen Bekannten gi herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! «-sä Karl Jung SUetn-Sinben b. Meßen. Großh. fflenmeter 2. Klaffe. auflgefilhrt von der 9089 Eintritt 50 Pfg. bestens. 21 Marktstrake 21. MCI 9084 2 Musikkapellen. la München. ä Der Vorstand. 9064 ergebenst einladen. 8392 kleine Hriohles 05670 9 0 0 c S 0 Unserer werten Kundschaft, Gästen, sowie Freunden und 9062 Bekannten Prima 0 ff 0 ff 8 0 Steinstraße 23. Zum Anker. ff 9086 I Uerllipedencs ■■■ 3 0 0 0 0 0 0 meinem Album, Potpourri, Latann. Anfang 4 Uhr. 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TS wird mein Bestreben sein, mir daS Verträum meiner geehrten Abnehmer durch streng reelle Bedienung zu erwerben und zu erhalten und empfehle ich mich bei Bedarf GM M 8w KM Londsrf. Meinen verehrten Freunden und Gästen zur gefl. Nachricht, daß ich meinen Gasthof an in Weber verkauft habe. Das mir entgegengebrachte Vertrauen bitte ich, auch meinem Nachfolger zu zollen, welcher stets bemüht sein wird, durch vorzügliche Speisen und Getränke, sowie gute Betten seinen verehrten Gästen ein freurMicheS Heim zu bereiten. Hochachtungsvoll Robert Ziegler. Londorf, den 1. Januar 1903. Warze Anzüge zu verleihen, auch preiswert M verkaufen, Iackcttfaeon von SL Mark, Gehrockfayon von 45 Mk. an bis zu den elegantesten bei [7063 W. Karnbach, Kansteiberg 9. 60100 Mark zweite Hypotheken von Privatmann cniszuleihen. C ff ort unter Nr. 05639 an die Exped. d. Bl. Ca. 20000 Mark auf erste Hypothek für Neubau zu leihen gesucht. Vermittler oer. beten. Offerten unter Nr. 8861 an die Expedition d. Bl. 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