paar vorläufig noch find fertig gemacht; Graf Holnstein hat sich schließlich >mck, den der Weiße das größte Verdienst erworben." Es ist doch sehr merkwürdig, daß Paris nach den Mißen. Nv. 306 Erscheint täglich außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Eichener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Violationsdruck u. Verlag der Brüh l'Ichen Univers.-Buch- u.Slein- druckerei (Pietsch Erbens Redaktion. Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. tzrrnsprechanschlußNr 6L Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche zu Okarben (Kreis Friedberg) ist erloschen und finb die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Gießen, den 80. Dezember 1902. Grohherzogliches Kreisamt Gießern Dr. Breidert. Versailles, 24. 12. 1870. „Otto ist hier nebenan emsig beschäftigt, den Aufbart zu leiten und den Baum zu putzen; wir haben große Bescherung, aber geben kein Geld dafür aus, d. h. aus unfern eigenen Taschen; denn die Tischkasse, die aus Zahlungen der Stadt Versailles gebildet ist, und die Bureaukasse, die aus den etatsmäßigen Buroaugeldern besteht, tragen die Unkosten. Versailles bietet eigentlich so wenig Kaufbares wie Potsdam, da die Nähe von Paris jeden .Verkehr nach dort lenkt. Jetzt aber sind die Läden mit einer Unmasse hübscher kleiner Sachen garniert, wie sie die Armee braucht und reißend kauft. Tie Unternehmer sind Berliner Juden. Endlich hat auch die Beschießung frische Berne bekom» men, man hat Kameke und Hohenlohe mit der Leitung beauftragt, und ich denke, nun wird es in den letzten Tagen losgehen. Tas neue Jahr muß baldige Entscheidung bringen. Dauert der Krieg aber noch in den Januar hinein, so kommt ein Kriegsjahr mehr in Rechnung, was auch ein .Vorteil ist, wenn man älter wird und in die Lage komnit, in politische Angelegenheiten mit än- zugreifen."' Versailles, 25. 12. 1870. „Wir haben ein solennes Fest gefeiert. Zunächst wurdt den 25 Trainsoldaten beschert, dann den Subalternbeamten der Intendantur und endlich uns. Letzteres ging in unserem Salon mit allen Chitonen vor, sich, nur ine Beleuchtung war dürftig, denn Lichter giebts überall nicket. Ich bekam von Otto ein Tranchiermesser, vom Fürsten ein Aquarellbild, von Salisch Spielmarken, vom Kronprinzen ein paar kolossale Vasen, die als Cachepots dienen foHen/< §§ Frankfurt a. M., 30. Dez. In der Hermesscherl Kunsthandlung Frankfurt a. M. hat der Münchener Meister Fritz von Uhde eine Separat-Ausstellung von 28 seiner bedeutendsten Gemälde, darunter mehrere große Museums-Werte, veranstaltet, die den größten Raum der Januar-Ausstellung einnehmen. Zu erwähnen sind außerdem Paul Mathieu und Viktor Gilsoul mit reichhaltigen Kollektionen. Einzelwerke unserer anderen ersten Meister vervollständigen in gewohnter Weise die auS-, gewähtte Sammlung. im ganzen neun Figuren, von denen ein { in Gipsmodell ausgestellt sind. Der Eindruck, Saal in seiner glänzenden Neugestaltung darbot, war großartig. Nach der Besichtigung verabschiedete sich die Kaiserin mit ihrem Gefolge, und der Kaiser führte seine Gäste durch die Bildergalerie in das sogenannte Schwci^rzimmer, in dem an kleinen gedeckten Tischen ein kaltes Abendbrot eingenommen wurde. Dann folgte ein angeregter Bierabend mit Zigarren und Zigaretten. Der Karser unterhielt sich in lebhaftester Weise mit seinen Gästen bis nach, 1 Uhr. Den Hauptgegenstand der Unterhaltung blldeten Fragen gebracht habe, die Ehe mit chrem Gatten könne nicht von langer Dauer sein, sie habe lange gekämpft und gerungen, und wenn die Verhältnisse am Hofe sich noch so ungünstig für sie gestaltet hätten, immer wieder habe fie )en Gedanken der Lösung verbannt. Sie wisse, ihr Gatte habe sie sehr geliebt, jedoch er sei auch heftig, zuweilen sehr heftig gewesen, und nach der Gehirnerschütterung habe sich sein Temperament noch erregter gestaltet. Darum habe sie mit schwerer Angst und tiefster Besorgnis der Zukunft entgegengesehen. In solcher Seelengual habe die Zuneigung zu Monsieur Giron, den sie schätzen und lieben gelernt habe, nuc um so festeren Boden fassen können. Sie wisse wohl, daß fie Unrecht thue, sei sich vollkommen ihrer Schuld bewußt und müsse es ruhig über sich ergehen lassen, wenn man sie des Treubruchs zeihe; auch thue es ihr von Herzen leid, daß sie dem von ihr aufrichtig geliebten Sachsenvolke, welches sie einst gern auf dem Wnigstchron gesehen hätte, eine so schmerz^ liche Enttäuschung bereite, wie es sie ferner mit innerster Wehmut erfülle, daß sie ihre Kinder, die ihr so liebevoll zugethan seien, habe verlassen müssen. Indes sie habe wahrhaftig nicht anders gekonnt. Ter Ausblick in die Zukunft sei wenig hoffnungs,reudig, der Drang nach Lösung von den beengenden Fesseln aber zu mächtig in ihr. Sie hoffe, daß es gelingen werde, die Ehe zu lösen. Trotzdem werde und dürfe man ihr ihre Kinder nicht vorenthalten. Es gebe kein Gesetz, wonach dies angängig sei; sie müsse sie zuweilen sehen und sprechen. Die Flucht sei von ihr und Giron längst vorbereitet gewesen. Ihr Bruder Leopotd habe mit ihr angeblich einen Ausflug in die Umgebung von Salzburg gemacht; in Wahrheit aber habe die Fahrt über Hallein und Buchs zunächst nach Zürich geführt. Tort trafen sie mit Giron, der von Brüssel kam, zusammen und setzten anderen Tages die Reise nach Genf fort Mit tiefster Entrüstung habe sie hier vernommen, daß man sie verdächtige, einen Schmuck, der dem sächsischen Königshause gehöre, mitgenommen zu haben; der von ihr mttgefuhrte Schmuck, der auf etwa 800 000 Mark geschätzt werde, sei ihr (Agentum von ihrer Mädchenzeit her. Jetzt liege er in einer belgischen Depositenbank. Verwunderlich sei es, daß sie von Dresden feine Nachricht bekomme, obgleich sie doch genaue Aufklärung gegeben und bestimmte Wünsche geäußert habe, die man ihr doch erfüllen könne. Selbst Hosmarschall v. Tümpling, von dem sie wisse, daß er hier gewesen, habe sie nicht aufgesucht und auch der sächsische Kriminalkommissar Arthur Schwarz, der hier im Hotel d^Angleterre wohne, sei ihr bisher fern geblieben. Auf meine Frage, wie sich die Frau Kronprinzessin nunmehr die Zutunst denke, äußerte sie: „Sie beide liebten sich so wahr und innig, daß sie hoffen dürften, ein zufriedenes Dasein führen zu können. Wenn die Ehe mit ihrem Gatten geschieden fein werde, was zwar in diesem Falle, da sie beide Katholiken seien, sehr schwer sei, aber von dem Rechtsbeistand des Herrn Giron energisch betrieben werde, dann würden sie sich irgendwo, in Belgien oder Frankreich, niederlassen und als schlichte Leute leben." Tamit hatte die Audienz ihren Abschluß gefunden. Mit Pie Berliner Künstler öeim Kaiser. Der Kaiser hatte am verflossenen Sonntag abend, wie schon kurz gemeldet, mehrere der offiziell bevorzugtesten Vertreter ber Bildhauerei und der Baukunst zu sich ms Schloß beschieden, um chnen persönlich die von Geheimrat Jbne ausgeführte Umgestaltung der Räume zu zeigen. Der Lte geschichtliche Weiße Saal ist in seinem glanzenden Umbau vollendet; dazu sind eine Reche von Prunkgeniachern im Stile der Renaissance, Louis XIV. und Louis XVL neu entstanden, von denen ein Teil zur Aufnahme fremder Fürstlichkeiten dienen wird. Der Kaiser übernaym dre Rolle Cicerone v.nb gab alle nötigen Erläuterungen. Um 8i/2 Uhr versammelten sich die geladenen Gäste im Pfeilersaal der Königs kümmern. Es waren rm wesentlichen bie StUr die an der Umgestaltung des Klosses mügeroirft haben. Außerdem war die ganze Akadeniie des Bauwesens aelctten Dazu die beteiligten Münster Dr. Studt, Dudde, von Wedel sowie Staats'sekretär von Tirpitz Neben dem kallerllchm Paar waren der Kronprinz und die anderen in Berlin anwesenden Prinzen-Söhne, dann Uwjofamter und Adjutanten erschienen. Die kaiserlichen Herrschaften hielten 'unächst Cercle, begrüßten einen jeden der ihnen bekannten Künstler in leutseligster Weise und ließen sich die ihnen Künstler in vorstellen. Der Kaijer führte Änt L ’flriter der Schleich. ßufipimrat Fvne die Gäste durch/ die Sale, indem er e bfTauflie bemerkenswerten Einzelheiten ausführlich' hm- ö aUie Ehescheidung des sächsischen Kronprinzen. E Der konzentr. Kräuterlikör es war halt der Hand!' laktüm. berL Sie den von bei - V* A, e» ■ "V.% Carl Zimmermann Bau- und Möbelschretnerei Extra vi&rge, blanche. 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Isidor Stern. __ 0067 la. Austern eingetroffen. 8959 Weinstube Seibel LudwigSPlatz. Emil Fischbach » Seltersweg 24. Telephon 267. A Für Eokesabnehmer, welche zwei und mehr DoPPelwaggonS Stieben ermäßigt sich der Prers um wettere 5 Pfg. pro Zentner. 6 8 Anfuhr au daS HauS werden 5 Pfennig für den Monatliche Mietpreise; 2—12 Mk. Tadellose Ausführung jeder Reparatur in eigener Werkßtätte. Anfpellerea von Pianos. Klavierstimmen im Abonnement und auf Einzelbestellung. Willi. Rudolph, Giessen Pianoforte- und Harmonium-Lager, Seltersweg 9L In too 000 Familien und an deutlichen Höfen getrunken. Probepakete 60 80 Pfg., Mk. 1.-, Mk. 125. in iuu,wu VerkanfRatellen dnreh Plakate kenntlich. 6262 Hießen, Südanlage 7. Wiederbeginn des Unterrichts in allen weibliche» Hand- erbeiten, sowie Kunstarbciten Montag den 5. Zanuar 1903. josoh jlerr Bankgeschäft wirtschaft!. Mäg Lehrlinge Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gatteustratze 2 (Bürgerin eistereigabäud«) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, Awi s chen Arbl geb «n und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher «tt, Dienstboten und Lehrlingen) unentgelllich Arbett zu vennttte M. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bi» 6 Uhr geüssn«. SS könneu eingestellt werden: 2 Schmiede. 1 Schneider^ 1 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 2 Knechte, 1 Stallknecht, 2 land Fertige Särge, tannene und eichene, poliert, habe stets mrs Lager imb halte mich bei etwaigem Bedarf bestens empfohlen. 8219 J ustus Heck Schreinermeister, Nsterweg 4^. ^7 Spezialität % in rohen n. gebrannten ' y/ Kaffees 4 / Chocolade >7^^ *> «r von Joh. Phil. Wagner & Co. in Maina Cacao und The© in allen Preislagen. errcnschuhc von Mk. 1.80 an I Herreusteck amcuschuhe , , 1.30 - Gascokes. n der Stadtverordneten-Versammlung vom 22. d Mts. wurde .ssen, die am 10. April d. I. festgesetzten Presse bis auf wer- beizubehalten, mit der einzigen Arrsnahme, daß der Preis für (Mfnrti Unverzagt, «apiansgane u. Diese Ftt^en berechnen obenstehende Preise unserer GaScokes samt Anstrhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in MMM unter S C-ntt<-r^^ die Abnehmer -uS-rh-w nee Kem«r-nüg Gt-tzen -rmSßig-u sich um den Betrag der MflÄuug °°u t W-te den Gentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. . 30vt> Städtisches Gas- und Wasserwerk Gietzeu. Otto Bergen. 3m Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centncr Kotes ftatt; dagegen ist bei folgcnben hlestgen Firmen der KlriWkrdMs der fyrnm von 1 bis 5 Certtner emgc^^^^ct J’^ttrnberflcr, Marburgerstraße 22, Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Attcestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, FrankNirtersttaße 151, Ed. Kltukcl, Bahnhofftraße 10, Ernil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Kinder.^-..,. .... Gummischuhe werden fachgemäß billigst repariert. Da*)f*elttrd5(laxz«$tr4 Jac. 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Januar 1903 dahier an derselben Stelle vorgenommen. Auf § 21 des Statuts wird verwiesen. Grünberg, den 22. Dezember 1902. 9065 Der Direktor: Georg Keil. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen KennttttS, daß durch esfrtsafisiSiJi Gießen überwiesen worden sind. . Gießen, am 30. Dezember 1902. . 9086 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießerr. Mecum. _ Holzversteigerung im Hattenröder Gemeinde-Wald. LLL in den DifEm Buchenberg. Ae,^.B-uh°h von 18 bis 23 em mittlerem Durchmesser, ohne Rmde gemessen, und 195 Fichten-Derbstangen (zu Sparren und Gerüst-Stangen); 1495 Fichten-Retsstangen (Spalier-und Bohnenstangen), 2 rm Buchen- und 2 rm Nadel-Lchettholz; 167 rm Erchen- und Nadel-Knüppel; 2750 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reisig; Anfang^fit ^eslmorgens 7,10 Uhr im Brichenberg am Dizinalweg von Hattenrod nach Albach am Waldeingang. Bemerkt wird, daß daS Holz m der Struth von Mittags i/,2 Uhr an zur Versteigerung kommt. .-nnffpnrnb. den 29. Dezember 1902. 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