Nr. ISS Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Bretzen« Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Siebener Zamilien- dtätler viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Unwers.-Buch- u.Gtcm- druckerei (Pietsch Erbens Reboflton, fcpebitton und Druckerei: Schulstratze 7. Ldrefle für Depeschen: Anzeiger Sieben. Arrusprechanschloß Nr.bl. Samstag 31. Mai 1908 ISS. Jahrgang Viertes Blatt. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, monamch7bPs^ viertele K Mk. 2.20; durch ■ u. Zwetgstellerr monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk.S.— viertel- jähri. ausschl. Bcstellg. Annahme von Anzeige« für bte Tage«nummer biS vormittag« 10 Uhr. Zeilen preiS: lokal ILPs* auSwärtS 20 Psg. verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und ßortb* und „Gertchtsjaal".R.Dttt- mann; für den An- zeigentell: HanS Beck. Kartelle. Eine Exzellenz und ein Reichstagsabgeordneter vom Zentrum, so hieß es kürzlich, haben einen Gesetzentwurf über die Reg elung des Kartellwesens—er fand jüngst in der Zolltarifkommission Erwähnung — fix und fertig in der Schublade liegen. Mit anderen Worten: beide Herren sind sich über das Kartellwesen bis in alle Einzelheiten völlig klar. Alle Achtung vor diesen wirtschaftlichen Kapazitäten! Sie haben geleistet, was bisher noch Niemand vermochte. Die Frage „Kartelle" gehört zu den allerschwierigsten in Theorie und Praxis der Volkswirtschaft. Da§ Auseinauder- gehen der Ansichten beginnt schon bei der Bestimmung des Begriffs. Kartell ist, so geht die landläusige Meinung, eine Vereinigung von Produzenten, die eine Regelung der Preise und der Produktion bezweckt. Man sagt auch statt Kartell „Syndikat", „Ring", „Trust". Thatsächlich bestehen zwischen diesen Vereinigungen wieder sehr feine Unterschiede. Besonders scharf von den übrigen ist der Trust zu trennen, dessen Heimat Amerika ist. Beim Trrist gehen die vereinigten Betriebe durch den Zusammenschluß ihrer Selbständigkeit verlustig. Beim Kartell oder Syndikat bestehen die einzelnen Werke für sich iverter; sie unterwerfen sich da nur gewiffen gemeinsanien Bestimmungen. Bei den Kartellen und Syndikaten gibt es wieder ntannigfache Abstufungen. Da kennt man lose Vereinigungen, die weiter nichts bezwecken, als gewisse Grenzen bei der Bemessung der Preise innezuhalten; also Preiskonventionen oder Preiskartelle. Andere Vereinigungen erstrecken ihre Wirksamkeit auch auf den Verkailf. Dann besteht in der Regel eine Verkaufsstelle, die alle Aufträge entgcgcnnimmt und nach einem bestimmten Verhältnisse unter die Mitglieder verteilt. Roch straffer organisierte Verbände schreiben ihren Teilnehmern genau vor, wieviel sie produzieren dürfen. Sie nehmen ferner die Verbraucher sowie den ausländischen Markt unter chre Kontrolle. Mit anderen Worten: sie liefern den Kunden nur soviel, als diese brauchen, und lassen keine spekulativen Bestellungen zu. Derartige Vereinigungen haben natürlich ihre Licht- und Schattenseiten. Ein Vorteil für die kartellierte Branche wie für die ganze Volkswirtschaft rsr es, wenn in der Produktion eine gewisse Ordnung herrscht, wenn die Preise sich mit einer gewissen Gleichmäßigkeit bewegen. Denn alle Zuckungen im Wirtschaftsleben rufen weitreichende Störungen hervor. Em Land mit einem rationell ausgebildeten Kartellwesen wird viel eher von Krisen verschont bleiben, als ein Land, wo jeder einzelne Produzent blindlings darauf losarbeitet. Freilich können die Kartelle dem Einzelnen wie der Gesamtheit auch recht unbequem werden. Ist ein Kartell gut organisiert, dann besitzt es ein Monopol, eine Macht, der sich kein Interessent entziehen kann. Und wie leicht kann, bei der Schwäche der menschlichen Natur, eine solche Macht mißbraucht werden! Derartige Fälle haben wir ja neuerdings erlebt. Die Vorkommnisse haben denn auch den Ruf nach einem Reichsgesetz über das Kartellwesen erschallen lassen. Diese Forderung ist an sich berechtigt. Wir müssen und werden zu einer reichsgesetzlichen Regelung dieser Materie gelangen. Soll aber ein solches Gesetz seinen Zweck wirklich erfüllen, dann müssen noch sehr eingehende Vorarbeiten erledigt werden. Daß wir es in den Kartellen mit Erscheinungen und wirtschaftspolitischen Schöpfungen zu thun haben, bei denen das Für und Wider sorgfältig erwogen werden will, das geben heute selbst Viele zu, die früher unbedingte Gegner der Vereinigungen waren. Die Thatsache, daß sich in Deutschland die befähigsten Köpfe der Industrie um die Kartelle bemühen, daß in Amerika der Trust im Sturmschritte vorwärts schreitet, und daß selbst in dem gelobten Lande des Individualismus, daß in England das Kartellwesen immer weiter um sich greift. — All das muß dem wirtschaftlich Gebildeten gn denken geben. Unser Kartellwesen befindet sich mitten in der Entwicklung; tastend suchen die Männer' der Praxis nach dem richtigen Weg. Noch sind so wichtige Fragen wie Krisen und Kartelle, Schutzzoll und Kartelle, internationale Kartelle usw. bei weitem nicht gelöst. Da gilt es, zu prüfen, zu forschen und zu beobachten. Hat man so nach allen Seiten hin Klarheit geschaffen, dann, aber auch dann erst greife die Gesetzgebung ein. Inzwischen ist es Sache der Verbraucher, etwaigen Uebergriffen der Kartelle durch Gegenorganisationen die Spitze abzubrechen. Vereinzelt ist der Konsument wehrlos, organisiert eine Macht, größer als alle Kartelle! Vermischtes. ** Heber das Familienleben im Hause der Millionenschwindlerin Humbert machte eine „sehr bekannte Persönlichkeit" einem Mitarbeiter des „Gaulois" interessante Mitteilungen. „Ich bin von Natur zu Mißtrauen geneigt", sagte der Herr. „Ich mache nicht leicht Bekanntschaften, lind die mich kennen, wissen, daß ich — nach einem berühmten paradoxen Wort — niemals Leute grüße, denen ich nicht die Hand drücken möchte. Wenn ich trotzdem viel bei den Humberts verkehrte und häufig an ihrem Tische Platz nahm, so geschah es, weil ich absolutes Vertrauen zu ihnen und ihrer Ehrenhaftigkeit hatte. Niemals erweckte irgend eine Aeußerimg ober irgend eine Bewegung eines Mitgliedes der Sippe in mir auch nur den geringsten Verdacht. Wenn ich reich gewesen wäre, hätte ich ihnen mein ganzes Vermögen anoertraut. Das Ehepaar Humbert lebte in größter Eintracht. Die Frau hatte, wie man zu sagen pflegt, die Hosen an. Fröderie Humbert war ein Schöngeist, der sich um Malerei und Litteratur kümmerte. Mit seiner Leidenschaft für das Dramendichten wurde er manchmal geradezu lästig und zudringlich. Er hatte immer irgend ein Szenarium fertig und sprach mit den Freunden des Hauses fortwährend von seinen dramatischen Zukunftsplänen. Man konnte sich, nur selten der Qual entziehen, chn unvollendete Szenen oder Tiraden von unendlicher Länge vorlesen zu hören. Er träumte nur von Theaterruhm und erzählte mir noch kurz vor seiner Flucht, daß er demnächst Jules Claretie ein dreiaktiges Stück vorlesen werde. Frau Humbert ermutigte ihren Gatten in seinem Dichten und suchte in ihm eine Vorliebe für das Sentimentale zu erwecken. „Das Theater ist nur interessant, wenn es sentimental ist", sagte sie einmal. Frl. Fayolle von der „Comedie-Franyaise", die im Hause Humbert Deklamationsunterricht gab, könnte von der eigenartigen Litte- raturschwärmerei der Frau Humbert manche hübsche Anekdote erzählen. Einmal sagte Frau Humbert „gefühlvoll" und „träumerisch" zu ihr: „Ich möchte von Ihnen sentimentale Verse lernen, die ich am Winterabend, wenn draußen der Schnee leise herniederrieselt, am traulichen Kaminfeuer meinem lieben Gatten vortragen möchte". Frl. Fayolle konnte bei dieser Schwärmerei der robusten, durch und durch praktischen Frau Humbert ein Lächeln nicht unterdrücken. Aber derartige Wunderlichkeiten hielten die Dame des Hauses nicht ab, sich „voll und ganz" ihren ernsteren Beschäftigungen zu widmen. Um 8 Uhr morgens saß sie schon im Wagen und kam erst, um 1 Uhr zum Frühstück nach Hause. Gegen 2 Uhr verließ sie wieder das Haus, um erst um 8 Uhr abends zurückzukehren. Dann aß sie in aller Eile einen Teller Suppe und ein Stück Fleisch und schlief schließlich in irgend einem Lehnstuhl ein. Obwohl sie eine „Jahresloge" in der Oper und in der Comedie hatte, sah man sie doch nur sehr wenig in der Oper, höchstens 8 bis 10 Mal im Jahre; in die „Comsdie" ging sie niemals. Dagegen konnte man Herrn Frörsric Humbert und feine Tochter (?) Eva jede Woche in ihrer Rangloge sehen. „Eva" Humbert war trotz ihrer 20 Jahre stets traurig gestimmt; niemals verklärte ein Lächeln ihr Gesicht, und wenn man der Mutter riet, die Tochter häufiger mit Altersgenossinnen zusammenzubringen, sagte sie, unwillig abwehrend: „(Sba ist wie eine Wilde, sie will feinen Menschen sehen?" Man vermutet übrigens, Frau Humbert habe ihr Eva genanntes Kind fälschlich als Mädchen ausgegeben, um gewisse Zwecke bei der Ausbeutung des Märchens von der Millionenerbschaft zu erreichen. Von Personen, welche mit der Familie Humbert eng befreundet waren, liegt eine Erklärung vor, daß „Fräulein Eva Humbert", deren auffallend hohe Gestalt und ganz unweiblich klingende Stimme jedermann befremdeten, männlichen Geschlechtes sei. . . . * Ein Due ll um die Fähigkeit ctn_e5 Minister s. Dem italienischen Minister Giolitti ist die unerwartete Ehre zu Teil geworden, daß um seinetwillen ein Zweikampf ausgefochten wurde. In einem Easehaus in Rom war ein Streit über seine staatsmännischen Fähige (eiten entbrannt; ein Konservativer, der gewissenhaft alle Artikel des „FanftUla" über den nomo funefto di Dronevo auswendig gelernt hatte, hielt dafür, Giolitti sei völlia unfähig und infolgedessen verderblich für Italien, während ein Sozialist ihn über alle Maßen lobte. Ta sich die Streitenden nicht enthalten konnten, schließlich einander zu beschimpfen, kam es zu einer Forderung, und das Glück der Waffen entschied zu Gunsten des Konservativen; der Sozialist wurde durch eine Wunde am Arme kampfes- unfähig und — wenn das Duell ein Gottesurteil sein soll — Giolitti regierungsunfähig. Woimtiitzk lkbrr|id)t der TodesMc in tzießkn. Monat April 1902. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—lo.Jahr Scharlach 2 1 -r- 1 Diphtheritis 2 (1) — •— 2 (1); Syphilis 1 (1) —— w— 1 (1) Lungen-Tuberkulose 11 (4) 11 (4) ** •— Gehirn-Tuberkulose Lungenentzündung 1 — — 1 1 (1) 1 (1) ■ Lungenkatarrhen 7 (2) 2 (1) 8 2 (1) Gehirnschlagfluß Lebensschwäche 3 (2) 3 (2) 3 (2) ~3 (3) Krebs 1 (1) "1 (1) — ■■■ ' anderen Krankheiten 12 (6) 11 (5) — 1 (1) Verunglückung 1 (1) 1 (1) — 1 Selbstmord 2 (1) 2 (1) — — Summa: 47 (22) 33 (16) 6 (2) 8 (4) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ’ • . ; , Verlobte "HWH verlangen von der Darmstädter Möbel-Fabrik, Darmstadt, Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedeutendstes und größtes Einrichtungshaus Mittel- und Süddeutschlands für alle Stände. 160 Zimmer- Einrichtungen wohnungsfertig, einschließlich Küche. Lebenswürdigleit 1. Ranges. Spezialität: Brautausstattungen in leb cm Genre und Preis. Konkurrenzlos in Auswahl, Form, Gediegenheit und Preis. 3789 ^sptmlt-liollrpUtten. Malter U- Proipckt nxlt ceMrekben Aocrk< nannc»Er brelben S zollfrei und unuonit A. W. '".L J fiiaCh in Beuel em Rhein. v Zu haben in Gießen aus dem Fabriklager bei Herrn Emil Horst, Riegelpfad. 17b Reiselitteratur. Meyers Reisebücher. — Thüringen und der Frankenwald. Sechzehnte Auflage, bearbeitet unter Mitwirkung des Thüringerwald-Vereins. Große Ausgabe. Mit 25 Karten und Plänen und 2 Panoramen. In Leinwand band 2 Mk. 50 Pf. — Verlag des Bibliogra- phischen Instituts in Leipzig. Ein Buch, dem wie dem vorliegenden, in einem Zeitraum von nahezu vierzig Jahren die Gunst des Publikums zugewendet blieb, bedarf feiner empfehlenden Worte. Erwies es sich doch auf unseren Wanderungen durch das schöne Thüringerland jederzeit als getreuer Reisegefährte, der uns führte, ermunterte oder warnte, der uns besonders auch lehrte, wie die Tage der Erholungszeiten genußreich gestaltet werden können. Die neue Auflage ist bis in die letzten Tage herein gesichtet und ergänzt worden, und zwar nicht nur in ihren Ratschlägen für Fußwanderer, sondern auch in ihren Winken für Radfahrer. Ein neu eingestellter Abschnitt über das „Photographieren auf Reisen" wird mit feinen in gedrängter Kürze gegebenen Fingerzeigen den Anhängern der Landschafts- Photographie willkommen sein. Zn den bereits vorhandenen topographischen Beigaben wurde der Stadtplan nebst Umgebungsfarte von Eisenach sowie das Panorama vom Adlersberg hinzugefügt. Etwas jünger, aber auch schon im dritten Jahrzehnt stehend, ift ein anderes Bändchen der Sammlung „Meyers Resiebücher", welches soeben in der neunten Auflage erschien. Wir meinen den Wegweiser durch den Schwarzwald, Odenwald, die Bergstraße, durch Heidelberg-und Straßburg. Siit 16 Karten und neun Plänen. Kartonniert 2 Mk. Auch hier möge es uns erspart sein, zum Lobe des bewährten Büchleins, das ja von derselben Redaktion wie der Wegweiser durch Thüringen bearbeitet und von derselben Verlagshandlung herausgegeben wurde, Worte zu verlieren. Den vielen Tausenden fröhlicher Wanderer, die sich ihm schon anvertrauten, würden wir damit nichts Neues bringen, und die übrigen kennen das Buch vom Hörensagen. Auch hier wurde neben der gründlichen Neubearbeitung des vorhandenen Materials für den marschierenden und radfahrenden Touristen der Abschnitt über das Photographieren auf Reisen eingefügt. Der Darstellung beliebter Höhenpunkte, wie Kaiserstuhl, Feldberg usw., ist die des Blauen angereiht worden; ebenso wurde der vom Schwarzwaldverein neu bezeichnete Höhenweg Pforzheim-Basel eingehend berücksichtigt. Der Kartenapparat ist durch Erweiterung der Umgebungskarte von Baden-Baden und durch eine neue Karte des Gebietes Kandel-St. Märgen-Simonswald bereichert worden. Noe, Die Schweiz in 15 Tagen mit Generalabonnement genußreich und billig zu bereisen. Mit einer Karte der Schweiz, einer Karte des Vierwaldstättersees, des Bemer Oberlandes und einer Eisenbahnkarte mit den Linien, auf welchen Generalabonnements giftig sind. 66 S. Taschenformat. Freiburg i. Br., Fr. Paul Lorenz. 1902. Mk. 1.20. — An der Hand dieses neuen praktischen Führers ist es möglich, in 15 Tagen die ganze Schweiz genußreich zu bereisen. Der kleine praktische Führer unterscheidet sich von anderen Führern dadurch, daß er für jeden Tag der Reise ein genaues Programm aufftellr, was so gehalten ist, daß es von jedermann durch- gesuhrt werden tann. Vermieden wird das retyenweife Aufzählen von Hotels, Gasthäusern usw., sondern nur die vom Verfasser auf seinen jährlichen Besuchen als gut und preiswert befundenen genannt. Der Haitptpunkt bei einer Schweizerreise ist für viele „die Kostenfrage". Der Verfasser giebt hier treffliche Anweisungen, um billigst überall durchzukommen. — Tie Ausstattung ist gut und die beigegebenen Karten in ihren Ausführungen vorzüglich. Wir können diesen wirklich praktischen und billigen Führer nur empfehlen, und wollen allen denen, die gern einmal die Schweiz durchreisen möchten, aber sich davor scheuen, weil sie die Schweiz für ein teures Land halten, noch besonders bemerken, daß es sich in der Schweiz weit billiger und besser leben läßt, als z. B. im Harz oder in Thüringen! . ? Geuters illustrierte Führer (Verlag von Karl P. Geuter in Darmstadt) verdienen nachdrücklichste Empfehlung. Uns liegen folgende Bändchen vor: Venedig, 4. Ausl., 1 Mk., Meran, 3. Aufl., 1 Mk., Bozen-Gries, 3. Aufl., 75 Pf., Triest, 3. Aufl., 50 Ps., Gardasee, 3. Aufl., 1 Mk. Diese Führer enthalten sämtlich zahlreiche, zum Teil kolorierte Ansichten, Pläne und Karten, und zeichnen sich vor allem durch die außerordentliche Genauigkeit ihrer Angaben, ihre vielen praktisch ungemein wertvollen Fingerzeige ans. Mit diesen Büchern in der Hand muß sich jeder unbedingt in jenen Orren zurechi- finden, und wenn sie ihm bisher auch wildfremd waren. Den Reisenden werden erschöpfende Anweisungen gegeben vom Moment ihrer Ankunft in jedem einzelnen Orte und man gewinnt durchaus den Eindruck: der Verfasser ist unparteiisch und in keiner Weise beeinflußt: Et vermeidet zumeist schönrednerische Weitschweifigkeit und bedient sich vielmehr übersichtlicher Kürze, ohne irgendwie Berner tenswertes zu üb ersehen. Thatsächlich kann mau sich ziemlich unbedingt auf ihn verlassen. ' Arbeitsnachweis der Stadt Gießen (fcrteftftrafce 2 (Bürgermeistereigebaude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu d ermitteln. Au den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 2 Installateure, 1 Spengler, 1 Krankenpfleger, 4 Heizer, 2 Schlosser, 1 Schuhmacher, 2 Hausdiener, 1 Taglühner, 1 Arbeiter, 1 Schweizer, 2 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, 1 Flickerin. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler, 1 Heizer, 1 Schuhmacher, 1 Bäckerlehrling, 1 Friseurlehrling, 4 Dienstmädchen, 1 Laufsrau, 1 Packerin, 1 Näherin. Es soll gemacht werden für: I. Hochelheim, neuer äußerer Verputz am Schulstall. Klein-Rechtenbach, Dielung des Schulsaales u. s. w. zu 200 Mk. Lützellinden, äußerer Verputz am Gemeindehaus u. s. w. zu 200 Mk. Niederkleen, Herstellung einer Mauer und eines eisernen Gitters am Schulgarten zu 285 Mk. Reiskirchen, neue Umfassungsmauer am Brandweiher im Dorf zu 450 Mk. Vollnkirchen, äußerer Verputz am Försterhaus u. s. w. zu 360 Mk. Ferner für: IL Groß-Rechtenbach, Herstellung mehrerer Kanäle. Lützellinden, Verbesserung eines Feldwegs zu 740 Mk. Niederklee«, Ausbesserung einer Brücke, Planieren eines Feldwegs und Ausbau eines solchen zu 3500 Mk. Volpertshausen, teilweiser Ausbau des Feldwegs nach Wetzlar zu 1880 Mk. Weidenhausen, Ausbesserung eines Kanals. Hochelheim, weiterer Ausbau am Moorweg,' veranschlagt zu 6500 Mk., namentlich Rinnenpflaster zu 1280 Mk., Basalt und anderen Kleinschlag zu zirka 5000 Mk. HI. Umpflastern von 1100 qm für verschiedene Gemeinden. Anerbietungen auf die unter I und II genannten Arbeiten tx. s. w. sind schriftlich bis zum 7. Juni d. I., vormittags 9 Uhr, hierhin abzugeben, zu welcher Zeit Eröffnung erfolgt. Die unter III gedachten Pflasterarbeiten werden zur selben Zeit hier auf mündliches Gebot vergeben werden. Kostenanschläge mit Zubehör sind vorher hier emzusehen. Groß-Rechtenbach, 26. Mai 1902. Das Bürgermeisteramt. 4023 Sämtliche Sorten Mineralwasser jtt Kur- und Tafcljweckeu ln stets frischer Füllung bei 3252 Emil Fischbach. prachtvolle Saison-Neuheiten 8997 empfehlen Ang. Montanas Nacht, M Damen- und Herren-Modewaren. Anerkannt besser als alle ähnlichen Produkte ist In Oriainalfläschchen ve Ul tiV. von 35 Pfg. an stets zu haben bei 3413 Wilhelm Kilöinger MAGGI Löwen-Drogerie, Seltersweg 52. Atelier für Portraitmalerei i»» Otto Fritz, akad. Kanstmalpr. Unterricht, fioethestrasse !i, Atelierliaus. Int der lifhitslnilin. Sonntag den 1. Juni d. I., von 3 Uhr an: GlOMnIkM veranstaltet nom Gem. Chor des E. A. 11. unter gütiger Mitwirkung hiesiger und auswärtiger Gesangvereine. Eintritt 20 Pfg. Militär ohne Charge 10 Pfg. Kinder frei. Tanz! Bi» « ems io T ff. B. Bei ungünstiger Witterung in der großen Hatte, sowie in den besonders hierzu aufgebauten Zelten. 3974 SV Allendorf a. d. Lumda. Sonntag den 1. Juni, nachmittags von 4 Uhr an, findet im Gasthaus zum Bahnhof (früher grünen Aue) ein Garten-Konzert statt. — Ausgeführt von der Gießener Kapelle. §nt Eröffnung der Uaynüuie Dollar—Londorf. Eintritt 20 Pfg. 4012 Es ladet ergebenst ein_____________________E, Ranft. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühPsche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 Wik Kießmer Zither-Muß. I (Wohlthätigkeits-Verein.) hell 1. Zlllli, 9011 nachmittags 3 Uhr all: Ms srißks Zmmerstß auf der Schönen Aussicht. Karussell, Schießbuden, Schnell-Photographie re. — Großartige und interessante Bolks- spiele, sowie Kinderbeluftigungen (Sackhüpfen, Wurstschnappen, Ballwerfen) und sonstige neue Ueberraschungen. Bei eintretender Dunkelheit: Illumination des ganzen Festplatzes. Taeiz. Aiissteigea eines Rjelen-Astballons. 1MT Tans. Aie Musik wird ausgesührt von der Kapelle des Jof.-Zlegts. Kaiser ZSilyelm Mr. 116. Eintritt ä Person 20 Pfg. Militär ohne Charge 10 Pfg. Mitglieder und Kinder frei. Der Ueberschuß wird wie immer bei unserer Weihnachts-Bescherung für Hiesige bedürftige Kinder verwandt. — Im Interesse der guten Sache bittet um zahlreiche Beteiligung 3932 Der Vorstand. | Ferri. Nennstiel | 8 Wööek-Wagazin und Aussiattungs-cheschäft. | Tapezier- und Dekorations-Werkstätte. | ♦ —— | ! Meiner werten Kundschaft, sowie einem verehrlichen Publikum zur Kenntnis, daß ß ich durch Vergrößerung meines Geschäfts in der Lage bin A j zu übernehmen. Als Spezialität führe ich j setbstangeferLigte Merten und 'Aotstermööet' | t in bekannter solider Ausführung. — Mit der Höst. Bitte, mein neues Unternehmen gütigst 5 M unterstützet: zu wollen, empfehle ich mich Hochachtungsvoll ■ | 4021 Ferri. NennstieB. j Gasthof Römischer Kaiser, Wetzlar. AuSflügleru, Vereine«, Korporationen :c. empfehle ich meine neu hergerichtete Gartenwirtschaft "W mit Aussicht auf Kalsmunt und Lahnthal angelegentlichst. 4024 Vorzügliche Biere. Aufmerksame Bedienung. Anerkannt gute Küche. Stallung für 8 Pferde. Hochachtungsvoll Ja Kuhn. Man verlange & ..r’s ÄS LT"1 -J In allen Preislagen. Preise auf den Etiketten. Flasche Mk. I.w bis Mk.5.—. Oognac zuckerfrei Mk. 3. —. VorzUgiich für Genesende und Zuckerkranke. Haupt-Niederltigo türengros u.detail: Ad.GeisseinGiessen Khrißillll Wallellsels 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal Telephon 262 Gegr. 1826 615 empfiehlt: Feinsten Schweizer (Emmen-, thaler) I „ Edamer (Holländer)! „ Fromage de Brie! „ Camembert . „ Delikateß-Rahm- i $ „ Harzer Frühstück \ „ Mainzer Hand- ' Hochfeine Thüringer Küttimel-Stangen in nur sst. Qualitäten, stets iriüb. f Zöpfe, Dreher, Haar- uhrlettcu, Töupe, Scheitel und Perücken iverden unter Garantie sauber angefertigt. Spezialität in grauen und weißen Haaren. ZI. Tichy. Seltersweg 43. ,nstr. 44 Echte Frankfurter Bratwürste auf der Kochkunst-Ausstellung in Wien, veranstaltet vorn Blauen Kreuz, sowie auf verschiedenen anderen Kochkunst-Ausstellungen mit 1. Preise, Ehrendiplom und goldener Medaille ausgezeichnet, empfiehlt stets frisch 4003 F. Schreiner ________Scltersweg.________ Schott s Weinstube 2762 Bahnhofstraße. Täglich -MN frische Mai-Bowle. Tropelm erspart Die Rasenbleiche. Fort mit Soda und Bleichsoda, verwendet als Zusatz zur Seife nur Tropeiin. Man mache einen Versuch und man wird von der Wirkung, Einfachheit, Zeitersparnis überrascht sein und in Zukunft nur das unschädliche Tropelinverwenden. Zu haben in den bekanntenNieder- lagen in Palleten zu 10, 15 und 25 Pfg. 2558 Fabrikant: L. Spuck IL. Lollar. Vertreter gesucht. Soeben erschien: Ihnnorisliseh-poelisther Wegweiser durch die llnsenstadt Giessen Herausgegeben von Carl Geissler. 68 Seiten. Preis Mk. 1.— Zu haben in den Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag: 3785 C. Brüning, Offenbach a. M. voÄL VogelMer für Sing- und Ziervögei empfiehlt in Originalpackungen die Firma Gebr. Berdux Flobeck ii. kactenMhee in großer Auswahl empfiehlt billigst 2576 Ad. Reinig, Hießen, 30 Selterswcg 30. Aslhma- Bkoilchiol-CiWetten") ges. gesch. Nr. 43751. Präpar. nach Dr. Abbot. Erhältl.in 4 Mischg. älO, 20, 50 u. 100Stück. Preis per 10St. 0.50, 0.75, 1.— u. 1.50 All. Zu haben m der „Hirsch- Apotheke" in Gießen. 240 Bronchiol-Gesellschaft m.b.H., Berlin N W. 7. *) Bestandteile: Blätter d. Tabakpflanze, Cannabis, indica, Datura, stramonium, Anisöl, Salpeter. M! Killhek Nev! Blutarme, Bleichsüchtige u. Wöchnerinnen kaust nur Stciuebachs ärztlich empfohlene Somatoseu- Bisguits. Zu haben in allen besseren Geschäften. 2491 I I> 1»I» MlfaS rMAnstrlch fudtc, ©tlfnibcn, |iiofrl, Liaaleim-iiad ilnthcltwidjfc empfiehlt 3975 Adolf Bieler, Marktstr. 5. inShuipooiiiiru (DameuLvpfwafcheu) bei sorgfältigster Ausführung 1 Mk., empfiehlt sich nenn. Plank Wwe. Spezial'Damensriffergeschäft. Alle Artcii ßMtlltbciteil, wie Zöpfe, Dreher:c., werden schön und dauerhaft angeiertigt. i patentem «Patentanwalt Sack-Leipzigs Saison vom 1. Jun! bis 1. Octoby s Vorzüglicher Strand. Kräftiger Wellenschlag, Kalte und warme Seebäder. Frequenz 1901: 4500. Prospecte kostenfrei durch die _____Badeverwaltung._____ Malerische AnWiltMieftv (46:65 cm) zum Preis von 5 Mk. 3875] Kunstmaler O. Fritz, Goethestraße 46, Atelierhaus. Im Klllvierstivlvit« empfiehlt sich Herrn. Bauer,Dammstr. 34,n Pünktliche und gute Ausführung ___________zugesicherk._______3952 ÜFür Sri™!! JTord/See-Bät * _T INSEL T . Durch Anlegung eines neuen Sägegatters am Schiffenbergerweg können dort Stämme bis zu 70 Centimeter Durchmesser geschnitten werden. 3993 J. G. Pfaff. 32 000 Pracht - Betten wurden vers. Ein Beweis, wie beliebt m. Betten siird. Ober-, Unterbett u. Kissen m. weich. Betts, gef. zus. mir 12 50 Prachtv.Hotelbettenl7i/r,Rote Ansftattüngsbetten, kompl. nur 22'/, Jt Nichtpass, zahle d. Geld retour. Preisl. gratis. 3.70 A.Ki» schberg, Leipzig 36. Entzückend! ist ein zarter, weißer, rosiger Teint, sowie ein Gesicht ohne Sommersprossen und Hautuu- reiuigkeit., dah. gebrauche man: Aadeöeuler Aikteamitch-Seife Schutzmarke: Steckenpferd. L St. 50 Pf. bei: P. J. Mobs u. ____________Ad. Bieler._______1523 Geschlechts-,Haut-,Hals- Nasen- und Ohrenleiden Spezial - Arzt I> r. Holtz, Frankfurt a. M., Zeil 44a, neben der Hauptpost 401 flach/merikaj “‘B Riesen3ampjern | des UUMMl BREMEN. Kostenfreie Auskunft ertheilt 0 in Giessen: Carl Loos „ Grünberg: Julius Karl W „ Friedberg: Isidor Schulhof BK ^WWWMWUUWWWM« 3u uerbnufcn Geschäftshaus, hier, mit zwei Läden und großem Hoiraum nebst Einfahrt, woselbst sich Hintergebäude errichten läßt, preiswert zu verkaufen. Offerten unter 02385 an die Exped. d. Bl. Mines Wohllhalls 8 Zimmer, Veranda, Garten, nebst allem Zubehör, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, zu 23000 Mark sofort zu verkaufen. 1119 Näheres bei H. Winn, Hof- mannstraße 14.________________ ZweWiB Wohuhmis mit Stallung, Remise, großem Hof und Garten in schöner Lage aus freier Hand zu verkaufen. Näh, in der Exp. d. Bl. 3104 ^Kinderfitzwagen zu verkaufen. -U 02383________Neustadt 20. /Sut erhaltenes Fahrrad zu ver- v/ kaufen. Katharinengasse 10. Erstklassiges Damen-Fahrrad wenig gebraucht, zu verkaufen. Näh. Ludwigstr. 11, Htrh., nachm. 3889] Tas Hans Grünberger- straße 28 ist erbteilungshalber zu verkaufen. Näheres durch H. Hansel, Löberstraße 19. _______Bermitller verbeten. MrKMiem.Wmteure 2 Wciüsh'äiikc, ständertKunst- zu verkaliien. Feistiikeller. Habe noch einen großen Posten Buchen-Scheit- und Knüppelholz bifl. abzugeben. Ed. Bottenberg, Oberhees bei Erenzthal. 3971 "Bienenschwärme- billig zu ücrfoi en. 3929 Ritzel, Fran^urterstraße 43.