'frei«. Kr '»ball PfwMti. Sr’ ’äSftft *«d6°?einet »«««»•; -u. Ä'«1’ aikhof, ;he »5 Gobelins oleum-W 289 'eschäfttzlolal: ptansgafTe lj. relleröwegk, tzkh. lerie. 500] 9KM A >0] 72 [400] 195 214 i 87 [400) 969 82 96 4001 94 [400] 707 17 355 87 454 537 38 >0) 4022 76 [30001 78 810 75 92 [3'Mj 151 88 691 [10001 71 123 400] 61279 [400] 802 [400) 81 001 42 [4001 70 61 2 [2000] 94 MU 70 870 906 57 SM JO 765 72 [400] 807 )6 15 [4001 78 [400] 1001 77 1 823 93 957 0'0^ 67 97 51152 : [400] 220)1000] 49 wi [400] 33 /4 006 32 940 14010 [500 53 446 57 o4l [400] i 66939 64 609 33 45 2 302 [400] 6 49 76 W 731 842 W 75 (4001^0 S ZSZ 619 85 851 61 62 fl Äs ZZ» , Qi 244 4 ii ,, 38 *Äo]°87® & l5Ä6217[5»°l 0,Ö38M i (40t] M 4001 (0015 11 iwÄ314* 9“ VKq «•IÄ 3« 80«' jjfss» Nr. 26 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93ei lag der Brüh l'schc Unwers.'Buch'U.Steindruckerei lPielsch Erben Redaktion, Erpeditü.r und Druckerei: Schulstraße 7 Adresse für Depeschen. Anzeiger Gießen. FkrnsprkchanschlußNr.51. Zweites Blatt ISS. Jahrgang SietzenerAnzeiger General-Anzeiger ö ■*** Freitag 31. Jannar LSVS diePost Mk.2— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenprels: lokal ILPs^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Bezugspreis! monatlich 75Ps., vierteljährlich Alk. 2.2C Aohole- u. ... -.20; durch . Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch zlmts-- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Te>l: P. Wittko; für »Stadt und Land^ und „ Gerichtssaal": R. D i t l- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Are Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. „Alottengesetz". Die ministerielle „Berl. Korr." schreibt: Die „Freis. Ztg." vom Donnerstag Morgen bringt einen Leitartikel: „Wiederum ein Flottengesetz in Sicbt", in dem folgende Sätze in teilweisem Sperrdruck enthalten sind: „1. Ter Erlaß des Staatssekretärs des Reichs-Ma- rine-Amts enthält das Eingeständnis, bei der Vorlage des Flottengesetzes den Reichstag über die wirklich ent- stehenden Kosten getäuscht zu haben. 2. Welcher Berechnung des Reichs-Marine-Amts soll künftig der Reichstag nodj, diesen Erfahrungen noch Glauben schenken? 3. Wie kann man nach alledem noch! Vertrauen zum Staatssekretär des Reichs-Marine-Amts haben?" Diese schweren Anschuldigungen nötigen zu einer Erwiderung. Der Leitartikel der „Freis. Ztg." stellt die Vorgänge, auf welche sie diese Anschuldigungen stützt, unrichtig dar, und infolgedessen sind auch die aus diesen Darstellungen gezogenen Konsequenzen — eben jene Anschuldigungen — durchaus unzutreffend. Für diese falsche "Darstellung sind dreierlei Gründe vorhanden: erstens sind der „Freis. Ztg." eine Reihe von Umständen, die zum Verständnis des Erlasses erforderlich sind, nicht bekannt und können ihr auch nicht bekannt sein; zweitens hat die Zeitung eine Reche von Umständen, die ihr aus der Begründung zum Flottengesetzk bekannt sein müßten, nicht berücksichtigt und, drittens, ist ihr mindestens ein grober Irrtum untergelaufen. Was den ersten Grund anbetrifft, so diene zum allgemeinen Verständnis des Erlasses folgendes: Der „Vorwärts" hat den Erlaß an einer wichtigen Stelle oerstümmcll; er hat nämlich die Adresse, an welche oer Erlaß gerichtet ist, fortgelassen. Derselbe ist an das militärisch>e Departement im Reichs-Marinc-Amt gerichtet und oen änderen. Departements und Abteilungen int Reichs-Marine- Arnt nachrichtlich mitgeteilt. Das militärische Departement ist diejenige Stelle im Rcichs-Marine-Amt, welche lediglich rein militärische Gesichtspunkte im Gegensatz zu finanziellen, technischen und etatspolitischen Interessen zu vertreten bat. Dieser Stelle wird ln dem Erlaß zunächst in Erinnerung zurückgerufen, daß man sich bei Aufstellung des Flotten- aesetzcs durchaus darüber klar war, daß man die Jndienst- haltung mit Rücksicht auf personelle und finanzielle Gründe nur allmählich entwickeln könnte, daß man mithin eine Vermehrung der Jndiensthaltungen für das Auslcurd zurückschieben und auch mit dem organisatorischen Aufbau der Schlachtflotte nur langsam vorgehen tonnte. Dementsprechend sind die Dispositionen im Reichs-Marine-Amt bis 1905 derart festgelcgt, daß sich die insgesamt erforderlichen Geldmittel durchaus im Rahmen der in der Budgetkommission aufgestellten Geldbedarfsnachweisungen halten. Für die Periode von 1905 brs 1910 konnten derartige detaillierte Dispositionen noch nicht getroffen werden, weil dazwischen noch mit einer Nachforderung für die Auslands- schisse zu rechnen war und auch im übrigen die einschlägigen Verhältnisse im einzelnen noch nicht zu übersehen sind. Der Erlaß beauftragt das militärische Departement mit solchen Ermittelungen und sagt wörtlich: „Von größter Wich^ tigkeit ist es, baldmöglichst klare Anschauungen darüber zu gewinnen, welche Steigerung der Jndiensthaltungen neid) Maßgabe des zu beschaffenden Berufspersonals bis zum Jahre 1910 bei normaler Entwickelung möglich ist." Auf Grund dieser rein militärischen Ermittelungen soll dann von anderen Stellen des Reichs-Marine-Amts festgestellt werden, was diese Steigerung der Jndiensthaltungen kostet, und der Staatssekretär selbst behält sich vor, zu bestimmen, welche Steigerung der fortdauernden Ausgaben e^rrna? Maßgabe der politischen und finanziellen Verhält- ursse den höheren Instanzen zur Anmeldung bringen will. Diese Steigerung für die Jahre 1906 bis 1910 soll < 21 .Wjkich mit der Forderung der Vermehrung der Aus- mndsschyfe dem Reichstage offen und klar vorgelegt werden. Nach unserer Auffassung ist dieses Verfahren so loyal, wie nur irgend denkbar, und wie man hieraus den Vorwurf konstruieren kann, daß der Reichstag getäuscht worden sei, ist uns unerfindlich. Nach unserer Ansicht hätte der Staatssekretär des Reichs-Marine-Amts sich einer schweren Pflicht- Vernachlässigung schuldig gemacht, wenn er anders Verfahren wäre. Tic „Freis. Ztg." sagt nun, in der Begründung zum Flottengejetz hätte es anders gestanden. Diese Behauptung gehört zu denjenigen, von denen unser Ausspruch gilt, die Zeitung hätte es besser wissen können und müssen. In der Begründung zum Flottengesetz ist überhaupt nur von dem Jndiensthaltungsplan für das Jahr 1920 die Rede. 9hir für dieses Jahr sind die fortdauernden Ausgaben berechnet, und zivar auf 182 Millionen Mark gegen 87 Mill. Mark im Jahre 1902. Wir glauben auch heute noch zu der Erwartung berechtigt zu sein, daß diese Summe annähernd richtig ist. In welchem Tempo die jährliche Steigerung stattfmden müßte oder könnte, ließ sich damals nicht und läßt sich auch heute kaum übersehen. Bezüglich ow[er Frage kann die Marineverwaltung nur Ueberschläge über enger begrenzte Perioden geben. Die Begründung zum Flottengesetz sagte auf Seite 13 oer Reichstagsvorlage ausdrücklich: „Die Geldbedarfsrechnung soll [u,nd kann nur einen Ueberblick über die Gesamtkosten geben. Tie in die Jahresetats einzustellenden Ausgaben sollen der jährlichen Festsetzung durch die aesetz- aebenden Faktoren überlassen bleiben." Weitere hierauf bezügliche detaillierte Ausführungen finden sich auf Seite 62, 63 der Begründung zum Flottengesetz. Die „Freis. Ztg." stellt es dann ferner so dar, als ob die Steigerung der fortdauernden Ausgaben in dem Jahrfünft 1906 bis 1910 bei der nächsten Flottenvorlage die Hauptsache und die Nachforderung der Auslandsschiffe eigentlich nur Nebensache wäre. Erstens gehört die Steigerung der fortdauernden Ausgaben überhaupt nicht in die Novelle zum Flotten- gessetz hinein, und zweitens tritt die Ssteigeruna der fortdauernden Ausgaben im Gegensatz zu den Schiffsbauten finanziell vollständig zurück. Selbst wenn die Steigerung vorübergehend bis zu 9 Millionen Mark betragen würde, etwa 7 — 7 — 8 — 9 — 9 Millionen Mark, würden die fortdauernden Ausgaben im Jahre 1910 nur um 10 Mill. Mark höher sein als 6 Mill. Dtark Steigerung, während die Baukosten der Auslandsschiffe etwa 150 Millionen Mark betragen. Zu den groben — Irrtümern der „Freis. Ztg." gehört, daß sie am Schlüsse ihres Artikels sagt: „Die Nordd. Allg. Ztg." meint, bei der Beschlußfassung über die Vermehrung der Auslandskreuzer werde auch die finanzielle Seite der Sache gebührend zu berücksich- tigen sein. In dieser Hinsicht fällt die von dem nouen Zolltarif zu erwartende Mehreinnahme besonders schwer ins Gewicht. Die Notwendigkeit, für höhere Teckungs- mittel für die Kosten der Flotte zu sorgen, dient so der Zollvorlage zum wirksamen Vorspann." Dadurch wird der Eindruck erweckt, als ob sich! diese Stelle in der gestrigen Nummer der „Nordd. Allg. Ztg." befände. In Wirklichkeit sagt dies aber nicht die „Nordd. Allg. Ztg.", auch nicht etwa als ab gedrucktes Eilat, sondern es steht erst gestern abend in der „Post". Der ganze Leitariikel der „Freis. Ztg." ist entweder von dem Bestreben diktiert, die Veröffentlichung des „Vorwärts" politisch auszunutzen, um die Marineverwaltung und ihren jetzigen Chef möglichst in der öffentlichen Meinung zu diskreditieren und aus diese Weise der Erweiterung unserer Marine Schwierrgkeiten zu machen — ein Vorgehen, das zwar nicht schön, aber bei der politischen Ueberzeugung der „Freis. Ztg.", da.ß eine starke Marine für Deutschland überflüssig, wenn nicht gar schädlich sei, verständlich wäre — oder aber der Schreiber des Leitartikels hat die Situation nicht richtig übersehen und erkannt. In diesem Falle hoffen wir, daß er entweder die vorstehenden Ausführungen widerlegt oder zugiebt, daß die Marineverwaltung doch mehr Vertrauen verdient, als er ihr in seinem Leitartikel entgegengebracht hat. Politische Tagesschau. Ein „frischer, fröhlicher" Zollkrieg? Aus Berlin, 30. Januar, wird uns geschrieben: Die Beratungen der Zolltarifkommission verdienen fortgesetzt die allergrößte Beachtung — nicht etwa deshalb, weil die Reden und Beschlüsse der Mehrheit eine Fülle von Weisheit und Anregungen zu tage fördern, sondern, weil die Beschlüsse und die ihnen zu Grunde liegenden Tendenzen derart bedenklich sind, daß Handel und Industrie nicht früh genug Front machen können gegen eine Politik zur Vereitlung von Handelsverträgen! Es ist durch entsprechende Aufklärung bei Zeiten dafür zu sorgen, daß im Reichstagsplenum die direkt antragsfeim)- lichen, einfach unmöglichen Beschlüsse der Kommission keine Mehrheit erlangen. Was soll erst werden, wenn der Zolltarif zur Beratung kommt in der Kommission; schon jetzt, beim Zolltarif-Gesetz, ist die entschiedenste Neigung erkennbar, einen „frischen, fröhlichen" Zollkrieg mit dem Auslande herbeizuführen. Dies Rüsten auf den Krieg bedeutet nichts weniger als den Wunsch, starke Garantieen für den Frieden zu schließen. Man weiß, es muß mit Notwendigkeit, wenn die Dinge sich jo weiter entwickeln, zum Ausbruch handelspolitischer Feindseligkeiten kommen, und darum werden die Waffen in Bereitschaft gesetzt- Ein Mann, wie Staatssekretär Graf Posadowsky, dem die deutsche Landwirtschaft sicherlich volles Vertrauen entgegenbringen kann, der nicht im mindesten den Verdacht gegen sich hat, einseitig die Interessen des Exports zu vertreten, ein Sachverständiger auf handelspolitischem Gebiet unzweifelhaft ersten Ranges — Graf Posadowsky warnt und bittet völlig vergeblich. Seine Stimme verhallt wie die des Predigers in der Wüste- Immer wieder betont der Staatssekretär, betonen die anderen Vertreter der Regierung, die Zollkriegs-Anträge vormöchten der Landwirtschaft keinen Nutzen zu bringen, bedrohten aber die Industrie mit schwerer Schädigung und seien unannehmbar für die Regierung. Ohne Umstände setzte sich die Kommissionsmehrheit über alle solche Vorstellungen hinweg und ebenso über die anerkennenswert schleunigen Einwendungen und Proteste der Handelskammern. Obwohl gestern schon Graf Posadowsky die allgemeine, regelmäßige Beibringung von Ursprungszeugnissen — den Nachweis bei der Wareir-Einfuhr über das Herkunftsland, bei Vermeidung der Abfertigung zum höchsten Zollsatz — als unerträgliche, undurchführbare Belästigung, als ein die Verständigung über den Zolltarif ausschließendes Moment bezeichnet hatte, wurde heute trotzdem in der Kommission der dahingehende Antrag Gamp (Rp.) mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen. Abg. Singer (Soz.) hatte diesmal das Verdienst, den Antrag durch den, ebenfalls angenommenen Zusatz, wenigstens einigermaßen abzu- [chwächen, daß die Anordnungen des Bundesrats über die Beibringung des Nachweises noch der Zustimmung des Reichstags bedürfen. Selbst Singer erkannt an, daß die Möglichkeit politischer Verwicklungen bei Zollkriegen durchaus nicht ausgeschlossen sei. Es sei, - so bemerkte der Redner bei späterer Gelegenheit, eine eigentümliche Erscheinung, daß die sozialdemokratischen Vertreter hier dit Regierungskommissare vorstellen. Tie Kommissionsmehrheit, einmal im Zuge, 6e schäftigte sich höchst wohlwollend mit dem Antrag Gra] Schwerin-Löwitz (kons.) u. Gen., demzufolge gegenüber bei Staaten, welche deutsche Waren ungünstiger behandeln als diejenigen anderer Staaten, dieselben Zölle und dis selben Maßregeln angeordnet werden, die in ihrem Uv sprungslande für eingehende deutsche Waren derselben obe entsprechender Art bestehen. Es wurde seitens der An tragsteller offen zugegeben, daß die Spitze dieses Antrag] sich gegen die Vereinigten Staaten richte; diesen gegen über seien die Zolltarifsätze, im Fall eines Zoll-Kriegs, viel zu niedrig. Ein kalter Wasserstrahl in die Begeistev ung der Amerikaner anläßlich des Besuchs des Prinzen Heinrich! Man wird drüben kaum erbaut von dieser „Vorbereitungen" auf deutscher Seite sein. Graf PoscX dowsky bezeichnete wiederum den Antrag sowie den ähn lichcn des Abg. Beumer als überflüssig und unausführbar Llbcr es ist kaum zu bezweifeln, daß in der nächstei Sitzung morgen — Freitag — der Antrag die Mehrbei] findet. Und so wird der Faden weitergesponnen toerbex — bis er reißt. Die Hoffnungen der Obrenowitsch. Die in Serbien regierende Dynastie steht aus zws Augen. Will Köitig Alexander nicht schon bei Lebzeitei beerbt werden, so hat er entschieden zu bekunden, daß er seine Krone festhalten und verteidigen will. Derartige Er llärungen liegen nunmehr vor. Sie betonen, daß Könij Alexander seine Krone verteidigen will, daß er und di, Königin Draga noch auf Nachkommenschaft hofft, daß beidi erst in zehn Jahren an eine anderweitige Ordnung der Thronfolge gehen wollen, und daß die Radikalen, dü stärkste Partei im Lande, noch mit dem Sprößling Miloschi weiter rechnet. Die Pariser Heraldausgabe publiziert Ger spräche mit dem König von Serbien, der Königin Dragq und den serbischen Ministern, itönig Alexander wies au] das Beispiel des Königs von Hollaitd hin, der in vor/ gerückten Jahren Vaterfreuden erlebte. „Ich"/ sagte König Alexander, „hoffe, nodj zwanzig, vielleicht dreißig Jahre zu leben, ich wertn meinen Thron mit dem Schwerte in der Hand verteidigen Sein Weib, seine Macht und sein gutes Pferd giebt ein Mann niemals weg, meinte mein Ahnherr Milosch. DieZ ist auch meine Devise. Habe ich bis 1912 keinen Leibes^ erben, dann werde ich mich mit der Skupschtina übei die Nachfolge verständigen, aber gewiß nicht im Sinm des aus Serbien verbannten Dr. Georgiewitsch, welcher in Wien mit den Freunden der Familie Kärageorgiewitsch gegen mich konspiriert- Unsere Finanzlage ist ernst, aber bis 1905 wird alles besser werden. Auf meine Arme« kann ich unter allen Umständen rechnen." Königin Draga sagte dem Interviewer: „Vor meiner Heirat war ich auf allerlei Opposition gefaßt. Was man jetzt unternimmt, unser musterhafte^ (§heleben zu stören, kommt zu spät- Wir werden nicht abdanken, und mit des Königs 25 Jahren giebt mar nicht die Hoffnung auf Leibeserben auf. Sprechen Sü doch gut von uns!" bat schlteßlich Draga. — Der Minister-Präsident Vuitsch erklärte, die Wiener Angriffe würden systematisch betrieben Gleichwohl werde Serbien, dessen Sytnpathieen für Ruß. land sehr erklärlich seien, und dessen Export nach Deutsch, land zunehme, seine neutrale Haltung nicht aufgeben. Die Korrektheit dieser Haltung sei auch erst ganz kürzlich von Goluchowski anerkannt worden. Ein anderer, nicht ge. nannter Staatsmann fügte hinzu, Goluchowski rechne aus Alexanders baldiges Verschwinden, um für Oesterreich von den zu erwartenden serbischen Unruhen zu profitieren. Der als künftiger Premier Serbiens betrachtete Handels. Minister Milowanovitsch gab dem Bedauern Ausdruck, daß Rußland gegenwärtig zu viel beschäftigt sei, um den serbd schen Angelegenheiten größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Deutsches Keich. Berlin, 30. Jan. Kaiser Wilhelm ließ heute mittag in Wien durch ein Mitglied der deutschen Botschaft einen prachtvollen Kranz am Sarge des Kronprinzen Rudolf niederlegen. — Drei neue Schiffstafeln, von der Hand des Kaisers gezeichnet, sind in der Wandelhalle des Reichstags aufgestellt worden- Die Tafeln stellen die Schiffsstärken Rußlands, Japans und der Vereinigten Staaten von Nordamerika vor. Nach der ersten Tafel besteht die russische Ostseeflotte aus 23 Sckjlachtschiffen (davon 1 im Bau), Tonnengehalt 13 516—1492 Tonnen, 12 Kreuzern erster Klasse (14 367—4700 Tonnen), und 15 Panzerdeckkreuzern (6630—3000 Tonnen), die Schwarze Meerflotte aus 12 Schlachtschiffen (12 585—3000 Tonnen). Die zweite Tafel enthält die japanischen Seekräfte, die sich aus 11 Schlachtschiffen (15 443—2100 Tonnen), 7 Kreuzern erster Klasse (9906—9456 Tonnen) und 18 Panzerdeckkreuzern (4978—3400 Tonnen) zusammensetzen. Tie Flotte der Vereinigten Staaten von Nordamerika besitzt 31 Schlachtschiffe (16 000—2159 Tonnen), hierunter das kürzlich erst fertiggestellte Schlachtschiff „Projekt" mit 16 000 Tonnen, das größte amerikanische Schlachtschiff, 11 Kreuzer erster Klasse (13 615—8281 Tonnen > und 26 Panzerdeckkreuzer (7468—1362 Tonnen). — Der Bundesrat hat in feiner heutigen Sitzung die Mitte-'lung des Präsidenten des Reichstags vom 20- d. M- betreffend den Beschluß des Reichstags zu dem Anträge der Abgg- Tr. Arendt und Genossen wegen Herbeiführung der Auszahlung aller bewilligten Beihilfen: -tnt Kriegsteilnehmer vom 1. Januar 1902 ab, und idie Vorlagen betreffend die Entwürfe von zwei Bekannt- imachunaen zu denr Gesetz über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 und betreffend den Entwurf von Bestimmungen über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Glashütten, Glasschleifereien und Beizereien sowie in Sandblasereien den zuständigen Ausschüssen überwiesen. — Die Budgetkommission des Reichstages beschäftigte sich heute zunächst mit den in Managua in Zentral-Amerika und an drei verschiedenen Punkten in China neu zu errichtenden Konsulaten, die nach kurzer Beratung bewilligt wurden- Den größten Raum in der Debatte nahm die eifrige Erörterung über die Forderung von 30 000 M ark alsZuschuß zu einer von der deutschen Kolonial-Gesellschaft in Verbindung mit anderen Privatgesellschaften zu errichtenden Aus kunfts stelle für 'deutsche Auswanderer in Anspruch. Staatssekretär Frhr. v. Richthofen erklärte, es handle sich doch hier um die Ausführung eines vom Reichstage selbst gefaßten Beschlusses, nämlich darum, eine unter Aussicht des Reiches stehende und von diesem zu unterstützende Auskunstsstelle zum Zwecke einer objektiven Unterrichtung der Auswanderungslustigen zu schaffen. Die wichtigste Aufgabe der Auskunftsstelle würde die sein, den Auswanderungslustigen möglichst richtige Kenntnis der fremden Länder und der Reisewege zu vermitteln. Bewähre sich das Unternehmen wider Erwarten nicht, so habe der Reichstag es in der Hand, später den Posten bei den dauernden Ausgaben wieder abzusetzen. In der Diskussion wurde namentlich von den Abgg. Müller-Fulda und Bebel heftige Angriffe gegen die Kolonial- Gesellschaft gerichtet, die als Trägerin des neuen Unternehmens ungeeignet sei, weil sie sich bisher wenig in der Fürsorge für die deutschen Auswanderer bethätigt habe. Die Debatte konnte heute nicht zu Ende geführt werden, vielmehr wurde die Weiterberatung dieses Gegenstandes auf morgen vertagt. — Das preuß. Abgeordnetenhaus setzte heute die Beratung des Landwirtschaftsetats fort. Abg. Mooren (Ztr.) tritt für den Schutz des Bauernstandes ein und schließt, seien wir dessen bewußt, daß der eiserne Pflug des Bauern desselben Schutzes bedarf, wie die goldene Eouponschere. (Anhaltender Beifall.) Abg. v. Mendel-Stein fels (kons.) tritt ebenfalls für den ..Schutz des Bauernstandes ein und erklärt sich im Namen der Partei gegen die Aushebung der Zpckcr- IPrämien- Der Titel Ministergehalt wird bewilligt. — Ter Straßenverkauf der letzten Nummer des Sim - plizissimus ist heute polizeilich verboten worden. München, 29. Jan. In den oberen Gesellschaftsreisen wird erzählt, daß Herzog Siegfried mit der Absicht umgehe, eine Bürgerliche zu heiraten. Der Herzog ist von mütterlicher Seite sehr reich und infolgedessen unabhängig. Blättermeldungen zufolge handelt es "sich um eine junge Künstlerin. Ausland. Rom, 30. Jan. Der Peterspfennig hat im ver- gan-genen Jahre 1840 800 Mk.eingebracht. Davon leistete den Hauptbeitrag Italien mit 248 800 Mk., Oesterreich- Ungarn spendete 212 000 Mk., die Vereinigten Staaten 199 200 ML., Deutschland 17640 0 Mk., Spanien 161600 Mk., England 155 200 Mk., Belgien 154 400 Mk., aus anderen Staaten liefen zusammen 534 000 Mk. ein. Frankreich lieferte nur einen unbedeutenden Beitrag. Die Einnahme des vergangenen Jahres ist die niedrigste (feit 1870. Calcutta, 30. Jan. Auf das Telegramm des (Bicekönigs, in dem dieser den deutschen Kaiser zum Geburtstage beglückwünschte, auf den hochherzigen Beitrag des Kaisers für den Fonds zur Linderung der Hungersnot in Indien hinwies und dem Vergnügen Ausdruck gab, das ihm, dem Vicekönige, der Verkehr mit den deutschen Offizieren beim Frühstück in Calcutta bereitete, dankte der Kaiser für das Telegramm, Mr das Gedenken des Geburtstages und für den den Offizieren des Schiffes „Thetis" bereiteten freundschaftlichen Empfang. Vom Burenkrieg. Tie am 30. d. M. veröffentlichten englischen Verlustlisten melden: Bei Abrahamskraal in der Mhe von Äofsyfontein sind am 28. Januar vom Sussex-Regiment Ober st Dumoulin und acht Mann gefallen und lieben Mann verwundet. So erhält man ganz nebenher die Kunde von einem sehr bedenklichen Verluste der Engländer, ohne ldiaß auch nur eine Zeile von den näheren Umständen einer Schlappe erzählt. Dr. L e y d s hat sich in Brüssel einem Journalisten gegenüber wie folgt geäußert: Die Buren haben von der holländischen Regierung nie verlangt, daß sie die Friedensvermittelung übernehmen möge, werden aber nie aufhören, die holländische Regierung wie alle anderen Regierungen zu b j t t e n, einen Weg für die Intervention ausfindig zu machen, um die Greuel des Krieges zu beenden. Wenn Holland diese Initiative ergriffen hat, so hat es Anspruch auf unsere Dankbarkeit. Wir haben stets betont, daß wir das Ende dieses Krieges herbeisehnen, der uns aufgezwungen wurde. Der in England naturalisierte Deutsche George Paul Ernest teilt jetzt in englischen Blättern mit, ihm sei „von einer gewissen wichtigen und einflußreichen Stelle" aus eröffnet worden, die von ihm vorgeschlagene Versammlung der Deutschen würde im gegenwärtigen Augenblicke vompolitischen Standpunkte aus sich als sehr ungelegen erweisen und es würde darum besser sein, sie wenigstens jetzt zu verschieben. Ernest fügt hinzu, er gebe nun die Versammlung mit größtem Zögern und Bedauern auf. — Der winzige .Herr Ernest, der nicht ernst zu nehmen ist, hatte bekanntlich, wie wir vor kurzem mitteilten, die Absicht, gegen die deutsche Zeitungs- Kritik des englischen Gebahrens auf dem Kriegsschauplätze voll sittlicher Entrüstung zu protestieren. Man hat den Mann jetzt zu der besseren Einsicht gebrachst, daß er diese Dummheit lieber unterließe, und Herr Ernest, der sich mit jener Versammlung wohl in maßgebenden englischen Kreisen lieb Kind machen wollte, hat in stolzem Mannesmute sofort nach der: Pfeife der „wichtigen und einflußreichen Stelle", die wohl im englischen Ministerium unter der Familie der Balfour zu suchen ist, getanzt. — Es ist bedauerlich, daß sich unter Germanins Söhnen immer noch solche befinden, denen im Auslande die Pietät gegenüber dem Vaterlande aus dem Magen in die Hosen rutscht. „General" Vilonel", der cs, einem Reuterschen .Bericht zufolge, auf .sich genommen hat, ein Korps von 1500 Bürgern zu werben, und damit die Engländer gegen seine Landsleute zu unterstützen, trägt den — von den Engländern natürlich gierig aufgegriffenen Titel „General" nur in der Zusammensetzung mit Wetsagent (Winkeladvokat). Vilonel war vor dem Ausbruch des Krieges als „General-Wetsagent" im Freistaate ansässig, und als solcher asisoziiert mit einem gewissen Kitchener. Welche Ironie des Schicksals! Seine Firma war Vilonel & Kitchener. Der Name seines neuen Gesellschafters überhebt ihn also der Mühe, diese zu ändern. Zu Beginn des Krieges hat er auch in der einen oder anderen Eigenschaft die Waffen getragen. Ein verantwortungsvoller Posten wurde ihm jedoch nie anvertraut. Wohl aber wurde er wegen Verrats zu Zwangsarbeit verurteilt, und in Minburg eingesperrt. Als die Engländer den Ort einnahmen, wurde er von ihnen in Freiheit gesetzt. Er war also bei der Uebergabe Winburgs Sträfling. Wie Viljoen gefangen wurde, wird dem „Standard" aus Pretoria berichtet: „General Viljoen war von Pilgrimsrest nach Steenkampsberg geritten, um Schalk Burgher und Kommandant Müller zu sehen. Er war begleitet von Adjutant Besser und zwei Meldereitern. Nach dem Besuch bei Müller besuchte er Schalk Burgher. Samstag abend ritt er über Pilgrimsrest nach Krügerspost zurück. Am selben Abend rückte Major Orr mit einem Teil der Royal Irish von Lydenburg nach Steenkampsberg. Ein Marsch von neun Meilen brachte sie zu einem Saumpfad, den General Viljoen passieren mußte. Dort legten sich die Leute in Hinterhalt- Als die Buren nahe heran- kamen, wurde ihnen zugerufen, sich zu ergeben, und gleichzeitig schossen (!) einige unserer Leute und töteten die Meldereiter. Das Pferd des Generals fiel zweimal getroffen, und ein Schuß ging durch Viljoens Rock. Adjutant; Besser war unverletzt. Beide ergaben sich sofort." Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet). Gießen, 31. Januar 1902. ** Hessische Lande?lotterie. Bei der heute stattgehabten Ziehung der 6. Klasse der Hess. Landeslotterie fiel ein Haupt- Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 19950 (nach Offenbach), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 5218 11384 12275 21855 23375 30226 32586 32700 35541 40539 42204, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 1379 2072 7459 12093 16947 17431 18350 21877 24794 25017 26183 31337 36519 37793 39947 41740 42375, Gewinne von 1000 Wik. auf Nr. 654 2706 4342 4560 4820 5369 8386 11533 14132 17414 17680 23568 23829 23973 24971 27759 27977 28347 28550 30371 36845 37021 40098 40255 40551 43249, Gewinne von 500 Mk. auf Nr. 632 1076 2552 3802 4815 6094 7572 7732 8146 8248 8571 8833 9312 9913 10032 10035 11820 14086 14695 15343 16014 18089 19044 21323 21719 23635 24390 24493 25054 25336 25971 27919 30136 30666 32301 33321 35531 36614 36625 36632 37613 39810 41459 43808 44613. (Ohne Gewähr.) * Verhüteter Eiscnbahnunfall. Gestern früh hätte sich auf der Strecke Gießen—Gelnhausen leicht ein Eisenbahnunfall ereignen können, der durch die Wachsamkeit des Streckenwärters glücklicherweise verhütet werde. Dieser fand beim Abschreiten der Geleise in der Nähe des Riegelpfades zwei schwere Schwellen, die quer über dem Geleise lagen. Die Gendarmerie nahm an Ort und Stelle den Thatbestand auf. Hoffentlich gelingt es, den ober die Thäter dieses neuen Bubenstreichs zu ermitteln und der verdienten Strafe zuzuführen. ** Turnverein Gießen. Der Vergnügungs-Ausschuß hat, wie wir vernehmen, zu dem morgen abend stattfindenden Maskenball ein Arrangement getroffen, das gewiß die vollste Anerkennung jeden Besuchers finden wird. Ist es doch möglich geworden, einige recht interessante, hier noch nicht gesehene Gruppen, bestehend aus Turnern und Turnschwestern, zusammenzustellen! So dürfte jedem Besucher Gelegenheit gegeben sein, sich an den ächt karnevalistischen Scherzen zu ergötzen und dadurch ebenfalls zu einem günstigen Verlauf des Balles beizutragen. Es sei übrigens noch darauf aufmerksam gemacht, daß der Eintritt zu dem Maskenball nur Mitgliedern gestattet ist und für solche Eintrittskarten in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben sind. ** In dem „Neuen Hess. Volksbl." lesen wir wörtlich: Ihre Könial. Hoheü die Großherzogin Viktoria Melitta hat einen sie sehr schmerzenden Verlust erlitten. Man wird sich hier noch des schonen schottischen Schäferhundes erinnern, welcher die hohe Frau auf ihren Spaziergängen zu begleiten pflegte. Dieses treue Tier, welches die hohe Frau sehr liebte, ist, wie uns aus Nizza mitgeteilt wird, von der Straßenbahn überfahren und getötet worden. id Lollar, 29. Jan. Der Veteranen- und Krieg-erverein „Ludwig zur Treue" feierte am 27. Januar den Geburtstag des Kaisers Wilhelm II durch Konzert und theatralische Aufführungen. Kamerad Schmidt sprach über die Bedeutung dieses hohen Festtages und M)ob ganz besonders die Tapferkeit der deutschen Truppen in China hervor, er legte sodann den Kameraden ans Herz, auch in Zukunft treu zu stehen zu Kaiser und Reich und schloß mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. Es folgte sodann eine zweite Ansprache, die mit einem Hoch auf den Großherzog Ernst Ludwig endete. Im Anschluß hieran wurden die traurigen Schicksale der Burenfrauen und Kinder in den Konzentrationslagern geschildert, wobei den Kameraden recht warm ans Herz gelegt würbe, burch eine kleine Unterstützung ihre Not zu linbern. Es würben 22,45 Mk. gesammelt. Hierzu kommt noch ein Zuschuß ber Vereinskasse von M. 7,55, so- baß die Gesammtsumme Mk. 30,— beträgt. Die Theateraufführungen sowie die Musikvorträgc wurden meisterhaft ausgeführt und ernteten ungeteilten Beifall. Die schönen, vergnügten Stunden werden den Teilnehmern gewiß noch lange in der Erinnerung bleiben. L Darmstadt, 30. Jan. Nach dem in der heutigen Stadtverordneten-Versanrmlung vorgetragenen Verwaltungsbericht für 1900/1901 betragen die Einnahmen M. 4 293 310, die Ausgaben M. 3 546 677. Nach den ferner verbrauchten Ueberschüssen bleibt noch ein verfügbarer Betrag von 248 391 gegen M. 379 096 im Vorjahre. Das Ge- sammtvermögen beträgt M. 27 450 940, die Schulden M. 18134 604. Der Vermögensüberschuß beläuft sich sonach auf M. 9 316 376. Nach Mitteilung des Berichterstatters steht die Erhöhung der Gemeindesteuer in Aussicht, wenn nicht größte Sparsamkeit und Vorsicht bei allen Ausgaben obwaltet. Dabei stellte sich heute schon heraus, daß für eine zweite höhere Mädchenschule, weitere Mädchen-, Mittel- und Volksschulen demnächst größere Forderungen geltend gemacht werden. Der Oberbürgermeister erklärte ferner auf eine Anfrage betr. Regelung des Polizeiwesens, daß die von der Regierung der Kammer gestern vorgelegte Neuregelung keineswegs für unsere Stadt ausreiche, da der unter den vorliegenden Umständen der Stadt gutkommende Betrag von 10%, also ca. M. 20 000 ein Trinkgeld sei, das den Verhästnissen nicht entspreche. — Eine hiesige größere Lotterie-Gesellschaft, die in der Landeslotterie schon einmal M. 25 000 gewonnen hatte, hat jetzt mit ihrem Kassen- Direktor unangenehme Erfahrungen gemacht. Eine größere Sparkasseneinlage hat dieser bis auf „Eine Mark" abgehoben und anscheinend für sich verbraucht. Nach seiner Erklärung im vorigen Jahre hatten die Mitglieder, etwa 200 an der Zahl, keinen Beitrag zu leisten, da der Betrag für den Ankauf der neuen Loose aus den bisherigen Ueberschüssen gedeckt werden konnte. — Da im Uebrigen eine Detail- Abrechnung nicht erfolgte und der Direktor Ende v. I. seiner Tochter eine Aussteuer von ca. M. 3000 gegeben haben sollte, stellten einige mißtrauisch gewordene Mitglieder bei dem Haupt- Kollekteur, von dem seither die Loose bezogen wurden, den Antrag, etwaige Gewinne nur dem Gesammtvorstand auszubezahlen, machten aber sehr lange Gesichter, als ihnen erklärt wurde, die Loose der letzten Lotterie seien überhaupt nicht bezahlt. Die Sache wird für den Kassierer ein unangenehmes Nachspiel haben. b. Mainz, 30. Jan. Heute morgen waren schon von 106 Bewerbern Anfragen und Angebote auf die am Schluß der Theatersaison 1902/03 frei werdende Stelle des Direktors unseres Stadttheaters eingelaufen. Unter den Bewerbern befindet sich auch der Oberregisseur des königlichen Schauspielhauses in Berlin, Max Grube. fc. Frankfurt a. M., 30. Jan. Hier lief Jahre lang ein Schnorrer herum, der in die Liste des Standesamts schon längst als gestorben eingetragen war. Vor einiger Zeit wurde mitgeteilt, daß im Krankenhause hier ein Toter 6—7 Tage lang liegen geblieben fei- An diese beiden Fälle erinnert ein neuerliches Vorkommnis- Am Donnerstag der vorigen Woche morgens gegen 8 Uhr verunglückte auf der elektrischen Straßenbahn der Weißbinder Diehl und starb Freitag morgen um 8 Uhr im städtischen Krankenhause. Erst Freitag mittag wurde den Angehörigen, die den Verunglückten inzwischen vergeblich gesucht hatten, Mitteilung gemacht- Sie ließen die Leiche in die Leichenhalle des Friedhofs schaffen und wurden von der Friedhofskommission auf Montag vormittag zwischen 10 und 12 Uhr zur Entgegennahme der Bestimmungen über die Bestattung bestellt- Wer beschreibt den Schmerz der Familie, als man ihr am Montag auf der Friedhofskommission erklärte, der Vater sei bereits um 1/210 Uhr ohne Geistlichen beerdigt worden! Die Friedhofskommission sah ein, daß sie einen Fehler begangen habe, und ließ die Leiche wieder ausgraben. Am Mittwoch vormittag erfolgte dann die ordnungsmäßige Bestattung unter Begleitung eines Pfarrers. Hanau, 30. Jan. Auf Veranlassung des Hanauer Geschichtsoereins finden in der Gemarkung Eichen Ausgrabungen statt, die den besten Fortgang nehmen. Die Fundstelle wirb von Tag zu Tag interessanter. Weiter ist ein großer Heizraum, mit großen Platten bebeckt, freigelegt worben. Auch würbe ein Ausgang von nennenswerten Dimensionen freigelegt, ber sich jedenfalls nach einem anberen Gebäude hinzieht. Es wirb vermutet, baß minbestens noch 4—5 Gebäude vorhanden sind und die vormalige Ansiedelung sonach eine recht große gewesen sein wirb. ** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Herbstein starb plötzlich an einem Schlaganfall im Alter von 70 Jahren der Bürgermeister Christian Narz. Vermischtes. * Hamburg, 30. Jan. Heute früh brach in der Oel- küchenmühle von Carl Rambke eine Feuersbrunst aus, welche an der Fabrik und dem sechsstöckigen Lagergebäude großen Schaden anrichtete. Das Feuer wurde auf das Gebäude beschränkt und mittags von der Feuerwehr bewältigt. Menschen sind nicht umgekommen. • Petersburg, 30. Jan. Wegen des in Batum vorgekommenen pestverdächtigen Todesfalles müssen sich alle aus Batum auslaufenden Schiffe vor der Abfahrt und nach der Ankunft in den Häfen des Schwarzen Meeres fanu tären Maßnahmen unterziehen. Alle Personen, die Batum per Bahn verlassen, sollen ärztlicher Beaufsichtigung unterstehen. * Hochwasser. Der Rhein und die Nebenflüffesteigen beträchtlich. Der Pegelstand in Köln zeigte am 30. Januar 2,93 Meter. Das Wasser ist um 50 Zentimeter gestiegen. Die Mosel ist bei Trier um 1,67 Meter gestiegen. Vom Oberrhein wirb weiteres Steigen gemelbet. Auch im Main würben gestern vormittag sämmtliche Wehre aufgerichtet. Von Mannheim wirb gemelbet, daß ber Neckar von 2,65 Meter auf 3,47 Meter gestiegen sei unb baß weiteres Steigen in Aussicht stehe. — Lahn unb Wieseck zeigen bei uns vorläufig noch keinen erheblich höheren Wasserstanb, was hauptsächlich wohl barauf zurückzuführen ist, baß unsere Gegenb bis jetzt von größeren Niederschlägen verschont geblieben ist. * Dem Domänenpächter Falken Hagen, der sich bekanntlich im Untersuchungsgefängnis zu Hannover in Hast befindet, ist nunmehr die Anklage zugestellt worben. Rechtsanwalt Stehmann-Hannover hat bie Verteibigung übernommen. — In Springe beabsichtigt man an der Stelle im Saupark, wo der Landrat v. Bennigsen den tödtlichen Schuß bei dem Duell erhielt, einen Denkstein zu errichten. ‘ Lawine im Schwarzwald. Auf dem Feldberg hat eine Lawine, wie erst jetzt bekannt wirb, am letzten Sonntag brei Schnceschuhläufer verschüttett Der Einjährig-Freiwillige, Arzt Dr. Schoeller aus Kattowitz, der beim 114. Infanterieregiment sein 2. Halbjahr abdient, war dabei und wird seitdem vermißt. Man nimmt an, daß alle drei umgekommen ind. ©mdjtsfnaL Göttingeu, 29. Jan. Wegen WerauSf 0 rderuna xum '2 ro> a PJ auf Pistolen hatte sich der Beraakademiker pans Jo decke au5 Clausthal vor der hiesigen Strästanrmcr zu Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde bezüglich der Firma „Otto Scheel" zu Gießen eingetragen: Die Firma ist ohne Passiva auf die Ehefrau Marie Scheel, geb. Bob, übergegangen. Dein bisherigen Inhaber Otto Scheel ist! Prokura erteilt. Gießen, den 25. Januar 1902. 941 Grobherzogliches Amtsgericht. Holz-Versteigerung in der Fürstlichen Köersörsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag rn Weichholz-Stöcke, 600 Weichholz-Wellen. Ferner: 3 Linden-Ab- schnitte — 1,01 fm, 4 Akazien — 1,05 fm, 1 Ulme — 0,06 fm, 25 Eschen — 5,66 fm, 38 2lhorn — 5,14 fm. Zusammenkunft auf dem Wege von Lich nach Birklar über die Hard, beim Ausgang aus dem Walde, teilte, die über Köln- hausen kommen, gehen am besten den stracken chaussierten Weg über die Hard bis ebenfalls zum Ausgang nach Birklar hin. Leute, die von Muschenhenn kominen, gehen am besten am östlichen Waldrand der fürstlichen Hard entlang, bis sie den Weg von Lich nach Birklar treff em Dienntfig den 11. Februar, vormittags 9% Uhr, im Distrikt Zueilbach: Buchen: 500 rm Scheiter, 150 rm Knüppel, 200 rm Stöcke, 5600 Wellen; Eichen: 2,8 >rn Scheiter, 29 rm Knüppel, 30 rm Stocke, 460 Wellen; Nadelholz: 2 rm Knüppel, 19 rm Stöcke, 380 Wellen; 1 rm Elsbecr-Knüppel; 1800 Weichholz-Wellen. 3 Stück Eichen-Schnittholz — 3,20 im; 9 Stück Buchen- Schnittholz (45—64 cm Durch.) = 12,91 fm. Tie Zusarnmenkunft ist auf der Chaussee Lick)—Hattenrod, dort, wo sie voin Weg von Burkhardsfelden nach Rieder-Bessingen geschnitten wird. Lich, den 30. Januar 1902. 938 Fürstliche Oberförsterei. KliMMM «Sich». Mittwoch den 5. Februar 1902, abends J/29 Uhr, im Vereinslokal (Feidel). Tages-Ordnung: Kassenbericht. — Bericht des Schriftführers. — Wahl einer Kassenprüfungskommission. — Genehmigung der Voranschlags für 1902. — Vorsrandswahl. 945 Der Vorstand. zur Frankfurt a. 11., 31 102.90 102.10 91.30 101.65 91.30 100.10 109.20 44.20 3Vt% 50/ 3V,% b°/o 101.10 41.95 27.15 3* 2% Heesen . . 3% Hessen . . . 4% Oesterr. Go'drcnte 2J/0 Mexikaner 4*/2 /, Chinesen . Electric, bei uckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstadt- r Bank Dresd n^r Bank . Ber iner Handelsges Oesterr Staatobahn Lombarden . . Gottbar ibabn . . Laura ütte . , . Bochum .... Harpener . . . . 212.40* . 189.10? . 131.90- . 139.10; . 150.70: . 144 60 . 20.40 . 169.70- . 200.75- . 189.501 . 1684)0- Reichsanleihe do. Konsole . do . . Januar. . . 26.90 . . 89.35 . . 124.90 Arbeiterbewegung. Mailand, 30.Jan. Infolge Streikes der Appreteure der Seidenfabriken rnEoma mußt einige Seidenfabrcken 4% Ungar. Goldrente . , 4»/ Italien Rente . . , 4* 2% Portugiesen . . 0/ Portugiesen . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose . . . . . 4% Griech. Monopo I-Anl 4‘/j% äussere Argentiner miiilirn y ndjridjtrn. Gestorbene: Frau Betty Rothschild, geb. Hornberger, in Offenbach a. Al. — Frau Tilla Philippi, geb. Sommerlad, in Budes- Heun. — Heinr. Konrad Alt, Gemeinde- und Ktrck)enrechner, sowie Großh. Umererheber, in Nieder-Florstadt. Sonntag den 2. Februar. Sexagesima. --- Alariä Lichtmeß. Vormittags von 6‘/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. w um 7 Uhr: Die erste heil. 2)ie|je, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , r 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ „ 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Ehristenlehre; darauf Muttergottes- AndachL Montag den 3. Februar, am Feste deS hl. Bischofs und Märtyrers Blasius, wird der St. Blajiussegen erteilt um 7'/2, 8 und 11 Uhr vormittags und um 5 Uhr nachmittags. ' Theater, Kunst und Wissenschaft. — „Tie Tcgeruseer" absolvieren zurzeit eine Gastspicltour in der Schweiz. Der Jmpressario Schürmann bat das Ensemble für eine längere Gastspicltour nach Lolland und Belgien gewonnen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Frankfurt a. M., 31. Jan. Der Zug Nr. 58, von Heidelberg kommend, üb er fuhr heute vormittag zwischen rouisa und Frankfurt die beiden Streckenarbeiter Benz aus Egelsbach und Dernberg aus Laugen. Beide waren sofort tot. London, 31. Jan. Ter „Standard" meldet aus Pretoria vom 30. ds.: Eine Abteilung des Oberst Wilson in Stärke von 400 Mann ist kaum dem Schicksal entgangen, von einer überlegenen Burcnabte.lung am Wilgeriver abgeschnitten zu werden. Als sie vor Tagesanbruch dort emtraf, wurden 200 Mann durch eine dort befindliche Furt gesandt, nm eine kleine Abteilung des Feindes zu vernichten. Als bei Tagesanbruch einige Buren gefangen genommen worden waren, wurde die englische Vorhut Plötzlich von allen Seiten vom Feinde, der 900 Mann stark war, umringt. Es gelang ihr, fich nach der Furt durchzuschlagen. Als sie diese passieren wollte, fand sie sich abgeschnitten. Es gelang ihr nur durch einen Vorstoß, sich mit der Hauptabteilung wieder zu vereinigen. Tie ganze Abteilung zog fich hierauf, von Hügel zu Hügel fechtend, auf Frankfort zurück. London, 31. Jan. Ter „Taily Telegraph" hort, der all- gemeinen Tendenz nach trage die Antwort Lansdownes auf die Mitteilung der niederländischen Regierung die Form einer sehr höflichen Versicherung, daß der Mangel jeder Vollmacht b efer Regierung, namens der Buren im Felde oder der Delegierten in Europa zu sprechen, und das Fehlen aller greifbaren Vor- schläge die Mitteilung praktisch unverwertbar mache. London, 31. Jan. Der „Taily Telegraph" meldet aus Ermelo vom 27. Jan.: General Bruce Hamilton eroberte am 27. Januar ein Burenlager und machte über 70 Gefangene. — Wie die „Times" aus Schanghai vom 30. Januar meldet teilt der Taotai der Bankenkommisfion mit, daß am 31. Januar die erste monatliche Rate der von Eyina zu erlegenden Ent- sch ädigun gssumme von 1820 000 Taels ausbezahlt werden soll. — Gestern lameu hier 78 Pockenfälle vor. Haag, 31. Jan. Ter Friedens-Vermittelungs- Vorschlag der holländischen Regierung erfolgte, wie verlautet, aus eigenste Initiative der Königin Wilhelmine, die unbedingt den Burenkrieg bee-det sehen will. Krüger wei ert sich noch immer, die holländische Regierung formell mit der Fliedensmission zu betrauen. Paris, 31. Jan. Die konservativen Blätter veröffentlichen einen von 16 Damen der Aristokratie unterzeichneten Auf- ruf, in dem es heißt: Angesichts der Kr.se, die Frankreich durch- mache, der bedrohten mateiiellen und moralischen Jntereffen drs Landes, der vernichteten Freiheit und der wachsenden Gefahr des Sozialismus teilen wir unseren Freundinnen, die den Ernst der Lage verstehen, mit, daß wir beschloßen haben, vorläufig alle überflüssigen Ausgaben zu vermeiden und unsere Lieferanten über die Grüuoe unseres Vorgehens aufzuklären, damit sie bei den nächsten Kammeiwahlcu mit ihren Stimmen zum gemeinsamen Werk der Rettung Frankreichs beitragen. Der Aufruf erklärt zum Schluß, daß die auf diese Weise ersparten Summen dem Wahlfonds sür antiministerlelle Maudatsbewerber zugewendet werden sollen. Berlin, 31. Jan. In der gestrigen Stadtverordneten- Sitzung verursachte der Antrag Kreitling ein-e lebhafte Debatte, wonach der Magistrat um Aufklärung gebeten wird, ob ihm bekannt sei, daß in der Aula des Falk- Real-Gymnasiums regelmäßig Versammlungen stattfinden, welche den Zweck haben, für die sogenannte metaphysische Heilmethode nach dem System der Amerikanerin Eddy Propaganda zu machen. Der Antragsteller sprach seine höchste Verwunderung darüber aus, daß in der jetzigen Zeit ein solcher Unfug wie das Gesund- bet en auftauchen könnte, und zwar noch in einem städtischen Schulhause. In Zukunft sollte ein solcher Unfug nicht mehr geduldet werden. Die Schulen seien da um 4' ,% Oesterr. bilberrente 101.10 " " ” 101.25 ihren Betrieb vollständig e i n st e l l e n. Es steht ein allgemeiner Streik auch der Seidenweber bevor. Kandel und Verkehr. Mkswirtschast. — Fricdensgerichtc. Tie Hoffnungen aus eine baldige Beendigung des Krieges haben nunmehr endlich eine festere Gestalt angenommen und die Börse ist bereits so voll von Friedenszuver- sichl als wenn der Fricdensschluß schon, unmittelbar vor der --.hur stände. Tie natürliche nächste Folge war, daß die Kurie der Ntmenaktien weiter heraufgesetzt wurden. Welch gefährlicher Art dies Beginnen ist, das haben wir erst vor ein paar .tagen an dieser Stelle auseinandergesetzt und dem Neues eigentlich nichts binuwifüqen. Wird der wilden Spekulation auf diesem Gebiete freier Spielraum gelassen, so ist auf einen Krach früher oder später mit aller Sicherheit zu rechnen. Daß in Deutschland sehr viel Minenaktien cirkulieren, hat sich bei der letzten Ulttmoregulierung in London gezeigt. — Kommt der Friede endlich zustande, so wird er, von allein anderen abgesehen, auch von den deutschen Geschästs- leuten und besonders auch von der deutschen Industrie nur freudig begrüßt werden. — Deutsche Gesellschaft für elektrische Unternehmungen tu Frankfurt a.M. Das Jahresergebnis weist einen Reingewinn von nur Alk. 512 402 auf gegen Mk. 1 151138 im Vorjahre, aus welchem 3 Prozent Dividende auf das ganze Kapital von Mk. 15 Mill, gegen 6'/, Prozent auf 13,8 Millionen in Vorschlag gebracht werden sollen. r. r — verein deutscher Eisengießereien. In einer kürzlich stattgehabten Sitzung kamen die Mitglieder zu der Ueberzeugung, daß die Marktlage keinerlei Veranlassung zu einer Aenderung der Preisliste bietet. Es wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen, an den bisherigen Preisen fest zu halten. — Gladbacher Spinnerei und Weberei. Das abgelausene Geschäftsjahr ergab einen Verlust von 106 384 All, der aus den Reserven gedeckt ist. Abschreibungen sind diesmal nicht vorgenommen worden. — Zum Konkurse der Leipziger Bank melden die „Lpzg. jJL Nachr.", daß die Nachricht, es werde den Monat Mai euie zweite Abschlagszahlung zur Verteilung gelange verfrüht ist. — Koukuroeröffüung. Herni. Beltz zu Oberau (Amtsgericht Altenstadt.) — Tabakgeschäft. In den Gemeinden des Amtsbezirks Germersheim wurden im Jahre 1901 insgesamt 49146 Eeutner Tabak verkauft und hierfür der Betrag von 1204 791 Mk. vereinnahmt. — Deutsche Buchhändler-Bank. Zum Zwecke der Errichtung einer großen nationalen deutschen Buchhändler-Bairk in Leipzig schweben gegenwärtig Verhandlungen. Als Grundkapital sind 10, resp. 20 Mill. Alt. in Aussicht genommen. Mannheim, 30. Jan. Der wirtschaftliche Niedergang während der letzten Zeit machte sich sehr fühlbar im Absatz von E i - g a r r e n geltend, sodaß die Hersteller über schleppendes Verkaufs- geschast seist- zu klagen haben. Hauptsächlich wurden bessere Sorten davon betroffen, während billigere Sorten verhältnismäßig weniger zu leiden halten. Der Bedarf an Tabaken hat jedoch abgenommen, weil die Herstellung von Eigarren eingeschränkt wurde. Der s ü d- w e st deutsche Tabak markt trug aber trotzdem feste Haltung zur Schau, wozu natürlich das schwache Angebot wesentlich beitrug. Tw Nachfrage nach alten Tabaken setzte sich in bisheriger Weise fort, ohne daß es jedoch zu größeren Abschlüssen kommen konnte, weil freie Vorräte in der begehrten besseren Ware nur spärlich am Markte noch sich befinden. Steven Einlagen besteht auch gute Nachfrage nach Umblatttabafen. Der Einkauf 1901er Tabake bei rheinpfälzischen Pflanzern nahm in den letzten Tagen ruhigen Fortgang. Die zu hohen Forderungen der Eigner erschwerten den Absatz ungemein. In Barbelroth tarnen ansehnliche Posten zu Alk. 27 die 50 Kilo zum Verkauf. In Bellheim fanden weitere Posten Absatz; daselbst befinden sich jetzt nur noch eine kleinere unverkaufte Menge. Die letzten angelegten Preise schwankten zwischen Alk. 26 und 29.50. In Herxheim kamen mehrere Partieen zu durchschnittlich Mk. 24 der Gentner zum Verkauf. Die Ablieferungen rheinpfälzischer Tabake an die verschiedenen Käufer sind noch immer im Gange. Steinweiler lieferte schon insgesamt etwa 70 000 Kilo Haupttabake, 15000 Kilo Sandblätter und 3500 Kilo Grumpen ab und erlöste für den Tabak 25 Mk. Sandblatt 22 Mk. und für Grumpen 14 Alk., zusammen rund 47 000 Mk. Die 1901er Tabake haben die erste Fermentation teilweise beendigt und dabei gut sich entwickelt. Im Handel konnte aber bis jetzt noch fein rechter Verkehr stattfinden. Einige Posten 1901er Tabake in geringerer Ware erzielten Preise von Anfang der 30 Mk., bessere Sachen bis zu 48 Mk. die 50 Kilo. Der Rippenhandel zeigte ein unverändertes Bild. Lose feine Rippen bedangen durchschnittlich 8,75 Alk., gebündelte Sachen 10,25 bis 11,50 Alk.; pfälzer lose Rippen waren gänzlich unbeachtet. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dteser Rubrik stehender Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 31. Januar. _ Gestatten eie, daß ich nochmals auf den so schön verlaufenen Festabend des Ersenbahn-Vereins zurückkomme. Ich mochte in älejug auf die Zusammenstellung des Programms vor allem der glücklichen Idee gedenken, an Stelle der sonst bei derartigen Veranstaltungen fa|t unvermeidlichen Kouplets bessere Musik zu setzen. Die rührige Leiturig des Vereins hatte auf Anregung des öerrn Zinth das Kunstlerpaar Hüttenberger aus Homburg v. d. H. gewonnen. Wie glücklich der Gedanke ivar, bewies die gespannte Aufmerksamkeit, mit der die Anwesenden den Vorträgen lauschten; es sei deswegen auch zunächst Herr-n Zinth — dem Vater des Gedankens — die gebührende Anerkennung gezollt, um ihn zu ähnlichen Unternehmungen bei paffender Gelegenheit aufzumuntern. Kinzenbach, den 29. Januar. Bei der am Sonntag hier erfolgten Bestattung eines Veteranen Nel es allgemein auf, daß nur zwei der hiesigen Veteranen dem verdlicheiien Kameraden das letzte Geleit gaben, obgleich ber Verstorbene sich bei Lebzeiten stets an den Leichenbegängnissen dahin- geschledener Veteranen beteiligt hatte. Bildung zu verbreiten, aber nicht um dem Aberglaube»- Vorschub zu leisten. London, BL Jan. Die „Times" sagt zu der Note der holländischen Regierung: Wenn der Zweck der holländischen Regierung der gernejen wäre, von sich!, reden zu machen und Ausregung unter den Börsenspeku-^ lauten hervorzurufen, kann sie sich rühmen, großen Erfolg' davongetragen zu haben. Aber wenn sie etwas anderes suchte, ist sie jedenfalls einem Mißerfolge entgegen gegangen, den sie übrigens voraus,ehen mußte. Laibach, 31. Jan. Gestern vormittag 3 Uhr 9 Min.^ zeigten alle Instrumente der hiesigen Erdbebenwarte ein starkes Erdbeben an. London, 31. can. Balfour dementierte gestern im: Unterhause als eine Erfindung die von der „Daily Mail" verbreitete Meldung bezüglich der Entsendung, einer holländischen Kommission nach Süd" a s r i k a. B r ü s s e l, 31. Jan. Einer Unterredung mit Dr. Leyds ist zu entnehmen: Die V e r z i ch t l e i st u n g a u f d i e a b- solute Una bhängigkeit der Buren ist keines» falls als Vorbedingung der Einleitung eventueller Verhandlungen ausgestellt worden. Diese Forderung' würde die Aussicht auf Beilegung des Konfliktes zerstören. Die Frage des Maßes der Unabhängikeit gehöre nicht zu den Vorverhandlungen. Bis zur Ausrottung der Rasse sei mV) ein weiter Schritt. Nie sei die Sage für die Buren günstiger und hoffnungsvoller gewesen. Alle Welt begehe einen großen Irrtum, wenn man aus der angeblich bedrängten Lage der Buren deren Friedenswünsche her-, leite. — Man wiederholt die Behauptung, daß andere^ Regierungen den holländischen Vorschlag unterstützen, der das Londoner Kabinett keineswegs, unvorbereitet traf. Man weiß im Londoner Amt, so lautet eine andere Information, dem Ministerium Kuyper großen^ Dank, daß es alles ausbot, die permanente Kommission des tzaager Schiedsgerichts zur Inkompetenz-Erklärung zu bewegen, obwohl seitens zweier Großmächte gegenteilige; Gutachten Vorlagen. Dr. Kuyper unternahm seine £oiu doner Reise im vollen Bewußts ein eines sehr« freundlichen Empfanges. Seine Aufgabe ist aller«,! Dingd noch lange nicht beendet. Jetzt handle es sich zu-i nächst darum, Krüger und Dr. Leyds zum zeitweiligen^ Verzicht aus jede Einmischung, besonders aber auf jede Agitation in der Presse unb in Versammlungen, zu' veranlassen. 9hir unter dieser Vorbedingung wäre ein Waffenstillstand und ber Empjang einer holländischen Kom- misfton in Kitcheners Hauptquartier erreichbar. im Ronfirmaubenfaale der Johanneskirche. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag den 1. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag Sexagefirnä, den 2. Februar. G v t t e s d i e n st. In der Ltadttirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormütags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marknsgemeinde. Pfarrer Dr. Green. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Nlarkusgemcmde im unteren Roniirmanbcnjaalc, Krrch- praße 9. Donnerstag den 6. Februar, abends 8 Uhr, im unteren Konfirmattdensaal (Kirchstraße 9): Bibel stunde. Jac. 5, 13—20. Pfarrer Dr. G re irr. In der Johauucskirchc. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Ente r. Vormittags 11 Uhr: Kmdcrgoltesdienst für die Lnkasgemeinde. Pst.rrer Guter. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Nauman n. Beichte und heiliges A b e n d in a h 1 für die Lukas- und dieJohannesgemelnde im Abendgottesdiensl. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. At o n t a g, den 3. Febriiar, abeiids 8 Uhr, B i b e l ft u n b e fwnrtML % hatte seinem Gegner außerdem 20 Mk. unter- TSTa a e iu Tas Urteil lautete auf Freisprechung hinsichtlich der Öerauslorderung, dagege.i wurde I. wegen Unterschlagung zu nx qiif rßpibftrafe verurteilt. , „ . _ . * Karlsruhe, 30. Jan. Ter aus Reinsheim gebürtige ^uhr- Marl Herberger, ein ehemaliger Frembenlegionar m der im Mai 1901 im Neckaraner Wald bei Dtannhenn den StrheV (ridiel5bcrger von Markirch ermordet und am 25. August bei Bruchsal den Bierbrauer kleiner von Luxemburg t o t - e f cb offen hat, wurde soeben vom hiesigen Schwurgericht nach Zweitägiger Ver Handlung^ um Todeverurte.lt. Pnivtrlltäts-Pachrichteii. — Ter bisherige Tivisionspfarrer der 28. Tivision Lic. /z Uhr in der Embach zunächst der Kreisstraße Steinbach-Oppenrod. 949 Steinbach, 29. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Verdingung der Arbeiten zum Legen des Gleises sowie Liefern und Einbringen des Kleinschlages für die Neuöaustrecke Laubach—Mücke. Bedingungen und sonstige Unterlagen sind gegen vorto- und bestellgeldfreie Einsendung von 1.00 Mk. von der unterzeichneten Bauabteilung au beziehen. Angebote daselbst bis zum Termine am 951 20. Febr. d. I., vorm. 11 Uhr versiegelt und nut entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, 1. Februar 1902. Gr. Eisenbahn-Bauabteilung. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute mto morgen: Schwkwkflkisch 50 pfg. KMeisch 50 Kfz. Ml-chs 30 Pfg. 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