Nr. 26 Erscheint täglich außer Sonnlags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Familten- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rolaltonsdruck u. Bei lag der Brüh l'sch^ Unioers.-Buch» u.Stein Druckerei (Pietsch Erben Redaktion, Erpeditiv.c und Druckerei: Schulstratze 7 Adresse für Depeschen. Anzeiger Gießen. Fkrnivrrchanlchluß Nr. 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag 31. Januar LSvL GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezugSPreiSr monatlich 7bPs., viertel« sährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpreis: lokal 18 Ps^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „«labt und Laut/ und „Gerichtssaal':R.Ditt- mann; für den An- zeiaenteil: Hans Beck. 33 Volltische Tagesschau. Barou v. Heyl. Mr berichteten kürzlich, daß der nationalliberale Abg- Frhr v. Heyl aus der Zo-lltarifkommission des RcichStages aus scheid en und durch den Abg. Sieg ersetzt werden würde. Sobald die Beratung des § 8 des Tarif» gesettes erledigt ist, dürfte, nach den neuesten Berliner Meldungen, dieser Personenwechsel zur Thatsache werden- Inzwischen werden über die Borgänge innerhalb der nationalliberalen Fraktion, mit denen der Rücktritt des Freiherrn v. Heyl in Zusammenhang steht, sehr interessante Einzelheiten bekannt. Nach einer Zuschrift des Berliner parlamentarischen Mitarbeiters des „Pfälzischen ft'urier" that Freiherr v. Heyl Schritte, um sich in der Zolltarifkommission mit den Vertretern der Mehrheitsparteien zusannnenzuftnden zur Schaffung einer festen, zahlenmäßigen Basis, von der aus man mit der Regierung unterhandeln könne. Es gelang ihm auch, die Vertreter der Mehrheitsparteien in der Kommission auf einen Mi n de st zoll von sechs Mark für alle vier Getreidearten zu einigen- Herr v. Heyl, der Arrangeur des Ganzen, wurde aber von seiner eigenen Fraktion desavouiert. In einer Sitzung derselben erklärten etliche 20 Mitglieder, daß sie mit den von der Regierung zum Schutze der Landwirtschaft vorgeschlagenen Zollsätzen vollständig einverstanden und für einenhöherenZoll nicht zu haben seien. Der genannte Berichterstatter schreibt dann weiter, daß der Abg. Hilbck diese Erklärung un Namen der Fraktion als den Mehrheits-Beschluß verkündet habe- Hilbck habe aber nicht erzählt, daß dem Wunsche des Frhrn. v. Heyl, der offizielle Führer der Fraktion, Abg. Bassermann, solle eine Änladung an alle Mitglieder der Fraktion zu der betreffenden Sitzung ergehen lassen, nicht entsprochen worden sei. Hilbck habe weiter auch nicht erklärt, daß man die Sitzung so rasch anberaumt hatte, um es den abwesenden Mitgliedern Unmöglich zu machen, noch rechtzeitig zu erscheinen. Unter Rußlands Faust. Die edlen Polen können sich über die preußische „Tyrannei" noch immer nicht beruhigen; sie haben aber alle Veranlassung, einmal über die russische Grenze Zu blicken und Kenntnis zu nehmen von der Behandlung, die die russischen Behörden den Polen, sogar denen vom hohen Adel, zu teil werden lassen. Da hat jetzt der Gene- ral-Gouverneur von Warschau an die polnischen Adelsfamilien, selbstverständlich in russischer Sprache, nicht etwa die Bitte, sondern die strikte Aufforderung! ergehen lassen, beim Empfangsabend im Gouvernementsschloß zu erscheinen. Darob große Entrüstung unter den polnischen Notabeln, zumal der Empfang der Aufforderung persönlich bestätigt werden mußte. Doch die entrüsteten Edelleute werden .gileichwohl beim Gouverneuer sich, einfinden, um nicht arge Chikanen heraufbeschstvören. Wie fiefällt das den „mißhandelten" Polen? Der amerikanische Tabaktrust in Deutschland. Tie Dresdener „Arb--Ztg." berichtet: „Die Erwerbung der Jasmatzischen Fabrik durch die American Tobacco Company tour De lange Zeit in ihrer Bedeutung gar nicht erkannt, und blieb selbst in der Fach- vresse unbeachtet. Obaleich das Dresdener Amtsgericht den Vertrag zwischen Jasmatzi und dem amerikanischen L.ru>st bereits am 20. März 1901 im Dresdener Amtsblatt veröffentlichte, schrieb die „Deutsche Tabat-Ztg." (Berlin) noch unterm 26. September 1901: Mcr haben wiederholt auf die Versuche der American Tobacco Company, ihre Geschäftsthätigkeit nach Europa auszudehnen, aufmerksam gemacht, und konnten mit Genugthuung konstatieren, daß diese Versuche wenigstens in Deutschland keinen Erfolg gehabt haben. Jetzt nun scheint die Gesellschaft ihre Versuche in England mit Erfolg ausgenommen zu haben usw- - -öbmuhungen der American Tobacco Company, ^tlchland festen Fuß zu fassen, datieren schon zwei 3a^rc äuruck. Um jene Zeit machte der Trust den größten dresdener Zigarettenfabriken Sulima und La ^erme Kaufonertem Sie wurden aber zurückgewiesen. Bei ?^'e£ Gelegenheit mag aufmerksam gemacht werden, daß * ,’rc § den Grundsatz befolgt, nur die bekanntesten Fabriken zu erwerben. Aus diesem Grunde kaufte er auch die Liverpooler Ogdon-Fabrik auf. Solche Fabriken, Deren -o19 a r e t ten marfen im Publikum Anerkennung gefunden haben, arbeiten mit weit weniger Spesen. Da ihre Zigaretten direkt von den Rauchern verlangt werden, brauchen die Fabriken nicht, wie weniger beliebte Gesell- fchaften, Un.uinmen für Reisende, Reklamaplakate und Luxusverpackittigen auszugeben. Die Amerikaner wären nun wahrscheinlich noch heute nicht in Dresden, wenn ihnen Nicht Herr Jasmatzr selbst den Weg nach Deutschland öffnete, "idem er dem Trust ferne Fabrik zum Kauf anbot Der ^.rntt ging auf das Anerbieten ein, und damit toar das Cluck des Herrn Jasmatzi gemacht. Jasmatzi war fruher^iayrclang bei der Zigarettenfabrik von Eckstein u. Sohn ^abakzufchneiüer (Werkmeister) und mag dort vielleicht höchstens 200 Mk. den Monat verdient haben Devor ihm die Amerikaner seine Fabrik abnahmen, war Vie Lage seines Geschäfts nicht eben glänzend. Die Aufnahme in den Trust brachte ihm einen einmaligen Gewinn von etwa .00 000 Mark. Außerdem wurde er zum Direktor mit 25 000 Mark und sein Sohn zum Prokuristen Mit 15000 Mark Jahresgehalt angestellt. 1 Die hiesigen Zigarettenfabriken hegten anfangs vor der amerikanischen Gefahr übertriebene Befürchtungen- Sie meinten nicht anders, als daß nunmehr die Jasmatzischen Zigaretten zu bedeutend ermäßigten Preisen verkauft werden würden, um einen Massenumsatz herbeizuführen. Diese Befürchtungen erwiesen fick als grundlos- Die Jasmatzischen Zigarettenmarken halten sich genau in der Preislage wie die übrigen Dresdener Zigarettenfabrikate. Immerhin läßt sich Doch spüren, daß in die Fabrik amerikanische Geschäftsgewohnheiten Einzug gehalten haben, obwohl Herr Dixon, der Bevollmächtigte der American Tobacco Company, vorgiebt, nur als Aufsichtsrat hier anwesend zu sein- In den letzten Tagen verteilte die Jas- matzische Fabrik an die Cafes und Wirtschaften, die ihre Kunden sind, unentgeltlich mit Goldrand versierte Bierbecher, die mit eingebrannten Farben eine Geschäftsreklame tragen. Auch Reklame-Serviettenringe wurden den Wirten der Kundschaft geschenkt. Bedrohlicher fiel die Konkurrenz für die Dresdener beim Tabakblätter-Einkauf in der Türkei aus. Der Trust versuchte die ganze letzte Ernte von den türkischen Bauern aufzukaufen. Dieses Unternehmen scheiterte, weil die Bauern berechtigterweise ihre altgewohnten Dresdener Tabaknehmer nicht ohne weiteres aufgeben wollten und von dem Trust verlangten, er solle mit ihnen auf 20 Jahre Kontrakt machen. Hierauf ging der Trust nicht ein. Von dem Ausfall der Dividendenausschüttung bei Jasmatzi wird es abhängen, ob noch mehr amerikanische Dollars nach Dresden und Deutschland fließen werden. „Man merkt die Absicht . . . Unser Berliner Mitarbeiter schreibt unterm 30. Jan.: Prinz Heinrich hat zwar seine Amerikafahrt noch nicht an getreten, doch „wohlunterrichtete" Londoner Kreise verkünden bereits, daß ein Gegenbesuch amerikanischer Kriegsschiffe in einem deutschen Hasen binnen kurzem erfolgen wird. An zuständiger Stelle in Berlin ist davon einstweilen nichts bekannt. Sollte Die Washingtoner Regierung in der That derartiges beabsichtigen, dann würde natürlich nur die Entsendung eines ganzen Geschwaders, und zwar direkt nach dem betreffenden deutschen Hafen in Betracht kommen können. Das letztere wollen die „wohlunterrichteten" Londoner Kreise anscheinend nicht erlauben; sie weisen darauf hin, daß ein ginerckanisches Geschwader den englischen Krönungsfeierlichkeiten beiwohnen, und bann nach Kronstadt dampfen werde, um vor dem Zaren zu paradieren. Der Besuch Kiels würde „zwischendurch" sich bewerkstelligen lassen. Dies „Programm" scheint wohl nicht ganz unbeeinflußt vom Gefühl des Mißmuts über die bevorstehende Besiegelung der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten, und geht darauf aus, die politische Bedeutung der Amerikafahrt des Prinzen Heinrich herabzumindern. Verlorene Mühe! „Sollen die Buren Frieden schließen?" Just zu gelegenster Stunde, da die Aussichten, dem furchtbaren Gemetzel in Südafrika ein Ende zu macken, greifbare Formen anzunehmen beginnen, erscheint in oem Februarheft der Monatsschrift „Nord und Süd" (Schief. Verlagsanstalt in Breslau, Preis pro Heft 2 Mk.) ein Aufsatz von Rogalla v. Biber st ein „Sollen die Buren Frieden schließen?" Der Verfasser kommt bei seinen Erörterungen zu folgenden Ergebnissen: „Je länger der Krieg überdies dauert, je mehr Buren versalten der über sie verhängten Landesverweisung, die bei baldigem Friedensschluß sich! voraussichtlich in eine Amnestie verwandeln würde. Schon als Lord Roberts Bloemfontein und Pretoria eingenommen hatte, war der Moment zu einem günstigen Friedensschlüsse für die Buren gekommen, da nach der Einnahme Pretorias die Hauptkraft ihres militärischen Widerstandes gebrochen war und da sie nur einmal noch im stände waren, in einem größeren Kampfe in offener Feld schlacht westlich Middelburgs den Engländern die Spitze zu bieten. Nichtsdestoweniger war die Hauptkraft der Buren gebrochen und dieselben fortan auf den Guerillakrieg verwiesen, Der einem so überlegenen Gegner gegenüber keine siegreiche Entscheidung zu bringen vermag, und der, wie dar- gelegt, jeder Aussicht auf ein Dazwischentreten des Auslandes entbehrt. England aber kann, nachdem es die Republiken sich als Kronkolonien einverleibt hat, indem es etwa nach allen gebrachten Opfern der Buren die Unabhängigkeit bewilligte, sich nicht als besiegt erklären, ohne sein bereits schwer erschüttertes Prestige in der Welt und seinen Kolonien vollends zu vernichten. Dies alles müßten die Buren reiflich erwägen, und wenn auch England ihnen keine Separatexistenz wie früher zu lassen entschlossen ist, so ist dasselbe, den jüngsten Erklärungen des Ministers Ritchie zufolge, doch gewillt, auf der Basis einer den Buren zu gewährenden Repräsentativregierung mit weitgehendster Selbstregierung mit ihnen Frieden zu schließen. Da man übrigens englischerseits bereit ist, auf dieser Basis ihnen noch wichtige andere Konzessionen zu machen, und zwar: Amnestie für alle Kämpfer, britische Nnterthanen ausgenommen, Rückbeförderung der Kriegsgefangenen, Gleichberechtigung beider Rassen und Sprocken, Befriedigung von Schadenersatzansprüchen,keine Anleihe zur Beseitigung der Kriegsschäden oder Auferlegung von Kriegssteuern, Freigabe des Besitzes von Feuerwaffen, beschränktes Stimmrecht der Kaffern, so wird man zügel'en müssen, daß die Buren nur weise handeln würden, wenn )ie den günstigen Augenblick benutzten und sich zum Friedensschluß entschlössen; denn damit würde, mit Ausnahme der nominellen Oberhoheit der Engländer, in allem Wesentlichen der frühere Zustand mit weitgehendster Selbstregierung wieder herge- stellt . Zwar konnten sie durch längeres 9lu§harren int Kampfe den Krieg noch länger hinziehen, allein es ist sehr fraglich, ob sie, wenn sie endlich niedergekämpft sind, auf derartige Bedingungen zu rechnen hätten." Sitzung dcr Stadtverordneten. 30. Januar 1902. Anwesend: Bürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, die Stadtverordneten Brück, Emmelius, Euler, Faber, Flett, Dr. Gaffky, Dr. Gutfleisch Hanau, Heichelheim, Helfrich Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Pirr, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schiele und Wallenfels. — Entschuldigt: die Stadtv. Dr. Fuhr, Huhn, Heyligenstaedt und Sch mall. Bürgermeister Mecum teilt nach Eröffnung der Sitzung mit, daß Oberlehrer Fuhr wegen Krankheit bis zum Beginn des Sommersemesters beurlaubt sei. — Berg. Wolff teilt mit, aus die kürzlich veröffentlichte Aufforderung an hilfsbedürftige Personen zum Erhalt einer Gabe an Kohlen und Kartoffeln aus einer ihm von einem Bürger übergebenenSumme von 500 Mk. hätten sich 151Per- sonen gemeldet; der Geber habe eine entsprechende Erhöhung des Betrages in Aussicht gestellt, damit die einzelnen Empfänger eine angemessene Gabe erhalten. Ferner habe die Firma Fernie 200 Mk. dem Fonds für Speisung armen Schulkinder zugewandt. Die Versammlung nahm von beiden Zuwendungen, die der „Gieß. Ariz." bereits bekannt gegeben hat, mit Dank Kenntnis. Tie Firma Gebr. Zutt beabsichtigt in der Stein- straße einen Neubau zu errichten, wozu bezüglich der Fluchtlinie, der Ausführung eines Teiles in Fachwerk und der Gebäudehöhe (der Ban soll nur ein Stockwerk über dem Erdgeschoß erhalten) Dispens erforderlich ist. Die Beschlußfassung wird ausgesetzt, da sich die Baudeputation vorher durch Besichtigung über die Wirkung eines ähnlichen Baues! in der Crednerstraße auf die Nachbargebäude orientieren will. Zu dem Gesuch des A N o l l für die Moltkestraße, das wegen Ausführung eines Teiles des Bauwerks in Holz- architektur des Dispenses bedarf, wird Genehmigung befürwortet. Dachdecker Prang beabsichtigt in seinem Hofraum in „Löbers Hof" ein Hintergebäude zu errichten. Das Gesuch wird nicht befürwortet. Da der verbleibende Hofraum nicht die vorgeschriebene Breite von 4 Metern behält. Dem Gesuch der Forstwart Arft Ehefrau um Erlaubnis zur Errichtung einer 150 Quadratmeter großen Halle am Forsthaus Hochwart soll auf Widerruf stattgegeben werden. Der Abgabe von 40 Hausen Waldstrenan Einwohner von Oppenrod stimmt die Versammlung unter Festsetzung des Preises auf 4.50 Mk. für den Haufen zu. Betr. Der Notstandsarbeiten teilt Bürgermeister Mecum mit, daß die Höchstzahl der Beschäftigung suchenden Arbeitslosen 85 betragen und aus 61 heruntergegangen ist; er hoffe, daß sich diese Zahl noch weiter verringern werde. Die landwirtschastl. und sozialpolitische Kommission habe beantragt, die für später vorgesehene Chaussierung Der 13. Schneise im Gießener Stadtwalde schon jetzt ausfuhren zu lassen, später werde es sich empfehlen, Arbeitslose mit Steinellopsen zu beschäftigen. Aus die Mitteilung des Stadtv. Löber, daß zwei vorn Bauamt einem hiesigen Oekonomen zugewiesene Arbeitslose die Stelle nicht angetreten hätten, bemerkt Bürgermeister Mecum, daß gegen dieselben entsprechende Maßnahmen getroffen würden, wenn die Namen bekannt seien. — Stadtv. Kirch spricht sich gegen die Verwendung junger Burschen in den Straßen- kehrerkolonnen aus; man möge in erster Linie Leute bestimmter Altersklassen bezw. Verheiratete berücksichtigen. — Bürgermeister Mecum bemerkt, daß diese Frage bereits erörtert fei; die Mehrzahl der jungen Leute sei angenommen worden, weil sie Angehörige zu ernähren hätten, die sonst der Armenverwaltung zur Last fielen; selbstverständlich würden sie entlassen, wenn sie faul in der Arbeit seien. — Stadtv. Kirch bemerkt, daß Straßenkehren eine geeignete Beschäftigung für Notstandsarbeiter nicht sei. — Stadstv. Hanau teilt mit, daß die sozialpolitische Kommission beschlossen habe, die jüngeren Leute mit Steinellopsen zu beschäftigen. — Stadtv. Krumm bemerkt, daß dieselbe Kom- misjion ^estgestellt habe, daß die Arbeitsleistung der Notstandsarbeiter etwa 10 bis 12 Proz. niedriger jei, das sei kein schlechtes Ergebnis; diese Arbeiten tarnen der Stadt nicht teurer als die anderen. — Beig. Georgi legt Wert darauf, daß die Straßen rein gehalten werden; es habe nichts ^schadet, h^ß man junge Leute beim Straßenkehren beschäftigt habe, da es sonst schwer gehalten habe, 85 Leute p beschäftigen. — Stadtv. Hönbach vertritt die Ansicht!, daß man die Notstandsarbeiter nicht zu hoch bezahlen solle; die Leute sollten empfinden, daß sie Notstandsarbeit verrichteten und sich veranlaßt fühlen, sobald wie möglich anderweit Arbeit zu suchen. — Bürgermeister Mecum bemerkt, daß man nicht unter das Existenzminimum von 2 Mk. gehen könne. — Stadtv. Orbig wendet sich gegen die Ansicht des Stadtv. Löber, daß 2Mk. zu viel seien; auch Stadtv. P e t r i bezeichnet 2 Mk. als unter Der Grenze Des Existenzminimums stehend. Die Holzbildhauerarbeit für die Emporenbrüstung in Der Kapelle Des neuen Friedhofs soll Dem Bildhauer Barthel hier übertragen werden. Die 5. Klasse her S.t a d t k n ab e n s ch n l e wird in drei Abteilungen mit 135 Schülern unterrichtet, die nach Abzug einer Anzahl Sitzenbleibender zu Ostern in die 4. Klasse, die zur Zeit in zwei Abteilungen mit 140 Schülern unterrichtet werden, aufrücken. Dieser Zuwachs der 4. Klasse macht eine Dreiteilung nötig. Die 8. Klasse mit 140 Schülern in zwei Abteilungen wird auf 160 Schüler steigen, was ebenfalls eine Dreiteilung nötig macht; dieselbe Notwendigkeit ergiebt sich bei der 8. Klasse der Stadtmädchenschule, deren 171 Schülerinnen bisher nur in zwei Abteilungen unterrichtet werden konnten. Nach Fertigstellung der Baracken am Hamm steh-en die nötigen Räume zur Verfügung; die beantragten drei neuen Lehrerstelien werden, nachdem Stadtv- I a n n erklärt, für Vierteilung der 8. Klasse zu stimmen, wenn die nötigen Räume vorhanden wären, genehmigt. — Ueber den Antrag der Handelskammer auf Errichtung einer Krankenkasse für Angestellte des Kaufmannsstandes referiert Beig. Wolff. Nach dem vom Großh- Ministerium genehmigten, am 3. Februar .n Straft tretenden Ortsstatut sind ,ämtliche Angestellte im Kaufmannsstande, sofern ihr Gehalt 2000 Mark nicht übersteigt oder sie nicht einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden freien Hilfskasse angehören, bei der Orts- rrankentasse zu versichern- In anderen Städten sind, wie Beig. Wolfs durch Umfrage festgestellt, die kaufmännischen Angestellten der Dersicherungspslicht unterwerfen, und es hat sich die Zuführung aller verftcherUngspflichtPen Personen in die Ortskrankenkassen bewährt- Zn Darmstadt besteht eine besondere Kasse für kaufmännische Angestellte, ihre Leistungen sind aber verhältnismäßig gering. Während die Vorstände des Detaillisten-Vereins und des Kaufmännischen Vereins sich gegen die Zuführung der Angestellten in die Orts lasse und für Errichtung einer Sonderkasse aussprechen, hat die Ortsgruppe des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen (Leipzig) und der Handlungsgehilfenverband von 1858 unter Hinweis auf ihre, große Vorteile bietenden freien Hilfs lassen sich gegen Errichtung von Sonderkassen geäußert- Gegen die Zuweisung der Angestellten des Kaufmannsstandes an die Ortskrankenkasse hat die Großh. Handelskammer Beschwerde bei dem Kreisamt eingelegt, und ersucht, die Frist zur Anmeldung der Versicherungspflichtigen bei der Ortskrankenkasse hinauszuschieben, bis der Entscheid genannter Behörde üorliegt- Der Vorstand der Ortskrankenkasse teilt in einem längeren Bericht mit, daß Dreiviertel der im Handelsstande Beschäftigten bei der Ortskrankenkasse versichert sind; er empfiehlt Ablehnung des Gesuchs um Errichtung einer Sonderkasse. Beig. Wolff erläutert hierauf eingehend die Gesichtspunkte, aus denen heraus die sozial-politische Kommission zu dem einstimmigen Beschluß gekommen ist, der Versammlung sowohl oie Ablehnung der Terminverlängerung wie des Antrags der Handelskammer auf Errichtung einer besonderen Kasse zu empfehlen. — Stadtv. Heichelheim tritt in eingehenden Darlegungen für Ablehnung des von der sozialpolitischen Kommission gestellten Antrags auf Ablehnung des Gesuchs ein und empfiehlt, dem Wunsche .her Kaufleute Rechnung zu tragen. — Stadtv. Pirr bespricht die Einrichtungen der Metzger-Jnnungstrankenkasse, die wesentlich zur Festigung des zwischen Meistern und Gesellen bestehenden guten Verhältnisses beigetragen habe; die Ablehnung des Gesuchs um Errichtung einer besonderen Krankenkasse für die Angehörigen des Kaufmcmns- standes würde er bedauern. — Beig. Wolff erkennt den Wert eines guten Verhältnisses zwilchen Arbeitgebern und Arbeitern an, das man gern mitnähme; hier handle es sich aber um die Leistungsfähigkeit der Kasse, und da bleibe die Metzgerkasse hinter der Ortskrankenkasse zurück. — Stadtv. Löber teilt die Befürchtung wegen Schädigung der Ortskrankenkasse durch eine kaufmännische Sonder lasse nicht, und hält es für Pflicht der Behörde, die Sache zu unterstützen. Stadtv. Krumm erklärt nach einer persönlichen Bemerkung gegen Stadtv. Pirr wegen Hineintragens politischer Gegensätze in die Ortskrankenkasse, daß die Begeisterung in ben Kreisen der in kaufmännischen Geschäften Angestellten für eine Sonder- kasse sehr gering sei, eine Zersplitterung schädige die Ortskrankenkasse und die Versicherten. Redner weist schließlich auf einen Erlaß der Kreisämter an die Bürgermeistereien hin, worin die Gründung neuer Krankenkassen als nachteilig für die bestehenden bezeichnet wird und empfiehlt Annahme des Antrags der sozialpolitischen Kommission. — Stadtv. Gaffky hält es nicht für geraten, die Jn- nungskasse der Metzger als mustergiltig zu bezeichnen; eine große Kasse sei leistungsfähiger als eine kleine. Sachlich richtiger fei es, die Versicherungspflichtigen der Ortskrankenkasse zuzuweisen, soweit sie nicht in eine freie Hilfskasse eintreten wollten. Im Interesse der Angestellten fei er gegen Hinausschiebung des für die Angestellten festgesetzten Termins- — Stadtv. Kirch hätte gewünscht, die Sache auch der Finanzkommission zu unterbreiten, und warnt davor, Angehörige des Kaufmannsstandes in die Ortskrankenkasse zu zwingen, so lange die Kaufmannschaft nicht darüber gehört werde- Er ist gegen den Antrag der fozialpolitischen Kommission- — Bürgermeister Mecum bemerkt, daß hierfür die sozialpolitische Kommission eingesetzt sei und konstatiert, daß keinerlei Parteistandpunkt mit der Sache etwas zu thuu habe; er könne fast Wort für Wort das unterschreiben, was Stadtv- Krumm gesagt habe, und bezweifele, daß eine neue Kasse das zu leisten vermöge, was die Ortskrankenkasse leiste- — Stadtv. Hanau bemerkt, daß in Offenbach, Mainz, Frankfurt a. M. die jungen Kaufleute den Ortskrankassen angehören, er bitte um Annahme des Kommissionsantrages. Stadtv. Dr. Guts lisch: die Frage, ob der Termin für die Anmeldung zur Ortskrankenkasse hinauszuschieben sei, müsse ausscheiden; die in kaufmännischen Geschäften Angestellten -hätten nach dem 3. Februar Anspruch auf Krankenunterstützung, auch wenn sie nicht angemeldet seien; er hofft, daß die Folge der heutigen Diskussion das Fernhalten politischer Gegensätze innerhalb der Ortskrankenkasse sei, hebt den guten Stand der Ortskrankenkasse hervor, und erklärt, daß am besten an den Arbeitern gehandelt werde, wenn man sie in der Ortskasse belasse; eine große Kasse Biete auch mehr Sicherheit gegen Krisen und bei Epidemieen. Er spricht sich für Annahme des Kommissionsantrages aus. — Stadtv. Wallenfels bemerkt, daß gerade das Hineintragen politischer Anschauungen in die Ortskasse die Kaufmannschaft veranlaßt habe, eine eigene Kasse zu gründen; er empfiehlt, dem Antrag der Handelskammer Rechnung zu tragen. — Stadtv. Dr. Gaffky erklärt, daß er für eine andere Kasse stimmen könne, wenn nicht zu befürchten sei, daß dann andere Berufskreise ebenfalls eigene Kassen gründen wollten. Damit werde aber die Ortskasse geschädigt. — Stadtv. Löber bemerkt, daß die Ortskasse verhältnismäßig wenig leiste. — Stadtv. Heichelheim tritt der Auffassung entgegen, daß durch eine kaufnrännische Kasse die Ortskasse geschädigt werde. — Stadtv. Hanau giebf einen kurzen UeberblicE über die Leistungen der OrtSkasse. Stadtv. .ft»u m m wendet sich dagegen, für Zwistigkeiten unter den Mitgliedern der Lrtskaste ehrt poetische Partei verantwortlich zu machen. — Stadtv. Emm elins teilt mit,Laß eine sräh.r vorhanden gewesene^ilfLka.se ausMangel an Mitteln eingegangen sei; er glaube nicht an die Existenzfähigkeit einer besonderen Kasse und stimme deshalb gegen den Antrag der Handelskammer. — Beig. Georgi spricht sich für Verlegung des Termins zur Anmeldung der Ver- sicherungspflichtigen aus und wünicht, daß den Kaufleuten die Errichtung einer Kasse gestattet wird, die ihren Verhältnissen entspricht. — Stadtv. Petri bestätigt, daß innerhalb der Ortskasse Parteipolitik getrieben würde und unterstützt das Verlangen des Kaufmannsstandes nach einer eigenen Kasse. — Stadtv. Pirr weist auf das rigorose Vorgehen der Ortskasse hin, wenn die Anmeldung um einige Tage versäumt werde. — Hiergegen verwahrt sich Stadtv. H a n a u in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Kasse; es entspreche nur den gesetzlichen Bestimmungen, wenn säumige Arbeitgeber bestraft würden. — Nach Annahme eines Antrages auf Schluß der Diskussion und einigen persönlichen Bemerkungen wird zunächst über den Antrag auf Verlängerung des Termins für die Anmeldung abgestimmt. Derselbe wird mit 16 gegen 13 Stimmen abgelehnt/ des gl. der Antrag auf Errichtung einer besonderen Kasse für die Angestellten des Kaufmannsstandes. Ter Antrag der Bäcker-Innung auf Errichtung einer Krankenkasse wird, nach kurzer Debatte, in der Stadtv. Löber den Antrag begründet, und befürwortet, auf Antrag der sozialpolitischen Kommission ab- gelehnt. Dem Erziehungsverein im Dekanat Grünberg, durch den 30—35 Kinder in Zwangserziehung und Waisenkinder in Pflege untergebracht find, werden 120 Mark, entsprechens einem Satze von 4 Mark für jedes Kind als Beitrag zu den Verwaltungskosten bewilligt- Das Gesuch des L- Lüter (Wolkengasse 26) um Erlaubnis zum Branntweinausschank wird nicht befürwortet, das Gesuch des Casimir Distel um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Riegelpfad 39 befürwortet- Stadtv- Krumm fragt an, ob die Art des Beschneidens der Bäume in der Ostanlage und Plockstraße die Billigung der Bürgermeisterei gefunden habe- Bürgermeister Mecum erwidert, daß die Bäume auf Vorschlag des Stadtgärtners ähnlich denjenigen in der Südanlage Pyramidenform erhalten sollen- Aus Stadt und Sani). Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, den 31. Januar 1902. ** Auszeichnungen. Der Großherzog hat dem Leutnant a.D. Kesting das Ritterkreuz 2. Kl. mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Vorsitzenden der Großh. Handelskammer Bingen, Großh. Kommerzienrat Coblenz zu Bingen, das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmutigen verliehen. — Der Großherzog hat dem Weichensteller H. Lang I. zu Ober-Eschbach die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser verliehenen Allgem. Ehrenzeichens erteilt. ** Militärdienstuachrichten. Prinz zu SolmS-Hohen- solms-Lich, Rittmeister und Eskadron-Chef im Regiment der Gardes du Corps, wurde ein Patent seines Dienstgrades verliehen. - Prüfung der Schulamts-Aspiranten. Die erste diesjährige Definitorialprüfung der Schulamts-Aspiranten und Aspirantinnen findet Montag den 28. April, vormitt. 8 Uhr, in der Aula des Ludwig-Georg-Gymnasiums in Darmstadt statt. Die Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung müssen bis längstens zum 29. März bei der zuständigen Kreis- fchulkommission eingereicht werden. ** Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogtums Hessen Nr. 15 hat folgenden Inhalt: Bekanntmachung vom 30. Dezember 1901, betr. die kirchliche Statistik für das Jahr 1900. — Nr. 1 hat folgenden Inhalt: Ausschreiben Nr. 1 und 2 vom 30. Dezember 1901, betr. Versteigerung des Grases von Kirchen- und Pfarrwiesen. Dienstnachrichten. Aufforderung zur Bewerbung. — Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: Die zweite evangel. Pfarrstelle zu Nidda, die evangel. Pfarrstelle zu Hirzenhain, dem Fürsten zu Stolberg-Roßla steht das Präsentationsrecht zu; die zweite evangel. Pfarrstelle zu Beerfelden, dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die evangel. Pfarrstelle zu Ermenrod. ** Alice-Schule. Dieser Tage sand die Generalversammlung der Alice-Schule statt, in der über die gegenwärtige Lage der Schule berichtet wurde. Was die Thätig- keit und die Erfolge der Anstalt betrifft, so sei folgendes hervorgehoben: Daß die Schule in Gießen nicht in der glücklichen Lage ist, mit großen Zahlen und bedeutenden Ueber- schüffen zu überraschen, liegt in den gegebenen Verhältnissen. Während vor 15 Jahren die Alice-Schule die einzige Anstalt war, in der weibliche Handarbeiten gelehrt wurden, sind inzwischen gleichartige Institute, kleinere Handarbeitsschulen, lote Pilze aus der Erde geschossen. Selbstredend zerfällt dadurch da§ frühere Ganze in verschiedene Bruchteile, und es galt durch Einrichtung neuer Darbietungen, wie Bügel- und HandelSkurse weitere Einnahme-Quellen zu erschließen. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Koch sch ule, welche, mit eignem Gelde wirtschaftend, sich dem großen Ganzen der Alice-Schule angliedert und unter Leitung der Frau Baronin v. Buseck seit etwa 10 Jahren erfolgreich arbeitet. — Seit Herbst 1901 wurde, in Verbindung mit dem „Kaufmännischen Verein", einen Handelskursus für Damen errichtet, berrege Beteiligung fand. Unter der zielbewußten Leitung einer vorzüglich bewährten Kraft wird sicherlich darin sehr Gutes geleistet werden. — Von den letzten 5 Jahren, 1896 bis 1901 stellen sich laut geprüfter Rechnung: 1896 97 Einnahmen? 6594.10 Mk., Ausgaben: 6041,21 Alk. 1897,98 „ 3939,39 „ „ 3697,92 „ 1898/99 „ 3831,47 „ „ 3822,7cf „ 1899/1900 „ 4268,84 „ „ 3996,68 „ 1900,01 „ 4206,83 „ „ 4041,59 „ Die auffallend höhere Einnahme de§ Jahres 1896/97 erklärt sich daraus, daß danach ein Kapital von 1800 Mk. zurückgezogen wurde, sowie aus besonderen Zuwendungen aus der Hauptstaatskasse und Spar- und Leihkaffe im Betrage von 1100 Mk. In den darauffolgenden Jahren bestanden diese: 1897/98 in 420 Mk., 1898/99 in 600 Mk., 1899/1900 in 100Ö Mk., 1900/01 in 750 Mk. Dir Einnahmen und AuS- gabett der Kochschule betrugen^ Schneidern. Lehrkursus. 5 erbrachte Trotz der 4206,20 4654,98 4365,68 1897/98 1898,99 1899/1900 7 14 9 6 12 4068,02 3699,84 3567,73 1896,97 1897/98 1898 99 1899/1900 1900,01 29 11 14 20 37 in den 63 47 52 33 46 Bügeln. 17 22 16 13 7 Jahren Sticken. 20 26 24 17 27 zwischen 20 bis 30 im Jahre, sich auf die einzelnen Kurse: Lehrkursus. Weißzeug. Das Schulgeld der Alice-Schule 11 730,50 Mk.; das der Kochschule 5008,63 Mk. verschiedensten Schwierigkeiten, mit denen die Schule zu kämpfen hatte, ist es ihr gelungen, sich ehrlich durchzuarbeiten, und so ift zu hoffen, daß sie auch in der Zukunft wachsen, 1896/97 Einnahmen: 3760,45 Mk., Ausgaben: Mk. 1900/01 „ 3916,84 „ „ . . Mitglieder zählte der Verein 330 — 360 p. I» Die Zahl der Schülerinnen der Kochschule bewegte sich durchschnittlich '' ‘ ‘ “ Die der Alice-Schule verteilt blühen und gedeihen wird. ** Die allgemeine Hegezeit in Feld und Wald beginnt im Großh. Hessen mit dem 1. Februar. * Hessische Handwerkskammer. In wenigen Wochen findet zum erstenmal die Abnahme der gesetzlichen Prüfung für ausgelernte Lehrlinge des Handwerks statt. Teils sind es die Prüfungsausschüsse der Innungen, teils diejenigen der Orts-Gewerbevereine, vor welchen die Prüfungen abgelegt werden; wo diese beiden Arten von Vereinigungen nicht bestehen, sind es die von der Handwerkskammer speziell gebildeten Prüfungsausschüsse der Kammer. Wie bei allen Neueinrichtungen, so herrscht auch hier noch große Unklarheit und Unkenntnis und massenhaft kommen an das Sekretariat der Handwerkskammer in Darmstadt Anfragen aller Art. In einer kürzlich stattgehabten Sitzung wurde dieserhalb seitens des Ausschusses für das Lehrlingswesen beschlossen, in den verschiedenen Kreisen des Großherzogtums die Vorstände der Innungen und Orts-Gewerbeoereine, sowie deren Prüfungsausschüsse zu gemeinsamer Besprechung einzuladen und bei dieser Gelegenheit Belehrung und Aufklärung in die beteiligten Kreise zu tragen. Es sind zu diesem Zwecke direkte Einladungen ergangen. •* Postverkehrsnotiz. Postpackete ohne und mit Wertangabe werden fortan nach allen Orten des egyptischen Sudan angenommen. Die zulässige Höhe der Wertangabe richtet sich nach dem Beförderungswege. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. ** Za Amerika verstorbene Heffen. Jakob Balz aus Biebelnheim, gest. in New-Pork, 47 Jahre alt. — Käthchen Enders, geb. Ackermann aus Nieder-Saulheim, gest. in Denver (Col.), 35 Jahre alt. — Joh. B. Fre ysi nger aus Bingen, gest. in New-Haven (Conn.), 54 Jahre alt. — Philipp Schäfer aus Lindenfels, gest. in BacyruS (Jll.), 56 Jahre alt. — Katharina Hartmann aus Reichelsheim, gest. in Springfield (Ohio), 86 Jahre alt. — Katharina Ockstadt aus Büdingen, gest. in Washington; 76 Jahre alt. — Heinrich Soldan aus Pferdsbach (Kr. Büdmgen), gest. in Pigeon (Mich.); Jakob Weber aus Oberheffen, gest. in Philadelphia, 72 Jahre alt. et Butzbach, 30. Jan. Am Mittwoch fand die Generalversammlung des Volksbildungsvereins im Gasthause „Zum goldenen Löwen" statt. — Dem Rechenschaftsberichte des Herrn G. Vogt nach beträgt die Mitgliederzahl nach Zugang von 6 nunmehr 166. Der Bibliothek wurden im abgelaufenen Vereinsjahre 4 336 Bände entliehen. 4 Vorträge wurden gehalten, die von 810 Zuhörern besucht waren. Rechner Steinhäuser berichtete, daß als Einnahmen zu den Beiträgen der Mitglieder von 325 Mk. die Zuwendungen des Mathildenstifts von 200 Mk. und des Vorschußvereins von 100 Mk. kamen. Für Bücher wurden 100, für Zeitschriften 150 Mk. verausgabt. Der seitherige Vorstand wurde in seinen Aemtern belassen. Schotten, 30. Jan. Das „Lehrerheim" bei Schotten wird in kurzem von der hessischen Lehrerwelt auf eigene und feste Füße gestellt werden, sodaß sein Fortbestand auf Jahre gesichert ist. Der Vorstand des „Lehrerheims Vogelsberg" erließ in den letzten Jahren einen Aufruf zur Zeichnung von Darlehen von 50 Mark zu 3 Prozent vom Hundert verzinslich. Verbindlich sollten die Zeichnungen nur dann fein, wenn die Zahl 200 überschritten würde. Diese Zahl ist nun in den letzten Tagen erreicht worden. Weitere Zeichnungen sind natürlich willkommen. Spätestens in sieben Jahren beginnt die Rückzahlung der einzelnen Darlehen durch planmäßige Auslosung der Schuldscheine. Das Heim besitzt einen Wert von 37,787 Mark. Es ruht darauf eine Schuldenlast von 24,269 Mark. I Vom nordwestlichen Vogelsberg, 30. Jan. In den Wal- düngen unserer Gegend finden letzter Tage die ersten Holz- ver st eigerungen in diesem Jahre statt. Die Preise für Brennholz sind bedeutend geringer als im Vorjahre. Während damals zwei Raummeter Buchenscheitholz auf durchschnittlich 18 bis 20 Mark kamen, werden diesmal 14 bis 16 Mark dafür bezahlt. Nadelscheitholz kostet 4 bis 5 Mark der Raummeter, im vorigen Winter dagegen 5 bis 7 Mark. Darmstadt, 30. Jan. Ein heiterer Zwischenfall ereignete sich am Dienstag bei der Aufführung des „Veilchen- f reff er" im Hoftheater. Fräulein Grohö, die anfangs die Nolle des „Dienstmädchens Minna" gespielt hatte, wurde splötzlich krank und wurde im 3. Akte durch Fräulein Wis- thaler ersetzt. Als der Bursche Peter (Herr Schulze) seine Minna auf der Citadelle plötzlich in solch anderer Verkörperung erblickte, rief er ihr entgegen: „Hast Du Dich aber verändert!" — worauf ungeheure Heiterkeit im Publikum. Meteorologische Beobachtungen ______ der Station Gießen. Jamlar Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit, Windrichtung Windstärke Wetter 30. 026 754,6 4- 1,3 3,5 68 NE. 4 Sonnenschein 30. 9^ 758,8 - 0,7 4,3 70 NE. 2 lcht.bew. Hirn. 31. 7“ 760,9 - 1,4 4,1 90 NE. 2 Heller Himmel Höchste Nrebric Tempe jftc LtttUV < int 29. §ar - 29. „ i. biS 3 0. Jan 4- 2,2° 6. — 0,8« 6. 17 22 16 13 n 14 20 37 mttn » ie d,- ,S* n 'M wachst llb b-gimt im ZS» 3o67,73 ; ^u,= *4 «iMt Nen findet '« P-Üsun- ?ll§ bieieni9en ^gen abgelegt ^gen nicht bl ^.speziell qe, ®le bei allen * Unklarheit 005 Sekretariat l8« aller Art. "oberhalb seitens Men, in den Vorstände der •ren Prüsungs. laden und bei die beteiligten le Einladungen d mit Wertan- egyptischen )e der Wertan- Nähere Aus- lob Balz aus dt - Käthchen cheim, gesl. in ceysinger aus 4 Jahre alt. - : BacyruS sJll.), us Reichelsheim, ff. — Katharina n; 76 Jahre alt. Büdingen), gell Hessen, gesl in id bie General- I im Gasthause Hchaftsderichte ziiederM nach chek wurden im ehen. 4 Vorträge besucht waren. z Einnahmen zu )ie Zuwendungen Vorschußverems 100, für Zeit- Vorstand wurde m" bei Schotten t auf eigene und estand auf Jahre ims Vogelsberg' nr Zeichnung von Hundert verzins- nur dann fein, iese Zahl ist nun itere Zeichnungen leben Ich-»bie Km durch pl«”' beim befät eine Schuldenlast htMbtt y Vetter LrHin" 2 I 6. i, 8«»' + A ft s , | Sonnen^ 4 '(rhtben^'t 2 l?.I^ niinn^l n. I» d-n «°l' die ersten Holz Die Preise sur & Mark der Raum- Mark. . „ Zwrfche^^ des Weilchen- ) di- T' hQtle, wurde vielt Ham, .a Fräulein «-sch^."7 5** m ssllldllkum-___ an CQ 62 ar» £ 2 3 CD o Gl O <3 3 o P o CD 3 3 «sa 2 C *8" CD e-> c, CD 2 .5 E ZD "g 3 3 <32 s 2 CD 2 du o s 'S' OJ D 2 CD S N 3 CD Jo 3 -C *8 o A *ci g* c 2 *8* c ZD — 3 c-. - 2 G- - p 3 T <32. 2 2 "ä 6» 2 CD C _ KI cs* **"“ Gl 3 CD V E p cd »# »3 5 o o >b>b 2 K 3 . — CDCQ o c c cs? "3. j_, _ o 15 •= © T Gl C " o s& CD 3 3D v ar» 3 • 3D >—• *-• o B—* • TS S § ‘3.B^ o CD 5 Ecr? VD CD ±! cd si o A-S c. C 3 72 « 3 *ti 3 »C 55 5 3 r-r cQ. VD O .2. 0 . E Gl C O "ej ® «DM CD M = •3® .3 C VD CD 3 * -O ’-E 3 c, §> 3 •5 'S' 3 " i - 2® P P "5 ff ar» O 2 CD ■** 3 3^2 O ZD — P 3 GS# «I C u 3 c-> I-UXD 33 _ ,X £ ZD ^■33^ 3 >b U g g ZM tr *» C o S 5 CD 3 TD 3 3 3 r- N CD 3 3 ro -3 ~ C •S' cd” • - c Z^2ZM = 5* 3 o a> o **~ CD TD - 3 in: & ?3 % -O • *c'-2 K £• Qj — ü Ä. 3 3 -c * * 3 5 g & ® .2 ,S§= " - 3 = 01 R 6262 § ° 3 3^ c: £ ."3 3 p CD .O »C-.Ü 3 «. 92 3 :C i-. CD^r — - z? r 75 C 3 Ä 3 ar» »ff • 'm io o Gl m 3 § <31 O c ar» 3 3 «v 3 3 3 XD 3 3 is 5 3 *13 X C K 3 ä°e K jQ *T* 05 ß 3 • . 3 3 Gr» x> . r-» >—> QN 3 =< -c!3 2 >b 3 3 0* o 3 CD § TD £ 3 » r2 3 CO 305 06 <--; — *2 e 3 «33 »33 Ä S* o ■S tiS 5.^ c q ° >3 "5 n. E — rrn 3 « L 3 äJÜ 5 _ c p 3 3, 3 "3 ° CD ^=2-© "3 " >b r* >b ® Ö M «LS4 S^L. N C N- L io L toeK 2 B c *8“S 8 ÄÄ 85 CD Gl w & E = & iSLK « s x# ö CQ Z< SS 6*? I«> «Q 8 c g N 2 -3 ec 8'a — <ÄZ 5 s t9S c E E s >« 3 s V V Z 1O cc *8 CD io 62 E O o 3 o 3 i® e v a 3 2 S« E 3 C c ■c -c c § ar»j^ 3> CC e VD kO 3 V ö -J iß 5. 3^ iO CO ^-t X» aa er" O» -cr>y.^7 c KZL8UÄ-L E»IZLZ SS7 sfojöC •3 S -O d o o jO "ST £ J5 to — CD -3 3 CD 3 OD Gl o 06 o p 2 B TD CD = 3 c CD (9 2 2 C4 85 •H e 2' *3 CD ar» .i? iE. 2- 4D> C c 3 CD iS 3 --C ZD 3 2 «» L) CD s ar» L 3 *ti C S 1 c _ VD 3 - U2 >b CD 3 CD 3 «B 5 5 *3 <2. 3» & 3 3 3 O C 3 S -5 "SS ZS ;Q 3 «5-5 LZ V c 6 § CD S* o — Z2 = «® O Cv «e'-° O i CD o K ® E^-LP 3 $; ZD ZD 3 C3 CD *. C M 5 aa 3 S O xs Zv Z 85 ar» „ "*5 ar» c> c: 5 B « 3 P Ä 3 8$ - -E . V 3 •-< e s >b§ e o = aö ® c 3 3 *E V - CD*^"^ -o *3'^2.® = _ c (DSS 3 6 LZ 5Ö « 3—3 «g - • H 5 . ZD >C P ;a Gr Holz-Versteigerungen im sicher Stadtwald. Mittwoch den 5. Februar, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, Distrikte Gänsweid, Langenbuchen und Eisenkaute, versteigert werden: 430 rm Buchen-, 6 rm Eichen-Scheiter, 210 , Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppel, 3927 Buchen-Wellen, 4600 Buchen-, Eichen- und Nadel-Durchforstungs-Wellen, 190 rm Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke, 790 Stück Reisstangen, 6 Buchenstämme von 42—65 cm nrittl. Durchm. — 8 km. Bemerkt wird, daß die Buchenstämme um 11 Uhr zur Versteigerung kommen. — Zusammenkunft auf der Nieder- Bessinger Schneise, am Steinbruch. Ferner: Freitag den 7. Februar, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Großhäuserberg versteigert werden: 800 rm Buchen-Scheiter, 6 , Eichen-Scheiter, 3 , Kirschbaum-Scheiter, 325 , Buchen-Knüppel, 40 , Nadel- und Weichholz-Knüppel, 11 Fichten-Stämme 134 Fichten-Derbstangen 132 Fichten-Reisstangen Die Zusammenkunft ist am Lich, den 28. Januar 11 5800 Stück Buchen-Wellen, 1100 „ Eichen- und Nadel- Wellen, 174 rm Buchen-Stöcke, 60 , Eichen-Stöcke, mit 2,60 Festmeter, „ 6,71 , 1,58 Heuweg. 906 Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Heller. Kunst-Aasstellung. im Turmhause am Brand d ist täglich, mit Ausnahme Samstags, von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs auch noch von 8 bis 5 Uhr nachmittags. An Sonn- und Feiertagen von 11 bis 8 Uhr ununterbrochen. — Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg^ an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. 116 Emiauer’scher Quartett-Verein. Dirigent: Herr Leopold Geller. Sonntag den 2. Februar 1902 abends 5 Uhr: verwaltet Herrn Stork. 892 Probetöpfchen ä 25 Pfg, In den besseren Colonöal- waaren-, Delicatessen- u. Drogen-Handlungeni Vertreter für das Grossherzogtum Hessen, die Provinz Hecsen- Kassan und den Kreis Wetzlar: 875 Carl Felsing, Frankfurt a. Main, Kronprinzenstr. 87. SIRIS-GESELLSCHAFT, G. m. d. H. Frankfurt a. AL im grossen Saale des Gesellschaftsvereins unter gütiger Mitwirkung der Frau Emma, Bellwldt aus Frankfurt am Main (Sopran), Fräulein Wilhelmine von Preuschen aus Wiesbaden (Klavier) and des Herrn Theodor Haubach, Mitglied des Vereins (Bariton). Billets in der Musikalienhandlung Ernst Challler (Rudolphs Nachf.) ........ und abends an der Kasse. Sperrsitz Mk. 2.—, Eintrittskarte Mk. 1.50, Studcntenkarte Mk. 1.—, letztere auch beim Haus- wie der amerikanische Fleisch-Extract ist SIRIS. W ohlschmeckender, kräftiger, ausgiebiger, dabei nur halb so theuer ™T Keute und folgende Hage gelangt ein Posten zurückgesetzter Korsetts zu außergewöhnlich billigen Preisen zum Verkauf. Friedl*. Teipel 18 Markt 16. 1834] 16 Markt 16. WmpchtNg. Mittwoch, 12. Febr.d.J., nachmittags 2 Uhr, soll die Jagd der Feldgemarkung Obersteinberg, ca. 900 Morgen, auf hiesigem Rathaus auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Watzenborn, 12. Jan. 1902. Der Gemarkungsvorsteher __________Hirz._______933 WmplhtW. Donnerstag den 6. Februar l. F., vormittags 10 /z Uhr, soll bei Frau Gastwirt Philipp Steffan Witwe dahier die hiesige Gemeindejagd auf 6 Jahre verpachtet werden. Dieselbe besteht aus 336 Hektar Wald- und 1134 Hektar Feldjagd. Der Wildstand ist ein sehr guter. Echzell hat Eisenbahnstation der Nebenbahn Friedberg— Nidda. Der Wald liegt 15 Minuten vom Bahnhof. 786 Echzell, 22. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Echzell. Reiz. ■fflWii Fernste Mhm kemlatiMst VraNschN.Lebemm'st „ SariiellellleheWUst „ Mcttiviirst echte Kanff. Würstchen re. rc. re. empftehll 573 Christin Wallenfels, 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal Telephon 262 ____Gegründet 1826.______ Berliner Pfannkuchen EKpeppeB Kaffee- und Höeegeöäck große Auswahl in Knchen nnd Torten empfiehlt täglich frisch in nur besten Qualitäten 561 Koridilorei Echte Kal. Elaccaroni Este. 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