Nv. 805 täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem Kewschen Laadwirt die «tehener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. -Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen 'Untvers.-Buch- u.Stein- druckeretlk. 2.—viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummev bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 13Pf, auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. u. allgem. Teil i.V.: Jr.Hannemanrv füt„©tat)t u. Land* undj ,Gerichtssaal*: 6urt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. EvsteS Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 80. Dezember 1908 ' Ä vezuusyret»: monatlich 7bPf., viertel^ GlchenerAnzeige Seneral-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Jedermann wird in den jetzige« Mntermonaten mir ihren langen Wenden daraus bedacht sein, eine Zeitung zur Hand zu haben, die ihn nicht nur mit Hilfe eines umfassenden Depeschen- und Telephondienstes und eines weit ausgedehnten Netzes von Berichterstattern über alle wichtigen Ereignisse in Stadt und Land orientiert, sondern ihn auch über die wichtigen Reichstagsverhandlungen, wie Uber die bedeutsamen Beratungen in der Zweiten hessischen Kammer schnell und zuverlässig unterrichtet ihm aber auch in spannenden Erzählungen, anregenden mrd fesselnden Romanen, sowie einer reichten Auswahl au- der bunten Tageschronik eine geeignete, gern gelesene Iamilienlektüre bietet. Alle diese .Vorzüge genießt der Leser durch den „Gießener Anzeiger", der im 152. Jahrgang steht und nicht nur die älteste, sondern auch bie reichhaltigste, größte nnb beliebteste Zeitung Oberhessens ist. Bestellungen auf den „Gießener Anzeiger" für das neue Vierteljahr werden bei allen Postanstalten, Zweigstellen, von den Zeitungstrügern und Briefträgern entgegengenommen. Ten Postabvnnenten empfehlen wir, das Abonnement noch schnell u erneuern, damit keine Unterbrechung in der Zustellung stattftndet. Politische Tagesschau. Der PfeU im Kocher. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 29. Dezember: Nach den „Münch. N. Nachr." soll eine völlige Aende- rung der Geschäftsordnung des Reichstags sogleich nach Beendigung der parlamentarischen Ferien in bie Wege geleitet werden. Die „Nctt.-Zig." hält die Mitteilung — u. a. sollen Zentrum und Konservative bereits den betreffenden Antrag Spahn (Ztr.) unterschrieben haben — in dieser Form für wohl nicht zutreffend. Auch wir haben Grund, dies zu bezweifeln. Ter Antrag, der eine radikale Umgestaltung der Geschäftsordnung bezweckt, wird existieren. Aber er ist ein im Köcher gebliebener Pfeil, der in der Hitze des Zolltarifgefechts gefertigt wurde, um für äußerste Halle bereit zu sein. Es ist kaum anzunehmen, daß man nach den Ferien ohne zwingende Veranlassung einen neuen Feldzug gegen die Minderheit einleiten wird. Eine so dauerhafte Präsenz, wie sie hierfür erforderlich wäre, ist äußerst schwer gerade zu Besinn des Jahres zu erzielen. Erst bei entscheidenden Abstimmungen über Positionen des Reichshaushaltsetats finden sich nach Und nach die Ferienfvohen ein. Praktische Bedeutung würde unseres Erachtens der Antrag Spahn dann vielleicht gewinnen, wenn die Sozialdemokratie ihre Ankündigung wahr machte, beim Etat eine lange Reihe namentlicher Abstimmungen herbeizuführen. Aus Stadt und Land. Gießen, ben 30. Dezember 1902. •* Gedenktage. Am 80. Dezember 1892 starb der Geschichtsforscher Karl Ritter von Höfler. Er erhielt im Jahre 1841 eine Professur in München, wurde aber am 26. März 1847 ihrer durch einen Gewaltstreich ohne Urteil enthoben. 1861 folgte er darum einem Rufe nach Prag als Professor der Geschichte. In dem nationalen Kampfe zwischen Deutschen und Lzechen in Böhmen bewies sich Höfler stets als ein mannhafter Vertreter des Deutschtums. 1872 als Mitglied in das österreichische Herrenhaus berufen, wurde ihm durch Verleihung des Ordens der eisernen Krone der erbliche Adelstand verliehen. ** Provinzial-Ausschuß. Samstag, den 3. Januar 1908, Vormittags 81/, Uhr findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes hier, Brandplatz No. 9, eine öffentliche Sitzung des Provinzial-AuSschusies der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Nebenbahn Lauterbach—Grebenhain—Crainfeld; hier: Enteignung von Gelände. 2. Gesuch des W. R. Schneider zu Ober-Mörlen um Erlaubnis zur Errichtung eines Ringofens in der Gemarkung Nieder-Mörlen. ** Auszeichnungen. Von S. K. H. dem Groß- herzöge wurde dem Schmiedmeister Philipp Simon zu Viernheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift ,Für treue Dienste* verliehen. ** Aus dem Theater-Bureau. Auswärtige Theaterfreunde seien ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß oui Neusatz rstage nochmals eine Nachmittagsvorstellung stattftndet, in welcher wiederum eine der beliebtesten Saisonnovitäten, das dreiaktige Blu- menthal-Kadelburgsche Lustspiel „Das Theaterdors" in Szene gehen wird. Die „Rößl"-Verfasser haben mit dieser Stovttät ein ganz amüsantes Stück aus die Bühne gebracht, in dem man sich für einige Stunden recht gut unterhalten kann. Namentlich der zweite Akt ist von drastischer Wirkung^ Billets zu ermäßigten Preisen sind im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier ju Haden (Loge 1,30 Mk., Saal 80 PsgJ. Die Kassenpreise betragen für Loge 1,50 Mk., Saal 1 ML, Galerie 40 Pfa. ** Evauge 1 ischer Arbeiterverein. Die Weihnachtsfeier am 28. d. M. bot wieder das Bild eines schönen, harmonisch adgestimmten Famllienabends. ssärch einem Gesang des Gemischten Chors begrüßte der Vorsitzende, Pf. Euler, die Anwesenden. Er gedachte auch des er- jchütternden Eindrucks, den der Tod unseres allverehrten Dr. Gr ein allerorten gemacht.habe und der ganz besonders iur Verein nicht so bald zu verwischen sein werde. — Die eigentliche Festansprache hielt Pf. Scheune mann, der sich durch vortreffliche Ausführungen über den Weihnachts- geoanken schnell die Sympathie der Zuhörer zu gewinnen wußte. Weitere gemischte Chöre, zwei allerliebste Kinderduette, von einer der nein en Künstlerinnen selbst auf der Zither begleitet, ein Weihnachtslied, vom Kinderchor gesungen, sowie eine dankbar aufgenommene Deklamation des Herrn Schufst füllten den weiteren Abend. ** Reichsbank. Dym 1. Januar 1903 ab werden die bei den Kassen der Reichsbank vorhandenen und eingehenden Vereinsttzaler nicht mehr verausgabt. An demselben Tage wird die in Dresden bestehende Neichsbank- stelle in eine Reichsbank-Hauptstelle um gewandelt. — Die Gießener Aktienbrauerei hat für ihn Kunden Abreißkalender Herstellen lasten, die recht geschmackvoll ausgestattet sind. Die Kalender werden von der Brauerei an ihre Kunden gratis abgegeben. *♦ Billige Weißbinderarbeiten. Die Gemeinde Hungen läßt einen Anbau an ihr AmtögerichtA- gebäude errichten. Die dabei nötigen Bauarbeiten, welche vom Hochbauamt in Gießen geleitet werden, sollen nur von Hungener Handwerkern ausgeführt werden. Bei der am 15. d. M. abgehaltenen Submission der Weißbindern arbeiten standen Die Angebote der drei Mindestforderwi den in so offenbarem Mißverhältnis zu den verlangten! Leistungen, daß infolgedessen keine tüchtige Ausführung erwartet werden konnte. — Die Angebote blieben mel)r ate 50 Prozent unter dem Voranschlag. — ES wurde deshalb beschossen, ein neues Submissionsverfahren einzu- leiten. Elektrische Bahn Wiesbaden — MainA —> Biebrich. Mit der Absteckung der elektrischen Bahn von Mainz nach Biebrich, Schierstein und Wiesbaden toirfo in den ersten Tagen des Januars begonnen werden. Di« diese Arbeiten bethätigeuden Ingenieure der „Süddeutsch«, Eisenbahngesellschaft" haben bereits ihr Quartier in Mchnz aufgeschlagen. Bekanntlich hofft man, im Herbst 1903 die Linie M a mz—Schierst ein in Betrieb nehmen zu können. t. Leihgestern, 29. Dez. Ein zweijähriges Kind spielte mit seinem in der Wiege liegenden ^jährigen Schwesterchen, und steckte ihm einen Patent-Hosenknopf m den Mund. Die Eltern konnten trotz aller Mühe den Gegenstand nicht entfernen, erst einem herbeigeholten Heilgehilfen gelang e§, den Knopf zu entfernen und das Kind, das beinahe schon erstickte, zu retten. da. Grebenhain, 29. Dez. ES ist bis heute amt* lich noch nichts bekannt, wann mit dem Bah »bau Grebenhain-Gedern begonnen werden wird, trotzdem schon viele Arbeiter, Schachtmeister rc. sich in der Nähe der Orte, die die Bahnlinie berührt, Wohnungen gemietet habe», und diese auch schon längere Zeit bewohnen. Wie gerüchtweise verlautet, soll erst anfangs März 1903 mit dem Bau begonnen werden. Es wird an dieser Verzögerung, wie man annimmt, schuld sein, daß die Genehmigung vom ReichSeisen- bahnamt noch fehlt. Gedern, 29. Dez. Hier und in der Umgegend treten infolge der nassen Witterung Influenza und HalS- krankheiten unter Kindern und Erwachsenen stark auf. Ganze Haushaltungen sind an das Bett gefesselt. p. Friedberg, 29. Dez. Der vor etwa 12 Tagen in der Sandgrube bei Schwalheim verschüttete Arbetter Rühl, genannt Bismarck, konnte erst am Samstag, mittags, als Leiche geborgen werden. Man war bereits am 1. Feier- tag auf ihn gestoßen, aber neue Rutschungen verhinderten weitere Arbeiten, Man fand Rühl in halbliegender Stellung in einem Schacht von etwa 12 Meter Tiefe. Gestern fand seine Beerdigung in Schwalheim statt._____________________ Vermischtes. • Berlin, 26. Dez. Nach einten Anschlag am schwane» Brett der Börse gehören zu ben durch den Depotverwalter Die Kaiserkrönung in Indien. In Delhi, der altindischen Krönungsstctt>t, in der nach unserer gestrigen Meldung aus Darmstadt jetzt auch Se. Könial. Hoheit unser Grotzherzog ein getroffen ist, haben die glänzenden Krönungsfeierlichkeiten gestern ihren An- sana genommen. Ern Mitarbeiter des „B. B.-C.", Herr Georg Halber, benutzt diesen Anlaß zu folgenden inter- essanten Betrachtungen: . Welch' ein anderes Bild als eine Königskronung am Strande der Themse! Da beleuchtet die glühende Sonne des Südens ein Märchenschauspiel; mehr als 400 mdftche dürften von Schwärmen von Dienern begleitet, versammeln sich 'zur Huldigung; Diamanten alitzern auf ihren Gewändern wundersame, ftemdartige Webereien schmücken ine Schabracken ihrer Tiere. Schwarze,^braune gelbe, weiße Menschen schauen, tummeln sich jubeln; Elefanten bilden mit klugen Augen über das Gewimmel hm. Die Pr^ht und der Märchenzauber des indischen Orientes toirb diesem Krönungsfeste Den Stempel aufdrücken; und was ihm noch £tn ganz besonderes Relief verleiht, das ist die Stätte fjr freier Das ist die Majestät, Die Meitze und der Ruhm der Krönungsstadt an der Dschumna, wo Generationen v^l Herrschern gekrönt und Dynastien zu Grabe getragen wo Wunderwerk menschlichen KunstiinneS und unerhörte Thaten menschlicher Verworsenheit verübt wor- j>o„bo7 ist^nun"fthon eine recht ehrwürdige Stadt, „brr S ift ein Kind gegen Rom; und als an der Stell« d^s „ewigen" Rom aller Wahrscheinlichkeit nach noch kaum eine Dürftige Schäferhütte stand, beiläufig ein Jahrtausend vor der Gründung der Stadt, da regierten in Delhi die Uindukönige und es wird erzählt, daß m dieser L>tadt bamaJ die Straßen mit Gold gepflastert waren und mll hflSümiertem Wasser besprengt wurden. Dazumal hieß Delhi aber Jndrapastha und lag mehrere Kilometerweit üom heutigen Delhi entfernt. Das stolze Jndrapastha ist beute nur nodj ein mächtiger Schutthausen, und wie ihm, so ist es nacheinander noch fünf anderen Delhis gegangen, hie anbere Dynastien, andere Herrscher begrunbeten, bie Macht und Glanz prangten und nun Ruinen, freilich zum Teil wunderbare Ruinen sind, bis Dann im 17. Jahr- > hundert der Großmogul Schah Jehan das heutige Delhß nahe an den heiligen Wassern der Dschumna begründete. | In jener Zett hatte Delhi noch mehr Einwohner als London, und feine Herrscher wußten vielleicht kaum von der Hauptstadt jenes Nebellandes; heute ist Delhi die Sklavin der Themsestadt und huldigt dem fremben, weißen König... Das heutige Delhi also entstand im Jahre 1638. Der Großmogul beschloß, seine Residenz in ein neues Schloß zu verlegen, und die ganze gewaltige Stadt wanderte dem Schlosse nach, wie ein Zeltlager. Noch heute aeigt ihre Anlage einen großen Zug. Eine mächtige, gerade Hauptstraße durchzieht sie: sie ist platzarttg breit und heißt Mond- ftrahb-Markt; ihre Lange übertrifft die Berliner Friedrichstraße fast um das Doppelte. Diese Straße macht einen großartigen Eindruck, Tausende von Menschen beleben sie und bie englische Verwaltung sorgt für angenehme Reinlichkeit. Sonst sind die Sttaßen meist eng. Aber alle Leistungen unserer gepriesenen abend- ländisc^n Kultur verblassen, wenn wir unsere Blicke auf die Wunderwerke indsicher Kunst richten, mit Denen viele Generationen Die KrönungsstaDt geschmückt haben. Im heutigen Delhi ist es vor allem jenes Schloß des Schatz Jehan, Das wie ein Wirklichkeit gewordener Märcheuoau anmutet. Zu Der Zeit, als Deutschland sich im Dreißigjährigen Kriege verblutete, wurden hier im fernen Osten diese herrlichen Marmorsale geschaffen, deren Decken Säulen von Der edelsten Form tragen. Pfeiler und Wände glänzen in reichfarbiger Steinmosaik, die Kassetten der Decken waren mit herrlichem Silber- und Goldftligranwerk geschmückt. Der Marmor ist zu Ornamenten von der Zartheit venetia- nischer Spitzen bearbeitet, in den prächtigen Höfen sprangen kühle Brunnen, die Haremsräume funkelten von Edelsteinen, Die BaDezimmer waren mit unzähligen Spiegel- Itückchen ausgelegt. Im Diwan-i-Khas, einer wunderbaren Halle, in der Kraft unD Leichtigkeit zu einem idealen Bunde vereinigt sind, stand jener berühmte Pfauenthron, der von unerhörter Pracht, von Gold, Perlen und EDelsteinen geradezu sttotzte, und von einem europäischen Juwelier, Der ihn sah, auf 200 Millionen Livres geschätzt wurde. Den Pscmenthron hat Nadir Schah 1738 als gute Beute nach Persien entführt, bie Dynastie der Großmoguln ift gesunken, aber ihre Besieger neigen sich vor ihren Werken, und durch die Hallen dieses Schlosses schreitend, die $um großen Teile noch so frisch und neu erscheinen, als wären sie gestern vollendet, empfinden sie die große Wahrhett, daß der Orient Wiege unD Hüter aller Kunst ist. Ex Oriente lux... . Rings um Delhi wieviel Trümmerstätten, wieviel Denk» maler großer Zetten, gewaltiger Kämpfe! Die Dynastten lösten hier einander ab; ein Sklave, Namens Tuglak, ermordete seinen Käiser, bestieg selbst den Thron und begründete eine neue Residenz, Tuglakabad, die er mit wahrhaft cyllopischen Mauern umgab. Er war ein finsterer Wüterich und sein Grab ist eine düstere Moschee, von einer starken Zitadelle und Sümpfen ringsum oehütet. Seine gewalttge Stadt stürmte Der furchtbare Tamerlan, fünf Tage lang ließ er in ihr schlachten und plündern und wilde Tiere sind seitdem ihre Bewohner. Neue' Residenzen entstanden auf diesem ftädtezeugenben Boden. Der zweite Der Großmoguln, Humayan, gründete seine Hauptstadt, Jndrapat, auf Dem Boden des alten arischen Jndrapastha; noch heute stehen die Moschee, Die Bastionen, die Thore dieser Stadt zum Teile wohlerhalten- und noch heut steht das Grabmal ihres Gründers, das Hesse-Wartegg das schönste von ganz Asien, mit alleiniger Ausnahme Der Tadsch-Mohal von Agra, nennt Und immer wieder neue Ruinen, immer wieder neue alte Städte, Moscheen, Säulen, Gräber, Sternwarten/ heilige Wasserbecken. Das Riesenhafte ist ein Charakterzug dieses unermeßlich üppigen Landes, das Riesenhafte überwältigt auch hier. Es kommt uns beim Anblicke dieser in das tiefe Dunkel der Jahrtausende zurückreichenden G> schichtsbenkmale vor, als ob wir selbst gar keine Vergangenheit hätten. Hier ist ein wohlerhaltenes Mausoleum; der Wefier, der darin ruht, ist vor fast 150 Jahren gestorben, und noch heut werden täglich Blumen auf sein Grab geschüttet! Solche Züge verleihen Delhi eine unvergleich? liche Ehrwürdigkeit und machen es zu einer Krönungsstätte- die ihres Gleichen kaum auf Der Erde bat Aber sie PredigM Neßler der Darmstädter Dank unterschlagenen Wertpapieren: 100 000 Mk. Zprozentige sächsische Provinzialpfandbriefe, 200 000 Mk. 3prozentige preußische Konsols, 20 400 Mk. Dresdener Bankaktien, 38 000 Mk. Anteile der Berliner Handels-Gesellschaft, 87 000 Mk. Deutsche Bank- Aktien und 71000 Mk. Diskonto-Kommandit-Anteile, welche Werte zusammen allein 700000 Mk. repräsentieren. Die Verwaltung der Bank versandte ein Lommunique, in dem eS heißt: ,Der Defraudant Neßler ist seit Oktober 1881 bei der Tank beschäftigt gewesen, seine Bezüge bei der Bank betrugen 5300 Mk. per Jahr; er hatte die Verwaltung eines Tresors, ohne Prokura der Bank zu besitzen. Der Schaden ist durch die bisher angestellten Ermittelungen auf per Saldo co. 700 000 Mk. festgestellt. Die Unterschlagungen sind durch Fälschungen einiger persönlicher Konten in Depotbüchern und Depotauszügen, welche Neßler sich zu verschaffen gewußt hat, ermöglicht worden. Die Entdeckung der Unterschlagungen aber ist in erster Linie dadurch verhindert worden, daß, wie sich in den letzten Tagen herauSgestellt hat, Neßler eine hiesige Banksirma gefunden hat, welche ihm Jahre hindurch und meist mehrfach in jedem Jahre die zur Verdeckung seiner Unterschlagungen erforderlichen An- und Verkäufe der gleichen Effekten-Kategorien vermittelt hat. Diese Banksirma hat aber überdies dem Neßler lange Jahre hindurch Zinskoupons und Dividendenscheine geliefert, und zwar die Zinskoupons in der Regel am Kouponszahlungstcrmin, die Dividendenscheine nach erfolgter Dividendenerklärung bezw. nach deren usancemäßiger Abtrennung. Neßler hat also bei dem betreffenden Bankhause lange Jahre hindurch KouponS zu einer Zeit, in welcher sie stets lediglich zur Einlösung präsentiert werden, gekauft und zwar in der Regel in Beträgen, welche genau der Summe der von Neßler an das betreffende Bankhaus verkauften und bei der Bank fehlenden Effekten entsprachen. Gegen dieses Bankhaus schwebt ein gerichtliches Ermittelungsverfahren. Die Bank hatte es ihrerseits in keiner Weise an den nötigen Kontrollen schien lasten. • Danzig, 27. Dez. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag herrschte hier ein furchtbarer Sturm. Eine große Anzahl Dächer wurden abgedeckt, Schaufenster zer- trünunert. Die Telephonlettungen sind nach allen Seiten zerstört. Auch aus der Provinz werden große Sturmschäden gemeldet. * Marienwerder, 27. Dez. Die „Neuen Westpr. Mitteilungen* * melden: Gestern abend brannte auf dem Bahnhof EzerwinSk das Restaurations- und Stationsgebäude vollständig aus. Der Brand entstand wahrscheinlich durch eine schadhafte Feuerung. * Toronto, 27. Dez. In der Nähe von London (Ontario) erfolgte ein Zu s am menst oß zwischen dem Grand Trunk Chicago Expreß und einem Güterzug. Wie berichtet wird, sind fünf Personen getötet und zwanzig verletzt. * P etersburg, 28. Dez. In Grodno wütete gestern, nachdem vorher starke Kätte geherrscht hatte, ein furchtbarer Orkan mit Gewitter. Der Orkan hat sowohl an Gebäuden als an Telegraphenstangen großen Schaden angerichtet. * Saint Thomas (Westindien), 28. Dez. Der Dampfer .Nervington" traf am -27. Dezember, von Santa Lucia kommend hier ein und berichtet, daß, als er morgens um halb elf Uhr den Mont Pelä passierte, ein heftiger Ausbruch des Vulkans erfolgte und dichte schwarze Rauch- und Staubwolken zu einer großen Höhe emporstiegen. Nach- richten aus anderen Quellen besagen, daß während der Nacht von dem Bergkegel ein leuchtender Schein ausging. • New -Port, 26. Dez. Der berühmte österreichische Orthopäde Prof. Dr. Lorenz, der zur Ausführung einer Operation an der Tochter des Chicagoer Milliardärs Armour nach Amerika gekommen war, tritt am 31. Dezember die Rückreise nach Europa an. Professor Dr. Lorenz erhielt nach seiner Aussage für die Operation an der Tochter Armour's 30 000 Dollars und weitere 80000 Dollars für chirurgische Thätigkeit in anderen Fällen während seines viermonatlichen Anfenthalts in Amerika. * Die Schwester der Prinzenbraut. Fräulein Erna Adamovic, die Schwester der jungen Dame, welche der Erzherzog Ferdinand Leopold zu heiraten gedenkt, weilt seit einigen Tagen in Berlin. Fraulein Erna Adamovic ist jünger als ihre in letzter Zeit vielgenannte Schwester. Sie steht im zweiundzwanzigsten Lebensjahre und ist eine schlanke, hübsche Erscheinung. Gleich ihrer Schwester gehört auch beredt die Vergänglichkeit aller menschlichen Macht und Größe. : . . • * • Ueber den Beginn der Festlichkeiten meldet uns! ein Telegramm des! Wolff'schen Telegraphenbureaus: Delhi, 29. Dez. Heute Morgen fand hier der feierliche Einzug des Vizekönigs von Indien und des Herzogs und der Herzogin von Connaught statt. Der Vizekönig wurde bei Ankunft auf der Eisenbahnstation von indischen Fürsten, den Gouverneuren der Provinzen, Generalen und Vertretern der europäischen Einwohner empfangen. Tas Fort feuerte einen Salut von 31 Schüssen. Kurz darauf trafen der Herzog und die Herzogin von Cvnmmght ein. Nach der Vorstellung der indischen Fürsten vor den königlichen Hoheiten, setzte sich der Festzug in Bewegung und durchzog die Stadt nach dem Feldlager, wo der D u r b a r stattfinden soll. Ter Zug wurde von Tragonern und Artillerie eröffnet. ES folgten Herolde und Trompeter in prächtiger Kleidung auf Rappen, darauf die berittene Leibgarde des Vizekönigs in scharlachfarbener, goldgeschmückter Uniform, die Klassen des kaiserlichen Kadettenkorps, bar mit er die jungen Maharadschas. Taran schloß sich die Hauptgruppe des Zuges, der Vizekönig und Lady Curzon, die von Elefanten getragen wurden, sowie der Herzog und die Herzogin von Cvnnaught, inmitten des beiderseitigen Gefolges. Sodann folgten hinter 54 indischen Fürsten, die ebenfalls auf Elefanten ritten, der Groyjherzog von Hessen zu Wagen mit einer Eskorte des 15. Husarenregiments. Ten Zug beschlossen die Gouverneure der Provinzen. General Kit- chener, ein alänzender Zug von Reitern, Wgesandtcn unt> die Gefolge der indischen Fürsten auf Elefanten. Auf den Straßen und Tüchern der Häuser drängten sich große Scharen von Eingeborenen, welche den Vizekönig und die fürstlichen Teilnehmer des Festzuges mit lauten Zurufen begrüßten. Bei der Ankunft auf der Ebene verabschiedeten sich der Herzog von Cvnnaught und der Vizekönig von den indischen Fürsten und zogen in das Feldlager ein; wo der Festzug sich auflöste. Re den weltbedeutenden Brettern an, tn Men erhielt sie ihre Lllisbilduna und war eine Zeit lang Mitglied des Jose^chstädter Tyeaters. Nachher riskierte sie den Sprung vom Brett auf das Brettl und ließ sich bet ihrem Auftreten von einem Duetttanzer akkompagnieren. Geaen- wärtig steht das Paar mtt der Leitung einer Berliner BariLtsbühne in Unterhandlungen behufs Abschluß eines Engagements. Toteulifte für das Jahr 1902. (Nachdruck verboten.) ES find gestorben: h. von nicht aktiven Militärs. General d. Inf. v. Soeben 24. 4. Lauenstein, Generalmajor a. D. Frhr. v. Enlreß-Fürsteneck 28. 5. Berlin, General der Kav. Frhr. v. Gagern 5. 6. Wien, General z. D. von Voigls-Rhetz 2. 6. Montreux, General d. Inf. z. D. von Mantey 12. 6. Dessau, General z. D. von Ditfutth 17. 6. Berlin, Generalmajor a. D. Kleemann 30. 6. München, Generalmajor z. D. Theodor Müller 10. 7. Bunzlau, Generalleutnant z. T. Wilhelm Müller 26. 7. Bteslan, General der Inf. z. d. Friedrich v. Buz 30. 7. München, General- leutnaut z. d. Franz von Berg 9. 8. München, Generalmajor a. D. Hermann von Wickede 17. 8. Warnemünde, Generalmajor z. D. Goldschmidt 18. 8. Schreiberhau, Oberstleutnant z. D. Krug von Nidda 23. 8. Berlin, Generalleutnant z. D. A. von Wurmb 12.10. Berlin, General d. Inf. z. D. Otto Ritter v. Schmidt 18. 10. München, Oberst z. D. v. Jasky 23. 10. Görlitz, Generalleutnant Georg v. Dtncklage 8. 11. Charlottenburg, Generalleutnant a. D. Burkhard v. Schmelina 14. 11. Wiesbaden, englischer Feldmarschall Sir Neville Chamberlain 17. 2. London, brasilianischer Admiral Custodia de Mello 16. 8. Rio de Janeiro, Felbmarschallleutncmt a. D. Roskiemicz 5. 8. Graz, Generalmajor Robert v. Joölson, Reitlehrer der Kaiserin Elisabeth, 14. 9. Wien, Feldmarschallleutnant Stransky, Edler v. Tresoenberg 12. 10. Mödling, Kontre- admiral William Ulrik Ritter v. Lund 15.10. Görz, brasilianischer Admiral Wandenkolk 6. 10. Rio de Janeiro, Feldzeugmeister Ludwig, Ritter v. Fröhlich 12. 11. Wien, General Colomb Führer des 17. sranzös. Armeekorps 1870/71 19. 11. Lahors. i. Geistliche. Superintendent D. Schirlitz, Senior der evangelischen Geistlichen in der Provinz Sachsen 1. 3. Quersurt, Präsident des Evangel.- Lucherischen Generalkonsistoriums in Petersburg Geheimrat August v. Gerte 13. 3. Petersburg, Oberkonsistorialrat Reichard 13. 4. Pofen, berühmter amerikanischer Kanzelredner Talmage 13. 4. New-Pott, Prälat der evangelischen Landeskirche in Hessen D. Habicht 19. 5. Darmstadt, brandenburgischer Oberpräsidialral v. Meusel Eitde Mai Potsdam, Geh. Kirchenrat Professor Dr. Luthardt 22. 9. Leipzig, Oberkonsistorialrat Wilhelm No8l 31. 10. Berlin, Erzbischof von Benevent Kardinal dell' Clio 18. 1. Bene- vent, Generalprokurator des Augustinerordens Kardinal Ciasca 6. 2. Rom, Prälat Karton, Führer der steyrischen Klerikalen, 9. 2. Graz, Erzbischof-Metropolitan der Moldau, Josef Nanieseo, 8. 2. Jassy, Bischof Petrus von Hötzel 9. 3. Augsburg, Metropolit von Dalmatien Erzbischof Czuperkowitsch 18. 3. Czernowitz, Fürsterzbischof v. Görz Kardinal D. Missia 24. 3. Görz, Geistlicher Rat Prof. Stahl, 1. 4. Würzburg, Domprobst D Krüger, 1. 5. Frauenburg O. Pr., Legat des Apostol. Stuhles Hubertus Simar 23. 6. Köln, Jntermmtius Tarnassl 24. 5. Haag, Oberhofprediger Prälat v. Bilfinger 26. 6. Stuttgart, Bischof von Großivardein, Kardinal Schlauch, 10. 7. Großwardein, Ehrendomherr Adolf Thomas 31. 8. Köln, Domherr Laurent 8. 9. Metz, Augustinerabt Ubald Kostersttz 3. 10. Klosterneuburg, Kardinal Moisi Maseüi 22. 11. Rom. k. Parlamentarier. Landgerichts rat Senestri, Führer der Zentrumsfraktion im bayerischen Landtag, 2. L Regensburg. Mitglied des Herrenhauses v. Beerfelde 20. L Schloß Sommerfeld, Reichstagsabgeordneter Graf Clemens Klinckowstroem 26. 1. Berlin, Mitglied des Herren- hauses Graf Egon v. Fürstenberg-Herdringen 3. 8. Schloß ßerbringen. Reichstagsabgeordneter Frhr. v. Hammerstein 17. 2. Führer der Hannoverschen Nationalliberalen Lauenstein 17.2. Lüneburg, Präsident btß Anhaltinischen Landtages Geh. Justizrat L» ziuS 17. 8. Köthen, Führer der Zentrumspartei ReichstagSabg. Dr. Lieber 81. 8. Camberg, ReichstagSabg. Johann Friedel verunglückt 5. 5. Zschortau, Mitglied des Herrenhauses Landrat v. Schöning 9. 5. Stargard i. Pomm., Nationalliberaler Patteiführer Rudolf v. Bennigsen 7. 8. Bennigsen, Landtagsabgeord. v. Mendel Steinfels 14. 8., Württemberg!) eher Landtagsabgeord. Maurer 16. 9. Stuttgart, Polnischer Abg. o. Chlapowski 4. 10., Reichstagsabg. Stadtrat Kauffmann 2. 10. Berlin, Vorsitzender der nationalliberalen sächsischen Fraktion Kommerzienrat Keller 28. 10. Plauen, Bayerischer Reichsrat Frhr. Ludwia v. Niethammer 28. 10. Schloß Tunzenburg, Führer der fteis. Bereinigung Heinrich Rickert 3. 11. Berlin, LandtagSabg. v. Gilgenheimb 7. 11. Weidenau, Mitglied des Herrenhauses Wirkt. Geh. Rat Hermann v. Klützow 16. 11. Didelow, früh. Landtagsabg. Geh. Jufttz- rat Elven 4. 1. Köln, früh. Reichstagsabg. und Herausgeber des „Bayrischen Vaterland" Dr. Sigl 9. L München, früherer Reichs- tagßabg. Frhr. Anton v. d. Goltz-Kallen, 19. 1. Königsberg, Parlamentarier aus der 48er Bewegung Dr. med. Kugelmann 13. L Hannover, früh. Landtagsabg. Aug. v. Liebermann 26.1. Liegnih, früh. Reichstagsabg. v. Reden 24.1. Hastenbeck, früherer Reichstagsabg. erster Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft Joh. Halben 19. 2. Hamburg, früh. Landtagsabg. Amtsgettchtsrat Sentrup 28. 3. Beckum, früh. LandtagLabg. Otto Weite, 89. 8. Nienfeld, früh. Reichstagsabg. Ernst Lauth, 3. 4. Straßburg i. E„ früh. Reichstagsabg. Wilhelm Hinrichsen 18. 4. Hamburg, früh. Reichstagsabg. Bayha 18.6. Tübingen, früh. Reichstaaspras. Frhr. v. Buol-Berenberg 4. 7. Baden-Baden, Württemb. Landtagsabg. Egger 17. 8„ früh. Landtagsabgeord. Lorenz Zimmermann 8. 10. Schlüchtern, langjähriger Alterspräsident im Reichstage Dr. Jos. Lingens 31. 10. Aachen, Mitglied des Unterhauses Str Ashmead Sartlett 18. 1. London, früh. Präsident des däniichen Folkething HögSbro 16. 1. Kopenhagen, jungtschechischer Abgeordn. Ignaz Horica 3. 4. Marseille, italienischer Senator GaStano Regri 31. 7. Vara^e. 1. Männer der theologischen und juristischen Wissenschaft. Prof, der Theologie C. P. Thiele 15. 1. Leiden, Prof, der Theologie I. Reitsma in Groningen 27. 2., Prof, der Theologie Julius Köstlin 13. 6. Halle a. d. S., Prof, der Theologie Richard Krätzschmar 10. 7. Marburg, Strasrechtslehrer Bogdanowski 19. 1. Kiew, Rechtslehrer Prof. G. v. Mandry 30. 5. Tübingen, Strafrechtslehrer Prof. Hugo Meyer 29. 5. Tübingen, Rechtshistorcker Hofrat Julius Ficker 10. 7. Innsbruck. Prof, der Rechtskunde R, v. Maurer 17. 9. München, Jurist Ulrich Winiker 19.10. Ruswyl, Prof, der Rechtskunde Alex Nasimow 21. 10. Odessa, Staatsrechts- lehrer Geh. Justizrat Dr. L-euffett 24. 11. Bonn. (Forts, f.) Kandel und UerKchr. Volkswirtschaft. w. Mülheim a. Rh., 28. Dez. Die städtische Rheinwerft Hierselbst hat, um den stetig zunehinenden Schiffsund Werftkleinbahn-Güterverkehr möglichst schnell und in Ordnung abfertigen zu können, in letzterer Zeit ganz erhebliche bauliche Erweiterungen und Neubauten in ihren Anlagen erfahren. So ist die Freiladewerft um runh 650 Meter Länge weiter ausgebaut; es können dort in der schnellsten und beguemsten Weise Güter aus Rheinschiffen auf Land oder in Fuhrwerken bezw. Eisenbahnwagen und umgekehrt verladen werden. Dafür sind jetzt 7 Dampf- kraßen, wovon fünf je 4000 Kj> und zwei je 3000 Kg. Tragfähigkeit besitzen, vorhanden. Die Werftverwaltung ist nunmehr in der Sage, allen Anforderungen, die man an eine prompte und zuverlässige Verladung von Gütern stellt, gerecht zu werden. Für die Ausladungen loser ins Schiff oder in Eisenbahnwagen geschütteter Güter, tote Kohlen, Getreide, Salz ira.ni, ftnb verschiedene Selbftgreisirr, sogimannte ^kavo- toren vorhanden, wodurch die Ausladeleiftungen bedeutend erhobt werden können. Außer den bereits vorhandenen Lagerräumen von 800 Quadratmeter Bo den fläche ist auf der Freiladewerft ein massives zweistöckiges Lagerhaus mit großen, Hellen und gut ventilierten Kellerräumen von je 560 Qm. benutz, barer Bodenfläche erbaut und beretts fett längerer Ze^ in Benutzung genommen. Auch im Zollhafen sind große Erweiterungs- und Neubauten gemacht worden, darunter die aus dem Erdgeschoß, dem 1. Stockwerk und einem Hellen, trockenen und luftigen, mit Ventilation ausgerüsteten Kellergeschoß von je rund 560 Qm. benutzbarer Bodens bezw. Lagerfläche bestehende massive zollfreie Mederlage, deren innerer Aus- bau, Säulen, Träger und Decken in Beton nach dem patentierten Hennebigucschen System erfolgt ist. Ter 42 Meter lange und 16 Meter breite massive Schuppen, in dem sich bis bor wenigen Tagen die öffentliche zollfreie Niederlage befand, wird für die Folge nur noch als Abfertigungsraum benutzt. Für die Abfertigung der mit Schiff oder Bahn ankommenden oder abgehenden zollpflichtigen Güter ist eine zweite Abfertigungsftation eingerichtet. Der Zollbof hat Anschluß an die städtische Werftkleinbahn. Um die Verwiegung von vollständigen Wagenladungen vornehmen zu können, ist dort eine Centesttnab- Eisenbahn-Waggonwage von 40 TonS Wiegekraft ausgestellt worden. Zur Bequemlichkeit der Interessenten yat die städtische Werft-Klcinbahn-Verwaltung für die mit Begleitschein I ankommenden zollpflichtigen Bahnsendungen die Verpflichtungen, die dem letzten Warenfuhrer nach^ dem Zollvereinsgesetz obliegen, sowohl der Königlichen Steuerverwaltung als auch der Königlichen Eisen bahn direktion Köln gegenüber übernommen, sodaß auch bei diesen Sen- düngen die Empfänger in der schnellsten und entgegenkommendsten Weise bedient werden. Zur Wetterbeförderung der Güter mtt der Stacttsbahu hat die Stadt eine Werst kleinbahn, auf der im vergangenen Jahre rund 27 500 Doppelwagen ä 10 TonS befördert worden sind, mit Anschluß an den Staatsbahn-Gitterbahn- Hof Köln-Deutz angelegt, von wo aus die sofortige Weiter- Versendung der Güter ohne Umladung und sonstigen Aufenthalt nach allen Richtungen erfolgt. Ebenso findet der Empfang und Versand von Stückaut und Eilstuckgut sowie allen im Verkehr auf den preußischen Staats-Eisenbahnvcrwaltungen zugelassenen Gütern, Fahrzeugen, lebenden Tieren rc. vom Werftlleinbahnhof aus statt, unb steht zur Unterbringung der Stückgüter ein rund 500 Qm. großer Gitterboden im massiven Gebäude zur Verfügung. Für die Verladung von Fcn c-> aa er L tz-LS.LK G o I Z Ci c 8 « 89 ö? o o 2c-£ »2 M .2 o s N- ©. >e 1 L a CM o 05 «r e rr » S d K CO b U C e£ e 3» w >8\-8 ’S <£) P@E es« qq -Z.L2^ c_> *-K- --» W >0 10'0 e -a a •— Z ß SVS 5 c.N o M cQ Mil §« Z! d 8 er> *» s£. « 7ZLS ■° -ß a a o ® ß B U2 X» UO'^O -O 5* CQ 03 ’H' u jg» 8 8 d g <ö> o ä „ L«^"7Ä»?Z L^ .1 H ZH LKMKZ^. KLZZZL 8-F s>e . - § 8 .24 -88c C L o JD ' 2 g-5 3 ä* No. CO Ci -L 2 8 £ e L £ B eo 5 »vH p •* o <* ffgS §ZK 8-° ua® ä te »J'SSJ s I 03 r- $1 D S «r $ •g J* “ o 2 8 E S ar» K L to o« 5 ^2^ cs « ° 5* 03» C 8 to 8 L C CQ*v" ., ^H3~ Ci o M SJ"* B *o “ UQ M 8 ti) w E H " -s’« o 8 E S o iE -B Ls .Z > «03»^ 35= .2 w « e ® jM 8 e> q -8 »SD. ®* Ci«- aa 2 3. *5 d8-8t 2 8 B) ?-§ äte"e~<ß5< ilSs 53114=5 ® 5 Sß» 5iä S>O' & g s ’S § ff. O S>O O . ^8 . «» W ;Q « c § rs '£ e? .#*» «®4»g S iS § 4>*- 2^ Ä «n ^-8 05 . S 3.s»-2l7 o t4 ” d.>d W H oi 80 «=^8- 35— cq ‘q c ju s >° H ..3 5b ^2 ^E §-TK K J-: -r K . >S 2 x>.5 ^§<5) .■£«-»» § 8 cf’~l >S'»O iS *8 Ä i ff . °L 5- o . 5 2 « e ZS - ’M ff Ä 5 s «® 8 g g ci E (<> s oj» .E «22 «5 2 ü 8o a -2S .2 aM@ 5 Ci L 5 8 ® L 8 L; u ^6r 2 c 1® 89 Cigarren | in Kistel zu ■ । 25, 50 u. 100 Stck. 1 L in allen Preislagen, 1 §A bei 8728 R Carl Retter, «chnlstratze, Ecke Sonnenstr. ^Ik— r Heinrich Geissler sl., Lollar. Kroße WstellW in NcujchMrten. 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Ein Ein Ein Der Sylvester naht, wie schon so oft Für'S menschliche Geschlecht, Dem Einen kommt er unverhofft, Dem Anderen grad so recht, Und grad so, wie eS immer war, So wird'S auch diesmal sein: Zu Ende geht das alte Jahr, Das neue stellt sich ein. Die Zeit vergeht unwandelbar Und wird doch niemals all', Wir wiffen kaum, was ist und war Auf unserem Erdenball. Das alte Jahr verrauscht, verklingt, DaS neue wird ersteh'n, Ob es für uns was Gutes bringt DaS werden wir schon seh'n. Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an 6.50 0.89 3.95 2.50 3.85 3.55 4.80 6.50 7.95 0.55 0.65 0.60 1.25 Christian Wallenfeis 17 Marktplatz 17 — am Kriegerdenkmal. Doch diesmal noch vor Jahresschluß Da präg' sich Jeder ein Der Schuh' und Stiefel haben muß Wo er sie kauft sehr fein. Die Firma Anna Springmann hier Sie bietet wirklich viel Und wenn Sie holen dort Ihr Schuh' Dann kommen Sie zum Ziel. 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