Dienstag 30* September IDOS 153, Jahrgang Zweites Blatt. "blÄLgy, Ns-Geschäft SBS Die heutige Kummer musaßt 10 Seiten. i. -tf. 2. tu 67^ llbrefjt tüx Depesche«» Anzeiger «tetzen. ^ervsprechanschlutz Nr. 5L W1 Kein,» blllcksBifiiUn Ziehung £ ^wUjjd >».„■. ohne Abtu, Ueb erficht über die Kendarmcrie-Stattooeu tm Kreise Hießen vom 1. Oktobvr 1902. Gietzen: Personalbestand: Berittener Oberwachtmeistec Schwarz, beritt. Gendarmen Geißler, Jcmsohn, Eichenauer, Vogel, Scharmann. Unberittener Oberwachtmeister Ploch, Fußgendarmen Reeg, Keilbach, Katterfeld, Blatz. G emeinden: Albach, Allendorf a. d. Lahn, Alten-Buseck, Annerod, Garbenteich, Gießen: Baumgarten, Forstgarten, Schiffenberg, Hardtbrauerei an der Hardt, Hardthof, Braunsteinbergwerk und Dampfziegelei, Großen-Linden, Heuchelheim, Hausen, Klein- Linden, Lang-GönS, Leihgestern, Lollar, Rödgen, Ruttershausen, Steinberg, Steinbach, Staufenberg, Trohe, Watzenborn, Wieseck. 100000 60000 25000 15000 2110000-20003 4 ‘ 5000-20000 104 000- 10000 1001500 - 50000 1501100-15000 OOOi 50-30000 16M15-MW Loo* vewtMi Aus Stadt und Sand. Gießen, den 30. Sept. 1902. Gedenktage. Am 1. Oktober 1386 wurde bit Universität Heidelberg gegründet. Nach Prag und Wien ist sie die älteste Deutschlands. Die berühmte Bibliothek enthält 200 OOO Bände und 8500 Handschriften. Tilly sandte die Universitätsbibliothek 1622 nach Rom. Die altdeutschen Handschriften kamen wieder zurück, ebenso 38 Handschriften, welche die Franzosen geraubt hatten bei ihrem PlÜnderungSzuge am Rhein. GrünSergr Personalbestand: Unberittener Wachtmeister I ö ck e l. Gendarm Sambach. Gemeinden: Beltershain, Grünberg, Göbelnrod, Ettingshausen, Lauter, Lumda, Münster, Ober-Bessingen, Queckborn, Reinhardshain, Röthges, Stangenrod, Stockhausen, Weickhartshain. Hungen: Personalbestand: Unberittener Wachtmeister Kupka. Gendarm Kauker. Gemeinden: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langsdorf, Langd, Nonnenroth, Obbornhofen, Rodheim, Rabertshausen, Steinheim, TraiS-Horloff, Utphe, Viüingen. Sich: Personalbestand: Unberittener Wachtmeister Riebel. Gendarm Rhein. Gemeinden: ArnSburg, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Grüningen, Holzheim, Lich, Muschenheim, Nieder - Bessingen, Ober- Hörgern. L.U. Von der Universität. Mit dem heutigen Tag endet Herrn Prof. Dr. Hansen's Rektorat; es geht mit dem 1. Oktober auf Herrn Dr. Krüger, Professor der Theologie, über. -Von der Universität. Bei den Jubiläums» Zierlichkeiten der alten und berühmten Universitätsbibliothek zu Oxford wird im Namen der hiesigen Uni- versität Prof. Albrecht Dieterich eine Adresse überreichen. Die Feier^sindet am 8. Oktober in Oxford statt. •• Personalien. Dem Pfarrer Ferdinand Ludwig Pabst zu Sprendlingen ist die evangelische Pfarrstelle zu Grafenhausen, Dekanat Darmstadt, dem Pfarrer Heinrich Klingenschmidt zu Romrod die evangelische Pfarrstelle zu Alsheim, Dekanat Oppenheim — übertragen worden. — Der evangelische Dekan des Dekanats Eberstadt, Kirchenrat D. Friedrich Heß zu Crumstadt, ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treuen und ersprießlichen Dienstführung von diesem Amte enthoben worden. •• Stadttheater. Als erste Klassiker-Vorstellung gelangt am Mittwoch Schillers „Maria Stuart" zur Aufführung. In dieser Vorstellung wird zum ersten Mal der Bühnenneubau in seiner ganzen Ausdehnung benutzt. — Landesgewerbeverein. Am 5. Oktober findet in Darmstadt die Hauptversammlung des LandeS- gewerbeoereins statt. Es ist folgende Tagesordnung zu erledigen: 1. Begrüßung der Anwesenden. 2. Geschäftliche Mitteilungen. Tätigkeitsbericht der Zentralstelle. 3. Bestimmung des Ortes für die nächste Hauuptoersammlung in der Provinz Rheinhessen. 4. Die Berufsbildung der Handwerker. Vortrag des Seminarlehrers Buxbäum-Bensheim. 5. Die Handwerker-Genossenschaften in Hessen. Berichterstatter: Genossenschaftsdirektor Paech-Darmstadt. 6. Mitteilungen über den Stand des gewerblichen Unterrichtswesens in Hessen. Berichterstatter: Gewerbeschul-Jnspektor Meyer- Darmstadt. 7. Die Umwandlung der Sterbekasse für Mitglieder des Landesgewerbevereins. Berichterstatter: Handwerkskammer-Sekretär Engelbach-Darmstadt. 8. Antrag des Bezirksverbandes Offenbach, Einführung einer staatlicheu Mobiliaroersicherung im Großherzogtum mit Beitrittszwang. 9. Verschiedenes. — Der § 21 des Schlachtvieh- und Fleisch» schau-Gesetzes tritt am 1. Oktober in Kraft. Von da an dürfen bei der gewerbsmäßigen Zubereitung des Fleisches künstliche Erhaltungsmittel, sofern sie zu den vom Bundesrat als gesundheitsschädlich bezeichneten Chemikalien gehören, nicht mehr angewendet werden. Die bei manchen Wurstsorten (Frankfurter Würstchen) beliebte Erhaltung mit Borsäure, sowie die Behandlung des sogenannten Schabefleisches mit Meatpräseroe ist verboten, ebenso darf die Wurst nicht mehr künstlich gefärbt werden. Londorf: Personalbestand: Unberittener Wachtmeister HauS. Gendarm Scholl. Gem einden: Allendorf a. d. Lda., Allertshausen, Climbach, Daubringen, Geilshausen, Keffelbach, Londorf, Mainzlar, Odenhausen, Rüddingshausen, Treis a. d. Ldcu, WeiterShain. Reiskirchen: Personalbestand: Unberittener Wachtmeister Oestreich, Gendarm Reibeling. Gemeinden: BerSrod, Beuern, Bollnbach, Burkhardsfelden, Großen- Buseck, Harbach, Hattenrod, Lindenstrutb, Oppenrod, Reiskirchen, Saasen, Winnerod. Reichstags-Präsident Graf Ballestrem ist, wie uns ein Depeschenbureau aus Berlin meldet, am Montag dort eingetvosfen und gedenkt einige Zeit dort zu bleiben. Seine Anwesenheit soll mit der Festsetzung der ersten Sitzung nach der Vertagung des Reichstages und der Bestimmung' der Tagesordnung Zusammenhängen. Wahrscheinlich wirb Graf Ballestrem noch vor der Abfahrt der Mitglieder der Z o l l ko m m i s s io n nach Düsseldorf mit dem Dorsitzenden der Kommission und den hervor- ravenden Vertretern der Fraktionen konferieren. Möglicherweise wohnt er auch den Ko mm i ssiv nsver Handlung en über die Getreide zölle bei. Im Gegensatz zu Meldungen, denen zufolge der Zusammentritt deS Reichstagsplenums am 14. Oktober in Frage stehen soll, wird versichert, daß Graf Ballestrem durchaus daran sest- hält, die erste Plenarsitzung zu dem erwähnten Termin anzuberaumen, und zwar thunlichst mit der Tagesordnung: Zweite Lesung des Zolltarifentwurfes. Hierüber wird allerdings erst eine Verftärrdigung mit der Regierung herbeigeführt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß letztere vor Inangriffnahme des Zolltarifs eine Beschlußfassung des Reichstages über die ostafrikanische Eisenbahnvorlage wünscht, die bekanntlich wiederholt hinausgeschoben worden ist. Uolitische Tagessaiau. Eine andere Version der Ansprache deS Kaisers au die russische Offiziersdeputatton. DaS amtliche Blatt deS russischen KriegSministeriumS berichtet jetzt über den Empfang der russischen Offiziersabordnung in Posen. Nach diesem Berichte soll Kaiser Wilhelm die Offiziere in deutscher Sprache folgendermaßen angeredet haben: „Schon lange wollte ich die Genugthuung haben, Sie bei mir zu sehen, und ich bin sehr froh über die Verwirklichung dieser Absicht. Bei meiner letzten Zusammenkunft mit Ihrem Herrscher in Reval sprach ich Sr. Majestät meine Bitte aus und drang (soll wohl heißen: drängte) insbesondere auf Ihren Empfang hierin Posen. Beide Reiche sind durch Jahrhunderte der Freundschaft verbünde,!, und als symbolische Bestätigung dessen, daß wir zwei Glieder einer und derselben Kette bilden, tauschte ich bei der letzten Zusammenkunft die Achselbänder mit dem Kaiser- Nikolai und legte sie jetzt zum ersten Male an. Sie, meine Herren, als Militärs, verstehen vollkommen, daß man in einer G renz- fest ung nur Freunde ausnehmen darf, von denen man n i ch t g l a u b e n kann, daß ein Z u s a mm en st o ß m i t i h n e n möglich ist. Ich gab deshalb den Befehl zur Auflassung der Besestigungen von Posen in der Annahme, daß ste nicht nötig fern können und daß die f e st e Freundschaft beider Reiche nie gestört werden kann." Genau so wird der Kaiser wohl nicht gesprochen haben. Die russischen Offiziere werden die Ansprache kaum steno- graphisch ausgenommen haben. Aber selbst wenn das Gedächtnis der 'Herren sehr gut sein sollte, so ist doch immer zu berücksichtigen, daß durch die Uebersetzung ins Russische und die Rückübersetzung ins Deutsche die ursprünglichen Ausdrücke einigermaßen verwischt werden und eine andere Abtönung erfahren können. Nr. »2» täglich oufrex Sonntags. 6*xn Dreß«,er Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die -iehener Kamillen« dUttler viermal in der Woche deigelegt. Rotationsdruck u. Ver- Dannitadt, Rottann, in Hambarg) Qr/ttautai 0 Ttitp.-idt/ IltwU»! ____W »übet Wf* aul M (W tffenboU unb itiltti bas littaW«“« , Wolffekfr KJfiSg SW Uck h» ■«sisföR der vtMchaN 'Veri®p®J. eus Samuel, ist der zweite jüdische Lordmayor seit 1879. Samuel ist einer der ersten hiesigen Vertreter des Handels mit Japan. Bern, 29. Sept- Bet der Eröffnung der Herbstsession der Bundesversammlung drückten die Präsidenten der beiden Räte ihro Genugthuung über die Beilegung des Konfliktes mit Italien, sowie ihre Dankbarkeit für die Vermittelung Deutschlands aus und bezeichneten den Empfang des Königs von Italien in Göschenen als B-träftigung der wiederbergestelllen guten Beziehungen. Schließlich sprachen sie den Wunsch nach Erhaltung des neu gefestigten freundschaftlichen Verhältnisses aus, dessen Wiederherstellung durch die von beiden Setten beobachtete Ruhe erleichtert wurde. Der Nationalrat genehmigte das Abkommen mit Deutschland betr. Abänderung des Vertrages ber den Patent-, Marken- und M u st e r s ch u tz. Wien, 29. Sept. Tie Fürstin Hohenberg, Gemahlin des Thronfolgers Erzherzog Fürst Ferdinand, wurde von einem Prinzen entbunden. Newyork, 29. Sept. Hier herrscht Besorgnis über den Zustand des Präsidenten Roosevelt. Die Blätter weisen auf die Thatsache hin, daß der Knochen angegriffen ist und daß ein Einschnitt nötig wurde, was den in den letzten Tagen verbreiteten optimistischen Berichten über den Zustand des Präsidenten widerspreche. Die Genesung ver- zöglert sich, weil der Präsident ein sehr unruhiger Pattent ist und in seiner Jugend skrophulös war. Die sechs Aerzte, welche wegen der Wunde zür Konsultation herangezogen worden waren, erklären alle, es liege keine Gefahr vor, daß der Präsident das Bein verliere. — Nach einem Telegramm aus Kingston (Jamaica) be> richtete das deutsche Kriegsschiff „Panther", die Truppen des Generals Nord hätten die haitianischen Aufständischen geschlagen und Limbe besetzt. General Iumeau, ein Anhänger Firmins, soll getötet sein. aM“ 8 , GietzenerAmeigeM " General-Anzelger " ML Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen L-MZ V i zetgenteu: Hans Beck. Zur Fleischteuerung. In der am 29. L M. in München abgehaltenen Jahresversammlung des „Landwirtschaftliche n Vereins Gay er ns" wurde auch die Frage der Flei schver- orauna lebhaft erörtert. Im Laufe der Debatte betonjte >er Minister des Innern, bezüglich der Grenzsperre ei nur das Reich kompetent. Die Staatsregierung wirke auf eine Erleichterung des direkten Geschäftsverkehrs zwischen Metzgern und Viehproduzenten hin. Sobald das gesamte Material der kürzlich von der Regierung angeordneten Erhebungen über die Fleischversoraung vorliege, beabsichtige die bayerische Negierung die Beratung sämtlicher einschlägiger Fragen durch eine Kommission unter Zu- tteyung von Vertretern aller Jnteressenkreise. Auf Grund dieser Beratung werde die bayerische Regierung weiter erwägen, welche Maßnahmen zur Herabsetzung der hohen Fleischpreise nötig seien. Die Regierung behalte stets die Interessen der Landwirtschaft im Auge. In Chemnitz war am Montag der Austrieb auf dem Schlachthofe derart stark, daß die Fleisch preise für sämtliche Viehgattungen erheblich zurückgingen. Deutsches Reich. Berlin, 29. Sept. Der Kaiser gedenkt um den 5. November herum die Reise nach England anzutreten. Beim Geburtstag des Königs Eduard, der auf oen 9. November fällt, will er jedenfalls zugegen sein. Der Kaiser nahm gestern nachmittag in Rominten die Vorträge des stellvertretenden Chefs des Marinekabinetts und des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes entgegen. General Frhr. v. d. Goltz und Oberpräsident Frhr. v. Richthofen wohnten gestern vormittag dem Gottesdienst in der dortigen Hübertuskapelle im Gefolge des Kaisers und der Kaiserin bei und leisteten nachmittags einer Einladung des Kaisers zum Diner im Jagdschloß Rominten Folge. — Wie aus Kiel gemeldet wird, wird der Kaiser sich im Februar aus seiner Jacht „Hohenzollern" einschissen und dem König von Italien einen Gegenbesuch abstatten. — Der Vorschlag der deutschen Regierung auf Einberufung einer internationalen Konferenz für drahtlose Telegraphie ist von allen an der Regelung dieser Frage interessierten Staaten angenommen worden. Das Programm für. die Konferenz wird zur Zeit im Reichspostamt ausgearbeitet. Die Konferenz wird voraussichtlich bald berufen, wahrscheinlich nach Berlin. — Nach einer Meldung aus Kattowitz ist der Verlag des Buches Über den südafrikanischen Krieg von dem Burengeneral Christian Dewet nach längeren Verhandlungen zum Preise von 200000 Mk. in den Besitz des dortigen Verlagsbuchhändlers Karl Siwinna übergegangen. — Der Neubau in Charlottenburg für die vom Reiche beabsichtigte ständige Ausstellung für Arbeiter- Wohlfahrt ist nahezu vollendet. Nach der Fertigstellung der inneren Einrichtung soll die Ausstellung im nächsten April eröffnet werden. Danzig, 29. Sept. Ter Oberpräsident der Provinz Westpreußen, Staatsminister v. Goßler, ist heute nacht g e st o r b e n. Gustav v. Goßler wurde 1838 zu Naumburg a. S. als ältester Sohn des 1885 verstorbenen Kanzlers des Königreichs Preußen und Oberlandesgerichtspräsidenten o. Goßler geboren. 1879 wurde er Unterstaatssekretär im Kultusministerium. Inzwischen war er auch Reichstagsabge- ordneter und Präsident des Reichstages. 1881 wurde er an Stelle Puttkamers zum Kultusminister ernannt. Entlassen wurde er am 12. März 1891. Er wurde Oberpräsident der Provinz Westpreußen. Stuttgart, 29. Sept. Der sächsische Staatsminister v. Metz sch ist heute vormittag in Begleitung des Geh. Legationsrates Frhrn. v. Salza eingetrofsen. Nach einer Besprechung mit mehreren Ministern wurde heute nachmittag vom Ministerpräsidenten Dr. v. Breitling zu Ehren des Gastes ein Essen veranstaltet. Heer und Flotte. Der ErbgroßHerzog von Baden soll beab- sichttgen, das Kommando über das 8. Armeekorps in Koblenz ni ed erzul e g en und nach Karlsruhe überzusiedeln. Als Nachfolger ist der Kommandeur der 21. Division in Frankfurt a. M., Generalleutnant und Generaladjutant v. Deines, ausersehen. Der Wechsel soll sich in aller Kürze vollziehen. Ausland. London, 29. Sept. Der heute gewählte neue LordrnayoL der City von London, Sir Mar- * Neue« deutsches Papiergeld. Die Reichsdruckerei, die mit der Herstellung der Reichskassenscheine und Reichsbanknoten betraut ist, mußte schon seit längerer Zeit daran denken, eine neue Ausgabe dieser Wertpapiere vorzubereiten, denn die jetzt im Verkehr befindlichen werden bald jene« Alter erreicht haben, daS nicht überschritten werden darf, well sonst den Fälschern zu viel Zeit bliebe, um sich in der Nachahmung zu vervollkommnen. Die Vorarbeiten zu dem neuen Papiergelde werden berellS tüchtig gefördert. DaS Papier wird wieder mit eingebetteten Fasern versehen sein, jedoch auch ein künstlerisches Wasserzeichen tragen. Das in Zukunst für die Reichsbanknoten zu verwendende Papier soll mit der Hand geschöpft werden, weil das Wasserzeichen auf der Maschine nie die gewünschte Schönheit erlangen würde. Die Schöpfformen dafür werden in der Reichsdruckerei hergestellt und in der dortigen Versuchspapiermacherei auf ihre Verwendbarkeit geprüft. Diese Prüfnng findet, wie die .Papierzeitung* schreibt, unter so strenger Aufsicht statt, daß auch nicht ein Bogen in unberufene Hände gelangen kann. Für die ReichSkasienscheine soll jedoch des einfacheren Wasier- zeichenS wegen wieder Maschinenpapier verwendet werden. Die big jetzt in der Reichsdruckerei mit dem neuen Wasierzeichen gemachten Versuche lasien erwarten, daß daS Deutsche Reich in Zukunft die schönsten Banknoten haben wird. Hoffentlich werden sie auch die größe Sicherheit gegen Fälschung bieten. ** Gehaltsaufbesserung für Gendarmen. Dom 1. Oktober ab tritt bekanntlich für sämtliche Gendarmen eine Aenderung in den Gehaltsverhältnissen ein und außerdem finden auch sonstige Veränderungen und Vermehrungen im Korps statt. Die Oberwachtmeister erhalten alsdann ein Anjangsgehalt von 2200 Mk., steigend biL zu 2600 Mk. Wachtmeister und Gendarmen erhalten ein AnsangSgehalt von 1400 Mk., steigend bis zu 1800 Mk. Mle drei Jahre tritt bei den Obertoachtmeistern eine Gehaltserhöhung von 150 Mk. bis zum Höchstgehalt und bei den Wachtmeistern und Gendarmen von 100 Mark ein. Außerdem erhält jeder Wachtmeister jährlich 200 Mk. mehr als sein Gehalt als Gendarm betragen würde. Jeder berittene Oberwachtmeister, Wachtmeister und Getwarm erhält außerdem jährlich eine Bekleidungszulage von 120 Mk. und jeder unberittene von 96 Mk. Außerdem erhalten die nicht kasernierten Mannschaften der Gendarmerie in den größeren und teueren Orten je nach der Teuerung eine Stationszulage von 150 resp. 100 Mk. per Jahr. ♦* Herbstzeitlose. Mit dem Nahen des Herbstes erscheint auch wieder auf feuchten Wiesen die Herbstzeitlose, eine für Menschen und Tiere äußerst gefährliche Giftpflanze, vor der nachdrücklich gewarnt sein möge. Jeder Teil der Pflanze, die sich durch ihre schönen rosafarbenen, zartglanzenden Blüten auszeichnet, enthält Colcyiein, ein ungemein starkes Gift, das besonders aus die Verdauungsorgane und die Nieren wirkt und Lähmung des Zentralnervensystems, ferner aber auch Durchfall, Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen, wenn auch nicht immer gerade sofort mit tödlichem Ausgange hervorruft. Dieselben Krankheitserscheinungen werden aber auch bei Kühen hervorgerufen, die von den Blättern und Blüten der Pflanze gefressen haben. Aus dem Heu müssen die Blätter der Pflanzen am besten ausgelesen werden, um Erkrankungen des Viehes zu verhüten. Doch läßt sich auch manches zur allmählichen Verminderung der Giftpflanze thun. Ihre tief in der Erde steckenden Zwiebeln verfaulen nämlich, wenn man bei nassem Wetter mehrere Jahre hindurch die Stengel ausreißt; auch lünstliche regelmäßige Bewässerung und reichliche Düngung der Wiesen sind gute Mittel, die Herbstzeitlose gänzlich zum Verschwinden zu bringen. In besonders großer Menge trifft man bekanntlich die Pflanze auf der großen Wiese zwischen der Stadt und dem Philosophenwalde, wo sie das Auge des Naturfreundes durch ihre allerliebste, krokusartige Blüte erfreut, indem sie in das einförmige Grün der Wiesen eine angenehme Abwechselung bringt, zumal die Pracht der Sommerblumen dahin ist; doch hüte man sich ja, die Pflanze aus Unachtsamkeit in den Mund zu stecken, was Kinder besonders leicht thun. r. Friedberg, 29. Sept. Eine Diebsbande, die sich billiges Obst, Weißkraut, Wirsing rc. zu verschaffen suchte, wurde von einem Nachtwächter in flagranti abgefaßt. Bei den Haussuchungen wurden bedeutende Vorräte gefunden. Darmstadt, 28. Sept. Zu der Tragödie Huber- Commichau ist interesiant zu erfahren, daß Frau Berg- sträßer, welche übrigens im letzten Sommer öfter in Berlin gesehen wurde, alsbald nach Bekanntwerden der beiden Todesfälle den Schauplatz ihres hiesigen Wirkens, wie sie cm- giebt auf immer, verlassen hat, vorerst nach dem Süden ab» gereist ist. Nach einigen Blättermeldungen soll sie vor chrer Abreise einen Selbstmordversuch gemacht haben Mainz, 29. Sept. In der Samstagnacht gegen 12 Uhr wurden der 19jährige Kaufmann Anton Fuchs und der Agent Jakob Göckel von zwei arideren jungen Leuten, die ihnen aus einer Wirtschaft gefolgt waren, angerempelt und sofort auf sie mitMessern eingestochen. Fuchs erhielt Stiche in den Rücken und in die Schulter und wurde von der Polizei nach dem Rochushospital verbracht, Göckel war einem der Messerhelden vis zur Dominikanerkirche irachgelaufen, dort brach er zusammen, von wo ex zum Rochushospital verbracht wurde. Er hat Stiche in die rechte Brustseite und in die Schulter erhalten. Die Lunge soll schwer verletzt sein. Er befindet sich in Lebensgefahr. Einer der beiden Thäter, der Taglöhner Friedrich Lange, Rentengasse wohnhaft, wurde noch in der Nacht, als er schon im Bette lag, verhaftet, der zweite Raufbold, der Taglöhner Wilhelm Feth in Weisenau, wurde dort von der Gendarmerie in der Wohnung seiner Eltern verhaftet. — Am Samstagabend befand sich ein verheirateter Mann mit einem jungen Mädchen in einer Wirtschaft der Alicestraße. Da erschien plötzlich die Frau des Ungetreuen in Begleitung ihrer Schwester, stellte ihn wegen seiner Untreue zur Rede und schüttete ein Fläschchen Vitriol über das Mädchen. Zum Glück ergoß sich die Flüssigkeit nur über die Kleider, die dadurch schwer beschädigt wurden. Nun entstand eine heftige Keilerei, die durch das Eingreifen der Polizei beendet werden mußte. Mainz, 29. Sept. Auf dem hiesigen Schlacht- und Viehhof droht wieder ein Boykott der Viehhändler. Veranlassung ist das Verhalten des Veterinärarztes Dr. ftnefl, der die Fleischbeschaubcstimmungen in sehr strenger Weise handhaben soll. Worms, 29. Sept. Ter hiesige Lehreroerein wird im nächsten Jahre (1903) Votragskurse in deutscher Sprache und Volkswirtschaftslehre einrichten. Für das erste Fach hat bereits Universitätsprof. Geh. Hofrat Dr. Behaghel in Gießen seine Zusage gegeben, für Nationalökonomie wird noch eine geeignete Kraft gewonnen werden. Die Vorträge werden voraussichtlich im Juni und September stattfinden. a. Wetzlar, 26. Sept. Mit dem 4. November eröffnet die hiesige landwirtschaftliche Winter schule ihren diesjährigen Kursus. Neben dem Direktor Courtin unterrichten vier Hilfslehrer an der Anstalt. Leider wurde im vorigen Winter die Schule von nur zehn jungen Leuten besucht, von denen drei im zweiten Kursus sich befanden. Der Kreis hat ein prachtvolles Gebäude für die Winterschule Herrichten lasien, welche neben einer stattlichen Lehrmittelsammlung auch die Direktorwohnung enthält und von Seiten des Kreises wird alljährlich ein Kostenaufwand von 2500 Mark für die Schule ausgeworfen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die diesjährige Gymnasial-Reife- prüsung für Externe bestanden am 27. d. M. am Herbst- Gymnasium zu Mainz von drei Kandidaten zwei. Beide waren vorbereitet von Gymnasiallehrer i. V. Dr. Roese und Oberlehrern der Gießener höheren Lehranstalten. — Die Alsfelder „Oberhees. Ztg." bringt in Nr. 105 einen „Berliner Brief", der sich u. a. über die Ankündigungen auf den Anschlagssüulen ausläßt. Es heißt da: „Sehr häufig sind die Gaunern kitzelnden Anpreisungen gewisser Restaurants, die ihre Spezialitäten ankündigen." Mit dlcsen Gaunern sind in jedem Fülle die Zechpreller gemeint. — Der eiserne Zweimaster des Schiffers Grottstoll fttbr neflern im Binger Loch derart auf den sogen. „Kvrdill- Ielfen" auf, daß das Schiff sofort sank. Das Wrack liegt inmitten des Fahrwassers, wodurch der Verkehr empfindlich gestört ist. —Auch bei Freiweinheim ist ein ähnlicher Schisssunsall paffiert. Das eiserne Schiff „Eugen" fuhr dort auf und sank ebenfalls. — Fräulein Lenchen Kopp aus Offenbach, Tochter der verwitweten Frau Postsekretär Kopp, wurde als Kindergärtnerin für die Kinder des Prinzen Heinrich von Preußen nach Kiel berufen. — Er hänyt hat sich am 26. d. M. in Darmst adt der etwa 35jährige N. B e i l st e i n aus Groß-Bieberau an der Neuwiese im Oberwald in der 9läf)e des Glasberges. B. war Agent verschiedener Versicherungsgesellschaften. Schwurgericht. P. Gießen, 29. Sept. (Schluß der Verhandlung gegen die Witwe Mölig von Lauterbach wegen Körperverletzung mit tödlichem (Äsolg.) Tie an die Geschworenen gerichtete Schuldsrage lautete auf Körperverletzung mit tödlichem Erfolg. Oberstaatsanwalt Theobald wies daraus hin, daß ein tieftrauriges Bild durch die Verhandlung enthüllt worden, ein Bild, welches beweise, wie notwendig die Bestrebungen gegen die Bekämpfung des Alkoholismus seien. Ter Gatte oer Angeklagten sei ein Opfer des Alkoholgenusses geworden, und die,er Umstand habe Schuld an dem unglücklichen Familienleben gehabt, und unmittelbar habe der Unfriede in der Ehe die Veranlassung der schweren That gebildet, für welche die Angeklagte »u bestrafen sei. Ter Ankläger erklärt, es bestehe nicht der gerinaste Zweifel darüber, daß die Ehefrau nicht die Absicht gehabt hat, ihren Mann zu töten, sondern daß eS chr wohl nur darum zu thun war, demselben einen Denkzettel zu geben. Ja, er wolle zugesteben, daß dieselbe auch wohl gar nicht den Erfolg vor Augen hatte, den sie schließlich durch den Wurf mit dem Werkholz erreicht bat Dieses Moment sei auch nicht erforderlich, um den Thatbestand der unter Anklage stehenden Straflhat für gegeben zu erachten. Der Oberstaatsanwalt plaidiert schließlich für Die Bejahung der Schuldfrage, tritt aber auch dafür ein, daß Die Geschworenen die an sie gerichtete Frage nach mildernden Umständen bejahten. Rechtsanwalt Weidig schließt sich den Ausführungen des Oberstaatsanwalts an. Nach der Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden ziehen sich die Geschworenen zu einer halbstündigen Beratung zurück, worauf deren Obmann, Fabrikant Eugen Kaufmann- Gießen, den Wahrspruch verkündet, der auf schuldig der Körperverletzung mit tödlichem Erfolg lautet, der Angeklagten aber mildernde Umstände zubilligt. Oberstaatsanwalt Theobald beantragt darauf eine Strafe von ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung der verbüßten Untersuchungshaft auf die zu erkennende Strafe. Rechtsanwalt Weidig plaidiert für eine weit geringere Strafe als die vom Ankläger normierte. Tas Urteil lautet auf 6 Monate Gefängnis unter Abrechnung von 2 Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Tie Angeklagte erkannte das Urteil an. —' P. Gießen, 30. Sept Ter Vorsitzende, Landgerichtsrat Holzapfel, eröffnete heute die Sitzung um 9 Uhr. Als Beisitzer fungieren Land- gerichtsrat Schmidt und Amtsrichter Neuenhagen. Ver- handelt wird gegen den vorbestraften 44 Jahre alten Maurermeister Johann Jost Scharmann von Ober- Ohmen wegen eines angeblich am 21. Januar d. I. vor der Strafkammer Gießen geleisteten Meineides. Tie Anklage vertritt Staatsanwalt Hoos, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Rosenberg. Von der Anklage sind neun, von der Verteidigung zehn Zeugen geladen. Am 29. Juli 1901 erstattete der Angeklagte bei bet Gendarmerie die Anzeige gegen den Maurer Karl Becker zu Nieder-Ohmen, er sei von diesem an jenem Tage auf der Straße bei Wettsaasen, wo er dem B. begegnet sein will, ohne die mindste Veranlassung mit einem Stock ins Gesicht geschlagen worden, so daß er eine blutende Verletzung davon getragen hat. B, verantwortlich vernommen, gab die That zu, behauptete aber, den Schlag erst geführt zu haben, als Scharmann in drohender Haltung auf ihn zugetreten fei, daß dieser ihn habe an die Kehle packen wollen. Er habe lediglich einem drohenden Angriff begegnen wollen. Die Angelegenheit kam schließlich vor dem Schöffengericht Grünberg zur Verhandlung. «schar) mann blieb bei seiner Anzeige und bestritt unter Eid Beckers Angaben. Trotzdem der heutige Angeklagte der einzige Belastungszeuge war, wurde der damals angeklagte Becker vom Schöffengericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Durch die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung [am die Sache an die Strafkammer, welche deswegen am 21. Januar d. I. verbandelte. In dieser Verhandlung suchte der Verteidiger des damals Angettagten und vom Schöffengericht bereits verurteitten Karl Becker, "Rechts- anwalt Mlarenar den Nachweis zu führen, daß der damals ebenfalls als einziger Belastungszeuge vernommene, heutige Angeklagte Scharmann, ein zu Exzessen und Ge- waltthätigteiten geneigter Mann sei und daher die Angaben des durch feine beschworene Aussage belasteten Becker wahrscheinlich wären. Zu diseem Zwecke legte der Verteidiger dem damaligen Zeugen die Frage vor, ob es richtig sei, daß er mit einem gewissen Ruppert II. von Ermenrod Streit gehabt, und deniselben gedroht habe, ihn „kalt zu machen". Dies stellte der damals als Zeuge vernommene Angeklagte Scharmann in Abrede. — Eine weitere Frage des Rechtsanwalts ftlarenaar, ob Scharmann nicht einmal mit Johann Momberger von Ober-Ohmen Streit gehabt, diesen hierbei an die Kehle gepackt und gedroht habe, ihn mit einer Bierflasche auf den Kopf zu schlagen, verneinte der Befragte wiederholt, selbst als er wegen einer eventuellen Zeugnisverweigerung ausdrücklich belehrt worden war. Der Angeklagte erklärte damals vor der Strafkammer ausdrücklich, er kenne einen Johann Momberger von Ober-Ohmen überhaupt nicht. Ausstellung der Zeichnungen und Schülerarbeiten der gewerblichen Lehranstalten des Krohherzogturns. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") Darmstadt, 26. Sept. Die Musiksäle im Parterre, die Gesellschaftsräume des oberen Stocks im Saalbau, der sonst hauptsächlich musikalischen und geselligen Zwecken dient, haben für eine Woche ein Ansehen gewonnen, welches an das für Lehrmittel und Lehrfächer bestimmte Ressort großer Industrie- und Ge- werbeausstellungen erinnert. Eine Truppenschau über die Leistungen der gewerblichen und kunstgewerblichen Schulen des Großherzogtums bietet sich hier da. Durch Einziehen von Seitenwänden hat man Die nötigen Abteilungen für die verschiedenen Städte geschaffen. Zuerst gewahren wir die Arbeiten, welche die unter Staatsaufsicht stehende Technische Lehranstalt der Stadt Offenbart) a. M. in Zeichnungen, Entwürfen, Modellen das Maschinenbauwesen betreffend ausgelegt hat. Die Bauschule sodann, welche ihre Schüler zur Uebemahme von Zeichner- oder Bauführerstellen befähigt, übermittelt uns in der Saalbauausstellung gleichsam einen Auszug ihres Lehrplans. Von den einfachsten geometrischen Kon- struttionen, von der Einübung der Parallelperspellive an geometrischen Körpermodellen, schreiten wir sort zu den Zeichnungen nart) schwierigen Vorlagen mit Verwendung von Farben zu K.ns.r^k i.n n von Selb st- und Schlags ..ttcn» grenzen an geometrischen zwrpern, um dann Hall zu madjen vor Entwürfen, welche sowohl als 2ufUv< outen dar stellen und denen sich auch solche Zeirtinung (Si d'öXt« V ihtt-N w . ° ffsfenbet^ djg ließ (Ztraucr Militürmautcl, sowie ^ifast neuer Extra-Rock zu verkaufen. Schloßgasie 19. 04254 30, Stpt, .WM eröffnet! l9ei fungieren Land- r Neuenhagen. Bei' llen Jahre alten mann von Ober. 1 21. Januar d. I. isteten Meineides, oos, die Verteidigung 'n der Anklage jmb mgen geladen. t Angeklagte bei bit i Maurer Kurl öecker n an jenem Tage auf dem B. begegnet sein ng mit einem Stock daß er eine blutende , verantwortlich Der» tete aber, den Schlag i in drohender Haltung hu habe an die Kehle em drohenden Angriff i kam schließlich vor ’kr^anblung. Schar) b beitritt unter Eid tige Ungesagte bet r damals angeffagte xten Gefängnis Der- wüche deswegen am dieser Verhandlung Lngeüagten und vom Karl Becker, Aechts- Ihren, daß der damals n^ieuge vernommene, zu Exzessen und Ge- i unö daher die An» ie Aussage belüfteten ,'eem Zwecke legte bet ! die Zrage vor, ob gewissen puppert U. Elben gedroht habe, J damals als W ui Miede. - w [tnaM, ob Schmn« «WH Cbet4jj«>« »ie Pfi“ A wsS M»klI°»gE b * Landrat, bet al» vortrefflicher Schütze wett und breit bekannt war. Wie wenig Zimmer mem Freund und wie animoS er aegen mich gesinnt war, beweist u. A. Die Aeußerung, die er dem Land rat v. Bennigsen gegenüber machte, alS ihm dieser auftrug, mir seine Forderung zu überbringen. Bei dieser Gelegenheit äußerte Zimmer nämlich wegwerfend: ch wette, er (Falkenhagen) wird kneifen? Dieser Artikel war f. Z. sofort nach dem Erschemen seinem ganzen Inhalt nach von Falkenhagen berichtigt worden. Zunmer war als Zeuge geladen, während Falkenhagen m Weichsel- münbe kommissarisch vernommen worden war. Nach Verlesung der Aussage FalkenhagenS unb Vernehmung deS Zeugen Zimmer, der ti. A. betonte, daß et niemals mu Falkenhagen besonders freundschaftlich verkehrt habe, erachtete daS Gericht dte Anoeklagteu der Beleidigung Zimmers für überführt und oerurtettte Schwarz- schild zu 800 und Rnofe zu 200 Alk. Geldstrafe. In der Urteils- begrflnbung wurde auSgeführt, daS Gericht erachte eS nicht für festgestellt, daß Schwarzichllb die Aeußerungen wissenlltch falsch roieoergegeben habe, eS sei möglich, baß Falkenhagen die Aeußerung gethan. habe. Zimmer sei ferner nicht verpflichtet gewesen, Falkenhagen eine Warnung zukommen zu lassen. Andererseits habe er dte Berechtigung gehabt, dem Landrat v. Bennigsen Äiitteilung von dem Gehörten zu machen. eS nicht immer a(B eine Drohung gegen unS selbst anseh«/ wenn eine ftemde Nation unserem Beispiel folgt, irgendwie eine für sie günstige Handelsstatton gründet oder sogar ein Gebiet annektiert, daS bis dahin Barbaren gehörte und für die Wohlfahtt der Menschheit keinen Ziutzen abwarf. Wie groß auch immer unser Wohlstand und unsere Kraft sein mögen, nur durch diese Politik kann die Größe deS Reichel! erhalten werden. Brüssel, 80. Sept. Jndependanc« belge veröffentlicht ein Telegramm DewetS, in dem dieser ersucht, von wetteren Veröffentlichungen über die Reise der Buren-Generale nach Deutschland abzusehen, da solche Meldungen der Burensach« nur schaden könnten. P a r t s, 30. Sept- Der Untersuchungsrichter beschloß, den Kamin im Schlafzimmer Z o l a S einreißen zu lassen, um festzustellen, 06 der Tod Zolas auf Vergiftung durch Kohlenoxydgas zurück^ufübren ist. Tas Leichenbegüngnis wird wahrscheinlich am Mittwoch stattfinden. Rom, 80. Sept. Im Vatikan hat der Tod ZolaS einen tiefen Eindruck gemacht. Der Papst soll beim Empfang der Nachricht gesagt haben, Zola war wohl ein Feind der Kirche, aber ein ehrlicher Gegner; Gott sei seiner Seele gnädig. Rom, 30. Sept. Die Nachrichten aus Sizilien lauten andauernd schlimm. Ein heftiges Unwetter zerstörte gestern mehrere Dörfer, wobei zahlreiche Personen umgekommen sind. Man befürchtet den Ausbruch einer Epidemie, da man nicht genügend Vorkehrungen zur Beerdigung so zahlreicher Leichen getroffen hat. Heber die Ortschaften Palo und Torre soll ein anderer Cyclon niedergegangen sein mit noch schlimmeren Folgen. Der Schaden ist ungeheuer. Die Kathedrale in Palo wurde zerstört. Beim Einsturz wurden zahlreiche Personen getötet. Mehrere Fahrzeuge auf dem Meere sind gesunken. Die Bevöllerung ist in großer Panik inö Gebirge geflüchtet. Zürich, 30. Sept. Eine große Anzahl von Verttetern schweizerischer Industrie-Verbände und Gesellschaften beschloß die Bildung einer Liga, um die agrarischen Hochschutzzölle im neuen Tarif-Entwurf zuFalll zu bringen. Wien, 30. Sept. Die hiesigen sozialdcmokra- tischen Arbeiter veranstalteten gestern Abend im Arbeiterverein eine große Tra uerkundgebung für Zola, bei der Dr. Adler eine ergreifende Rede hielt. • Petersburg, 29. Sept- (Rufs. Telegr.-Agentur.) Ter Ches der Gendarmerieabteilung in Wirbullen, Rittmeister Miasosjedow, wurde gestern von dem beu V schen Kaiser zur Teilnahme am Gottesdienst in der Kirche und zur Tafel im kaiserlichen Jagdschloß -u Rominten eingeladen. Der Kaiser und die Kaiserin zoaen den Rittmeister huldvollst in ein längeres Gespräch urw überreichten ihm ihre Porttaits mtt eigener Hnterschrist. Trinidad, 29. Sept. Aus Anordnung des GenerE Velutini wurdert der Direktor und die Anaestellte« des französischen Kabels in Carupano verhaftet. AlA der sranzösischeKonsularagent einichrettenwollte, wurde er ebenfalls verhaftet. Die Lust en kabel wurden zerschnitten, wie vermutet, durch den venezolanischen Kreuzer ,Mstaurador". Hier herrscht große Erregung Über diese Vorvouunnisse. Der französische Lvnsul erhob Ett^ spruch. Der französische Kreuzer ^Tago'' teirtii hier erwartet. Ueber aufgesprungene Hände schreibt Herr Dr. meb. A. L. tn B., 8. Juli 1902: »Obermeyer's Herba-Seife" hat meinen ungeteilten Beifall gefunden, sowohl, was bie Annehmlichkeit als auch wicklichen Nutzen bet aufgesprungenen Händen und chronischem Ekzem an denselben betrifft Z. h. t Apotheken, Drogerien und Fabrckant I. Gioth, Hanau 8. 6712. Zur Teilnahme an dem Stenographie - Unterrichte te§ Babelsberger StenograPheu-BereinS und des Damen- ttänzchenS laben wir hiermit ein. a. AnfangSkrrrsnS für Damen Montags und Donnerstags von 8 bis 9 Uhr, für Herren Montags und Donnerstags von 9 bis 10 Uhr. $3tglnu: Montag den 6. HLtover. Unterrichtslokal: Kaufmännisches Veremshaus. Honorar $üc Nichtmitglieder 6 Mk. b. FortbildungSkursns (für Mitglieder). Mittwoch abends von 8 bis 9 Uhr. — 81 Oktober. c. DebaltenkursnS (für Mitglieder). Mittwoch abends von 9 bis 10 Uhr. — Jürginn 8 Hntover. Unterrichtslokal: Kaufmännisches Bereinshaus. Die Anmeldungen zu allen Kursen werden bei Beginn derselben oder vorher in der Wohnung des Vorsitzenden entgegen genommen. _ , ,cc . 68-6 Der Vorstand: E. Schtffnie. SamStag, 4. Okt, abds. 9 Uhr im Hotel Schütz | Hauptversammlung. Lages-Ordnung: 1. Bericht, 2. Winterprogramm, 3. Verschiedenes. Sonntag, 6. Oktober, nachmittags */t4 Uhr in der Turnhalle des Nealghmnasiumö Abturnen, abends 7 Uhr in Steinö Garten Famtlienabend. 6832 schädigt. * Ein un g ew ähnlich er Fall von Lhnch- j»sttz. Nach einer Meldung der „Evening News" aus New- york wurde in Lorinbh, Mississippi, ein Neger, der eine weiße Frau ermordet halte, am Dfahle verbrannt. Tas Verbrennen war um einen Tag verschoben tuorben, damit der Neger erst von Bruder und Mutter Mschied nehmen konnte. Das Lomitö, welche- das Lynchen leitete, telegraphierte nach den Verwandten deS NeaerS iLnb arrangierte ^trazüge für Zuschauer. Dem Schau- sviele wohnten 5000 Personen bei. Für Frauen und Zei- iNMgSreporter waren besondere Platze reserviert. xxx Mord, den der Neger begangen hatte, war vor sechs Wochen geschehen, der Thäter blieb aber unentdeckt. Am letzten Sonntag prügelte der Neyer seine Frau, well sie b etrunken war und darauf zeigte sie ihn an. Handel und Verkehr. Uolkswittschafl. Mannheim, 29. September. Die von der Handelskammer Villingen gegebene Anregung, es möge die Generalbirektion ber Eisenbahnen veranlaßt werden, der D e u t s ch - A m e r i- kanischen P e t r o l e u m g e s e l l s ch af t die Abtretung von bahneigenem Gelände zur Anlage von Petroleumlanks zu versagen, wurde in der letzten Sitzung der Handelskammer von Kaufmann Kern sowohl Im Interesse der Großhändler als auch der Kleinoerkätlser empsohlen. Die Absicht der großen Petroleumimporteure ziele dahin, den Zwischenhandel zu beseitigen, um bann den Kleinhändlern die Preise diktieren zu können. Die Majorität der Handelskammer schloßsich den Anschauung e n K e r n 8 nicht an. Mit den großen Aufgaben, welche der Eifenbahnverwaltung im Interesse des Verkehrs gestellt seien, lasse sich ein solches Eintreten in den Jnteressenkampf einzelner Erwerbsgruppen zu Gunsten des einen Teils und zum Nachteil des andern nur schwer in Einklang bringen. Auch seien bte Konsequenzen aus einer solchen prinzipiellen Entscheidung unabsehbar. Die ^mportgeiellschast könne aber auch im Fall der Ablehnung seitens ber Eisenbahnverwaltung das nötige Areal von Privaten kaufen oder ihre Tanks an geeigneten Punkten in Württemberg ober im Elsaß errichten, sobaß bas Interesse des Eisenbahnfiskus ge- schädigt, nicht aber dem Kleinhandel die erbetene Hilse gewährt würde. Um jedoch wenigstens den guten Willen zu zeigen, dem Zwischenhandel so viel als möglich entgegenzukommen, beschloß die ?r, den Antrag Kern nebst Begründung bet Generaldirektion chlwollenden Prüfung zu übermitteln. Feinste haltbare Winter-Äwieöelu 50 5Nlo 3 Mark, versendet gegen Nachnahme [6812 Jacob Stern-Simon, Friedberg (Hessen). Knoblauch billigst. WegenUeberfüllung gebe 20 weiße Pfantauben sowie 10 Minorcahühner m.Hahn bitt ab« 04266 Georg Koch, ßubroigftr.6L 04258] 2 Mutterschafe, ein schwarzes und ein weißes, preiswert zu verkaufen. Wetzsteinftr.24. Der Vorfall mit Ruppert soll sich toi yahre 1894 auf der Straße zwischen Ober-Ohmen und Unter-Seibertenrod abgespielt haben, während die Sach« mtt Momberger an einem Sonntag vor oder nach Ostern tot Jahre 1901 in der Ernst'schen Wirtschaft zu Ober-Ohmen pigetiagen baden Die Ableugnung der beiden Vorfälle, nach^ denen iechtsanwatt Klarenaar vor der Strafkammer-Gießen am 2L Januar d- I. gefragt hat. durch den AngellagterL. ilollen wissenttich falsch unter Eid abgegeben fein. Fortsetzung folgt. Uermischtrs. • Dresden, 29. Sept- Der Buchdruckerei- «efitzer Anton Schulk m Hainischen wurde unter dem Verdacht jahrelanger Falschmünzerei und der Herstellung falscher Briefmarken verhaftet. Außerdem wur- üeu drei Mitschuldige verhaftet. ♦ Rom, 30. Sept- Nach Meldungen der Blätter sind ASher tn Modica 800 Leichname und in Scicli 75 cmfgefunden worden. Starken Schaden richtete der Sturm | itt Riposto, Aciccale, Belpasso, Giarre (Provinz Catania) cm und ebenso heute in Neapel und Pozzdoli. * Wien, 29. Sept. Ueber die Auffindung der I Leiche Jellineks wird noch gemeldet: Zwei Arbeiter I k^aben bei Altenwörth, sechs Stunden von Krems entfernt, 1 ht der Donau stehend eine schwimmende Leiche bemerkt unb geborgen. Aus Briesen mit Jellineks Adresse, sowie einer Mitglledkarte des Wiener Schsachklubs, wurde die Jden- ! tcität festgcstellt. In der Brieftasche wurden 290 fl. ge- 4 s enden. Die Uhr, die 3000 Kronen wert ist, blieb auf I halb 12 Uhr stehen. Jellinik soll am 19. September halb I 12 Uhr mittags bei Krems sich in die Donau gestürzt Men. Eine polizeiliche Kommission sowie zwei Beamte »er Landerbank und der Schwiegervater Jellineks begaben 1 -ich noch gestern nach Altenwörth, wo sie die Leiche agnos- 1 ierten. Die Länderbank hat erst gestern die Belohnung tr die Ergreifung deS Defraudanten auf 10 000 und für I b ie Auffindung der Leiche aus 1000 Kronen erhöht. * Wien, 29. Sept. Die gerichtliche Untersuchung über die Defraudation bei der Lä n d e r b a n k tairb ohne jede Rücksicht aus den S e l b st m o r d I e l l i n e k s laettei geführt. Aus Anordnung des Staatsanwalts Klee- b-rn wurden die Bücher, welche Jellinek führte, ins Landes- gericht gebracht, um einer genauen Prüfung durch Sachver- tändige unterzogen zu werden. Durch die Prüfung soll i b»ie Genesis der Unterschleise llargestellt werden. ♦ Yo kohama, 29. Sept. Durch einen Teifun, der lliber den Distritt von Odawara in der Näbe von Yokohama . hiereinbrach, wurden viele Häuser vernichtet. Etwa 5 00 «wrenschen sind ertrunken. Das Schlachtschiff „Schi- lichima" geriet bei Yoöosuta auf Grund. Die Wiederflott- miachung ist eingeleitet. Das Schiff ist nur leicht be- 6816 Giess es, den 80. September 1902. JK$< Nordanlage 8. 4708 im 67. Lebensjahre. Karl Wenzel und Kinder. Gießen, den 80. September 1902. 6821 9 fl uns einzureichen. 6828 6798 bei Hießen. 5299 Kirchstraße 2. |uq 9' iarte y uii, alZ Wil i Verdingung. Die Lieferung von 40 lfd. m 26 cm l. W. Zementrühren und 8 BüschungSstücken von 26 cm L W. und 0,60 m Länge frei Baustelle Krofdorfer» straße soll Freitag, bat 8. Oktober d. g., vormittag» 10 Uhr öffentlich verdungen werden. Angebote sind bis zum genannten Termin bei 5926] Wohnung zu vermieten. SelterSweg 14. üniprui 5 Trotzes ZLuoeulokai tn bester verkehr-reichster Lage der Stadt zu mieten gesucht. Off. u. K.L.U.6lSanRudolfMoffc,«ölu. Die Beerdigung findet Mittwoch den 1. Oktober, nachmittags 8 Uhr, vom Sterbehause, Franlfurterstraße 40, auS statt. Auf Wunsch des Verstorbenen findet UeberfUhrung rar Bahn and Einäscherung In Offenbach In aller Stille statt Blumen spenden sind nicht ixn Sinne des Verstorbenen. 04222, Schöne 8—4'Zimmer- Wohnung p. 1. Clt üb. später zu vermieten. 9täh. bei PH. 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