Montag 30. Juni 1903 152. Jahrgang 9 Arf 0 nwnat?id)76*“fert» Gletzener Anzeiger W General-Anzeiger IS Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWs __ v 1 zeigenteil: HanS Beck. Nr. 150 Erscheint ISgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien, btLtter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.51. Gießen, am 27. Juni 1902. Betreffend: Die Fenerwehrzeitung für das Großherzogtum Hessen. Das OroMerzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien deS KreiseS. Der Verlag der rubr. Zeitung ist mit dem 15. Juni d. I. in den Besitz der Herren O. Kindt und O. Roth zu Gießen übergegangen. Indem wir Sie hiervon in Kenntnis setzen, fordern wir diejenigen von Ihnen, welche bisher noch nich auf die Zeitung abonnniert haben, wiederholt auf, dies zu thun. Ganz abgesehen davon, daß Großh. Ministerium die Beschaffung der Feucrwehrzeitung auf Kosten der Gemeindekassen empfohlen hat, so ist dies auch schon allein um deswillen erforderlich, damit den Feuerwehrkommandanten Gelegenheit geboten ist, sich über die Vorgänge im Feuerlöschwesen zu unterrichten. Aus bent letzteren Grunde erwarten wir auch, daß Sie die einzelnen Nummern nach genommener Durchsicht alsbald dem Kommandanten der Pflichtfeuerwehr ^ukommen lassen. v- Bechtold'. Bekanntmachung. Betreffend: Die Abhaltung des Universilütsfestes im Philosophenwald. Mittwoch, den 2. Juli l. I. nachmittags 5 Uhr wird von der Stadt Gießen im Philosophenwald dahier ein Fest zur Feier der Immatrikulation des tausendsten Studenten abgehalten werden. Zwecks Aufrechterhaltung der öffentl. Ordnung und Sicherheit ordnen wir hiermit an, daß an genanntem Tage von 4y2 Uhr nachmittags a b der Juhrwecksverkehr nach dem Philosophenwald nur den Mittelweg entlang und von da zurück nach der Stadt nur durch die Elchgärten; von 7 Uhr abends ab aber in umgekehrter Richtung bewerk- üelligt werde. Im Philosophenwald werden am fragt. Nachmittage die Zugangswege zu dein' Jestplatz in angemessener Entfernung abgesperrt und nur den Trägern der Festschleife zugänglich sein. Die Eingänge zum Festplatze befinden sich an der Leib'schen Wirtschaft und am entgegengesetzten Ende des Festplatzes. Das Publikum wird gebeten, den Festzug nicht zu stören und den Anordnungen der Sicherheitsorgane Folge zu leisten. Gießen, 28. Juni 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn; hier die Zuziehung eines Teils der Gemarkung Heuchelheim. Nachdem vom Gemeinderat und von einer Anzahl beteiligter Grundeigentümer der Antrag auf Einleitung des Verfahrens derFeldbereinigung für die Fluren XVI bis XXI der Gemarkung Heuchelheim und die Zuziehung dieser Flächen zu der Feldbereinigung Gießen, rechts der Lahn, gestellt worden ist, und nachdem dieser Antrag von Großh. Ministerillm des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe auf Grund des Art. 2, 5 und 6 des Feldbereinigungsgesetzes für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag auf: Samstag, 12. Juli l. I., vormittags von 11 bis 12 Uhr, in das Rathaus zu Heuchelheim bestimmt. Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der an- oeraumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Ver- kahren stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Be- reinigungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zu Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 20. Juni 1902. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann. Wohamrgssürsorge in Kessen. Bewährte Statistiker und Bodenreformer haben dieser Tage auf dem „Internationalen Wohnungskongreß" zu Düsseldorf dargelegt, daß in allen Industriestaaten die Wohnungsmieten erheblich, zum Teil 25 bis 30 v. H., gestiegen sind, so daß ein großer Prozentsatz des Einkommens unserer Staatsbürger vom Mietzins verschlungen wird. Merkwürdig, aber doch folgerichtig durch verfehlte Wirtschaftspolitik, ist in Deutschland immer folgende Erscheinung gewesen: die ka- pitalschwachcn Bauunternehmer haben sich zur Ausnützung des erworbenen Bodens einen schematischen „Bebauungsplan" geschaffen und bierdurch „Massenmiethäuser" erstehen lassen, die mit ihren großen Wohnungen zum Teil leer stehen, oder, wenn sie noch im Bau begriffen sind, durch Bauordnung, Baupolizei und steuerliche Maßnahmen derartig beeinflußt werden, daß der Bau stocken muß. Da man nun immer möglichst große Wohnungen, die „recht viele Miete" einbringen, einrichtete, so müssen kleinere Mieter oft wochenlang suchen, bis sie eine halbwegs annehmbare Wohnungen finden. Vor allem aber stehen oft die Mietpreise nicht im Einklänge mit dem Einkommen des Mieters. Gewiß haben in Großstädten die gewerbsmäßigen Häuserhändler zur Verteuerung der Wohnungen mit beigetragen, aber nicht einen so großen Teil, als man ihnen aufzubürden pflegt. Auch die Bodenspekulation hat preistreibend gewirkt, aber nur an dem Faktor des Gebäudewertes, den der Bauplatz bildet, und der bei großstädtischen Miethäusern doch in der Regel sehr erheblich hinter, der Bauausführung zurücktritt, sofern es sich nicht um die geschäftlich ganz bevorzugte zentrale Lage einer Stadt handelt. Unsere Altvordern wußten von einer Wohnungsnot nichts. Zutreffende Wahrheit liegt in der Antwort einer Ostpreußin, die um ihre Ansicht über Berlin befragt wurde, als sie mit der Ringbahn die Reichshaupt- stadt durchreiste: „Berlin ist vorn hui und hinten pfui!" Wesentlich besser sind diese Verhältnisse allerdings bei uns in Hessen; aber hinsichtlich der kleineren und mittleren Wohnungen war bei uns ebenfalls eine durchgreifende Reform angebracht. Diese wird nun durch das neue Wohnungsfürsorgegesetz, das die zweite hessische Kammer am 26. d. M. angenommen hat, voraussichtlich in umfassendem Maße zur Durchführung gelangen können. Mit oiesem Gesetze hat unzweifelhaft unsere Regierung einen weiteren Fortschritt der gesetzlichen Bekämpfung der Mißstände im Wohnungswesen eingeleitet. Das Polizeigesetz vom Jahre 1893, das eine polizeiliche Ueberwachung der Mietwohnungen und Schlafstellen in Gemeinden über 5000 Seelen anordnete und die Möglichkeit gewährte, die weitere Benutzung von mangelhaften Wohnungen aus hygienischen und sittlichen Gründen zu verbieten hat manches Gute gewirkt. Unvollkommen war jedoch die Gesetzgebung so lange, als nicht auch Ersatz für die aus ungeeigneten Wohnungen Ausgewiesenen geschaffen werden konnte. Diesem Umstand sucht vor allem das neue Wohnungsgesetz zu begegnen. Im letzten Jahrzehnt bildeten sich bekanntlich in Hessen verschiedene Genossenschaften, die sich zum Teil unter Beteiligung der Gemeinden die Erbauung von Kleinwohnungen zur Aufgabe stellten. Sollte aber eine radikale Abhilfe der beklagten Lpißsthude im Wohnungswesen eintreten, so war es unumgänglich notwendig, daß in Form eines Landgesetzes diese Thatigkeit privater Fürsorge verallgemeinert, uno auch auf Gemeinden unter 5000 Seelen ausgedehnt wurde, bei denen die Wohnungsnot oft in gleichem Maße wie in den größeren Städten sich fühlbar macht. Mit Recht wurde in dem Bericht des Ausschusses, sowie in den Plenarverhandlungen der Kammer betont, daß mangels gleicher gesetzgeberischer Maßnahmen anderer Bundesstaaten das Vorgehen Hessens auf diesem Gebiete sich als ein erster deutscher Versuch darstellt, von dem im Interesse der ärmeren Bevölkerungsklassen nur zu hoffen ist, daß er sich als erfolgreich erweist. Daß neben der sozialen Gesetzgebung, die dem Arbeiterschutze dient, kein anderer Zweig der öffentlichen Wohlfahrt so sehr dem Volkswohle und namentlich der Gesundheit der ärmeren Volksklasse zu statten kommt als gerade die Schaffung billiger und kleinerer Wohnungen, liegt auf der Hand. Das Gesetz lehnt sich an das neue, am vorigen Mittwoch verabschiedete Gesetz über die Landeskreditkasse an, indem diese zur Hergabe von Darlehen zur Erbauung von Wohnungen für Minderbemittelte ermächtigt wird. Der Staat lehnt es schon aus finanziellen Gründen ab, selbst bare Geldopfer für diesen Zweck zu bringen; er muß auch um deswillen hiervon Abstand nehmen, weil durch die Abgabe ständiger zinsfreier oder zu äußerst mäßigem Zinsfüße gegebener Darlehen für manche Gemeinde ein besonderer Anreiz geschaffen würde, aust dem Gebiete der Erbauung von Kleinwohnungen in einem stärkeren Tempo vorzugehen, als die thatsäch liehen Bedürfnisse es erheischen. Für die Höhe des Zinsfußes soll der Zinsfuß der 3i/2 pro- zentigen Staatsschuldverschreibungen zuzüglich einer kleinen Quote, die zum Ausgleich einer etwaigen Differenz zwischen dem Nominalwerte und dem bezeichneten Kurswerte dienen soll, maßgebend fein. Das Gesetz verweist die Ausführung an die Gemein de n, die gewiß in erster Linie dazu berufen sind, die Wohnungsfrage nach >en jeweiligen örtlichen Verhältnissen zu lösen. Die bisher gegründeten Genossenschaften und Vereine haben sich somit zunächst in den Dienst der Gemeindeverwaltungen zu teilen, und infolgedessen ist auch die Hingabe von Darlehen an andere Korporationen als die Gemeindeverbände ausgeschlossen. Besonders bedürftigen Gemeinden soll dadurch entgegenkommen werden, daß der Zinsfuß von Darlehen, die innerhalb der ersten zehn Jähre ihnen gegeben werden, bis auf Vs Prozent unter dem allgemeinen Zinsfüße ermäßigt werden tarnt; der entstehende Fehlbetrag soll alljährlich zu Lasten der Staatsbudgets entnommen werden. In der Vorlage ist ferner die Ausdehnung des Poltteigesetzes von 1893 auf alle Gemeinden des Landes vorgesehen. Des weiteren wird eine Landeswohnungsinspektion geschaffen, die speziell der Wohlfahrtspflege auf dem Gebiete des Wohnungswesens sich widmen soll. Ferner wird »en Gemeinden das En teignungs recht unter besonderen Be- »ingungen für solche Häuser eingeräumt, die sich aus ge- undheits- und sittlichen Gründen als unbewohnbar erweisen. Durch eine besondere Bestimmung des Gesetzes wird es den Behörden zur Pflicht gemacht, die Erledigung von Angelegenheiten der durch dieses Gesetz berührten Art möglichst zu beschleunigen, damit eine prompte Thätigkeit der Gemeinden ermöglicht wird. Wie von feiten der Regierung hervorgehoben wurde, oll das neue Gesetz auch ein Versuch sein, die Schädigungen durch Alkohol, Tuberkulose rc. im Interesse des VvlkswohlS zu verhüten und so der Allgemeinheit dienen. Das wichtigste aber bleibt, daß die Erleichterung, die hierdurch beim Bau von Wohnungen in der Stadt sowohl wie auf dem Lande gegeben ist, sehr bedeutend ist, und der Abg. Weidner deutete darauf hin, daß int Kreise Schotten schon innerhalb deS nächsten Jahres von der Wohlthat Gebrauch gemacht werden wird. Zunächst haben wir aber abzuwarten, inwieweit Go» brauch von dem neuen Gesetz gemacht werden wird, und wie es sich in der Ausführung bewährt. Die Sozialdemokraten standen dem Gesetz kühl gegenüber, weil es nach ihrer Ansicht an der Wohnungsfrage nicht viel ändern werde. Trotzdem stimmten sie zu, um wenigstens ein Fundament zu schaffen, auf dem später weiter auf geb aut werden könne. Abg. Ulrich meinte ,man müßte die Gemeinden von staatswegen zum Bau von Wohnungen für Minderbemittelte an halten, besonders die Landgemeinden würden dabei profitieren. Auf dem Lande, besonders in den Armenhäusern, herrschten die ungeheuerlichsten Zustände, die Landeswohnungsinspektion werde in den Landgemeinden fabelhafte Dinge aufdecken. Doch auch das bleibt abzuwarten, und Herr lUrich hat sich jedenfalls wieder einmal vergeblich bemüht, uns das Gruseln zu lehren. Wir sehen den ersten Berichten der neuen Wohnungsinspektoren mit ebenso großem Interesse als mit Ruhe entgegen, und es ist nicht zu bezweifeln, daß die Ergebnisse im stände sein werden, zu allerhand wesentlichen Besserungen zu führen. Wir werden aus den Berichten ersehen, was und wie viel verbesserungsbedürftig ist. Gewiß kommt es vor, daß eine zahlreiche Familie in ein und demselben Zimmer kocht, wohnt und schläft, sodaß aus! gesundheitlichen und ästhetischen Gründen Abhilfe notwendig ist. Hier wird eben das neue Gesetz bessernd eingreifen. Abg. Ulrich meinte auch, unsere Regierung solle beim Bundesrat dahin zu wirken suchen, daß die Materie von Reichs wegen (der Setzer machte in unserm Landtagsbericht vom 26. d. M. „von Rechts wegen" daraus) geregelt werde. Man ist in Regierungskreisen aber gewiß durchaus orientiert, wenn ihm darauf zur Antwort wurde, zur Zeit bestehe dazu wenig oder gar keine Aussicht. Auch die Einrichtung städtischer WohnungS- ä m t e r wurde von Regierungsseite aus angeregt Wir haben kürzlich berichtet, daß die Stadt Stuttgart ein solches? Amt neulich errichtet hat, um den Schwierigkeiten des Wohnungsuchens mit einem Schlage ein Ende zu machen, indem eine Zentralstelle geschaffen wird, an die jedes Mietsk angebot und jede Vermietung zu melden ist. Es kann außerdem eine genaue Beschreibung der Wohnungen oder ein Plan ausgelegt werden. Voraussichtlich wird dieses Amt in kurzem im Besitz eines vollständigen Planarchivs? der Stuttgarter Wohnungen fein, und der Suchende wird in der Regel durch einmaligen Besuch der Amtsräume feststellen können, welche Wohnungen für ihn in Betracht kommen. Der Gedanke eines solchen Wohnungsnachweises! ist nicht neu. Die Stadt Deutschlands, die sich rühmen kann, zuerst auf diesen Gedanken gekommen zu sein, ist unsere Landeshauptstadt Darmstadt, wo im Jahre 1893 in Verbindung mit dem Arbeitsnachweis auch ein Nachweis für Arbeiterwohnungen errichtet wurde. Vier Jahre später folgte eine zweite hessische Stadt, Worms. Dann erst ahmten andere deutsche Städte dieses hessische Vorbild nach. Dieser Tage erst hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin einen dem hessischen Gesetze offenbar! nachempfundenen Beschluß gefaßt. Es handelte sich unt die Gewährung eines gleichfalls mit dreieinhalb Prozent verzinslichen Darlehens in der Höhe von einer halben Million an die Aktiengesellschaft,/Verein zur Verbesserung der kleinen Wohnungen zu Berlin". Auch dort waren die Sozialdemokraten keine Freunde solcher Art WohnungK- fürsorge. Hessen hat also wiederum einen ersten bedeutsamen Schritt gethan, bei dem mindestens vorläufig kein großes Risiko ist. Vom Standpunkte des finanziellen Opfers kann das Gesetz von niemandem bekämpft werden. Es wurden deshalb von diesem ober jenem auch nur prinzipielle Bedenken geäußert, die man jedoch kaum für stichhaltig wird erklären können. Die sozialdemokratische Fraktion ist der Meinung, die kleinen Wohnungen würden trotz der niedrigen Hypothekenzinsen doch nicht viel billiger sein. Sie werden aber doch ganz gewiß mehr Luft und Licht haben. Diese Vorteile an sich sind groß genug, um das Zustandekommen der Sache im sozialpolitischM Interesse als erwünscht zu bezeichnen. Alles in allem genommen, haben mit diesem bedeut tungsvollen Gesetz, das noch der verfassungsmäßigen Zustimmung der Ersten Kammer bedarf, Regierung und.Volks- vertretung Hessens einen hocherfreulichen Beweis ihres Verständnisses für die sozialen Bedürfnisse unserer Zeit geliefert. Wir können nur wünschen, daß der gesetzgeberische Verbuch sich zum Segen der ärmeren Volksklassen bewähren möge. Andere Bundesstaaten werden wohl recht bald dem Vorgehen Hessens auf diesem wichtigen Gebiete der öffentlichen Wohlfahrt folgen. Hessen hat den Anfang gemacht, und wenn es audi nur ein Versuch ist, wird man ihn doch nicht minder freudig begrüßen. Der erste Schritt ist immer der bedeutungsvollste. Politische Wochenschau. In der verflossenen Woche hat unsere zweite höfische Kammer ganz Außerordentliches geleistet. Sie hat an den vier Arbeitstagen der Woche nicht weniger als zehn Vorlagen erledigt, darunter sechs von größter wirtschaftlicher Bedeutung. Und man kann nicht einmal agen, daß man die Beratungen übers Knie gebrochen habe. Im übrigen wäre es gar öde und langweilig jcht im ivie sich ein alter Konrad Küster, neuerdings in einer UniversiLätszeitung über die Studentische Mensuren. Es wird gewiß manchen unserer Leser interessieren, den Das Unkraut im Gefolge der Mensuren ist so bedeuten!), daß die Vorzüge nicht nur gedämpft, sondern sogar vollständig überwuchert werden. Die Individualität ist bei der Mensur vollständig verloren gegangen, Herdenweise werden Füchse und Burschen zur Bestimmungsmensur geschleppt. Hier müssen sie wie im Schraubstocke maschinenmäßig schlagen Weh« ihnen, wenn sie unwillkürlich mit dem Kopfe oder auch nur mit der Backe zucken. Es handelt sich um eine Dressur, nicht um Ausprägung einer Persönlichkeit. Ist jemand genügend ab gerichtet und sicher auf der Mensur, so ist ein Älp von ihm genommen. Nun fühlt er sich anderen sogar überlegen. Er sucht jetzt sogar Mensuren. Tas bisher bescheidene Wesen verwandelt sich häufig genug in das Gegenteil. Man ist vorlaut, schnoderig und fordert in unverschämter Weise heraus. Mit der Mensur wird ja alles wieder gut gemacht. Von einer Erziehung zu ritterlicher Gesinnung kann kaum die Rede mehr sein. Alan muß nur einmal das Gebühren der Sekundanten auf einer Mensur sehen und hören. Wer am meisten schnauzen kann, der schießt den Vogel ab. Von dem Vertreten einer edlen Gesinnung oder einer Anschauung, für die man mit dem Schläger in der Hand eintritt, von einer selbstständigen Abwehr gegen ein empfangenes Unrecht ist kaum noch die Rede. Tie Mensur ist zu einem Sport, zu einer Spielerei herabgesunken. Man schlägt gegen unbekannte, äleichgiltige Menschen Bestimmungsmensuren und Anerkennungsmensuren, man verabredet sogar mit dem Freunde eine Mensur. Es ist kein Ernst bei der Sache. Auch dem Initiativantrag Haas auf Errichtung einer Landwirtschaftskammer stimmte der Landtag zu, und diesem Projekte steht auch die Aegierung keineswegs ablehnend gegenüber, sondern nur abwartend. Am Freitag hat in Mainz eine auf Anregung des Ministeriums einberufene Ausschußsitzung des dortigen landwirtschaftlichen Vereins stattgesunden, die ein Wertvolles Material zu Tage gefördert hat. Die rhein- hessischen Landwirte wünschen u. a das direkte Wahlrecht zur Laudwirtschaftskammer. (Vgl. die Korrespondenz aus Mainz in unserer heutigen Nummer.) Die „Hess, landw. Zeitschrift" bringt dagegen in ihrer neuesten Nummer nur ein kritikloses Referat über den Bericht des dritten Sonderausschusses zu dieser Frage. Wir wollen hier kurz die Tendenz des Haasschen Entwurfs zusammenfassen. Die aus 36 Abgeordneten bestehende Landwirtschaftskammer bezweckt die Schaffung einer gesetzlich geregelten Vertretung der Gesamtinteressen der hessischen Landwirtschaft. Sie soll daher das Recht haben, aus eigener Anregung Anträge hei der Regierung im Interesse der Landwirtschaft zu stellen, sich über Maßregeln der Gesetzgebung und Verwaltung im Bereiche chres Wirkungskreises zu äußern und die von der Regierung geforderten Gutachten zu erstatten, die mit i der Förderung der Interessen des landwirtschaftlichen Be-1 rufsstandes befaßten Behörden durch Mitteilungen, Gutachten und Anträge zu unterstützen und innerhalb chres Wirkungskreises die zur Hebung der Lage des ländlichen Grundbesitzes und des landwirtschaftlichen Betriebes dienlichen Einrichtungen und Veranstaltungen zu treffen und zu fördern. Die Vorlage ist nach dem preußischen Muster zurechtgestutzt. Die Regierung ist der Ansicht, das preu- , ßische Gesetz passe nicht aus die süddeutschen Verhältnisse, und scheint auch den umständlichen und kostspieligen Apparat einer Landwirtschaftskammer nicht für durchaus -notwendig zu erachten angesichts der in Hessen bereits bestehenden landwirtschaftlichen Vereinigungen, die das 'Interesse des Bauernstandes wahrnehmen. Aber auch Land-I wirte selber sind diesem Projekt des Herrn Haas-Darm- stadt nicht besonders hold, zumal die Kosten durch eine neue Steuer gedeckt werden sollen. Hervorgehoben zu werden verdient eine Aeußerung des Abg. Weidner, der in der Landwirtschaftskarnmer nichts als eine neue Bauernsteuer zu erblicken scheint. Er sagte: die Höhe des Beitrages, den nach dem Haasschen Entwurf jeder Landwirt zu zahlen verpflichtet würde, seizwargering- fügig, doch habees der Bauer nicht gern, wenn es ans Zahlen gehe. Darum, so meint er, wäre es am besten, die Entscheidung über diese Frage dem näch sten Landtage zu überlassen, — d. h. wohl, sein Wunsch ist im Grunde, die ganze Angelegenheit auf die lange Bank Ku schieben, und ad calaendas Graeeas zu vertagen. Schließlich fanden sich bei der Abstimmung fünf Gegner des Haasschen Antrages. Die Regierung hatte sich an der Debatte richt beteiligt. Das Gesetz über die H a nd e l s k a m m e r n, das deren Wirksamkeit auf das ganze Land ausdehnt und ihre Befugnisse erweitert, gelangte ohne erhebliche Debatte zur Annahme, einschließlich dem Wunsche Gießens, daß Bergwerksgesellschaften, die nicht die Rechte einer juristischen Person besitzen, in die Handelskammerorganisatiou als wahlberechtigt ausgenommen werden, und einschließlich auch des WahlrechtesderFrauen, was wir durchaus billigen. Heer und Flotte. Die Ueberfü-hrung der Leiche des General* majors Nirrnheim, welcher, wie schon mitgeteilt, an einem Herzschlage in Wetzlar plötzlich gestorben ist, fand am Samstag Abend 8 Uhr in aller Stille nach Magdeburg statt. In der Leichenbegleitung befand sich ein Sohn des Verstorbenen, welcher Marineoffizier ist, sowie mehrere sonstige Anverwandte der Familie. Der bei dem Untergang des Torpedobootes 8 42 auf der Elbe vom Tode ereilte Kapitänleutnant Rosen stock von Rhöneck war dazu ausersehen, den Kaiser auf seiner diesjährigen Nordlandsreise zu begleiten. R. v. Rhöneks Vater steht in Diensten des Landgrafen von Hessen-Philippsthal. Militärdienstnachrichten. Gerstner, Geheimer Baurat, Jntend. und Baurat von der Jntend. 8. Armeeeorps und Schwenck, Jntend. und Baurat von der Jntend. 18. Armeecorps gegenseitig versetzt. Klein, Garn.-Bauinsp. zu Frankfurt a. M., zum 1. Juni 1902 als technischer Hilfsarbeiter zur Jntend. 18. Armeeeorps versetzt. Löffler, Zahlmeister vom 3. Bat. Jnf.-Leib-Regts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zum 2. Bat. 5. Großh. Hess. Jnf.- Regts. Nr. 168 versetzt. Hahn, Zahlmeister, dem 2. Bat. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 — infolge Versetzung, bezw. Ernennung zugeteilt« Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Juni 1902. ** Auszeichnung. Dem Uebergangsstelleverwalter und ehemaligen Ortseinnehmer Georg Adam Miß back zu Seckmauern ist das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen worden. ** Zur Feier der 1000. Immatrikulation. Die in der Samstagsnummer ausgesprochenen Befürchtungen, daß das Waldfeft im Philosophenwald sich nur sehr geringer Beteiligung erfreuen werde, scheinen sich nicht zu verwirklichen. Es sind einschließlich der Gäste bereits nahezu 2 0 00 Teilnehmer gemeldet und die Anmeldungen gehen auch zur Zeit noch so zahlreich ein, daß, wenn das Wetter Stand hält, ein frohes, fröhliches Treiben sich draußen im Wald entwickeln wird. Es ist ja auch für Unterhaltung genügend gesorgt. Vor allem konzertiert unsere Regiments- Kapelle und begleitet die gemeinsam zu singenden Lieder, zwischen denen mehrere Reden eingeschoben werden. Ferner find zwei große Tanzböden aufgeschlagen und auf einem zwecken Musikpodium wird die Kapelle Bauer zum Tanz aufspielen. Für Speise und Trank ist reichlich gesorgt und wer besonders kulinarischen Genüssen flöhnen will, dem bietet die Leib'sche Wirtschaft dazu vollauf Gelegenheck. Von Eintritt Aktrengesellschaft gedacht. Zu ihr soll nicht nur der Staat, sondern auch die öffentlichen Sparkassen, die Gemeinden -und öffentlichen Verbände hinzugezogen werden. Die Bank soll dem Hypothekenkreditbedürfnis, soweit nicht Meliorationen in Betracht kommen, und zwar nicht nur den landwirtschaftlichen Stärrden, sondern allen Berufsarten dienen. Sie gewährt unkündbare Darlehen auf Amortisation und soll hierdurch zur Entschuldung des Landes führen. Das .Gesetz fand einstimmige Annahme, obwohl der nationalliberale Abgeordnete Koch sich dagegen ausgesprochen hatte, der die Hypothekenbank für eine unliebsame Konkurrenz der Sparkassen erklärte. Alle übrigen Volksvertreter waren -dagegen mit der Regierung der Ansicht, daß dieses Gesetz wesentlich beitragen werde zur Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes und eine segensreiche Einrichtung für das Land bedeute. Angenommen wurde dann nach unwesentlicher Debatte das Gesetz über die La n d e s k r e d i t ka s s e. iEine verdienstliche Großthat haben Regierung und Kammer mit dem Gesetz betr. die Wohnungsfürsorge geleistet. Wir sprechen darüber heute in besonderem Artikel. der Ernten in Ihren Departements genau unterrichtet zu . ^^l0en tuäre es gar öde und langweilig jetzt im sein. Schreiben Sie mir, wie gedörrte Pflaumen, die n Ä^'^bNN UUA hrn “-nb ,lD.^er e\n $ u / * r e « * § o I * u n b e r b ä u m e, bie jungen Ulmen und das Unter- ÖmÄnKen'X"Äugel °15 Ä und di- Ananas- haste Politiker und große Zeitungen führen kann, beweist der , 8U.Je.^c füllen. Ist die Fall der Verlegung der 11. Düsseldorfer Husaren nach Kaffee-Ernte schon und wird die Schokoladenernte Krefeld. Es war doch von vornherein klar, daß der Kais ev befriedigend ausfallen? Empfehlen Sie doch unseren Bauern, die von uns mitgeteilte Anekdote von den Tänzern der die noch immer sehr zurück sind, Orchideen und Wein- 'Krefelder Iungftauen an einen militärischerseits längst ge- reben als neues Viehfutter. Sehen Sie zu, daß sie hegten Plan anknüpste, und nicht etwa, um den Dämchen ihre Mauern für die Anpflanzung von Kletterpflanzen erneu galanten Gefallen zu erweisen, Regimenter versetzte (Hafer, schwarzer Rettich, Gartensalat oder Morcheln) be- au3einerxig. _ He Annahme met-l lulljcn. Sagen Sle ihnen, daß sie die Brnnnenkress7 nicht zu eher als sonst^wahl geschch-7'würe zur°Sp?ach« b-gichon Ä @$ie'C liebt trockenen Baden, gekommen ist, läßt sich iroch rechfertigen. Vom „p e r f ö n J 3°, aÜcm a.^er ^en zu, meine Herren, daß sie auf den 1 ichen Regiment" gerade aus diesem Anlaß zu reden ^nbau von Karotten verzichten, weil gegenwärtig auf diesem ist denn noch mehr, als selbst in der Zeit der sauren Gurken Gebiete Ueberproduktion herrscht." Herr Mougeot las den gestattet. Uird wenn Frhr. v. Zedlitz in dem von uns Dries noch einmal durch und sagte stolz: „Geradezu groß- auszüglich wiedergegebenen Artikel der „Hamb. Nachx." von artig." In diesem Augenblick trat fein Sekretär ein. „Sie bem Krefelder Husarenstreich aus auf Vie Mi l itar i si-Isehen schlecht aus, Herr Minister," sagte er. „Vielleicht über* xung des preußischen Ministeriums zu sprechen kommt arbecket?" — O, es ist nichts, nur etwas Phyllorera" ant- ?ui°'nmat .^hatsachc als tief betlagenswcrt wartete Herr Mougeot freundlich. hinstellt, so rst bicjc Verschlererungspollttk denn doch zu durchsichtig, um nicht beit Kern des Lamentos erkennen1 Sv lassen Das Correlat zum Frhrn. v. Zedlitz ist die preuß Kan alvor läge, und hier kann man von einem in der. Regierung bemerkbar werdenden persönlichen Willen aller- c""" empören, den anderen erfreuen, i dings reden, wenn man sich erinnert an die Stelle im taijer- Vu rs ch ens cha fter, der Geh. Sanitätsral lichen Handschreiben an den scheidenden v. Th ielen, wo Küster, i_____L...o2 _ ll..— eä heißt: „Ich kann es mir nicht versagen . . . Ihnen ins--j studentischen Mensuren ausgesprochen hat. Er schreibt: »m schnell zum Ende und m die Ferien zu kommen Man I besondere für die mannhafte Art, mit der Sie jederzeit hat un Gegentell z. B. über bte Wohnungsfürsorge nicht meinen Intentionen gefolgt sind . . . den wärmsten nur viel, sondern auch gut gesprochen, und nur die letzten Dank auszusprechen." Hierdurch ist ftellich der starke Ein- Vorlagen, die die Landwrrtschaftskammer- und die Handels-1 fluß, den der Kaiser auf seine Minister auszuüben bestrebt imraneqragc betrafen, summarischer und weniger gründlich ist, .affen dokumentiert. Nun hat bekanntlich Minister . Budde als früherer Chef der Eisenbahnverwaltung im Ser Dienstag galt ausfchlwßllch dem Sparkassen- Großen Generalstabe seiner Zeit im preußischen Landtage gefetz, das man aisbaib erledigte. Alle Parteien waren!die Kanalvorlage vom militärischen Standpunkte aus mit inm vorn her ern der Regierungsvorlage günstig gestimmt, großer Energie verteidigt. 1U7>.. b™) ,jl% stlbndiger Arbeit war das Sparkassengesetz- Trotz alles Weltmachtsdünkels kann man einem gewissen aemniDe o,v —andes „unter Dach und Fach" und die recht- Heroismus, den England und gerade jetzt auch sein König ereil beste geregelt, zur Schau trägt, die Anerkennung nicht versagen. ^rie.^y^ann kte Alverte Kammer den Entwurf Ed uard VU. ist schwer krank und vor allem: er ist schon betreffenb bte ^^chlung emer hessischen Pfandbrief- länger schwer krank und hat große Schmerzen und die immer ?n ^ovm jriner | roeiter um sich greifende gefährliche Krankheit mit Stand- """" " ~ Hastigkeit abzuwehren versucht, um die Krönungsfeierlichkeiten nicht zu stören, bis ihn die Kräfte verllepen und er aufs Krankenlager sank, von dem er sich bis jetzt nicht wieder erhoben hat und auf das er voraussichtlich lange noch gefesselt sein wird. Die amtlichen Krankyeitsberichte lauten seit ein paar Tagen günstiger. Es bestätigt sich, daß der König wieder lesen und hier und da eine Cigarette rauchen darf, doch wird ihm dies hauptsächlich gestattet, um zur Verhütung einer nervösen Depression in ihm selbst feine zu ernsten Vorstellungen seines Zustandes aufkommen zu lassen. Der Wnig sieht fortgesetzt seine nächsten Verwandten um sich Es wird jetzt zuversichtlich mit der Möglichkeit einer Krönungsfeier in kleinerem Maßstabs im Frühherb ft gesprochen. Es ist natürlich noch viel zu früh, um mit Zuversicht sprechen zu dürfen, aber in Anbetracht aller Umstände scheinen die besten Hoff- Inungen gerechtfertigt. Wie aus der Abwesenheit aller beunruhigenden Symptome hervorgeht, sind keinerlei skeptische Erscheinungen eingetreten. Die Aerzte konstatierten keinerlei Unterbrechung in dem vorzüglichen Fortschritt der I Besserung, aber die volle Zeit muß erst vergehen, ehe sie das Fortfällen jeder gefährlichen Komplikation proklamieren können. Dieser Ausspruch ist heute (Montag) zu enuarten. Wie nur die frommen Buren die Londoner Kunde ausgenommen haben mögen! Ohne den Kausalnexus anzuer- kennen, muß man doch sagen, daß die Tragödie in Südafrika ein ungeahnter zweiter Teil folgte. Der König, mit dessen Willen und Zustimmung tausende von Menschen ihr Leben auf dem Schlachtfelde lassen mußten ober auf dem Krankenbette an Kummer und Entbehrungen dahinsiechten, I weiß es schließlich durchzusetzen, daß an seinem höchsten Ehrentage die Sonne des Friedens über seinen Ländern scheint. Bedenkt man bie verhältnismäßig geringe Machet, die Englands Herrscher gegenüber der Macht eines Chamberlains und seines Parlaments besitzt, so kann man leicht ermessen, daß fein Wille, durch, günstige Bedingungen die Buren zum Frieden zu bewegen, auf harten Widerstand gestoßen ist. Und nun, nachdem sein berechtigter Wunsch er- füllt, England und die Völker seiner Kolonien zur Huldigung in die Hauptstadt geeilt sind, die Fürsten der fremden Höfe dem Ruse zur Teilnahme an dem glänzenden Feste folgten., sinkt der König selber aufs fcEjroerfte getroffen darnieder! Der materielle Schaden, den London durch den Aufschub der Krönung erleidet, wird auf Millionen geschätzt. All die Vorbereitungen vergebens! Die Fürsten und Fremden verlassen eilends das Land, die halbsertigen Dekorattvnen werden hemntergerissen, die massenhaften Zufuhren von Lebensmitteln liegen unberührt und verderben: wahrlich, eine deprimierende Stimmung muß die Engländer überfallen! Zu diesem wenig beneidenswerten Gefühl kommt noch das Unbehagen über die Ungewißheit des Zustandes des Königs. Kurz, man kann ihnen und ihrem Oberhaupte dies-mal eine Regung sympathischen Mitempfindens nicht versagen, und dies wäre sicher noch stärker, wenn wir annehmen könnten, daß die brittsch-maßlose Arroganz durch solche belehrenden Unglücksfälle auf jenes natürliche Selbstbewußtsein zurückgeführt würde , das einem starken Volke ziemt und ihm gut zu Gesicht steht. Mit solcher Hoffnung hat's aber, wie mit mancher ähnlichen, wohl nochi gute Weil'. Politische Tagesschau. Ein sachkundiger Landwirtfchaftsmiuister. Der neue französische Üandwirtschaftsmmister war, ebenso wie der preußische Landwittschaftsminister, vorher Minister des Post- und Telegraphenwesens. Während aber Herr o. Podbielski mit der Landwirtschaft, als seinem eigenen Gebiete, vertraut war, soll der französische Minister, Mougeot, wie die Humoristen in der Pariser Presse sagen, von der Landwirtschaft auch nicht den blassen Schimmer einer Ahnung haben; er ist denn auch dem Schicksal nicht entgangen, daß sich die Presse über ihn luftig macht. Der „Figaro" läßt Herrn Mougeot folgendes Rundschreiben an die Professoren der Landwirtschaft richten: Meine Herren! Mein Vorgänger hat sich durch die Verwettung des Alkohols im Automobilwesen populär gemacht. Ich meine, daß er zu exklusiv gewesen ist, und lenke Ihre Aufmerksamkeit auf die Benutzung des Nußöls und des Johannisbeerweins zu demselben Zwecke. Außerdem wünsche ich, über den Stand Deutscher Kolonialrat. ii. Berlin, 28. Juni. In der heutigen Vormittagssitzung des Kolonialrates wurde die Etatsbesprechung über Samoa erledigt. Eine 2(nfrage des Geheimrats Simon, betreffend das Verhalten der englischen Missionsgesellschasten in Samoa wurde vom Gouoerner Solf dahin beantwortet, die englischen Missionare feien feit der Flaggenhissung eifrig bemüht, sich den deutschen Verhältnissen anzupassen. Auf eine Auflage sagt die Regierung zu, gegenüber der Gefahr der Einschleppung von Schädlingen für den Kakaobau Schutzmaßregeln zu ermöglichen. Auf eine Anfrage des Konsuls Vohsen wurde geantwortet, die Mittel für die Unterhaltung der Deutschen würden im nächsten Jahre auf den Etat gebracht, auch der Ausbildung der Eingeborenen in der deutschen Sprache durch die Missionsschulen werde Rechnung getragen werden. Bezüglich der nach dem Innern einzuführenden Arbecker wurden die Vorzüge javanischer und chinesischer Arbeiter eröttert. Bei der Besprechung der Etats der Karolinen, der Palau- Inseln und der Marianen wurde gewünscht, den Gouverneuren bessere Bereisung und Kontrolle ihrer Gebiete zu ermöglichen, indem ihnen Seefahrzeuge zur Verfügung gestellt würden. Nach Erledigung der Etatsbesprechung beschäftigte sich der Kolonialrat mit der Vorlage betreffend die Errichtung von Versuchsgärten in den tropischen Kolonien. Ein darauf gerichteter Anttag Viktor wurde einstimmig angenommen. Es folgte die Vorlage betreffend die Ausbildung eines eigenen Beamten st andes für die Kolonien, wobei der Vorsitzende erklärte, die Kolonialverwaltung halte die Zeck «für gekommen, mit der Ausbildung eines eigenen Beamtenstandes einen Versuch zu machen und die Grundzüge zu erörtern, wonach die Auswahl und Ausbildung zu erfolgen hätte. Der Kolonialrat stimmte der Vorlage im Ganzen bei. Ein Beschlußantrag des Geh. Regierungsrats Frhrn. v. Pucher, der obigen Standpunkt des Kolonialrats zum Ausdruck brachte, wurde einstimmig angenommen. Schließlich kam die Vorlage betr. die Satzungen für die deutschen Kolonial-Gesellschaften zur Sprache, die einer Kommission von 5 Mitgliedern überwiesen wurde. Damit ist die Tagung beendet. bet! A. Holterhoff Söhne Gestrickte, baumwollene Kinder-Strümpfe. । VVUU11V1 > gestrickt, engt Länge, ans bester Estremadura, fite dar Mter non: *»**<-;«**«» »rtATiichp fimtacn. für das Sliter von: LCQt ?lyw z, 8 , o 1A 11—14 Stohren 4—7 Jahren 1—3 Jahren 0) Echt schwarz, gestrickt, englische Längen, aus I. Doppelgarn, für das Alter von. cO 11—14 Jahren 80 bis ISO Pfg. 8—10 Jahren 65 bis 80-Pfg. 50 bis 65 Pfg. 120 bis 135 Pfg. 95 bis 115 Pfg. -en . WM Pfg- U 7—8 Jahren 50 bis 80 Ul Kinder-Söckchen, echt schwarz und I MolilUr-Vtrstdgenei . r u ... (V../. .. a 4111t iürtAÄ IlftT*. 4652 Mein Bürsten- uJarhrnsrie^schäft 4690 befindet sich von heute an Darmstädter Schlossfreiheiis-Lose 4447 sind zu haben bei Eisschranke, Emil Pistor Äachfl., Warktflraße 10 3086 ND O co CD 0)2 (5 0) $ (ß l GarteumSbel, Speifefchränke, sowie alle Haushaltuugoartitel empfiehlt billigst 4171 Eigene mechanische KtrnmpHabrik in Olpe in Westfalen. Firma: Gehr. HollerhoH. Tägliche Produktion circa 50 Dutzend. 36 Ceutnern: . . 1,05 Mk. . . 1,20 „ . . 1,25 „ Gentnern: . . 1,— Mk. . . 1,15 „ 6. Seltersweg 6 A. Welz. ff kV -mstürzten. Der FSrbereibafitz-r imb em Verwandter des. selben wurden tätlich verletzt. Der Materialschaden ist be- beuten b. • Paris, 28. Jmri. Den letzten Melbungen aus Madagaskar zufolge macht die Pest auf der Jusel große Fortschritte. Bis jetzt sind zwar Europäer noch mcht erkrankt, aber unter den Eingeborenen sind bereits zah lrerche Mittwoch den 2. Juli, nachmittags 2 Uhr, werden aus dem Nachlaß des Herrn Georg Hetz, Rentner, m Gießen in dessen Wohnung, Goethe,trotze 27, UL, nachverzeichnete Mobilien re. gegen Barzahlung versteigert: 1 Kasten Taselfilber, sowie diverse Silber- und Christoste-Gegenstände, 1 Partie silberne Messer, Gabeln und Löffel, 1 Alabasteruhr mit zwer Leuchtern, 6 silberne Leuchter, 1 Kronleuchter und verschiedene Lustres, 1 Schreibpult ttt Mahagoni, 2 Sessel, Betten und BettteUe, Nachttische, Sophas und Schränke, 1 Bertikow, Tische und Stühle, Bilder und Spiegel, verschiedene Portiörerr unb Vorhänge mit Ehales unb Zubehör, Wanbuhren, Teppiche unb Läufer, 1 Etagere, 1 Partie Bücher, 1 Vorratsschrank, 3 Fahnen, 1 Noten- unb 1 Lesepult, 2 Majolika- Jarbiniören, Wand- und Eckbretter, Barometer und Thermometer, 1 Säulentischchen, Vasen, Gartenmöbel, 2 Gasherde, 1 japanischer Theekasten mit Dosen, 1 Fliegenschrank, Zinn-, Messing- und Emaillegeschirr, 1 Partie Wein-, Römer- und Cham- pagnerkelche, Wein- und Biergläser, 1 irischer Ofen, 1 Ofenschirm, 1 Polsterwand, Bügeltische und Teppiche, Hänge- und Stehlampen, verschiedene Koffer, 1 spanische Wand, 2 Böcke mit Querstange zum Teppichklopfen, Champagner in i/i und 1/2 Flaschen, 1 Kiste Wein, Winkler Hasensprung, 3 Flaschen Johannesberger, 3 FL Vollhardsberger, Weingestelle, einige Fässer, eine große Partie Herrenkleider und Herrenwäsche, ein großer Posten Weißzeug und Bettwäsche, 6 Bettüberdecken, 14 Blatt lose Gardinen, Teppiche und Kolter, Haus- »rnnpridttet nämlich bei den Herren. Äscher, Aliceftraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 33 und 34, Gcbr. Kahl, Frankfurterstraße lol, Ed. ütiufct, Bahnhofstraße 10, Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstratze 2, August Struck, Sismarcfltraye 6,_ Georg Unverzagt, Kaplansgasse o. ~Wl> Rinnen berechnen obenstchenbe Preise unser« G-scokes lamt An^hr wi° das Gaswerk und -erabsolgen duselben auch KÄSti’Mg« 6-!-»«—■ ^^Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. der Dunkelheit an wird der Wald elektrisch beleuchtet. Um U1/, Uhr soll bann ein Lampionzug die Teilnehmer zur Stadt zurückführen. Wenn nur das Wetter hält! Uebrigens werden die Listen morgen im Laufe des Tages geschloffen werden. ** Herabsetzung der Ar beitszeit? Der Reichskanzler ersuchte die Gewerbeinspektionen um Bericht über folgende Fragen: Erscheint es zweckmäßig und durchführbar, die nach § 137, Absatz 2 der Gewerbeordnung zulässige tägliche Arbeitszeit von elf auf zehn Stunden herabzusetzen; die nach § 137, Absatz 3 zu gewährende Mittagspause von einer Stunde auf 1% zu verlängern ■nnb den Arbeitsschluß am Samstag früher als 5,/j Uhr zu 'legen, ober stehen Bedenken entgegen? ** Ein neues, vollständiges Verzeichnis der Fernsprechstellen in Gießen ist im Verlage von Ernst Balser hier erschienen. Das Verzeichnis lehnt sich in ferner Äußeren Gestaltung an die früheren Ausgaben an. Der Inhalt ist entsprechend ergänzt und vermehrt. Es wäre mdes >zu wünschen gewesen, daß die einzelnen Anschlüsse nicht nur (unter den Namen der Inhaber, sondern noch mehr, als wie [in dieser neuen Ausgabe erfreulicherweise schon geschehen, auf sSchlagworte ober Stichworte Rücksicht genommen würde. i3» B. werden nur wenige Eingeweihte den Anschluß: „Ständiger Referent der Akad. Administrations-Kommission" unter St aufsuchen. Schriftsetzer Heinrich Häuser ein Sohn, Jakob ( Mai. Dem Spenglermeister Christian, Arnold *“ ^Beerdigte. M a r k us g-M ein d-. .Den Lt. Junu Eli!», he Margarethe Hammel, Tochter des Mullers Heinrich Hammel, 8 Jahre all, starb den 22. Juni. I o h a n nes g em etnd e. Den 20. Juni. Marie Kreiling, geb. ^rranfe, Witwe des Schn^e^ meisters Wilhelm Kreiling, 67 Jahre alt, ftarb ben 18. Ium. Den 22. Juni. Karl Dickhardt, Mobelschremer, o2 Jahre all, starb i. 7hfir» pädlsche und physl- kaHsch-dlätetische Heilanstalt — 2 Aerzte. — Prospekte. Gascokes. I Infolge Stadtverordneten-Beschlusses vom 10. April d. I tritt eine PreisemiißiWg nuferer WM ein unb wurden die Prmse derselben bis auf welleres festgesetzt Universitätsfest. Nach Beschluß der städtischen Behörden wird zur Ferer der! Immatrikulation des tausendsten Studenten unserer Hochschule von der Stadt am Mittwoch den 2. Jun ein Waldfest im Philosophenwald veranstaltet. Um o Uhr nachmittags bewegt sich der Festzug vom Oswalds- qarten durch die Neustadt über die Marktstrape, Markt, nJlausburg, kreuzplatz, Seltersweg, Südanlage, Bleichstraße, ^oberstraße, Goethestraße, Ludwigsiraße, Ludwigsplatz^ Grunbergerstraße wid den Trieb nach dem Festplatze. Alsdann rzestkommers mit Konzert Todesfälle vorgekommen. • Selbstmord eines Offiziers. In Bromberg ■ hat sich der Oberleutnant Kleinhans vom 129. Infanterie- ■ Regiment in seiner Wohnung das Leben genommen Der Offizier hatte im Kasino gespeist, war bann nach Hause gekommen unb hatte sich eingeschloffen. Sem Bursche hatte unterdessen die Wohnung verlassen. Als er nach längerer Reit zurückkehrte und nicht in die Stube gelangen konnte, wurde die Thür gewaltsam geöffnet. Man fand den Offizier an der Schärpe hängend als Leiche vor. Was ihn m ben Tod getrieben hat, ist nicht bekannt. »Rum sensationellen Doppelmord im Chemischen Laboratorium in Edinburg werden nachstehende Einzelheiten gemeldet: Während, eines Vortrages Pro effors Ivison Macadams (der zugleich Oberst des 5. Schottischen Freiwilligen-Regiments war), trat der Hausmeister Mac Clinton, mit einem Doppelgewehr bewaffnet, in den Horsal unb schoß den ihm mit dem Rücken zugewandten Professor, ehe man ihn noch daran hindern konnte, durch den Kopf. Als Macadam zu Boden sank, sprang ein Student namens Forbes auf das Katheder, um womöglich Beistand zu leisten, stürzte aber im selben Augenblick, durch den Unterleib geschossen, neben dem Leichnam nieder und starb bmnen wenigen Augenblicken. Mac Clinton lud in der emgerffsenen Verwirrung wieder das Gewehr und gab emen weiteren Schuß ab, ohne jedoch zu treffen. Die Studenten suchten Schutz unter den Bänken. Ein Bruder des ermordeten Professors trat da vor den Mörder hin, der auf ihn anlegte, und sagte ruhig: „Geben Sie mir das Gewehr; Sie haben heute genug geschossen." Mac Klinton sah tgn verdutzt an, nahm die Patronen aus dem Gewehrlaufe unb reichte dieses dann Mr. Macadam hin. Die Studenten warfen sich m demselben Augenblick auf den Mörder und hielten M fest, bis die Polizei herbeigerufen war und ihn abführte. Utlb Sürgerfäatt wird sreuEchft gebeten, ,°m dem Irohen Festtage teilzunehmen und ihre Hauser zu schmucken. Die ^est chleifen, welche leicht sichtbar zu tragen sind und ausschließlich zum Betreten des Festplatzes berechtigen, werden von heute ab gegen Einzeichnuna in eine Liste und Zahlung von 2 All. für Verrat (schwarzweißrot) und 1 Mk. für Damen (rotweiß) ausgegeben. Die Festteilnehmer sind zum unbeschränkten Genutzt der von ber ©tobt gestellten Getränke unb Speisen^ berechtigt. Schuß der fisten bei Erreichung einer bestimmten ^.eilnehmerzahl bleibt vorbehalten. Auf dem Festplatze werden Schleifen nicht ausgegeben. Die Listen sind aufgelegt: a) auf der Bürgermeisterei, Zimmer 15, b) bei Herrn Metzger, Seltersweg 70, c) bei Herrn Balser, Mäusburg 11, d) bei Herrn Scharmann, Lindenplatz 3. Gießen, den 24. Juni 1902. p Der Festausschuß: I. A.: Mecum, Bürgermeister. I (ß ® kv ° 5 ro 11—14 Jahren 70 bis 85 Pfg. Vermischtes. " Berlin, 28. Juni. In der städtischen Irrenanstalt zu Dalldorf entstand in ber vergangenen Nacht auf bisher unbekannte Weise ein Brand, ber den Dach stütz des Wirtschaftsgebäubcs mit Vorräten einäfcherte. Bei den Rettungsarbeiten kam ein Krankenwärter ums Leben. Mehrere andere Personen trugen leichte Verletzungen davon. .. , » Brüssel, 28. Juni. In dem nahe gelegenen Uccle erfolgte durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters tn einer Färberei eine Naphta-Explosion, wodurch das Dach des Gebäudes in die Luft gesprengt wurde unb bie Mauern 1-3 Jahren 4-7 Jahren 50 bis 65 Pfg. 70 bis 95 Pfg. 1—3 Jahren 40 bis 50 PsgV AllsM SUS den Kirchenbücher« der Ktadi Gießen. Evangelische Gemeinbe. Getauft?-. M ° M-_>> s g em ei n ein Sohn, F^nz (SKristian aeboreny"den 12. Januar. Lu k a s g em e in b e. Den 22. Juni.' dem Weitzbindermeister Heinrich Lannspach em Sohn, Albert Gustav Heinrich Eduard, geboren den 13. Mai. ^em: nof» und Unioerfitätl$ud^^änb^er ^ugufteme £o$ter, Emmy Bertha Adolphme Emilie, geb. den 12. Mal. Johanne gemeinbe. Ten 22. Ium. Dem Lackierer Wilhelm Deibel eme Tochter, Elisabethe Katharine, geb. ben 22. Mai. Markusaemeinde. Ten 21. >)UNi. oxari Heinmch Theis! Eisenbahntechniker zu Herborn unb EliiabetheHer^ Sette Schomber, Tochter des verswrbenen.Z^ei^sitzers Hemmch Scbomber iu Gießen. Militargemeinde. Den 21. -jum. Albert Andreas Wilhelm Starke, Sergeant ^Kn u^ Lma Elisabeth Gerlipp, Tochter des verstorbenen Friseurs Karl Gerlipp E. st«li«z, Wschinenjlkickkle Wetzsteinstraße 45 elnpfiehlt Wetzsteinstraße 45 echt öiamantf(^w(trlK Samen1 unii Kinder-Sllümpse (Schulstrümpfe) in Wolle u. Baumwolle, beste.Qualit., äußerst btllia. Stritkeu und Austrickeu von Strumpfe«, Socken u. ISeinläu«en rc. wird prompt unb billigst besorgt. 4613 für das Alter von 1—3 Jahren __4—6_Jahr«r_ geringelt, 25 bis 40 Pfg. 35 bis 50 Pfg. Für den Centner ab Verkaufsstelle: ........1,10 Mk. Stuck-Eoke« ' Nuß-Cokes, ausschließlich trocken gelagert, m zwei verschiedenen Korngrößen iur Stubenhelzimg und für weite und enge Of en^ch achte passend zerkleinert: Größe Str. 1, etwas großer als durchschnittliche Korngröße des Anthraell, gang- barste Sorte....... • l,2o Groß- 9h*. 2, kl-in-r als durch,chmtll.che Korngröße des Anthraell .....1,30 All. Ja Wagenladungen von mindestens Stückcokes .... Nutzestes 9tr. 1 . . Nutzcokes 9tr. 2 . . Bei Entnahme von mindestens 200 Stückcokes .... Nutzcokes Nr. 1 . . Siutzcokes 9lr. 2 . . 1,20 „ Für CokAneb^rVwelch'e zwei und mehr DoppelwaggouS r^*^ Prmäftiat sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. ^ ^Ar Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner be^^n Verbringen der Cokes — bis zu 6 (Zentnern mtf bTe betr. Lagerplätze (Keller, Stall re.) mit fernem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht 3m (Setttiu-r Kotes “att” Dagegen ist bei iolgenben h-estgen B.rmen bet* Kkimlkms der ©ascokes von 1 bis 5 Centner I. A.: Schneider. »& a eonnenähnlich und billiger wie Jia 0 AwAA1 AÄäI 6 Petroleum, exploeionsaicher u. g gy | M unerreicht einfach. Patent an- Ovwlj IvvIHvOv gemeldet — Auskunft und V Prospekte durch Kl. Perpente in Osthofen a^Rh. 8—10 Jahren 11—14 Jahren 6ÖWWW STbiS 11O"W iSÖbBUBW. 155 bis 165 P!g. Echtsarbig. karriertc Ringel, hell und dunkel, engt Sänge, geftridt, ^ b-s Alter von: 4-7 Jahren 8-10 Jahren H-14 J-Hren °- Echt schwarz, gestrickte, englische Sängen, für das Alter von: 1-3 Jahren 4—7 Jahren 8-10 Jahren 25 bis 35 Pfg. 40 bis 50 Pfg. 50 bis 65 Pfg. den 20. Juni. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 26. Juni. (Per transatlantischen Telegrst gestern 5 Uhr nach, mittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. FRANZ JOSEF Bitterwasser ist das beste natürliche Abführmittel. 3998 Erhältlich überall. ------------- Mein grstzer Inventur - Röumungz - verkauf • in Damen Konfektion, Kleiderstoffen sowie sämtlichen Manufakturwaaren zu ganz aussergewöhnlich reduzierten Preisen beginnt 4705 Montag den 30. Juni bis Donnerstag den 10. Juli. 8 Mahnhofstraße 8 gegenüber der Kaplansgafse. S. Sammet. 8 Bahnhofstraße 8 gegenüber der Kaplansgasse. Versteigerung. Dienstag den 1. Juli d. I., uachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1. Allerlei Porzettanwaren, als: Kaffee- und Eßservice, Blumentöpfe, Waschgarni- tureu, Gemüseschüffelu, Kücheugaruitureu, Romer, ÄaffeekoL«veu^Lowlen,Wandbilder, Kaffeetaffen, Kucheu- teller, tiefe Teller, Säule mit Blumentopf,Nickel-Menagen, Sektkühler, Löffel in Etuis, 2 Seffel, 2 große Spiegel, 1 Konsol und 1 seidenen Regenschirm. 2. 1 Rollwogen, 1 Break, zwei Bände Schlagwortkatalog, eine vollständigeLeihbibliothek, drei Wanduhren, 1 Oelbild mrd Möbel aller Art. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. 4752] Vorn, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Mittwoch den 2. Juli d. I., vormittags 10 Uhr, versteigere ich am Güterschuppen dahier, gemäß harrdelsgeietzlicher Bestimmung für Rechnung den es angeht, gegen Barzahlung: 1 Nzen Dachziegeln. Versteigerung bestimmt. 4753] Born, Gerichtsvollzieher. Prima neue Vollheringe soeben eingetroffen bei 4762 Christian Wallenfells, 17. Marktplatz 17. am Kriegerdemmal. Telephon 262. Gegründet 1826. Beffer und wert ergiebiger als Süßrastm-Zjulter ist gute Vogelsberger Eandbntl« im Geschmack unübertroffen, stets frisch zu haben bei 4617 Ernst Muth, 44 Ludwigstraße 44. Wanzen-1 Tod „Diskret“. Bestes Mittel! Rur echt Flasche 50, 100 Pfg. zu haben Ad. Bieler, Marktstr. 5, Aug. Noll, Drog. z. roten Kreuz. ; Petroleum-, Gas- und elektrische Beleuchtungskörper; in grösster Auswahl, jeder Preislage und Geschmacksrichtung. in grösster Auswahl, jeder Preislage und Geschmacksrichtung. Gasherde und PetroBeumherde neuester Konstruktion und äusserst sparsamen Brand. 4628 neuester Konstruktion tmänderungen iilr Gas- oder eleilristhes tit in eigener Werkstätte. Extra - Anfertigungen von Beleuchtungskörpern zu jeder Einrichtung passend. <*^N*******A**^a** Gießener Iischöörse Marktplatz 5. Telephon 50. 4080 Fst. Hmmacher Mtwursl per Pfuno 60 Pfg. •$—ä- Reparaturen und Aalpolieren alter lampen in tadelloser Ausführung. Empfehle als neu zugelegten Spezial-Artikel sämtliche jg- Wurstwaaren und offeriere solche, als: Marktplatz 5. Louis Bühl. Telephon 50. ahrräder Erstklassige Deutsche. Laternen Luftpumpen QQ Glocken, Sättel Lautinäntel, Luft- schlauche,Oel.Carbid u. Flickzeug. Spezial-Reparatur- Werkstätte mit den neuesten Maschinen, Drehbänken, Apparaten usw. Carl Graf, Giessen, Ladeneingang Schlossgasse Oelfarben aller Art, streichfertig, in bester Beschaffenheit zu den billigsten Preisen. Eine vorzüglich trocknende und sehr haltbaresaber mißfarbige) Oelfarbc zum Grundieren oder Außenanstrich außergewöhnlich billig so lange der Vorrat reicht empfiehlt 4685 Adler-Drogerie Seltersweg 39 Otto Schaaf. Fst. Leberwurst per Pfund 60 Pfg. Fst Fleischwurst per Pfund 80 Pfg. Aste. Hamacher Mmrst per Pfund 1 Mk. Fst. Braunschw. Lebttnmrst per Pfund 1 Mk. Fst. Zungenwurst per Pfund 1.20 Mk. Fst. Westf. Salami per Pfund 1.40 Mk. Fst. Goth. Salami per Pfund 1.80 Mk. Fst. MW. Blasenschinken 1—2 Pfund, per Pfund 1.60 Mk. Feinste Dresdener AMtit-Mrstcheil zum Rohesten, per Stück 12 Pfg. per Pfund 80 Pfg. Fst. Wringer Mmrst per Pfund 1 Mk. Fst. Vraaaschni. Rcttivllrst per Pfund 1.20 Mk. Fsl Sardellenwurst per Pfund l_40 Mk. Fst. Westsiil. Lcrvelativnrst per Pfund 1.40 Mk. Fst. Gothaer CernelatVarst per Pfund 1.80 Mk. Fst. Wests. Tonristenschinken Rollschinken, 1—2 Pfund per Pfund 1.50 Mk. Fst. deutsches Mchsensleisch im Ausschnitt, per Pfund 1 Alk. W. Pelzer besorgt Auskünfte, Ermittelungen, Beobachtungen etc. In- u. Ausland ^ gegr. 1891, massgebende Erfolge. J lacke, Oelfarbeu, pinsel, finokHm=nab Parhettwichse empfiehlt 4383 Adolf Bieler, Marktstr. 5. Malztreber täglich frisch, per Zuber 40 Pfg. Wtien-Branerei ließen. Fritz Eccarius, Giessen: Markt 7. Wilhelm Orbig Nachfolger. Markt 7. ' Steins Garten. Sonntag den 6. Juli, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhrr »k Bunte Konzerte gegeben von der 50 Musiker starken Kapelle des Basischen Leib - tarier - Regiments (Arische) unter Leitung des Königlichen Mnfikdirektors Adolf Boettge Begründer der historischen Konzerte. Rachmittaas: Populäre Volksmusik, w Eintritt 50 Pfennig. Abends: national - Musik aus allen Landen mit Vmtzmg der erforderlichen Mnimiite Rach jeder Programmuummer wird die betr. Nationalhymne gespiell Eintritt 1 Mk., Vorverkauf 75 Pfg. 4774 Vorverkauf in der Musikalienhdla. von Herrn E. Ehallier, 9leiien- weg, und Herrn Carl R6tter, Schulstraße, Ecke Sonnenstraße. Contenlia. Sonntag den 6 Juli: Kroßes öffentliches äommcrfclt auf dtr Schönen Aussicht. AnWrnnz non Kin-echielen nur nencpcn LHcins. Alles Nähere die Plakate. 4767 empfiehlt 4569 Emil Schmidt 16 Neuenweg 16. Keine Motten mehr! beimGebrauchv.^'alLenln. Falkonin treibt jede Motte aus. Falkonin zerstört die Brut. Falkonin riecht angenehm. Falkonin ist sauber im Gebrauch. Falkonin gehört in jedenKleider- schrank. Echt in Paketen zu 10 und 25 Pfg. nur bei Adolf Bieler, Marktstraße 5, Gustav Walter, Mäusburg 13. 2825 ("ussbodenr .8....... Inventur-Ausverkauf. Um meine grossen Waren-Vorräte zu reduzieren, habe ich mich entschlossen, auf sämtliche Verkäufe einen Nachlass von 15 für die Zeit vom 25. Juni bis 13. Juli ■ni gewähren. Der Verkauf findet nur gegen Cassa statt. 4877 Marktplatz 16. IMed. TeipeL