Nr. 25 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamllien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93ex lag der Brüh l'schc. Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erbe» Redaktion, Erpeditio.r und Druckerei: Schulstraße 7 Adresse für Depeschen. Vluzeiger Gießen. FernsprechanscklußNr.51. 152. Jahrgang Erstes Blatt. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bcstellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprexs: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und Land' und „Gerichlssaal":R.Ditt« mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Donnerstag 30. Jannar 1002 Bezugspreis: monatlich 7bPs„ viertel- GietzenerAnzeigel General-Anzeiger ** Polttische Tagesschau. Zur Lösung der Duellfrage macht der „Reichsbote" u. a. folgenden Vorschlag: Für die thätliche Beleidigung, die üble Nachrede und die böswillige Verleumdung muß aber neben einer Freiheitsstrafe die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte als Nebenstrafe zulässig beziehungsweise geboten sein. Einem böswilligen Verleumder können nie mildernde Umstände zugebilligt werden; sie sind daher aus dem Strafgesetzbuche zu streichen. Dagegen ist dasselbe durch eine Bestimmung dahin zu ver- schärfen, daß chm stets die Ehrenrechte abzuerkennen sind, sowie daß ein gewohnheitsmäßiger Verleumder mit einer Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahre unter Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft werden muß. Bei der üblen Nachrede ist bei aanz besonderer, nur auf geringer Fahrlässigkeit beruhender Sachlage das Vorhandensein mildernder Umstände wohl denkbar; hier könnte dann zweckmäßig ein verschärfter Verweis an Stelle der Freiheitsstrafe treten- Erst eine derartige Aenderung und Vervollständigung des Strafgesetzes würde den einzusetzenden Ehrengerichten den geeigneten Boden bereiten, nm einerseits denjenigen, welcher durch eine Abbitte die erforderte Genügt huung nicht leisten will oder kann, dem zivilen oder militärischen Strafrichter zu überliefern, und andererseits auch ohne das Mittel eines Zweikampfes der verletzten Ehre volle Genugthuung zu verschaffen. Wer eine für zulässig erachtete Wbitte nicht annehmen will, mag dann die unausbleiblichen Folgen sich selbst Urschreiben. Wird außerdem noch die Lücke des Strafgesetzbuches ausgefüllt, nach welcher der Versuch der Beschädigung einer Sache, eines Tieres strafbar ist, die versucht Körperverletzung eines Menschen aber nicht mit Strafe bedroht wird, dann wird der „Zweikampf" überschriebene fünfzehnte Abschnitt des zweiten Teiles des Strafgesetzbuches als entbehrlich getrost gestrichen werden können."' Der Bücherzoll. In dem neuen Zolltarif ist wohl der seltsamste Zollsatz der geplante Bücherzoll. Bisher wurden Bücher zollfrei eingeführt. Nach dem neuen Zolltarif sollen Bücher, Bilder, Kalender, Musiknoten usw. mit Einb änden, die chrer Beschaffenheit nach mit mehr als 15 Mk. für den Doppelzentner zollpflichtig sind, den Zollsätzen für den Einband unterliegen. Albums, Einbanddeckel und dergleichen, in welche Bücher, Bilder, Musiknoten usw. eingelegt oder eingeschoben sind, sollen für sich verzollt werden Dieser Zoll fällt mit 30 Mk. für 100 Kgr. auf alle Einbände, die mit Leder oder Gespinstwaren aller Art ganz oder teilweise überzogen oder damit ausgestattet sind. Zunächst ist es ein geradezu ungeheuerlicher Gedanke, den Zoll für das volle Gewicht eines gebuirdenen Buches von einem Stückchen Leinwand oder Leder abzuleiten, das sich am Einbande befindet, und beispielsweise 100 Kgr. gebundene Bücher deshalb mit 30 Mk. Zoll zu belegen, weil sich an ihren Einbänden 500 Gramm Leinwand befinden. Anscheinend soll der vorgeschlagene Zoll als eine Schutzmaßregel für das Buchbindergewerbe gedacht sein. Selbst wenn das Buchbindergewerbe einen solchen Schmutz nötig hätte, so ist es doch unmöglich, zu Gunsten eines einzelnen Gewerbes eine solche schwerwiegende Maßregel zu treffen, die eine Anzahl anderer Gewerbe aus das empfindlichste schädige:: würde. Dazu-kommt, daß der dem Buchbindergewerbe durch den Zollvorschlag zugedachte Schutz sich« in das gerade Gegenteil verkehren müßte. Denn wenn diejenigen Staaten, die den Export Deutschlands aufnehmen, im Wege der Repressalie gebundene Bücher ebenfalls mtt einem Zoll belegen, so wird auch dem Buchbinder-Ge- we rbe Deutschlands weitaus der größte Nachteil erwachsen. Der schwerste Schaden wird den deutschen Buchhand el und das Buchdruckgewerbe treffen. Die Ausfuhr Deutschlands an Büchern, Karten, Musikalien, Zeitschriften überwiegt die Einfuhr um das achtfache, und daraus folgt, daß das deutsche Buchdruckgewerbe in bedeutendem Umfange für. die deutsche Bücherausfuhr beschäftigt wird, 'Für Deutschland werden im Auslande Drucksachen nur in verschwindend geringer Menge hergestellt, während deutsche Pressen im Inland reichlich durch, vom Ausland erteilte Druckausträge in Bewegung gesetzt werden. Sollte nun der vorgeschlagene Zoll auf gebundene Bücher zur Einführung gelangen, so würde das unzweifelhaft das Ausland, insbesondere die für die deutsche Ausfuhr am meisten in Betracht kommenden Staaten Oesterreich-Ungarn, Schweiz, Rußland, Vereinigte Staaten und England zu Gegenmaß^- regeln veranlassen, die eine starke Erschwerung und Einschränkung der deutschen Bücherausfuhr im Gefolge haben müßte. Darunter würde der Buchhandel und das Buchdruckgewerbe zu leiden haben, während auf der anderen Seite aus dem Zoll auf die Büchereinfuhr dem Buchgewerbe nicht der geringste Vorteil erwachsen würde. Nicht minder ins Gewicht fällt die Rücksicht auf die Käufer und Leser von Büchern. Dieser Bücherzoll ist geradezu eine Steuer auf die Bildung; getroffen werden von dieser Steuer gerade die wertvolleren Erzeugnisse der Litteratur und Kunst, die in einem ansprechenden Einband eingeführt werden, wahrend die leichte Ware ohne Zollbelastung über die Grenze geht. Es ist nicht würdig eines Kulturstaates, aus der Besteuerung der geistigen Erzeugnisse Einnahmen zu ziehen. Das gilt um so mehr von dem vorgeschlagenen Zoll auf gebundene Bücher, Musikalien usw., als dieser Zoll weder den Finanzen, noch der geistigen Produktton des Deutschen Reiches irgend welchen Nutzen bringt und das Buchgewerbe außdaA empfindlichste benachteiligen muß. Parlamentarisches aus Hessen. Die beretts erwähnte Vorstellung der Gemeinde-Vertretung und Einwohner von Birklar, betreffend den Bau der Eisenbahn Lich—Butzbach, als Antrag überreicht von dem Abg. Köhler-Langsdorf, hat folgenden Wortlaut: Bei dem oben genannten Bahnbau soll wie sich nunmehr herausstellt, Birklar unberücksichtigt bleiben. Birklar ist em Dorf von 503 Einwohnern und liegt fast dreiviertel Stunden von der nächsten Eisenbahnstation (Lich) entfernt. Fast 50 Prozent der männlichen Einwohner gehört dem Arbetter- stande an und ist auf die Städte angewiesen Es dürften diese Personen nicht zu beneiden sein, wenn sie morgens, um nach der Arbeitsstelle zu kommen, bei Wind und Wetter erst einen Weg von dreiviertel Stunden zu Fuß zurücklegen müssen und abends, nachdem sie sich tagsüber müde gearbeitet haben, denselben Weg nach ihrem Heim machen müssen. Sollte Birllar bei dem hier in Frage stehenden Bahnbau nicht berücksichtigt werden, was bei seiner gün- sttgen Lage ein Leichtes ist, so hat es niemals Aussicht, eine Bahnverbindung zu erhalten, da fast alle umliegenden Ortschaften mit Bahnen versehen sind oder durch dce hier erwähnte Bahnlinie versehen werden. Im Interesse der hiesigen Gemeinde sehen wir uns deshalb veranlaßt, die ehrerbietige Bitte auszusprechen: hohe Zweite Kammer der Stände wolle veranlassen, daß bei dem hier in Frage stehenden Bahnbau auch Birklar berücksichtigt werde und zwar dadurch, daß die Bahn an diesem Orte vorbeigeführt unb ihm eine Haltestelle gegeben wird. Gegen den Landtagsabg. Haas (Mainz) ist durch Beschluß des Landgerichts der Provinz Rheinhessen vom 20. Juni v. I. auf Strafantrag des preußischen Kriegsministers das Hauptverfahren unter der Beschuldigung eröffnet worden, daß er „zu Mainz am 14. Januar 1001 Mitglieder der b ewafsneten Macht in Beziehung auf deren Beruf öffentlich in einer Zeitung beleidigt habe, indem er in Beziehung auf sämtliche Angehörigen des o st asiatischen Expeditionskorps^ die nicht erweislich wahre Thatsache behauptet und verbrettet. habe, daß dieselben ungestraft stehlen, rauben, morden und plündern, welche Thatsache geeignet sei, die Genannten verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen." H. hat, nachdem ihm Ladung zur Hauptverhandlung auf den 27. September v. I. rechtzeitig zugestellt lvorden war, in einer Eingabe an die Staatsanwaltschaft Mainz unter Berufung auf den Artikel 84 der Verfassungsurkunde, „in seiner Eigenschaft als Mitglied der Zweiten Ständekammer" die Erklärung abgegeben, daß er derVorladungzurHauptverhandlung „Folge zu leisten nicht in der Lage fei." Die Großh. Staatsanwaltschaft hat hieraus zunächst Veranlassung genommen, Aussetzung des fraglichen Termins zu beantragen, worauf gerichtsseitig neuer Hauptverhandlungstermin auf den 20. November v. I. festgesetzt worden ist. Der mit Rücksicht auf das abermalige Ausbleiben des H. von der Staatsanwaltschaft gestellte Antrag auf Erlaß eines Vorführungsbefehls wurde von hier Strafkammer mit der Begründung ab gelehnt, „daß das Ausbleiben des Angellagten, der Mitglied der Zweiten Kammer fei, nach § 229 Str. Pr. O., Art. 84 der hessischen Verfassungsurkunde, sowie § 6 des Einführungsgesetzes zur Strafprozeßordnung als genügend entschulbigt anzufehen" sei. Auf erneuten Antrag der Staatsanwaltschaft wurde demnächst für die in dem oben erwähnten Termin auf unbestimmte Zeit vertagte Hauptverhandlung neuer Termin auf den 30. v. M. anberaumt, zu dem H. nach vorgängiger bezüglicher Benachrichtigung der Großh. Staatsanwaltschaft abermals nicht erschien. Dem von der letzteren nunmehr erneut gestellten Anträge wurde von fetten der Strafkanrmer durch (£r* laß dsss lVorführungsbefehls für den auf den 18. April d. I., vormittags 9 Uhr, neu festgesetzten Hauptver- handlungstermin entsprochen. Da die Vollstreckung dieses Vorsührungsbefehls seitens des Gerichts von der vorherigen Genehmigung der Zweiten Kammer der Stände im Einklang mit den in dieser Hinsicht bestehenden Vorschriften abhängig gemacht worden ist, hat die Staatsanwalt* schäft Mainz unter Vorlage der Akten die Vermittelung des Staatsmini steriums wegen Erwirkung dieser Genehmigung in Anspruch genommen. Das Ministerium richtet nun, unter Darlegung des Sachverhaltes, an den Präsidenten der Zweiten Kammer das Ersuchen, eine Beschlußfassung der Zweiten Kammer der Stünde darüber herbeizusühren, ob diese zu den gegen den Abg. Haas in Aussicht stehenden Maßnahmen ihre Einwilligung giebt. Ter Abg. Ohl beantragt den Ausbau der Realschule zu Groß-Umstadt zu einer Ober-Realschule. Eine neue Regierungsvorlage bringt Gesetzentwürfe, die Besoldungen der Gendarmen und die Polizeikosten und die Disziplinarverhältnisse der Gendarmen betreffend. In dem Entwurf eines Gesetzes, die Besoldungen der Gendarmen und die Polizeikosten betreffend, heißt es, daß vom Rechnungsjahr 1902/03 an jeder Gemeinde mit einer Schutzmannschaft, welche in militärischer Weise nach den dieserhalb bestehenden oder noch erlassen werdenden Vorschriften organisiert ist, nach dem Schlüsse eines Koqucsin. lf. Frankfurt a. M., 28. Januar. Gestern an seinem zweiten Frankfurter Gastspielabend Hai Eoquelin vielleicht nicht den größten Lorbeerkranz bekommen, aber er hatte ihn verdient. Es war ein Moliöre- 2lbenb und die Titelrolle im „Tartu ff e" und die Dienerrolle des Mascarille in „les pr6cieußes ridicules“ fanden in Eoquelin einen vollendeten Darsteller. Beide Rollen erfordern keine Gemütsbewegung. Das ist für ihn von Vorteil, denn sonst würden wir Deutsche wohl eher eine Lücke in Herrn Coquelins meisterhafter Darstellung empfinben als die Franzosen. Sein Mienenspiel, seine Sprache ist unvergleichlich, er beherrscht sich jeden Augenblick vollständig, nichtv ist unbedacht, so daß sein Spiel sehr lebendig wirkt, fasi völlig ivahr; zum Eindruck des wirklich Wahren muß der Spieler allerdings ganz die barzustellenbe Persönlichkeit durchempsinden, sodaß feine Spielweise sich daraus von selbst ergiebt, nicht aber das Resultat eines unheimlichen Kleinigkeits-Eifers ist. Wie gesagt, gestern genierte das roenig, denn tartuffe ist ja eben der auf alle Kleinigkeiten mit Fuchsenschlaue achtende Lauerer. Ganz meisterlich giebt Coquelm es wieder, wenn aus der frommen Maske des Schemheiligen plötzlich der wollüstige gemeine Schurke herausschaut. Hier giebt er tm stummen Spiel nach meinem Em- Psinden sogar zu viel. Seine Mitwirkenden treten hinter ihm etwa so wett zurück, wie auf emem Lenbach'schen Porträt alles übrige vor ben Augen, dem Kopfe des Dargestellten. Rur wirkt in der theatralischen Kunst das Beiwerk störender als in der malerischen, weck es dort oft in den Vordergrund, gedrängt wird. Für uns Deutsche qt die vollständig leblose Darstellungsweife dieser übrigen Schauspieler wenig befriedigend, da unser Haupt- beftreben auf ein wirksames Zusammen spiel hinauslaust. Das vermißt man hier völlig; die Nebenrollen sind hier lediglich Staffage für den großen Mimen. **Gemälbeausstellun g. Vor einigen Tagen fand im Gießener Kunftve.rein wieder ein Wechsel der Bilder statt, der teils Erfreuliches, teils weniger Gutes mit sich brachte. Was gleich beim Eintrttk in die Kunstausstellung jedem Besucher ins Auge fällt, ist das Portratt unseres Landesherrn, Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, von E Kretschmar in Gera gemalt. Leider entbehrt es jeden künstlerischen Zuges. Die unkünstlerische Auffassung, die gezwungene Haltung, der seelenlose, tote Ausdruck, die harte, glatte Techntt, alles dies erweckt im Beschauer den Eindruck des Minderwertigen. Wie ganz anders, wie lebensvoll wirkt dagegen die Portrattbüste des Prof. Rudolf Leuckhardt, von Christian Lehr in Gießen geschaffen. Diesem Kopse, den man vielleicht zufällig, gerade unter Kretschmars Portratt gesetzt hat, sieht man es cm, daß er sprechend ähnlich sein muß. Wie lebendig der Ausdruck der Augen, wie geifrig fein die Stirn; ein durchaus fesselndes unb von großer Begabung des Künstlers zeugenbes Werk. Mit am zahlreichsten sind diesmal Landschaften in Oel sowie in Aquarell vertreten. Die kleinen wirkungsvollen Aquarellbilbcheu (Oktoberabenb, Torfgasse in Neustadt, Aller Dorfwinkel) von Hermann Schlegel in Darmstadt verdienen aufmerksame' Betrachtung. Auch ein jugendlicher Künstler, W. Barthel in Gießen, bringt einige mtt Geschick ausgeführte, teilweise stimmungsvolle Landschaften, von denen ein „Motiv an dem Niederrhein" und ein „Motiv an der holländischen Grenze" hervorzuyeben sind. Erwähnenswert ist außerdem ne ~. Wucherer in Frankfurt a. M. mit drei anst.^u.. . -reu, weniger guten Arbeiten, wie wir sie sonst mu Oie,cm begabten Künstler nicht zu sehen gewohnt sind. H. Licht in Char- lottenburg hat „Mondnacht" und „Pommerisches Dörfchen" ausgestellt, beide etwas trüb und düster in der Stimmung. Sehr anmutig unb frisch wirkt bagegen eine kleine Aquarell- Studie „Blütezeit" von C. Lenz in Königsberg. W. Kuhnert in Berlin, der bekannte Illustrator, führt uns wieder in exotische Lande und zeigt ein fidel sich tummelndes, verliebt tollendes Elefantenpärchen. Auch dieses Bild des Künstlers fesselt den Beschauer durch charakteristische Lebendigkeit. Eindrucksvoller durch Aus d e h n u n g als durch Aus f ü h r u n g und Motiv sind die „Kosaken in einen Hinterhalt fallend" und „Die Teufelsmauer cm Harz" von Werner Schuch in Berlin. „Tie Enten in der Sonne" von C. Koester in Klausen sind lebendig in der Zeichnung und kräftig und leuchtend in der Farbe, nur dürfte das Weiß der Enten noch farbiger zu sehen sein, es erscheint teilweise zu gleichwertig, zu monoton. Recht interessant in der Auffassung und flott und breit in der Ausführung sind die Studien „Bauerngarten" unb „Am Bach" von K. Schäffner in Ischl. Derselbe Künstler ist auch noch mit 5 Rötelzeichnungen vorteilhaft Per treten. Gutes in Blumen unb Stillleben leisten A Mass alten in Blasewitz („Birnen und Trauben"), C. Schub erg in Karlsruhe („Kirschen"), Paul Miet he in Berlin („Rosen"), E. Dinge ldein in Gießen („Rhododendron, Flieder"/. Letzteren kann man srettich einige Härten nicht absprech^n. ‘ Zum Schluß sei nun noch auf eine besonders schöne, reizvolle plastische Radierung, „Polnischer Jude" von fr. Struck in Berlin, und die Erstlingsarbeiten eines hiesigen angehenden jungen Künstlers, L. Lony, aufmerksam gemacht, der, wenn seine Entwicklung im rechten Verhältnis fort* schreitet, zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Kaiser Wilhelms Geschenk an die Stadt Rom wird, wie wir beretts mell ussichtlichj einem der hervorragendsten Berliner V.l«. . dem Prof. jeden Rechnungsjahres aus der Staatskasse der zehnte, Teil desjenigen Betrages vergütet wird, den fie in demselben Rechnungsjahr für die persönlichen Kosten (Gehalte und Remunerationen) des Polizeiaufsichtspersonals thatjächlich aufgewendet hat. Nach dem Entwurf eines Gesetzes, die Diszrplinarverhältnisse der Gendarmen betreffend, finden auf die Msziplinarverhältnisse der Angehörigen (Offiziere und Mannschaften) des Gendarmeriekorps, soweit in diesem Gesetze nicht ein Anderes bestimmt ist, die Vorschriften über die Disziplinarverhältnisse der nicht richterlichen Staatsbeamten Anwendung. Tie Verhängung und die Vollstreckung von Ordnungsstrafen gegen Angehörige des Gendarmeriekorps erfolgt nach Maßgabe der Lisziplinar-Strasordnung für das Heer durch die militärischen Vorgesetzten, lieber Beschwerden gegen deren .Entscheidungen hat in letzter Instanz das Ministerium des Innern zu erkennen. Der Kommandeur des Gendarmerie- torps hat von den Dienstvergehen, welche zu der Entfernung eines Angehörigen des Korps aus dem Amte Veranlassung geben können, alsbald dem Ministerium des Innern Kenntnis zu geben. Durch Verordnung kann bestimmt werden, daß der Kommandeur des Gendarmeriekorps auch in anderen Fällen vor der Ausübung der Disziplinarstrafgewalt dem Ministerium des Innern Kenntnis zu geben hat. Im Falle .einer solchen Vorlage steht die Entscheidung darüber, ob eine Ordnungsstrafe zu verhängen oder ein förmliches Dis- ^ziplinarstrafverfahren wegen Entfernung aus dem Amte einzuleiten ist, in Ansehung der Offiziere des Gendarmeriekorps dem Grostherzog, in Ansehung der Mannschaften des .Gendarmeriekorps dem Ministerium des Innern $il — Bei den Gesetzentwürfen hat die Regierung umfängliche Begründungen beigefügt. — Die Besoldungen und nicht pensionsfähige Bezüge der Gendarmerie - Oberwachtmeister, der Gendarmerie- sMachtmeister und der Gendarmen sind nach dem -Gesetzentwürfe die folgenden: A. Besoldungen. 22 Oberwachtmeister 2200—2300 Mark (2200, 2350, <2500, 2600 Mk.) 81 Wachtmeister und 145 Gendarmen 1400—1800 Mk- (1400, 1500, 1600, 1700, 1800 Mk.) mit -dreijähriger Aufrückungsfrist. Jeder Wachtmeister erhält .als Wachtmeistergehalt 200 Mk. jährlich mehr, als sein -Gehalt als Gendarm betragen würde. B. Nichtpensi- wnsfähige Bezüge. 1. Stationszulage: für 45 nicht kasernierte Oberwachtmeister, Wachtmeister und Gendarmen ,ln den größeren Plätzen und teueren Orten und zwar: .25 Stellen je 150 9)1 L, 20 Stellen je ilOO Mk. 2. Bekleidungszulage: cl für 32 berittene Oberwachtmeister, Wachtmeister und Gendarmen je 120 Mk., b. für 216 Oberwachtmeister, Wachtmeister und Gendarmen zu Fuß ije 96 Mk- । Der Abg. Zinßer beantragt, die Kammer wolle an die Regierung das Ersuchen richten, von den unter Kapitel ■53, Tit. 1, IV verfügbaren Mitteln des Staatsbudgets von 1902/03 den Betrag von 600 Mark als jährliche Staatssubvention für einen Veterinär arzt mit dem Wohnsitz in Schlitz einzustellen bezw. zu bewilligen, und die betr. Stelle zur Besetzung für den 1. April hb. I., auszuschreiben. In dem Voranschlag des Staatshaushaltsplanes soll auf Wunsch der Staatsregierung ein Betrag von 5000 Mk. eingestellt werden, welcher bestimmt ist, die Einrichtung v.on Einkaufsgenossenschaften zu fördern und eine Verbindung dieser Genossenschaften unter sich herbei-, zuführen. In dieser Unterstützung von Ein kauf s gen ossen- sichaften durch staatliche Mittel erblickt der Verband deutscher -Eisenwarenhändler eine schwere Schädigung der Jn- teressen seiner Mitglieder sowie überhaupt des ganzen Zwischenhandels, die um so mehr in Betracht kommt, als sie zu einer Zeit ausgeführt werden soll, in welcher die Lage des Zwischenhandels ohnehin eine wenig günstige ist. Der genannte Verband bittet daher die Kammer, «die geforderten 5000 Mark nicht zu bewilligen. Aus Stadt und Land. /(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 30. Januar 1902. ** Einladung zum Bezüge des Gießener Anzeigers. Zum Bezüge für die Monate Februar und März laden wir Hiermit höflichst ein. Bestellungen nehmen alle Zeitungs- träger, Zweigstellen, Postanstalten und die Expedition entgegen. ** Der Januar hat sich mit Regen eingeführt und mit Schnee nimmt er seinen Abschied. Im Februar soll der 6., St. Dorothee, alter Ueberlieferung gemäß den meisten Schnee .bringen. Die Wetterregeln für den neu einziehenden Monat lauten: „Thaut es vor und auf Mattheis (24.), Dann sieht es schlecht aus mit dem Eis." — .Mattheis bricht's Eis; hat er keins. So macht er eins." — „Ist der Februar heiß und trocken, soll der August heiß werden." — „Ist der Himmel hell und rein, Fehlt auch kaum der Sonnenschein." r. Beneru, 27. Jan. Der Gesangverein „Polykchmnia" hält seinen diesjährigen Winter ball, verbunden mitTheater- auffühmmgen, nächsten Sonntag Abend in der Restauration „Germania" hier ab. - h- Burkhards, 29. Jan. Nunmehr sitzt der des scheußlichen Sittlichkeitsverbrechens beschuldigte Wilhelm Lang hinter Schloß und Riegel. Wie man hört, hat sich der Bursche seither in einer Scheuer aufgehalten und wurde von seiner Mutter beköstigt. Da die Frau abends spät und morgens sehr früh Licht im Hause hatte, so kam dies den Nachbarn verdächtig vor. Gestern abend wurde das Haus von etwa 40 Bürgern umstellt. Der Beigeordnete Kaiser und ein Nachtwächter nahmen den Verbrecher fest. Heute morgen wurde er nach Schotten abgeliefert. - t- Harimannshain, 29. Jan. Heute abend fand die Generalversammlung des Kriegervereins, verbunden mit der Geburtstagsfeier des Kaisers, unter reger Beteiligung statt. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Sodann brachte Lehrer Schmidt ein Hoch auf den Kaiser aus. Den Schluß des Abends bildete ein spannender Vortrag des Lehrers Hofmann von Volkartshain über die kulturhistorische Entwickelung der hiesigen Gegend von Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit. - i- Grebenhain, 28. Jan. In Hartmannshain wurde heute ein schwerer Einbruchsdiebstahl entdeckt. Die Frau eines dortigen älteren, ärmlichen Mannes, der heute über Land war, entdeckte bei ihrem Nachhausekommen, daß die Hausthür ihrer Wohnung durch Ausschneiden des Schlosses geöffnet war. Bei genauerem Nachsehen fand sie, daß ihr ferner zusammengespartes Geld im Betrage von beinahe 500 Mk. verschwunden war. Der Gendarmerie wurde sofort Mitteilung gemacht, die auch gleich Recherchen anstellte, die aber bis jetzt ohne Erfolg geblieben sind. Allem Anscheine nach hat der Dieb in der Behausung Bescheid gewußt. n. Nieder Ofleiden, 28. Jan. Die Masern sind hier in solchem Umfange ausgebrochen, daß die Schule seit gestern geschlossen werden mußte. Zwei Kinder sind schon dieser tückischen Infektionskrankheit zum Opfer gefallen; in anderen Fällen ist das Schlimmste zu fürchten. - t Wiudecken bei Hanau, 29. Jan. Schon seit Neujahr wird ein hiesiges Mädchen vermißt, das in dem benachbarten Büdesheim diente. Es machte am Neujahrstage in seinem Heimatsorte eine Tanzbelustigung mit und entfernte sich am folgenden Morgen, um wieder seine Stelle anzutreten. Es ist seitdem verschwunden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Homburg, 28. Jan. Zur Frage der neuen Bäder- bahn hat das Komitee zur Besserung der Homburger Verkehrsverhältnisse dem hiesigen Magistrat eine Eingabe unterbreitet, in der es heißt: Seitens des (unterzeichneten) Komitees sind in dieser Angelegenheit bereits seit mehreren Jahren alle nur möglichen Schritte geschehen. Die von dem Komitee in Uebereinstimmung mit dem schon seit 30 Jahren bestehenden Projekte, vorgeschlagene kürzeste Führung über Rödelheim-Höchst durch Einführung in die Taunus-Bahn ist seiner Zeck wegen angeblicher technischer Schwierigkeiten leider abgelehnt worden. Wenn die erwähnte kurze Verbindung mit der Taunusbahn für Homburg naturgemäß am zweckdienlichsten gewesen wäre, so kann man sich unter den obwaltenden Verhältnissen auch mit einer Führung über Oberursel-Cronberg-Soden nach Castel-Mainz und dem Rhein einverstanden erklären. Durch die von jeher hier vertretene Führung über Castel- Mainz würde die Traee durch einen Teil des blauen Länd-' chens gehen, und Homburg bei gleicher Fahrzeit außer Wiesbaden auch noch mit Castel-Mainz mit ihren ca. 100 000 Menschen in direkte Verbindung bringen, und durch diese große Bevölkerungsziffer, die mit Wiesbaden zusammen derjenigen von Frankfurt fast gleichkommt, wäre ein Grund zur Berechtigung für die Einrichtung selbständiger D-Züge Nauheim, - Homburg - Castel - Mainz, - Wiesbaden gegeben. Gerade durch diese Näherrückung von Mainz und dem Rhein wäre ein namhafter Aufschwung unserer Fremdenfrequenz und des Passantenverkehrs zu erwarten. Menu man noch die strategische Bedeutung dieser Richtung durch die alsdann eintretende direkte Verbindung der Festung 9Nainz mit Berlin binzurechnet, und außerdem die weit größere Rentabilität durch den Anschluß der Großstadt Mainz mit ihrem Hinterland und dem Rhein in Rücksicht zieht, so erhellt, daß diese Linie auch weck größere Aussicht auf Verwirklichung durch die Eisenbahnverwaltung hat, während andere Projekte nur geeignet sind, die Aus- sührung zu verzögern und zu verschleppen.________________ Vermischtes. * Hamburg, 29. Jan. Der der Hamburg - Amerika- Linie gehörige Dampfer „ Australia", der auf der Schelde in der Höhe von Doel strandete, ist nach neueren hier eingelaufenen Meldungen durchgebrochen und dürfte total verloren sein. * Paris, 19) Jan. In Vervey wurde ein 16jähriges Dienstmädchen mit durchschnittenem Halse tot aufgefunden. Ein in demselben Hause beschäftigter Diener wurde als mutmaßlicher Mörder verhaftet. * Mons, 29. Jan. In dem nicht mehr im Betriebe befindlichen Schacht Nr. 4 der Grube „Couchant de Fltznu", in den gestern Abend drei Arbeiter hinabstiegen, um notwendige Arbeiten auszuführen, fand heute früh eine Explosion schlagender Wetter statt. Da große Steinmassen einstürzten, war es bis heute Nachmittag noch nicht gelungen, zu den Verunglückten vorzudringen. * Der Kronprinz als Student. Allerhand Gerüchte, von denen wir neulich schon einmal Notiz genommen haben, werden über das Leben des Kronprinzen in Bonn verbreitet. Es wird erzählt, er sei keineswegs „liberal", wie man das von allen Kronprinzen annehme, dazu sei seine Erziehung „zu kirchlich" gewesen. Es ist wohl das Richttge anzunehmen, daß Prinz Wilhelm vorläufig in dem Jdeen- kreis seines Vaters aufgeht und sich über die meisten Fragen noch keine selbständige Meinung gebildet hat. Wie alle idealen Interessen aufgeschlossene junge Gemüter hat er auch einmal gedichtet und das Gedicht im kleinen Kreise bekannt gemacht. Tas Gedicht schildert die Abenddämmerung. Der Schleier der Nacht senkt sich auf die Erde nieder, Rehe treten aus dem Walde heraus und es zittert die Klage wieder, wie bald sie das mordende Blei des Jägers treffen werde. In Bonn lebt der Kronprinz sehr einfach, singt, spielt Klavier und verkehrt viel in einer Kommerzienratsfamilie, mit dessen Töchtern er Kroquet und Tennis spielt. * Der Flecken Ruß in Ostpreußen hat jetzt einen Schacktarp, wie man ihn seit Jahren nicht mehr so anhaltend erlebt hat. Nach der Niederunger Seite hin ist der Verkehr vollständig gehemmt. Es kann keine Post hinüber, und die in der Brionischker Schneidemühle arbeitenden Rußer haben ihre Angehörigen seit Tagen nicht mehr gesehen. Nach Heydekrug zu gelingt es ab und zu, nach stundenlanger Arbeck mittels Eisbootes die Postsachen und einzelne Reisende hinüber und herüber zu befördern. Nächst dem Telegraphen verdanken es die Rußer hauptsächlich der Kühnheit und Aufopferung des Posthalters I. Lorenz, daß sie mit der Außenwelt Fühlung haben. Mit erstaunlicher Gewandtheit und Kraft versteht er es, unter Einsetzung seines Lebens 'den Postkahn durch das zusammengeschobene lockere Eis hindurchzubringen. Aber auch die Fährleute leisten mit ihrem Fährkahn Staunenswertes. Wenn sie, neben dem Kahn hergehend, fortwährend einbrechen und herausgezogen werden müssen, verlieren sie durchaus nicht den Mut und auch nicht den Humor. (Man spricht von Schacktarp, wenn ein Gewässer mit so weichem, leicht brechendem Eise bedeckt ist, daß die Passage über das Eis nicht möglich ist, andererseits aber auch ein Verkehr mit Kähnen infolge des „Eisschlammes" unmöglich ist. * Ein Familiendrama, das noch in seinen Einzelheiten der Aufklärung bedarf, hat sich in Paris ereignet. Als nach Mitternacht der zwanzig Jahre alte Eduard Leroy von einer Opernvorstellung heimkehrte, fand er seinen 56jährigen Baker, einen Beamten des Bankhauses Rente Foneiere, mit einer Schußwunde in der Schläfe tobt vor. Auf dem Tische lag ein Schreiben folgenden Inhaltes: „Verzeihe, lieber Sohn, ich mußte Deine Mutter wegen ihrer Leichtfertigkeit umbringen, hätte aber nie gedacht, wie schwierig es ist, eine Mordthat zu begehen. Nach dem ersten Messerstiche flehte sie um Gnade, lief dann im Nachtgewande in den Garten und sank nieder. Dann that mein Rasiermesser das übrige. Ich meinerseits hoffe auf rascheren schmerzlosen Tod! Adieu!" Leroy jun. fand die Mutter im Blute schwimmend tot. Er machte erst mittags Anzeige und erklärte dem Kommissar, daß ihm nach der Aufregung dieser Nacht der Schlaf ein Bedürfnis ge» wesen wäre. Gustav Cb erlein, zur Ausführung übertragen werden. Der in Deutschland wie in Italien mit begeisterter Freude auf genommene Gedanke des Kaisers, der Stadt Rom ein Standbild des jungen Goethe zu widmen, stammt Wohl nicht erst aus der jüngsten Zeit, vielmehr schein! sich der Kaiser schon lange mit der Absicht getragen zu haben, der dankbaren Erinnerung an die weihevollen Stunden, die er aus den Trümmern des klassischen Rom verlebt hat, greifbare Gestalt zu. verleihen. Die Eindrücke, die der Kaiser jüngst bei der Eröffnung des Berliner Pergamon- Museums gewonnen hat, dürften mit dazu beigetragen haben, den Plan zur Reife zu bringen- In allgemeinen Zügen steht der Entwurf fest. Dem Denkmal sollen unter anderen die Hauptgestalten der Dichtungen einverleibt werden, mit denen sich Goethe während seines ersten Aufenthalts in Rom beschäftigt hat- Dadurch sollen die kräftigen Einflüsse, die das llasfische Rom auf den jungen Goethe ausgeübt hat, künstlerisch verkörpert werden- Än- zelne dieser Gestalten werden um die Hauptfigur gruppiert, andere auf den Marmorstufen hingelagert sein. In Frage kommen^ dabei in erster Linie Iphigenie, Egmont, Faust, Tassv und Gestalten aus den römischen Elegien- Die Hexenküche aus „Faust" soll, wie es heißt, besonders sorgfältig herausgearbeitet werden. Jedenfalls wird Gewicht darauf gelegt, daß das ganze Denkmal in klassischen Formen ausgeführt wird. Wann es fertiggestellt sein wird, ist noch nicht bekannt- — Heber das Geschenk des Kaisers an die Stadt Rom äußert sich Giornal d'Jtalia: „Nichts überrascht mehr bei dem genialen deutschen Kaiser. Aber dieser Gruß an die Stadt Rom, hat uns alle bewegt und enthusiasmiert- In diesem römischen Gedanken Wilhelms II. liegt die große Lecken- fchaft des Denkers und Künstlers, liegt eine erhabene Verehrung für die Sck)önheit und jene Glorien, die niemals erlöschen- Und weiter: Kaiser Wilhelm II. erobert sich mit dem Laufe seiner Dacht die Herzender Amerikaner, er erstickt das franzäsische Mißtrauen, indem er die Rejane und Coquelin willkommen heißt, er beruhigt den englischen Zorn, indem er auf den Prinzen Wales toastet- Was Italien betrifft, so war nichts aus der Welt zu schassen, nichts zu beruhigen, nichts zu erobern. Das kaiserliche Telegramm war nur eine feinfühlige Ehrung R o m s- — Die „Tribuna" dankt ebenfalls in enthusiastischen Worten für das Geschenk des Kaisers und sagt: Bezüglich der Handelsverträge ist Deutschlands Haltung nicht gegen uns, noch weniger bekümmert es sich um das uns interessierende Mittelmeer. Gleichzeitig erfreuen wir uns erneut der Freundschaft Frankreichs und sind zufrieden über jeden Beweis ständiger Herzlichkeit, der aus dem deutschen Reiche kommt. — Gründung einer deutschen Akademie. Die Revue hebdo- madaire versichert, daß Kaiser Wilhelm i. gegenwärtig den lebhaftesten Wunsch hege, eine deutsche Akademie nach dem Muster der Academie francaite zu gründen. Prof. Mommsen soll gelegentlich seiner letzten Reise nach Paris vom Kaiser den Austrag erhalten haben, sich mit Gaston Boissier in Verbindung zu setzen, und nach der Unterhaltung mit dem beständigen Sekretär der Academie fran^aiso soll dann der berühmte Gelehrte dem Kaiser ausführliche Mitteilungen über den Geist, die Traditionen, das Leben des französischen Instituts gemacht haben. „Der Kaiser", fugt die erwähnte Revue hinzu, „glaubt, daß es in seinem Lande ganz große Schriftsteller gebe, um sofort eine Akademie zu bilden, die glänzender wäre, als es die von Richelieu in ihren Anfängen war. Dem Plan des Kaisers stellen sich aber mehrere Schwierigkeiten entgegen. Ter Kaiser möchte die Akademie natürlich in Berlin installieren, aber die meisten Schriftsteller, die er bereits gewählt hat, wohnen nicht in Berlin. Was würde aber eine Akademie bedeuten, zu deren Sitzungen sich kein Mensch einfinden würde? Und wenn man wieder die Akademie außerhalb ber, Reichshauptstabt installierte, wäre sie bann nicht im voraus einem Leben ohne Glanz geweiht? Tazu kommen noch anbere Schwierigkeiten. Es giebt in Teutschlanb bereits akademische Gesellschaften; sie sind im Prinzip frei; aber der Staat hat doch bei allen Wahlen bas Bestätigungsrecht. Soll bie große beutsche Akabemie bemselben Regime unterworfen werben? Ter Kaiser wünscht es und weist darauf hin, daß einst auch Ludwig XIV. und Ludwig X*. gegen berühmte Kandidaturen ihr Veto einlegten. Aber die Zeiten haben sich geändert; in Frankreich würde niemand mehr die Intervention des Staatsoberhauptes zulassen. Ob sie in Deutschland besser ausgenommen würde, ist noch die Frage; jedenfalls würde dann die deutscbeAkademie in den Augen derWelt nicht dasselbe Ansehen und dieselbe Autorität haben, wie die freie französische Akademie. Und wer weiß, ob bie großen Schriftsteller sich mit bieser Beschränkung ihrer Unabhängigkeit einverstanben erklären würben; ber Kaiser hat zuviel Urteilskraft, um nicht burch alle biese Einwänbe nach- benklich gemacht zu werben. Er prüft sie, er wägt sie gegenein- anber ab unb ist, wie man sagt, zu bem Schluß gekommen, daß die deutsche Akademie, wenn man ihr vollständige Freiheit läßt, in ganz firner Zeit der Tummelplatz destruktiver litterarischer Tendenzen sein würbe. — Die Revue hebdunjadairo sagt leibet" nicht, woher ihr biese KennMis ber Absichten unb Ansichten des Kaisers gekommen ist. — „0 r a et labora', ein neues Stück von Hermann H e i j e r m a n s, dem Dichter ber „H offnun g", (bei Köhler in Leipzig unb Henbel in Halle) wirb nächstens in Amsterdam auf- gefuhrt werden. — Karl Costa, ber österreichische Verfasser ber Posse „Ihr a i feiert am 2. Februar seinen 70. Geburtstag. Ter greise schriftsteller hat bereits 88 Geisteskinber bas Licht der Lampen erblicken lassen unb ist noch immer probuktiv. Drei Jahre lang war Costa Leiter des Theaters in ber Wiener Josefstadt. cm "crIitt 1 29. Jan. Der G o e t h e - B u n b erklärt die Melbung, baß er anläßlich ber Ueberweisnng eines Goethe- DenkmalSan die Stadt R o m bem Kaiser eine H u l b i g u n g barbringen wolle, als vollstänbig aus der Luft gegriffen. Gerichtssaal. v «t-Sen. 28. Jan. Strafkammer. Den Vorsitz führte ilüüer, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt a^m^mann. — Ter Schachtmcister Friedrich Forna^on aus Zimmmna beschuldig!, mit einem Andern, der bereits früher «hniSeUtVorben tft, den auf der Rixdorfer Höhe stehenden, aus h?m ärc 1701 stammenden Galgen durch Umwenen b e-- nt au haben. Er wird wegen Sachbeschädigung zu einer 25 Mk. uerurteilt. - Li° 6l)d=ute peint Sop^el I. öcibft\ihpnbcraen sind der Unterschlagung angetlagt. rzrau D"bat^n?goldene Uhr, die ihr für die Tauer einer Reise geliehen iA roflt, auch nachher behalten und deren Rückgabe mUer JSfSfiten verweigert. Tie Uhr wurde schließlich nach Verlam m, 3 fahren bei ihr beschlagnahmt. Das erstinsianzliche Urteil, beide Eheleute zu Gefängnisstrafen verurteilt hatte, wurde f^ohnhon und die wxlu D. zu der erhöhten Strafe von 1 Atonal Äangnis verurteilt? während der Ehemann mangels Beweises Sinriocodien wurde. — Das heute verkündete Urteil gegen den 8?l .?i dien-r Heinrich Schäfer U. aus Eulersdorf, gegen n°. 21 Januar verhandelt morden war, lautet aus 10 Ta a e ffl^fängnd roegen G r p r e f f u n g 3 D = r j u ct) 3. - £et Lose- Mäuler Heinrich Müller aus Friedberg ift Dom SchaKengerrcht Wü-uh-im von der Anklage des T'-bstahls Ir-cg-wrochen Sie infolge der Berufung der Staatsanwalt]chaft heute stattgehabte Verhandlung in zweiter Instanz ergab gleichialls keine ausreichenden Beweise dasür, daß der Angeklagte den ihm zur Last Üikntpn Diebstahl eines Loses begangen hat. Er wird daher fret- aesorochen. — Tw Privattlagesache Kreuder gegen Bindewald, beide aus Grünberg, wird aus den 14. Februar vertagt. 0 'Bromberg, 29. Jan. Vor dem Kriegsgericht hatten sich der .Hauptmann z. D. und bisherige Bezirksosfizier m Platow, L e u t- K a^s und der frühere Wachtmeister, ictztaeMagistratsbureau- Alsistenl Glasa in Eharlottenburg wegen falscher Ateldung und Unterdrückung einer dienstlichen Aleldung m Verbindung mit Rechts- beugung bezw. Teilnahme daran zu verantworten. Das Verfahren wurde aus Grund einer von dem frühem Unteroffizier Arendt, der due dreimonatliche Gefängnisstrafe wegen Dienstvergehen verbupt 17 Artillerieregiments in Bromberg war, hatte anläßlich einer Vorstellung des Regiments vor dem Korpskommandeur drei Kapitulanten, nachdem ihnen von den Uniformen die Gefreitenknöpfe und Kapitulantenschnüre entfernt waren, unter falschen Namen als „Rekruten" in die Batterie einstellen lassen. Femer soll er eine Beschwerde über den Sergeanten Frank wegen arger Mißhandlung dreier Soldaten nicht weiter verfolgt haben. Sergeant Frank hat sich vor einigen Monaten erschoßen. Glasa soll sich an diesem Vergehen beteiligt haben. Dieser Jagte im Termin aus, daß er die Kapitulanten auf Grund eines am xage vorher von dem Hauptmann erhaltenen Befehls eingestellt habe. Tie Aussagen zahlreicher Zeugen bestätigen sowohl diese Anordnung als auch die Thatsache, daß die Meldung der Mißhandlungen erfolgt und unbeachtet geblieben ist. Leuthaus wurde daher zu acht Monaten Gefängnis und zum Verlust des Offiziersranges, Glasa zu 15 Tagen Arrest verurteilt. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Januar Barometer aus 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke _ Wetter 29. 2" 741,4 + 3,5 3,6 62 w. 4 Sonnenschein 29. 9" 1 745,2 + 1,6 4,3 84 w. 2 Bed. Himmel 30. 7“ 750,5 + 0,1 4,1 89 N W. 2 • Höchste Tempe tatur im 2 8. Jai i. bis ‘ 9. Jan + 4,7° C. Niedrigste n , 28. , U 29. , + 0,5° C. Krieskallen der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Unsere Herren Mitarbeiter und alle Einsender von Gelegenheitsnotizen bitten wir wiederholt, zur Vermeidung von Verzögerungen, alle Mitteilungen, die für den Nachrichtenteil be- stimmt sind, stets an die Redaktion des Gießener An- z e i g e r s zu adressieren, und nicht an einen der Redakteure oder an die Expeditton. y. Sie fragen, wie eine lOfeltige Auchzeitung entsteht, die pleite ist. Tas ist höchst einfach. Ein Hauptgläubiger, der eine Zeitung in einen anderen Stadt, sagen wir in Wiesbaden, besitzt, flieht einem kleinen Bruchteile seines Blattes den Titel der falliten Lokalzeitting und. sendet die ierttggedructten acht Seiten an den Crt des Erscheinens. Tann ist nur noch nötig, daß man für ein zweiseitiges Beiblättchen die Lokalpresse gewissenlos ausplündert, und das Kunststück ist uoUl'iachl. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Israelitische Religionsgemrinde. Samstag, den 1. Februar 1902. Vorabend: 5 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr, Schriftcrklärung. Sabbathausgang: 61- Uhr. Gottesdienst der israelitischen ßeligionsgesellschast. Sabbathfeier am 1. Februar 1902. Freitag abend 4". Samstag oorniiitag 8". Nachmittag 3*. Sabbathausgang 6°4. Wochengottesdienst: morgens 7°® Uhr, abends 480 Uhr. Hautausschläg’e. Es giebt nichts angenehmeres und vorteilhafteres für eine Dame oder einen Herrn, als einen schönen und reinen Teint zu besitzen. Wie viele Möchten sich gerne von einem lästigen Gesichtsausschlag befreien, kennen aber noch kein einziges wirklich zuverlässiges Heilmittel hierfür. In dieser Beziehung gilt ObermeyerS Herbaseife als das wirksamste Mittel, was aus vielen Zeugnissen von Aerzten und Geheiltett hervorgeht. Co schreibt z. B. Herr G. in 91: „Seit Kindheit mit einem schmerzhaften und entstellenden Ausschlag im Gesicht behaftet, gebrauche während einigen Wochen die Herbaseife, wodurch Ausschlag und Schmerzen verschwanden, nachdem ich jahrelang allö Arten von Salben usw. erfolglos an- geroaubt." LBermeyürs Herbaseise, bestehend aus 3% Arnica, 2°/0 Salbei, 1,6 arab. Wasserbecherkraut, 3,5°/, Harnkraut, 90° 0 Seife, ist garantiert völlig unschädlich und in allen Apotheken und Drogerien per Stück Alk. 1.25 zu haben oder du^tt vom Fabrckanten I. Giolh in Hanau d. M. 907 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Saasen vom 1. April 1902 bis Ende März 1903 ist vom 3. Februar an auf dem Bürgermeisterei-Lokal zur Einsicht der Hrteressenten offen gelegt Saasen, am 29. Januar 1902. 928 Großh. Bürgermeisterei Saasen. _______Schmitt.__________ Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Lang-GönS für daS Jahr 1902 03 liegt vom 2. Februar d. I. an auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau acht Tage lang zu jedermanns Einsicht offen. Lang-Göns, den 30. Januar 1902. 935 Großh. Bürgermeisterei Lang-GönS. R o m p f. Bekanntmachung. DaS Haus Maigaffe Nr. 7 ist per 1. März 1902 zu vermieten. Nähere Auskunft er- ieitt das Armenamt — Bürgermeistereigebäude Zimmer Nr. 4. Gießen, 21. Januar 1902. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ________Wolff. 824 Verdingung vonFuhrlöhnen Das Anfahren von Holz re. für die städtischen Anstalten, sowie die Leistungen der Tagesfuhre« für das Rechnungsjahr 1902/03 sollen SamStag den 1. Februar, vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen liegen auf unserem Bureau in den Neuen- Bäuen Nr. 43 (Zimmer Nr. 2, Schreibstube) zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 25. Januar 1902. Das Stadtbauamt. Schmandt. 898 WmpchNg. Die nach getroffenem Ueber- einkommen mit der Gemeinde Treis a. d. L. nunmehr dem Gr. Staate in der Gemarkung Treis zustehende, rechts des Lumdabaches gelegene Jagd, umfassend 244,10 ha Wald und ca. 125 ha Feld, wird Mittwoch, 5. Februar l. I., vormittags 11 Uhr, auf dem Geschäftszimmer der Gr. Oberförsterei Schiffenberg zu Gießen, Bismarck- stratze 16, 111 auf weitere 6 Jahre verpachtet 926 Pachtliebhaber, deren Quali- fikatton nicht notorisch vorliegt, wollen sich vorher bei unterzeichneter Stelle genügend ausweisen. Treis a.d.Lda., 29. Jan. 1902 Großh. Oberförsterei Treis. Schneider. Verdingung. Die Räumung von Flutgräben in der Gemarkung Gießen, geteilt in 2 Lose soll Mittwoch, 5. Febr. d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Bureau „In den Neuen- Bäuen 43" (Zimmer Nr. 2 — Schreibstube —) zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck ind bis zum genannten Termin daselbst einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 24. Januar 1902. Das Stadtbauamt Schmandt Jagdverpachtung. Freitag den 7. Februar d. I., nachmittags 2»/z Uhr, oll die der Gemeinde Borsdorf zustehende Feld- und Waldjagd, in der Bernshaus'- schen Wirtschaft dahier, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. 885 Borsdorf, 25. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Borsdorf. ________Weiß.________ Jagdverpachtung. Montag den 10. Februar l. Fs., nachmittags 1 Uhr, findet im Gemeindesaal dahier die Verpachtung der hiesigen Feld- und Waldjagd auf 9 Jahre statt. Beide Jagdbezirke liegen 15 Minuten von der Station Butzbach der Main-Weser-Bahn und sind sehr wildreich. 636 Griedel, den 14. Jan. 1902. Großh. Bürgermeisterei Griedel. Jagdverpachtung. Donnerstag, 6. Februar 1902, nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Bürgermeisterei- Bureau dahier die Gemeinde- Wald- und Feldjagd aus wettere sechs Jahre öffentlich verpachtet werden. Röthges, 27. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Röthges. Metzger. 903 WmpHW. Dienstag, LL Februar 1902, nachmittags 1 Uhr, soll m der Wirtschaft Heinrich Kaiser dahier die Gemeindejagd auf wettere sechs Jahre verpachtet werden. Dieselbe umfaßt eine Fläche von zirka 3737 Morgen. Bemerkt roirb, daß die Bahn durch den Jagdbezirk läuft und ausgesttegen werden kann. Ilbeshausen, 28. Jan. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei. ________Löffler. 924 Hosiversteigerung Samstag den L Februar, vormittags 10 Uhr, kommt im ClimbacherGemeinde- wald, Distrikt Langebruch und Thal folgendes Holz zur Versteigerung : 35 Eichen-Stämme von 21 bis 43 cm Durchm. ----- 24 Fstm., 15 Nadel-Stämme von 16 bis 24 cm Durchm. — 7 Fstm., 30 Eichen-Derbstangen, 150 Nadel-Derbstangen, 100 Nadel-Reisstangen, 80 rm Eichen- und Nadel- Knüppel, 2500 Wellen Eichen- und Nadel-Reisig, 36 rm Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist im Distrttt Langebruch. Climbach, 28. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Climbach. Stein. 904 MpfelllnnW Emser Pastülen mit Plombe, dargestellt aus den echten Salzen der König Wilhelms-Felsen« quellen, sind ein bewährtesMittel gegen Husten, Heiserkeit Verschleimung, Magenschwäche und Verdauungsstörung. Zum Gurgeln, Inhaliren und zur Verstärkung des Emser Wassers beim Trinken benutze man das aus den nämlichen Quellen hergestellte natürliche Emser QueUsalz mit Plombe. üm keine Nachahmungen za erhalten, beachte man, dass jede Schachtel mit einer Plombe verschlossen ist und verlange ausdrücklich Emser Pastillen mit Plombe oder Emser Quellsalz mit Plombe. Vorrat1 g b*4 Heinr. Wallach, M. Krause, Hirsch-Apotheke, und in der Engel-Apotheke. 44 WWe C. G.Kleiuherrrr, Bahnhoistr.59. Kreppet täglich frisch bei 242 Friedrich Noll, Loföäcker. PiHeisekarWi und Salatkartoffeln (gelbe Mäuschen) 41 empfiehlt zu billigsten Preisen I. Hankel, LchlÄch 6. Dominos neue u. geringere, billig zu verlechen; sowie Fastnachts- Artikel in großer Auswahl bei 901 H Tichy, Sellersweg 43. e ■ v s a G Q) v © v 15 Cfl ’S s u ö L 3 Ä e 3 .3 E 0) !■ L 0) O ® 5 e <0 Q) •o C 3 L 0) ■ö 6. 3 N ** 3 "Oi *• JE L 3 E \IV. Hr. Kesstsche ^Landes-Lotterie. Ziehung VL Klasse 29. Aannar 1902. Stile yhnmnem, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mü 200 Mark ge-vgntt (Ohne Gewahr.) B [500] 52 65 72 31 83 [4001 156 79 [400] 254 93 [400] 304 riOOO] 84 98 477 [4001 528 616 [400] 33 [400] 35 [500] 73 [400] 90 700 [400] 37 [400] 73 870 98 [400] 919 47 68 1027 [3000] 74 [4001 204 [500] 15 23 [400] 27 359 [400] 94 487 [400] 501 23 604 19 [400] 23 52 [400] 54 701 91 846 84 95 [400] 960 61 [400] 2003 46 79 82 174 [400] 98 232 74 308 1400] 19 34 69 [1000] 453 73 682 738 81 817 [500] 70 904 15 61 75 3077 [400] 88 133 56 66 205 18 309 [ 500] 50 [400] 57 79 [400] 401 46 [4001 574 646 [1000 ] 47 [1000] 82 767 832 38 901 [400] 4121 [5000] 48 64 83 258 86 317 71 635 82 736 66 70 807 12 35 [500] 909 23 64 78 5105 15 28 44 61 99 266 321 [1000] 33 36 42 47 92 416 [4001 515 '40 41 [400] 94 95 641 [400] 67 721 73 [500] 808 13 38 [400] 44 [1000] 71 910 [400] 40 42 57 6036 55 85 97 191 258 62 [400] 85 [400] 376 420 [400] 21 39 [2000] 59 521 [400] 657 [4001 64 725 [400] 26 [400] 805 98 [2000] 7023 42 87 [1000] 138 58 96 [400] 217 393 456 72 [400] 96 511 23 51 77 777 855 996 [400] 8028 29 [400] 47 171 [400] 84 [400] 93 235 49 50 52 [500] 88 [3000] 331 32 53 534 97 [400] 601 702 19 50 81 801 952 9024 38 95 [400] 104 16 35 45 214: 87 91 94 303 408 11 16 43 61 76 544 72 82 633 739 50 53 55 56 851 976] 10000 44 119 [400] 50 93 213 1500] 54 86 [500] 307 [1000] 11, [400] 12 [400] 21 43 406 87 529 [1000] 43 655 59 68 93 715 [400] 53 919 58 64 95 11095 [400] 107 68 |400] 72 [400] 79 220 37 [400 309 15 87 [1000] 459 79 87 527 57 610 [400] 57 763 90 [400] 92 93 4 00] 805 87 89 941 12012 [400] 72 [4001 131 [500] 37 [400] 63 1500 239 [500] 58 [400] 67 77 [500] 364 419 [1000] 16 533 56 98 [400] 612 [20001 20 |400] 98 823 [1000] 40 [500] 67 921 57 77 93 13037 200 [400] 76' 386 [1000] 87 [2000] 475 [500] 552 608 46 897 [2000] 902 42 88 110001 94 [400] 96 [400] 14030 83 [400] 210 25 325 83 [400] 443 55 613 [400] 61 700 37 55 [500] 879 80 [5(10] 997 15003 70 [1000 148 99 [3000] 280 [2000] 312 90 500 91 [400] 644 [500] 704 75 [400] 65 [2000] 884 966 [400] 72 [2000] 87 [500] 16082 [400] 107 [1000] 18 [1000] 67 74 205 [400] 6 20 [400] 38 62 385 [400] 407 71 562 [1000] 89 98 [400] 99 613 [400] 24 37 [400] 52 93, 857 942 45 94 99 [1000] 17014 38 [400] 115 [400] 82 231 [3000] 312, [400] 52 92 [400] 469 547 [500] 654 84 94 [2000] 796 970 1 8025 33 163 220 [400] 48 [3000] 5o 70 [3000] 85 [4001 315 52 400 [400] 43 [3000] 77 82 512 [3000] 29 [4001 45 59 93 [400] 775 78 94 825 38 44 79 906 58 [400] 88 19028 68 88 101 7 40 [500] 45 47 53 74 80 200 [2000]' 40 319 26 58 87 97 465 575 608 50 79 [5001 762 810 31 [1000] < 20000 [400] 86 171 [400] 231 343 [1000] 428 49 56 87 1400 ] "581 [400] 630 [400] 42 740 74 815 [2000] 65 71 963 21013 [500] 64 65 [400] 80 100 2 [400] 30 [400] 90 260 322 43 53 63 71 410 31 52 64 78 576 616 27 29 45 82 [500] 93 703 [400] 28 847 80 96 951 [500] 22004 [400] 68 195 241 351 [3000] 68 474 87 505 [10000] 25 [3000] 93 668 [400] 86 [400] 774 809 [1000] 21 39 [400] 49 1000) 910 50 52 75 85 23004 [1000] 76 153 218 19 28 313 21 32 [400] 450 56 67 88 527 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(400 ) 26 72 477 90 98 543 [400] 685 [1000 96 |4OO] 759 830 [4001 34 74 933 40 90 33003 12 34 87 150 000] 157 |500] 86 372 [400] 93 443 [500] 88 93 [400] 585 728, 53 [400] 76 [400] 812 93 994 3 4016 [500] 64 liOOO] 83 90 [400] 188 280 346 56 59 78 [500] 79 [400] 437 520 [500] 48 [2000] 90 607 32 7L> 712 17 26 49 92 [400] 875 [400] 934 52 3 5006 9 145 [400] 206 30 [400] 300 443 503 67 81 674 54 78 [10001 760 818 929 [500] 82 [2000] 36 >22 47 138 [500] 69 [400] 251 70 [400] 346 [400 441 [4''0] 555 603 5"0> 92 [400 i 782 86 99 [400] 850 79 [400] 95 926 3 7 011 16 51 292 355 300 0 ] 400 [2000] 504 5 618 31 724 15L0] 34 87 [400 38)61 94 [400] 148 52 1400] 61 [1 00] 207 [400] 8 12 35 36 59 315 81 403 [400] 77 87 [400] 94 [4001 549 605 400] 8 [400] 12 [4001 713 60 [400] 69 80 99 905 4001 3 9011 59 !500] 96 104 77 |K'OOi 85 [2000] 202 [4"0] 43 91 1400] 436 [400] 532 [400[ 636 50 81 88 708 [400] 64 801 [400] 7 [400] 12 19 [400] 43 908 30 73 80 [400] 4 0026 37 66 90 (400] 166 83 217 19 35 [400] 52 [400] 57 97 (400] 596 652 |2000] 69 [3( 00] 93 716 [10' 0] 33 [500] 71 840 54 [500] 86 986 [3000] 41140 59 [4u0| 202 [4001 63 71 87 318 401 [4001 24 526 617 45 50 710 [5000] 47 [400] 57 [500] 80 861 66 910 34 [400] 71 4 2017 18 88 ( 30001 89 99 [400] 10U 28 ,5000] 39 53 57 86 [400] 280 82 342 433 53 57 [409] 86 649 724 [5001 68 804 6 [1800] 61 914 16 45 97 4 3070 114 24 95 [400] 201 [400[ 31 78 305 85 465 544 [500] 626 961 67 [500] 44157 311 [400] 70 77 81 431 93 [1000] 98 503 27 fJOOO] 996 711 21 27 46 801 L400j 42 [490] 78 99 [400] 9U8 z -Wß MW Kanzleiberg 9, vis-ä-vis d. «.Schloß. 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Männer Chöre a eapella: a) Aoh, wie isfs möglich dann . , bl Du mei flAchshäärets Dian dl , . I c) Wiegenlied ..... Kia Vier-Soli (FrL Wilhelmine von Preuschen): a) Allegro ..... >- ----------------- . Theater ® Worein 7. Vorstellung: Donnerstag den 30. Januar: S ohannisfeuer. / Schauspiel von Hermann Sudermann. Gast: firene T HescBi, Berlin. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende IOV2 Uhr. Billets im Vorverkauf bei Ernst Challier (Rudolphs Nachfolger) und abends an der Kasse. ypg y »denn es ge- lnügt em ganz kleiner Zusatz, um augenblicklich kJT/# jede, auch nur mit Wasser und Suppeukräuteru, Teigwaren rc. hergestellte Suppe überraschend wohlschmeckend zu machen. Zu haben tn Fläschchen von 35 Pfg. an bei Adolf Lenhardt, Frankfurterstraße 66. In den ASpenländern Oesterreichs trinkt man den besten Kaffee. Dieser wird erzielt durch Verwendung von Andre Hofer’« Salzburger Kaffee-Würze in Würfelform, die ebenso weltberühmt ist wie der Echte Feigen-Kaffee von Andre Hofer in Freilassing. 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