Dienstag 28. Oktober 1003 152. Jahrgang Erstes Blatt. Nr.25S • rfftetni täglich aubet Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt di« Gießener Familien. dUttler viermal in der Woche beigelegt. -Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Buch- u. Stein- druckerei (Ptehch Erben) -Redaktion, ExpedUUm und Druckerei: Echulstrahe 7. Ldress, für Depeschent Anzeiger Gießen. gernlprrdjanldjluß 9k 51 BezagSprelA, monaillch75Pi^orer1elq jährlich Ml 2L0. durch Abhole- u. Zweigstellen monailich 6o Ps-i durch diePost Alk. 2.— viertel- jährt ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die DageSilurnmer bis vormMagS 10 Uhr, ZeUenpreiS: lokal 12^1* auSioärlS 20 Psg. Cetanl rpotlHd): für den poltL u. allgem, teil; P. Witiko: füi .Stabt und ßanb4 und ,®end)t6|aal'; (Satt Plato, iür den Anzeigenteil: Han« Beck. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen den den und Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in Jahren 1897 und 1898 eingetreten sind. Am 5. November 1902: Allertshausen, Beltershain, BerSrod, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mtt der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffelbach mit der Rabenauischen Papiermühle, Lauter mit der Artzmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appen- börner Hof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddings- hausen, Saasen mit Bollenbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod. Befreiungsgesuche find bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das -Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei, be zw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Notfälle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. Die Mllitärpapiere (Patz mit eiogeklebter Kriegsbeorderuug und Fiihruvgszeugms) müssen zur Stelle setu. Sämtltche Mannschaften stehen im Laufe de§ ganzen Kontrolltages bis einschl. Mitternacht unter dem Militärgesetz. Gießen, 20. Oktober 1902. Großh. Bezirkskommando Gießen, von Mosch, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. sch iffertruppen. Am 6. November, vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten des Trains (einschließlich Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehilfen, Oekonomie- handwerker, Marinemannschaften, sowie zur Disposition der Truppenteile und Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften der Spezialwaffen und die zur Landwehr 2. Aufgebots überzuführenden Wehrleute. B. Zu Lollar. Am 6. November 1902, nachmittags 2 Uhr 30 Min., an dem Bahnhof, für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Climbach, Daubringen mit Heiberts- hausen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda. C. Zu Hungen. Am 7. November 1902, vormittags 9 Uhr 15 Min., an der Post, für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, LangS- dorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringels- Hausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais- Horloff, Utphe, Villingen. O. Zu Lich. Am 7. November 1902, nachmittags 3 Uhr, in der Amtsgerichtsstraße, für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, EtttngS- hausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Muschenheim mit Hof-Güll, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober- Hörgern, Steinbach. E. Zu (Arünberg. Am 8. November 1902, vormittags 9 Uhr 15 Min., am weftlichen Ausgange auf der Straffe nach Gießen für dte Bewohner von 1. Appell vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in Jahren 1899, 1900 und 1901 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. Sämtliche zur Disposition der Truppenteile ber Ersatzbehörden entlaffenen Mannschaften der Infanterie, sowie sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphen- und Luft- Mitische Tagesschau. Goethe über den Bauernstand. In der Reichstagssitzung vom 22. d- M. sprach der sozialdemokratische Abg. Dr Düdekum il a. über den größeren Wert des aus der Landwirtschaft her- vorgehenden Retruten-Materials, und als der Abg. v. Kardorff hierauf in derber Weise entgegnete, protestierte der Abg. Südekum dagegen, daß er überhaupt die größere Tauglichkeit der jungen Leute aus den ländlichen Bezirken im Vergleich zu den städtischen industriellen Arbeitern zugestanden habe; er halte diese Frage für streitig. Es ist indessen schon die Frage im alten Rom, wis wir s. Zt- durch die Güte eines gelehrten Freundes des „Gieß. Anz" mitteilen konnten, zu Gunsten des Bauernstandes entschieden worden, und eine der modernsten Wissenschaften, die Statistik, hat die Frage gleichfalls außer Zweifel gestelll Von Interesse dürfte es aber sein, ein Urteil zu hören, das Altmeister Goethe über die Landwirtschaft und deren Bedeutung auch bezüglich dieses Gebietes vor mehr als drei Menschenaltern abgegeben hat. Eckermann erzählt uns nämlich (vgl. die soeben in Max Hesses Verlag in Leipzig erschienene Neuausgabe der „Gespräche mit G o e t f) e"), daß Goethe eines Tages darüber geklagt t)aber daß unsere Zustände viel zu kompliziert und unsere Nahrung und Lebensweise ohne die rechte Natur sei, um sodann folgendermaßen forrzufahren: . „Unser Landvolk hat sich freilich fortwährend m guter Kraft erhalten und wird hoffentlich noch lange imstande fein, uns nicht allein tüchtige Retter zu liefern, Aas hessische Kirchenpatronat. Aus Kreisen der oberhessischen Geistlichkeit wird uns geschrieben: Heute (Dienstag) versammelt sich in Darmstadt dre Synode der ev. Landeskirche und wird unter den mannigfachen Gegenständen auch über das hessische Kirchenpatronat zu beraten haben. Veranlassung dazu gab ein im vorigen Jahre von der Hauptversammlung des ev. Pfarrvereines zu Friedberg gefaßter Beschürß: „Der Vorstand des Psarrvereins wird beauftragt, beim Großh. Oberkon- istorium und der Landessynode zu beantragen, daß gesetz- iche Garantien geschaffen werden, welche unwürdigen Prä- entcttoreu die Ausübung ihres Rechts entziehen." Man hatte diesen Beschluß gefaßt auf Grund des bekannten Falles Leiningen-Westerbur g zu Ilbenstadt, der seinerzeit mit vollem Rechte besonders in den Kreisen der Geistlichen und dafür interessierter Laien viel besprochen wurde. pflichteten. „ t Zum anderen erheischten die Rücksichten auf dw füt> lichen Zustände in den Gemeinden unnachsicbtlich die Abschaffung eines Instituts, das sich längst überlebt habe und das bei notorisch unstttlichen Patronen den Gemeinde-- mitgliedern böses Beispiel gäbe und die betreffenden Geist» lichen in die grüßte Gewissensnot brächten. Das steht richttg und wer bürgt uns dafür, daß eine erneute Auflage des Falles Leininger nicht noch schlimmer wirken kann! In der Klage, in die der Verfasser gegen Schluß seiner Abhandlung ausbricht darüber, daß auf ein Mitwirken der Patrone zur Beseitigung ihrer chnen nun einmal zuftehen- den Präsentationsrechte nicht zu rechnen sei — man denke- an die erste Kammer der Landstände — hält er sich fest an dem Gedanken, an das von dem Staat in gewissen Fällen auszuübende jus eminens, Staatsnotrecht, das er des öfteren als letzte Macht anruft, und von dem er allein etwas erhofft. — Wie gesagt, die Stimme, die sich hrer erhebt, komutt zur rechten Zett, aber da der Verfasser selbst glaubt, daß, das gesteckte Ziel in dieser Generation kaum noch zu erreichen sei, wird er gewiß mit uns zufrieden sein, wenn seine Abhandlung die Frage der Abschaffung des Patronats wetter in Fluß gebracht und den einen oder den anderen zur Mitarbeit daran gewonnen hat. Diesen Erfolg wünschen wir dem zeitgemäßen Aufsätze gern. t Ganz zu rechter Zeit ist von einem hessischen Juristen, dem Gerichtsassessor Dr. Hansult in Ulrichstein, als Separatabdruck aus der deutschen Zeitschrift für Kirchen- recht ein Aussatz erschienen, betitelt: „Zur Lehre vom Patronat, die Beseitigung d es Kirch enpatro- n a t s i n H e s s e n", in dem der Verfasser auf 100 Seiten an der Hand der Geschichte die innere Unhaltbarkeit des genannten Jnstttuts nachzuweisen sucht und *u der kategorischen Forderung seiner Beseittgung durch den Staat kommt. Tas ist .sein ceterum eenseo, das der Autor zum Schlüsse seiner Abhandlung immer wieder ausspricht, das ihn aber schon während seiner Arbeit so sehr gefesselt zu haben scheint, daß ihm eine gewisse Leidenschaftlichkeit nicht abzusprechen ist, die ihn sogar Unrichtigkeiten und Ungenauigkeiten begehen, aber auch zu Ausdrücken fortreißen läßt, die, wie Patronatunfug — und dieses Wort nicht mit Bezug auf einen konkreten Fall, sondern yanz im allgemeinen angewandt — besser unterblieben wären. Aus dem Standpunkt, der aus dem Satze erhellt: „Und doch, wie weit ist hier wie überall das Christentum von seiner eigentlichen Aufgabe noch entfernt, allmählich als Kirche sich aufzulösen in dem weltlichen Staat, indem sie diesen mit sittlichem und ethischem Gehalt erfüllt, und dadurch sich selbst, die „Kirche" entbehrlich macht", läßt er erkennen, daß ihm das Verständnis über das Wesen der Lehre Christi abgeht, und daher die oberste Aufgabe der Kirche aus dem Auge verlierl Doch hat diese Anschauung für das vorliegende Thema wenig Bedeutung. Unseres Erachtens liegt der Schwerpunkt, auf dem die ganze Ausführung beruht, auf dem, was der Verfasser auf der Seite 356 sagt, wo er die Entstehung des jus patronatus nur kurz angiebl Leider! Ter Verfasser ist sonst ausführlich, sehr ausführlich, aber gerade in dem grundlegenden Punkt über die Anfänge des jus patronatus ist er merkwürdig flüchtig. Mtt ein paar Zeilen ists abgemacht. Und das ist Die Ursache, daß man nach den Ausführungen des Verfassers nicht versteht, wie das Präsentationsrecht (jus patronatus), losgelöst aus seiner ganzen Entwickelung, auf einmal als fertiges Gebilde dastehl Das kommt daher: Während der Autor haarscharf unterscheidet zwischen dem echten und unechten Patronat, d. h. zwischen dem aus dem jus fundi hervorgegangenen Patronat und demjenigen der Standesherren, das sich als Herrscherrest darstellt und das von dem Großherzog Ludwig I._ anno 1807 aus Billigkeitsgründen den mediatisierten Häusern zurückgegeben wurde, vernimmt man nicht deutlich genug die Unterscheidung des ursprünglichen Patronats in dingliches Patronat, das aus bestimmtem Grundbesitz ruht, und p e r s o n l i ch e s P a t r o n a t, das der P e r s o n des Fundators oder dessen Rechtsnachfolger zusteht, Spier hätten wir mehr Klarheit unö ein ein uderes Zurückgehen auf die aeisichtliche Entwickelung . wünscht. Andererseits erkennen wir aber auch gern an, daß die Broschüre aus tiefen Studien über das Kirchenpatronat hervorgegangen und geeignet ist, uns einen Blick thun zu lassen, in geschichtliche Entstehung und Verwickelung dieses Rechts. Ter Verfasser holt weit aus und läßt nichts unangeführt, was zur Abschaffung des Patronats hinzielen könnte. Wir sind mit ihm darin einig, daß das Patronat, das eine Vermischung des öffentlichen Rechts mit dem Privatrecht darstellt, während auf diesen beiden Gebieten sonst die peinlichste Scheidung herrscht, eine Anomalie genannt und darum auf dessen Abschaffung hingearbeitet werden muß, unbekümmert darum, daß es Patrone giebt, die nur nach gewissenhaftester Prüfung des Kandidaten und der Ge- meindeverhältnifse und sorgsamer Hinzuziehung des eigenen Gewissens verfahren. Die Bestrebung aus Anlaß des Falles Seiningen, nur den unwürdigen Patronen die Rechte zu entziehen, dürfte an der sehr schwer zu gebenden Definition der nötigen Unwürdigkeit scheitern. Von jeher war es das Sehnen der katholischen Kirche, hernach, als durch die Reformation die oberste KirchengewaLt in Hessen dem Landgrafen übertragen war, bem Adel das jus patronatus zu entziehen. Und erst noch un Jahre 1877 haben Oberkonsistorium und Landessynode sich in einem Gesuch um Abschaffung des Patronats an das' Ministerium gswandt, das aber glaubte, ohne Einwilligung der standesherrlichen Patrone aus ein näheres Eingehen verzichten zu müssen. , , . Dr. Hansult sucht nun lang und breit nachzuwei,em daß die sogenannten Patronatsrechte, die neben dem Pr<^ sentationsrecht bestehen, gar keine Patromitsrechte sind, datz diese vielmehr aus ganz anderen Verhältnissen, besonders dem Eigentumsrecht hervorgegangen sind, später aber an das Patronat geknüpft wurden; und nur aus Irrtum oder Gedankenlosigkett rede man von Patronatsrechten, die hernach auch rechtliche Anerkennung gefunden. Das Patronatsrecht sei ursprünglich nur das Recht der Präsentation. Ebensowenig giebt es nach Dr. Hansult Patronats p f l ich ten, die gleichfalls in anderen Gründen zu suchen seien. Auch sie beruhten auf Ttteln des PrivatrecM und hatten diesen Charakter bis auf den heutigen Tag Mwahrt. Nun die Folgerung: Da es weder Patronatsrechte noch Patronatspflichten giebt, ist die Abschaffung der Prüfen- tation eine einfache Sache. Sie geschieht ohne jedwede. Entschädigung der Patrone und Belastung des Staats oder der Gemeinde durch bloßes Staatsgesetz; denn dio Lasten, die manche Patrone tragen, sind keine Patronats-, lasten, stehen mit dem Patronat in keinem Zusammenhang und verbleiben auch nach seiner Beseittgung bei den Ver- Gießen, 21. Oktober 1902. Betr.: Herbstkontrolloersammlungen. Das Großherzogliche Kreisaml Gießen an die Großh. Bürgermeistereien deS KretfeS. Die nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. Dr. Breidert. ; Bekanntmachung. Betr.: Herbstkontrollversammlungen. Bei den diesjährigen Herbstkontroklverfammlungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Haupt- meldeamt Gießen gehöttgen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve (Kleiner Dienstanzug: Mütze, Waffenrock oder Ueberrock, Achselstücke, lange Hosen oder hohe Sttefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot); 2. Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen; 8. Diejenigen, der Landwehr 1. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollversammlung zugegangen ist. Die Ersatzreservisten haben bei der Herbstkonttoll- -ersammlung nicht zu erscheinen. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit öle Kontrollpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Oietzen im Hofe der alten Kaserne am Brand für die Bewohner von Annerod, Allendorf a. d. Lahn, Alten- Buseck, Beuern, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Großen-Buseck, Großen-Linden, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Oppenrod, Rödgen, Trohe, Watzenborn und Steinberg, Hassen, Wieseck, und zwar: Am 4. November 1902: 1. Appell vormittags 9 Uhr. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1895 und 1896 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. sondern unS auch vor gänzlichem $crfall und Verderben zu sichern Cs rst als ein Depot zu betrachten, aus dem sich die sinkenden Kräfte der Menschheit immer wieder ergänzen und auf- frischen. Aber Hehen Sie einmal in unsere großen Städte und eS wrrd Ihnen anders zu Mute werden Halten Sie einmal einen Umgang an der Seite eines ^Hinkenden Teufels" oder eines Arztes von ausgedehnter Praxis und er wird Ihnen Geschichten zuflüstern, daß Sie über das Elend erschrecken und über die Gebrechen erstaunen, von denen die menschliche Natur heimgesucht ist und an denen die Gesellschaft leidet." Don den französischen Ausständen. Die Lage ist unverändert, aber unter den Arbeitern macht sich eine freundlichere Haltung bemerkbar. In St. Etienne wurde eine Versammlung abaehalten, in der mehrere Redner die Arbeiter zum Wid er st an de aufforderten. Ter Delegierte von Montceau les Mines erklärte, die Mittellosigkeit der dortigen Arbeiter hätte diese an der Beteiligung am Ausstand verhindert. — In Va- lenciennes fand zwischen Ausständigen und Arbeitswilligen ein Zusammenstoß statt, wobei zwei Personen durch Revolverschüsse verwundet wurden. Der Gemeinderat von Valenciennes lehnte die Forderung auf Unterstützung der streikenden Arbeiter ab. Ten letzten Meldungen aus dem Streikgebiet zufolge steht jedoch nunmehr fest, daß der Ausstand durch Vermittelung der Regierung bei» gelegt werden wird. Aber inzwischen ist der Ausstand nach anderen Orten übergegangen. In Rochefort drangen ausständige Hafenarbeiter in eine Werkstätte ein und zwangen die dort beschäftigten Arbeiter, die Arbeit niederzulegen. Später zertrümmerten die Ausständigen Scheiben an den Bureaus der Schiffsmakler. Die Polizei schritt ein und sorgte dafür, daß das Ausladen der Schiffe ordnungsgemäß vor sich ging. JnMar feilte dagegen nahmen die Kohlenauslader sämtlich die Arbeit wieder auf. In Kapstadt sind 1100 schw arze Hafenarbeiter in den Ausstand getreten, weil ihnen das Hafenamt bekannt gab, daß die Löhne von 54 aus 42 Pence herabgemindert werden sollen. Die Schiffahrt erleidet hierdurch ein Stockung. Heer und Flotte. Die nächstjährigen Kaisermanöver sollen ftadji den bisher getroffenen Dispositionen zwischen den beiden sächsischen Korps (12. und 19.) und dem 4. preußischen Armeekorps stattfinden. Die Standorte der Generalkommandos sind Dresden, Leipzig und Magdeburg. Das 19. (2. sächsische) Korps besteht aus der 24. und 40. Division, von denen voraussichtlich die erstere (Leipzig) dem 4. Korps und die letztere (Chemnitz) dem 12. Korps während der Kaisermanöver zugeteilt werden wird. Das Manövergelände erstreckt sich in der Hauptsache zwischen Leipzig und Magdeburg, und zur Abhaltung der Kaiserparade ist der Truppenübungsplatz Zeithain in Aussicht genommen. Aus Stadt und Sand. z Gießen, den 28. Oktober 1902. •* GeMnktage. Bei Neapel wurde am 28. Oktober 1268 Konradin, der letzte Hohenstaufe, hingerichtet. Beim Schachspiel wurde ihm sein Todesurteil angekündigt. Konradin wollte das Erbe seiner kaiserlichen Ahnen in Italien wieder erringen, weshalb er die letzten Trümmer der hohenstauftschen Güter in Schwaben verpfändete, dafür ein Heer warb, nach Italien zog, aber bei Tagliacozzo geschlagen und gefangen genommen wurde. Mit den Worten: ,0 Mutter, welches Leid bereite ich Dir/ fiel das Haupt des 16jährigen Helden. ** Provinzialausschuß. Samstag, den L November 1902, vormittags 81/2 Uhr findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes dahier eine öffentliche Provinzialausschußsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Ent- eigimng von Gelände in der Zeldgernarkuug Lollar für den Bahnbau Lollar-Londorf; 2. Dürgerrneisterwahl zu Ermenrod; 3. Klage dcs Ortsarmenverbands Gießen gegen den Ortsarmenverband Rabertshausen; 4. Desgleichen. ** Auszeichnungen. Dem Forstwart der Forstwartei Unteres Königstädter Forsthaus, Förster Abraham Schwerer zu Unteres Königstädter Forsthaus ist aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zu dem Silbernen Kreuz des Verdienstordens Phllipps des Großmütigen verliehen wordem **Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogtums Hessen Nr. 10, aus- gegeben am 21. Oktober d- I., enthält: 1. Ausschreiben Nr. Iß vom 7. Oktober 1902, betreffend die Ausführung des Gesetzes vom 6. August 1902, betreffend das Eigentum an Kirchen, Pfarrhäusern usw. 2. Ausschreiben vom 13. Oktober 1902 (9tr. 14) an die evangelischen Kirchenvorstände. 3. Dien st nach richten Ernannt wurden: Pfarrverwal- 1er Weber zu Dienheim zum Pfarrverwalter in Eich, Dekanat Oppenheim; Pfarramtskandidat S c r i b a, zuletzt Pfarrverwalter in Londorf, zum Pfarrverwalter in Stumpertenrod, Dekanat Alsfeld; Pfarrverwalter Weisel zu Queck zum Pfarrvikar in Armsheim, Dekanat Alzey; Pfarr- Verwalter Bernd eck zu Schlitz zum Pfarrverwalter in Queck, Dekanat Lauterbach; Pfarrvernraller Kehr zu Schotten zum Pfarrverwalter in giomrod, Tekanat Alsfeld; Pfarrvitar Weiß zu Schotten zum Pfarrverwalter in Wallernhauscn, Dekanat Nidda; Pfarrassistent Vogt zu Michelstadt zum Pfarrvikar in Meiches, Dekanat Alsfeld; Pfarrvikar Pabst zu Beienheim zum Pfarrassiftenten in Michelstadt (erste Pfarrstelle); Pfarramtskandidat Schmoll, dermalen zu Quedlinburg, zum zweiten Pfarr- assistentcn in Offenbach, Dekanat Offenbach; Pfarramts- kandidot Laut zu Laubach zum Pfarrvikar in Schotten (Zweite Pfarrstellch; Pfarramtskaudcdat Staubach zu Ossenheim zum Pfarrassistenten zu Arheiligeu, Dekanat Darmstadt; Pfarramts land idat Wahl zu Hausen zum Verwalter der Pfarrgehilsenstelle zu Londorf, Dekanat Grunberg; Pfarramtskandidat M i ck e l zu Gonterskirchen zum Pfarrassiftenten in Crumstadt, Dekanat Eberstadt; Pfarramtskandidat Cmmel zu Hof Warthof zum Pfarr- assistentell in Fränkische rumbach, Dekanat Reinheim. ** Erschwerung der Po st-Reifeprü jungen. Erne bedeutsame Erschwerung der Post-Reifeprüfungen wird von verschiedenen Seiten gemeldet. 9!och nie sind so viele Anwärter beim Examen „durchgefallen", als gerade in neuerer Zeit. Ganz überraschend muß auch die Thatsache wirken, daß von den Militäranwärtern neuerdings bei den Prüfungen verlangt wird, ziemlich gut französisch «sprechen und lesen föimeu. Bisher beschrankte sic. die Kenntnis der französischen Sprache mir auf da Lesen der gebräuchlichsten Worte und die Entzifferung französischer Adressen. Augenscheinlich hänat drese Erschwerung der Post-Reiseprüfungen mit dem kolossalen Andrang zur Postkarriere Mrsammen. ** Briefform at. Die glatte Abwickelung des Briefverkehrs wird der Post oft durch die ungleichmäßige und ungewöhnliche Form der Briefumschläge recht erschwert. Ueberaus störend sind die besonders von Damen vielfach bevorzugten, dem sonst üblichen Format kaum noch gleichenden Umschläge, sowie die ganz [leinen Kuverts, die für eine deutliche Adresse und die Freimarke gar nicht den genügenden Raum bieten, sich schlecht anfassen und verteilen lassen, sich leicht in Drucksachen verschieben und dadurch in Verlust geraten ober Verspätungen erleiden. Man benutze im eigenen Interesse nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe — die gebräuchlichste Form ist 12:15 Zentimeter groß —, klebe die Marke in die rechte obere Ecke, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Wer seine Briefumschläge mit einem Vordruk für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe der Bestimmungspvstanstalt unten rechts mit borbrufen. — Partiel le Sonnenfinsternis am 31. Oktober. In den Morgenstunden des 31. Oktober wird eine teilweise Verfinsterung der Sonne stattstnden. Die Finsternis beginnt um 7 Uhr 4 Minuten morgens in Hinterpommem und enbet um 11 Uhr 8 Minuten vormittags im Innern des nördlichen China Tie größte Phase der Verfinsterung, welche sieben Zehnteile des Sonnendurchmessers betragen wird, findet um 9 Uhr 6 Minuten vormittags statt, und wird in einer der unwirtlichsten Gegenden Sibiriens, die etwa 6 Breitengrade südlich« von Kap Tscheljuskin, dem nördlichsten Punkte Asiens liegt, wahrgenommen werden können — sofern fid), dort Beobachter finden. Ter ganze Verlauf der Finsternis wird in dem Gebiete sichtbar sein, das von einer Linie umsäumt wird, die ungefähr von dem vorhin genannten Kap Tscheljuskin ausgehend über Finnland und die Ostsee gegen den Main zieht, sich hierauf südostwärts wendend, die Alpen kreuzt, weiter den Westen der Balkanhalbinsel, sowie Kleinasien durchschneidet und längs des persischen Golfes in der Richtung gegen Bombay zieht, sodann nach Turchquerung von Vorder- und Hinterindien ungefähr in der Gegend von Hongkong sich gegen Norden wendet und zu ihrem Ausgangspunkte zurückgelangt. Im Westen der so abgegrenzten Fläche, also in Skandinavien, an der englischen Westküste in Holland, Belgien und in Nord-Frankreich, sowie im nordwestlichen Deutschland geht die Sonne teilweise verfinstert auf; im Osten der Fläche, also im eigentlichen China und in Korea sowie in einem Streifen Sibiriens tritt der Mond erst am Nachmittag vor die Sonne, und geht die letztere in diesen Gegenden teilweise verfinstert unter. (—) Krofdorf, 27. Okt. Um unsere Kirche auch im Winter zu einem verträglichen Aufenthalte zu machen, soll sie nunmehr mit einem Ofen versehen werden. Heute wurde mit der Anlage des erforderlichen Kamins begonnen, sodaß der Ofen schon in nächster Zeit benutzt werden kann. Es wird durch die Beschaffung eines Ofens einem längst empfundenen Bedürfnis abgeholfen werden. Bad-Nauheim, 25. Okt. Tie Gesamtfrequenz der diesjährigen Saison beträgt bis zum 23. Oktober 22 505 Personen, wovon an genanntem Tage noch 127 anwesend waren. Bäder wurden bis zum letzten Donnerstag 303 630 abgegeben. 8 Griedel, 27. Okt- Gestern und heute fand unser Kirchweihfest statt. Wie alljährlich, erfreute sich auch in diesem Jahre unser Flecken am Sonntag eines großen Besuchs von auswärts, sodaß die Lokale der Gastwirte kaum ausreichten. () Lauterbach, 26. Okt- Gestern abend hiell der hiesige Kriegeroer ein eine Generalversammlung ab, in welcher nach, Beendigung des geschäftlichen Teiles der Schriftführer der „tzassia" einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über die Entwickelung der Schlachtschiffe, deren Panzerung und Bewaffnung hielt. Nach dem Vortrag wurden die Kameraden durch einige Musikstücke unterhalten. § Eichelsachsen, 27. Okt- Die Gemeindeverwaltung hat den Bau einer Quellwasserleitung beschlossen. Tie Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr ihren Anfang nehmen. Eine weitere wichtige Aufgabe, der Schulhausneubau, wird wahrscheinlich nach dem Bau der Wasserleitung auf den Plan treten. () Eschenrod, 26. Oki. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr bemerkte man hoch in der Lust eine große Schar Schneegänse, die ihren Weg nach Süden nahm. Mainz, 26. Okt- In einem hiesigen Geschäft wurde gestern ein Mädchen verhaftet, das sich fortgesetzter Veruntreuungen schuldig gemacht hatte. Als der Geschäftsinhaber vernahm, was sich bei chm zugetragen, stürzte er vor Aufregung von einem Schlaganfall getroffen zur Erde. Der Zustand des Mannes ist zum Glück nicht bedenklich. — Aus Biebrich wird gemeldet: Einen für die Zukunft Biebrichs wichtigen Beschluß hat am 23. d- M. das Stadwerordneten-Kollegium damit gefaßt, daß es sich mit der Er bauun g eines Elektrizitätswerkes auf städtische Kosten prinzipiell einverstanden erklärte. Fr an kf ur t, 24. Okt. Am 21. er. ist die hiesige Akademie für Sozial- und Handelswissen schäften wieder eröffnet worden. — Der Schreiner Joseph Zug, Schnurgasse 42, verfolgte gestern abend seine Angehörigen mit einem Stockdegen, worauf ^»lizelliche Hilfe geholt wurde. Als zwei Schutzmänner erschienen, drang Zug auch auf sie mit seinem Stockdegen ein und verletzte den einen an der Hand. Ter Schutzmann machte daraus von feiner Was f e Gebrauch, versetzte dem Zug einen Hieb über den Kopf und verletzte ihn so, daß Zug in das Hospital zum helligen Geist gebracht werden mußte. — Ern schon mehrmals wegen Beraubung von Opferstöcken mit Zuchthaus bestrafter Kaufmann und Portier, der im Jull in Mainz abermals den Versuch gemacht hat, einen Opferstock zu erbrechen, und, als ihm das nicht gelang, dessen Inhalt mit einem Klebstock herauszuholen versuchte, wurde gejtern hier festgenommen. Frankfurt a. M-, 25. Lkr. Tie seitens des hiesigen Magistrats oei den benachbarten Stadtbehörden angeregte und für den 30. d- M. im Römer angesetzte Konferenz wird über Arbeitslos en-Fürsorge sowie Notstandsarbeiten beraten und beschließen, was seitens der Kommunen zum Wohle der Notleidenden erforderlich ist. Franksurta. M., 26. Okt. ILDeutscherRuder- tag. Die Wahl eines Vorsitzenden fiel auf Georg Büxenstein-Berlin mit 131 St. gegen 130 St-, die für den leitbcr'qen Vorsitzenden abgegeben wurden. Zu weiteren Au i.^ußmi t gliedern ivurden gewähll M. Moriz- Berlrn, W. Geist-Berlin, Dr. Binder-Hamburg, Dr. Stracks Hamburg, Ernst Ladenburg-Frankfurr, Josef Rau-Main^ W. Lüders-München, F. L. Schumacher-Mannheim, G Corindt-Tanzig. Zum Ort des iiächften Rudertages wurde Hannover gewählt. — || |" ■ Vermischtes. * Rom, 27. Okt Vergangene flacht explodiert« am Bis chofspalaft in Livorno eine Bombe. Ein Kind wurde getötet, ein anderes verwundet. Ter Bischof ist unbeliebt, weil er oft antiitalienische Reden gehallen hat. Wien, 27. Okt. Tie Blätter melden, daß drei Statistinnen und eine Schauspielerin des Hofburgtheaters durch Kleideransteckung erkrankt sind. Die von einer et> krankten Statistin beruhten Trikots waren auch anderen Personen zu Benutzunrg übergeben worden, und so wurde der Kranlyeitskeim übertragen. Alle Patientinnen leiden an einem Hautausschlag, der in der Achselhöhle entstanden ist, und sich von dort zunächst über die Schuller b erb reitete. Sie stehen in ärztlicher Behandlung und werden einige Wochen dienstunfähig sein. * Ueberfall am helllichten Tage. Im Tiev» garten zu Berlin wurde der 20jährige Student der Theologie Max Sp., der mit seiner Kou;ine dort spazieren ging, über fallen. Sp. hatte sich mit dem jungen Niädchen auf einer Bank niedergelassen und mll derselben in der harmlosesten Weise geplaudert, als plötzlich ein älterer starb- gebauter Mann auf beide zutrat und sie anfuhr: Folgen Sie mir sofort, ich bin Sicherheitsbeamter unb dulde nicht, daß Sie hier mit einem 'Mädchen.....! Sp. folgte chm einige Schritte hinter ein Gebüsch, während Frl. Spangenberg auf der Bank zurückblieb. Der „Beamte" faßte, hinter dem Gebüsch angelangt, den kleinen, schmächtigen Studenten an den Schultern, drückte chn zu Boden und riß ihm Kette nebst Uhr fort. Jetzt erst rief der erschrockene Student um Hilfe, ebenso das junge Mädchen, worauf von mehreren Seiten einige Passanten herbeieillen, unter denen sich auch ein pensionierter Feldwebel befand, der sofort den „Beamten" aufforderte, sich zu legitimieren. Statt dieser Aufforderung nachzukommen, ergriff der Straßenränder eiligst die Flucht und war bald den Augen der Zurückbleibenden entschwunden, ohne daß jemand den Versuch gemacht hätte, eine Verfolgung des frechen Menschen vorzunehmen. * Der Zar ist ein fleißiger Radfahrer. Letzthin radelte er im Parke von Gatschina in der Uniform eines, Kavallerie-Oberstem Aus einen Wink wurden die Thore geöffnet, und Zar Nikolaus radelle eine Strecke auf der Landstraße. In flottem Tempo wollte er an einem in großer Galauniform daherfahrenden General vorbei, natü> lieh ohne an einen militärischen Gruß zu denkem Der General ruft seinen „Rang-Untergebenen" herbei, um ihm die Meinung zu sagen. Tableau! Aber Nikolaus II. reicht ihm lächelnd die Rechte mit den Worten: „Verzeihung, General, aber ich habe so viel tüchtige Leute in meinem Heere, daß ich sie wirllich nicht alle kennen kann!" * Christian Dewet ist in London von einem Mitarbeiter des „Matin" Überfällen worden und bat, da er sich nicht in die Steppen des „Beldt" flüchten konnte, Rede stehen müssen. Er erzählte unter anderem, daß er nach Südafrika zurückreise, da er sich krank fühle. Dann kam er Lus sein Buch $u sprechen und gestand mit der ehrlichen Verschmitztbeit, die ihm auch in Berlin so rasch die Herzen gewann, oaß die „Schriftstellerei eine ganz interessante, aber furchtbar harte Arbell sei." „Niemals b meinem Leben habe ich mich so gequält Wenn ich jetzt nicht ganz wohl bin, dann hab' ich sicherlich das Tintenfieber. Ich bedauere all die armen Leute, die ihr Brot durch Schreiben verdienen müssen." „Also jetzt haben Sie wirklich genug davon, General?" „Ich habe so genua, daß ich mich wie ein entsprungener Strafgefangener fühle, als ich das Wort „Gmbe" unter mein Manuskript setzte. Und doch — es ist eine komische Geschichte! Ich bin gerade dabei, noch ein kleines Buch zu schreiben: „lieber die Spionage im Kriege". Sie sehen, wenn man einmal angefangen hat, in Tintenklexen zu arbeiten, glaubt man, immer noch etwas Neues erzählen zu müssen." Kunst und Wissenschaft. — Drahtlose Telegraphie. Für die von Teutschland a» geregte Konferenz wegen drahtloser Telegraphie haben bis jetzt, wie Sie .Nat-Ztg.' erfährt, Oesterreich-Ungarn, Italien, Rußland und die Vereinigten Staaten ihre Beteiligung zugefagt. Außer do« England steht auch noch von Frankreich die Antwort auS. ES handelt sich vor allem barum, au verhüten, daß durch vorzeitige und einseitige Annahme emeS ober des anderen der verschiedenen Systeme drahtloser Telegraphie bie Benutzung eines neuen Mittels bet Nachrichten-Beförderung zwischen den verschiedenen Staaten verhindert oder erschwert wird. Ob sich, die Erde dreht, ist eigentlich eine schon etwas lange erledigte Frage, aber darum sind Beweis- Experimente immer noch nicht überflüssig! Vor 51 Jahren machte Foucault im Pantheon zu Paris seinen berühmten Pendel-Versuch, der jetzt mehr zu seinem Gedächtnis, denn zur Probe, ob sich in der Erddrehung in dem winziaen Zeitenfortschritt eines halben Säkulums irgendwelche Veränderung vollzogen, von Dr. Alphonse Berget namens der Astronomischen Gesellschaft in feierlicher Sitzung und in Gegenwart des Ministers Chaumis wiederholt wurde. Hoch oben im Kuppelgebälk des Pantheons wurde unter tausend Vorsichtsmaßregeln ein sehr dünner, aber traafähiger Stahl- draht aufgehäligt, der eine 28 Kilo schwere Bleikugel trägt; diese Bleikugel läuft unten in einen spitzen Stahlstab aus, bestimmt, in dem Sand auf einem runden Tische den Weg des Pendels zu zeichnen. Bekanntlich bleibt die Schwing- ungöebene eines Pendels immer dieselbe, sodaß man die Erde sich gewissennaßen unter der Pendelebene wegdrehen sieht. Ter runde Tisch im Pantheon ist in Winkeln von 10 Grad eingeteilt. Schwingt das Pendel beim Anstoß genau über dem Tiameter, der über der Achse des Pantheons liegt, dann ist es nad) 54 Minuten über dem TÜ> meter der ersten Teilung, nach 8 wunden über dem Tiameter der neunten Teilung, nad) 32 Stunden ist die vollkommene Trehung erfolgt — nicht das Pendel hat sich aus feiner Schwungrichtung entfernt, bie Tisch-, Erdebene drehte sich. Auf dem Pol würde ein Pendel in 21 Stunden die Trehung unter sich vollzogen sehen^ weiter nad) ©üben nimmt die Tauer zu, in Paris 32 Stunden, in Leipzig etwa 31 Stunden; auf dem Äec;uator ist die Trehung der Pendelebene gleich. Null — d»es zur Erinnerung an die physikalische Schulvergeßillsse! Tr. Berget hat sich viel Mühe gegeben, damit der erneuerte Foucaultsche Apparat nichts an Präzision zu wünschen übrig läßt, damit daS Pendel nicht im mindesten verjucht ist, die Erddrehung mitzumachen! — Wie ist die Phllifter-Zeit so weit, da das Bibelwort: „Sonne stehe ftlll. . ." ohne wissenschaftliches. Temenll blieb. kudl kAuUNt'do X m: säs äjt unb 2 ’ .. ,mniin Gen Ku F;'f,n Auf V *bet « Lv-no, »er v"’ mi u. 1 *■ .. littt de«»» bm AuLdwc L^tndtkg : iuU Kreins ijui led dlt jtt hier eine l-rc dem S*an ohne tr'zrmütwnsj jto ixnen • Art Stellung Jet 100 AH ift Kit bie flutet ihm tr. Miet, g, Turins eine halbe: rod -et 6d)ulbi ivitd in Le btt von £1 unb roeit i erhielt er unter Anbi regenben 6 batnüd)i lanb ötrlitti cd ta1 tetutitiUt l Tange uni 6pt)inp kille erteilet jrotü toäfjüai führten Wahlm kneten Berg 2. M< «• bon !• Biet 8 Erb in Eul ? hl u !5 Ha • H» 'en(tcf) kühl empfangen. Tas Publikum war ersichtlich skeptisch Dimmt, doch wuchs die Teilnahme von Akt zu Akt und'steigerte Ijj zum Schlüsse zu spontaner herzlicher Huldigung. - Wetter Oktober Z bi sie Temperatur am 26.-27. Oktober 26.-27. Tigfte | Eingesandt. Meyer!" r»ft der Chef 19 Gießen, 26. Oktober 1902. eine halbe Million Mk. 9 roirb in loerben. Dr. Bartels ist Landtagswahl vährten Abgeordneten, des Herrn 18. Heichelheim, Siegmund, Kommerzienrat 7434 Der nationalliberale Verein. Der freisinnige Verein oenrani entfleisch iahta 97 99 97 2 2 2 745,4 746,6 748,6 6,0 °C. 2,2° C. 9“ - =: & 53 5,9 64 63 6,9 6,8 Reg« Bä). Himmel -S •r i 35. Loos, Carl, Kaufmann 36 Marx, Conrad, Zimmermeifter 37* Möhl, Carl Adolf, Metzgermeister 38. Möhl, Georg Emil, Fabrikant 39 Müller, Emil Heinrich, Schrernermeister 40 Petri, Louis II., Bauunternehmer 41. Plank, Wilhelm II., Gerbermeister 42. Rack£, Ludwig, Bankier 43. Roth, Conrad II., Wemhändler 44. Rullmann, Ludwig, Revisor 45. Schmal!, Emil II., Fabrikant 46. Schirmer, Heinrich, Fabrikant 47. Schwan, August, Weinhändler 48. Spiess, Johannes II., Rentner 49. Wimmenauer, Karl, Dr., Universitäts-Professor 50. Winn, Heinrich, Bauunternehmer. gärizü be rra sehe hd e .Grosse Flasche M 2,50.Probeflaschd,OO.ÖberallerhälHich, Kirche und Schule. Tod eines Schulmannes. Arn SamZtaa starb ju ® eta ö bem Lehrling zu, ,cholen Sie mal sofort 12 Schachtelu Sobener Mineral-Paftillen aus derApotheke oderTrogene, . aber verlangen Sie,,Kay'S ächte!" Der Husten bes fonals muß enblich euunal energisch bekarnvst werden —der vertreibt mir sonst die ganze Kundschaft, ^onn ro®1" bete er sich an seine Angestellten: „Für bte 6vlge aber joraen Sie selbst bafür, baß Sie nicht roieber mit einem Husten und chronischer Heiserkeit ins Geschäft kommen. (Line Schachtel Pastillen kostet nur 8o Pfg. und bannt beugen Sie jeder Erkaltung vor. bK‘54 einer leit» ““ »«tbteitek LV' der Üeber Bartflechten schreibt Herr Bahnarzt und Oberstabsarzt a., D.. Dr. von R.: Bei einer hartnäckigen Bartflechte ist bis letzt durch Anwendung von .Obermeyer's Herba-Seife" Besserung erngetreten, mdem kerne Pusteln mehr entstehen und die Haut glatt wird. Z. h. m Apo- theken Drogerien u. Fabrikant I. Gwth, Hanau 13. Jpeft-4 d0°/» Seife" 3% Arnica, 2% Salbei, 1,5% Wasserbecherkrt.,Z^/<. Harnk^ Arlieilcrlrewegung. Lille (ftranfra, 26. Oft. Eine Vollversammlung der Tobak- grbeiter erhob Einspruch gegen die Abschaffung der Sabakzonen, aus welcher der Finanzmmister R, ___ Berlin, 27. Oft Sarah Bernhardt Ifallej?6Äm d^Schmuygel FÄninf ^chaufmelhaufe als .Fedora zunächst schlteßlich auf etwa 8—10 Kilometer breiten ! ho« b=r °aft ebenfo billig »erlauft als im Nachbarland- ' Belgien und Deutschland). In der zweiten nnd dritten Kone stuft ____ sich der Preis in die Höhe, um dann im Zollmland den eigentlichen Preis zu erreichen.___ . KrtcsKasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Pferdehandel. Der Marktverkehr genießt allerwärts das o e r, Privilegium der Steuerfreiheit. Er unterließt auch nicht den Ab- ouvier I gaben vom Wanderqewerbebetrieb. Pferdehändler aus dem preu- Hochgeehrter Herr Chefredakteur l Leider bin ich zu fehr beschäftigt, um einzelnen Ausführungen ... be3 Artikels „Die Aufgaben des kommenden Landtages m Jir.2öu tgtoa starb -u G e r a I geschätzten Blattes in der Weife entgegenzutreten, rote bte- ädirektor Dr. Friedrich Bar t e l s- Dtese Trauerbotschast Ihres 9 ^erfreunblichen Tendern wegen dies verdienen. Weil Lehrerkreisen garu Deutschlands Mmerzlich empfunden 'et 9 Staatsschulden 300 Mill, betragen, well die hessischen Dr. Barrels ist als pad. SchriststMer und ^«ls Redakteur I gfa*Jt l’b|g mehr Steuern bezahlen als in anderen Landen, weil Diesterroeg gegründeten „Rhein. Blätter' in ^Eutschland erforderlich erscheint, den Etat ins Gleichgewicht zu bringen, hinaus bekannt..Bor- «mgen-Jahren ^shalb soll der Beamte in seinem Einkommen gekürzt werden, ei^n"u' I treibt U. S. ber Lerfasser dieses Artikels. Ich weife diese UN- Deutschland u er- ^eunb(irf)e Tendenz mit aller Entschiedenheit als ungerecht zunick .eiiuci | r . .... o£ Knnw nes ttanotaaev Mitbürger! Am Mittwoch den 29. ctt-v°r laufet Jahres findet die Wahl °°n 50 Wahlmänueru statt, welchen es obliecst. für die nächsten 6 Jahr- den Wg-ordnck« mrferer Stadt' ,ur -w-it-n sich verständigt, bei der diesmaligen Wahl zusammen zu gehen und mit Entschiedenheit für die Wiederwahl unseres seitherigen b«. selben in der -in älterer stark, “f* Solern nter und dulde 1 • J Ep. folgte y W Span« ** ,n» fchnuuhtmen Zu Loden und erst rief der innge Mädchen, herbeieilteu, Wei befand, öH legitimieren. erM der dato den Augen >aß jemand den siechen Menscher hrer. Letztha : Uniform eines den die Thon öttecke auf bc r an einem v 11 vorbei, natüi ;u denken. herbei, um P ikolMs n. uiijt i: tute in Kinern len tau!* )on tun einem )en und Hal, da flüchten tonnte, nderem, dah a nk fühle. Tann nb mit bei ebr« 'in [o tafä bie ne gmz int«, Denn ich jS .ich das Tinte- :e, die ihr Sffi i jetzt haben & be so genua, igener fühle, üj W setzte. M bin gerade dM . „Ueber die M man einmal en, glaubt um, _ ifL n Teutfchlcmd a> iahen bis jetzt, w- Lien, Rußland wi ä «*; fÄÄw °der ÄWWfl! schieden« Staats »ntlich eine W m lind 51 3»® seinen beruht Mchtnes, W inTnt E lrgendwelche get L'SZ Sm SZ fif-E 3t über WR .ei i" 21&« re««1 «A# i<^ «s Ilnwersitäts-Nachrichten.-- Berlin, 27. Ctor. Heute mittag wurde das neue phar- ttltb Jtaltttjt. V0lNSwM>Iyail. t rzeutische Institut ber Berliner A"^^tat m Gegen-1 « Lvar-Eiulaaeu Die Bank für Handel unb Jn° .Crt bes Kultusministers Dr. Stubt und zahlreicher Vertreter der ! ^Te^stteittasse Gießen hat, wie aus bem Anzeigenteil - dlbizin, Chemie unb Pharmazie feierlich eingeweiht. Stvcdtox ° ^utkien SRummer erl"id)tlid) ist, eine befonbere Abteilung - 3nof. Thomas hielt bie Feslrebe. fwit für Svareinlaaen eingerichtet. Die Bank, im Jahre 1853 zu Darm- Münster, 27. Okt. Die ^at (xüeüx in unserem etigeren Vaterlanbe, mch bett Kultusminister Stubt zum Ehrenboktor promovtrtt Auf . 6 g > al§ eines ber größten unb mach° N,on Rektor unb Senat ber Unwersitat an ben K°)ser g - sondernM ^M^7Z?nnt. Die hiesige Äieberlassung ber . mdles Huld>gunasl°legr°mmgmg Agende An^warl-m^. D^stadler ^a,!k, wie sie kurzerhand genannt werd, «ofintoitiren i; -jeftät ber Kotier unb Röntg haben Das ©eiooms vct vun < । » , ^urch dte am 1. Jult 1902 er» (aftor unb Senat ber neuerrtcf)leten ^Lt^a^er0Äc&?t%«m Wgte ©in^cdeibung ber Bmtkftrma Eonrab Tietz hier ihre Kunb- enommen unb lassen für bte Kunbgebuna mit allerh^st threm o^gle ^nveriew -n beu mittleren unb kleineren Geichafls° värmsten Wunfche sür fegensreiche Entwickelung ber Uull-ersitat sch I bebeutenb vergrößert. In Hetzen ist bte Bank Muf ÄVSSF Lna!M°""°n°MÜndelg°ldirnb|°.tens des grasih. «taats- L7gn;"°°mLttManLrGrai^nminiW Bcr Harhener u . Di- mir feiienä UnwerBM tn Slwdmicbo«n I»wurde d.e B-rtettung -mer Dw» »n Ausdruck aufrichtigen Dantes lü^d^B^eis^roohlroolleitber I benbejron^lO Proz. ©Jettriattäteto««, L^Mtt^ieb7rn^^re^ staatsroissenschasttichen Fakuttäl k- G^s ^7^134^). r.-iutblichst übermitteln zu wollen. 1tn:npr{;tät alle Es gelange eine Tivtbenbe von 6 Proz. zttr Vertetlung. 2lm 1. 9louember b. ^ feiert bte _U"« sL?„nt i(5 - gegen Gastwirte. Dte neue Der- MS Jubiläum ihres 4 0 0iahrtaen Best e i e H. ^efanniII ö fl Qmanenhänbler B er lins beriet bieser Tage über !:fll die Halle'sche Hochschule im Jahre 1815, nachdem ^e <-tabt ? J mr Einschränkung des Ziqarretchandels ber Gastwirte. ";ue an Prlnß-n gAll-t. war nut ber e^maUaen U ,»«(.«1 be”Ä -einen Erfolg hatte, «ttenberg Detl^moljen “bW-uSfitä" wiU man -S mit b?t Selbsthilfe aerfuchen und zwar m der W-tf-, viere Vereinigung den Namen „Bereinigte 6rteo^^^.nw«-bilrut meisten ^iaarrenhänbler emen «elterwajserver- balle-Wittenberg". Die Geschichte ber^Hochschule verkörpert m sich I V ^An einrichten, um bann roeber durch bie Sonn- iu in Teil bie geistige Entwickelung Deutschlands. DurchLuther Ach durch ben Neunuhrladenschluß im Zigarrenverkauf le-r hier eine Professur mne hatte und,von hier a^^bre Refot> I tagsruye £ur^e^ige Auswege sollen schon jetzt me fach n ationdberoegung ins Leben rief, genoß sie bald ffidttuf. 3UÄ em I ) no«t anflcroenbet werben, wie z. B. in Gestalt sog. russischer bort des Protestantenturns wurde bte, Umoerfitat^on■ Rudutjt I ben. Der Vorschlag fand nur geteilte Ausnahme, von ver- Friebrich dem Weisen von Sachsen gejiiftet, und vom Kaiser Maxi b 1 ^nern wurde eine enbgilhge Entscheidung über bte 11 milian ohne Genehmigung bes Papstes bestätigt. Wahrenb der W d«« Sellenvasseroerkaufes in ben Zigarrenge chaften ^sorniationszeit war-Wittenberg bas Ziel vielerE i n k a?f s g e n o, s e n ° aller Herren Länber unb lange hat sie unter trefflichenP^essoren L d? -ß > Ä 5ßerein§mitglieber ist in Aussicht genommen. Es tb te ©tettunfl SmttelpunftJ»er«elifliöfwL.^uKlaranj! bj“* »unächst mit bem gemeinsamen Einkauf ber bekanntesten {ftt für diene^^zu°errtchtenbe Professur für Dermatologie ander Eingesandt. ta«"J? taÄ®lMr Form und Inhalt aller unter dl ser Rubrik fteW Et. Basler-München, Prioatdozent Dr. Grouben-Bonn, Professor l Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber '2)ürmg-KonftantinopeL keinerlei Verantwortung.) — Rockefeller schenkte ber Eolumbla-Universitat ßsichen Gebiete, welche sich darmhib-IchAcken, b« Märkte zu besuchen, haben daher keine Steuern zu entrichten. Sobald Herber außerhalb des Marktes auf hessischem Gebiete Pfetchs- Hanbcl betreiben, bedürfen sie eines Wandergeroerbefchemes unb unterliegen ber Gewerbesteuer. Die gleiche Vei^fltchtung trifft hessische ^Pferdehändler bei Ausübung chres Gewerbes auf preu^ schein ©ebiete.__ "MnMetrNächrichtciii Gestorben: Frau Katharina Habermann, geb. Melchior, zu Bittzbach^_______________ Eisenbahn-Zeitung. — Im vorigen Jahre wurde in den Waggonwerkstätten btt Kursk-Charkow-Sebastopoler Eisenbahn nach den Zeichnungen beS Jitgenieurs Ringland der Bau eines S p e z i a l-Waggons für Öochzeitsreisende in Angriff genommen. Gegenwärtig ist nun der Waggon fertiggestellt und soll m den nächsten Lay« in Verkehr gesetzt werden. Er zeichnet sich durch seine luxuriöse Einrichtung aus und darf in Bezug auf feine Konstruktwn als das letzte Wort der mobernen Eisenbahntechnck bezeichnet werden. Die die einzelnen Abteile des Wagens trennenden Lcheidewande könn« durch eine besondere Vorrichtung beseitigt roerben, o baß mra s« nach Belieben vergrößern kann. Durch einen besonderen ~u$nß zeichnet sich ber Schlafsalon aus. dec von Diesterroeg gegründeten unb roeit über bessen Grenzen hi erhielt er als Organisator bes Schulwesens in unter Anbietung eines ben Ministergehalt in ,»roimniimp jeiweiu um uuev «muiwiwwi«.» « »genben Gehalts. Er schlug den Ruf aus. ,nnbfS unb muß bem Verfasser bebeuten, daß es Sache bes Landtages liberaler Schulmann unb lieben§rourbtger, hllfsberetttt Mensch uno p cuidere Ersparungsqucllen autzusuchen. In Anbetracht bat er sich in Deutschlands Lehrerwelt em Denkmal gesetzt. Deutsch '^Enormen Steigerung aller LebensbedÜrfnitze sind zweifellos bte (anb verliert in ihm einen der tüchtigsten Schulmamter. Einkommen sämtlicher Beamten als recht mäßige zu bezelchneti. . I W^n einzelnen Beamten durch b e f on d e re Seift ungen, durch bie Art ihrer d i e n st l l ch e n A usfii h r il n g e n VWIiujU|UUU bebingt, besondere Nebeneinnahmen erwachsen so jft dos nur Mannheim, 26. Okt. Zu exemplarischen^Strafen, ^.^und sür bie betr. Beamten recht erfreulich; Harnisch ist es »erurteilte dte Strafkammer den ^aglohner Wilhelm Dog^ Franz roenn darüber andere Beamte, deren dienstlicher Beruf kernen tätige unb Gustav Fietzer, welche vor eimgen Wochen ben au§roärtigen Dienst verlangt, mit neidischen Augen auf diesen Sphinxen am Wasserturm die Na^en abschlugen « « unb durch Einwirkung auf Abgeordnete eine i-»ib einen Wasserspeier beschädigten.Sie hatten, de^ Stretch mts herbeiführen wollen.______________ _______ML. Mut verübt, weil ihnen ein Embruchsversuch mißlungen war. r>as, ' - — Bericht erkannte auf je 1 Jahr 1 Alonat Gefängnis. ^cdtzsMsttz Justoats ** SÄÄTÄ S SÄtSSt 'S« JU Wahlmännern die nachstehend verzeichneten Herren vor, von welchen wir unterstellen, daß sie unsere Auffassung testen m -y geordneten zu legen bitten. Bekanntmachung. In das Handelsregister wurde heute bezüglich der Firma .Meyerhofs & Goslar" zu Gießen eingetragen: Philipp Meyerhoff, Kaufmann daselbst, ist am 1. Oktober 1902 als Teilhaber der Gesellschaft beigetreten. Gießen, den 23. Oktober 1902. 7678 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allertshausen für 1903/04 liegt vom 30. Oktober an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht aller Interessenten offen. Allertshausen, den 26. Oktober 1902. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. __________________Hillgärtne r. 7669 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Hörgern kür 1903/04 liegt vom 30. Oktober d. I. acht Tage lang zur Einsicht der Jnteresienten auf der Bürgermeisterei offen. Ober-Hörgern, den 27. Oktober 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Holler. 7676 Bekanntmachung. Mr bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß wir mit dem heutigen Tage eine besondere Abteilung für Spar-Kinlagen errichtet haben. ES können bei unS gegen Aushändigung eines Eiu- lagebucheS Geldbeträge m beliebiger Höhe täglich vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr eingezahlt werden. Der Zinsgenuß tritt sofort ein und zwar bei einvierteljähriger Kündigungsfrist mit 3l/t Prozent. Gießen, am 28. Oktober 1902. 7571 Kapital: 182 Millionen SUS. Reserven: 22«/< Millionen ML Bank für Kandel nnh Industrie. Zleposttenkasse Hießen. Bankgebäude: Johauuesstraße L Jahreslest des AerheWeu Vereins für Innere MW. Montag den 10. kyovember, im oberen Konfirmandensaal, Kirchstraße 9, vormittags 10'/, Uhr: Versainmlung des Verbandes Oberhessischer Erziehungsvereine; nachmittags 87, Uhr: Oeffenlliche Versammlung des Vorstandes imb der Synodaloertreter. Tages-Ordirung: 1. Kollektenwesen, 2. Kolportage. Abends 6r/4 Uhr: Festgottesdienst in der Ctadlkirche, Mllitüroberpsarrer Zechli« aus Frmrkfurt. AbendS 8'/, Uhr in Sterns Garten: ^reie Versammlung mit Ansprachen (Arnsburg einst und jegt). Dieuötag den LL November, im Konsirinandenjaal der Johannes- kirche: Jahresversa,mnlung. Vortrag von Hofpredrger Stöcker aus Berlin über: .Modernster Aberglaube". Die Mitglieder unseres Vereins, fowre alle Frerurde der inneren Mission lädt herzlich hiermit ein 7677 Der geschästSführeude Ausschuß: Dorn setff. S. «auffmauu. Schlosier. 1). Stamm. Waas. G. Wiudecker. ÄWXtiKl kauft man am besten und billigsten beim Faoh- manne, der auch ein reichhaltiges Lager unterhält in Fahr katen von: H. 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Mts. nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Btekerfchen Saale — Neustadt 55: 1. 600 Stück Heukelglaser (*/, Liter), die sich auch für den Hausgebrauch eignen und in kleineren Partieen ausgeboten werden, 1 Sopha, 3 silberne Meffer und 2 GabÄn, 6 Stahlstiche, 5 Bilder; 2. 1 Sopha mit 6 Stühlen und 2 Sesseln, 1 Konsol. Kleiderschrank, 1 Näl)mascbine, drei Kastenwagen, 1 Regulator, 1 runden Tisch, 1 Kommode, 1 VerNkow, 1 Faß Rüböl, 1 Faß Salatöl, 1 Ballon gekochtes Leinöl, 7, Ballon rohes Leinöl, cn. 80 Psd. Bleiweiß, 800 Schwämme u. a. rn. Die Versteigerung sub. 1 findet bestimmt statt, die zu II teilweise. 7584 Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. DouucrStag. den 30. und Freitag, den 31. d. Mts. nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Psandlokal Seltersweg U gegen Barzahlung: 1 Zugpferd, 1 Rind, 1 Cassa- schrank, 1 Buffet, 1 Billard, 2 Vertiko ws, Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, 2 Faß Ocker, 1 Faß Terpentinöl, 1 Sack Gerste, 1 Damenuhr u. a. m. Gießen, den 14. Lktober 1902. 7227 Mulch, Psandmeisler. Zwiebeln-Verkauf. Douuerstag, den 30. Oktbr. d. IS. vormittags 11 lUjr sollen aui dem Freiladegleis hiesigen Bahnhoss 10 900 kg Zwiebeln im ganzen gegen Barzahlung öffentlich beslbtetend verkauft werden. 04824 Großh. Güterabfertigung Gießen. Feinste Preitzel- bccrcn empfiehlt 7007 ChristianWailenfels 17 Marktplatz 17 am Krregerdeickmal Telephon 262. Gegründet 1826. Ikkk»- lionig garantiert rein, bei 7008 ChristianWalienfels 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal. Telephon 262. Gegründet 1826. jlczz.-Mr. Staatslottme. 7444] Die seither von meinem Schwiegersohn Herrn Aarl llrcbS gehabte Loscverkaufssielle habe ich durch deffen Wegzug von hier übernommen und können die ge» ehrien Kunden die gehabten Nummern durch mich beziehen. 6g. Wilk. Orbig, LchrUstraße 19. Amerika- nl-che 7595 Gummischuhe surd bekannt durch Leichtigkeit großartige N. Reiss, Fraakfarter Schuhlager Mäusburg 12. 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