Nr. 201 Zrfchet«« tägttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Sicherer Familien- blätker viermal in der Woche beigelegt, Rotationsdruck u, Verlag der Brüh l ffchen Univers.«Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 81. Zweites Blatt. IST. Jahrgang Donnerstag 28. August 1902 Sietzener Anzeiger " General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, monatlich 7bPft viertes jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen nwnatlich 6o Pf.; dmch diePost Mk. 2.—viertel» jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige, für die Tagesnunun« bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprelS: lokal 13 Ps^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den poÜL u. allgem. Lil: P. Witiko: für „Stadt und Lanm und .Gerichtssaal^: Luri Plato: für den Au» zeigeMeil: HanS Deck. Are heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten. Ker König von Italien in Deutschland. Stuttgart, 27. Aug. Ter Hofzug mit dem Könige von Italien traf heute nacht gegen zwei Uhr auf dem West-- bahnhofe ein und fuhr, ohne den Hauptbahnhlvf zu berühren, auf der Verbindungsbahn nach dem Stuttgarter Nordbahnhof weiter. Magdeburg, 27. Aug. Ter Sonderzug mit dem König von Italien lief um 3.14 Uhr im hiesigen Bahnhof ein. Eine Ehrenkompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 26 war aufgestellt, welche die militärischen Ehren erwies. Ter König trug die Uniform des Husarenregiments „König Humbert von Italien" (kurhess. Nr. 13). Er stieg aus dem Wagen, begrüßte die zum Empfang erschienenen militärischen Behörden und schritt die Front der Ehrenkompagnie ab, die darauf Parademarsch machte. Ter König begab sich hierauf mit den Offizieren in das Wartezimmer und stieg nach einem Aufenthalt von zehn Minuten wieder in den Zug, der die Fahrt sortsetzte. Tie Ehrenkompagnie präsentierte wiederum. Ter König stand grüßend am Fenster. Der Bahnhof war polizeilich abgesperrt. Berlin, 27. Aug. Das diplomatische Korps wird morgen nachmittag in corpore vom König von Italien im kgl. Schlosse empfangen werden. Vorher wird jeder einzeln empfangen, unter ihnen der österreichiischk-ungarische Botschafter v. Szögyeny, der anläßlich der Anwesenheit des Königs seinen Urlaub unterbrochen hat. — Die Aus- s chmückun g der Einzugs st raße ist vollendet. Die große Halle des Potsdamer Bahnhofes, wo die Ankunft erfolgt, zeigt prächtigen Festschmuck. Tie Wände schmücken mächtige Guirlanden, Banner sowie Fahnentrophäen. Vom Bahnhose bis zum Potsdamer Platze zieht sich, ein Wald von Flaggenmasten hin, abgeschlossen von Obelisken, welche Adler und Blumenkörbe tragen. Tie monumentalen Gebäude des Potsdamer Platzes sind bis zum Dach hinauf mit Guirlanden und Fahnen in deutschen und italienischen Farben bedeckt. Vom Potsdamer Platz geht die Einzugs- sttaße durch die Belleouestraße, deren vornehme Häuser durchweg, auch- namentlich mit Teppichen, geschmückt sind. Am Rolandbrunnen vorbei durch die Siegesallee und Charlottenburger Chaussee geht die Fahrt zum Brandenburger Thor, wo die Begrüßung durch die städtischM Behörden stattfindet. Die Westfront des Thores ist goldgelb angestrichen. Vor den Säulen stehen Obelisken, welche Blumenkörbe tragen. Blumenkörbe mit leuchtenden Orangen stehen zwischen vergoldeten Masten, welche zu beiden Seiten das Thorgebäude verdecken. Auch auf dem Pariser Platze ragen gewaltige vergoldete Masten, welche sich, aus den Obelisken herausheben, durch Guirlanden verbunden empor, einen würdigen Zugang zu der eigentlichen Einzugssttaße, der Straße Unter den Linden, bildend. Weithin schweift das Auge über den vornehmsten Straßenzug Bersins, in dem kein Haus ungeschimückt ist bis zur Universität, dem Opernhause, dem Zeughause und Schlösse. Auf der Freitreppe des Opernhauses, neben dem Prmzessinnen- palais und im Lustgarten sind Tribünen errichtet. Der Fremdenzuzug ist bedeutend. Händler mit Fähnchen und Ansichtspostkarten durchziehen das Publikum. Morgen fällt in sämtlichen hiesigen Schuten der Unterricht aus. Eine größere Anzahlitalieni sch erGeheim- p o l i z i st e n ist eingetrossen. Tie Beamten haben den Auftrag, sich hier und in Potsdam jedesmal auf den vom König Viktor Emanuel zurückzulegenden Wegen zu verteilen und für die Sicherheit des Königs Sorge zu tragen. In Z ü r i ch sollen übrigens 23 Italiener unter dem Verdachte, Anar- chisteu zu sein, und einem Ko m p l o t t g e g en den König v vn I t a l i c it anzugehören, verhaftet worden sein. W i l d p a r k st a t i o n , 27. Aug. Ter König von Italien mit Gefolge sowie dem diesseitigen Ehrendienst ist um 5.15 Uhr nachm. hier eingetrossen. Auf dem mit Laubgewinden, Blumen und italienischen und deutschen Emblemen reich geschmückten Bahnhof Wildpark fanden sich ein der Kronprinz, die Prinzen Eitel Friedrich, Joachim und die übrigen in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen dös königlichen Hauses, sowie die im Gardekorps dienenden Prinzen aus den regierenden deutschen Häusern, der Reichskanzler, Graf Waldersee, die Herren der italienischen Botschaft, das allerhöchste tzauptquartier die Generäle oon Potsdam und der hrer weilende Botschafter in Rom Gras Wedel. Kurz vor Einlauf des Zuges war der Kaiser vom Neuen Palais her emgetrofsen. Er begrüßte die Prinzen und schritt die Ehrenwache ab die eine Kom- pagnie des Garde-Jägerbataillons mit j^ahne und Musik stellte. Am rechten Flügel standen die direkten Borg-s-tzten. Als der Zug einlief, präsentierte die KomMle und die Musik spielte di- italienische Hymne. Ter Sauer der die Uniform des ersten Garderegiments Mit der Kette und dem Siern des Annunziatenordens und dem Bande des Milttärordens von Savoyen trug, schritt dem König, welcher die Uniform oes 13. Husarenregiments „König Humbert" und das Baud des Schwarzen Adlerordens angelegt hEe, entgegen. Tie Begrüßung war herzlich, die Möndchen küßten sich wiederholt auf dte Wangen, Vorstellung der Prinzen und Gefolge schritten bu Monarchen die Front der Ehrenkompagnie ab und nachuten den Vorbeimarsch, ab, der mit friederiziantjchem Griffe er» folgte. Dann begaben sich die Herrschaften zu Wagen nach dem Neuen Palais. Im ersten Wagen mßen der Kaffer und der König, im späteren Wagen folgten der Reichskanzler und Minister Prinettt. Eine Schwadron vom Regiment Garde du Corps eskortierte. Am (&)auIfeec 12’T1 waren italienische Arbeiter, die tu Potsdam beschäftigt sind, aufmarschiert; sie riefen: „Evvrva, als die Herrscher vorüberfuhren. Tas Publikum, das sich sehr zahlreich eingefunden hatte, brachte während der ganzen Fahrt immerwährend Hochrufe aus. Auf der Gartenterrasse des Neuen Palais erwies die Leibkompagnie des Ersten Garderegiments z. F. die Honneurs. Hier waren auch die direkten Vorgesetzten dieser Kompagnie, sowie sämtliche Regimentskommandeure von Potsdam versammelt. An der Thür zum Muscheffaal wurden die allerhöchsten Herrschaften von den Herren des großen Vorttitts empfangen und in den Muscheffaal geleitet, wo der König durch die Kaiserin und die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzessinnen des königl. Hauses und aus den regierenden deutschen Häusern begrüßt wurde. Im Muscheffaal hatten Aufstellung genommen die Schloßgardekompagnie, eine Galawache des Regiments Gardes du Corps mit dem Trompeterkorps und der zweite Zug der Leibgendarmerie. Tas Wetter, das während des Tages etwas trübe war, hellte sich bei der Ankunft des Königs auf und wurde schön. Nach dem Eintreffen des Königs von Italien im Neuen Palais empfing der Kaiser den Reichskanzler Grasen Bülow zu längerem Vortrage. Potsdam, 27. Aug. Abends 8 Uhr fand beim Kaiserpaar im Neuen Palais Familientafel statt. Ter König von Italien führte die Kaiserin zu Tische, der Kaiser die Prinzessin Friedrich Leopold. Bei Tafel saß der König zwischen dem Kaiser und der Kaiserin, links vom Kaiser saßen Prinzessin Friedrich Leopold und Prinz Wert von Sachsen-Altenburg, rechts von der Kaiserin Prinz Friedrich Leopold und Prinz Albert von Schjlcswig-Holstein. Gegenüber dem König saß der Kronprinz, rechts von demselben Prinz Eitel Friedrich Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Prinz Albert von Schleswig-Holstein und Prinz Karl von Hohenzollern, links vom Kronprinzen Prinz Friedrich Heinrich von Preußen, Prinz Chlodwig von Hessen-Philipps- thal-Barchfeld und der Erbprinz von Hohenzollern. Für das Gefolge fand Marschallstasel statt. Wien, 27. Aug. Tie Blätter begleiten die Reise des Königs von Italien mit besonderen, sympathischen Artikeln. Sie konstatieren neuerlich die friedliche Tendenz des Dreibundes. Das „Fremdenblatt" führt aus: „In Viktor Emanuel begrüßt Berlin den Träger einer alten Tradition, den Träger des Dreibundgedankens. Der königliche Gast des Teuffchen Reichs verkörpert die Friedensidee, welche die Bürgschaft ist für ein ungestörtes kulturelles Schaffen, ein ungestörtes Streben und Vollenden in der erhabenen Welt der Wissenschaft und Kunst, in der durch tausendjährige Wechselwirkung germanische Kunst und Wissenschaft mit derjenigen der apeninischen Halbinsel eng verknüpft ist." — Tie „Neue Fr. Pr." mißt dem Besuch des Königs eine außergewöhnliche Bedeutung darum zu, weil gerade in letzter Zeit vielfach, davon die Rede war, daß sich die Verknüpfung Italiens mit dem Dreibünde gelockert habe. Das Blatt weist darauf hin, daß Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel die lebendigsten Eindrücke aus dem Verkehr mit Kaiser Nikolaus zu ihrem Zusammentreffen mitbringen, und konstatiert, daß die Jnttmität zwischen Rußland und den Treibundmächsten nie so greifbar hervortrat, wie eben jetzt. Tas Blatt findet in dieser Intimität eine Bürgschaft für den europäisch>en Frieden, die womöglich noch stärker sei, als die durch den Dreibund selbst gebotene. Uolttische Tagesschau. Abg. Dr. v. Levetzow. Am 12. September feiert Tr. Albert Erdmann v. Levetzow, Wirkt. Geh. Rat, Major und Landesdirektor a. D., Mitglied des Reichstags uno Herrenhauses, Kanzler des Johanniterordens, seinen 7 5. Geburtstag. Herr von Levetzow war von 1881 bis 1884 und von 1888 bis 1895 Präsident des Deutschen Reichstages und hat in dieser Stellung das Vertrauen aller Parteien durch seine strenge Unparteilichkeit in reichem Maße erworben. Herr v. Levetzow ist gegenwärtig leider erkrankt. Er hatte dem Festmahl des brandenburgischen Provinziallandtags, bei dem er sonst nie fehlte, nicht beiwohnen können, und dadurch wurde man auf den ernsteren Charakter der Erkrankung auftnerksam. Abg. v. Levetzow ist, wie der verstorbene Rudolf v. Bennigsen, mit dem er manchen Zug gemeinsam hat, eine zu bescheidene, schlichte Natur, um irgendwie Aufhebens von sich zu machen. Verlautet doch daß nicht einmal seine näheren politischen Freunde über den ungünstigen Gesundheitszustand unterrichtet waren. Ein so maßvoller, aber innerhalb der selbst gezogenen Grenzen freimütiger und entschiedener Parlamentarier, wie Levetzow, ist eine starke Stütze der konservativen Partei. Wenn irgend jemand, so scheint er vorzugsweise geeignet, durch das Ansehen, das er in der Fraktion wie bei der Regierung genießt, der „ehrliche Makler" zu sein für die Verständigung über den Zolltarifentwurf. Ter Expräsident des Reichstags hat in seinem Amt so oft und, von seinem Humor unterstützt, so glücklich vermittelt, den Sturm beschworen, daß man auch auf diesem schwierigen Gebiet, bei Wiedergesundung, ersprießliche Einwirkungen von ihm erwarten kann. Der neue französische Botschafter in Berlin. W T.-B meldet heute aus Paris: Es bestätigt sich, daß der französische Botschafter in Bern Bihourd, zum Botschafter in Berlin ernannt werden wird. Der Marquis de N o ailles wrrd also Berlin verlassen und man wird ihn dort gewiß mit Bedauern scheiden sehen. Ihm ist zu einem nicht uuwÄentttchen Tml das VeAenst zuzuschreiben, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die naturgemäß insbesondere von Berlin aus eine vorsichtige Behandlung verlangen, wahrend der Dauer Jochren durchaus angenehm und verbindlich geblieben sind. Die Persönlichjkeit des neuen Botschafters! giebt, nach dem zu urteilen, was man über seine diplomatische Thätigkeit weiß, die Gewähr, daß der Kurs sich nicht verändern wird, soweit die Mitwirkung des Bob- schafters in Betracht kommt. Auch Bihourd soll bie (Sägen- schäften bes Marquis be Noailles besitzen, bie ruhige Besonnenheit iinb Liebenswürdigkeit ;vor allem fällt ins Gewicht, baß er ebenfalls nicht angekränkelt ist von den Revauche-Jbeen, wie sie jüngst der französische Kriegsminister so unzeitgemäß und unglücklich zum Ausdruck! gebracht hat . Präsident Loubet hat diesen „rollenwidrigen Seitensprung" fein und völlig befriedigend dadurch korrigierst daß er, wie gemeldet, das Protektorat über die deutsche Künstlerfahrt nach Frankreich annahm und sogar einen Empfang im Elysee zusagte. Der französische Schauspieler C o q u e I i n ist allerdings bei seinem Berliner Gastspiel am Königlichen Schauspielhaus vom Kaiser auf das schmeichelhafteste ausgezeichnet worden, und Frau Sarah Bernhardt, kommt sie wirklich nach Deutschland, unter Verzicht auf Ibie Herausgabe von Elsah-Lotyringen, wird vermutlich ähnlicher Ehren sich erfreuen dürfen — aber was eben bisher vermißt wurde, das war die Erwiderung solcher und anderer Aufmerksamkeiten — auf politischem Gebiet — durch, die französische Regierung, eine Erwiderung nicht durch Aeußerung höflichen Dankes, sondern durch die That. Präsident Loubet wird es nicht verborgen sein, daß der Zar, insbesondere seit der Revaler Begegnung, den Austausch von Freundlichkeiten zwischen Frarck» reich und Deutschland gern sieht, ein Eingehen auf feine Weltfriedens-Intentionen darin erblickt. Des französischen Kriegsministers Lärmrufe sollen in Petersburg sehr verstimmt haben. Die russischen Agenten in Paris, bie, wie es heißt, über jeden französischen Staatsmann genau Buch führen und detaillierte Berichte nach Petersburg senden, werben nun wohl Herrn Anbre boppett scharf aufs Korw nehmen. Roosevelt und die Mouroe-Dokttiu. Man meldet aus N e w y o r k: Präsident Roofevett hielt in Augusta eine Rede, in der er auf die Erfolge des spanisch-amerikanischen Krieges hinwies und sagte: Unser Interesse an her Monroedoktrm ist lebhafter als jemals. Die Monroedoktrin ist die einfache Feststellung unserer bestimmten Ansicht, daß es den jetzt in diesem Weltteil bestehenden Nationen überlassen bleiben muß, ihr eigene^ Geschick untereinander zu entscheiden und dieser Weltteil nicht länger als Kolouisationsstätte für irgend eine europäische Macht bettachtet werben darf. Die einzige Macht in diesem Weltteil, die die Doktrin wirksam machen kann, sind sicherlich die Bereinigten Staaten, denn unter den bestehenden Verhältnissen muß bie Nation ,welche bie Doktrin aufstellt, bie wahrscheinlich, in irgend einer Weise mitanberenNationeninWider- spruchgeraten wirb, auch bie Macht besitzen, sie durchzuführen, wenn sie wünscht, baß bie D o kt rin an er kannt werbe. Mit schärfer Pointierung hat hier Präsident Roosevelt zu Gunsten ber Monroe-Doktrin Stellung genommen, unb es hat daraus fast rote eine Dr ohun g gegen diq Mächte Europas geklungen. Das kann hier wobl Interesse, aber keinerlei Erregung Hervorrufen . Man darf annehmen, daß Roosevelts Ausspruchs Amerika dürfe nicht länger als Kolonisationsstätte für irgend eine europäische Macht betrachtet werden, auf Deutschland sich nicht beziehen könne, weil der Präsident sehr wohl wisse, daß Deutschland nichts ferner liegt, als bie Absicht, in Amerika Territorialbesitz, zu erwerben. Möglich, baß in erster Reihe von ber englischen Presse bie Rebe Roosevelts als gegen Deutschland) gerichtet bezeichnet werben wirb. Einen scheinbaren Anhalt für diese Version giebt ber Konflikt in Venezuela unb Haiti, wo deutsche Kriegsschiffe bereit liegen, zum Schutze der bedrohten deutschen Interessen einzugreifen. Es ist aber selbstverständlich undenkbar, daß die Verein. Staaten sich geneigt zeigen sollten, im Fall des Eingreifens der deutschen Kriegsschiffe sich zum Anwalt dieser halb- barbarischen Freistaaten aufzuwerfen. Ebensowenig kann davon die Rede sein, daß Deutschland sich durch irgend jemand, und seien es auch die Veremigten Staaten, zuruck- halten lassen wird, zum Schutze seiner Interessen über See zu thun, was ihm geboten erscheint. Bei nüchterner Beur- teilung der Rooseveltschen Worte erscheinen sie eher gegen — England gerichtet. Denn wenn Präsident Roosevelt an» deutet, nur die Union sei zur Ausübung des Protektorats über ganz Amerika berufen unb befähigt, so geht er damit über England, das als Besitzerin des Dominion of Kanada nicht minder amerikanische Großmacht ist wie die Union, zur Tagesordnung über — genau so, wie bei ber Behandlung der mittelamerikcniischen ftanatfrage. Deutsches Keich. Berlin, 27. Aug. Nach einer Meldung des „Cm> riete bi Napoli" wirb Kaiser Wilhelm mit seinen Söhnen in Neapel erwartet. Er wohnt ber Flottenschau über ein beutschfttalienisches Geschwaber bei und schifft sich auf der Pacht „Hohenzollern" zu einer Fahrt durch das Mittelmeer ein. — Die „Voss. Ztg." hört, der Kaiser habe dem deutschen Botschafter in Rom, Wedel, den Schwarzen A d l e r o r d e n verliehen. — Der Kaiser wird auch in diesem Jahre einen mehrtägigen Jagdaufenthalt in Rominteu nehmen, unb zwar sind für denselben die letzten Tage des September in Aussicht genommen. Von Rominteu begiebt sich der Kmser nach K ad in en, um auck yicr kurze Zeit zu verweilen — Ter Kaiser hat für den Herbst bie Stellenbejetz- ungen in ber Marine kurz vor seiner Abreffe ans Hom- zu lassen. Er weiß, daß sie seinem Ahnherrn am Kremmer olle. Ausland Nr. 61 beide an die Freitag g e,u bezieht. Gum L iurrem, 27. Aug. Wie hier bekannt wird, hoben Hauptmann L. F-ran kenb er g und Pro schlitz und H-auptmo-n.wRumban er, beide vom 1. Feldartillerieregiment, ihren Ab schieb erhalten. Ein anderer Offizier des-Regrments, und zwar derjenige, der die reitende Eskorte des Leutnants Hildbrandt angeführt hat, soll zum T r ar n Vers e-M sein. Quedlinbur g, 27. Aug. Die Feier der hundertjährigen Zarg>eh örig keit der Stadt und deß Sckifckes Quedlinburg zur p r eußi s chen M on- archie wurde gestern durchs einen Festgottesdienst in der Benediktskriche, Schulfeiern, Parademusik und Glockengeläute eingeleitet. Nachmittags 5 Uhr hielten die städtischen. Körperschaften im Rathause eine Festsitzung ab, an der der Regierungspräsident üan Arnstedt terlnah'm. , Oberbürgermeister Banfi brachte das Kaiserhoch aus. Die Festrede hielt Oberlehrer Kleemann, worauf der Regi.erun.gs-- Präsident die Ordensverleihungen bekanntgab. Am Abend wurde ein allgemeiner Kommers der Bürgerschaft veran- weseu. Dresden, 27. Aug. Präsident Kruger hat durch seinen Vertreter in Loschwitz zwei V i l l e n für den kommenden Sommer mieten lassen. Krüger wird von seinem Wiuteraufenthalt in San Remo im Mai nächsten Jahres direkt in Dresden eintreffen und mit seinem Gefolge in Loschwitz Wohnung nehmen. Fast geht es wie ein Hauch der Entsagung durch die jüngste Rede des Kaisers. Erst war es stürmischer Thaten- ! drang, der den Gehorsam forderte und den Widerstrebenden die Zerschmetterung androhte. Tann noch das impulsive Vertrauen, daß ihm die Märker durch-Tick und Dünn folgen würden. Dann das wachsende Mißvergnügen über unvermutete Widerstände und Hindernisse. Und jetzt nur noch die schlichte Hoffnung, daß die Märker, die von jeher gehorsam dem Berliner Bären den Adler in den Nacken setzte. Allezeit I gehorsam mögen die Berliner den Hohenzollern mithin nicht gewesen sein, und die Märker außerhalb der Hauptstadt waren es auch nicht. Nicht ein Zeugnis für alle Vergangenheit enthalt bc* Kaisers Wort, sondern einen Wunsch I für die Gegenwart und Zukunft, einen Wunsch, der in vielen seiner Reden an die brandenburgischen Vasallen Ausdruck findet. 1890 hieß der Kaiser, woran jetzt die „Voss. Ztg." erinnert, bei dem Festmahl des brandenburgischen Provinziallandtags alle willkommen, die chm bei der Erfüllung seiner Ausgabe behilflicb sein wollten: „diejenigen jedoch,! welche sich mir bei dieser Arbeit entgegenstellen, zerschmettere ich". Tas war kurz vor dem Sturze des Fürsten Bismarck. Im folgenden Jahre schloß der Kaiser seine Rede: „Nun, Brandenburger, Ihr Markgraf spricht zu Ihnen, folgen Sie ihm durch Tick und Tünn auf allen den Wegen, die er Sie führen wird!" Und ahei>| gang der allerhöchsten Herrschaften. Mainz, 27. Aug. Der Groß h erz o g hat den Arbeitern einer hiesigen Möbelfabrik, die das Schloß im Innern zum bürg bestrurmt. We die „Nati-Ztg." erfahrt, sind Lend ernng.an rü der Besetzung, der auÄändrschen Sta- nrals ein JcrhrfpLer mahnteer die Mißvergnügten Nörglers den deutschen Staub von den Pantoffeln zu schütteln, und rief: ,Metn Kurs ist der richtige, — S. „ — 4 -eX 'm 4- r, a O- a a T f CVrÖ rrrPITIP Garten" ein Familienabend stattfinden, den die Markus- I gemeinde sowie der Evangel. Arbeiterverein, dessen Vorsitzender Pfarrer Grein ist, veranstalten werden. •* Silberne Hochzeit. Morgen (Freitag) begehen Herr Karl Vogt, Kontrolleur an der Gewerbebank, mit Iseiner Gemahlin, Käthchen geb. Euler, das Fest ihrer I Denkmal von Friesack sich an derselben Stelle erhebt, wo leinst des Burggrafen Friedricb große Donnerbüchse, die „Faule Grete", stand und ihre Geschosse nach der Zwing- lburg Tietrich v. Quitzows sandte. Ter Kaiser kennt Willibald Alexis und seinen märkischen Roman „Tie Hosen des Herrn v. Bredow", der just jetzt durch das Leip- I ziger Bibliographische Institut in einer für wenige Pfennige I käuflichen Ausgabe neu verbreitet wird, und er weiß, daß Idem Roman geschichtliche Thaffachen zu Grunde liegen. Er weiß auch, wie empört die Ritter über die Maßnahmen gegen ihre St and esg en offen waren und wie Einer von Otter- städt an des Kurfürsten Schtafkammerthür schrieb: «„Joachimken, hüte dy, wo wy dh krygen, hangen wy dy." I Sie lauerten ihm auch im Köpenicker Wald auf und hätten ihn ermordet, wäre der Anschlag nicht von einem Bauern verraten worden. So überfiel Joachim die Verschworenen lund nahm sie gefangen, und Otterstädt wurde gevierteilt und sein Kopf zur Warnung auf das Köpenicker Thor von Kölln gesteckt. Man kann es in den Geschichtsbüchern nachlesen. Nein, „von jeher" sind die Märker nicht gehorsame Unterthanen den Hohenzollern gewesen, jedenfalls nicht London, 27. Aug. "Nach einem Johannesburger Telegramm des „Standard" steht die Absendung einer st arken Truppenmacht der südafrikanischen Company in das Swazi Land bevor. Es sei unsicher, ob ein Protektorat über dieses Gebiet oder dessen Annexion beabsichtigt sei. Paris, 27. Aug. Die heutigen Abendblätter berichten aus Gent: Die Königin-Mutter von Italien, die augenblicklich hier weilt, wurde gestern durch einen Feldhüter im Tagersweill irrtümlich angehalten unter dem Verdacht, daß ein W a g e n g e st o h l e n sei. Ter Feldhüter ließ Gendarmen herbeiholen, die die Person der Königinfest stellten. Wien, 27. Aug. In hiesigen Hofkreisen wird auf dasl Bestimmteste versichert, daß der Zar bei seiner Reise nach Rom eine Begegnung mit Kaiser Franz Josef gerichtet. ----- Marburg, 27. Aug. In der heutigen Stadt- verordnetensitzung gab der Oberbürgermeister Schüler bekannt, daß hervorragende Fachleute, nämlich die Pro- festoren Thiers-München und Schäfer-Karlsruhe, sich bereit erklätt hatten, ohne Vergütung am nunmehr begonnenen Umbau des hiesigen Rathauses mitzuwirken, damit dies eigenartige Baudenkmal seinen altertümlichen Charakter behalte. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Oberbürgermeister Adickes ist auf fernere zwölf Jahre zum 1. Bürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. ernannt worden. Reden des Kranken war zu entnehmen, daß er an Verfolgungswahn litt, daß er aus Hanau wegen Verfolgungsideen von seiner Dienststelle geflohen war und m seinem Wahn mich für seinen Verfolger hielt, welcher chm nach dem Leben trachtete. Die geiftigc Erkrankung wurde in der Klinik festgestellt. Der Revolver war der Diensttevolver des Herrn und mit sechs scharfen Patronen geladen. *• Starkenburger Bienenzüchterverein. Auf der diesjährigen Ausstellung wird u. a. eine Novität vertreten sein, die das Interesse der Bieneruvirle und Bienen- I märkische Mannschaft mir dabei helfe, das hoffe ich be- I stünmt." Es ist immer derselbe Gedanke, der in den Ansprachen an die Märker wiederkehrt, der Herzenswunsch Empfang des Kaisers Geldgeschenk überwiesen, kamen kürzlich drei Familienereignisse geschmückt hatten, ein ansehnliches — In einem unserer Nachbarorte rasch aufeinanderfolgende vor. Ein Brautpaar wurde an Nachmittags während derHochzeits- Großherzogin Alice errichtete Denkmal wird den 12. September, nachmittags 4 Uhr, feierlich enthüllt werdeo. Die Feierlichkeit vollzieht sich, wie die „D. Ztg." erfähtt, nach folgendem Programm: 1. Posaunen-Chor bei Erscheinen der allerhöchsten Herrschaften. 2. Frauenchor, ge- ungen unter Leitung des Oberlehrers Höcker. 3. Festrede, gehalten von Frl. Dr. Ella Mensch. 4. Freiftau Heyl von Herrnsheim ersucht den Großherzog um Genehmigung zur Enthüllung des Denkmals. 5. Enthüllung des Denkmals. 6. llebernahme des Denkmals in den Schutz der Stadt durch Oberbürgermeister Morneweg. 7. Besichtigung des Denk- mals durch die allerhöchsten Herrschaften. 8. Mädchenchor, gefangen von Schülerinnen der hiesigen Lehranstalten unter Leitung des Oberlehrers Höcker. 9. Schluß-Chor beim Ab- einem Sonntag getraut. eier mußte sich die junge Frau plötzlich zurückziehen, und nach etwa einer Stunde konnte der neue Ehemann den Hochzeitsgästen verkünden, daß er soeben glücklicher Vater eines munteren Töchterchens geworden sei. Aber damit nicht zu Ende: Am nächsten Tage wurde der junge Mann auch noch Vater eines kräftigen Jungen. Gewiß ein an Ueberraschungen reiches Hochzeitsfest. — Die hiesige Handelskammer hat den demnächsligen Zusammentritt des hessischen Handels- kammettages beantragt, um wegen der Neuordnung des geaalten hessischen Handelskammerwesens auf gründ des neuen )essischen Handelskammergesetzes in gemeinsame Beratung zu treten. Auch soll bei dieser Gelegenheit gemeinsam zur Schaffung einer Reichsbankhauptstelle für Hessen in Mainz Stellung genommen werden. Die Handelskammer in Offenbach hat ihrerseits eine erneuerte gemeinsame Stellung- nähme in der Zolltariffrage unter Berücksichtigung der Bc- chlüffe erster Lesung in Vorschlag gebracht. Emer Anregung der Handelskammer in Bingen entsprechend soll auch über die der Regierung zu unterbreitenden Vorschläge zur Schaffung von Lehrkursen für Lehrer an den kaufmännischen Fortbildungsschulen des Großherzogtums beraten werden. Frankfurt a. M., 27. Aug. Ein hiesiger Metzger- meister, dessen Ehefrau in Nauheim weilt, glaubte Grund zur Eifersucht auf seine bessere Hälfte zu haben. Er äußerte daheim die Absicht, seine Gattin totzuschießen, und reifte gestern in der That, mit einem Revolver bewaffnet, nach der Bäderstadt. Von dem Personal, das die Reden des rabiaten Mannes gehört hatte, würbe die dortige Polizei verständigt, welche den Herrn auch mit Hilfe eines ihr bekannten Buchhändlers bei seiner Ankunft feststellte und ihm in einer Droschke nachfuhr. Richtig begab er sich in das Haus seiner Frau und dort nahm ihn di« Polizei fest. Man nahm ihm sein Schießeisen ab und benachrichtigte seinen Vater, dem es denn gelungen sein soll, den Wütenden zu beruhigen. Er hätte anderenfalls vielleicht in der That ein Unglück an- Vermischtes. * Wieder ein tätlicher Automobil-Unfall. Wie die .Franks. Ztg." aus New-York erfährt, stürzte der Millionär Matthews aus Jersey-City mit seinem I silbernen Hochzeit. ** Die falschen Meldungen von einem „Re- volver-Attentat" ist noch anderen Blättern, darunter dem „Frkf. Gen.-Anz.", aufgetischt worden. Wir siiid in der Lage, folgende wahrheitsgetreue Darstellung des Vorfalles Izu verbreiten. Man schreibt uns: „Ein Feuerwerksleutnant, in Hanau stationiert, fuhr mit dem Nach- I mittags-Zug, welcher in Gießen um 6V2 Uhr von Frankfurt I ein trifft, in einem Coupe 2. Kl. am 26. b. M. Der Herr Isaß im Coupe allein, als ich in Nuuheim zu ihm stieg. Unterwegs bemerkte ich, daß ber Offizier mich mit einem I eigentümlichen Lachen fortwährend fixierte. Ich kümmerte mich nicht weiter darum, in der Annahme, einen Be- ' trunkenen vor mir zu haben. In Butzbach stieg noch ein Herr aus Offenbuch zu, welchen ber Offizier auch fixierte und angrinste. Da kam mir der Gedanke, einen Kranken vor mir zu haben. Kurz vor Großen -Linden I zog plötzlich der Offizier einen sechsläufigen schweren Rev 0 lver und richtete ihn gegen uns mit den Worten: „Sechse sind drin", dabei rollte er die Augen und knirschte mit den Zähnen. Jetzt war mir klar, daß ich einen Geisteskranken vor mir hatte. Der Leutnant wiederholte seine drohenden Worte und Geberden, was mich veranlaßte, im fahrenden Zug die gegenseitige Coupsthür Izu öffnen, auszusteigen und mich in ein Nachbarcoupe zu flüchten via Trittbrett. Unterdessen hielt ber Zug in Großeu- Sinben. Der Herr aus Offenbach war in Großen-Linben sofort herausgefprungen. Nachdem wir bas Fahrpersonal verstänbigt hatten unb dieses an das Coupe getreten I war, wurde es auch mit dem Revolver be 0 r 0 ht. Das Coupe wurde beiderseits abgeschlossen und die Station Gießen telegraphisch verständigt. In Gießen bedroht' der Geisteskranke auch das Stativuspersona haben werde. — Tie interparlamentarische Frie dens- ronserenz, die vom 3. September auf den 3. Oktober verschoben worden ist, ist angeblich wegen Anmeldung von „zu vielen" Teiliiehmern nmimehr ganz aufgegeben worden. Tie nächste Friedenskonferenz soll im August n. I. stattfinden. Märker und Koyenzokeru. verunglückte ein Artillerist vom Regiment (Darmstadt), indem er beim Fahren stürzte und Beine brach. Darmstadt, 27. Aug. Das zum Andenken tivnen nicht angeordnet. Ischütteln, und rief: „3keilt Knrs ocr richtige, — Der siarnesische Gesandte in Berlin, V^nf und er wird weiter gesteuert. Tag meine brave Kosa, überreichte heute in feierlicher Audienz im Namen1 v'pfip hnA fioTTe »e- des Königs von Siam dem Prinzen (Sirte! Friechrüch Den Mah^hakrkri-Orden (Lrouenorden). |rr—L - — Gegenüber der Behauptung, daß eine neue Kaufe- daß sie ihn bei leinen Bestrebungen unterstützen. texck von BnnfeeÄtaatsmtnistern über zollpvli.tr sche In diesem Verlangen nach innigem Zusammenwirken Fragen geplant sei, erklärt eine Zuschrift der „Sütid. Reichs--« von Fürst und Volk sieht der Kaiser darüber hinweg, korrespondenz", daß zwischen den verbündeten Re- welchem Widerstand die Hohenzollern mitunter bei ben aicrungen keinerlei M e in ungsver schieden-Märkern begegneten. Ter Kaffer weiß, wie bte branden- heiüen bestehen. Die Unterredungen des Reichskanzlers mit Kurgischen Ritter über den „Nürnberger -temb" spotteten tim. badischen Minister 0. Brauer in Bayreuth hätten nicht und sich, vermaßen, auch wenn es ein ganzes Jahr lang den geringsten Aveifel gelassen, daß Baden mit allen an- Burggrafen regnete, sie doch in der Mark nicht aufkommen deren Bunti-esst.aaten auf dem Boden des Zoll- zu lassen. Er weiß, daß sie seinem Ahnherrn am Stemmer tanifientwurfLs stehe. Etwaige selbstverständlich nicht Tamm eine schwere Niederlage beibrachten und daß das beabsichtigte Anträge des Reichskanzlers im Sinne der1 *nn Kommis sivnsbeschlüss e würden im Bundesrat aus entschiedensten Widerspruch stoßen. — Der frühere Unterstaatssekretär im Reichspostamt MrL Geh. Rat Dr. Phil. P. D. Fischer tritt in den Aufpchtsrat der Dis k0n10 - Gesell s chaft ein. — Trotz der schwierigen Finanzlage dürfte sich auch im nächsten Reichs Haus Halts etat ein Posten vor- fintien, der sich auf den Bau von Ar beiterw0hnuu- ftaltet die schlichte Hoffnung, daß Die Starter, Die von jeger geporjam H attrn 0 var, 27. Aug. Die Nummer der Zeitung I gewesen seien, es auch in Zukunft sein mögen, mehr Wunsch ,VolKwilIe^^ die sich in einem Artikel, betitelt „Em Do- vielleicht als Hoffnung. Denn blickt der Kaiser zurück auf turn en t d ent scher Schande", mit der Auslieferung Pläne, die ihm am Herzen liegen, so kann er sich das Ge- des russischen Studenten Kalajew an die russische Poli- stündnis nicht ersparen: durch Tick und Dünn sind sie ihm zeibehörde befaßt, wurde polizeilich beschlagnahmt, nicht gefolgt; dem Kurs, den er steuert, dient die Mann- Pölizeibeamte sinti damit beschäftigt, die betr. Mimmer in schäft nicht immer willig. Die Worte des Markgrafen sind Gastwirtschaften usw. einzuziehen. nicht der ganz getreue Ausdruck seines Verhältnisses zu — Ter Kommandeur des hiesigen Lantiwehrbezirks, seinen Vasallen mehr, nicht mehr die zutreffende Formel Oberst Fleck, teilte heute den Offizieren des Bezirks für die politische Lage. Und vielleicht in dieser Empfindung mit, daß er sein Abschiedsgesuch eingereicht habe, verklärte der Kaffer die Vergangenheit in der Sehnsucht Ter Oberst wird den Posten eines Generaldire ktorssnach einer llareren Zukunft. bei der Wafsensaürik von Ludwig Loew e u. Co. in Berlin — '» -- übernehmen, den der jchige Eisenbahnminister General-j nnS major Budde bis zu seiner Berufung in bas preußische! cM19 crluvl uuv Staatsministerium mit einem Jahresgehalt von! Gießen, 28. August 1902. 200000 Mk. inne hatte. Gleich seinem Vorgänger ist „ Pfarrer Dr. Grein wird Sonntag den 7. Sep- Oberst Fleck lange ^ahre im Kriegsrnrnistenum thatig 0e'L bec Abschiedspredigt halten. Am abend desselben Tages wirb zu Ehren des Scheidenden in „Stein's freunde in besonders hohem Maße erregen dürste. Es dies ein neues Bienenwohnungssystem nach ganz anderer Grundanlage als die bis dahin gebräuchlichen. Abgesehen von den Vorzügen desselben für den praktischen Beiried und insbesondere für eine glückliche Turchwinierung der Bienenvölker ist die Herstellungsweise derart einfach, daß wohl die größere Mehrzahl aller Bienenwirte bei geringen Ausgaben für das Baumaterial im Stande sein wird, mit eigener Hand die Kasten anzufertigen. Die Wohnung wird sowohl leer wie besetzt ausgestellt werden. Eine der besetzte! Wohnungen wird vorgeführt werden in der Ausrüstung zum Sommerbetrieb, die andere mit der Ausstattung tm Winterbetrieb. Kinzenbach, 27. Aug. Am Sonntag Vcrmittag zwischen 8 und 9 Uhr jagten die Pächter der Heuchelheimer Feldjagd in ihrem Revier; dabei wurden, wohl durch unkundige Schützen, mehrere Fensterscheiben der MüIler'schen Dampfziegelei durch Schrotschüsse zertrümmert. Der in dem Gebäude beschäftigte Arbeiter ist glücklicherweise mit dem Schrecken davongekommen. Wie uns mitgeteilt wirb, ist bies bereits ber zweite berartige Fall, der sich hier ereignet; im vergangenen Jahre würbe nämlich in ähnlich unvorsichtiger Weise geschoßen. Damals flogen Schrotkörner in bie Waschküche unb erschreckten bie bann be- rnblichen Personen. L. Lollar, 26- Aug. Em hiesiger Einwohner soll am vorigen Montag (2. Kirmestag) einem „guten Freunb" einen mertwürbigen Kirmes scherz gespielt haben, inbem er mit einem Schlachtmesser in ben Schweine stall ging unb bie fünf Schweine bamit bearbeitete und eins sofort tötete. Auf bas Geheul ber „Angegriffenen" kamen Leute herbei unb ertappten ben „Messerhelben". L. Friebberg, 27. Aug. Bei bem heute nachmittag in ber Gegenb Schwalheim—Röbgen—Wisselsheim—Bad- Nauheim stattgefundenen Scharfschießen der Artillerie . So wünsche ich beim von ganzem Herzen, daß es meinem Hause auch fernerhin beschieden sei, treue, zuverlässige, gehorsame und pflichttreue Unterthanen zu haben, wie die Märker es von jeher den Hohenzollern gewesen fmb." Mit diesen Worttn grüßte- derKatfer $ie$en telegraphisch verständigt. In Gießen bedrohte der R 0 l a n D 00 nJ8 e r L in 611^111^ wutfee, k e r Geisteskranke auch das Stationspersonal sein Brandenburger. er Bioland war eiilst, wie ein gelehrter l . . < Revolver folate schließlich jedoch auf das Aes^bbner verfichert^das Sinnbild gegen Dienstzimmer, wo er, immer sich den Rücken deckend, mit die Fürjtengewalt. ^,ie Errichtung des neuen Rolands sei gespanntem Revolver sich hinsetzte. Auch der Aufforderung, daher eme «,Ühne für die ^rtrummeriuig, be» öcn Revolver abzugeben, leistete er nicht Folge, sondern gab landS im Jahre 1448, wo ein brandenbuigischer ShtTfurft | seinen Revolver nur einem Offizier abzugeben. Tein schnell herbeigerufenen Herrn Major Morneweg leistete der Leutnant militärisch Folge, gab den Revolver ab und folgte in einen herbeigeholten Wagen, in welchem er zur psychiatrischen Klinik gebracht wurde. Die Ueberführung zur Klinik geschah mit großem Widerstand von Seiten des Kranken. Aus den unzusammenhängenden -AnL Tendenz: fest. Höchste Temperatur vom Niedrigste „ „ 27. 27. 4°/o Italien. Rente 4*/2% Portugiesen 8°/e Portugiesen. . 1% C. Türken , Türkenlose . . . 2&2O 92.40 91LO Wasche mit Luhns 3% Mexikaner 4Vs% Chinesen . Electric. Sch ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges, Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthard bahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . 3Va% 3°/o 8V,o/o 3°/o 372% Unerreichter Insectentödter! Kaufe aber nur in Flaschen? wo Plakate aushängen. 3 % Öberhessen 4% Oesterr. Goldretne Kirchliche Nachrichten. Hottesdimst der israelitischen Keligionsgeseüschast. Sabbachfeier am 30. August 1902. Freitagabend 646. Samstag vormittag 800. Nachmittag 400. Sabbathausgang 8°5. Wochengottesdienst: Morgens 6S0 Uhr, abends 6S0 Uhr. 4% Grieoh. Monopol 47»% äussere Argentiner sowie ein ®e-ifUic^er erlitten tötlicheVerletznngen. * Wie entstand en die D-Züge. Zur Zeit, als es nur ganz ordinäre Schnellzüge gab, reisten ein Engländer, ein Sachse und ein — Chinese mitsammen — sagen wir — gen Hamburg. Unterwegs bekam der Sohn Albions Lust zum Rauchen. Kaum aber hatte er die schwarzbraune Ha- banna angezündet, da kreischten und knirschten die Räder — ein Ruck, ein Gegenstoß, der Zug hielt mitten aus der Strecke. Warum, warum? Antwort: DieZigarre warzu^schwer"! (Aul) — Was thun. Als Niemand, weder Personal noch Passagiere, mehr Rat wußte, kam dem Sachsen ein göttlicher Gedanke. Er wandte sich an den Chinesen, der bis dahin teilnahmslos in seiner molligen Ecke gesessen hatte: „Ent- schuld'ge Se gierigst, Ham Se vielleicht e bisch'n Thee da?" „Nu nadierlich!" entgegnete dieser, öffnete seinen Koffer bereitwilligst und überreichte dem Anderen ein Halbpsundpacket Prima-China-Thee. Mit diesem Schatze bewaffnet stürzte der Sachse zum Heizer. Dieser schüttete auf Geheiß den kostbaren Inhalt in den Kessel der pustenden Lokomotive. Und — siehe da — der Thee begann so kräftig zu ziehen, daß der Zug sich sofort in Bewegung setzte. Daher also der Name D-Zug! Stadt. Schlachthaus Freibank. Heute: Schmiorjleiftz 50 M . 102.75 . 99.85 . 102.75 . 92.60 . 100.20 . 99.70 . 103.70 . 103.50 . 50.25 . 30.10 . 00.00 . 115.00 , 4425 . . 216.00 . . 186.25 . . 13720 , . 144.15 . . 157.40 . . 00.00 . . 00.00 . < 172.50 . . 200.00 . . 18525 . . 162.90 Reichsanleihe do. Konsols . do. . . Hessen Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße«. heiratete, unter Sittenkontrolle stehende Frau mit drei De» volverschüffen und erscho-ß sich bann selbst. London, 28. Äug. Gestern sanden brer b ah nun fälle statt. In Brennewvod trennten sich mehrere Wagen von einem Personenzng, wobei die losgelösten Wagen mit einem nachfolgenden Zug kollidierten. In Newcastle sand ein Zusammenstoß statt, bei dem zwei Damen verletzt wurden. Der dritte Unfall ereignete ich in Irland und führte den Tod eines Maschinrstxl^ eines Heizers und eines Bahnbeamten herbei. Paris, 28. August. An Bord des Kriegsschiffes „Cassini vom atlantischen Geschwader passierte eine kleine Meuterei, indem die Maschinisten nach schwerem 92a£^- dienst sich weigerten, zur Inspektion zu erscheinen. Sie gehorchten indessen bald auf den mündlichen Befehl zweier Offiziere. Der Kommandant bestrafte 28 Mann disziplinarisch mit 10—20 Tagen und zwei Rädelsführer mit 30 Tagen Arrest. Lille, 28. Äug. Aus einem Bankett zu Ehren des kanadischen Premierministers Lauri er, welches gestern abend stattfand, nahm dieser das Wort und sprach seinen Tank aus für den ihm in Frankreich zu teil gewordenen reundlichen Enipsang. Er sprach! alsdann von den großen Sympathien, welche in Kanada für die stammverwandten Franzosen herrschen und lud die jungen Franzose» ein, s ich. in Kanada an zu s i ejd e ln, wo sruchtbjare Landstriche ihnen zur Verfügung ständen. Z u r i ch, 28. Aug. Anläßlich^ der Durchfährt des Körrigs von Italien wurde in Goldau ein italienischer Anarchist ve-r hastet. Wien, 28. Aug. Wie die „Arbeiterztg." meldet, wurde der Oberleutnant M attachich, der in die Angelegenheit der Prinzessin von Coburg verwickelt war und bereits 3 Jahre und 8 Monate eingekerkert war, be- gnadigt und sofort entlassen. Wien, 28. Aug. Der aus Oesterreichs-Ungarn Icmä* gewiesene Anarchist und Einbrecher Angelo Piccini wurde in Italien verhaftet. Belgrad, 28. Aug. Der Bankier Samueck Löwy ist nadcji llnterschlaguwg bedeutender Summen geflüchtet. Petersburg, 28. Aug. Gestern verließen drei nach englischem Muster gebaute Panzerzüge, zu je drei Wagen Petersburg, um an den Mannövern in Kursk teilzunehmen. Newyork, 28. Ang. (Sn Telegramm, das gestern abend von der Insel Dominique eingetroffen ist, berichtet, daß seit gestern nachmittag 2 Uhr in südlicher Richtung fortdauernd Erdstöße, welche von unterirdischem Donner begleitet waren, verspürt wurden. Man glauüh. daß ein neuer schw er er Ausbruch erfolgt sei. Alle Verbindungen sind abgeschnitten, und alle Versuche, Einzelheiten zu erhalten, blieben bisher ersolglos. Neueste Meldungen. Originalvrahtmelduuge» des Gießener Anzeigers. Berlin, 28. Aug. In einer Versammlung von Teilnehmern am Burenkriege wurde mitgeteilt, daß die Mission der Burengenerale nach Europa in der Hauptsache darauf gerichtet sei, die englische R e g i e rn n g zur Anerkennung d-er mündlichen Zusagen zu bewegen, welche Kitchener gelegentlich der Friedensverhandlungen abgegeben hat. Kitchener habe ausdrücklich zugestanden, daß kein Treueid gefordert werde und daß es jebem Burenkämpfer und Mitkämpfer freistehen solle, unbehelligt nach Südafrika zurückzukehren. Frankfurt a. M., 28. Ang. Ein 24iahr. Metzgerbursche töt eie heute nacht in derVogelgesanggaffe eine ver> 26. August bis 26. ,, „ Gerichtssaal. Greiz, 27. Aug. Der S e m i n a r - O be-rlechrer Kol l - mann, dessen Verhaftung am 10. Juli sensationelles Aupehen erregte, wurde heute wegen fortgesetzter SiNlichkertsverbrechen nut Schülern in fast 300 Fällen zu fünf Jahren Zu cht Haus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. — In dem seinerzeit vielbesprochenen Ehebrnchsprozeffe war der danials Hausälteste der vormals reichsummNelbaren Familie Leiningen-Westerburg ältereLinie, der Gras Friedrich, zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteill worden. La dieser das Patronat über eine Anzahl Pfarrstellen besaß, kam die Angelegenheit auch in der Bezirkssynode in Wiesbaden zur Sprache, und das Konsistorium hatte infolge eines angenommenen Antrages den StuÜuSnünifter gebeten, dem Grafen chastsberechtigten Agnaten dieser Fairnlie zu entziehen, gegebenen- alls durch Erlaß eines besonderen Kirchengesetzes die Ausübung >es Patronatsrechts zu regeln. Diese Eingabe ist jetzt vom Ministerium abschlägig beschieden worden. In diesem Bescheid heißt es, daß, wenn auch der Minister die Beweggründe zum Borgten des Korchstoriums vollständig anerkenne, em Rechtsgrund für die Entziehung der Ausübung des Patronatsrechts nicht vorhanden sei, und er auch den Erlaß eines besonderen Kirchengesetzes aus Anlaß dieses EinzeÜfalles für unthunlich halte. (Frkf. Ztg.) Iagdverpachtung. Dienstag den 2. September, nachmittags um 4 Uhr, soll die der Gemeinde Ruttershausen zustehende Jagd auf weitere 6 Jahre auf dem Amtszimmer der unterzeichneten Bürgermeisterei verpachtet werden. Ruttershausen, 26Llug.l902 Großherzogl. Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. 6022 Bekanntmachung. Mittwoch den 10. September, vormittags 10 Uhr, werden bei dem Kaiserlichen Post- amte in Londorf 2 ausgemufterte Landbriefträgerwagen, sowie die dazu gehörigen Schlitten- urttergeftelle in öffentlicher Versteigerung meistbietend verkauft. Die Verkaufsbediugungen werden vor der Verstergerung bekannt gemacht. Londorf, 27. August 1902. Kaiserliches Postamt. Hott es. 6039 Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft. Hamburg, 27. Aug. Alle zur Zeit über den Morgan- T ru ft in Umlauf befindlichen Gerüchte, daß nämlich die Maximalgeschwindigkeit für Dampfer der Ersparnisse wegen herabgesetzt und )ie Passagrer- und Frachtraten echöht werden und daß auch die deutschen Linien an diesen Maßnahmen beteiligt sein sollen, sind, wie den „Hamb. Nachr." von maßgebender Seite mitgeteilt wird, als reine Erfindung zu erklären. Auch die angebllche Vereinbarung zwischen der Cunardlinie u. der englischen Regierung kann das genannte Blatt dementieren. — Wie die „Hamb. Lörjenztg." meldet, verhandelt die Hamburger Rhedereifirma A.-G. de Freitags u. Co. über den Ankauf des Lloyd Brazileiro. Gegenwärtig werden die Schiffe des Lloyd einer fachmännischen Untersuchung unterzogen. Berliner Bank. In einer Sitzung des Aussichtsrates der Berliner Bank wurde der Abschluß pr. 30. Juni 1902 vorgelegt. Das erste Semester 1902 hat bei vorsichtiger Bewertung der Aktiven 1038 230 Alark Reingewinn erbracht, gegen 1598 000 Mk. Gewinn des ganzen Jahres 1901. Die Wiederzunahme des Geschäftes nach den bekannten wirtschafllichen Vorgängen des Vorjahres zeigte sich auch in der Steigerung der Umsätze aus den einzelnen Conten, die in den bisherigen Monaten des zweiten Semesters 1902 angehalten hat. — Die Direktion der Psatzigen Bank teilt mit, daß wegen des Kursrückganges der Aktien von verschiedenen Seiten Anfragen erfolgten, und nimmt deshalb Veranlassung, die Erklärung abzugeben, daß in den inneren Verhällniffen der Bank Gründe für den Kursrückgang nicht vorlwgen. Der allgemeinen Lage entsprechend weist das Erträgnis des 1. Semesters einen Rückgang auf, der in der Hauptsache dem Ausfall an Zinsen und dem geringeren Gewinn auf Effektenkonto, an dessen Beständen wiederum Minüer- beroertungen vorgenommen wurden, zuzuschreiben ist; das Provisionsergebnis hiell sich auf ungefähr gleicher Höhe und blieb ca. 30 000 Mark zurück. Der Nettogewinn beträgt 1677 236.44 Mark — 6.71 Proz. des vollgezahlten Aktienkapitals von 50 Mill. Mark. Der Gesamtumsatz von ca. 4000 Millionen Mark ist um ca. 700 Millionen Mark geringer, als im 1. Semester 1901, übersteigt aber das 2. Semester wieder um ca. 440 Millionen Mark. — Salpeterwerke. In das Handels-Register des Amtsgerichts Hamburg ist jetzt die Gründung der Deutschen Salpeterwerke, Aktiengesellschaft in Hamburg, eingetragen worden. Tas Kapital beträgt 3 000 000 Mark in Stammaktien zu 1000 Mark. Zweck der Gesellschaft ist die Gewinnung von Salpeter und Nebenprodukten und der Handel damit. Märkte. Limbnrg a. d. L., 27. Aug. Fruch tmarkt. Durchschnittspreise pr. Maller. Roter Weizen 00.00 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., alles Korn 11.08 Mk., neues Korn 10.50 Mark, Gerste 0.00 Mk., Hafer 9.40 Mk., Erbsen 0.00 Nck., Kartoffeln 0.00 Mk. August 19,0° C. „ 12,7" C. Kunst und Wissenschaft. Frankfurter Stadttheater. Der ausgezeichnete Baßbuffo unserer Oper, Herr Mantler, verabschiedete sich als Beckmesser, eine seiner Glanzrollen, vom Publikum, um mit dem L September sein Engagement an der Wiener Hofoper anzutreten. Mantler gehörte mit zu den beliebtesten und meistbeschäftigten Mitgliedern der Oper. — Sehr gut führen sich die neuengagierten Künstler, Frl. Schiroky, Koloratursängerin, und der Tenor, Herr Thyssen ein. Auch Herr Dr. Kuhnwald hat sellher den guten Ruf, der ihm als tüchtiger Kapellmeister vorausging, vollauf bewahrheitet und Proben von wirklichem Können und hoher Begabung geliefert. — Im Schauspielhaus gaftirt gegenwärtig Frl. Camilla Dalberg für das Fach der modernen jugendlichen Heldin. Tie Künstlerin bringt schöne Mittel, besonders eine sympathische Erscheinung und Routine mit Koblenz, 27. Aug. Die Hauptversammlung des Deutschen Apotheker Vereins wurde heute in Gegenwart des Oberpräsidenten Nasse durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Medizinalrat Dr. Vogt eröffnet Der Oberpräsident begrüßte die Versammlung auf das Wärmste und wünschte den Verhandlugen besten Erfolg. Beschlossen wurde ein erneutes Vorgehen zwecks Erreichung einer unzweideutigen Fassung der Verordnung betr. den Arzneimittelverkehr vom 22. Oktober 1901, ferner bezüglich Vor- uud Ausbildungsfrqge, des Festhallens an der Forderung des Reifezeugnisses und des sechssemestrigen Studiums, sowie ein erneutes Vorgehen in diesem Sinne, wenn die Neuregelung nicht den Erwartungen entspricht Bremen, 27. Aug. Der Senat erhielt heute nachmittag folgendes Telegramm: Neues Palais. Se. Majestät der Kaiser, durch die Nachricht vom Hinscheiden des hochverdienten ehemaligen Bürgermeisters von Bremen, Otto Gilde meist er, mtt Teilnahme erfüllt, lassen dem Senat zu dem schweren Verluste, welchen die Freie und Hansestadt Bremen durch seinen Tod erlitten, aller- höchstihr Beileid aussprechen. Aus allerhöchsten Beseht von Lu- eanus. Summa: 8 (4) 6 (4) 1 1 Anm. : Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Sport Brüssel, 27. Aua. Der Sieger int D ist anzrfittBrüssel- Ostende, Leutnant Madacnel, ist nicht 2 Uhr 18 Minuten, sondern 2 Uhr 9 Minuten in Ostende eingetroffen. Als zweiter langte der französische Leutnant Haentjaes um 2 Uhr 20 Minuten an. Dritter wurde der belgische Leutnant Le Bailli um 2 Uhr 22 Min. Ein schwedischer Offizier inußte das Rennen aufgeben, weil sein Pferd 1 Kilometer vor Ostende verendete. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. Hl., 28. August 1902. Automobil einen Abhang ho runter. Mattchows rrnLsFri^rkch bas PatomuttSE M Gun^n des wchstaü-sten hew- — . l - i l „ ■ i xts 9Trmrrifm mPVT iwtmriH’ an prmtprwm /wiPHPrum^ eine Dame würben getöiei, eme zweite Dame MiverMsGachrichten. Eisenach, 27. Aug. Der letzte D ele g iert entag der deutschen Burschenschaft, welcher bei Gelegenheit der Enthüllung des Burschenschaftsdenkmals abgehallen wurde, ergab neue Bestimmungen über die Ehrengesetze und Aweikampfregeln, die der Säbelmensur an und für sich, wie auch dem Kartellträger und Ehrengericht eine erhöhte Bedeutung verleihen und sich im Allgemeinen gegen die Pistolenmensur erklären. Tie neu bearbeitete Ehrenordnung tritt vom L Oktober an in Kraft und ist bindend für sämtliche Burschenschaften der deutschen Burschenschaft. Es wird darüber berichtet: „Die Bejahung der Anfrage, ob die Neugestaltung der schw ersten Sähe l m e n s u r (bis zur K a m p f u n s ä h ig k eit) imstande sei, auch bei den schwersten Beleidigimgen die Pistolenmensur zu ersetzen, ebnete folgendem Antrag den Weg: „Die deutsche Burschenschaft wolle versuchen, eine einheitliche Bewegung der satisfaktionsgebenden und-nehmenden deutschen Studentenschaft zu veranlassen, wellhe den Zweck haben soll, eine Adresse an das deutsche Offizierkorps bezw. an den preußischen Kriegsmini st er oder an sämtliche Kriegsminister der einzelnen Bundesstaaten zu richten, des Inhalts, daß bei Streitigkeiten zwischen Offizieren und Studenten, bezw._ ehemaligen Studenten auch von Seiten des Offizierkorps der Säbel als genügende S ü h n e für Beleidigungen anerkannt wird, die Pistole dagegen nur bei Unfähigkeit des einen Teiles zur Führung der blanken Waffe zur Anwendung kommen soll." — Der Antrag fand den Beifall der deutschen Burschenschaft und wurde angenommen. — Der „Köln. Volksztg." wird aus Rom gemeldet: Zwischen Berlin und Rom ist eine Vereinbarung getroffen, wonach die dem- nächstige Eröffnung einer katholisch-theologischen Fakultät in S tr aß bürg gesichert sei. Berlin genehmigte angeblich die wesentlichen Forderungen Roms, um den katholischen Charakter der Fakultät zu gewährleisten. — Gymnasialprofessor Bachmann- Nürnberg hat den Ruf an die Unwersität Erlangen für systematische Theologie, und zwar als Nachfolger I h m e l s, der zum Oktober nach Leipzig übersiedelt, angenommen. — Wie man schreibt, ist von der phllosophischen Fakultät zu Rostock der durch seine Schriften über England („Aus dem modernen England", „Streifzüge durch Großbritannien", „England als Weltmacht und Kulturstaat") bekarutte schwedische ^christztellex Gustav F. Steffen magna cum laude zum Doktor promoviert worden. — Stttdentenkongreß in Pest. Ende September findet üt Ofenpest einer der seit einigen Jahren beliebten internationalen Studentenkongresse statt. Der Besuch verspricht, wie magyarische Blätter versichern, außerordentlich rege zu werden. Obwohl das Komitee, heißt es, ausdrücklich gebeten hatte, es solle diesmal eine beschränkte Anzahl Delegierter entsendet werden, und man nur au etwa 300—400 auswärtige Gäste rechnete, sollen sich nach einer Meldung des „Függellen Magyarorszäg" 1300—1400 Sttldenten, Studentinnen und Universitätsprofessoren zum Besuche des Kongresses anschicken, deren Einquartierung und Verpflegung emige Schwierigkeiten bereiten wir. Wie in Ungarn alle Äußerungen des öffentlichen Lebens, wird ohne Zweifel auch der Kongreß einen politischen Beigeschmack bekommen. 4l/2% Oesterr. Silberrente 102.10 4% Ungar. Goldrente . . 102.15 Wöchentliche Uedersicht der Todesfälle in der Stndt Gieße«. 33. Woche. Vom 10. August bis 16. Apgust 1902. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26400 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 16,06, Jagd - Verpachtung. Nachdem der Gemeinde Kohden die Berechtigung zugesprochen worden ist, auch die Jagd in dem neu eingetauschten Tell Harbwald (27 ha) zu verpachten, soll nunmehr die Feld- und Waldjagd in der hiesigen ca. 234 ha großen Gemarkung zusammen als ein Jagdbezirk Dienstag den 2. September d. I., vormittags 11 Uhr» auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier auf 9 Jahre verpachtet werden. Die Bedmgungen werden vor der Verpachtung bekannt gemacht. Das Jagdgebiet ist nicht nur direkt von der Hallestelle Kohden, sondern auch in je */a Stunde von den Stationen Nidda, Bad Salzhausen und Borsdorf bequem zu erreichen und hängt mit dem fiskalischen Harbwald, der ca. 730 ha groß ist, unmittelbar zusammen. Kohden, den 26. August 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Kohden. Kro mm. 6030 August Barometer auf 0° reduziert "c E b- der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 27. 2« 744,6 1 8,5 10,3 64 SW. 4 Bed. Himmel 27. 925 746,7 11,0 9,8 89 SW. 1 28. 7“ 749,6 8,4 7,9 96 NNW. 1 Nebel nach Abzug von 2 Ortsfremden 8,03 °/co. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Allersschwäche 1 1 — — Lebensschwäche 1 — 1 — Herzleiden 2(2) 2(2) - - Paralyse 1(1) 1(1) - - Krämpfen 1 — — 1 Verunglückung 1(1) 1(1) - - Selbstmord 1 1 — — Berlin NW. 87 und Gießen, den 27. August 1902 6027 geb. Mandler Die trauernden Kiriierbliebenerr Gleiberg, den 27. August 1902. 6023 Marirnitian Marcus, Verwaltungs-Direktor. Hnneutrud Marcus. Kerhard Marcus. ßrnst Khallier seu. Die Beerdigung erfolgt am Freitag, dem 29. d. Mts., nachmittags 5 l von der Halle des französischen Kirchhofes in Berlin, Liesenslraße, aus. Am 26. August d. IS. wurde uns unsere heißgeliebte, gute Frau, Mutter und Tochter Todes-Anzeige. Heute abend 11 Uhr entschlief in dem Herrn nach längerem Leiden im 5-1. Lebensjahre unsere liebe Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Margarete Marcus geb. Chaliier nach kurzer Krankheit durch den Tod entrissen. Die Beerdigung findet Samstag den 30. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Wirtschaft zum schwarzen Walfisch, aus statt. Todes-Anzeige. Gestern abend V,8 Uhr verschied unser lieber Gatte, Vater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Philipp Ii@mp Postschaffner im Aller von 35 Jahren. Die trauernden Hinterbliebene». Die Beerdigung findet Frellag den 29. August, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Mittelweg 12, aus stall. Gießen, den 28. August 1902. 6038 Wir erfüllen hiermit die schmerzliche Pflicht, unsere Kameraden von dem Ableben des Kameraden Philipp Lemp in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag den 29. August, nachmlltags 3 Uhr, vom Sterbehause, Mittelweg 12, aus statt. Zusammenkunft bei Kamerad Allendörfer. Liudcustruth. Wigandt. Gießen, den 28. August 1902. 6039 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste unserer heben, guten Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Marie Wallenfels geb. Vogt sagen innigen Dank Sie trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 28. August 1902. 6035 Gute 03694 Aröhklutojjelll liefert frei ins Hans H. Gott mann, Marburgerstraßc 65. c>ahrrad wegen Wegzug billig 0 zu verlaufen. Neuenweg 36. fahrbarer Steinbrecher 39x28 Cttn. Brrchmautgröße, vorzüglich erhalten, preiswert abzugeben. 5811 Verwaltung der Biebcrthalbuhu Gießen. Hin Wert auf eine geschmackvolle, saubere und dabei doch wirklich billige Drucksache legt, versuche es mit einem Probe- Auftrag in der mit nur modernem Materiale ausgestatteten Vuchdruckerei NWwski 6037 stete Zuwachs von Kun- den beweist, daß meine Arbeiten allgemein gefallen. i Jeder, auch der kleinste Auftrag wird mit größter Sorgfalt ansgeführt. Spezialität: Plakate in Buntdruck. ®uter schwarzer Anzug billig zu verkaufen. Alarktplatz 2, II. 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