Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 98 Urs chetnt täglich außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesflschen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Uiiivers.-Buch» u.Slein- bnicferci (Bietsch Erbens Redaktion, (Ervebitior und T ruderet: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «letzen. 5an6 Beck. Zweites Blatt. ISS. Jahrgang Montag S8. April LS«S Bez« goprr»Oi /Qggy monatlich7bPs.,viettel* GretzenerAnzelger General-Anzeiger w Aie tzeutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Palitijche Tagesschau. Bauernunrnheu in Rußland. Wie auS Petersburg gemeldet wird, begab sich der Minister Piehwe nach Moskau, um sich dem dortigen Gene- ralgouverncur Großfürsten Sergius Alexandrowitsch vor» zustcllen und mit ihm Rücksprache über die Lage im Gou- vcrnemcnt Moskau zu nehmen. Von dort will sich der Diinisler nach den Goiivernements Pultawa und Char- ko tv begeben, wo seit längerer Zeit bereits ernste Bauernunruhen ausgebrochen sind. Außer den Besitzungen des Herzogs von Mecklenburg sollen auch die Besitzungen deS Fürsten Kotschulei, des Generals Durnowo und andere arg verwüstet sein. Die Bewegung scheint lediglich die Folge deS in den dortigen Gebieten herrschenden 91 o t =» standeS zu sein. Die Bauern haben kein oder nicht genügend Saatgetreide, auch nichts zu leben. Ein politisches Motiv scheint den Unruhen nicht zu Grunde zu liegen, ebenso wenig ist in ihnen ein plötzlich ausbrechender Protest gegen die bestehenden Verhältnisse zu erkennen. Natür- lich machten sich gewissenlose Agitatoren den Notstand und die Klagen der Bauern zu Nutze und hetzten diese gegen die Obrigkeit auf. Ursprünglich handelt es sich nur um gewaltsame Beschaffung von Saatgetreide. Nachdem Militär zur Niederwerfung der aufrührerischen Bauern hcrangezogen und rücksichtslos eingeschritten wurde, flammte erst der Unmut der Bauern gegen die Behörde auf und nunmehr zerstörten sie in blinder Wut, was ihnen in die Hände kam. Nach ziiverlässigen Berichten befinden sich zilrzeit im Gouvernement Pultawa und Charkow über 18000 Bauern und Arbeiter im Aufruhr. Bedeutende Truppenverstärkungen sind in jene Gebietsteile entsandt worden und der Generalgouoerneur von Kiew reiste ebenfalls in das Aufruhrgebiet ab, um die militärischen Maßnahmen persönlich zu leiten. Deutsches Deich. Berlin, 27. April- Die Kaiserin ist mit dem Prinzen Eitel-Friedrich gestern nachmittag 41/2 Uhr von Primkenau nach Berlin zurückgereist. Der Kronprinz und der Herzog und die Herzogin Ernst Günther hatten der Kaiserin das Geleit zum Bahnhof gegeben. — Ter Kronprinz wird gegen Ende dieses Monats zur Fortsetzung seiner Studien wieder in Bonn eintrefsen. — Wie das „Berl. Fremdenbl." meldet, ernannte Kaiser Franz Josef den Prinzen Heinrich zum Admiral der österreichisch-ungarischen Flotte. — Der siamesische Kronprinz Maba Wajirawudh, der gegenwärtig in Wien weilt, wird sich von dort zunächst nach Budapest und dann nach Madrid begeben, um in Vertretung des Königs von Siam der Großjährigkeits- erklärung des Königs von Spanien beizuwohnen. Das nächste Reiseziel des Kronprinzen bildet Berlin, wo er als Gast Kaiser Wilhelms mehrere Tage verweilen und bei dieser Gelegenheit auch der Ende Mai stattfindenden großen Frühjahrsparade beiwohnen wird. Von Berlin be- giebt sich der siamesische Kronprinz nach London, um in Vertretung seines Vaters an den Krönungs feierlich leiten teilzunehmen. Nach kurzem Aufenthalte in England wird der Kronprinz die Rückreise nach England antreten. — Die Konfere nzen höherer Postbeamter, die zur Beratung von Fragen des technischen Betriebes und des Verwaltungsdienstes der Post dieser Tage im Reichspostamt stattfanden, haben mit einer Besichtigung der Telegraphen- und Fernsprecheinrichtungen Berlins ihren Abschluß gefunden. — Das preußische Abgeordnetenhaus wird Voraussicht- ich vom 10.—27. Mai eine Pfingstpause eintreten assen. Von der Absicht einer Vertagung bis zum Herbst ist in unterrichteten Kreisen nichts b.fannt. Man nimmt vielmehr nach wie vor an, daß gegen Mitte Juni die Session geschlossen werden wird. — Turch bte bevorstehende Einbringung des Zuckergesetzes dürste die Vertagung des N e i ch s t a ge s bis zum Herbst erst am 13. oder 14- Mai erfolgen. — Der Toleranz antrag des Zentrums, dessen zweite Lesung vor einigen Monaten begonnen worden ift, soll am nächsten Mittwoch wieder aus die Tagesordnung des Reichstages gesetzt und seine Beratung diesmal durchgeführt werden. Greiz, 26. April. Nach einer geheimen Sitzung des Landtages, wurde heute na..,m.ttag Mannt gegeb.n, daß der Lauotag die R e g e n t j aj a \ t au Fürst H e 1 n c i ch Xi V. R e u ß j. L. übertragen hat. Ausland. Paris, 27. April. Gestern sanden die Kammerwahlen statt. Um ,echs Uhr abends war üuerall die Lvahl- Handlung gejchlosien. Die ^ä.)iung der Stimmen begann. Trotz der großen Erregung, Die anenthaioen herrsche, hat sich bisher fein ernster Zwischenfall ereignet. Aua) aus der Provinz liegen teilte Metoungen uver Ruhestörungen vor. Um Mitternacht waren im Ministerium des Innern noch feine Wahlrejultate bekannt, {uuay die Avsa-ätzung des Ergebnisses noch uumogliü.) i|t, zumal die Anzahl M Stichwahlen ungewohniia.) groß i|t. ^m großen unu ganzen dürften Die Parteien nur eine geringe Verichievung erfahren. In den Städten, allster Paeis, verzeichnen^die Sozialisten einen ziemlichen SicmmenzutuacpS. Die Nation alisten gewinnen vorauf ichtlicy 15 bis 2U Sitze, die meisten jedoch aus Kosten anderer oppositioneller Parteien. In Paris sind die revolutionären Sozialisten Vail- lant und Sembat wiedergewählt. Die Sozialisten Rouanet und Elovis tzugues stehen zur Stichwahl. Ter Minister des Aenßern Deleasss ist wiedergewähtt; ebenso Rtbot. Ter Gemäßigte Motte behauptete sich mit 3000 Stimmen Mehrheit in Roubaix gegen Jules Guesde. Von insgesamt ^0 P ar i s e r M a n D a t e n werden 22 erst durch Stichwahl entschieden werden. Die Nationalisten gewannen sechs Sitze. — In den Vogesen sind Möline und Krantz gewählt; dagegen verdrängten die Nationalisten die Gemäßigten aus drei anderen Wahlkreisen. — Tie Resultate aus der Provinz sind noch spärlich. In Lyon ist der Marineminister Lanes s an wiedergewählt, in Nizza Rouvier. In Havre gelangt der Exsenaror Siegfried in sichere Stichwahl mit dem bisherigen gemäßigten Abgeordneten. Aus Algier kommt die überraschende Kunoe, daß D r u m 0 n t geschlagen ift Der Republikaner Collin erhielt 9500 Stimmen, während Drumont nur 8600 erlangte. Von den letzten Einzelresultaten sinh zu erwähnen die Niederlage des Bonapartisten Cassagnae und der Sieg des Sozialistenführers Jaurös. Minister Baud in ist wiedergewählt. W i e n, 26. April. In Gegenwart des Kaisers, der Mitglieder des Kaiserhauses, der Minister, des Bürgermeisters, der Vizebürgermeister und zahlreicher Mitglieder des Gemeinderates fand heute als nachträgliche Feier der goldenen Hochzeit des Erzherzogs und der Erzherzogin Rainer im Festsaale des Rathauses ein Huldigungsakt der Wiener Schulkinder statt. Budapest, 27. April. In Alfalu in Siebenbürgen ist wegen drückender Notlage ein förmlicher Aufstand ausgebrochen, sodaß Brandlegungen und Plünderungen erfolgt sind. Um diese zu verhüten, mußte Militär dorthin entsandt werden. London, 27. April. Tas Auswärtige Amt erhielt Nachricht von Bogota, daß bei G u a t a v i t a ein h e f t i g e r Kampf tobt, bei dem 15 000 Mann engagiert sind. Der Kampf dauerte bei Abgang der Meldung fort Rom, 27. April. Der Papft empfing heute die Landgräfin von Hessen. Auch die Königin von Württemberg ift inkognito in Rom angefommen und soll ebenfalls Den Papst besuchen wollen. Basel, 2 7. April. Bei Der heutigen Regierungsratswahl wurden Die bisherigen fünf Mitglieder, drei Freifinnige und zwei Konservative, betätigt Für Die zwei weiteren, Durch Rücktritt erledigten ManDate kam keine Wahl zustande. In Zurich wurden Die bisherigen Mitglieder: 6 Temolraien, 6 Liberale und 1 Sozialdemokrat wirderge- wählt. Von den 245 Mandaten des Kantonrates entfallen auf die bürgerlichen Parteien 208, auf die sozialdemokratische Partei 35 gegen bisher 12. Im Dritten Stadtkreise Zurich siegte die sozialistische Liste mit allein 27 Kandidaten. .. . . Utrecht, 27. April. In Krugers Umgebung wird die Meldung von dec Europareise des Prä,identen Steijn Dementiert. Stetjn führt Die Unterhandlungen mit Den Burenlommandos. Wie weiter gemeldet wird, hat weder er noch ein anderer Sekretär noch auch Krüger selbst an einen löurenagentcn in Amerika über die Gründung einer neuen Burenrepublik in Langenburg geschrieben. Ter ganze angebliche Plan sei eine tendenziöse Lüge. New york, 2<. April. Einer heraldmeldung zufolge gewährte Haiti Deutschland eine K o h l e n ft a t i o n und wertvolle Handelslolizessionen, wosür ein Deutsches Shnditat dem Prä, Heuten em Darlehen gewährt und dessen Macht stützen will. Aus Stadl uiii) Land. (Nachrichten au§ unserem Leserkreise sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.) Gießen, 28. April 1902. '* Abschiedsfeier für den Beigeordneten Wolff. Zu der Mschiedsseier, Die zu Ehren Des Beigeordneten Wolff der- anstaltet worden war, hatten sich am Samstag abend im Gasthaus zum Rappen fast sämtliche Siadlverordnele und städtische Beamten vereinigt. Auch Exzellenz Gnauth war zur Teilnahme erschienen. Beigeordneter Georgi wies in seiner Ansprache an den scheidenden Herrn Wolff zunächst auf die vom Bürgermeister Mecum in öffentlicher Stadtverordnetenversammlung gemachten Ausführungen hin, die er nicht wiederholen wolle. Herr Wolff, so führte er dann weiter aus, sei kein Gießener Kind, nicht einmal ein Hesse. Aus norddeutschen Gefilden mit seinem Vater hierhergekommen, habe er hier seine Studentenzeit verlebt und sei später in die städtische Verwaltung eingetreten. Gießen sei ihm eine zweite Vaterstadt geworden. Auf seine Thätigkeit könne er mit Befriedigung zurücklnicken; das beweise auch das Erscheinen Seiner Exzellenz des Finanzministers Gnauth am heutigen Tage. — Herr Wolff dankte hieraus dem Herrn Bürgermeister und allen Erschienenen. Besonders erfreut sei er durch das Erscheinen Seiner Exzellenz. Seit 18 Jahren weile er in Gießen und der Abschied von seinen Mitarbeitern, Freunden und Bekannten falle ihm sehr schwer. Sieben Jahre habe er in der städtischen Verwaltung gearbeitet und sowohl von dem früheren Ober- bürgermei|ter als auch dem jetzigen Bürgermeister Freiheit in seiner Thätigkeit zugestanden erhalten. Ungern gehe er Don hier weg; aber bei längerem Verweilen wäre ihm später der Eintritt in den Staatsdienst unmöglich geworden. Hochwichtig sei für ihn der Einblick in die fiädtische Setbstverwaliung gewesen. Mit seinem Danke verbinde er den Wunsch auf baldiges Wiedersehen in der schönen Stadt Gießen. — Bürgermeister Mecum schildert seine persönlichen Beziehungen zu Herrn Wolff, der ihm treu beigestanden und es ihm ermöglicht habe, sich sobald in die städtischen Verhältnisse hineinzufinden. Ebenso aber auch hätten er und seine Frau stets bereitwilligen Rat und freundliche Unterstützung bei Frau Wolff gefunden. Der Frau falle es schwerer als dem Manne, sich in neue Verhältnisse einzuleben. Daß es ihnen so- Hine Iahrt in die Urovivz Aberhessen. n. Gießen, 27. April. Ich erinnere mich noch mit Unbehagen einer Fahrt mit der oberhessischen Bahn im November vor. Jahres. Sie führte mich nach Homberg a. d. Ohm. Der Morgen war so trübe, feuchtkatt und neblig wie nur denkbar. Der Wagen, der uns in Gießen aufnahm, hatte die besondere Einrichtung, daß man die Eingangsthür an der Stirnseite erst ganz zurücklegen mußte, ehe man mit einem bescheidenen Handkoffer in die Thürösfnung treten konnte. Ich war der einzige Insasse. Der Zug setzte sich in Bew.'g.mg, der Wald nahm uns auf. Ticke Nebelschwaden, die die nächsten Waldbäume kaum erkennen ließen, hingen unbeweglich in der Lust. Da durchfährt der Zug eine scharfe Kurve, der Wagen legt sich entsprechend zur Seite und geräuschlos, wie durch Geisterhand bewegt, öffnen sich amtliche Thüren zu den nächsten Abteilen lang)am und eierlich. Unwillkürlich beuge ich mich vor und sehe durch )en ganzen Wagen: Der Geist muß doch durch die Thüren chreiten! Und wieder legt sich der Wagen auf die andere Seite, die Thüren schließen sich ebenso langsam und geräuschlos, wie sie sich vorher öffneten. Das Spiel wiederholt sich, bis ich ungeduldig die sämtlichen Thüren fest schließe. Ter Nebel hebt sich, doch kein Sonnenstrahl durchdringt die Nebelmassen, die Landschaft macht einen trostlosen Eindruck. Die Wälder sind kahl und finfter. Hier und da belebt ein verspäteter Ackersmann mit seinem Gespann die Feldflur, die Krähen sitzen dick aufgeplustert aus den Miesen und frieren auch, sie krächzen nicht einmal. Die Thalgründe machen einen geradezu düsteren Eindruck. Auf einer Station, deren Perron einigermaßen belebt ist, schieben sich die wenigen Reisenden angefroren, wie sie find, eilig durcheinander; nur zwei, die offenbar einen Handel abgeschlossen, und das Ergebnis bei Dem frostigen Morgen scyon ordentlich begossen haben, können noch nicht auseinanderkommen. Des Händeschüttelns ist kein Ende. Die Schaffner sind eilig. Da die Wagenthüren klappen, da endlich trennt sich das Paar. Der eine stürzt auf die letzte offene Wagenthür zu, noch ein ungeduldiges: „na, so mache Je doch, daß Sie rinn komme" des Schaffners, die letzte Wagenthür wird zugeschlagen, der Zug ist wieder in Bewegung. — Tie Landschaft wird immer unfreundlicher je weiter totr vorwärts kommen. Eisiges Wasser tropft von den Bäumen, Windstöße rütteln an den Fenstern, da macht man am besten die Augen zu. Wie anders die Fahrt gestern am sonnenhellen Frühlingsmorgen, die mich nach Büdingen und später über das freundliche und interessante Kreisstädtchen hinaus führte. Der Buchenwald ist grün, die Obstbäume stehen fast alle in voller Blüte. Die Fruchtfelder sind tiefgrün, golden Ijcbt sich der blühende Raps ab. lleberall ist die Landschaft belebt. Kinder und Frauen legen die Saat- Kartoffeln in die frisch aufgeworfenen Furchen, das Gespann mit dem Pfluge folgt und deckt die Knollen zu, die den Herbstsegen bringen und die leergewordenen Kellerräume wieder mit neuem Wintervorrat füllen sollen. Die Säemaschinen legen die letzten Zuckerrübenkerne in die fein gekrümelte Ackererde. Tie Glattwalzen folgen den Maschinen und drücken die etwas aufgerührte Erde wieder so glatt, wie das Bügeleisen die gekrauste Wäsche. Es sieht sich aus dem Eisenbahnwagen wunderschön an, wie die Lanoleute arbeiten, wie alles so schön und friedlich zu verlausen scheint. Ob es hinter den Kulissen ebenso schön aussieht? Ter rasch dahin eilende Zug führt uns immer neuen und immer schöneren Bildern zu. Es glebt keinen düsteren Maldwinkel mehr, fein finsteres Thal, lleberall grüßt und winkt dec Frühling mit weißen Bluten sahnen und jungem Grün. Jeder Gipfel eines Hügels, dessen graue Steinmassen inmitten von Tornengestrupp im Winter so trostlos aussicht, ist)ktzt umiränzt vom blühenden Schlehdorn und der Vogclkirsche, jeder Blick durchs Fenster bietet neuen Genuß. Wie liegen die freundlichen Dörfer so schön eingebettet im Wiesengrün und blühenden Obstbäumen. Wir passieren das uns zu Füßen liegende Nidda, weit öffnet sich das Riddaihai aufwärts, eme ganze Reihe von Dörfern zeigt sich in d.esem fruchtbaren Thalgrunde dem ft-flauer, auf den Höhen der lichtgrüne Buchenwald, der sich so freundlich abhebt von dem fast schwarz erscheinenden Nadelwald. lieber das freundliche Ranstadt hinauskommend, kreuzen wir das Nidderthal in der Nähe von Stockheim. Ta, ein neues und wohl das schönste Bild auf unserem Wege: scheinbar am Ende des oberen Nioderthaies türmt sich au5 grünenden und blühenden Bäumen heraus £)r* Bon» gelungen sei, hier heimisch zu werden, das sei besonders Frau Wolff zu danken. Er bedauere den Weggang der Familie und hoffe, sie eben so oft hier begrüßen zu können wie Herrn und Frau Gnauth. Sein Hoch galt der Familie Wolff: Eltern und Kindern. — Herr Wolff dankt tiefbewegt und leitet aus seiner Stellung als Standesbeamter, in der er mehr als 1000 Ehen geschlossen habe, die Berechtigung her, auf die Frauen Gießens zu toasten. — Baurat Schm andt spricht im Namen der städtischen Beamten. „Scheidende werden oft fremd- Bei Herrn Wolff ist dies nicht zu befürchten, schon deshalb nicht, weil (eine Frau Gemahlin eine geborene Gießenerin ist. Herrn Wolff heitere Lebensanschauung ist ein Geschenk der Götter; Herr Wolff ist ein Liebling der Götter. Möchten alle seine Wünsche und Hoffnungen auf die Zukunft Verwirklichung fintiert. — Darauf preist Geheimrat Prof. Dr. Gaffky in humorvoller Weife den Humor Wolffs. Sodann wendet er sich an Exzellenz Gnauth- Anknüpfend an ein Bild Bismarcks in einem Briefe an seine Braut: „Wir werden noch oft den Becher absetzen müssen, uns freuend dessen, was wir getrunken und gern verzichtend auf das, wir noch darin gelassen haben", vergleicht er Seine Exzellenz mit dem Becher. Gnauths Verdienste um die Stadt feien allbekannt und anerkannt; man habe ihn gerne zur Uebernahme eines größeren Wirkungskreises ziehen lassen. Direktor Bergen und Herr Wetter feiern Herrn Wolff in selbversaßten Gedichten. — Dieser dankt den Beamten für ihre treue Mitarbeit und ihr Vertrauen und rühmt den Beamtenkörper, der ganz vorzüglich sei. Nicht die Stunden würden heruntergearbeitet, nein, alle Arbeiten würden mit Interesse und Liebe zur Sache ausgeführt. — Kanzleirat D e m u r h spricht den Dank der Beamten aus. Mit einem Trinkspruch des Hrn. Schmal! auf das Wohl der städtischen Beamten nahmen die Reden ihr Ende. — In heiterer Unterhaltung flössen die Stunden allzurasch dahin. —* Auch wir rufen dem Scheidenden ein herzliches Lebewohl zu, und wünschen, daß ihm in seinem neuen Wirkungskreise Erfolge und Anerkennung in demselben Maße wie in Gießen be- schieden sein mögen. ** Die Kaufmännische Fachschule. Die Zahl der Schüler, die die Kaufmännische Fachschule feit dem am 10. April eröffneten Semester besuchen, beträgt 128. Wie schon mitgeteilt, ist die Fachschule nunmehr eine staatllch anerkannte Unterrichtsanstalt. Als obligatorische Fächer werden gelehrt doppelte Buchführung, einfache Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Wechsellehre, Handelsgeographie, Schönschreiben und Orthographie. Für diese Fächer findet der Unterricht nachmittags von l1/^—3V2 Uhr, für 4 Stunden von 4—5 Uhr statt. Als fakultative Lehrgegenstände wird an zwei Abenden der Woche von 8—9 Uhr Französisch, Englisch, Stenographie und Maschinenschreiben Unterricht erteilt. An der Anstalt wirken 11 Lehrkräfte. Die gesamten Räume der ersten Etage des Kaufmännischen Vereinshauses werden für Unterrichtszwecke benutzt. Seitens der Schulleitung wird alles gethan, um die Fachschule nach jeder Richtung zu heben, und kann den Kaufleuten nicht warm genug empfohlen werden, ihren Lehrlingen Gelegenheit zu geben, die Fachschule zu besuchen. * * Schulhyg eaischer Vortrag. In dem Zeichensaal der Stadtknabenschute hielt am Freitag Vormittag Kreisarzt Med.-Rat Dr. Haberkorn einen Vortrag über „die verschiedenen Arten der Beleuchtung unserer Schulräume mit Petroleum Leuchtgas, Gasglühlicht, Aceetylen und Elektrizität" und ferner über „die Heizungseinrichtungen in den Schulen". Besonders interessant waren die Belehrungen des Redners über „Kohlensäuregehalt der Schulluft, Festellung desselben und Ventilirung der Schulzimmer". An den Vortrag schloß sich eine Besichtigung der Heizungsanlagen in der Stadtknabenschule. An der hygienischen Konferenz nahmen die Lehrer aus Wieseck, Heuchelheim, Kleinlinden, Hausen, Rödgen, Trohe, Alten-Buseck, Lollar, Ruttershausen, Daubringen, Mainzlar, Stauffenberg und Annerod teil. * * Ein unvorsichtiger Radfahrer. Am Freitag Nachmittag überfuhr in der Löberstraße dahier ein Radfahrer einen Knaben Der Radfahrer trägt insofern Schuld an dem Unfall, als er übermäßig rasch fuhr und seine Annäherung durch Glockensignal nicht zu erkennen gab. Er wurde zur Anzeige gebracht. * * Zu viel des Guten. Am Sonntag Nachmittag mußte tin zugereister Handwersbursche, welcher in stark angetrunkenem Zustande auf dem Trottoir m der Bahnhofstraße lag, in Polizeigewahrsam genommen werden. * * Unfug. Am Sonntag Abend wtirde einem Bewohner in der Wetzsteingasse an seinem Hause in böswilliger Absicht eine Fensterscheibe eingefchlagen. Anzeige ist erhoben. * * Der größte und der kleinste Soldat unserer Garnison haben sich beim Photographen Becker auf einem Bilde photographieren lassen. Der Riese und der Zwerg sind im Schaukasten des Herrn Becker in der Bahnhofstraße ausgestellt und erregen allgemein das Interesse der Vorübergehenden. • * Die Knappheit der fetten Schweine, über die die Fach- presie der Metzger kürzlich Klage führte, scheint, soweit unsere Gegend in Frage kommt, nicht vorhanden zu sein. In Gießen wurden im städtischen Schlachthause, außer den Hausschlachtungen, deren Zahlen wir in Klammern beifügen, in den letzten 5 Jahren an Schweinen geschlachtet: 1897/98 10 077 (42), 1898/99 9480 (36), 1899,1900 10 029 (40), 1900/01 10 675 (40), 1901/02 10 353 (27). Der Konsum dieses Nahrungsmittels ist also im abgelaufenen Jahre trotz der erhöhten Preise gegen das Vorjahr nicht erheblich zurückgegangen. * * Zirkus Lobe wird von Dienstag ab auf Oswalds Garten einige Vorstellungen geben. Dem Zirkus geht ein guter Ruf voran. So lesen wir u. a. in einer Kritik eines auswärtigen Blattes über die Leistungen der Künstler: Zirkus Lobe hat das zahlreich erschienene Publikum mit seinen Darbietungen in jeder Weise befriedtgt. Die Direktion legt nicht nur Wert auf tüchtige Künstler und ein auserlesenes Pferdematerial, sondern versteht dem Publikum auch durch Kostüme und gefällige Anordnungen einen Sinnenreiz zu geben. Dazu kommt ein wohlgeschultes, flott und exakt konzertierendes eigenes Orchester. Als hervorragendste Kräfte des Ensembles seien die Geschwister Frl. Eugenie und Herr Alexander Lobe genannt. Tas junge Mädchen entfaltete als Kunstfahrerin und Schulreiterin ein in Anbetracht ihrer großen Jugend sehr achtbares Können. In Herrn Alexander Lobe lernten wir einen Schulreiter ersten Ranges kennen. Das Sensationsstück des Abends war das Auftreten des Singhalesen Mstr. Ranni, dessen ebenmäßige Kvrperformen jedes Künstler äuge erfreuten und dessen Kraftleistungen ümso erstaunlicher sind, als der dunkelfarbige Sohn der Insel Ceylon einen fast zierlich zu nennenden Wuchs, dabei freilich eine eisenfeste Muskulatur besitzt. Die Fußsohlen des Mannes müssen eine sehr respektable Hornhaut besitzen, denn er Heitert barfuß uaf scharfen Säbeln und Nägeln herum. Daß er gute Zähne sein eigen' nennt, bewies er dadurch, daß er eine zollstarke Eisenstange, lediglich mit dem Unterkiefer anstemmend, zum rechten Winkel verbog. Das reichhallige Programm wurde ohne Pause und doch ohne Ermüdung der Zuschauer absolviert. * * Kreisausschußfitzuug des IX Mütelrheinischen Turn- Kreises. Am Samstag, den 26. April, fand die Sitzung des Kreisausschusses des 9. mittelrheinischen Kreises in Limburg im Gasthof „Alte Post" statt. Die für dem Kreisausschuß speziell auf der' Tagesordnung stehenden Angelegenheiten, betreffs Genehmigung einiger Gesuche von Gauvereinen, Verschiebung bezw. Richtigstellung der Gaugrenzen, Bewilligung von Unterstützungen an Vereine zu ihren Turnhallbauten :c. fanden bis gegen 9 Uhr abends ihre Erledigung. Während der Verhandlungen über die Tagesordnung für den Kreisturntag am folgenden Tage, traf den Geschäfts- ührer des Kreises den Großh. Registrator Thierolf, während er über die neuzugründende Kreiszeitung referierte, ein Schlaganfall, dem er am nächsten Morgen, kurz vor dem Beginn des Kreisturntages, erlag. Mit dieser er- chütternden Mitteilung mußte der Vorsitzende des Mittel- rheinischen Kreises, Herr E. Schmuck, den Kreisturntag eröffnen, und alle Teilnehmer erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen in tiefernster Stimmung von ihren Sitzen. Wer Thierolf als Freund und Vor- und Mitarbeiter im Dienste der Turnsache gekannt, muß dem in der Arbeit für die Turnerei abgerufenen Mann ein ehrendes Andenken für immer bewahren. Unter dem Eindruck dieser traurigen Begebenheit verliefen die Verhandlungen über die unbedingt zur Erledigung zu bringenden Punkte der Tagesordnung in streng sachlicher Weise. Aus dem Berichte der Kreisvertreter war u. A. zu entnehnien, daß der Mittelrh. Kreis der deutschen Turnerschaft am 1. Januar 1902 19 Gaue, 682 Vereine mit 67 487 Mitgliedern über 14 Jahren nachweist. Zöglinge sind es 9803. Dem Turnverein Böllfeld bei Klingenberg ist eine Unterstützung von Mk. 200 zum Turnhallenbau, der Bornsliftung Mk. 50 aus der Kreiskasse gewährt worden. Der Kreisturnwart Heydecker berichtete in eingehender Weise über die Turnerei im abgelaufenen Jahr und munterte zum Schlüsse alle Turner auf, recht tüchtig ans Werk zu gehen, daß auf dem Kreisturnfest in diesem Jahre in Worms und auf dem Deutschen Turnfest in 9iürnberg die Früchte der Arbeit zu erlangen seien. Für den verstorbenen Geschäftsführer Th. berichtete das Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses, Münch, über die Kassenverhältnisse. Danach hatte die Kreiskasse im abgelaufenen Jahr eine Einnahme von 7586.37 Mk. und eine Ausgabe von 5609.07 Alk., mithin verblieb ein Ueberschuß von 1977.30 Mk. Ferner genehmigte der Turntag, daß das diesjährige Kreisturnfest am 3.—5. August in Worms stattfindet, daß daselbst em Festzelt, statt einer großen Festhalle, wie seither Gebrauch, aufgestellt werden könne, die Turner jedoch wie seither 200 Mark Festbeitrag zu entrichten haben. Der Turnerschast Coblenz wurde das Kreisfest für 1904 übertragen. Die Anträge 10—13 wurden teils zurückgenommen, teils dem Geschäftsf. Ausschuß zu weiterer Behandlung und Neu-Vor- lage überwiesen. — An dem 64. Kreisturntag nahmen teil: Geschäftsführender Ausschuß 4, Turn-Ausschuß 3, Kreis- Ausschuß 16, Kreis-Turnwarte 11, Vertreter mit Vollmachter- 237; zusammen 271 Mitglieder. o. Abcndstern, 27. April. Am Samstag Abend versammelten sich nach beendetem Dienst in der Wirtschaft der Wwe. Duill sämtliche Beamte der Bieberthalbahn, um beim Glase Bier einige Stunden zu verleben. Diese geselligen Zusammenkünfte der Beamten sollen von Zeit zu Zeit wiederholt werden. X Dutenhofen, 27. April. Die nächtlichen Besuche und Einbrüche sind hier wieder an der Tagesordnung. Offenbar hat man es hier mit derselben Person zu thun, welche mit Vorliebe in die Wirtschaften einsteigt. Während früher solche Besuche schon zweimal dem „Jagdschlößchen" und der unteren „Adler'schen Wirtschaft" abgestattet wurden, wurde diesmal in die obere „Adler'sche Wirtschaft" eingestiegen. Die That wurde mit großer Dreistigkeit ausgeführt, indem der Betreffende sich sogar in ein Schlafgemach im dritten Stocke wagte. Daselbst hat er die Weste samt der Uhr des dort schlafenden Sohnes mitgehen heißen. An Barschaft ist ihm aber nur wenig in die Hände gefallen, dagegen hat er auch hier sich an Speise und Trank gelabt. Auch in der Schulwohnung, welche aber zurzeit leersteht, ist in derselben Nacht eingebrochen worden, indem mehrere Fensterscheiben eingedrückt wurden. Butzbach, 26. April. Der bekannte Melchior Thomas, von dem vor einiger Zeit berichtet wurde, daß er zur Beobachtung seines geistigen Zustands von der Zellenstrafanstalt in Butzbach in die psychiatrische Klinik nach Gießen übergeführt worden sei, ist für geistesgesund erklärt worden und zur Verbüßung des Restes seiner Strafe in die Zellenstrafanstalt Butzbach wieder überführt worden. Pfeddersheim, 26* April. Gestern nachmittag ist wegen Unterschlagung anoertrauter Gelder und Urkundenfälschung der Notar Willen büch er verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Mainz abgeführt worden. F.C. Wiesbaden, 27. April. Feldmarschall Lord Roberts ist gestern zum Kurgebrauch hier eingetroffen. Vermischtes. • Kiel, 25. April. Während der Fahrt des Uebungs- gefchwaders, das heute die Reise nach England angetreten hat, erlitt das Linienschiff „Kaiser Wilhelm der Große" eine Maschinenhavarie und kehrte gegen Mittag nach der täiserl. Werft zurück. * Antwerpen, 26. April. An Bord des Dampfers „Kiautschou", welcher auf seiner Fahrt nach China hier angelegt hat, wurden 8 Arbeiter durch das Zusammenbrechen einer Brücke in den Lagerraum geschleudert, wodurch einer derselben lebensge jährlich, die übrigen leichter verletzt wurden. * Paris, 27. April. Ein Metzgergeselle erstach in einem Wutanfall seine Geliebte und richtete dann das Messer gegen sich selbst. Das Mädchen war sofort tot, der Metzgergeselle wurde schwer verwundet in em Krankenhaus gebracht. — In Montmartre wurde em Arbeiter in seiner Wohnung von einem Einbrecher durch Axthiebe erschlagen. Seine junge Frau stürzte sich, da kein anderer Ausweg blieb, drei Stock hoch aus dem Fenster und blieb tätlich verletzt auf dem Platze liegen. Gerichtssaal. L: Gießen, 26. April. Schöffengericht. Das Schöffen-- gericht verhandelte heule u. A. in der Strafsache gegen eine hiesige Haushälterin, die sich bet ihrer Dienstherrschaft scheinbar einer Vorzugsstellung erfreut, wegen Körperverletzung. Der Beschuldigten wird zur Last gelegt, dem kleinen Knaben ihres Dienstherrn mit solcher Wucht einen Schlag in den Rücken versetzt zu haben, daß der Geschlagene zu Fall kam, mit dem Gesicht in das Kratzeisen schlug und blutige Verletzungen davontrug. Tas Gericht verurteilt die bisher unbescholtene 'Angeklagte zu einer Gefängnisslrase von 5 Tagen. — Gegen eilten wider einen Schuhmacher ztl Kleinlinden erlassenen Strasbesehl über 3 Mark als Strafe wegen Uebertretung der polizeilichen Vorschriften bezüglich des Schüttens von Wasser auf die Straßen bei Frostwetter hatte der Beschuldigt Einspruch erhoben, der indeß, da ein Verschulden seinerseits als erwiesen gilt, kostenfällig verwiesen wird. — Ein in Frankfurt a. M. beschäftigter Arbeiter aus Lang-Gölis hatte sich neben einer gegen die Person des dortigen Polizetdieners gerlchteteii Beamtenbeleidigung noch der Ruhestöruiig schuldig gemacht, andere Hausbewohner mit Schuhen altackirt und fremde Personen mit Wasser begossen. Wegen Belei- diguttg wird der Atigeklagte zu 20 Mk., wegen der ihm zttr Last gelegten Uebertretungen zu je 5 Mk. Geldstrafe verurteilt. t en berg, anzusehen wie eine mittelalterliche Feste, die sich halb versteckt unter den verschwenderischen Gaben dieses herrlichen Frühlingstages. E.n so malerisches Bild, daß mau's gerne festhieite im Gedächtnis für die vielen trüben Tage, die der stürmische Herost und der düstere Winter bringen. — Mehr im Vordergründe zeigt sich Selters, links über dem rechten Nidd-rufer Konradsdor s, das ein lang ausgedehntes in Blute stehendes Rap'sfeld im Halbkreise umgiebt, wie der Goldfchmuck den vollen Hals einer Schönen. Rascher fast als ich es wünsche, erreichen wir Büdingen. Zahlreiche Fahrgäste steigen Hier aus. Wettergebräunte Landwirte haben Haus und Hof heute im Stich gelassen, um einer landwirtschaftlichen Versammlung an- z'uwohnen. Ich werde mitgenommen, der landwirtschaftliche Bezirksverein Büdingen hält seine Frühjahrshauptversammlung ab. Im alten Rathaussaale, dessen Decke von mächtigen hölzernen Pfeilern •getragen wird, versammeln sich allmählich vielleicht 150 Landwirte und solche Herren, die bei dergleichen Anlässen dazu gehören. Noch ist eine Viertelstunde Zeit bis zum Beginn. Die Stimmen der Versammelten schwirren lebhaft durcheinander, Bekannte, Freunde, Nachbarn, die sich während der angestrengten Thätigteit in der Frühjahrsbestellung nicht gesehen, begrüßen Hch, tauschen Erlebnisse aus, unterrichten sich gegenseitig über den Stand der Felder, geben guten Rat, helfen teilnehmend hinweg über etn Miß- geschick. Ich wandere, als ziemlich Utibcfannter unter den lebhaft Plaudernden umher, höre und versuche mir durch fba5 Vernommene ein Bild zu machen über die Aussichten. und die Ansichten in der Landschaft des Kreises. Große Kartoffelvorräte liegen noch unverkäuflich in den Kellern. Von einer anderen Seite höre ich: ich verwerte den Zentner Kartoffeln in meiner Brennerei nur noch mit 60 Pfennigen. Ein anderer klagt: die Kartoffeln werden uns nächstens zum Kellerloch hinauswachsen. Ein fünfter lobt unseren Kaiser, daß er die Schiffahrtsgesellschaften und andere große Unternehmer veranlaßt, ihre Kraftmaschinen mit Spiritus zu Heizen. Das kann Helsen, meint ein anderer, wenn erst unsere Lokomotiven statt eines mit Kohlen gefüllten Tenders ein Spiritusbassin hinter sich haben und aus diesem ihr Heizmaterial schöpfen, dann wird auch der Kartofselbau etwas einbringen. In einer anderen Gruppe lobt ein kleiner von der Frühjahrssonne tief gebräunter Herr feinen Raps: so hoch ist er schon, und er hebt die Hand über seine eigene Figur hinaus, und er wird noch länger (der Raps nämlich). Wir könnten schon das Vieh auf die Weide treiben, sagt ein anderer; wenn das Wetter so bleibt, wird bald Klee gefüttert; meine Rüben stehen schon reihenweise; mit den Arbeitskräften ist es noch wie im vergangenen Jahre: ich habe bei acht Pferden einen Knecht, ein Paar Pferde muß mein Sohn beschäftigen, das dritte aPar der Verwalter, ein Paar ein alter Taglöhner. Ich habe Russisch-Polen, ich Galizier, ich Hinterländer. Meine Polen sind schon geimpft, die lassen sich jedes Jahr impfen, die Impfscheine bringen sie nicht wieder mit. Was sollen wir mit den Zuckerrüben anfangen? Wir können doch nicht auch noch den reinen Zucker verfüttern. So lckbts und klagts und berichtets bunt durcheinander. Im allgemeinen ist die Stimmung wie immer im F«ühUrrg bei den Äsndwirtsn Hv^nngSsroh. Die Liebe zur heimatlichen Scholle, die zuversichtliche Stimmung, der sich selbst der Schwarzseher im Frühling nicht ganz entziehen kann, die Freunde an der gewohnten Arbeit in Gottes freier Natur, die Beobachtung des Erfolges dieser Arbeit bei der Entwickelung der Saaten halten die Landwirte bei ihrem Berufe fest. Kommt dann die Erntezeit mit ihren Sorgen und Enttäuschungen in Bezug auf die Menge oder die Güte und die Preise der nun endlich geborgenen Feld- erzeugnisse, so sinkt nicht selten die Stimmung mit der Herbsttemperatur auf den Gefrierpunkt zurück. Tie Verhandlungen begannen, ein Vortrag über die Behandlung der Obstbäume, besonders der Düngung derselben, wurde gehalten. Die Meinungen gingen etwas auseinander. Auch über Reinzucht und Kreuznngszucht wurde gesprochen. Eine Miirderheit verlangte, daß das aus reinem Yorkshire-Blut und dem deutschen Landschwein hervorgegangene Kreuzungsprodukt bei Prämiierungen dem reinen Yorkshire-Blut gleichgeschäht werden solle. An der Debatte beteiligten sich eine ganze Anzahl Herren. Die Mehrheit lehnte bei der Abstimmung den gestellten Antrag ab. Tie Vorsitzenden des Vereins wurden durch Zuruf wieder gewählt, ebenso einige Ausschußmitglieder, die mit dem Schluß des Vereinsjahres auszutreten hatten. Tie Rechnung für 1901 des Vereins wurde vorgelegt, der Voranschlag für 1902 genehmigt und dann die Sitzung geschlossen. Danach begann ein gemeinsames Mittagsessen, während ich aus dem Kreise scheiden und meine Reise fortsetzen mußte, weiter in den Frühling hinein. Dem Telephonischer Kursbericht i A1 r?K. t> i / Xfovilrnnpr g'/o Mexikaner . 101.75 3Ve°/o Reichsanleihe do. 3% 3"/„ 87e% Heesen 101.15 112.10 3345 Schlammeimer. Los II. 3343 3341 101.10 43.80 28.60 92.50 101.80 92 40 100.10 102.55 . 25.60 . 89.15 . 109.70 211*40 . 187.10 . 135.10 . 138.50 . 151.40 . 142.30 . 17.10 . 167.70 . 200.75 . 195.50 . 166.50 m, den 24. April 1902. , Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 40/ Italien. Rente . . . 4Ve% Portugiesen . . < h0/' Portogieeen..... 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol -Anl. 4*/2% äussere Argentiner Gießen, den 24. April 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 41/2/, Chinesen . , Electric. 8ol ackert , Nordd Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber iner Handelsgee. Oesterr. Staatobahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . .. . Bochum . . « . . 1. 2. 3. 4. 31/_°/o Konsole do 3% Hessen . . . 4 Oesterr. Go'dretne 4* 2% Oesterr. Silberrento 101.75 4% Uncar. Goldrente ’ M- Angebot- sind versiegelt und mit der Aunchnsi: «Angebot nui die SicieninQ von glasiertem Ltemzeug" bis MM 2o.Mnvd.J. vortoirei bei dem Sielbauanu eiiqureichen, woselbst die Eröffnung der eingelauienen Angebote in Gegenwart etwa -rsch-enener Be- werber am 26. Mai d. I., vormittags 10 Uhr, erfolgt. Tie Angebote tonnen aus die einzelnen Lose, sowie aus die Gesamtlieferung erfolgen. Zufchlagssrist 4 Wochen. 1200 Stück gußeiserne Steigeisen. Los 111. 1. 340 Stück gußeiserne seitliche Gutläufe mit Deckel und Rost für Sinkkasten von 45 cm lichter Wette. 2 340 Stück verzinkte, schmiedeeiserne Lchlammeimer zu vor- ' genaniiten Ginläufen und Siitkkasten passend. Bedingungen und Angebotformulare können gegen portofreie Einsendung von 1,50 Mk. durch das ^telbauamt Grotzh. Burger- ineislerei, Zimmer 9ir. 6, bezogen werden. Ebendaselbst liegen auch die Zeichnungen und sonstigen Verdingungsunterlagen in den Dienstslunden zur Einsicht auL Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat ^.chmick, Frank- fUrt 37,^pt mit bec Aufschrift: „Angebot auf bU ßteferung von Eisenzeug- bis zum 25. Mai d. I. portorrei bei dem Sielbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der em- qclaufenen Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber am 26 Mai d. I., nachmittags 0 Uhr, erfolgt. Die Angebote können aus die einzelnen Lose, sowie aus die Gesamtlieferung erfolgen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 24. April 190?. Großh. Bürgermeisterei Gietzen. Sic cum. Sielban Gießen. q m Sielbau der Provinzialhauptstabt Gießen ist die Lieferung von einer Million Ranalfteincu, frei Lagerplatz Gießen, zu vergeben. Die Lieferung umfaßt: . . 1 123000 etüd Ringofensreme (Parallel- und Quattersteme), i 877000 Stück Klinker ^Parallel-, Reil- unb Brnnnensteme). Bedingungen und Angebotsorniulare können gegen portoTretc Einsendutig von 1,50 Mk. durch das etelbauamt, Grotzh. Bürgermeisterei, Zimmer Dir. 6, bezogen werben. Ebendaselbst liegen auch die Zeichnungen und sonstige Verdingungsunterlagen tn den Dienststunden zur Einsicht aus. S&imjt erteilt außerdem perr Oberbaurat schmick, Frankfurt a. M., Liebigstraße 37, p. _r Tie Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift „Angebot auf die Lieferung von Backsteinen und Kluckern« bis um 25. Mai d.Js. portofrei bei dem ^telbauantt emzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelauienen Atigebole in Gegenwart etwa erschienener Bewerber am 26. Mai d. Js., nachmittags 4 Uhr, erfolgt Zuschlagsfrist 4 Wochen. Lietzen, den 24. April 1902. 3344 Großyerzoguche Bürgermeisterei Gießern Mecum. Sielbau Gießen. qum Sielban der Provinzialhauptstabt Gießen ist die Liefer-- una nachstehend aufgeführten Eisenzeugs frei Waggon Lagerplatz (Margarethenhütte) Gießen losweise getrennt oder insgesamt zu vergeben. . Tie Lieferung umsatzt: Los I. 165 Stück gußeiserne Schachtdeckel unb Rahmen, mit Lüftung unb DerPli(?d. Vom Geldmarkt. Billiges Geld und eine gebrütete Börsenstimmung gehen diesmal Hand in Hand. 9Dee JiriDatöto- font unb tägliches Geld stellen sich aus 1 Prozent, Ulttmogeld au 2 Prozent. Sonst hat der billige Geldstand die Börse angeregt unb teures Geld mar stets die Ursache gedrückter Stimmung. I*^t bleibt dieselbe auch bei billigem Gelbstand bestehen, da die Depression im wirtschaftlichen Leben ehe wieder zu als LS wird unter Anderem darauf hmgewiesen, bau vule mdustrielle Unternehmungen jetzt schon anzetgen, bau sie für das laufende Ge schäftsjahr keine ober doch nur eine geringere ^widende ä" zahlen m der Lage sind als im Vorjahr. Wir halten nicht viel von den allzuwettgehenden Prophezeiutigen und auch nicht chel davon, oatz man in der Kapitalerhöhung der Sechandlung cme ruinöse Ron kurrenz der Privatbanken sieht. , .. HCS. Neue türkische Anleihe. Wenn es wahr ist, steht die türkische Regierung mit einer Gruppe deutscher ^uanzleute in Verhandlung um eine Anleihe von 1 Million Lstrl. auf die ^cherei- emkünste unb bic Zölle zu erhalten. Zu diesem Zwecke sollen die beiden auf diese Positionen aufgenommenen ^nleitjer1 conoexürt ober weitere Zinsen ans diesen Quellen beschaff werden - Die ganze Nachricht ist in dieser Form äußerst % recht fraglich, ob deutsche Finanzleute m dieser Weise gewillt sind, bei Ordnung ber türkischen Finanzwirtschaft emzugreif^. Man m rd am besten thun, wenn mau für die surfet kern Geld mehr übrig hat, einerlei was sie verpfänden wollen. . . . HCd. Bom rheinisch-westfälischen Eisenmartt bringt die K. Rtg " wieder einen im Ganzen zuversichtlichen Bericht. L-ie meldet von einer anhaltend starken Beschäftigung der großen Stahlwerke in Folge ber großen Ausfuhr und besseren Aufnahme des Inlandes. Ter Märzversand des Halbzeugoerbandev war auch sur das Inland der größte jemals dagewesene. 4.te weitere Entwickelung des Geschäftes wird hauptsächlich mit davon abhangen, ob Die Ansfuhr auf der jetzigen Höhe zu erhalten ist. . ■, Bom Kohlcnsyndilat. Ta beim Kohleiisynbckat wegen gleichmäßiger Verteilung der Kokskohlen- und Feinkohlen-Austrage auf die Zechen Schwierigkeiten hervorgetreten sind, will der Toxsta xd yon^icht ab nach Qiiartalsschliiß jedesmal eine befonbexe Aus- qleichsrechniing aufstellen unb erbittet hierzu d'eZ"Mmmung ber Zechen bis 28. April. Ter Richtpreis betragt fux Kokskohlen 9,oO Mark, für gew. Fettfeinkohlen aber nur 7,50 Mk., ^"r ungewaschene sogar nur 6,50 Alk. prn Tonne. — ^as Kohlenshndckat teilt mit, daß für den DJlai die Einschränkung der Rokserzeugung 3opEt. betragen soll gegen 37 pEt. im April. Tie Umlage auf die Werke für April und Mai beträgt 3 p(SL mplbet- Hamburg, 26. Aprill Die „Hamburg. Borfenhalle meldet. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick, Frankfurt a. M., Liebigstraße 37, p. , ... Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift. Angebot auf die Lieferung von Portland-Zement uick) -raß bis mm 25. Mai d. Js. portofrei bet dem ^lelbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber am 26. Mai d. Js., nachmittags 3 Uhr, erfolgt. . Die Angebote können auf die einzelnen Lose, sowie auf die Gesamtlieferung -tei^0}§ei^erl §d)ift"5mui)rid)tcn. „Red Star Linie" Antwerpen. . Der Postdampfer „Switzerland" der „Red vtar Lime n Antwerpen ist laut Telegramm am 23. Apnl wohlbehalten tn Philadelphia angekommen.____ und die Großherzogin sowie die fürstlichen Gäste bei. An der Huldigung am Schlüsse des Festspiels nahm ba5 Jßubhhim begeisterten Anteil. An die Aufführung schloß sich em Fest im glänzend erleuchteten Stadtgarten. Stockholm, 28. Apnl. Gestern fanden Kundgebungen für das allgemeine Stimmrecht statt, woran sich 30000 bis 40 000 Personen beteiligten. Auch in den meisten schwedischen Städten wurden ähnliche Kundgebungen veranstaltet. Die Ruhe ist nirgends gestört. London, 28. April. „Daily Telegraph" meldet aus Johannesburg: Delareys Kommando hielt am Dienstag eine Versammlung ab, um über die Lage zu beraten. Delorey traf am Donnerstag mit wenigen Begleitern in Klerksdorp ein. . _ . London. 28. April. Heber 30 Dampfer sind am Eingänge ber Themse zurückgehalten infolge des heftigen Sturmes, welcher auf der Nordsee wütet. Die Dampfer, welche den Verkehr zwischen England und Holland vermitteln, haben in der letzten Nacht eine sehr schwere lieber* fahrt gehabt. . . Haag, 28. April. Zum Befinden der Königin Wtl- jelmina wird mitgeteilt, daß dasselbe andauernd be< riebigenb ist. Die Temperatur war gestern Abend etwas höher, zu Besorgnissen liegt jedoch lein Anlaß vor. Paris, 28. April, morgens 6 Uhr. Bis 4 Uhr morgens waren folgende Ergebnisse der Wahlen bekannt: 32 Kons., 31 Nat., 53 Antiminist. Rep., 55 Rep., 40 Rod. Rep., 30 soz. Rad., 22 'Soz. 118 Stichwahlen sind erforderlich. Die Kons, gewinnen 1 Sitz und verlieren 1, die Nat. gewinnen 9 und verlieren 2, die Antiminist. Rep. gewinnen 7 und verlieren 7, die Rep. gewinnen 4 und verlieren 4, bie Rad. gewinnen 3 und verlieren 4, die soz. Rad. gewinnen 4 und verlieren 4, die Soz. gewinnen 2 und verlieren 3. ______________ . 44.40 | Harpener Tendenz: still. Sielbau Gießen. Zum Sielbau ber Provinzialhauptstabt Gießen ist bie Lieferung nachstehend aufgeführten, glasierten Steinzeugs frei Waggon Lagerplatz (Margarethenhütte) Gießen losweye getrennt ober insgesamt zu vergeben. Die Lieferung umfaßt: 3120 Sohlstücke Profil 0,50—0,75, 0,60—0,90, 0,70—1,05, 0,90— obigen Profilen 10, 15 unb 22,5 cm Durchmesser. 3000 m grabe Röhren, 20—40 cm Durchmesser. Sielbau Gießen. Zum Sielbau ber Provinzialhauptstabt Gießen ist bie Lieferung nachstehend aufgeführter Zementröhren, frei Waggon -agerplatz (Margaretheiihütte) Gießen, zu vergeben. L 6500’ gerabc Zementröhren von 20 bis 95 cm Durchmesser. 2* 1500 Stück Abzweigröhren zu vorstehenden Rohren nut Abzweigen von 10, 15 und 22,5 ern Durchmesser. . . Bedingmigen unb Angebotiormulare tonnen ^gen portofreie Einsendiing von 1,50 Mk. durch das öielbauamt, Grotzh. Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 6, bezogen werden. . ~ Ebendaselbst liegen die Verdingungsunterlagen m den ^nmst- ftunben zxxr Einsicht auf. , f Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat ochmick, Frankfurt a. Nt., Liebigstraße 37, p. , ... Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift Angebot auf die Lieferung von Zementröhren' bis -um 25. Mai d. Js. portofrei bei dem eielbauanit einzurexchen, roofdbft bic Eröffnung ber eingelauienen Angebote ui Gegenwart etwa erfchiexener Bewerber am 26. Mai d. Js., vormittags 11 Uhr, erfolgt. Zufchlagsfrist 4 Wochen. Gietzen, ben 24. April 1902. 334- Gros-herzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 5. NoNck V-rschlußt-ll-r 10, 15 und Durchmesser. 6 700 Stück Bogenröhren 20—22,5 cm durchmeffer. 7. 45 Stück Uebergangsröhren 22,5—20 cm durchmeffer. Los II. 340 Stück Ttraßeiisinkkasten von 45 cm Turchmesfer ohne Eifenzeug. Bedingungimgeu und Angebotformulare können gegen porto- freie (linienbung von 1,50 Mk. durch bas otelbauamt Gr. Burger, meisteret. Rimmer Nr. 6, bezogen werden. . „ Ebendaselbst liegen auch die Zeichnungen unb fonsttge Ver- binguiiosimterlagen in ben Tienssitunben zur Cmft^t auf. Außerbem erteilt Auskunft verr Dberbaurat Schmick, Frank- Gctaustc. M a t h ä u s g e me i n d e. Den April. Schlosser Adolf Schmall cme rochier, Emilie, ged. ben 13. 3la^J 0 u f a s a e in c i n b e. Ten 20. April. Dem Lchuhmacher Johannes Becker ein Sohn, Johann Mathias Andreas, geb. ben 20 9)läru Dem Elektrotechniker Max Weißbacker eine -rochter, ö:rna Marie Emma, geb. den 5. März. Dem Universitatsprofeflor Tr. Albrecht Dieterich ein Sohn, Hex-mann Albrecht, geboren den 11. Jani.ar. Dem Postschaffner Christoph Becker em Sohn W Heini geb. ben 22. Marz. Dem Kaufmann Karl oeibel eine ^od)ter? Minna Emilie Erna, geboren ben 9. Marz. Jo öanne&« g emeinb e. Ten 20. April. Dem Zigarrenfabrikant Georg Noll ein SoGi, Gustav Adolf, geborcn^beit 3. Januar.^ Dem pand° schuhmacher Reinhold Rehme eine rochier, Hedwig ^rreda Bertha, geboren den 11. April. Dem Friseur Leoichaxd Techert eine Tochter, Anna Marie Gisela, geboren den 21. pebruar. Getraute. Niathäxisge m e in de. en 19. Karl Müller, Liaufmann zu Gießen und Wilhelmine pranz, -.ochter be^ verstorbenen Schreinermeifters Georg pranz 5" Gietzen. zeit 24. Justus Emil August Ehristian vntz Johannes, Ackersmann zu Schwanheim und Margarethe Rohn, geb. Hosmeher, ^üroe bes Laiibwirts Wilhelm Rohn IV. zu Schwanheim. Markus, gemeinbe. Den 19. April. Johannes Ernst Taubenheim, Konditor zu Gießen unb Minna Marie Lckel, Tochter bc^ ^beauf- sehers Karl Ockel zu Gießen. Lukasgeinein b e. ^.en 19. April. Johann Georg Giesecke, Sattler zu (Netzen unb Wilhelmme Karo- line Elisabethe Gans, Tochter bes verftorbenen Fuhrunternehmers Wilhelm Gans zu Gießen. gr «ccrdigte. Mathäusgemembe Den 2o. April. Kar Orth Fabrikarbeiter, Sohn des verftorbenen Buchbuibers Karl Orth 36 Jahre alt. starb den 23. April. JohanneSgemeinbe. Den 21. April. Frieda Dlohr, lebige Tochter des uer orbenen Goldarbeiters Aiigust Mohr zu Pforzheim, 26 Jahre alt, starb den Sielban Gietzen. Rum Sielbau ber Provinzialhauptstabt Gießen ist bie Lieferung nachKdmd auig°sichr--r Mengen von Portland-Z-m-nt und Trag, fi^i Waggon Lagerplatz (Margarcthenhutte) (Siegen, losweife ge- trennt ober insgesamt zu uergebeiu Die Lieferung umfaßt: vO? *• 150000 kg Portland-Zement in Normalfässern. Los 11. 450000 kg Traß in Säcken. JäWÄ’SÜSSf | unterlagen zur Einsicht auf. 5iir bic Redaktion verantwortlich i. B.: R. Tittmann. Die schmutzigsten Schürzen«^ Metzgern u. s. w., bie schmutzige Küchen- unb Leibwäsche kann von keinem Wa chmittel leichter, rascher unb beguemer gereinigt roerben, ni- hmrh Sindim mit ber überall so beliebten Gioth s Teigseife. Giebt der Wäsche einen angenehmen Geruch. Preis per Packet 20 Pfennig. Fabrikant: I. Gwth, Hanaii a. M. --------------- Gewerbliches Schutzwefen. Aiafchliieu sind keine Gebrauchs- muftcr. Aufklärung vom Patentanwalt Sack, Leipzig. — Obwohl das Gebrauchsmustergesetz nicht unmittelbar bestich nen als solche vom Gebrauchsmusterschutz ax sgcschloffen sind, so ist durch eine Reihe von reichsgerichtlichen Entscheibungen festgestellt, daß Maschinen als eine Mehrheit von Einzelanordnuilgen nickst als Gebrauchsmuster int Sinne des Gesetzes anzufeben sind. Es ist daher ratsam, Maschinen nicht als Gebrauchsmuster anzumelden. Die Salvekersirma Cesar Wehrhahn befindet sich in Zahlungs- chwsttckgkett^n Tie Passiven werden auf ca. 8 Mist. Mk. gefchatztt Tie Aktiven sollen sich auf 6 Mill, belaufen, fmb aber zur Zett größtenteils unveräußerlich. Beteiligt sind zahlrei^ ^en ^d Bankierfirmen in Hamburg sowie viele nut ber Westküste «vud- anter^S arbeüe^be 3nmortaire. Generale Transantlantigue erkläre baß von ihr keinerlei Verhandlungen über den Eintritt der föeieüidiait in einen Ozeantrust gepflogen worden sind. ' Loudou, 26. Apx-il. .Central News" bexid)ten aus New- Bork- Tie Besitzer ber großen Baumwollsabrlken m den südlichen Staaten Nordamerikas beabsichtigen bie Bildung eines Syndikats mit 12 MM. Toll. Kapital. — Auszug nusTitu ßirlhkvbiiihkra der Staöt Gicßcii. Evangelische Gemeinde. 20. Apnl. ___________ Neueste Ulewungen. Origuraldrahtmclduugcir des Gietzcncr Anzc'gcrs. Berlin, 28. April- Tie bekannte sozialistische Agitatorin Klara Rettin nahm der „Welt am Montag zufolge gestern in einer stark besuchten Volksversammlung gegen das Verhalten der belgischen s ozx al istts ch en Parteiführer Stellung. Mit scharfen Worten geißelte sie deren Vorgehen, die, nachdem sie nicht laut genug für den allgemeinen Streik eingetreten waren denselben beendeten, ohne daß die Regierung irgend welche Zugestand- Uif!yreamn?fui,Ta. M., 28. Die Katholiken Frankfurts feierten gestern im großen S^e des Sau> baueö unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung das 25jährige P apst-Jubiläum. Wer ^tadtpfarrer -r. Htlsi rich und Direktor Wolf sowie Justizrat Dr. Foss er und Rerchstags- und Landtagsabg. Wellsteiu wresen aus die Bedeutung des Papsttums im allgemeinen und Papst ^eo XIII. im besonderen hm. Der Verein für Ktrchengesang brachte einige kirchliche Gesäuge in meisterhafter Ausführung zum Vortrag. An den Papst wurde ein Begrüßungstelegramm ^^^lsruh e, 28. April. Gestern abend ronrbe in ber Festhalle das Festspiel von Albert Herzog, Musik von Strahl, aufgeführt, das in einzelnen Bildern die Huldigung des Landes an ben Großherzog darstellte. Unter den Bildern sind besonders hervorzuheben: Schwarzwald, Oberland, Städtisches Gewerbe, oxe Studentenschaft. Alle Bilder vereinigten sich in dem schön geftelUen Schlußüild m begeisterten Versen zu einem Landesgrutz und äur Huldigung ; an den Jubilar. — Dem Festspiel wohnten der Großherzig Umversttüts-Nachridsteil. Marburg, 26. April. Dem a.-o. Proieffor in der hiesigen tbeoloaifchen Fakullät Licential Cremer ist bie nachgefuchle Lnt- lafiung aus ferner Stellung behufs UebertrittS in bas Piarraml erteilt worben. _____ —— «andel und Derkelfr. Volkswirtschaft. *HCS. Zur Lage der Textilindustrie. Wie wir erfahren, ist auf bem Gebiete ber Textilindustrie feit einiger Zett cme wirriicx) ernst zu nehmenbe durchgreifende Befferung emgetreten. ^uxa^- greifend infofern, als sie sich über fast alle Gebiete der Textil branche ausdehnt und Hoffnung vorhanden i|tt ba6 bie öefierung auch Tauer verstricht. Beweis bamr ist, datz nach Zwicke ung des Frühjahrsgefchästes durchaus nicht tue gefürchtete Verstauung eingetreten ist. Im Gegenteil bie Zession t|t vorüber unb bic -Itadi beftellungen haben eine Höhe erreicht, wie feit vielen Zähren nicht mehr, fo daß selbst sehr vorsichtige Beurteiler die Sachlage E kennen müsfen, daß es sich nicht mehr um eine vmube gel)e be Besserung, sondern um einen diirchgreifenden, bis tn die entlegeniten Arbeitsstätten reichende Sanierung ber Lextllinbiistric handelt, o e in ihrem ruhigen Fortschretten die Gewähr für eine stetige 4-rcuei- entwicklung dieses wichtigen Gewerbes bietet. In Sachsen wie irn Vogtland, in Württemberg wie in Bayern, im Elsaß wie m der Rheinprovinz herrscht in der Textilbranche das regste ^ben, ja teilweise kann sogar von Arbeiiernot gefprochen werden. £er Texttlindustrie, die selbst in den Jahren beiter Konjunktur nur sehr wenig von dem allgemeinen Segen verspürte, ist bic Besserung oer Geschäftslage wohl zu gönnen, um fo mehr, da wir noch auf vielen anderen Gebieten allen gegenteiligen Ausstreuungen zum -rotz, eine thatfächliche Besserung der Verhältnisse fürs Erste wenigstens nicht zu erblicken vermögen. Stettiner Maschinenbau-Gesellschaft '.Vulkan . ^ie Ab fchrcibungen dieser Gesellschaft wurden mit Mark 1910050 (t 45. Mk. 1819 424) festgesetzt. Ter Reingewinn betragt Mt. (1 70 pfjr Za jedem Pfand l'u'min erhält der Käufer ein Serienuild. bö66 tscdilö. erioljr. gtiiukin aus gut. Farn, zu Kindern u. als Stütze gej. Schneid, erw. 3315 Off. 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