Erstes Blatt. 153. Jahrgang Nr. 50 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notatwnsdrua u. Verlag der Brüh l'sehen Univers.-Buch- u.Steiw» druckeret lPietsch Erben) Redaktion, Erpedilioa und Druckerei: Schulpraße 7. Kd resse für Depeschen: «tnzetger Gießen. FsernsprkchanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger VJ' General-Anzeiger w ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen Freitag 28. Februar 1902 Bezngspretsr monatlich 75 Ps., viertel» jährlich ??t'! 2.20; durch, Avhole- > -eififteden monatlich ßf.; durch die Post —viertel» jährl. au. ,i. Bestellg. Annahme -ou Anzeigen für die Lagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „(Stabt und Sanb" und „GerichtSsaal":R.Ditt- mann; für den An» zeigenteil: Hans Beck. Es unb 82 812 873 Dz. im Jahre 1900, die Ausfuhr 24 742 575 Dz. gegen 24147393 und 24 806 812 Dz. Einfuhr der landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit 5 512 349 Dz. größer als im Januar v. Jahres 5123539 Dz. Weizen, Roggen und Gerste weisen auf Die war mit er- bei den bevorstehenden Kammerwahlen eine besonders rege Thätigkeit entwickeln. An der Generalversammlung, die sie dieser Tage abhielten, haben u. a. Marquis de Vogue, Marquis Parmental, Fürst Louis de Broglie, Graf Blois, Graf Roquing, Marquis Villeneuve-Trans, Marquis de la Tour du Pin, Marquis de Mareille, Vicomte de Luppe und viele andere Aristokraten teilgenommen. Hessischer Kanütag. Zweite hessische Ständekammer. (Fortsetzung aus dem Parlamentsblatt.) 1) Bewilligung der in Einnahme angesetzten 20 558 Mk. 2) Strich der unter Titel 3 mehr geforderten 3300 Mk., mithin Bewilligung der Ausgabe in Höhe von 53 100 Mk. Hierzu erklärt Ministerialrat Milbrand : Die beantragte Streichung der 3300 Mk. beruhe wahrscheinlich auf einem Mißverständnis, an dem er selbst schuld sei, da dem Ausschüsse die Sache nicht klar genug dargelegt worden sei. Dieser Mehrausgabe stehe jedoch auch eine Mehreinnahme von 2800 Mk .gegenüber. Es handele sich hier vor allem um eine Verbesserung und Düngung von Wiesen. Bei einer Ablehnung des Betrages sei auch diese Einnahme hinfällig. Er bitte angesichts des nicht erheblichen Unterschieds um eine Bewilligung der Ausgabe. Abg. Erck (natl.): Das Bad Salzhausen habe in der letzten Zeit nur Fortschritte zu verzeichnen und die Einnahmen seien erfreulicherweise gestiegen. Die vergangenes Jahr vorgenommenen Bohrungen seien von gutem Erfolg begleitet gewesen. Sobald sich Kohlensäure finde, werde sich die Anlage tausendfach rentieren. Deshalb sei es das dankenswerte Bestreben der Regierung, auf halbem Wege nicht stehen zu bleiben. Er wünsche indes, daß für Bad-Salzhausen mehr Reklame gemacht werde. Er bitte diese 3300 Mark zu genehmigen, da hierfür auch entsprechende Einnahmequellen vorhanden seien. Abg. Köhler-Langsdorf (fr. w. V.) bittet, die Regierungsforderung zu genehmigen und wünscht die Herstellung eines Fußweges von Salzhausen nach Borsdorf. Ministerialrat Milbrand: Die Mittel für Salzhausen seien sowieso schon knapp bemessen. Würden die 3300 Mk. noch abgestrichen, dann werde man nicht in der Lage sein, der Herstellung dieses Weges näher zu treten. Abg. Weidner (fr. w. 23.) ist gegen die beantragte Streichung, um die Entwicklung Salzhausens nicht zu hemmen und besonders im Hinblick auf die Bewilligungen für Bad- Rauheim. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag unter 1) angenommen, unter 2) abgelehnt und somit die Regierungsforderung in Höhe von 56 400 Mk. unter Verzicht auf jede Streichung angenommen. Bei Kapitel 5: Holzmagazin zu Darmstadt beantragt der Ausschuß: Bewilligung der Einnahme von 15 000 Mk. und der Ausgabe von 15 620 Mk.- was debattelos angenommen wird. Das Gleiche erfolgt bei Kapitel 6: Kapitalzinsen und Sonstiges mit 71 400 Mk. Damit ist die Beratung der II. Hauptabteilung beendet. Der Vorsitzende des ersten Ausschusses teilt mit, daß der Ausschuß nach nochmaliger Beratung der Regierungsvorlage, die Neuorganisation der Geometer betreffend, zu der Ansicht gekommen sei, der Vorlage zuzustimmen. Es folgt die III. Hauptabteilung: Staatsdomänen. Bei Kapitel 7: Kameral- und Forstdomänen beantragt der Ausschuß: die in Einnahme vorgesehenen 299 018 Mk. und die in Ausgabe gestellten 133 566 Mk. zu bewilligen. Der Antrag wird angenommen. Ebenso der Alisschußantrag bei Kapitel 8: Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung mit 100 650 Mk. als Einnahme und 70 455 Mk. als Ausgabe. Zu Kapitel 8: Saline und Badeanstalt Bad-Nauheim, stellt der Ausschuß folgende Anträge: 1) in Einnahme 783 000 Mk., 2) in Ausgabe unter Abstrich der für den Vorstand der Badedirektion in Titel 1 geforderten 6000 Mk. unb der in Titel 8 vorgesehenen Ablieferung an den Kurfonds mit 77 630 Mk., den Betrag von 599 370 Mk. zu bewilligen. Hierzu führt Finanzminister G nauth aus: Der Finanzausschuß schlage heute einen Radikalschritt vor, die Kassierung des ganzen Kurfonds. Für ihn liege der Schwerpunkt seiner Sorge in der Befürchtung, daß Bad-Nauheim durch die vollständige Beseitigung des Kurfonds in eine ungünstige Lage hinsichtlich der Befriedigung seiner Bedürfnisse kommen werde. Früher seien alle Aufwendungen für das Bad lediglich aus den Erträgnissen des Bades selbst ohne Belastung der Staatskasse bestritten worden und im letzten Jahre seien sogar noch 100 000 Mark in die Staatskasse geflossen. Aber daraus erwachse auch für den Staat die Pflicht, bei außerordentlichen Herstellungen auch einmal in die eigenen Taschen zu greifen. In Bad-Nauheim sei die Lage infolge der Spekulation mit Rücksicht auf die zukünftige Entwicklung des Bades etwas kritisch und schon aus lokalen Gründen halte er es für besser, wenn auf die Aufhebung des Kurfonds diesmal verzichtet werde. Bei dem Budget habe man beklagt, daß es auf schwankenden Erträgen basiert sei, wenn man nun den Kurfonds in Höhe von 77 000 Mark aufhebS und bann noch weitere 100000 Mark herausziehe, so werbe bas Bad mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Mit Aufhebung des Kurfonds werde man einen Schritt tiefer in die Schuldenwirtschaft machen. Auch das heutige Budget ermögliche es, die Ausgaben für Bad-Nauheim aus eigenen Einnahmen zu bestreiten. Fiele der Kurfonds weg, so werde dies für die Zukunft nicht mehr möglich sein unb man müsse mit Forderungen an die Kammer kommen. Dies sei die bedenklichste Seite der Sache. Der Ausschuß habe in seinem Berichte erwähnt, daß nach Ablauf des künftigen Etatsjahres der Kurfonds nur noch 69460 Mark betragen werde. Dies Besuch in Kopenhagen. In der Hauptstadt Dänemarks werden im März die Königin von England und die Kaiserin-Witwe von Rußland anläßlich des Geburtstages des dänischen Königs zusammentreffen. Es ist bekannt, daß die Mutter des Schwagers unseres Großherzogs, von der man behauptet, daß sie zu den deutschfteundlichen Fürstinnen nicht zu zählen ist, m früheren Jahren mit Angelegenheiten der hohen Politik sich befaßte und dieser mit Vorliebe in der Residenz am Sunde oblag. Die diesmalige Besuchsreise der Mutter des Zaren dürfte solcher Begleiterscheinungen entbehren, denn, welcher Art immer die Gründe sein mögen, ein politischer Einfluß der Fürstin ist in den letzten Jahren nicht mehr erkennbar gewesen. Hingegen erscheint einigermaßen auffällig, daß weder der Zar, noch König Eduard am Geburtstag des greifen Königs Christian in Kopenhagen sich einfinden werden. Sollten die Herrscher mit einer gewissen Absichtlichkeit das Zusammentreffen vermeiden, vielleicht in Rücksicht auf eine Verstimmung, hervorgerufen durch den Abschluß des englisch-japanischen Bündnisses? Die russische Regierrmg hat zwar — durch ihren Vertreter in Peking — gelassenen Tones erklärt, dieses Bündnis verrücke die Linien der russischen Chinapolitik nicht im mindesten. Aber es läßt sich andererseits wohl denken, daß Pikolaus II. von diesem Schachzug Englands nicht gerade angenehm berührt wurde; hat er doch, seiner Zusage gemäß, der englischen Regierung während des südafrikanischen Krieges keinerlei Schwierigkeiten in Ostasien bereitet. ungehörige Kanzelsalbung zu Schulden kommen ließ. Ten Regierungsrat v. Keller gab Herr Schneider dezent, aber doch wohl nicht allen Situationen entsprechend und in den Verlegenheitsszenen verlegener als nötig und glaublich; hier fehlte ihm vor allem die „korrekte" Selbstbeherrschung. Dieser Herr v. Keller war viel sympathischer als der Sudermanns. Die wenig bedeutenden übrigen Partien wurden von den Damen v. Hellbronn, Kruse, Brandan 2c. und den Herren Zoder, Sandor rc. im allgemeinen nach Wunsch reprä- fentiert. m. MiMische Tagesschau. Deutschlands auswärtiger Handel im Monat Januar. Nach den amtlichen Nachweisen über den auswärtigen Handel des deutschen Zollgebiets ist die Einfuhr im Januar dS. Jahres ohne Berücksichtigung der Edelmetalle um 418 806 Doppelzentner geringer gewesen als im Januar 1901, die Ausfuhr dagegen war im Januar ds. Jahres um 595182 Doppelzentner größer als 1901, aber noch immer 64 237 Dz. geringer als 1900. Die Einfuhr belief sich im Januar d. I. auf 29 669 557 Dz. gegen 30 484 363 Dz. im Jahre 1901 hebliche Mehreingänge auf, von Weizen wurden 1 503 905 Dz. (gegen 1312 988 im Januar 1901), von Roggen 755 390 (492 781), von Gerste 951 625 (667 981) Dz. eingeführt. Di. Ausfuhr von Weizen, die im Januar v. Jahres 198 339 Dz. betrug, ist auf 30 092 Dz. zurückgegangen. In diesen Zahlen spiegeln sich die Ernteergeb- tufle des vorigen Jahres wieder. In Frankfurt a. M. soll die oberste musikalische Leitung der Oper in die Hände des Dr. Kunwaldt-Halle gelegt werden. Wenn sich die Meldung bewahrheitet, kann man gespannt sein, wie sich die Stellung des 1. Kapellmeisters Dr. Rottenberg dann gestalten und welcher andere Kapellmeister ausscheiden wird. Brüssel, 27. Febr. Das Theaterstück Electra, besten Aufführung in Spanien bekanntlich große Tumulte hervorrief, ist ins Vlämische übersetzt worden und wird am nächsten Sonntag im hiesigen Volkshause zur Aufführung gelangen. Petersburg, 27. Febr. Das Befinden Tolstois ist befriedigend. Die Lösung des Entzündungs-Prozesses schreitet fort, doch ist die Schwäche noch groß. folgt Kap. 4: Badeanstalt Salzhausen. Der Ausschuß beantragt: Organ besitzt sonst viel Schärfe und Kraft, die „über die Kraft" des Gewöhnlichen geht. Die Magda ist äußerlich eine seltsame und so nirgend anders als in der Kunstwett bestehende Mischung von großer Dame und Bo- H6mienne, nicht reine femme du monde, aber noch viel weniger der leiseste Anflug von demi monde. Frl. Schroth bemühte sich wohl diese eigenartige Erscheinung in der Gesellschaft zu gestalten. Daß aber die Magda als Tochter eines höheren Offiziers und als Künsllerm von Weltruf eine Meisterin der Formen vornehmer Gesellschaftskreise ist, daß sie als feiner organisiertes Wesen dem Prätensiösen abhold sein muß, überging Frl. Schroth. Sie betont nach unserem Empfinden zu scharf die doch mehr äußerlich angenommene als innere Brutalität der Lebensanschauung. An Magdas Größe und künsllerische Hohett zu glauben, ist bei ihrer Darstellung in den Szenen höchster Leidenschaft, in denen sie die Seele des Weibes auskehrt, schwer. Talent und Routine aber besitzt Frl. Sch., sie ist zweifellos eine Künstlerin, die viel tonn, und der lebhafte Beifall, der ihr zu Teil ward, war nicht unberechttgt. Für den Oberstleutnant a. D. Schwache, diesen mitleidswürdigen Haustyrann, setzte Herr Ramseycr sein Können mit allem Eifer ein. Er bewahrte die .echte Selbstbeherrschung in dieser sonst leicht zu Uebeurcibiirgon verführenden Rolle und zeigte mehr Lebensechtheit als die Sudermannsche Figur erwarten läßt. Herr Ger lach war ein edler, sanft und ruhig zur Vernunft sprechender Pfarrer, der sich keine Gießenn Stadtthcaier. „Heimat." Am Donnerstag kam wieder emmal Sudermann bei uns zu Worte, besten neueste Dichtung „Es lebe das Leben" die Theaterdirektion nns m Aussicht stellt. Im vorigen Ä 5?“ Driesch die Gießener mit ihrer künstlerisch hochwertigen Ausgestaltung der Magda in der „Heimat" m ganz individueller Auftastung; das war keine Sudermann'sche, Figur, sondern eine geniale Künstlerin, die, längst ihrer engen bescheidenen Heimctt ent» wachsen, nach Jahren sie wiederfieht als Fremde, keine ^heaterprinzefiin an bösen, Sudermann'schen Sinne, sondern das geistig wett überragende Weib, voll freier Gedanken und reicher Wetterführung. Das Sudermann'sche, nicht das mensch. ttche Ideal für die Verkörperung der ungemein anspruchs» vollen Rolle würde eme hohe, starkwirkende Persönlichkeit mtt vollem, fteimisgebendem Sprechton sein, die durch ihr Er- schemen überall gewiffermaßen einen kleinen Wirbelwind erregt. Und doch giebt es kaum eine so trügerische Rolle für bu der Dichter schon alles gethan zu haben scheint, die suL von selbir üxclt. Frl. Phtty Schrpih, die gestern in bider JioUe ü b Gast oet uns zum ersten Mal erschien, bringt für E. Rolle r^emungsvolle. und schätzenswerte Eigenschaften mit, zunachp das Temperament und die Leidenschaftlichkeit Sobald das sogenannte „deutsche Gemüt" zum Durchbruch tommen durste, fand sie innige, weiche Herzenstöne. Ihr Der Unmut der Handelskreise über die beabsichtigte Vertagungder Börsenreform bis »um Herbst erscheint begreiflich, wenn man erwägt, daß schon ein volles Jähr verflossen ist, seit die Regierung den einleitenden Schritt zu einer Abänderung des Börsengesetzes kUnlünbigte. Im Februar vorigen Jahres erklärte der damalige Handelsminister Preußens, Br e seid, daß er die Einberufung einer Sachverständigen-Konserenz in Aussicht nci)iuen werde. Es war dem Minister nicht vergönnt, sein Vorhaben in die That umzusetzen; erst seinem Nachfolger gelang dies. Doch auch Herr Möller war schpn vier Monate im Amte, ehe er den Zusammentritt der Konferenz anberaumen konnte. Die Konferenz fand im September im preußischen Handelsministerium statt. In der Zwischenzeit, im Juni, tagte der Börsenausschuß im Reichsamt des Innern, und der hauptsächlichste seiner Beschlüsse — die Verhandlungen selb'st waren geheim — verlangte bekanntlich die Aufhebung der Beschränkungen des Termin- Landels. Vom preußischen Handelsministerium ist alsdann die Novelle zum Börsengesetz ausgearbeitet und an den Bundesrat weiter gegeben worden. Dort liegt sie noch jetzt. Minister Möller hat also gethan, was er thun konnte, um das Schiff der Börsenreform in Fahrt zu bringen. Zu Vorwürfen gegen ihn liegt kein Anlaß vor. Sind nun solche an die Adresse der verbündeten Regierungen gerechtsertigit? Es darf nicht übersehen werden, daß fettens der letzteren auf das .Zustandekommen der Zolltarifvorlage das größte Ec.oicht gelegt wird . Die Börsennovelle teilt eben das Schisllal der preußischen Kanalvorlage; auch sie muß zurücktreten, damit die Zolltarifvorlage von jedweder Belastung frei bleibt . Hätte es überdies einen praktischen Zweck, die Vörsennovelle jetzt einzubringen, da erst kürzlich ein konservanver Parlamentarier im Reichstag die vielsagende Erklärung abgab, seine Fraktion werde diesen Entwurf mtt peinlichster Gründlichkett prüfen? An eine Verabschiedung der Börsennovelle in der ohnehin nur noch kurzen laufenden Tagung wäre also gar nicht zu denken Deshalb bleibt der Regierung kaum etwas anderes übrig, die Einbringung bis zum Herbst zu verschieben, so sehr die neue Verzögerung im Interesse des Börsengeschäftes, der Bankbeamten rc. zu bedauern ift Die französischen Agrarier haben sich zu einem „Zentral-Verband der LandwirtschaftS- Syndikatc" zusammengethan mtt dem doppelten Zweck mtt allen Mitteln ein auf das Aeußerste getriebenes Schutzzoll- syftem und eme konservative Politik zu vetteidigen Sie wollen (ei ganz richtig. Aber werde nun der Kurfonds, der augenblicklich 77 630 Mark betrage, jetzt gestrichen, so werde man dadurch in die Lage versetzt, die Differenz von 8000 Mark bereits im neuen Budget durch Kapitalaufnahme decken zu müssen und es bleibe dann nichts weiter übrig, als diese Lücke durch Schuldenaufnahme zu füllen. Jin nächsten Jahre würden dann wieder weitere Anforderungen an die Staatskaffe unvernieidlich sein. Der Kurfonds diene also der Stabilität des Verwaltungsbudgets und müsse als Reservefond für das Bad erhalten werden. Abg. Weith (nL): Er bitte dringend, den Kurfonds zu belassen, da Nauheim sonst das nicht leisten könne, was es müsse. Abg. Graf Oriola (nL): Er werde die Anregungen des Finanzministers warm unterstützen. Als zuin ersten Male ein Teil der Einnahme des Bades in die Staatskasse geflossen sei, habe er damals schon diese Verkürzung des Kurfonds für bedenklich gehalten. Die Streichung sei keine gesunde finanzielle Maßregel. Gerade bei den schlechten finanziellen Verhältnissen bei uns und besonders im Reich, solle man dem Bade nicht die Garantie nehmen, daß die erforderlichen Mittel für dasselbe auch stets flüssig seien. Er könne nur auf das wärmste befürworten, deshalb den Kurfonds nicht aufzuheben. Es habe ihm große Freude bereitet, zu hören, daß die Quellen neu gefaßt werden und daß durch tie erfolgreichen Bohrungen die früheren Bedenken beseitigt worden seien. Es sei ferner sehr wünschenswert, die Arbeiten so zu beschleunigen, daß bei Beginn der Saison die Kurgäste nicht behindert werden. Er bitte die Regierung um Auskunft über den Brückenbau, die äußere Gestaltung der Quellen und bis zu welchem Termin' diese Arbeiten fertiggestellt seien. Im allgemeinen könne er das Wohlwollen der Regierung dem Bade gegenüber nur anerkennen. Abg. Jöckel (nL) (auf der Tribüne schwer verständlich) spricht gegen die Aufhebung des Kurfonds. Ministerialrat Will brand: Die Quellen hatten im vorigen Frühjahr gerade bei Beginn der Saison versagt. Die Fassung derselben sei vor 50 Jahren im Gegensatz zur heutigen Jngenieunvissenschaft erfolgt. Das Versagen der Quelle 7 sei dadurch herbeigeführt worden, daß kaltes Wasser hineingedrungen sei und dadurch das Steigen verhindert habe. Um dies abzustellen, habe man eine erfolgreiche Weiterbohrung oorgenommen und jetzt springe der Sprudel sehr gut. Schon lange sei es ein dringender Wunsch der Aerzte gewesen, neben den Thermal- und Sprudelbädern noch eine Mittelstufe einzurichten, und man habe dadurch, daß man das Wasser in gedeckten Reservoirs sich abkühlen lasse, erreicht, daß das Waffer sich kläre und mehr Kohlensäure enthalte. Weiter habe man Trinkbrunnen gefaßt, deren Waffer so gut wie das Kissinger sei. Bei dem Brückenbau habe man bezüglich des Fundaments Schwierigkeiten gefunden; bezüglich der Bassinbauten werde eine Extravorlage gemacht werden. Er könne versichern, daß sie so ausgebaut werden, wie es das Jntereffe des Weltbades erfordere. Nachdem sich noch die Abgeordneten Weith, Ulrich, Bähr und Molthan kurz gegen die Aufhebung des Kurfonds ausgesprochen haben, wird abgesfimmt. Die Einnahme von 783 000 Mk. wird bewilligt. Ebenso der Abstrich der 6000 Mk. Der Antrag auf Aufhebung des Kurfonds wird abgelehnt und somit die Regierungsvorlage mit 677 000 Mk. als Ausgabe bewilligt. Kapitel 9: Wafferwerk und Eisfabrik Bad-Nauheim, wird gemäß Antrag des Ausschusses bewilligt. Es folgt die IV. Hauptabtelung: Lotterie. Der Ausschuß beantragt: an Einnahmen zu bewilligen 14 941 430 Mk., an Ausgaben 13 962 100 Mk. Der Antrag wird debattelos angenommen. Die Hauptabteilung V wird ausgesetzt. Hauptabteilung VI: Landstände, wird debattelos angenommen. Schluß 123/4 Uhr., Nächste Sitzung Freitag 9 Uhr. Zur Irage der Bodenreform und des Kemernde- Krundeigentums liegen uns heute zwei Zuschriften vor, die wir in Nachstehendem wiedergeben. L Ihre Mitteilung über „Bodenreform" in Nr. 47 des „Gieß. Anz." werden mit dem Einsender dieser Zeilen wohl viele aus Ihrem Leserkreise aufs dankbarste begrüßt haben. Es ist nun einmal so: Die wichtigsten Aufgaben unserer städtischen Gemeinwesen, auf dem Gebiete des Bildungswesens, der Gesundheitspslege, der Armenpflege usw. können ohne eine entschlossene, von dem Schlendrian alter Gewohnheiten und Vorurteile sich freimachende Bodenpolitik nicht gelöst werden. Auch darin wird man dem Artikel beipflichten, daß das Geld thatsächlich „auf der Straße liegt", daß es sich darum handelt, die infolge des Steigens der Bodenpreise entstehenden Werte, die erst durch die umfassende Thätigkeit und energische Arden der Gemeindeverwaltungen so recht eigentlich geschaffen wurden, nicht ganz in die weiten Taschen der Spekulation verschwinden &u lassen, sondern auch der Allgemeinheit ihre Beteiligung an jener Wertsteigerung zu sichern. — Vermißt haben wir freilich einen Hinweis auf einen gangbaren Weg, der zur Besserung der diesbezüglichen, speziell auch in unserer Stadt bislang bestehenden Verhältnisse führt. Indem wir hoffen, daß der Verfasser jenes Artikels diese Lücke noch ausfüllen wird, sei hier in aller Kürze auf zwei Punkte hingewiesen, die für Die berührte Frage von Wichtigkeit sind. Einmal scheint es dringend geboten, auch liier an die Begründung eines Mieter- v er eins zu denken, der die Interessen der Mieter und einer gesunden Wohnungspolitik mit Entschiedenheit wahrnimmt. Zweitens dürfte es bei künftigen Stadt-Ver- ordnetenwahlen angezeigt sein, doch endlich einmal von dem Hineintragen parteipolitischer Gesichtspunkte und Gegensätze in das Gebiet kommunaler Fragen abzusehen, nicht mehr wie bisher den Kandidaten auf Grund seiner Zugehörigkeit zur freisinnigen, nationalliberalen ober sonst welchen Partei zu nominieren, sondern einzig darnach ru fragen, welchen Standpunkt der Kandidat zu den grundlegenden Aufgaben unserer Gemeind e- Politik annimmt, und was sich diese von dem Kandidaten versprechen dürfen. Entwinden sich die Wähler der Diktatur der alten politischen Parteien, so ist auch ^u hoffen, daß neben den jetzt in überreicher Fülle im Stadtrate vertretenen Grund- und Hausbesitzern auch Vertreter der Mieter- und der minder bemittelten Kreise in angemessener Zahl in das Rathaus entsandt Serben. — Endlich mag mit Bezugnahme auf gewisse in der jüngsten Vergangenheit lebhaft besprochene Vorgänge der Wunsch ausgesprochen werden, daß unsere Gemeindeverwaltung ihre in so glücklicher Weise begonnene Politik einer energischen Vergrößerung des städtischen Grundbesitzes zielbewußt sortführe. Kein Geringerer als Goethe hat, wohl als einer der Ersten, auf die Bedeutung des Gemeinde-Grundbesitzes für die städtische Wohlfahrt nachdrücklich hingewiesen: bei einem Besuche Heilbronns machte er in einem Briefe vom August 1797 die Bemerkung, daß die Stadt in erster Linie ihrem starken Grundbesitze ihre Blüte verdanke, und nannte es „das beste Zeichen einer guten Wirtschaft, daß die Stadt fortfahre, Grundstücke zu kaufen." H. । II. Sodann schreibt uns aus Lauterbach Herr Stadtv. Ed. Krumm: Es ist mir unbegreiflich, wie der Verfasser zu dem Urteil über mich kommt: „ich lasse die Einsicht vermissen, für die Bedeutung einer, auf den wirtlichen Wert des Bodens begründeten Kommunalsteuer-Resorm." Woher weiß der Herr dies? er wird mir kein Wort und keine Zeile nachweisen können, hie ihm als Unterlage für sein Urteil dienen könnten. Es ist doch etwas leid)tfertig, einen solchen Vorwurf gegen jemand zu erheben, für den auch nicht die Spur eines Beweises zu erbringen ist. Von der Loyalität des Verfassers darf man wohl erwarten, daß er entweder Beweise für seine Behauptung erbringt, oder seinen Vorwurf zurücknimmt. Aus Stadt uud Saud. Gießen, *28. Februar 1902. ** Vortragsabend. In dem vom Kaufmännischen Verein und Ortsgewerbeverein Mittwoch veranstalteten Vortragsabend hielt der Forschungsreifende Dr. Hugo Grothe- Wiesbaden einen Vortrag über das Thema: Von Konstantinopel ins Herz Kleinasiens, eine Fahrt auf deutscher Eisenbahn. Wenn man von Norden her, so führte der Vortragende aus, sich Konstantinopel nähert, nachdem man die reizlosen thrazischen Städte durchquert hat, ist man entzückt über die wunderbare Anmut der Gegend. Wie irrig die Ansicht ist, Konstantinopel läge gleichsam als eine Oase inmitten ober Wüsteneien, erkennt man, wenn man das eine Fülle abwechselungsreichen und wunderbar schönen Gebiets enthaltenbe Kleinasien durch- wanbert. Vor 10 Jahren war es noch eine beschwerliche, lötägige Reise von Konstantinopel nach Angora unb Konia, für welche Strecke bie Eisenbahn jetzt nur kurze Zeit braucht. Diese Bahn, bie anatolische Eisenbahn, ist durch beutsches Kapital ins Leben gerufen, unb in ben Jahren 1892—97 von deutschen Ingenieuren beendigt worben. Bis jetzt umfaßt sie ein Netz von ungefähr 1000 Km. — Ueberall sinden sich in Kleinasien Erinnerungen und Denkmäler an seine früheren Bewohner und Ureinwohner, teils nur noch armselige Reste, teils aber auch noch gewaltige, imposante Bauwerke. Eine Eigenheit des Landes ist es, daß es in sich eine nie versiegende Kraft der Verjüngung trägt. Stets neue Bevölkerung, neue Kultur. Jahrhunderte lang war es erstarrt, jetzt aber erwacht es wieder zu frischem Leben. Ein Hauptmoment dafür ist die anatolische Bahn. Redner bespricht sodann an der Hand einiger Karten die hauptsächlichen Eisenbahnlinien und geht genauer ein auf die geplante Fortführung der anatolischen Bahn nach Mossul und Bagdad. Von Konstantinopel erreicht man in 25 Minuten die Kopsstation der anatolischen Bahn, Haidar-Pascha Einen herrlichen Anblick gewahrt die Stadt mit ihren zahlreichen Kuppeln, Minarets, ben zahlreichen im Hafen liegenden Schiffen. Die Fahrt durck) das Marmara-Meer gleicht infolge der üppigen Vegetation der Ufer einer Fahrt an, >er Riviera entlang. Bei seinem Besuche im Herbste 1898, befuhr der Kaiser die anatolische Bahn bis zu dem paradiesisch schönen Hsreks. Die anatolische Bahn sucht sich nach Möglichkeit den» Verhältnissen des Landes anzupassen. Bekannt ist jo^dite orientalische Trennung der Geschlechter. Mo Frauen sind,geht der Mann aus dem Wege. Wie auf den Straßenbahnen, Dampfern re., so bestehen auch bei der anatolischen Bahn besondere Abteilungen für Frauen. Die herrliche Gartenlandschaft erstreckt sich bis zum Golfe von Jsmid. Hier hatten die Römer ihre herrlichen Villen und Bäder, von denen jetzt noch Reste erhalten sind. Hinter Jsmid wandelt sich der Charakter der Gegend. Trotziges Bergland, zuweilen richtiger Urwald, bildet die Heimat eines tolzen, kraftvollen Volkes, der Tscherkessen. Hier ließen sie ich nieder, als Sultan Abdul Hamid sie zur Besiedelung Kleinasiens einlud. Rauben und plündern gilt ihnen nicht als Schande, sondern als edles Handwerk. Auf dieses Bergland folgt eine Gegend mit fruchtbarem Ackerboden, das Gebiet des Sabandja-Sees. Hier hat die anatolische Bahn große Ländereien gekauft und sie als Musterplantagen eingerichtet. Diese reiche Vegetation erstreckts ich hauptsächlich nach Süden, indem sie dem Laufe der Saecaria folgt. „Grünes Meer" nennt der Türke dieses Land. 9hir selten W man die einfachen Lehmhütten der Tartaren. In den Thälern herrscht überall reges Leben durch die Handelskarawanen, die die Erzeugnisse des Landes sortführen. In den Ortschaften der Saecaria wird sehr viel Seidenraupen- zucht getrieben, unb allenthalben sieht man große Maul- beerpslanzungen. Allmählich wirb ber Charakter ber Gegenb terraffenartig. Die Bewohner haben hier mit großen Schwierigkeiten zu lämpfen, weil bie furchtbaren Frühlingsregengüsse enorme Zerstörungen verursachen. Wenn man riefe Leute betrachtet, erkennt man, wie falsch die Ansicht von ber Indolenz der Türken ist. Für die Stadtbewohner mag es zuweilen zutreffen, für bie Landbevölkerung sicher ntdjt Ein kräftiger, arbeitsamer Menschenschlag ist es, ber ben Bilden bebaut. Aus diesen Leuten Pflegt auch bie Türkei hauptsächlich ihre Truppen zu rekrutieren. Von hier aus erfolgt nun allmählich ber Anstieg zur anatolischen Hochebene. Für bie Bahn wirb bas Gelände hier sehr schwierig, z. B. finbet sich bei Baschkoy ein Viadukt, ber in einem einzigen Bogen von 79 Meter Weite rin Thal über- bannt Die äußeren Pfeiler haben eine Höhe von 36 Meter. Am „grauen Hügel" wird das Hochland endlich erreicht. Die Gegend wird von hier an einförmiger, ernster und melancholischer. Redner sck)weifte hier von seinem Thema ab unb gedachte der Entwicklung ber Idee beutscher Acker- bau-Niederlassungen in Kleinasien, die fein geringerer als Moltke gelegentlich seines Aufenthaltes in ber Türkei zuerst angeregt hat. — Weiter kommt ber Reisende nun nach dem durch feine, Meerschaumgruben berühmten Eskischehr. Interessant ist hier das Straßenleben Hauptsächlich ist es der Marktplatz, der die alte unb bie neue Stabt trennt, auf bem sich der Verkehr abspielt. Eigenartig ist bie Stellung der Frau. Die Straßentoilette der Türkinnen ist unglaublich geschmacklos. Jede Spur von Grazie, Figur«, nimmt sie ihren Trägerinnen. Dazu rommt noch ber dicht anschließende, das ganze Gesicht verhüllende Schleier. Ju Konstantinopel beginnt diese Unsitte des Tragens dieser unförmigen Mäntel und der Schleier zu schwinden. Der Charakter des Landes, öftlick) nach Angora, südlich nach Konia, ist wellig. Die Bewohner leben in armseligen Dörfern; bie Häuser finb ohne allen architektonischen Aus- bau, bedeckt mit Schindeldächern. Die Flüsse schwellen im Frühjahr mächtig an unb überschwemmen weithin das Land», während sie im Herbste austrocknen. Nicht immer war bas Land aber so öbe unb traurig. Ruinen zeugen von alter Herrlichkeit. In ben Bergen finden sich mächtige Grad-, denkmäler phrygischer Arbeit, so das Grab des sagenhaften Königs Midas, beffen Berührung nach ber Sage alles in. Golb verwandelte, unb bas Grab bes Nasreddin, es türfri scheu Till Eulenspiegels. Das Laub geht bann allmählich über in wellige Weide flächen, die großen Ziegen- und Schafherden Futter geben. Auch Ackerbau wird viel getrieben. Primitiv sind die Ackergeräte. Um bie Körner aus bem (betreibe zu gewinnen, wirb das (betreibe aufgeschichtqt, bann fährt ber anatolische Bauer mit Brettern, die unten mit Feuersteinsplittern besetzt finb, barüber unb. bie ©tein* splittern besorgen bann das Auskörnen. — Abwechselung in die ziemlich eintönige Landschaft bringen die zahlreichen tzeiligengräber, deren eins das oben angeführte Grab Nas- reddins ist. Kein Türke geht an einem Derartigen Grabe vorüber, ohne einzutreten und zu beten. Beim Verlassen des Heiligtums Pflegen bie Gläubigen ein Stück ihres Ge- wanbes abzureißen unb an bas Heiligtum anzubinden, baS1 baburd) ein ganz eigentümliches Aussehen erhält. Das Ende bes südöstlichen Teiles der Bahn ist die Stabt Konia. Sie liegt in einer Bodensenkung. Die reichlich vorhaiidenen Quellen rufen eine äußerst üppige Vegetation hervor. Die Häuser finb burchweg mit flachen Dächern versehen, die in ber heißen Zeit willkommene Aufenthaltsorte sind. Die Kleininbustrie ist hier bedeutend. So werben sehr hübsche Fayencesachen hergestellt. An bie Zeit der Seldschucken- herrschaft erinnern noch zahlreiche, zum Teil wohlerhaltene Moscheen. Bemerkenswert ist das Kloster ber „tanzenben Derwische", bie ihrer Verehrung für Allah in allerlei eigentümlichen Verbrehungen unb Tanzbewegungen Ausdruck verleihen. Durch weite Sanbwüsten kommt der Reisende dann nach Angora. Weithin sichtbar ist bas hoch auf bem Berge gelegene alte Kastell, währenb die Stadt sich mehr im Thale ausbreitet. Gegrünbet würbe die Stabt im vierten Jahrhunbert vor Christo durch die Galater, bann kam sie unter bie Herrschaft ber Romer. An diese erinnert noch ber Augustustempel mit bem berühmten Testament des Augustus, einer Inschrift, bie eine ganze Wanb des Tempels einnimmt. Zum Schluffe sprach ber Redner über die wahrscheinliche Zukunft ber Bagdadbahn. Noch größere Be- beutung wirb die Bahn bekommen, wenn sie erst bis zum Euphrat unb Tigris fortgesetzt ist. Vor wenigen Wochen ist ber Gesellschaft, wie bekannt, bie endgiltige Konzession erteilt worben. Wenn bie Bahn beendet ist, wirb sie ein Netz von 4000 Km. bebecken. Für Deutschland ist sie ganz besonbers wichtig, well Deutschland durch sie in diesen Gebieten unabhängig wird von England und Rußland. Zur Veranschaulichung des Vortrags trugen zahlreiche, farbenprächtige Lichtbilder in hohem Maße bet Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für seine Ausführungen. ** Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Oberhessen. Am Donnerstag, den 6. März, nachmittags 3 Uhr, findet hier im Hotel „Zum Prinzen Carl" eine Ausschußsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitglieder an fnahme; 2. Versuchsweise Einrichtung eines Wetterdienstes für eine Anzahl Orte im oberen Lahnthal im Anschluß an bie Weilburger-Zentrale (die Wetter« karte von Weilburg geht ben Mitgliedern am 5. zu); 3. Tie Ausführung von Düngungsversuchen im Anschluß an bie biesbezügliche Thätigkeit ber Versuchsstation; 4. Die Jungviehweibe Tiergarten; hier Genehmigung eines Voranschlags für Einfriedigung von zwei weiteren Schlägen- 5. Die Fohlenweibe Merlau; 6. Anerkennung der Schweinezuchtvereine Strebendorf und Eudorf, unb des Rinbvieh- zuchtvereins Ober-Horgern; 7. Ernennung von Referenten für die Hutweidenmeliorationen und für Pferdezucht; 8. Wahl eines Schiedsgerichts für die Versicherung der auf die Provinzial - Jungviehweiden auf getriebenen Rindern 9. Geschäftliches. „i" Heuchelheim, 27. Febr. Im letzten Jahrzehnt sind in unserem Orte nicht nur ganze Straßen neu entstanden, sondern nack) dem Windhof zu ist ein ganz neuer Dorfteil erbaut worden. Dem entsprechend hat sich auch die Einwohnerzahl fast verdoppelt. Ostern soll aud) wieder eine neue Schulklasse errichtet werden. Tie Herbeischaffung des nötigen Klassenraumes bildete eine ernste Sorge; es ist nun beschlossen worben, bie Wohnräume des ersten Lehrers hierfür einzurichten. Die neue Klasse wird vorerst als sogenannte fliegende Klasse auf zwei Lehrsäle angewiesen, bis die vorgesehene Lehrerwohnung erbaut ist. „z" Krofdorf, 27. Febr. Die Holzpreise haben rn bie)em Jahre einen erheblichen Rückgang erlitten. Na- mentlid) sind es die Stammholzpreise, bei denen ein ungewöhnlicher Niedergang zu verzeichnen ist. Vor zwei Jahren würbe ber Kubikfuß Eichenstammholz nicht selten mit mehr als 2 Mark, ja sogar bis zu 2,90 Mark bezahlt. In biefem Winter wurde bei Stämmen mittlerer Güte ber Kubikfuß mit kaum mehr als 1,50 Mark*bewertet. Auch die Brennholzpreise sind im allgemeinen gegen das! Vorjahr ziemlich gedrückt. A o. Wetzlar, 27. Febr. Die Vertreter der Regierung, die in diesen Tagen in unserer Stadt weilten, haben mehrere Plätze für die Errichtung eines Seminars unb einer Präparanbenschule in Augenschein genommen. Sollte das Stadtverordnetenkollegium sich zur Annahme ber staatlicher) eits gestellten Bedingungen bereit ^erklären, so würde bereits Ostern bie erste Klasse bes Seminars in vom Staate zu mietenbeii Räumen errichtet unb dem bereits beftehen- ben Präparcmbenkursus eine zweite Klasse ungegliedert gingen, 27. Febr. Der jüngst in Passau verhaftete Äroat Kovac, der in ber Nähe von Koblenz einen Buchhalter niedergeschlagen und denselben beraubte ift nunmehr aud) beschuldigt, in ber Nähe von Kempten vor einiger Zeit einen Morb begangen zu haben und M>ar in Gemeinschaft mit nod) anberen Personen seines Gelichters. Wegen bieses Mordes befinben sich auch eine ^iMhl anderer Personen in Untersuchungshaft. Wie jetzt jefannt wirb, würbe bei bem verhafteten Räuber eine Summe von über 2000 Mark tiorgefunben, welche kon- i^iert würbe. Auch sand in der Wohnung bes Kroaten, der bei ben Bahnarbeiten in der Nähe von Kreuznach be)chaftigt war, eine Haussuchung .statt und wurden in bem Bett des Beschuldigten nod) weitere 2700 Mark verdeckt vvrgefunben. Das Geld rührt von dem von ihm Verübten Raubanfall her. 'leier. < -^ich L WS "«« 1 °°« Es "g° Si-,1». !"»* u>ü> 2cbas- öetriehen. .aus dem Uchlchtqt, ?Ie unten dre Stein, 'ix ung m Deichs gen W)rabt : : .lhres °wden, das • Das l^de itOTiifl. orhandenen )ttvor. Die rsehen, die ' H Die ehr hübsche Mchuäen* 'hlerhaltene /'tanzenden erlei eigen- ■i, Ausdruck lsende dann dem Berge l mehr im im vierten nn kam sie innen noch ftament des )es Tempels :r die wahr* größere 'ist bis zum gen Wochen : Konzession vird sie ein ijt sie ganz i die; en Ge* zland. Zur che, färben« cher Beifall ;en. für die i 6. 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S" 2> ’*•' c C •• G c 22 -c 3 5 ZK« “ vO <—' G> C an CD an 'S' E en _E ^2 54—> 'S' c ct * Z a» 2 o >S"CQcQ e »e -c *T7 c 5 • o N.°2 E tu VD E E E •E 3 an a> S ^CQ E « CD E C 7* an - äpg • CD » O &S-. . «N K o . 03 — O E vö- C iED O $-» • E© —1 C c*tr^ 2-C ? r— ■" 5 L •EL .'S. u b H en E u> 5 « x> DE-43' ®g .8 E ,a a .8 a .8 ,a CO o" o Ä « .®3 ►Q tu E E en *E c SS L v CD C W tu CD -C C2 E C w A 8 sr 2, '*o E CD u tu CD IS CO co g c uO E c s *ß R E jQ C co :O G E >b ö- uT Q- L -2 DC E K L) o vO Z 2 o uc E CD C M "e 8 c x> g5 lö E o « ‘>S o o o o t> >O SO O N s r§ E Z CD u C-V E -2 s -CO 2 § o o » es vo . H S iS) rf3 E t- Z CO CD _ E ."E C o - Ä ö _ c *g'^1 L) oj i OD e a E CD E CD C o L- "o >b *8" u C .'S00 'S' w Tr’p tu E §• Ä c « 'c b c E -c O j&® § 3 s ’ . *E — "*5 o St -E - a'^o « «*- (j) rH O KR Crf c % E S .52 c» AL. o o g^e . d an O CD .2 2 >e = E^g E ,E S> w N -LA E^c sS a.E e ”5v L§I SL O ,2D E o SS ««■» «**■■> c®«* CQ eX E =° - >ti m E c c 5-- E CD.~ — 'S Bekanntmachung. Die nachstehende von Großh. Amtsgericht Gießen erlassene Mentllche Aufforderung bringen mir hiermit zur allgemeinen Sciuüniä. Gießen, den 24. Februar 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Oeffentliche Aufforderung. Im Verfahren betr. Legalisierung des Grundbuchs für die Gemarkung Gießen hat die Stadt Gießen die Einschreibung folgender in der Gemarkung Gießen gelegener bis jetzt nicht katasirier- rer Grundstücke auf chren Namen im neuen Grundbuch beantragt. Flur 1 Nr. 1440 Straße Flur 23 Nr. 269 Weg N 1 M 1448 ff (Maigaffe) tt 23 270 W 1 M 1454 ff tt 23 271 W 1 H 1455 H (Weidengasse) 23 273 (Alte Mar v 1 w 1156 99 (Triller. burgerslraßc- gäßchen) 23 274 * 1 w 1461 99 t! 23 275 W 1 w 1468 99 (Braugaffe) II 23 ee 276 (Mittelweg) H 1 u 1473 H tf 23 2767,0 n 1 H 1475 n (Dreihäuser. 23 277 gaffe) 24 ft 352 » 1 99 1478 tt (Sonnen- tf 24 ft 353 (Alte Mar1479 straße) burgerstraße) w 1 N 99 (Kaplanei- ft 24 ff 354 (Mittelweg) gaffe) 24 355 w 1 tt 1480 99 (Schloßgaffc- 24 356 w 1 W 1485 N (HuudSgaffe) 24 358 N 1 n 1491 N 24 360 1 1492 (Rittergaffe) 26 175 w 1 9t 1494 99 II 27 171 w 1 99 1502 w (Tiefenweg) 27 172 M 1 99 1508 99 (Teufelslust. 27 173 gärtchen) 27 174 V 1 99 1509 n II 27 177 N 1 99 1527 II (Große 28 299 Mühlgaffe) 28 300 rr 1 9t 1528 H Kleine 28 301 Mühlgaffe) 28 302 R 1 99 1529 II (Gäßchen- 28 303 n 1 H 1533 n ^Sandgaffe) 28 305 n 1 H 1534 II 28 306 ff 1 ff 1557 II (Gäßchen) 28 307 ff 1 ff 1565 99 28 308 ff 41 ff 3 99 (Schiffen. tt 28 314 bergerweg) II 28 II 315 (WiSmarer- w 42 tt 2 W II (weg) ff 2 tt 300 Weg ft 28 ff 316 n 2 tt 310 tt II 28 tf 317 tt tf 4 A N 438 470 357 361 441 170 tt ff 28 ff 321 ii (Leimen- r 4 p. 9t tt kauterweg) ff n D 5 M n tt tt (Aulweg) ff 28 tt 322 ti (Krofdorfer- weg) ff n 6 7 99 w rr tt (Aulweg) * II 28 ft 325 tt (Krofdorser- weg) * ff 7 7 99 n 1„ ii 24 tt 359 „(Flutgraben). 38 400 „ ii 25 n 151 ff 38 401 „ 25 152 38 II 4017io „ n 28 u 304 „(Edergraben). 38 II 402 „ ii 28 rt 319 99 38 II 404 „ H 28 ii 324 99 38 405 „ 28 331 38 406 „ 28 334 99 II 38 II 407 „ (Der große n 28 ft 335 Grasweg). tt 28 ft 336 99 n 38 II 409 „ (Der große tt 28 ft 337 99 Grasweg). H 28 ff 338 99 38 411 „ ii 29 144 39 911 „ H 29 ff 145 99 II 39 99 912 „ n 29 tf 146 99 39 917 „ 29 147 99 39 918 „ 29 149 39 920 „ H 29 151 99 n 54 99 57 „ (Kreisstraße n. n 29 ff 153 99 Rodgen). H 29 ti 157 99 n 55 99 11 „ (Kreisstraße n. n 29 It 159 99 Rödgen). it 29 ii 160 99 59 9 „ Stcinbacherweg). n 29 ii 162 99 25 n 153 Lahnfluß H 29 ii 164 99 26 II 180 „ tt 29 ii 168 99 26 II 180 7,0 „ tt 30 rt 115 99 27 176 „ tt 30 ii 118 99 27 II 176 7io „ tt 30 ti 120 28 311 ti 30 ii 122 28 312 „ 30 123 88 395 30 124 38 395 7io ii it 30 H 125 88 395 'Co „ ti 30 ll 128 ti 4 ll 486 Bach (Die Wieseck). n 31 •i 226 n 4 If 487 „ „ „ H 31 ti 228 ti 5 It 842 7io „ ,, h ti 31 tt 229 99 n 6 tl 133 „ „ „ 11 31 tt 231 99 ii 6 H 133 7io u ti it 31 n 232 99 tt 20 If 157 „ „ „ ti 31 ii 234 H 20 M 157 7io „ ti „ 318 „ (Lohbach). ii 31 ii 234 7io fl 28 H ti 31 ii 236 II 28 ,, 318 7io u ii 31 ll 241 tt 28 ,, 318 6Z0 „ 318’4 „ 634 „ (Kropbach). 1! 31 tf 243 tt 11 28 36 11 31 31 ii 244 245 „(Flutgraben). It n 36 38 11 11 634 7,o " 396 Mühlbach n 31 31 n 246 247 rr M rr 99 tt 38 II 396 71° 31 it 250 99 99 M 38 403 Bach (Lohbach). i> 31 251 H 57 ft 38 „ (Wieseck). ti 31 ti 253 „(Flutgraben). II 1 tf 1442 Graben (Schoor. tt 31 tt 254 graben). rt 31 it 255 II 1 11 1449 Graben (Schoor- ii 31 it 256 graben). it 31 n 258 H 1 II 1450 7,, n it 31 ii 260 11 1 II 1458 31 261 If 1 tt 1459 w tt 31 263 ft 1 It 1463 31 ii 264 If 1 tt 1465 7io H tt 31 ii 266 „ 11 1 II 1470 „ ii 31 tt 268 tt II 1 1 II 1473 „ (Stadtbach). 1474 „ „ ii it 32 32 n tt 178 179 N M 1 1490 „ tt 32 it 183 ft 1 1493 n 32 n 184 II 1 1496 ii 32 it 186 „ 1 1500 33 n 140 1 1501 „ ti 33 ti 141 „ 1 1503 n 33 it 142 ll 1 1523 N 33 it 143 tl ff 1 11 1538 „ (Die Bach). It 33 33 ti 144 145 148 149 152 153 289 290 292 293 408 II n M tt M * 11 11 H 11 1 1 1 1 1 1 1 1 1 tt ft II tt tf n it H ll 1539 „ (Bach). 1540 „ „ 1547 „ (Die Bach). 15477iO „ 1549 „ 1561 7io „ 1562 „ 1563 1570 „ (Schoor« It tt tf ff tt tf 11 If 33 33 33 33 37 37 37 37 38 H H II H 11 It tl II 1! II tf ff II II H ft tl ff 1 II graben). 1571 „ (Schoor. II 1! 38 38 It II 410 412 n tt 11 1 11 graben). 1575 „ rt n 38 38 II 418 414 M 1! W 2 •f 305 „(Flutgraben). 38 415 n n 2 II 306 39 918 N 2 II 307 „ 39 915 it II 2 rt 309 „ 39 916 tt M 2 it 311 „ 39 919 ti 11 2 it 313 „ 39 921 tt 11 3 H 312 39 922 ti ft 8 H 382 „ 39 923 tt H 8 II 386 7io » 39 924 ti H 8 II 387 39 925 t> 11 8 •I 388 39 926 It 8 11 391 „ (Flutgraben). 54 58 ii tl 10 II 221 „ 54 59 H 10 It 222 „ (Barres. tt 54 II 69 y graben). tt 64 II 69 Vio Alle diejenigen, welche Ansprüche cm jene Grundstücke erheben zu können glauben, werden aufgefordert, dieselben binnen 6 Wochen vom Tage der Einrückung an bei unterzeichnetem Gericht gellend zu machen, widrigenfalls die Einschreibung der genannten Liegen- schäften im Grundbuch auf den Namen der Antragstellerin mit dem Erwerbtitel „Ersitzung" erfolgt. Gießen, am 17. Februar 1902. Grobherzogliches Amtsgericht, gez. Keller. Kleinkinder-Mewahranstalt. Von dieser Woche an sollen die Beiträge für unsere Lln- stalt in 1902 erhoben werden. Die Erhebung geschieht durch unsere Anstallsdienerin Käthchen Hofmann, die außer der neuen Geberliste auch die vorjährige mit sich trägt. Niemand sonst ist zur Erhebung der Beiträge berechtigt. Wir bitten zunächst um die Beiträge für das 1. Vierteljahr 1902; mit denselben kann nach Belieben der freundlichen Geber zugleich der Gesamt-Jahresbeitrag gespendet werden. Indem wir dies den Wohlthätern und Freunden unserer Anstalt mitteilen, bitten wir freundlichst, uns auch in diesem Jahre gütige Unterstützung gewähren zu wollen. Wir haben für etwa 230 Kinder in unserer Anstalt zu sorgen. Gießen, am 24. Februar. 1902. Der Vorstand der Meinkinder-Bewahranstalt. l>r. Naumann. 1583 I Einfache Zcklslrimmer-Mel Kleider schränke von Mk <85.— an. Bettstellen „ „ 15.— „ 1141 Waschkommoden „ 15.— „ Fritz ißwack, Betten-Gesehätt tfn£MW. "HoLz-Bersteigerrrng ui Kräflicher Kbersörsterer «Lauöach. Donnerstag den 6. JÜärz d. J., nach Zusammerckunft vormittaas 9'/2 Uhr am Wolssgarten bei Freienseen: 1. im Aiegen- berg (größtenteils vorgezeigt): Buche: 90 rm Scheiter, 310 rm Prügel, 50 rm Stocke, 131 rm Reiserprügel, 90 rm Stammreiser (Schichten); 1 Birkenstamm — 0,46 cbm; 2. aus Amscnyau: 590 rm Buchen-Stammreiser (Schichten); 3. aus Stchelgarten: Buche: 8 rm abst. Prügel, 13 rm Stocke, 70 rm Reiser; Eiche, Fichte: 5 rm Prügel 2C.; 4. aus Heinzeöerg und Struth r Buche: 24 rm abst. Prügel, 48 -m Reiserprügel, 11 Lärchen von 11—22 cm Durchm. == 2,57 cbm; 5. aus A'eterswald: Buche: 11 rm Reiserprügel; Eiche, Nadelholz rc.: 26 rm Prügel (z. T. Nutzholz); 6. aus Kohe- ralo, Wtntersbcrg, Z)»ckeöu/ch und Wenzetsüopf: Buche: 150 rm Scheiter IL Klasse, 30 im Prügel II. Klaffe, 129 rm Stöcke, 125 rm Reiserprügel; Esche: 2,5 rm Prügel; 7. aus Schoruberg: Buche: 13 rm Reiserprügel; Kirschbaum: 3 rm Prügel; 8. aus verschiedenen Distrikten des Reviers Areterrseen: ca. 60 rm Buchen-Prügel II. Kl. und Fichten-Prügel (z. T. Nutzholz); 3 Eichen von 21—35 cm Durchm. — 1,25 cbm (Liesewäldchen); «Sohtreifer und «Zeshokz flächenweise. Das Holz unter Nr. 2—8, worüber auf Verlangen durch die Gräflichen "Forstwarte zu Allenhain und Glashütte nähere Auskunft erteilt werden wird, kommt mittags (voraussichtlich bald nach 12 Uhr) auf der Schreiuersmühle zum Ausgebote. Laubach, den 24. Februar 1902. 1697 Gräfliche Oberförsterei. LbeMWr Stttti fir änncrt Mißis« Bei der heute vor Großherzoglichem Polizeiamt vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen des zum Bau hiesiger Herberge zur Heimat aufgenommenen Anlehens wurden folgende Nummern zur Rückzahlung am 1. März 1902 bestimmt: I. Von £it A ä 50 Mark: Nr. 10, 20, 33, 35, 36, 38, 47, 48, 49, 60, 67, 75, 76, 77, 80, 82, 85, 90, 94, 96, 100, 101, 104, 105, 106, 107, 121, 122, 124, 125, 126, 127, 130, 134, 139, 143, 150, 153, 155, 162, 178, 183, 194, 199, 211, 216, 220, 223, 225, 232, 324, 325, 333, 345, 349, 351, 352, 356, 358 und 359, zusammen 60 Stück ä Mk. 50.— ---- Mk. 3000.—. II. Von Lit. B A 200 Mark: Nr. 3, 10, 16, 21, 29, 43, 85, 94, 96 und 155, zusammen 10 Stück 1 Mk. 200.— ----- Mk. 2QQ0.—. Die Besitzer dieser Nummern werden hiermit aufgefordert, den Bettag gegen Rückgabe der Schuldverschreibung mit Coupons vom 1. MäiH d. I. an bei dem Bankhause Arorr Heichelheim dahier zu erheben. Gießen, den 27. Februar 1902. 1698 Der Vorstand: Prof. D. Stamm. Pfarrer Schlosser. LkhmiMiHemM zu Mai«!. Zu Beginn des kommerrden Schuljahres wird mit der Errichtung der obersten (I.) Klaffe des mit nuferer Höheren MÜdcheufchule verbundenen Lehrerinnen-Seminars deffen Ausbau vollendet sein. Die erste Entlassungs-Prüfung ist für Ostern 1903 in Aussicht genommen. Die Aufnahme - Prüfung für den Eintritt in das Lehrerinnen-Seminar findet Montag den 7. April, vormittags 9 Uhr, im Schulhause der Höheren Mädchenschule statt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 15. März d. I. bei der unterzeichneten Direktton einzureichen. Dem Gesuche sind beizufügen: 1. ein Lebenslauf, 2. ein Tauf- oder Geburtsschein, 3. die Zeugnisse über bisher empfangene Schulbildung, 4. ein Impfschein. Die Bewerberin muß am 30. September 1902 das 16. Lebensjahr vollendet haben. Mainz, den 8. Februar 1902. 1242 Die Airediou -er höheren Mädchenschule unb bco zchrerjoukn-Atmiuars. i>r. Koemheld. Konfirmanden-Wäsche in grösster Auswahl zu billigsten Preisen. 1588 Fritz Nowack, Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik. Kunst-Ausstellung. im Turmhaus e am Brand " ist täglich, mit Ausnahme Samstags, von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. An Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. — Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. 116 Wegzugshalber verkaufe ich mein Wohnhaus, Scheuer, Stassung, vorschriftsmäßiges Schlachthaus geeignet zu Wirtschaft und Metzgerei rc., sowie Ackerland gegen günsttge Zahlungsbedingungen. 0754 Hermann Weinbes^ Mendorf a. v. Lumda.