Nr. 23 . Erscheint tSgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blättcr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Bei lag der Brühl'sch». Unwers.-Buch- u.Stein druckerei (Pietsch Erbe» Redaktion, Erpeditio.r und Druckerei: Schulstraße 7 Adresse für Depeschen. Anzeiger Gießen. FernsprkchanscblnßNr.51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 28. Januar 15)03 GieMtrAimiger ** General-Anzeiger ** **' Amts- und Anzeigeblatt für -en Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 75Pf.,viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen inonatlich 65 Pf.; durch die Post Nlk. 2.— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormtltags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Ps, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wtttko: für ,Stadt und Land'' und „Gerichtssaal": R.D i t t* mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Einladung zum Aezuge des chießener Anzeigers. Drtrch seine Reichhaltigkeit, die zahlreichen Original- Meldungen aus Stadt und Land, die ausführlichen, jeder Großstadtzeitung gleichwertigen Berichte über die Reichstags- Verhandlungen in besonderem Parlamentsblatte, den großen Depeschenteil u. s. w. ist der Gießener Anzeiger zu einem ersten Provinzblatte herangewachsen. Wir werden unermüdlich an dem weiteren Ausbau desBlattes arbetten und alle berechtigten Wünsche unserer Leser nach Dlöglichkett berücksichtigen. Daß unsere Bemühungen in reichem Maße Llnerkennung finden, beweist bas fortwährende Steigen unserer Abonnentenzahl. Zum Bezüge für die Monate Februar und März laben wir hiermit höflichst ein. Bestellungen nehmen alle Zeitungsträger, Zweigstellen, Postanstalten und die Expedition entgegen. Hochachtungsvoll Verlag des Gießener Anzeigers. Mitteilungen aus Schantung. Die „Mn- Bolksztg." veröffentlicht eine längere Korrespondenz aus Tsingtau vom 5. Dezember 1901, der wir folgendes entnehmen: Yuanschikai, der als Gouverneur von Schantung so viel von sich reden gemacht hat, ist zum Vizekönig von Tschlli ernannt Er hat vor einigen Tagen die Amtssiegel in Paotingsu übernommen- Da in China das Siegel als Zeichen der Amtsgewalt gilt, so ist er damtt in feine richte Stellung eingetreten. Der Posten eines Vize- rvnigs in Tschlli gilt clls überaus wichtig. Unter den wenigen Vizellmigen Chinas ist derjenige der Provinz Tschlli als der vorzüglich kaiserlichen Provinz der erste. Li-Hung-Tschang hat als Vizekönig von Tfchiü eine sehr Hervorragende Rolle gespielt, die Fäden der auswärtigen Politik liefen durch seine Hand- Der alte Wangwentschau, sein Nachfolger und jetziger Berater des Kaiserhofes, trat ebenfalls sehr in den Vordergrund der öffentlichen Gr- eignifse. Yuanschikai kann also mit seiner Beförderung zufrieden sein und mag jetzt zeigen, ob der Ruf der hohen politischen Begabung, der in der letzten Zell von ihm ausging, begründet ist. Als Peyangtatschen (Handels- Minister der nördlichen Stufte) geht sein Einfluß über die Grenzen der Provinz Tschlli hinaus. Gr wird feine Residenz wohl, wie früher Li-Hung-Tschang, in Tientsin aufschlagen. Man muß es Yuanschikai nachrühmen, daß er es wie wenige verstanden hat, allen an ihn gestellten Anforderungen gerecht zu werden und vor allem die schwere Aufgabe zu lösen, bie- Ausländer und zugleich das chinesische Voll zu befriedigen. Es war in der That kein angenehmes Erbe, das Mhsien chm bei seiner Amtsenthebung hinterließ. Schantung war von Boxern durchseucht, halb im Zustande des Aufruhrs. Die Ausländer bauten eine Eisenbahn und eröffneten den Bergbaubetrieb, obwohl noch feine Verträge mit der Provinzialregierung abgeschlossen waren. Jüan trat in diese Verhältnisse hin- elli. Zn wenigen Wochen hatte er die Boxerunruhen gedämpft, ohne viel Blutvergießen war er mit den Banden, die sich für unüberwindlich hielten, im Handumdrehen fertig. . . . Unangenehm und in etwa besorgniserregend ist der Umstand, daß Inan seine wohldiszchlinierten und zuverlässigen Soldaten aus Schantung nad) Tschlli zieht. Außer in der Nähe von Weihsien ist von den Truppen des Yuan in Schantung wenig mehr zu sehen. Yuan wird dieselben in dem von Räubern und Marodeuren schrecklich heimgesuchten Tschlli wohl gebrauchen können, schon jetzt hört man, daß er mit eiserner Hand Ordnung schaffe, aber Schantung kann auch der schweren militärischen Faust nicht entbehren. Das Räuberunwesen schießt bei jeder Verminderung des Druckes sofort ins Kraut Im übrigen ist es jetzt in Schantung recht ruhig und friedlich. Die Ernte ist für die Hälfte der Provinz gut ausgefallen, die andere Hälfte hat teils unter Ueber- schwemmung, teils unter Dürre stark gelitten. Der Eisenbahnbau macht mächtige Fortschritte. Die Erdarbeiten für den Damm sind schon bis Tsinanfu vergeben. Am 1. Dezember wurde unter Sturm und Schneegestöber die Eisenbahnstrecke Kaumi-Tschangling erönnet; damit ist also die eröffnete Strecke schon über die 90 Kilometergrenze in das eigentliche selbständige Schantung vorgedrungen. Seitdem eine vierte Klasse eingestellt wurde, benutzen auch die Chinesen in ziemlich großer Anzahl die Eisenbahn- Der Handelsverkehr nach Tsingtau hin ist noch recht flau- Die Kaufleute im Innern haben meist noch keine Geschäftsverbindung mit Tsingtau angeknüpft. Infolgedessen hört man auch in Tsingtau über Geschäftsflaue klagen. Hoffentlich ist das nur ein vorübergehender Zu- sttrnd- In Kaumi, dem äußersten vorgeschobenen Posten der Interessensphäre, wird eine Kaserne („Truppenunterkunfts- raum" heißt es offiziell) gebaut. Das ist also ein offenes Zeichen, daß man die Interessensphäre deutscherseits ernst nimmt Yuanschikai hat seiner Zell gegen den Kasernenbau protestiert, aber schließlich doch seine Zustimmung gegeben. Bislang .sind die Truppen in Kaunll in der Prüfungshalle untergebracht Die Häuser sind recht geräumig, aber wie cllle chinesischen Häuser wegen ihrer Feuchtigkeit und chrer ganzen Einrichtung für europäische Truppen unbequem- Politische Tagesschau. Ein Aufruf an die deutschen Tabakarbeiter wird im „Vorwärts" veröffentlicht Es heißt darin: „In der Reichstags-Silmng vom 8. Januar d. I. äußerte der Reichsschatzsekretär v. Thielmann bei Gelegenhell seiner Etatsrede: „Zum ersten Male muß, das Reich zur Bilanzierung des Etats zu einer Ergänzungs-Anleihe schreiten, um lausende Ausgaben aus der Anleihe zu befriedigen." Er schloß diese Rebe mit folgenden Worten: „Meine Herren! Wenn der wirtschaftliche Niedergang an hält und der Rückgang der Einnahmen sich weiter fortsetzt, so werden Sie nicht umhin können, neue Einnahmequellen zu bewilligen, nicht aber solche wie den Börsenstempel, sondern Einnahmen, die wirklich zu Buch schlagen, und da stehen an erster Stelle die Worte: Bier und T a b a k." Mit dieser Ankündigung des Schatzsekretärs ist die kurze Ruhe, die der Tabakindustrie seitens der Reichsregierung vergönnt war, auss neue in Frage gestellt und neue mv- enblich 'schwere Kämpfe stehen uns bevor. Sell ca. 35 Jahren sind ber Tabakinbustrie seitens der Regierung nur kurze Ruhepausen vergönnt worben. Wie unenblich schwer bie Industrie hierunter gelitten hat, beweist ber gegenwärtige Stanb derselben; es ist Thaitsache, daß die Tabakarbeiter zu den schlechtgelohnteften der ganzen Industrie-Arbeiter gezählt werden müssen. Wie sich die Sage der Industrie und der in derselben beschäftigten Arbeiter in der Folge gestalten werde, wagen wir bis jetzt nicht auszumalen; sollen doch Einnahmen geschaffen werden, welche „wirllich zu Buch schlagen", mit anderen Worten also ungeheure Summen ergeben sollen. Wie schnell diese Worte des Schatzsekretärs Gehör gefunden haben, beweist der sofort in ber Zolltarifkommission bes Reichstages eingebrachte Antrag bes Freiherrn v. HeylzuHerrnsheim : ben Zoll auf auslänbische Tabakblätter von 85 Mark auf 125 Mark zu erhöhen; nahezu eine Erhöhung um 50 Proz. Wir wagen zu bezweifeln, daß diese 50 Proz. ber Regierung schon genügend „zu Buch schlagen" werden. Selbst den Fall als möglich angenommen, daß die Regierung sich mit dieser Erhöhung begnügen würde, wäre auch damll schon der Industrie ein tätlicher Stoß versetzt, und unsagbares Elend und Not über die Arbeiterschaft verhängt. Tabakarbeiter Deutschlands! Darf solches geschehen? Wll antworten: Nimmermehr! Der Tabakarbeiter Kongreß von 1893 hat der damaligen Kongreßkommission den Auftrag erteilt: „Für den Fall der Annahme der Tabak-Fabrikab- steuer oder einer späteren geplanten Mehrbelastung des Tabaks weitere Maßnahmen zur Wahrung der Interessen! ber Tabakinbustrie zu treffen." Diesen Zeitpunkt erachten wir für gekommen." Schwer, unendlich schwer wird der uns aufgezwungene Kampf werden. Soll er siegreich durchgeführt werden, so ist ein einheitliches Handeln unbedingt notwendig; es kann nur bann geschehen, wenn wir biesen Kampf systematisch organisieren. Kollegen und Kolleginnen, organisiert diesen Kampf in folgender Weise: Beruft allerorts, wo Tabakinbustrie betrieben wird, öffentliche Tabakarbeiter-Versammlungen ein, wählt dort Kommissionen, die jederzeit des Rufes gewärtig seien, ebenso auch jetzt schon in ihren Kreisen anregend unb aufklärend zu wirken und gleichzeitig auch die Frage zu erörtern, auf welche Weise Geldmittel, wenn solche notwendig werden sollten, beschafft werben können. Wir fordern von Euch, daß Ihr schleunigst mit der Einberufung von öffentlichen Tabakarbeiter-Versammlungen beginnen möget, beim nur mit in solchen Versammlungen gewählten Kommissionen können wir in Verbindung treten. Alle in der Folgezeit sich als notwendig erachtenden Schritte werden Euch rechtzeitig von uns bekannt gegeben werden. Also nochmals: Organisiert den bevorstehenden Kampf! Kaisers Geburtstag. ii. Berlin, 27. Jan. Die Feier des Geburtstages des Kaisers wurde heute morgen um 8 Uhr durch einen Choral, ben das Trompeter-Korps des 1. Garoe-Dragoner-Regiments von ber Kuppel-Gallerie bes Schlosses herabtonen ließ, eingeleitet., Gleichzeitig fanb wie immer bas große Wecken statt. Alle öffentlichen unb viele private Gebäude hatten Flaggenschmuck angelegt. Um 8y2 Uhr nahm ber Kaiser bie Glückwünsche ber engeren Familie entgegen, darauf diejenigen bes engeren Hofes, des Haupt-Quartiers und ber Kabinetts-Chefs. Sodann die Gratulationen der Prinzen unb Prinzessinnen bes königlichen Hauses unb der hier versammelten Fürstlichkeiten, endlich die Glückwünsche sämtlicher Hof-Chargen, der Minister, ber Präsidenten bes Reichstages unb ber beiben Häuser des Lanbtages unb des diplomatischen Korps. — Die Kaiserin hat ihren Gemahl mit einer eigenartigen Gabe überrascht. Sie widmete ihm eine von Professor Begas ausgeführte Marmornachbildung ihrer Hand mit dem Trauring als einzigen Schmuck. Der Prinz von Wales überbrachte als Geburtstagsgeschenk König Eduards eine Copie des Pesne'schen Gemäldes Friedrichs des Großen, das sich in der Windsor-Gallerie befindet. — Die Berliner Hoflieferanten haben dem Kaiser eine künstlerisch ausgestattete Adresse gestiftet. Um lOi/t Uhr hatten sich in ber Schloßkapelle versammelt bie Botschafter, baS biplomatische Korps, ber Reichskanzler, ber Bunbesrat, bie Ritter bes Schwarzen Adlerordens, bie Minister, bie Präsibien der Parlamente und andere. Unter großem Vortritt nahten in feierlichem Feuilleton. m. Hessischer Goethebund. Man schreibt uns aus D a r m stabt: Der neue Jahrgang bes „Bunbes", dessen Gründer noch fest an seine Entwicklungsfähigkeit glauben, wurde cmgeleitet durch einen sehr wertvollen Vortag des Prof. Dr. Mannheimer aus Frankfurt a. M., ber bei der Ausführung seines Themas „Von Goethe bis Nietzsche" mit Erfolg zu zeigen bemüht war, baß gerade Goethes Erziehungsprogramm, bas wll im „Wllh Meister" besitzen, kein ausschließlich ästhetisches gewesen fei ww das ber Romantiker, und auch keineswegs auf die Züchtung des genialen Menschen a la Nietzsche hinausgelaufen lei, wie also folglich Goethes Anschauungen berufen feien bie Mitte zwischen den entgegengesetzten Strömungen unserer Tage, zwischen Individualismus und Sozialismus einzunehmeu, unb wie ber Bund, der sich auf feinen Namen getauft habe, gerabe auf biesem Felbe der Vermittlung seine lohnendste Ausgabe zu sehen hätte. Der Vortrag war, wie alle Gratisvorträge bei uns, außerordentlich gut besucht. Wenn dem Goethebund jedoch keine neuen zahlenden Vereinsmitglieder in größerer Zahl zuströmen, so hat das seinen guten Grund. Der Goethebund hat sich hier in Darmstadt in erster Linie als ein „Vortrags-Verein" aufgethan. (Tie Beranstlltung der Volksvorstellungen im Hoftheater kommt nicht auf feine Rechnung, die hatten wir vor Zähren, ehe es noch einen Goethebund gab beantragt und durchgesetzt.) Als ein solcher macht er erfolgreiche Konkurrenz dem „Volksbildungs-Verein" der übrigens noch immer Trumpf ist, und dem „Kausmän - Nischen Verein". Letzterer, ber int Vorjahre noch eine Neihe von Rebnern ersten Ranges kommen ließ, bie alter» durgs Honorar verlangten, hat den Wettbewerb fürs erste eingestellt, was wir aufrichtig bedauern. Denn wenn wir im allgemeinen auch dem Grundsätze Platos huldigen: „Das Wissen muß wie bie Liebe umsonst gegeben werden", so sehen wir nicht ein, weshalb in unseren heutigen Kultur- verhältnissen ein guter Vortrag nicht ebenso wie ein Konzert vom Publikum bezahlt werden sollte? Etwas anderes wäre es, wenn in diesen Vorlrägen, die der Goethebund veranstaltet, die Minderbemittelten säßen, aber jie werden (wir könnten das sogar feststellen) vor solchen Leuten gehalten, die für Theater, Toilette, Konzert, Ueberbrettl, kurz alles Geld haben — nur nicht für Vorträge. Und so konnte es auch oft Vorkommen, daß die zahlenden Mitglieder des Goethebundes (das war bei dem Raabe-Abend der Fall) kein Plätzchen mehr fanden, während die „Kostnitzer" breit den Saal belagert hatten. Wir werden dem Goethebund stets das Wort reden, müßten es aber nur bedauern, wenn er seine Thätigkeit auf das Vortraghaltenlassen beschränken wollte, zumal die anderen Vereine, die vor ihm mit gleicher Enisigkeit zur Stelle waren, Volksbildungs- und Kolonial- verein in erster Stelle, nicht ausgehungert werden dürfen. Die Vereine aber, welche ihren Rednern ein oroentliches Honorar zahlen müssen — und am Ende ist doch auch noch ber „Arbeiter auf bem Katheber" seines Lohnes wert — können nicht ohne Entree existtereu. Nach Schluß des Dr. Mannheirnerschen Vortrages verkündete übrigens Pros. O. Harnack den Anwesenden, baß auf Veranlassung des „Goethebundes" auch bie beachtenswerte Ausstellung: „Di e Kunst im Leben des Kindes" nach Tarm- st a b t kommen solle. Das wäre wenigstens etwas neues! — „Ein Chemiker, - unmöglich !" In einer Revue giebt .'ldols Kußmaul folgende Anekdote zum besten: „Tie große Wandlung, bie in bem Studium der Chemie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor sich ging, wird sehr hübsch durch eine kleine I Geschichte aus Liebigs eigenem Munde beleuchtet. Liebig besuchte das Gyinnasium seiner Vaterstadt Darmstadt und geriet'während dieser Zeit hinter die Jahrgänge einer alten Zeitschrift für Physik und Chemie, die ihn mehr anzog als Latein und Griechisch. Eines Tages betraf ihn der Klassenlehrer während des Unterrichts beim Lesen eines Bandes dieser Zeitschrist, den er verborgen unter der Schulbank in der Hand hielt. Er besah das Buch und ries ihm zu: „Liebig, was lesen Sie da für Bucher? O Gott, was soll denn aus Ihnen werden?" — ,,Ein Chemiker!" war die Antwort. — Halb erzürnt, halb mitleidig wandle sich der Schulmann an die Klasse: „HabtJhr's gehört? Ter Liebig will ein Chemiker werden! Ein Chemiker! Unglaublich!" — Jahre verstrichen. Liebig war Professor der Chemie m Gießen geworden und ein weltberühmter Mann. Ta führte ihn der Zufall nach Heppenheim a. d. B., ivo er seinen alten, jetzt pensionierten Lehrer, den er seit der Schule nicht mehr gesehen haue, in einer Gartenlaube sitzend antraf. Er haue dem wackeren Herrn ein gutes Andenken bewahrt und be- arußte ihn: „Kennen Sie mich noch, Heer Professor?" — Ter Alte nickte freundlich: „Ei, gewiß! Sie sind ja der Liebig und in Gießen Professor der Chemie geworden. Wer hätte so etwas für möglich gehalten!" — Mainzer Ltadtthcarer. Gegenüber der Thatsache, daß die Leiter von Provinzialbühnen in sinanzieller Hinsicht zumeist nicht auf Rosen gebettet sind, dürfte für Manchen nicht ohne Interesse sein, zu erfahren, daß nach soeben erschienenem Berichte der das kommende Jahr zurücktretende Direktor des StadttHeaters zu Mainz in der letztjährigen Theatersaison einen Reingewinn von 24,OSS Mark erzielte. Zu dieser Einnahme kommt noch der Gehalt, den Tirektor Steinbach als 1. städtischer Kapellmeister bezieht. und die Erträgnisse von den Gastspielen in Worms. (Ungefähr auf gleicher 'Jöbe dürfte die Einnahme des Direktors des tfür|tL Theaters zn Gera stehen. Tie Red. d. Gieß. Anz.) Berlin, 26. Jan. Tem gestrigen Ballfest des Vereins Berliner Presse wohnten der Reichskanzler Graf Bülow, die Minister Frhr. o. Nhembaben und Dr. Studt, Staatssekrerär Krätke und zahlreiche Bundesrarsmitglieder bei. — Während Graf Bülow mit der anmuttgenGattin Ludwig Fuldas plauderte, schrieb der Gaue die fvlgenden hübschen Zeilen an Bülow nieder: dem Stegreif: Wer berufen, die Völker zu lenken, Darf nicht stets an die Musen denken, Aber hält er sie still in Ehren, Werden sie dankbar ihm gewahren, Daß in den rauhen Kamps der Welt Mildernd der Schinuner der Schönheit fällt. Und Herrn v. Nheinbaben sagt der MoliLre-Uebersetzer aus kommandierenden .General i>e£ @?rMor^^®enerat= Kaiser Wilhelm aus. . , , , London, 27. Jan. Aus Anlaß des Geburtstages des Deutschen Kaisers schreibt der „Daily Telegraph": Dw Ueberraschimg, die der Kaiser bei seiner Thronbesteigung durch sein Auftreten auf der europäischen Bühne hervorruf, ist schon lange der Wertschätzung gewichen. Der Kaiser erregt nicht mehr Beunruhigung, sondern Bewiinderung. Die Zeitung betont die Vielseitigkeit des Kaisers und seine Sorge um die Vervollkommnung der Heereseinrichümgen und die ihm zu verdankende Schaffung der Flotte. Die Ruhe Europas, fügt das Blatt hinzu, ist nach der 14jährigen Regierung Kaiser Wilhelms II. mindestens ebenso gesichert wie je zuvor. Trotzdem hat der Kaiser eine glänzendere Rolle auf dem Welttheater gespielt, als irgend einem gekrönten Haupt vor ihm dies bei der gleichzeitigen Aufrechterhaltung des Friedens vergönnt war. — Der „Standard" schreibt: Die ersten Regierungsjahre des Kaisers wurden mit Neugier und damit verbundenen Zweifeln beobachtet, aber im Laufe der Jahre wuchs der Ruf des Kaisers als Herrscher und Staatsmann ständig. Die Be- fürchtimg, der Kaiser könnte die Neigung haben, die Empfindungen anderer Nationen zu mißachten, ist geschwunden. Er ist bestrebt, freundliche Beziehungen zu allen Großmächten zu unterhalten. Trotz mancher Versuche, in Deutschland Vorurteile gegen England zu erwecken, sind die Herrscherhäuser beider Länder in ihren herzlichen Beziehungen geblieben. — Die Times" hebt die persönliche Popularität des Kaisers a. D. I Liederhalle statt. , r ° München, 27. Jan. Zur Vorfeier des Geburtstages des Kaisers gab der preußische Gesandte Monts gestern Abend ein Festmahl, wozu u. A. die Minister und die Gesandten der deutschen Bundesstaaten geladen waren. Der Ministerpräsident v. Crailsheim brachte einen Trmkspruch auf den Kaiser aus, den der preußische Gesandte Monts mit einem Hoch auf den Bundesfürsten beantwortete. Heute ist die Stadt festlich beflaggt. Ministerpräsident v. Crailsheim überbrachte dem preußischen Gesandten die Glückwünsche der Staatsregie- i. Am Abend fand im alten Rathause ein Festbankett O Minister der Finanzen, Nahe liegt ein Wunsch uns heuer, Litte, lege keine Steuer emermab auigenenir öulvcllv uut. ■ —----- 'chüssen begann. Der Parademarsch der einzelnen Truppen-. teile erfolgte in Zügen- Offiziere und Mrlktnrbeamte der - Garnison vereinigten sich dann zu Feste sen m den Ka- ■ mos, das Festmahl der Beamten und Burger fand um 2 Uhr im Saalbau statt- Der Kriegerverein feierte den festlichen Tag durch eine Vorabend-Feier- Im Hostheater I ging als Festvorstellung bei festlich beleuchtetem Hause Webers „Freischütz" in Szene- r . . . . 0 Ullendorf a. d. Lda., 27. Jan. Gestern abend feierte der Kriegerverein den Geburtstag des Kaisers im Lüll'schen Saale unter zahlreicher Beteiligung; auch von den Nachbar- orten waren Gäste erschienen. Eine Ansprache hielt der Vereinspräsident, Kaufmann Braunwarth, die in ein Hurrah auf den Kaiser ausllang. Mit einem Hoch auf den Großherzog schloß der erste Teil der Feier. Hieran reihten sich gemeinsame Gesänge und eine Tanzunterhaltung. 8 Butzbach, 27. Jan. Zur Feier von Kais er s Geburtstag hatten heute die öffentlichen Gebäude und viele I Privathäuser Fahnenschmuck angelegt. ^.-^orrncktag faiiden in der StadMrche und in der katholischen Krrche Festgottesdienste statt, an die sich der Paradeniarsch unseres Bataillons reihte. Nachmittags fand im "Hessischen Hof das offizielle Festessen statt. Daran schlossen sich abends! hübsche Kaiserfeiern unserer Mannschaften. h. Reichelsheim i. d. W-, 26- Fan. Gestern wurde hier Kaisers Geburtstag feierlich begangen. Erne für die Buren veranstaltete Sammlung ergab die Summe von 14 Mark, die an den „Gießener Anzeiger" zur Uebermitstelung : an das Burenhilfskomitee abgeliesert wurden. i. Laubach, 27. Jan. Am Sonntagabend fand tm Solmser Hof eine allgemeine Kais er feier stockt. Es wechselten allgemeine iiach gedrucktem Programm gesungene Lieder, NdusiLvorträge einer auswärtigen Zbapelle, Stellung Der Kaiser ernannte den Prinzen von Wales zum Chef des Kü r a s s i e r - R e g l m e n t s Graf Geiler (Rheinisches Nr. 8). „ Unter den vom Kaiser unter dem heutigen Datum vollzogenen Personal-Veränderungen sind zu nennen: General der Infanterie v. B o ck u n d P o l a ch , kommand. General eines lebenden Bildes sowie Gesangvortrage der beiven hre-' sigeii Gesangvereine mit einander ab. Tie Festrede HE Gymnasialdirektor B a l s e r, der die Zuhörer-rm.Gerste nach, Berlin führte und bei Betrach bring der Standbilder der 'tzohernollern Vergleiche zwischen der Bedeutung dieser ern-> zclneir Fürsten zog. — Bei der Feier im Gymnasium am Montag sprach Oberlehrer Kullmann über einen Urentei des Markgrafen Albrecht des Bären, den er als Held und al§, ° - 21 ■ Im. Kaisers Geburtstag wurde gestern hier durch ein Festessen im „Frankfurter Hof ^gefeiert, zu dem Landtagsabg. Brauer im Auftrag des Fest- i komitees cingeladen hatte. Derselbe hielt auch die Festrede, die in ein Hoch auf den Kaiser ausklang, worauf Tierarzt Gerhard auf den Großherzog toastete. v Udenhause n bei Alsfeld, 27. Jan. ^er hiesige Kriegerverein beging gestern zugleich mit seinem suns- iäbrigen Stiftungsfest die Feier von Kaisers Geburtstag. Am Vormittag war offizieller Kirchgang, nackmittags bewegte sich unter den Klängen einer JJttqW" "S ein Festig durch das Dorf nach dem Psarrhofe, wo die Festrede gehalten wurde. Nach dem Gesang bet Kaiserhymne ging es zum Tanzvergnügen aus Hamels Am Abend wurden zwei Theaterstücke, „Kaiserlottchen und Veteranentreue", aufgeführt, die nut grossem Beifall von dem zahlreich erschienenen Publikum ausgenommen wurden. Eine in einer Tanzpause angeregte Sammlung für die notleidenden Frauen und Kinder der Buren ergab die I Summe von 10.70 Mk. Aus das Tanzen. In der Damenspende finden sich folgende Verse: Schönheit der Forni Ist nie fremd der Natur, In jeder wahren Kunst Findest Du ihre Spur. (Zukünftiges Motto zu den „Kunstsormen der Natur . ° Ernst Haeckel (Jena). „Gebunden" oder „ungebunden" — Nur in freier Rede wird die Wahrheit gefunden, Nur am freien Wort wird der Geist gefunden. Adols Harnack. Man wandelt nicht ungestraft unter Palmen; aber man schlummert auch nicht ungestört unter Murten. Der Ruhm wie die Liebe haben ihre Beschwerden. m , Wilhelm Raabe. Bum Schluß seien nickt ohne Wehmut die Zeilen hierhcrgesetzt Was ich bet meinen weißen Haaren Mir am längsten möchte bewähren, Ist: im Lorwärtsschreiten der Zeit Eignen Alters Vergessenheit. Ernst Wichert. vuv herzliches Glückwunschtelegramm. In der Residenz fand Gbales oe ^eauneu luuiutuuuimv Divisionskornman- eine Festtafel statt, zu der außer den Mitgliedern der deur Freiherr v. Perbandt Exz. ahnahrn. Die Ansprache königlichen Familie und noch vielen anderen eben zur des Divisionskommandeurs an die Truppen schloß mit Zeit in München verweilenden Fürstlichkeiten, der preußische einem dreimaligen Hurrah, worauf eine auf dem Ex- Gesandte Graf Monts mit den Damen und Herren der erzierplatz ausgestellte Batterie die Abgabe von 101 Sa"it- ..^ri Gesandtschaft, ferner Staatsminister v. Crailsheim, " ' "rr— -------* her einrelnen Truvven-1 ^^ogsminister v. Asch und andere geladen waren. Im Laufe der Tafel brachte der Prinzregent einen Toast auf Aus allen Teilen des Reiches gehen Meldungen über die Geburtstagsfeier des Kaisers ein.. In den Kirchen fanden Festoottesdienste, in den Schulen festliche Veranstaltungen, m den 'Garnisonsstädten große Paroleausgabe und Salutschießen statt. Später vereinigten sich die staatlichen und städtischen Behörden zu gemeinsamen Festmahlen. — Es liegen unS- folgende Berichte aus dem In- und Auslande vor: Posen, 27. Jan. Der fommatAnerenbe General des 5. Armeekorps, v. Stülpnagel, teilte bei dem heutigen Festmahle mit, daß das 5. Armeekorps in diesem Jahre große Manöver vor dem Kaiser abhalten werde. Er sprach I die Hoffnung aus, daß bei dieser Gelegenheit der Kaiser m der Stadt Posen Hof halten werde. Ermslcbeu (Prov. Sachsen), 26. Jan. Gestern abend halb 10 Uhr explodierte im Hotel „Stadt Berlin die Aeetylengas-Anlage, während der Ermslebener> Krieg er verein seine Kaisergeburtstagsfeier beging. Die Beleuchtung hatte mehrmals versagt, und als man nun un Kesselraum nach der Ursache sah, entzündete sich an dem mit- gebrachten offenen Licht das ausgeströmte Gas, und es entstand eine gewaltige Explosion, durch die der Anbau vollständig zertrümmert und auch eine Wand des Saales em- aedrückt wurde; auch wurden in letzterem sämtliche Glasscheiben zersplittert. Sogar in der Nachbarschaft sind die Dächer und Fenster vollständig zertrümmert worden. Von den im Saale anwesenden Festteilnehmern wurden gegen 30 Personen durch die herumfliegenden Glas- und Holzsplitter verletzt, u. a. wurde auch em als Kellner simgierender Kutscher stark im Gesicht verbrannt. , oer tiug. Karlsruhe, 27. Jan. Am heutigen Kaisergeburts- • den CharakterItagsfest nahmen die höchsten Herrschaften an dem Fes '• " ’ - 1 2 * * * * * 8 * * * * * * * * * * * * Gottesdienst in der Schloßkirche teil. Der Großherzog und die Großherzogin empfingen einige 50 Personen. Stuttgart, 27. Jan. Zur Feier von Kaisers Geburtstag fand heute Vormittag militärischer Festgottesdienst statt dem die hier weilenden Mitglieder der königlichen Familie auivohnten. Bei der großen Paroleausgabe wurde unter Schüssen einer Batterie Artillerie em Hoch auf den Kaiser ausgebracht. Am Abend fand ein Bankett m der Zuge die Majestäten und die Fürstlichkeiten- Der Kömg zum kommandieren- j von Württemberg führte die Kaiserin, ber Satjcr die Prm ^rleih ng oes^ (b^b ) Armeekorps; kommand. General < zessin Heinrich, der Prinz von Wales an d s , , 14 Armeekorps, Generalleutnant General-Achutant v o n - der Ersten Garde-Dragoner führte die PrinzeßFriebrich des Kommandeur der 1. Garde-Jnfanterie-Division, . Leopold- Der Kronprinz führte die Herzogui.von- ^bany, ftqic^erenbcn General des Gardekorps; General- der Groß h erzog vvii Hessen die Herzogin .-pi Schle- - jum tomma v Mvl11e, Kommandeur wig-Holstein, der Großherzog von Sachsen die ^DE ^.de'-Infanterie-Brigade, unter Beförderung zum F^drich.Carl von Hessen- Dermaler neßm Kommandeur der 1- Garde-Jnfant.- Mtar gegenüber rechts von der KaiseriN Platz- WeckerMn GenerauemnaLhnker zum Kommandeur saßen in der ersten Reche u- a. der prinz von L.aies, ^wipon, . .-^^e-Brigade; General der Jnfansterie der Kronprinz, in meiteren '&\ieitetyetit Chef des Ingenieur- und Pionier-Korps, Helm, Oskar, Joachim und die Pnnzes sarch,ZZ-senstr-ich^der 8a- wollen. . . _ . ...... cr.-j.r.o h. Rs-rblindt förÄv abnahm. Die Ansprache n Straße geben. Man erinnert sich bei dieser Gelegenheit daran, daß seit dem Jahre 1876 Wagners Tannhäuser die größten Einnahmen bei der Pariser Großen Oper erzielre. — Ans Veranlassung des Londoner Gerichtshofes hat der französische Sicherheits-Polizei-Direktor Cocaesert gestern in der Wohnung eines Bankiers eine Haussuchung vorgenommen. Der Bankier, der Vermalter mehrerer großen Bankgeschäfte ist, murde vor einigen Tagen in London verhaftet. Er wird beschuldigt, drei Millionen Francs unterschlagen zu haben. "Paris, 26. Jam Gestern nachmittag ging die * P a r i s, 27. Jan. Der Gemeinderat wird demnächst einer Pariser Straße den Namen Richard Wagner- öffnet werden kann. * Loew en, 27. Jan. Durch einen in den Werken von Dyle gestern ausgebrochenen Brand sind 650 Ar- pfad 39. — Evangelischer Kirchengesangverein. Um das störende Zusammentreffen verschiedener Veranstaltungen zu vermeiden, soll jetzt schon mitgeteilt werden, daß der Evang. Kirchengesangverein für den 9. März eine Aufführung vorbereitet, bei der u. a. eine neue wundervolle Komposition unseres hessischen Kirchenmustkmeisters, Prof. Arnold Mendelssohn in Darmstadt: .Da Christ der Herr in den Garten ging" für Soli, Chor und Orchester zum Vortrag kommen wird. Zeugengebühren. Betreffs der Entschädigungsansprüche eines gerichtlichen Zeugen und der Höhe derselben stnden sich im Publikum allerhand widersprechende Ansichten. Es dürfte daher manchem intereffant sein zu erfahren, daß nur Personen, welche „durch gemeine Handarbeit, Handwerksarbeit und geringeren Gewerbebetrieb" ihren Unterhalt suchen, unbedingt eine Entschädigung für ihre Versäumnis erhalten, andere Personen nur, wenn sie wirklich einen Erwerb versäumt haben. Die Entschädigung beträgt 10 Pfg. bis höchstens 1 Mk. für jede angefangene Stunde. Hierbei wird auch die Zeil für den Hin- und Rückweg zu dem Termin mitge- rechnet. Außerdem erhält der Zeuge die erforderlichen Transportkosten (Eisenbahn, Schiff, Straßenbahn, Omnibus), und wenn er einen mindestens 2 Kilometer weilen Weg zurückgelegt hatte, 5 Pfennige für jeden angefangenen Kilometer des Hin- und Rückweges. x Aliendorf a. d. Lda., 25. Jan. Zu der hiesigen Jagdverpachtung waren nur die früheren Konkurenten erschienen. Der Pachtpreis wurde fast um 200 Mk. in die Höhe getrieben. Die Allendorfer Gemeindejagd wird mit rund 600 Mk. verhältnismäßig immer noch niedrig bezahlt, da sie mit ihren beiden ziemlich gleich großen Jagdgebieten durch die Lumda geschieden sind, nach der Fläche zwei gewöhnlichen Gemeindejagden gleichkommt. Seitheriger Jagdpächter war Apotheker W e l ck e r, der jetzige ist Dr. W a g n e r in Londorf. Mainz, 27. Jan. Von dem großen Gelände das die städtische Verwaltung durch Tausch und Kauf von dem Militärfiskus in der Umgegend des kurfiirstlichen Schlosses erworben hat und mit dessen Planierung eben erst begonnen worden, ist bereits ein ausgedehnter Komplex an mehrere Prioatp.r- sonen zu 730 000 Mk. verkauft worden. Nach deiil feiuje- sttzten Bebauungsplan dürfen auf dem veräußerten Gelände Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 29. Januar, abends Vtß Uhr: „Der Postillion von Lonjumeau." — Donnerstag den 30. Januar"): „Carmen".— Freitag den 31. Januar: Geschlossen. — Samstag den L Februar,, nachmittags 3'/, Uhr: „Aschenbrödel". Abends 7 Uhr: „Figaros Hochzeit". — Sonntag den 2. Februar, nachmittags 3‘/» Uhr: „Aschenbrödel". Abends 7 Uhr: „Tannhäuser". — Montag den 3. Februar: Geschlossen. Schauspielhaus. Mittwoch den 29. Januar*): „'Was ihr wollt." — Donnerstag den 30. Januar, abends 7'/, Uhr: „Mamsell Pourbillon". — Freitag den 31. Januar: „Die größte Sünde". — Samstag den 1. Februar, abends 7‘/8 Uhr: .Le üeudie ae M. Poirier“. „Mono- logues*. — „Le bonheur qui passe-. — Sonntag den 2. Februar, nachmittags 3* i Uhr: „Mamsell Pourbillon". Abends 7 Uhr: „Hamlet". — Montag den 3. Februar: „Tas Glück un Winkel". *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. „Australicun" der Hambnrg-Amerttattrne von HautourH kommend, ist infolge des hohen Seeganges bei Doel, drei. Meilen von hier gestrandet- Schleppdampfer sind äütis Hilfe abgegangen. ' * Selbstmord eines KriminalschutzmanneK^ In seiner Wohnung hat der 30 Jahre alte Kriminalschutz^ mann Oskar B- in Berlin Selbstmord begangen. Die» Untersuchung ergab, daß der Tod infolge Vergiftung durch säurehaltige Stosse herdeigesührt worden war. In einem Briei nahm er in zärtlichen Worten Abschied von ferner Frau, uiid erklärte, daß er seinem Leben ein Ende machem müsse, weil er nicht weiter leben dürfe- Erst vor einend halben Jahre hatte er sich verheiratet- Was den Be-, amten zum Selbstmord getrieben hat, darüber ist bisher noch nichts Bestimmtes ermittelt worden. Ob Verfehlungen im Amte 0)11 zu dem Schritt veranlaßt haben, werden die behördlichen Recherchen ergeben- * Recht ungemütlich geht es in dem Roman, „Glück" von S. Halm zu, den die „Wormser Ztg> soeben veröffentlicht. In der Nummer dieses Blattes voar 21. d. Mts. lieft man die Schilderung eines Auftritts, wo'oeii ein unangenehmer Herr, der sich schon durch seinen Namen „Peykowsky" genügend charakterisiert, mit einem großen Messer in der Hand auf eine junge Dame, die Marga heißt, losgeht uub sie verwundet. Und nun, während wir an allen Gliedern zittern, lesen wir weiter: „Eine unbeschreibliche Szene folgte. 9)iit glasigen Augen, aschfahl stierte Kasimir auf die Gruppe, den zerschmetterten Arm, von dem das Blut unaufhörlich zur Erde floß. Sein Werk; em grelles Lachen schrillte durchs Zimmer. Man wußte nicht, war es das Lachen eines Wahnsinnigen oder ein Weinen. 2Us Robert Miene machte, die Verletzte in die Kammer zu tragen, stürzte Peykowsky zu Marga, klammerte sich an ihren Mantel und rief wie ein Verzweifelnder: Fortsetzung folgt * Vom Ho sball der Königin Draga- liebet den dieser Tage stattgehabten Hofball in Belgrad, über den die englijaje Presse ausführliche Schilderungen bringt sagt die „Pall Mall Gazette": „Jedermann tanzte, auch König Alexander, der den ganzen Abend mehr oder weniger müde aussah, aber trotzdem den Kolo, eine Art Bauerntanz, mit der Königin tanzte, und dann zu Bett ging. Selbst die diplomatischen Mauerblümchen begaben sich auf den Tanzboden. Der diplomatische Doyen, det deutsche Gesandte, tanzte mit Energie, der türkische Vertreter Ibrahim Pascha, tanzte wie ein Derwisch. Da^ bei ist die Luft voll von Gerüchten von einer bevorstehen-, den königlichen Ehescheidung und von einer Revolution- Deshalb, Mesdames et Messieurs, tanzt, so lange ihr könnt, damit, wenn der große Mach kommt, ihr wenigstens wie General Fleury, als er von dem Zusammenbruch desi Kaiserreichs bet Sedan hörte, sagen könnt: „Et pourtarct nous nous sommes diablement amuses!" (Und doch haben wir uns höllisch gut unterhalten- Red.) Spott. — Der schnellste Segler der Welt soll die neue Pacht des Kaisers werden, die jetzt in New-Pork gebaut wird. Laut den vereinbarten Bedingungen muß sie 16 Knoten machen, d. h. bei günstigem Winde 16 nautische Meilen oder 29^2 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Das wäre eine bedeutend größere Schnelligkeit, als die der meisten Dampfer. Die Pacht würde z. B. einem großen Teile unserer Kriegsschiffe an Geschwindigkeit bedeutend überlegen sein. Eisenbahn-Zeitung. Bern, 25. Jan. Der Regierungsrat unterbreitete dem Bernischen Großen Rate ein Gesetz betreffend die Beteiligung des Staats am Bau neuer Eisenbahnen. Dasselbe sieht die Beteiligung des Bernischen Staates an 22 neuen. Lrnien vor, darunter Frutigen-Brig, die Lötsch-Bergbahn, die rechtsuftige Brienzer See-Bahn, die Sirnmenthal-Bahn nach Saanen-Waadt, die Linien Münster—Biel und Münster —Solothurn. Aus Stabt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, den 28. Januar 1902. nur Prachtbauten und Villen errichtet werden. Im allgemeinen ist hier und in der nächsten Umgebung von Mainz der Grundbesitz sehr bedeutend im Preise gestiegen. Frankfurt a. M., 26. Jan. Das neu entdeckte römische Gräberfeld liegt unmittelbar westlich von den letzten Häusern in Praunyeim. Es sind auch in Heppenheim-Praunheim, sogar in der Ncähe des jetzt ausgedeckten Friedhofes, der nur Brandgräber aufweist, früher Bestattungsgräber aufgefunden worden; wie meistens in dieser Zeit, bestanden auch dort Leichenverbrennung und Leichenbeerdigniig neben einander. Die Verbrennung erfolgte nicht neben, sondern über dem Grab, indem der Scheiterhaufen über der in das Erdreich geschachteten Grube errichtet war. Die bis jetzt zu Tage gesörderteu Münzen gestatten den Schluß, bag bie Anlage des Friedhofs nicht in die Zeit zu setzen ist, da Domitmn in den 80 er Jahren n. Ehr. das Kastell zwischen Heddernheim und Praunheim erbaute, san dem in die Regierungsperiode von Hadrian, 117—138 n. Ehr. Ihm verdankte die große römische Stadt zwischen Heddernheim und Praunheim ihre Entstehung, die erst kurz nach 250 den germanischen Anstürmen zum Opser fiel. Ter Hauptbegräbnisplatz dieser Stadt war eben jenes Gräberfeld. Dieselbe entsprach jedoch an Umfang und Einwohnerzahl keineswegs dem l-euti- aen, sondern etwa dem frühmittelalterlichen Frankfurt. Die Bemerkung, daß noch teinc Ausgrabung so reiche und wertvolle Ergebnisse geliefert habe, bezog sich ledi^ttch auf die bisherigen Nachforschungen im Bereiche der Heddern- 1) ebner Römerstadt. " Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Die „Casseler Allg.Ztg." bringt folgende Notiz: „Das „Bert. Tgbl." berichtet aus Leipzig: Arthur v. Gerlach, der Leiter der akademischen Theaterabende der Leipziger Finkenschaft, ist mit Empfehlungen des Grafen Hochberg nach Paris abgereist, um Vorbereitungen für eine Reihe von Vorstellungen zu treffen, die im März ober April seitens der Leipziger Studenten in der französischen Hauptstadt geplant sind. Als Staar der Truppe wird Makkowsky mitwirken. Soweit hier etwas von der Idee bekannt ist, handelt es sich um einige Aufführungen der „Räuber". In den „Räubern" kommt unseres Wissens kein Staar vor, es kann ja aber ein solcher wohl von den ihm nicht sehr fern stehenden Finken eingeführt sein. Dampfschaluppe „Heron" infolge eines Unwetters in der Nähe von Areachon unter. Von der zwölf Köpfe zählenden Mannschaft wurde nur ein Matrose gerettet.- * Paris, 25. Jan. Die Liga für die Verteidigung der Menschenrechte hat an den Präsidenten Loubet eine Petition gerichtet, worin um die Begnadigung des Kindesmörders Briere gebeten wird., • Paris, 26. Jan. Der frühere Marineleutnant Deraison, der Verfasser des saiyrischen Romans „Mes Marittmes" hat nunmehr eine neue Duellforderung erhalten. Der Marineleutnant Du barg, der in einer in dem Roman behandelten Persönlichkett seine eigene Person vermutet, hat dem Verfasser seine Zeugen gesandt. Deraison erklärte, er werde sich mit jedem schlagen, der sich durch seinen Roman angegriffen glaube. Zwischen den Zeugen Deraisons und Dubargs sind Meinungsverschiedenheiten entstanden, weshalb das Duell vertagt wurde. * Montpellier, 27. Jan. Das Vereinshaus der hiesigen Studenten wurde gestern durch eine Feuersbrunst zerstört. Kostbare Kunst - Gegenstände sind dabei vernichtet worden. Drei Soldaten, welche sich an den Rettungsarbeiten beteiligten, erlitten schwere Verwundungen. • Petersburg, 26. Jan. Auf dem Geleise der Char- kow-Nikolajewska-Bahn wurde der Großindustrielle M. A. Kowalewski ermordet und beraubt aufgefunden. • New-Pork, 25. Jan. Durch die Explosion in dem Kohlenbergwerk zu Lostereek kamen, wie nunmehr fest- gestellt ist, 21 Personen ums Leben. * Algier, 26. Jan. Einer der verhafteten 200 arabischen Meuterer, welche demnächst wegen Aufruhrs in Mar- ghertta vor Gericht gestellt werden sollen, versuchte gestern einen Gefängniswärter zu erdrosseln. Zwei andere Wärter, die zu Hllfe eilten, wurden mißhandelt. Der Gefangene entfloh in den Hof des Gefängnisses, wo es gelang, ihn zu überwältigen. Man glaubte im ersten Augenblick an einen allgemeinen Aufstand der 200 verhafteten Araber. * Schiffsunfälle. Bei schwerem Sturm in der Nordsee ist Die russische Barke „Hansa" von Leith nach Hamburg 80 Seemeilen westlich von Helgoland untergegangen. Ter englische Dampfer „Eorsica", der ans das Notsignal herbeieilte,, aber wegen des Sturmes kein Boot aussetzen konnte, rettete den ersten Steuermann, einen Matrosen und einen Schiffsjungen, die an den Planken und Spieren in den Wogen trieben, vermittels langer Haken. Tie übrige Besatzung ist ertrunken. Der Schiffsjunge starb bald nach bcc Rettung. — Tsr Dampfer Universitäts-Nachrichten. Petersburg, 25. Kan. Der „Regierungsbote" gibt bekannt, daß die Studentenoer militär-medizinischen Akademie, um mit dem Frontdienst, dessen Pflichlen und Bedingungen sowie mit der Lebensweise der Truppen bekannt zu werden, zwischen dem ersten und zweiten Kursus einen Lagerdienst von 3'/, bis 4 Monaten bei der Front im Lause des Sommers abzuleisten haben. Vermischtes. * Mannheim, 27. Jan. Der Geschäftsführer Jakob Gunzenhäuser von der Speditions- und Getreideftrma Karl Ficks vergiftete sich mtt Morphium, nachdem er Unterschlagungen von ca. 270 000 Mark begangen hatte. * Stuttgart, 27. Jan. Eine gestern und vorgestern unter dem Vorsitz des Finanzministers von Zeyer tagende Kommission zur Beratung der Maßnahmen wegen eines Ersatzes für das abgebrannte Hoftheater sprach sich für möglichst schleunige Errichtung eines provisorischen Theaters in den oberen Anlagen in der Nähe des Kulissenhauses aus. Der Neubau des definitiven Theaters soll ebenfalls sobald als möglich in Angriff genommen werden, sodaß er binnen wenigen Jahren er- m England hervor. Diese Stimmung fei durch dar Ver- hnfti-nbeS Kaisers bei der großen nationalen Trauer Groß, bntanniens in so hohem Grade angewachsen, wie es selten a^enüber Ausländern der Fall gewesen war. Man meffe in Etnnh her Reise des Prinzen von Wales nach Berlin keine 2n'cke Bedeutung bei, doch sei sie den Engländern angenehm ntä freundlicher Austausch von Fannlienhöfttchketten. als kttunoucy Tie Reichsdeutschen in Wien ver- nnnaUcten 'gestern ein Festmahl im üotel Metropol- xen Lbrenvorsch lüyrte der deutsche Botschafter Für,t Eulen. Kara Als der Champagner kredenzt wurde, erhlch sich h^r^Lotschaster zu einem Trinkspruch aus Maner ^ranj 'm-ef ben er als edlen Freund seines Monarchen pries, als Wächter des deutsch-österreichischen Bündnis,es- Für oas Lov der Allianz fand er herzliche, geradezu u b.er> fchwängliche Worte- Er bezeichnete den Bund 'wischen Oesterreich und Deutschland als un- i iälick als ein festes Gebäude, das allen Wetter,türmen trohe Unter großer Bewegung erklärte er, daß jenen, bie an diesem Bunde kein - Freude hatten, die WofUnß de-selben nicht gelingen werde, da die.er Bund beiberi Teilen ?in liebes tz? imathaus geworden ,ei- - Die unabhängigen Abendblätter, insbesondere das „Neue Wien- Abendblatt", bezeichnen den Toast Eulenburgs alleine Er- flüruna von besonderem politi.chen Werte, die gewiß starken Widerhall finden werde- Direktor Hall toastete au, Kaiser Wilhelm, den er als Vater einer echt deutschen Fanulie, als Vater des Vaterlandes schilderte, der auch außerhalb Deutschlands die Herzen der Völker zu gewinnen verstehe- Budapest, 27. Jan. Anläßlich des Geburtstage» des deutschen Kaisers veranstaltete ber herein dn Reichs- beut djen einen Festkommers, au, dem der deutsche Ge- neraltonml, ö- Below-Schlatau, erschien und em Hoch auf Kaiser Franz Josef ausbrachte. Direktor Free» hielt eine Rede und schloß mit einem stürmisch aufgenommenen hrpimaliaen Hoch auf den deutschen Kaiser. Petersburg, 27. Jan. Der deutsche Botschafter und seine Gemahlin hatten ,ur gestern abend cm 3OO Mtt- alieber der deutschen Vereine und andere deutsche Rerchs- augehönge zu einem Festmahl eingeladen. Um Mitternacht brachte der Botschafter einen Trmkjpruch auf Kaiser ®l%arest, 27. Jan. Zur Feier des Geburtstages des deutschen Kaisers fand in der evangelischen Kirche eüi Tedeum statt, dem der deutsche diplomatische tetr et er, bie Minister, die Adjutanten des Königs und des Prinzen Ferdinand, die Mttglieber des diplomatischen Korps, sowie Vertreter der Zivil- und Militärbehörden beiwohnten. Genua, 27. Jan. Zur Feier des Geburtstages des Mauer* Wilhelm fand an Lord des Schulschiffes „Stosch" ein Festgottesdienst statt, nach dem vom Schiffe ArtMerce- jaioen abgegeben wurden- Später fand an Bord des „Stosch" ein Frühstück statt, an dem die Spitzen der Behörden telln ahmen- §djift"5nuajiiüjten. Norbbeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 27. Januar. (Per transatlantischen Telegraph^ Der Reichspostdampser „Weimar", Kapüän H. Formes, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angetommen. Litteratur. — Das Januar-Heft der Zeitschrift „Kuustgewerbe für'S Haus", herausgegeben von C. v. Sioers, Verlag oon Otto Liene- kampf, Berlin "W. 35, Lützowstraße 9, liegt uns vor und bietet wieder allen arbeitsamen Dilettanten die ausgezeichnetsten künstlerischen Vorbilder für verschiedenste Techniken. Es wäre sehr erfreulich, wenn diese eigenartiae, zweckdienliche Zeitschrift in weiteste Kreise dränge, da sie danach angethan ist, den Dilettantismus in gesunder Weise fördern zu helfen. Ihre Muster und Entwürfe, ihre Aufsätze von berufener Feder und kunstgewerblichen Besprech ungen, ebenso die technischen wie künstlerischen Unterweisungen sind stets in jeder Hinsicht anregend und belehrend. •* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Donnerstag den 30. Januar,. Dyle gestern ausgevrocyenen Vrano ,mo oyu A.r- nachmlttags 4 Uhr: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch der Ge- hetter vorläufig beschäftigungslos geworden. Ter Matertalbrüder 5litt für die Steinstraße; hier: Dispens. 3. Desgl. schaden wird auf 600 000 Frcs. geschätzt. ....._ des Fabrikanten A. Noll für die Mollkesttaße; hier: Dispens. 4. Desgl. des I. Prang für Löbershof; hier: Dispens. 5. Gesuch des Forstwarts Arft zu Forsthaus Hochwarte um Erlaubnis zur Errichtung einer Halle. 6. Abgabe von Waldstreu. 7. Die Notstandsarbeiten. 8. Anlage eines neuen Friedhofs; hier: Vergebung von Holzbüdhauerarbett für die Emporenbrüstung. 9. Errichtung neuer Schulstellen für den Beginn des Schuljahres 1902/03. 10. Antrag der Großh. Handelskammer auf Errichtung einer Krankenkaffe für Angestellte des Kaufmannstandes. 11. Antrag der Bäckerinnung auf Errichtung einer Krankenkasse. 12. Erziehungsverein im Dekanat Grünberg; hier: Erhöhung des Jahresbeittags. 13. Gesuch des L. Lüter um Erlaubnis zum Branntweinausschank nn Hause Wolkengasse 26. 14. Gesuch des Casimir Distel um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Riegel- 66 Seltersweg 66 ■ImMranb 66 Seltersweg 66 Parterre und erste Etage. h E S SSWW GWd8^ Parterre und erste Etage. Speziai« Beschütt für* Betten» B®ttwas*en und Schlafzimmer Permanente Ausstellung von 20 kompletten Schlafzimmer-Einrichtungen 486 in jeder Preislage und jedem Geschmack. Grösste Auswahl li einzelnen Bettstellen, ZröMen, Waschtischen uni ptachtschränljea. 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Nähere Auskimst erteilt das Armenamt — Bürger- NLrstereigebäude Zimmer 3tr. 4. Gießen, 21. Januar 1902. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ________Wolff. 824 ZiztikiHlchtiij Donnerstag den 6. Je- brmar t I., vormittags lOVa Uhr, soll bei Frau Gastwirt Philipp Steffan Witwe dahier die hiesige Gemeindejagd auf 6 Jahre verpachtet werden. Dieselbe besteht aus 336 Hektar Wald und 1134 Hektar Feldjagd. Der Wildstand ist ein sehr guter. Echzell hat Eisenbahnstation der Nebenbahn Friedberg— Nidda. Der Wald liegt 15 Minuten vom Bahnhof. 786 Echzell, 22. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Echzell. __________Reiz.__________ WsaMmz. Donnerstag den 6. Je- drnar, mittags 1 Uhr, soll die an diesem Tage leihfällige Jagd der Gemeinde Naunheim mit zusammen 3040 ha, davon 267 ha Wald auf dem Rathaus daselbst, auf 6 Jahre verpachtet werden. Entfernung von der Bahnstation Wetzlar (Strecke Köln- Gießen) 2 Klm. Guter Wildstand. 862 Bürgermeisterei Naunheim, 22. Januar 1902. Ker«, Bürgermeister. 8 m- Tri NMch-Mms. Dienstag den 4. Februar von vormittags 11 Uhr an 'kommen im Jnteresscntenwalde zu Weipoltshausen zum Verkauf : Distr. Kreus: 40 Eichenstämme bis zu 14 m Länge und bis 57 cm Durchmesser, 38,37 fm. Ganz besonders für Schreiner geeignet, 11 Fich- 4enstämme von 11 bis 16 m Länge und 11 bis 34 cm Durchmesser. 688 Distr. Hanick: 16 Eichenstämme bis zu 10 rn Länge und bis 33 cm Durchmesser. Für Wagner geeignet. Zusammenkunft bei Wir Rücker. Der Waldvorstand. Willershausen Hohverjieigerung Donnerstag, 30. d. Mts., vormittags von 9 Uhr an, ollen im Großen-Busecker Gemeindewald in den Distrikten Gellacker und Unter nachoer- zeichnete Holzsortimente: 37 Eichenstämme mit 14,50 fm, worunter Stämme mit 48—63 cm Durchmesser, 31 Nadelstämme mit 6,80 fm, 94 „ Derbstang. u 5,02 fm, 1515 Nadelreisstangen (Bohnenstangen) mit 7,71 fm, 64 rm Buchen-Scheite, 6 rm Eichen-Scheite, 116 rm Buchen- und Eichen- Knüppel, 9230 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reiser, 55 rm Buchen- u. Eichen-Stöcke versteigert werden. Der Anfang ist im Distrikt Gellacker, an der Dorfwiese und kommt das Stammholz zuerst zur Versteigerung. Großen-Buseck,24.Jan 1902. Großh. Bürgermeisterei Großen - Buseck. Schwalb. 831 Dohversteigerung Donnerstag den 30. Januar 1902, von vormittags 9t/? Uhr an soll in dem An- neröder Gemeindewald in der Abt. 6 Krähenholz, 7 Neuwieß und 17 Haar nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 3,6 rm Eichen-Scheitholz, 10 , Eichen-Knüppel, 244 „ Nadel-Knüppel, 5090 Eichen- u. Nadel-Wellen, dabei Durchforst.-Wellen, 101 rm Eichen- und Nadel- Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße, an der Kreisstraße Annerod—Großen- buseck. 826 Annerod, 24. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Berliner Umtuchen Kreppei Kaffee- und Weegeöäck große Auswahl in Kuchen ntth Sorten empstehlt täglich frisch in nur besten Qualitäten 561 Konditorei EL Hettler, Prim Butter 41S. Lahr, Dcrmpsmolterei Gießen. Kutscher - Verein Gießen. Sonntag den 3. Februar d. I. aöends 7 Ztyr 59 Minuten 61 Sekunden: Gross Maskenball mit mch nie dngeivesem GruDen-AOHmgen im Fes^saal (Cnse Feld). Eintrittskarten im Vorverkauf für Herren 1 Mk., für Damen 40 Pfg., Geheimkarten 50 Pfg. — An der Abendkasse: Herrenkarten Mk. 1.20, Damenkarten 50 Pfg., Gallerie 20 Pfg. Vorverkanssstellen für Herrenkarten befinden sich bei den Herren Friseuren Wahl, Neustadt; Tichy, Seltersweg; Kuhl, Wallthorstraße; Insel, Asterweg; Aff, Neuenbäue; Handschuhmacher Wirsig, Seltersweg; für Damenkarten bei Alexander Salomon & Eo., Schulstraße; für Geheimkarten bei Herrn A. Kretzschmar, Marktplatz. 829 Recht zahlreichen Besuch erwartet____________Der Vorstand« u Turn-Verein. Samstag den I Februar 1903? abends 8 Uhr 1 Min. in sämtlichen Räumen unsererTurnhalle EWA Kroßer mit Verschiedenen Oruppen-Aufführunge». Eintrittskarten nebst Geheimkarten ä Mk. 1.— bei Louis Althoff, Wallthorstraße 16, und Uhrmacher Marx, Seltersweg 34, für Zöglinge ä 50 Pfg. nur bei Richard Buchaüer, Neuenbäue 11. Rur Mitglieder haben Zutritt. 835 Der Vorstand. Keule und folgende Hage gelangt ein Posten zurückgeseftter Korsetts zu außergewöhnlich billigen Preisen zum Verkauf. Friedr. 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