•Nett u. KM WB BftrT to-r, 5 en *,;Q' Esichüttert-^ -b,®Cn*9e$b^ ;^unfPr.' 7 des ffk, i* Ä < “! »°rl $ffi0 'to A S i" eC,* '»Itttt 111 deinen Tiu ” M»J? "> eb™ And«? "M " Aus obnt A®- "" fe™' Ö *iä . mi« GK>° ji, ■en, niill T1.9® dir tb sch°° Ä« ta “S'i febei 4°* ° r° tonten, ’Ä fe M-“M J ft? Mchm-dne Öt ft? d''k W ft Wie!" $18 J ft ,D™n fie, bfeif ' mt« I» siiicht-ilichq Jt'tb dielfnch di! ih«, *Vti,b,6f.5 uno Dnginatfirmen dt -r „Materialist": anbietet - mcht hr ~|o wird er ein Diagonal durch, erungsglas nfe mb' Prüfen und braj die feststellen, Lia die 1 der Insel ftfo selbst irginia ober m Narh- dem Süden imb Osten 5 gewallige Qnan- erreichischen und Reise nach Mir > als echiehavanai In drei Klassen !tn ? importierte Altzam vnMckmn Q/M, rt; Mreitens.' Mrren, chem ober ei/ropäischem er mit einer Tecke vm büttens: Zigarren sä ans Enropa, meist aut wieder exportiert not nimm Gießener Anzeiger P. R." zufolge ist 2 bes Innern ein großem t des statist'M nfa fen ausgeMfft .anuiftberW sstanb ist noch wW'VÄ. 9-1* “Ä igen SfriM it Slritln elf liefert r° *” *7 » leret S#üHe‘ Mr »ich isten' Privat mfe Filter’ Schad' Kape^'^er wehl reißt ""ch., g^e no-h tnurc'ns'Kr i* mußte ew N ipr«f l1n ich Seschs her #rCK SK'M °b * " i1,r Zwff „ triebe»1. -jßüflii t(«n iP etne UP »',säsS r'fbet Ueb h nW Nr. 279 Erscheint täglich auBti Sonntag«. Dem «Siebenei Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt bie Siehener Familien, blätter viermal In der Woche betgelegt. ftotanonebrud u. Verlag der v r ü h l'schen Unioers.-Bach- u.Slem- b ruderet lPietich (irben) Rebaflton, (ijrpebutoti und Druderel: Schulstratze T« iUbteil« tüx Depeschenr Anzeiger Gtetzeu. |^frnlprrd)an1dilii6'J?r 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 27. November 1902 MtzenerAnzeiger ’u' General-Anzeiger ö "** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ae»n gSpret-r monatlich 75 Pi^ otertef* tfibrhd) Mk. 2.20; durch Abhole- u. ^roetgflellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Dik. 2.— otertel» iährl. auejcbl BesteUg. Annahme oon Anzeigen für die lagesnummes bi« vormittags 10 Uhr, ZetlenpretS. lokal I2Pf, auswärt« 20 Psg. Verontrvoktlich: für den polil. m. öligem. Yeti; P. Witiko: für »Stadt und Vanb* und ,®ertd)t«|oale; Curt Plato; für den An» ietqentetl; Han« Beck. Der neue hessische Landtag. ES klingt einigermaßen paradox, aber es ist eine That- stache: Die zweite Kammer hat sich vertagt, bevor sie über» Blaupt eröffnet war! Wie das? Nun, am Montag sind die Leiden Häuser deS hessischen Landtags zu ihrer Konstituierung »usammengetreten. Die zweite Kammer hat an diesem Tage Ir Präsidium gewählt und am Dienstag ihre Ausschüsse. Dann hat sie sich am Dienstag nachmittag y,2 Uhr auf ckwa eine Woche vertagt und Dienstag nachmittag nach i/,3 Ulhr sind im Residenzschloß beide Häuser deS Landtags in sckerlicher Weise mit einer Thronrede eröffnet worden. Man mag hiergegen einwenden, daS sei nur noch als eine formelle (Eröffnung zu bezeichnen — die Vertagung der Kammer ixor dieser Eröffnung bleibt als Thatsache bestehen. Die eiste Kammer hat dagegen auch formell korrekt gehandelt, mdem sie noch am Mittwoch vormittag eine Sitzung anbe- Mumte und sich dann vertagte. Wir wären auf diese Ironie deS Schicksals heute nicht bctfonberS zurückgekommen, wenn nicht die neue Kammer- mehrheit gleich in der ersten Sitzung eine lehrreiche Probe bcaoon gegeben hätte, in welcher Weise die Herren in Zu- ffanft Politik zu treiben gedenken. Die beiden Schriftführer im früheren Landtag waren der antisemitische Abg. Sch mal- ch und der nationallib. Abg. Brauer. Die Karnrnermehr» ttzkit hat nun bei der Wahl deS Präsidiums sämtliche bisherige Abgeordnete in ihren alten Aemtern wiedergewählt, luur den Abg. Brauer nicht; an feiner Stelle wurde mit 84 gegen 12 Stimmen Herr Ulrich-Offenbach gewählt, der u ufern Lesern ja zur Genüge bekannt ist. Also die große Mehrheit der bürgerlichen Abgeordneten wählte einen Sozialdemokraten in b aS Ka mmerpräsidium! Und warum? War eS etwa ein usuelles Recht der fünf hessischen Sozialdemokraten, einen Litz im Präsidium zu beanspruchen? Man kann zugeben, d-oß die Nationalliberalen ja immer noch durch zwei sich zu ihrer Partei zählende Abgeordnete darin vertreten sind, und bcibalb ruhig den dritten Platz einer anderen Parteirichtung üHerlassen konnten. Ganz recht, aber weshalb besetzte man n cht den Schriftführerposten mit einem Mitglied der Freist nnigen, denen ja doch bei der jüngsten Wahl auch de facto beri nationallib. Mandate in den Schoß gefallen sind? Weshalb mußte der neue Mann gerade ein Sozialdemokrat fein? Man erzählt sich in parlamentarischen Kreisen, daß Herr Mrich vor seiner Wahl zum Schriftführer vor die Frage ge» stt illt worden sei: „Unterziehen Sie sich, wenn wir Sie zum Schriftführer wählen, auch allen Anforderungen resp. Ffsrmalitäten des BureauS?" Ter Gefragte habe geantwortet: „Ich werde meine Pflicht erfüllen!" Darauf die Bemerkung: „Ja, diese Antwort genügt nicht, geben Sie eine bestimmte Antwort." Die Rückäußerung: „Ich werde »mein e Pflicht thun!" Damit begnügte sich die Mehrzahl bar Abgeordneten und entschloß sich zur Wahl deS Herrn Ullrich. ES kann keinem Zweifel unterliegen, daß zu den Pflichten eines Schriftführers der Kammer auch die RepräfentationS- pflichten gehören. Wie der neue Schriftführer über diese denkt, hat er uns gleich zu Beginn der Tagung deutlich offenbart. Als der Kammerpräsident am Geburtstage des GroßherzogS an diesen schönen Festtag erinnerte und Sr. Kgl. Hoheit die besten Glückwünsche der Volksvertretung auch für die weite Reise außsprach, blieb der Platz des 2. Schriftführers leer und bei der offiziellen Landtagseröffnung im Residenzschtoffe war der neue Schriftführer wieder nicht zugegen. So erfüllt Herr Ulrich seine Pflicht! Es ist ja der Welt höchst gleichgiltig, wie der Sozialdemokrat Ulrich denkt und handelt, aber es ist für das hessische Volk in seiner erdrückenden Mehrheit nicht gleichgiltig, in welcher Weise daS Präsidium seiner berufenen Vertretung in feiner Gesamtheit handelt. DaS Oberste ist der Respekt vor jedem ehrenvollen Amte. Hält sich jemand auf Grund seiner politischen Richtung nicht in der Weise im Stande, wie eS die bei weitem überwiegende Volksmehrheit für paffend erachtet, so ist es takt- und geschmackvoller und vollends würdiger, auf ein solche? Amt zu verzichten. Für noch korrekter und den Gefühlen der Wählerschaft entsprechender aber hätten wir eS gehalten, wenn die Kammermehrheit den Betreffenden vor den jetzigen und zukünftigen Schwierigkeiten überhaupt bewahrt und an seine Stelle einen Mann berufen hätte, der stolz darauf ist, ein loyaler, national gesinnter Bürger zu sein. Aas cLeichenöegängnls Krupps. Essen, 26. Nov. Die Beisetzung Kirnpps farrb unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung der Stadt Essen und der Spitzen der Behörden in feierlicher Weise statt. Der Sarg Krupps war im Erdgeschoß des Stammhauses der Familie Krupp aufgebahrt. Von Ministern waren anwesend: v. Goßler, v. Rheinbaben, Möller, Budde und v. Tirpih, ferner Vertreter der städtischen Behörden, Vertreter großindustrieller Werke aus ganz Deutschland, die Oberbürgermeister von Essen und der umliegenden Städte. Der Kaiser traf kurz vor 10 Uhr am Stammhause der Familie Krupp ein. Unter den Familienmitgliedern befanden sich der Inhaber der Berndorfer Metallwarenfabrik, Arthur Krupp, und die Brüder der Frau Krupp. Superintendent Mngemann sprach ein Gebet. Alsdann setzte sich unter den Klängen von Chorälen und Trauermarschen der Leichenzug in Bewegung. Auf die Kruppsche Feuerwehr, die den Zug eröffnete, folgten viele Hundert Kränze und Blumenarrangements, die von je zwei Angehörigen des Werkes getragen wurden. Tann folgten die Beamten der Verwaltung Hügel. Unmittelbar vor dem Leichenwagen wurden die Orden des Verstorbenen und der vom Kaiser gewidmete, aus Veilchen, Orchideen und Palmenzweigen zusammengesetzte Kranz getragen. Der prachtvolle Kranz, den die Marine geschickt hatte, bestand aus Lorbeer und Prygantänen mit großem Palmwedel. Hinter dem Leichenwagen schritt der Kaiser zwischen Arthur Krupp und General v. Vissing. Es folgten die anderen Mitglieder der Familie Krupp, Vertreter der Fürstlichkeiten, die Minister, Generale, das Direktorium, viele frühere Mitglieder desselben, darunter Geh. Finanzrat Jencke, und die übrigen Leidtragenden. Ter Zug bewegte sich durch ein Spalier, das 24 000 Essener Arbeiter des Kruppschen Werkes, sowie die Kriegerund andere Vereine, die Schulen und em Bataillon des! Infanterieregiments Rr. 159 bildeten. In sämtlichen Straßen waren reiche Trauerdekorationen angebracht, von den Häusern wehten Flaggen halbmast, die schwarzumflorten Laternen brannten. Eine ungeheure Menschenmenge hielt die Trauerstraße besetzt. Mif dem Privat- friedhofe der Familie Krupp war das Grab des Vaters des Verewigten, Alfred Krupp, reich mit Kränzen geschmückt. Zu Häupten des offenen Grabes war ein Arrangement von Lorbeerbäumen und Palmen auf geb aut Tie Kruppsche Feuerwehr nahm zur Seite desselben Aufstellung. Deu Kaiser und die Herren des Gefolges, sowie die nächsten Leidtragenden standen zu Häupten der Gruft. Unter den Gefangen von Gesangvereinen der Arbeiter wurde der Sarg in die Gruft gesenkt, während der Kaiser salutierte. Msdann hielt Superintendent Klingemann die Gedächtnisrede, in der er die Verdienste und die christliche Gesinnung des Entschlafenen hervorhob. Bei ihm sei das Erbteil eines guten Namens in guten Händen gewesen, darum sei es allen unerträglich gewesen, daß dieser Name von Bosheit und Lüge angetastet werden fornite. Friedrich Alfred Krupp sei ein guter Mensch gewesen, von seltener Lauterkeit des Gemüts, schlichten und liebreichen Herzens, von sittlich feinem Empfinden. Seinen Hinterbliebenen und Mitarbeitern war er ein treuer Freund, gütig gegen jedermann, hilfsbereit gegen Vaterstadt und Vaterland, eilt für alle gut und edel empfindender Bürger. Wohlthuend hätten alle den hochherzigen Entschluß des Kaisers empfunden, der Beisetzung beizuwohnen, denn in wahrhaft christlicher Gesinnung sei Friedrich Alfred Krupp aus dem Leben geschieden. Nach dem Gruß an seine Lieben seien seine letzten Worte gewesen: „Ich scheide ohne Groll und ohne Bitterkeit; ich scheide in Frieden mit allen Menschen, auch mit denen, die mir das Schlimmste angethan." Hierauf sprach der Vorsitzende der Gußstahlsabrik, Landrat a. D. R o e 11 g e r. Er hob die Bedeutung und die mannigfachen Gaben des Verstorbenen hervor, der in der Oeffentlichkeit lange nicht so allgemein gewürdigt worden fei, als er es verdient habe. Insbesondere hätte Krupp es verstanden, fernen Mitarbeitern, die er sich ausersehen, freien Willen zur Entwickelung ihrer individuellen Selb- ständigkeit.zu lassen. Die einzig dastehenden Wohl- fahrtseinrichtungen seien bis ins kleinste auf seine eigene Mitarbeit ^urückzuführen. Im Namen aller Kruppschen Werkangehörigen dankte Redner dem Kaiser für die durch fein Erscheinen dem Verstorbenen gebrachte Ehrung und schloß damit, daß es eine Schande für Deutschland sei, daß Deutsche sich hätten finden können, die die gemeinen Erfindungen von Ausländern weitergetragen hätten. Mit Gesang schloß die Feier. Der Kaiser zog der Superintendenten Klingemann ins Gespräch und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die von Krupp geschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen bestehen blieben. Hierauf fuhr der Kaiser mit Husaren-Eskorte zum Hauptbahnhof, von einer WeihnachLs -^tltteratur. Ernst von Wildenbruch, von dem dieser Tage tm königlichen Schauspielhause zu Berlin eine fünfaktige T'mgövie „Röntg Saurin" zum ersten Male in Szene gQiitg, ist soeben auch eine neue Erzählung erschienen, rce - Mama" (Grotesche Verlagsbuchhandlunb, Berlin). Em Trama ist auch diese Erzählung, das Trauer,piel eines 8 ndes. Wildenbruch, der Lichter der Leidenschaft, der Tra- miitifer, der die wuchtigsten Konflikte, die stürmischsten KLigensätze auf die Bühne bringt, Wildenbruch, oer in seinen Dramen die heißblüttgsten Helden aufeinanderplatzen läßt, Wldenbruch, der Dichter der überschäumenden Kraft und her hochausliodernden Begeisterung, ist zugleich der beste ftonner der Kinderseele. In das Kadettenhaus zu Pots- ion führ*t uns die Geschichte, die uns im ersten Teil mit Mi verschieden gearteten Knaben bekannt macht, mit der ^nderlichen Geschichte ihrer Freundschaft, mit ihrer Luft irrb ihrem Leid. Eine echte Tichterseele, die sich so innig ui das Gemüt eines Kindes versenken und die kleinen harzensangelegenheiten eines Knaben so wichttg nehmen hnn, die bei einer Kinderbalgerei, bei einer Pstaumenmus- »emmel, bei den Leiden und Freuden einer Rechenstunde jo. liebevoll verweilen kann. Und nun sehen wir ein er- iMtterndes Menschenschicksal aufs Innigste mit der Kinder- M)ichte sich verflechten. Ein Herzensschicksal eigentlich ire äußeren Ereignisse, die mannigfachen Phasen der eigentlichen Handlung, liegen weit zurück. Wir haben es da !ii;entlich nur mit einem Nachklang zu thun. Das sttlle, innerliche Nachspiel eines längst verklungenen Romans, der zeräuschvoll anfing und traurig endete, bildet den Inhalt Erzählung. Ein glänzender Offizier von ungewöhnlichen Gaben und ungewöhnlichen Aussichten hat dereinst )W stolze, herrliche Mädchen verlassen, das er liebte, und jait sich um Der reichen Mitgift willen einer ungeliebten jciu verbunden. Tie Verlassene heiratete ihrerseits einen ir wen, anständigen Offizier, der im Schatten seinen langsamen, freudlosen Weg geht. Tie Kinder der beiden, die einest geliebt und doch nicht gefunden hatten, schließen mKadettenhause innige Freundschaft. Tie dereinst schnöde 8e:classene wird die „Vice-Mama" vom Sohne dessen, der ie verraten, die Vice-Mama, an der der Knabe mit schwär- necischer Liebe hängt. Wie der diesen Bund stört, wie das Kind darüber zu Grunde geht und wie die in Schmerz und Verzweiflung sich wiedersindcn, die sich dereinst in Jugendglanz getrennt, das erzählt Ernst von Wildenbruch mit seltener Gemütsinnigkeit und überzeugender Treue. Noch ein neuer Rosegger. Wir erwähnten neulich, daß in L Staackmanns Verlag in Leipzig kürzlich ein neuer Roman von P. K. Rosegger erschien. „Weltgiftt", ein Buch, das sich mit seinen gesunden Urteilen über soziale Fragen den besten Werken dieses Dichters anreiht. In einem zweiten, in demselben Verlage erschienenen Buche ,„Waldf erien" wendet sich jetzt Rosegger an die Jugend. Tie frischen Erzählungen aus dem Leben des Volkes unterscheiden sich wohlthuend von der üblichen farblosen Jugend- Htteratur mit ihrer rührseligen Moral. Ein prächtiges Buch für die deutsche Jugend, künstlerisch von gleichem Werte wie die von leidenschaftlichen Kämpfen durchwehte Erzählung „Weltgift". „F reundHei n", von EmilStrauß. Emil Sttauß gehört zu den wenigen echten Poeten, die man in diesem Jahre neu entdeckte. Ein echtes deutsches Erzählertalent, von dem man bisher nichts gewußt hat. lieber diese schöne Entdeckung hat man allen Grund, froh zu sein. Seinem Inhalte nach freilich ist das Sttaußische Buch nicht froh. Im Anfänge freilich wehen über die heitere Jugend von „Freund Hein" die Schatten nur wie Schatten fliegender Wolken hin. Bald weilen sie und düstem, daß es schier Nacht wird, — am Mangel des Verständnisses bei seinem Vater und seinen Lehrern, so gut sje's alle meinen mögen, am Mangel des Verständnisses für ihn und an seiner eigenen überfeinen Art geht Hein früh zu Grunde — wie der seltsame Held in der großen schwedischen Dichterin Selma Lagerlöff köstlichen Erzählung „Ingrid" (Verlag von Jos. Roth in Stuttgarts Doch greife man zu dem Buche selber, das bei S. Fischer in Berlin erschienen ist. Taß man reich wird, wenn man es kauft, dafür bürge ich. —tt— Warnecke, Hauptwerke der bildenden Kunst in geschichtlichem Zusammenhänge erläutert. Mit 440 Abbildungen tm Text und vier Farbentafeln. (Leipzig. E. A. Seemann. Preis 6 Mk.) Es ist keine kleine Aufgabe, die ganze Entwickelung der bildenden Kunst von den Aegytern bis auf unsere Tage auf den Raum von etwa 250 Seiten in ihren Hauptzügen zu schildern und dabei noch gelegentlich Anleitung zum Betrachten zu geben, wie es der Verfasser hieo gethan hat. Ter lebendig und klar, ohne alle Phrase und doch nicht tvocken geschriebene Text ist mit mehreren Hunderten von Abbildungen durchsetzt, die den Umfang des Buches auf 450 Seiten anschwellen machen. Ueberall ist hier bei Bettachtung der Hauptstationen des Weges, den der Sttom der bildenden Kunst genommen hat, auf das Wichtigste und Kennzeichnendste eingegangen. Tie sichere Führung läßt auf die große Erfahrung in der Unterweisung schließen, auch in der neuesten Kunst sind die hervorragendsten Erscheimtngen sicher gewürdigt. In unserer Zeit der Sehnsucht nach ästhetischer Bildung wird ein solcher Kompaß wie der des kundigen Verfassers dieser Uebersicht dem Suchenden auf dem Meere der Erscheinungen Zeit irnb Weg weisen. Eine besondere Zugabe wertvoller Art find die vier sehr schönen Farbentafeln, die uns von einem größeren Sammelwerke aus demselben Verlage, das die „alten Meister" in prächttgen Reproduktionen uns nahe bringt, schon lieb und tiertraut sind. In Ansehung des Umfangs und reichen Bilderschmucks erscheint der Preis merkwürdig niedrig. Deutsche in Rom. Studien und Skizzen aus elf Jahrhunderten von G. v. Graevenitz. Mit hundert Abbildungen, Romplänen und Stodtansichten. IX und 307 S. (Leipzig, E A Seemann. Preis geb. 9 MI.) — Ununterbrochen, seitdem Karl der Große zu ersten Malen die Alpen überschritten hatte, geht der Zug der Deutschen nach Italien, und Rom zu sehen, ist die bleibende Sehnsucht der Germanen. Ter Verfasser hat das interessante Thema der Romsahrten in zehn Kapiteln behandelt: Karl der Große, Otto der Tritte». Deutsche Gäste im 15. Jahrhundert, Die deutsche Nationalstiftung, Luther, Hutten, Winckelmann, Mengs. Goethe, Carstens bilden die einzelnen Etappen seiner Schilderung. Schon diese Andeutung zeigt, wie wertvoll und ergiebig das Thema sein muß, wie es nach allen Seiten Licht auf das Kulturleben Roms wirrt und wie melgestalttg die Einwirkungen der ewigen Stadt auf ihre Besucher sein mußten. Ter Verfasser hat seine fruchtbare Aufgabe mit ttefgeschöpfter Kenntnis des Gegenstandes behandelt und abgerundete Kulturbilder gegeben, die für jeden Kenner des ehemaligen Brennpunktes der Welt von hohem Reiz sein werden. Vieltausendköpfigen Menge lebhaft begrüßt. Die Abfahrt nach Berlin erfolgte mittelst SonderzugeS um 12V* Uhr. (Tie bedeutende Kaiserrede finden unsere L-eser in der heutigen Parlaments-Ausgabe. D. Red.) Volitilche Tagesschau. Wie nnn weiter? Wir haben bereits in unserer heutigen Parlamentsausgabe mehrere Berliner Meldungen wiedergegeben, denen zufolge die zvllpolitische Verständigung eine vollendete Thatsache sein soll. Wie uns nach einer Meldung aus München bestätigt wird, ist die Verständigung zwischen der Reichsregierung und den Mehrheitsparteien perfekt geworden auf der Grundlage folgender Sätze: Weizen 5.50 Mk., Roggen 5, Hafer 5, Braugerste 4, Futtergerste 3. An der Verständigung sind beteiligt das Zentrum, die Rativnalliberalen und die Reichspartei geschlossen und ein Teil der Konservativen. Tie Abgg. Frhr. v. Wangenheim und Tr. Oertel bleiben von vornherein außer Betracht, sie haben auch die Beteiligung an den Komvrom iß-Verhandlungen abgelehnt. Auf demi gleichen unerschütterlichen Standpunkt befinden sich noch etwa acht bis zehn andere Mitglieder der konservativen Fraktion. Ter Versuch einer Umstimmung dieser Gegner braucht nicht besonders eifrig betrieben zu werden, weil genug Stimmen zur Mehrheit vorhanden sind — vorausgesetzt natürlich, daß die Personen vorhanden sind, auf deren Ja es ankommt bei den demnächstigen Entscheidungen, welche die sorgfältig stipulierten Abmachungen in die parlamentarische Praxis umsetzen. Gestern, Mittwoch, abend sah Graf Bülow die Vertrauensmänner der Zollmehrheit nochmals bei sich. Vermutlich galten die Verhandlungen, nachdem die sachliche Seite der Frage erledigt, den Mitteln und Wegen zu einer möglichst beschleunigten Erledigung des Tarifentwurfs und der gegenüber der Obstruktion anzuwendenden Taktik. Tie Sozialdemokraten, die den Ausgang der sVerständigungs-Aktton keinen Augenblick als ungünstig für die Regierung angesehen haben, sollen, wie wir gleichfalls heute früh bereits meldeten, längst fertig sein mit ihren Segenvorbereittingen „für alte möglichen Fälle." Diesel auf alles gefaßte Opposition darf nicht unterschätzt werden, und Graf Bülow, durch seine diplomatischen Erfahrungen an verblüffende Gegenzüge gewöhnt, dürfte der Letzte sein, die Gefahr leicht zu nehmen. Eher ist das von den Mehrheitsparteien zu erwarten, hier scheint das Vertrauen auf die Energie des Willens größer zu sein, als den angestrebten Zielen dienlich ist. Auf den Willen und auf die Uebermacht fommt es aber hier durchaus nicht so an, wie auf die .Klugheit und Geschicklichkeit in der Ausnützung der Umstände, auf die Beherrschung der Geschäftsordnung und vor allem auf die Kaltblütigkeit. Tie Ausrufe des Zornes und der Enttüsttlng, die auf feiten der Rechten und im Zentrum ertönen, sobald den Sozialdemokraten em neuer Verzögerungs- oder Vereittimgs Trick gelungen ist, bekunden einen bemerkenswerten Mangel an Gelassenheit. Tas mehrt die Heiterkeit und Seelenruhe der Tarifgegner. In der Taktik hat sich die Minderheit bisher unleugbar überlegen gezeigt; man braucht nur zu bettachten, wie wenig der Reichstag seit der Wiedereröffnung infolge der Hemmung zu leisten vermochte. Von der hessischen Landwirtschaft. In Verfolg der Erörterungen im vorigen Landtag über Errichtung einer Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum ist den landwirtschaftlichen Korporattonen Hessens zur gutachtlichen Aeußerung ein Referat des Ministerialrats Braun zugegangen, in welchem die wichtigsten Grundsätze enthalten sind, nach welchen Großh. Regierung bereit ist, einen bezüglichen Gesetzentwurf au^u- arbeiten und den Landftänden vorzulegen. Tas Referat geht von dem Grundgedanken aus, daß der Entwurf im wesentlichen die geseftliche Ausgestaltung der bestehenden Organisationen im Ange haben müsse. Tie hiernach zu schaffende berufsständische Vertretung für die Landwirtschaft soll das Gebiet des ganzen Großherzogttims umfassen, also eine Landwirtschaftskammer bilden. Bezüglich der Waldwirtschaft soll die Vertretung nur insoweit in dm Aufgabenkreis einbezogm werd.m, als es sich um Rebenbettiebe landwirtschaftlicher Betriebe handelt. Tas Ziel, alle Landwirte in sich aufzunehmen, würde durch die Vorschrift erreicht, daß laut Gesetzeskraft der Organisation jeder anzugehören hat. der nach Erreichung eines bestimmten Lebensalters als Eigentümer, Pächter "oder Nutznießer landwirtschaftlich benutzten Grund und Bodens die Landwirtschaft als Hauptberuf selbständig ausübt. Eine Umlageerhebung ist vorgesehen, und zwar in der Weise, daß das zur Vermögenssteuer veranlagts in der Landwirtschaft thätige Vermögen als Grundlage zu dienen hätte, wobei die Schulden außer Bettacht zu bleiben hätten. Ter Aufbau der Organisatton ist auf rein territorialer Grundlage gedacht. Tie Berufsgenossen eines Kreises bilden den Kreis-Verband oder -Verein, dessen Ausschuß seine Vertteter zum» Ausschüsse des die Derufsgenossen innerhalb der Provintz- nmf'sienden Provinzial-Verbandes oder -Vereins wählt; die Vertreter der drei Provin- zial-Verbän de bilden die L a n d w i r t sch a ft s- kämm er. Tie Satzungen eines Provinzial Verbanbes können Bestimmungen dabin treffen, daß die Unterverbände nicht nach Kreisen, sondern für kleinere Bezirke ru bilden sind; ebenso können innerhalb der Kreis Verbände kleinere Bettrks- (Gau-0 Verbände zur Vornahme der Wahlen und Turchfübrung örtlicher Aufgaben gebildet werden. Tie Mitgliederzahl der Landwirtsckmstsk-'mmer wie der Vertreter der einzelnen Verbände b mißt sich nach der Zahl der dem betteffenden Vertrettlngskörver angehörenden Mitglieder. In die Kammer ist auf je 2500 (und eventuell mehr als die letzten 1250^ Mitglieder ein Abgeordneter zu wählen. Hiernach ergeben sich 30 bis 35 Abgeordnete, zu welchen noch Vertteter von Landesfachvereinen oder Sachverständige bis zu ein Fünftel der Zahl der 9lbgeordneten treten sollen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. November 1902. ** Gedenktage. Am 28. November 1811 wurde in München König Maximilian TT. von Bayern geboren. Lernbegierig, Freund und Förderer von Litteratur und Wissenschaft, zog dieser Fürst die ersten Dichter, Gelehrten und Künstler nach München. In den Märztaqen 1848 auf den Thron gelangt, schuf er eine liberale Reform gemäß der Wünsche seiner Untetthanen, ohne seine konstitutionellen Anschauungen aufzugeben. Geibel verfaßte auf den Tod seines Gönners ein ergreifendes Gedicht, das eine warme, wahre Würdigung von König Max als Monarchen und Menschen enthält. •* Dahnarzt. Der praktische Arzt Dr. Hofmann in Heuchelheim ist vor kurzem zum Bahn- und Kassenarzt ernannt worden. Sein Bezirk umfaßt die Eisenbahn strecke von Kinzenbach (einschl.) bis Launsbach (ausfchl.) der Sttecke Wetzlar-Lollar mit den Orten Mendstern, Gleiberg, Heuchelheim, Kinzenbach und Krofdorf. Durch diese Einrichtung ist die Königs. Eisenbahndirektton zu Frankfurt a. M. einem lange gehegten Wunsche der Beamten und Arbeiter der genannten Orte nachgekommen, da diese bisher zu dem Bahnarztbezirk des Geh. Sanitätsrats Dr. Höchst zu Wetzlar (ausschl. Heuchelheim) gehörten. Heuchelheim gehörte bisher zum Bezirk des Dr. Zinßer in Gießen. Friedberg, 26. Nov. Bürgermeister Sandmann hat sein Amt nie der gelegt. Ueber die Gründe, welche die Veranlassung hierzu geben, hüllen sich die Stadtverordneten in Schweigen. Sandmann hat die Stelle nur ca. ein Jahr bekleidet; er war ein ungemein begabter Mensch und die Stadtverordneten brachten ihm durch einstimmige Wahl unter vielen Bewerbern das größte Verttauen entgegen; bet Der Bürgerschaft war Sandmann infolge seines gefälligen Wesens s"hr beliebt. (Bad-Nauh. Anz.) §§ Bermuthshain, 25. Nov. In Gegenwart des Gemeinderates fand Ende voriger Woche die Einweisung unseres neugewählten Bürgermeisters Friedrich Jost durch Kreisrat Tr. Wallau aus Lauterbach in sein Amt statt. Bekanntlich hatte der Reklamant gegen das Urteil des Kreisausschusses abermals beim Provinzialausschuß Berufung eingelegt, die er aber sväter zurückzog. Hoffentlich kehrt nun nach fast breivierteljährigem Wahlkampf Ruhe und Frieden in unsere Gemeinde ein. () Volkartshain, 26. Nov. Zur Zeit haben sich mehrere Käufer für unser baufällig gewordenes Schulhaus gefunden und es sind schon. beachtenswerte Preise dafür geboten wvrden. Die Gemeindeverwaltung hat daher beschlossen?, bei genügendem Staatstziuschuß einen Neubau zu errichten. () Burg-Gemünden, 25. Nov. Am verflossenen Samstag fand hier die Gründung einer Sparund Darlehnskasse statt. Der zu der Versammlung erschienene Herr Verbandsrevisor Lehr-Darmstadt, schilderte in einem flotten, leicht verständlichen Vortrage die Ziele der Spar- und Darlehnskassen und deren Einrichtungen. Nach Beratung der Statuten, welche ohne Abänderung angenommen und solche von dem Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften eingeführt sind, schritt man zur Wahl des Vorstandes und Difsichtsrats. Zum Präsidenten des Aufsichtsrats wurde Pfarrer Schick, als Direktor Bürgermeister Fleischhauer, zum Rendant Gemeinde-Einnehmer W e h r w e i n und als Konttoleur Lehrer Grünewald gewählt. 41 Mitglieder erklärten sofort zu der neugegründeten Kasse ihren Beitritt. Geiß-Nidda, 23. Nov. Das am hiesigen Bahnhofe belegens, bisher außer Bettieb gewesene Braunkohlenbergwerk soll, wie bet „Darmst. T. Anz." schreibt, im nächsten Jahre wieder betrieben werden. Die bisherigen Gebäulichkeiten wie Trockenhalle, Förderturm und dergl. werden aus den Abbruch verkauft, um zeitgemäßen Neuanlagen Platz zu machen. Es sollen sich an genanntem Platze und in näherer Umgebung nach Angabe Sachverständiger ttotz früherer reicher Ausbeute noch ausgedehnte Braunkohlenlager befinden. Der unmittelbare Anschluß an die Fttedberget Bahn ermöglicht eine vorteilhafte Verwertung dieses Brennstoffes. Vermischtes. * München, 26. Nov. Tie Polizei verhaftete hier drei Einbrecher und fünf Hehler und Hehlerinnen, die es auf Ausraubung der Pfarrhöfe in versebiedenen Gegenden Baperns während des Gottesdienstes abgesehen hatten. Di"s> haben bis jetzt drei Einbrüche eingestanden, sie sind jedoch noch einer erheblichen Anzahl weiterer Einbrüche verdächtig. Tie Bande war mit Revolvern, Tegenstöcken und Stiletten bewaffnet imh führte außerdem Sprengpulver mit sich, um die Kasienschränke damit zu sprengen. Es gelang ihr, viele Obligattonen von höherem Werte m rauben. Ter Haupteinbrecher ist Besitzer mehrerer Häuser. * P a r i S, 25. Nov. Dem „Petit Parisien" wird aus Lissabon gemeldet, daß dort verschiedene Mitglieder der hohen Aristokratie verhaftet wurden. Es wurden bei ihnen große Summen beschlagnahmt. * P a r i s, 25. Nov. Henri Rochefort ist in der H u m - bert-Affaire vor den Untersuchungsrichter geladen worden. Rochefort hatte in seinem Blatte „Jntransigcant" mitgeteilt, er sei in der Lage, gewisse Angaben des Geheimagenten Souffraine zu bestätigen. * Paris, 26. Nov. „Echo de Paris" versichert, folgende neue Momente zur Humbert-Affaire mitteileu zu können, wodurch Die Angelegenheit in neue Bahnen gelenkt würde. Der frühere mitangeklagte Advokat de la Eheri aus Lille habe erklärt, er werde verschiedene Persönlichkeiten gerichtlich belangen lassen, weis man die Mitglieder der Familie Humbert nicht verhaften wolle. Er werde die politischen Einflüsse klar Tenen, über welche die Familie Humbert verfüge. In der Affaire haben wieder mehrere Haussuchungen stattgefunden, u. a. bet einem Bankier Martin. — Wie verlautet, hat eine mit Rochefort in Korrespondenz getretene belgische Dame diesem mitgeteilt, daß sie für die Aufdeckung ihres Geheimnisses zwei Millionen verlange. Die B"tteff"nde ist die Witwe eines sehr bekannten belgischen Anwalts. * Bismarck auf der Mensur. Dazu lesen wir jetzt in den „Hamb. Nachr." die ihre Meldung wobl aus sicherer O.u-'ffe schöpfen, folgendes: Bismarck bat oft erzählt, daß die lange Narbe, die seine linke Backe zeigte, von einem „inkammenttnä^iaen Schmiß" berrüb"te. indem hie Verletzung durch die gebrochene Klinge feines Gegners Biedenweg berbeigefübrt war tmt> deshalb im Pau^buch nicht eingetragen wurde. Er pflegte bei dieser Erzählung noch folaenbe Anekdote binruzufugm: Gner seiner Korvs- hrüber, ber für den ärztlichen Beruf bestimmt war, hatte lich, wie bie? btt manchen Nattmen vorkommt, bei ben Stttbien imb Vorbereitungen nicht an den Anblick von Blut gewobnen können: er würbe besbalb auf alle Mensuren mitgenommen, um diele Gewöhnung lanasam eintreten zu lassen. DaS batte auch schon Erfolg gehabt bis zu dieser Mensur, bei welcher das ab gesprungene Stück der Klinae die linke Backe Bismarcks au er durchschlug. Bismarck steckte unwillklirlich die Zunge durch den Svalt in der Backe; das Nnalück wollte, daß der iun^e Mediziner nahe bei ihm stand und über diesen vlövlichen Anblick so erschrack, daß er in Ohnmacht fiel. Die Folge war. daß er das Studium d»r Medizin nach diesem Schreck endgültig aufgab und Jurist wurde. * Ueber bie seltsam- ~ “Hun g, welche ein jOccultist Philipp amZ o f in Petersburg I innehat, wird der „Neuen Freien Presse" berichtet: Im letzten Frühjahr ist am Zarenhofe ein Herr Philipp auf- getaucht, dem es gelang, eine einflußreiche Stellung zu erobern. Seine Herkunft ist niemandem bekannt. Manche wollen in ihm einen Franzosen, andere wieder einen Montenegriner oder Tschechen sehen. Aber so viel ist sicher, daß Philipp kein Russe ist. Kaiser Nikolaus IL machte bie Bekanntschaft bes Herrn Philipp beim Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch. Als Oceultist, Spiritist und Hypnotiseur hat Philipp alsbald eine außergewöhnliche Stellung am Zarenhofe eingenommen. Die eigentümliche psychische" Heilmethode, welche Herr Philipp an- wendete, soll ungünstig in vieler Hinsicht gewirkt haben, so daß der Einfluß des Occultiften manche Verwirrung hervorgerufen hat. Kunst und Wissenschaft. . Ter deutsche Kaiser hat dem Schriftsteller und früheren Abteilungschef des französischen Au(tii3ntinifiexiunt3, Eharles Rozan, welcher bsiesev Tage sein 50jähriges Jubiläum als Lehrer ber französischen Sprache fast aller in Paris thätig gewesenen beutschen Diplomaten feierte, ben Roten Adlerorben britter Klasse verliehen. Aus bcm gleichen Anlaß bat der Reichskanzler Oraf Bülow an Rozan ein Glückwunschschreiben gerichtet. Ferner verlieh der Prinzregent von Bayern Herrn Rozan den Michaelsvrden britter Klasse. Ter deutsche Botschafter in Paris Fürst Radolin und ber bayrische Geschäftsträger Baron v. d. Tann überreichten Rozan die Ordensaus'-eichnungen._______________________________ Ilninerstiüls llalstnchtril. — Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich nahmen dieser Tage an dem Rektoressen der Universität Bonn Teil. Zugegen waren außerdem: Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden und Andere mehr. Rektor Zitelmann brachte das Hoch auf den Kaiser auS als Förderer der Kunst und Wisienschaft, der der Universität Bonn seine besondere Huld dadurch erwiesen habe, daß er ihr seine beiden ältesten Söhne anvertraute. Der Kronprinz versicherte hierauf, daß er und sein Bruder sich in Bonn sehr wohl fühlten; sie würden der Universität und der Stadt Bonn stets dankbar bleiben. Der Kronprinz schloß mit einem Hoch auf den Rektor, die Universität und die Stadt Bonn. Zum Schluß brachte der Kurator der Universität, Erzellenz von Battenberg einen bemerkenswerten Trinksprnch auf die Freiheit der Wissenschaft an», indem er in seine Rede hervorhob, daß gewiße Kreise nur solche Männer an die Hochschulen berufen wissen wollen, die sich auf bestimmte Sätze einschwören laßen; das ginge aber nicht einmal in der Theorie. CmgefanLt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenben Artikel übernimmt bie Rebaktton bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) In den letzten Tagen hat der Gedanke betreffs Errichtung der Eisenbahn-Personenhaltestelle im Nordende der Stadt die Gemsither erregt In zwei .Eingesandt' im .Gieß. Anz.' wies man darauf hin, daß durch Anlage einer elektrischen Sttaßenbahn, welche nicht mir dem Norden, sondern der gamen Stadt zum Vorteil sei, dem Bedüttnis abgeholfen würde. Ebne bestreiten zu wollen, daß eine elektrische Straßenbahn im Jntereße der ganzen Stadt zu wünschen ist, müßten wir den Artikelschreibern zunächst entgegenhalten, daß dieselbe vor Beendiguna der Kanalisation und bevor die Stadt nicht durch die darauf folaenbe Reit- pflaftenmg der Straßen die Wege dazu ebnet, unausführbar ift Bis dahin müßten aber noch viele Jahre vergehen und dann wird sie niemals die geplante Haltestelle ersetzen. Der nördliche Stadtteil beffndet sich, wie gewiß Niemand' beftreitet, der die Verhältnisse kennt, im Rückgang, während alle anderen Teile der Stadt im Aufschwung begriffen sind. Durch die im Laufe der Jahre erfolgten Bahnanschlüße der Umaeaend von Gießen, insbesondere setzt der gesamten Rabenau, ist säst der aanze Verkehr ber Landbevölkerung vom Nordende abgelenkt. Tie Gewerbetreibenden und Geschäftsinhaber der nördlichen Stadtteile warten vergeblich auf ihre frühere Kundschaft, welche^ ieyt am Bahnhofe ankommen, bei der langgestreckten Lage ber Stadl ben weiten Weg von da nach dem Wallthor scheuen. Diesen Verdältnißen Rechnung tragend, hat die städtische Verwaltung die Errichtung einer Personenhastestelle im Nordende bei den maßgebenden Behörden vertreten. WaS nun die Kosten betrifft, so nehmen wir zunächst an, daß sich dieselben, bei es sich ja nur um eine Haltestelle handelt, noch wesentlich herabmindern laßen. Sollte daS aber wider Erwarten nicht der Fall sein, bann müßten die Kosten von der Stadt doch getragen werben, da es bi« jetzt stets hier üblich war, daß dieselbe bem öffentlichen Wohle dienende Anlagen bestritt, and) wenn solche nur einem einzelnen Stadtteile oder Straße zu Gute kam. Wir halten dies zwar hier nicht für zutreffend, da durch die Vermehrung der Verkehrsmittel zumeist auch eine Vermehrung des Verkehrs einzutreten pflegt, die der ganzen Stadt zu Gute kommen. Die Erledigung dieser Angelegenheit liegt in den Händen unlerer städtischen Vertretung, weshalb wir auf weitere Aeußerunqen in der Preße nicht mehr eingehen werden. Der Vorstand des BezirksoereinS Nordosi. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Nooember Baromeier aui 0° reduziert Temperatur der Luit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke 26. 2« 735.7 + 4,7 3,9 60 SSE. 1 26. 9» 737.9 — 0,8 42 86 NNE. 1 27. 7* 739,8 — 0,3 3,4 82 N. 1 Höchste Temperatur am 2 5.-26. November Niedrigste ,________. 25.—26. Detter Sonnenschein ftenih. Himmel Bed. Himmel 4- 4.9® C. — 12*0. P* । A 1 I von 95 Pfg. I ' 8 — p- Blousen-Seid8»n“ Musterauswahl umgehend. *i#*|den fuhrl't H-Tin• h^rf. 7firlfh. van Houtens cacao Ein nahrhaftes,belebendes Getränk, welches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. C-» Ä Q K s E xO OD SS SS o 03 CD -o O y c fiQ » s-ffx-s LZ L ^«®Q O *g" M O « J?* CS- 5 cv S »= 2§Z ♦ §w S to G O o> *Ö « Ld g N Q o ’S G o w C o c oi» 8ö § SS L' « £ -sä C-# CD erv-. c w) g 'S1 »T 3 • OD Wc SS g £3 p. £7> CD 3 JE.05 «o o 2 Z o 3 'S 2^ Gy*» P £ 3 ZE« ~ c es G o .. "cd *> o, N <53 o jQ G *? CD o — th xr *0 X> x> 5# to x> O y p "G X> G »Ö K es 3 O *e *s G G O £ V id G N LE i § e ® c € * c -w'E _o c -P ® M O S.’S'CQ E r- «®r 2 5 *§' ,‘ö-P g MG" — G Pfc «5 G «2 XX' es *5 X> o -> y xd c ’D' C 2 5® ®”-g —i y es e .p — 3 G c-. g-M s y *8'*g" 5 = ° X3 2 § E c 3 p 3 -3» Ä--EA°o5^ X3 g C G ^CO ,o "OD 3 G S 3 -£ .2* O X) g 2 -y ■5- ? <= XD es XD 3 e g ÜG o CD ft 0,0. 03 o CD W <-» g p G G 03 03 G o XD e G SS •*•* Ä r-» L o'w -O -P - r— x> « cd X. ’w Ä - y ^>b 2 uC-C* v ,. c — 3 G ® 5 X4P 2 <2 Dg' CD O> G *O :O XD *y Meine berühmten j)etvsleutnherzofen von denen bereite ISO Stück verkauft, bringe lob In empfehlende Erinnerung. Vollste Garantien in jeder Beziehung. Alleinverkauf Fritz Sccarius Wilhelm Orbig Nachfolger 7 Markt 7 7075 7 Markt 7 ChliBtslhcrmigiierKlMiiliitt-BeVllhmstillt Am 4. Advent-Touutag, den 21. Dezember d. I., soll die Ehrtstbescherung für die Kinder unserer Anstalt stallsinden. Wir haben in diesem Jahre über 200 Kindern die Bescherung her- zurichlen und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies au können, wenden wir uns wieder an die Lebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kmder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidimgsstucken, Stosten, Garn und deraleichen, besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Weinen ermöglichen, zuwenden an wo^en. ? Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lagen: ^rau Rechtsaiiwalt Grünewald, Llebigstraße 21; #cau Johanna Haas, Ostanlage 31; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwtgltraue 7; Frau Professor Leist, Osta.ilage 36; Frau Bürgermeister Mecum, Lübernraße 23; Frau Pfarrer Naumann, «udanlage 8: ^rau ■iui e O.Ui.6, sämarcrfnafie 11; Stau Lina Schmall, D|Ian- Inn? RR - äulein Luise Wortmanu, Dammstraße 3-. 1 9 AÜch^che Schwestern unserer Anstalt sind berett, Gaben an- zunehmest; man rooU? freundlichst beachten, daß es die Wemfmber- schulschwestern sind Diezstraße !»• Gießen, den 10. November 1902. Der Vorstand der Kleinkinderbewahranstalt. Dr. Naumann.786o Anerkannt besser als alle ähnlichen Produkte sind K rt Se bei Frankfurierstraße 76. MAGGI Würze und Suppenwürfel. Stets frisch vorrätig bei EPelzwa-resi Größte Auswahl aller Neuheiten. — Als Zu- thaten beste prima Winterfelle. Billigst gestellte Preise. — Reparaturen und Umänderungen nach Maß in eigener Werkstätte. Ang. Kretzschmar. MM. 22. Lbst- nnl Ekmösc-K-llserveii Frschkonserven Südfrüchte Billigste Bezugsquelle für Restaurateure. 8254 Bitte verlangen Sie Preisliste. I. M. Schulhof, Delikatessen und Konserven. Gegründet 1836. Marktftraße 4. Telephon 119. Lebende Lahnhechte, Backfische, sowie sämtl. Seefische stets zu haben. Gießener Fischhaus. 05294 M. Simon, Asienveg L Prompter Versand nach auswärts. Mterkilchemeh! (phosphorsaurer Kall) 8reß-v.Mchiilver Gustav Walter, 05103 Mäusburg 13. Fluß- und Seefische J. Me Schulhof Telephon 119. 814 Prowvter Versandt nach auSw. ■smsBaoeGHaeen Fertige Federbetten mit 6 Pfund Federn gefüllt, Stück zu 12.—, 15.—. 18.—, 21.— Diark und vesser. Kissen mit 2Vi Pfund gefüllt, Stück zu 4.75, 5.50, 6.70, 8.—, 9.— Mark und besser unter Garantie für vollständig reine und neue Füllung, empfehlen 7058 C. Rohr & Co. PttiMckS AngM. Dkb' Stearin- W Kerzen L Sorte 6 ob. 8 Stck. p. Pfd. 70 IL , , , , , „ , 65, IIL , , nw. » . 65, | L. Steinhäuser, Telephon 346. Neuenbäue 17. Deutschen und französischen Cognac Rum, Arak Punscheffenzen ff. Liqeure, Advocad Klrschwasser elc. empfiehlt 8255 J. M. Schulhof, Marktstr. 4. Telephon 119. Hkmuhkmdell nach Maß ober Muster werden unter Garantie des guten Paffens in kürzester Zett geliefert. Reiche Auswahl in 7908 Stoffen und tzinsätzeu. Geschw. Heerz, Neuenweg 7. Deutscher Burgunder 7484 garantiert rein vorzüglicher wohlbekömmlicher Rotwein, per Fl. 1 Mk., mit OloS, fubroigsploti. J. Seibel. Fudwigsplatz. 05298 Julins Schulze 8032 Bei Husten beweisen zahlreiche Anerkennungen heiserkkit Katarrh Asthma - Bonbons 12% Alliumsaft, 88% Raffinade. Wirkung überraschend! Zu haben m Schachteln ä 1 Mk. und Beuteln ä 30 Pfg. bei [7273 ü. Fischbach, Drogerie. Ofenlack wohlriechend, Flasche 30 iu 60 Pfg. Victoria-Drogerie Marklstraße 5. [8233 Hochachtungsvoll Fran Elise Lepper Wwe Medizinal- 7127 Eebcrtbran emptienit Emil Fischbach. Einer geehrten Kundschaft zur gefl. Nachricht, daß ich daS Geschäft meines verstorbenen Mannes unverändert weiterführen werde, und bitte ich, das meinem Manne entgegengebrachte Vertrauen auch fernerhin mir entgegenzubringen. Jtrjuyrfc und Höchen iu prima Qualitäten, ganz besonders empfehle einen sehr dauerhaften schwarzen Kinderstrumpf in allen Größen zu sehr billigen Preisen. die Por üghdjätii von Nkrschlrimullk Ißleibs btn^mku Fste. Bert. Rollmöpse, zwei Stück 11 Pf., Heringe, p. Stück 6 Pf., Mainzer Haudkäse, per Stück 4 Pi., amerik. Petroleum, per Liter 17 Pf., empfiehlt [04927 W. Ullrich, Schloßgaffe 7. Echt eugl. 8091 Gummischuhe Edinburger Fabrikat, billigst ber Ph- Schlatters. in Taschentüchern eingetroffen. Grossartige Sortimente in allen Genres. »Ul De Erjle Gichnkl SimtClir[ol|lanflalt J. H. Fuhr Sonnenstrasse 25. Sonnenstrasse 25. Wotkengaffe 20. Schloßgasse 5. Gross« Wdhaachts-Ausstellung in Ki«der-5pielwaren Damen-HauSschuhe Mk. 4 bis 0, Kinder-Schnürschuhe, Rind- und Kalbleder, Mk. 4.— bis 8.— »owi- eÄmmthch-* Zubehörteil*. 8108 Giessen Seltersweg 34 Ueber 300 Arten von Mk. 40.— an Begueme Teilzahlungen 06278 WWWVfl Moritz Gregor! tz Sohu, Kreuzplatz 14. Giessen Flockstrasse 14. J. HIRZ via-ä-vis der Plockstraße. August Kilbinger. 8030 , . J. Joachln Rich. 8treo«l Brahm«-Joachim Ibrtflo th ■ »i Jhilßfitat' m übtrTtid Inhalt bei damit übei überhaupt, 1. Teil b Ausgaben gan; ergel Ter lastende den Hauptl immer an posten de- mi r wen ©etrr.rj b annähernd bei einer soaar die liches, erm hat man m Sparsamke thunlich, e wo solche mir auf J hätten uma der Wnforbt taten ipürte ftytn SeS H bet laufenbei Einnahmen ' unter her i irfung, daß höhten Cäke halten bleib Keich im stallet, als druck gelanc Sangen ist. 3m ganz« veranschlagt ? gaben zu 582s atermalS die Mark ,^/chon be 1902/03 war 5 W nach der balanzierer '"b es war , "Orden, den e il? ~n- !*•' * y’5! °llzu begr i. ^enn iu?u ^?ögensreste N 2^OOoo « S* Tech U E'"en verc ..." e8 für 19? Nt?Sl 6«.e$ « di s?"S LW LJ ' Sfr S;i# 'M« •«tos Für Weihnachten sm sämmlliche Neuheilen Kunsthandlung. ®ro6e Auswahl gerahmter und ««gerahmter vilder. Auslieferung sämtlicher im Kunsthandel erschienenen Blätter zu Originalpreisen. Einrahmungen fn den einfachsten bis zu den hochfeinsten modernen Leisten. Glashandlung. SHle Sorten Lafel-Gla» in Kisten und im Ausschnitt zu den billigsten Tagespreisen. «laser-Diamauteu. Kcnstertttt. Schaufensterscheibe«. GSaserei. finng. und «l-iverglasuuge« in altdeutschem und modernem Styl fut Treppenhäuser, strker, Möbel, Glasabschlüsse, Oberlicht re. Glasbuchstaben etc. Spiegel und Spiegelgläser in allen Größen. 8157 Schaufenster-Spiegel. /mV / Min 1 vorzüglich. Stoerai —-OJnfluenza u.qeiser^eir/ A gesch Unsere diesjährigen grossen 7982 Weihnachtsausstel'ungen in Kiuderspielware« find eröffnet. Grosses Lager nnd reizende Neuheiten in gekleideten Puppen,Gelenkpuppen, Bälgen, Hüten, Köpfen u. dergl. Eigene Reparaturwerkstätte für Puppen!