A. Reinig i Viertes Blatt. ISS. Jahrgang GamStag 37. September 1®O3 FeuMetsn. nommen ihrer Vollständigkeit Die neue Lieferungsausgabe der Storck- schen Litteraturgeschichte, deren Erscheinen wir ----- « r — r" - 2M- — Aschen rüstig voran- Anzengruber-Buch ist ein Meisterstück der litterarischen Aesthetik. raturhistoriker Friedmann in dem vorliegenden Werk unter-1 anziehend ist das Kapitel über den Minnesang und Walther . hat, ist eine in der Anzengruber-Litteratur wegen von der Voaelweide, der zugl '" - - - llstündigkeit besonders wertvolle Arbeit. Dieses I herrlichen L red er vertreten ist Friedrich Spielhagen Romane — Neue Folge. Wohlfeile Lieferungsausgabe in 50 Lieferungen je 35 Psg. (Verlag von L. Staackmann in Leipzig). — Spielhagens lebendig bewegter, fesselnder Stil, die Kraft seiner anziehenden Schilderung, die Kühnheit seiner Erfindung, dabei die den meisten seiner Bücher zu Grunde liegende Verkörperung der großen Ideen des letzten Jahrhunderts, all die gerühmten Vorzüge des Meisters, so finden sich auch in den Werken, die in der vorliegenden „Neuen Folge" der Romane enthalten sind. Die Lieferungsausgabe wird eröffnet mit dem Liebes- und Dichterroman „Sonntagskind". Ihm sollen folgen die Schilderungen aus der modernen Gesellschaft: „Zum Zeitvertreib" und „Susi", das »soziale Sittenbild „Opfer", darauf die Novellen „Faustulus" und „Herrin", in welchen das lleber- menschentum eine interessante und erschütternde Gestaltung erfahren hat. Die weiteren Bände sollen enthalten den Roman: „Stumme des Himmels", die Erzählungen „Selbstgerecht" und „Mesmeristnus" und als letztes Werk den Roman einer geistig hochstehenden Frau „Freigeboren", der, wie ein Kritiker sagte, zu den größten epischen Leistungen der letzten Jahre gerechnet werden muß. — Diese kurze Inhaltsangabe dürfte genügen, um. einen Begriff zu geben, welche Fülle von genußreichen Stunden dem Abonnenten der Lieferungsausgabe bcvorsteht. Ter niedrig bemessene Preis von 35 Pfennig für die 4—5 Bogen starke Lieferung ermöglicht allen Kreisen, _ sich an der Subskription zu beteiligen.' Die Ausgabe der 50 Lieferungen soll regelmäßig alle 14 Tage erfolgen. Soeben ist im Verlage von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig erschienen: Ludwig Anzengruber von Professor Dr. Sigismund Friedmann. Preis br. Mk. 5. Weit über die Litteraturkreise hinaus gewinnt der österreichische Dramatiker und Erzähler Anzengruber'als einer der volWtümlichsten Dichter der Gegenwart ivtmer größere Bedeutung. Die aediegene, feinsinnige Analyse seiner 'Dramen und Erzählungen, die der Sitte- gleich mit vielen Proben seiner , jt. Tie großen Litteraturden5- male: Nibelungenlied und Gudrun sind übersichtlich geschildert, wobei man allerdings einen Hinweis auf die modernen Nibelungendichtungen von Hebbel, Jordan imb Mr. »27 lägltch außer SormtagS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessische« Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notattonüdruck u. Verlag der Brüh loschen Univers^Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erdens Reboftioei. Expedition und Druckerei r Schulstratze T. ilbrefl« für Depeschent Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 5L unseren Lesern ankündigten, ist inzwis geschritten. Heute liegen uns die Lieferungen 2—6 vor, deren Inhalt von der Hohenstaufenzeit bis zu den Anfängen der Romantik reicht. Sie umfassen also die mittelalterliche und die klassische Blüteperiode unserer Nationallitte- ratur. Aus dem reichen Stoff können wir nur das Wichtigste hervorheben. Die großen Meister: Hartmann von Aue, Wolfram von (Achenbach und Gottfried von Straßburg treten uns m scharfer Charakteristik entgegen. Besonders wie Napoleon 1806, um des Sieges gewiß zu sein. Die erste Hauptschlacht wird babei voraussichtlich bei Leipzig oder Weißenfels stattfinden. Sollten die Preußen dagegen nach Oberfranken Vordringen, so soll die französische Hauptarmee unter allen Umständen eine Schlacht (auch eine siegreiche!) vermeiden, vielmehr die Donau überschreiten und bei Regensburg den Anschluß an die Oester- reicher suchen. Tie Italiener waren zum Auftreten in erster Linie zunächst nicht besttmmt, sie sollten hauptsächlich die Okkupation Südwestdeutschlands übernehmen. Ter von hervorragenden Generalen entworfene und geprüfte Kriegsplan hält vor der Kritik nicht einen Augenblick Stand; er würde für die Alliierten die größten Niederlagen zur Folge gehabt haben, weil alle seine Grundlagen falsch waren. Wir wissen heute, daß die französische Armee nach den Mobilmachungsvorarbeiten von Niel, die Leboeuf auf Treu und Glauben annahm, keineswegs am 16. Tage operationsbereit war. Tie Süddeutschen zählten damals zwei bayerische Armeekorps, je eine badische, eine württem- dergische und eine hessische Division; an ein freiwilliges Sich-Einschließen in Rastatt und Ulm war gar nicht zu denken. Nur durch zwei preußische Armeekorps verstärkt, waren sie der französischen Jnvasionsacmee schon numerisch überlegen und konnten es auf die Entscheidung ankommen lassen, die die Franzosen vermeiden sollten. Jedes Vorgehen norddeutscher Streitkräfte vom Main her südwärts gegen Flanke oder Verbindungen der Franzosen hätte deren Offensive, die starke Abteilungen dagegen stehen lassen mußte, im höchsten Grade gefährdet. In Bezug auf die Berechnung der preußischen Mobilmachung standen nach drei Wochen nicht, wie der Plan annimmt, nur drei bis vier preußische Armeekorps an der Saar, soirdern die gesamten deutschen Heere begannen den Einmarsch in Frankreich mit den Schlachten von Wörth und Spicheren, und genau am 45. Tage nach ausgesprochener Mobilmachung, an dem die französische Jnvasionsarmee in Nürnberg stehen sollte, siel die letzte Feldarmee des kaiserlichen Frankreichs samt dem Kaiser bei Sedan. Natürlich waren bei veränderten Operationen der verbündeten Angreifer auch andere Gegenzüge erfolgt, aber daß die preußische Armee, die man 1866 doch kennen gelernt hatte, rat- und hilflos hinter dem Thüringerwald abwarten würde, bis von allen Setten hi« Schlinge zugezogen wurde, das vvrauSzuseden war völlig unzulässig. König Wilhelm, Moltke uno BiLmarck hatten sich als andere Männer gezeigt wie Friedrich Wilhelm HL mit seinen Ministern und der Herzog von Braunschweig. Mit so willkürlichen Voraussetzungen ist freilich, leidet Krieg führen — aus dem Papier. Kein Zweifel, der Koalitionskrieg, an dem auch das dänische Heer in Verbindung mit einer französischen Flotte teilnehmen sollte, bezweckte, Die Ohnmacht und Zersplitterung des deutschen Volkes zu verewigen. Die militärrschen Grundgedanken für die Führung des Krieges waren zwar völlig verfehlt und auf falschen Voraussetzungen ausgebaut, nichtsdestoweniger wäre der Kampf um unsere nationale Existenz gegen die Koalition von vier Staaten schwer und lang geworden, und, was das Schlimmste war, er hätte abermals zu einem Kampfe Deutscher gegen Deutsche, zu einem Ringen der aus 'einander angewiesenen Mächte Deutschland und Oesterreich geführt. Die politischen Folgen wären unter alten Umständen dem Auslände zu gute gekommen, denn auch DeutscheThalia. Jahrbuch fürdas gesamte Bühnenwesen. Herausgegeben von Tr. F. Arnold Mayer. 1. Band. Wien, Wilhelm Braumüller. Der erste Versuch, ein kritisches Jahrbuch für das Theater zu schaffen. Die Berichte über deutsche und fremde Buhnen oer Gegenwart sind sachlich ruhig, gut geschrieben und von gebildetem Kunstversiand diktiert. Was an geschichtlichen Bei- ttägen und an Aufsätzen über die Praxis der Bühne geboten wird, ist gleichfalls nach Wert und Form zu loben. Nekrolog und Biographie bieten ein nützliches Nachschlagemittel. Was aber für die Verbreitung des guten uifo tüchtigen Buches hinderlich sein dürfte, das ist einmal der etwas zu hoch gegriffene Preis, 8 Mark für das ganz geschmackvoll gebundene Exemplar. Tann nimmt u- E. der historische Teil einen zu großen Raum ein, und an Stelle der Berichte über die Theater von Bern, Brüssel und Bafel, die doch in der Kunstwelt mit Recht keine besondere Bedeutung besitzen, hätten wir solche Don Frankfurt a. M-, Dresden, Hamburg und Köln gewünscht. Wie unendlich viel mehr bedeuten dem gegenüber den berücksichtigten Bühnen von Breslau, Prag, Stuttgart und Weimar! — Jedenfalls aber wünschen wir dem ersten Bande der „Deutschen Thalia" eine stattliche Reihe von Nachfolgern und ernpsehlen ihn allen Theaterfreunden. Wagner vermißt. Daß der Verfasser die nun folgenden Uebergangsperioden aus dem Mittelalter zur Neuzeit den Meistersang, das Epigonentum, die Zeiten des Niederganges und des dreißigjährigen Krieges in gedrängter Kürze behandelt, lediglich um die geschichtliche Entwickelung aufzuzeigen, ist nur zu loben. Dadurch gewinnt er breiten Raum für die große Zeit unserer Klassiker. In ausführlicher Darstellung treten die drei Dichterpaare: Klovstock und Wieland, Lessing und Herder, Goethe und Schiller hervor. Zugleich erhalten wir Inhaltsangaben von ihren Meisterwerken. Tie Ausstattung durch den Verlag (Muth- sche Verlagshandlung, Stuttgart) verdient Lob, ebenso der zweifache Druck, wodurch der Stoff an Uebersichtlichkett gewinnt. Das Werk soll in Bälde in zehn Lieferungen je 50 Psg. vollständig fein, und die neueste Zeit sehr ausführlich behandeln. Bei ihren inneren und äußeren Vorzügen wird die Storcksche Litteraturgeschichte eine Zierde sein für jedes deutsche Haus. Der Lehrmeister im Garten und Kleine t i e r h o f ist der Titel einer in Leipzig im Verlage von Hachmeister & Thal neu erscheinenden beachtenswerten Garten- und Haustierzeitung. Vierteljahrspreis 1 Mark. Tie Redaktion liegt in den Händen von Dr. E S. Zürn, Heinr. Frhr. Schilling v. Canstatt, Tierarzt C. Hecker. Her- oorzuheben ist der mannigfaltige, reich illustrierte Inhalt sowohl auf gärtnerischem Gebiete, wie für Geflügel-, Hunde-, Kaninchen- überhaupt alle Tierliebhaber; ferner die gediegene Ausstattung. Tie Rubriken „Ter Gartenarzt" (von Schilling), „2er Kleintierarzt" mit Krankheitö- und Sektionsberichten (Tierarzt Hecker» und der „Fragekasten" werden gewiß besonderes Interesse in den weitesten Kreisen finden. Die Leser unserer Zeitung erhallen von der Firma Hochmeister & Thal in Leipzig Probenummern gratis und franko. Rußland hätte sich in den Kamps gemischt. Eine Depesche Beusts an Metternich vom 20. Juli 1870 läßt darüber keinen Zweifel; sie besagt in ihrem ganzen Inhalt: Oesterreich wird getreu den Verpflichtungen, wie sie Ende vorigen Jahres festgestellt sind, dieSacheFrank- reichs wie jdie eigene betrachten und nach Möglichkeit zum Erfolge seiner Waffen beitragen. Aber unser Eintritt in die Aktion wird sofort den von Rußland nach sich ziehen, daS uns angreisen wird. Die Neutralität Rußlands hängt pon der unserigen ab. Wir werden also so lange neutral bleiben, bis es für Rußland die Jahreszett nicht mehr gestattet, die Truppen zu konzentrieren. Wir sprechen das Wort Neutralität mit Bedauern auS, aber eS i|t das einzige Mittel, unsere Rüstungen zu vollenden, ohne uns dem vorzeitigen Angriff Preußens oder Rußlands auszusetzen. Wir haben wegen feiner ansteckenden Kraft doppelt den Teutonismus des protestantischen Preußens zu fürchten, den es in Deutschland ausgenommen hat. Was heute jeder deutsche Zeitungsleser weiß, daß nämlich Frankreich feit 1866 zum Kriege gegen Preußen entschlossen war, weil es ein einziges und mächtiges Deutschland nicht dulden und seine Hegemonie aufrecht erhalten wollte, das war natürlich schon damals an den leitenden Stellen in Berlin bekannt. Wie weit man von den speziellen französischen Plänen Kenntnis hatte, bleibt dahingestellt. Kannte man die Pläne für 1871 auch nur annähernd, so hätte der leitende preußische Staatsmann, der aus falscher Friedensliebe zugewartet hätte, bis das Wetter von allen Seiten heraufzoa, die schwerste Verantwortung vor seinem Vaterlande und vor der Geschichte auf sich geladen. Preußen befand sich 1870 in der Sage wie Friedrich der Große 1756 der großen Koalition gegenüber ober wie in kleineren Verhältnissen die Buren im Oktober 1899 gegenüber England. Nur wenn man den Feinden znvorkam, war die Gefahr rasch und gründlich abzuwenden. f Wir wissen heute aus den Memoiren des Fürsten Hohenzollern, daß Bismarck die spanische Thrvnkondida des Prinzen Leopold eifrig förderte, wenn er auch im Entferntesten daran dachte, daß sie zum KriegSar"^ werden könnte. Mer gerade sie brachte das ftanzö^.^ Wasser zum Sieden und die Veröffentlichung der Depesche zum Ueberkochen. General Lebrun sagt auSbiz^ lieb: „Mehr als diese «Schmähung war es der Wille gesetzgebenden Körpers, der den Kaiser bewog, den schgu^ wiegenden Entschluß zum Kriege zu fassen. Man gC so weit, ihn der Feigheit zu beschuldigen und von feüu,7 Absetzung zu sprechen, wenn er nickt den Krieg erklärte/ Es war das feste, unwiderrufliche und äff entliehe Nein Bismarcks auf alle französischen Forderungen, daS ccks Funke ins Pulverfaß schlug. 'v MA W monatlich 7b Pf, viertelt, GlchenerAMgerW General-Anzeiger ” ** °MW Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen _ V ______ geigentell: Hans Beck. Ker Kriegsplarr von 1871. T-ie Verabredungen für den Krieg wurden zwischen dem Erzherzog Albrecht und dem französischen General Lebrun tm Monat Juni 1870 getroffen; darnach sollte der Krieg Mitte März 1871 gemeinsam von Frankreich, Oesterreich und Italien begonnen werden. Ter Grund dafür lag darin, daß man glaubte, für die Niederwerfung Preußens etwa sechs Monate zu bedürfen, die österreichischen und französischen Soldaten aber nicht einem Winterfeldzuge aussetzen zu dürfen, wegen des „sehr kalt-n und nassen Klima» Preußens". Sodann fürchtete man nächtliche Unternehmungen einer feindseligen Bevölkerung und glaubte bei den kurzen Tagen zur Einschränkung der Märsche genötigt zu sein. Mitte März sollten die verbündeten drei Mächte gleichzeitig also die Mobilmachung auLsprecken; da aber die österreichischen und italienischen Heere sechs Wochen Zeit bis zur Operationsbereitschaft brauchten, während man damals annahm, die französische Armes werde am 16. Tage schon die Grenze überschreiten können, so galt es, vier Wochen lang die entscheidenden Schläge zu verzögern. Nach dem Krregsplan sollten die französischen Bundesgenossen also zwar sechs Wochen lang neutral sein, aber so energisch rüsten, daß Preußens „ganze Aufmerksamkeit" und ein großer Teil seines Heeres gefesselt würde, während die französischen Operationen begannen. Daß König Wilhelm und Bismarck nicht die Männer waren, sich in dieser nicht gerade seinen Weise düpieren zu lasse», scheint der Man übersehen zu haben. Tie Franzosen hatten also den Vortritt und sollten durch ihre Operationen wiederum die Preußen über das eigentliche Ziel täuschen, indem drei Armeekorps in die bayerische Malz einrückten, während das Hauptheer von fünf Armeekorps in der Gegend von Straßburg den Rhein überschreitet mb seine Avantgarde am 17. Tage bis „vor Kniebis oder iw Besitze dieser Stadt" vorschiebt. Am folgenden Tage stchen gar ganze vier Tivisionen „in Kniebis", wo man wahrscheinlich reiche Proviantvorräte zu finden hoffte. (KriedrS ist ein armseliges kleines Dörfchen im obersten nördlichen Schwarzwald.) Von den Süddeutschen erwartete man, die badischen Truppen würden sich in Rastatt, die bäuerischen und württembergischen in Ulm einschließen lassen und bann toahrscheinlich in wenigen Tagen kapitulieren. Von Preußen wird angenommen, daß die Armeekorps 14 Tage brauchen, um tranSvortberett zu sein, und daß zwei Tage nötig sind, um eine Division abzutransportiereu. Daraus ergttvt sich dann, daß Preußen am 16. Tage „kaum zwei Divisionen", am 22. etwa vier Armeekorps an der Saar oder frei Trier versammelt haben könne. Vor sechs Wochen — so behauptet der Dian — könne Preußen keine Offensive großen SttlS über die Saar beginnen. Beweis: 1866 wurde die preußische Mobilmachung Anfang Mai befohlen, erst nach sechs Wochen, am 16. Juni, drangen drei Tivisionen in «Sachsen ein, und noch eine Woche später überschritten die Preußen erst die österreichische Grenze. — Also braucht Preußen Heben Wochen, um feine Armee operativnssahig an der Grenze zu versammeln. AlS das Wahrscheinlichste in Bezug auf die preußischen Operationen wird angenommen, daß die Preußen, doppell getäuscht, ihre Hauptmacht am oberen Main oder hinter dem Thüringer Wald versammeln und ein Nebenheer bei Tresden gelassen" würden. Nach sechs Wochen wird bie Bereinigung der Verbündeten auf der Linie Würzburg-Pilsen-Prag stattfinden, und sobald dies gelungen ist, braucht man nur so zu verfahren, Vermischtes. * München. 26. Sept. Ter nervenkranke 60jährige Schriftsteller Wilh. Eckstein von hier sprang gestern nachmittag in einer Anwandlung von Lebensmüdigkett von der Hackerbrücke auf ein Bahngeleise; er erlitt einen Ober- und Unterschenkelbruch, sowie Quetschwunden am Kopfe. * Bern, 26. Sept- ^Der Zahntechniker Müller von Genf machte eine Tour auf den Berg Areux (Hochsavoyen, 2468 Meter hoch); er stürzte ab und wurde als Leiche gefunden. Er ist 56 Jahre alt und hinterläßt Frau und zwei Kinder. Indde's y f 1 Seim lerhifi ad preinrert Jsr n hibrot Casseler ihlrmfabrlk »een, Seitenweg 9, apalber 1. Hnl|. ie nub tannw SärF Ä Ätrtj Lchrämr, iO <;seüse Njl * Ä rt ^Stammeln,vlottemtej gtnto u. Erwachsene iv unfl genommen, »xo a tu eckagen Mpem nndMati rurnpeu ati * M S«* a ■ Särae Ä et ÄutwahlsieU vorrcuiL h & MUeubirkif branchmchir. 86, W . stiehlt «yn,. etittrfotö 69 OttO 6d)nnf einliiilz „MWw - • If« Manu, der fein« fltff verffefft, kft an- fiSetn enb der Direktor des Neuen Theaters iu Halle, Mauthner. An der Hoffe sowohl wie bei der Direktion selbst wurden in letzter Zeit wiederholt Anfragen gehört, ob denn auch wohl dieses oder jenes Stück für junge Mädchen geeignet j'ei Mauthner will nun den Versuch Machen, in dieser Beziehung schon durch die Farbe der Zettel Klarheit zu schaffen. So ist z. Ä für Wolzopens Lustspiel „Ein unbeschriebene»» Blatt" der Zettel aus werßem Papier hergestellt. Weiß ist hie Farbe der Unschuld und soll erkennen lassen, day zu dem Stück ohne jedes Be- oenken selbst kleinere höhere Töchter mitgenommen werden dürfen. Ber der „Dame von Maxim" dagegen läßt Mauthner knallrote Zettel drucken, um anzudeuten, nicht daß zartere Seelen erröten müßten, sondern daß dem erotischen Charakter des Stückes ein brellerer Spielraum gelassen werden soll. Weitere Abstufungen in der Farbe sind vorläufig nicht beabsichtigt. * Ueber den Instinkt für die Sauberkeit bei den Tieren plaudert die ,Lllustr. Tierwelt: Tie Liebe zur Sauberkeit ist bei sehr vielen Tieren fast ebenso groß wie bei den Menschen; nur sind sie auf natürliche Hilfsmittel angewiesen, sie müssen die ihnen von der Natur gegebenen Organe auch für die Reinigung ihres Körpers mit verwenden. Sie thun dies in reichem Maße. Neben den vorderen und hinteren Gliedmaßen werden die Lippen, die Zunge, der Speichel und der Schwanz bei der Reinigung verwandt. Wir können unter den Säugetieren zwei Klassen unterscheiden, solche, welche das Wasser lieben, und die, die es verabscheuen. Es giebt eine ganze Anzahl von Tieren, welche das Wasser zur Reinigung nicht gebrauchen und die trotzdem sehr sauber sind. Tas beste Beispiel ist wohl hierfür die Katze. Sie geht jedem Wassertropfen weit aus dem Wege, und trotzdem säubert und putzt sie sich den ganzen Tag mit chrer harten Zunge und mit dem Speichel. Bei den großen Katzenarten, Löwe und Tiger, vertrllt die harte Zunge die Stelle einer barten Bürste, mit der sie den ganzen Körper polieren. Auch die Affen sollen nur selten sich be- Wassers vedlaren, immerhin wirb von ehrtgen menschenähnlichen Affen berichtet, oaß sie sich genau so aut wie kb'ie Menschen Gesicht und Hände wuschen, ja ein Oran g-Utang gebrauchte sogar einen, Zahnstocher. Wie weit die Sauberkeit bei den Affen geht, sieht man daraus, daß Affenarten mit großen, schönen Bärten nie nach Affenart trinken, indem sie sich zum Wasser berabbeugen und eS mit der Schnauze hochsaugen, sie trinken vielmehr aus der Hohlhanb, um ihren Bart nicht naß zu machen. Sehr viele Tiere gebrauchen als künstliches Reinigungsmittel den Sand. So erzählt Brehm von einer SpringmauS, welche dieses Mittel in ausgiebigster Weise benutzte. Sie grub mit der Schnauze und den Vorderbeinen eine Rinne in den Sand, und in dieser Vertiefung polierte sie zuerst den Kopf und dann den übrigen Körper. Tiejenigen Tiere, welche von der Natur mit Reinigungswerkzeug stiefmütterlich versorgt sind, haben eine große Vorliebe für das Wasser, so die Pferde. Sie haben nur die Lippen und den Schwanz, außerdem aber noch chre Haut, welche sie überall bewegen und in Falten legen können, um lästigen Staub und Parasiten zu entfernen. Noch mehr als die Pferde sind (Elefant und Nashorn auf das Wasser angewiesen. Die Vögel lieben meistens das Wasser. Sie besitzen aber noch eine natürliche Pomade, mit der sie ihre Federn einfetten und ihnen dadurch neben der Wasserdichtigkeit einen schönen Glanz verleihen können. * Pa rfirmierte Butter. Parfümierte Butter auf dem Frühstücks tisch ist die neueste Modethorheit der oberen Zehntausend in London. Tie Milchwirtschaften, wo dieses Produkt hergestellt wird, duften wie ein Blumenladen oder das Laboratorium eines Kosmetikers. Tie Butter wird zuerst wie jede andere gemacht, dann wird jedes Stück in Dünnen Muslin eingeschlagen und in einen mit Rosenblättern gefüllten irdenen Topf gelegt. Tie Blätter müssen die Butter vollständig bedecken. Hierauf setzt man das Gefäß in den Eiskasten, läßt es dort zehn Stunden stehen und die Stücke sind fertig zum Gebrauch. ♦ Kathederblüten. „Wenn von zwei Freunden ber ®tne reich, der Andere arm ist, ober tonnt mir den umgekehrten Fall annehmenAls Napoleon L aber seine nach Ruhm lechzende Zunge bis auf die eisigen Felder Rußlands zu strecken wagte, mußte er sie mit vn> brannten Fingern zurückziehen." Wie koche uud brate ich sparsam, gut und schnell? Unbestritten wohl ist eS, daß das Kochen mit GaS nicht nur reim licher und bequemer ist, wie daS Kochen mit anderem Brennmaterial, sondern auch erheblich sparsamer, wenn gute Kocher verwendet werden. Welche Ansprüche sind an einen zweckmäßigen Kocher zu stellen, ist daher eme Frage, die das Interesse vieler Hausfrauen wobl besitzt. Ein guter Gaskocher muß vor allem vollkommen geruchlos orennen, die Brenner so konstruiert sem, daß sie die L>eizkraft deS GaseS möglichst vollkommen ausnutzen und die Kochplatte Ke Heizgas« nach Möglichkeit für das Kochen oder Wärmen nutzbar macht. Bei den vielen im Handel befindlichen oder auch l'ihweise genommenen Kochern werden obige Ansprüche durchaus nicht gleichmäßig erfüllt, und beachte man daher bei Benutzung e nes Kocher« stets, daß der beim Ankauf billigste oder oft für wenige Pfenniae monatlich leihweise abgegebene Kocher stets dann der allerteuerst« ist, wenn er nicht auch den geringsten Gasverbrauch zugleich besitzt. Denn durch eine Ersparnis der täglichen Ausgaben für den Gasverbrauch werden sehr bald die AnschafsungSkosten eines neuen Gaskochers erspart und ständige Ersparnis später erziea. 6710 Als Gasapparate, die in Bezug aus geringen Gasverbrauch ganz besonders vorteilhaft sind, können die Germama-Kocher und Bralöfcn der durch ihre Dauerbrandöfen Gerinanen (über 200000 Stück im Gebrauch) bekannten Firma Oskar Winter, Haiinover, gegründet 1796, empfohlen werden, und ist es rakfa n, sich über dieselben zu orientieren selbst auch, wenn ältere Gc^kocher im festen oder leihweifen Besitz sind. Durch jedes emschläg ge Geschäft oder von der Firma direkt binnen Preislisten bezogen werden. M- Seidenstoffe von Elten & Keimen, RÄi Kiefeld. Bekanntmachung. In ber Zeit vom 20. bis 27. September 1902 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Geldstück und 1 Taille; v erloren: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brosche und 1 Schachtel, enthaltend einen Brautkranz. Entlaufen: 1 grau und braun gefleckter junger Jagdhund und 1 junge schwarze Jagdhündin, auf den Namen .Alex" hörend. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 27. September 1902. Gvoßherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Knabenhandarbeit. MMittwoch, den 1. Oktober d. IS., nachmittags 8 Uhr. -n In dem Schulhause am Asterweg (Handwerkerschule) HsllnterrtchtSkurse für erziehliche Handarbeit mit je drei- ger wöchemlicher Unterrichtszeit eingerichtet werden. $n dem B< derselben werden die Schiller mit Papparbeiten und In dem —ren mit Kerbschnittarbeiten beschäftigt. Zur Beteiligung an ^Unterrichte können ältere Schüler der Volksschule sowohl als / Schiller der höheren Lehranstalten (Utitere vom 11. Jahre ab) /elassen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Hillern währnll) der Unterrichtszeit gestellt werden. sind von dbem derselben 2 Mark zu eittrichten: außerdem haben die Schüler der höheren Lehranstalten noch ein Schulgeld von 4 Mark zu bezahleii. 6741 Anmeldungen zum Unterricht werden znr angegebenen Zeit im genannten Schulhause entgegengenommen. Gießen, den 26. September 1902. Für den Schulvorstand. Mecum, Bürgermeister. Hahn, Oberlehrer. S Hochzeit sagen herzlichsten Dank 04200 W. Müller, Königl. Stat.-Mstent. K. Müller, geö. Ickel. I Für die uns so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten gelegentlich der Feier unserer silbernen Berger’s Germania- Fabrik: Robert Berger, Pössneok u Th. Cacao. Wegel^bevorstehendcr Verlegung meines Geschäftes nach SelterSweg 56 verkaufe mein großes Lager in dngerahmtn Wer» palscni» zu ^rochzrits- und Hriegeutllitsges-Seulieu ZU bedeutend ermäßigten Preisen. Otto Hochstätter Kunsthandlung, oiiis Bahnhofstraße 29. 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