Nr. 131 »rschetnt tLgktch außer Sormtags. Dem Gießener Anzeiger »erden im Wechsel mit dem vekflschen Landwirt die Siegener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegL VtotationSdruck u. Verlag der Brühl'schen Untvers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. AernsprrchanschlußNr.51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 37. Mai 19018 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v '**7 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngSpret»: monatlich 76 Ps., ottttd* iShrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— ptertel« jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für dre TageSnummer bis vormittag« 10 Uhr. ßcilenprei«: lokal ILPs^ auswärts 20 Psg. Derantivortlichr für den poht. u. allgem. xeil: P. Wiltko: für ,Stadt und Vanb* und r ® end) tßjoal •: 9L $ 111- mann; für den An- zeigentcil: Han« Beck. Z>ie Heutige Yummer umfaßt 8 Seiten. Volltische Tagesschau. Der Alldeutsche Verband hat sich auf seinem Verbandstag in Eisenach am 25. ds. auch mit den Alldeutschen in Oesterreich beschäftigt und folgende Resolution beschlossen: Der Alldeutsche Verband beklagt aufs liessle den zwischen den Ehrern der fid) „alldeutsch" nennenden Partei in Oesterreich aus- gebrochenen Streit und insbesondere die unwürdige Formen, in denen derselbe geführt wird; dieser Zwist kann nur den Gegnern de« Deutschtums in Oesterreich Nutzen bringen und ist in hohem Grade geeignet, die für die deutschen Volksgenossen in Oesterreich in den letzten Jahren im Deutsd)en Reich immer stärker enuad)ten Sympathien zu gefährden. Durch diese Vorkommiusse sieht fid) der Verband erneut veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß er sogleid) bei der Begründung der .alldeutschen" Partei in Oesterreich gegen die Verwendung der Bezeichnung „alldeutsch^ als Parteinamen Stellung genommen hat uiib daß er für die aus dieser Parteibezeid)nung erwachsenden Schädigungen der Bestrebungen des Alldeutschen Verbandes jede Verantwortung ablehnen muß. Im übrigen gibt der Alldeutsche Verband and) heute wieder seinen stantmesbrüder- lichen Gefühlen und feiner unerschütterlichen Treue für die Deutschen Oesterreichs den herzlichsten Ausdruck. Einen längeren Bericht über die Eisenacher Verhand- lmtgeu veröffentlichen wir morgen. Ein Jagduufall des Reichstags-Vizepräsidenten. Von einem bedauerlichen Unfall ist der erste Vize- präsident des Reichstages Graf Udo zu Stolberg- Wernigerode betroffen worden. Der Graf schoß am Samstag Nachmittag auf seiner Besitzung Groß-Cammin bei Küstrin nach Thontauben. Dabei entlud sich ein Schuß nach rückwärts und traf die Stirn des Schützen. Die Verletzung rief eine heftige Blutung hervor; dadurck) im Augenblick bewußtlos geworden, mußte der Graf ins Schloß getragen werden. Man hofft jedoch, daß der Vorgang schlimmere Folgen nicht nach sich ziehen wird. Der Unfall kann aber die Budget kommisjsion des Reichstages in die Lage versetzen, sich einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Die Vertretung des Präsidenten Graf Balle st rem würde vor der Hand dem zweiten Vizepräsidenten, Abg. Büsing (nl.), zufallen. Auffällig erscheint, das; das Hauptorgan der konservativen, die „Kceuz- zeitung", über den Unfall des Grafen Stolberg nichts meldet. Der Zwischenfall in Neapel. Der Zwischenfall bet der Ankunft des italienifdjen Königspaares in Neapel hat sich mit solcher Schnelligkeit abgespielt, daß niemand eine Ahnung davon hatte, urcd selbst das Königspaar nichts merkte. Die gesamte Presse des In- und Auslandes mißt diesem Vorgänge keine politische Bedeutung bei. Es hat sich herausgestellt, daß der Thäter ein der Neapeler Polizei wohlbekannter „Radaubruder" ist, der schon viel auf dein Derbholz hat. Also selbst die Vermutung ist hinfällig, daß vielleicht wirtschaftliche Not den Manu veranlaßte, aus diese ungewöhnliche Weise die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es wird von einigen Blättern darauf hingewiesen, wie gerade König Viktor Emanuel Anteil habe an dem Fortschreiten der sozialen Gesetzgebung in Italien, so daß von einem Anschlag eines italienischen Arbeiters auf das Leben des Königs von vornherein keine Rede sein könne. Daß die Zuschauermenge aufs äußerste erregt war und zur Lynchjustiz schreiten wollte, erscheint begreiflich; offenbar stand die Menge momentan im Baniw der Erinnerung au den erst jüngst erfolgten Anfall auf den König von Spanien. Wenn der 'Neapeler Jnsultant auch bisher jede Angabe über den Beweggrund verweigerte, so erscheint aber hier die Möglichkeit des Bestehens eines Komplotts völlig ausgeschlossen. Der Angreifer ist ein aus dem Gefängnis entlassener Schuster 'Namens Guerriero. Der Attentäter, der rwei Steine gegen den Zug warf, traf nur den Wagen, in dem die Eisenbahningenieure saßen. Deutsches Reich. Berlin, 26. Mai. Aus Ur ville wird gemeldet: Der Kaiser unternahm heute früh in Begleitung einen Spazierritt in die Gegend nordwestlich von Urville über Slllers, Tennchen, Hayß, Mazagran und Lämmersberg. Nach seiner Rückkehr nahm Se. Majestät die militärische Meldung des Rittmeisters Baron de Schmid, sowie den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts Dr. v. Lueanus entgegen. Zur Frühstückstafel waren u. a. geladen die Kommandeure der 33. und 34. Division Generalleutnants Frhr. v. Liechten- stern und Prinz Heinrich XIX. Reuß, der Kommandant von Metz Generalleutnant von Wedel, die Stabsoffiziere des Königsinfanterie-Regts. Nr. 145 und Rittmeister Baron de Schmid. — Ter Kaiser wird Ende Mai int Neuen Palais mieder eintreffen und dort bis zum 4. Juni verbleiben. Die Kaiserin kehrt erst am 3. Juni von Badenweiler nach Potsdam zurück und fährt am 4. Juni mit dem Kaiser nach Marienburg. Am 5. Juni begiebt sich das Kaiserpaar zu einem achttägigen Aufenthalt nach Cadinen, von wo der Kaiser und die Kaiserin zu kurzem Verweilen in das Neue Palais zurückkehren, um dann zum 15. Juni nach Nürnberg zu fahren. Zum 18. Juni trifft der Kaiser in Bonn ein. Von hier begiebt er sich zur Kieler Woche nach iHel, wo die Kaiserin ebenfalls Aufenthalt zu nehmen gedenkt. Tie Kaiserin fährt von dort nach Schloß Wilhelms- Höhe, der Kaiser tritt seine Nordlandreise an. Tann folgen die Kaisermanöver in Posen und Jagdaufenthalte in Ro- mruten und Hubertusstock. — Prnnz Albrecht von Preußen empfing gestern in seinem hiesigen Palais die Abordnung des russischen 40. Dragoner-Regiments, die dem Prinzen namens des Regiments die Glückwünsche zur Wiederkehr des Tages überbrachte, an welchem er vor 50 Jahren a la suite desselben gestellt worden ist. Abends fand ein größeres Diner zu Ehren der rmssischen Offiziere statt. — Nack) einer Meldung aus Köln war die Leiche des Erzbischofs Dr. Sim ar während des gestrigen Tages im Sterbezimmer des Verblichenen ausgestellt. Ter Andrang war derart, daß tausende von Personen die benachbarten Straßen besetzt hielten und ein Polizeiaufgebot die Ordnung aufrecht erkalten mußte. Voll der Einbalsamierung der Leiche ist Avstand genommen worden. Mit der Vertretung des Kultusministers bei der Beisetzung des Dr. Simar ist der Vortragende Rat im Kultusministerium Geh. Reg.-Rat Fresberg beauftragt. — Das Gouvernement hat angeordnet, daß die Beteiligung von Militärpersonen an der Beisetzung durchaus freiwillig sein soll. Als Aufsichtspersonal werden auch 50 bis 100 Mann, ein Offizier und fünf Unteroffiziere abkommandiert werden. Die zur Teilnahme angemeldeten Unteroffiziere und Mannschaften werden in der Umgebung des erzbischöflichen Palais und des Dornes Spalier bilden. Tomprobst Dr. Berlage wird nach der Beendigung des Pontifikatrequiems im Dom die Trauerrede halten. Ausland. Kopenhagen, 26. Mai. Ehe gestern nachmittag der Kreuzer „Cassini" den hiesigen Hafen verließ, richtete Präsident L o u b e t beim Abscyiedstrunk folgende Worte an den König: Ick; erhebe mein Glas zu Ehren Eurer Majestät und danke Eurer Majestät für Ihren so herzlichen Empfang; die Erinnerung daran wird tief in meinem Herzen ein- geprägt bleiben. Ich trinke auf die gesamte königliche Familie, deren zahlreiche und geehrte Glieder so würdig in ganz Europa die Funktionen erfüllen, zu welchen sie zu berufen der Vorsehung, der Wahl der Völker gefallen hat. Ick) trinke auf Dänemark, mit dem wir durch die Bande einer tiefen und alten Sympathie verbunden sind, auf Dänemark, das klein ist der Ausdehnung und der Zahl seiner Bevölkerung nach, aber groß durch seine Geschichte, seine Tüchtigkeit und durch den Glanz, mit dem es auf den Wegen des Fortschritts in der ernsten Reihe der gesitteten Völker schreitet. Ich trinke auf Seine Majestät und das wackere dänische Volk! Rotterdam, 26. Mai. Der letzte amtliche Bericht aus Schloß Loo besagt, daß die Besserung im Befinden der Königin Wilhelmina jetzt dermaßen zu- nimmt, daß dieselbe nunmehr zweimal am Tage während dreiviertel Stunden das Bett mit dem Tivan vertauscht. Die Nahrungsaufnahme ist sehr hinreichend, die Lust an Geistesarbeit wird in llebereinftimmung mit der Zunahme der Kräfte größer. Weiter wird bestätigt, daß die Königin mit ihrem Gemahl und ihrer Muller Ende Juni nach Schloß Schaumburg bei Tiez übersiedeln wird, weil die Aerzte einen mehrmonatlichen Aufenthalt dort zur Erholung der Rekonvaleszentin für erwünscht halten. Palermo, 26. Mai. Der König und die Königin wurden bei ihrer Ankunft hier von den Ministern und den Behörden Palermos begrüßt und begaben sich unter dem Jubel einer großen Menschenmenge nach dem königlichen Schlosse. Budapest, 26. Mai. Der Tscheche Herold verlangt, daß Oesterreich fid) an die Spitze der Friedensbewegung stelle, und wendet sich gegen den Dreibund. Die preußische Politik sei traditionell auf die Einigung aller Deutschen gerichtet. Im deutschen Volke sei der Drang nach Erweiterung des Reiches auch nach dem Süden, selbst über Oesterreich hinaus. Nicht der Dreibund sollte die Grundlage unserer Politik bilden, sondern die Freundschaft Oesterreichs zu allen Staaten, insbesondere zu Rußland und Frankreich, und der Schutz Oesterreichs gegen jede alldeutsche Bewegung. Ter Deutsch- Fortschrittliche Groß erklärt: Tie Deutschen halten am Dreibund fest, in dem sie die einzige Möglichkeit erblicken, Oesterreichs Stellung in Europa zu erhalten; Der Pan- germanismus sei ein Gespenst, an das niemand denke und von dem die Tschechen sprechen, weil sie selbst den Panslawismus herbeisehnen. Der deutschvolkliche Dobernig wendete sich gegen die Verdächtigung des Patriotismus der Deutschen. Sie blicken nicht nad) Berlin als dem Zentrum einer etwaigen künftigen politischen Entwickelung oder weil sie von den Hohenzollern eine bessere Förderung ihrer Interessen erwarten als von der eigenen Dynastie. Die Deutschen blicken überall hin, wo deutsches Wesen gepflegt wird. New York, 26. Mai. Kaiser Wilhelm lud die Generäle (Sorbin Young und Wood als persönliche Gäste zu den Herbstmanövern ein. Die Einladung wurde angenommen. Die sozialen Aufgaben der Städte. n. Gießen, 26. Mai. Im hiesigen national-sozialen Verein hielt gestern abend im oberen Saale des Cafe Ebel Adolf Damaschke aus Berlin, der Herausgeber der „Deutschen Volksstimme", den angekündigten Vortrag über „Tie sozialen Aufgaben der Städte." Die Bedeutung der Gemeindepolitik, so führte Redner aus, wächst in einem Maße, wie man es früher nie erwartet ober für möglich gehalten hätte. Einer der wichtigsten Kapitel aus der Gemeindepolitik ist die städtische Bodenpolitik, deren ernstesten Abschnitt wieder die Wohnungsfrage darstellt. Aus diese geht Redner genauer ein. Bei einer Prüfung der Verhältnisse in Berlin stellt es sich heraus, daß dort am 2. Dezember 1895 4718 Wohnungen existierten, die keinen heizbaren Raum bet- saßen. In diesen Wohnungen, wenn man sie so neunen kann, lebten 13 700 Menschen ohne die Möglichkeit, sich gegen die Unbilden der Witterung irgendwie zu schützen. Trotzdem ist diese Zahl noch verhältnismäßig gering gegenüber den Wohnungen mit nur einem heizbaren Raum. Deren gab eS 7061, die dauernd von mehreren Personen, manchmal bis zu 13, bewohnt wurden. Von der Pflege eines Familienlebens kann dabei selbstverständlid) nicht bic Rede fein. Ter eine Raum dient allen zunr Essen, Arbeiten, auch ohne Unterschied des Geschlechts zum Schlafen. Daß derartige Zustände die physische und seelische Gesundheit der Bewohner untergraben mußten, ist klar. Hier vor allen Dingen muß Hilfe kommen. Tie Verhältnisse in Berlin gehören aber noch lange nicht zu den schlimmsten. Weit schlimmer steht es in Breslau, Danzig und Ham bu r g. Wie furchtbar gefährlich diese Zustände werden können, hat die Cholera- epidemie in Hamburg gezeigt. Tie Statistik zeigt, daß in dem reichen Hamburg 5991 Wohnungen mit nur einem Zimmer existieren. Tie Frage der Wohnungshygiene ist nicht nur eine Frage der unteren blassen, sondern eine Existenzfrage der ganzen Bevölkeruneg. Wenn auch wohl derartige Krankheiten selten sind, so sind diese Wohnungen doch stets die Geburtsstätten der Tuberkulose, des Alkoholismus und der Prostitution. Wie wenig bekannt diese Verhältnisse in den betreffenden Städten selbst sind, weist der Redner an einzelnen Beispielen nach. Als in Dresden eine Schlafstellenordnung eingeb rackst wurde mit noch sehr gemäßigten Vorschriften — eine der hauptsächlichsten war die Trennung beider Geschlechter in den Schlafräumen — hielt der Rat es anfangs für sehr leicht, diese Ordnung einzuführen, bald mußte aber nach genauerer Prüfung der Verhältnisse der Antrag eingebracht werden, mit der Einführung 4 Jahre zu warten, weil sonst — 3000 Wohnungen ausgeschieden werden müßten. Ein anderes krasses Beispiel boten die Verhältnisse in Ha He, wo bei der Untersuchung sich schon in dem ersten Polizeirevier herausstellte, daß nickst weniger als 180 Wohnungen darin existierten, die den hygienischenAnsprüchen der Gegenwart nickst genügten. Wer sich mit der Wohnungsfrage genauer beschäftigt, erschrickt über die Masse furchtbarsten Elends, die ihm hier entgegentritt. Hier verliert das Volk alljährlich mehr Kraft als durch viele verlorene Schlachten, und deshalb ist der Kampf, der für die Schaffung menschenwürdiger Wohnungen für das Volk geführt wird, ein heiliger Kampf. Tie Wohnungsfrage i st nicht damit abgethan, daß man die Schuld den Hausbesitzern zuschiebt. 'Nicht allein vom Willen des Hausherrn ist die Wohnungsmiete abhängig. Wie bei jeder anderen «acye, entspricht auch hier der Preis dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Wenn sonst in der Volkswirtschaft Nachfrage nach Einern Artikel vorhanden ist, bemächtigen sich dessen bald das kapital und die Arbeit, und sie ermöglichen eine immer billigere Herstellung. Tie Wohnungen machen eine Ausnahme, weil hier ein dritter Faktor in Erscheinung tritt, der Grund und Boden. Wer den Boden besitzt, hat in gewisser Weise die Herrschaft über alle die, die hier ihren Wohnsitz Aufschlägen. In der Nähe der Städte ist der bebaute Boden Sp e«. kulationsobjekt für Terraingesellschaften rc. Unter allen Faktoren der Landwirtschaft ist der Grund und Boden der einzige, dessen Wert auch ohne Arbeit seines Besitzers wächst. Jede Kulturarbeit in der Nähe eines Grundstückes, jede Sck)ule, jede Straße rc. steigert seinen Wert. Tie Kosten der Wertsteigerung trägt die Gemeinde, den Vorteil davon hat der Besitzer. Redner führt zur Illustration einige Fälle an, von denen einer hauptsächliches Interesse erweckt. In Berlin bewilligte man für Anlage des Viktoria^ Parks und des dortigen Wasserfalls 2 Millionen Mark in der guten Absicht, den armen Anwohnern einen hübschen Ausflugsort ^u schaffen. Vorteil hatten aber von dieser Schöpfung nicht die Mieter, zu deren Gunsten doch die 2 Millionen bewilligt worden waren, sondern die Mietsherren, indem sie, weil ja die ganze Gegend jetzt durch die Anlage gehoben war, sich berechtigt fühlten, den Mietspreis bedeutend zu erhöhen. Die Berliner Gruppe der Teutschen Bodenreformer hatten, um billige Wohnungen für das Volk zu schassen, bei Moabit von einer der 73 Berliner Terraingesellschaften Land gekauft, die Quadratrute zu 750 Mk. Sie errichteten dort ein Doppelhaus in der vorher ganz oben Gegend, als sie aber weiteres Land kaufen wollte,», verlangte die Gesellschaft 1100 Mk. für die Quadratrute, weil der Wert des Bodens durch den Bau ihres Hauses gestiegen sei, und als eine Gemeindeschule errichter wurde, verlangte sie gar 1500 Mk. Eine schwere Gefahr liegt in diesen Verhältnissen, indem der manchmal erzielte ungeheure Gewinn eine verführerische Lockung für manchen ist, die Arbeit von sich zu werfen und sich auf Terrainspekulationen einzulassen. Mas kann man nun gegen diese Terrainspekulationen thun? Der beste Weg ist der Der Besteuerung. Durch vernünftiges und zweckmäßiges Besteuern sollte man dies Treiben unmöglich zu machen suchen. In Pr e u ß en richtet sich die Besteuerung eines Gutes nach dem Nutzen, den es bringt. Daß das nicht das richtige ist, geht daraus hervor, daß für die wertvollsten Güter, wenn sie unbenutzt liegen, kaum Steuern gezahlt werden. Weit besser ist es, die Steuer nach dem gemeinen Werte des Terrains zu bemessen, wie es in Breslau und Köln und anderen Städten durchgeführt ist. Man kann diese Steuern noch verbessern, indem man sie progressiv steigen laßt, z. B. bis zu einem Wert von 50000 Mk. 2 pro Mille, 100000 Mk. 3 pro Mills rc. Das Liese Steuer mrSmacht, zeigte Redner an einem Aalle. In Dortmund war ein Stack Land für wenige tausend Mark gekauft worden. Eine Straße wurde durch- gesuhrt, sodaß die Stadt das Terrain haben mußte und nun verlangte der Besitzer 500000 Mk. An Steuern hatte er, da das Gelände nutzt bebaut war, kaum 3 Mk. zu zahlen. Da wurde die Steuer nach dem gemeinen Wert eingeführt/ und nun hatte er statt 3 Mk. deren 1000 W. zu zahlen. Das ist ganz gerecht, wenn man bedenkt, daß, ohne daß er mir die Hand gerührt hätte, auf Kosten der Gemeinde sein Besitztum das Zehnfache im Werte gestiegen war. Besser noch ist die Zuw ach s st eu e r. Wenn jemand Gelände verkauft und gewinnt dabei, d. h. ohne daß die Steigerung im Werte des Geländes durch seine Arbeit veranlaßt ist, soll er einen Prozentsatz des unverdient gewonnenen Geldes abliefern. Das Reichsmarineamt hat diese Steuer angenommen und führt sie überall da durch, wo sie oberste Behörde ist, indem sie diese Steuer als Rechtsgrund- satz proklamiert. In Kiautschou ist die Steuer vom gemeinen Werte und der Zusatzsteuer in Geltung. Keinerlei Steuern oder Zölle werden dort erhoben, aber 6 Pwz. des gemeinen Wertes des Bodens und 33Vs Proz. des Mehr- ertrags beim Verkauf müssen gezahlt werden. Letzteres gilt nicht für Wertsteigerungen, die durch die Arbeit des Besitzers veranlaßt sind, sondern nur für die, die ohne sein Zuthun zu stände gekommen sind. Jedes Schiff, das dort mehr anläuft, jede Kulturarbeit, die dort verrichtet wird, steigert den Wert des Bodens auf Kosten des Nationalvermögens, und diese Wertsteigerung soll dann auch der Gesamtheit zu gute kommen. Als Admiral v .Tirpitz zum ersten Male die Angelegenheit dem Reichstage vortrug, waren sämtliche Parteien einig in der Anerkennung des Vorschlags. Am besten ist es, wenn die Gemeinde Grund und Boden selbst erwirbt. Nach dem Erbbaurecht behält dann die Stadt den Boden, und der betr. Bewohner zahlt ihr eine bestimmte Rente. Nach diesem Plane sind gegenwärtig in Frankfurt 6—700 Häuser in Arbeit, desgl. in Halle, Hamburg u. a. St. Zum Schlüsse gedachte der Redner des Bundes der deutschen Bodenreformer und der Ziele, die er verfolgt, und regte an, .«uch in Gießen eine Ortsgruppe zu bilden. , Der Beitrag beträgt 3 Mk. pro Halbjahr, dafür erhält jedes Mitglied die national-sozialen Schriften und sonstige Publikationen. In der Debatte wurde die Frage erörtert, ob denn eine hohe Besteuerung des Bodens diesen noch teurer mache. Der Redner beantwortete die Frage dahin, daß das nicht der Fall sei. Je höher die Steuer ist, desto geringer ist bie; Rentabilität des Bodens, weil die Steuer den Grundeigentümer selbst trifft, ohne aus den Mieter abgewälzt werden zu können. Dann teilte Bürgermeister Mecum mit, daß er sich schon lange mit diesen Fragen beschäftige. Mehrere große Geländekomplexe beabsichtige er, im Er b- 6 au re ch t zu vergeben. Zugleich sei die Errichtung einer städtischen Hypothekenbank in Erwägung gezogen, um event. das Baugeld vorzuschießen, und zwar sollte das in Ratenzahlungen geschehen, um den Bauhandwerkern ihren Verdienst zu sichern. — Tie Ausführungen Mecums wurden mit großem Beifall ausgenommen. In die Liste zur Bildung einer Ortsgruppe des' Bundes deutscher Bodenresormer trugen sich 14 Teilnehmer ein. Es wurde ein' Ausschuß zur Erledigung der Vorarbeiten gewählt, der ans folgenden 4 Herren besteht: Geh. Rat Pros. Dr. Siebeck, Herr Fourier, Dr. Bogt, Prof. Dr. Eollin. Um darzulegen, daß die Bestrebungen des Bundes .licht Bestrebungen einer einzelnen Partei sind, wurde aus Rat des Vortragenden bei der Wahl des Ausschusses daraus Bedacht ig-enoinmen, möglichst Mitglieder verschiedener Parteien zu wählen. Aus Stadt und Kund. Gießen, 27. Mai 1902. * Auszeichnung. Der Groß Herzog hat bem Geh. Kommerzienrat Römheld zu Mainz das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Ernennung. Der Großherzog hat den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueranlt Darmstadt Wilhelm Wämser (nicht Worniser, wie es in unserer gestrigen Nummer hieß. D. Red.) zum Steuereinnehmer des Steueramts Stockheim ernannt. •’ Heinrich Eurschmann f. Kurz vor Redaktionsschluß erfahren wir, daß Herr Lehrer i. P. Heinrich Eurschmann, ein in den weitesten Kreisen beliebter und geachteter Bürger unserer Stadt, heute Morgen im Alter von 83 Jahren gestorben ist. Eurschmann hat sich besonders bei den Bestrebungen zur Herbeiführung eines größeren Schulzes unserer Tierwelt in hervorragender Weise ausgezeichnet. Weiter ist seine segensreiche Thätigkeit auf dem Gebiet der Armenpflege hervorzuheben. Die „Curschmannstiftung", die alljährlich einer größeren Anzahl armer Kinder eine Weihnachtsfreude bereitet, ist ja allgemein bekannt. Der Heimgegangene ist in Rheinhessen geboren und wirkte lange Jahre als Lehrer an der hiesigen Erweiterten Mäd- chenschule. Sein Leben ist nicht ohne manche schwere Prüfung geblieben. Bereits vor etwa zwanzig Jahren ist ihm die geliebte Gattin im Tode vorangegangen und auch den einen seiner beiden Söhne, der zunächst am hiesigen Gymnasium Lehrer war und dann die Augustmerschule in Friedberg leitete, mußte er zu Grabe geleiten. Sein anderer Sohn schlug die ärztliche Laufbahn ein und ist ein in Fachkreisen geschützter Arzt. Unser neuer Magistratsassessor ist ein Enkel des Verewigten. ** Der AheiN'MaiN'Glistwirte-Verband hält in diesen Tagen seinen 19. Delegiertentag in unserer Stadt ab. Aus diesem Anlaß tragen die städtischen Gebäude und eine große Anzahl von Privatgebäuden Flaggenschmuck. Der Delegiertentag wurde gestern durch eine interne Sitzung eröffnet, in der hauptsächlich über den Vertrag des Verbandes mit der Gesellschaft „Auguste-Vietoria-Sprudel" betr. Kohlensäurelieferung verhandelt wurde. Schon an dieser Sitzung nahmen mehr als 70 Delegierte teil, die aus allen Teilen des Rhein-Main- Gaues erschienen sind. Sogar aus Straßburg ist ein Vertreter anwesend. Eine noch größere Anzahl von Delegierten dürfte heute zu den Hauptverhandlungen eintreffen. Abends sand ini Saale des Hotel Einhorn ein Begrüßungskonimers statt. Herr Jaskowsky eröffnete ihn mit einer sehr beifällig aufgenommenen Ansprache, in der er die Erschienenen herzlich willkommen hieß und ausführte, wie sehr sich der Gießener Verein freue, die Vertreter des Verbandes in den Mauern Gießens zu sehen. Der Gießener Verein werde alles aufbieten, um seinen Gästen hier einige vergnügte Stunden zu bereiten. Bald entwickelte sich eine ungezwungene Heiterkeit, die nicht wenig erhöht wurde durch einige gut vorgetragene Kouplets. Gastwirt Heß-Alzey erntete vielen Beifall für den Vortrag eines von ihm selbst verfaßten Gedichtes, in dem er die Weinpantscherei in humoristischer Weise geißelte. So stoffen den Erschienenen die Stunden in lebhaftem Gedankenaustausch rasch dahin, und mancher war er- taunt, als er nach der Uhr sah und merkte, daß es schon längst Zeit zum Heimwege sei, wenn er die folgenden beiden Tage leistungsfähig bleiben wolle. ol. Lollar, 26. Mai. Vom Tage der postmäßigen Benutzung der Nebenbahn Gießen — Lollar — Gründerg und der damit im Zusammenhang stehenden Aufhebung der Landpostfahrten Lollar—Londorf und Londorf- Lollar, voraussichtlich vom 1. Juni ab, finden die Ortsbestellungen in Allendorf a. d. Lda. werktäglich um 655 vorm. und 350 nachm. statt. Um 63$ nachm. findet außerdem eine Bestellung von gewöhnlichen Briefen und Zeitungen tatt. An Sonntagen wird nur eine Bestellung um 655 vorm. ausgeführt. Die Orte Mainzlar und Dank) rin gen werden wochentäglich zweimal und sonntäglich einmal von Lollar aus bestellt. Die Bestellung durch die Posthilfstellen- mhaber fällt weg. Die Ortsbestellungen in Lollar und die Landbestellgänge nach Kirchberg, Ruttershausen, Friedelhausen und Staufenberg werden aus Anlaß der Eröffnung der Nebenbahn nicht geändert. Lich, 26. Mai. Um dem Wassermangel, der ich in trockenen Sommern drückend fühlbar macht, abzu- )elfen, hatte man sich an leitender Stelle vorübergehend mit dem Plane besaßt, durch Anlage von Wassermessern dem übermäßigen Wasserverbrauch durch die Einwohnerschaft zu teuern. Da dies aber sehr viel Geld gekostet hätte und für >ie Erreichung des Zweckes ein Mittel von immerhin zweifelhaftem Werte gewesen wäre, hat man es vorgezogen, durch Erweiterung der Wasserleitungsanlage mehr Wasser herbeizubringen. Zu dem Zwecke hat man neu6 Quellen erschlossen und neben dem alten einen neuen Hochbehälter angelegt. Gerade in der Kleinheit des Hochbehälters bestand der Hauptfehler der alten Anlage, weshalb eine Menge guten Quellwassers unbenutzt abfließen mußte. Die Arbeiten, die von Bauunternehmer Winn-Gießen ausgeführt werden, gehen nun bald ihrem Ende entgegen. Allem Ancheine nach wird man für absehbare Zeit genügend Wasser jaben. — Gestern hat Gastwirt Jakob Stein sein neues Gartenrestaurant eröffnet. Es liegt in unmittelbarer Nähe der Bahn und wird deshalb für müde Touristen ein letztes Absteigequartier vor der Heimfahrt abgeben können. b. Hartmannshain, 24. Mai. Am Mittwoch hat man in unserer Gemarkung, in der Nähe der Schwalbach'schen Wirt- chaft an der Staatsstraße Grebenhain—Gedern, da wo es beim bevorstehenden Bahnbau einen ca. 10 Meter tiefen Einschnitt geben soll, angefangen, Probelöcher zu graben. Es soll dadurch festgestellt werden, welche Beschaffenheit die Erdschichten haben, ob etwa Basalt vorhanden ist. Das eine Loch, an dem eben gearbeitet und 5 Meter tief wird, hat in einer Tiefe von 3l/2 Meter noch keinen Basalt ergeben. Das andere soll 10*/2 Nieter tief werden. Büdingen, 25. Mai. Wie bekannt, haben anläßlich der Jubelfeier des 300jährigen Bestehens des Wolfgang Ernst-Gymnasiums im August 1901 frühere Schüler dieser Anstalt unter sich eine Sammlung freiwilliger Beiträge ausgeführt, die in Form einer Stiftung zu Gunsten des Gymnasiums verwendet werden sollte. Das Ergebnis der jetzt abgeschlossenen Sammlung ist in jeder Hinsicht ein erfreuliches. Es sind der „Darmst. Ztg." zufolge im ganzen von 300 Personen 4500 Mk. eingegangen. Die Gaben früherer Schüler (bis zu Beträgen von 500 Mk.) kamen aus allen Teilen Deutschlands, aus England, Nord- und Südamerika, Spanien und der Schweiz und waren, wie nicht anders zu erwarten, fast immer von freundlichen Worten warmen Interesses und dankbarer Erinnerung an die schöne Stätte einer froh verlebten Gymnasialzeit begleitet. Auch einige Herren, die dem Gymnasium nicht angehört haben, befinden sich infolge ihres dankenswerten Wohlwollens für die Sammlung oder für Büdingen selbst unter den Stiftern. — Jene 300 verteilen sich auf 108 verschiedene Berufsstellungen und Stände (insgesamt 47 Verwaltungsbeamte, 45 Theologen, 39 Mediziner, 31 Juristen, 30 Philologen, 15 Pharmazeuten und Chemiker, 12 Studenten, 12 Offiziere und Marine- angehörige, 55 Gewerbetreibende, 7 Landwirte, 3 Rentner, 2 Standesherren). Das zur Beschaffung eines Sportplatzes bestimmte Stiftungskapital ist nebst Stiftungsurkunde und Stifterverzeichnis der Großh. Gymnasialdirektion übergeben worden und wird von dieser in Verbindung mit einem ständigen Ausschuß, dem der jeweilige Fürst zu Psenburg und Büdingen zu Büdingen sowie frühere Schüler angehören, verwaltet. Der Stiftung können auch fernerhin Zuwendungen gemacht werden. Darmstadt, 26.Mai. Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst den Prinzessinnen-Töchtern und Prinzen-Söhnen trafen am Samstag hier ein und nahmen an der Großh. Frühstückstafel teil. — Am gleichen Tage begab sich der GryßHerzog zu einem Besuche der Gräflich Erbach-Schön- bergischen Herrschaft nach Schloß Schönberg und verblieb daselbst bis gestern. Am Sonntag wohnte nachmittags Se. K. H. dem Festgottesdienst in der Not Gottes bei Auerbach bei und fuhr sodann nach Schloß Heiligenberg, wo übernachtet wurde. Heute begab sich der Großherzog zur Jagd in den Jägersburger Wald und von da nach dem Fürstenlager bei Auerbach, wo Familientafel stattfand, zu der Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst ihren Töchtern und Söhnen und die Gräfl ch Erbach-Schönbergschen Herrschaften geladen waren. Der Großherzog gedenkt danach nach Darmstadt zurückzukehren, im Residenzschlosse zu übernachten und morgen vormittag nach Wolfsgarten zu fahren. Mainz, 26. Mai. Am Samstagabend konstituierte sich hier eine Ortsgruppe der Gesellschaft für soziale Reform. Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner wurde zum Vorsitzenden gewählt. Minister v. Berlepsch wird in der nächsten Saison in Mainz einen Vortrag über soziale Reform halten. ** **reine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaates. In der Nacht vom Sonntag zum Montag kam c§ in her Altstadt in Frankfurt a. M. zu einem Handgemenge, iv dessen Verlauf der etwa 20 Jahre alte Anton Durchholz au? Rechtersbach einen Messerstich erhielt, der die Schlagader an der rechten Halsseite durchschnitt. Der Gestochene lief noch etwa 100 Schritte weit, dann brach er zusammen. Der Tod trat innerhalb 4 Minuten ein. Einer der an bem Raufhandel Beteiligten war gleichfalls erheblich verletzt, ihm waren Ohren und Nase durch Messerstiche aufgerissen. Vermischtes. * Hambur g, 26. Mai. Heute vormittag fand in der Dynamitfabrik bei Geesthacht eine Explosion statt, wodurch die Nitroglycerinfabrik völlig zerstört und sechs Personen getötet wurden. * Chemnitz, 26. Mai. Heute mittag kurz vor 12 Uhr 'and im Hofe eines Drogengeschäftes beim Reinigen eines Benzin-Fasses eine Explosion statt, wobei ein Gehilfe schwer verletzt wurde und eine Gehirnerschütterung erlitt. Das Erdgeschoß des Lagerhauses brannte aus. * Stuttgart, 26. Mai. Infolge einer Koh leu^ oxydgas-Ausströmung wurden heute in einem Schulzimmer der Jakobsschule zahlreiche Schülerinnen von einem Unwohlsein befallen. Zwei konnten sich erst erholen, nachdem künstliche Atmung eingeleitet war. Das Gas ist durch Undichtheiten in der Heizkammer ausgetreten und so der Heizluft beigemischt worden. * Augsburg, 26. Mai. Ein Freitagabend auf bem Lechfelbe bei Augsburg aufgestiegener Ballon ber bayerischen Luftschiffer-Abteilung wurde in 500 Meter Höhe vom Blitz getroffen. Der einzige Insasse Oberleutnant Hiller klammerte sich an das Netzwerk fest; er erlitt beim Aufprall einen mehrfachen Schenkelbruch. Die unten an der Ballonhaspel stehenden fünf Soldaten empfingen heftige elektrische Schläge. Einige Soldaten wurden betäubt. Ein ödtlicher Verlauf ist vermieden worden dank der Geistesgegenwart des Oberleutnants Hiller, der sich, sobald er merkte, was vorgegangen war, aus ber Gonbel in das Netzwerk chwang und sich in ber beim Ein- unb Aussteigen als Hilfs- nittel bienenben Schwingringen in ber sogenannten Zieh- ’limmc festhielt. Dadurch erreichte er, daß er bei dem Aust chlag ber Gonbel nicht zu Boben geschleudert wurde, sondern mit einigen Schenkelbrüchen davon kam, welche verhältniß- mäßig gutartig sind und glatte Heilung erhoffen lasten. Leutnant Hiller hat während des ganzen Sturzes das Ber wußtsein nicht verloren. * London, 26. Mai. Aus Kimberley wird gemelbet: In einer Mine in der Nähe der Stadt wurde ein 400 - arätiger Diamant gefunden. Die Aufregung hierüber ist groß. * Madrid, 26. Mai. In Pedrosa sind zahlreiche Erdstöße verspürt worden. Ein heftiger Organ wütete gestern Abend in Begleitung von einem kurzen Erdbeben unb eisen vulkanischen Ausbrüchen. * Eine ergötzliche Szene soll sich, so versichert man bem „Mainzer Tgbl." ernsthaft, letzthin an einem rheinhessischen Amtsgericht tatsächlich abgespielt haben. In ber Prozeßangelegenheit eines Händlers war bessen Sohn Aur Vernehmung geladen worben. Als aber ber etwa 14 Jahre alte Junge bei seinem Aufruf im Saal erschien, brach eine unbänbige Heiterkeit los unb selbst ber Richter hatte große Mühe ernst zu bleiben. Der Junge sah aber auch zu komisch aus. Sein schmächtiges Körperchen verschwanb fast unter einem großen weiten Gehrock, ber bis auf bie mit riesigen Stiefeln bekleibeten Füße herab- fiel. In beit gleichen Dimensionen waren bie Hosen, ber Kragen unb ber unförmliche Hut gehalten. Außerbem trug ber sonberbare Zeuge einen Morbsstock in ber Hanb. Auf bie entrüstete Frage bes Vorsitzenben, wie er sich unterstehen könne, in einem solchen Aufzug vor Gericht zu erscheinen, meinte ber arme Junge schüchtern, bas stäube doch in ber Labung vorgeschrieben. All gemeines Erstaunen. Der Kleine aber schürzte ben langen Aermel zurück unb suchte eine Weile eifrig in ben tiefe« Taschen herum, bis er enblich tief aufatmenb bie Labung zum Vorschein brachte unb mit triumphierenber Miene auf bie Worte zeigte, welche ihm befahlen: „In Sachen Ihres Vaters." * Die Pest. In Mojunga (Madagaskar) ist die Pest ausgebrochen. Bisher sind 9 Fälle festgestellt. In Fremantle (Südwestküste von Ausstralien) ist der Ausbruch der Beulenpest festgestellt worden. * Zur Katastrophe im westindischen Archiv pel. Die Berichte, welche die nach Martinique entsandte amerikanische wissenschaftliche Expedit kost veröffentlichte, lauten pessimistisch, es wird auf die Gleichartigkeit mit dem Ausbruch der Kratakaua hinge- wiesen. Die Berichte betonen ferner, es sei möglich, daß der ganze nördliche Teil von Martinique zerstört werden konnte. — Der französische Kolonialminister ermächtigte den interimistischen Gouverneur von Martinique, allen denen, aus den Hilfsfonds Ueberfahrtsgelder nach Frankreich oder dessen Kolonien zu gewähren, die Nachweisen können, daß sie Verwandte oder .Hilfsmittel in dem Lande, nach ' dem sie sich begeben wollen, haben. In Ausführung dieser Anordnung sind 967 Personen in Guadeloupe angetommen, wo die Lage nach wie vor ausgezeichnet ist. — Eine eigenartige Geldsammlung für die Antillen wurde in Mailand veranstaltet, indem jeder Fahrgast der Straßenbahn freiwillig den doppelten Fahrpreis entrichtete. Diese Sammlung ergab 13 000 Lire. Außerdem" findet dort am Donnerstag zu gleichem Zwecke im Teatro Mauzoni eine Vorstellung unter Mitwirkung Tamagnos und anderer bedeutender Künstler statt. — Wie aus Lissabon depeschiert wird, ist bei Redroso, sechs Meilen von Oporto, ein merkwürdiges Naturereignis beobachtet worden. Feuer und Rauch stiegen plötzlich aus Erdspalten auf; gleichzeitig herrschte ein Tornado. Man glaubt, daß diese Erscheinungen mit den vulkanischen Ausbrüchen auf Martinique in Zusammenhang stehen. * Unglück m denAlpen. Nach einer Meldung aus Bern sind zwei junge Burschen aus Ollen im waadtländischen Rhonethal bas erste Opfer ber Bergsteigersaison geworden. Sie sind beim Blumenpflücken mit einander über eine 50 Meter hohe Felswand abge stürzt; ber eine ist tot, der andere schwer verwundet. * Zu r Humbert-Affaire. Der royalistische Se» nator Provost be Launay kündigte eine Interpellation! über die Humbertafsaire an. Er behauptet, daß ein hervorragender Jurist Ratgeber der Frau Humbert gewesen sei, und den ganzen Schwindel geleit eh habe. Die Gericä' könnten in.einer Viertelstunde biefer Marrn ermitteln, dessen Berhastnnb unabweislich fei — Der „Temps" meldet aus Lille, rote verlautet, habe die Staatsanwaltschaft infolge der Enthüllungen über die Humbertaffaire 'neuerdings die strafgerichtliche Untersuchung über die 1899 erfolgte Ermordung des Fabrikanten Schotsmans eingeleitet, der einer der Hauptgläubiger der Frau Humbert war und im Eisenbahnwagen von bisher unaufgedeckt gebliebenen Verbrechern ermordet wurde. • Ein Universitätsrektor von einem Studenten gefordert! Aus Lemberg wird gemeldet: Drei Studenten, welche nach dem Erlaße des Versammlungsoer- botes eine vertrauliche Besprechung cmbcrufen harten, wurden von der hiesigen Hochschule relegiert. Wie ,Nonn Wjck" meldet, hat einer der Relegierten den Rektor Zilewski zum Duell gefordert, da er sich durch ihn persönlich be- teibigt fühlte. Universttäts Nachrichten. Berlin, 26. Mai. Ter Senior der Berliner theologischen Fakultät, Wirkt.Konsistorialrat Bernhard Weiß, begeht heute das oOjährigeLicentiatenjubiläum. Ter Kultusminister überreichte ihm im Auftrag des Kaisers die Brillanten zum Roten Sldlerorden 2. Kl. und feierte seine Thäligkeü in längerer Ansprache. Die Universität Königsberg sandte eine künstlerisch ausgcsührtc Adresse. Namens der Berliner Universität sprach der Rektor die Glückwünsche aus, namens der theologischen Fakultät überreichte der Dekan, Graf Baudissüi, eine Adresse. Sport. — Hundeausstellung. Die große Hundeausstellung des Vereins zur Züchtung reiner Hunderassen in der Landwirtschaft!. Halle in Frankfurt hatte im Laufe des Sonntags und Montags Tausende von Besuchern. Reges Interesse fanden besonders die Vorführungen der Meuten. Bei der P r e i s v e r t e i l u n g erhielten u. a. erste Preise: Mettenheimer-Vilbel, Fr. Schreiner-Gießen, Hch. Jentzen-Gießen. — Heute und morgen ist das Preis- schliefen auf dem Schliefplatz, Eschenheimer Landstraße 289, heute außerdem eine Vorführung der Kriegs- und Sanrtätshunde, die dort ein 5 Klm. großes Gelände abzusuchen haben und danach ausgezeichnet werden. Handel und Verkehr. UMülvirtschast. — Anleihe der Stadt Offenbach a. M. Die Stadt Offenbach giebt eine Anleihe von 6 Millionen Mk. zu 3'/, Proz. aus. Aus dem Prospekt ist zu ersehen, daß die Stadt stark verschuldet ist. Ihre Schuldenlast beträgt 18.9 Millionen Mk., während ihr Vermögen nur mit 18.2 Millionen angegeben ist. Ter preußische Fmanzminister hat jüngst den preußischen Städten eine Warnung zugeheir lassen, nicht zu viel Schulden zil machen; das dürste sich auch für eine Reihe anderer deutscher Städte empfehlen. — 3proz. Sächsische Reute vom Jahre 1900. Der Schluß unserer gestrigen, diese Anleihe betreffenden Notiz ist so aufzufassen, daß für den diesigen Platz eine ofsizielle Zeichenstelle nur bei dem Bankhause Aron Heichelheim errichtet ist. — 3proz. Sächsische Rente. Am 28. ds. Mts. werden Mk. 50 Millionen 3proz. Sächsische Rente zum Kurse von 90.60 zur Subskription gestellt. Ter Kurs ist, wie wir schon srüher bemerkten, ein recht hoher und deshalb hat sich auch ein Konsortium gebildet, um die Anleihe unterzubringen. Um die Unterbringung zu erleichtern, hat sich auch die sächsische Regierung verpflichtet, bis Ende ds. Js. weitere 3proz. Rentenbeträge ohne Zustimmung des Konsortiums nicht auszugeben. — Bayerische Bank. Dieses Institut, das im Jahre 1898 mit 12 Millionen Mk. Grundkapital, ivovon 6 Millionen Alk. einbezahlt sind, gegründet wurde, befindet sich in Schwierigkeiten. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, daß eine Dividende für das abgelaufene Jahr nicht verteilt iverden kann, und nun wurde der ,F. Z." mitgeteilt, daß das Institut zu Sanierungsvorschlägen gezwungen sei. Tie Bank hat dies zwar berichtigen lassen, aber ihre Lage soll thatsächlich eine sehr prekäre sein. Stahlgutz-Bcrbaud. In der in Düsseldorf stattgehabten Kommijsionssitzung zur Blldung eines Stahlgiißverbandes wurde festgestellt, daß die Vorarbeiten zur Gründung eines solchen Verbandes soiveit gefördert sind, daß denuiächsl eine Generalversammlung einberufen werden fall, in der die Bildung des Verbandes bewerkstelligt iverden wird. Bom Minenmarkt. Mit dem April-Ausweis der Transvaal- Goldminen schließt Die erste Periode von 12 Monaten der Produktion seit der britischen Okkupation der früheren Republik. Wie die statistische Zusammenstellung zeigt, hat mit der allmählichen Wieder- erschließung der Pochwerke auch die Ausbeute der Gruben von Atonal zu Monat zugenommen, von 74.78 Ozs. Feingold im Mai des Vorjahres bis auf 104.127 Ozs. im März d. Js. und 119.588 Ozs. im verflossenen Atonale. Tie Gesamlproduktion seit der Annektierung des Landes beläuft sich auf 614.452 Ozs. im Werte von mehr als 2* 2 Millionen Pfund. Jura Simplonbahn. Am 7. Juni wird der Verwaltungsrat zusammentrelen, um sich über die Rückkaufsofferte schlüssig zu machen. Tas Komitee zur Wahrung der Rechte der Genußscheinbesitzer erklärt die vom Bundesrat angebotenen 12 Fr. pro Schein für ein Almosen. Märkte. Gießen, 27. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Psd. 0M—0,95 All., Hühnereier 2 Stck. 1L—12 Pfq., Gänsceier 10—12 Pfg., Enteneier 6—0 Pf., Käse vr. Stück 5—7 Pf., Käsematte 2 Stck.0—OPfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar 0,80—1,20 Mk., Hühner pr. Stuck 1,00—1,50 Mk., Sahnen pr. Stück 1,20—1,80 Mk., Enten pr. Stück 2,40—2,60 Mk., Gänse pr. Psd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pstmd 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 66—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 2,80—3,20 All., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,50—8,50 All., Aiilch per Liter 18 Psg. Aepsel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Psg. Trauben 00—00 Pfg. Tauer der Marktzeit von morgens 7 Uhr bis nachmittags 1 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeil darf nur auf den bestimmten Verkaussplätzen und nicht im Umherzichen feilgeboten werden. Kirchliche Nachrichten.' Katholische Gemeinde. Mittwoch den 28. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Donnerstag, den 29. Mai, F r o h n l e i ch n a m s f e st. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor uird in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ u 8 Uhr: Die zwecke heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. „ „ 9«/| Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Fest-Andacht. Freitag abend um 6'/, Uhr ist Mai-Andacht. Nene>te Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 27. Mai. Der Kultusminister ordnete das Disziplinarverfahren gegen den Kieler Universitätsprofessor Lehmann-Hohenberg wegen schwerer öffentlicher Beleidigung des Kultusministers, des I u st iz m i n i st e r s und der deutschen Juristen durch ein offenes Schreiben an den Reichskanzler in Sachen des erblindeten Hauptmanns Luthmcr an. — Der Verwaltungsrat der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika wählte den seitherigen Gouverneur von Neu-Guinea, v. Bennigsen, einstimmig in den Vorstand ab 1. August. Köln, 27. Mai. Unter großartiger Beteiligung von geistlichen und weltlichen Würdenträgern erfolgte heute morgen acht Uhr die kirchliche Einsegnung der Leiche des Erzbischofs Dr. Sim ar. Hierauf bewegte sich der Zug, an dem auch viele einheimische Korporationen mit ihren Fahnen und Standarten teilnahmen, zum Dom. — Tas Domkapitel wählte den Generalvikar Dr. Kreuzwald zum Verweser des Erzbistums. Bremen, 27. Mai. Großkaufmann Schütte schenkte dem Staate ein Landgut für ein Kindergencsungsheim, wozu der Kaufmann Walte dem Senate 300 000 Mark vermachte. London, 27. Mai. „Daily Mail" berichtet aus Ottawa: Ernste Unruhen drohen in Canada während der Krönung König Eduards auszubrechen. Ter bedeutende .Indianer-Stamm Jroquois droht, den Krieg gegen die Weißen zu erklären wegen der Haltung der kanadisch- englischen Regierung, welche sich, geweigert hat, den Indianern ihre Rechte zu wahren. Seit längerer Zeit haben sich die Indianer gegen das Auftreten der weißen Bevölkerung in ihren Territorien beklagt, ohne jedoch Genug-- thuung seitens der kanadischen Regierung zu erhalten. Der Häuptling der Eingeborenen war sogar nach England gereist, um dort vorstellig zu werden, wurde aber abgewiesen. Seit seiner Rückkehr predigt er den Krieg gegen die Weißen, weil die Indianer sich ihre Rechte nicht nehmen lassen dürften. — Aus Kingston wird gemeldet: Die Passagiere des Dampfers Matiana berichten, daß Die Regierung der Insel Trinidad beschlossen hat, die Ansiedelung der aus Martinique geflüchteten Einwohner in Ouruma-Land unter sehr günstigen Bedingungen zu gestatten. — Tie englische Verlustliste der vergangenen Woche be-- zisfert sich auf zwei Tote, 10 Verwundete und 25 an Krankheit Verstorbene. Brüssel, 27. Mai. Nach den endgiltigen Wahlergebnissen besteht die neue Kammer aus 96 Katholiken, 34 Liberalen, 34 Sozialisten und zwei christlichen Demokraten. Die katholische Regierungsmehrheit beträgt Zu vermieten schöne Wohnung, 2 Zinimer und Küche, abge)d)L Vorplatz, Wasserleitung re., Hinlerh. I. St., per Ium zu vermieten. 3930 Ehr. Reiber, Bahnhofstr. 63. 3-Zimmer-Wohnung mit Zubehör per 1. Juli zu verm. 02369_________Wolfstraße 8. 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Jeden Augenblick können die noch nicht erledigten Streitpunkte zu einem Abbruch der Verhandlungen führen, und es ist höchst unwahrscheinlich, daß diejenigen, welche für den Frieden sind, den Kampf aufgeben, solange die hinreichende Minderheit den Kampf fort» zufetzeu wünscht. Alle diese Punkte sind in Betracht zu ziehen, ehe man zu einem Urteil über den eventuellem Ausgang der Verhandlungen gelangen kann. TelegsEhoneschea* Kursbericht. .Frankfurt a. II.t 27. Mai 1902. 3*/2% Reichsanleihe . . 101.95 3% do. ... 91.80 3i/,o/o Konsole .... 101.70 S% do. .... 91.60 3*/s°/o Hessen . . . . 99.75 31/1% Oberhessen . . . 99.25 456 Oesterr. Goldretne . . 102.90 4'l2% Oesterr. Silberrente 101.80 456 Ungar. Goldrente . . 101.70 40/j Italien. Rente . . . 102.00 4’'2% Portugiesen . . . 44.90 jO/" Portugiesen 28.85 1% C. Türken .... 25.70 Türkenlose 112.00 4% Oriech. Monopol.-Anl. 44.00 4*/. % äussere Argentiner 3u/o Mexikaner .... 25.60 4>/z /□ Chinesen .... 89.95 Electric. ScLuckert ... 106.50 Nordd. Lloyd .... 110.50 Kreditaktien .... 216.10 Diskonto-Kommandit. . . 186.1(1 Darmstädter Bank . . . 138.09 Dresdener Bank .... 145.60 Berliner Handelsgos. . . 154.90 Oesterr. Staatebahn . . . 148.50 Lombarden .... 13.40 Üottbardbahn 168.75 Laurahütte ..... 201.00 Bochum ...... 195.40 Harpener ..... 174L0 Tendenz: fest. Heute Abend 7 Uhr ÖÄÄ Herr Müller, sagt die Waschfrau, Da muß ich mit Serfa waschen, sonst bekomme ich Ihre Kragen nicht so schnell rein. Boi« zahlreichen wissenschaftlichen Minoritäten und praktischen klerzicn geschätzt,^ sind die Apotheker Nich. Brandt'- schen Schweizer Pillen seit Iadrzehn- ten in cillcn »reisen da» beliebteste Hausmittel. 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Zu erfr. in der Exped. 02345 aatrou der M wird. $ den neui des Lo Zungen Sachlage schließ^ gelegenh Wirtschaf Mag bei Wege de kfiyc Eine filberiie Jammhr (Remontoir-Cylinder, Nr. 26959) Südanlage-Franksurterstraße verloren. GegenBelohnung abzugeben 3928 Ostanlage ^8. Hiermit die traurige Nachricht, dass unser innigstgeliebter Sohn, Bruder und Neffe Familie Obermann. Giessen, den 26. Mai 1902. Die Beerdigung findet am 28. Mai, nachmittags 4 Uhr, vom neuen Friedhöfe in Worms aus statt. Die Beerdigung findet Mittwoch den 28. Mai, nachmittags 4 Uhr, in Worms vom neuen Friedhof aus statt. 3934 Frankfurter M. Kaijerstr^L. Teleph.4111 Eine der angesehensten deutschen Unfall- und Haftpflicht- Versicherungs - Gesellschaften hat ihre bevollmächtigte General ■ Agentur für Gießen und Bezirk neu zu besetzen. 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