Nr. 49 Erscheint ISgNch mit Ausnahme deS Sonntag«. Die „Sietzener Laviliendlätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^yesflsche Landwirt erscheint monatlich einmal. Donnerstag 587. Februar 1902 Gießener Anzeiger 152. Jahrgang Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den Anzeigenteil: H. Beck. Rotationsdruck und Verlag der Bru hl'schen Universitätsdruckerei (Pietsch Erben), Gießen. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Volitische Tagesschau. Bodenreform. Ein „Nationalf ozialer" schreibt uns heute: Es sei uns eine kleine Anmerkung zu Ihrem gestrigen Artikel „Bodenreform" gestattet. Die Sozialdemokratie hat diese einfachen gesunden Ansichten lange mit dem leeren Schlagwort abgethan: das sei nur der „Sozialismus der aufgeklärten Industriellen", trotzdem die meisten Anhänger derselben durchaus nicht in industriellen Kreisen zu finden sind und andrerseits eine Förderung der industriellen Entwickelung durch die Bodenreform doch auch den Arbeitern unzweifelhaft zugute käme. Endlich aber scheint der Bann auch auf dieser Seite gebrochen zu sein. Die Februarnummer der „Sozialistischen Monatshefte" bringt einen Aufsatz von Sadi Gunter über „Bodenreform und Sozialismus", der von bestem Verständnis für jene zeugt. Wir möchten ihn den hiesigen Parteiführern dringend zum Studium empfehlen. Möchte man sich doch immer mehr an solche rein sachliche, vorurteilslose Behandlung politischer Probleme gewöhnen! Es ist recht bedauerlich, wenn in derselben Nummer ein Vorschlag aus Damaschkes „Gemeindepolitik" einfach mit dem Hinweis abgethan wird: darin liege ein Schritt nach rechts. Als ob mit dem Prädikat „rechts" oder „links" schon irgend etwas über die Richtigkeit der Gründe gesagt wäre! Graf Puckler aus Kl.-Tschirne hielt am Montag iu Berlin wieder einmal eine Rede. Er sprach über das Thema: „Landgraf, werde hart!" Seine Ausführungen galten anfangs den roten und goldenen Ratten (Sozialdemokraten, Juden), deren vollständige Ausrottung er vom Kaiser fordert. „Deutscher Kaiser! Sei hart gegen die Ratten, namentlich gegen die goldenen. Schon hat eS 3/412 geschlagen, um 12 Uhr geht das Reich zu Grunde. Willst Du warten, bis es noch mehr Judengenossen giebt? Siehst Du nicht, wie Deine Beamten und Offiziere von den Juden geschunden werden bis aufs Blut? Die Höflinge sind Judengenossen und Jammerlappen, wie auch die Behörden und Gerichte längst unter dem Einfluß der Juden stehen. (Tosender Beifall.) Ich hätte für mein forsches Auftreten gegen das Judenpack eher einen hohen Orden verdient als eine Verurteilung. (Bravo!) Der König sollte die Behörden anhalten, Spitzbuben und anderes Gesindel zu verhaften, aber den unschuldigen Pückler unbehelligt zu lassen. Sollte sich wieder einmal ein Polizeikerl herausnehmen, mich verhaften zu wollen, schieße ich ihm eine Portion in den Bauch. „Landgraf — Landgraf — Landgraf! Du gehst einem dunklen Schicksal entgegen!" ES wird endlich Zeit, daß die Fürsten Buße thun im Sack und in der Asche. Wir aber müssen endlich einmal anfangen, auf dre Judenbande wirklich loszugehen. Wenn Euch auf dem Heimwege schwarzgelockte Jünglinge und Damen begegnen, tretet auf sie zu und gebt ihnen — patsch, patsch — rechts and links ein paar Ohrfeigen, hebt dann den Fuß und versetzt den Schwarzgelockten noch einen tüchtigen Fußtritt. Auf diese Weise muß der Anfang gemacht werden. (Mit Pathos): „Mein Vaterland, wache auf!" (Tosender Beifall.) aq aus der Staatskasse an die Großh. Bestreitung der Ordenskosten mit 5142 Hessischer Landtag. Zweite hessische Ständekammer. 84. Sitzung. Darmstadt, 26. Februar. Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9.15 Uhr. Am Negierungstisch: Staatsminister Rothe Exz., aanzininister Gnauth Exz., Geh. Staatsrat v. Krug, Mi- msterralräte Milbrand, Breidert, v. Biegeleben, Geh. Ober> ftnanzrat Dr. Becker. Kabinettskasse uir Mart. ^ie Spezialberatung des Budgets wird fortgesetzt. Bet Kapitel 2 Ausgabe Titel 1: ZivMste Sr. vohett des Großherzogs, beantragt der Finanz- ausschuß die Bewilligung der Ausgabe von 1265000 Mk. xer untiog wird debattelos gegen die Stimmen der So- ztaloemotraten angenommen, ebenso Titel 2: Beitr ' ‘ — ' - - - e^$ei Titel 3: Hofbauwesen, I. laufende UnterMtung Ministerialrat v. Biegeleben: Der Finanz überall an. den Unterhaltungskosten der Gebäude ubftrtche gemacht in Höhe von 5 Prozent. Dieses Erfahren halte die Regierung für nicht ganz unbedenk- b.ch- Es bestehe die Gefahr, daß sich diese Sparsamkeit vielleicht spater rachen werde. Die Regierung ^abe es Mar für zweckmäßig erachtet, den Anträgen des Ausschusses zuzustimmen, müsse sich aber Vorbehalten, nächstes Jahr mit entsprechend höheren Forderungen an die Kammer heranzutreten da bei der Regierung die Absicht bestehe, durch Verhandlungen mit den Unternehmern eine gewisse Stabilität m die Preise zu bringen. Also beider Mehrzahl der Ausschußwünsche Lck>e die Regierung zuge- stunmt nicht aber sei sie hierzu in der Lage Üi zwei Bauwesen, dem Kämeral- und Tominialbauwesen und dem Zentralbauwesen im Bereiche des Finanzministeriums J?bg. Häusel (nl.): Der Ausschuß habe durch diese Abstriche nicht beabsichtigt, dringende Arbeiten zurü^u- stellen,^ sondern nur aus dem Grunde 5 Prozent abgezogen ^frl em Rimgang der Arbeitsmaterialpreise zu verzeichnen sei. Mare dieser Rückgang nicht eingetrcten, fc? wären aup keine Abstriche gemacht worden. Er bitte um Annahme des Ausschußantrags. AUS^u^tra9: unter Abstrich von 2750 Mark tmr 52 250 Mark zu bewilligen, wird angenommen. Zu Titel 3 II: Neubauten und größere Herstellungen bemerkt Ministerialrat v. Biegeleben: Die Regierung werde bezüglich der Positionen, hinsichtlich derer Uebereinstimm- ung zwischen den beiden Kammern herrsche, auf Widerspruch verzichten. Indes bitte er, den Betrag unter Ziffer 1 a und 1 c aus praktischen Gründen zuzuslimmen, dagegen sei die Regierung mit der Streichung unter Ziffer 3 einverstanden. Nachdem Abgeordneter Häusel für den Ausschuß- Antrag : die Forderungen unter 1 a mit 9000 Mark, 1 c mit 5500 Mark, 3 mit 4000 Mark und 4a mit 4100 Mauk zu streichen und insgesamt nur 18 600 Mark in Ausgabe zu bewilligen, eingetreten ist, wird derselbe einstimmig angenommen. Es folgt Titel 4: Dominialbauwefen I: Laufende Unterhaltung. Ministerialrat v. Biegeleben bittet, das Schloß Babenhausen hier außer Betracht zu lassen, da es unter Kapitel 103 Nr. 23 zur Beratung kommen werde. Was den Strich bei den Unterhaltungskosten angehe, so glaube die Regierung, aus ihren Forderungen beharren zu müssen. Gerade das Dominialbauwefen sei von jeher das Stiefkind gewesen. Es handele sich hier um die Unterhaltung von 248 Gebäuden, die zum £eil aus früheren Zeiten herstammten. Die Regierung habe anfangs beabsichtigt, hier mehr als 130000 Mark einzusetzen, habe aber nachher mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage davon Abstand genommen. Im Falle einer Streichung tverde die Regierung gezwungen, nächstes Jahr ev. Vorlagekredite nachsuchen zu müssen; dies wolle man aber seitens der Regierung vermeiden. Mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse bitte er den Forderungen der Regierung zu- zustimmen. Abg. Häusel (nL): Der Ausschuß habe keine Einschränkung der Arbeiten gewollt. Daß seither an den Gebäuden keine größeren Schäden eingetreten seien, könne man daraus ersehen, daß von der Regierung Nachfordertungen nicht gemacht worden seien. Er empfehle den Ausschußantrag. Abg. Weidner (fr. w. V.): Es liege nicht in ihrer Absicht, dringende Arbeiten zu verhindern, aber man müsse mit weniger auszukommen versuchen. Ter Ausschußantrag: Bewilligung von 123500 Mark statt 130 000 Mark und Aufnahme des Schlosses Babenhausen in die Unterhaltung unter diesem Titel, wird sodann einstimmig angenommen. Ter Finanzausschuß Erster Kammer ist dem Strich von 6500 Mark nicht beigetreten. Cs folgt Titel 4 II: Neubauten und größere Herstellungen. Zu Ziffer 1: Forstwartwohnung zu Bayerscich, crfiärt Ministerialrat Wilbrand: Tie Herstellung sei zwar dringend wünschenswert, die Regierung sei indes bereit, für dieses Jahr darauf zu verzichten. Ter Ausschußantrag: Mchtbewilligung der geforderten 4700 Mark findet die Zustimmung des Hauses. Ziffer 2: Forstwartwohnung Frankenstein, wird nach Antrag des Ausschusses mit 9000 Mark genehmigt. Zu Ziffer 3: Wormser Hof zu Wimpfen führt Ministerialrat v. Biegeleben aus: Die Herstellung verfolge einen doppelten Zweck, einmal einen praktischen Zweck durch die Unterbringung eines Oberförsters und dann handele es sich um die Erhaltung eines historischen Gebäudes, da ein Teil der Mauer zum ehemaligen Hohen- staufenpalast gehört habe. Bei der Neuorganisation der Oberförstereien habe man darauf zurückgegriffen und dort eine Wohnung für den Oberförster bereits eingerichtet, da eine andere geeignete nicht vorhanden gewesen sei und man habe den Betrag daher bereits verausgabt. Der genannte Zweck sei auf diesem Wege billiger erreicht worden als vielleicht auf andere Weise. Er bitte um eine nachträgliche Bewilligung. Abg. Weidner (fr. to. 23.): Mit Verwunderung höre er von Regierungsseite, daß der angeforderte Betrag bereits verausgabt worden sei. Ein derartiges Verfahren könne er keinesfalls billigen, es müsse vielmehr damit gewartet lverden, bis der Betrag von der Kammer auch bewilligt worden sei. Er stimme gemäß dem Ausschußantrag für Streichung der 10000 Mark. Finanzminister Gnauth: Bereits in den Erläuterungen zum 23ui>get fei von der Regierung hervorgehoben worden, daß diese Ausgabe unbedingt nötig sei. Sobald keine Ersetzung des Betrags erfolge, werde der Domänen- acquisitionsfonds, der diese Vorlage gemacht habe, damit belastet. In dem Landtagsabschied vom Jahre 1841 § 6 aber stehe, daß größere Ausführungen am Besitztum des Großh. Hauses aus Landesmitteln zu bestreiten seien. Die Abgg. Schmidt (Zentr.) und Wolf (fr. w. V.) billigen diese Erklärung der Regierung nicht und werden für den Ausschußantrag stimmen. Abg. Ulrich (Soz.): Die Erklärungen vom Regierungstisch seien ihm neu. Im Ausschuß habe man allgemein die Auffassung gehabt, daß man mitten im Bau drin stehe. Niemand habe gedacht, daß die Sache schon so weit gediehen sei. Die Rechte der Landesvertretungen dürften in keiner Weise beeinträchtigt werden; sie müßten unbedingt darauf bestehen, daß das Verhältnis zum Acquisi- tionsfonds ein anderes werde. Der Ausschuß habe geglaubt, diese Arbeiten zurückstellen zu können. Er werde dem Ausschußantrag zustimmen. Abg. Häusel (natl.): Diese Erklärung der Regierung rücke die Sache in ein anderes Licht. Wären diese Umstände bei der Abfassung des Berichts bekannt gewesen, so wäre der Bericht vielleicht anders ausgefallen. Er empfehle in Anbetracht der besonderen Verhältnisse die Bewilligung. Abg. M olthan (Zentr.) bittet als Berichterstatter des Ausschusses um die Annahme des Antrags desselben. Finanzminister Gnauth erklärt, die Regierung habe nur die Fragen zu beantworten gehabt, die an sie gestellt worden seien. In den Erläuterungen zum Budget sei keine Gelegenheit vorhanden gewesen, die Sache so eingehend darzulegen. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag: Streichung der geforderten 10 000 Mk., angenommen. Der Finanzausschuß Erster Kammer ist dieser Streichung nicht beigetreten. Zu Ziffer 4: Hof Gräbenbruch, werden nach Antrag des Ausschusses 15 080 Mk. bewilligt. Ebenso 8180 Mk. zu Ziffer 5: Oberförsterswohnung zu "Beerfelden. * Bei Ziffer 6: Schloß zu Gießen, werden zur Fortführung der Restaurationsarbeiten 15000 Mk. gefordert. Die Forderung wird einstimmig angenommen. Ebenso Ziffer 6: Forstwartwohnung mit 3700 Mk. Es kommt sodann zur Beratung Ziffer 8: Ehemaliges Obereinnehmergebäude zu Mainz. Tie geforderten 4450 Mk. für Einrichtung von Bureau- räumcit für die Großh. Weinbau-Domänenverwaltunb und Herstellung der Dienstwohnung für den Vorstand derselben beanstandet der Ausschuß nicht und beantragt: die 445 Mark zu bewilligen. Abg. Koch (natl.) — auf der Tribüne unverständlich — will die Verwaltung nach Bodenheim ober Nackenheim gelegt wissen. Geh. Oberfinarizrat Dr. Becker : Der Abgeordnete Koch habe empfohlen, die Verwaltung nach Badenheim oder Nackenheim zu verlegen, weil dort der Staat mit den Weinbergen in den Besitz von zwei Häusern gelangt sei. Indes seien dort diese Häuser in einem derartigen Zustand, daß es niemand einem Beamten in dieser Stellung zumuten könne, iu eine derartige Wohnung zu ziehen. Mainz sei in vieler Beziehung viel geeigneter und namentlich auch viel günstiger gelegen .Er bitte um Zustimmung zum Anträge des Ausschusses. Abg. Euler (natl.) spricht ebenfalls im Sinne des Ausschußantrags. Man müsse sich im Interesse des kleinen Winzerstandes nur freuen, einen so tüchtigen Mann wie den Vorstand der Weiubau-Domänenverwaltung gewonnen zu haben. Abg. Bähr (fr. w. 23.): Er halte die Ausführungen des Abgeordneten Koch für vollauf berechtigt; man solle den Städten nicht alles zu gute kommen lassen, sondern auch das flache Land mehr berücksichtigen. Aus diesen Gründen stimme er gegen den Antrag des Ausschusses. Abg. Weidner (fr. w. 23.) möchte der Frage näher getreten wissen, ob es sich nicht empfehle, diesen Posten für heute abzusetzen und denselben er ft bei Beratung der Einrichtung der Weinbau-Domänenverwaltung vorzunehmen, um bei den zutage getretenen Unklarheiten sich vorher informieren zu können. Abg. Ulrich (Soz.) schlägt vor, zur Vereinfachung hier gleich Kapitel 3: Weinbaudomänen, mitzuberaten. Der Antrag n»irb Dor. den Abgeordneten Schmidt und Wolf unterstützt. Abg. Weidner will hier auch die Regierungsvorlage betr. Errichtung einer Weinbaudomänenverwaltung in Mainz mitberaten haben. Tie Anträge werden angenommen. Es kommt also bei dieser Position Ziffer 8 zur Mit? beratung: Kapitel 3: Weinbaudomänen. Abg. Heidenreich (natl.) — auf der Tribüne schwer verständlich: Er wünsche, daß die Tomänenverwaltung mit dem Direktorium der Weinbauschule zu Oppenheim noch eine Zeitlang verbunden bleibe. Nun habe die Regierung erklärt, daß sie auf eine Verbindung mit der Weinbau)chule verzichte. Er fei der Ansicht, daß man dann wenigstens den Sitz, der Tomänenverwaltung nach Oppenheim legen solle. Bezüglich des weiteren Erwerbs von Weinbaudomänen, die gewissermaßen als Musterbetriebe für die Bevölkerung gedacht seien, müsse er erklären, daß, wenn die Regierung eine gewisse Zahl erworben habe, er die Sache für abgethan halte. Diese Frage der Erwerbung« von Weinbergen sei denn doch anderer Art als diejenige hinsichtlich der Waldankäufe. Er bitte, dem Ausschuß- antrage nicht zuzustimmen. Abg. Bähr (fr. w. 23.) erklärt sich mit den Ausführungen Heidenreichs einverstanden. Eine selbständige Verwaltung halte er nicht für notwendig, es genüge vielmehr eine Verbindung mit der Wein bau schule zu Oppenheim. Abg. Molthan (Zentr.): Der Ausschuß sei aus Zweckmäßigkeitsgründen dazu gekommen, die Vorlage der Regierung gutzuheißen. Es sei lediglich Sache der Regierung, zu entscheiden, wohin sie ihre Beamten setzen wolle. Mit der Schaffung der Weinbaudomänen habe die Regierung wohl kaum die Absicht verfolgt, den Gemeinden Konkurrenz zu machen. Der Abgeordnete Koch habe mit Rücksicht auf Oppenheim und in Befolgung einer Kirchturmspolitik der Vorlage ein Bein stellen wollen. Die Regierung habe entgegen den Ansichten Kochs keine Übermäßigen Preise für die Weingüter bezahlt. Ein Koch nahestehender Herr habe zum Beispiel auf das von der Regierung in Bodenheim zu 150 000 Mk. gekaufte Weingut eine Hypothek von 120 000 Mk. gegeben gehabt; daraus könne man ersehen, daß es nicht zu teuer sei. Er bitte dringend der Vorlage zuzustimmen. Abg. Koch (natl.): Er habe deshalb Oppenheim als Sitz der Verwaltung vorgeschlagen, um dem Staat eine Ausgabe zu ersparen. Was den Erwerb der Weinbaudomänen anlange, so müsse er sagen, daß hierbei der Staat nicht mi't der nötigen Vorsicht verfahren fei. Es wäre angebracht gewesen, sich vorher bei den Notaren nach den Kaufpreisen im allgemeinen zu erkundigen. Eine Rente bei der kostspieligen Verwaltung sei rein unmöglich. Werde die 23er- waltung nach Mainz verlegt, so entstehen durch die Transportkosten des Weins noch einige Tausend Mark mehr Ausgaben, wo doch in Bodenheim und Nackenheim siv)> gute Keller befinden. Geh. Oberfinanzrat Dr. B e ck e r : Ter Abgeordnete Koch sei auch heute wieder auf seine früheren Bemerkungen zurück- gefommen, insbesondere habe er behauptet, daß die Regierung hinsichtlich des Ankaufs gerade so verfahren sei, wie es Koch gewünscht habe. Man habe sich hierbei nicht beschränkt auf die Forderung des Verkäufers und das Gutachten des Leiters der Weinbauschule, sondern man habe an Festungsstrafe von je drei Monaten. die vor der ersten Sie hatten eine Bandagen ausge- sie Freunde seien. , sten Byngs genau in der Richtung auf Bothasberg durchzubrechen, wo Byng Fühlung mit Rimingtons linker Flanke hat. Einer Anzahl Buren gelang es, durchzubrecheu, nachdem sie alles zurückließen. Die Neuseeländer zeigten die größte Tapferkeit. In unmittelbarer Nähe des Schlachtfeldes ließen die Buren 15 Tote und 6 Verwundete zurück. Weitere Einzelheiten, insbesondere über die britischen Verluste, Sodann wird zur Abstimmung geschritten: die Regierungsvorlage, betreffend einer Weinbaudomänenverwaltung in Mainz wird angenommen; der Antrag des Ausschußes zu Kapitel 3: Weinbaudomänen: a. als Einnahme statt 60 900 Mk. den Betrag von 80 900 Mk. und b. als Ausgabe statt 76 500 Mk. nur den Betrag von 65 500 Mk. zu bewilligen, wird ebenanzusehen. Diese Anschauung fand auch die stuck, med. Grabsch und Milarch, Strafkammer des Landgerichts I standen. Mensur mit geschliffenen Schlägern und fochten. Die Angeklagten erklärten, daß Sie führten außerdem an, daß die Mensur nur eine Hebung mit militärischen Waffen sein solle und daß ihnen in der Duellgeschichte kein Fall bekannt sei, daß bei den erwähnten Bedingungen eine schwere Verletzung oder gar ein Todesfall eingetreten sei. Der Gerichtshof hielt sich an die Entscheidung des Reichsgerichts und verurteilte die Angeklagten zu einer Gerichtssaal. Darmstadt, 26. Febr. Die Strafkammer verurteilte heute den Sparkassenrechner Maier von Offenbach wegen Unterschlagung im Amte zu zwei Jahren 6 Monaten Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust. Berlin, 25. Febr. Nach mehrfachen Entscheidungen des Reichsgerichts sind die Bestimmungs-Mensuren der Studenten als Zweikämpfe mit tätlichen Waffen Anwendung gegen "Ulm, 26. Febr. Die Gerüchte von dem Duell zwischen einem preilßischen Oberleutnant und einem bayerischen Leutnant sind darauf zurückzuführen, daß thatsächlich ein Familienskandal vorgekommen ist und zu gleicher Zeit ein Ofsizier, angeblich mit einer Schußwunde, unter Klausur int Garnisonslazarett lag. Es war aber nicht der in der Affaire genannte preußische Oberleutnant, denn der letztere befindet sich seit Monaten in Metz, wohin er versetzt worden ist. Kunst und Wissenschaft. D a r m st a d t, 26. Febr. Die Großh. Kabinettsbirektion veröffentlicht in der „Darmst. Ztg." folgende Nachricht: „Gegenüber den zahlreichen Unwahrheiten, welche in der letzten Zeit, zum Teil in böswilliger Weise, liegen noch nicht vor. N e w y o r k, 27. Febr. Nach einer Depesche aus Halifax ist dort der Dampfer des Nordd. Lloyd „Kar lsr',u h e"' mit dem derselben Gesellschaft gehörigen anscheinend beschädigten Dampfer „Neckar" im Schlepptau ein» getroffen. Newyork, 27. Febr. Bei dem Frühstück im Sherry- Restaurant brachte Morgan einen Trinkspruch auf Präsident Roosevelt, den deutschen Kaiser und den Prinzen Heinrich aus. Der letztere erwiderte mit einem Trinkspruch auf den „Kapitän" der Industrie und des Handels der Neuen Welt. Alle Crinksprüche wurden stehend angehört. w an der Hand der von dem Steuerkommissgrrat er- Gerste bauende Landwirtschaft nicht im Stiche lasten mittelten Werte die Verkaufspreise der letzten 10 Jahre die Regierung nicht entgegekommen, w ermittelt, sodann unter Hinzuziehung d.s dortigen Bürgermeisters und Beigeordneten eine Kommission gebildet und an der Hano dieses Materials jedes einzelne Grundjlück geschäht. Kein Privatmann könne vorsichtiger und umsichtiger verfahren fein. Nicht genug damit, seien auch Rentabilttats- berechnungen gemacht worden für einen Zeitraum von 15 Jahren nach den Büchern des Verkäufers, dann habe man unter Anhörung eines Mainzer Sachverständigen den Turchschnittsertrag ermittelt und die, en sodann zu mayi- gem Zinsfuß kapitalisiert. Dadurch habe die Regterung die ursprüngliche Forderung von 200000 Mark herabgeorückt. (Hört! hört!) Das Bodenheimer Gut sei kurz vor^ der Zwangsvollstreckung erworben worden, und vom Vrts- gericht viel höher taxiert gewesen. Ebenso gelte das Oppenheimer Gut als billig erworben. Ter Abgeordnete sioch habe weiter bemängelt, daß die Verwaltung zu tost;pielig sei. Aber man stehe doch erst im ersten Jahre der Verwaltung und man solle deshalb mit dem llrteil etwas zurückhaltender sein. Nach einer ziemlich einwandfrei^ Berechnung werde sich ein finanzieller Erfolg für die Staatskasse ergeben. Der Zustand des Oppenheimer Gutes sei befriedigend, in Nackenheim sei noch sehr viel zu thun. Bei den Weinbergen an her Bergstraße müsse man - -iiawTien, utc — — - ----- Musterweinberge einrichten. Es fei dort am notwendigsten, . be§ Zolles von 5 Mk. auf 3.50 Mk. als klinisch. Der aus Kupferplatten mit Gold verziettte denn dort sei der Weinbau tn der.allertraurigsten Ver- anerkannt. Dian solle bei der Beurteilung ^pelbau, über dem sich die Frankofurtia erhebt, rst das sasiung. Man mu[,e den Leuten ytflen ““SfÄ U W «W fronen, wem sie nützen, ob dem Groß- Werk der hiesigen Firma G. Knodt Was dre innere berge anlegen muste; das to]te natürlich Geld, aber die <5 ) T 9 ftpfa nneh ihrem Nutzen I bänricbtuna anbelangt, ist es wohl selbstverständlich, daß normalen Ausgaben würden dadurch nicht großer. Dann oder dem Klembes tz, s mn|fsmnhifnhrt Deutschlands die > neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Technik könne man aber auch normale Zustände in den Em- fragen ;ür die allgemeine Vo kswoh fahrt Deuychl^ die ^ren ^ru^ g^I 1 I Direkt unter der Bühne ist die nahmen erwarten. Bezüglich des Sitzes der Verwaltung unsere Wehrkraft und unsere Unabhängigkeit . ie untergebracht, die vermittelst Elektrizität gemässe er erklären, daß, abgesehen davon, daß die^Kellereien Auslande. Er bitte die Vertreter der Landwirt- \ . ! to;rb Die Heizung ist eine Zentral-Niederdruck- in Bodenheim und Nackenheim nur für enteil Herbst Ae- s ch a-f § dringend, sich zu überlegen, ob sie nicht den Heizung des Zuschauerraums geschieht nügten, der ganze Wemmarkt nun einmal m Mainz Vorschlag der Regierung annehmen, der immerhin durch Einströmen der warmen Luft aus Oeffnungen int liege Wir müßten beit i^nen Gutes biete. Falls keine Verständigung zu ^desii unter den Sitzreihen. Freudig zu begrüßen ist dre nicht uns. Richt aus Vorliebe zur Stadt “U« man J fürchte er schwere Schädigungen für Schaffung eines „Erfrischungsraumes", der auch älsProbe- zu diesem ^^11^; Die Schuld li/ge dann auf Seiten Mbenutzt werden soll, für die Besucher des 3. Ranges dm L der Lgrarier.' Ministerialdirektor Wermuth bekämpft die !md der Zallerie. Die Baukosten Läufen eintreten zu lassen. In dieser Beziehung könne Ausführungen Heims bezüglich des Gerstenzolls. Die Ein- die Ueberschreitungen chi rechn , T verkauf des , beruh g .-.ff I Cyyi+nv-Aff»" Sor I nLten^^öuTbVcdhnufeV 1'250 000 Mark, also ca. Dreiviertel schäftet werden. Abgeordneter Bahr ftehe mit .emer Ansicht, Brauereien, die der Futtergerste tm Interesse Viehzucht. ken i si für den Neubau erzielt worden sind. Die die Verwaltung mit der Weinbauichule zu verbindens l«n ^ch würde unsere deutsche Bierausfuhr gefährdet. ßeitunf* wivd natürlich in den da; um 100 Morgen Weinberge erfolgreich^bewirtfchaften Stadthagen (Soz.) bekämpft die Ausführungen b 8 Intendanten Claar liegen. Auf die Pflege zu können, seimdes Grafen Schwerin-Löwitz. Die Minimalzölle feien emc Nuferer Klassiker will man das Hauptaugenmerk richten. unEokdZi'tliÄ woblEaen WiS zum- staatsrechtliche Beschränkung der Rechte des Kaisers, es liege Durch die Bewilligung einer beträchtlichen Summe für Ver- bEU außerordentlich wohltätigen ^nftimnon zuzu Majestätsbeleidigung darin. Der Kaiser sei mehrung des künstlerischen Personals wie auch zu Ne^ stimmen. ( ist überzeugt, daß keine Rente frei bei dem Abschluß der Handelsverträge, die Mimmalzölle anschaffungen an 2^mtfL^re^ dabei errett werde Ze!ade die renommLten Weme müßten aber schränkten dieses Recht ein. 6tabt5 einiger1 L an den Plätzen, wo sie auch wachsen, versteigert werden. Staatssekretär Th ielmannverivei! 9 9 , Klassiker-Vorstellungen zu ermöglichen, ist eine größere Zahl Abg. Wolf (fr. w. B.) begrüßt es mit Freuden, daß Hagen darauf, daß auch der Zolltarif mit Genehmigung^des Usvorstellungen zu billigeren Preisen als bisher in Aus- der Staat hier vorbildlich werden wolle durch Anschauungs- Kaisers emgeführt worden^sei. Dem, G^fen. Schwerm-^öwitz sio 'ommei^ unterricht, der bester sei als der Schulunterricht. Deshalb gegenüber verwahrt sich Staatssekretär Thielmann gegen den ' ' solle die Regierung auch an minder guten Plätzen ankaufen. Vorwurf, daß die gestrige Erklärung schroff geivesen sei. Er werde für den Regierungsanträg stimmen. Dr. Paasche (nl.) führt gegenüber Stadthagen aus, die Abg. Köhler-Darmstadt (natl.): Die Regierung habe Angaben über die Zunahme der Kindersterblichkeit infolge der mit der Schaffung der Weinbau-Domänen bezweckt, sich Getreidezölle seien übertrieben. Die Lebenshaltung des Ar- einersests eine neue Ertragsquelle zu erschließen, auf der beiters solle nicht herabgedrückt werden und die Notlage sei anderen Seite aber auch vorbildlich zu wirken und dadurch nicht nur beim Großgrundbesitz vorhanden. Seme polttychen die Leistungsfähigkeit der dortigen Bewohner in finanzieller Freunde wünschen, durch die Handelsverträge unsere wwt- Hinsicht zu heben. Daher sei dem Projekt zuzustimmen. Der schaftlichen Verhältnisse sicherzustellen. Damit wir auch eine Sitz der Verwaltung sei von der Regierung dahin zu legen, ruhige Entwickelung erzielen, hielten wir uns auch für ver- wo es ihr am geeignetsten erscheinen müsse. pflichtet, der Landwirtschaft zu helfen. Redner stimmt für btc| Abg. P ennrich (Zentr.) ist derselben Ansicht wie Regierungsvorlage. Molthan und Köhler. Die Auswahl des Sitzes der Ver- Sächsischer Geheunrat Rüg er gibt namens Sachstns die roattung sei lediglich Verwaltungssache der Regierung. Aber Erklärung ab, daß die Regierung nach wie vor auf dem Boden auch sachlich sei Mainz als Zentrum des Verkehrs günstig der Regierungsvorlage stehe, und mit der Erklärung des für die Prosperität des Unternehmens. Grafen Posabowsky einverstanden sei. Abg. Weidner (fr. w. V.) stimmt für die Vorschläge Abg. Spahn (Zentr.) erklärt namens seiner politischen der Regierung, die ein Segen für das Land bedeuteten. Er Freunde, sie würden in dieser und in der zweiten Lesung für Achte nur noch das Ersuchen an die Regierung, daß der Be- den Kompromißantrag stimmen. Staatssekretär Thielmann zug von Weinen auch mittleren Leuten zugängig gemacht habe mit seinen Ausführungen die Lage noch verschärft. Die werde, damit man auch in Oberhessen Gelegenheit habe, einen schroff ablehnende Erklärung der Regierung sei " Schluck von dem guten Wein zu kosten. unverträglich mit der.Verf'assung. Sobald der Be- Abg. Koch stellt den Anttag, den Sitz der Verwaltung schluß der Kommission vorliege, solle der Bundesrat über nach Nackenheim zu verlegen. diesen seine Entscheidung treffen. ------- rv <-• ™ • Abg. Pachnicke (fr. Vg.) bekämpft die Zollerhöhung. Indem er auf das Interesse armer Leute und der Verbraucher Neueste Meldungen, allgemein hinweist, betont er, daß 4/s aller landwirtschaft- lichen Betriebe keinen Nutzen von den Getteidezöllen haben. Or,grnaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Das beste Mittel zur Klärung der Sachlage sei, den Reichs- Berlin, 26. Febr. Tie Budgettommissiondes tag aufzulösen. Reichstages lehnte den Antrag Richter ab, den Etats ans atz Auf Antrag Herold und Schwerin-Löwitz wird bie für Einnahmen aus d en Zöllen und Ver- Debatte geschloffen. brauchs steuern um rund 20 Millionen zu erhöhen und Die Abg. Wangenheim und Heim erklären, daß fte mit allen gegen 7 Stt^vien. Sie nahm den ^lutrag sich der Abstimmung über den ftompromi6antTag =0^0^ V^^^i^'^^genTstimmen an/Tie Etotsemsütze Die Satze des Korn promrß an träges werden Dabaksteuer, Zuckersteuer, Salzsteuer, Branntwein- hierauf, wie gemeldet, mit 14 gegen 10 Stimmen an- Verbrauchabgäbe und Brausteuer wurden unver- genommen. Die Abgg. Gamp und Müller-Meiningen n b€r t genehmigt. Jetten bei der Abstimmung. Damit sind die Sätze -der London, 26. Febr. Lord Kitchener meldet ait§ Regierungsvorlage und die freisinnigen und Pretoria vom 24. Febr.: Ein leerer Convoy von sozialdemokratischen Anträge abgelehnt. Die Vondonops Abteilung wurde bei Wolmaranstad, ungefähr Kommission vertagt sich auf Donnerstag. zehn Meilen südwestlich von Klerksdorp, angegriffen —— - < " — Iund nach heftigem Kampf weggenommen. Die Eskorte gx jri vx V ir -v Ibestand aus dem fünften Bataillon Aeomanry, drei Kom- AlUvI UnU I pagnien Northumberland-Füfilieren und zwei Geschützen. Gießen 27. Februar 1902. Einzelheiten liegen noch nicht vor. Die Bur en kamen „ hPr Qnfntftprfpn offenbar aus erheblicher Entfernung. DieVer- L s ^nfiouierung. Der Kon rollbeamte der Lokals ausgenommen. - Oberst Byang berichtet, für d-n Bezirk G.eßen, Ren «mimann Georg Schäfer inU$Juten Oon Aiden, welche eine Heerde Vieh vor sich \ Gießen wurde auf sein Nachsuchen m den Ruhestand versetzt. | üertrieben. versuchten am 23. in der Nacht auf ber rechten -■ —= I Seite der Vorposten Byngs genau in der Richtung auf UermischteL - ■ - - - r Solltelüber die hiesige Künstler-Kolonie verbrettet wordew 7n* rn*prbp bip sind, erklären wir, daß an eine 2lu s lo su n 9 . .. . J' rl .4. - Schöpfung Seiner Königlichen Hoheit des GroßherzoE n Rechte die Verpflichtung zu H an d elso ertrag en! morden ist, und daß die Künstler-KoloniL nicht übernehmen können, sondern em v oll ständiges . ^hr denn je einer gesunden und, wie Wir yofpw, Scheitern der Vorlage vorziehen. Dieses Scheitern Land segensreichen Zukunft entgegen geht, l.cge an der schroff ablehnenden Haltung der Regierung, Fcansurt a. M„ 2d. Febr. Un)erer kürzlichen welche für alle Folgen verantwortlich sein werde, teitung über das neue Schau, Pr c lh an sugcn w r Ti.-ü Verantwortung sei um so schwerer, als die Regierung noch folgendes hinzu: Der neue Musentempel, eme ch Pf Sn b« deutschen Land, un^ tage handle. Tie Rechte habe das ^wußtsem, ihre Schuldig- dr ^rn Gattustho/zu. Ein prächtiger ^äulengang ten in vollem Matze gethan zu haben, und sehe der Zulunst p röbinbe? Theater mit der an der Neuen Mamzer- mit Ruhe entgegen. Straße befindlichen Restauration, die also nicht im Schau- Minister Niöller: Es handle sich darum, m: diesem . ülhaus untergebracht ist, wie das gewöhnlich der Fall ist. hochkritischen Augenblick klare Stellung zu nehmen. Die Re-1 ^ttoürfe für den äußeren und inneren Schmuck stam- äierimg fei nach pflichtgemäßer ernster Prüfung zu der Auf- ^.^n sämtlich von einheimischen Künstlern. franko- laffung gelangt, daß die Sähe der Regierung das surtia, die schon von weit her sichtbar Ist,sist das Werk des, Au berste sind was zu erreichen ist. Ma» müsse der !gildhau°rs Herold. Sie scheint recht sorglmn .b-Neidet sondern die Erkenntnis der Notwendigkeit der ng ^ uten stammen aus den Ateliers der Professoren Haus- unserer wichtigen Ausfuhr, was die Regierung zuund Varnesi. Die Quadriga und die Büsten dieser Haltung veranlasse. Er sei ein überzeugter Vertreter Goethes und Schillers sind von Bildhauer Krüger ge- der Getreidezölle und habe schon als Abgeordneter die bie Giebelgruppe von dem Berliner Bildhauer - ' • " ««• -- 9 " - o. Der aus Kupferplatten mtt Gold verzierte falls angenommen gegen 5 Stimmen. Ebenso wird der Ausschußantrag zu Kap. 2 Titel 8: Zur Herstellung einer Dienstwohnung für den Vorstand der Verwaltung 4450 Mk. zu bewilligen, angenommen und der Antrag Koch mit großer Majorität abgelehnt. Schluß 11/4 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 9 Uhr. Zolltarif-Kommission. ^Berlin, 26. Februar. Bei der fortgesetzten Erörterung der Getreidezölle führt Schwerin-Löwitz (kons.) aus: Staatssekretär Thielmann habe gestern mit unnötiger Schärfe den Grafen Posa- dowsky noch überboten. Der Standpunkt der Kompromißmehrheit der Kommission sei durchaus berechtigt. Die Landwittschaft erstrebe leine Mehrbelastung der Konsumenten, sondern nur mittlere oder der Gerechtigkeit entsprechende Ge-! tteidepreise. Schlimmstenfalls würde das Brot für Mann und Frau zusammen um 5 Pfg. täglich durch die Zölle verteuert werden. Soviel mürbe der Arbeitgeber sicherlich gern freiwillig an Lohn zulegen. Vor einer Auflösung des Reichstags fürchte er sich nicht. Auf keinen Fall dürfe, um Handelsverträge zu Stande zu bringen, die Landwirtschaft geschädigt werden. Die Handelsverträge seien mehr gefährdet durch die Ablehnung der vom Reichstage gebotenen handelspolitischen Waffen, als durch den Kompromiß - Antrag. Bei dem guten Willen, den die Mehrheit mit dem Kompromiß - 2(ntrag gezeigt habe, hätte die Regierung eine Verständigung nicht abweisen sollen. Er bebaure bie Erklärungen ber Staatssekretäre Posabowsky unb Thielmann, bie allen bisherigen parlamentarischen Bräuchen zuwiber in einem so frühen Stabium ber Verhanblungen abgegeben worben seien. Die Regierungsoertreter hätten eine grünb- liche Prüfung nicht abgewartet unb bie Grünbe ber Mehrheit nicht geroürbigt. Der ostbeutsche Grundbesitz werde die