Nr. SS Erscheint tSgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesstschev Landwirt die Siebener Kamillen blätter Diermol in der Woche beigelegt. Notattonsdruck u. Der» lag der B r ü h l lch« Univers.-Buch- u.6tein- druckerei (Pietsch Lrberr) Nedaklion, Erpedltioa und Druckerei: Schulstratze 7. Ldreße für Depeschen: Anzeiger Gießen. FnrnsprechanschlußNr.bl. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Montag S7. Januar 1PO3 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v ’6V Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Ve»ugSpre»Sr monatlich 7b Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; burd) die Post Tlf.2.—vierkl- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ir bie Tagcsnummer vormittags 10 Uhr. ^ilenpreis: lokal ISPs* auswärts 20 Psg. verantwortlich: ür den polit. u. allgem. ■Seil: P. Wittko: für »Stadt und Land'' und „Gerichtssaal":R.D i t t» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Are Heutige Mmmer umfaßt 12 Seiten. Einladung zum Aezuge des Gießener Anzeigers. Durch seine Reichhaltigkeit, die zahlreichen Original- Meldungen aus Stadt und Land, die ausführlichen, jeder Großstadtzeitung gleichwertigen Berichte über die Reichstags- Verhandlungen in besonderem Parlamentsblatte, den großen Depeschenteil mstw. ist der Gießener Anzeiger zu einem ersten Provinzblatte herangewachsen. Wir werden unermüdlich an dem weiteren Ausbau desBlattes arbeiten und alle berechtigten Wünsche unserer Leser nach Möglichkeit berücksichtigen. Daß unsere Bemühungen in reichem Maße Anerkennung finden, beroyft daS fort währen de Steigen unserer Abonnenten- Lahll Zum Bezüge für die Monate Februar und März laden wir hiermit höflichst ein. Bestellungen nehmen alle Zertungsträger, Zweigstellen, Postanstalten und die Expedition entgegen. Hochachtungsvoll Verlag des Gießener Anzeigers. Kaiser Wilhelm in Kanuover. Hannover, 24. Jan. In Kastens Hotel, wo die vormaligen hannoverschen Offiziere wie alljährlich am Geburtstage Friedrichs des Großen versammell waren, sprach der Kaiser dem Vorsitzenden Obersten Blumenbcuh seine Freude aus, eine .Stunde mit den Herren zusammen sein zu können, und nahm dann zwischen den Obersten Blumenbach und Poten Platz. Nach einer Weile erhob sich Oberst Blumenbach und bat den Kaiser um Erlaubnis, den Dank der anwesenden alten hannoverschen Offiziere für diesen erneuten Beweis der Gnade ausdrücken zu dürfen. Die Ueber- tragung ber alten hannoverschen Traditionen, die der Kaiser im Jahre 1899 verfügte, sei kein leerer Buchstabe geblieben, sondern ins Leben übertragen worden. In den .Söhnen werde sich Disziplin, Gehorsam und Königstreue ^ortpflanzen. Redner schloß mit einem begeistert ausgenommenen £od> aus den Kaiser. Als das Hoch verklungen war, gedachte der Kaiser der alten hannoverschen Armee und sprach seine Freude darüber aus, daß seine Absicht vom Januar 1899 so wohl verstanden und auf so fruchtbaren Boden gefallen sei. Auch seine Intention sei es, daß die Traditionen nicht burd) Gemälde, Stiche und Worte fortgesetzt werden, sondern durch den Geist in den Söhnen des uiedersäd)sisd)en Stammes. Der 24. Januar sei besonders geeignet zu solcher Erinnerung, loeil Friedrich der Große es fei, der uns zu dem gemacht habe, was wir heute sind- Der Kaiser schloß mit einem Hoch aus die ruhmreiche hannoversche Armee. Die zum Festmahl in Kastens Hotel versammelten alten hannoverschen Offiziere hatten bereits vor Eintressen des Kaisers ein Begrüßungstelegramm nach Berlin gesandt. Dieses erreichte den Kaiser erst, als er beim Offizierkorps seines Ulanen-Regiments in Hannover weilte. Der Kaiser sandte alsbald folgende Antwort: Oberst z. D. Blumenbach, Kastens Hotel. Soeben erhalte ich Ihr mich aufrichtig erfreuendes Telegramm, zwar posr sestum, aber immer zur Zeit als Zeichen treuer Gesinnung! Es war mir eine aufrichtige Freude, in der Mitte der alten Kameraden die ruhmvollen hannoverschen Traditionen mitfeiern zu können. Wilhelm. ~i ■ ...... ■ ■ ■■■ 1 - Deutsches Reich. Berlin, 26. Jan. Der Kaiser empfing gestern mittag im königlichen Schlosse seine ehemaligenLehrer und Mitabiturienten und wohnte nachmittags in der militärischen Gesellschaft einem Vortrage über dieSchlacht bn Kollin bet. Heute mittag wohnte der Kaiser mit dem Prinzen von Wales einem Frühstück beim Offizierkorps des Ersten Garde-Dragoner-Regiments bei. Im Schlosse fand heute bei der Kaiserin Familientasel statt. Prinz Heinrich empfing heute vormittag den auf dem Potsdamer Bahnhof eingetroffenen Großherzog von H e s s en und am Nachmittag Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Erbprinz und Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, sowie Prinz und Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe. Der P r i n z v o n W a l e s machte heute vormittag Besuche bei den hier wohnenden preußischen Prinzen, beim Reichskanzler, bei sämtlichen Botschaftern und bei einigen anderen hochgestellten Persönlichkeiten. Der Kaiser traf mit dem Prinzen von Wales kurz nach 1 Uhr im Kasernement des 1. Garde-Dragoner-Regiments ein. Tas Regiment war mit Musik und Standarte in Parade zu Fuß aufgestellt. Der Kaiser schritt mit dem Prinzen die Front ab. Es folgte em Vorbeimarsch, dann nahmen der Kaiser und der Prinz von Wales am Frühstück bei dem Offizier- korps im Kasino teil, zu dem außer dem Gefolge geladen waren Prinz Albrecht, Prinz Friedrich Heinrich, Botschafter Lascelles und die Herren der englifdjen Botschaft, das kaiserliche Hauptquartier und die direkten Vorgesetzten des Regiments. Der Kaiser hielt hier eine (bereits in unserem Parlamentsbeiblatte nritge teilte) Ansprache an den Prinzen von Wales, die dieser mit folgenden Worten erwiderte: „Euerer Majestät bin ich sehr dankbar für die gütigen Ausdrücke,, welche in dem soeben gejp röcheln ToaL. meinem Vater und mir gewidmet waren. Ich kann Eure Majestät versichern, daß es mir zur größten Freude gereicht, nach Be rlin haben kommen zu dür fen, um Eurer Majestät meinen Respekt zu bezeugen und gleichzeitig meine Glückwünsche zum Geburtsfeste darzu- bringen. Ich möchte auch die Gelegenheit wahrnehmen, um Eurer Majestät Dank zu sagen, für den sehr freundlichen Empfang, mit welchem ich gestern bei meiner Ankunft hier begrüßt wurde und meiner hohen Wertschätzung der weiteren Ehre Ausdruck zu geben, welche Eure Majestät mir durch Verleihung des ausgezeichneten Regiments, wie es die 8. Kürassiere sind, haben zu teil werden lassen. Nicht zum ersten Male erfreue ich mich heute der Gastlichkeit des Obersten und der Offiziere des Regiments, welches hier auf Eurer Majestät Befehl fortfährt, den ehrenvollen Namen unserer gelieblen Großmutter zu tragen Und dessen Chef jetzt mein teurer Vater ist. Es ist mir eine hohe Befriedigung, die Offiziere auffordern zu dürfen, mit mir auf Eurer Majestät Gesundheit zu trinken." Der Kaiser und der Prinz verweilten bis nachmittag 3 Uhr in dem Kasernement. Dann begleitete der Kaiser den Prinzen zum Bahnhof und kehrte nach dem Schloß zurück. Der Prinz begab sich nach Potsdam und legte im Mausoleum Kränze nieder. Heute abend fand im Elisabethsaal des königlichen Schlosses bei den Majestäten eine Tafel statt. Dem Kaiser gegenüber saß die Kaiserin, rechts vom Kaiser Prinzessin Heinrich. Außer den bereits ein getroffenen Fürstlichsten nahmen Botschafter Lascelles, Reichskanzler Graf Bulow, Feldmarschall Graf Waldersee und andere daran teil. — Prinz Heinrich hat gestern dem Reichskanzler einen Besuch abgestattet. Wie aus Newyork telegraphiert wird, erhielt die Stadt St. Louis die Zusage des Besuchs des Prinzen Heinrich. Die Deutschen Chicagos planen eine gemeinsame Serenade und die Krieger-Vereine eine Parade. In Boston trifft Prinz Heinrich voraussichtlich am 6. März ein. — Das Befinden des Zentrumsabg. Dr. Li eher soll sich, wie aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, wieder verschlechtert haben. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Ernennung des Oberpräsidialrates v. Barne ko w in Danzig zum Regierungs-Präsidenten in Osnabrück. » — Im preuß. Abgeordnetenhause wurden heute der Spezial-Etat der Domänen und der Postetat erledigt. — Das nichtsozialdemokratische Arbeiterkartell ist mit einer großen öffentlichen Versammlung zum ersten Male an die Oefsentlichkeit getreten. Es zähll über 12 000 Mitglieder und will die Interessen der nicht- sozialdemokratischen Arbeiter, auch gegenüber der Sozialdemokratie, wahrnehmen. Als ersten praktischen Punkt hat man die Bestrebungen zur Einführung der Verhältniswahlen bei den Gewerbegerichten in die Hand genommen. — Die Zentrumsfraktion des Reichstages erörtert ihre endgiltige Haltung zur Interpellation betr. die Aushebung des Jesuiten gesetzes und beauftragte den Abg. Spahn, diese Interpellation am 28. Januar zu begründen. — Der Vorstand des Deutschen Landwirtschaftsrats hat an den Reichskanzler, den Bundesrat und die deutsd)en Staatsregierungen eine Eingabe gerichtet, in der beantragt wird, daß dem Deutschen Landwirtschaftsrat die Stellung einer öffentlich-rechtlichen Korporation und eines ständigen Beirats des Reichskanzlers, insbesondere des Reichsamts des Innern verliehen wird, und daß die Reichsbehörden angewiesen werden, in allen landw. Angelegenheiten den Deutschen Landwirtschaftsrat als die berufene Vertretung der gesamten deutschen Landwirtschaft zur gutachtlichen Aeußerung zu Rate zu ziehen und mit feinen Anträgen zu hören. St uttgart, 25. Jan. Die Kammer der Abgeordneten hat den Antrag, die durch den Markenvertrag veranlaßten Abweichungen vom Finanzetat nicht zu beanstanden, mit 64 gegen 17 Stimmen angenommen. Ausland. Paris, 26. Jan. Wie verlautet, ist ein Vertreter des Sultans hier eingetroffen, um den Versuch einer Anleihe bei französischen Bankiers zu machen. Man glaubt nicht an ein Gelingen dieses Vorhabens. — Ter Admiral Rouston, Marinepräfekt von Brest, ist gestern hier eingetroffen, um, wie es heißt, die letzten Befehle für die Reise des Präsidenten Loubct nack) Rußland entgegenzunehmen. Man hält es für sicher, daß die Reise erst Anfang Mai stattsinden wird. — Auf Veranlassung der beiden Söhne Mahmud Ta- mad Paschas sollte dieser Tage in Paris ein jung- türkischer Kongreß stattsinden, um einen neuen Ber- fassungsentwurf zu erörtern. 40 Kongreßteilnehmer waren bereits aus den versd)iedenen Ländern eingetroffen, doch untersagte Polizeipräfekt Lepine die Abhaltung des Kongresses. Rom, 25. Jan. Das Amtsblatt teilt mit, die öffentliche Meinung fei seit einiger Zeit durch das Gerücht von der Möglichkeit eines Ausstandes der Angestellten der großen Eisenbahnlinien beunruhigt. Ter Ministerrat sei der Ansid)t, daß der Ausstand von Eisenbahn-, beamten als ein strafrechtlich ui ahndendes Verbrechen anzusehen sei. Er werde es als seine Pflicht ansehen, selbst zu den äußersten Maßregeln zu greifen, um dem Gesetze Achtung zu Der fd) affen. Andererseits erkenne der Ministerrat das berechtigte Bestreben der Eifenbahnbeamten für die Verbesserung ihrer Lage an und werde eine Aenderung der Betriebsvorschriften herbeiführen. Auch habe er wirksame Schritte bei den Bahngesellschaften ge- than, um bessere, durch Gerechtigkeit und Billigkeit geleitete Bedingungen für dieselben zu erlangen. Wien, 25. 3an. Erzherzog FranzFerdiuand begiebt sich am 6. Februar nach Petersburg, um sich dem Kaiser von Rußland in seiner neuen Eigenschaft als russischer General der Kavallerie vorzustellen. Der Erzherzog wird sich mehrere Tage am russischen Kaiser- Hofe aufhalten. — Wie die „N. Fr. Pr." aus Lemberg meldet, wurde der G Y m n a s i a l p r o f e s s o r I a w o r o w s k i auf der Straße thätlich angegriffen, weil er von seinen Schülern die Urheber der tfunbgebungen vom 21. d. M. zu ersahren suchte. Man führe diesen Ueberfall, wie auch einen ähnlichen, gegen den Chefredakteur des „Dzien- nik Polski" Deerübten auf das Bestehen eines aus jungen Leuten gebildeten terroristischen Komitees zurück Budapest, 25. Jan. (Abgeordnetenhaus.) Gorove richtet eine Interpellation an den Kultus- und Unterrichtsminister Mlassics über die systematischen politischen Umtriebe eines Telles der Universitätsjugend, die unter der Benennung nationale Partei Kundgebungen veranstaltet, welche einen konfessionellen Hintergrund haben. Der Minister Wlassics erklärt mit aller Entschiedenheit, daß er Parteigetriebe im Schoße der Universitätsjugend mißbillige und es namentlich verurteile, wenn sick) derartige Bewegungen auf konfessionelle nationalistische Umtriebe zurückführen lassen- New-York, 26. Jan. Ein Teleg.amm aus Kolon meldet, daß Amaya an Stelle Albans zum Militärgouver- neur ernannt worden sei. Einem Telegramm des „New- York Herald" aus Bogota zufolge, fand vor einigen Tagen bei Facatativo, 20 Meilen von Bogota, ein ernstes Gefecht statt, in welchem die A u f stän di s ch e n gesch la - gen wurden. Sie hatten 360Tote. Die Regierungstruppen verloren 90 Mann. Aus Antioquia und anderen Departements werden Truppen gesandt. Die Fremden, sagt das Blatt Weller, leben in voller Sicherheit, die Geschäfte stocken jedoch. — Das vom Mayor eingesetzte, aus 150 Bürgern bestehende Komitee, welches die Vorbereitungen zum Empfange desPrinzenHeinrich treffen soll, hielt gestern eine Sitzung ab und setzte einen Ausschuß ein, der die Einzelheiten der geplanten Festlichkeiten zu ordnen hat. Das Staatsdepartement traf mit der Pensylvania- Railroad - Company eine Vereinbarung wegen Stellung eines Sonderzuges für die Fahrten des Prinzen. Peking, 25. Jan. Ter Hof wies Juanschikai einen jährlichen Kredit von 5 Mill. Taels zur Unterhaltung einer Armee von 100 000 Mann in Petschili an. Juanschikai, der die Kontrolle über die Armee und die Marine ausübt, beantragte, England um Instrukteure für die Marine und Japan um solche für das Heer zu ersuchen. 40 japanische Offiziere sind bereits in amtlichen Stellungen bei dem chinesischen Heere. Die Behörden fanden den S d) a tz von mehr als 100 Millionen Taels in Gold und Silber, welchen man im Palais vor der Flucht Derftedt hatte, unversehrt wieder vor; es vergingen mehrere Tage, bis man ihn ausgegraben halle. Vom Burenkrieg. Aus Johannesburg kommt folgende sensationelle Meldung des „Reuterscheu Bureaus": Von dem Wunsche geleitet, den Krieg bald beendet zu sehen, hat General Vilonel, der Wynburg befehligt und sid) im Jahre 1900 ergeben halle, von Kitchener die Erlaubnis erbeten, ein Korps von 1500 Burghers für England an* werben zu dürfen. Kitchener gab seine Genehmigung und Vilonel schrieb daraus an Steijn, da letzterer hartnäckig darauf bestehe, den Verzweiflungskamps fortzusetze n, werde jetzt der Bürgerkrieg im Oranje-Freistaat beginnen. Vilonel ist gegenwärtig mit der Anwerbung von Burghers beschäftigt; es scheint, daß er die erforderlichen Mannschaften ^u)ammerbringen wird. Aber Reuter muß gleichzeitig auch folgendes vom 24. d. M. melden: Ter Burenkommandant Beyers, der sich seit einiger Zeit in der Nähe von Pietersburg befand, drang am 22. ds. in ein Konzentrationslager ein und nahm eine große Anzahl von dort unterge* brachten Burghers mit f i ch. Heute srüh griff derselbe Pietersburg an, offenbar in oer Absicht, ]ür seine neu gewonnenen Mannschaften sich Gewehre und Pferde zu verschaffen. Er wurde jedoch mit einem Verlust von drei Toten und drei Verwundeten zurnckgeschlagen. Gestern versuchten die Buren einen Eisenbahnzug bei Pietersburg in die Luft zu sprengen, das Sprenggeschoß richtete jebod; keinen Schaden an. Die Unternehmungen des verräterischen Generals Vilonel werden also voraussichtlich wenig Erfolg haben, wenn die Buren ihre Abtrümilinge wieder zurückholen. ♦ Die letzten amtlichen englischen V e r l u st l i st e n melden, daß in einem am 21. Januar bei Trenasontein staitt- gehabten Gefecht sieben Mann gcsallen und 25 Mann verwundet worden seien. Tie Verluste beträfen zumeist die Aeomanrh. Don diesem Gefechte liegt bezeichnenderweise weiter feine Meldung vor! Aus Pretoria kommt folgende Kunde vom 26. Jan.: In der vergangenen Nacht begaben sich mehrere Agenten des Nachrichtenbureaus in die bei Ladenburg belegene Farm in der Hoffnung, dort den als Zerstörer von Eisenbahnzügen betannten Hindon zu fangen. Hindon war jedoch abwesend, es wurden aber Viljoen und zwei seiner Adjutanten gefangen. In derselben Nacht machte Oberst Wilson bei Strydom 20 Gefangene, die jedoch am folgenden Morgen, als Wilson von einer starken Burenmacht unter Alberts und Roß angegriffen wurde, während des Kampfes, grüßte die Erschienenen und beleuchtete die segensreiche Wirksamkeit des Herrn Kreiling auf den verschiedenen Gebieten der Gemeindeverwaltung. Er schloß mit dem Wunsche, daß ihm, der selbstlos für das Wohl seiner Gemeinde gewirkt, ein ruhiger und heiterer Lebensabend beschieden sein möge. Die musikalischen Vorträge ernsten und heiteren Inhaltes der Lehrer Schmidt und Wolfschmidt trugen viel zur Verschönerung der Feier bei, deren Verlauf als ein durchaus gelungener bezeichnet werden muß. — Samstagabend hielt der Gesangverein „Germania" im „Treppchen" sein Winterfest ab. Die Gc- sangsvorträgc des gutgeschulten Chors ernteten volles Lob und die theatralischen Aufführungen, eine Auslese der schönsten komischen Stücke der Neuzeit, wurden mit großem Beifall Aenderungen erfahren. " Die Vereinigung für hessische Volkskunde hält 28. d. M. im Cafö Ebel ihren zweiten Mitglicderabend ab. Pfarrer Schulte, aus Beuern spricht über: „Kirchweih im am Grab nieder. Mit einer von den: Musikkorps gespielten Trauerweise schloß die Feier. ** Ans dem Theaterbureau. Wilhelm Meyer-Försters den Wortlaut harte: Hochverehrte Herren! Jin ganzen deutschen Vater- lande jubeln heute die treuen deutschen Herren ihrem erhabenen, geliebten Kaiser an seinem Geburts feste freudig entgegen. Auch wir sind hier als patriotische deutsche Männer der schönen Lahnstadt Gieszen zusammen gekommen, um den Gefühlen der streue, Liebe unb Hingebung für S. M. den Kaiser begeisterten Ausdruck zu geben. Wie einem jeden Menschen, fo war auch unserm Kaiser im vergangenen Jahre an Freud und Leid sein gut Teil zugemesjen. Im schoße seiner Familie genoß Seine Maie,tat des schönsten Glückes und konnte srch mit seiner hohen Gemahlin in vollster Gesundheit der kraftvollen Entwickelung der stattlichen Kinderfchar er» ' freuen. In der chinesischen Angelegenheit hat S. M. für die Ermordung seines Gesandten, des Frhrn. von Ketteler vollstättdige Geuugthuung erhalten, und mit Ehren und reinem Schilde i,r die deutsche Expedttions- truppe in das Vaterland zuruckgekehrt. Doch auch herbes Leid kam über S- M. und sein hohes Haus. Der schlverste Verlust für ein treues Kinderherz, der Tod seiner geliebten Mutter, der geistreichen und menschenfreundlichen Kaiserin Friedrich, versetzte das Herz unseres Kaisers in tiefste Trauer. Doch Erfrischung und Trost sucht und findet S- M., wie stets im Leide, in treuester, ge- ' Wissenhaftester Erfüllung seiner hohen katserlichen Pflichten. Es geht nun unser Wunsch für unfern ge- liebten Kaiser am heutigen Tage dahin, daß Gott ihm auch im neuen Jahre bescheren möge: Gesundheit, Frische und Kraft zur Ausübung seines hohen Ai...es, zum Segen unseres geliebten Vaterlandes, ein in Liebe zu ihm stehendes deutsches Volk, tüchtige Gehilfen und Ratgeber und eine ihm bis in den Tod treue Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande. S. M. der Kaiser, das Vorbild treuester Pflichterfüllung, lebe hoch! ** In besonders festlicher Weise beging am Samstag nachmittag das Großh. Gymnasium diesen Festtag für das deutsche Volk. Zu der Feier, bte öffentlich war, hatten sich Verwandte und Freunde der Zöglinge in solcher Zahl ein gefunden, daß sich die Aula des Gymnasiums als viel zu klein erwies. Das reichhaltige Programm umfaßte zwölf Wummern. Nach einem trefflichen Vortrage der Schüler- kapelle des Gymnasiums hielt Pros. Rahn die Festrede. Er sprach über die Bedeutung des Tages von Bronzell für das deutsche Volk. Anknüpfend an das Dichterwort „6 p.7] dapetc ä’^pcuTcoc ou itatdeuerai“ führte er aus, wie Deutschland, insbesonoere Preußen, mit Widerwärtigkeiten aller Art habe kämpfen und wie cs gar viele ernste, trübe Tage habe dnrchmachen müssen, ehe es das geworden sei, was es jetzt sei. Dafür seien der Tag von Biron- zell, der 8. November 1850, und der bald darauf am 29 November geschlossene Olmützer Vertrag ein guter Beweis. Er schloß seine Ausführungen mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser Wilhelm- Darauf trugen Primaner eine Ode der griechischen Dichterin Melinno und Aeschylus' Schilderung der Schlackst bei Salamis in deutscher und griechischer Sprache ausdrucksvoll vor. Der Stoff war von Direktor Geh- Schulrat Schädel aus- gewählt und übersetzt worden und bot einen Vergleich mit Deutschlands jetziger Machtstellung- Borträge der Schülerkapelle unb des Schülerchors, die von tüchtiger Schulung zeugten, blldeten den Schluß der schönen Feier. Das Realgymnasium beging Kaisers Geburtstag am Samstag vorn, ck tag durch eine interne Schulfeier, bei der Prof- Hedderich die Festrede hielt. Auch die höhere Mädchenschule sowie di^ übrigen städtii neues, fünfaktiges Schauspiel „Alt-Heidelberg", welches am Dienstag, den 28. d. Mts. erstmalig zur Aufführung gelangt unb von Herrn Gerlach in Szene gesetzt wird, ist in den Hauptrollen wie folgt besetzt: „Karl Heinrich" Herr Schneider, Dr. Juttner Herr Ramsey er. „stäthie" Frl. Hohenfels, „Kellermann" Herr Woisch, „Rüder" I aufgenommen. . Herr 3 ob er usw. Die Vorstellung findet bei mittleren I ps. Strinbach, 26. Jan. Gestern fand hier die B ärger - Eintrittspreisen statt. Abonuementbillets haben mit Zuzahlung! meister wähl statt. Das Ergebnis war aber ein ganz Gültigkeit. anderes, als der Einsender der Notiz in unserer Nr. 19 voraus- * • Fechtvcrband GießenLahr. Gestern abend fand im gesetzt hatte. Denn während die drei Gegenkandidaten des „Cafö Leib" der Maskenball dcL Fechtverbands Gießen-Lahr, seitherigen Bürgermeisters es zusammen auf nur 24 Stimmen der sehr zahlreich besucht war, statt. Die Gruppen, die auf- brachten, ftimmten für den letzteren 172 Wühler. Er wurde geführt wurden, rnnren recht geschmackvoll. Nach der De- also mit erdrückender Mehrheit iviedergewählt. Es ist das Maskierung wurde ein prächtiges lebendes Bild, „eine gewiß ein erfreuliches Zeichen für da§ Vertrauen, das unsere 'Huldigung für Se. Majestät den Deutschen Kaiser", dar- Gemeinde ihrem seitherigen Oberhaupte entgegenbrmgt. gestellt, das den größten Beifall fand. Trotz des großen An- E. Darmstadt, 26. Jan. Es geht hier das Gerücht, Herr drangs herrschte die schönste Ordnung, was nicht wenig den James Kraft und Frl. Hodapp (Frankfurt a. M.) beab- Leitem der Festlichkeit zu verdanken ist. In fröhlichster sichtigten die Gründung eines Konservatoriums in unserer Stimmung blieb man bis zum grauenden Morgen beisammen. Residenz. Wir möchten die Absicht insofern bezweifeln, als Wie wir hören, soll ein bedeutender lieber schuß erzielt das hieße: „Eulen nach Athen tragen". Der Bedarf in der worden sein, der zur Unterstützung hiesiger Armer Ver- Richtung musikalischer Ausbildung ist überreich gedeckt und wendung finden soll. wir haben schon sehr oft die Erfahrung gemacht, daß Leute, * * Jagdverpachtimgen. Die Gemeindejagd zu Climbach die hierher tarnen, gestützt auf flüchtige Erfolge in den oberen wurde an den seitherigen Pächter, Frhrn. v. Röder, für Gesellschaftskreisen, sich, sobald es sich um dauernde Nieder- 274 M. Jahrespacht auf 6 Jahre verpachtet. Der seitherige lassung handelte, schwere Enttäuschungen erleben mußten. Die Pachtpreis war 190 Mk. — Die Gemeindejagd von Anne- Darmstädter sind nicht oppositionslustig, aber zäh und folgen rod iDiirbc für 910 Mk. an die seitherigen Pächter, Rentier nur ihrem eigenen Kopf. Ghr. Petri und Brauereibefitzer Denn in gh off, verpachtet. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der sellherige Pachtpreis betrug 700 Mk. pro Jahr. ^Den „Record" im Milchpantschen hat sich die Gemeinde Nieder-Saulheim errungen; dieser Tage muroen tu dieser Gemeinde bei den Milchproduzenten Proben von Much erhoben, da es sich herausgestellt hatte, daß gerade aus dieser Gemeinde die meiste gewässerte Milch in die Stadt gerächt wurde. Bei der Untersuchung der Milch durch das chemische Untersuchungsamt zu Mainz wurde, wie von dort gemeldet wird, konstatiert, daß die Milch bis zu 60 Prozent mit Wasser versetzt war. (Das ist noch gar nichts! Aus Worms kam jüngst die Kunde, daß dort bei einer Milchrevsston eine Verätzung der Milch von über 70 Prozent festgestellt wurde l In Gießen werden die Resultate der Milchrevisionen leider nicht bekannt gegeben. D. Rd. des Gieß. Anz.) — In Niainz haben Einbrecher in einer Kunsthandlung auf dem Leichhof 1100 Mk. gestohlen. Vogelsberg". ijvic juunyv «'^'■“““1 *■*> -••• -—,—~, ,, . , • * Das Museum be§ Obcrhessischen Geschichtsvereins nn sonstige kleinere Angebinde sollten die äußeren Ermner- nltcn Rathause ist in den letzten Tagen wiederum um einige ungszeichen an die heutige Feier bilden. — Nachbern interessante Stücke bereichert worden. Wir nennen u. a. ein I auch die beiden Söhne des Herrn Gail kleine selbstgefertigte Ä’XÄÄ aus bet©emeinbe Vöhl flammt »iWÄeÄ Ä Subito unb- Ferner hat Hermann Heß c!”e feine Gattin herzliche tiefempfundene Worte: Er führte Kasette mit einem daran befindlichen IStcihgcn Kunstschloi; heutige Fest bereitet sei, Treue zu belohnen- zum Geschenk gemacht, das aus der Rabenau stammen soll.I ^ie'Treue des Jubilars, der treu gewesen sei, dem Wprke, Dr. Reinewald stiftete eine originelle aus Tabaksblättern bem er diente, treu der Gattin, treu sich selbst und treu modellierte Figur, die ihre Entstehung der Kunstfertigkeit eines Einern Gott, der ihn bis hierher geführt und bewahrt; merikanischen Indianers verdankt. Der Besuch des Museums wie die liebend sorgende Gattin und sparsame Hausfrau ist, wie wir erfahren, seit seiner Neuöffnung bis jetzt recht dem braven Gatten stets eine trauliche Heimstätte bereitet befriebiaenb gewesen, ein Zeichen, daß bas Interesse bafür I in der er ausruhen konnte von des Z^agev Muhen und - Wcttcrumschlag. Das lange ersehnte ^interwetter^i t ^nken, daß er heute rüstig und gesund ein in unserer in der Nacht vom SamStag zum Sonntag emgetretrn. ^.ie x^s^^bigen Zeit so seltenes Jubiläum feiern könne unb Erde hat ihr neues Schneekleid erhalten, das Thermometer Rß .u* hoffen stehe, daß nach weiteren sechs Jahren ist auf 2° unter Null gesunken und die Nasen der Straßen- goldene Ehejubiläum ihnen beschieden sei. Sei wandler röten sich vor Freude wie die Wangen schamhasterl getreu biS in den Tod, so will ich dir die Mägdelein. — Falb erzählt natürlich wieder ben größtenl Krone des Lebens geben, mit diesem Spruche Unsinn. Er sagt vom 27. bis 31. Januar: „Während die schloß er seine ergreifende Ansprache und über- erften Tage trocken verlaufen, kommt es in den letzten zu be- reichte sodann dem Paare zum Andenten an dnt Heu- witter mit Schneetreiben entlud. I r0 ieUcnc Feier wie die heutige habe veranstalten können. • * Beisetzung des Landgerichtsdirektors Jockel. Ein statt- bewegten Herzens dankte der Jubilar für all die Ehre, die Ilcher Trauerzug gab am Samstagnachmittag dem Land- ihm am heutigen Tage widerfahren sei. Nachdem er die gerichtsdirektor Jockel datz letzte Geleit. Darunter befanden Glückwünsche der Versammelten entgageiigcnoinmen, ge- sjch die Spitzen der Behörden unb die Justizbeamten unserer leitete man ihn in den eigentlichen Festsaal, wo ihm an Stadt. Auch von auswärts waren zahlreiche Richter zur der Tafel der Ehrenplatz ^st,6^aumt war. Wer den • erzenem Ebenso hatten bic Stttw«« b« "Hassia es sich nicht nehmen lassen, ihren alten Herr „ audqCtaujc[)t/ manches ernste und launige Wort gesprochien, reich zur letzten 9iul)C zu geleiten. Nachdem die Klunge des! Mas auf bas Wohl des Jubelpaares unb des Trauermarsches, den das Musikkorps deS Jnf.-Regunents I wüschen Hauses gelerrt, bis die Munde des Nr. 116 spielte, verklungen waren, ergriff Pfarrer Euler Ausbruches ° schlug. Eingedenk des Sinnspruches: das Wort zur Grabrede, der er die Anfangsworte des! Siehst du ein’n Werknrann fleißig und gut, so stolz du 90. Psalms: „Herr Gott, du bist unsere Zuflucht re." zu seist, zieh deinen Hut", der auch die Tischkarten zierte, wurde gründe legte. Besonders wies er auf baS glückliche Familien- die Feier weihevoll eingeleitet, mit ihm unb in ihm klang leben hin, an dem in Verbindung mit dem über alles ge- sie harmonisch aus. liebten Berufe der Verewigte seine ganze Freude fand. Namens L Heuchelheim, 26. Jan. Am Donnerstagabenb sand im • der Justizbeamten Gießens rief Landgerichtspräsibeni Kull-!Saale der Wirtschaft „zum Treppchen" eine Feier zu Ehren mann deni hingeschiebenen Kollegen wanne Worte des Ab- unseres verdienten bisherigen Bürgermeisters Kreiling Natt, schieds nach. Er hob hervor, wie der Verblichene, der zu der sich eine stattliche Anzahl von Freunden des.Gefelerten 33 Jahre im Justizdienst stand, in allen Stellen ein Vorbild mich voii auswärts eingefunden hatte. Pfarrer Gluck be- von^Pflichttreue, überall geachtet unb geschätzt gewesen fei.1 ° Mit der ihm eigenen Willensstärke habe er trotz der tückischen Krankheit auSgehalten, bis auch der letzte Rest seiner Kraft oerzel)rt war. Stets würden sie ihm ein treues Andenken bewahren. Darauf legte ein Vertreter des S. 0. einen Kranz Kaisers Geburtstag. Unsere Stadt hat zur Feier des Geburtstages Sr.^Majestät unseres Kaisers ein festliches Gewand angezogen. L-ämlliche öffentlichen Gebäude und eine große Anzahl von Privathäusern haben Fahnenschmuck angelegt. Unser Regiment leitete die Feier gestern abend durch einen Zapfenstreich ein. Heute morgen gegen 7 Uhr schloß ich ein großes Wecken an. Um ^10 und 10 Uhr fand in ber Stadtkirche und der katholischen Kirche Festgottesdienst tatt, in bem Herr Pfarrer Dr. Grein die Festpredigt hielt, an den sich um >/,12 Uhr eine Parade auf Oswalds Garten anschloß. Ein aus ben verschiedenen Kompagnien zusammengesetztes Kommando besorgte die Absperrimg des Platzes. Um 3/4ll Uhr traf die Fahnenkompagnie mit den zahnen des Regiments unter Führung des Hauptmanns E. von Haustein ein. In rascher Folge trafen bann die übrigen Kompagnien ein. Das Regiment formierte sich m Parade- aufftellung. Darauf hielt Oberst v. Dewitz eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages hinwies, dann einen Armeebefehl Seiner Nlajestät verlas. (L-iehe letzte Nach-> richten.) Er schloß mit einem dreifachen Hurrah auf Seine Majestät. Die Truppen präsentierten, ivährend die Musik die Älationalhymne spielte. Äiachdem Oberp v. Dewitz die Front abgeschrillen halte, formierte sich die Kolonne zum Parademarsch. Zugweise marschierten die einzelnen Kompagnien vorüber, jede bemüht, die vorige an Strammheit zu übertreffen, lebhaft bewundert und — kritisiert von der zahlreich versammelten Menge. Nach Beendigung des Parademarsches ivurden die Regimentsfahnen unter klingendem Spiel wieder feierlich nach der Wohnung des Regimentskommandeurs zurückgebracht. Die einzelnen Truppenteile marschierten wieder zurück in die festlich mit Tannengrün geschmückten Kasernen, ivo ein besonders gutes Essen wartete. Heute Abend finden in verschiedenen Lokalen kleinere Festlichkeiten der ^einzelnen Kompagnien statt, mit Theater-Aufführungen und Tanz. Im großen Saal beS GejellstyaftshauseS fand heute nachmittag i/32 Uhr das offizielle Festessen zur Feier des Geburtstages Sr. Majefiär des Kaifers )tatt Wahrend deS Essens konzertierte untere Regimentskapelle. Oberst v. Dewitz brachte ben Kaisertoast aus, der solgen- am$genrrnrmcit -ovn dreien, wieder entkamen oder erschosseii I ** ^ause Vcl^erm Konnnerzi'imratOkiil □cn. Die Buren wurden zurückgeschlagen unb verloren tage vollzog ch ^cicr: Sie galt bem 10 Tote. Sie erbaten nachher ärztliche Hilfe. 2ic ^er^u^te W eine eb u)o f bone t^cn^.t^eu^crbeo in Diensten der Engländer betrugen 3 Tote und 5 Verwundete. Pruce ^Olahrige s QJ[)cfQuntcn Meisters Stohr. Von Hamilton machte am 24. Januar bei Doschmanvfontein 1- der HUini s , 3 seiner Wohnung mittels Gefangene 12 bewaffnete Buren ergaben sich an tenfeUten bet» 6o«n beXlto und feiiro Gattm bÄMan,." hört, schweben "b7n^strLmen'^ne hingen zwischen der deutschen unb englischen Regierung ^^cht- I S ! versammelt, denen sich, soweit wegen Ue b er mi 11 c lun g d e r i n Deutschland g e- Schar au«crGeschäftsper onals sammelten Gelder, KleiduiigSstiicke, Arzneistoffe usw. I es der Raum gestEte, getreu o ^r an die Burenfamilien in den Konzentrationslagern. Man vnsthwe- ^aaes entsprechende Ansprache des Provin- hoffe hier, daß ber lediglich humane Zweck, der deutscher- Beden ung der dem Jubilar seits beabsichtigt ist, sich iw CiNverstaiwnis imd unter MitZ zml^i ) des Großherzogs das ihm verliehene Wirkung der englischen Regiernna leicht erreichen laßt. An un Auftrage K- \. des W B f Sanbc be§ barem Gelde sollen hunderttausend Mark überwiesen werden. r b^ Großmütigen überreichte, eine ' Auszeichnung, die bisher nur wenigen zu teil geworden Aus fitnilt und Ännd. ist Hieraus ergriff Kommerzienrat Wilhelm G all das Wort um bewegten Herzens dem altbewahrten Meister Gießen, 27. Januar 1902. feinen Dank und seine Anerkennung anszusprechen. Er " ParlamkntarischeS. Nachdem d« Pn-nz-Aus- betrete °s W schuß das Budget durchberaten hat, ist^die Einberufung vc! g . s^^-^r in seinem Hause beizuwohnen, welche des Landtags mit Rücksicht auf die Fertigstellung her um» bi£§y oin^rn Manne gelte, der schon unter seinem Groß fangreichen Ausschußberichte auf den 18. Februar vorgesehen, üater in Fitzer Arbeit Großes geleistet — hielten doch zu wenn nicht die Beratung des von dem Finanz-Ausschuß ge- ber damaligen Zeit die ersten Dampfmaschinen ihren Ein- nehmigten Lotterie-Vertrages mit Oldenburg und Lübeck eine ™ in Gießen — der seinem Vater stets ein treuer Gehilfe frühere Einberufung für ein bis zwei Tage nötig macht. Berater war, und der auch ihm, dem Enkel, bis Der Finanz-Ausschuß wird vorher nochmals am Freitag ben Lum heutigen Tage nicht nur ein gewissenhafter Mit- .31 San“ 3uf—treten, ffite non dem Gesetzgebung-- arbeiter, sondern frnhc.ter Jugnrd anauü> «N va r- voll zu gestalten. Kraft der ihm gleichzeitig überreichten 'Stiftungsurkunde vom 28. Februar träte der altbewährte Meister nunmehr in den wohlverdienten Ruhestand, und zivar mit vollem Gehalt- Eine ebenso prächtige, wie sinnige Gedenktafel, ein bequemer Ruhesessel unb scheu Schulanstalteu feierten größtenteils diesen FreudenLag bereits am Samstag. . Der Eriegerverein Beging am Samstagabend die Feier' von Kaisers Geburtstag gleichzeitig mit seinem Stiftungsfest in Steins Saalbau. Tas Fest war sehr gut besucht. Viele Teilnehmer konnten nur noch im kleinen Saale Platz linden. 3u der Feier waren erschienen der Bezirkskoni- mandeilr Oberstleutnant v. Mosch und zahlreiche Offiziere oes Aeurlaubtenstandes, eine Deputation des hiesigen Offizierlorps und Oberstleutnant v. N o r m a n n. Die Ber- ivaltungsbehörde war vertreten durch Regierungsrat Dr. Wagner. Auch viele Ehrenmitglieder des Vereins nahmen an der Feier teil. Das Programm bot große Abwechslung and fesselte die Aufmerksamkeit der Zuhörer bis zum Schluß des offiziellen Teiles. Ter von Bildhauer Ehr. £ e f) r d. I. gedichtete Prolog wurde von Frl. Roh le der recht wirkungsvoll zum Vortrag gebracht. Im Anschluß an die Festrede überreichte der Vorsitzende, Amtsrichter Wiener, Diplome für 25 jährige Mitgliedschaft an die Manieraben Förtsch,Hofmann,Heß,Klingelhöfer,Mel ch er und Schönhals. Tie beiden Theaterstücke wurden flott gespielt: die Darsteller ernteten den verdienten Beifall. Die komischen Vorträge der Herren Stimmer und Heiin wirkten unwiderstehlich auf die Lachmuskeln der Zuhörer. DenGlanz- punlt des Festes bildeten die schönen ChorgesLuge des Bauerschen Gesangvereins, bei denen sich die gute Schulung der Sänger und die Meisterschaft des Dirigenten Polster im hellsten Lichte zeigten. An die offizielle Feier schloß sich der übliche Tairz an, der die Festteilnehmer bis in die frühen Morgenstunden zusammenhielt. — Klein-Linden, 26. Jan. Bestem abend beging unser Kriegerverein den Geburtstag des Kaisers in schöner, würdiger Weise. Die Festrede, in der Wilhelm II. als Friedens- kaiser gefeiert wurde, klang in einem Hurrah auf Kaiser und Großherzog aus. In einer anderen Ansprache wurde die Not der Buren und hauptsächlich das Elend in den Kon- zentrationslagem in zu Herzen gehenden Worten geschildert, und die Festversammlung aufgefordert, ihr Scherflein zur Linderung der Not beizutragen. Ein Brief von einem Kameraden, der verhindert war, an der Feier teilzunehmen und deshalb einen namhaften Betrag sandte, wurde verlesen und mit Beifall ausgenommen. Die Sammlung ergab 33,50 Mark. Das Programm der Feier enthielt im ganzen sechs Theater- und Solostücke, die sämtlich sehr beifällig ausgenommen wurden. Am Nachmittag schloß sich im Festsaal „zur Deutschen Eiche" noch eine kleine Nachfeier an, bei der wieder einige Theaterstücke aufgeführt und mehrere Toaste ausgebracht mürben. Ein Kamerad verlas zwei auf Buren und Engländer, Ohm Kruger und Ehamberlain bezügliche Gedichte und appellierte nochmals an die Herzen der Anwesenden. Er that keine Fehlbitte, und so stieg der Gesammtbetrag der Sammlung auf 40,10 Mark. e. Garbenteich, 27. Jan. Der Krieger-Verein Garbenteich feierte am Samstag in dem festlich geschmückten Saale von I. Lotz das Geburtsfest des Kaisers, nachdem am Vormittag große Kirchenparade stattgefunden hatte. Präsident K a l b a ch brachte das Kaiserhoch aus, das begeistert ausgenommen wurde. Das Fest, das bis zum Morgengrauen dauerte, nahm einen sehr schönen Verlauf. Küche und Keller von I. Lotz boten Vorzügliches, ebenso ließ die Bedienung nichts zu wünschen übrig. et Butzbach, 26. Jan. Der hiesige Kriegerverein beging am Samstag seine Kaisers eier in den Räumen des Hessischen Hofes. Einer begeisterten Ansprache folgten die Auf- fühmng zweier hübscher Einakter, und der Vortrag mehrerer Couplets. Ein fröhlicher Tanz bildete den Schluß der glänzenden Feier. Während in der Volksschule schon am Samstag in den einzelnen Klassen des Kaisers gedacht wurde, begeht die Realschule am Montag die Geburtstagsfeier des Monarchen, bei der Direktor Jäger die Festrede hält. b. Eberstadt, 26. Jan. Im Saale des Herrn Görlach hielt heute im Kriegerverein Lehrer Storch aus Butzbach einen Vortrag über das Siegesdenlmal bei Leipzig und die Völkerschlacht. Vorher gedachte er des Kaisers, der am Montag seinen 43. Geburtstag feiert. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Main z. 25. Jan. Die Aktiengesellschaft Main- kette beschloß in ihrer Generalversammlung, in der 865 Aktien vertreten waren, die Herabsetzung des Grundkapitals zum Zwecke der teilweisen Rückzahlung um den Betrag von 600 000 Mk. in der Weise, daß je fünf Aktien in zwei zusammengelegt werden. Ferner wurde in der Generalversammlung mitgeteilt, daß die Großh. Regierung das Aufsichtsrecht über die Gesellschaft auch, fernerhin ausübt. In den Aufsichtsrat wurde Bankier Bamberger aus Mainz neu gewählt. Gelsenkirchener Gußstahl- und Eisenwerke. Es wird mitgeteilt, daß das Werk in allen Betrieben voll beschäftigt ist, jedoch zu Preisen, die kaum die Selbstkosten decken. Eine Besserung in dieser Beziehung nrirb erst zu erwarten sein, wenn der Stahlguß-Verband zu stände gekommen ist, was immerhin noch ein bis zwei Monate anstehen wird. Rom, 26. Jan. Tie Gründung einer neuen großen italieni^en Schiffahrts-Gesellschaft, die den handel zwischen Italien und dem äußersten Osten vermitteln soll, soll unmittelbar bevorstehen. Die Regierung hat bereits iede rZorderung des Unternehmens zugesagt. Wien, 26. Jan. Zur Konsolidierung der 18 Millionen Mronen Betragenden schwebenden Schuld beabsichtigt die n6 0.9esellschaft die Emission von 6 000Oneuen Aktien, die durch die Niederösterreichische Eskompt-Geiellichaft emittiert werden sollen. Newyork, 26. Jan. Großes Aufsehen in Handelsund Finanzkreisen erregt die Mitteilung, daß Gary, der Vorstand des Direktoriums der United States Steel Corporation zum Vorstand des Direktoriums der Allis-Chalmers Comvomy gewählt wurde Man schließt daraus, daß die Lteel-Gefellfchaft beabsichtigt, einen weiteren Geschäftszweig % autzunehmen. Tatsächlich bedeutet die Wah^ Garys das Aufgehen der Allis Chalmers Company in die States Steel-Gesellschaft. 31/2^ Anleihe d e r St ad t Bonn. Von der bereits wiederholt erwähnten, genehmigten Anleihe von 6 Mill- S?rV9Qnail9Cn b". 4 Mill, zum Kurse von Mk. 97 80o,o zur Subskription. Die Tilgung der Anleihe erfolgt von 1908 ab mit mindestens 1’ ,oo des Kapitals durch Rückkauf oder Verlosung. . Zur Krisis im Holzhandel und der Holzindustrie haben wir schon mit geteilt, daß mehrere Großhändler mit bedeutenden Passiven in Zahlungsstockung geraten sind. Nun ist auch die Holzindustrie Akt.-Ges. zu Gossenthin gezwungen, ihr Aktienkapital von Mark 2 Millionen auf Mark 500 000 herabzusetzen. Minenaktien. Obwohl der südafrikanische Krieg noch nicht beendigt ist, und auch so bald nicht beendigt ein wird, so hat doch die Spekulation in Namenaktien einen so hohen Grad erreicht, als beständen in der Transvaalrepublik wieder durchaus geordnete Verhältnisse. Gerade in Teutschland ist die Spekulation in Minenakt nm. eine bedeutende, weit bedeutender als geglaubt wird, und nicht zum mindesten sind es Kleinkapitalisten, die auf diesem recht gefährlichen Gebiete ihr Glück versuchen- An den deutschen Börsen sind bekanntlich Minenaktien nicht eingeführt, und die Börsenmaller führen die ihnen erteilten Aufträge in London und Paris aus. Um nun den „Liebhabern" den Verkehr zu erleichtern, werden demnächst die Minenaktien an den Schweizer Börsen eingeführt werden und es ist vorauszufehen, daß besonders der Platz Basel reichlich mit Aufträgen versehen wird- Tarin liegt eine große Gefahr, da viele dieser 1 Lstr.-Sharss zu den Schwindelpapieren gerechnet werden müssen und der Laie nur schwer zwischen guten und schlechten Papieren dieser Art zu unterscheiden vermag- Es ist dann große Vorsicht geboten, und wir werden daher von Zeit zu Zeit Gelegen- heit nehmen, auf zweifelhafte Papiere dieser Art aufmerksam zu machen und das Kapitel der Minenaktien öfters zu beleuchten- Die neuen inländischen Anleihen- Ueber den Modus der Zuteilung hört man, daß es den Zweiganstalten überlassen wird, die seriösen Zeichner herauszufinden, denen eine Bevorzugung bei der Zuteilung seitens des Reiches resp- Preußens zu gewähren fein würde. An Reichsanleihe werden 1—4 pCt-, an Preußischen Konsols 2 pCt- der Zeichnungsbeträge zugetellt. Aussichts-Behörde für Hypothekenbanken- Die Nachricht der „Voss. Ztg.", daß die Regierung beabsichtigt, eine Aufsichtsbehörde für Hypothekenbanken einzurichten, wird nun von dem Blatte selbst dementiert- Kunst und Wissenschaft. Frankfurt a. M., 26. Jan. Das heutige erste Gastspiel des Herrn Coquelin und seines Künstlerensembles sand vor völlig ausverkauftem Hause statt. Gegeben wurden Augiers „L’Aventariere- unb der Einakter „La joie fair peur“ von Mme. be Girarbin. Nach jedem Aktschluß erscholl enthusiastischer Beifall. Besonbers Coquelin würbe stürmisch gerufen und durch einen Lorbeerkranz ausgezeichnet. — Wilhelm Meyer-Försters „Alt-Heidelberg" hatte, wie man vom 25. d. M. aus Wien meldet, am Deutschen Dolkstheater vor überfülltem Hanse einen stürmischen Erfolg. Die Verherrlichung des alten Studententums begeisterte die Wiener und die eingestreuten Lieder riesen Beifallsstürme hervor. Die studentischen Statisten wurden alle von Mitgliedern der hiesigen Corps und Burschenschaft dargestellt. Die Mitglieder der Burschenschaft „Liberias" hielten die schönsten Logen im Hause besetzt. Petersburg, 25. Jan. Die Mitglieder der von der geographischen Geselifchaft zur Erforschung Zentral-Asiens entsandten Expedition unter dem Stabskapitän Koslow sind nach Petersburg zurückgekehrt. Die Expedition hat reiche Sammlungen mitgebracht. Pflicht. Heer nnd Doll find bei uns eins. Im Heer verkörpert sich die Geschichte memeS Landes. Mögen die neuen Namen, die ich hiermit verleihe, das Bewußtsem lebendig erhalten, daß dos Deutsche Reich geschaffen ist durch die Tüchtigkeit der einzelnen Glieder seiaes Volkes und daß es die Pflicht jedes Au. gehöri cu meines Heeres ist, seinen Stamm und seine Heimat im Wetteifer mit den andern zu Ehren zu bringen. Möge den Truppenteilen hieraus em neuer Ansporn erwachsen zur Pfleg« des G.'iiteS. der allein ein Heer groß nnd siegreich macht. Berlin, 27. Jan. Das Mitglied des Reichstags und Herrenhauses Graf Kliukowstroem ist gestern ftüh ge- torben. Berlin, 27. Jan. Rach Nuterschlagung amtlicher Gckdcr in Höhe von 8000Mk. ist der Postsekretär Wirsing beim Haupt-Fernsprechamt flüchtig geworden. Ludwigshafen a. Rh., 27. Jan. Gestern vormittag 9 Uhr stürzte sich der verheiratete SchuhfabrikantSehtlaceck von der Brücke in den Rhein nnd zerschmetterte sich den Schädel an einem Brückenpfeiler, auf dem er auch liegen blieb. Er war 36 Jahre alt und aas Pirmasens gebürtig. London, 27. Jan. In einer Depesche Kitcheners von gestern wird die Gefangennahme Ben Viljoens bestä- tigt und hinzugefügt, daß diese Gefangennahme zweifellos auf d.e Buren einen großen Eindr..ck machen werde. In der äepesche wird gleichzeitig gemeldet, baß unter den von den Nationalschntzeu südlich von Middelburg gemachten Gefangenen fich Kommandant Haus Botha befinde. Teplitz, 27 Jan. Der Kanzleidieuer der Antouieuzeche, Kleinanjezki, wurde erschlagen aufgefuudeu. Derselbe hatte einen Betrag von 1900 Kronen bei fich. Von dem Mörder fehlt jede Spur. New-York, 26. Jan. Der bevorstehende Besuch des Prinzen Heinrich belebt die Thätigkeit des Kongreffes auf dem Gebiete der Anarchisten Gesetzgebung. Ein AuS- schuß des Repräsentantenhauses votierte äußerst scharfe Strafen gegen Attentäter. Die Anstifter werden den Thäteru vollkommen gleich geachtet. Den Anarchisten fall die Landung verwehrt werden Wenn sie trotzdem gelandet sein sollten, erfolgt die Doportation in das Heimatland. Dennoch Plauen die hiesigen Anarchisten Demonstrationen am Abend des Eintreffens des Prinzen Heinrich. Die Polizei will aber während des Prinzen-Besuches nichts Derartiges dulden. Um dem Prmzen auch die Bekanntschaft mit den führenden Industriellen des Landes zu vermitteln, hat sich hier ein spezielles Empfangs- Komitee gebildet, dem der Präsident der Handelskammer, Jesup, ferner Nockeseller, Vanderbildt, Morgan, Goldberger, sowie fiebeu andere erste Repräsentanten des Handels und der Industrie cm- pehören. Diese veranstalten cm Festmahl am 26. Februar, wozu an 120 hervorragende Vertreter der Industrie im gaozeu Laude herangezogen werden. Prinz Heinrich, der bereits durch den Botschafter v. Holleben seine Teilnahme an dem Festmahle zu- gesagt hat, dürfte hierdurch einer wirtschafts-politischeu Verständigung nützen. — Die Kaiser-Yacht erhält den Namen Rheiugold. Die Taufe erfolgt mit deutschem Schaumwein. ^literarische Neuerscheinungen. (Besprechung vorbehalten.) Kürschner, Jos., Kaiser Wilhelm L als Soldat und Seemann. Zugleich Geschichte des Reichsheeres und der Flotte seit 1871. Ern Jubiläumsstück für das deutsche Volk. Mit Beiträgen von Karl Baron v. Beaulieu-Marconnay re. re. Fol. (XVi, 406 S.) Berlin, C. M. Weller. Geb. 5 Alk., für Militärs 3.50 Alk. Gerichtssaal. Köln, 25. Jan. Im Prozeß gegen Dr. Schulze und die „Köln. Ztg." stellte der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Gammers- dach, fest, daß Dr. Schulze nicht verantwortlich sei für den Bericht der „Köln. Ztg.", der teilweise auf Mißverständnis von Seiten des Berichterstatters zurückzuführen sei. Dr. Schulze sei in eine ungeheizte Zelle gesperrt worden. Erfror und fühlte sich als Rekonvaleszent krank. Daß Schulze zum Waschen, da die Zelle keine entsprechende Vorrichtung hatte, mit Vagabunden zusammen antreten mußte, ist bewiesen; ebenso war es beim Kaffeeholen. Abends hatte Schulze nichts bekommen, morgens den Kaffee ausgeschlagen, und im Augenblick, wo das Mittagessen verteilt wird, muß er zum Gericht. Besser wäre es jedenfalls, wenn Leute, die mittags zum Richter müssen, vorher ihr Essen bekämen. Wahr ist auch, daß Dr. Schulze infolge eines Kompetenzstreites .zwischen der Staatsanwaltschaft in Köln und in Elberfeld acht Tage länger sitzen mußte. Die Verzögerung der Selbstbeköstigung wird die Regierung sich hoffentlich merken. Die Beschwerden sind im Großen uod Ganzen als auf richtigen Darstellungen ruhend bewiesen. Der Verteidiger stellt schließlich den Antrag auf Freisprechung. Tie Strafkammer verhängte über Dr. Schulze eine Geldstrafe von 150, über Chefredaktenr Dr. Posse eine solche von 300 Mk. Beide Angeklagte werden gegen dieses Urteil Revision einlegen. — Unlauterer Wettbewerb im Zeitungswesen. Eine un= längst vom Reichsgericht gefällte Entscheidung spricht sich dahin aus, daß öffentliche Mitteilungen über die Höhe der Zeitungs- auflaae der Abonnentenzahl zu entsprechen haben. Wenn also z. B. eine Zeitung schreibt, daß ihre Auflage 3000 ist, während sie kaum die Hälfte an Abonnenten haben dürfte, so ist das unlauterer Wettbewerb und gesetzlich strafbar, weil dadurch bei den Lesern und Inserenten unwahre Vorstellungen heroorgerufen werden. "Landwirtschaft. — Das Organ der hessischen Bauernvereine führt die Mißerfolge des Bundes der Landwirte u. a. darauf zurück, „daß seitens des Bundes mit vollständig ungeschulten und mit den hessischen Verhältnissen unbekannten, meist auf dem Wege des Zeitungsinserats gefundenen Agitatoren die Agitation geführt wird. So wird von Lollar berichtet, daß in einer daselbst vom Bunde der Landwirte einberufenen Versammlung einstimmig eine Resolution gegen die Zollerhöhung angenommen wurde, zu welcher auch der Agitator des Bundes der Landwirte feine Zu- stimmung gab. _____________________ Neue>le Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 27. Jan. Das Armeeverordnungsdlatt veröffent- licht nachstehenden Armeebefehl des Kaisers: Ich habe mein diesjähriges Geburtslagssest gewählt, um in Ausführung einer lauge gehegten Absicht in der Benennung der Truppenteile meines Heeres Aenderungeu eintreten zu laffen. Eine größere Zahl derselben entbehrt bisher der selbständigen Unterscheidung; aber je größer eine Heeresorganisation fich gestaltet, um so notwendiger ist die individuelle Entwicklung der einzelnen Teile. Nur im Wetteifer derselben werden die Eige.,schafteu und Kräfte lebendig, welche das Ganze auf eine höhere Stufe der Leistungen zu bringen geignet find. In meiner Armee vereinigen fich die Traditionen vieler deutschcr Stämme und Laudesteile. Diese Ueberlieferuugeu zu zu pflegen, ist mein Streben und weine Mannheim, 27. Jan. Heute früh würbe der Arbeiter Jakob Rolff in einer Bauhütte bes Jnbustriehafens tot auf* gefunben. Er war erfroren. London, 27. Jan. Von Bombay sind zwei Bataillone indische Truppen nach Süb-Afrika in See gegangen. London, 27. Jan. Der Vizekönig der südlichen Pro* vinzen hat Sir Robert Hart den Vorschlag gemacht, die Kriegs-Entschädigung durch eine Lotterie zu decken. Hart hat dies jedoch abgelehnt, weil er es vorzieht, die Kriegs-Entschädigung durch eine Grundsteuer aufzubringen. London, 27. Jan. Aus Middelburg wird ge* meldet: Eine Abteilung Buren überschritt die Eisenbahn bei Graafreinet und beschädigte die Eisenbahnstation Bethelaroad. Wien, 27. Jan. Der in der Burggasse etablierte Trödler Kosiler wurde gestern in seinem Geschäftslokal von < inem unbekannten Manne, welcher angeblich Schuhe kaufen wollte, überfallen, schwer verwundet und beraubt. Der Thäter ist. entkommen. Budapest, 27. Jan. Der griechisch-katholische Priester Ar de l i an in Szatmar wurde vom dortigen Gerichtshof wegen Vergehens gegen die freie Ausübung der Religion zu 6 Monaten Gefängnis und 400 Kronen Geldstrafe verurteilt. Ardelian hatte rumänischen Katholiken verboten, sich beim Gottesdienst der ungarischen Sprache zu bedienen. Algier, 27. Jan. Im Eingeborenenviertel kam es zwischen arabischen Ruhestörern und einer Zuavenpatrouille zu einem Zusammenstoß. 3 Zuaven und 10 Araber wurden verwundet. Ailanz am 31. Iezemöer 190L Zugang in 1901 . ... 5 ----- 1 Abgang in 1900 .... 4 Mitgliederstand Ende 1900 .... 92 Aktiva. H Warenvorrat 3191.73 Kassenvorrat 1833.70 Ausstehende Forde- ° rungen 449.91 Manko des Lagerhalters 123.34 Wert des Geschäfts- Mobiliars 152.85 100/g Abschreibung 15.28 137.57 Passiva. JL Geschäftsguthaben der Mitglieder 935.—, Reservefond 2162.82- Betriebsrücklage 1024,18 Reingewinn 1614J25* 5736.25 Mitgliederstand Ende 5736.25 1900 .... 91 Annerod, den 26. Januar 1902. 852 Landwirtschaftlicher Konsum-Hker ein. Eingetr. Genosienschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Der Direktor: Hahn. Der Rendant: Fenster.; Es wird daran erinnert, daß die Proben für die am 9. März stattsindende Aufführung begonnen haben. 870 UkLILKi E I Ehre ihre Teilnahme bezeugt haben. 867 Namens der trauernden Hinterbliebenen: 872 Gäste sind willkommen. Fritz Gießen, den 27. Januar 1902. Heute Samstag früh 6V4 Uhr verschied nach langem, Geduld ertragenem Leisen mein lieber Gatte, unser Art. 866 in Verbindung und 850 862 stand. Cisellbchll-Ukmn 6ir|n WWWWR | bvuar, mittags 1 Uhr, soll die an diesem Tage leihfällige Jagd der Gemeinde Naunheim mit zusammen 3040 ha, davon 267 ha Wald aus dem Rathaus daselbst, auf 6 Jahre verpachtet werden. Entfernung von der Bahnstation Wetzlar (Strecke Köln- Gießen) 2 Klm, Guter Wild- Bürgermeisterei Naunheim, 22. Januar 1902. Kern, Bürgermeister. ist uns von allen Seiten so viele herzliche Teilnahme bewiesen worden, daß wir außer Stand sind, jedem Einzelnen in einer Weise zu danken, die unseren Gefühlen entspricht, weshalb wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank zum Ausdruck bringen. Indessen ist es uns Bedürfnis, aus der Fülle der Beilcids- kundgebungen besonders hervorzuheben diejenigen der Großh. Direktion und der Lehrer des Gymnasiums, des Herrn Klassenführers Levy und der Mitschüler, des Kontorpersonals, der Arbeiterschaft der Fabrik, Ferner sagen wir herzlichsten Dank Herrn Pfarrer Schlosser für die tröstlichen, wahrhaft erhebenden Worte am Grabe, den evangelischen Schwestern für die aufopfernde Pflege am Krankenbett, sowie allen Denjenigen, welche uns durch freundliches Gedenken herrliche Blumenspenden oder Erweisung der letzten wohlschmeckender, kräftiger, ausgiebiger, dabei nur halb so theuer wie der amerikan. Fleischextract ist Siris. Probetöpfchen a um. 0,25 In den besseren Colonialwaarens, DeLicateMecn- und Drogen-Handlungen. Slris-GeseilBchaft, Q. m. b. H, Frankfurt a. M. mit Geduld ertragenem beiden mem lieber Gatte, unjer guter Vater, Pflegevater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel i vi ucter für da« Uroßsherzogtum Hessen, die Piovicz He.-bcn Nassa1' und den Kreis Wetzlar: 875 Carl Felsing, Frankfurt a. Main, Kronprinzenstr. 37. ich bteustädt 55 dahier gegen Barzahlung: 192 Malter Kartoffeln, diverse Sorten, 2 Faß Sauerkraut, 400 Pfd. Gelberüben, 400 Md. ZU vermieten Fräulein, welches schon in einem O Geschäfte emerlei welcher Branche thätig war, für ein feineres Detailgeschäst zu dauerndem (Engagement gejucht. Off. u. 857 an oie (LMed. d. Bl. 857 Stehen Sie auf dem Standpunkte, sich eine sichere u* lohnende Existenz zu verschaff., so setzen Sie sich mit der renommierten Fabrik von Fritz Iür die aus Veranlassung unserer Silbernen Hochzeit in so reichem Maße eingelcnrfenen Geschenke und Gratulationen, fühlen wir uns veranlaßt, auf diesem Wege unsern innigsten.Dank auszusprechen. Moses Kessler und Frau geb. Rothschild. 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