Nr. 22 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ski lag der Brühl'schc Univers.-Buch- u.Stetn- bruderet (Pietsch Erben Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7 Adresse sür Depeschen. Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. bl. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Montag 27. Jannar LSOL ______ _ — _ Vez«g»PretSr Q 'VrT O moiwtlich7bPs.,viertel- . jährlich Alk. 2.20; durch GietzenerAnzeigerW General-Anzeiger v «*"ä, v für den polit. ll allgem. Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ” zeigenteil: Hans Beck. Zum Geburtstage des Kaisers. Kaiser Wilhelm kann, wenn auch die Trauer um seine vor einem halben Jahre verstorbene Mutter noch auf ihm lastet, seinen heutigen Geburtstag m größerer Freude begehen als in den beiden letzten Jahren, in denen die Schatten des Todes unmittelbar über dem Festtage lagen. Vor zwei Jahren kämpfte die greise Mutter der kaiserlichen Gattin den letzten Todeskampf, und im vergangenen Jahre war wenige Tage zuvor Königin Viktoria von England, die Großmutter des Herrschers, dahingeschieden, und Kaiser Wilhelm brachte zum ersten Male seit seinem Regierungsantritt seinen Geburtstag außerhalb des deutschen Vaterlandes zu. Sicherlich wurde es damals dem Monarchen schwer, an seinem Geburtstage fern von der deutschen Heimat zu weilen, aber das verwandtschaftliche Pflichtgefühl hielt chn in Eng- land fest, um seinen nahen Verwandten in trüben und schweren Tagen eine Stütze zu sein. Dieses Pflichtgefühl ist mit nur wenigen Ausnahmen den Herrschern aus dem Hohenzollernhause stets eigen gewesen, und unter der Einwirkung eines ganz besonders starken Pflichtgefühls faßt Wilhelm IL seine Aufgaben als StaatS- und Reichsoberhaupt auf. Stets hat er sich als den ständigen Vertreter des Volkes betrachtet und sich gedrungen gefühlt, in der Wahrnehmung öffentlicher Interessen den Anderen voranzugehen. Jederzeit ist es ihm Bedürfnis gewesen, unter Einsetzung seiner eigenen Person für das ihm gut und recht Erscheinende den Staats- und ReichSangehörigen auch menschlich nahe zu treten und sie für die Ideale zu begeistern, die chn erfüllen und deren Verwirklichung ihm am Herzen liegt. Am letzten Samstag erst hat er die Gelegenheit, die stch ihm bei der Enthüllung zw eierGlaSfenster im königl. Kunstgewerbemuseum zu Berlin bot, ergriffen, um aufs neue seinen Idealen nach Möglichkeit allgemeine Geltung zu verschaffen. (Vergl. in der Parlamentsbeilage den besonderen Artikel.) Nach der Ansprache bei der Vollendung der Denkmäler an der Berliner Siegesallee können die jüngsten Kaiserworte nicht weiter überraschen. Wir wissen, dass, so modern als Mensch und Monarch Wllhelm IL sonst fühlt und denkt, so sehr er sonst bemüht ist, gerade das antike Ideal in der Jugendbildung möglichst zurückzudrängen, er von den Idealen der griechischen Kunst schwärmt und die heutigen Nachzügler des Klassizismus um die Mitte des vorigen Jahrhunderts für die würdigen Nachfolger eines Praxiteles hält. Aber wie schön, wie beachtenswert und wie durchaus modern ist die »Hoffnung" des Kaisers auf eine Zeit, „roo jeder Gegenstand des täglichen Lebens ein Kunstwerk sein wird!" So lauteten nach einer Privatmeldung die bezüglichen Worte des Kaisers, die im offiziösen Texte eine kleine Aenderung erfahren haben. Die Kunst im täglichen Leben, in unseren Wohnungs-Einrichtungen mit allem Drum und Dran, das ist ja gerade das Ziel der ganzen Moderne, der v. d. Velde, Eckmann, Pankok 2C., und nicht zum wenigsten jener kleinen eifrigen Künstlerschar, die der erlauchte Vetter de§ Kaisers, der an den heutigen BerlinerFesllichkeiten tellnimmt, unser Großherzog .Ernst Ludwig, zu sich nach seiner Residenz zog. Es ist st't auch erfteulich, aus Kaisers Munde zu hören, daß Deutschland, oder, wie es schöner im offiziösen Texte heißt, „unser Volk" jetzt in der Lage ist, mehr für seine Kunst zu thun als früher, und es ist ebenso hocherfteulich, daß, was unserem Kaiser leider noch nicht zum Bewußtsein gekommen ist, gerade das Bestreben unserer modernen Kunst eß ist, echt deutsch zu sein. Die Ideale unssrer besten heutigen Künstler liegen nicht in Griechenland, sondern im deutschen Vater lande, und wenn Emer für unsere moderne Kunst ein Vorbild ist, so ist es der Deutsche Albrecht Dürer, der da vor 400 Jahren schon das schöne Wort aussprach: „Die Natur giebt die Wahrheit; die Kunst steckt in ihr; wer sie heraus kann reißen, der hat sie!" Doch wir erinnern uns eines guten Wortes des alten ftanzösischen Philosophen Montaigne, der unter Hinweis auf die ungeheuere Last der Pflichten, die auf den Schultern eines Fürsten ruhen, und auf die ungemessene Machtfülle, die in dessen Hand gegeben sei, erklärt: „Die härteste und schwerste Aufgabe der Welt ist meines Erachtens die würdige Bekleidung deS königlichen Amtes und wenn jemand darauf rechnen darf, einen Irrtum milde beurteilt zu sehen, so sollte es ein regierender Herr sein". Daß Kaiser Wilhelm II. ein ganzer Mann sei, hat sogar schon einer der Wortführer der Sozialdemokratie, also ein Vertreter derjenigen Partei zugestanden, die der Monarchie in grundsätzlicher Feindschaft gegenübersteht; daß er ein Herrscher ist, der seine hohe Aufgabe unter weiten Gesichtspunkten auffaßt und kraftvoll und entschlossen durchzuführen sucht, räumen im In- und AuSlande auch diejenigen ein, die nicht müde werden, chm im einzelnen Irrungen und Fehlgriffe nachzuweisen. Erst dieser Tage hat der amerikanische Senator Depew den deutschen Kaiser den ^geschicktesten Staatsmann Europas" genannt, gelegentlich eines Interviews über die Reise des Prinzen Heinrich, die der Amerikaner als politisch sehr bedeutend bezeichnete. Jedenfalls wird dem Bruder des deutschen Kaisers vom klugen Bruder Jonathan ein Empfang bereitet werden glänzender noch als der, den einst die Antwerpener dem jungen Karl V. zuteil werden ließen. Wenn auch die Amerikafahrt viel Dekoratives bringt, das darum nicht unbedenklich ist, well eL leicht zu Uebertreibuugen, zu Ueberschätzungen des wahren Wertes führt, wenn auch der Arbeitstag, und nicht der Festtag die wahre Stimmung zeichnet, und wenn auch andererseits der Kaiser nut gerechtfertigtem selbstbewußtem Stolze auf Deutschlands unantastbare .Kraft und Machtstellung bei allen Gelegenheiten, wie ja die SamstagSrede wieder beweist, hin- zudeutsam pflegt, so dient doch diese Reise seines Bruders, die deS Monarchen eigenste Idee ist, zweifellos in hervorragendem Maße den Zielen des Friedens der Well. Dre Amerrkareise des Prinzen Heinrich wird ihr Teil dazubeitragen, das Verhältnis Deutschlands zu jenen riesigen vereinigten Staaten des fernen Westens fester zu gestalten, oder wie Graf Bülow im Reichstage sich neulich ausdrückte, die traditionellen Beziehungen zu Amerika auf der Basis voller Gegenseitigkell und gegenseitiger Achtung aufrecht zu erhallen. — Jnmg, wie je, und nicht zum mindesten bedingt durch die starke Persönlichkeit Kaiser Wilhelms, ist das Verhältnis Deutschlands zu den Verbündeten Staaten; herzlicher denn lange sind die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland; Franzosen, die den deutschen Kaiser sahen und sprachen, sind von chm entzückt, und schließlich hat unser Kaiser auch in weiser Erkenntnis und Würdigung "der wirtschaftlichen Verhältnisse es für gut befunden, möglichstes Einvernehmen zwischen Deutschland und England herzustellen. Ein neuer Beweis für die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen dem deutschen und dem englischen Monarchenhause ist der heutige Besuch des Prinzen von Wales, des britischen Thronerben, in Berlin, der unübrigen jedoch nur dekorative Bedeutung hat. Nie und nirgends wird unser Kaiser das Bismarck'fche Wort außer acht lassen: „Wir laufen niemandem nach", ein Wort, das sich mit unauslöschlichen Zügen in daß Herz des deutschen Volkes eingegraben hat, und das trotz aller praktischen Einwendimgen ganz besonders jenem Volke gegenüber Geltung behalten muß, dessen offizielle Vertreter in hochfahrender Weise es sich herausnchmen, ein verwandtes Volk an einer seiner empfindlichsten Stellen zu verletzen. Während sich Heuer um die Zeit des kaiserlichen Geburtstages unsere Blicke nach den: fernen Westen richten, wandten sie sich im Vorjahre nach dem fernen Osten, wo damals ein Kampf tobte zur Wahrung der frevelhaft geschändeten deutschen Ehre. Jetzt ist dieser Kampf seit Rlonaten beendet, und nicht in einer Zeit der äußeren, sondern der Entscheidungen stehen wir heute. Wichtige wirtschaftliche stehen unsere Volksvertreter zu treffen im Begriff, wobei die Geister und Gegensätze heftig auseinander platzen. Solche Kämpfe sind unvermeidlich, und sie werden leider auch un* erfteulich, wenn sie mit Gehässigkeit geführt werden. Wir möchten dem Kaiser zu seinem diesjährigen Geburtstage von Herzen wünschen, daß er in diesen Kämpfen die rechte Stellung finden und behaupten möge. Wir wissen, daß dem Kaiser der heutige Tag die meiste Freude dadurch bereitet, daß er Anderen Freude machen kann, denn gern sorgt er für freudige Ueberraschungen in weiteren Kreisen. Erst dieser Tage berichteten wir, welche Tellnahme er der A r beitSlosen- frage entgegenbringt. Wir erwarten von unserm Kaiser, daß er in dieser Zell der wirtschaftlichen Nöte sich nicht auf eine bestimmte Selle schlage, sondern daß er, über den wirtschaftlichen Kämpfen stehend, Licht und Schatten gleich verteile und im Sinne des alten preußischen „euum ouiqus" ausgleichend und versöhnend wirke. Daß gewisse ErwerbS- gruppen besonderer Berücksichtigung bedürfen, hat der Träger der deutschen Kaiserkrone mehr als einmal anerkannt. Wie aber auch die Zukunft sich gestalten möge, wie die Kämpfe sich entwickeln und enden mögen, die deutschen Stämme bleiben mit ihrem Kaiser durch das Band der Treue unlöslich verbunden, — jener Treue, die auch in schlimmen Tagen nicht wankt und nicht weicht, die aber immer freimütig und auftecht den Mut der Wahrheit hat. Denn die deutsche Kaisertreue ist nicht identisch mit byzantinischer Unterwürfigkeit. Jeder Staatsbürger hat die Pflicht, rückhaltlos dazu beizutragen, daß die Voraussetzungen für eine volkstümliche Politik des Kaisers geschaffen werden, daß dem Monarchen die Wahrheit stets unverhüllt vor das Auge tritt. Diese Pflicht ist um so größer, als Byzantinismus das Volks- empfinden zu verschleiern und zu bemänteln, eine Mauer zwischen Herrscher und Volk zu ziehen sucht, eine Mauer, die in unsere Zeit nicht hineinpaßt. Nur im Verein mit dem Volke können unsere Fürsten zum Wohle für das Ganze regieren, dort liegen die Wurzeln ihrer Kraft. Das hat der Kaiser bei dem vorjährigen Krönungsjubiläum ausdrücklich anerkannt, und wir wollen hoffen, daß diese Anerkennung immer größere Wirkungen hervorbringen wird. So sieht denn das ernsthaft vaterländisch gesinnte deutsche Bürgertum mit erneuter Zuversicht der ferneren Regierung Wilhelms IL entgegen und bringt ihm als Glückwunsch diesem Tage das Gelübde dar, offen und freimütig mit aller Kraft und Pflichttreue dem Vater- lande zu dienen, damit es ihm, dem Kaiser, möglich wird, das reiche Erbe einer großen Zeit im Sinne der Reichsbegründer zu wahren und zu stärken. • Historischer Uerm für das Grsßhenogtm Hesse«. Am 13. Januar hielt der Verein seine Hauptversammlung in Darmstadt ab, die vom Präsidenten, Haus- und Staatsarchivdirettor Dr. Frhrn. Schenk zu Schweinsberg eröffnet wurde. Nachdem er über die Ereignisse innerhalb des Vereins, dessen Mitaliederzahl 464 beträgt, berichtet hatte, und nach der Rechnunasaolage gab Lic. Dr. Diehl, der Vorsitzende der Vereinigung für hessische Kirchengeschichte, einen kurzen Bericht über die günstige Entwickelung des jetzt 197 Mitglieder zählenden Vereins, dessen Wirksamkeit sich in immer wachsendem Maß der Sympathie aller der Kreise erfreuen wird, die sich für das Arbeitsgebiet interessieren. Der Vereinssekretär, Herr Prof. Dr. Änthes, konnte berichten, daß für das neue Archivheft bereits wertvolles Material vorliegt, so daß hoffentlich bald mit dem Druck begonnen werden kann. Von den Quartalblättern ist im letzten Jahre der zweite Band abgeschlossen worden; vom dritten liegt Heft 1 bereits vor, Heft 2 wird in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangen, dem Heft 3 in nicht zu langem Zwischnl- raum Nachfolgen soll. Nun ergriff Haus- und Staatsarchivar Dt. Dieterich das Wort zu dem angekündigten Vortrag über die kirchliche Reformation Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz in Oppenheim 1565—1579. An allgemeinen Darstellungen der Reforma- tionsaeschichte fehll es nicht, während die Lokalgeschichts- ichreibung auf diesem Gebiet noch vielfach zuruck ist- dieser allgemeine Grundsatz gill auch von den hessischen Städten, wo vielfach die Archive dezimiert oder ganz zerstört sind, so auch in Oppenheim, wo aus der Refor- mationszeit nichts übrig ist. Denn was nicht schon im dreißigjährigen Krieg verbrannte, das wurde von Melae vernichtet. Wichttge Nachrichteü fand der Vortragende in den Bodmann-Habelschen Materialien, nämlich eine ausgedehnte Korrespondenz des Kurfürsten Friedrich III. mit seinen Beamten in Oppenheim. An Berührungspunkten mit der neuen Lehre hat es schon ftüh auch in Oppenheim nicht gefehlt: Luther war auf feiner Reise nach Worms dort ein gekehrt, wenn er auch nicht, wie die Sage berichtet, in Oppenheim „Ein feste Burg" gedichtet hat. Bei dem regen Verkehr mit den rheinischen Städten wie Worms, Speyer, Straßburg und Basel, sowie mit Holland und der Schweiz ist es anzunehmen, daß die ersten Keime der neuen Lehre bereits bald nach Luthers Auftreten zum Vorschein gekommen sind. Auch studierten viele Oppenheimer in Heidelberg und Erfurt. Eine furchtbare Warnung freilich war das Schicksal von Pfeddersheim, in dessen Nahe der Bauernaufstand, der neben sozialen auch religiöse Beweggründe hatte, niedergeworfen mürbe. Hemmend für eine rasche Ausbreitung der reformatorischen Lehren war das stark aristokratische Stadtregiment in Oppenheim, nicht minder die anfängliche Neutralität des Pfandherrn, des Pfalzgrafen Ludwig V. Auch Otto Heinrich, der zwar eine neue Kirchenordnung nach Oppenheim sandte, war ohne wesentlichen Einfluß, bis bann der Rat beschloß, selbständig vorzugehen. Bis 1565 hatten sich in der Stadt nur die letzten zwei Kanoniften des St. Katharinenstifts gehalten, doch war sie sicherlich nicht mehr katholisch, sondern die Einführung der Reformation ist um 1557—1561 anzusetzen; denn damals wurde u. a. eine lutherische Volksschule in den Räumen des Franziskanerklosters eingerichtet. Rur ein Kloster, von dem katholischen Adel gehalten, war noch in Oppenheim, bas Cisterzienferinnen-Nonnenklofter Mariakron; Kirche und Schulen waren lutherisch- Anders wurde dies, als auf Otto Heinrich Friedrich HL von Simmern folgte, ein Mann, der bei vielen Vorzügen doch in religiösen Dingen ent Fanatiker war. Theologisch vollständig ausgebildet im staube, bei Disputationen selbst mitzuwirken und Geistliche wie Schulmeister selbst zu prüfen, entschied er sich für Calvins Lehre; er reformierte in diesem Sinne nicht nur rasch die Pfalz, sondern griff auch über seine Grenzen hinaus, indem er die Rechte der Bischöfe von Speyer und Worms dadurch verletzte, daß er auch in den Pfand- schaften und in den Orten, die er von Worms zu Lehen trug, sowie in den Klostern Neuhausen bei Worms und Sinsheim im Bistum Speyer die neue Lehre mit Gewalt durchsetzte, so auch in Oppenheim. Ter stur für ft griff persönlich ein; die beiden Geistlichen wurden suspendiert und trotz der anfänglichen Einsprache des Rats die Kirchen aufgeräumt, der Bilder und Kruzifixe beraubt. Ganz besonders mußte das einzige noch katholische Kloster Mariakron die schwere Hand des Fürsten suhlen, denn ungeachtet allen Widerstrebens setzte er es durch, daß auch hier alles, was an die alten Zeiten erinnerte, abgeschafft wurde. In Oppenheim selbst wird eine höhere Schule gegründet, die pfälzische Llirchenordnung eingeführt und bestimmt, daß sie bei Strafe befolgt werbe. Wahrscheinlich fiel bas niebere Volk alsbald dem Kurfürsten zu; der Rat verwahrt sich zwar am Reichstag in Augsburg 1566, über der verzögernde Entscheid ließ es ratsam erscheinen, sich zu fügen. Alle Einreden schiebt der Kurfürst unbeachtet bei Seite, und seinem thatkräftigen Vorgeyen können schließlich auch die Nonnen nicht mehr widerstehen; sie fügen sich zum größten Teil in die neuen Verhältnisse. Damit war zwar die Reformation in Oppenheim durchgeführt, aber keineswegs der Stadt der Friede wieder- gegeben. Nicht weniger als zehnmal wechselte in Oppenheim der BekenntniSstand, und erst die französische Revolution brachte Religionsfreiheit; es ist nicht zu verwundern, wenn sie gerade in Oppenheim mir Begeisterung aufgenommen wurde. „Darmst. Ztg." Der Grunbzug im Cha.rakter unseres Kaisers ist ein heiterer und lebhafter, er liebt es, wenn er sich gesellig giebt, vergnügte Gesichter um sich zu sehen, und er liebt es nicht minder, diesem und jenem unerwartet eine Freude zu bereiten. D-rs Tages Arbeit ist wahrlich groß genug — hatte doch nur das Zivil-Kabinett int letzten Jahre allein über 46 000 Sachen zu erledigen, und das bedeutet doch blos einen Teil in der Abwickelung des! Ganzen! — daß man versteht, wenn der Herrscher sich abends nach zwangloser Vereinigung und einer „nicht offiziellen" Aussprache sehnt; die Behaglichkeit, die dann sein ganzes Wesen durchströmt, teilt sich schnell den Anwesenden mit, und an offenen Worten, an lustigen Scherzen, an der Erzählung heiterer Erlebnisse fehlt es nie. Oft kommt es auch vor, daß plötzlich der Kaiser ein wichtiges Thema berührt, aus dem Aermelaufschlag seiner Uniform ein Schriftstück, einen Bericht, einen aus weißem Papierbogen geklebten Zeitungsausschnitt hervorziehend und den Inhalt mtttettend, um teils eigene Erörterungen daran zu knüpfen, teils die Meinungen seiner Umgebung zu vernehmen. Und die scheinbar entferntest liegenden Dinge gewinnen dann ein aktuelles Interesse, denn es ereignet sich nichts von einiger Bedeutung auf dem weiten Erdenrund, wovon dem Kaiser nicht durch das Zivil- Und Militärkabinett, durch Kriegsministerium und Generalstab, durch die einzelnen Ministerien, durch die auswärtigen deutschen Gesandtschaften und Militärattaches rc. 2c. Mitteilung gemacht wird. In politischen wie persönlichen Fragen liebt es der Kaiser, das Gegenteil seiner eigenen Ansichten zu — vernehmen refft. zu — lesen, nantentlich die Meinungen der fremden Presse, und häufig weisen derlei Ausschnitte interessante Randbemerkungen in der charakteristischen Schrift des Kaisers und seiner kurzen Ausdrucksweise auf. Körperlrche wie geistige Regsamkeit des Kaisers spiegelt sich auch! in seinem Antlitz wieder. Man wird nur wenige Porträts von ihm sinden, die ausgesprochene Aehnlich- keit mit dem Vorbild haben, und die sich untereinander gleichen, ebenso geht's mit Büsten von ihm, mit Münzen und Medaillen, sogar mit Photographieen, selbst wenn sie nach der Natur ausgenommen worden sind- Das Gleiche war übrigens bei der Königin Luise der Fall; von ihr bewahrt das Hohenzollern-Museum eine größere Anzahl von Bildnissen, welche die besten Meister gemalt haben, und die bezüglich der äußeren Uebereinstimmung grundverschieden voneinander sind, auch wenn sie aus derselben Zeit stammen. Der Kaiser weiß, wie schwer er zu „treffen" ist, und in den letzten Jahren darf sich kaum ein Maler rühmen, daß der Herrscher ihm gesessen hat; dagegen wohnen einige bevorzugte Künstler den Hofsestlichkeiten bei, um aus diese Weise Gelegenheit zu haben, ihre Studien zu machen. Neuerdings erweist sich Hans Fechner als Kaisermaler ersten Ranges, ein Künstler, dem, wie wir jüngst meldeten, neulich auch unser Großherzog gesessen hat. Es giebt aber weit mehr künstlerisch wertlose, nur durch allerhand Effekte wirkende „Paradebilder" vom Kaiser, miserable Darstellungen, die man selbst für Ansichtspostkarten als zu schlecht einschätzen sollte. Aber gerade heut-: wurde uns eine Kaiser geb u r ts- tags- Ansichtspostkarte aus einem Münchener „Kunsts- Verlag aus den Redaktionstisch gelegt, die an Geschmacklosigkeit ihres Gleichen nicht so bald finden dürfte. Der Kaiser steht in abscheulicher Pose aus einer das deutsche Reich darstellenden Landkarte und zeigt aufs weite Meer hinaus. Die Ausführung erinnert stark au die Pinseleien des Herrn Knackfuß. Und der Münchener Verlag hat die Stirn von uns zu verlangen, weil er uns zwei solcher Karten gnädtgst überreicht, daß wir unseren Lesern mitteilen, diese Jammerdinger seien von „hoher künstlerischer Vollendung" und stellten ,chie geistvollste Allegorie Wilhelms II."-dar!! • * ♦ ■ Die Ausgabe der großen P a r o l e in> Berlin am heutigen Geburtstage'des Kaisers wird diesmal ein besonders festliches Gepräge haben. Der PrinzvonWales mit seinem ganzen Gefolge wird den Kaiser zu Fuß vom Schlosse aus nach der Ruhmeshalle begleiten und dort der großen Parole-Ausgabe und einer Ansprache des Kaisers an die Offiziere beüvohnen. Alsdann wird der Monarch dem Prinzen von Wales die HauptsehenÄ- würdigketten der Ruhmeshalle zeigen und dann in großer Begleitung wieder zu Fuß ins Schloß zurückkehren. — Wie in militärischen Kreisen verlautet, wird in den nächsten Tagen zu Ehren des englischen Prinzen auf dem Tempelhofer Felde eine militärische Hebung mit Parade stattfinden, zu der die einzelnen Truppenteile der Berliner Garnison stärkere Abordnungen stellen. Der Prinz von Wales traf am Sonntag abend in Berlin ein. Zum Empfang waren erschienen der Kaiser in der Uniform der Royal Dragoons, die Prinzen Eitel Friedriche Heinrich, Friedrich Leopold, Albrecht mit den Söhnen, der Herzog von Coburg, Lascelles mit den Botschaftsmitgliedern, der Oberst der ersten Gardedragoner, die Generalität und Admiralität. Bei dem Einlaufen des Zuges präsentierte die Ehrenkompagnie des zweiten Garderegiments. Der Kaiser begrüßte den Prinzen, der die Uniform der ersten Gardedragoner trug, sehr herzlich und schritt mit ihm nach der Begrüßung der Prinzen und der Vorstellung des Gefolges die Front der Ehrenkompagnie ab, wöbet die englische Hymne gespielt wurde. Es folgte hierauf ein Parademarsch in Sektionen. Der Kaiser fuhr sodann mit dem Prinzen in geschlossenen tztalawagen, von einer Schwadron der ersten Gardedragoner eskortiert, nach dem Schlosse, wo der Prinz von Wales an der Familientafel teilnahm. (Die Begrüßungsrede sindet sich in der ParlamentKBeilage.) Uefcev den Lebensgang des hohen englischen Gastes im Berliner Kaiserschloß, des englischen Thronfolgers^ ist folgendes mitzuteilen: Prinz Georg, geboren 1865, ist der zweite Sohn König Eduards. Prmz Georg und sein älterer, 1892 verstorbener Bruder, traten zusammen als Kadetten in die Marine ein. Zwei Jahre verbrachten sie an Bord des Schulschiffes „Britannia", dann machten sie eine dreijährige Reise um die Welt an Bord der „Bacchante". 1890 eröffnete Prinz Georg, der inzwischen Kommandeur des in Westindien stationierten Kanonenbootes „Trush" geworden war, die Industrieausstellung auf Jamaika 1891 besuchte er mit seinem älteren Bruder Irland, zog sich dort aber ein gefährliches Fieber zu. 1892 nahm er zum ersten Male seinen Sitz im Oberhause ein. Im Herbst desselben Jahres bezog er die Universität Heidelberg. 1893 wurde seine Verlobung mit der Prinzessin Victoria Mary von Teck, der früheren Verlobten seines verstorbenen Bruders, an- 'gekündigt, und am 6. Juli fand in der Kapelle des S,t. James-PalasteS in Gegenwart des dänischen Königspaares, des damaligen Zarewitsch (jetzigen Zaren Nikolai II.) und fett ganzen *»glHchen SSnigsfamilie die Hochzeit statt. In Hlchre NrwSt Georg zum Kapitän zur Ser befördert. Er war wiederholt mit internationalen Repräsen- tationsftflichten betraut, so bet der Einweihung der Schloßkirche in Wittenberg, bei der silbernen Hochzeit König Umbertos von Italien, bei der Vollendung des Nordostseekanals und zuletzt bet der Großjährigkeitsfeier des deutschen Kronprinzen. Prinz Georg steht a la suite des ersten Garde- Dragon erregiments; er ist Ritter des Schwarzen Adler- Ordens. Seiner Ehe mit der Prinzessin von Teck sind vier Kinder entsprossen. Die Prinzen Eduard Albert (geb. 1894), Albert Friedrich (geb. 1895), Prinzessin Viktoria Alexandra (geb. 1897), Prinz Henry (geb. 1900). * * Zum Geburtstage des Kaisers sind in Berlin ferner eingetroffen: der Kronprinz und die kaiserlichen Prinzen August Wilhelm und Oskar. Ter König von Württemberg, der Großherzog von Hessen, der Großherzog von Sachsen-Weimar, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, der Fürst von Schaumburg-Lippe, der Fürst von Waldeck, die Prinzen Georg und Johann Georg von Sachsen, Erbprinz von Reuß j. L., Erbprinz und Erbprinzessin von Anhalt, der Regent von Sachsen-Coburg-Gotha Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg, Herzog und Herzogin Johann Albrecht von Mecklenburg, Fürst von Hohenzollern und die Schwester und Schwager des Kaisers Erbprinzessin und Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Prinzessin und Prinz Fried- richKarlvonHessen und Prinzessin und Prinz Adolph zu Schaumburg-Lippe. Politische Tagesschau. Die Anti-Duell-Liga. Das Aktions-Komitee der unter dem Vorsitz des Fürsten zu Löwenstein stehenden Anti-Duell-Liga erläßt unter dem frischen Eindrücke der letzten Zweikämpfe einen Aufruf. Darin wird das Programm der Liga wie folgt gekennzeichnet: „Zunächst wollen wir danach streben, dem-mit aesellschaft- licher Verunglimpfung bedrohten, mutigen Bekenntnis der Duell- gegnerfchaft einen gesellschaftlichen Rückhalt zu gewähren, ferner durch Aenderung des Strafgesetzbuchs den zurzeit ungenügenden gesetzlichen Schntz der Ehre von Person und Familie zu einem wirksameren zu gestalleu, sowie die Einführung von staatlichen und korporarioen Ehrengerichten und die Aechtung von Ehrschändern zu erwirken. Machtlos aber sind wir als einzelne. Wenn wir uns jedoch aus allen Ständeu zusammenschließen mit dem festen Willen, gemeinsam und rastlos auf die Beseitigung der Duell-Geißel hinzuwirken, so wächst unsere Macht und das Gewicht unserer aus Religion, Vernunft und Moral geschöpften Gründe. Von diesen Erwägungen ausgehend, wurde am 11. Januar 1902 die deutsche Anti-Duell-Liga errichtet. In ihrem Namen wenden wir uns mit diesem Aufruf an alle, die das Leben im Dienste der Mitmenschen höher schätzen als die Befriedigung persönlicher Interessen und Empfindungen. Helft auch Ihr uns dabei, Ihr edlen deutschen Frauen, die Ihr berufen seid, Haus und Herz Eurer Gatten uno Brüder zur Pflanzstätte echt deutscher Religtosität und Gesittung zu machen und den Keim wahrer Gottesfurcht und Zucht in die Herzen Eurer Kinder uud Kindeskinder zu legem Und Ihr, deutsche Männer, zu welcher Religion oder Parteirichtung Ihr Euch auch bekennen mögt: laßt oiesen Weckruf nicht in Eurem Innern verklingen, jonoern stärkt unsere Bestrebungen durch Euren Beitritt zu unserem Aus Stadt und Land. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, den 27. Januar 1902. ** Zur Linderung der Not. Die Anregung, die lange vor dem Weihnachtsfeste schon ein Leser des „Gieß. Anz." zur Linderung der Not Arbeitsloser gegeben hat, ist, wie unsere Leser wissen, von schönem Erfolg gewesen. Jener Spende ist eine zweite, erheblich größere, gefolgt, von der dieser Tage die Bürgermeisterei eine amtliche Bekanntmachung erließ, und jetzt sind durch den Bevollmächtigten des Herrn C. W. B. Fernie der. Bürgermeisterei 200 Mk. zur Verfügung gestellt worden als Beitrag zu den Kosten, die durch die Verabreichung warmen Frühstücks an arme Schulkinder in diesem Winter erwachsen. Wir fteuen uns, unseren Lesern hiervon Mitteilung machen zu können, und wollen wünschen, daß diesen Spenden noch weitere folgen mögen. ** Religioosgeschichtliche Vorträge. Am Freitag (24. Januar) sprach Prof. Holtzmann über „Die Erbaung der Welt durch die Kirche". Jesu Predigt, führte er aus, ist inhaltlich derart, daß sie keinen Wertunterschied unter den Völkern kennt; aber Jesus sendet seine Jünger nur zu den Israeliten, lebt ungern unter den Heiden, predigt ihnen nicht, hat nur ein tadelndes Wort für die jüdische Mission. Und feine Jünger kommen nach der Erscheinung des Auferstandenen von Galiläa nach Jerusalem, predigen aber nicht den fremden, heidnischen Völkern, wenn sie auch solche jüdisch lebenden Leute aufnehmen, die von dem herrschenden Judentum verworfen waren, wie die Samariter: die Gemeinde des gekreuzigten Messias kann das Gesetz nicht als bindende Norm bettachten. Eine solche Gemeinde bildete sich in Jerusalem, während die galiläischen Anhänger Jesu eine Richtung innerhalb' des Judentums Hieben. Erst in Antiochia in Syrien kamen nicht jüdisch-lebende Heiden in die Gemeinde, die auch hier erst ihren Christennamen erhielt. Von hier aus wird, durch Paulus zuerst, die Eroberung der römischen Welt begonnen. Der Zusammenstoß der alten jüdisch-lebenden Richtung, die unter andern PetruS vertritt, und der neuen durch Paulus geführten Richtung führt eine Niederlage des Paulus in Syrien und Cllicien herbei, die chn aus diesem Arbeitsfelde, auf dem er 14 Jahre wirksam war, nach Cypern, Kleinasien (außer Cilicien), Macedonien und Griechenland hinaustreibt, bis er bei einem Versuch, mit der Urgemeinde sich auszusöhnen, in Jerusalem durch die Römer verhaftet wird. Gefangen kann er noch zwei Jahre in Rom wicksam sein. Paulus gründet Gemeinden in den römischen Kolonien; er beginnt seine Predigt regelmäßig in der Synagoge, gewinnt aber namentlich die zum jüdischen Gottesdienst haltenden Heiden. Das Vorhandensein dieser dem Judentum zugewandten Heiden erklärt die rasche Ausbreitung des Christentums; die Mission des Judentums hört jetzt auf. Die Christengemeinde in Rom wird bei einer Vertreibung sämtticher Juden aus Rom rein heidenchristlich. Die Ausbreitung des Christentums in Kleinasien läßt sich schrittweise verfolgen; zur Zeit Trajans ist die nordwestliche Landschaft Bithynien dem Christentum wett erschlossen; im zwetten Jahrhundert ist Kleinasien das Herz der Christenheit. Aber Hadrian sindet auch in Alexandrien zahlreiche Christen. Im dritten Jahrhundert giebt es Christen in allen Provinzen des Reichs. Diesen Erfolg verdankte das Christentum der HeilSgewiß- heit und dein Ideale der Vollkommenheit, das e5, im Gegensatz zu den ebenfalls weitverbreiteten Gottesdiensten der Isis und des Mithras, an einer großen Persönlichkeit veranschaulichte. So mußte ihm trotz des heftigen Widerspruchs der Staatsgewalt doch schließlich die Herrschaft über die römische Welt zukommen. — Aber auch die Germanen wenden sich dem Christentum zu, nicht um. seiner Verfassung und seines Prunkes willen: sie werden im Gegensatz zu Rom Arianer, erst nach dem Untergang Westroms nehmen die Franken die Lehre des Athrenasius an. Jetzt kommen Missionare vom fernen Irland zu den Alemannen, und zwar Mönche, wie auch Papst Gregor L Mönche zu den Angelsachsen schickte, von wo später Bonifatius ausgeht, der die fränkische Kirche ausgebreitet und an Rom angeschlossen hat. Damals that Zusammenschluß not wegen der südlichen Völkerwanderung des Islam, der seinen großen Erfolg gerade auch seiner Gesetzlichkeit verdankt. In der Folgezeit breitet sich das Christentum nach Norden aus: die Sachsen werden bekehrt, später auch Brandenburg, Mecklenburg, Pommern; Cyrill und Methodius predigen den Bulgaren, später in Mähren, wo Rom die Schutzherrschaft erhält; für Rom wird auch Böhmen, Polen, Ungarn gewonnen, während Rußland sich Byzanz anschließt. Erst später wird Skandinavien christianisiert. Die Kreuzzüge gegen den Islam waren äußerlich erfolglos, aber erweiterten den Gesichtskreis und vertieften das Gefühlsleben. Zunächst wirken sie aufklärerisch. — Das 14. und 15. Jahrhundert bringt Niedergang des Christentums, und auch die Reformationszeit war der Ausbreitung des Glaubens nicht günstig trotz Entdeckung und Besiedelung neuer weiter Gebiete. Doch leistet die katholische Kirche anfangs mehr, wett sie sich mit einer äußerlichen Christianisierung wenigstens anfangs begnügt. Die protestantische Missionsarbeit beginnt mit A. H. Frauke, bald schließt sich die erfolgreiche Herrnhuter Mission an, von der wieder die methodistischen Missionen in England und Amerika beeinflußt sind. Jetzt wirken allein auf deutschem Boden 16 protestontische Missionsgesellschaften; evangelische, römische und russische Mission arbeiten neben einander, freilich die nichtchristlichen Kulturländer sind dem Christentum noch nicht recht erschlossen. Dem Buddhismus gegenüber muß es feinen Eigenwert verstehen. Erfreulich ist heute das allgemeine Interesse an der Mission; auch das Heiligtum Europas, sein Christusbild, muß den dunkeln Erdteilen gebracht werden. ** Fräulein Irene Triesch hat am Samstagabend, wie wtt schon gestern durch Aushang an unserer Expedition mitteilen konnten, telegraphischen Bescheid an den Vorstand des Theatervereins geschickt, daß sie Donnerstag, den 30. d. Mts. zum Gastspiel bereit fei. Als ein Zeichen der Wertschätzung, deren sich das hiesige Theater und der Theaterverein erfreut, ist es mit ganz besonderer Freude und Genugthuung zu begrüßen, daß die ausgezeichnete, jetzt zu den allerersten ihres Faches zählende Künstlerin, um deren Gastspiele ein Wettbewerb der größten Bühnen stattfindet, die in zwei aufeinander folgenden Nächten zurückzulegendc Reise von und nnch Berlin nicht scheut, um uns hier durch ihre Kunst zu erfreuen. Der Beifall eines übervollen Hauses wird Frl. Triesch belohnen. Als Gastrolle hat sie die Marttke in Sudermanns Schauspiel „ I ohannisfeuer" gewählt, als welche sic vor 3 Wochen auch in Frankfurt a. M. gaftirte. ** Deutschland, vergiß deine Helden nicht! Mit diesem Rufe wendet sich der Deutsche Patriotenbund, der sich die Errichtung des Völkerschlachtdenkmals zu Leipzig, des Ruhmes- males der deutschen Befreiung, zur einzigen Aufgabe gestellt hat, mit der Bitte an uns, Gemeinden, Vereine u. s. w. zu Beiträgen aufzufordern. Seiner Thätigkeit ist es gelungen, bis jetzt 435 000 Mk. zu sammeln. Alle Namen Derjenigen, welche 100 Mk. sammeln oder spenden, sollen als Stifter im Innern des Denkmals unvergänglich auf Metall eingeschnitten veröffentlicht werden. Dieses Recht der Namensnennung haben sich bereits 421 Korporationen und Vereine erworben. Es sind 78 Städte, 11 Gemeinden, 117 Vereine, 48 Schulen und 167 Personen. Mit einem jährlichen Beitrag von 10 Mk. während einer zehnjährigen Bauzeit kann sich ein jeder das Stifterrecht erwerben. Beiträge nimmt entgegen : Deutscher Patriotenbund, Vorsitzender Clemens Thieme, Leipzig, Rathausring. * * Ein böser Lapsus ist bei der Herstellung der Zeichnungsscheine auf die neue Zprozentige deutsche Reichs anleih e passiert. In der letzten Rubrik heißt es nämlich Betrug statt Betrag! * * Der Gesangverein „Frohsinn" in Lang-Göns begeht am 2. Februar im Gasthaus „zum Gambrinus" fein 47jähriges Stiftungsfest. - i- Von der Rabenau, 26. Jan. Die vom Pfarroer,oalter Scriba in Londorf und den Lehrern der Gemeinden veranstaltete Sammlung von freiwilligen Gaben für die Buren ergab in Gettshausen 27 Mk., Odenhausen 16 Mk., Rüdingshausen 48 Mk. und Weitershain 26 Mk., zusammen die schöne Summe von 117 Mark, die an den Sekretär der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes, Hof- Buchhändler Frees, abgeliefert wurde. Schotten, 25. Jan. Am 17. Februar werden im Gast- Hause „Zum Posthäuschen" elf fiskalische Jagdbezirke, sowie 9 Fischereien (meist Forellenwasser) der Oberförstereien Eichelsdorf, Feldkrücken, Konradsdorf, Schotten und Ulrichstein verpachtet. Da der Wildreichtum dieser Jagden, besonders seit einigen Jahren auch an Rehwild, ziemlich bedeutend ist und die Reviere gut zu erreichen sind, steht eine zahlreiche Beteiligung von Interessenten in Aussicht. -o- Alsfeld, 25. Jan. Die üblen Folgen der Arbeitslosigkeit sind bis in unsere etwas abgelegene Gegend spürbar. Mehr denn je durchziehen die sogen, reisenden Hand- werksburschen die Landsttaßen und machen die ganze Gegend unsicher. Nachdem vor einiger Zeit ein Mann aus Ober- Breidenbach im Walde zwischen hier und Romrod angepackt worden war, wurde heute nachmittag ein Mensch in das hiesige Hastlokal eingeliefert, der heute morgen eine Frau von Strebendorf im Walde zwischen Ober-Breidenbach und Windhausen angefallen hatte. Die Frau hatte einen größeren Geldbetrag bei sich. Die in der Nähe beschäftigten Holzarbeiter kamen auf das Geschrei herbei und konnten schnell des enteilenden Angreifers habhaft werden. Büdingen, 25. Jan. Mit dem in diesem Jahre hier stattsindenden Gauturnfest des Kinziggaues soll ein größeres Fest verbunden werden. Als Festplatz ist der Platz bei der Saline in Aussicht genommen. W. Rieder-Florstadt, 24.Jan. Bürgermeister Alles hier feierte unter großer Anteilnahme sein 25jähriges Dienst- ubiläum. Gestern abend bewegte sich ein Fackelzug durch das ganze Dorf zum Hause des Jubilars. Tie Gesangvereine trugen Lieder vor und der Turnverein stellte bei bengalischer Beleuchtung Pyramiden. Pfarrer Wahl hob die vielseitigen Verdienste des Herrn Alles um die Entwickelung der Gemeinde hervor. Heilte war die offizielle Feier, bei der Areisrat Fey von Friedberg namens der Regierung als Auszeichnung dem Jubilar das Verdienstkreuz Philipps des Großmütigen überreichte. Im Namen der Gemeinde teilte der 80jährige Beigeordnete Musch mit, daß die Gemeinde ihrem Bürgermeister einen Schreibtisch schenke. Ter Kirchenvorsland schenkte einen Sessel und die Lehrer fügten den Geschenken noch eine Schreibtischvorlage hinzu. Vermischtes. ♦ Berlin, 26. Jan. Ter Chef der Berliner Schutzmannschaft Polizei-Tb erst Krause, hatte gestern während des Einzuges Prinzen von Wales Unter den Linden einen Ohnmachtsanfall. Er sank plötzlich vom Pferde zu Boden und wurde mit blutendem Kopfe nach einer Unfallstation gebracht. Der Unfall dürfte aber feine weiteren Folgen haben. ' Gleiwitz, 26. Jan. Als gestern Abend der Arbeiter P. Srzyslo mit einem Mädchen spazieren ging,; drängte sich der Maschinensteller Robert Watzlaw an das Paar heran und wurde von Srzyslo zurückgestoßen. Darüber in Wut geraten, griff Watzlaw zum Messer und stieß es dem srzyslo.in die rechte Halsseite. Die Schlagader wurde durastchmtten und der Getroffene verblutete in wenigen Minuten. Der Mörder stellte sich freiwillig eine Stunde später auf der Polizeiwache ein und wurde verhaftet. * Vigo, 25. Jan. Die Explosion auf dem Kanonenboot „Condor" wird dem schlechten Zustande des Kessels zugeschrieben, der sich früher an Bord eines unbrauchbaren Torpedobootes befunden hatte. Die Maschinisten hatten schon wiederholt auf den Zustand des Kessels aufmerksam gemacht. Die Explosion erfolgte, als der „Condor", in der Verfolgung von Fischerbooten begriffen, m den Fluß einfuhr und die Fahrt forcirte. Die Besatzung bestand aus 22 Mann; zwei Maschinisten und ein Matrose sind tot, fünf Mann werben vermißt; der Kommandant und der Rest der Besatzung, mit Ausnahme von zwei Mann, sind verletzt. Das Fahrzeug selbst ist vollständig vernichtet. • Ländliche Hochzeit. Eine Hochzeitsfeier m dem koburgischen Dorfe Meed er währte jüngst eine volle Woche. Drei Tage konzertierte die Hildburghäuser Militärkapelle. Geschlachtet wurden 1 Kuh, 8 Schweine, unzähliche Gänsi und Hasen. Ueber 300 Kuchen wurden gebacken. Auch an Fischen und allen möglichen Delikatessen fehlte es nicht. * Ein kurbrandenburgischer Duell-Erlaß. Das Edikt (aus der Flugblattsammlung des H. C. Goldschmidt in Berlin) wurde erlassen von dem ersten preußischen Könige; es stammt allerdings schon aus der Zeit seines Kurfürstentums her. Auf der Titelseite steht als Druckort (wohl Nachdruckort) und Jahr angegeben: Stargardt an der Jhna, Anno 1688. Nach einer längeren Einleitung bedroht er den Duellanten mit folgenden Strafen: „Der Mörder, so seinen Widersacher in dem veranlassetem dutl entleibet, und seine Hände mit dessen Blut unverantwortlicher Weise besudelt, sol wofern es einer von Adel, oder sonsten honestioris eonditionis, seiner Chargen und Ehren-Aempter, so er etroann bekleiden möchte, so fort ipso facto verlustig seyn, und ihm darauff, so bald er ertappet, ohngesäumt sein proceß gemachet, fern Degen gebrochen und Er selbst durch das Schwerdt vom Leben zum Tode gebracht, fein Cörper aber auff dem Gerichtsplatz eingescharret werden, wäre der delinqvent aber ferner vom Adel, so sol er, so bald man dessen Person habhafft worden, durch einen summarischen Proceß zum Galgen con- bemnirct, das Urtheil auch an ihm barauff wörtlich vollen- jogen, sein Leichnam aber nicht abgenommen werden, sondern anderen zum Exempel so lange an dem Galgen behangen bleiben, biß er von sich selbst durch die Zeit abfallen wirb. Im Fall auch das Duell einen so unglückseeligen Außgang gewinnen sollte, daß die Duellanten beyderseits auff der Wahlstat bleiben, und ihr Leben einbüßen möchten, so sollen derselben Leiber, wann sie von Adel, m loco mhoneslo von dem Hencker begraben, wofern sie aber nicht von Adel, ihre Cörper von dem Hencker ausgenommen und an den Galgen gehencket werden". Zum Schluß befiehlt der Kurfürst (gegeben zu Cölln an der Spree, den 6. August 1688, gegengezeichnet Eberhard Danckelmann), daß seinem Edictum durch reichlichen Nachdruck auf kurfürstliche Kosten die weiteste Verbreitung zu Teil werde, daß es auch in den SonntagSpredigtcu behandelt werden solle, und fügt einen 16. und letzten Artikel hinzu: „So geloben und versprechen Wir hiemit bei Unserm Chur- fürstlichem wahrem Wort, daß Wir hier unter mit niemanden, wer der auch seyn möchte, untb einigerley Ursach willen, wie dieselbe ersinnet, oder erdacht werden könnte, connioiren oder nachsehen, weniger die gesetzte Straffen erlassen, noch einigen parbon ober Gnade desfalls erteilen wollen; Wir verbieten auch allen und jeden, wes Standes ober Würden die auch seyn möchten, daß sich niemand unterstehen soll, in dergleichen Fällen einige intercesfion oder Vorbitte bey Uns einzulegen, was auch für eine Sache, Gelegenheit oder Anlaß dazu geben könnte, als zum Exempel die glückliche Entbindung Unserer Gemahlin, die Geburt ober Heyrath eines Unserer Printzen ober Princessinnen, ober anders dergleichen, alles bey Vermeidung Unserer indignation und Ungnade". Universitäts-Nachrichten. Biehmartt. Die Märkte waren während der Berichtswoche etwas bester frequenticn, und auch die Umsätze waren im Verhältnis zu den Vorwochen belangreicher. Prima Großvieh stand wie immer im Vordergründe des Handels, und wurden die Zufuhren hierin rasch aufgefauft. An einzelnen Märkten konnten sich mittlere Qualitäten sogar im Preise etwas bessern, auch die Umsätze hierin waren im Verhältnis größere, im Allgemeinen ist das Geschäft als mittelmäßig zu bezeichnen. Prima Kälber flott gehandelt, einige Plätze hatten sogar sehr rasch ausverkaust, an einigen kleineren Märkte» blieb nur geringer Ucberftanb. Fette Schweine waren in Rücksicht auf die hohen Forderungen nicht sehr flott gehandelt, immerhin konnten die Zufuhren langsam noch ausverkaust werden. Laus« und Milchschweine flotter gehandelt. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurden m Herxheim einige Hundert Zentner zu Alk. 23 bis All. 25, Bellheim zu Mk. 22 biS 28 fast ganz ausverkauft. In neuen Tabaten wurden einige Rimbert Zentner Freudenheimer und Haßlocher Gewächs zu Mk. 30 j bis 32 von Spekulanten an Hänbler verkauft • in Friedrichschak ca. 150 Zentner Cnginaltabat per März zu Mk. 44, ferner ein größerer Posten 1897er Schneidtabak zu Anfang und Ende Mk. 30. Sonst liegt das Geschäft im Allgemeinen ruhig, da die Zigarrenbranche durch die allgemein herrschende Gejchästsruhe wenig zu arbeiten hat, und dies wiederum auch feine Wirkung auf den Tabakhandel ausübt. In losen Pfälzer Rippen geschästslos, U>|e leine Alk. 8,50 bis 9, gebündelte Alk. 10,80 bis 11,50. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 28. Januar, abends 7 Uhr: „Der Wildschütz*. Schauspielhaus. Dienstag den 28. Januar, abends 7l, Uhr: »Tariaffe“. Hierauf : „Les präcieusea ridicuh »u. Landwirtschaft. — Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte findet am 10. Februar, mittags 12h, Uhr, im Steinbau des ZirkuS Busch, am Stadtbahnhof Börse zu Berlin statt. — Eine Professur für südafrikanische Geschichte. Eine zahlreich besuchte Versammlung sand in London statt, um Mittel zusammenzubringen für die Errichtung einer Geschiehtsprofessur in der Universität von Kapstadt. Die Versammelten waren sich darin eiuig, daß der Unterricht in südafrikanischer Geschichte sehr heilsam für die Studenten fein würde. Die Versammelten erhielten einen starken Dämpfer ausgesetzt durch einen Bries von Prosessor Bryce (Bryce ist der Versasfer einer der besten englischen Darstellungen der Entwickelung Südafrikas, einer der wenigen, die von den führenden Geistern in England nicht- im Banne der Jingopresse stehen. D. Red.), der geladen, aber am Erscheinen verhindert war. Der Bries lautete: „Mir scheint es der reine Hohn, heute an die Errichtung einer solchen Professur in Südafrika zu denken, wo dort Kriegsrecht herrscht, wo alles Interesse an Erziehung geschwunden ist, wo die Leute unfähig sind, von einem Platze zum andern zu reifen, wo Leidenschaft und Haß für Generationen nicht aussterben wird, zu einer Zeit, wo wir fast vor dem Verlust von Südafrika stehen, uns von der Rednertribüne aus über den Wert der Geschichte belehren zu lasten, einer Geschichte, die uns nicht verhindert hat, dieselbe Dummheit zu begehen, wie 1775." _ Der Vorsitzende sprach sich natürlich sehr ungehalten über den Brief aus. Den Versammelten wurde mitgeteilt, daß bereits 846 Pfund gezeichnet seien. Eeell Rhodes und der Prinz von Wales gehören zu den Geldgebern. fimtbd und Verkehr. Volkswirtschaft. Getreide. Bei den fortgesetzten Schwankungen der amerik. Märkte konnte sich natürlicherweise auch hier kein lebhaftes Geschäft entwickeln, obwohl die Grundtendenz eine recht feste blieb. Von Argentinien liegen immer noch keine Offerten vor und Rußland behauptete seine Preise, zu welchen übrigens ziemliche Umsätze stattfanden. Die amerikanischen Forderungen hielten sich ungeachtet der bereits oben erwähnten Fluktuationen der führenden Börsen ziemlich unverändert und stets über Parität des hiesigen Marktes. Roggen unverändert. Gerste ebenfalls ohne Veränderung. Hafer uunoer- änbert. Mais behauptet. Die heutigen Notirungen sind: Redwinter 2 Mk. 139. Kansas 2 Mk. 138.Südrust. Weizen Mk. 129 bis 142. Rust. Roggen Mk. 107—108. Russische Futtergerste Mk. 102. Russischer Hafer Mk. 126—143. Mixed Mais Mk. 114. Laplata Mais rye terms Mk. 107. cif Rotterdam. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, Bibel st und» im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Johannesevangelium Kap. 14, von Vers 7 an: Die besten Tröstungen auf dem Weg zum Wiedersehen. Pfarrer Dr. Naumann. IDödjcutlidjt Mkificht brr Todesfälle in der Stobt Gießen. 3. Woche. Vom 12. bis 18. Januar 1902. (Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 sink!. 1600 Mann Militär). Sterblichkettsziffer: 12,05, nach Abzug von 3 Ortsftemden 6,02 n/co. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Verbrennung 1 (1) 1 (1) - - Krebs 1 (1) 1 (1) - /1X - Lebensschwäche Krampten 1 (1) - 1 (1) — 1 — 1 — Magenleiden 11 — — Lungenerweiterung 1 1 — — Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Hochfeine, stilvolle i Hof-Möbelfabrik und —— . • n j Kunstschreinerei von Einrichtungen | sä 758 Etablissement allerersten Ranges Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Haupt-Kollektion. Bekanntmachung. Von einem hiesigen Bürger ist dem Unterzeichneten ein größerer Geldbetrag, welcher zur Anschaffung von Kohlen und Kartoffeln für dahier wohnende, bedürftige Familien oder alleinstehende Personen Verwendung finden soll, zur Verfügung gestellt worden. Die einzelne Gabe wird voraussichtlich aus einigen Centnern Kohlen und einem Cent- ner Kartoffeln, welche in die Wohnung der Bedachten geliefert werden, bestehen. Gesuche um Gewährung der Gabe sind bis zum 1. Februar 1902 entweder mündlich in dem Bürgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 4 — vorzubringen oder schriftlich bei dem Unterzeichneten einzureichen. Gießen, den 23. Januar 1902. Wolff, Beigeordneter. 759 Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen: Die Firma .Heinrich Hof Nachfolger" zu Gießen ist erloschen. Gießen, den 24. Januar 1902. 848 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Großen-Buseck für das Jahr 1902/03 liegt vom 28. Januar l. I. an acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen. Großen-Buseck, den 25. Januar 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Langsdorf für das Jahr 1902/03 liegt vom 28. Januar bis 4. Februar einschließlich zur Einsicht der Jnterestenten auf dem hiesigen Bürgerineisterei-Büreau offen. Langsdorf, den 25. Januar 1902. Großherzoglichc Bürgermeistsrei Langsdorf. Köhler. 855 Langsdorser Gemeindewald. Aauhokz ■ Versteigerung am Donnerstag Dem 30. Janm, morgens 10 Uhr. Sammelpunkt: Eisenbahn-Haltestelle. 5 Stück Kiefern-Schuittholz, 27 bis 32 cm Durchm., 5 bis 15 m Länge ----- 3,64 im, 84 Stück Kiefern-Bauholz, 20 bis 27 cm Durchm., 10 bis 18 m Länge — 37,93 fm, 110 Stück Fichteu-Bauholz, 11 bis 25 cm Durchm., 10 bis 20 m Länge — 21,17 fm, 2 Stück Kirschen-Stämme, 20 bis 30 cm Durchm., 5 bis 6 m Länge — 0,62 fm, 9 Stück Lärchen-Stämme, 14 bis 22 cm Durchm., 13 bis 17 m Länge = 1,85 fm, 243 Stück Fichteu-Stangen, tauglich zu Sparren, Spangen und Latten, — 17,37 fm, 3,2 rm Kiefern-Nutzscheiter. Die Bauholz-Bersteigerung vom 16. Januar 1902 ist nicht genehmigt. Langsdorf, den 25. Januar 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf. Köhler. 856 Auf Veranlassung der unterzeichneten Vereine werden auch in diesem Jahre 708 Vorträge für Frauen und Mädchen über die Pflege Pemnndeter und Aranker abgehalten werden. Die Vorträge sind unentgeltlich und finden in dem Saale der höheren Mädchenschule, Schillerstr. 8, in der Regel Montags 5 Uhr statt; nur der 1. Vortrag muß Samstag den 1. Februar 5 Uhr abgehatten werden. Wer die Vorträge Horen will, wird gebeten, sich in die bei Herrn Kaufmann Fuhr, Sonnenslr. und in der Alice- schule, Kirchstr. 20, aufliegenden Listen einzuzeichnen. Iweigverein vom Alicefrauenverein Bloten Kreuz. für KranKenpKege. Jagd-Verpachtung. Samstag*den 1. Februar L I., nachmittags 3 Ufo wird auf dem Gemeindehaus Hierselbst die der Gemeinde Leihgestern zustehende Wald- und Feldjagd, bestehend in sicherungspflichtig waren, beschäftigten, auf, solche mit Wirkung vom 3. Februar 1902 bei unserer Kassenstelle! anzumelden. Von der Anmeldung sind ausgeschlossen: L solche Handlungsgehilfen und -Lehrlinge, welche bereite bei einer dem § 75 des Krankenversicherungsgesetzes genügenden Hilfskaffe versichert sind, & diejenigen, welche nicht gegen Lohn ober Gehalt beschäftigt werden; als Lohn oder Gehalt gilt auch Naturalverpflegung. Die selbstständigen Gewerbetreibenden, soweit sie freien Hilfskassen nicht angehören, welche in eigenen Betriebsstätten im Auftrage und für Rechnung anderer Gewerbetreibender- mit der Herstellung oder Bearbeitung gewerblicher Erzeugnisse beschäftigt werden (Hausindustrie) und zwar auch für den Fall, daß sie die Roh- und Hilfsstoffe selbst beschaffen und auch für die Zeit, während welcher sie nur vorübergehend für eigene Rechnung arbeiten, wollen ihre Anmeldungen ebenfalls bis 'zum 3. Februar l. I. bewirken. Sollte über die eine oder andere Frage noch Unklarheit herrschen, so ist unsere Geschäftsstelle, Ludwigstraße 12, gerne bereit, Auskunft zn erteilen^ 733 Der Vorstand; G. Dahmer. I iv/ flOIOl Hierbei nteber geeign fei, fmb. reiche A alten treffen Freiwillige Gesellen-Prüfung! des von Technisches Bureau 654 Der Vorstand. 844 Preis 65 Pf. Stahl. 790 Preis 65 Pf. nimmt. 262 empfiehlt 205 51 62 [1000 [anoo; 4001 87 318 [400 I 67 71 78 81 [1000 164 70 98 405 47 64 92 25 empfiehlt Lndw. Loth, Wallchorstr. 23. 61 93 37 95 10 244 Eichen-Knüppel, Nadel-Knüppel, 91 146 ! 31 I 48 I 93 . 35 29 50 90 68 86 15 NS s s S L- S OD ■ H S 'S d. I. W0- »— r © für alle Metalle, IJ1 Putzleder imprägnierte Putztücher Dienstag den 28. Januar, abends 8 Uhr Pünktlich, im Lenz'schen FeLsenketter: 5090 Erchen- u. Nadel-Wellen, dabei Durchforst.-Wellen, 101 rm Eichen- und Nadel- Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf [her Grünbergerstraße, an der Kreisstraße Annerod—Großen- 'Abuseck. 826 Annerod, 24. Januar 1902. iGr. Bürgermeisterei Annerod. Horn. u B * B «5 s liefert feinste erstklassige Billards mit den berühmten konstr. Kerkau- banden unter lOjühriger Garantie. Ausstellung meiner Fabrikate auf der Kunst-- und Gewerbe- Ausstellung Düsseldorf 1902. Suche für Gießen und Umgegend einen tüchtigen, beliebten Herrn, welcher Vertretung über- B ^5 © i—i w* <9 M 400] 77 [10001 19004 "21 24 39 53 96 freiwilligen Gesellenprüfung zu beteiligen. Die Prüfung ist kostenfrei. Anmeldungen sind spätestens bis zum 16. März in der Gewerbeschule — Asterweg 25 — abzugeben, selbst auch nähere Auskunft zu erhalten ist. Gießen, am 20. Januar 1902. Der Gesellenprüfungs-Ausschuß: Traber. OrtsgswLrbevereins Gießen. Es werden hierdurch alle Handwerkslehrlinge von Gießen und Umgegend, welche ihre Lehrzeit in diesem Frühjahr ganz oder nahezu beenden, beziehentlich im vorigen Jahre hereits ausgclernt hatten, aufgefordert, sich an der Lerüllf voll PllMWmen llnS Reifem. Die an der Kreisstraße Danbringen- ALten-Buseck gefällten Pappeln, 92 Stück un Meßgehalt von 49,14 fm, sowie 24 Haufen Reiser werben am Mittwoch, 29. Januar l. Js., nachmittags 1 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend verkauft. Gießen, 23. Januar 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor N * es c- ■N Sirtzmry VL M 25. Kumar 1902. SflfclBÄntea» nicht» bemerkt ist, smd mit 200 Mark gezogen. (Ohne Gewähr.) Donnerstag, 30. Januar, abends 772 Uhr im Saale des Hotel Einhorn: BSLomzer'fc des Herrn Missionars Flad aus Frankfurt a. M. über: OQiibi® (mit Lichtbildern). Eintrittsgeld für Mitglieder und deren Angehörige 10 Pfg., für Nichtmitglieder 20 Pfg. pro Person. 843 Der Vorstand. von KZ. m eHzery Tenorist aus Mailand unter gefälliger Mitwirkung Fräul. Rosa Höfling, Konzertsängerin aus Frankfurt, und Henn Sigmond Grosskopf (Violine). Victoria-Drogerie Adolf Bieler. Marktstrasse 5. Billets bei Ernst Challier (Rudolphs Nachf.): Vordere Reihen Mk. 2,—, hintere Reihen Mk. 1.—. 798 Samstag den 1. Februar im Vereinslotal, Lenz'scher Felsenkeller: Knser-8ÄMligsseier Um zahlreiches Erscheinet bittet 46 [500] 49 [500] 51 [4001 72 83 261 [400] 96 306 8 [400] 13 25 32 36 [400] 78 408 36 39 75 507 35 [400] 61 [500] 69 90 639 [2000] 40 [500] 77 85 [400] 96 707 [400] 12 17 [400] 24 51 [400] 58 [4001 85 89 [500] 824 49 53 56 [400] 88 99 [2000] 932 43 49 [400] 93 4050 [400] 73 [500] 152 53 244 78 [400] 85 318 31 [500] 39 [400] 70 72 86 89 456 [500] 57 72 82 84 510 35 [400] 40 50 92 95 605 [500] 54 729 33 814 [400] 71 73 84 98 921 22 35 [400] 53 [400] 57 [500] 84 5017 [400] 36 45 58 113 34 49 [400] 56 [400] 59 77 205 31 09 62 [400] 64 314 37 44 78 418 52 [2000] 81 85 [2000] 96 [400] 516 31 63 [400] 93 602 16 [400] 42 [400] 61 82 90 704 42 43 46 75 [400] 82 827 28 34 50 62 94 904 65 6037 76 [400] 106 [400] 21 [400] 38 55 72 [400] 78 [1000] 90 204 10 29 38 44 325 44 54 64 67 [400] 69 [400] 72 93 402 [500] 23 27 [500] 51 512 24 [500] 40 [400] 55 75 96 [500] 614 [400] 91 92 703 5 22 [1000] 29 [400] 33 73 850 86 88 970 ( 4001 81 93 [500] 7005 80 88 112 20 92 202 4 [500] 5 15 51 53 72 81 304 43 56 59 74 416 22 35 [400] 38 [400] 42 47 98 589 98 [2000] 608 14 711 25 71 [500] 802 36 45 914 [1000] 19 21 [500] 26 57 76 78 8083 XX) 23 26 62 82 [400] 97 203 26 32 83 [500] 84 [3000] 301' 91 435 61 63 [400] 83 86 510 72 [400] 76 [400] 94 642 47 91 721 94 99 [1000] 800 5 20 72 86 901 [1000] 5 [400] 13 [400] 16 [2000] 86 9009 34 72 92 103 86 97 216 19 31 48 64 341 55 65 66 86 [2000] 405 10 37 53 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die I Brühl’sche Universitäts - Druckerei. 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Köster Telephon 447 Telephon 447 19 400] 46 [400] 69 1400 ] 83 89 706 6 50 62 74 92 '! 37026 [400] 55 60 92 93 [400] 115 [400] 18 62 [10Ö0] 65 204 69 [1000s 78 90 300 21 38 70 401 48 80 [500] 83 501 22 654 77 79 [2000] 99 [400] 795 870 80 [400] 83 932 38041 [400] 64 68 73 74 107 19 46 217 25 317 [400] 70 73 78 85 91 99 468 76 83 512 44 [400] 67 [3000] 79 [400] 11 [400] 614 [1000] 44 704 33 36 [400] 49 [500] 815 21 [400] 34 64 77 82 917 68 [500] 93 39016 51 [4001 80 [5000] 89 110 34 [<400] 45' 48 [400] 55 [2000] 76 96 215 [400] 71 80 300 15 33 [400] 55 61 86 92 96 438 91 501 12 24 38 39 96 627 49 63 [400] 79 712 60 75 90 98 822 59 72 85 [400] 94 901 51 52 79 40015 [400] 35 [400] 47 69 [400] 77 79 124 28 69 230 [500] 39 [1000] 61 84 301 7 34 25 62 [400] 73 422 52 55 57 93 99 532 93 [400] 94 [400] 604 8 42 56 743 45 56 82 802 75 [1000] 84 [400] 22 27 [ 500] 64 41008 54 [5000] 74 81 [1000] 84 [400] 1Ö0 [500] 23 24 [400] 69 93 213 [400] 56 317 94 [400] 421 400] 26 49 66 510 [5001 37 52 84 602 [400] 15 39 [400] 98 718 25 813 [1000] 30 44 47 [400] 915 70 72 93 [1000] 42020 25 [400] 27 29 43 [400] 64 69 76 [2000] 123 27 35 [500] 50 63 66 220 25 [400] 43 65 99 300 15 64 [400] 73 [500] 77 469 80 [2000] 98 512 91 641 [400] 76 [1000] 80 [500] 87 92 709 23 14001 73 97 840 54 902 29 38 [2000] 47 82 86 [500] 97 [400] 98 43005 [400< 6 84 91 112 [400] 210 [5001 13 23 [20001 26 29 32 [500] 33 47 60 61 86 323 70 96 428 55 [500] 80 [400] 87 96 [400] 512 23 28 51 82 [400] 92 [400? 99 603 12 60 [400] 729 33 36 39 46 850 75 [500] 901 [400] 18 28 (500] 42 66 54 [3000] 73 74 [400] 44002 [400] 16 46 52 [400] 95 [400; 118 24 37 64 84 85 [10001 86 93 [400] 203 10 [3000] 18 [5001 21 o5 9L 313 15 60 [400] 76 [1000] 93 95 [400] 99 437 48 83 568 88 [400] 610 11 18 71 92 98 729 61 71 81 803 [3000] 25 47 75 87 [400] 933 53 54 64 [400] 68 75 [3000] Niederlagen m den Apotheken zu Gießen: Engel- Apotheke, Theodor Schwieoer; Hirsch-Apotheke, Dr. yuL Eaesar: Pelikan-Apotheke, Herrn. Dornberger. 846 General-Vertreter in Gießen: Chr. Ludwig Thomas, Buhtthofftr. Hohversteigerung tu den Waldungen der Gemeinde Wieseck. Freitag, den 31. Januar 1002, vormittags 10 Uhr beginnend, soll in den Distrikten Heide und Badenburger Wäldchen nachoerzeichnetes Holz versteigert werden. a. Bau- und Nutzholz: 28 Nadelstämme mit 10,51 fm, darunter 1 Stamm Schnitt- Holz, 7Nadel-Derbstangenm.0,60km. b. Brennholz: 128 rm Nadel-Scheitholz (Rundscheit), 281 rm Nadel - Knüppelholz, darunter befinden sich 12 rm 3 m lang und 4 rm 4 m lang (Pfostenholz), [1950 Wellen Buchen - Reisig, 8300 „ Nadel-Reisig, ,38 rm Nadel-Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf iderKreisstraße nach Daubringen 'Mn Distrikt Heide. ! Wieseck, 24, Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 828 Hohversteigerung Donnerstag de« 30. Ja- «uar 1902, von vormittags 'S1/? Uhr an soll in dem An- fneröder Gemeindewald in der fAbt. 6 Krähenholz, 7 Neuwieß . und 17 Haar nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 3,6 rm Eichen-Scheitholz, von FasaS Mulert Steinstrasse 42 Ingenieur Steinstrasse 42 empfiehlt sich zur 76 toripü Mri* Autoren jeder Art. Elektromedizinische Apparate System Reiniger, Gebbert & Schall und andere. - ’ • 6 Miswfl 54 rrrrsoo] 44 5268 «r Mm] 99-208 poo] 12 49 ütz 311 22 [1000] 37 [400] 49 [400] 67 99 406 50 [400] 502 3 11 40 BO 82 90 658 66 [400] 75 85 92 [400] 702 [1000] 12 [2000] 58 811 87 400 902 31 43 57 82 87 [500] <016 [500] 29 73 [3000] 110 28 39 400 219 [400] 316 40 54 70 71 412 53 72 [500] 79 98 536 [1000] '500 94 97 616 22 26 38 43 44 50 64 [500] 83 728 [400] 40 90 92 96 &43 [3000] 909 52 54 [400] 58 2001 55 92 103 37 [400] 97 221 76 83 84 305 9 [400] 42 84 85 406 18 70 86 509 39 44 [3000] 45 [4001 46 74 86 98 604 [400] 15 [400] 24 [3000] 39 43 [500] 47 78 702 [50Ö] 5 12 32 42 43 89 [400] 801 27 66 74 80 89 910 39 68 3017 [400] 57 115 Berliner Pfannkuchen Kreppei Laffee- und Weegeöäck große Auswahl in Knchen ob Torten empfiehlt täglich frisch in lUlr besten Qualitäten 561 Konditorei H. Hettles- 0348] Vcbenbe Lahnhechte, Lpicg.'llarpseu, Barsche, sowie sämtliche Seefische bei M. Simon, Afterweg L FLcchtcn Bilbeler GchMk-Kiiiuml 65 [2000] 69 77 91 [500] 93 94 516 [400] 73 89 [400] 635 [500] 56 [400] 60 75 [2000] 712 31 78 92 842 50 55 922 [1000] 23 [3000] 44 77 99 10011 31 60 [500] 66 [400] 69 123 26 [400] 35 [400] 65 [500] 67 79 90 [400] 95 215 [400] 18 73 369 [400] 82 86 401 67 [500] 69 509 [1000 20 39 45 88 [500] 604 721 [400] 37 67 82 816 [400] 22 41 56 58 [3000 72 [400] 98 903 [500] 10 37 71 79 97 [400] 11000 [500] 25 213 [2000 31 49 91 [2000] 99 308 21 25 77 82 401 7 [1000] 41 69 [400] §4 542 98 604 24 68 73 [500] 90 [400] 729 818 [500] 26 67 86 [400] 93 , 033 [500] 77 81 [500] 96 12015 46 50 53 60 120 33 47 55 [500] 90 232 57 68 [400] 99 330 44 60 73 74 89 98 [1000] 438 43 73 512 [400] 26 27 59 64 71 87 608 13 [400] 21 55 58 739 806 22 26 39 80 [500] 82 84 86 89 929 [400] 40 65 67 78 88 1 3006 [400] 16 26 35 72 [400] 101 5 22 f400] 41 42 45 [500] 72 249 61 394 96 [500] 97 433 89 52 79 [1000] 569 84 603 50 83 [1000] 787 91 [400] 802 3 12 38 65 904 22 39 [400] «l 66 [10000] 14038 70 93 97 [1000] 101 19 60 68 [2000] 69 80 247 4400] 66 [2000] 77 88 [400] 98 318 42 [1000] 46 55 95 404 28 [W00] 79 11000] 81 [2000] 536 62 66 [2000] 73 [3000] 626 35 74 702 [2000] 21 29 43 44 [400] 809 [1000] 14 [2000] 21 27 [400] 34 [1000] 53 [400] 923 J500] 48 61 15024 66 77 91 Ul 26 38 60 65 76 [400] 224 [500] 26 36 77 [400] 82 310 [3000] 25 45 50 [500] 67 [500] 71 [500] 410 14 17 22 [400] 40 £1 73 94 517 18 [400] 22 [400] 24 [400] 34 71 [500] 78 83 670 95 [400] 719 54 [400] 89 800 28 [400] 48 [400] 71 94 [400] 95 915 79 99 [400] 16011 16 19 55 68 132 33 [400] 48 [2000] 49 82 85 90 99 [IOOO] 203 31 41 [4001 325 [400] 29 31 54 [400] 57 86 427 29 [400] 42 [50001 46 92 £97 614 [400] 21 90 [1000] 94 [500] 700 20 33 69 [400] 803 7 44 [400] 45 [500] 83 [400] 90 95 [3000] 910 [1000] 40 65 91 [2000] 17015 22 56 113 24 37 [400] 41 [1000] 58 73 74 91 271 304 27 34 62 85 [400] 426 [1000] 30 62 80 96 637 53 59 65 75 76 92 608 14 20 50 81 89 97 707 31 79 92 809 [400] 20 38 40 71 913 29 44 80 96 18044 73 90 95 105 6 32 41 [400] 46 73 [500] 76 82 90 200 22 39 --------------- 53 63 73 76 404 55 [400] $7 88 94 [400] 508 63 [500 84 [400] 87 603 16 [400] 35 61 72 [500] 723 [■ 73 85 88 [400] 915 34 [400] 63 [400] _ (400] 213 47 [400] 52 67 88 304 [lOOOl 20 30 43 [400] M? 49 76 81 [400] 92 [400] 642 [400] 49 75 83 99 715 35 46 82 91 [1000] 06 KOI 4 8 [400] 68 69 61 [400] 76 [100] 20019 [500] 24 [500] 46 71 163 62 203 9 19 29 33 46 76 78 303 16 27 |500] 51 88 408 17 27 54 [3(100] 89 [500] 515 19 [400 28 37 39 41 1400] 603 8 13 [2000] 68 [4001 85 92 703 5 17 [400 21 44 61 62 65 804 [400] 21 [400] 22 [400] 31 [1000] 55 [400] 928 30 [400] •’7 43 [400] 60 21002 10 [400] 15 35 42 [1000] 63 [500] 70 [400 81 144 64 78 [4001 216 74 86 806 27 36 76 95 400 13 22 26 32 39 36 [500] Höchste WH ■ I I Auszeichnung. d.r.w.z. PmOm d.r.w.z. 43830. ■ UlWWI 41 729. 5BV >h Säckchen Westes Kinder -Wästrmittel! Lorzüalich geeignet für Kranke, Magen- leidende, Wöchnerinnen und Rekonvaleszenten! Paidol ist ein leicht verdauliches, aus den edelsten (Äetreidearten zusammengesetztes und durch Spezialmaschinen behandeltes Bollsnährmittel. '46 79 [400] 505 38 89 607 30 31 99 [400] 718 20 23 52 66 69 92 825 [400] " "" *400] 914 28 67 22010 [1000] 14 20 [400] 61 [400] 86 98 143 o4 60 68 2000] 79 260 75 80 95 310 47 [400] 86 402 61 [500] 66 [400] 9o 535 604 20 40 [500] 82 90 700 3 12 [1000] 44 63 73 819 38 45 [4001 72 97 906 [400] 22 31 [400] 60 71 23062 69 [2000] 133 [1000] 72 94 9o 98 229 52 74 76 [400] 308 [400] 12 50 58 403 10 [500] 38 41 45 74 [400] 523 28 66 89 [400] 99 626 714 32 [400] 42 [400] 46 47 54 59 [4001 66 90 [400] 849 81 [400] 96 910 39 42 47 48 flOOO] 63 [400] 74 92 [2000] 24030 47 [400] 61 91 115 25 [400] 26 [10 iOJ 201 96 308 53 433 89 o04 7 31 41 [400] 71 78 [500] 625 40 43 64 [400] 66 99 704 [400] 52 [500] 54 62 69 804 33 46 [1000] 51 66 906 31 70 81 [1000] r i 25010 11 31 55 [2000] 6162 [1000] 150 80 95 214 52 [400] 79[400] 300 3 [1000] 25 35 47 [1000] 70 90 97 413 65 [1000] 522 621 57 58 [500] 70 [500] 84 711 26 [3000] 44 81 [500] 93 99 843 [500] 60 [400] 942 54 [500] 62 [500] 83 99 26016 [1000] 24 [10001 35 58 [ 400] 62 82 96 [400] 211 24 76 80 342 416 19 29 43 75 [400] 82 83 [1000 | 502 34 52 618 [400] 717 81 970 81 [400] 82 98 27002 5 42 100 16 40 [400] 207 34 43 73 301 54 90 402 19 26 68 74 [400] 511 33 34 86 [3000] 613 23 37 [400] 39 40 52 59 71 77 83 85 97 755 816 [400] 25 48 52 [400] 69 97 908 [3000] 9 [400] 17 963 [400] 28001 17 37 55 96 116 22 47 [400] 69 76 205 12 [500] 28 [400] 39 [400] 95 316 [400] 44 69 409 31 [400] 81 86 514 31 46 613 34 1400] 92 99 723 [400] 76 92 [400] 99 801 [400] 51 [400] 65 69 2 9010 [400] 35 99 101 27 [4001 49 95 |4001 227 48 65 66 79 303 50 78 407 21 36 74 564 [400] 99 614 64 91 99 762 813 31 37 64 907 76 _ 30000 [500] 5 8 17 48 65 85 86 89 [500] 92 101 13 21 [1000] 27 82 [2000] 235 53 61 92 305 51 [400] 55 61 401 10 91 509 11 72 [1000] 619 41 [2000] 64 [1000] 777 858 [400] 70 74 [400] 81 903 19 36 43 80 85 86 94 [400] 31017 [400] 85 [400] 223 83 90 345 88 405 11 [10001 30 [500] 68 [400] 89 526 [400] 70 [400] 87 606 18 39 1500] 718 41 59 [400] 66 76 [400] 82 [400] 92 845 60 [400] 88 [2000] 96 906 [3000] 51 72 93 96 3 2017 27 80 106 30 66 88 91 229 49 [4001 65 76 308 41 [400] 80 88 430 56 519 626 [400] 33 59 [1000] 80 93 742 50 825 [500] 44 61 92 94 99 [500] 939 94 98 3 3004 6 58 65 66 70 83 140 [400] 51 56 [3000] 71 [400] 235 500 51 91 629 41 47 84 [400] 91 704 [400] 11 54 64 [2000] 66 [2000] 837 [1000] 85 914 30 [3000] 34 34009 10 12 50 [500| 51 84 [500] 89 121 30 [400] 57 [500] 77 89 204 23 36 [3000] 56 [400] 363 91 97 418 28 40 94 [400] 98 502 57 96 639 65 [400] 76 81 88 713 23 42 865 69 [3000] 95 99 900 26 [500] 28 [400] 65 86 35011 14 [400] 77 [400] 90 116 40 74 75 83 85 202 16 41 44 52 [40 000] 60 [400] 65 [500] 80 85 87 95 [400] 305 11 [400] 46 [5000] 67 406 [2000] 68 79 [400] 98 518 [400] 25 43 [400] 55 77 608 17 95 707 18 [1000] 28 32 33 61 5 00] 70 810 13 [500] 28 42 49 78 [1000] 79. 400] 84 87 915 [500] 30 93 3 6043 59 74 [400] 114 39 [400] 74 78 500] 91 210 [400] 37 43 52 75 305 36 52 58 [400] 90 [400] 401 ----- -- eg [4oo] 86 524 59 [2000] 79 93 600 7 18 40 45 48. 706 6 59 62 74 92 98 813 28 [1000] 960 69 95 40 01 18 62 [1000] 65 204 69 [1000] Gioth’sgatoMro Kernsei *^u,Terpentin, an uni und besitzt so hohe Waschkraft, dass man die damit gekochte Wäsche eicht mehr zu reiben braucht. Gioth’s gerii™ Kernseife^^g I geben nicht au£ [Gioth’s gmiMiM KernseifeM'e^n^l I scEkraft Teaüzt, tä all drei Paquet billiges schlechtes Seifenpulver, welches nm fffl aus Soda u. scharfen Zusätzen besteht u. die Wäsche ruinirt Gioth’s gemahlene Kernseife^^gl "billigen" Mi 1 Seifenpulvern, welche meist kein Terpentin enthalten, einen garantirten Terpentingehalt. Gioth’s gejtoöeni 3 ausserordentlich reinigende und bleichende Wirkung auf B die Wäsche ausfibt, ohne sie im Geringsten anzugreifen und B wodurch sieh d. stets steigende Absatz v. Gioth’s gemahlener M Kernseife erklärt Preis p. Paquet 15 Pfg. Ueberall erhältlich. M Fabrikant: J. Giotji. Hanau. utz Arti kel