Nr. 173 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktton, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 26. Juli 1003 Eichener Anzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngSpreiSr monatlich 75Pf., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch üiePost Mk. 2.—viertel« jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für tue Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. n. allgem. Teil: P. Witiko: für „Stadt und fitrnb* und ,Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Betr.: Ausländische Versicherungsunternehmungen. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die nachstehenden ausländischen Versicherungsunternehmungen, rvslche auch im Großherzogtum zum Geschäftsbetrieb zu- gelaffen waren, seit dem Beginn des Jahres 1902 in Deutschland neue Versicherungsverträge überhaupt oder wenigstens innerhalb der nachstehend besonders verzeichneten Versicherungszweige nicht mehr abschließen, sondern sich auf die Abwickelung der bis zu dieser Zeit abgeschlossenen Versicherungsverträge beschränken. Gießen, den 25. Juli 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Nachweisung. IPlß 'ÄF j Name der Unternehm S i tz ung Aufgegebener Versicherungszweig L 1. Belgien. La Royale Beige, soci6t6 Brüssel Das Versicherungs- I anonyme d’assurance sur la vie et contre les acci- dents (Royale Beige, Lebens- und Unfall-Versicherungs - Aktiengesellschaft.) l. Großbritannien und Arland. geschäft in Deutschland überhanpt. 2. Gresham Life Assurance London Tas Versicherungs- 3. Society Limited. Liverpool and London Liverpool Geschäft in Deutschland überhaupt. Lebensversicherung 4. and Globe Insurance Company (Liverpool and London and Globo Versicherungsgesellschaft.) . Union Assurance Society London Das Versicherungs- A. D. 1714 (Londoner Union Assekuranz - So- eietät.) Geschäft in Deutschland überhaupt. Gießen, den 23. Juli 1902. Betr.: Vertilgung der Maikäfer. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 3. April l. I. noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von fünf Tagen erinnert. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß, nachdem t>ie Maul- und Klauenseuche in Okarben (Kreis Friedberg) erloschen ist, die Sperrmaßregeln aufgehoben worden sind. Gießen, den 24. Juli 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. Breidert. Bekanntmachung. Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung der auf den 30. Juli d. I. in Wetzlar und auf den 31. Juli d. I. in Leun anstehenden Viehmärkte an die Bedingungen geknüpft, welche durch meine den Markt in Wetzlar betreffende Bekanntmachung in Nr. 64 des Kreisblattes von 1902 veröffentlicht worden sind. Der Auftrieb beginnt in Wetzlar um 8 Uhr vormittags und in Leun um 9 Uhr vormittags. Aus der Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen darf Rindvieh nicht aufgetrieben werden. Wetzlar, den 22. Jul: 1902. Der Landrat. I. A.: Magnino, Kreissekretär. Ein interessanter Brieswechsel vor Gericht. Leipzig, 24. Juli 1902. Vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts fand heute ein interessanter Prozeß statt. Am 6. Dezember 1901 erhielt der Reichstagsabg. August Bebel nach seinem Wohnort Schöneberg b. Berlin eine offene Postkarte folgenden Inhalts: Leipzig, den 6. Dezember 1901. Herr Bebell Eine Frage im Vertrauen: Wie viel haben Sie denn für Ihre heißblütige Vertretung der Interessen der Börsenjuden — siehe gestrige Rede zum Zolltarif — bekommen? Tenn ein vernünftiger Mensch kann unmöglich aus eigener Ueberzeugung solchen Blödsinn reden, wie Sie es gethan. Bebel August ist nicht mehr der alte, der für eine gute Sache eintrat. Jetzt arbeitet er nur noch für „unsere Leit an der Börse"; bringt allerdings viel ein! Sie können aber ohne Sarge sein, Sie werden selbst vom einfachsten Manne nicht mehr ernst genommen. Polterhafter Schwätzer — nichts weiter. Schauspieler! O. Müller, Oberlehrer. Darauf antwortete Bebel in offener Erklärung: Schöneberg-Berlin, den 7. Dezember 1902. Sie sind ein gemeiner Bursche. Wenn Ihre vorgesetzte Behörde Sie in Rücksicht auf Ihre Flegelhaftigkeit mit Schimpf und Schande von Ihrem Posten jagte, so würde sie sich ein Verdienst um die Ihnen anvertraute Jugend erwerben. A. Bebel. An demselben Tage, an dem Bebel die Postkarte erhielt, kam an die Redaktion der „Leipz. Volksztg." folgender Brief: Ein in unserem Gasthause verkehrender Herr — er machte den Eindruck eines Lehrers — ließ eine Postkarte auf dem Tische liegen, die ich las und Ihnen zu geeigneter Verwendung bekannt gebe: (Folgt Abschrift der obigen Karte). Ich habe die Postkarte einstweilen zurückbehalten, werde sie aber doch, falls der Herr nicht wieder danach fragen sollte, zur Post geben, da sie frankiert ist. Die „Leipz. Volksztg." veröffentlichte das Faksimile der an Bebel gerichteten Postkarte. Darauf meldete sich eine Anzahl Leute mit der Behauptung, der Schreiber der Postkarte sei nicht O. Müller, sondern der Sekretär der städtischen Wahlgeschäftsstelle, Ratssekretär F. Golla in Leipzig- Volkmarsdorf. Am 19. Dezember erhielt die Redaktion der „Leipz. Volksztg." eine Postkarte aus Halle a. S. folgenden Inhalts: Der dein reichen Villenbesitzer Bebel infolge seines lächerlichen Jammers über den in seinem Kopfe spukenden Brotwucher versetzte Hieb scheint gesessen zu haben. Die Arbeiter lassen sich nicht mehr von Ihnen verdummen. Halle a. S., 19. Dezember 1901. Ergebens! O. Müller, Oberlehrer. An diese Postkarte knüpfte die Redaktion der „Leipz. Volksztg." folgende Bemerkung: Der mutige „Oberlehrer O. Müller" wollte die Spur nach Halle lenken, aber wir waren ihm schon naher „auf die Sprungs" als er es ahnte. Der Herr Oberlehrer O. Müller wohnt nämlich nicht in Halle, sondern in Leipzig-Volkmarsdors, Wilhelmstr. 26,11, auch heißt er nicht O. Müller, sondern F. Golla, und schließlich ist er kein Oberlehrer, sondern Sekretär der Wahlgeschäftsstelle des Leipziger Rates, Mühlgasse 10. Apropos, Herr Ratsiekretär Golla! Wir hatten ja schon früher einmal das Vergnügen, Ihre werte Bekanntschaft zu machen. Im Jahre 1896, anläßlich der Wahlrechtsänderung war es, als Sie nicht minder unverfroren wie jetzt in der königl. „Leipz. Ztg." ein offenes Briefchen veröffentlichten, worin die folgende niedliche Stelle vorkam: „Wir, die wir in stetem Kampf mit den Sozialdemokraten bei hunderten Gelegenheiten tagtäglich uns befinden, können der Regierung nicht dankbar genug sein, daß dem wachsenden sozialdemokratischen Terrorismus,, dem Uebermute dieser frechen Bande endlich einmal ein Paroli geboten wird." Daraufhin schrieb Golla an die Redaktion der Leipz. Volksztg. einen Brief in dem er sich vermährte, der Schreiber der Postkarte zu sein. Er gebe zu, daß die Handschrift auf der Postkarte mit der seinigen Aehnlichkeit habe. Er nehme an, daß Jemand seine Handschrift nachgcahmt habe, um ihm Verlegenheiten zu bereiten. Aus Anlaß dieser Preßfehde strengte Golla gegen den verantwortlichen Redakteur der Lpz. Volksztg., Seeger, die Privatbeleidigungsklage an. Nachdem im Termin die inkriminierten Schriftstücke verlesen waren, begutachtet der gerichtliche Schreibsachverständige, Redakteur Henze-Leipzig, unter eingehender Darlegung: Es sei für ihn kein Zweifel, daß die zwei Postkarten, der Brief aus Volkmarsdorf und die ihm übergebenen authentischen Briefe des Privatklägers von ein und derselben Hand geschrieben seien. Eine Nachahmung durch einen Dritten halte er angesichts der charakteristischen Schriftzüge für ausgeschlossen. Universitätsprof. Dr. med. Kockel (Leipzig) schließt sich diesem Gutachten vollständig an. Der Vorsitzende verliest danach die Aussage des vom Amtsgericht Berlin I kommissarisch vernommenen gerichtlichen Schreibsachverständigen Rechnungsrats Junge Berlin. Danach hat dieser auch betreffs der Identität der Tinte sich fast vollständig übereinstimmend mit Prof. Dr. Kockel geäußert und zum Schluffe bemerkt: Er habe die Ueberzeugung, daß die ihm oorgelegten Schriftstücke von ein und derselben Hand geschrieben seien. Rechtsanwalt Hillig behauptet, daß ein Oberlehrer Müller in Halle existiert und beantragt, diesen zu laden und ihm aufzugeben, eine Schriftprobe von seiner Hand mitzubringen. Der Gerichtshof beschließt die Vertagung. Der Vorsitzende bemerkt: Wenn die Behauptung des Vertreters des Privatklägers sich nicht bewahrheite, dann sei das die letzte Frist, eine nochmalige Vertagung würde er ablehnen. " 111 . J..' . .. _______L Deutsches Reich. Berlin, 25. Juli. Die „Hohenzollern", mit dem Kaiser an Bord, ist gestern abend vor Bergen einge- Feuilleton. Ten Besuchern Düsseldorfs wird der bei Karl ^3. Geuter in Darmstadt erschienene Reue illustrierte Führer d u r ch T ü s s e l d o r f nebst Anhang: Die Düsseldorfer Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung 1902, Mit einem Plan der Stadt, einem Uebersichtsplan der Aus- Iellung und 22 Ansichten aus der Stcwt, sehr dienlich fein. Denselben zeichnet vor allen Dingen seine Handliche Zeit und seine Sachlichfeit aus. Geschichte, Sehensiw ürdig- leiten, Umgebung der Stadt usw. sind selbstverständlich entsprechend berücksichtigt. Ter die Ausstellung beschreibende Teil genügt vollständig zur Orientierung. Preis 50 Psg. Gerade noch rechtzeitig zur Reisesaison erscheint soeben, Einern vielseitig kundgegebenen Bedürfnis entsprechend, ein köstliches Harz-Wanderbuch des beliebten Dichters Hans Hoffmann unter dem Titel: Harzwanderungen (Preis 3 Mark). Das Merkchen bietet in einer handlichen, ler Tasche des Sommerfrischlers wie dem Rucksack des Touristen angepaßten Form die poesievolle, mit Humor durchs kränkte Harzschilderung Hoffmanns. Es konnte kaum ein berufenem’ zur Schilderung dieses herrlichen norddeutschen ^ebirgslandes gefunden werden, als der seit Jahren in Wernigerode heimisch gewordene Hans Hoffmann, „der Natur, Welt und Menschen mit den Augen eines echten Dichters sieht und für die poetische Schilderung schöner Landschaften so entzückend warme Töne auf der Palette Kat". Es ist immer der Künstler, der der Natur ihre tiefsten und schönsten Geheimnisse abzulauschen verstellt und dessen goldene Phantasie und jugendfrischer Humor das nordische Aergland verklären . Me y e r s R e i s e b ü ch e r. — S ch w e i z. 17. Auflage. Mit 28 Karten, 12 Plänen und 29 Panoramen. In Leinwand gebunden 6.50 Mk. — Deutsche Alpen. Dritter Teil. Wien, Ober- und Niederösterreich- Salzburg und Salzkammergut, Steiermark, Kärnten, Krain, Kroatien und Istrien. 5. Auflage. Mit 13 Karten, 7 Plänen und 6 Panoramen. In Leinwand gebunden 5 Mk. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig.) Gengu vierzig Jahre sind es, daß das Bibliographische Institut mit seinem Führer durch die Schweiz zum erstenmal hervortrat. Das Werk, das zugleich den Anfang der Sammlung „Meyers Reisebücher" bildete, erregte sogleich ungewöhnliches Aufsehen und eroberte sich von vornherein ein großes Publikum, das ihm all die Jahre her nicht nur treu geblieben ist, sondern auch auf immer weitere Kreise sich erstreckte. Freilich ließ das verläßliche Buch, es an nichts fehlen, um seinen Ruf immer aufs neue wieder zu festigen, indem es sich in jeder der rasch aufeinander folgenden Auflagen zu verjüngen verstand, stets mit der Zeit ging, sich besonders dem fortschreitenden Touristenwesen anzupassen wußte, mit einem Worte, immer das war, was es seiner Bestimmung nach sein sollte. Auch die jetzige, nunmehr schon die siebzehnte Auflage zeigt wieder alle Merkmale einer sorgfältig arbeitenden Hand. Alles ist aufs laufende gebracht, nichts von Bedeutung vernachlässigt, nichts Nebensächliches breitgetreten und die ohnehin schon reiche kartographische Ausstattung durch neue Pläne von Bern, Lausanne, Davos und Thun, durch eine Karte des Gebietes der Berner Oberlandsriesen, sowie durch Karten der Umgebung der Kurorte Davos und Arofa ergänzt und bereichert worden. — Ein anderes, nicht weniger berühmtes Buch der gleichen Sammlung betitelt sich „Deutsche Alpen", dessen dritter Teil soeben in einer neubearbeiteten, der fünften Auflage erschienen ist. Er behandelt Wien mit seiner herrlichen Umgebung, Ober- und Niederösterreich, Kärnten, Krain, Kroatien und Istrien. Auch, hier ist ein sorgsam revidierter Apparat von Karten, Plänen und Panoramen beigegeben. Den Teilnehmern an dem im Juli zu Graz ftattfindenden deutschen Sängersest wird das handliche Buch eine besonders wertvolle Gabe fein. Von Henrik Ibsens „Sämtlichen Werken", die von Georg Brandes, Julius Elia s und Paul Schlenther herausgegeben werden und, vom Dichter autorisiert, bei S. Fischer, Verlag in Berlin, erscheinen, kommt soeben der achte Band heraus: ihm soll nach von etwa sechs Monaten der Band folgen, der in der Reihe des Ganzen der erste ist, sodaß das groß angelegte Werk noch in diesem Jahre vollendet sein soll. Ter achte Band enthält die noch fehlenden Werke aus der modernen Periode Ibsens, — die Dichtungen gleichsam einer Uebergangsepoche — von halb-realistischer, halb-symbolischer Künstleranschauung und Weltbetrachtung zu den hohen Gipfeln eines geheimnisvoll gesteigerten Symbolismus. Es handelt sich um die Dramen „Rosmershol m", „H e d d a G a b l e r", „F r a ui vom Meere" und ,/Baumeister Solne ß", von denen wir Gießener die beiden ersten kürzlich in vortrefflicher Tgr- stellung des Berliner Ibsen-Ensembles sahen. Die vier Dramen werden in völlig neuer deutscher Gestalt dem Lese- publikuin dargeboten. Die Uebersetzung paßt sich thunlichst der Art und dem Wesen der Jbsenschen Tichterrede, die gerade in diesem Jahrzehnt seines Lebenswerkes so sonderbar vielgestaltig und persönlich ist, in freiem, doch treuem Ausdruck au. Ter Wiener Hofburg-Theater-Direktor Dr. Paul Schlenther stellt in gedankenreichen Analysen den geistigen sowie dichterischen und künstlerischen Gehalt der Tramen dar, deckt ihre inneren Zusammenhänge auf, ihre historische Stellung im Gesamtwert Ibsens und läßt feine Streiflichter fallen auf ihre amüsante Theatergeschichte. Den Band leitet, wie die früheren Teile, ein Kernwort ein, das a us dem Kunstschaffen Ibsens eine leitende Idee herauszieht. Im Anschluß hieran sei nochmals auf das bereits ge* legentlich der Llufführung von „Hedda Gabler" erwähnte neue biographische Werk Dr. R u d o l s Lo t h a r s „I b s e n" (Verlag von E. A Seemann in Leipzig, Preis 4 Mk.) aufmerksam gemacht, das eine Fülle von Material zusammengetragen hat, viel Neues und liebes Unbekanntes aus des großen nordischen Poeten Leben in fesselnder Form mitteilt. Es ist mit zahlreichen Abbildungen geschmückt und liefert wohl die umfassendste Darstellung von dem Werden und Wirken Ibsens, die bisher in irgend einer Sprache erschienen ist. Wir empfehlen das Buch allen Jbsenfreunden zur Lektüre. Ein neues ganz besonders lesenswertes Buch sind: „T i e F r e i b e u t e r", ein Roman vor hundert Jahren, von Fedor v. Zobeltitz. (F. Fontane L Co. in Berlin.) Es wird wenig Menschen geben, die diesen Zweibänder nicht mit größtem Interesse lesen. Das Buch ist geschmackvoll geschrieben, steht auch stilistisch recht hoch. „Die Freibeuter" erscheint wie eine gesunde Reaktion gegen das Allzuwenig an äußerer Handlung und an Geschehnissen in den genössiichen deutschen Romanen. Die so lange unterdrückte Lust, zu fabulieren, sucht sich wieder ihr Recht uiu) findet es in diesem Zioman. Die Wiener Ausland wurde. „Times" meldet, daß China als Entgelt für die Abschaffung der LikinzöNe eine gewisse Erhöhung der Einfuhr- und Ausfuhrzölle erhalten solle. Weiteres ist darüber noch unbekannt. Paris, 25. Juli. In der heutigen Schlußsitzung der internationalen Konferenz zur Unter» nach Unterschlagung amtlicher Gelder und Bücherfalschung lüchtig gegangene Amtsgerichtssekretär Stuckmann wurde in München verhaftet. Stuckmann ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Den ]onen, wrro ncuLtJ uuji ।u uvtiupiLLujivx. ocuc- daß an deren Richtigkeit nicht mehr gezweifelt wird. Die neue Gesellschaft würde ein „würdiges" Gegenstück zum Stahltrust und der Standard-Oil-Company bilden, ja dieselben an Vollkommenheit und Geschlossenheit des Monopols sogar übertreffen. Die Konsolidation wurde durch endliche Verständigung der Swiftschen und Amourschen Interessen bewirkt, die kürzlich die Kontrolle über wichtige Konkurrenzbetriebe der Branche erlangten. Swift u. Co., welchen die Sioux-Schlachthäuser gehören, brachten den größten Tell des Geschäfts der Anglo-Ameriean Packing Co., sowie der Firma Libby, MeNell u. Co. an sich und Armour u. Co. verschafften sich die Kontrolle über die Hammond und die Fowler Co. Das Kapital der neuen Combine wird das der einzelnen Compagnien bedeutend übersteigen und dürfe wahrscheinlich mit 300 Mill. Doll. sestgeseA werden. Es ist noch nicht bekannt, wann der Abschluß der Verhandlungen veröffentlicht werden wird. Rockefeller, der Präsident der Gesellschaft werden soll, wurde in das Geschäft ausgenommen, da das Chicagoer Kapital ugneachtet seiner Aiächtigkeit einer derartigen gigantischen Interessengemeinschaft ohne auswärtige Unterstützung nicht Vermischtes. * Paris, 25. Juli. In der Humbert-Auge- leg enh eit wurde heute der frühere Stabträger Tubuit vom Untersuchungsrichter vernommen. Dubull sagte aus. er habe es zuerst abgelehnt, sich der Interessen Crawfords anzunehmen, weil ihm die Schriftstücke, welche ihm vorgelegt wurden, nur Prozeßakten zu sein schienen. Später ei er dann der Advokat der Humberts geworden. Dubuit betonte dann, daß er in gutem Glauben gehandelt habe und niemals Honorar erhielt, er habe im Gegenteil Frau Humbert bedeutende Summen vorgestreckt. * Madrid, 25. Juli. Die Behörde entdeckte hier eine allere Dame, die seit sechs Jahren in einem dunkeln Raume eingesperrt war. Sie ist die Tochter eines verstorbenen Arztes, der ein seinem Kinde zugefallenes großes Vermögen für sich verbraucht batte. * Madrid, 25. Juli. Verschiedene heftige Erdbe-, 6 en sind in den letzten Tagen zwischen Santander und, Asturien verspürt worden. Die Bevölkerung lebt infolgedessen in großer Auftegung. * V e n e d i g, 25. Juli. Rach den jetzt vor genommenen genauen Untersuchungen zeigt eine ganze Reihe von Baulichkeiten Spuren des Verfalls. Die Kirche San Chrisostomo mußte gestützt werden, ebenso >er Dogenpalast vom Hofe aus. Seit zwei Tagen wird die Räumung der Bibliotheka Marciana int ersten St ockw erk des Dogenpalastes vorgenommen. Die Pläne für den Wiederaufbau des Glockenturmes sind bereits fertig. * B o m b a y, 25. Juli. Wie die „Times of Jndia" mel> det, werden in Bender Abbas täglich Erderschütter-' ungen verspürt. Seit dem 9. ds. lagern die Einwohner am Strande. Infolge der uugewöhnllchen Hitze herrscht große Not. Aridere Städte sind ebenfalls geschädigt. Die alte Festung Ormuz ist zerstört, die Stadt Khischm liegt in Trümmern, man vermutet jedoch, daß nur wenig Menschen Vom Kongo. Die „Frkf. Ztg." meldet aus Brüssel: Nach hier eingetroffenen Meldungen nehmen die Arbellen der deutschen und der kongoftaatlichen Kommission am Kiwusee einen sehr befriedigenden Fortgang. Die vorgenommene Grenzmessung beider Kommissionen zeigte nur ganz unerhebliche Abweichungen. In der 'Nacht vom 23. zum 24. März wurde am Kiwusee ein heftiges Erdbeben umgekommen sind. * Das Schisssunglück auf der Elbe. Bie allgemein die Trauer um die so jäh aus dem Leben geschiedenen Verunglückten und wie groß die Teilnahme nut dem Geschicke der Hinterbliebenen in der hamburgischen Bevölkerung ist, bewies die großartige Beteiligung an dem ersten Leichenbegängnis. Aus allen Stadtteilen waren Zehntausende zusammengeströmt, um Zeugen des schmerzbewegenden Schauspiels zu sein. Alle Straßen, die der Leich,enzug passieren sollte, waren schon lange vorher mit einer dichten Menschenmenge gefüllt, die ernst und schweigend den Zug erwartete. In der Leichenhalle am Lübecker Thor waren im Laufe des Tages 21 Särge auf- gebahrt. Der Heine Raum war durch Blumen- und Pslan- zenschmuck in eine weihevolle Kapelle umgewandelt und vermochte die Zahl der Leidtragenden, die sich um die sterblichen Ueberreste ihrer Lieben vor dem letzten Gange versammeln wollten, nicht zu fassen. Aus jeden Sarg war vom Hllfsausschuß ein Kranz nieüergelegt, dessen Schleife die Worte trug: Gewidmet von der trauernden Bevölkerung von Hamburg und Umgebung. Nachdem ein Gesangverein ein Trauerlied gesungen, richtete Pastor Remo vor deck geöffneten Kapelle an die trauernden Hinterbliebenen eine ergreifende Ansprache. Er gedachte zunächst der Kinder, die chre Eltern, und der Mütter, die ihre Kinder hergegeben haben, die ihr Reichtum und chre Freude waren; er gedachte der Männer alle, die ihre teuren Familienmitglieder verloren haben. Allen spendete er warme Trostworte. Der Geistliche schloß seine Worte, die tiefen Eindruck auf die Zuhörerschaft hinterließen, mit Gebet und Segen. Hieraus begannen die Träger die Särge auf bereitstehende Wagern zu setzen, während ein Männerchor sang. Inzwischen? scharten sich zahlreiche erschienene Vereine und Liedertafeln zum Zuge, an dessen Spitze eine Musikkapelle schritt. Unter den Klängen eines Chorals setzte sich das endlose Leichengefolge in Bewegung, zunächst die Angehörigen der Verstorbenen, denen sich die Mitglieder des Hilfsausschusses und Vertreter der Vereine anschlossen. Der Zug ging durch die Lübecker Straße und Wandsbecker Chaussee biä. zur Kantstraße, durch die er nach Barmbeck weiter geführt wurde. In andächtigem Schweigen ließ die bis über Barmbeck hinaus gedrängte stehende Menschenmenge den Trauerzug an sich vorüberziehen zur letzten Ruhestätte auf dem Ohlsdorser Friedhöfe. — Der,Hamb. Kvrresp." meldet: Der Retchstanzler teilte durch die hiesige preußtsche Gesandtschaft dem Senate von Hamburg mit, daß^ er an dem schweren, durch den Untergang des „Primus" veranlaßten, Unglück wärmsten Anteil nehme, und bat zugleich- den Hinterbliebenen der bei der Schiffskatastrophe vom 20. Juli Verunglückten seines innigsten Beileids zu versichern. — Aus Cad in en wird gemeldet: Die Kaiserin gab ihrer Teilnahme für das Schiffs-Unglück auf der Elbe durch telegraphische Erkundigung bei jber preußischen Gesandtschaft in Hamburg nachher Zahl der hilfsbedürftigen Hinterbliebenen und nach der Art der eingeleiteten Hilfsaktion Ausdruck — Das „Berl. Tagtzbl." meldet aus Hamburg: Gestern wurden aus der Elbe die Leichen von 8 Männern, 6 Frauen und 8 Kindern geborgen. Die Gesamtzahl der aufgefundenen Leichen des Schiffsunglücks beträgt bisher 77. * Ein grausames Kind erspiel. Wie leicht stch die kindliche Phantasie verirren, und welche unberechenbaren Folgen eine solche Verirrung unter Umständen herbeiführen kann, zeigt folgendes Beispiel: In einem Dors in der Nähe von Wronke hatte der Lehrer in der Schule seinen Kleinen zum erstenmale die biblische Geschichte von Jfaaks Opferung erzähll, und ihnen in anschaulicher Weise geschildert, wie Abraham aus Steinen einen Altar auf baute, wie er Holz darauf legte, dieses entzündete und schließlich zur Opferung jdjritt. Am Nachmittag bereits zeigte es sich, daß der Jnhall der Geschichte wohl be- griften, und behalten worden war, wie aber eine Szene aus der Geschichte in einer Weise verwertet werden sollte, wie sie der Lehrer sich wohl nicht hätte träumen lassen. Einer der Knaben rief nämlich mehrere Altersgenofsen zusammen, pnd nach eingehender Beratung wurde aus Ziegelsteinen, Holz und anderem Material ein regelrechter Altar erbaut, so wie man es in der Schule gehört hatte. ' Auf den Altar wurde Reisig gelegt und trockenes Holz noch ringsherum ausgestapelt. Zum Opferlamm war das etwa zweijährige Schwesterchen eines der Knaben ausersehen. : Tas Kind wurde auf das Reisig gelegt, festgebunden und bann der Stoß unten angezünbet. Hinter einer Scheune ' versteckt warteten die Kinder bas Weitere ab. Doch auch : hier sckien, wie in der Geschichte, eine höhere Macht die i schützende Hand über dem Opfer zu halten. Das Kind fing troffen. Das Wetter ist anbanemi) schlecht. An Bord I Gleichberechtigung der Staaten komme besser zum Ausdruck, alles wohl. wenn der russische Kaiser als Inhaber eines rtallenischen — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz über Regiments in der Lage wäre, in italienischer Umform fernen Abgrenzung und Gestaltung der Berufsgenossen- Gast zu empfangen. s cha ft en vom 16. Juni 1902. Petersburg, 25. Juli. Gestern nahm Mrmrrcll Avel- Hamburg, 25. Juli. Die 10. Versammlung der lau auf der Rhede von Reval eme Proberevue des ruf fischen Führer und Aerzte der Kolonnen des Roten Kreuzes Geschwaders vor aus Anlaß der Ankunft des deutschen ist heute mit einer Si^mg des geschäftsführenden Aus- Kaisers zur Tellnahme an den russisch en Marineschusses eingeleitet worden. An dieselbe schloß sich eine manövern. o Sitzung des Gesamtausschusses, in der General der Jnfan- Bombay, 25. Juli, ,^e „Trm^ of ^ndia berichtet, fanterie von Viebahn als Vertreter des deutschen Zentral-«der russische Konsul in Abnschehr habe ausgedehnte komitees und des deutschen Kriegerbundes teilnahm. iLandankäufe auf der Bahrern-^nsel gemacht. München, 25. Juli Zu dem angeblich gegen den . $ rin 8 e n '21 r n U t f B 0 n ® a I) e t n beabsichtigten A tt en- Politische Tagesschau. tat wird ergänzend berichtet, daß es thatfachlich Triester v ' 1 3 ’ 1 Anarchisten gewesen seien, die das Attentat geplant (Sine Kronprinzeu-Zusammenkunft. hatten. Man habe deren Photographien gefunden und es s^ibt uns aus Berlin, 25. Juli: fei Grund zu der Annahme vorhanden, daß fte es ergentlich ^nn sich die Meldung bestätigt, daß der deutsche ton» aus den Prinzen Leopold als den Schwiegersohn des ben diesjährigen öfterr eichisch-ungarischen Herbst - Karsers von Oesterreich abgesehen hatten, diesen aber mit I manövern beiwohnen wird, ist bei dieser Gelegenheit ein bem Prinzen Arnulf verwechselten. Zusammentreffen des ältesten Sohnes Kaiser Wllhelms mit “ Dw Kammer der Ab geord neten Ijat ine kem russischen Großfillst - Thronfolger zu erwarten. Aus Vorlage über die Wohnungsgeldzufchüfse an den Finanz- ^en Freisen der Berliner österreichisch-ungarischen Bot- cmsschuß zurück verwrefen, nac^em zuvor der Antrag, dre k,-^ verlautet, daß die Zusage des russischen Thronfolgers, Wohnungsgeldzuschüsse durch Steuererhöhung zu decken, ! n h^sen Manövern teilzunehmen, bereits erfolgt ist. Die gegen die Stimmen der Sozialdemoktatie abgelehnt war. I Manöver sollen in Ungarn, im Waagthal, stattfinden und Bei dem Etat für Reichs zwecke will em foziald em. Antrag Igroßartigem Maßstabe, unter Heranziehung stattlicher bie Diäten für die b a y e r i s chen B u n d e s r ats - Reitermassen veranstaltet werden. Es würde das erste Mal miig Ueb er solange stre:xchen, bis die Reichs tags-1 |e|n# baß der deutsche Kronprinz mit dem russischen im abgeordneten gletchfalls Diaten ermatten. Fi-1Auslande zusammentrifft, und durch diese Begegnung die nauzmrnister Dc. v. Ried el erllärt, die bayerische Re-1 ^ortrefftichleit der deutsch-österreichisch-ungarisch-russischen grerung stehe erner Aenderung des die Diät en lo si g keit k^ ^L^^ ^ bekräftigt werden. Da der Erzherzog Franz resReichstags betreftenden Paragraphen.n i djit grünt)» I jr.erbinanb im vorigen Jahre als Gast des Kaisers in ätzlich ablehnend gegenüber, wurde vielmehr unter Potsdam toeitte, und bei dieser Gelegenheit zum Chef des gewissen Voraussetzungen für dessen Aenderung erntreten. h-jreil6 5. Jägerbataillons ernannt wurde, dürfte sich Ehrhart (Soz.) sagt, diese Erklärung sei eme Verlegenheits- foer Manöverreise des deutschen Kronprinzen um die erHarung. Finanzminister v. Riedel erklaM, die bayerische Erwiederung dieses Besuches handeln. Regierung werde selbfwerstandlich kemer Voraussetzung zu- ö _____ stimmen, die eine Verständigung von vornherein unmöglich ^roiünnhhPrtrnn.* mache. Schädler (Ztr.) stellt fest, daß die bayerische Dom Dreckuudvertrage. Staatsregierung jeder Beschneidung des all- Die Wiener „Neue Freie Presse" verwahrt sich ent- aemeinen direkten und geheimen Wahlrechts schieden dagegen, daß die ngch^Berlin telegraphierte Mel- entaegentreten werde. Finanzminister Riedel nickt düng von einer Aenderung des ursprünglichen Dreibund- rustimmend. Ehrhart zieht hierauf den sozialdemokra- Vertrages betreffend die Entsenbung eines italienischen tllcken Antraa Zurück Armeekorps nach der rumänischen Grenze von ihr herstamme, rifcyeu rnirrug zu uu- unb fteHt fest, daß diese Meldung niemals in der „Neuen Freien Presse" gestanden hat. Sie habe erst davon Notiz tzenommen, als die Meldung von Berlin aus dementiert London, 25. Juli. Der König unternahm heuteI Das ist eine sehr bemerkenswerte Enthüllung, und es eine kurze Fahrt auf der königlichen Yacht. Nach^ einer Be- verlohnte wohl der Mühe, dem Ursprung der Dreibund- kanntmachung der Admiralität findet die Flotten schau Meldung „aus besonderer Quelle" nachzugehen. Auch die bei Spithead am 16. August statt. Wie aus Norwegen be- Londoner „Morning Post" hatte das Telegramm empfangen, richtet wird, ist es nicht sich er, daß Kaiser Wilhelm! [fegt wohl nicht in der Absicht der Leiter unserer aus- demKönigEduardan Bord seiner Yacht einen Besuch^ärtigen Politik, eine Veröffentlichung des Dreibundver- obstatten wird. träges zur Widerlegung der Erfindungen herbeizuführen. — Lord Kitchener schenkte der City Krügers Die „Nordd. Allg. Zt^" begnügte sich^ gestern mit der Gala-Ochsenwag en, der bei großen Staats-Zere- Wiedergabe eines Artikels der „Köln. Ztg" zur Sache, der monien gebraucht wurde. dadurch als den amllichM Anschauungen entsprechend be» — I ap an hat, Telegrammen aus Washington zufolge, krachtet werden kann. der dortigen Regierung notifiziert, daß es Anspruch auf die etwa 1000 Meilen südöstlich von Yokohama, 500 Mellen Gin amerikanischer Schlachtertrnst. nordwestlich der Ladronen gelegene Marcus-Insel er- Man schreibt der „Weser-Ztg." aus Chicago vom 10. hebt. Eine amerikanische Expedition unter Kapitän Roschill JE: Die Meldung, daß sämtliche großen Schlächtereien ist gegenwärtig von Honolulu aus dorthin unterwegs, um un^ Pökeleien der Vereinigten Staaten unter oem finan» bie Guanovorräte ber Insel auszubeuten. Die Regierung ziellen Beistände der ungezählten Millionen der Standard- der Vereinigten Staaten hat zur Vermeidung eines Kon-k)ll-Rockefeller-Gruppe zu einem Riesentruste vereinigt wer- fliktes auf dem japanischen Kriegsschiff „Kasagi", das von k^n sollen, wird heute von so verläßlicher Seite bestätigt- Tokio zur Gellendmachfling der japanischen Ansprüche nach - ' der Marcus-Insel unterwegs ist, einen Beamten ein geschifft, der Kapitän Rosehlll bedeuten soll, den Japanern keinerlei - Widerstand zu leisten. Gegenwärtig sind etwa 40 japanische Arbeiter auf der Insel beschäftigt. Man hofft, die „Kasagi" werde vor dem Rosehillschen Schlovner ankommen, sodaß zwischen dessen Passagieren und den japanischen Ar- bellern jeder Zusammenstoß vermieden werden dürste. — Eine Shanghaier Depesche besagt, der Vizekönig von Wutschang empfing ein Telegramm mit der förmlichen Zustimmung der chinesischen Reaierung zu dem von Schrenz vorgeschlagenen und von den Vizekönigen unterstützten Artikel, der die gänzliche Abschaffung der Likin- zölle im ganzen Reiche verfügt. Tie alten anerkannten Binnenzölle werden in einer Liste eingetragen und die Zahl der Lllinstationen künftighin nicht mehr vermehrt. Tie ganze Venvaltung ist unter Aufsicht des Seezollamts gestellt. Auf Vorschlag der Chinesen soll dieser Artikel dem neuen Handelsverträge mit Gr 0 ßb ritan- nien einverleibt werden. Eine Pekinger Drahtung der gewachsen war._______________ Aolonialpost drückung des Mädchenhandels führte Justizminister Valle den Vorsitz. Der Minister hiell eine Ansprache, in welcher er der Konferenz den Dank der französischen Regierung aussprach und hinzufügte, Frankreich wünsche sich Glück dazu, daß in Paris sich Männer haben versammeln können von verschiedener Herkunft und ver-, > schiebenen Meinungen, aber geeint durch die Liebe ot peripua Guten, die Sorge für die öffentliche Sitllichkeit, das brüder- . liche Band der Wissenschaft, des Rechtes und der Menschen- AlÜöl UllV Iie6SOm, 25. Juli. H°ut° fand bie Ueberfübrung den 26. Juli 1902. ber Leiche des Kardinals Ledochowski von der Ka- •* Felddiebe. Aus dem Nahrungsberg wurden am pelle ber Propaganda nach der Kirche San Lorenzo in Lu- vergangenen Sonntag Morgen zwei Männer beobachtet, die cina statt. Im Trauerzuge befanden sich das gesamte Per- Begriffe waren, in einen eingefriedigten Garten zu steigen, sonal der Kongregation ber Propaganda, die Zöglinge bes kffenbar mit der Absicht, dort Feldiebstähle auszuführen. Für Kollegium gemranicurn und mehrere Verwandte des Kar-k^ Besitzer der dortigen Grundstücke wird es sich daher em» dmals. In den Straßen, welche der Zug pasfterte, hatte | r yalten. sich ein zahlreiches Publikum angesammelt. In der Kirchek' s», ^:orA n • wurde vom Erzbischof Sambneelli eine Trauermesse cele- ^ie psychiatrisch bet fyeViyu. Uni* briert Tei^elben wohrften nahezu sämtliche in Rom an- versitat wurde vor einigen Etagen em Wcißbindermeister wesenden Kardinale, viele Mschöfe, das beim Vatikan be- Braun eingeliefert. Braun, der m der vergangenen Woche glcrubigte diplomatische Korps, sowie zahlreiche Mitglieder Im Kastel arbeitete und dort plötzlich irrsinnig wurde, war ber deutschen Kolonie unb hier lebende Polen teil. Nach zunächst ins Nochusspllal nach Mainz geschafft und von dort Beendigung der Messe erteilte Kardinal Rampolla t>en roeqen Mangels geeigneter Räumlichkeiten hierher gebracht Segen, worauf bie Leiche nach, dem Kirchhof überführt morden. wwebt- ~ t „ . . „ . Mainz, 27. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. - J^^sercllo 31aham>" Wlagl ber Universitats- Ein Schreibgehilfe stahl seiner 'Mutter ein Spat- profellor urch Hauptmann der Reserve Catellarn in Pabua, k unb erhob aus demselben 1900 Mk. Dann Kfm ...... Reaimenter übertragen. Allerdings könne er cllÄ)ann in oereine um den Kaiserpreis m Frankfurt a. M. ist für russischer Uniform den Kaiser von Rußland besuchen, letz-!Juni nächsten Jahres in Aussicht genommen. — Der vor terer aber nur in russischer Uniform ihn empfangen. Tieieuügen Tagen von seinem Wohnorte Bergen bei Hanau 264& 6n)erimenteUe d Winkeln ent- ort keine Nationalität gebunden. 5415 102.70 93.35 102.50 93.15 100.70 99.25 103.90 3Vi% 3% 3V,% 3% 3% Mexikaner . . . 4,/2 i/o Chinesen . . . Electric. Sohuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . , Berliner Handelsges. , Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden .... Gotthardbahn .... Laurahütte ... * * Bochum Harpener..... Tendenz: ruhig. IiadxmBräu München- echtes Pllfcncr Vier aus der BmoffcnfdWBraucrci Pilfcn- veiles vier lnatz Pilfcner an gebraut) aus der TlHtiervßrauerei Süßen- @7 vention, der Zirkularnote Rußlands über die Trusts Folge zu lei st en. Die Mächte rechtfertige« ihre Haltung damit, daß sie gegenseitig Verpflichtungen ein- gegangen seien. Rußland wird seine Vorschläge erneuern^ aber ohne Bedingungen aufzustcllen. Paris, 26. Juli. Die Ausw eisun gen aus deck kong reg artistischen Schulen fanden gemäß dem im Amtsblatte veröffentlichten Dekrete heute morgen statt., Die Dekrete betreffend die Schulen des Departements der Seine, der Vogesen, der Rhone-Mündung und des Nord- Departements treten sofort in Kraft. Die Regierung vmr langt eine strenge Anwendung des Gesetzes. Lemberg, 26. Juli. Blättermeldungen zufolge haL sich der F e ld a r b e i t e r st r e i k aus über 200 Gemeinden ausgedehnt. Die Zahl der Streikenden übersteigt 100 000. Die Aufreizungen nehmen einen ernsten Charakter an. Es) sind bereits viele Brandstiftungen vorgekommen. Cettinje, 26. Juli. „Glas Czernagorza" veröffentlicht eine amtliche Mitteilung, welche den Meldungen von, einer infolge der Vermählung des Prinzen Mirkch mit Natalie Constantinowitsch eingetretenen Er-, kaltung der Beziehungen zwischen Cettinje und Bel-^ grab entgegentritt. Das Blatt erklärt, die Vermählung könne erfreulicher Weise die zwischen den beiden Ländern be-^ stehenden freundschaftlichen Beziehungen und hundertjährige« Tradüionen nicht beeinflussen. Das politische Programm der montenegrinischen Dynastie sei so gefestigt, daß es keiuerw Wechsel unterliege. Montene^o sei jeder Einmischung in die inneren Angelegenheiten Serbiens abgeneigt und begleite die Konsolidirung Serbiens mit den lebhaftesten Wünschen. tobtlt hchx 7«° hier ttln einen J* ist die E1* ^de ^cht hatte, kge Erdbe- Qntanber M 1 iebt in^ genommenen fMeoon | Die Kirche rden, ebenso Nm h>irb rcrana im -s forgenom» ^lockntnrmes f India" mesi ^schüttex- ie Einwohner Hitze herrscht schädigt Die stschm liegt in imig Menschen lbe. Sie all# Leben geschst- ahme mü dem 'gischen Bevöl- gung an dem Meilen waren 1 des schmerz- aßen, die der ige vorher mit nst und schwei« ^enhalle am 11 Large auf» um- unb Pflau- igeroanbelt unb >ie sich um die ti letzten Gange jeden Larg war dessen Lchlch >en Beoöllerirnz 7 fäfaigvetw eine Dor bet liebens wsv oex Wöei, d Ln hergegebc waren; er g!- milienmitglieber Trostworte. Der sindruck auf die Legen, hieraus tstehende Wagen q. Inzwischen ne und W .jiffapettt ig ftch d°s enbtoft , Hilssausschuhe- Der N « ja ed weitergeW e bis über Sann* enge den Trauer- chestätte aus dM ae preußrscye ia des tirL . me unb toi«- IM «Ä» f zZie leicht ui»11 »-rit feint »i« einen E. eilte E etet »tunä " c(r* il lv^'' hfl» r "«■ jcstgebfßM iter erime7ttelle Untersuchung der beim Nachzeichnen von Linien unb Winkeln entstehenden Größenfehler." 3. Physikalische Aufgabe: Förderung in der Kenntnis von der elektrischen Leilfähigkett der Luft." 4. Chemische Aufgabe: „Vergleichende Untersuchung elektrochemischer Verfahren zur Halogenisierung von Kohlenstoffverbindungen." 5. Griechisch-philologische Aufgabe: ^De die natali a Graecis et Romanis celebrato quaestiones instituan- tur.“ Die akademischen Preise betrugen je 180 Mark, der Preis der Baiserstiftung besteht in den ungefähr 500 Mark betragenden Zinsen des Stittungskapitals. Die Bewerbungsschriften sind vor dem 1. Mai 1903 einzusenden und cm die betreffende Fakultät ober dm Dekan berselben zu abressieren. — Die Arbeiten sinb mit einem Motto zu bezeichnen unb es ist ihnen ein bas gleiche Ntotto tragendes verfchloffenes Couvert beizugeben, bas ben Namen bes 53er» soffers enthält. Jebe Bewerbungsschrist barf nur einen Verfasser haben. Nur biejenigen sind berechtigt, sich um den Preis zu bewerben, die wenigstens in dem auf die Ausschreibung der betreffenden Preisaufgabe folgenden Wintersemester der Landes-Universität als Studierende angehören. Auch der Diezpreis gelangt im Jahr L904 wieder zur Vergebuna. Arbeiten, die sich um den Preis bewerben, sind bis zum 1. Mai 1904 bei der Landes-Universität ein» ^reichen. Es ist nicht Erfordernis, daß der Bewerber sich noch cmf der Universität befindet, sondern nur, daß er einen erheblichen Teil seiner Studien in Gießen absolviert hat. Die Bewerbung ist Bank R Handel und Industrie Depositenkasse Giessen. (Darmstädter Bank.) Johannesstrasse 1. Giessen. Ecke Nenenweg. An- und Verkanf von Wertpapieren. Einlösung von Coupons, Geldsorten etc. Entgegennahme von Bar-Einlagen gegen Verzinsung mit und ohne Kündigung. Die Verzinsung beginnt mit dem Tage der Einzahlung. Hinterlegungsstelle für Mündelgelder Cassastunden: 8 bis 12% Uhr und 2 bis 6 Uhr. Sonntags geschlossen. Warnung! Die meisten Nachahmungen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das D. R. P. Mo. bi,3yi zu umgehen, mit Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommel’s Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säugende Löwin.“ Eisenbahn-Zeitung. Im Bereiche der preußisch-hessisch^en Eisenbahngemein- Ichaft sollen nunmehr alle biejenigen Beamten unb Ar- etter, welche zur Beglettung von Rettungszügen stets zur Verfügung stehen müssen, imSamariterdiensteaus- ujebilbet werden. Es handelt sich um diejenigen Mannschaften, die zur Besetzung der im Bau befindlichen Ret- lungszüge bei vorkommenden Betriebsunfällen bestimmt lind. Die Ausblldunb der Leute findet unter Leitung der Aahnärzte statt und wird so gehandhabt, daß die Mnnnschas- jen in der Lage sein werden, selbständig sachZemäße Ver- Mnde anzulegen, und den Aerzten in gewissem Sinne als Hellgehllsen nach jeder Richtung hin zur Hand gehen zu Ännen. Es soll auf diese Weise auch bei größeren Betriebs- »nfMen, im Falle nicht gleich genügend Aerzte zur Stelle ßind, doch für die Verunglücktest sofort die notwendigste Hilfe vorhanden sein. UnioerMts-Nachrichleu. ** Preisaufgabeu der Universität Gießen für das Jahr 1902/03. Das Thema der theologischen Fakultät lautet: „Die Anschauung Melanchthons vom Gottesbieust." Die juristische Fakultät stellt als Preisaufgabe: „Die zivilrechlliche Haftung bes Staates unb ber Gemeirrben für chre Beamten." Die Themata & 1902 wurden in Installations-Geschäft & Ö 5380 dir. 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