Montag««. Mai 1008 158. Jahrgang Zweites Blatt. vezngSpret», 3>te -eutige Hlnurmer umfaßt 10 Setten. en ter' Der Kaiser in Lothringen. Metz, 24. Mai. Heute morgen fuhr der Kaiser nach Äorze und übernahm das Kommando über eine kombinierte Tivision. Nach der Disposition, die der nun folgenden Hebung zu Grunde lag, war die Feste „Lothringen" bereits früher gefallen, während die Feste „Kronprinz" erst heute in der Frühe eingenommen worden war. Nunmehr sollte die dem Kaiser unterstellte Division in Stärke von 9 Bataillonen Infanterie, 12 Feldgeschützen, 8 schweren Haubitzen, 1 Kompagnie Pioniere und 1 Eskadron Dragoner gegen die Feste „Kaiseriw' vorgehen und sie mit stürmender Hand nehmen. Nach 9 Uhr begannen die beiderseitigen Patrouillen sich in den Gehölzen, welche das Moncethal einsäumen, zu beschießen. Nicht lange nachher eröffneten die schweren Feldhaubitzen, die auf den Höhen nbrdlich vom Bois de Ognons aufgestellt waren, ihr Feuer auf die Feste „Kaiserin". Tiefe war als noch im Bau begriffen und nicht armiert angenommen, nur 2 Bataillone Znfan- Politische Tagesschau. Präsident Loubet hat auf der Rückreise von Petersburg in Kopenhagen kurze Rast gemacht. Er ist das erste französische Staatsoberhaupt, das der dänischen Hauptstadt einen Besuch abstattete. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dem Besuche des Präsidenten keinerlei politische Absichten zu Grunde liegen, aber man erblickt darin in Kopenhagen eine große französische Aufmerksamkeit. Ter französische Torpedokreuzer „Cassini" mit Loubet an Bord traf am Sonntagvormittag im Kopenhagener Hafen unter dem Donner der Geschütze und den Klängen der Marseillaise ein. Ter dänische König, der Kronprinz sowie die Prinzen Waldemar, Harald und Hans begaoen sich an Bord des „Cassini" und begrüßten den Präsidenten. Nach einiger Zett kamen die Herrschaften an Land, wo als Ehrenwache eine Abteilung des Leib-Garde-Regiments ausgestellt war, deren Front der Präsident und der König abschritten. Hierauf wurde die Fahrt zum Königlichen Schlosse angetreten. Bei der Frühstückstafel zu Ehren des Präsidenten im Königlichen Schloß richtete der König an den Präsidenten folgende Ansprache: „Herr Präsident! Unendlich erfreut, daß Sie mich und mein Land mit Ihrem freundlichen und liebenswürdigen Besuch beehren, drängt es mich. Ihnen dafür meinen aufrichtigsten Tank auszusprechen, und, aufs innigste die Kürze Ihres Aufenthalts bei uns bedauernd, trinke ich auf Ihre Gesundheit, Herr Präsident, sowie auf die Wohlfahrt Ihres schönen Vaterlandes, dessen erster und würdigster Vertreter Sie allenthalten sind." Präsident Loubet erwiderte: „Nichts hätte mir bei der Rückkehr aus einem uns in so hohem Maße (a tant de tittes) teueren Lande angenehmer sein können, als den verehrten Souoerain einer Die Zweite Kammer der «Landstände beginnt nach der Pfingstruhe chre Sitzungen wieder am 3. Juni, und zwar kommen am ersten Verhandlungstage il a. folgende Vorlagen zur Beratung: Regierungsvorlage, die Erweiterungsbauten der Großh. Technischen Hochschule betreffend, Regierungsvorlage, Erbauung eines kleinen Wohnhauses für den Gärtner der psychiatrischen Klinik betreffend, Regierungsvorlage, die Aender- ung des Gesetzes vom 12. August 1896, den Bau und die Unterhaltung von Kunst st raßen im Großherzogtum betreffend; ferner die verschiedenen Vorlagen betr. Erricht ung von Irrenanstalten, Regierungsvorlage, Um bau des Hoftheaters zu Darmstadt betreffend, und Regierungsvorlage, Staatsvertrag zwischen Hessen, Preußen und Baden über die Vereinfachung der Ver waltung der Main-Neckar-Bahn betreffend. lleber die Regierungsvorlage betreffend den Umbau des Hoftheaters zu Darmstadt hat sich der E r st e Kammerausschuß schlüssig gemacht. Er erklärt sich mit den Vorschlägen der Regierung bezgl. der Kostendeckung e i n- verltanden und beantragt in Stattgebung des Antrags der Regierung: 1. den in der Regierungsvorlage bei der Erörterung der Kostenaufbringung gemachten Vorschlägen, soweit erforderlich, die Zustimmung zu erteilen, insbesondere der Regierung die Entnahme eines Betrages von 403 910 Mark aus dem Domänenacquisitionsfonds zu Zwecken des Hoftheaterumbaues anheim zu stellen, daber auch die Verrechnung des Erlöses an Abbruchmaterial mrd dergleichen zu Gunsten des Baufonds zuzulasserk; 2. mit dem Umbau jedoch nicht eher zubeginneu, bis sämtliche erforderlichen Mittel der Regierung zur Verfügung stehen. Es bleibt nun abzuw-arten, was das Plenum des Landtages zu der Regierungsvorlage uitb dem Beschluß des Ausschusses sagen wird. Schließt es sich dem Ausschüsse an, dann wird man in Darmstadt immerhin noch eine Woche auf den Beginn der Arbetten warten rönnen, denn die Ausbringung der Mittel wird doch wohl nicht so im Handumdrehen zu bewerkstelligen sein. Von der Regierung wird behauptet, daß die jetzigen Zustände des Theaters auf die Dauer nicht mehr haltbar sind und ,cher Staat die Verantwortung, welche die Kenntnis dieses Umstandes allein schon mit sich bringt, nicht länger auf sich nehmen kann, zumal auch die Erhebung von Entschädigungsansprüchen im Falle eines Brandunglücks bezw. der etwa damit verbundenen Verluste an Menschenleben hier- mtt eng zusammenhängt." Es wird die Feuergefährlichkeit des Hoftheaters beleuchtet und ferner auf „Mängel des Hauses hinsichtlich der Zweckmäßigkeit und Ausnutzung des Zuschauerraumes" hingewiesen. Die vielfachen, auch von uns ausgesprochenen Bedenken gegen die Vorlage (man hat gefragt, ob anderwärts die Hoftyeater auch vom Staate mit erbaut würden, warum gerade für das Darmstädter Theater solche Aufwendungen unter staatlicher Mitwirkung gemacht werden sollen, während die anderen Städte des Landes aus eigenen Mitteln für ihre Theaterbauten sorgen müßten, ob man denn vor 30 Jahren nach dem damaligen Theaterbrand, der möglichsten Entfernung der Feuersgesahr in dem jetzigen Theater nicht genügend Rechnung getragen habe, sodaß jetzt plötzlich" ein Umbau des Hoftheaters verlangt werden müsse, und endlich, ob es zu verantworten sei, in der gegenwärtigen schwierigen finanziellen Lage des Staates mit einer Forderung zu dem gedachten Zweck hervorzutteten) bemüht man sich, als „nicht stichhaltig" darzustellen, und zumal wir eine genaue Kenntnis der Ver- hältnisse nicht besitzen, müssen wir zugeben, daß die vor- gebrachten Gründe schwerwiegend sind. Bezüglich der Frage, wer die Ko st en des Umbaues des Hoftheaters, das zum Familieneigentum des Großherzoglichen Hauses gehört, zu tragen hat, ist der Landtagsabschied vom Jahre 1841 maßgebend, der sich darüber, wie folgt, äußert: rc. rc. ,chaß dagegen alle diejenigen Baukosten aus den betreffenden von den Ständen bewilligt werdenden Staatsfonds für Kameral-, Forst- oder Zentralbauwesen (resp. den laufenden Revenuen) zu bestreiten sind, welche auf bloße Umbauung bereits bestehender Gebäude, aur Verbesserung oder Vervollständigung schon vorhandener Etablissements, oder auch auf einen Ersatz für abgängig gewordene bisherige Gebäude zu verwenden sind." Im einzelnen spricht sich die Regierung über die Deckung der Kosten wie folgt aus: Vor allem ist die Kostenaufbringung durch das Entgegenkommen des Großherzogs dadurch erleichtert worden, daß für den vorliegenden Zweck alle diejenigen Beträge zur Verfügung gestellt werden, welche sich ergeben aus dem Verkauf solcher zum Großherzoglichen Haus (Familieneigentum) gehörigen Grund- Mae, welche dem Großherzog zur Benutzung überwiesen Nation zu begrüßen, für welche Frankreich nur Achtung und Sympathie hegen kann. In voller Tankbarkeit für den mir zu Teil gewordenen Empfang erhebe ich mein Glas zu Ehren Seiner Majestät des Königs und ocr ganzi Königlichen Familie und trinke auf die Wohlfahrt bi wackeren (vaillant- dänischen Volkes." Tie Musik in» tonierte die dänische Hymne. Nach der Frühstückstafel unternahmen der König und Präsident Loubet eine Spazierfahrt und trafen um 3i/2 Uhr am Hafen ein, wo sich inzwischen der Kronvrinz, die Königlichen Prinzen und die Würdenträger, welche beim Empfang zugegen gewesen, eingesunden hatten. Ter König und Loubet schritten die Front der Ehrenkompagnie ab; Präsi- Bekanntmachung. Mtt Rücksicht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Mittelbuchen verbiete ich hiermit, um der Gefahr einer Seuchenverschleppung vorzubeugen, auf Grund des § 64 Abs. 2 der BundeSrats-Jnstruktion vom 27° IuVli 1895 die Abhaltung des Viehmarktes in der Stadt Hanau am 28. Mai dß. I. Hanau, den 22. Mai 1902. Der Königliche Landrat und Polizeidirektor. I. 9t: Valentiner, Regierungsafsessor. terie, 1 Kompagnie Pioniere sowie 4 Maschinengewehre bil» beten die Besatzung, die später noch durch zwei weitere von Moulins kommende Bataillone Infanterie und zwei Batterien Feldartillerie untersttitzt wurde. Die Feldartillerie des Kaisers fuhr gegen 11 Uhr vor Gravelotte auf und eröffnete ihrerseits das Feuer auf die feindliche Stellung. Der Kaiser hatte die Hauptmasse seiner Truppen durck den Wald von Vaux geführt und umfaßte so die feindliche Aufstellung in der linken Flanke, während ein Teil im Mancethal bis in der Höhe der Feste „Kaiserin" vor- aegangen war und dann rechts umbiegend den linken Flügel der Besatzung bedrohte. Nach 11 Uhr entwickelte sich ein immer heftiger werdendes Feuergesecht zwischen den aus den Wäldern heraustretenden Angreifern und den Truppen der Besatzung der Feste, an welchem auch die mittlerweile von Moulins heranaekommene Artillerie tettnahm. Gegen y212 Uhr erschien die feindliche Stellung dermaßen erschüttert, daß der Kaiser bei dem großen numerischen Heber- gewicht seiner Division zum Angriff vorgehen konnte, der erst auf dem rechten und bann auf bem linken Flügel erfolgte unb als gelungen angenommen würbe. Kurz vor 12 Uhr war bie Hebung beendet. Hierauf versammelten sich die Offiziere um den Kaiser zu einer Besprechung, die fast eine Stunde währte, während die Truppen auf dem kürzesten Wege nach ihren Quartieren zurückkehrten. Der Kaiser unternahm bann eine Besichtigung ber Feste „Kaiserin", beren Ausführung bem Architekten Heister-Metz übertragen ist. Gegen 2 Uhr nachmittags kehrte ber Kaiser nach Metz zurück unb nahm beim Kommanbeur ber 34. Division, Prinz Heinrich XIX. Reuß, bas Mittagessen ein, an dem außer bem Gefolge eine größere Anzahl höherer Persönlich-- feiten teilnabm. Um 4 Uhr begab sich ber Kaiser nach dem Bahnhof unb kehrte mit Sonderzug nach Kürzel zurück und fuhr n$t Gefolge im offenen Wagen sofort nach Schloß llrville. Kürzel, 25. Mai. Heute vormittag besuchte der Kaiser mit dem Gefolge den Gottesdienst in der hiesigen Kirche, zu welchem sich auch mehrere Vereine aus der Umgegend eingefunden hatten. Nach dem Gottesdienst fuhr der Kaiser in das Wilyelm-Viktoria-Stift zu Kürzel unb kehrte alsbann nach Schloß Urville zurück. Nach ber Rückkehr aus Kürzel hörte ber Kaiser ben Vortrag bes Kriegsministers Generals v. Goßler, hierauf den gemeinsamen Vortrag bes General-Obersten von Häseler, des Gouverneurs von Metz, Generalleutnants Swtzer und des Festungs- Inspekteurs Generalleutnants Wagner, die sämtlich mit dem kaiserlichen Gefolge zur Mittagstafel geladen wurden. Am Nachmittag machte der Kaiser bei schönem Wetter einen längeren Spaziergang im Schloßpark. Zur Abendtasel waren aus Metz Bischof Benzler sowie Komistorialpräsideut Braun und aus Kürzel Pfarrer Hoffet geladen. Die Kinder von Kürzel wurden heute, wie alljährlich, auf Befehl der Kaiserin mit Chokolade und Kuchen bewirtet, wobei der Mirkl. Geh. Rat Dr. v. Lucanus, Dr. Jlberg und Hauptmann v. Friedeburg, sowie die OrtsgeistliHkeit zugegen waren. Nr. ISO Erscheint täglich außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem Kesstscheo Landwirt die Siebener tfantilien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck n. Verlag der Brühl 'scheu Unwers.-Buch-u.Steü»- druckerei (Piets ch Erbens Rtbafttim, Expedition und Druckerei: Gchulpratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FtnisprechanschlußNr.51. sind. Verwunderlich aber bleibt es, daß man ben Umbau nicht burch eins ber Mitglieber ber Darmstädter Künstlerkolonie, nicht burch Olorich ober Behrens, bie boch wabrlich eine berartige Anerkennung burch bie Regierung verdient hätten, fonbern burch eine nach altem Schema arbeitenbe Wiener Architekturfirma ausführen lassen roilU bie Jid) burch zahllose gleichförmige Theaterkasten in ben verschiebensten Stabten Teutschlanbs unb Oesterreichs nicht besonders rühmlich bekannt gemacht hat. Eine originelle Ausstattung, die Die Blicke von Kunstfreunden aus aller herbeizwingt, ist also nicht zu erwarten. Von erheblich größerem Interesse ist der Beschluß des Ersten Ausschusses in Sachen der Errichtung von Irrenanstalten. Die Regierung forderte ursprünglich im Budget 1901/02 150 000 Mk. zur Errichtung einer dritten Irrenanstalt bei Gießen für den Geländeerwerb 50Hektar ä 3000 Mk. Die bekannte Vorstellung des Stadtvorstandes von Grünberg gab im Ausschuß Veranlassung zu besonderen Erörterungen, weil seitens der Vertretung der Stadt Gießen auf eine Bemerkung der Regierung hinsichtlich der demnächst nötig werdenden Erbauung einer weiteren Anstalt für Blödsinnige, in der Sitzung der Stadtverordneten-Bersammlung vom 17. April d. I. einstimmig beschlossen wurde, es solle, falls die Jdiotenaustalt in Grünberg unb bie Irrenanstalt in Gießen errichtet werben, zu ben Kosten biefer beiben Anlagen ein Zuschuß von 75000 Mk. seitens ber Stabt Gießen angeboten werben, sodaß bie im Hauptvoranschlag für Gelänbeerwerb zur Irrenanstalt in ber Gemarkung Gießen vorgesehenen 75 000 Mk. verfügbar werben unb als erste Rate für bie Jbiotenanstalt in Grünberg ver- toenbet werden können. In dem Schreiben der Bürge r- meifterei Gießen an das Ministerium des Innern, in welchem ber oben wiedergegebene Beschluß unserer Stadt- verordneten-Versammlung erläutert wird, heißt es: Durch die Errichtung einer zweiten Anstalt in Oberhessen wird nicht nur der bisherige Raummangel beseitigt und die rechtzeitige Aufnahme der Kranken ermöglicht, sondern die Verbringung von Blödsinnigen aus Oberhessen in die Anstalt uno ber Besuch ber)eiben durch die Angehörigen wird wesentlich erleichtert, zumal gerade Oberhessen durch die verhältnismäßig weite Entfernung von der Anstalt bei Darmstadt und das Umfseigen in Frankfurt viel mehr zu leiden hat, als Rheinhessen. Zur Zeit können die Blödsinnigen nur bis zum erreichten 18. Lebensjahre in ber Anstatt untergebracht werden. Mit der Errichtung der zweiten Anstalt dürfte auch der Frage näher zu treten fein, ob nicht die Kranken länger in der Anstalt verpflegt werden können, wo dieselben jedenfalls besser aufgehoben sind als in einem Siechenhause. Auch die Wahl von Grünberg als Ort für die neue Anstalt muß als äußerst glücklich bezeichnet werden, indem hierdurch einmal dieser Stadt für die durch Organisationsänderungen erfolgte Schädigung ein Entgelt geboten wird, und andererseits die Gründe, welche für die Errichtung der Irrenanstalt in Gießen sprechen, bei der Jdiotenaustalt mehr zurücktreten, zumal die Kranken länger in ber Anstalt verbleiben, also weniger ost wechseln, unb auch bie Universität an ber Nähe ber Anstalt viel weniger Interesse haben bürste, als bet ber Irrenanstalt. Es unterliegt keinem Zweifel, baß bei zwei getrennten Anstalten Anlage- unb Betriebskosten höher sein werben, als bei einer größeren Anstatt, aber biese verhältnismäßig (geringen Mehrkosten können nicht in Betracht kommen, wenn es sich bar um hanbelt, das Los armer, bedauernswerter Kranken und ihrer Angehörigen zu verbessern. Ter Ausschuß glaubt, bas Anerbieten ber Stabt Gießen nicht zurückweisen zu sollen, „obschon es eine Frage vorweg nimmt, über welche er sich noch nicht entschieden hat und die Entscheidung der Kammer noch gar nicht vorgelegt worden ist. Er ist der Meinung, daß, wenn dieselbe den Standen zur Erledigung vorgelegt werden sollte, dieses Anerbieten Gießens auf alle Fälle diskutabel erscheine." Er beantragt die Zustimmung zu erteilen dazu, daß 1. die für Oberhessen geplante Lau de s ir re n- anstatt- unter Billigung der Annahme der von ber Stabt- verorbneten-Versammlung in Gießen am 17. April b. I. bebingungsweise bewilligten 75000 Mk. in bie unmittelbare Nähe von Gießen, biejenige für Rheinhessen bei Alzey errichtet werbe; 2. für Ausarbeitung ber Pläne und Veranschlagung der geplanten Neubauten je 8000 Mk. zusammen 16 000 Mk. und 3. als erste Baurate für die Errichtung der beiden Anstalten 120000 Mk. als Nachtraas- forberung verausgabt werden mit ber Maßgabe, baß zunächst bie Anstalt in Gießen in Angriff genommen und fertiggestellt wird. Alle übrigen Vorstellungen in dieser Angelegenheit werden vom Ausschuß für erledigt erklärt . Cd Cd monatlich7bPi, viertel- jpsäeer ▼ W ▼ jährlich Pik. 2.20; durch GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v ** v für ben polit u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen KKW V 1 Kf jcigenteU: Hans Beck. deut Santo ei verabschiedete sich alsdann von dein Gefpltze! des Königs und begab sich, begleitet von dem König, dem Kronprinzen und den Prinzen, unter den Hochrufen der Menge mittels Dampsschaluppe an Bord des Kreuzers „Cassini"'. .Hierauf verabschiedete sich der Präsident von dem König, worauf kurz nach 4 Uhr der „Cassini" unter den Salutschüssen der Forts und der Kriegsschiffe nordwärts in See ging. Um in Petersburg ein gutes Andenken zu hinterlassen, spendete Loubet dort für Wohlthätigkettszwecke 100 000 Fr. Kurios ist die Meldung aus Petersburg, daß bei der Abfahrt des französischen Geschwaders gegen fünfzig ftan- zöfische Matrosen fehlten, welche von ihren russischen Freunden offenbar verschleppt worden waren.__________ Vom südafrikanischen Kriege. Die Londoner „Pall Mall Gazette" erfährt nach einer Depesche vom 24. ds. Mts.: Vor Ende der nächsten Woche dürfte alles Wesentliche über den Frieden geregelt sein. Die gestern dem Kabinetsrat vorliegende Depesche machte eine Rückfrage über verschiedene Punkte nötig; die Antwort hierauf von Südafrika sei nötig, ehe vom Käbinet eine formelle Depesche geschickt werden könne. Es handele ftch unter anderem um die Form der Uebergabe und der Waffenauslieferung. Die Antwort werde schwerlich vor Montag erwartet, worauf ein weiterer Kabinetsrat stattftnden werde. — Daß man in maßgebenden englischen Kreisen die Einstellung der Femdseligkeiten für wahrscheinlich hält, geht aus der Thatsache hervor, daß in Dover der Befehl vom Hauptquartier des südöstlichen Distrikts eingetroffen ist, die Verschiffung von Remonten für Südafrika bis auf weiteres zu verschieben. In Balmoral ist ein Teil eines Kommandos eingetroffen, um sich zu ergeben. — Londoner Blätter berichten ferner, daß die englischen Truppen das Burenkommando Fouche angegriffen haben. Foucho nimmt an der Versammlung in Vereeniging nicht teil und aus diesem Grunde wurde er nicht, wie die anderen Bnrenkommandanten, verschont. Einem Amsterdamer Handelsblatt zufolge geht aus Erklärungen eines englischen Offiziers hervor, daß die englischen Berichte über die Zahl der gefangenen Buren unrichtig sind. Unter den Gefangenen, über welche Kitchener wöchentlich berichtet, befinden sich Frauen und Kinder und diese bilden die Mehrzahl der Gefangenen. Außerdem komme es häufig vor, daß eine englische Kolonne, welcher die Gefangenen zum Weitertransport übergeben werden, wiederum an Kitchener über Gefangene berichtet, sodaß also diese zum zweiten Male in den Berichten figurieren. Deutsches Keich. Berlin, 24. Mai. Wegen Verhinderung des Kaisers wurde die Feier der Enthüllung des Denkmals des Großen Kurfürsten in Fehrbellin, welche am Jahrestage der Schlacht, am 18. Juni, stattfinden sollte, ^is zum 18. Oktober verschoben. — Der vom Kaiser zum Rittmeister ä. la suite des Kürassier-Regiments Graf Geßler ernannte elsässische Reichstagsabgeordnete Baron de Schmid hat in der deutschen Armee bisher nicht gedient, feine Ernennung ist daher ein vollständiges Novum. Dagegen hat er der französischen Armee angehört, und zwar teilt er selbst darüber der „Straßburger Post" mit, daß er in Frankreich die Ofsizierslaufbahn eingeschlagen habe und nach drei Jahren als Offizier der Reserve aus dem aktiven Dienst ausgetreten sei. Dieser Austritt erfolgte im Jahre 1883. — Der Präsident des preuß. Oberverwaltungsgerichts Wirkt. Geh. Rat Dr. Snegier ist gestern abend gestorben. (Dr. K. war bekanntlich erst vor kurzem, nach dem Rücktritt des Dr. Persius, in sein neues Amt berufen worden. Er hat durch fein langjähriges Wirken als Direktor im Kultusministerium und Chef der preuß. Volksschuloerwaltung namentlich in liberalen Kreisen viel Anerkennung gefunden und galt als einer der hervorragendsten preußischen Verwaltungsbeamten. D. Red. d. Gieß. Anz.) — Wie die „Kreuzztg." mitteilt, beabsichtigt Graf Kanitz im Reichstage den Schifsahrtstrust vermittelst einer Interpellation zur Sprache zu bringen. Es sollen namentlich nähere Mitteilungen über die von deutschen Schiff- fahrtsgefellschasten mit diesem Trust getroffenen Vereinbarungen, fo weit angängig, erbeten werden. Die konservative Fraktion wird sich voraussichtlich am 3. Juni über die Einbringung der Interpellation schlüssig machen. München, 25. Mai. Die Prinzessin Alfons ist heute nachmittag von einem Prinzen glücklich entbunden worden. Ausland. Brüssel, 26. Mai. Gestern sanden Neuwahlen für die Hälfte der Mitglieder der Repräsentantenkammer und einige neue Sitze in der Kammer und im Senat statt. Aus den bisher bekannten Ergebnissen geht hervor, daß die katholische Majorität der Regierung stärker sein wird. In Brüssel gewinnen die Katholiken für die Kammer einen neuen Sitz. 2er Abbe Daens und ein christlicher Demokrat wurden in Brüssel gelvählt und wahrscheinlich Theodor von der Unabhängigkeitspartei. Tie Sozialisten und Liberalen behalten beide fünf Sitze. In der Provinz gewann die Regierung fast alle^neuen von der Repräsentanlenkammer jüngst geschaffenen L-itze. Tie amtlichen Ergebnisse werden erst morgen bekannt. Neapel, 26. Mai. Ter König und die Königin trafen gestern abend hier ein, um sich nach Palermo zur Eröffnung der Ackerbauausstellung zu begeben. Während der Zug am Arsenal anhielt, schleuderte ein Mann Steine gegen den Zug. Der Thäter wurde sofort verhaftet und verhört. Er heißt Vincenzo Guerriero und ist wegen Diebstahls vorbestraft. Im Augenblick seiner Verhaftung bereitete die Menge den Majestäten eine stürmische Kundgebung. Rom, 25. Mai. Ter Schah von Persien bat den Besuch beim P ap st e definitiv auf gegeben, indem er erklärte, er wolle nicht gegenüber dem König von Italien die Pflichten der Gastfreundschaft verletzen. Er ist heute nach Florenz ab gereist. Petersburg, 25. Mai. Aus Wilna wird gemeldet, daß der Polizeikommissar Kontfchewsky von einem Arbeiter auf der Straße Überfällen und durch einen Hieb auf den Kopf so schwerverletzt wurde, daß er besinnungslos zu Boden stürzte. Washington, 25. Mai. Der englische Botschafter Lord Pauncefote ist nach längerer Krankheit ge- torben. In ihm verliert England einen seiner bewährtesten Tiplomaten. Washington, 24. Mai. In Gegenwart des Präsidenten Roosevelt, der französischen Delegierten und deA ranzösischen Botschafters Cambon fand heute vormittag )ie Enthüllung des Denkmals des Marschalls R o ch a m b e a u auf Lafayette Square statt. Auf dem Denkmals-Platze hatten Mannschaften des „Gaulois" mit der Musikkapelle sowie amerikanische Land- und Seetruppen Auf- tellung genommen. Die Gräfin Rochambeau vollzog die Enthüllung des Denkmals. Annapolis, 24. Mai. Beim gestrigen Frühstück an Bord des „Gaulois" brachte der französische Bot- 'chafter Cambon einen Trinkspruch auf den „Präsidenten der ruhmreichen amerikanischen Repu^ blik" aus; er hoffe, daß die Freundschaft zwischen den beiden Nationen fortbauern werde. In seiner ©r* widerung nahm Präsident Roosevelt Bezug auf die Teilnahme französischer Soldaten und Seeleute am nordamerikanischen Bürgerkriege. Frankreich werde deswegen stets den Herzen der Amerikaner teuer sein . Aus Stadt und Land. Gießen, 26. Mai 1902. • * Der 1000. Student. Wia machen nochmals darauf aufmerksam, daß mehrere hundert Exemplare der aus Anlaß der Jmmattikulation des 1000. Studenten unserer Samstagsausgabe beigelegten Festnummer bei Herrn Hausverwalter Stork von uns für die Herren Studierenden niedergelegt worden sind. * • Kunstverein. In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand wird in dieser Woche wieder ein größerer Wechsel der Gemälde vorgenommen, weshalb die Ausstellung von Mittwoch mittag an drei Tage geschloffen bleibt. Unter den Gemälden, die neu ausgestellt werden, befindet sich auch eine Kollektion von Prof. Ludwig Dettmann-Königsberg, auf die wir die Kunstfreunde in unserer Stadt besonders aufmerksam machen. * * Fleischverbrauch in Gießen. Welche Fleischmengen im Jahre 1901/02 in Gießen verbraucht wurden, davon kann man sich einen Begriff machen, wenn man die Zahl der Schlachtungen in Gießen und des durch den Oktroi fest- gestellten eingeführten Wlldes und Fleisches kennt: Es wurden 1901/02 im städtischen Schlachthause geschlachtet 1322 Ochsen gegen 1307 in 1899/1900 und 1341 in 1898/99, 525 Faselochsen und Kühe (431 und 493) 1324 Rinder und Stiere (1149 und 972) 8248 Kälber, Hämmel und Schafe (7732 und 7180) 10 360 Schweine (10 715 und 10069), 5 Spanferkel (19 und 41). In demselben Zeitraum wurden eingeführt 135 407 Kilogramm Fleisch und Wurst (120 988 und 111020 Kilgramm), 197 Kilogramm zerlegtes Wild 223 und 159 Kilogramm), 7 Hirsche (3 und 10), 706 Rehe 534 und 511), 2939 Hasen (3019 und 3334) sowie 1 Wild- chwein (3 und 3). Ueber den Verbrauch von Geflügel fehlt eine Statistik. Aus den Zahlen geht hervor, daß der Verbrauch von Fleisch in Gießen zugenommen hat. ** Die staatliche Fürsorge für verwahrloste oder in Gefahr der Verwahrlosung stehender Kinder, die in Preußen und anderen deutschen Staaten erst durch das Bürgerliche Gesetz- auch zur vollen Anmendung gebracht wurde, ist im Großh. Hessen schon feit dem Jahre 1887 durch das vortreffliche Gesetz über „die staatlich überwachte Erziehung" in einer Weise geregelt, daß die Rücksicht auf das Bürger!. Gesetzbuch nur geringe Abänderungen nötig machte. Eine der eingreifendsten und wohlthätigsten Neuerungen ist die Einführung eines Gemeindewaisenrates, dem die Oberaufsicht über die gesamte Fürsorge für alle unter Vormundschaft stehenden Kinder übertragen ist. Ob es sehr glücklich war, daß man die zu ganz andersartigen Aufgaben berufenen Ortsgerichte damit betraute, wird schon jetzt stark bezweifelt. Umsomehr ist die andere Anordnung zu begrüßen, daß zur Unterstützung des Gemeindewaisenrates Damen zu Waisenpflegerinnen bestellt werden sollen. Einem dahin zielenden Wunsch des Gr. Amtsgerichts entsprechend hat der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege eine besondere Abteilung für Waisenpflege gebildet, der bereits 20 Damen beigetreten sind, und denen vom Amtsgericht das Amt als Waisenpflegerinnen übertragen wurde. Möchte die neue Einrichtung recht zum Segen unserer Waisen ausschlagen. Von der Lahn, 25. Mai. Schloß Schaumburg ha für diesen Sommer hohen Besuch zu erwarten. Der Fürst von Waldeck hat es seiner Verwandten, der Königin Wil- helmina von Holland, als Erholungsaufenthalt nach ihrer schweren Krankheit zur Verfügung gestellt. Der Fürst von Waldeck, der sonst schon Ende Mai das Schloß zu besuchen pflegt, wird deshalb in diesem Sommer erst einige Wochen später nach Schaumburg reifen. o. Wißmar, 25. Mai. Gestern nachmittag erhängte sich hier der Taglöhner Georg Stroh in der Scheune seines Bruders, bei dem er in Kost war. — Heute abend kam es in einer Wirtschaft hier zu einer Schlägerei zwischen jungen Burschen, wobei dem Wirt eine große Anzahl Gläser zerschlagen wurde. Auch am 2. und 3. Psingstfeiertage fanden in einer anderen Wirtschaft hier Schlägereien statt, wobei einige der Rauflustigen erheblich verletzt wurden. o. Lichenrod, 25. Mai. Dieser Tage wurde ein vierjähriger, taubstummer Junge, der an einem Kreuzungspunkte die Straße überschreiten wollte, von einem schnell daher kommenden Fuhrwerk überfahren. Von den Pferden nieder- gerissen, kam der Junge zu Fall, sodaß ihm Vorder- und Hinterrad über die Brust gingen. Die alsbald zugezogenen Aerzte stellten glücklicherweise keine ernsten Verletzungen fest. Dieser Vorfall mahnt aufs neue die Eltern, solche unglücklichen Kinder nicht ohne Aufsicht aus dem Hause zu lassen, andererseits aber kann auch nicht genug vor ein zu raschem Fahren in den engen Dorfstraßen gewarnt werden. st. Bukbach, 25. Mai. Für das vom 5. bis 7. Juki. l. I. stattfindende Gau turn fest wurde folgendes Programm festgesetzt: Samstagnachmittag werden die ankommenden Gäste begrüßt. Abends findet in der Festhalle auf dem Marktplätze am Wetzlarer Thor Festkommers statt mit Vorträgen des Männergesangvereins und turnerischen Vor- Mhrungen. Am Sonntagvormittag werden die roetter em- tressenden Gäste begrüßt. Im Hessischen Hofe wrrd um 10 Uhr eine Sitzung des Kampfgerichts abgehalten. Die Nachmittagsfeierlichketten werden mit einem Feftzuge um 2 Uhr eröffnet, Nach diesem finden Stabübungen und Vereinsturnen statt. Abends wird zunächst die feierliche Preisverteilung vorgenommen, und dann wird ein Fest- )iel: „Germaniens Kinder einst und jetzt", aufgeführt von Naben, Turnerinnen und Turnern. Am Montagmorgen 7 Uhr beginnt das Einzelwetturnen. Für den Nachmittag ist zunächst eine Wiederholung des Festzuges vorgesehen Dann wird von etwa 100 Schstlern ein Wettturnen veu anstältet. Ten Siegern werden abends feierlich die Preise überreicht. Tie Musik wird von der ganzen Kapelle unseres (168.) Infanterie-Regiments, unter Leitung des Kapell Meisters Pagel, ausgeführt. § Butzbach, 25. Mai. Gelegentlich des heutigen Nachmittagsgottesdienstes in unserer St. Wendel- oder Hospital- irche wurde der darin befindliche historische und sehenswerte Wendelinschrein geöffnet, was alljährlich einmal, an dem Tage der jetzt nur kirchlich stattfindenden hiesigen Kirchweihfeier geschieht. Mit diesem aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammenden Schrank ist folgende Legende verknüpft: Nach dem Begräbniß Wendels, des Abtes des Klosters Tholey, fand man wiederholt die Gruft und den Sarg offen, weshalb Mönche die Gebeine auf einen mit Ochsen bespannten Wagen legten; letztere schlugen den Weg zu der Klause ein, wo St. Wendel fein wunderthätiges Leben als Einsiedler zugebracht haben soll. Dieser Sage gab man hier die lokale Färbung, es sei das Fuhrwerk bis nach Butzbach gelangt, wo em Rad gebrochen wäre, woraus die Mönche geschlossen hätten, daß der Heilige hier begraben fein wollte; feine Gebeine feien deshalb an der Stelle, wo der Wagen hielt, der Erde anvertraut worden. — Diese Ueberlieferung sowie Szenen aus Wendels Leben sind an dem Schrein durch Figuren und Malerei geschickt illustriert. b. Mainz, 25. Mai. Eine hiesige aus fünf Köpfen bestehende Familie ist gestern nach dem Genuß von Wurst- roaren an Vergiftungssymptomen erkrankt. Die Ursache wird auf Wurstgift zurückgeführt. Rasch angewandte ärztliche Hilfe brachte die Familie alsbald außer Gefahr. — Dem Dompräbendat Hellmeister ist vom Bischof im Einvernehmen mit dem Domkapitel das Amt eines Bischöflichen Zeremoniars am hiesigen Dom übertragen worden. Domkapitular Bla nkenberger wurde zum Direktor der Bischöflichen Kanzlei ernannt. Vermischtes. X Von der vulkanischen Katastrophe. Der interimistische Gouverneur von Martinique L'Huarre, richtete an den französischen Kolonialminister einen zusammen- assenden Bericht über die Eruptton des Mont Prlse. In demselben heißt es: Der erste Aschenregen ging am 3. Mai über das Gebiet von Precheur und St. Philomene nieder, deren Bewohner fliehen mußten. Als am 5. Mai Ströme heißen Sehmutzwassers die Fabrik von Janard zerstörten und 30 Personen verschlangen, entstand in St. Pierre große Aufregung, man glaubte jedoch nicht, daß eine Katastrophe unmittelbar bevorstehe. Arn 6. Mai nachts steigerte sich der Sturm. Alle Bäche waren überschwemmt, die Schlammmassen breiteten sich aus. Nun erfaßte die Bevölkerung: von St. Pierre Entsetzen; sie begann, den Ort zu verlassen. Gesindel plünderte die geräumten Häuser. Die Nacht zum 7. Mai verlief ruhig. Am 8. zwischen 6 und 8 Uhr vormittags brach die schreckliche Katastrophe herein, die die Stadt mit der Bevölkerung vernichtete. Um 8 Uhr trat ein außerordentliches Emporschnellen des Meeres ein, sowie ein Steinregen und andere Phänome. Der Bericht schildert dieselben aus- ührlich und beziffert die Zahl der Umgekommenen auf 30 0 00. L'Huerre rühmt die von verschiedenen Setten gebrachte aufopfernde Hülfeleistung, sowie die zur Verproviantierung der Kolonie und Pflege der Verwundeten und Ueberlebenden getroffenen Maßnahmen. Wie aus Fort de France depeschiert wird, wurde durch einen neuerdings tarfen Schlammauswurs des Vulkans der bisher unversehrt jebUebene Teil von Basse Pointe vernichtet. Am Abhange des Vulkans sind neue Risse entstanden. — Die in Paris veranstaltete Subskription für die Opfer der Katastrophe aus Martinique hat bereits die Summe von 1296 131 Frcs. ergeben. Dabei sind 250 000 Frcs. des Zaren nicht einbegriffen. Nach einem Kabeltelegramm beträgt die Zahl der Flüchtlinge in Fort de France 7000, von denen aber nicht fünfzig leidlich untergebracht sind. Lebensrnittel sind in genügendem Maße vorhanden. — Heute liegen übrigens auch Nachrichten über ein Erdbeben in Ungarn vor. In Temesvar wurden an den Signalapparaten der meteorologischen Station sieben Erdstöße in südlicher Richtung konstatiert, ö'.enen ein kurzer, überaus heftiger Sturmwind vorangegangen war. * Ein böser Scherz. Man schreibt aus Newport: Tie hiesigen Zeitungen melden übereinstimmend über ein fast unglaublich klingendes Vorkommnis in dem benach^- barten Aonkcrs, woselbst über den ernsten Aus gang eines Faschingsscherzes nicht geringe Bestürzung herrschen soll. Aus dem letzten Purimballe in Mc. Cann's Halle machte ein Spaßvogel den Vorschlag, daß icber Herr eine Dame wählen und sich aus Scherz mit ihr trauen lassen solle. Man ging in lustigster Stimmung aus diesen scherz ein, und ein angeblich als Rabbiner verkleidetesKomtteemitglied traute nicht weniger als hundert Paare, wobei alle Cere- monien strenge eingehakten wurden, und es auch nicht an dem Ringe sehlte, den der Bräutigam der Braut an den Finger steckte. Einige Tage später informierte ein New- yorker Rabbiner einige der jungen Leute, daß diese Her-, raten nach dem jüdischen Ritus vollste Giltigkeit hätten^ da der Mann, ber die Trauungen vorgenommen habe, thatsächlich ein Rabbiner gewesen fei und die Leute nicht allein Gebrauch von den Ringen gemacht hätten, sondern auch die Ehegelöbnisse nachgesprochen hätten. Fünfundzwanzig der beteiligten Paare wollen sich mit dem Resultttt zufrieden igieben und die im Scherze geschlossene Ehe im Ernste weitersühren, aber dreiviertel der Betroffenen, namentlich die Männer, wollen sich nunmehr an die Gerichte wenden und die Ehen für ungiftig erklären lassen. Besonn ders verwickelt erscheint die Geschichte dadurch, daß einige der auf solche Weise Zusammen gekommenen bereits ver-, heiratet sind — ob man dieselben wohl wegen Bigamie zur Verantwortung ziehen kann?! * Eine echte Str adiv arig eig e wird aus einer am 3. Juni in Germersheim stattsindendeu Konkurs- Versteigerung zum Ausruf kommen. Von dem bekannten Konzertmeister Kalliwoda für 900 Mk. gekauft, wurden für das Instrument vor einiger Zeit 18000 Mk. geboten; heute aber liegt bereits ein Angebot btm 20000 ML vor. Die Neige ist auf 25000 Mk. bewertet * London, 24. Mai. Auf den westlichen Höhen von Dover sind gestern die dort aufgestellten neuen 9,2- zülligen Geschütze probiert worden. DaS Versuchsschießen ergab, daß diese schweren Geschütze nicht nur dem Feinde, sondern auch dem Freunde bedenklich werden könnten. Der „Daily Telegraph berichtet darüber, daß man eine ge- roiffe Gefahr vorauSgesehen und die Bewohner des angrenzenden Stadtteils durch den städtischen Ausrufer gewarnt habe. Ms die Geschütze abgefeuert wurden, erfolgte eine heftige Erderschütterung. Die Gewalt dieser Erschütterung war so groß, daß in vielen Häusern die Fenster sprangen, die Deeken einstürzten und Bilder und andere Verzierungen von den Wänden fielen. In der Nähe der Küstenwache blieb nicht ein einziges Haus unbeschädigt. * Paris, 25. Mar. In Fontenay fand infolge einer Wahlpolemrk zwischen dem Leiter des ,9iabicaP, Maret, und dessen früheren Sekretär, Romquier, ein Duell statt, wobei letzterer einen Schuß in die Brust erhielt. Sein Zustand ist hoffnungslos. — In Melun beginnen heute die ersten Versuche mit einem neuen lenkbaren Luftschiff. Dasselbe ist mit vier Flügeln ausgestattet, hat ein Gewicht von 110 Ko. und wird durch einen Motor von 10 Pferdekräften in Thätigkeit gesetzt. Das Luftschiff wird von Herrn Grevoire, Mitglied des Aeroklubs, geleitet. * Newyork, 24. Mai. Eine Gruppe Weißer verbrannte einen Neger bei lebendigem Leibe, weil dieser Kanibalismus an einer weißen Frau begangen hatte. UniversüLts-Nachrlchtell. Der Direktor des Landwirtschafttichen Instituts an der Uni- oersität Jena und ovo. Professor an der philosophischen Fakultät, Dr. Edler, ist zum o. Professor und der Lehrer des Landwirtschaftlichen Instituts, Privatdozent Dr. v. Nathusius curs Breslau zum a.-o. Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Jena ernannt worden. — Prioatdozent Dr. med. Saxer, Prosettor am pathologischen Institut der Universüät Leipzig ronröe zum a.-o. Professor ernannt — Am 25. Mai beging der Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre imd Tier- knnde am eidgenössischen Polytechnikum zu Zürich Dr. Adolf Krämer seinen 70. Geburtstag. Die Studentenschaft veranstaltet zu Ehren des beliebten Lehrers einen Festkommers. Professor Krämer stammt aus Berleburg (Westfalen) und war früher an verschiedenen landwirtschafttichen Schulen Deutschlands, auch an der landwirtschaftlichen Akademie in Poppelsdorf-Bonn und zuletzt bis 1B71 an der technischen Hochschule in D a r m st a d t als Dozent chätig. Gerichtssaal. M. Gießen, 23. Mai. Strafkammer. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirtttor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Oberstaatsanwalt o. Hessen. — Tie Landwirte Johannes Koll- m a r 111. und Anton Will von Pohlgöns waren vom Schöffengericht Butzbach wegen Körperverletzung der erstere verurteilt, der letztere mangels Beweises freigesprochen worden. Das Berufungsgericht bestätigte dies Erkenntnis. — Der Rudolf Dippel aus Reibertenrod war wegen Körperverletzung mittelst eines gefährlichen Werkzeuges — der Stiefelspitze — vom Schöffengericht Als- seld zu 5 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Dies Erkenntnis wurde von dem Berufungsgericht aufrechterhalten. — Der jugendliche Johannes Rüffer von Uderchausen hat einen Jungen, der ihn im scherz mehrmals in den Schnee warf, im Zorn mit dem Ätesser gestochen. Der Angeklagte wird trotz seiner Jugend, um ihn in der Folge von dem Gebrauch des Mesters abzuschrecken, zu einer sechswöchigen Gefängnisstrafe verurteilt — Der Uhrmacher Christof Hupfeld von Gocha ist des — m der „Stadt Mainz" begangenen — Betrugs angeklagt, wird jedoch mangels genügenden Beweises freigesprochen. — Der wegen Körperverletzung vielfach vorbestrafte Michael S e l d n e r von Gießen ist desgleichen Deliktes, begangen mittels eines Messers, wiederum angeklagt Mit Rücksicht aus seine Vorstrafen erhält er eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 5 Monat. — Ein Standesbeamter ist des Vergehens gegen § 69 des Personenslandsgesetzes beschuldigt und wird dreserhalb zu einer Geldstrafe von 5 Alk. verurteilt. Amberg, 24. Mat Die hiesige Sttafkammer verurteilte heute wegen fahrlässiger Tötung den Pfarrer Bergler zu gTagenGefängnis, denBürgermeistervonNeukirchen, Laute nschläger zu 3 Monaten und den Armenpflegschaftsrat Trettenbach zu 1 Monat Gefängnis. Ortsführer und Gemeindediener Hagerer wurden freigesprochen. Tie genannten Personen waren angeklagt, die Schuld an dem durch Verhungern erfolgten Tod des geistesschwachen Max Graf in dem oberpfälzischen Bauerndorf Neukirchen zu tragen. Verjährung des durch unterlassene oder uugeuügeudc Deklaration zur Einkommen- oder Vermögens-Steuer begangenen Steuerdelikts. Bezüglich dieser wichtigen Frage hat der Strafsenat des Oberlandesgerickts Darmstadt am 16. d. Mts. in der Strafsache 8. 19/02 eine Entscheidung von großer Tragweite erlassen. Nach den einschlägigen Steuergesetzen von 1900 läuft für die Verjährung des Steuerhinterziehungsdelikts eine dreijährige Frist, während der zivilrechttiche Anspruch des Fiskus auf Nach- sorderungen des hüiterzogenen Steuerbetrags erst in fünf Jahren verjährt. Diese letztere Frist beginnt unbestritten mit Ablauf des Steuerjahres, für welches die betreffende Deklaratton ganz unterlassen ober zu gering eingereicht worden ist Fraglich war jedoch in der erwähnten Strafsache geworden, ob die dreijährige Verjähr rungszeit des Steuerdeliktes mit dem gleichen Termin chren Laus beginne ober ob sie erst vom Ablauf der fünfjährigen Verjährungsfrist jenes Nachforderungsanspruchs einsetze, mithin chatsächlich acht Jahre betrage. Die Strafkammer Gießen hatte diese letztere Auffassung oerneint und ausgeführl, boß das Steuerdelikt insofern zu dem Nachforderuiigsanspruch in teinerlei Beziehung stehe, als es mit Ablauf des betr. Steuerjahres vollendet fei und mithin seine dreijährige Verjährung also auch von diesem Termin an zu berechnen sei. Die auf Veranlassung der Steuerbehörde gegen dieses Urteil verfolgte Revision Hal die oberstrichterliche Instanz nunmehr abgewiefen, indem sie sich bezüglich der Verjährung in gleichem Sinne aussprach. ___________________________ Landwirtschaft. Hungen, 23. Mai. Ter Auftrieb auf die Jungviehweide Tiergarten ftndel am 2. Juni von vormittags 10 bis 12 Uhr statt. Verschiedene neue Einrichtungen sind getroffen worden, so B. werden die Fohlen in Zukunft beim Haferfüttern angebunden, damit ihnen ihre Ratioii Hafer gesichert ist Es ist auch m Aussicht genommen, neue Weideschläge emzufriedigen, wozu eme staatliche Subvention genehmigt ist Tie Fuuerverhaltnme smd aut, trotzdem wir schon seit drei Wochen kaltes Wetter haben, da das Wachstum vorher schon weit vorgeschritten war. Im Allgemeinen haben sich die Verhättnisse auf der Jungviehweide Tiergarten sehr günstig gestaltet, und es empfiehlt sich, noch etwaige Anmeldungen zuni Austrieb baldigst einzureichen. . Amtlicher Saaten st andsberrcht des ungarischen Ackerbauministeriums vom 20. Mai: Winterweizen ist in der Entwickelung zurückgeblieben; in vielen Gegenden wird über Rost geklagt, dre Saat hat Wärme nötig, weitere Med erschlage wurden die Ernte gefährden. Sommerweizen steht befriedigend. Roggen zeigt, weil Mederschläge die Saat in der Blüte getroffen haben, einen Rückschlag, ficht aber im Landesdurchschnitte >efriedigend. Wintergerste hält sich gut, Sommergerste keht schwächer. Hafer litt unter der Stätte und Nässe am wenigsten und steht befriedigend. Rapssaat zeigt einen großen Rückschlag, Frost und kalte Mederscbläge vernichteten ie auf großen Strecken, die Aussichten sind schwach. Mais bedarf warmer Witterung, es wird befürchtet, daß die andauernde Nasse und Kälte einen kleinen Teil des Anbaues vernichtet haben. Zuckerrübe ist infolge der Kälte in der Entwickelung zurückgeblieben, die Feldarbeiten sind durch fortwährende Regengüsse gehindert, der Durch- chnittsstand ist kaum befriebigent). Sport. Friedenau, 25. Mai. Bei dem SRennen um bas g o I b e n c Rad wurde Robl (München) E rst e r, Dickentmann (ein Holländer) Zweiter und der Engländer Tom Linton Dritter. Arbeiterbewegung. Hußtiugtou (West-Virginia), 25. Mai. In Versammlungen der vereüügten Grubenarbeiter wurde, um eine Lohnerhöhung zu erlangen, der Generalausstand der Grubenarbeiter von Virginia und West-Virginia für den 7. Juni befchloffen. Eisenbahn-Zeitung. Berlin, 24. Mai. Die „Nord. Allg. Ztg." gibt eine eingehende Schttderung über die Entstehung des Eisenbahnunfalls in Neuß am Abend des zweiten Pfingsttages, soweit die behördlichen Untersuchungen dies bereits eststellten, und bemerkt dabei, sicher sei, daß der Weichenteller sich um die Stellung des Ausfahrtssignals nicht gekümmert hat und die Abfahrt des nach Düsieldorf bestimmten Güterzuges anordnete, ober wenigstens zuließ, obwohl er keinen Auftrag bazu erhalten hatte, baß ferner ber Zug- Ährer des Güterzuges bas Abfahrtssignal bem Lokomotivführer erteilte, ohne sich von ber Fahrstellung bes für seinen Zug geltenben Ausfahrtssignals zu überzeugen, was bei bem herrschenden klaren Wetter ohne Schwierigkeit möglich war, baß auch ber Lokomotivführer des Güterzuges sich nicht nach bem für ihn geltenben Signal umsah und ebensowenig barauf achtete, baß bie von ihm zu befahrende Weiche für ihn falsch lag, während dicht hinter ihm auf der rechten Seite das Signal für den Personenzug auf Fahrt stand. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. 600 000 Mark S'/r proz. Anleihe der Provinz Oberhesseu. Die Anleihe wird heute zum ersten Male an ber Frankfurter Börse zum Anfangskurse von 991/« gehandelt 110 000 000 Mark 3proz. Sächsische Reute vom Jahre 1900. Das sächsische Finanzministerium hat den noch unbegebenen Restbestand dieser Anleihe im Betrage von Nom. 50000 000 Mark nunmehr an die Sächsische Bank und die Dresdener Bank in Dresden, an die Allgemeine Deutsche Kreditanstalt in Leipzig, an S. Bleichroder, die Direktion der Diskonto-Gefellfchaft, die Nationalbank für Deutschland und den A. Schaaffhausen'schen Bankverein in Berlin im Betrage von Nominal 50 Millionen Mark fest begeben. Diese Firmen haben ein Konsortium gebildet, diese Anleihe, eingeteilt in Mk. 16000000 Stücke zu Mk. 5000, SOlf. 11700 000 Stücke zu Mk. 3000, Mk. 16 400 000 Stücke zu 1000 Mark, Mark 4 350 000 Stücke zu Mark 500, Mark 750 000 Stücke zu Mark 300, Mark 500000 Stücke m Mark 200, Mark 300 000 Stücke zu Mark 100 zur öffentlichen Zeichnung auflegt Für das Großherzogtum Hessen erfolgt die Zeichnung bei dem Bankhause Aron Heichelheim-Gießen. Der Verband Süddeutscher Walzwerke hat einstimmig die Verlängerung des Verbandes beschlossen, und einen festeren Zu- ammenschluß zu einer gemeinsamen Verkaufsstelle in Aussicht genommen. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 26. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. An;."). Amtliche 9b)tierungeu der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen 518 Ochsen, darunter 122 aus Oesterreich, 46 Bullen, darunter 2 aus Oesterreich, 774 Kühe, Fersen, Sttereund Rinder, 0Kuh aus Oesterreich, 199Kälber, 181 Schafe und Hämmel, 1189 Schweine, 0Ziegen, 0 Ziegen-, 00Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 64—66Mk., 2. Qual. 57—60 Mk., 3. Qual. 52—56Mk.; Bullen 1.Qual. 54 bis 56 Mk., 2. Qual. 50—52 Mk.; Kühe L Qual. 58—60 Nck., 2. Quall 55—57 Mk., 3. Qual. 45-48 Mk, 4. Qual. 38—40 Mt, 5. Qual. 35—36 All. Kälber: 1. Qualität 80—82 Pfg., Lebendgewicht 49—50 Pf., 2. CLuat 45—47 Pfg., Lebendgewicht 44—47 Psg., Schlachtgewicht 64—68 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., 2. Qual. 60—62 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 65 Pfg^ Lebendgewicht 51 Pfg., 2. Qual. 64—00 Vfg., Lebendgewicht 50—00 Pfg., 3. Quoll 52—56 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh gut, Markt: geräumt Ueberftanb bedeutend. ko. Frankfurt a. M., 26. Mai. (Orig^-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notterungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen All. 17.25—17.50, Kurhessischer Mk. 00.00—00.00, La Plata All. 17.25—18.00, Kanfas Nck. 17.25—18.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14.25—14.75, Gerste (Wetterauer) Nik. 15.75—16.25, Hafer Dlk. 17.50—18.00, Mais Mk. 12.00 bis .Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24.50—25.00, 2. Qualität Mk. 22.50 bis Mk. 23.00, 3. Qualität Mk. 20.50—21.00, Roggenmehl 0 Mt 22.50—23.00, 1. Qualität Mk. 21.25—21.50, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mt 9.00, Roggenkleie Mk. 9.25—9.50, Maiskeime Mk. 9.50 bis Nck. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Spielpllm der vttrmigteu Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 27.9)lai, abends 6 Uhr: „Tie Meistersinger von Nürnberg." Walther von Ltolzing: Herr Josef Tijssen von der Niederländischen Oper in Amsterdam als Gast. Mittwoch den 28. Mai*): Erstes Gesamtgastspiel der Königlichen Hofoper aus Stutgart: Zum ersten Male: „Lobetanz." Hieraus: „Tie Hand." Donnerstag den 29. Mai: „Margarethe." Freitag den 30. Mai: Zweites und letztes Gastspiel der Königlichen Hofoper aus Stuttgart Zum ersten Male: „Die kleinen Michus." Samstag den 31. Mai, abends halb 7 Uhr: „Tristan und Isolde." Sonntag den 1. Juni: „Der Postillon von Lonjumeau." Hieraus: „Phantasien im Bremer Ratskeller." Alontag den 2. Juni geschloffen. , . „ Schauspielhaus. Dienstag den 27. Mai*): „Die Zeche." Hieraus: JBiel Lärm um nichts." Mittwoch den 28. Mai: Zum ersten Male wiederholt: „Rühmlose Helden." Donnerstag den 29. Mai: „Im meinen Roßt" Freitag den 30. Mai: „Tie Räuber." Karl Moor: verr Rich. Kirch als Gast. Samstag den 31. Mai: „Rühmlose Helden." Sonntag den 1. Juni: „Rühmlose Helden." Montag den 2. Juni: Zum Besten der Pensionsanftalten der städtischen Theater: „Robert und Bertram" oder „Die luftigen Vagabunden." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Schiffsuachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 22. Mai. (Per transattamischen, Telegraph.) Ter Doppelschraubendamvter „Kaffel", Äapitän B. Petermann, vom Norddeutschen Loyd in Bremen, deuL T morgeofc wohlbehalten in Newyork angcfomxnen. Bremen', 22. Mai. (Per transatlantischen Telegraph^ Der Toppelfchraubea-Postdamp'er „Frankfurt*, KapttänE. Malchow, vom 9lorddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr abends '.>ol'li'el>alien in Balmnore angckommen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. SDlat )iai?nqda oO pw lapiucuofö , ff) (ßuehner Wiesbaden. Elektrische Licht u. Krxft- Anlagen in jedem Umfange. Centralen lür St&dte. Lieferung s&mmtlich. Bedarfs-Artikel. Bngenieur-Besuch und Projekte kostenfrei. Eigene mechanische Staptlahrit in Olpe in Westfalen. Firma: Gebr. UoHerholl Tägliche Produktiou circa 50 Dutzend. ykum 1. Oktober 4-Zirn.-Woh» O nung nebst Zubehör gesucht. Nähe Bahrchos bevorzugt. Offert. mit Preis unt. 02359 an Exped. Stadt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen: OchjkBrilch 56 Kfg. 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