Nr. ISO •rffteint täglich außer Sonntags. Dem Dteßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener FamUiew blätter viermal in der Woche beigelegt. -Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'scheu Untverf^Buch- u.8teü»e druckerei (Preis ch Erdenk Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depesche«: Anzeiger Gieße«. Kernsprechanschluß Nr. 51. Montag 36. Mai 1902 ISS. Jahrgang Erstes Matt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezugSpret-r monathcb 7bPs., mertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Hwergstellen monallich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel- sährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« sür die Tageonummer bis vormitlags 10 Uhr. ßeUenpreifi: lokal 12$U auswärts 20 Psg. Derani lvortlich: sür den poltt. u. aUgem. Teil: P. Wtltko: für „Stadt und Vanb* und ,(3end)lSjoal*:9LDttt» mann; sur den Anzeigenteil: Hanö Beck. Der Stadtvorstand von Nidda beabsichtigt, mit dem am 1. September dS. IS. stattftndenden Herbstmarkte eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und sonstigen Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zur Prämierung zu gewinnen. Großh. Ministerium hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 8000 Lose zu 0,50 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 pEt. des Brutto- erläses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinn- gegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Ober- heffen gestattet worden. Gießen, den 24. Mai 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Der Oberhessische Bienenzüchteroerem beabsichtigt, mit seiner am 13., 14. und 15. September ds. Js. zu Lauterbach stattftndenden 42. Wanderversammlung eine Verlosung von Bienenvölkern, Bienenprodukten und Bienenzuchtgeräten zu verbinden. Großh. Ministerium hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 5000 Lose zu 50 Pfg. das Stück ausgegeben werden dürfen und inindestens 60 pCt. des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinn- gegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. Gießen, den 24. Mai 1902. Großherzogliches Kreisarnt Gießen- I. V.: Dr. Wagner. Politische Wochenschau. „Wer kennt die Völker, nennt die Nomen" . . . fast möchte man"s ausrufen angesichts der Hochflut von Ko n- g r e s s e n uird Versammlungen, die diesmal zur ,Pfingstzeit über Deutschland hereingebrochen ist. Da? tagen: Die Deutsche Kolonialgesellschast in Halle a. S., der Evangelisch-soziale Kongreß in Dortmund, der Verband deutscher Gewerbcschulmänner in Karlsruhe, die deutsche Lehrerversammlung in Chemnitz, der Landesverband preußischer Volksschullehrerinnen in Halle a. S., die deutschen Neu- phttologen in Breslau, der deutsche Gymuasialverein in Bonn, der Allgemeine deutsche Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande in Stuttgart, der Kongreß für Schulgesundheitspflege in Weimar, der deutsche Bergarbeiterverband in Essen a. R., der Jitternationale Berg- arbeiterkongreß in Düsseldorf, der Verband deutscher Gewerbegerichte in Mainz, der Kongreß deutscher Steinarbeiter in Leipzig, der Gewerkverein der deutschen Maschinenbauarbeiter in Berlin, der Verein der deutschen Chemiker in Düsseldorf, der Bergbauliche Verein in Essen a. R., der Zoologenkongreß in Gießen und die deutsche Burschenschaft zur Einweihung ihres machtvollen Germanentempels der Erinnerung in Eisenach. Fürwahr eine bunte Reihe, in der Ideales und Reales, das Soziale, Historische, Nationale, Ethische und Pädagogische gleichermaßen zur Geltung kommt. Tic Verhandlungen des Bergbaulichen Vereins wurden durch eine ministerielle Rede gewürzt. Preußens Handels- Minister Möller gedachte des halbvergessenen Mittel- lano kanal-Projektes. Die Macht der Verhältnisse, so prophezette der Minister, werde sich schließlich stärker erweisen, als die O P P o s i t i o n. Aber diese Macht komme nicht zur Geltung, wenn nicht die beteiligten Kreise sich in der nötigen Weise Geltung verschafften. Dazu bemerkt die agrarrsche „Dtsch Tgsztg.": „Was ist denn nun eigentlich die Macht der Verhältnisse?" Im übrigen alauben wir nicht, daß die regste Agitation der bergbaulichen Interessenten die Kanalvorlagc zu neuem Leben erwecken wird, wenigstens nicht, solange das preußische Abgeordnetenhaus die gegenwärtige Zusammensetzung aufweist. Wie wäre es mit der Parole „Mittellandkanal" für die Neuwahl zum preußischen Parlament? Von außerordenttichem Interesse für Universitäts- kreise ist die dieser Tage vor dem Berliner Landgericht verhandelte Frage, wieweit Veröffentlichungen aus akademisch enVorträgen statthaft sind. Wie wir mitteilten, hat der bekannte Berliner Nationalökoiwm Prof. Dr. Sch m o ller gegen einen Studenten, der einigt charak- teristtsche Aeußerungen Schmollers über den Zolltarif zu einem Zeitungsartikel verarbeitet und derart veröffentlicht, Strafantrag wegen Verletzung des Urheberrecht-Gesetzes gestellt, und zwar im EinveV- ständnisse mit den Universitätsbehörden, um die Frage des Schutzes der akademischen Freiheit einmal grundsätzlich zur Entscheidung zu bringen. Das Gericht hielt einen groben Verstoß gegen die akademische Sitte und Ordnung für vorliegend und ahndete ihn mit der Verurteilung zu *200 Mk. Geldstrafe oder 40 Tagen Gefängnis. Außerdem hat der Student, der energisch bestreitet, von ehrloser ooer gewinnsüchtiger Absicht geleitet gewesen zu sein, eine disziplinarische Bestrafung seitens der akademischen Behörden zu gewärtigen. Er hat übrigens seinen Verteidiger mit der Anmeldung der Revision gegen das Urteil beauftragt. — Soweit die Berliner Presse sich mit der Angelegenheit beschäftigt, steht sie nicht auf der Seite Schmollers. Auch die freisinnige ,^Zoss. Ztg." legt Verwahrung dagegen ein, daß die Vorträge eines Professors als Beichtgeheimnis behandelt werden. Weder Fichte noch du Bois-Reymond hätten sich dagegen gesträubt, daß ihre Vorlesungen Anlaß gaben zu öffentlichen Erörterungen. Auf dem Gebiete der Auslandspolitik brachte die verflossene Woche den Attentatsversuch gegen den jungen Königvon Spanien, der zur Entdeckung einer Anarchistenverschwörung führte. Ein böses Vorzeichen am Krönungstage! Erfolgreicher waren die Mordgesellen leider wieder in Rußland, wo die Revolverkugel eines polttischen Verbrechers den General gouvern.eur von Wilna traf. Währenddessen klangen in Petersburg die Champagnerkelche Nikolaus II. und Präsident Loubets aneinander, trank man auf die Größe der verbündeten Staaten, auf die beiden tapferen Heere und ruhmvollen Kriegsflotten. Mehr konnte von den Petersburger Tagen auch nicht erwartet werden. Das für die politische Welt Wesentliche aber war die Versicherung des Zaren, daß der Zweibund in der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens seine Bestimmung hat, nrit anderen Worten, daß starke Rüstungen eine Gewähr bieten für die Fortdauer des Friedens. Einem ähnlicher! Gedanken gab fast zur selben Stunde Kaiser Wilhelm in Lothringen Ausdruck, indem er Deutschland als einen felsenfesten Hort des Friedens bezeichnete, eines Friedens selbstverständlich nur, der bedingt ist durch die dauernde Zugehörigkeit Elsaß-Loth- ringens zum Reich. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die Rede Kaiser Wilhelms in Kürzel als ein besonders bemerkenswertes Gegenstück zu den Trinksprüchen in Petersburg. Der deutsche Kaiser jprach in diesem Zusammenhänge nicht von Elsaß-Lothringen, aber er sprach auf reichsländischem Boden; der Zar that Elsaß-Lothringens auch nicht Erwähnung, aber er ließ keinen Zweifel, daß er für die Pläne der französischen Chauvinisten niemals zu haben sein werde. Präsident Loubet schwimmt nun wieder der Heimat zu, aber schwerlich leichten Herzens. Seiner wartet ein gerüttelt Maß politischer Sorgen; gilt es doch, einen neuen Ministerpräsidenten ausfindig zu machen, ein Experiment, bei dem der innere Friede in Frankreich leicht in die Brüche gehen kann. Vernehmlich klingt nunmehr auch die langersehnte Friedensmelodie von der Themse aus in die Welt. Die leitenden Staatsmänner Altenglands zieren sich zwar noch ein Weilchen, aber es hat wohl im Ernst kein brttischer Minister den Mut, das mühsam geförderte Frie- denswerk in zwölfter Stunde durchkreuzen zu wollen. Wir glauben nicht fehl zu geben in der Annahme, daß vor allen König Eduard aus eine endliche Verständigung mit den Bärenführern hingedräugt hat. Gewiß, England ist ein parlamentarisch regiertes Land, Ministerium und Volksvertretung haben zu entscheiden — doch der König weiß sich in dem Wunsche, bie Feindseligketten baldigst zum Abschluß zu bringen, mit der gesamten gesitteten Welt eins, und die- Autorität dieses Faktors dürfte selbst Herr Chamberlain nicht leugnen wollen oder können. Es wird ohnehin jahrzehntelanger Arbeit bedürfen, um das wieder aufzurichten, was durch diesen unseligen törieg niedergebrochen ist. - -- ■ Krzbtschof Ar. Simar f. Ein Telegramm unseres Samstagblattes meldete das Ableben des Erzbischofs von Köln, Dr. Hubertus Simar. Ter Verstorbene hat ein Alter von 67 Jahren erreicht; er wurde 1837 als Sohn des Kaufmanns Simar in Eupen geboren und war der Jüngste von acht Geschwistern. Nmhdem er in Türen das Gymnasium besucht und das Abituriertten- exainen bestanden, widmete er sich vom Herbst 1853 ab, in Bonn dem Studium der Philosophie und Theologie. Ostern 1858 trat er dann in das erzbischöfliche Pricstersemirurv ein Turch den verstorbenen Weihbischof Tr. Baudri empfing er 1859 die Priesterweihe. Bereits 1858 war er in Münster zum Lieeneiaten der Theologie promoviert. Als Kaplan nrurbe er zuerst an die Stiftskirche nach Bonn berufen. Zu Ostern 1860 übernahm er auf Anordnung der erzbischöflichen Behörde eine Repetentenstelle im theologischen Konvikt zu Bonn. Ende 1864 wurde er außerordentlicher Professor für systematische Theologie. 1867 hatte ihm die theologische Fakultät zu Münster hoiwris causa den thologischen Toktortitel verliehen. In dieser Zeit gab ec em Lehrbuch, der katholischen Moraltheologie heraus. In der stürmischen Zeit, welche die Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas zur Folge hatte, entstanden auch für ihn unerquickliche Verhältnisse durch Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und vielen seiner Freunde und Amtsgenossen. Dadurch erwachte in ihm der Wunsch nach einer freien Wirksamkeit. Er wurde 1880 zur ordentlichen Professur dep Dogmatik und Apologetik an der theologischen Fakultät der rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitüt ernannt. Nach 30jähriger Universitätsthätigkeit wurde er zum Bischof von Paderborn gewählt und am 19. Februar 1900 zog Tr. Simar als Erzbischof in Köln ein. Sein Einzug gestaltete sich zu einer ra.usdrucksvollen Kundgebung der katholischen Bevölkerung Kölns und der Rhein lande. War er doch der erste Erzbischof von Köln, der in der Erzdiözese geboren war. Als ihn Oberbürgermeister Becker bei seinem Einzuge in Köln willkommen hieß, erwiderte Erzbischof T-r. Simar il a.: „Mögen die wechselseitigen Beziehungen zwischen der weltlichen und kirchlichen Macht stets so freundliche und vertrauensvolle sein, wie es die glückliche Lösung hoher Aufgaben, besonders auf dem Gebiete des Unterrichts, der Erziehung und der Charitas erheischt. Ich gebe mich der Hoffnung Yin, dem konfessionellen und sozialen Frieden starken Schütz zu bringen." Tiefem Gelöbnisse ist der Heimgegangene Oberhirt mit voller Pflichterfüllung gerecht geworden und hat sich in der ver- yältnismaßig kurzen Zeit seines dortigen Wirkens die Hoch^> achtung und Wertschätzung nicht nur der katholischen Bevölkerung, sondern auch bei den Mitgliedern der anderen Glaubensbekenntnisse zu erringen gewußt. Aber auch Kränkungen blieben ihm nicht erspart; als unlängst die Polen im Bergrevier die katholische Kirche als Vorspann für ihre politischen Zwecke benutzen wollten und dabei die Person des Heimgegangenen Erzbischofs in die Angelegenheit hineinzogen, fanden sie durch diesen eine Zurechtweisung, die aus nationalen Gründen notwendig war. Er war allem äußeren Pomp abhold und gab dies öffentlich lund; er war ein echt deutscher Mann von vornehmer Gesinnung. Der Kaiser telegraphierte aus Uroille: Die Meldnna von dem Hinsch^eiden des Erzbischofs Dr. Simar hat mich Kessische Bereinigung für Volkskunde. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") fc. F r a n k f u r t a. M., 25. Mai. In der „Rosenau" hier hielt gestern nachmittag die „Hessische Bereinigung für Volkskunde" unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimrats v. Bechtold-Gießen ihre konstttuierende Versammlung ab. Sie bestand früher als Sektion des Ob er hessischen Geschichtsvereins. Als solche hat sie sich aufgelöst, um einen selbständigen Verein zu gründen. Nach den Satzungen, die einstimmig gutgeheißen wurden, ist es Aufgabe des Vereins, die volkskundlichen Ueb er Heferungen in Hessen aus Gegenwart und Vergangenheit zu sammeln und zu bearbeiten, um daraus ein Bild des hessischen Volkslebens zu gewinnen. Die Förderung der volkskundlichen Forschung nach jeder Richtung ist Zweck und Ziel des Vereins. Das Verständnis dafür will er in weitere Kreise tragen. Umfragen und Versendung von Fragebogen sollen zur Aufzeichnung der mundartlichen Eigentümlichkeiten, der Lieder, Atärchen und Sagen, der Rechtsauffassung, Sitten und Gebräuche des Volkes, zur Beschreibung von Trachten, Wohnungen, der Möbel und Gerätschaften, sowett sie volksmäßigen Ursprungs sind, und volkskundliches Interesse haben, anregen. Aus den auf diese Weise gesammelten Stoffen soll ein volkskundliches Archiv gebildet werden. Die Zeitschrift des Vereins, die von Prof. Dr. Strack herclusgegebenen hessischen Blätter für Volkskunde", liegt in chrer ersten Nummer bereits vor. Sie soll über die Vereinsarbeit berichten, Mttteilungen aus dem Archiv sowie umfangreichere Publikationen bringen, die sich mit der Darstellung des hessischen Volkslebens befassen. Derartige größere Publikationen sollen auch möglichst oft in der Tagespresse gebracht werden. Die Versammlungen sollen stets in Frankfurt a. M. abgehalten werden, weil man hier eine besonders thatkrästtge Unterstützung des Vereins erhofft. Dabei mag betont werden, daß der Verein seine Thätigkett keineswegs auf das Großherzogtum Hessen beschränken, sondern sie auch auf die benachbarten, namentlich kurhessischen und nassauischen Gebiete ausdehnen will. In den Vorstand wurden gewählt: die Herren Provinzialdirektor Geh.-Rat v. Bechtold, Prof. Dr. Strack, Privatdozent Dr. Helm .Kaufmann H. Mettenheimer, Fabrikant A. Bock, Prof. Dr. Albrecht Dieterich, Prof. Dr. P. Trews, Pros. Dr. E. Jung, Kreisschulinspektor Dr. E. Lucius, sämtlich in Gießen, und Pfarrer O. Schutte in Beuern. Der Vorstand hat sich durch Zuwahl aus den anderen hessischen Provinzen zu ergänzen. Nachdem der geschäfttiche Teil erledigt war, hielt Prof. Dr. Albrecht Dieterich aus Gießen seinen angekündigten Vorttag über „Wesen und Ziele der Volkskunde", auf den wir morgen ausführlich Kurückkommen. * Upsala, 22. Mai. Die schwedische Grad- meisungsexpeditiou geht am 26. Juli von Tromsoe mit dem Dampfer „Laura" nach Spitzbergen ab. Der Leiter der Expedition ist Rubin. Ferner gehen mit als Astronom Dr. v. Zipcl, Kartograph Leutnant Duner. Das Ziel der Expedition sind die sieben Inseln nördlich von Spitzbergen. Die Rückkehr nach Tromsoe soll am 10. September 1902 erfolgen. Tie Lebensrnittel, welche die Expedition mitnimmt, sind für ein Jahr berechnet. Petersburg, 24. Mai. Ter Zustand Leo Tolstois hat sich wieder verschlimmert. Tie Temperatur stieg auf 39 Grad. Tie Nächte sind unruhig. Ten Tag verbringt der Patient meist schlummernd. Ter Puls beträgt 90. Die Aerzte vermuten einen Magen-Typhus. Dr. Karl Wessely, der verdienswolle österreichische Papyrus» forscher, hat in einem Wiener Papyrus neue Sprüche des Kynikers Diogenes aufgesunden. Die Rolle stammt etwa aus der Zeü des Pompejus, es sind von ihr noch eine Anzahl von Kolumnen, zum Teil in leidlichem Zustande erhallen, und man findet aus den vergilbten Blättern wichtige Neuigkeiten, z. B. die Geschichte von Tiogenes und den Wächtern, von Tiogenes in der Barbierstube, von Tiogenes mit beut Stock, von Tiogenes und Menandros:c. Die ganze Rolle mag ehedem etwa 300 solche Sprüche enthalten haben. — Born Uhrmacher zum Professor! Dem Leiter der deutschen Uhrmacherschule in G l a s h u 11 e, Direktor L. Strasser, ist, wie die .Leipz. Uhrmacher-Zlg." mmeilt, vom König von Sachsen der Titel .Professor" verllehen worden. Ter also Ausgezeichnete ist 1853 geboren, trat nach Besuch der Volksschule bei einem Uhrmacher in die Lehre und war bei verschtedenen Meistern in Stellung. Nachdem er selber eine Werkstätte für Präzisionsuhren und Feinmechanik begründet hatte, mürbe er Direktor und Lehrer an der Glashütter Uhrmacherschule. mit aufrichtiger Trauer erfüllt und ich spreche dem Domkapitel uno der ganzen Diözese zu dem schweren Verluste, den Gott der Herr durch die so zeitige Abberufung dieses treuen Oberhirten über das Erzbistum Köln gebracht hat, meine wärmste Teilnahme aus. Tie großen Verdienste des Verewigten in allen von ihm bekleideten kirchlichen Aemtern, die seltenen, mit treuer patriotischer Gesinnung gepaarten ausgezeichneten Charaktereigenschaften sichern ihm bei mir für alle Zeiten ein freundliches und dankbares Gedenken. Ter Kronprinz telegraphierte: „Ich bin über den Tod des Erzbischofs Simar, den ich noch vor kurzem in Düsseldorf begrüßt habe, tief betrübt. Nicht allein die katholische Kirche, das ganze Vaterland verliert in ihm einen f einer besten Männer." Ter Reichskanzler Graf Bülow telegraphierte: „Euer Hochwürden Telegramm über das so unerwartete Hinscheiden des auch von mir hochverehrten Erzbischofs Simar hat mich tief bewegt. Dem Domkapitel und der Erzdiözese spreche ich zu dem schmerzlichen Verlust, den mit ihr das Vaterland erleidet, mein herzlichstes Beileid aus." Auch der Erb-großherzog Friedrich von Baden, Minister boxt Rheinbaben, Generaloberst von Los sandten Beileidsdepeschen. Die Beisetzung des Erzbischofs soll nach den vom Metropvlitankapitel getroffenen Bestimmungen am 27. Mai stattfinden. Vorm. 8 Uhr erfolgt die Ueberführung der Leiche vom erzbischöflichen Palais aus nach dem Dom, wo der Verstorbene neben seinem Vorgänger Kardinal Kre- menz in der Gruft unter dem Chore des Domes beigesetzt wird. Kauptversammlrrng des Hverhesstschen Höstöau-Aereirrs. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") e. Gießen, 25. Mai. Die Haupt-Versammlung des Oberhessischen Obstbau- Pereins fand heute nachmittag unter Vorsitz des Grafen O r i o l a - Büdesheim auf dem Lenz'schen Felsenkeller statt. Es wohnten chr u. a. Landesökonomierat Müller und ein Vertreter des hessischen Landwirtschaftsrats bei. Der Präsident gab nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder zunächst der Hoffnung Ausdruck, daß die kalte Witterung der vergangenen Wochen den Aepfeln nichts geschadet, und wenigstens hinsichtlich dieser Obstart in der Provinz Oberhessen Erträge geerntet werden, mit denen sowohl die in diesem Jahre in Butzbach stattfindende Ausstellung des Oberhessischen Obstbau-Vereins, wie die in Stettin stattfindende'Ausstellung des allgemeinen deutschen Pomologen-Vereins würdig beschickt werden können. Weiter teilt der Vorsitzende mit, daß die Zolltarifkommission des Reichstags beschlossen habe, den Zoll für unverpackte, auf Wagen oder Schaffen eingeführte Aepfel, Birnen und Quitten während der Zeit vom 16. November bis 30. September auf Mk. 2.50, festzusetzen, für die übrige Zeit aber Zollfreiheit "zu gewähren; er hoffe, daß die hessische Regierung die Interessen der Obstzüchter beim Bundesrat wahren werde. In dem hierauf von Direktor Dr. v. Peter erstatteten Rechenschaftsbericht über das Jahr 1901/2 wird zunächst das Hinscheiden des bisherigen Präsidenten, Regierungs- und Kreisrats Dr. Braden, bedauert, dessen Andenken der Verein stets in Ehren halten werde. Mehrfache Erkrankungen des Beamtenpersonals waren die Ursache, daß die Zahl der Vorträge in den Gemeinden und der Demonstrationen in den Baumanlagen eingeschränkt werden rn^ußte; es fanden 221 Vorträge statt. Die Mitgliederzahl hat in allen Kreisen zugenommen; sie beläuft sich in den Kreisen Alsfeld auf 594, Büdingen 783, Friedberg 1581, Gießen 892, Lauterbach 339, Schotten 375. Der verdiente Obstbautechniker M etz ist in infolge seines hohen Alters als Beamter ausgeschieden; an seine Stelle trat Obstbautechniker Koch; Obstbaumwart Frank aus Eberbach wurde neu angestellt. — Dem Institut der Obstbaumwärter, von denen über 200 in Friedberg ausgebildet wurden, wurde weitere Fürsorge zu teil durch Veranstaltung besonderer Baumwärter-Versammlungen, Uebertragung des Obsthandels in den Gemeinden, der Vermittelung des Obstverkaufs an dieselben und Unterweisung in der Obst- verpackung. Als besonders interessant wurden die Berichte der Obstbautechniker über den Stand des Obstbaues in der Provinz bezeichnet. Durch Vermittelung des Vereins wurden im Berichtsjahr 3322 Obstbäume an die Mitglieder abgegeben,' und durch Abgabe von Obstreisern dem Dortenwirrwarr entgegenzuarbeiten gesucht. Auf dem Gebiete der Obftverwertung war im vergangenen Jahre infolge der hohen Preise weniger zu erreichen; dagegen war die Obstausstellung in Schotten von gutem Erfolg, her Ertrag in diesem Kreise über Erwarten günstig. — Aus dem Kassenbericht ist zu entnehmen, däß an Mitgliederbeiträgen Mk. 4499, an Staatszuschuß zur Förderung des Obstbaues Mk. 3100, aus Ausstellungen Mk. 1036, aus der Vereinszeitschrift Mk. 2382, aus Zuschüssen der Kreise und landwirtschaftlichen Vereine für Vorträge Mark 1500 eingingen, die Gesamteinnahme sich auf Mk. 16 649 stellt, der die gleiche Summe an Ausgaben gegenübersteht. Unter letzterer erscheinen: Vereinszeitschrift Mk. 2092, Vorträge, Versammlungen usw. Mk. 2706, Gehalte der Techniker Mk. 2215, Bureaukosten Mk. 870, Ausstellungen Mk. 966, Versuchsgärten und Vereinsbezirksbaumwarte Mk. 1774. Aus dem hierauf vorgetragenen Voranschlag für 1902/3 ist zu erwähnen, daß infolge der ungünstigen Lage der Staatsfinanzen auch der Staatszuschuß durch den landwirtschaftlichen Provinziale rein um 900 Mark gekürzt wurde. Der Präsident gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch hier bald eine Wendung zum Besseren im Interesse des Obstbaues eintreten möge. Ter nächste Gegenstand der Tagesordnung betrifft die Einrichtung eines M o st o b st m a r k t e s durch die Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt. Nachdem der Referent, Direktor Dr. v. Peter- Friedberg, über die Thätig- Eeit der Obstverwertungsstelle in Bezug auf das Tafelobst kurz berichtet, wies er darauf hin, daß die Einrichtung von Mostobstmärkten ebenso notwendig sei, wenn die Obstzüchter nicht benachteiligt werden sollen. Aufgabe der Zentralstelle wird es sein, Adressen von Kelterobstkäufern zu sammeln, Angebote der Verkäufer entgegenzunehmen, durch Anzeigen auf die Zentralstelle aufmerksam zu machen, dabei aber die Interessen der Obstzüchter im Hinblick au sogen, faulen Kunden zu wahren. Nach einer vom Redner vorgelegten Marktordnung soll nur deutsches Obst zugelassen werden. Ter Verkauf erfolgt nach Proben in Mengen von fünf Kilo; den Proben sind Begleitscheine und Ursprungsgebiet des Obstes, mit Angabe des Vorrats in Kilogramme, des Preises, der Lieferzeit, des Wohnorts des Verkäufers re. beizugeben. — I t der Debatte wurde von einem Redner bemerkt, daß es (besser sei, wenn der Verkäufer selbst an Ort und Stellt sei. — Der Vorsitzende empftchlt den Obstzüchtern sorgsif ugste Sortierung, damit nicht wertvolles Tafelobst in die Kelter wandere. — Weiter wurde der gemeinschaftliche Bezug von Verpackungmaterial für Obst angeregt, den der Vorsitzende einzurichten versprach, wenn sich eine genügende Anzahl von Abnehmern meldet. Bei der nun folgenden V e r t e i l u n g von T i p l o m e n an die zu Vereinsbaumwarten ernannten Schüler der Obstbaumschule forderte der Vorsitzende die jungen Obstbaumwärter auf, ihre Diplome nicht nur als Anerkennung ihres Strebens zu betrachten, sondern als Anregung zum Weiterlernen im Interesse des oberhessischen Obstbaues. Tas Diplom als Vereinsbaumwart erhielten: Karl Jost aus Hausen, Ludwig Noll aus Trohe, Heinrich Schmidt aus Romrod und Andreas Z i m m e r ma n n aus Büdingen. Professor Reichelt von der Obstbauschule in Friedberg sprach hierauf über die Bestäubung der Blüten und ihre Beziehung zur Fruchtbarkeit der Ob st bäume. Ueber diesen Vortrag, der seines wissenschaftlichen, auf eigenen Forschungen und Beobachftingen des Redners beruhenden interessanten Inhalts besonderen Beifall und lobende Anerkennung des Vorsitzenden fand, werden wir gelegentlich ausführlich berichten. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß der Provinz Oberhessen in diesem Jahre wenigstens eine reiche Apfelernte zuteil werde. Ans Stadt und Land. Gießen, den 26. Mai 1902. * * Audienzen. Der Großherzog empfing am 24. Mai u. a. den Oberst v. Jablonowski, Kommandeur des 5. Großh. Jnf.-Regts. Nr. 168, die Leutnants Krömmel- bein und Pyhrr von demselben Regiment, den Professor Dr. Pfannen stiehl, Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Gießen, den Professor Dr. Collins, Oberlehrer am Realgymnasium in Gießen. * * Bestätigung. Der Großherzog hat den von den Freiherrn v. Gemmingen auf die evangelische Pfarrstelle zu Wolfskehlen, Dek. Eberstadt, präsentierten Pfarrer Götz zu Langenhain für diese Stelle bestätigt. * * Justiznachricht. Gerichtsassessor Plagge in Darmstadt wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei Großh. Amtsgericht Nidda beauftragt. * * Ernennungen. Ernannt wurde der Gefangenaufseher am Gefängnis in Darmstadt Betz zum Hausbeschließer am Justizgebäude in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Juli an. Der Großherzog hat den Hauptsteueramtsassistenten in Mainz Dexheimer zum Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Offenbach, den Steuereinnehmer in Stockheim Schmelzer und den Finanzaspiranten Beck aus Darmstadt zu Buch- ;altern bei der Hauptstaatskasse, den Hauptsteueramtsassistenten in Darmstadt Wormser zum Steuereinnehmer in Stockheim, den Bureauassistenten bei der Eisenbahndirektion Mainz Bach zu Mainz und den Finanzaspiranten Krieb aus Altenstadt, ersteren mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an, zu Ministerialrevisoren bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen, die Finanzaspiranten Eifert aus Herbstein mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an zum Assistenten bei der Bezirkskasse Worms und Schäfer aus Worms mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an zum Assistenten bei der Bezirkskasse Offenbach, den Steueraufseher Maul zu Gießen zum Hauptsteueramtsassistenten in Mainz und den Finanzaspiranten Frank aus Grünberg zum Hauptsteueramtsassistenten in Darmstadt ernannt. * * Tas Regierungsblatt, Beilage Nr. 11 enthält: 1. Bekanntmachung, Die für das Rechnungsjahr 1902— 1903 zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde Mainz zu erhebende Umlage betreffend. — 2. Uebersicht der von Großh ermöglich em Mini- terium des Innern für das Etatsjahr 1902/03 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Darmstadt. — 3. Uebersicht der von Großherzogl. Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1902/03 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse in den Landgemeinden des Kreises Gießen. — 4. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1902/03 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der Stadt Worms. — 5. Uebersicht der von Großherzoglichxm Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1902/03 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde des Kreises Büdingen. — 6. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1902/03 zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Offenbach genehmigten Umlagen. * * Zur Apothekenfrage, lieber die Verlegung einer unserer drei Apotheken in den südlichen Stadtteil ist in der vergangenen Woche in der Stadt viel die Rede gewesen. Wir können mitteilen, daß thatsächlich Apotheker Dr. Caesar an der Frankfurterstraße, in der Nähe des Seltersthores, ein HauS erworben, allerdings die Rechtsgiltigkeit des Kaufes davon abhängig gemacht hat, daß das Ministerium die Erlaubnis erteilt, die Hirsch-Apotheke in jenes Haus zu verlegen. Die Lage unserer drei Apotheken an einer eng umgrenzten Stelle entspricht schon lange nicht mehr den Verhältnissen und so darf man wohl hoffen, daß das Ministerium im Interesse der Allgemeinheit dem Plane der Verlegung der Hirsch-Apotheke die Genehmigung erteilen wird. * * Besitzwechsel. Das Besitztum der Witwe Chr. Leo, Seltersweg 73, ging für 40 000 Mk. durch Kauf an Bauunternehmer Winn über. * * Vettragsbedingungen für die Ausführung von Garnison- bauten. Die in der Regel vorgeschriebenen allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Garnisonbauten, sowie besonderen Bedingungen für die Bewerbung um Leistungen für die Garnisonbauten liegen im Geschäftsloka der Garnisonverwaltung zur allgemeinen Einsicht aus; auch kann von diesen Bedingungen bezw. Bestimmungen auf der hiesigen Bürgermeisterei Kenntnis genommen werden. * * Zu Gunsten der Buren sind bei der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes weiter eingegangen: Erlös einer Lotterie zu Gunsten der Buren, veranstaltet von drei Schülerinnen der höheren Mädchenschule 16 Mk., gelegentlich eines gemütlichen Beisammenseins am Stammtisch zur „Stadt Lich" 3 Mk., von F. H. G. Ungenannt K. 2 Mk., Gesangverein Liedertafel in Lollar 10 Mk. Zusammen 31 Mk. Inzwischen ist der Betrag der Sammlung gestiegen au 538114,94 Mk. Für Unterstützungszwecke sind bereits verwendet resp. bewilligt 391 153,57 Mk. Es stehen zur Ver- fügung noch 146 961,37 Mk. ** Zum Petroleumhandel. Unter den hiesige» Detaillisten ist eine lebhafte Bewegung im Gange, die gegen das Vorgehen der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft, Tochtergesellschaft der „Standard Oil-Company New-York" gerichtet ist. Wir entnehmen Zirkularen, die zur Aufklärung der Konsumenten und Detaillisten versandt werden sollen, folgendes: Diese Gesellschaft hat bekanntlich den Petroleum-Hand^ chon soweit monopolisiert, daß sie in einer größeren Anzahl Städte und Dörfer Deutschlands den Verkauf art Detailleure und Konsumenten selbst in die Hand genommen hat; sie beabsichtigt, auch hier für ihre Rechnung mit Umgehung des Zwischenhandels den losen Vertrieb des Petroleums aufzunehmen. Zu diesem Zwecke sucht die Gesellschaft, die nebenbei bemerkt, im vorigen Jahre 48 Prozent Dividende verteilte, die Detailleure und sonstige Abnehmer durch Anbietung von allerlei Vorteilen zu veranlassen, ihren Petroleum-Bedarf nur bei der Deutsch- Amerikanischen Petroleum - Gesellschaft direkt zu entnehmen. Letztere sendet zu diesem Zweck eine Anzahl gewiegter Verkäufer in den betr. Bezirk, welchen sie monopolisieren will. Diese Vertreter haben die Aufgabe, die Detaillisten der Gesellschaft untertänig zu machen. Namentlich wird von diesen Vertretern als eine große Bequemlichkeit hervorgehoben, daß von der Gesellschaft den Detaillisten ein eisernes Stand gefäß geliefert wird, welches im Laden aufgestellt werden kann. Dieser eiserne Behälter wird nach Bedarf durch einen Straßentankwagen gefüllt. Für diese Annehmlichkeit muß der Detaillist sich kontrakt- ich verpflichten, seinen Bedarf bei einer hohen Konventionalstrafe im Uebertretnngsfalle ausschließlich von der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft zu ent*, nehmen, welch letztere den Preis stets vorschreibt und den Betrag bei Ablieferung des Petroleums sofort in bar einkassiert. Die Absicht der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft ist natürlich durch Unterjochung ganzer Bezirke die Preise noch weiter in die Höhe zu treiben.. — In den Zirkularen werden sodann die Interessenten ermahnt, die verderblichen Pläne der Gesellschaft mit allen Mitteln zu bekämpfen und darauf hingewiesen, daß es mit der Würde eines Kaufmanns nicht verträglich ist,' ich zum Handlanger amerikanischer kapitalistischer Unternehmungen herabdrücken zu lassen. -h- Burkhards, 24. Mai. Ein siebenjähriger Knabe verschluckte vor einigen Tagen einen Dechselnagel, so daß ofortige ärztliche Hilfe nötig wurde. Der Junge ist bis jetzt nunber. Vor einiger Zeit stieß er sich einen Dorn in den Finger, so daß dieser, da er eiterte, abgenommen werden mußte. Bad-Nauheim, 24. Mai. Unterhaltungen. Dienstag, 27. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 71/2 bis 91/2 Uhr auf der Terasse Konzert der Kürkapelle. Abends von 8' bis 10 Uhr im Saale Tanz. Mittwoch, 28. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7x/2 bis 9x/2 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Der Tugendhof". Donnerstag, 29. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von l1/i bis 9*/2 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Mozart- und Haydn-Konzert. Freitag, 30. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7*/2 bis 9*/2 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Kyrch-Pyritz". Samstag, 31. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 71/, bis 93/4 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter gegen 10 Uhr Feuerwerk vor der Terrasse. Eintritt wie Sonntag. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Er muß auf's Land". Vorläufige Anzeige: Sonntag, 1. Juni, Konzert der Kapelle des 2. Großh. Hess. Feldartillerie-Regiments Nr. 61 aus Darmstadt. § Vom höheren Vogelsberg, 24. Mai. Infolge der fortwährend ungünstigen Witterung hat sich bei vielen Landwirten ein empfindlicher Futtermangel eingestellt. Jeder Heurest wird gesucht und schon manche mit einem guten Graswuchse angesetzte Wiese ist gemäht und das Gras zur Grünsütterung verwandt worden; auch find hie und da Rapsäcker abgefüttert. Das Vieh beginnt schon im Preise zu sinken. Darmstadt, 24. Mai. Der städtische Voranschlag für das Etatsjahr 1902/03 stellt sich in Einnahme und Ausgabe für die Verwaltung auf 4 727 148 Mk. und für das Vermögen auf 3 537100 Mk., im ganzen auf 8 264 248 Mk. 8. Darmstadt, 25.Mai. Der Großherzog fuhr gestern nachmittag 3.30 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Schönberg zum Besuch der Gräfl. Erbach-Schönberg 'scheu Herrschaften. Heute nachmittag nahm er an dem an der „Not Gottes" stattfindenden Feste teil, worauf er in Schloß Heiligeirberg übernachtete. Von Montag ab wird er einige Tage in Schloß Schönberg zu Besuch bleiben. 8. Offenbach, 25. Mai. Der Gastwirt Johann Leonhard Schneider hier, großer Biergrund 25, wurde gestern durch die Gendarmerie wegen Verbrechens der Kuppelei verhaftet. Mainz, 24. Mai. Der bereits telegraphisch gemeldete schwere Unglücksfall trug sich in folgender Weise zu: Als heute morgen der von Finthen kommende dicht besetzte Arbeiterzug der Dampfbahn an der Einfahrt am Binger Thor ivar, kam ein schwer beladenes zweispänniges Backstein-Fuhrwerk den Berg herab. Die Bremse versagte und der Wagen fuhr mit rasenqer Schnelligkeit direkt von der Seite in die Wagen der Dampfbahn hinein. Die auf der Plattform des 1. und 2. Wagens stehenden verheirateten Arbeiter Franz Brandmüller und Jakob Darmstadt aus Gonsenheim wurden zwischen die Trümmer des Backsteinwagens und denen der Plattform gedrückt und lebensgefährlich verletzt; der Backsteinwagen ist vollständig zertrümmert, das eine Pferd schwer, das andere leicht verletzt. Der Küfer Darmstadt ist 26 Jahre alt, ledig und Ernährer seiner Mutter. Er starb auf dem Wege nach dem Hospital. Brandmüller ist 56 Jahre alt und Lederarbeiter. Ihm wurde der linke Arm abgenommen. Er hat drei Kinder. Auch ein Dritter, der Fabrikarbeiter Werum von Gonsenheim, wurde schwer verletzt; er wurde nach Hause verbracht. Der Fuhrmann Linck wurde verhaftet. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. wurde in Der Oppenheunerstraße der Knabe Philipp Herber von einem Gärtnerfuhrwerk überfahrer und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit in der Wohnung seiner Eltern starb. — Bon einem schweren Geschick wurde eine Familie in Mainz betroffen. Das 12jährige Söhnchen der Familie vergnügte sich kürzlich mit einer An» Vermischtes Hillgärtner ein gebracht wurden. ', Metzger Handel und Verkehr. Volkswirtschaft chkohlengruben zu verschmelzen Mill. Doll. en. bt, Vertreter für Gieße«: Carl Petri, Hier. 3696 zahl gleichalteriger Kameraden auf eurem Spielplatz mft dem Werfen deL Schleuderballe». Da flog der Ball dem Knaben derart auf den Kopf, daß baß Kind sofort einen heftigen Schmerz verspürte und nach Hause gebracht werden mußte, (ßs ist mittlerweile gestorben. — Eine Kuh des Postaaenten Kredel in Kirch-Brombach brachte dieser Tage 5 Kälber zur Welt. AkSM MS den Kirchkllbiichklll der Stadt Guße». Evangelische Gemeinde. Die Sektsteuer ist uuumehr tu dritter Lesung mit 50 Pfeuuig per Flasche angenommen und wird am 1. Juli 1902 iu Kraft trete«. — Schaumwein im Besitze von Hanöhaltnugsvorständen, die weder Ausschank noch Handel mit Getränten betreiben, bleibt, sofern die Gesamtmenge nicht mehr alö SO Flasche« beträgt, von der Nachsteuer befreit! Wir empfehlen den Gönnern unseres „Henkell Trocken" hiervon Gebrauch zu machen und sich zum Bezug au den Weinhaudel zu wenden. Henkell & Co., Mainz. gemeinde. Den 1H. Mai. August Marx, Oekonom zu Gießen und Anna Uhl zu Nidda. Den 19. Ludwig Hemberger, Bahnarbeiter zu Gießen und Marie Mohr, Tochter oes Pflasterers Heinrich Mohr II. zu Annerod. Beerdigte. Mathäusgemeinde. Den 22. Mai. Daniel Amend, Lehrer i. P., verheiratet, 84 Jahre alt, starb den 20. Mai. Katharine Weil, geb. Formhals, Witwe des LohndienerS Karl Weil, 73 Jahre alt, starb den 20. Mai. Luk as g e meinde, Den 19. Mai. Marianne Timpe, geb. Beppler, Ehefrau des 93an* Meisters Friedrich Timpe, 74 Jahre alt. starb den 17. Mai, Johan nesgcmeinde. Ten 21. Mai. Elisabeth Schick, ledige Tochter des Kaspar Schick, 20 Jahre alt, starb den 18. Mai, bine Hardt, Tochter des Schmieds Peter Hardt kusgemeinde. Den 22. Mai. Georg Jakob zu Gießen und Karoline Charlotte Ockel, Tochter des Lekonomen Georg Ockel zu Gießen. Militärgemeinde. Den 21. Mai. Jakob gen. Konrad Seitz, Sergeant zu Gießen und Sophie Ottilie Friederike Leilich, Tochter des Wirts Peter Leilich. Lukas- hatten, war er schon tot. , * Einen scherzhaften Druckfehler leistet sich der Loblenzer General-Anzeiger in Nr. 56. Er teilt seinen liefern mit, daß Miß Roosevelt in diesem Jahre weder nach London noch nach Berlin Kommen wird. „Der Prüfte dent glaubt, feine Tochter sei bei ihrer großen Tugend den Anforderungen, hie der Aufenthalt in Loudon und Berlin an sie stellen würde, nicht gewachsen." * Kiel, 23. Mai. Ein hiesiges Blatt verbreitet die Nachricht von einem groben polizeilichen Mißgriff. Ein völlig unbescholtenes junges Mädchen soll unter dem Verdacht der Unzucht verhaftet und bis zur ärztlichen Untersuchung zwei Nächte im Polizeigewahrsam gehalten worden sein. r * Mannheim, 23. Mai. Im Alter von 66 Jahren ftarb gestern Kommerzienrat Dr .Karl Disfenö, seit dreißig Jahren Präsident des Aufsichtsrates der Mannheimer Tampfschleppschiffahrtsgesellschaft, in welcher Wellung er seinem Vater gefolgt war. Ferner war er Präsident des Aufsichtsrates der Badischen Schiffahrtsassekuranzgesellschaft und Mitglied des Aufsichtsrates der Badischen Rück- und Mitversicherungsgesellschaft, sowie der Lebensversicherungegefellschaft Bita . , * Lemberg, 22. Mai. Dem „P. L." wird berichtet: Auf dem Gutshose in Wißenka bei Janow hat in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 12 Uhr der vierzigjährige Gutsbesitzer Franz Ritter v. Stan e k, der bisher als mehrfacher Millionär galt, mittelst eines sechsläufigen Revolvers feine in den Betten liegenden Kinder, zwei S ö h n e u n d e i n e T o ch t e r, und hierauf seine im Schlafzimmer befindliche bildhübsche Frau erschossen. Ritter v. Stanek feuerte sodann einen Schuß gegen fid), selbst ab; die Kugel verfehlte aber ihr Ziel; 'vtanek holte rasch sein Jagdgewehr, zielte in die Herzgegend und fiel tot zusammen. In einem aufgefundenen Briefe giebt Ritter d. Staneck an, daß ihn der nngünftige Kauf des Gutes Sta- nefti (Bukowina), das zuvor dem Grafen Klemens Tztedus- zycki gehörte, zur Verzweiflung gebracht und in den Tod getrieben habe, da er es nicht ertragen konnte, feine Familie durch verfehlte Güterspekulationen ins Elend gebracht zu haben. Für Stanestie hatte Ritter v. Stanek vor mehreren Monaten nahezu eine Million Gulden bezahlt. Ter Selbstmörder war Berwaltungsrat der Galizischen Hypothekenbank und einer der Hauptaktionäre der Äsenbahn Lemberg-Janow. * Eine tragikomische Episode spielte sich, wie wir in der „Lothr. Ztg." lesen, am vorletzten Tage der Maimesse in Metz an dem Wachsfigurenzelte ab. Unter den am Eingang aufgestellten großen Wachsfiguren befand sich auch die aktuelle Gruppe eines Briten und eines Buren. Ein dem Arbeiterstande angehörender Meßbesucher, der dort vorüberging, hatte kaum die beiden Wachskrieger wahrgenommen, als er in die Vorhalle des Zeltes hineinstürmte und dem wächserneii Engländer eine Ohrfeige versetzte, die diesem den Kops abriß und ihn so wirksam aus dem Gefechte stellte. Indessen mußte der Burenfreund diesen Sympathiebeweis bitter büßen. Er wurde verhaftet und wird sich wegen Sachbeschädigung zu verantworten haben. Gerichtssaal. sch. Gießen, 22.Mai. Schiedsgericht fürArbeiter- Versicherung. In der heutigen Sitzung führte Großh. Kreisamtmann Tr. Heinrichs den Vorsitz. Ten von der Marie Gerbig zu Alsfeld geltend gemachte Jiwalrdenrentenanspruch hatte die Jnoalidenverflcherungsanstalt Großh. Hessen gegen das Gutachten des Ausschusses für Invalidenversicherung beim Großh. Kreißaml AlSfeld abgelehnt mit der Begründung, die gesetzliche Wartezeit sei bis zum Eintritt der Invalidität (1. Januar 1901) nicht zurück- qelegt. Eine im Jahr 1898 bescheinigte Krankheitsdauer von 13 Wochen könne deshalb nicht angerechnet werden, weil sie nicht an eine versicherungspflichtige Beschästigung, für welche Marken geklebt worden seien, anschlösse. Hiergegen versolgte die Gerbig Berufung, der der Erfolg mchl versagt werden konMe. Das Gericht kam auf Grund der chatsächlichen Verhältnisse zu der Ueber- Aeuaunq daß bei der Klägerin Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes'erst am 1. Oktober 1901 eingetreten ist. Tie Ansicht der Beklagten die bescheinigten 13 Krankheitswochen in 1898 seien nicht anrechnun'gsfähig, tonnte das Gericht nicht teilen, umsoweniger, als sich die Beklagte zur Rechtfertigung ihrerAnf chauung offenbar mcht mit Recht auf eine Entscheidung des Reichsverftcherungsamtes vom 20.März 1901 stützt Rach Lage der Sache konnte es für das Gericht keinem Zweifel unterliegen, daß die Klägerin eine oersicherungspslichtige Beschäftigung ohne den Unfall bezw. die eingetretene Erwerbsunfähigkeit imJahr 1898 ausgeübt haben würde. Sie war also infolge des Unfalls an der Aufnahme weiterer versicherungspsttchttger Beschäftigung und somit an der Verwendung von Versicherungsbeiträgen verhindert. Wollte man nun die Krankheitswochen m diesem tfaüe nicht in Anrechnung bringen, so entspräche dies ebenforoemg dem sozialen Gedanken der Bestimmung des § 30 des Jnoaliderwersicherungs- gesetzes, deren Zweck lediglich der ist, dem Versicherten für den durch unverschuldete Krankheit verursachten Verlust an Beiträgen einen Ersatz zu schaffen, wie der Rechtsprechung des Reichs- Rewyork, 28. Mai. Nach einer Meldung der „World" versucht Morgan, alle W e i ch k o h l e n g r u b e n zu verschmelzen mit einem Kapital von 200 Mill. Doll. — Bereiu Deutscher Eisen- uud Stahl-Industrieller. Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Slahlindustrieller belief sich die Roheisenproduktion des Deutschen Reiches (einschl. Luxemburgs) im Monat April au 672 912 To.; darunter PuddelroHetzen und Spiegeleisen 95 701 To., Bessemerroheisen 27 912 To., Thomasroheisen 422917 To., Gießereiroheisen 126 882 To. Die Produktion im März 1902 betrug 681 849 To., im April 1901 651 944 To. Vorn 1. Januar bis 30, April 1902 wurden produziert 2 608 283 To. gegen 2643959 To. tm gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dtc Bauque Cttomane kann diesmal 15 Frs. Dividende zahlen, gegen 121/, Frs. im Vorjahr. Tabak. Wir find nicht in der Lage, über eine Neuerung im Laufe der Berichtswoche m eiben zu können. Tas Geschäft ist ruhig und ist in der nächsten Zeit auch auf eine Besserung nicht zu hoffen, da die Fabrikanten über den Absatz ihrer Fabrikate sehr klagen. Abschlüffe sind uns nicht bekannt geworden. Tas kalte Wetter ubt, was die neuen jungen Pflanzen anbelangt, auf solche im Wachstum nur Nachteil aus und wollen solche nicht vorwärts gehen, und werden wir dieses Jahr auch nicht früh pflanzen können. In losen pfäher Rippen gesthäjtsros, lose seine 9—9,50 Mk., gedündete 11-1L50 M. Getreide. Tie Stimmung im Ge rvetb eg ef chäst war während der abgclaufenen Woche ruhig aber fest, da von ttinec Seite dringendes Angebot vorlag. Tic Forderimgen zeigen gegen die Vorwoche keine Veränderung. SRoggcn 'ft fest. Gerste unvev» ändert. Hafer sehr fest, gut gefragt und hoher. MaiS hoher. Die heutigeii yloüerungen sind: Redwinter II M. —. KanfaS II 136—137 Mk. Laplala-Weizen —Mk., feinere Qualitäten 138—139 Ml., jübrufi. Weizen 180—142 Mk., ruff. Roggen 111 bis 112 Alk., ruff. Futlergerfte 103 Alk., russ. Hafer 135—146 M., mireb Mais —.— Mk., Donau-Mais 99 Mk., i.'aplctta-Mms r. t. 99 Mk. pr. Tonne cif Rotterdam. MraftfuttcrmittcL Bei ruhigem Geschäft haben die Preise ür disponible Ware irgendwelche Aenderungen nicht erfahren. Dagegen hat die Meinung für fpätere Lieferung sich etwas gebessert, jumal die Marseiller Fabriken Lieferunaskontrakle zu bisherigen Kreisen iiicht mehr eingehen wollen und die ßorberungen um 3 vis 4 Mk. erhöhen. Bei Leinkuchen ist das gleiche der Fall, obwohl das Geschäft in dent Artikel recht still ist und sich wenig Kauflust ür spätere Lieferung zeigt. Baumwolliaatniehl neuer Ernte ist von den anterikanifchen Oelmühlen noch nicht angeboten; die zweit« band ist vereinzelt mit Offerten am Markt, obwohl hierfür anscheinend noch jede Unterlage fehlt. Bichmarkt. Tie Viehmärkle der vefichiedenen Plätze waren speziell für Großvieh stark betrieben. Ter Mangel an Vieh in der letzten Zeit hatte zur Folge, daß der neue Zu trieb schnell und zu hohen Preisen ausgekaust mürbe. Fettvieh war besonders am Markt gesucht. Schweine- und Rindviehmärkte waren stark befahren. Die Geschäfte wickelten sich flott ab. Maria Franziska, geboren den 80. April. Dem Lokomotivführer Friedrich Konrad eine Tochter, Emilie Margarethe Elisabeth, geb. den 6. April. Dem Maurer Wilhelm Kipper eine Tochter, Johanna Emilie, geb. den 3. April. Dem Postschaffner Philipp Lemp eine Tochter, Margarethe Herntine Matte Katharine, geb. den 20. April. Den 19. Mai. Dem Rangierer Konrad Schomoer em Sohn, Emil Berthold Max, geb. den 6. Mai. Dein Diener Karl Krebs eine Tochter, Emmy, geboren den 18. April. Dem Schlosser Heinrich Pseuster, gen. Baumann ein Sohn, Balthasar August, geb. den 14. März. Johan nesgemeinde. Den 18. Mai. Dem Schmied Theodor Stein ein Sohn, Georg Daniel Simon Ludwig, geb. den 12. April. Ten 19. Mai. Dem Tapezier Karl Walter em Sohn, Karl Wilhelm, geb. den 3. März. Dem Schutzmann Wilhelm Gemmecker eine Tochter, Wilhelmine Dlisa- betlje, geb. den 25. Januar. Getraute. Mathäusgemeinde. Den 18.Mai. Gustav Johannes Henn, Gemüsehändler zu Gießen und Anna Marie Jako- bine Hardt, Tochter des Schmieds Peter Hardt zu Gießen. Markus gemein de. Den 22. Mai. Georg Jakob Emil Flick, Metzger gemeinde. Den 18. Mai. Dem Hauptmann und Kompagnie- Ehes Traugott v. Bursztini ein Sohn, Rudolf August Georg, geb. den 31. Marz. Dem Sergeant Friedrich Wilhelm Stüber ein Sohn, Karl Friedrich, geboren den 24. April. LukaSgemeinde. Den 18. Mai. Dem Lokomotivheizer Karl Hammel eine Tochter, versicherungsamts. Da nach Ansicht des Gerichts keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, daß die Klägerin ohne den Unfall im Jahr 1898 in dieser Zett eine versicherungspflichtige Beschäftigung nicht aufgenommen hätte, formt der Anrechnung der KrankheitSwock)e>i auf die Wartezeit, die infolge davon erfüllt ist, nichts im Wege sieht, ■ mußte dte Versicherungsanstalt xur Zahlung einer Rente vorn i 1. Oktober 19ul ab verurteilt werden. — Auch in der Invaliden- Versicherungssache des Heinrich Schleumng zu Lber-Leernen wurde die JnvalidenversicherungSansialt aut Gewährung einer Rente oer- urteilt. Diesen Anspruch hatte die Beklagte deshalb abgelehnt, weil ür den Kläger in seinen Quittungskarten nur 85 Marken giftig, >ie übrigen seit dem Jahr 1895 eingeklebten 315 Marken aber zu Unrecht verwendet seien und sonach auf die Wartezeit nicht aus- lerechnet werden könnten. DaS Gericht schloß sich zwar nefer Anschauung der Versicherungsanstalt vollständig an, allein eS erachtete dauernde Erwerbsunfähigkeit als am 1. Oktober 1892 und nicht, rote die Beklagte angenommen, Anfang Juni 1901 — emgetreten. Gemäß § 189 des Gesetzes mußte daher dem Kläger nach § 41 des Gesetzes eine Rente vom 6. Ium 1900 zugesprochen roerben. — Ten von K. B. Wirth zu Ober—Lchmitten geltend gemachten Altersrentenanspruch hatte die Versicherungs- anftalt abschlägig beschieden, da die, feinem Alter entsprechende, zu erfüllende Minimalwartezeil nicht zurückgelegt fei. Tie eingelegte Berufung wurde vom Gericht verworfen und der Bescheid der Beklagten bestätigt. — Mariano Del Gotto, z.Zt. im städtischen Liechen- haus zu Frankfurt a. M., will nach einem von dem Lekretär des kgl. italienischen Generalkonfulats zu Frankfurt aufgenommenen Protokolls Ende Juni 1900 in dem Betriebe des Eisenbahnbau- nternehmers Lohre zu Jlbeshaufen dadurch einen Unfall erlitten haben, daß beim Zerkleinern von Steinen mit der Picke der Sttel der letzteren gebrochen und er rückwärts auf einen hinter ihm liegenden Stein gefallen fei. Er verspürte sogleich Schmerzen und begab sich in ärztliche Behandlung. Die behandelnden Aerzte stellten als Diagnose Rheumatismus und Blasenkatarrh fest. Nach vier Wochen nahm Del Gotto die Arbeit wieder auf, stellte sie ,edoch Ende 9tooember wieder ein. Auf Anraten des Krankenkassenarztes wurde er in die medizinische Universitätsklinik zu Gießen verbracht. Tie TiesbauberufSgenossenschast zu Wilmersdorf lehnte den Entschädigungsanspruch ab, weil ein Beweis für das Vorkommen des Unfalles nicht erbracht und anzunehmen fei, daß das „schwere Leiden" durch eine Krankheit hervorgerufen worden sei. Auf erfolgte Berufung versuchte nun daS Schiedsgericht zunächst durch Zeugen, deren Del Gotto mit Namen nicht anzugeben uermoefate, Näheres über den Unfall festzustellen. Die Mitarbeiter des Del Gotto waren jedoch alle abgereift, zum Teil nach Italien, zum Teil war deren Aufenthalt unbekannt. Zwei wurden in Frechen (Westfalen) aussindig gemacht. Diese wollen zwar von dem Unfall von Del Gotto selbst und auch von anderen Arbeitern erfahren haben, aber nicht Augenzeugen gewesen sein. Der Geschäftsführer deS Unternehmers Söhre giebt bei einer Vernehmung an, es sei nicht unwahrscheinlich, daß dem Gotto, der sich als ein ordentlicher Mensch erwiesen habe, ein Unfall, wie er ihn angegeben habe, Angestoßen fei; es fei auch möglich, daß ihmKläger hiervon etwas gesagt, er jedoch das Vorbringen nicht verstanden habe. Jedenfalls habe sich Del Gotto auch den behandelndenAerzten gegenüber nicht verständlich machen können. Ueber Schmerzen im Rücken habe Del Gotto einmal geklagt. Weiteres über den Unfall selbst war nicht zu ermitteln, weshalb em wissenschaftliches Gutachten der Direktton der medizinischen Universitätsklinik zu Gießen eingeholt werden mußte. Dieses sprich sich dahin aus, daß daL Rückenmarksleiden mit Bestimmtheit au einen Unfall zurückzusühren fei. Diese Anschauung wird eingehend begründet. Derselben Ansicht ist der Oberarzt und der behandelnde Arzt im Frankfutter Siechenhaus. Das Gericht vermochte mit Rücksicht auf diese ärztliche Gutachten und in Würdigung aller in Betracht kommenden Alomente den ablchnenden Bescheid der Beruss- Genossenschast nicht für gerechtfertigt zu erachten und sprach dem Kläger nut Wirkung vom 1. Dezember 1900 die gesetzliche Vollrente — 528 Matt pro Jahr — zu. — Die KnappschaftsberusSge- nossenschast zu Saarbrücken hatte den von dem G. Stein zu Dorheim bezw. dessen Witwe gestellten Antrag auf Enschädigung abgelehnt. Stein war in dem Bergwette Ludwigs Hoffnung von einer herabfallen- den Kohlenschicht getroffen worden. Er mußte von 2 Arbeitern befreit werden. Die Verletzung schien zuerst eine geringfügige zu fein. Nach einiger Zeit stellten sich jedoch Lähmungserscheinungen ein, die von dem behandelnden Arzt und dem leitenden Arzt des Konitzkysttstes in '" u Mathilde Emma Elisa- ben 23. April. Dem Fuhrmann Wilhelm Sohn, Karl Friedrich, geboren den 21. April. Dem Schneider Heinttch Hahn eine Tochter, Katharine Elisabeth, geb. den 13. April. Dem Fuhrmann Konrad MauS ein Soyn, Justus, geboren den 30. März. Dem Dachdecker Heinttch Christian Panz eine Tochter, Luise, geb. den 15. April. Dem Friseur Karl Schmidt ein Sohn, Ferdinand, geb. den 9. April. Dem Taglöhner Ludwig Schmidt XII. ein Sohn, Peter, geb. den 3. April. Dem Metzger Friedrich Wenzel eine Tochter, Elsa Katharine Elisabech, geb. den 23. A^ril. Ten 19. Mai. Tem Fabrikarbeiter Ehristian Becker ein Sohn, Otto Peter Konrad Joseph, geboren den 13. April. Dem Postschaffner Wilhelm Kern eine Tochter, Lina Elisabeth, geb. den 17. April. Dem Fuhrmann Jost RüSpeler ein Sohn, Ernst Ludwig, geb. den 3. April. Militär- Kandwirlschaft. Berlin, 24. Mai. Saatenstand des Deutschen Reiches um Mitte Mai: Wmlerweizen 2,4 (Mai 1901 3,5), Sommerweizen 2,T (2,5), Winterspelz 2,4 (2,3), Winterroggen 2,7 (8,0), Sommerroggen 2,6 (2,3), Sommergerste 2,7 (2,4), Hafer 2,8 (2,5), Klee 2,7 (8,0), Luzerne 2,9 (2,8), Wiesen 2,9 (2,5), wegen Auswinterung re. umgepflügte Fläche in Prozenten der Anbaufläche: Wmlerweizen 0,8 (Mai 1901 38,1), Winterspelz 0,2 (0,9), Winterroggen 0,2 (9,0), Klee 1,3 (10,8), Luzerne 1,9 (9,4). Der günstige Stand her Saaten im April verschlechtert nch infolge der andauernd ungünftiaen Witterung erheblich. Besonders stark litten die Sommerfrüchte. Die Frühjahrsbestellung ging dis Ende April glatt von Statten. Winterweizen litt weniger als Winterroggen, letzterer litt namentlich auf leichtem, nassem Boden stark und wurde dort spitz. Jmmer- hin wird mehrfach hervorgehoben, daß auch jetzt noch keine ernsteren Besorgnisse für das Gedeihen der Wintersaaten beständen, sofern bald wärmeres Wetter einträte. Die Bestelluna der Felder mit Sommerung konnte dis zum Eintritt deS nassen WetterS nichs überall beendet werden. den Kindern seiner Mrtsleute, denen er sehr zugetyan war, Spiel-eng, packle es in Pappschachteln und versah diese mit Dem Namen der einzelnen Beschenkten. Für die Unkosten, die chnen entstehen würden, hinterließ Sonntag seinen Wirtslettten eine bestimmte Summe. In einem Abschiedsbriese bat er sie, falls sie ihn noch am Leben treffen sollten, keinen Arzt zu holen, da es ihm schrecklich wäre, den Schritt noch einmal thun zu müssen. Auch an seine Angehörigen und Freunde schrieb er Abschiedsbriefe mit der gleichen Bitte. Nach all diesen Vorbereitungen öffnete er sicy^ mit einem Messer an der linken Hand die Pulsader. Da ihm jedoch aus diesem Wege der Tod wohl zu langsam zu fominen schien, so griff er in der fünften Morgenstunde zum Revolver und gab zwei fecmiffe auf sich ab. Die erste Kugel ging fehl. Nun septe er die Waffe an die Brust und traf ins Herz. Als feine WirtSleute die verschlossene Thür seines Zimmers erbrochen Ceibniz M armelade Zu haben bei Hofl. J. Roux, Marktplatz No. 6. 3506 Bad-Nauheim mit dem Unfall in Zusammenhang __________j. Am 4. August starb Stein. Die Genossenschaft ordnete die Sektton der Leiche an, die von dem 1. Assistenzartt des path. Instituts in Gießen, Dr. Geipel, vorgenommen wurde. Dieser konstatterte als Todesursache eine Gehirngeschwulft, die bereits vor dem Unfall bestanden habe und mtt dem Unfall nicht in ursächlichem Zusammenhänge stehe. Die Genossenschaft lehnte den Anspruch deshalb ab. Der eingelegten Berufung mußte statt- gegeben werden. Das von dem Schiedsgericht eingeholte Gutachten der Direktion der psych. Universitätsklinik, das auf dem von Dr. Geipel sestgestellten objektiven Befund basiert, kommt zu der wissenschaftlich begründeten Anschauung, daß der Tod des Stein mit größter Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Unfall stehe, zum mindesten aber sei der Tod durch den Unfall beschleunigt worden. Letzteres wurde von dem Vertreter der Beklagten Angegeben, somit ohne weiteres die Entschädigungspflicht anerkannt. Trotzdem beantragte der Vertreter der Beklagten Abweisuna der Berufung. Das Gettcht kam auf Grund des Gutachtens Großh. Direktion der psych. Universitätsklinik, das sich mit anderen von Autoritäten auf biejem Gebiete abgegebenen Gutachten deckt, zu der Uederzeugung, daß der Tod des Verunglückten m Zusammenhang mit dem Unfall steht. Der Witwe wurden deshalb die gesetzlichen Renten (die Rente für den Verstorbenen bis 4. August 1901 und vom 5. August 1901 die Hinterbliebenenrente) zugesprochen. — Joh. Teis von Nieder-Florstadt will sich beim Weilen von Bruchsteinen „plötzlich" einen Bruch zuaezogen haben. Tie Stein- bruchsberufsgenosienschaft lehnte den Entschädigungsanspruch ab. Tas Gericht erachtete die eingelegte Berufung für begründet und verurteilte die Beklagte zur Zahlung einer Rente von 10 Prozent. — Der Müllerbursche Bouillon von Ober-Ems hatte sich eine Finger-Verletzung zugezogen. Der Rentenanspruch wurde von der Müllerei-Berussgenoffenschaft abschläglich beschieden, weshalb B. Berufung verfolgte. Tas Gericht beschloß die Entscheidung auszusetzen, um vorerst noch einen Gettchtsarzt zu hören. In dem in der Sache des Zimmergesellen Wilhelm Wien von der Hess.-Nass. Baugewerksberussgenoffenschaft gemäß § 88 ®. U. V. G. gestellten Antrag auf Einstellung der Rente wurde ftattae- geben, Da in dem Zustande des Wien nach Ansicht des Gerichts eine solche Besserung emgetreten ist, daß er nicht noch als erwerbs- beschränkt anzusehen ist. ♦ Das Leben genommen hat sich in Berlin aach umständlichen Vorbereitungen gestern früh der 22 Jahre alte ftub. Phil. Ludwig Sonntag. Der junge Mann, der auS Leipzig stammt, seit einigen Semestern an der Berliner Universttä.t immatrikuliert war und in der Wilhelmshavenerstraße 12 wohnte, glaubte, an einer unheilbaren zkrankheit zu leiden. In den Pfingsttaaen war noch seine Mutter in Berlin, um ihn mit nach Hause zu nehmen; er ließ sich jedoch dazu nicht bewegen, da fein Entschluß, aus dem Leben zu scheiden, feststand. Am 15 d. M. hatte er fein Zimmer gekündigt. Er kaufte ' sehr zugethan n und versah Getaufte. Mathäusgemeinde. Ten 18. Mai. Dem Tapezier Wilhelm Rohrbach eine Tochter, Elisabeth Helene, geb. den 14. März. Dem Kellner Konrad Schomber ein Sohn, Theodor, geb. den 18. März. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Heinttch Nau eine Tochter, Pauline Crescentia, geb. den 27. Februar. Dem Taglöhner Heinrich Sauer ein Sohn, Heinttch, geb. den 27. Februar. Den 19. Mai. Dem Knecht Johannes Laub eine Tochter, Matte Elisabethe, geb. den 15. April. Zwei uneheliche Söhne, Karl und Max, geb. den 4. März. Ein unehelicher Sohn, Julius, geb. den 8. April. Markusgemeinde. Den 18. Aiai. Dem Schreiirer Georg Beck eine^ Tochter^ M< bett), geboren per 11 Pfg., 20 St. Fußbodkiliiißlich <*> 3862 IANOS Harmoniums Gießen, den 22. Mai 1902. Stücke aus der Lector Goetsehy. Niederlage bei: 2008 Aug Noll, Kahshofstr.51 miH dem Ist das ausgiebigste Präparat dieser Art. Zu haben in Kolonial- und DeUkateBswareu-GeBchäften. ARMOUR & Co., grösste Schlachterei der Welt. 02356 zugeben. otographie ß NUiKiW Frische Eier : totücE 5 Pfg., Siedeier 2 St.1 Pfg., 20 St. 1,05 Mk., empf. I ), Schloßgasse 7. 350 - 3000 Mk. 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L’humour d’Alphonse Daudet E ein 8,8s ivelch Bekanntmachung, betr.: Die Abfuhr von Holz aus den städtischen Waldungen. wM -...Ttr' ' . — ~ ' n?v ,V'!fGäU»? Die so beliebten echten Hhüringer Stangen- Kümmelkäse sind soeben wieder frisch eingetroffen bei 3721 ChristianWallenfels 17 Marktplatz 17 am Krieger-AenLmat. Telephon 262. Gegründet 1826. 91t. 1 । WB gs SbMftW und w Vdreße für Verbandstoffe ^Üstschen Unterricht und vUliu übernehme russ. Corre- spondenz. Ebelstraße 23, 111. Chemikalien, Platten, Celloidinpapiere und sonstiges Zubehör empfiehlt Adolf Bieler, Marktstrasse 5. 3760 Die Rezitationen haben leichtverständliche neueren Litteratur zum Gegenstand. Karten zu 5 Mk. für den Cyklus in Buchhandlung, in der Frees’tichen Buchhandlung weiter Storck. Nnvvmsun'v hffiiD ßoenhüft Giessen i““ IsUySIleöIlM U I^K!i@6”l3üul9llöll Lindenplatz Wie haben Sie es nur fertig gebracht, daß diesesmal die Fußböden so prachtvoll geworden sind ?— Mit Fritzes Bernstein Oel-Lack- farbe" ist es weiter fern Kunststück, dieselbe übertrifft an Haltbarkeit, schnellem Trocknen und elegantem Aussehen alle anderen Fußbodenlacke. ^auspahue und Avfallholz 'V zu verkaufen. 02193 __Wellhöfer, Marburgerstr. 34. 3684] Ein Fahrrad zu ver- kausen. Alicestraffc ll, H. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Jnrpfung in der Stabt Gießen wird, beginnend mit Mittwoch den 28. Mai im Hirnpflokale — Schulgebäude Neustadt 61 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5 bis 6 Uhr, ab- gehalten werden. Jmpspflichtig im lausenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kmdes bis zum Jahresschlüsse auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen roerbeit auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, aus Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Arbeitsvergebung. Die mm Umbau des alten Schlosses am Kanzleiberg hier- selbft erforderlichen Tischler-, Schlosser-, Glaser- nud Austreicher- arbetten sollen nach einzelnen Losen getrennt zur Vergebung kommen. Die Zeichnungen und Bedingungen liegen in der Baustube deS alten Schlosses zur Einsicht aus, woselbst auch die Kostenanschlagsauszüge als Eingabeformulare gegen Erstattung der Schreibgebühren in Empfang genommen werden können. Die Angebote sind in vorschriftsmäßiger Weise bis zum 12. Juni d. I., abends, an die unterzeichnete Stelle einzureichen. Gießen, den 24. Mai 1902. 3911 Großherzogi icbe Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Visifkarfen In allen Schriftarten und Karton« werde« schnell und billig ange fertigt in der Brühl'schen Universität»- Buch- u. Stein- Druckerei [Pietsch Erben) Giessen Schulstrasse 7. Ueber 200 Instrumente aus den besten Fabriken stets vorrätig. lOjähr. Garantie. Freie Lieferung. Höchster Rabatt, kleinste Raten. Pianos und Harmoniums zu vermieten monatliche Mietpreise 2-12 Mk. Bei späterem Ankauf gemieteter Instrumente Gutschrift der bezahlten Miete nach festen Bedingungen. Gespielte Pianos zu allen Preisen von 50 Mk. an. 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Juni L I. zu thun, als sonst Anzeige gegen die Säumigen erhoben werden wird. Zugleich werden diejenigen Personen, welche bei den am 7^ 10., 14., 17., 21. und 24. März d. I. abgehaltenen Versteigerungen Holz ersteigert und noch nicht abgefahren haben, davon in Kenntnis gesetzt, daß der hiersür bestimmte Absuhrtermin — 1. Juli d. I. — pünkllich eingehallen werden muß, und daß auch hier gegen die Säumigen Anzeige erhoben werden wird. . - ™ — 3897 Öyfeincv, noch gut erhalt. Herd wird zu kamen gesucht. 'Anerbieten mit Preis unter 8867 an die Expedition d. Bl. WM Up zum Waschen u. Bügeln Lvlls ihi- wird angenommen, auch wird das Ausbessern der Wäsche besorgt. Ederstraße 4, I links. Ein schwar^brauner Dachs» Hund, auf den Namen „Schlupp" hörend, entlaufen. Vor Ankauf wird gewarnt; derselbe ist gegen Belohnung Klinikstratze 22 ab- Kinder, deren Zurückstellung von der Jmpstmg wegen Kränk- üchkell beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgesteüt rverden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinftitut geimpft. Gießen, den 23. Mai 1902. Gummi- 3429 Waren und alle Artikel zur Krankenpflege. Aictoria-Irogerie Adolf Bieler, Marktstraße 5. Emma Seuliug 45 Wetzsteiustratze 45. Neu eingetroffen: la.- Weißblech-Gießkannen blank und lackiert in allen Größen enorm billig. 3504 Emaillierte He sch irre iu größter Auswahl. Eröffnung der Neubaustrcckc Londorf—Lollar. Die Eröffnung der vorbezeichneten normalspurigenNebenbahn- strecke für den Personen-. Gepäck-, Güter- und Niehverkehr findet am L Juni d. I. statt. Die beiden Endpunkte der neuen Strecke Londorf und Lollar sind bereits Eisenbahnstationen. An der Strecke selbst liegen die Haltestellen: Allendorf (Oberhessen), Treis, Mainzlar und der Haltepunkt Daubrmgen. In Mamzlar ist die Annahme und Auslieferung von Fahrzeugen, deren 93er- oder Entladung nur von der Stirnseite der Eisenbahnwagen aus erfolgen kann, ausgeschloffen. Die Annahme und Auslieferung von Sprengstoffen ist auf sämtlichen Stationen ausgeschlossen. Der Haltepunkt Daubringen dient nur dem Personenverkehr. Für die neue Bahnstrecke haben Giltigkeit die Bahnordnung für die Nebenbahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892 und die Eisen- bahn-Verkehrsordnungvom26 Oktober 1899. Mit dem Tage der Betriebs- Eröffnung roerben die neuen Stationen in die Gütertarife der Preußisch-HessischenStaatsbahnen sowie des Oldenburg-Hessischen Verkehrs, ferner in die Tarife für den Rheinisch-Westsälisch- HessischenundSaarbrückerKohlen- verkehr aufgenommen. Für den Verkehr mit den Direktionsbezirken Cassel, Frankfurt a. M. und Main^rc. sind die Sätze für die neuen Stationen bereits durch Nachtrag II1 zum Gruppentarif VI bekannt gegeben. Nähere Auskunft erteilt das Verkehrsbureau. 3910 Frankfurt a.M., den 23.Mail902. Königliche Eisenbahndirektion. Kleischverbingung. Am Montag den 2. Juni d. I., vormittags 10 Uhr, wird im Geschäftszimmer der Garnison-Verwaltung zu Marburg — Zimmer 24 in der Kaserne — der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die Garnison Marburg auf die Dauer vom 1. Juli bis 31. Dezember 1902 verdungen. Die Lieferungsbedingungen liegen im genannten Geschäftszimmer aus; dieselben können auch gegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden. Schriftliche und post- mäßig verschlossene Angebote sind daselbst vor Beginn des Termins mit der Aufschrift „Angebot auf die Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" versehen, abzugeben. Intendantur 11. Armee-Korps. Versteigerung. Donnerstag den 29. d. M., nachmittags 2 Uhr, werden im Psarchlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung versteigert: 1. 1 Buffet, 1 Alltitärmütze und Koppel. 2. 1 Kommode. Die Versteigerung unter 1 bestimmt. 3901 Gießen, den 24. Mai 1902. ______Johann, Pfandmeister. B^rnsteinlacksarbe per Pfund 90 Pfg., hochglänzend, über Nacht harttrocknend, Spirituslacksarbe per Pfund 75 Pfg. hochglänzend, sofort harttrocknend. Gust. Walter, ______Mänsburg 13. 3411 Lchöner Pflücksalat zu haben. V 02360 Wilh. Gerhard. Mark 35-401)01) au' la. Objekt gesucht. Off. unter Nr. 02352 an die Exped. d. Bl, Heirat vermittelt livlVMV Frau Krämer, Leipzig, Brüderstr. 6. Auskunft gegen SuH, lohtntohr«*" fiaftr-MeW JjesteSeife nah und fern; führt durch ihre unübertroffenen Eigenschaften und die besonderen Vorzüge ihrer Verwendung zu dauerndem Gebrauch, vereinfacht die Arbeit, macht Kochen und Brühen, wenn nach Gebrauchsanweisung benutzt wird, sowie den schädlichen Sodazusatz überflüssig und verlängert die Haltbarkeit der Wäsche. 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