Pie heutige Yurumer umfaßt 18 Seiten dem wir wie den sie mehr und mehr gezwungen werden, mit ihren Losen hau- siren zu gehen, well das Angebot die Nachfrage übersteigt. Alles das würde durch eine Reichslotterie beseitigt werden. Doch wie Preußen nach dem Obigen dafür vor der Hand nicht zu haben ist — die Eisenbahnen freilich möchte es in allen deutschen Landen aufschlucken — so muß auch mit Schwierigkeiten von bayerischer Seite gerechnet werden, denn vor nicht allzulanger Zett hat der bayrische Finanzminister mit Stolz erklärt, daß das bayrische Staatswesen sich nicht an solchen sündhaften Eunnahmen bereichern wolle. Diese Auffassung ist um so merkwürdiger, als ja unter den Augen des bayrischen Staates, auf den Rennplätzen in München und Regensburg der Totalisator seines Amtes waltet. Und man darf doch wohl sagen, daß das Loüeriespiel, dessen Gewinnaussichten mit mathematischer Genauigkeit zu berechnen sind, solider ist, als das gänzlich dem Zufall preisgegebene und von mancherlei schwindelhaften Nebenerscheinungen begleitete Wettspiel bei den Pferderennen. Uebrigens würde ja bei einer Reichslotterie das Odium dem Reiche zufallen, nicht aber den einzelstaatlichen Regierungen, so daß sich auch Bayern damit würde abfinden können. Wir wiederholen: Das Verbot des Spiels in bundesstaatlichen Lotterien erinnert in ärgerlicher Weise an die entschwundene „gute" alte Zeit, wo die einzelnen deutschen Staaten sich durch Zollplackereien gegenseitig schikanirten. Eine Beseitigung dieses Zustandes ist deshalb höchst wünschenswert. Wir wollen hoffen, daß es unserer strebsamen und rührigen Lotterieverwaltung in Darmstadt mit der Zett auch gelingen wird, alle starrsinnigen Einwendungen, die man in Berlin und München gegen verständige reformatorische Bestrebungen auf diesem Gebiete erhebt, zu beseitigen. Tie Bereinigungen der hessischen und thüringischen Landeslotterie«. Die Zweite hessische Kammer hat am Freitag, wie bereits in unserer gesttigen Nummer kurz meldeten und heute in unserem Kammerbericht ausführlich zu lesen ist, Lotterie-Vertrag mit den thüringischen Hrstschrr Landtag. Zweite hesstsche StändeLammer. Darmstadt, 25. April 1902. Nr. 97 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gleßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesfischen Landwirt die Gletzener ZainUien blflher viermal m der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Univers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) RedakNon, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprkchanschluß Nr. 51. Bekanntmachung. Betreffend: Beschaffung von Zuchtebern mit Unterstützung des landw. ProvinzialvereinS. Dem landw. Verein für die Provinz Oberheffen stehen auch in diesem Jahre wie seither Mittel zur Unterstützung von Gemeinden bei Beschaffung von Zuchtebern zur Verfügung. Der Zuschuß beträgt für einen Eber 20—40 Mk. und hängt die Gewährung davon ab, daß: 1. der Nachweis geliefert wttd über Raffereinhett und Abstammung; und zwar werden nur Zuchttiere, welche der Porkshire-Raffe (weißes deutsches Edel- schwem) angehören, unterstützt; 2. ein Beauftragter des Provinzialoereins den betr. Eber nach dem Ankauf einer Besichtigung unterzieht und seine Zuchttauglichkeit bescheinigt; 3. der betr. Eber mindestens ein Jahr zur Zucht in der ftagl. Gemeinde benutzt wttd. Ich ersuche die verehrlichen Gemeindevorstände, die Bewerbungen um den ftagl. Vereinszuschuß gegebenen Falles an die Geschäftsstelle nach Alsfeld emsenden zu wollen. Hardt-Hof, den 21. April 1902. Ter Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. Schlenke. Vorredners müsse er als unhaltbar zurücktveisen. Tie 'Jü> gierung habe stets der Stadl Offenbach das nötige Wohlwollen gezeigt. Bei den früheren Verhandlungen wegen Umwandlung des Realgymnasiums in ein humanistisches Gymnasium sei ausdrücklich besttmmt worden, daß die Kosten des Baues und der Unterhaltung nach wie vor der Stadt Offenbach zur Last fallen sollten, außerdem habe das Ministerium und die ^chulabteilung noch mehrmals darauf fingewiesen. Die Mißstände seien vorläufig dadurch bc- eitigt, daß die Stadt dem Gymnasium die Räume der rüheren Handelsschule zur Verfügung gestellt habe. Außerdem habe die Stadt Offenbach sonst fein Entgegenkommen gezeigt. sübg. v. Brentano (Ztr.): Die 'Notwendigkeit der Ab» Hilfe liege auf der Hand, da die Zustände geradezu unhaltbar wären. Es handle sich zunächst gar nicht darum, wer die Kosten des Baues zu zahlen habe. Den Schaden trügen die Schüler, deshalb schon müsse der Staat helfend eintreten. Merkwürdig außerdem sei es, daß man der dritten Stadt des Landes verweigere, was man den kleinen Städten Laubach, Büdingen, Bensheim Friedberg bewilligt habe. Wenn es richtig sei, daß die Stadt die Kosten trage, so möge ihr der Staat doch billigerweise, wie der Stadt Worms, entgegenkommen. Ministerialrat Dr. E i s e n h u t: Die geschilderten Zustände müsse er als zutreffend bezeichnen, doch habe der Staat seine Pflicht zur Genüge gethan, und dürfe man ihm keinen Vorwurf machen. Abg. Jäckel (nL): Attenmäßig stehe es fest, daß die Stadt Offenbach die Baulaften zu tragen habe, gerade wie seinerzett Friedberg die Kosten tragen mußte. Weshalb solle man daher einer so großen Stadt wie Offenbach eine Vergünstigung vor den kleinen Städten einräumen? Die Regierung habe genau so gehandelt, wie sie habe haiideln müssen. Abg. Bähr (fr. w. V.) wird, wie seine politischepi Freunde, für den Ausschußantrag, also gegen Bewilligung des Baues auf Staatskosten, stimmen. Abg. Ulrich (Soz.): Offenbach habe niemals die Bau- pslicht anerkannt, außerdem müsse man nicht Friedberg, sondern Worms zum Vergleiche heranziehen. Geh. Oberschulrat N o d n a g c l erklärt, daß keine Schule im ganzen Lande der Schulabteilung so viel zu schaffen mache, wie das Offenbacher Gymnasium. Doch möge der Abg. Ulrich die hier vorgebrachten Mißstände in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung Vorbringen und dort den Bau so warm befürworten, wie er und der Abg. v. Brentano es in der Kammer gethan. Abg. Molt Han als Berichterstatter bemerkt, daß der Ausschuß den Antrag mit Rücksicht auf die Konsequenzen gegenüber anderen Städten gefaßt habe, und bittet, demselben zuzustimmen. Darauf wird derselbe auch gegen 8 Stimmen angenommen. Nachdem am Schlüsse noch der Abg. S ch o n f e l d darauf aufmerksam gemacht, daß in dem Ausschußberichte zu der Regierungsvorlage betr. Abänderung des Gesetzes, die Kranken- und Unfallversicherung in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben betr. bei Art. 6 ein Druckfehler unterlaufen (es müßte „letzten" statt „ersten" Sätzen heißen), wird seinem dringlichen Anträge gemäß dieser Fehler berichtigt. Tie Sitzung wird um 1 Uhr 45 Minuten geschlossen. Das Haus vertagt sich auf unbesttmmte Zeit. Jedenfalls wird es Ende Mai wieder zu längeren Bergungen zusammentreten. Staaten angenommen. Die Erste Kammer wird in den nächsten Tagen wohl zu demselben Beschluß kommen, und dann haben wir bie vereinigte hessisch-thüringische Staats- lotterie. Vielleicht bildet diese verständige Lotterievereinigung den ersten guten Schritt zu emer Reich slotterie, die uns nun, nachdem wir so wett gekommen sind, erstrebenswert erscheint. Eine Reichslottcrie, die die Kassierung aller staattichen Lotterien im Reiche herbeiführen würde, brächte in einem dem nachweisbaren Bedürfnisse entsprechenden Umfange Lotterielose zur Ausgabe. Die Erträge dieser Reichslotterie würden auf die einzelnen Staaten nach deren Einwohnerzahl zu verrechnen fern; es wäre also nach demselben Prinzip zu verfahren, wie bei den Mcttrikular-Umlagen, nur daß es sich in dem einen Falle um Einnahmen, in dem anderen um Ausgaben handelt. Eine Reichslotterie würde alle Nachteile der jetzt bestehenden Staatslotterien beseitigen. Aber es ist zu befürchten, daß gerade die beiden größten deutschen Bundesstaaten, Preußen und Bayern, vorläufig wenigstens, nicht dafür zu haben sein werden. Als das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft trat, war es streitig geworden, ob nicht damit das Verbot des Spielens in nichtpreußischen Lotterien für die preußischen Unterthanen aufgehoben sei; die preußische Regierung ließ aber keinen Zweifel daran, daß sie unter allen Umständen an diesem Verbote ftsthalten wolle, und erst neulich ist die preußische Regierung, wie wtt beretts mitteilten, in ihrer amtlichen „Berliner Korrespondenz" dem Gerüchte gegenüber* getreten, daß Preußen irgend welche Art Lotterie-Gemeinschaft eingehen wolle, in der Weise, daß die Lose verschiedener Lotterien in allen in Frage kommenden Staatsgebieten sollten vertrieben werden können. Die amttiche Korrespondenz betonte mit allem Nachdruck, daß nach wie vor das Spielen in nichtpreußischen Lotterien für jeden Preußen strafbar sei. Diese Strafbarkeit ist um so bedauerlicher, als ihr jeder moralische Untcrgrunb fehlt, während es doch im Wesen der (Strafe liegt, daß sie em Unrecht zur Voraussetzung hat. Wenn man aber baä Spielen ui Lotterien als unmoralisch betrachten will, so ist es natürlich genau so unmoralisch, wenn jemand in der preußischen Lotterie spielt, wie wenn er in der hessisch-thüringischen oder sächsischen oder sonst einer Lotterie sein Geld riskiren will. Abgesehen von der dem Einzelnen auferlegten und ihm lästigen Beschränkung seiner Willensfreiheit, sein Geld in der Weise zu verlieren, wie es ihm beliebt, enthält die Strafbestimmung auch, wie wir schon neulich sagten, eine Gehässigkeit der Staaten gegen einander. Dies umsomehr, als in Preußen zahlreiche Lotterien zugelaffen sind, die ebenfalls außer- preußischen Ursprungs sind — wtt erinnern beispielsweise an die Ulmer Dombau-Lotterie — nur daß sie keine Staatslotterien sind. Man gönnt also gerade nur einer anderen Regierung nicht den Gewinn von dem Vettriebe ihrer Lotterielose. Die Abneigung dagegen ist jetzt bei der preußischen Regierung um so stärker, als bei der letzten Ziehung die Lose nur mit äußerster Mühe an den Mann gebracht worden sein sollen. Beides bietet kein angenehmes Schauspiel dar: einmal nämlich: daß die deutschen Bundesstaaten in der Lotteriefrage einander als fremde, und man darf beinahe sagen feindliche Mächte behandeln, und zwettens, daß nommen. Eine längere Debatte entipinnt sich auch bei dem 6. Punkte der Tagesordnung, Antrag des Abg. Ulrich, betr. den Bau eines Gymnasiums in Offenbuch, zu welchem bei Ausschuß beantragt, denselben für erlebiat zu erklären. Abg. Ulrich (Soz.): Er bedauere, daß der Ausschuß sich durch die Antwort der Regierung zu diesem Beschlüsse habe bestimmen lassen. Tie Verhältnisse des Gymnasial- gebäudes in Offenbach seien fo, daß unbedingt eine Aender- ung eintreten müsse. Offenbar sei die Regierung von einer irrigen Auffassung ausgegangen, denn die Stadt Offenbach habe sich, wie aus den Verhandlungen des Jahres 1888 hervorgehe, niemals bereit erklärt, sämtliche Kosten allein zu tragen. Im Interesse des Instituts und der Stadt empfehle es sich, daß die Regierung auf Abhilfe bedacht Jet Zwar liege eine lieberfüllung daran, baß unter ca. 800 Schülern etwa 150 aus dem benachbarten Sachsenhausen stammen, doch trotzdem müfte man Abhilfe schaffen. Tie Forderung der Stadt Offenbach sei durchaus nicht unberechtigt, da man auch der Stadt Worms staatliche Unterstützung beim Neubau eines Gymnasiums gewährt, und außerdem Offenbach, wie schon der frühere Abg. Metz-Darmstadt ausgesprochen, bis jetzt nur ganz bescheidene Ansprüche an den Staat gestellt habe. Ministerialrat Dr. E i s e n h u t: Die Ausführungen des Der Krostgk-Mozeß XL Gumbinnen, 25. April. Heute wird zunächst nochmals die Arbeiterfrau Eckert vernommen. Sie sagt aus, daß sie ihre gestern mitgeteilte Wahrnehmung am Montag gemacht habe. Ans Vorhaltung des Verhandlungsleiters, daß sie gestern bestimmt sagte, es sei am Samstag geivesen, bemerkt die Zeugin, daß sie dies verwechselt habe. Alsdann wird Unteroffizier Grigat des längeren über seinen Aufenthalt am Mordtage vernommen. Er sagt aus, als er zum erstenmale in der Reitbahn war, habe er geglaubt, daß der Rittmeister sich selber erschossen habe. Auf den Ruf des Oberleutnants v. Hofmann: Ist denn fein Arzt da? sei er in die Kantine gegangen, um einen Arzt oder Lazarettgehülsen zu suchen, habe aber dort keinen gesunden. In der Kantine habe er zu den dort sitzenden Unteroffizieren gesagt: Wißt Ihr schon? Der Alte hat sich erschossen. Erst als er in die Reitbahn zurückkam, habe er erfahren, daß der Ritt- meister mit einem Karabiner erschossen wurde. Hickel sagt darauf dem Zeugen ins Gesicht, daß, als er ihn traf, der Zeuge zu ihm sagte: Haben Sie schon gehört, daß der Alte erschossen wurde? Er habe auch dem Wachtmeister Buckpesch gratuliert. Grigat ruft aus: Das ist gelogen. Der Vorsitzende sagt zu Grigat, daß er das Wort „gelogen" nicht gebrauchen dürfe. Verteidiger Horn beantragt, Grigat nicht zu vereidigen, da derselbe der That dringend verdächtig sei. Nach längerer Aus ein and ersetz ung zwischen dem Anklagevertreter und dem Verteidiger, wird beschlossen, Grigat zu v e r e i b i ge n, da ein gesetzlicher Grund zur Nichtvereidigung nicht vorhanden lei. Danach wird beschlossen, auf die Vernehmung des Händlers Heinrich Holder, von dem gestern mitgeteilt wurde, daß er sich selbst des Mordes beschuldigte, zu verzichten. Wachtmeister a. D. Buckpesch sagt ans, oaß er sich nicht erinnere, mit Grigat in der Reitbahn ein Wort über den Mord gesprochen zu haben, noch auch, daß dieser ihm gratuliert habe. Menn es geschehen wäre, müßte er es wissen. Hierauf tritt eine Pause ein. Tie Eltern des Marten erhalten hie Erlaubnis, 102. Sitzung. (Fortsetzung aus dem Parlamentsblatt.) Abg. Pennrich (Ztr.): Er könne sich auch nur Anträge der Minderheit (aut Annahme des Antrags Möl- linger- anschließen. Dadurch sei keineswegs eine unge- messene Vermehrung der Wirtschaften zu befürchten. Abg. Erk (nL): Er träte ebenfalls für den Antrag der Minorität ein. Der Bedürfnisnachweis fei bei Licht betrachtet ein Unbing. Abg. Wolf (fr. w. 23.): Dem könne er nur beistimmen. Ter Nachweis der Bedürfnisfrage sei ja gan^ gut gemeint, aber in der Praxis unausführbar. Doch müsse, würde der Minoritätsantrag angenommen, die Regierung ihr Augenmerk darauf richten, daß nur geeigneten Leuten in geeigneten Lokalitäten die Konzession zum Wirtschaftsbetrieb erteilt werde. Abg. Schlenger (Ztr.): Auch er trete für die Aufhebung des Nachweises der Bedürfnisfrage ein, da sich die Verhältnisse nach und nach von selbst regeln würden. Abg. v. Brentano (Ztr.): Er würde für Beibehaltung der jetzigen Zustände stimmen, wenn nicht dadurch die kleinen Winzer nachteilig betroffen würden, die dann ihren sämtlichen Weinvorrat des Herbstes direkt an Händler verkaufen müßten. Ferner sei es nicht richtig, daß man direkt beteiligte Personen des Gemeinderats, die selbst Wirtschaft betrieben, beim Nachweis dec Bedürfnisses als kompetent betrachte. Häufig stelle auch der Bürgermeister sein Gutachten über die Bedürfnisfrage danach aus, ob der Gesuch- steller ein politischer Freniid oder Feind von ihm sei. Er stimme für den Minderheitsantrag. Abg. Rau (Soz.): Es sei wünschenswert, daß die Wirtschaftsbetriebe eingeschräntt würden, die Regelung der Verhältnisse müsse man bann der Konkurrenz übeiLaiien. Abg. Weidner (fr. w. 23.): Er müsse sich entschieden gegen die Aeußerung des Abg. v. Brentano verwahren, daß die Bürgermeister nach Gutdünken für ihre polttischen Freunde ober Feinde einträten Ter Antrag der Ausschußmehrheit wird darauf mit großer Majorität abgelehnt und der Minoritätsantrag, somtt auch der Antrag Mollinger gegen 6 Stimmen äuge- Zweites Blatt. 152. Jahrgang Samstag 26. April monatlich 75 Ps., viertel-, jflBr V rv . jährlich Mk. 2.20; durch GletzenerAnzeiger W W General-Anzeiger ” ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen in den Saal einzutreten. Marten fällt beiden um den Hals und meint Nach Wiedereröffnung der Verhandlung wird die Frau des Wachtmeisters Marten vernommen. Sie bekundet in der Hauptsache, nachdem ihr Sohn das Telegraphenbuch geholt hatte, habe es noch lange gedauert, bis die Kasernenuhr fünf schlug. Fräulein Simoneit, frühere Braut Martens, bekundet, sie sei am SarnstLH vor dem Morde mit Marten ausgegangen und habe an diesem nichts Auffälliges wahrgenommeu Marten Jja&e sich auch niemals ungünstig über den Rittmeister geäußert Danach wird der Proviantamtsarbeiter Erkert vernommen. Eckert sagt ans, am Abend des Mordes habe er seiner Frau von dem Morde erzählt. Am andern Tage hätten seine Frau und fein zehmähriger Sohn die gestern ausgesagten Wahrnehmungen berichtet. Auf Befragen, warum er davon nicht Anzeige machte, bemerkt der Zeuge, seine Tochter in Berlin sei gestorben, seine Frau erkrankt, deshalb habe er an die Sache nicht mehr gedacht. Wenn er es selbst gesehen und gehört hätte, würde er es an gezeigt haben. Der Anklagevertreter beantragt, das Ehepaar wegen llnglaubwürdiakeit nicht zu vereidigen. Die Verteidiger widersprechen dem Anträge und betonen, selbst wenn die Wahrnehmung am Montag gemacht wäre, sei dieselbe sehr erheblich. Verteidiger Horn überreicht einen Bries des hiesigen Polizeikommissars Marbeck, in dem dieser mitteilt, er habe auf dem heutigen Wochenmarkte erfahren, daß ein Knecht Namens Gustav Schlnpp in Aveningken vor dem hiesigen Kreiskrankenhaus am Mordtage nachmittags zwischen vier und fünf llhr eine ähnliche Wahrnehmung machte, wie Frau Eckert. Die Verteidigung beantragt, Schlupp als Zeugen zu vernehmen. Der Gerichtshof beschließt, die Vereidigung des Ehepaares Eckert vorläufig auszusetzen und zunächst Auskunft über den Leumund desselben einzuziehen. Nach unwesentlichen weiteren Vernehmngen wird die Verhandlung von zwei auf nachmittags fünf Uhr vertagt Vizewachtmeister Bunkus giebt über seinen Dienst und Aufenthalt am Mordtage Auskunft. Er habe in der Kantine von der Ermordung gehört. Er fei darauf sofort in die Reitbahn gegangen. Als er aus dem Remontestall in die Kantine ging, war es 5 Minuten vor 5 Uhr. Als er aus der Kantine in die Reitbahn kam, gab Oberleutnant o. Hofmann den Befehl, alle Ställe abzusperren. Er habe den Befehl erhalten, den Remontestall abzusperren. Kaum war dies geschehen, da kam Marten in den Remontestall und erzählte, er habe bis 4 Uhr aus der Regimentskammer gearbeitet und alsdann getrunken. Er, Zeuge, habe Marten gefragt, ob er nicht wisse, was passiert sei. Marten fragte, was ist los? Darauf gab der Zeuge zur Antwort: Der Rittmeister hat sich erfä)offen öder geschossen. Genaues habe er damals noch nicht gewußt. Auf ferneres Befragen bekundet der Zeuge, der Rittmeister habe es gern gesehen, wenn die Unteroffiziere auch außerhalb des Dienstes ihre Pferde, ganz besonders abe. junge Remonkepferde, ritten. Vorsitzender: Kann sich also jeder Unteroffizier ohne weiteres ein Pferd aus dem Stall nehmen, um nach Belieben zu reiten ? Zeuge. Es mußte dies vorher dem Wachtmeister gemeldet werden. Scheer: Sie sollen, als Sie von dem Morde hörten, gesagt haben: Es ist gut, daß ich im Remontestall war, sonst hätte ich auch noch verdächf- tigt werden können. Zeuge: Das ist mir nicht erinnerlich. Angekl. Hickel: Jawohl, der Zeuge hat das gesagt. Vertreter der Anklage: Sie sind 5 Minuten vor 5 Uhr aus dem Remontestall gegangen. Haben eie dort den Unteroffizier Dommning gesehen? Zeuge: Nein. Es ist einmal von einer alten Frau ein Verdacht gegen mich ausgesprochen worden. Verteidiger Horn: Ist es richtig, daß der Zeuge einmal in der Reitbahn Rekruten geschlagen hat? Ter Rittmeister v. Krosigt hatte hinter der BcntDenthjür gestanden. Er habe die Thür aufgeriffen und Ihnen drei Tage Mittelarrest zudiktiert, die er Ihnen aber schließlich wieder erlassen haben soll. Zeuge: Das ist nicht wahr. Der Rittmeister hat auch niemals hinter der Banden- thür gestanden. Hi ckel tritt vor den Zeugen und sagt ihm mit großer Bestimmtheit ins Gesicht, daß er, Bunkus, ihm das erzählt habe. Bunkus bemerkt, der Rittmeister habe ihm allerdings einmal, als er auf dem Hose Dienst hatte, mit drei Tagen Mittelarrest gedroht. Ten behaupteten Vorgang in der Reitbahn müsse er aber als unwahr bezeichnen. Verteidiger: Hat Ihnen der Rittmeister mit drei Tagen Arrest gedroht, weil Sie Rekruten geschlagen haben? Zeuge: Nein. Verteidiger: Haben Sie im Remontestall Hickel gesehen? Zeuge: Nein. Verteidiger: Haben Sie den Unteroffizier Feh- lert im Remontestall gesehen? Zeuge: Nein. Verteidiger: Wachtmeister Schulz bekundete heute, Fehlert sei 9 Minuten vor 5 Uhr in den Remontestall gekommen und 4 Minuten vor Fehlert sei Hickel in den Remontestall gekommen. Nun will dieser Zeuge bis 4 Uhr 55 Minuten im Remontestall gewesen fein aber weder Hickel noch Fehlert gesehen haben. Zeuge: Es ist möglich, daß meine Uhr nicht ganz richtig ging. Verteidiger: Sind Sie guter Schütze? Ze uge: Jawohl. V er t e id i ger: Ist es richtig, daß die alte Frau Schlemminger gesagt hat, Frau Szillat hätte aus Anlaß des Schwadronsfestes einen heftigen Groll gegen den Rittmeister. Deshalb habe Frau Szilat gesagt, Bunkus ist ein guter Schutze, ich werde ihm einen Karabiner bringen, damit kann er den Rittmeister erschießen. O.-K.- R: Scheer: Sie sind dock bei Labs einmal bei einiem Kafseefest gewesen? Ist es richtig, Bunkus, daß Frau Schlemminger Sie des Mordes verdächtigt hat? Als Sie erwiderten, die Frau solle ihnen Beweise liefern, habe sie Ihnen gesagt, auf dem Regimentsbureau sprechen wir uns weiter. Zeuge: Das ist nicht wahr. Ich habe allerdings! gehört, daß die alte Frau Schlemminger einen .Verdacht gegen mich ausgesprochen hat. Ich habe der Sache aber keine Bedeutung beigelegt. Ich weiß überhaupt nicht, ob jene Geburtstagsfeier bei dem Kantinenwirt vor oder nach dem Morde war. O.-K.-R Scheer: Die Frau soll entfernt worden fein und soll erregt gerufen haben, jetzt werde ich sagen, wer der Mörder ist. Zeuge Bunkus: Davon weiß ich nichts. Mir direkt ist von einer solchen Beschuldigung nichts gesagt worden, sonst hätte ich gleich Anzeige erstattet. O.-K.-R. Scheer: Sie haben also gar nicht gehört, daß Sie beschuldigt worden sind? Zeuge: Jawohl, Frau Szlllat sagte es mir, fi' lachte darüber. Vertreter der Anklage: Ich habe die alteFrauSchlemminger kennen gelernt, als ich sie vernahm. Ihr Sohnj sagte mir, sie sei geistig nicht ganz zurechnungsfähig. Ich hatte den Eindruck, daß der Sohn etwas übertreibt, aber daß die überaus wunderliche alte Frau ihre Gedanken nicht recht beisammen hat, das ist anzunehmen. Horn: Erinnern Sie sich nicht, daß Sie die alte Frau gefragt haben, was sie wisse, sie solle damit herauskommen. Sie soll, erwidert haben, hier nicht, aber auf dem Regimentsbureau. Zeuge: Davon weiß ich nichts. Bert. Horn: Tann wissen Sie auch nichts von einem aufgenommenen Protokoll, das nachher wieder zerrissen wurde! Zeuge: Nein. Tie Vereidigung des Bunkus wird ausgesetzt. Oberleutnant v. Hofmann bezweifelt, daß für die Leute scharfe Patronen leicht erreichbar seien. Zeuge habe angenommen, daß Marten auf der Reitbahn 2 im Dienst gewesen sei, deshalb habe er zu ihm gesagt, bei der Durchsuchung seines Spindes: Leider muß ich auch bet Ihnen nach such en, Sie kommen ja nicht in Betracht. Er antwortete, Jawohl, Herr Oberleutnant, ich komme nicht in Betracht. Bei Marten fand ich weniger Briefschaften vor, als bei anderen. Daher sagte ich noch zu ihm. Sie brauchen viel weniger Briefe zu schreiben. Ihre Eltern wohnen hier. Er sagte Jawohl. Ihm sei bei der Revision des Spindes nichts Verdächtiges ausgefallen. O.-K.-R. Scheer: Besinnen Sie sich, daß bei der Revision ein blaues Telegraphenbuch im Spind des Marken gewesen ist? Zeuge: Nein, so viel ich weiß, nicht .Wenigstens kann ich mich nicht besinnen. Marten war an dem Abend sehr aufgeregt, sodaß ich ihn nicht allein ließ, weil ich einen Selbstmordversuch von ihm befürchtete. Scheer: Unteroffizier Krieg wurde hier wiederholt ohnmächtig. Er ist doch sonst ein kräftiger Mann. Zeuge: Ja, aber er leidet häufig an Erkältungen. Ohu- machtsanMle habe ich bei ihm nicht bemerkt. Marten war der Einzige, welcher dann sein Alibi nicht nachweisen konnte, auch war er durch die Aussage von Stumbries verdächtig. Auf Hickel siel der Verdacht, weil er wenige Minuten vorher mit Marten zusammen und mit ihm verwandt war. Auf Befragen erzählt der Zeuge, daß er in dem Rollen der Augen, als Marten vom Pferde steigen mußte, keine Widersetzlichkeit erblickt habe. Vert. Burchard: War der Rittmeister dienstlich mit Marten zufrieden? Zeuge: Ja, namentlich nach der letzten Rekrutenbesichtigung. R.-A H orn: Der Oberleutnant sagt, er habe festgestellt, daß HHickel sein Alcki nicht nachge.wiesen habe. Das hat er bisher verschwiegen. Ich möchte fragen, weshalb er ba£ nicht früher angegeben hat. v. Hofmann: Ich habe festgestellt, wo jeder 'JOiann gewesen ist, ich bin aber nie vernommen worden. Da Hickel verhaftet war und als Beweis galt, daß ihm das Alibi fehlte, so glaubte ich, es sei nichts Neues. Als der Rittmeister umfiel, schickte ich nach Arzt und Lazarettgehilfen. Horn: Crigat behauptet, er hätte Ihren Ruf gehört: Schnell den Arzt holen. Gleichzeitig behauptet er aber auch, daß er voy Skoppeck den Vorfall zuerst gehört hat. Menn er Ihren Rus gehört hat, folgt daraus, daß Grigat als der Mord geschah, gleich zur Stelle gewesen sein muß und nicht erst zweimal über den Reitplatz hin- und her- gegangen fein kann. Oberleutnant v. Hofmann: Das weiß ich nicht, von dem Augenblick an, wo der Rittmeister umgefallen sei, bis dahin, wo er nach dem Arzt gerufen, mögen drei bis vier Minuten verflossen sein. O.-K.-R- Scheer: Und wieviel Zeit braucht man, um über den Kasernenhof zu gehen? v. Hofmann: Wenn man läuft, kaum eine Minute. O.-K.-R. Scheer: Sie haben Grigat da nicht gesehen? Zeuge: Nein, ich kümmerte mich zunächst nur um den Rittmeister. Vertreter der Anklage: Ist es richtig, dan der Rittmeister v. Krosigk seit Weihnachten auf Hickel schlecht zu sprechen war? Zeuge: Jawohl. Er hatte ihn auch zweimal zurechtgewiesen. O.-K.-R Scheer: Der Rittmeister soll ihn auch oickfällig genannt haben. Zeuge: Jawohl. Das war nichts Auffälliges. Hickel widerspricht der Behauptung v. Hofmanns, daß er sein Alibi nicht nachgewiesen habe. Dieser habe ihn gar nicht gefragt. Oberleutnant v. Hofmann bestreitet das. Hickel: Der Zeuge hatte die Unteroffiziere auf dem Korridor versammelt und hielt eine Ansprache. Aus den Unteroffizieren ruhe der Verdacht, und wenn der Thäter nicht ermittelt würde, bliebe der Verdacht bestehen und strenge Maßnahmen und schwere Bestrafungen seien zu erwarten. Schließlich werde dann seine Majestät das ganze deutsche Unteroffizierkorps auslösen. Oberleutnant v- Hofmann: Von Majestät habe ich nichts gesagt. Hickel: Oberleutnant v. Hofmann hat doch von Seiner Majestät gepsrochen. Ich bitte, den Wachtmeister Schulz zu befragen, ob Drohungen mit S. M. stattfanden. O.-K.-R. Scheer: Ich lehne das ab. Bert. Horn: Dann bitte ich um einen Gerichtsbeschluß. Die Unteroffiziere waren meist verheiratet, sodaß sie dachten, Marten und Hickel sitzen ja bereits, wenn sie alles aus Marten und Hickel kommen ließen, bann blieben wenigstens sie selbst frei. O.-K.-R Scheer: Soll behauptet werden, daß die Zeugen, die alle den Eid geleistet haben, unglaubwürdig sind? Vert. Horn: Nein, aber eingeschüchtert waren die Leute und sie haben es vielleicht deswegen unterlassen, anderen Spuren nachzuforschen. Im übrigen ziehe ich meinen Antrag zurück. Um 7 dreiviertel Uhr fand noch ein Rund gang in den mit Stall-Laternen beleuchteten Ställen statt, wo einzelne Stellen von den Zeugen dem Gerichtshof bezeichnet werden mußten. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Fabrik feuerfester Produkte in Vallendar. Es verlautet, daß die vorhandene Aktiomasse nach Abstoßung der Hypotheken und Grundschulden und vorberechtigten Forderungen etwa 1 Mill. Mk. beträgt. In nächster Zeit soll eine Verteilung vor- getwmmen werden. — Der Schifffahrtstrust beschäftigt noch immer die Presse. Namentlich wird bte Angelegenheit in der Presse der Hafenstädte diskutiert. Es macht z. B. die „Weserztg." daraus aufmerksam, daß die Unternehmungen derDeutschen wie der Engländer und Amerikaner der vollen nationalen und internationalen Konkurrenz ausgesetzt bleiben. Sobald es den Verbündeten einfallen sollte, durch Erhöhung der Frachtraten und Passagierpreise einen unbilligen Nutzen zu erzielen, würden sofort andere Unternehmungen auftreten und ihnen durch Unterbietung das Geschäft entziehen. Frachten und Passagierpreise werden durch die großen und wechselnden Bedingungen von Angebot und Nachsrage beherrscht, als da sind: Ernten in den Haupttransportartikeln, Auswanderung, Kohlenpreise, Höhe der Löhne und sonstigen Betriebskosten. Diesen Bedingungen bleiben die verbündeten Tampferunternehmungeu auch fernerhin unterworfen. Der entscheidende Faktor bleibt immer der Weltmarkt. Mit der Konkurrenz hat es übrigens seinen Hakem Es wird schwer werden, gegenüber einer so mächtigen Vereinigung aufkommen zu können. Es tauchen daher wohl nicht unberechtigte Bedenken auf, ob wir es nicht mit einer Monopolwirtjchaft zu thun haben, die recht gefährlich werden kann. Tabak. Während der Berichtswoche trar eine Besserung int Geschäfte nicht ein, es ist nach wie vor sehr still. In Seckenheim wurden zirka 700 Zentner Tabak von Produzenten an Händler in der Preislage von 25—27 Mark per sofort genommen, verkauft. Weitere nennenswerte Abschlüsse wurden uns nicht bekannt. In losen pfälzer Rippen geschästslos, lose feine Mk. 9—9.50, gebündelte M. 11—11.50. Forman (Schnupfenäther) klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schuupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Fvrman-Watte (Dose 30 Pfg.) In hartnäckigen Fällen Forman-Pastillen zum Inhalten 50 Pfg. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 2053. Auszug ans den LtuudessAtsregisteru der Stabt Süßen. Aufgebote. Am 21. April. Georg Jakob Emil Flick, Metzger dahier mil Karoline Charlotte Ockel Hierselbst. Friedrich Adam Pabst, Ober- Postassistent dahier mit Ernstrne Hebstreit Hierselbst. Am 23. April. Heinrich Dommes. Lokomotivheizer in Köln-Deutz mit Elisabeth Reinig dahier. Am 24. Siegfried Stamm, Ingenieur in Kassel mit Else Baer dahier. Am 25^ Friedrich Karl Schmidt, Schlosser- meister dahier mit Katharine Schneider Hierselbst. Eheschließungen. Am 19/ April. Johannes Julius Ernst Taubenheim, Konditor dahier mit Minna Marie Ockel hierselbst. Johann Georg Giesecke, Sattler dahier mit Wilhelmine Karoline Elisabethe Gans hierselbst. Karl Müller, Raufmarm dahier mit Wilhelmine Franz hierselbst. Geborene. Am 13. April. Dem Schneider Heinrich Hahn II. eine Tochter. Am 17. Dem Postschaffner Wilhelm Kern eine Tochter, Lina Elisabeth. Am 18. Dem Diener Karl Krebs eine Tochter, Emmy. Dem Fuhrmann Heinrich Christian Panz eine Tochter, Louise. Am 19. Dem Schneider Heinrich Heinze eine Tochter, Elisabeth. Am 22. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Weber eine Tochter, Erna Lina Elisabech. Am 23. Dem prakt. Arzt Dr. Julius Meyerhofs ein Sohn, Curt Heinz. Dem Schreiner Georg Beck eine Tochter. Emma Elisabeth. Gestorbene. Am 20. April. Frieda Mohr, 25 Jahre alt, Köchin dahier. Am 22. Hedwig Frieda Bertha Rehme, 11 Tage all, Tochter des Handschuhmachers Reinhold Rehme dahier. Am 23. April. Karl Orth, 36 Jahre alt, Fabrikarbeiter dahier. Julius Dauern- heim, 47 Jahre alt, Zimmermaler dahier. 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