Nr. 251 Vrfchetnt tSgli- autzer SonnlagS. Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesfischen Landwirt bte Siegener Kamillen« blätter viermal In der Woche beigelegt Rotationsdruck u. Vertag bei Blüh l'sehen Unlverl.-Buch- u.Slein- druckore« (Pietsch Erden) Redaktion, Eroedittoa und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse tüt Deoeschent Anzeiger Gießen. HkrnIprkchanichlußNr 51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Samstag 25. Oktober 1903 Gietzener Anzeiger ’'JF General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ve»ngspret-r monatlich/bPI^ oierlet- tährlich Mk. LL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.L.—viertel- fährt. ausscht. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnuminer bis vormittags 10 Uhr» ßcilenprete; lokal ILPf* üattiivärlfl 20 Pfg. verantwortlich: für den poltl. u. adgem, Sem P. Witiko: für „Stadt und Vanb4 und .(Serichtssaal^ Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. 2 Are heutige Kummer umfaßt 16 Keiteru Volitifche Tagesschau. Zu dem Besuche des Kronprinzen vou Dänemark in Berlin schreibt das „Berl. Tagebl.": Lern Besuch eine bestimmte politische Bedeutung zuzuschreiben, wäre mindestens gewagt. Dagegen aber wäre es unschwer, die Reise anders zu deuten, unter anderem mit Hinsicht auf eine im Gerücht so oft eingetretene beabsichtigte eheliche Verbindung eines deutschen regierenden Fürsten mit einer Tochter des dänischen Kronprinzenpaares. Ter Kronprinz von Dänemark wird auch dem Husarenregiment in Cassel, dessen Chef er seit dem Jahre 1888 ist, einen Besuch abstatten. Daraus läßt sich u. E. entnehmen, daß bei dieser Fürstenreise militärische Beziehungen vorherrschend sein werden. Aber uns will es fd) einen, als ermangele der Besuch auch der politischen Bedeutung nicht. Es ist in ihm doch der Ausdruck der besser gewordenen allgemeinen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark zu erblicken. Auch oerkehrspolitisch werden ja die beiden Linder demnächst in engere Berührung gebracht: nach Eröffnung der Trajektverbindung Warne- münde-Giedser. Es ist nicht ausgeschlossen, daß für die Eröffnungsjeierlichkeit eine Beteiligung der beiden Höfe verabredet wird. Darüber hinausgehende Wirkungen aber dürfte der Besuch des dänischen Kronprinzen nicht haben. Völlig gegenstandslos ist jedenfalls die Andeutung englischer Blätter, es könnte die Abtretung eines dänisch-westindischen Hafens an Deutschland in Frage kommen. Dieser Hinweis hat den durchsichtigen Zweck, Amerika gegen Deutschland „scharf zu machen", weil die dänisch-amerikanischen Verhandlungen wegen Verkaufs der westindischen Inseln an die Union gegenwärtig auf dem Punkte sind, sich zu zerschlagen. Die Wehrvorlage in Oesterreich Ungarn. Tie Wehrfrage, die ja auch den deutschen Reichstag hx nicht ferner Zeit wiederum beschäftigen wird, stand dieser Tage an erster Stelle auf der politischen Tagesordnung der habsburgischen Monarchie. Wie in Oesterreich fast alle öffentlichen Angelegenheiten von Bedeutung Straßendemonstrationen im Gefolge haben, so fehlten solche auch nicht in der Frage der Heeresverstärkung. Die Volksstimmung ist Mehraufwendungen für militärische Zwecke abgeneigt. Von der Marine soll ganz abgesehen werden. Ter habsburgische Staat treibt keine Kolonialpolitik. Oesterreich-Ungarn wird nie sagen, daß seine Zukunft „auf dem Wasser" liege. Seine Marine beschränkt sich fast ausschließlich auf Küstenschutz, demgemäß kann beim Ausbau bet österreichisch-ungarischen Marine von einem großartigen Maßstabe nicht die Rede sein. Gleichwohl hoben die Delegationen an der Forderung für den Neubau von Kriegsschiffen wiederholt Abstriche vorgenommen, und auch jetzt ist die Quote der Erhöhung be£ Mannschaftsbestandes der Marine gekürzt worden. Gleich Deulschlaiid hat Oesterreich-Ungarn in neuerer Zeit die verhältnismäßig bedeutendste Summe der Ver- volltominnung der Artillerie zugewandt. Es find neue Haubitz-Batterieen organisiert worden, doch die Forderung des erhöhten Mannschafts-Präsenzbestandes für diese Bat- teriecn findet nur zum Teil die Billigung der Delegationen. Das im Kronrat unter Vorsitz des Kaisers Franz Josef beschlossene Kvmpromiv wollte sich „vor der Hand" mit einer Erhöhung der Friedenspräsenz um einige tausend Mann über die von den Delegationen bewilligte Quote hinaus — begnügen. Da setzte die lebhafte Volksagitation ein, und diese hatte einen überraschend schnellen Erfolg, indem sich die Regierung bewogen gefühlt hat, noch ehe die Opposition die eigentliche Kampagne begonnen hat, vorläufig einen vollständigen Rückzug anzutreten. Während bis zum letzten Moment nur die 'Modifikation der Wehrvorlage und die Ermäßigung der geforderten 20 000 Mann auf die schon von der Delegation bewilligten 6000 Mann für die neuen Haubitzbatterieen erwartet wurde, ertlärt soeben- der Honvedminifter Fejervary zur allgemeinen Ucberraschung, daß die Regierung vorläüfig auf die weitere Verhandlung über die Vorlage verzichte, weil sie in Oesterreich noch nicht einmal an die Kommission geleitet werden konnte. Sobald dies möglich, werde die Regierung mit Berücksichtigung der aufgetauchten Wünsche und einer entsprechenden Modifikation die Verhandlungen fortsetzen. Die Opposition äußert ihre Genngthuung über diesen Sieg, und man hält nach diesen Vorgängen die Stellung des Kabinetts nach oben hin für stark erschüttert. In eingeweihten Kreisen verlautet, daß auf die Errichtung der Haubitzenbatterieen derzeit überhaupt verzichtet wird, weil die Probegeschütze nicht als genügend befunden wurden. Durch solche Gestaltung der Dinge wird der bekannte Satz, Deutschland trage militärisch in erster Reihe die Kosten des Dreibundes, es verausgabe besonders für Heeres- zwecke ungleich größere Summen, als seine Verbündeten, natürlich nicht entkräftet. _________________________________ Deutsches Deich. Berlin, 24. Okt- '5)er Kaiser und der Kronprinz sind heute nachmittag bei herrlichstem Herbstwetter in Blankenburg im Harz eingetroffen und vom Prinzen Albrecht empfangen worden. Vom Bahnhof fuhren die Herrschaften nach dem Schloß, wo eine Festtafel zu 46 Gedecken ftattfand. Nach derselben war Theatervorstellung- Als Jagdgäste deS Regenten sind ferner eingetrosfen V>inz Heinrich von Preußen, der G-roßherzog von Sachsen-xvei- mar, der Fürst zu Schaumburg-Lippe, Prinz Eduard von Anhalt und der Fürst zu Stolberg-Wernigerode. — Reichskanzler Graf Bülow, der, wie gemeldet, gestern im Neuen Palais dem Kaiser Vortrag hielt, war auch zur Kaiserlichen Frühstückstafel geladen. Heute morgen hörte der Kaiser den Vortrag des Eisenbahn-Ministers Budde. — Die Stellung Bülows — so plaudert die „Rhein.-Westf. Ztg.", soll nicht mehr unerschütterlich sein, sodaß allerlei Kombinationen über die Nachfolgerschaft umlaufen, wobei General v. Hahnke sehr m den Vordergrund tritt, der sich erholt haben soll. (Vorläufig erscheint uns ein solches Gerede über die Stellung Bülows verfrüht.) — Ter rumänische Ministerpräsident B r a t i a n o, der gegenwärtig in Berlin weilt, hatte heute eine Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen Bülow. Graf Bülow hatte pater eine Unterredung mit dem sächsischen Kriegsminister v. Hansen. — Trotzdem im Befinden des Fürsten Eulenburg, wie bereits gemeldet, eine leichte Besserung eingetreten ist, kann, wie von amtlich wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wird, es nunmehr als feststehende Thatsache betrachtet werden, daß der Fürst nach Ablauf seines Urlaubs nicht nur von seinem Berliner Botschafterposten Äurüdtritt, sondern übert)a.Wpt aus dem Staats- >ienste scheidet. — Die R^dichstagskommission für die Kin- derarbeitsvorlage nahm unverändert den Paraara- rhen 2 an, welcher das Gesetz auf Kinder unter 13 Jahren unb ältere, soweit sie noch volksschulpflichtig find, erstreckt. Ein Antrag Wurm (Sozialists statt 13 Jahre 14 zu setzen, wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Sodann genehmigte die Kommission den Paragraphen 3, der bestimmt, was als eigene bezw. fremde Kinder anzusehen ist, nur wurde dabei auf Antrag Wurm mit 10 gegen 9 Stimmen die Bestimmung gestrichen, nach der and) zur gesetzlichen Zwangserziehung überwiesene Kinder als eigene gelten sollten. Weiterberatung Dienstag. — Eine Gruppe polnischer Anarchisten wendet sich mit einem Aufruf an die polnischen Anarchisten Deutschlands und Oesterreichs, in dem es u. a. heißt: Eine Gruppe, junger, kampfeslustiger Anarchisten hat sich zusammen geschlossen und ist entschlossen, ihre ganze Energie und ihre ganze Leidenschaft aus die revolutionäre Propaganda zu richten, und nicht auszuruhen, bis das polnische Proletariat, das noch durch Grenzpfähle getrennt ist, die revolutionären Traditionen der Warschauer Kämpfer wieder aufgenommen hat. Breslau, 24. Okt. Wie die „Schl. Ztg." meldet, wurde durch königl. Erlaß vom 1. Oktober Prinz Hans Heinrich XV. von Pleß, Graf von Hochberg, auf Schloß Fürstenstein, zum Mitgliede des Herrenhauses auf Lebenszeit berufen. Münch en, 24. Okt. Justizminister Leon rod hat seine Gut lass ung eingereicht. Heer und Flotte. Cobleuz, 24. Okt. Generalleutnant von Deines begrüßte heute im Offizierkasino das gesamte Offizierkorps der hiesigen Garnison und übernahm das Kommando des 18. Armeekorps. Ausland. London 24., Okt. Nach dem „Daily Chrvnicle" sind die Burengenerale über das Ergebnis ihrer europäischen Reise enttäuscht. Tewet will sofort nach Südafrika zurückkehren. Dagegen ist Botha für Fortsetzung der Reise. — Die „Times" meldet ans Peking: Die Bedingungen, die Teutschland und Frankreich für die Räumung Shanghais aufstellten, sind nahezu die gleichen. 1. betont Deutschland, es wolle, da die Besetzung und Räumung Shanghais gemeinschaftlich geschehen sei, auch an jeder späteren Besetzung teilnehmen; 2. soll China sich verpflichten, keiner anderen Macht irgendwelches Vorzungsrecht politischer, militärischer, maritimer oder wirtschaftlicher Natur im Yangtsethale zu gewähren, wobei die Bestimmung betr. die ökoiromischen Vorrechte sich nur auf Staaten, nicht auf Einzelpersonen bezieht; 3. soll China sich verpflichten, keiner anderen Macht irgendwelches.Vorzugsrecht irgend einen Punkt am Yangtse zu besetzen, der den Fluß unterhalb oder oberhalb Shanghais beherrscht. Tie französischen Bedingungen find ähnlich, nur erklärt Frankreich in der ersten Bestimmung mit geringerer Deutlichkeit, daß es sich im Falle einer späteren Besetzung die Freiheit seines Handelns Vorbehalte, und im 2. Punkt fehlt die Erwähnung wirtschaftlicher Vorteile; ganz China gab am 15. Oktober beiden Gesandtschaften die formelle Annahme dieser Bedingungen bekannt. Madrid, 24. Okt. In den galizischen Gewässern überraschten spanische französische Fischer, die in Spanien 0erbotene Schleppnetze verwandten. Tie bedrohliche Haltung der Spanier zwang die Franzosen, nach Ferrol zu flüchten. Sie beklagten sich beim Konsulat, daß die Spanier eine Enterung beabsichtigten. Ter Generalkapitän leitete eine Untersuchung ein. Nach Coruna wurde etzi Kanonenboot entsandt, weil ein Zusammenstoß befürchtet wird. In den galizischen Städten herrscht große Aufregung. Wien, 24. Okt. Hebet die Ursachen des auf fallend langen Fernbleibens des Botschafters Fürsten Eulenburg vom Wiener Hofe wird der „Allg. Korr." von einer, hohen Militär kreisen angehörenden Persönlichkeit mitgcteilt: Gelegentlich des Besuches des deutschen Kronprinzen am Wiener Hofe hielt dieser bei der Hvf- tafel eine Rede und :r, ba er an einem fremden Hose feine erste Rede hielt, etwas befangen. Diese Befangenheit veranlaßte die jüngeren Erzherzöge, vor allem den Thronfolger, in eine allseitig bemerkbare Heiterkeit auszubrechen. Ter Kaiser, welcher den deutschen Kronprinzen liebgewonnen hatte, wußte zwar für den Augenblick den unangenehmen Eindruck dieses Vorfalles zu verwischen und war durch liebenswürdiges Benehmen gegenüber dem Gaste bemüht, den deutschen Kronprinzen in ein freundschaftliches Verhältnis gegenüber b em österreichischen Thronfolger zu bringen. Ter geschilderte Vorgang aber hatte gleichwohl eine Entfremdung zur Folge, die insbesondere auch durch längere Abwesenheit Eulenburgs von Wien zum Ausdrucke kam. Eine Dom Kaiser gern gesehene persönliche Aussprache zwischen dem deutschen Kronprinzen und dem österreichischen Thronfolger kam nicht zu Stande; die Entfremdung kam vielmehr auch- dadurch ^um deutlichen Ausdruck, daß gelegentlich der Kaisermanover, zu denen der deutsche Kronprinz gekommen war, die beiden jungen Fürsten miteinander gar nicht verkehrten. Ter überaus liebenswürdige Empfang des Kronprinzen durch den Kaiser soll sogar Hrsache gewesen fein, daß die damals unaufgeklärt rasche Uebernahme des Protektorats über den katholischen Schulverein seitens des Thronfolgers als ein von einflußreichen Kreisen vorbereiteter Trumpf gegen das protestantische Hohenzollernhaus ausgespielt wurde. (Es dürfte sich empfehlen, diese Mitteilungen mit aller Reserve wiederzugeben. . Petersburg, 24. Okt. Tas Befinden der Zarin ist ausgezeichnet. — Nach Meldung eines Wladiwostoker Blattes überfielen chinesische Eisenbahnarbeiter zwischen den,Stationen Jmyupo und Weissuche westlich Don Charbin eine dort stehende Abteilung Eisenbahnschutztruppen. Fünf russische Soldaten wurden von den Arbeitern erschossen und einer mit Schaufeln erschlagen. Es wurde eine neue, 10 Mann starke Abteilung an den Thatort geschickt, allein auch sie wurde in der folgenden Nacht angegriffen; darauf wurden weitere Truppenabteilungen abgesandt. Washington, 24. Okt. Kommandeur Bechler, der frühere Atarineattachee in Berlin, überbrachte gestern dem Präsidenten Rovseoelt die Grüße Prinz Hein- richs. Er teilte auf Befragen des Präsidenten seine Ansichten über die europäischen Marinen mit und stellte dabei die deutsche Marine wegen ihres ausgezeichneten Personals am höchsten. Er sagte, die deutsche Flotte, sei an thatsächlichen kampffähigen Schiffen dreimal fo stark wie die amerikanische. Born französischen Ausstand. In Dünkirchen ist der Donnerstagabend ziemlich ruhig verlaufen. Eine Deputation der Ausständigen begab sich zum Präfekten und teilte mit, daß die Streikenden jede Verantwortung für die Tumulte ablehnen. Zahlreiche Patrouillen durchzogen in der stacht die Straßen. Alle öffentlichen Gebäude find militärisch besetzt. Die Meldung, daß über die Stadt der Belagerungszustand verhängt worden sei, bestätigt sich nicht. Die Truppen sind augenblicklich noch mit der Zerstörung der von den Ausständiaen errichteten Baracken beschäftigt. Bei den Unruhen wurden zahlreiche Personen verwundet, darunter der Polizei-Ti- rettor, ein Offizier, zwei Kommissare, sechs Polizeiagenten und zwei Gendarmen. Tie Zahl der verletzten Ausständigen ist noch nicht bekannt. Am Freitag früh trafen bedeutende Truppen-Verstärkungen ein. Mehrere Hafenarbeiter suchten die Arbeit wieder auszunchmen, mußten jedoch infolge der Drohungen von Streikenden den Versuch wieder aufgeben. Die Grubenarbeiter verlangen, daß fünf Personen, die während der Kundgebungen verhaftet wurden, aus der Haft entlassen werden. Tie Kammer des Fachvereins der Hafenarbeiter erließ eine Kundgebung, in der energisch gegen die von „sogenannten Hafenarbeitern" begangenen Ausschreitungen protestiert wird. Sie weist ferner alle Arbeiter an, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Dockarbeiter haben mit 1711 gegen 481 Stimmen beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Im Kohlenbecken von Pas de Calais ist die Lage des Ausstandes unverändert. In Drocourt und Courriöres ist die Nacht unruhig verlausen. Mehrere Fensterscheiben wurden eingeworfen. Eine Person wurde verhaftet. In Lens wurden zwei von nichtseiemden Arbeitern bewohnte Häuser verwüstet. Eine Besprechung des Ministerpräsidenten mit dem Nationalkomitee der Grubenarbeiter dauerte zwei Stunden. Es kamen alle Forderungen der Grubenarbeiter zur Sprache. Das Komitee erklärte sich zur Annahme eines Schiedsgerichts bereit, das über die Festsetzung von Mindestlöhnen und Regelung der Arbeitszeit entscheiden solle. Tie Frage der Ernennung der Schiedsrichter wurde noch nicht erörtert. Im Ministerrate gab Ministerpräsident Combes eine Darlegung der Lage in den verschiedenen Kohlenbecken. Er versicherte, in Calais und Boulogne arbeiteten sämtliche Hafenarbeiter wieder. In Marseille verhalten sich die in den Ausstand getretenen Tockarbeiter ruhig. 9iur die Auslader streiken noch, während die übrigen Hafenarbeiter weiter arbeiten. Tie vorhandenen Kohlenvorrate belaufen sich auf 600000 Tons. Aus tzludt und Aund. Gießen, den 25. Oktober 1902. ** Dom Taufstein. Der Vogelsberger Höhen- Klub geht schon seit Jahren mit dem Gedanken um, an Stelle der beiden aliersschwachen Holztürme , auf dem höchsten unserer hessischen Berge, dem Taufstein, enumi massiven Turmbau zu errichten, der dem ersten Kanzler 3M Ehren den Namen Bismarckturm führen soll. Bereits ist für diesen Zweck eine Summe als Grundstock für die Kosten eines monumentalen Baues vorhanden. Wir hören, daß die Sektion Gießen des Vogelsberger Höhenklubs es nun endlich in die Land nehmen will, den geplanten Turmbau auf dem Taussteiu ins Leben zu rufen. Freunde der Natur, Verehrer des großen Mannes, deq'sen Namen der Turm tragen wird, werden gewiß nicht zögern, innerem Vogelsberg zu einer solchen Zierde zu verhelfen. Bietet doch der Tcmfstein in seiner herrlichen Lage inmitten grüner Walder ein großartiges Panorama, eine Fernsicht bis Rhön, Taunus und Odenwald, die durch den geplanten Bismarckturm erst recht zur Geltung kommen wird. W. Frau Charlotte Wiehe, die wir gestern durch Vermittelung unseres Theatervereins kennen lernten, hat in diesen Tagen in Luzern ein erhebliches Mißgeschick gehabt. Dort ist ihr ein orientalisches Kostüm entwendet worden, das einen Wert von 5000 Francs repräsentiert. Es ist dies ein Kostüm, bestimmt für ihre reizenden, anmutreichen Tänze in der Pantomime ,Dre Hand". Thränenden AugeS stand sie ratlos gestern Abend hinter den Kulissen. Ein Ersatz für das gestohlene Kostüm ließ sich natürlich nicht beschaffen. Da entschloß sie sich endlich auf die dringlichen Zureden ihres zweiten Kapellmeisters im duftigen, kurzen, weißen Unterröckchen ihre sinnverwirrende Tanzkunst zu zeigen. Und wahrlich nicht zum Schaden des künstlerischen Eindruckes. Denn wer auch etwa in Frankfurt die Tänzerin dieses Stückes im blendend schönen Zigeunerkostüm gesehen hatte, der sagte sich doch: hier hast du etwas Apartes. Und obendrein gewann dadurch noch die Wahrscheinlichkeit. Denn daß die spät nachts heimkehrende Künstlerin, der zufällig ein altes Notenblatt in die Hände fällt, das alte liebe Tanzkapriolen in ihr wiedererweckt, sich hierzu in so stiller Nachteinsamkeit auch eine besondere Robe mit Mühe wählt, ist nicht so sehr glaublich. So schiens denn durchaus plausibel, daß sie sich halb entkleidete und in dem so flink improvisierten Balletkleidchen in ihrem Zimmer herumhüpfte. — Die „Hand" soll übrigens der Komponist Berenp einer wahren Begebenheit nachgeschaffen haben, die sich in Paris vor Jahren im Zimmer einer Schauspielerin zutrug. Ein hartnäckiger und gefährlicher Einbrecher, der sich bei ihr eingeschlichen hatte und, unter einem Eanaps versteckt, die vier Finger seiner verkrüppelten Hand nicht verbergen konnte, wurde auf diese Weise entdeckt und dingfest gemacht. So erzählte Bereny gestern selber, wie man uns heute berichtet, in intimem Kreise. ** Eine ^kostbare" Freundin. Ein Herr, der von hier aus die Ausstellung in Düsseldorf besuchen wollte, traf am Bahnhof eine „'Lame", die ihn ein lud, mit nach Frankfurt zu reisen. Hier logierten sich beide in einem Hotel ein, um dann gemeinsam nach Düsseldorf zu fahren. Am nächsten Morgen war die Tarne verschwunden, und dem betreffenden Herren fehlte in Leiner Brieftasche die Summe von 700 bis 800 Mk. § Butzbach, 24. Okt- Seitens der Handelskammer in Friedberg ist zufolge Beschlusses in der letzten Sitzung beim Großh. Kreisamte die einheitliche Regelung des Sonntags-Ladenschlusses in unserem Kreise nachgesucht worden. Demgemäß wurden kürzlich die hiesigen beteiligten Geschäftsinhaber zur Aeußerung darüber ausgefordert, ob sie den Schluß der Ladengeschäfte für 1 Uhr nachmittags an Sonn- tuib Feiertagen wünschen, oder rocldje andere Zeit Nach den bis jetzt vorliegenden Erklärungen ist bie Mehrzahl unserer Geschäftsinhaber für den Ladenschluß um 3 Uhr. 0 Ober-Lais, 24. Okt Unsere neue Quellwasserleitung ist zur vollen Zufriedenheit der Gemeinde ausgefallen. ? Gedern, 24. Okt- Gestern abend fiel eine betagte Frau in das durch unser Städtchen fließende Bächlein, tarn aber mit dem bloßen Schrecken davon. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ter Magistrat der Stdt Frankfurt giebt am Abend der Eröffnung des neuen Schauspielhauses, Samstag den 1. ^looember abends 10 Uhr, ein Festessen im Palasthotel Fürstenhof.______________________ Vermischtes. * Berlin, 24. Okt. Der russische Musikschriftsteller Nikolaus Bernstein aus Petersburg ist aus Berlin ausgewiesen worden. Er soll durchaus unbescholten und weder in seiner Heimat noch in Deutschland politisch hervorgetreten sein. * Ratibor, 24. Okt. Ein aufregender Vorfall ereignete sich in der Kaserne der 12. Kompagnie an der Troppauerstraße. Tort hat der M u s k e t i e r Hase seinen K a me raden, den Musketier Höhne, durch einen Schuß aus seinem Tienstgewehr lebensgefährlich verletzt und sich dann mit demselben Gewehr durch einen Schuß in den Mund erschossen. Gegen 11 Uhr krachte plötzlich in der Stube ein Schuß, dem bald daraus ein zweiter folgte. Sofort sprangen die übrigen Stubenmannschaften ans ihren Betten. Ein gräßlicher Anblick bot sich ihnen bar. In seinem Bette lag der Musketier Höhne besinnungslos. AuS der linken Seite quoll Blut. Ein Gewehrschuß war ihm in die rechte Schulter und von hier in die linke Seite gedrungen. Bevor das Geschoß die Sck)ulter getroffen hatte, war es durch das Roßhaar- keilkissen, auf dem Höhne lag, gedrungen und hatte Teile des Kissenbezuges und Kisseninhaltes mitgenommen, die gleichfalls in den Körper drangen. Ten Schuß hatte der Musketier Hase abgegeben. Durch den zweiten Schuß hat Hase seinem Leben ein Ende gemacht. Er hatte die Gewehrmündung in den Mund gesteckt und das Gewehrschloß abgedrückt. TaS Geschoß durchbohrte den Oberkiefer und den Schädel und trat zur Schädeldecke beraus. Bett und Wand zeigten Spuren deS umherspritzenoen Gehirns. Ter Tod war auf der Stelle eingetreten. Ter schwerverletzte Höhne wurde sofort nach dem Garnisvnlazarett geschafft. * Paris, 24. Okt. Der Bankier Mallev al, welcher der Frau Cioet 100000 Fr. veruntreut hatte, ist für fallit erklärt worden. * Wien, 24. Okt. Bei der landwirtschaftlichen Sparkasse der Gemeinde Hohenruppersdorf bei Gänserndorf wur- den U n t e r s ch l eise in Höhe von 141000 Kronen entdeckt, die wahr,cheinlich durch den verstorbenen Kassierer Grind- waldt verübt wurden. Seitens einiger Einleger ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. * Bu dapcst, 2Ü. Okt. In Agram wurde abends 6 Uhr ein starkes, wellenförmiges, vier Sekunden andauerndes Erdbeben verspürt, wcw eine große Paink erzeugte. ♦ Eine Tochter Gamb et tas? Im $oli&ei» Emretrn von San Francisko meldete die französische Hebamme Frau Sattler^Simon, ihre Tochter Victoria Marie sei ermordet worden. Sie erklärte, der Vater derselben sei der verstorbene Staatsmann Lson Garn bett, und beschuldigte einen Grundbesitzer, mit welchem Marie ein Liebesverhältnis hatte, den 2x>b der letzteren her bei geführt und sich ihre Vermögen durch ein gefälschtes Testament angeeignet zu haben. Tie Behörden nehmen an, daß Selbst- mord vorliege. Vnioersitäls-Vachrichten. Bonn, 24. Okt. Anläßlich der 25. Wiederkehr des Tages der Jmmatrikula tion des Kaisers sandten Rektor und Senat der Universität ein Glückwunschtelegramm an den Kaiser. Hieraus traf folgendes Antwort- telegramtn des Kaisers ein: „Ich danke her^ich für den freundlichen Gruß der rheinischen Universität anläßlich der heutigen 25. Wiederkehr des Tages meiner Immatrikulation an der dortigen Alma Mater. Was ich derselben verdanke, welch glückliche Zeit mir in Bonn an den Ufern des Rheines beschieden war, tritt mir heute wieder vor Augen. Ich freue mich, der Bonner Universität jetzt auch meinen zweiten Sohn übergeben zu können. Wilhelm." Landwirtschaft. Mäuseschaden im Groß Herzogtum Hessen. Tie neueste Nummer der „Hessischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift" bringt eine Bekantmachung des Präsidiums des Hessischen Landwirtschaftsrats, in welcher die Interessenten, insbesondere die Landwirte ersucht werden, chre Erfahrungen über die angewandten Mittel zur Bekämpfung der Museplage mitzuteilen. Tie betreffenden Fragen lauten: L Ist in Ihrer Gegend ein Mäuseschaden in erheblichem Umfang zu konstatieren und wie hoch taxieren Sie den Schaden in bar event. in Prozenten des Minderwertes der Ernte a) für Ihre Gemeinde, b) für einen größeren Bezirk? 2. Welche Feldftüchte haben unter dem Mäuseschaden am empfindlichsten gelitten? 3. Welche Mittel tarnen zur Bekämpfung des Mäuseschadens in Anwendung? (Wläusefallen, Schwefelkohlenstoff, Gifthafer, Strychninhafer, Phosphorpillen, Löfflerscher Mäusebazillus, Erschlagen der Mäuse hinter dem Pfluge, Fangen. der Mäuse in Bohrlöchern? event. welche andere Mittel?) In Frage 3 sind möglichst genaue Angaben erwünscht über die angewandten Mittel, die Art ihrer Anwendung, Bezugsquelle, nähere Bezeichnung des Fabrikates (z. B. Saccharin-Strych- ninhafer von Wasmuth), ferner über die Kosten des Verfahrens. Bei den widersprechenden Mitteilungen über die Anwendung des Löffler'schen Mäusebazillus wolle man genaue Bezugsquelle, Preis des Kulturröhrchens, Alter der Kulturen und ferner angeben, ob die Anwendung genau nach Vorschrift erfolgte, oder welche Abweichungen von derselben getroffen worden find. 4. Hat das angewandte Mittel einen vollständigen, oder einen Teilerfolg, ober (einen gehabt? 5. War bei der Art der Anwendung des Mittels eine Zählung der getöteten Mäuse möglich und wie groß war die Zahl derselben a) auf Ihrem Besitz, b) in der Gemarkung? Ter Landwirtschaftsrat ersucht im allgemeinen Interesse um recht lebhafte Beteiligung an der Beantwortung dieser Fragen, um günstige Erfahrungen in der Praxis verwerten zu können, und ersucht um baldige Einsendung der Antworten an denselben, Darmstadt, Bis- marckstraße 78. Ueber das Ergebnis der Umfrage wird nach Einlauf der Antworten ein Bericht in der „Hessischen Land- wirtschaftlichen Zeitschrift" erscheinen. Gießen, 24. Okt. Ter Jagdhund-Club für Gießen und Umgegend hat für Sonntag den 2. November auf seinem Schliefplatz auf der Schönen Aussicht große Preis-Schliesen für Dachshunde ausgeschrieben, welche offen sind für Dachshunde, die sich im Besitz von Mitgliedern und von Nichtmitgliedern des Elubs befinden. Diese kynologische Veranstaltung ist insofern ein Ereignis in Gießen, als der veranstaltende Verein einen ganz neuen Kunstbau hat Herstellen lassen, ivelcher in jeder Weise den Bestlmmungen des Teckelclubs entspricht. Die einzelnen Schliefen bestehen in: 1. Ju^endschliesen, 2. Neulingsschlieien, 3. offenes Schltescn, 4. Steges-Schliesen, sämtlich auf Fuchs, und 5. Sieges- Schliesen auf Dachs. Hohe Geld- unb Ehrenpreise sind für die einzelnen Schliejen ausgesetzt. Das Amt der Preisrichter haben übernommen Förster B u d d e - Schlvanheim, Forster Roggen- d o r f Wetzlar und Ernst P r ö s l e r - Frankfurt a. M. Meldeschluß ist am 27. Oktober. 'Meldungen an Ernst Fö r st e r» Gießen, Crednerslraße 14, bei dem auch Anmelde-Formulare zu haben sind. Nach den schon vorliegenden Anmeldungen werden die einzelnen Schliefen sehr starke und sehr interessante Besetzung ausioeijen. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurden in Friedrichs- thal von Händlern und Fabrikanten einige hundert Zentner 1901er Tabake in der Preislage von Anfang bis Mitte der Alk. 40 verkamt. Ferner kaufte ein Fabrikant zirka 500 Zentner Bruhreiner Tabak zu Mk. 42. Jin Neckarthal wurde auch ein Posten steuerfreier zu 'Mitte der Alk. 60 umgesetzt. Tas Jntereffe der Fabrikanten wendet sich jetzt mehr als bisher den 1901er Zigarrentabaken zu, da die neuen Tabake sehr schwer und schlechlbrennend werden. In neuen Tabaken hat im Oberland em Fabrikant in Meißenheini 100 Zentner zu Mk. 35 gekauft, doch beteiligt sich zu diesem Preis, bis letzt die Allgemeinheit nicht am Einkäufe. In Nordhaujen (Elsaß) wurde der Tabak von Händlern und Fabrikanten zu Mk. 25 verkauft, verschlagener zu Alk. 20. In Malsch wurde der Tabak zu Alk. 20—21 verkauft. Wenn der Handel ruhig bleibt, können diese Preise sich nicht halten, da solche für diese Qualität und Beschaffenheit viel zil teuer sind. In loser Einlage ist immer Nachfrage. In losen Pfalzer Rippen geschastslos, lose feine 9—10 Alk., gebündelte 11—12 'Mk. Getreide. Weizen. Bei anhaltend guter Frage für greif- are Ware und andauernd knappen Zufuhren verlief das Getreide- beschaft in der verstossenen Woche in recht fester Stimmung. Tie Forderungen des Auslandes sind ziemlich unverändert, teilweise 1 Mark per Tonne höher. Roggen fest. Gerste. Braugerste gute Nachfrage, Fultergersle unverändert. Hafer gefragt und unverändert. Mais fest; greifbare Ware sehr geiucht. Tie heutigen Notierlmgen sind: Redwmter 11 Mk. 126. Kansas II Mk. 126—127. Saxonska 'Mk. 128—132. Südruff. Weizen'Mk. 122—140. Rumän. Weizen Alk. 126—132. Ruff. Roggen Mk. 103 — 104. Ruff. Futtergerste Mk. 93—94. Ruff. Hafer 107—120. Laplata Mais r. t. Alk. 110. Mixed Mals Dezember Januar Abldg. Alk. 93.50 per Tonne cis Rotterdam. Märkte. Gießen, 25. Okt. Marktbericht. Auf dem heutigen Dochenmarkr kosteten: Butter pr.Pfd. 0,85—1,00 'Mk., Hühnereier pr. St. 7—8 Pfg., 2 Stü. 00—00 Pfg., Gänjeeier 00-00 Pfg., Enteneie 0—0 P,'g., Käse vr. Slck. 5—9Pf., Käjemane2Ltck. 5—0Big., Erbsen pr.Liter 19Pfg. Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,60—0,80 Mk., Hühner pr. ct 1,00—1,30 '2DIL, Hahnen pr. Stück 0,70—1,50 Alk., Emen pr. Stück 2,00—3,00 SDtL, Ganje pr. Pfd. 50—60 Pfg., Ochjen'leisch pr. Pfund 66—76 Pfg.. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., 6940 Damen-Selinallenslielel warm gefüttert Herren-Selmallenslielel Damen-Pantollel ringsum Lederbesatz Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 25. Oktober 1902. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Damen-Pantollel Mk° Franklurtersträsse 4. Sprechstunden x 10—1 Uhr vormittags täglich, 2—3 Uhr nachmittags » Beginn der Sprechstunden: Montag, 27. Oktober. ew 3 jährig. Dalmatiner sehr schönes Tier, Umstände halber preiswert herzuaeben. 7494 Alicestratze 23, park. **5? Lchmciterlingsknstca preiswert zu verk. Anzusehen bei 7478 I. Hirz, Sellersweg 22. Krotpreise vom 26. Oktober bis 9. November 1902. Veste Referenzen zur Verfügung. Hochachtungsvoll Gebr. 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Durchmesser) aus Thiergarten — 80 fin, aus Hauenberg — 50 im, aus Schornberg unb Peterswalb — 70 km; aus Birken, Struth, Dörnberg, Hölzchen rc. — 150 km. Auf Verlangen kann bie Ausarbeitung namentlich schwächerer Derbstangen in 8 unb 6 m langen Schichten erfolgen. Wegen Vorzeigung ber verschiebenen Hölzer wolle man sich an die emschlägl. Gräf! Forstwarte wenden. Die Submissiousgebote sind unter Angabe gewünschter Maße unb ber Art ber Aufbereitung, verfchloffen unb mit ber Aufschrift „Holzverkauf—Gießen" versehen, längsteus bis zum 8. No. vcmber d. I. abends au das Fürstliche Rentamt zu Orteuberg (Hessen) einzureichen unb können sich auch auf Losteile (einzelne Dislrikle) beschränken. Erössnungstermin Montag, den 10. Ro. vembcr d. I., mittags l1/, Uhr im Leuz'schen Kelseukeller zu Gießen. Laubach (Heffen), 25. Oktober 1902. 7516 Gräfliche Oberförsterei. Von den Reise zurück! Dr. Reinewald, Arzt für Ohren-, Nasen-, Halsleiden u. Sprachstörungen, Ei« Balle ÄTÄ- nate alt, gekört, steht zu verkaufen bei Wirt Louis Opper, Alien- Der hiefigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot — H i Kg. (2Pfd.) Schwarzbrot Weißbrot 26 ' 3 * (6 . 52 . i je gutes Wichsleder, in spitzer u. eckiger Fa^on Herrren-Boxeall-SeluliIrstielellS 10.50«. ” ” 12.50« Goodyear-Welt-System, Handarbeit Berren-Sehnallenstielel von Mk. 9» an bestes Wichsleder, elegante Fa$on. Stratzcaabspmaaz Röllgea. Die Kreisstraße und Orts- straße in Rödgen ist wegen der Erbauung einer Wasier- leitung bis 31. d. M. gesperrt. Rödgen, am 24. Okt. 1902. Gr. Bürgermeisterei Rödgen. Stein. 7531 gen 91! Nregnx». ' u’ iQ6 ittSi ZZK MZ °amlen beschuL Bekanntmachung. Ausweislich des Hypothekenbuchs der Gemarkung Gießen ist Fl. XXV Nr. 8 dieser Gemarkung unter dem 16. VII. 1850 der Witwe des Christian Lenz in Klein-Linden für 600 Gulden verpfändet. Da die hierüber ausgestellte Urkunde abhanden gekommen, das Darlehn jedoch angeblich zurück- gezahlt ist, so wird jeder, welcher auS der Schuldverschreibung Ansprüche erheben zu können glaubt, aufgefordert, diese Ansprüche unter Vorlage der Hypothekurkunde innerhalb einer Frist von 2 Monaten seit dem ersten Erscheinen dieser Aufforderung anzumelden, als sonst bie Löschung der Hypothek verfügt werden würde. Gießen, 20. Oktober 1902. 7502 Grobherzogliches Amtsgericht. rr Anzeiger^ ouaten Subei- r die Frage k berlulojeR c WmiralM br- llungen m nblicklichen Modells vnlck- mt veröffeatlichi , W, -oorul teilt, W er bei nterpenaiwn ein- ■ fflnrilien". w Humbert ichlgedesseu w über die Flu^ i, daßPolrze usligungeni^ oahrscheM^ Lels stieß in der H-h-r »i Verdingung vo» Drainagearbeiten. Tie im Herbste d. Js. zur Ausführung vorgefchenen Arbeiten für die Feldbereinigung Bettenhausen als: Drainagearbeiten veianschL zu rd. 1100 Mark, Ber- fchleifungsarbeiten veranfchL zu 460 Mark, fallen Dienstag, den 4. November t>. Js., vormittags 9'/, Uhr, auf dem Rai- Haufe zu Bettenhausen durch öffentliches Ausgebol vergeben werden. Voranschlag, Pläne unb Beding- ungen liegen auf Gr. Bürgermeisterei Bettenhausen zur Em- sicht offen. 7505 Gießen, ben 24. OkL 1902. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. 7311] Sebr wachsamer Hofhund, 17, äahr all, an guten Herrn billig abzugeben. Bahnhofstraße 27, L Damen-kdcrspaügenschnhe Mk. 2.25 Herren-Sclmilrstielel von Mk. 4.50 2 , 4 1 , 2 1 , (4 10 Stunden 5 Mark. 04697] Vorzüglicher Unterricht in der ftanz., engl., ttalieni- scheu Sprache, mit Eorresp. u. Eonoers. für Jack - Benutzung. Wellere Schüler gefuchL Grabenstraße 9, IL ZOG Schwalm, Bahuhofstr. 63. 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Steinmüller, Lang-Göns 48 , L. Steinmuller, Gr.-Linben 50 „ ß. Schmibt, Gr.-Linben . . 50 , Karl Post, Wtefeck . . . 52 , W. Fabel, Wiefeck . . . 50 r W. Lein, Klem-Lmden . . 52 , Georg Dern^ G^ucken^2^^. Sttinmuller, Lang-Göns 22 , d. Schmibt, Gr.-Linben. . 22 , Hch. Weber, Heuchelheim 22 , 2. Steinmüller, Gr.-Linben 22 r W. Lein, Klein-Lmben . . 24 , 2 Kilogramm (4 Pfunb) Schwarzbrot bei: 5lb Velten, Kirch-Göns 42 W.Steinmüller,Lang-Göns 44 M Satob Appel, Krofdorf . . 42 , W. Weitzel, Lang-Goits. . 44 , Georg Dern IL, Gr.-Linben 42 , Heinr. Weber, Heuchelheim 44 , L. Schmidt, Gr.-Linden. .44, Karl Post Wtefeck. . . . 44, 2. Stemmüller, Gr.-Linben 44 , Jakob Appel, Krofborf . 46 „ W. Lein, Klein-Linben . . 48 , bericht», i>. “" ri er • • ’ ’ 02.80 sen • * * ’ 80.00 .ackert 1 » • ' 212.90 . ' ,187-10 w-Mckl. - 134.90 Bank - 1 '^90 ;aok ' 155.00 3dei^' ' ' 15L2Ö ,bb»W' * 19.90 , . ' ' ' 179.00 i. » ' ' ' 198.30 , . * * 1702? . . • * ' M Achtung! 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Zusammenkunft um 2 Uhr bei Kamerad P. Prell, Kreuzplatz. 7619 Der Vorstand. da um, deut anei Prei- lina ixuni i [(filir steigt da i val nahm Mine füllet ti iVi1 sati Lut 200 bei b) Die Verschweigung o) Nacht und Träume .... Fr. Schubert d) Nooo bin ich jung . . Eduard Freiherr von Lade. 5. Trio für Klavier, Violine und Violoncell Kindermäntel von ▼origer Saison verkaufen wir von Sonntag, 26. Oktober bis Sonntag, 2. November XU sehr billigen Preisen. Kaiaerstr. 67 69 hrameturt a. M. Kaiserstr. 67,69 Sensationell! Rätselhaft! Pbaenoeenall Originell! Cumberland-Fi y. 4066 Die vollendetste Gedaokenleeerin des Xu. Jahrhunderte. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Ehrenmitgliedes Kamerad 7503 Carl Vogt n. geziemend in KennMiS zu sehen. Tie Beerdigung findet Sonntag, den 26. d«. MtS^ nachmittags 2*/, Uhr, vom Sterbehanse, GLthestraße 32, aufl statt. Feiner Souchong-Thee Englische Mischung Russische „ Hochfeiner Frühstücksthee f. 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