Zweites Blatt. Donnerstag 25. September 1908 GichenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Die Heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten. Deutsches Reich en St- zwölf' 152t Jahrgang Die Weßnot. Die Erklärung des Bundes der Landwirte über „die „angebliche Fleischnot" ist in Millionen von Exemplaren durch das ganze Reich verbreitet worden, und die uns heute unter der Ueberschrist „lieber die Viehnot" zuge- zangene „Entgegnung" des Vorlandes, des deutschen Flei- — Das Befinden des Oberpräsidenten v. Goßler läßt neuerdings, nach Danziger Meldungen, viel zu wünschen übrig. Es scheint sogar, daß man mit einer kritischen Wendung in dem Gesundheitszustände desselben rechnen muß. Köln, 24. Sept. Die Delegiertenversammlung der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz beschloß das Reglement für das zu errichtende internationale Arbeitsamt, das in den Hauptzügen besagt: Das internationale Arbeitsamt ist ein wissenschaftliches Institut. Es hat die ihm durch das Statut der internationalen Vereinigung, beziehungsweise die ihm auf Grund des Statuts durch das Komitee der Vereinigung zugewiesenen Aufgaben durchzuführen. Das internationale Arbeitsamt wird den Charakter strengster politischer Neutralität wahren. Des weiteren wurde ein Beschluß gefaßt, in dem die Versammlung das Verbot der Nachtarbeit für Frauen grundsätzlich für gerechtfertigt erklärt, und eine Kommission beauftragt, diesem Verbot Geltung zu verschaffen. Ferner gelangte eine Erklärung zur Annahme, in der die Einsetzung einer Kommission beschlossen wurde, die Mittel uno Wege suchen soll, um eine die Gesundheit schädigenden Wirkungen des Phosphors und Bleiweißes herbeizuführen, und den Gebrauch des Blciweißes soweit als möglich zu unterdrücken. Das Bureau solle.dahin wirken, daß die Staats- und Gemeindebehörden bei den von ihnen zu vergebenden öffentlichen Arbeiten die Verwendung des Bleiweißes gänzlich verbieten. Schließlich wurde Basel als Ort der nächsten Tagung gewählt und danach die Versammlung geschlossen. lang Schlossgasse. e Ersatzteile. M laLReparatur-Werkstitte. Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Berlin, 24. Sept. Die Yacht ,Lohenzollern" hat Befehl erhalten, am 6. November zur En g lan d r e i s e des Kaisers seeklar zu sein. — Kronprinz Friedrich Auaust von Sachs Generalleutnant und kommandierender General des zu 8(®n und billig t • »aste ' Saalfeld, t 75.- §£££= hwingsclüf&naachlni md idle Gewerbe. Schuhmachermaschint; ten Armeekorps, ist zum General der Infanterie befördert. — Das Wolffsche Telgr.-Bureau meldet aus Peking vom 23. September: Der Chef des deutschen Kreuzer-Geschwaders, Kontreadmiral Geißler, und der deutsche Geschäftsträger v. d. Goltz, wurden heute im Sommerpalaste von dem Kaiser und der Kaiserin-Regentin empfangen. Tie Audienz nahm einen befriedigenden Verlaus. In einem längeren Gespräch gab die Kaiserin-Regentin den Wunsch kund, mit dem deutschen Kaiser gute Beziehungen zu pflegen. Ausland. London, 24. Sept. Die Prinzessin von Wales sieht einem freudigen Familien-Ereignis im November entgegen. Brüssel, 24. Sept. Es zirkulieren allerlei Gerüchte. Die Polizei trifft außerordentliche Maßregeln. Tie katholische kleine Bourgeoisie ist sehr erregt und wünscht die Abdankung. Die liberale „Chronique" schließt einen Artikel wie folgt: Einen sittenlosen Bürger und einen ausschweifenden Für st en stellt man aus dieselbe Stufe. Ein Fürst, der nicht menschlich ist, verliert den Rest seines Ansehens. Je höher er gestellt sei, um so höher müsse seine Moral stehen. Fluch über die, welche an Stelle des Herzens ein Protokoll tragen! Ein Redakteur des „Petit bleu" hatte Unterredung mit dem Leibarzte der verstorbenen Königin Dr. Thiriard, welcher erklärte, die Einfachheit der Trauerfeierlichkeiten sowie die Unterlassung der Einbalsamierung habe den Wünschen der Königin entsprochen. Der König habe ihm mitgeteilt, daß seine einstige Beisetzung noch in einfacheren Formen gehalten sein werde, wie sich später aus seinem Testament ergeben werde. Dr. Thiriard erklärte ferner, daß er die Reise des Königs nach Luchon angeordnet habe, da der König an einem Halsübel leide. — Den Blättern zufolge, wird der König heute nachmittag nach Luchon abreisen. Wien, 24. Sept. Der Kaiser besuchte heute vor« mittag das Schützenfest und wurde vom Erzherzog Rainer und dem Statthalter empfangen. Nach einer Huldi- gungsansprachc des Statthalters und einer Erwiderung des Kaisers nahm dieser die Vorstellung der Obmänner der einzelnen Schützenverbände entgegen, darunter des Vorstandes des deutschen Pistolenschützenbundes sowie der Vertreter des deutschen Schützenbundes, des Bundesvorstandes Billipv und Kommerzienrats Körting. Letzterem gegenüber bemerkte der Kaiser, daß die deutschen Schützen wohl mehr Uebung mit dem Armeegewehre haben, und zollte den deutschen Schützen mit Armeegewehren, deren Vortrefflichkeit sich zeigte, hohe Anerkennung. Budapest, 24. Sept. Heute wurde hier die Generalversammlung des internationalen Vereins der Gast- Hofbesitzer unter Vorsitz von Otto Hoyer-Aachen eröffnet Im Namen der Regierung begrüßte die Versammlung Staatssekretär Szell, im Namen der Stadt Oberbürgermeister Marcus. Nachdem der Geschäftsbericht erstattet war, sprachen der Vorsitzende und der Syndikus des Vereins über die Regelung der Ruhezeit der Angestellten. Beide führten aus, daß die jetzige Regelung den thatfächlichen Verhältnissen nicht Rechnung trage. Es folgten weitere Referate über unlautere Reklame im Gastwirtsgewerbe und A u s st e l l u ng von Zeugnissen. Der Verein bewilligte sodann Mark 9500 für wohlthätige Zwecke und wählte als Ort der nächsten Generalversammlung Eisenach. N e w y o r k, 24. Sept. Zu der Operation des Präsidenten Roosevelt wird gemeldet: Man glaubt, daß das offizielle Bulletin nur beruhigen solle und die Krankheit gefahrvoller ist, als zugegeben wird. Tas „Newyork Journal" glaubt zu wissen, daß das Geschwür sich in der Lendengegend befinde. Tie Aerzte weigern sich, ein Bulletin auszugeben. Tie Eitermenge sowie die Tyatsache, daß die Aerzre dem Patienten keine Sekunde aufrecht zu stehen gestatten, lassen auf eine eiternde Schienbeinentzündung schließen. Newyork, 24. Sept. Nach einer Depesche aus Port os Spain hat ein kürzlich aus Ciudad Bolivar entronnener deutscher Großkaufmann vor den Behörden in Port of Spain endlich folgendes ausgesagt: Am 20. August hißte das venezolanchche Kriegsschiff „R e st a u - rador", als es flußaufwärts dampite, um Ciudad Bolivar zu bombardieren, die Flagge der Unionstaaten, um die Stadt, ohne Argwohn zu erregen, erreichen zu können. Beim Zollhaus angerommen, feuerte der „R e st a u r a d o r" mitten indie Stadt, wodurch in den Fremdenvierteln verschiedene Personen getötet,und Baulichkeiten Nr. 225 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gtehener Zamillen- -kätter viermal in der ........... scherverbandes wird zweifellos ebenfalls bis in die entlegensten Dörfer vertrieben werden. Veranlaßt worden ist die Entgegnung der 35 000 Fleischermeister durch die Behauptung des Bundes, die Fleischer benützten die Klagen über den Mangel an Vieh, um die Fleischpreise hinaufzuschrauben, durch diese „Verleumdung" fühlen sich die Fleischer gekränkt. Was die .Sache anbelangt, so wird zunächst daraus hingewiesen, daß zur Beurteilung des gegenwärtigen Notstandes besonders die beiden letzten Jahre in Betracht kommen. Innerhalb dieser zwei Jahre seien die Schweineschlachtungen in den Schlachthöfen um 20 v. H. zurückgegangen, und trotzdem sei der Auftrieb an Schweinen auf den Viehmärlten fortgesetzt so schwach gewesen, daß er der verminderten Nachfrage nicht genügen konnte. Die Folge dieser Umstände war, daß die Preise um 30 v. H. in die Höhe gingen, und viele Tiere abgeschlachtet wurden, die nicht ausgeinästet waren, und deswegen nur Fleisch geringerer Güte lieferten. Rindvieh sei nicht so knapp gewesen, allein an kerniger Ware hatte es auch hieran und namentlich in letzter Zeit gefehlt. Schafe werden allerdings, wie Herr v. Podbielski aus der Düsseldorfer Tierschau angab, nach Frankreich ausgeführt, das Flugblatt der Fleischer meint jedoch dazu: „Daß der Ueberschuß von Schafen an die Stelle der fehlenden Schweine und Rinder treten könnte, verrät eine kindliche Naivetät." Im weiteren fragt das Flugblatt, was die Fleischer und die Fleisch verbrauchende Bevölkerung verlangen, und es antwortet: Die Agrarier stellen es so dar, als werde ohne weiteres die Oesfnung der Grenzen für die Schlachtvieheinfuhr gefordert. Tas fällt ja teinem Menschen ein- Im Gegenteil auf das allernachdrücklichste fordern wir den strengsten und wirksamsten Schutz gegen jede Seucheneinschleppung. Das wollen wir sowohl im Interesse der Landwirtschaft wie der Fleisch verbrauchenden Bevölkerung. Wir fordern ausdrücklich, daß nur absolut gesundes Vieh eingeführt werde, daß dieses .Vieh an der deutschen Grenze von einem deutschen Tierarzt noch einmal auf seinen Gesundheitszustand untersucht, dann in plombierten Wagen nach den städtischen Schlachthöfen gebracht und dort geschlachtet werde. Vieh, das unter diesen Vorsichtsmaßregeln eingeführt wird, kann uns niemals eine Seuche bringen. Das ist nicht blos eine Behauptung, sondern kann durch Thatsachen unwiderleglich bewiesen werden. Denn noch niemals ist durch die in den oberschlesischen Jndustriebezirk eingeführten Schweine oder durch das aus Oesterreich eingeführte Rindvieh, für welche Tiere die erwähnten Vorschriften bereits gelten, eine Seuche bei uns hervorgerufen worden. Eine Seuchengefahr besteht also nicht im geringsten, wenn unter diesen Schutzmaßnahmen die Einfuhr von Schlachtvieh gestattet wird. Die gegenteilige Behauptung ist ein hohles Gespenst, mit dem die Agrarier die Bevölkerung graulich machen wollen, um sich die Konkurrenz des ausländischen Viehes vom Halse zu halten. Als letztes Argument gegen die Vieheinsuhr machen schließlich die Agrarier geltend: Die Schlachtviehpreise seien in den anderen Ländern so hoch, daß auch nach Oesfnung der Grenzen eine Einfuhr von dort nicht stattfinden könnte. Wenn sie das glauben, dann ist ja auch ihre Furcht vor der Konkurrenz des Auslandes nicht begründet, dann können sie ja um so eher ihren Widerspruch gegen die Oesfnung der Grenzen fallen lassen. Wir fassen unsere Ausführungen gegenüber dem Flugblatte des Bundes der Landwirte dahin zusammen: In Deutschland besteht ein Mangel an Schlachtvieh, namentlich an reifem Schlachtvieh und insbesondere an Schweinen. Die Unterstellung, daß das deutsche Fleischergewerbe den Viehmangel fingiere, um die Fleischpreise zu erhöhen, ist eine schmachvolle Verleumdung; die Wirkung des Viehmangels ist eine solche Steigerung der Viehpreise, daß es weiten Schichten des Volkes unmöglich ist, sich den Fleischgenuß in dem nötigen Maße zu verschaffen. Darunter leidet die Wehrhaftigkeit und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit des deutschen Volkes; daraus droht im besonderen eine ernste Gefahr für den wirtschaftlichen Bestand des alten, schwer und redlich arbeitenden Fleischerhandwerts. Diese Verhältnisse verlangen gebieterisch, daß die Zufuhr von Schlachtvieh aus unseren viehreichen Nachbarstaaten in größerem Umfange als bisher ermöglicht wird, und zwar soll dies unter solchen Sicherheitsmaßregeln geschehen, die jede Bedrohung des heimischen Viehstandes mit Seuchengefahr ausschließt. Zum Schlüsse wendet sich das Flugblatt gegen die Drohung des Bundes der Landwirte, Genossenschaftsschlächtereien in den Städten einzurichten, falls der Fleischerverband ihm noch weiterhin widerstrebe. Tie Fleischer sprechen von „mißglückten" bündlerischem Versuche, den Fleischvertrieb an sich zu reißen und weisen die Drohung als „eilte Großsprecherei" zurück. Kirr Ausruf der Aurengenerale, kn dem sie die private Unterstützung der Völker zur wirtschaftlichen Wiederaufrichtung ihres in Grund und Boden verwüsteten Vaterlandes erbitten, ist erschienen. Ohne jede Schärfe gegen die Urheber der Leiden ihres Volkes appellieren sie lediglich an das Mitgefühl der zivilisierten Welt. Die Buren sagen ,sie seien nach einem Kampfe von mehr als 21/2 Jahren gezwungen gewesen, die ihnen gestellten Friedensbedingungen anzunehmen. Die in Vereeniging versammelten Vertreter hätten die Generale beauftragt, sich nach England zu begeben, um dort eine Linderung des unermeßlichen Notstandes zu erlangen, der die ehemaligen Republiken betroffen. Da es den Generalen nicht gelungen sei, in England Hilfe zu finden, so müßten sie einen Aufruf an Europa und Amerika richten. Sie dankten für die den Frauen und Kindern in den Konzentrationslagern gewährten Unterstützungen. Die Angehörigen der Republiken seien nach dem Kriege völlig zu Grunde gerichtet, die gänzliche Verwüstung des Landes sei unbeschreiblich, 30000 Häuser und viele Dorfs chaften seien nieder gebrannt und zerstört. Tie Generäle bitten deshalb um Liebesgaben zur Unterstützung der Witwen und Waisen, der Verstümmelten und Bedürftigen, sowie zur Erziehung der Kinder und erklären, sie besprächen die schrecklichen Folgen des Krieges nur, um zu zeigen, wie groß die Not sei, keineswegs aber um die Gemüter von neuem zu erregen. Der kleine Betrag, welchen England nach den Bedingungen der Uebergabe leisten werde, sei, auch wenn er um das Zehnfache vermehrt werde, völlig ungenügend, um allein die durch den Krieg erlittenen Verluste zu decken; die Witwen, Waisen, die Verstümmelten, die Bedürftigen und die Kinder, zu deren Gunsten allein der Aufruf erlassen werde, würden davon wenig, zumeist sogar nichts erhalten. Der Aufruf schließt mit der Bitte um ein brüderliches Zusammenwirken der Komitees in den verschiedenen Ländern. Dieser Ausruf wird ja zweifellos bei uns zu Lande die beabsichtigte Wirkung nicht verfehlen. In London aber hat er natürlich einen schlechten Eindruck gemacht. Die „Pall Mall Gazette" wittert die Mitwirkung des Dr. Leyds bei der Abfassung des .Schriftstückes. Es wäre, sagt das Blatt, würdevoller für die Generäle, die jetzt britische Unterthanen sind, gewesen, das Wehklagen zu unterlassen, wenn sie das Mitleid der Welt beanspruchen. Die „Westminster Gazette" fürchtet, die ersten Früchte des Aufrufes würden eine Wiederbelebung des Zornes gegen England und vielleicht eine Wiederbelebung des Unwillens gegen die Buren und deren Führer in England fein. Das letztere wollen wir nicht hoffen, und das erstere wird auch nicht über die Maßen gehen, sachliche Kritik eines Verhaltens aber, die selbstverständlich nicht zu seinen Gunsten ausfallen kann, wird sich England jetzt wie in ferner Zukunft gefallen lassen müssen. Die Geschichtsschreibung des ersten Lustrums des 20. Jahrhunderts wird immer für England unerquicklich bleiben. Die nächste Woche wird die deutsche Reise der Burengeneräle bringen und der Welt beweisen, daß das deutsche Volk ein Herz hat, und Würde genug, um offiziöser Ermahnungen nicht zu bedürfen. Man schreibt uns aus Berlin, 24. September: Der Aufruf, den die Burengeneräle „an alle gebildeten Nationen" erlassen, findet hier lebhafte und warme Zustimmung. Man hebt hervor, mit welcher Mäßigung die Burengeneräle den Zweck ihrer Rundreise erklären und wie taktvoll sie vermeiden, irgendwelche für England kränkende Worte zu gebrauchen. Beschämend aber ist für das reiche England die schlichte Feststellung der Thatsache, daß die englische Regierung der „Milderung des ungeheuren Elends", dem die Witwen und Waisen in den beiden südafrikanischen Republiken ausgesetzt sind, mit verschränkten Armen gegenübersteht. Der ganze Umfang der vandalischen Zerstörungswut der britischen Truppen wird völlig klar aus der Mitteilung der Burengeneräle, daß wenigstens 30 000 Häuser von den Engländern während des Krieges verbrannt oder vollständig zerschmettert worden sind. Nichts ist charakteristischer für diese von englischen Staatsmännern als „human" gepriesene Kriegführung. Nach der Darstellung, die Chamberlain nach den mit den Burenführern gepflogenen Konferenzen der Oeffent- lichkeit gab, konnte der Schein hervorgerufen werden, die Unterlegenen hätten frivoler Weise absolut unbillige Forderungen gestellt. Unwahrheiten haben kurze Beine. Das zeigt sich auch hier. Das Hauptbestreben der Burenführer ging dahin, England zu einer besseren Fürsorge für seine neuen Unterthanen zu veranlassen. Und diese Versuche sind fehlgeschlagen. Ein jämmerliches Almosen ist es, das die englische Regierung den Buren bietet. Die ganze zivilisierte Welt, an die sich die^Burengeneräle mit einem ergreifenden Hilferuf wenden, wird mehr Herz und mehr Verständnis für ein zu Boden getretenes Volk haben. Von allen Seiten werden den Buren Spenden zufließen, doppelt reichlich in dem Bewußtsein, daß die englische Regierung in eine um so grellere Beleuchtung gerückt wird, je mehr in anderen Ländern Opfersinn und wahre Humanität das thun, was die Pflicht und Schuldigkeit Englands war. mW* "»'M E. vezuaSpreiS, monatlich"^ Pf^ viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 60 Ps.; durch diePostMk. 2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den volit. u. allgem. Teil: P. Witiko: für »Stadt und £anb* und .Gerichtssaal*: Lurt Plato; für den An- geigenteil: Hans Beck. In, Kronen modernen Stils Inder, Biacker und M ümpfe $ höchster Leuchtkraft 3.60* » rsartM ö°se^ Telephon», Feuermelder, tgen unter Garantie. ■atnren. r Giessen 0/ $7 septtr., ’— findende" WOtksaMl« ÄS? la1mtrltt 50 Pt, IOOOOOOOOC eomeler L Klasse, Herr C r nach Büdingen versetzt fi tr 64(0 Z ier in mein Fach H Arbeiten. g 1 b Q öeometer 1. Mufft, J osttrahe 64, IL [ >00000000 ’ä» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen Fernsprechanschluß Nr. 51. " " Kf beschädigt wurden. Die Konsuln und die ganze Bevölkerung erhoben Protest. — Ein Telegramm aus Washington besagt: In zwei hier aus Caracas eingegangenen Depeschen teilt der amerikanische Gesandte, Boisen, mit, er habe voll Entrüstung von Venezuela Abbitte wegen des Verhaltens des „Restaurador" pnd Salutierung der amerikanischen Flagge durch dieses Schiss verlangt. Venezuela willfahre sofort dem Verlangen und bat in ingemessener Weise um Entschuldigung. Der Kommandeur des „Restaurador" hißte die amerikanische Flagge und salutierte sie. Die Angelegenheit wird noch vom Marinedepartement weiter erwogen. Aus Stadt und Sand. Gießen, 25. September 1902. Hofnachrichten. Gestern um 10^ Uhr empfing der Großherzog den Kaiserl. russischen Ministerresidenten Fürsten Koudascheff. — Die Prinzessin Elisabeth traf gestern vormittag von Jagdschloß Wolfsgarten in Darmstadt ein und ist am nachmittag wieder nach Wolfsgarten zurückgekehrt, während der Großherzog sich zur Jsagd nach Viernheim begab. •• Personalien. Der Oberlehrer an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt, Prof. Dr. Hermann Gräfe, ist auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen, der Oberrechnungsrevisor, Rechnungsrat Gottlieb Schmierer zu Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treugeleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d.J. an in den Ruhestand versetzt, der Reoisions- gehilfe bei der Oberrechnungskammer Georg Simon aus Darmstadt ist zum Oberrechnungsrevisor bei der 11. Jnstifikatur- Abteilung der Oberrechnungskammer ernannt und der Sergeant Wilhelm Schröder in Mainz zum Pedellen an der Realschule und dem Progymnasium zu Michelstadt ernannt worden. ßd. Von der Universität. Wie uns telegraphisch aus Darmstadt gemeldet wird, ernannte am 24. September der Groß Herzog den ordentl. Professor der juristischen Fakultät der Universität Münster Dr. Heimberger zum ordentl. Professor der juristischen Fakultät der Landesunioersität zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober an. ** Eine Theaterprobe. In dem großen Saal an der Wallthorstraße, den wir Gießener heute noch unser Theater nennen, wurden gestern abend die, vom Gießener Theaterverein hergestellten neuen Dekorationen auf ihre Bühnenwirkung untersucht. Wir wir schon mitteilten, hat der Theaterverein nicht allein die Bühne bedeutend vergrößern lassen, sondern auch sämtliche Dekorationen, soweit dies notwendig war, den jetzigen Größenverhältnissen anpassen lassen. Außer einer Dekoration, die ganz neu hergestellt ist, sind auch die anderen Dekorationen wieder aufgesrischt, verbessert bezw. erneut worden. Im Einklang damit hat der Verein die Beleuchtung der Bühne, die bisher in vieler Beziehung mangelhaft war, sehr vervollkommnet; im Proscenium stehen jetzt statt zehn Lampen deren sechszehn, und die zweite Hälfte der Bühne hat überhaupt neue Beleuchtung erhalten. Diese Verbesserungen haben bewirkt, daß die Bühne gegen früher nicht mehr wiederzuerkennen ist, und die Gießener Theaterfreunde werden überrascht sein, was aus ihrem Theater geworden ist. Es wurden gestern abend drei Dekorationen gestellt: Ein großer bürgerlicher Salon, der die ganze Tiefe der Bühne einnimmt, derselbe Salon, auf die Hälfte verkleinert, und endlich eine Waldlandschaft, die sich im Hintergrund auf ein wildromantisches Felspanorama öffnet. Die Dekorationen sind sehr präzis gearbeitet und schließen die Bühne gegen den weiteren Bühnenraum vollkommen ab, sodaß indiskrete Blicke hinter die Coulissen unmöglich geworden sind. Der große Salon ist ein kleines Meisterwerk der Theatermalerei; wie wir schon mitteilten, ist er von Herrn Jenny entworfen und gemalt. Den Prospekt bildet eine sehr große, vierteilige Glasthür, durch die hindurch man in eine prächtige Wildbahn des angrenzenden Parkes sieht. In der Mitte der Bühne wird der Salon durch, in die Seitenwände eingegliederte Säulen in zwei Teile geteilt, die auch gleichzeitig die Grenze zwischen der alten Hauptbühne und der neuen Hinterbühne bilden. Einen vornehmeren und intimeren Charakter aber gewinnt der Salon erst, wenn er um etwa ein Drittel verkleinert wird und dadurch erlaubt, daß hinter der Glasthür noch eine Bogenhalle oder eine Veranda gestellt wird, die einen prächtigen Uebergang vom Salon zum Park schafft. Die Waldlandschaft endlich ist ebenfalls auf die ganze Bühne ausgedehnt worden und gehört jetzt sicherlich zu den wirkungsvollsten Dekorationen des Theaters. Soweit es überhaupt möglich war, ist die Bühne jetzt verbessert worden. Einen Nachteil freilich wird sie behalten, und zwar die zu geringe Höhe. Dem ist jedoch so leicht nicht abzuhelfen; uiid eine solche Absicht besteht auch nicht, da sich die Anzeichen mehren, die für Gießen ein neues Theater in nicht zu ferner Zeit in Aussicht stellen. Für das Geschaffene gebührt jedoch dem Theaterverein vollste Anerkennung, und zwar umsomehr, als er das Theater, das als Saalbautheater kaum für die dramatische Kunst bestimmt war, in seiner jetzigen Form und relativen Vervollkommnung sozusagen aus dem Nichts hat entstehen lassen. •• tonalliberaler Verein. Unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Emme lins fand gestern Abend im kleinen Saale des Hotels Großherzog von Hessen die gut besuchte Generalversammlung des nationalliberalen Vereins statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende dem dahingeschiedenen Gründer der nationalliberalen Partei, Rudolf von Bennigsen, einen warmen Nachruf und bat die Anwesenden, als äußeres Zeichen dankbarer Anerkennung und ehrenden Angedenkens sich von ihren Sitzen zu erheben. Zur Landtags wähl wurde einstimmig beschloßen, die Wiederwahl des seitherigen Abgeordneten Justizrat Dr. Gutslei sch zu empfehlen und mit dem Freisinnigen Verein gerne infam die nötigen Vorberatungen zu treffen; in die hierfür bestimmte Kommission mürben die Kommerzienräte ®mmelius und Heyligeastaedt und Stadtv. Kirch gewählt. lieber die auf der Tagesordnung des am 10.—12. Oktober in Eisenach stattfindenden Parteitages stehenden Anträge entwickelte sich eine sehr intereffante und lebhafte Diskussion, an der sich Prof. Dr. Biermer, Geh. Hofrat Dr. Siebe ck, Komuierzienrat Heyligenstaedt, Landgerichtsrat Dornseiff, Stadtv. Kirch u. A. beteiligten. Zu delegierten wurden außer den bereits otwynannten drei Herren noch Amtsrichter Dr. Fuhr in Ortenberg gewählt, diese vier Herren mit der Vertretung des Wahlkreises auf dem Parteitag beauftragt. Noch eine kurze Besprechung des Programms für den Winter, in welchem u. A. vier Vorträge, zwei wissenschaftliche und zwei von lokalem Interesse, vorgesehen wurden, ging dem alsdann erfolgten Schlüsse der Beratungen voraus. Darmstadt, 24. Sept. Auf tragische Meise hat auch der Freund des Architekten Patriz Huber, ein Redakteur im Kvch'fchen Kunstverlage, geendet. Bekanntlich wollte sich Huber demnächst mit einer jungen Witwe in Darmstadt verloben. Vor einigen Tagen besuchte nun jener Redakteur Huber in dessen Berliner Atelier und setzte ihn davon in Kenntnis, daß er sich mit jener Dame verlobt habe. Nunmehr hat auch jener Redakteur seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. Mainz, 24. Sept. Eine ungeheure Menschenmenge umsäumte Die Straßen, durch welche sich der Trauer» zug mit der Leiche Patriz Hubers, der sich, wie gemeldet, in Berlin erschossen hat, vom Zentralbahnhofe aus bewegte. Eine ergreifende Trauerrede hielt Pfarrer Vogt. Der Beerdigung wohnten bei der Vater des Huber, Lehrer an der hiesigen Kunstgewerbeschule, seine Schwester, )ie Malerin Huber, sein Bruder, der Berliner Architekt, von den „Darmstädter Sieben" Christiansen und Behrens. Ein leinlicher Zwischenfall ereignete sich, als der Sarg ms dem Eisenbahnwagen gehoben wurde. Ter Sarg erwies ich viel zu groß für den Leichenwagen. Als derselbe zur Hälfte in den Wagen gezwängt war, mußten die Tannew- Guirlanden, mit denen der Sarg geschmückt war, abgerissen werden. Als der Sarg auch jetzt noch nicht in den Leichenwagen ging, mußte er an den Seiten mit Messern abgeschnitten werden. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich in noch viel peinlicherer Weise au, dem Friedhöfe. Der Sarg hatte sich so fest in den Wagen gezwängt, daß er mit Beilen behauen werden mußte. Alle Versuche, den Sarg mittels Hebeln aus dem Wagen zu heben, scheiterten, der Leichenwagen selbst hob sich jedesmal mit. Erst als der Leichenwagen ganz auf die Seite gelegt wurde, gelang es, den Sarg herauszubekommen. Worms, 24. Sept. Gestern nachmittag erfolgte die Beerdigung der sterblichen Hülle des Professors Dr. Nies. Ein Blick auf die große, nach Hunderten zählende Schar ernster Leidtragender zeigte, daß hier kein gewöhnlicher Mann begraben wurde. Von den Herren Kreisrat Dr. Kayser, Oberbürgermeister Köhler und den übrigen Spitzen der Behörden bis zum schlichten Arbeiter im Sonntagsrock konnte man zahlreiche Angehörige aus allen Kreisen der Gesellschaft bemerken, die gekommen waren, um dem auf so tragische Weise aus dem Leben Geschiedenen auf seinem letzten Gang das Ehrengeleit zu geben. Daneben waren viele Deputationen von auswärts, das hiesige Lehrerkollegium und ehemalige Kollegen des Verblichenen aus Mainz, Darmstadt, Gießen :c. zugegen. Tie glänzende Trauerversammlung erschien gleichsam wie ein lauter, öffentlicher Protest gegen die unerhörte Unbill und Niedertracht, die der Vorstorbene von Seiten gewissenloser Menschen zu erdulden hatte. Der Trauerkondukt bewegte sich in einem langen Zuge unter Vorantritt des Pfarrers Walter und der männlichen Familienangehörigen von der Leichenhalle aus zum offenen Grabe. Hier angekommen, hielt der Geistliche eine ergreifende Gedächtnisrede. Trotzdem von der Familie Kranzspenden dankend verbeten worden waren, ließen es sich die Vertreter der einzelnen Korporationen nicht nehmen, auch eine Anzahl dieser äußeren Zeichen dankbarer Verehrung mit herzlichen Abschiedsworten an der offenen Gruft niederzulegen. Als Vertreter der Verbindung „Alt-Adelphia" zu Gießen und der A. H. legte Professor Scholl-Maiyz, begleitet von mehreren Chargierten und A. H., einen prächtigen Kranz mit folgenden Worten nieder: „Wir haben schon so manchem Adelphen den letzten Abschiedsgruß hinabgesendet, aber noch nie hat es uns so ergriffen, noch niemals standen wir so unter dem Banne eines lähmenden Schrecknisses, wie heute. Er war uns ein lieber Verbindungsbruder, er stand so gern mit Rat und Thal zur Seite, den Alten, wie den Jungen. Und wenn er in dem Kreise der Unsrigen weilte, wenn seine beredten Worte von seinen Lippen kamen, dann blickten wir mit Stolz auf den wackeren Kämpfer für unsere Sache." Mit herzlichen Worten des Dankes und des ehrenden Andenkens schloß er seine Ansprache. Es wurden noch zahlreiche weitere Kränze, so von der nationalliberalen Bürgerschaft, der Freimaurerloge, der Lehrerschaft des Gymnasiums, der älteren Mitglieder des Hoftheaters in Darmstadt, dem nationalliberalen Verein von Worms u. A., niedergelegt und dann entfernten sich die Leidtragenden allmählich, dem in die kühle Erde Gebetteten einen letzten Gruß in die Ewigkeit nachrufend. — Das Präsidium der Wormser- Handelskammer übersandte der „Wormser Volkszeitung" folgende Berichtigung: „Bezugnehmend aus den Artikel: „Eine Grabrede an die Lebenden" ut Ihrer gestrigen Nummer, ersuchen wir Sie hiermit aus Grund des § 11 des Preßgesetzes, in Ihrem heutigen Blatt Folgendes auizuuehmen: „Es ist nicht wah r, daß unserem verstorbenen Sekretär Hrn. Pros. Tr.Nies irgend welche Maßregeln id e g e n Entlassung rc. von uns angedroht worden sind. Hochachtend! Ter Präsident der Großh. Handelskammer: M. Baruch. Ter Vizepräsident: W. Koelsch." Tie Redaktion der „Wormser Volksztg." macht zu dieser Zuschrift folgende redaktionelle Anmerkung: Obgleich diese Berichtigung den Anforderungen des § 11 des Preßgesetzes keineswegs entspricht, geben ivir sie hier trotzdem wieder mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß in unserein Artikel von „Maßregeln roegen Entlassung anicht d i e Rede war. Die betreffende Stelle des Artikels der „Wormser Volkszeitung" lautet dagegen wörtlich: „Ter Grund der beklagenswerten That war eben nicht das Vorkommnis und die beiden humoristischen oder humoristisch seii» sollenden Artikclchen, soiidern die von der Handelskammer angedrohten Maßregeln und eine schwere psychische Krisis, die buxd) die plötzliche Selbsterkenntnis und die Erkenntnis der moralischen und gesellschaftlichen Situation, in der der Unglückliche sich befand, hervorgerufen wurde — das Bewußtsein, sich ut der Partei unmöglich gemacht zu haben/ Hanau, 24. Sept. Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, in Gemeinschaft mit der Stadtverordnetenversammlung beim Bundesrat und dem zuständigen Ministerium um Aufhebung der Viehsperre vorstellig zu werden. •• Kleine Mitteilung en au§ Hessen und den Nachbarstaaten. Bei den in der Gegend von Büdingen ausgeführten Angrtffsübungen mit schwerer Artillerie wurden einem Obergefreiten des Fußartillerie-RegtS. Nr. 3 beide Beine überfahren. Dem Vernehmen nach ist der Mann in Büdingen an seinen Verletzungen gestorben. — Glück hatte ein Schneider aus Eichelsdorf in der hessischen Landes- lotterte. Derselbe, ein junger unverheirateter Mann, hätte sich mit seiner hoffnungsvollen Braut schon lange verheiratet und ein eigenes Geschäft gegründet, wenn es nur immer nicht an dem leidigen Geld zur Erwerbung eines Wohnhauses gemangelt hätte. Jetzt gewann er in der hessischen Landeslotterie 3 0 0 0 M k. Nunmehr hat er sich ein Haus erworben und wird demnächst in den Hafen der Ehe einlaufen. Vermischtes. * Berlin, 23. Sept. Bei dem Zusammenstöße eines Rollwagens mit einem Straßenbahnwagen im Westen Berlins wurden 4 Personen, die sich auf dem ersteren befanden, schwer verletzt. Die Passagiere der Straßenbahn kämen mit dem Schrecken davon. * Breslau, 23. Sept. In einer Ziegelei in Königshütte ist gestern der Arbeiter Fudatta bei lebendigem Leibe verbrannt. Er hatte sich im Ofen zum Schlafen hingelegt und wurde durch Rauch und Gase betäubt. Der Unterleib und die Beine waren bei feiner Auffindung bereits vollständig verkohlt. — Auf dem Bahnhof Dittersbach verunglückte bei den Schüttungsarbeiten ein Arbeiter dadurch, daß ihm durch einen infolge Bruches des Transportseiles herabfallenden Kasten der Brustkasten zerdrückt wurde. * Oesters und (Schweden), 25. Sept. Aus der Gemeinde Lillherdack wird gemeldet, daß die Ernte völlig f e h l g e s ch l a g e n sei und eine Hungersnot befürchtet werde. * Brüssel, 24. Sept. Gestern hat sich in der Nähe des in den Ardennen gelegenen königlichen Schlosses cm ernster Automobilunfall gugetragen, bei dem bte vier Insassen des Automobils schwere Verletzungen davontrugen. Die Verwundeten wurden ins Schloß gebracht. * Paris, 24. Sept. Der wiederholte Versuch des Grasen de la Vause, mit seinem BaHon das Mittelmeer zu überfliegen, ist gestern wiederum gescheitert. * Der Schmuck der Charlotte Wiehc. ilünft- lerinnen sind zuweilen vergeßlich, und wenn sie über einen Schatz — natürlich in Gold und Edelsteinen — verfügen, so kann man mit tödlicher Sicherheit darauf rechnen, daß er entweder gestohlen oder unterschlagen, zum mindesten aber einmal verloren wird. Es ist so schön, wenn dann von der Fassungslosigkeit der Diva, von den vergossenen Thränen oder von dem unermeßlichen Werte der Schmuckstücke gesprochen wird, die sich natürlich zu ebenso selbstverständlicher Freude der göttlichen Künstlerin zur rechten Zeit durch irgend ein Wunder wieder einstellen. Also passierte es auch Charlotte Wiehe! Sie ließ im Bahnhof Hannover eine eigens dazu mitgebrachte Handtasche stehen. Natürlich befanden sich in dieser Handtasche die Schmucksachen, die sie von der Kaiserin von Rußland und von der Königin von England zum Geschenk erhalten hatte. Bald aber tarn das übliche Telegramm, daß die Tasche roieber- gesunden sei. Möge es den anderen Künstlerinnen zur Warnung bienen! Uebrigens ist Frau Wiehe, die wir in Gießen demnächst auch tennen lernen werden, die Gattin des ungarischen Komponisten Bereny und als Künstlerin am wirksamsten in dessen schaurigem musikalischen Mmo- brama „Tie Hanb." • Ein zweites starkes Er b b eb en ist auf dem geodätischen Institut zu Potsdam beobachtet worden. Die Instrumente verzeichneten Ausschläge von 100 Mm. Der Erdbebenherd ist wiederum in einer Entfernung von 10000 Kim. zu suchen. Auch die Instrumente der Erdbebenwarte zu Laibach verzeichneten ein Fernbeben, dessen Herd in einer Entfernung von 10000 bis 12 000 Kim. liegen muß. * Das Ableben b er Königin Wilhelmi ne von Ho11anb anstatt der Todesmeldung von der Königin Henriette von Belgien bringt allen Ernstes in ihrer Nr. 214 vorn 21. d. Mts. die in Passau erscheinende „Donau- Ztg." Das Blatt widmet der verstorbenen Königin, welche 1880 geboren, also nur ein Alter von 22 Jahren erreicht habe, einen Nachruf, der mit der Mitteilung schließt, datz die junge Königin, welche der Liebling des ganzen Volkes gewesen, infolge einer Fehlgeburt zwar seit längerer ^cit gekränkelt habe, daß aber nichtsdestoweniger die Nachricht von dem Tode überrascheiid komme. . . ." „Ons Wilhel- minche" wird nach dem alten Volksspruche nun noch recht lange dem Leben erhalten bleiben! * Zum Morde in Bologna. Zur Beantwortung der Frage, wie ein so ehrenhafter Mann, wie der Professor Murri, solche ungeratenen Kinder haben könne, weisen italienische Blätter darauf hin, daß ein Großoheim des Mörders im Jahre 1847 ebenfalls wegen Mordes hin- gerichtet wurde. Ferner wird behauptet, daß die Geschwister Murri eher nach der Mutter als dem Vater geartet seien. Neuerdings ist auch die Verhaftung der Mutter von den Behörden ernsttich erwogen worden. Man fand bei der Gräfin Bonmartini einen Brief von ihrer Mutter, der unmittelbar nach der Entdeckung des Mordes geschrieben wurde und mit den Worten beginnt: „Endlich bist Tu von ihm befreit!" c _ * Bären auf d e r Mendel. Dom Menbelpaß wird berichtet: Es sind wirkliche Bären, die sich wieder einmal in das Mendelgebiet verstiegen, keine aufgebundenen. Doch sollen sie harmlose Tiere sein, von denen niemand Angst zu haben brauchte. Am vergangenen Sonntag machten sich St. Felixer Jäger auf die Suche. Ein Jäger schoß den jungen Bären, der sich eben der väterlichen Obhut entzogen hatte, an, prügelte den Verwundeten dann weidlich durch, bis dieser wie leblos auf einer Wiese liegen blieb. Nach dieser kühnen That legte sich der Mann in die Sonne schlafen. Als er erwachte, hatte sich der kleine Meister Petz längst getrollt. Die Spuren der Bären führten nach Ulten. Der alte Bär soll eine abnorme Größe besitzen. Man glaubt, daß die Bären durch das Schießen in den Manovem bei Fondo aufgescheucht wurden, sonst fliegen diese alten Reste Tiroler Urzeiten nicht so wett in die THaler nieder. Tie Aufregung über diese neueste Entdeckung ist in hiesiger Gegend aber gar nicht groß. Wtrd der Bär eines Menschen ansichtig, so läuft er davon — er ist menschenscheu. Dem Waldhüter kam er einmal auf Schußweite in die "Mhe, doch in ungünstiger Schußstellung; bis er sich eine bessere suchte, hatte das Tier Reißaus genommen. Es fehlen hier und da Schafe, doch sonst verläuft alles ohne Unruhe, selbst die weiblichen Boten, welche allein die Wälder durchwandern, zeigen keine Furcht. _ Die1 ein vor I t r-'t^briE können Atz S. Stooeir -auie Mo tiM« 1 achtete an * jrpebitton Die wertvoll ' '■ üp)ebitvon je >mvs unb J I'« I wichtige M - ö" ■ UL' lelegraph I WitW1, ^corells, He I aet die neue L versuchte, Mi cttibatt Wel \ Ortung der coni ju seine v'angsinsnw Llarconi ein Zeichrnwieb bte großarti iroei deutsch jr. Elady verwandten Lerwenbun, Ätbtt eleltr Minder, ei nur wenn bi bauet habe! uchte sehr ( sicher M iurd) (eint praktischen! gehihrt - nächsten ®e Tr. Hetn Lampe iu SJlernfM pauptwtige »•*, ionbon apgt Haniafäifitä 110 b e 61 a xanoba unb -Te bemrich Lc geboren, fr lohne Ar, Stellung er entfaltet. « SUbenina z, nicht über Oauin hat beherrscht L d- Sieb. An , -Tn 'ordern 193 gäbe an bai f^ir haben 'Gerung r WMeUen -nuner wie unserer Lcu inage, ob uns die le lachen, aus Murzen s nchen Lag gläubigen ^ropagant 2? gegen «aenntnis uchen Nois 01 e vertrau ”«n 9. £e, “nflen be Jafuüat praller ^'uqjch, MAann ank. 7 Art wtbie^e Je» (etf, ober 512t !tQ9e vor A°r! Öl1 «llini »1 Ar bon 232. Landwirtschaft. Mittelpreis laufe abfolviren. Lkrtkttania. Nainz hat bereits begonnen. rumpelten entlassene Soldaten die Außen- bie genannte Fabrik ober das mosten von Johannesburg und machten den Ver- 3*/a% Reichsanleihe do. 3% 3Vi% Konsols . 168*00 6693 23. Sept, bis 24. Sept. vom 24. 23. 17,5° C 2,9° C 600 15 do Heesen 3°/o 81/« % ff ff ff ff ff // 1,52 1,40 1,40 1,40 1,40 1,30 1,32 1,44 1,44 1,28 1,44 1,32 1,50 1,40 1,40 toffeln untererdige Kohlrabi obererdige Kohlrabi Zwiebel Roterüben Meerrettig Gelberüben Weißkraut 122.60 44.10 10.00 10 2 10 2 2 10 35 . 102.05 . 92.25 . 101.85 . 92.05 . 100.20 . 99.70 . 103.20 101.25 . 101.90 . 102.50 . 50.20 . 30.50 Höchste Temperatur Niedrigste „ Darmstadt Bensheim Dieburg Erbach Offenbach Gießen Alsfeld Büdingen Butzbach Friedberg Lauterbach Schotten Mainz Alzey Bingen Worms 200 Stck. Lauch 350 , Sellerie Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 6 Uhr eingesehen werden. Offerten unter Beischluß von Musterproben sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Samstag, 11. Tttbr. 1902 mittags 12 Uhr auf dem oben erwähnten Bureau einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 15. Oktober 1902. Gießen, 25. Septbr. 1902. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. 8"/o Mexikaner » 4,/iJ/o Chinesen . Electric, tichuckert Nordd. Lloyd . » Kreditaktien . . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . « Gotthardbahn . . Laurahütte . . « Bochum .... . 26.35 . 99.65 . 85.50 ' 215*70 . 187.20 . 135.80 . 142.80 . 156.20 . 153.50 . 20.00 . 177.00 . 204.00 . 182.00 Türkenlose...... 4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 41/, % äussere Argentiner Kirchliche Kachrichten. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesrüschast. Sabbathseier am 27. September 1902. Freitagabend 5". Samstag vormittag 8°°. Nachmittag 4°. ^"^^Wochmgottesdi'enst: Morgens 5°° Uhr, abends 530 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Harpener....... Tendenz: behauptet. 3% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 4*/,% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/j Italien. Rente . . 4Va % Portugiesen . . tt°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . « Submission. Für die Großherzogl. neuen Kliniken in Gießen soll die Lieferung nachbenannter Verzehrungsgegenstände auf dem öffentlichen Submissionswege 150 Stck. Rotkraut 400 „ Wirsing Keuchte Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Leipzig 25. Sept. Die verstorbene Königin von Belgien hat Memoiren hinterlassen, die Mitte November in einem Leipziger Verlage erscheinen sollen. 'xer Ankauf derselben ist bereits zu Lebzeiten der Königin geschehen und ihre Veröffentlichung erfolgt gleichzeitig in französischer und deutscher Sprache. Gifendahn-Zeitung. Preußisch - Hessische Eisenbahn- Einnahmen. Im Monat August d. bie preußisch-hessische Eisenbahngememschast 2a807000 Mk. oder 512 000 Mk. mehr wie im vorjährigen Parallelmonat. Doch erbrachte nur der Personenverkehr ein Plus im Betrage von 1930 000 Mk., wogegen der Gütertransport sonne oie Extraordinarien Ausfälle pon 684 000 Mk. bezw. ,34 000 Mark ergaben; pro Kilometer stellt sich die Augusteinnahme infolge der seit Pern Vorjahr weiter ausgedehnten Betriebs- linien um 56 Mk. schlechter. Vom 1. April 6i* Ende Uugust d. I. Herechnet sich jetzt eine Mehreinnahme von 5399 000 Mk., aber pro Kilometer ein Minderertragnis oon 232. Mk. schlossen. Markte. Limbura a. d. L., 24. Sept. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.40 Mk. Weißer Weizen 00 00 Mk altes Korn 10.50 Mk., neues Korn 00.00 Mark, Gerste 0ö0Mk, alter Hafer 0.00 Mk., neuer 0.00 Aik., Erbsen 0.00 Mk, Kartoffeln 0.00 Alt. ----------------------- Die das Gerücht vom Ableben des Kaisers von Corea verzeichnet. Man erwartet schwere Komplikationen, da sich in Corea drei Parteien den Einfluß streitig machen: die nationale, russische und japanische. Jede derselben hat ihren Kandidaten für die Thronfolge. , Wien, 25. Sept. Auf Ersuchen des Kaisers Franz Jos es traf die Fürstin Elisabeth Windisch- qrätz die Tochter der Gräfin Lonyay, hier em, um dem Monarchen auf Grund der Mitteilungen ihrer Mutter über die V o r g ä n g e i n B r ü s s e l und Spa zu berichten. Der Kaiser weilte über eine halbe stunde bei seiner Enkelin. Karlsbad, 25. Sept. In der Hauptversammlung iftb«» b,t MlifÄ f|“lte «4 ? Ms. »n & »es „„.Mtotet : |iä 2 7™ “’nbts, 1 di- (^$2, Bufett, Arbeiterbewegung. Paris 24. Sept. Ter sozialistische Deputierte und Bergarbeiterführer Basley, welcher bisher stets eine versöhnliche Haltung beobachtete, erklärt in seinem Blatte, daß er |ur ben sofortigen meinen Aus st and der Bergarbeiter sei. -r er Ausstand sei durch das Verhalten der Bergwerksgesellschaften, welche die Löhne herabsetzten und zahlreiche Entlassungen vorgenommen hätten, unvermeidlich geworden, ^.urch den Gesamtaus-- stand soll die Einführung eines Dlinimallohne., erzwungen werden. — Ein Teil der Bergleute in Douai bet ^.orlgmes ist in den Au^ staiid getreten. Man befürchtet, daß die ilbrtgen Bergarbeiter sich dem Streik anschließen werdeiu vergeben werden: 20 Ctr. Aepfel gute Speisekartoffeln gelbe Mäuschenkar- ÄSÜZ ÄSS LM ie 'Äbtita Trans- ' Drustkasten zrrdriicki ^Sept Aus der Geübte Ernte völlig ^ersnvtWrchttt in der M«. -glichen Klosses ün letragen, tzü dm e «erle^M^ni dadvn- ns Lchlotz gebracht iederholle versuch des lUon das Mittel, zestern lviedemm geölte Viehe. Mst. nd wenn sie über einen Weinen - verfügen, -it darauf rechnen, datz hlagen, znm mindesten t so schön, wenn bann i, von den vergossenen jen Werte der Sdmutf. ürlich zu ebenso selbst- Künstlerin zur rechten wieder einstellen. Also Sie ließ im Bahnhof Achte Handtasche stehen, öandlasche die Schumt- n Rußland und von der t erhalten Halle. W daß bie Tasche wied'.r- ren Jtünftlerinnen M ■au Wiehe, die wir in en werden, die Mu ; i) und als WMw i EsilaMm MA' edbeben ist aus de^ beobachtet worden, ue ige von 100 Mm. D« - Entfernung von 10000 Jente der Erdbebeimüe nbeben, dessen Herd m W Alm. liegen M itigin Wilh- m" -Meld»», »’ der « t allen Ernstes m Ihrer u *inenbe-,W' iS *5 IM des JUKJ«*0S owmT As »«. 3« VffS >i Manu, tonne, jallS »ft. 0^1* dem von den HM ff ff»»* ÖÄ aus g)Kuin VÄS*'* KAx eine J x das Ws- ÄÄ Ediese Kd FäM» ^igen ^aUPgSm,C'23. ©ept. Marconi ist heute von Boulogne nach London aögereist. (Silbe November wird er sich an Bord des Vorschiffes .Carlo Alberto" nach Kanada begeben, wo er die «roße Station für d r a h t lo s e T e l e g r a p h i e zwischen sLrnada und England einzuweihen gedenkt.____ Kunst MS Wissenschaft. i — Die Eröffnung des Frankfurter neuen Schauspiel- !4.LseS soll am 25. Oktober stattfinden. — Wenn es nicht fertig rub, wird der Termin verschoben! sagte der Vorsitzende der iUrdtverordneten-Versammlung. — Für die Cmweihung ist ein 'Äellschaftsakt vorgesehen, ähnlich wie kürzlim m Köln, und wurden gewählt: ein Festspiel von Josef Weilen, das „Esther rigment von Grillparzer, und nach halbstündiger Pause, oalcher das neue Haus besichtigt wird, „WallensteirE Lager . Doc nun bei Eröffnung des neuen Hauses, das ursprünglich Goethe- • Beater heißen sollte, Frankfurts größter Sohn unb^mgt zu Liort kommen muß, so hat die Intendanz den städtischen Behörden ,»■■3 Vorschlag unterbreitet, das Haus mit dem gedankengewaltigen . Akt des „Faust" zu eröffnen, welchem das zur Emwerhung des i’esien Hauses von Ludwig Fulda verfaßte Festspiel vorangehen ll irde. Nach einer längeren Pause wurde^chiller mit „Wallen- i^.ns Lager" oder mit dem „Demetrius -Fragment den Beschluß ,i ben. Nach dem Eröffnungsabend wird die ^heaterleituna m )e*n neuen Hause vornehmlich die Klassiker in einheitlicher Auf- ührunfl zu voller Wirkung kommen laßen. Berlin, 25. Sept. Sarah Bernhard wird vom 27.Oktober -bi 8. November ein Gastspiel im Königlichen Schauspiel- UniverMs-Uachrichten. __Den 70. Geburtstag beging der Historiker Prost Dr. Karli Seinrich Lohmeyer zu Königsberg i. Pr. ^32 ^u Gumbinnen geboren, hat er trotz eines körperlichen Mangels Lohmeyer ist lohne Arme geboren) nicht nur eine angesehene akademische Stellung errungen, sondern auch eine reiche lMerarische Thatigkeit > cmtfaltet. Seit 29 Jahren ist er außerordentlicher ^0^0^ an der I Lltberlina zu Königsberg. (Seine Geschichte Preußens ist allerdmgs r icht über die ersten Lieferungen hinaus gedieheli. In seiner (vattin hat Prost L. eine emsige und hingebende Stutze. Uebrtgen§ I stcherrjcht L. die Kunst des Schreibens nut den Fußen! D. Ned. * ®l- SUWbf^un« t>e« Pr-scsi-rs Baumgarl-U in Stell Ordern 193 Geistliche der Provinz Schleswig-Holstein in einer Eingabe an das preußische Kultusministerium. Gesuch fuhrt aus. Jffiir haben bislang es schweigend ertragen, daß — trotz aller Ver- ischerung von hoher und höchster stelle, man wolle den kon- s'Aonellen Charakter unserer Landeskirche wahren und schützen immer wieder prinzipielle Gegner der lutherischen Bekenntnisse an I imserer Landesuniversität angestellt sind — ww stehen ^toor der Trraae ob wir dazu schweigen dürfen, daß die moderne -Theologie ijn§ die letzten Fundamente unseres Glaubens Heilsthal-1 s ichen, auf welchen unsere Erlösung beruht — antastet und um- i.aftürzen sucht. Wir bitten Ew. Exzellenz die Gefahren der kirchlichen Lage nicht zu unterschätzen; — die Abbröckelung der kirchlich . laubigen Kreise, welche bisher das Salz der Kirche waren, die 'Propaganda des Kalholizismus einem bekennl mslosen Protestantis. nus gegenüber, die Zunahme einer sozialisti ch^n Glaubens- und 'Zekenntnislosigkeit bei den Massen! — wahrlich, diese handgreis- ijchen Notstände reden eine deutliche Sprache. Wir fprechen daher )ie vertrauensvolle Erwartung ans, daß die in unserer Eingabe 90m 9. Dezember 1890 ansge prochene Bitte, „bei ben Besetzten der akademischen Lehrstühle der theologischen laluUät in Kiel mehr als bisher den konse,sionellen Charakter der schleswig-holsteinischen Landeskirche zu berücksichtigen", nunmehr Gehör stnden werde, und daß ms= eiondere die Professur für praktische Theologie nicht erner iinem Manne anoertraut bleibe, der dem Bekenntnis unserer Kirche ''i"^-gA?jch7°d°n°Wätt-r melden, Prosesjo- Orth in Göttingen -ab- di- B- ninng nach Berlin als Nach,olger Virchows an- -n^mm-n. Er werde I-m neues Lehramt ber^zu «egmn des kommenden Winlerjemesters anireten. Das ofstzlose W.-r.. B. stellt Dagegen fest, daß die Verhandlungen über den Nachfolger des Pro- seßors Virchow noch nichl abgeschlo s \ en I Handel und Verkehr. Uolkswirlschasst Hamburg, 24. Sept. In einem zwischen der Hainburg- Amerika-Linie und der H a m b u r g - S ü d am e r i k a n l - s ch en D a m p s s ch 1 f f f a h r ts- G e s e l l s ch a s t einerseits und der B 0 0 t h l i n i e andererseits abgeschlossenen Vertrage wird bestimmt: Die englische Gesellschaft zieht sich von den deutschen Häfen zurück, während die deutschen Gesellschaften die Konkurrenzfahrten von Liverpool und Newyork aus einfteden. München, 24. Sept. In der geftriaen außerordenrlichen Generalversammlung der b ai) e r if ch en Elek trizit a tsw erf e 1 München wurde einstimmig der Ankauf der gesamten Aktiven und Passiven der bayerischen Elektrizitatsgesellschaft „Helios be= Ehristtanta, 25. Sept. „Astenposten" meldet: Sir Elements 1 Üsslarkham, Präsident der Britischen Geographischen Gesellschaft, . richtete an Dr. Hans Reusch ein Schreiben, m dem er ©oerbrupS sti rpedition als bie glücklichste unb beste arktische Expeditwn zur < Ustersuchung von Land bezeichnet, und meint, die Expedition w^br bitt wertvollsten Ergebnisse haben, bie lemals von einer solchen ^-.-pebition seit Franklin erreicht seien. Die Expeditionen Sver- unb ^iaachsens umsassen zusammen 372 Reisetage, m denen iiue 3000 englische Meilen zurücklegten und 1500 Meilen unentdecktes oinb durchqueren. Außer diesen Expeditionen seien »och andere lixichtige Reisen unternommen. Sverdrup habe Stone, Hayes, Hall, Siteeln und Baldwin überflügelt. . — In der 74. Versammlung deutscher Naturforscher ob Aerzte zu Karlsbad erörterte u. a. Prof. Voller (Ham- k>»rg) bie* Grundlagen und Methoden der eiettr 1 - I -denWellentelegraphie, der sogenannten drahtlosen v Lel?flrapbte. Redner schildert den Umschwung, den unsere ß-orfteUungen über Elektrizität durch die Entdeckungen Faradays, nMaxwells, Helmholtz und Heinrich Herz erfahren haben, -ter erste, H öet^bie neue Anordnung in großem 'Maßstäbe praktisch auszubeuten oeduebte, war 1896 Marconr. Er erzeugte kräftige, praktisch ver- Etbare Wellen nach der 1890 durch Brandy (Pans) studierten Mrlung der elektrischen Wellen. Aus diesem Wege gelangte Mar- cani au seinem Fritter oder Kohärer, dem bislang wichtigsten Ein» p'Cngsinstrument der Wellentelegraphie. Neuerdings heißt es, daß I Marconi ein weit empfindlicheres Instrument mit. ^lephonischer 1 Ättchenwiedergabe erfunden habe. Zum Schluß besprach Webner | H großartigen Vervollkommnungen der Wellentelegraphw durch zuoei deutsche Forscher, Professor Braun (Straßburg) und ^ofessor Sr. Slaby (Eharlotrenburg), die beide auf geschiedenem Wege zu ■ « ttw°ndim Exg°bni,I°tt gelangten. Der Jort chr.tt besteht m d°r Verwendung der elektrischen Resonanz oder Abstimmung der Wellen. SÄeber elektrisch schwingende Körper besitzt, ahnlick wie em akusiisch Laender, eine bestimmte, ihm eigentümliche Schwinaungsperiode, n m wenn die ankommenden elektrischen Wellen dieselbeSchwmgungs-, Muer haben, kann eine kräftige Resonanz entstehen, ^aun unter- 1 ichte sehr eingehend die theoretischen Bedingungen und Beziehungen sicher Resonanz, die er dann praktisch erprobte. Slaby rourbe Mtdi seine in großem Alaßstabe angestellten und erfolgreichen ... p raktischen Versuche zi.r Aiifsindung geeigneter Resonmizbedingungen | aeführt — Ter Siatursorscher- und Aerztetag nahm Kassel als I Ochsten Versammlungsort an unb wählte ben Berliner Ingenieur I Tr. H e t n e r - Alteneck zum brüten Vorsitzenden, omie die Herren Ä §ampe und Vischer ans Leipzig zu Schatzmeistern und Pro i't lernst- Göttingen zum Vorsitzenden 'der naturwissenschaftlichen Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. Jl„ 25. September 1902. Gieße«, 25. Sept. Die Preise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in 16 Orten des Großherzogtums stellten sich im Mai 1902 wie folgt: Ochsenfl. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Kuustfreuudiu. Aus Ihre Anregung betr. bie Deckung der Kosten für ein Gießener Stadttheater werden wir m Kurzem zuruck- ko IN IN en. Am unrechten Platze gespart kostet in der Regel doppelt und verursacht außerdem Aerger und Verdruß. Wenn es sich nm die Pflege und Gesunderhaltung des Körpers handelt, bann sollten kleinliche Pfennig-Rücksichten überhaupt nicht Gehör finden. Dian lasse sich deshalb niemals verleiten, minderwertige Toiletteseifen einzukaufen, welche fernen anderen Vorzug haben, als den der Billigkeit, dafür aber ben xemt angreifen unb bie Haut ruinieren. Wer bas wohlige Gefühl erst einmal burchgekostet hat, welches sich nach betn Gebrauch von Bacheberle s Hygienischer Priskalm-Seife einstellt, der wird niemals wieder: eme andere Seife verwenden. Tie Hygienische Priskalln-L-eife ist in allen 'Apotheken, Drogerien, Parfümerien und besseren Friseurge- -schästen erhältlich und kostet, trotzdem sie alle anderen besseren Seifen weit überragt, auch nur 50 Pfg. per Stuck. 5049 Posen 25. Sept. Bei dem Rechtsanwalt W0linski' dem Vorsitzenden deS Wreschener Unter- stütznngs-Komitees fand eine mehrstündige Haus, suchuna auf Antrag der Staatsanwaltfchaft statt. Viele Papiere ^wurden beschlagnahmt behufs Feststellung der Thatsache, ob das Komitee der Frau Prasecka bei chrer Flucht eine Bechilfe geleistet habe. London, 25. Sept. In Regierungskreisen erklärt man die Behauptungen in dem Aufruf der Buren- Generäle über die durch England verursachten Zer- rtötungen für krasse Ueb e11r eibunß. Tas Ganze sei ein Erpressungsversuch, der nur bie gegenteilige Wirkung haben werde, die englischen Taschen zuzurnopfen. Wenn es wahr sei, daß die Burengenerale eine baldige weitere Konferenz mit Chamberlain wünschten, um ihn zur Erhöhung des britischen Beitrages zu bewegen, wurden I sie finden, daß sie einen unrichtigen Ton hierzu ange- I schlagen haben. „r , Paris, 25. Sept. 'Tie Buren-Generale werden Ende des Monats hier erwartet. Präsident Krüger wird zwischen dem 10. und 15. Ottober aus ,seiner durchreise nach ■, ■' , ' . er«r a f cr\n2 Sttnialicbe Bro- dem Süden sich einige Tage hier aufhalten, -tte Ruckreise viantamt in Hanau gi°bt bekannt, daß dasselbe Roggeni nach Holland ersaßt »°Mten Fruhiahr. Hafer, Heu, Roßßen-Flegel- und R°ggen-M°>chin°nstr°l P--' R^rve ein Te egramm aus ^Soul, welches geßen Barzahlung antauft. Die Lieserungen haben U« | unte^, aller »A r. L „ h p ä ffiaiferSbonSotea Magazinhos auf Gefahr des Verläufers zu erfolgen. Getreidearten müssen gesund, trocken, ohne Staub oder | Sand, möglichst frei von Besatz und gründlich gereinigt sein. Die Einsendung von ungeschmeichelten Proben von reichlich V4 Liter nebst Mitteilung, wann und wieviel geliefert werden kann, ist erforderlich. Wenn bei Entfernung die Lieferung mittels Landfuhre unmöglich ift, dann empfiehlt es sich, daß mehrere Landwirte ,ich zu einer gemeinsamen Lieferung per Waggon vereinigen und aus ihrer Mitte einen Vertrauensmann (Bevollmächtigten) I wählen, der dann mit dem Proviantamt in Verhandlung tritt. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn die Herren Burger-, ~- y - - sür Geschichte der meister selbst die Sache in die Hand nehmen, und sich der der deut) ch en V 1 e 111 m aI Berufung Schwe- tleinen Mühe unterziehen. Den Produzenten tmrd I n in a er 5 an die Berliner Universität folgenoe Entschlie- dienstlich zulässigen Weise entgegen gekommen, auch^lved 9 anacnommcn. Tie Hauptversammlung spricht über von dem obengenannten Amte mündlich wie schriftlich geschneit. _ ..., I erteilt Der Ankauf von Hülsensrüchten und Zwiebeln für J oh ann esbur g, 2o. Sept. Am 30. August nber- die Armeekonservenfabrik Mainz hat bereits beaonnen. rempelten entlassene Soldaten die Außen- Etwaige Angebote sind an die genannte Fabrik oder das v ost en von Johannesburg und machten den Ve^ Proviantamt Hanau zu richten. Luefj, zu plündern. D^ .^nutandischen wurden durch — Hoher Ertrag einer Kartoffel. Von den in diesem Jahre Rebellen-Truppen zuruckgewie.en. Es,^"bben 2 2t ot, in Waldqarten, der Versuchswirtschaft der Landwirtschaslskammer g7 verwundet. In Rustenburg und Lichtenberg tobt der für Ostpreußen, ausgepflanzten Kartoffelsorten war zufolge Mit- K a s f e r N k r i e g. _ . n . , teilunq von Prof. Klien bie „Kaiserkartoffel bie frühreifste.I Tientsin, 25. Sept. Rußland trat heute offiziell die Daß die Kartoffeln im zerschnittenen Zustande untetL\9l”;f^iuti^^manq = ^i enba^n an China ab. T°U° i«- N?w-B°»k, 25. Sept. EinemT-l-gramm d°s N-^ schnitten und einzeln ausqepflanzt. Tie auf diese Wege erhaltenen ^ork Herald" aus Lima zufolge sind seit 14 Tagen Aus- 1 fünf Pflanzen haben zusammen 21 Triebe gehabt und 107 Stuck Brüche des Berges ChelandiN zu verzeichnen. Man Kartoffeln ergeben, welche 4570 Gramm Gewicht und 16,4o Proz. unterirdische Getöse vernommen, welche im Umkreise von daß in Quito ein heftiges Erdbeben verspürt wurde. Schaden wurde jedoch nicht angerichtet. Kalbst. <£ rchw einest. Brod Butter 1,52 1,60 0,24 2,30 1,40 1,20 0,22 2,22 1,28 1,40 0,20 2,35 1,40 1,40 0,20 2,10 1,40 1,70 0,24 2,40 1,32 1,40 0,21 2,07 1,40 1,20 0,22 2,20 1,32 1,36 0,23 2,30 1,40 1,20 0,24 2,47 1,44 1,36 0,24 2,30 1,40 1,32 0,22 2,40 1,36 1,30 0,21 1,80 1,52 1,60 0,25 1,80 1,40 1,40 0,24 2,17 1,40 1,60 0,24 2,20 1,60 1,60 0,23 2,24 1,41 1,41 0,23 2,21 H Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute । Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 0 -C § Z Windstärke Wetter 124. 216 750,7 16,5 8,8 63 8. 2 Sonnenschein 124. yb 751,3 12,1 9,8 94 8. 1 Sternhll. Him. 25. 716 753,2 9,4 8,3 95 NW. 2 Bew. Himmel Infolge 6692 angmMich Mlligti Einkaufs. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 6679 Capes 1101g, iu vielen l’arben .an Pelz-Kollier 1Z, IU, 8, 6, Muffe 1.75 -L Alk in scu wai z u. braun, V. Pf. Ballstotte Ein schönes 6619 Tischtücher Damaat 1.40 L Mk. Handtücher 1.90 L Mk. pr.Uersieukoru,' ,Otr. ‘/g DtZ. Pf. Pf. 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