Nr. 198 Zwettes Blatt. 152. Jahrgang Montag 25. August L»«» Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Univers.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fcrnsprcchanschluß Nr. 51. Eichener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngSpreiSr monatlich75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePostMk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokall2Pß, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witt ko; für „Stadt und Land^ und „Gerichtssaal"- Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die heutige Yummer umfaßt 10 Seite«. Deutsches Reich. Berlin, 24. Aug. Vom Kaiserpaar in Homburg wird noch berichtet: Am Freitag waren zur Abend- tafel Graf uud Gräfin von Maltzahn, Oberbürgermeister v. Marx uud Frau, sowie Kurdirektor v- Maltzahn geladen. Am Samstag früh unternahm der Kaiser einen Spazierritt und sprach habet den Wunsch- aus, das neue Landgrafendenkmal möge in der Kronenallee aufgestellt werden. Die Abreise der kaiserlichen Familie erfolgte kurz vor ?i/2 Uhr am Abend unter großem Menschenzulaus in den schön geschmückten Straßen des Taunus- babes. Auf dem Bahnhofe waren $unt Abschied der Herzog von Cambridge, Landrat v. Merster, Oberbürgermeister v. Marx, Baurat Jaeobi und Major v- Unruh erschienen. Dem Geh. Regierungsrat Meyer, Vertreter des Eisenbahnpräsidenten, empfahl der Kaiser, den Bahuhofsbau möglichst zu beschleunigen. Der Kaiser hat vor seiner Abreise noch einen bedeutenden Betrag zum Ausbau der Reitwege dem Homburger Reit- und Fahrverein überwiesen. Außerdem erhielt der Bauführer Granig aus Frankfurt a M-, der die in diesem Jahre neu angelegte Schloßwasserleitung beaufsichtigte, eine goldene Vorstecknadel. Tas Kaiserpaar traf heute früh 7.05 Uhr auf der Wildparkstation bei Potsdam ein und begab sich in offenem Wagen direkt nach dem Neuen Palais. Der Kaiser unternahm heute vormittag einen Spaziergang uud nahm dann die Meldung des zum Flügeladjutanten ernannten Majors Grafen Schmettow entgegen. Hur Abendtafel bei dem Kaiserpaar hatten Einladungen erhalten der Botschafter Graf Wedel aus Rom, der Chef des Zivilkabinetts v. Lucanus und Pros. Doerpfeld aus Athen. — Eine Kieler Depesche berichtet chaß die P r i n ze s s i n Heinrich von Preußen an einem leichten Masern- ansall erkrankt ist. — Bekanntlich wurde im Oktober vorigen Jahres von dem Kaiser eine Kommission berufen, um die bei und nach der ostasia tiscken Expeditüon gemachten Erfahrungen zu sichten. Ter wichtigste Teil der Kommissionsberatungen bestand in der Regelung des Zusammenwirkens der Marine- und Armeebehörden für den Fall, daß nochmals ein Armeekorps über See zu entsenden wäre, und dann zur Regelung der Vorbereitungen der Einschiffung des Transports, des Landens und der späteren Thättgkeit Vorsorge zu treffen sei. Nach den „Hamb- Nachr." ist man zu der Erkenntnis gelangt, daß für die ersteren Ausgaben schon im Frieden eine Seetransport-Behörd e zu berufen wäre. Zur reibungslosen Erledigung des zweiten Teils der Aufgaben sollen alsdann Gesichtspunkte aufgestellt worden sein, die sowohl Sie Marine wie die Armee befriedigen werden. — Erzbischof von Stablewski wird, wenn der Kaiser in Posen ist, sich von den Festlichkeiten, Empfängen 2C. fernhalten. Als Grund wird der „Volksztg." sein Gesundheitszustand bezeichnet. — Der Herausgeber der „Fürst en ko rrespon- denz", Karl Wedekind, stellt in einem Telegramm an verschiedene Blätter fest, daß in der Korrespondenz, „getreu zehnjähriger Gepflogenheit und entgegen direkt wahrheits- widrigen Behauptungen, auch über den Telegrammwechsel Kaiser-Prinzregent selbst die schärf st e n Kritiken der Presse wiedergegeben sind". — Wie die „L. N. N." melden, werden die Burengeneräle D e w e t und- T e l a r e y im September in B e r l i n eintreffen. Der Burenhilfsbund wird den Generälen beim Eintreffen einen Festabend geben und ihnen einen großen Fc/nds zu Unterstützüngszwecten überreichen. — Zu der gestrigen Erklärung des Interviewers Heinrich Blankenburg im „Lokalanz." fajreibt die „P o st", sie sehe der in der Sache bevorstehenden Gerichtsverhandlung mit großem Jnterejse entgegen und weise die Insinuation des „Lokalanz.", als hätte sie ,die „Post", dem Letzteren gegenüber mit Beleidigungen und Verdächtigungen operiert, entschieden zurück. Gmunden, 24. Aug. Herzogin Marg aretha Sophie von Württemberg ist heute abend gefror b e n. Ai ünchen, 23. Aug. Wie verlautet, haben die Führer des b a y e r i s ch en Zentrums und bayerische »Zentrumsabgeordnete beschlossen, nicht nur gegen den Depeschen- w echs c l zuischeu dem Kaiser und dem Prinzregen- len eine Interpellation im Reichstage einzu- bringen, sondern auch die M t n i st e r o e r an t w o r t li ch - feit für wiche private Aeußerungen des Monarchen zu fordern, welche wie die Depesche an den Prinzregenten, einem Regierungsakte gleichkommen, indem sie angeblich EingriffeindieinnerenAngelegenheitender Bundesstaaten involvieren. Ausland. London, 24. Aug. „Sunday Spezial" erfährt nunmehr, es sei endgilrig abgemacht, daß Kaiser Wilhelm den König Ednard auf dessen besondere Einladung in Sandringhain besuchen, etwa am 5. Nov emb er, und bis über den Geburtstag des Königs am 9. November dort weilen werde. — Ein Petersburger Telegramm des „Sunday Spezial" besagt, in amtlichen wie Hofkreisen habe es viel Befriedigung hervorgerusen, als es bekannt wurde, daß anläßlich des jüngsten Besuches des deutschen Kaisers die h e r z l i ch st e u Beziehungen nicht nur zwischen hem Kaiser und Zaren, sondern auch zwischen Bülow und Lamsdorf befestigt worden seien. — Kaiser Wilhelm soll die Absicht bekundet haben, demnächst einen Besuch im Quirin al abzustatten, möglicherweise anläßlich der Enthüllung des Goethedenkmals, das er der Stadt Rom geschenkt hat. Petersburg, 23. Aug. Zum Attentat auf den Gouverneur von Charkow, den Fürsten Obolenski, wird gemeldet, daß der Attentäter dem Fürsten mehrere Abende nacheinander im Garten Tivoli aufgelauert haben muß, ehe er sich entschloß, sein verbrecherisches Vorhaben auszuführen. Ort und Zeit waren von ihm sehr geschickt gewählt. Tie Stelle im Theater, wo der Gouverneur stand, als die Kugel am Halse ihn leicht kontusionierte, war mangelhaft beleuchtet, sodaß der Gouverneur den Fremden nicht sofort zu bemerken brauchte, dem der Umstand außerdem zu statten kam, daß der Gouverneur sich mit drei Personen unterhielt, seine Aufmerksamkeit daher in Anspruch genommen war. Auch befanden sich in nächster Nähe vom Gouverneur zahlreiche Personen, da gerade Zwischenakt war und viel Publikum dort hin- und herging. Tie Waffe, die der Attentäter benutzte, war ein zehnläufiger Revolver neuesten Systems. Als der Attentäter zu Boden geworfen war, richtete» er, indem er den heftigsten Widerstand leistete, seinen Revolver unausgesetzt aus Den Fürsten'Obolenski, der dicht danebenstand. Auch die dritte und vierte Kugel sollten den Gouverneur treffen. Wie nachträglich festgestellt wird, durchbohrte die dritte Kugel den Paletot des Polizeiministers an zwei Stellen, während die vierte ihm durch das Bein ging. Shanghai, 23. Aug. Ein Brief eines eingeborenen Missionsgehilfen bestätigt die Nachricht von der Ermordung zweier englischer Missionare Namens Bruce uiid Lewis in der Provinz Hunan. Der Brief besagt, die Missionare seien zu Tode geprügelt worden. Aus Stadl und Saud. Gießen, den 25. August 1902. ** Der Ludwigstag, der Namenstag des Groß Herzogs Ernst Ludwig, wird heute int ganzen Großherzogtum feierlich begangen. Tie öffentlichen Gebäude haben geflaggt, uiid die Straßen, die Plätze tragen ein festliches Gepräge.— Tie Landesuniversität in Gießen hat zu dem heutigen Tage, wie in den Vorjahren einLudwigsprogramm herausgegeben und damit auch ihrerseits der Bedeutung des heutigen Tages Rechnung getragen. Professor Dr. Bostrvem behandelt in dem Programm das Thema: „Traumaticismus und Parasitismus als Ursachen der Gefchwülste". In der Einleitung sagt der Verfasser: „Ter Lehre von den Krankheitsursachen wird zur Zeit von allen Seiten das allergrößte Interesse entgegen» gebracht. Tas hat mich veranlaßt, hier zwei gerade jetzt im Mittelpunkt des praktischen Interesses und der medizinischen Forschung stehende Fragen über die Erblich^- keit, die Ansteckung und die Entstehung der Geschwülste, besonders des Krebses, in allgemein verständlicher Form und nur in den Hauptzügen zu behandeln." Weiterhin greifen wir aus dem interessanten Aufsatz einige Stellen heraus, die die Krebskrankheit betreffen. Verfasser sagt: „Vorausgesetzt, es sei statistisch festg.estellt, daß seit einer Reihe von Jahren mehr Menschen am Krebs sterben, so ist damit noch nicht bewiesen, daß die Krebskrankheit wirklich zugenommen habe. Ter Krebs ist, wie ich schon hervorgehoben habe, eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Wenn sich nun nachweisen ließe, toorauj von Hansemann bereits aufmerksam gemacht hat, daß die Menschen durchschnittlich älter werden als früher und damit relativ häufiger an Krebs zu erkranken Gelegenheit haben, so wäre das eine ganz plausible Erklärung hierfür. Bei den immensen und stetigen Fortschritten, welche hygienische Einrichtungen aller Orten erfahren, und in zweckmäßiger Wasserversorgung, Kanalisation, Fabrikhygiene, Armen- und Krankenpflege rc. bestehen, ist es durchaus erklärlich, daß die Menschen mehr Chancen haben, ein höheres Alter zu erreichen, ohne von Seuchen und sonstigen akuten Erkrankungen dahingerafft zu werden. Tie behauptete stetige Zunahme der Krebskrank- heit könnte aber auch darauf beruhen, daß bei der im allgemeinen sich doch stetig bessernden Ausbildung der Aerzte und vieler damit zusammenhängender Faktoren, der Krebs jetzt häufiger erkannt wird. Ein großer Teil der Vermehrung der Krebstodesfälle ist aber auch gewiß, wie Wehm er hervorgehoben hat, auf die Vermehrung der ärztlichen Hilfsbereitschaft durch Zunahme der Aerzte- zahl zu setzen." Hierfür spreche, daß in hochzivilisierten Ländern und Gegenden mit zahlreichen Aerzten die Zahl der KrebstodesfÄle besonders hoch sei, während sie umgekehrt in Orten und Ländern mit geringerer Aerztezahl viel geringer sei. Ties würde dazu stimmen, daß, je leichter die Menschen ärztliche Hilfe erreichen können und je leichter daher Krebs als solcher diagnostiziert wird, desto zahlreicher auch Krebs unter den Todesursachen erscheint. Allgemein hat aber die Zahl der Aerzte, und damit die ärztliche Hilfsbereitschaft, in allen Kulturländern zugenommen. Aus diesen und anderen, hier nicht näher auszuführenden Gründen kann ich die angeblich nachgewiesene Zunahme der Krebskrankheit einstweilen nur als eine scheinbare bezeichnen. Tie Frage bedarf jedenfalls weiterer Untersuchungen. Wenn diese exakt sein sollen, so müssen dabei die anatomischen Thatsacheu Berücksichtigung finden, denn nur auf einer solchen Grundlage kann in dieser Frage eine beweiskräftige und objektive Statistik ermöglicht werden." Ueber die Frage, ob der Krebs ansteckend ist, schreibt der Gelehrte: „Tie Frage ist für den, der eine parasitäre Genese des Krebses nicht annimmt, schon dadurch erledigt, denn wenn der Krebs nicht parasitär ist, dann kann er auch nicht infektiös sein", und fährt dann später fort: „Kritische Beurteilungen von Cinzelbeobachtungen, die mir häufiger vorgelegt worden find, haben mich, wie wohl auch die Meisten, zu der Ueberzcugung geführt, daß derKrebsindemgewöhnlichenSinnedes Wortes sichrer nicht an st eckend ist. . . . Auf die Frage der Erblichkeit des Krebses, die ich für die wichtigste in der ganzen Krebsforschung halte, für die die Sammetforschung nicht unwichtige Resultat" ergeben hat und auch ergeben konnte, weil cs bei derselben nicht auf die sichere Tiagnose „Krebs", sondern auf die der malignen Geschwülste überhaupt ankommt, — gehe ich hier nicht ein. Sie steht in direktem Gegensatz zu den hier besprochenen Fragen und bedarf einer gesonderten Behandlung." Schließlich kommt Professor Tr. Bostroem zu folgen dem Resultat: „Tie parasitäre 9tatur des Krebses ist weder durch die histologische, noch durch die bakteriologische Untersuchung, weder durch klinische Beobachtungen, noch durch das Experiment erwiesen. Es ist ein Irrtum, den Krebs als eine parasitäre Erkrankung bezeichnen zu wollen." ** Promotionen an der Landesuniversltät. Unsere Notiz am Samstag, betr. die Promotion des Präsidenten des Oberkonsistoriums in Darmstadt, Adolf Buchner, ist dahin richtig zu stellen, daß Präsident Buchner zum jDr. honoris causa promovirt wurde. •* Personalien. Der Bureaugehilfe Will). Bechtold aus Rainrod ist zum Kreisamtsgehilfen bei dem Kreisamt Gießen und zum Gehilfen bei der Provinzialdirektion Oberhessen ernannt worden. rst. Manöver. Unser Kaiser Wilhelm-Regiment ist am Samstag früh gegen 5 und 6 Uhr von hier in die diesjährigen Herb st Manöver der 25. Division ausgerückt und hat in der Gegend von Butzbach, Wohnbach und Rockenberg, woselbst Brigadeexerzieren stattfindet, Quartier bezogen. Die Manöver werden in der mittleren und südlichen Wetterau zwischen Friedberg, Homburg, Vilbel, Frankfurt, Kaichen bis Nidda abgehalten. Bei Friedberg ist ein großes Manöoer- magazin für Hafer, Heu und Stroh hergestellt worden. Auch die Errichtung einer Feldbäckerei im Manöoergelände ist geplant. Wie bereits an anderer Stelle gemeldet, wird der Groß herzog von Friedberg aus den Manövern beiwohnen. In der Wetteran sind die Landwirte eifrig beschäftigt, ihre Getreitefelder zu leeren, um einer kreisamtlichen Verfügung nachzukommen. Zum Glück ist denn auch das Wetter günstig, sodaß die Frucht gut getrocknet in die Scheunen gebracht oder auf Haufen gesetzt werden kann. Vielfach sieht man in den Gemarkungen hohe Strohwische, welche zu schonendes Gelände, und schwarze Fähnchen, die Steinbrüche, Sandgruben, tiefe Abhänge und- andere gefährliche Stellen bezeichnen. "Das neue Gesetz über die Handelskammern ist soeben erschienen. Das Gebiet des Großherzogtums Hessen wird danach bekanntlich in sieben Handelskammerbezirke eingeteilt. Die Handelskammer Darmstadt umfaßt die Kreise Darmstadt, Groß-Gerau, Erbach, Bensheim, Heppenheim mit Ausnahme der Bezirke der Gemeinden Lampertheim, Viernheim, Lorsch, Biblis, Bürstadt, Bolestadt, Hofheim, Wattenheim und Nordheim (die der Handeskammer Worms zugeteilt wurden), die Handelskammer Offenbach umfaßt die Kreise Offenbach und Dieburg, Gießen die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, Friedberg die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten, Bingen die Kreise Bingen und Alzey, Worms den Kreis Worms, sowie die oben bezeichneten in der Provinz Starkenburg betegenen Gemeinden und die Handelskammer Mainz die Kreise Mainz und Oppenheim. Der Artikel 1 des Gesetzes besagt, daß die Handelskammern die Bestimmung haben, die Gesamtinteressen des Handels, der Industrie und des Verkehrswesens ihres Bezirkes wahrzunehmen, insbesondere die Behörden in der Förderung der genannten Erwerbszweige durch thatsächliche Mitteilungen, Erstattung von Gutachten und Stellung von Anträgen zu unterstützen. In der Regel sollen sie bei jeder Handel, Industrie und Verkehrswesen betreffenden Angelegen- *heit gehört werden. U. Bieder a. d. B., 23. Aug. Wie hier oertihitet, beabsichtigt ein Gießener Kalkbrennerei de sitz er und Bauunternehmer, iij hiesiger Gemarkung Kallsteindrüche zu pachten und ein bedeutendes Kalkwerk zu errichten. — Das Gabriel'sche Kalkwerk hat zurzeit die meisten Kalksteinbrüche gepachtet und zahlt, gutem Vernehmen nach, 9Q0 Mk. jährliche Pacht außer den anderen Abgaben für den einzelnen Waggon. Ein Kalkwerk unmittelbar bei unserem Orte würde hier mit Freuden begrüßt werden. ä. Dutenhofen, 24. August. Um die Einweihung der neuen Fahnenschleife würdig zu begehen, veranstaltete unser Kriegerverein heute ein Kriegerfest, das mit dem 2 6. Stiftungsfest verbunden war. Auf dem Festplatz angekommen, begrüßte der Präsident Weber die erschienenen ftameraben. Ein Gründer des Vereins, Schultheis Loh, hielt hierauf die Fest- und Weiherede, die mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. schloß. Wetzlar, 24. Aug. Bei den Ersatzwahlen zum hiesigen er &e£-erfdyt fre- morbeten geraubt wurde, konnte bei der grenzenlosen Unordnung und da niemand über die Eigentumsverhältnisse genau unterrichtet ist, noch nicht ermittelt werden. Am gestrigen Sonntag ist der Maler Otto Wagner aus Neuendorf-Potsdam, Vater des letzten Dienstmädchens der Justizrätin, wegen dringenden Verdachts der Ermordung der Rätin, von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Er machte bei feiner Verhaftung einen Selbst- mordversuch und verwundete sich leicht. "Ein Zweikampf. In Avignon fand zwischen zwei französischen Infanterie-Leutnants infolge eines Wortwechsels über die Schließung der Kongregationsschulen ein Degenduell statt. Beide wurden leicht verwundet. " Duell zweier Offiziere. In Temesvar trugen der Oberleutnant im Husaren-Regiment Nr. 3 Baron Feilitzsch und der Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 101 Kumer ein Säb elduell unter schwersten Bedingungen aus, das ein blutiges Ende fand. Gleich beim ersten Gang wurde dem Leutnant Kummer durch einen wuchj- tigen Hieb der Schädel gespalten, und er mußte, lebensgefährlich verletzt, sofort ins Gamisonsspital transportiert werden. "Prof. Doyen als Duellant. Der Pariser Chirurg Doyen, der das Zwillingspaar Dudica- Nadica mit Erfolg operiert hatte, sollte wegen dieses Falles in den letzten Tagen zur Waffe greifen, um feine Ehre zu verteidigen. Die Sache kam folgendermaßen: Doyen hatte die Lperalionsvorgänge photographieren laifen, sodaß sie finematographisch bemonftriert werden konnten. Er hat dies auf dem letzten deutschen Chirurgenkongreß in Berlin gethan und den lebhaften Beifall feiner Fachkollegen gefunden. Radica überstand die Operation sehr gut,'sie wurde später von neuem wegen Drüsenanschwellungen operiert und befindet sich jetzt ganz wohl. Doyen hegt und Pflegt sie und nennt sie scherzweise eine lebendige Katalognummer seines Museums. Dudica oder, wie die Pariser sie nannten: Tovendica, ist ihrer schweren Tuberkulose erlegen. Nun erschien kürzlich ein Artikel von Professor Legrain in Paris, in welchem behauptet wurde, Doyen lasse unter Vernachlässigung aller ärztlichen Würde auf einem Jahrmärkte in einer Pariser Vorstadt jenen kinematographischen Bilder- cyklus vorführen. Legrain habe das Budenschild mit dem Namen des Chirurgen mit eigenen Augen gesehen. Doyen antwortete, da ihm die Jahrmarktbude vollständig fern stand, mit einer Duellforderung, welche selbstverständlich in den wissenschaftlichen Kreisen Aufsehen erregte. Die Feststellung des Thatbestandes ergab schließlich, daß die kinematographischen Bilder Fälschungen waren, daß eine Wachspuppe als „Dudica" nach der Operation ausgeschrieen wurde, und daß — wie vorauszusehen war — der Budenbesitzer Professor Doyen nicht einmal kannte. Legrain nahm seinen heftigen Angriff zurück, Doyen erflärte sich befriedigt, und die Angelegenheit Dudica-Radica verlief ohne neuerliches Blutvergießen. * Heber die Hochwasser-Katastrophe bei Meran in Tirol, bei der die Gattin des Leipziger Augenarztes und Univ.-Professors Tr. Schön, den Ä)d fand, liegen jetzt eingehende Berichte vor, aus denen wir folgendes entnehmen: In den Wänden des Jfinger, jener gefürchteten Pyramide, die nicht nur manchem Touristen das Leben kostete, sondern durch ihre Brüchigkeit schon manchen verderbenbringenden Muhrbruch verursachte, löste sich, durch den letzten wolkenbruchartigen Regen eine Menge Material los und wälzte sich durch das Naifthal, durch die im letzten Jahrzehnt erst hergestellten großartigen Nais- nerbauungen in das tiefe Bachbett eingebämmt, gegen Obermais. Die Hewohner der an der Naif liegenden Schlösser Vernaun, Goyen, Laders, Romitz, Trautmannstorff, sowie anstoßende Wirtschaften, Villen und Bauernhäuser beobachteten ängstlich das Wüten der Elemente auf den Berges- Höhen, bis plötzlich ein schreckliches Getöse erfolgte. Haushoch stürzten die rotbraunen, aus regengetränktem Sand und mächtigen Felsblöcken bestehenden Fluten ins Thal, alles im und am Wege Stehende mit sich reißend. Tas Jammern der erschreckten Anwohner wurde übertönt vom fürchterlichen Rollen des Baches, und als nach kurzer Zeit die Flut zu sinken begann, zeigte sich ein Bild grauenhafter Verwüstung. Am ärgsten hauste der Bach bei der Klosterrestauration St. Valarllin. Hier, wo sich das Gefälle des Vachbettes schon etwas verflacht, wurde seinerzeit auf Wunsch der Geistlichkeit als Besitzerin des großen Gutes trotz des Protestes des Obmannes der Naifbachgesellschast eine feste Brücke geschlagen. An dieser Brücke staute sich die Flut und trat zu beiden Seiten über die Ufer. Am linken Ufer stand nahe des Klosterhofes St. Valentin die vom Besitzer des Schlosses Trautmannstorff, Herrn von Teuster, vor zwei Jahren neuerbaute Pension Naifmühle. Dieses Haus bot Widerstand und stürzte sofort zusammen. Wenn man beb en ft, daß dieses Haus von ziemlicher Größe und aus massivem Mauerwerk ausgeführt war, kann man sich von der Gewalt der dahinwälzenden schlammigen Masse eine Vorstellung machen. Tas Haus war nur bewohnt von Frau Prof. Tr. Schön, welche dort am 8. August mit ihrem leidenden Sohne zu längerem Kuraufenthalt ein- getroffen war und einer Pflegerin Vermutlich befanden fich nur diese drei Personen im Hause. Kurz vorher machte |bcr Obermaiser Gemeindearzt Tr. Hans Jnnerhojer Visite bei seinem Patienten und war eben aus dem Hause getreten, um die an stürm enden Wogen des Baches zu beobachten, als fast im gleichen Momente eine am Ufer stehende Frau, die Gattin eines Gärtners, von der Seite chres Mannes weg von den Fluten mitgerissen wurde und verschwand. Tr. Jnnerhofer wollte noch die Insassen der Naifmühle warnen, doch hatten die haushohen Wogen schon ihr Zerstörungswerk vollbracht und die drei genannten Inwohner unter den Trümmern der Naifmühle begraben. Tabei wurde Fran Prof. Luise Schön, welche im 54. Lebensjahre steht, während ihr Sohn und die Pflegerin, wenn auch mit einigen Verletzungen, und den Trümmern gerettet werden konnten. In Meran wurde auf die Kunde vom Ausbruche des Naif die Feuerwehr alarmiert, die zu gleicher Zeit auch von allen Ecken und Enden dngerufen wurde, um überschwemmte Keller- und Souterrainlokalitäten auszupumpen. Bei der Ankunft am Valentiner Hofe handelte es sich zuerst darum, eine Verbindung mit bem cm bem Ufer herzu stellen, was in dem tiefen Schlamm und bei der Steilhell der Ufer an dem reißenden und immer noch massenhafte Felsblocke mit» führenden Bache nur mit Lebensgefahr und aufopfernder Arbeit der wenigen am linksseitigen Ufer sich befindlichen Männer gelang. * Aus den Alpen. Der Konservator des archäologischen Museums in Genf, Emll Tunant, der den 3700 Meter hohen Mont-Pleureux allein bestiegen hat, ist ab gestürzt. Tie Leiche ist berells geborgen. — lieber d i e Katastrophe am Wetterhorn wird folgendes Nähere berichtet: Zwei Eispickel fand man auf der Wetter- hornfpitze in den Schnee eingesteckt, einer war vom Blitz halb verbrannt. Tie Leichen von Fearson und Brawand waren vom Blitz geschwärzt, der Schädel von Brawand eingeschlagen, sein Pickel war vom Blitz angeschmolzen, der Schaft halb gespalten. Das Unglück ereignete sich ivähreud eines starken Gewitters am Mittwoch vormittag. Man glaubt, der Bruder Fearsons sowie der Führer Bohren seien über die himmelhohe Nordwand hinausgeschleudert worden; man hofft, diese zwei Leichen am Fuße der Felsen im Lawinenschnee zu finden. Heute wird nach chnen geforscht. Brawand und Bohren hinterlassen Frauen und jtinber. Brawand war Gemeindekassierer in Grindelwald. Im Hotel Schoenegg weilen seit einiger Zeit Vater, Mutter, drei Brüder und zwei Schwestern Der Verunglückten zwei Brüder Fearson. — Drei Touristen sind auf dem Grotz- Glockn er verunglückt. Genauere Daten fehlen zur Zell noch Gerichtssaat E. Gießen, 23. Aug. Ferienstrafkammer. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Gerichtsassessor Schuhmann. — Durch Urteil Großh. Schöffengerichts zu Gießen vom 4. Juli 1902 waren die Schülerinnen Emma Strobel in Gießen wegen Diebstahls, Marie Lietz und Bertha Brühl wegen Hehlerei zur Strafe des gerichtlichen Verweises und die Peter Brühl Ehefrau von Gießen ebenfalls wegen Hehlerei nach § 259 des Str.-G.-B. in eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt worden. Gegen dieses Erkenntnis hatten die Ehefrau Brühl und ihre Tochter Bercha Berufung verfolgt Da letztere in der heutigen Hauptverhandlung nicht erschienen ivar, so wurde gemäß dem staatsanwaltlichen Antrag die Verhandlung über ihre Berufung vertagt, dagegen über die der Ehefrau Brühl verhandelt. Auf Grund einer umfangreichen Beweisaufnahme wurde folgender Thatbestand festgestellt: Es war dem Lehrer der Strobel und Lietz aufgefallen, daß die Kinder sehr vir! Geld zum Vernaschen hätten. Die Strobel gestand denn auch alsbald ein, daß sie einer Witwe Malkomesius in Gießen, bei der sie im Lausdienste war, aus einer Kommode etwa 30 ML gestohllm hätte. Dieses Geld hatte sie mit der kleinen Brühl und Marie Lietz teils vernascht, teils — wie die Angeklagte selbst zugeben mußte, dieser gegeben. Auch brachte sie der Angeklagten öfters Konsumwaren mit, die sie natürlich für dieses Geld gekauft hatte. Die Angeklagte will nicht gewußt haben, woher chre Tochter dieses Geld gehabt hätte. Ihre Tochter hätte ihr nur gesagt, sie hatte das Geld, es waren 7,50 Mk., von anderen Kindern. Sie hätte deshalb das Kind geschlagen und sei dann zum Staplern und mit diesem zum Lehrer gegangen; doch sei es zu spät gewesen, da die Untersuchung schon im Gange war. Besonders sprach gegen diese Tarslellungsweise derAngeklagten die Aussage der Schiüerui Strobel, die von Anfang an geständig gewesen war. Diese will zum Diebstahl durch die Aeußerung der Angeklagten, sie brauche noch Geld zur Konfirmation, ob sie es ihr nicht bringen könnte, verlettet worden sein. Später, wie die Sache schon in Untersuchung gewesen wäre, hätte die Angeklagte sie zu überreden versucht, auf der Polizei auszusagen, sie hätte nicht Frau Malkomesius, sondern chr das Geld genommen; sie hätte schon so viel für die Familie der Zeugiu gelogen, nun möge Zeugin auch für sie einmal lügen, damit die Sache nicht so weit käme. Das Verhalten der Angeklagten während der Untersuchung war mindestens zweideutig. Denn ziierst behauptete sie, die Kinder hätten das Geld in ein Taschentuch eingewickelt gefunden, dann, das Geld sei chr gestohlen worden, und wie das nichts hals, suchte sie auf die Mutter der Strobel und Lieg, sowie auf die Kinder selbst einzuwirken. Die Beweisaufnahme gestaltete sich jedoch infofern für die Angeklagte günstiger, als die Glaubwürdigkeit der Zeugin Emma Strobel durch das Zeugnis des Lehrers Wörner' und des Kaplans Tr. . Friedrich über ihre Wahrheitsliebe sehr in Frage gestellt wurde. Diese bekundeten nämlich, daß sie sehr verlogen sei. Der Gerichtshof verwarf sowohl die von der Staatsanwallschaft wie von der Anklagebehörde eingelegte Berufung. Es wurde bei der Begründung des Urteils hervorgehoben, daß die. Angel lagte sich hätte sagen muffen, daß die Strobel das Geld nicht auf richtige Weise erlangt haben könnte. Bei der Strafzumessung wurde mildernd die bisherige Unbestraftheit der Angeklagten, schärfend dagegen in Betracht gezogen, daß sie die Kinder nicht von ihren unredlichen Treiben abgehallen, sondern davon Nutzen gezogen hatte. — Daraus kam die Sache gegen Ludwig Ringe, Gärtner in Friedberg, zur Verhandlung. Es wurde ihni zur Last gelegt, daß er im strafrechtlichen Rückfalle 1. am 16. Oktober 1896 zu Gießen dem Brauereibesitzer Förtsch in Gießen eine Laterne im Werte von etwa 2,50 Mk., 2. im Februar oder März 1902 in Friedberg, dem Kaufmann Christian Heß aus dessen offenem Garten ungetähr 40 Johannisbeerstöcke und 3. im Frühjahr 1901 dem Gärlnereibesiyer Karl Hegar m Friedberg ungefähr 60 - 70 Stück Thujor (Lebensbäume) aus dessen nicht verschlossenen Garten genommen habe, in der Absicht, sich dieselben rechtswidrig anzucigneri. In der heutigen Hauptverhandlung wurde aus Grund zahlreicher Zeugenaussagen • und Sachoerständigen-Gutachten folgender Sachverhalt klargestellt. Ter Angeklagte hatte am 16. Oktober 1896 für seinen Tienflherrn Fleischhauer von Leihgestern dem Siebrauerei- bescher Förtsch Gerste zugefahren. Aus dem Heimwege nahm er eine Laterne mit, die fein Dienstherr später wieder zurückgab. Später im Jahre 1902 betrieb der Angeklagte in Friedberg etwas Gärtnerei auf gepachtetem Boden. Im Februar oder März wurden dem Raufmann Christian Heß zu Friedberg aus seinem Garten, der nut keiner Einsriedigung versehen war, ungefähr 40 Johannis- bcernbdc und dein Gärlnereibescher Hegar donselbst 60—70 Thujas (Lebensbäume) gestohlen. Aus Anzeige begab sich der Polizeiwachtmeister Weiß anfangs April mü eadioeqtänbigcn in den Heß'schen Ganen. Toll waren eine große Anzahl Johaimisbeerslöcke gewaltsam entfernt worden. Tarauf gingen der Wachtmeister und die Sachvcrsländchen m den Rotschild'schen Garten, in dem der Angeklagte etwa 4 Wochen vorher 11 Johannlsbeerstöcke em- gepflanzt hatte. Tic Sachverständigen stelllen fest, daß diese Stöcke den gestohlenen genau entsprachen. Wie die Stücke herausgenommen wurden, zeigte sich, daß sie nicht nach gärtnellscher Weise ausgegraben, sondern irgendwo ausgerifien worden waren. An den Stämmchen befand sich Moos und Grashalme. Tie Erde an den Stöcken war Frankfurter Dorothea Karolme Elisabeth Lupe Lern, xocrjtcr oe5-^tniermet)dar. ch, auf bem Johannes Lein zu Gießen. lasten. Markte. Frankfurt a. UL., 25. August 1902. 26.30 3% Sport. 3% Oberhessen Tendenz: fest. Aus dem Geschäftsleben. 103L0 49.50 29.90 113*40 44.20 102.60 92.75 102.70 92.75 1OOLO 99.70 8% Mexikaner 41/2Vo Chinesen . Electric. Sohuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonte-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staats bahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . r Fernfahrt „SRunb im , Eibelshausen, Biedenkopf, ' 3 Km^ beteiligten sich Schiffsnachrichtrn. Norddeutscher Lloyd. ire alt, starb den 20. August. — ^oyauues- gemeinde. Ten 19. August. Aima Elifabethe Krauße, geb, Liebehenz, Ehefrau des Wagenmeisters a. D. Christian Srtnrfo do. Konsole do. Hessen Augjiig aus ükli KjcheMcherii der Stadt Gießen. . . 95.90 . . 88.50 ' ' 115*^0 . . 184.90 . . 135.75 . . 142.90 . . 157.20 . . 154.50 . . 1810 . . 170.80 . . 198.00 . . 185.70 . . 16.150 roome in amu. xo Zweiter I. Hartmann-Rüffelsheun m gun-g zwischen den Meistern und GefelLn 14 Min. 5 Sek. Dritter E. Kurz-Frcmkfurt< Bei besterer Führung derungen der letzteren Nicht zu stände gekommen ist, weNEN hätte Lurz wohl ernstlich in Betracht kommen können. fcie Gesellen am Dienstag in Ausstand treten. Die Äülitar--, 4. Prämienfahren. Strecke 3OO0Mtr. offen für dieiemgen Verwaltung stellt denjenigen Meistern, die Lieferungen für, Fahrer, welche im großen Preis von Darmstadt nicht placiertIübernommen haben, schort 400 Mann zur Verfügung-^ wurde::. Dem Ersten jeder Runde IO Mk. Letzte Runde. 50 jütf. Mannheim, 25. Ang. Gestern abend wurde in der Dirheimer-Hagermu^ die stinste wieder Kudela, die letzte Runde Prolog. i e ßl er-Mannheim hieß die ^rsammlung mch nahm Dirheimer als Erster in 4 Min Sek., Zweiter Torflmger- dem katholischen Gruße willkommen und brachte ein Hoch Basel, Dritter Kudela. Entschieden das hübscheste Rennen, das hier ^uf den Kaiser, den Grohherzog und den Papst ausi Bürgen wirllich gefahren wurde. „ inzx meister Martin begrüßte die Versammlung namens de- TaM SA Ä SfcÄ Forchheim, 25. Allg^ L WReichs. Abwarten gab Buiffon in der dritten Runde Tempo, wurde aber tag 8 st ich wähl im Wahlkreis Forchherm-Kulmbach ergab vom wett zurückliegenden Tandem Arend in großartigem Spurt den Nationalliberalen Faber 9400, für den Zentrums- überholt und von diesem sicher nach Gefallen gewonnen. fanbiboten Zöllner 8498 Stimmen. Die Preisverteilung mtt gemutücher Abendunterhaltung fand Ebristiania 25. Aua. Biörnson publiKrert eines anstaltmig vorausgegangen. -- Zunder. Wäre dies ftüher geschehen, sagt ^ärn-- I SlMtlToitratrtft hon, so hätte es für Deutschland keine Elle gehabt^ Kunst uns WsteUsMsl. die dänische Sprache in Nords chleKwrgM nnter- Stockholm, 23. August. Wie „Aftonbladet" meldet, ist das drücken und auch für Rußland keine Eile in Ftnn.^ Forschungsschiff -Antarktis nach einer dreimonatlichen l a n d die finnische Sprache zu unterdrücke. Bjo^san^ Reiie in den antarktrf che n G ew ä ss e rn zu den Falklands- motiviert den Artikel damit, daß er gehört habe, man wsllck 'O inseln zurückgekehrt. Wie das Blatt mitteilt, ist das Wissenschaft- Dänemark Unterschriften für eine Versöhnnngspvütik I liche E^ebnis der Reste sehr befriedigend. Das Gebiet großen, sammeln. Björnson sagt, er erblicke in drHem Drangs fg. Gießen, 24. Aug. Bei der Nordbezirk IX." über Dillenburg, Dtarburg, Gießen, Dillenburg, zusammen 143 , - . auch verschiedene Mttglieüer des Rad kl ubs „Germania Gießen. Es gelang folgenden Herren, trotz der sehr ungünstigen j Wegeverhältniffe, nachstehende Preise zu, erringen: I. H ecke r in 7,46 Stunden den 4. Ehrenpreis, R. Rodtger m «,48 Stunden den 5. Ehrenpreis, A. Höß in 7,58 stunden den 7. Ehrenpreis. Außerdem erhielt jeder der genannten Herren noch die silberne Zeitmedaille. A. H ö ß errang außer diesen Preisen noch einen Sonderpreis als ältester Fahrer. Ein sehr schönes Zeichen für den jungen strebsamen Verein. Mögen demselben noch recht ost viele derartige schöne Erfolge beschieden sein. . sd Darmstadt, 24. Aug. Die vom Radfahrer-Verem Darm° stadt auf seiner Rennbahn an der Heidelbergerstraße veranstalteten großen Internationalen Flieger-Rennen ersreuten sich, vom herrlichsten Welter begünstigt, eines guten Besuches. Leiter mar ein Unglückssall zu verzeichnen indem O. Meyer- Ludwigshafen in einem Hoffnungslauf, durch einen Kettenbruch veranlaßt, vom Rad stürzte und den linken Unterarm brach. Er chrvärzer als die der Umgebung. In einem anderen Garten Roth- childs wurden dieselben Wahrnehnmngen gemacht. Ebenso fanden ich nn Garten des Angeklagten noch einige offenbar dem Be- tohlenen gehörige Johannisbeersträucher vor. Ebelsto traf man dort auf einem kleinen Flecken Land etwa 28 ®tud Thum, die Gärtner Hegar für sein Eigentum hielt. Der Angeklagte wollte dieselben schon vor 3 Jahren einaepflan-t und von der Gräflichen Gärknerei zu Affenheim bezogen haben. Die Zeugen konnten diese Angaben nur bestätigen. Die Sachverständigen gaben chr Gutachten dahin ab, daß die in den Rochschildchen Garten vorgefundenen Johannisbeerstöcke aus dem Heßschen Garten waren und zwar gewaltsam entfernt worden waren. Denn aus dem Umstande, daß an den Stämmchen sich Gras und Aioos befand, mußten sie schließen, daß die Johannisbeerstöcke vorher auf em^n Gras- und m nicht rote letzt, auf emem ' Getaufte. Marth äusge mein de. Den 16. August. Dem. Bürgermeistereigehilfen Karl Brod eine Tochter, Anna Elisabeth! geboren den 8. Juli. — M a r k u s g c m e i n d e. Den 17. AugufE' Dem Lokomotivheizer Theodor Hebstreit eine Tochter Anna, geboren, den 7. Juli. Ten 20. August. Dem Wirt Friedrich Schäfer em- — Bei dem am 19. und 20, August zu Gieße« abgehallenen Markte waren aufgetrieben 1434 Rmdvieh 741 Schweine. Der tächste Markt findet am 2. und 3. September statt. Grünberg, 23. August. Fruchtmarkt. (Durchschnitts- preis pro 100 Kilo.) Weizen 00.00 bis 00.00 Mk., Korn 14.15 bis 00.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 ME, Hafer 12.82 bis 18.00 Mk., Erbsen 00.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk.,Lein 00.00 Mk^ Wicken00.00 Mark, Samen 22Ü6-22.50 M., Kcnstoffeln 0.00 bisCOOMk .||UUUHti4+. ~ ---------------„n fc. Frankfurt a. 25. Aug. (Telegr. Vrig.-Bericht des uLekmmten Meeres zwischen den Falllandsmseln und Sudgeorgien ' b(nn deutschen Volke sich, auszusp-echeu, eine Trieb- „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heuttgen Viehmarkt- ^ ozeanographisch untersucht worden. Es wurden dort sehr wert- . die Zukunft und den Pan ge.rman ismus^' preise. Zum Verkaufe standen 473 Ochsen, dacunt^ 173 aus J ö 30^^^ Sammlungen gemacht. Die gr,ofete «e- «Jg ÄÄ' i Oesterreich, 75Bullen, darunter 7 aus Oesterreich, 882 Kühe, Fersen, mcH(?ne M eeres tiefe beträgt 5997 Mtr. Wahrend des beim bann liege öie «reCfet haft üb Süere und Rinder, 6Kühe aus Oesterreich, 274Kalber, 133 Schafe und Aufenthaltes aus Georgien wurden umfassende geologische, botanische Lo ndv n, 2o. Aug. " P in h en Hämmel,1002 Schweine, 0Ziegen,0 Ziegen-, OSchaflammer. Bezahlt I J Zoologische Arbeiten vorgenommen und um einen der größten Paddy eine Frau mrd ihre beiden uueh etüchM Kinder wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 69—-71 m der östlichen Seite der Insel ungefähr 800 Qklm. von bem Vater eines der Kinder ernrvrLet taarbetf 2. Qual. 65—67 Mk^ 3. Qual. 60—62 ML; Bullen l.Qual. 57 bis U ^i t füll). 59 All., 2. Qual. 53—55 Mk.; 5kühe 1. Qual. 65—67 Mk^ 2. Qual. ' ------ London, 25. Aug. Ans PeLng wird telegraphiert^ 60—62 ME 3. Qual. 52—54 Mk, 4. Qual. 43—45 Mk., 5. Qucü. . hast die englischen Missto nare, welche in der Pro- 00—00 Mk. Kälber: l- ^ualttät80-82 Pfg.,Lebem)gewicht 0O-00 Pf., I vinz Hunan ermordet worden sind, ihre Thätchkeit erff gewicht^62—65 Psg.^Schast: l.^Qual. Schlachtgewich?64-66 Pfg., - In B e r l i n wird die Errichtung einer H anbei shoch- seit kurzem begonnen hatten. Die Qual. 60-62 P^g' 3. Qual. 00-00 Pfg.; Schweine 1. QuÄ. f ch ule ernstlich erwogen.- DerSemor der UnweAttatL er p zig die Missionare, nachdem sie vorher deren Gebandle ge^ 70—ooPfg Lebendgewicht56 Pfg.,2.Qual. 62—00Pfg., Lebendgewicht! und berühmte Theologe Geh. Rat Professor -tr. Frlck e feierte «plündert und in Brand gesteckt hatten. ^^ö>„-^fchtng 55-00 Ma 3 Qual. 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. - am 23. d. Mts. unter großen Ehrenbezeugungen fernen 80. bem englischen Gesandten fein Beileid ausg.edrnckt unb, Geschäft - bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei burtstag. Der greise Gelehrte hatte sich allen sestlichen Beran- - Bestrafung der Mörder versprochen. Eine Ab- Lleinvieh gut, alles vlrkaust. staltungen durch eine Reise »ach Bad Li^enstein entzogen.- Der I englischer Truppen ist zusammen mit chinesischen fc. Frankfurt a. M., 25. Aug. (Orig.-Tel^r. des „Gießen, projektterte Neubau d« medizmischw mMarburg 3 L 'um hie Bestrafung vowunehmen. yIn,Achstiche Notterungen der heuttgeu Fruchtmarktpreise, auf dem Terram der dortigen medizinischen Klinck wurde geneh Lö » , cy-n dem Huchtbaus von Gollers^ Äen M 1600-16.25, Aurhessifcher Älk. 16.00-16^5, La Plata migt. Seine etwa im Oktober 1903 überführt werden. bis 2350 3. Qualität Mk. 21.00—21.50, Roagenmehl 0 werden kann, macht sich dennoch ein langsames Schwinden 11 _ - . . Mk. 24.00-00 00 1. Qualität Mk. 22.50—00.00, Weizenkleie Mk. 8.75 der Kräfte bemerkbar. . Telephonischer Kursberichte bi? ML Öoo Roggenkleie Mk. 9.50-0.00, Maiskeime Mk. 10.00 - Wegen Einrichtung von H 0 ch s ch u l k urs en in P0 en V bX 0000 kranken Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per sind die Vertreter der Ministerien und sonstigen beteiligten Be- 100 2btier Hörden zu einer Konferenz zusa.nmengetreten. Die Verhandlungen 37«% Reichsanleihe haben einen befriedigenden Verlaus genommen. rvmLe alsbald durch die Santtätsmannschcrst des Samcrritervereins, welche den Samtätsdienst. wie übli, , Festplatz übernommen hatte, verbunden. M. sollte in 4 Wochen zum Militär einrücken. Im Endlauf des großen Preises glaubte Arend, von seinem ftonturrenten vor dem Ziel behindert worden zu fein; er legte aber vergeblich Protest ein. — Im übrigen verliefen die Rennen üott unter der üblichen Bummelei und nahmen, ,. ^uiu r,-,- ----- —" 7 Erb® S: Sohn, Friedrich Karl Emil, geboren den 16. Juü. - Luk uK-! 1 «abren um b^n großen Preis von D ar m° I g em e i n d e. Den 17. August. Dem Tapezier Heinrich Wülfing, ftab t 2000 Mtr. 4 Barpreise von 500 ML, 300 Mk., 150 Mk. ein Sohn, Heinrich Leonhard, geboren den lo.Jutt. — Militär-j und 75 Mk. Vorläufe über 100 Mtt. Die ersten eines jeden Laufes I cj^e m e i n b e. Den 17. August. Dem Gendarm Karl Jansohn ettv kommen in die Zwischenläufe, die zwetten in die Hoffnungsläufe. oofjn, Richard, geboren den 23. Juli. a. Die 6 Vorläuse gewannen: L. van den Born, Antwerpen, Beerdigte. M a r k u s g e m e i n d e. ^en 22. August. wJkbS'WS- £ tSÜJs XWM6 EfSÄS Hä'ÄäS SI.Z «" “3'“' o --- taust hätte. In der heutigen Verhandlung wM der Angellagte lichen Bummelns Meyers Kette und stürzte er trotz d^ miserableri AkUllllllE. deshalb sie ziim Teil gefunden haben. Die Sachverständigen sind Tempos so gefährlich, daß er einen Arm brach und Moder leicht Wnrraaett bleiben unberückücktiat.! WZMDMttMMWLMk »ie"f ä™gn^ ÄT Ä A em' Zandel und Verkehr. Volkswütschast. tragenen Nummer des Siegers übereinstimmte, erhiett ein hochfein 1* Halske. Das Bert. Taabl" brachte die silberweiß vernickeltes Triumpf-Fahrrad. Nach ziemlich langen ”fne 2^78 ÄÄS ber ju lange syögeri” Halle,I Gießen vertreten durch Carl «006, Krrchenxl-ch. ^ntea8C gerichret, 6 Zimmer, Badezimmer und allem Zubehör, per sofort zu vermieten. «. Hofmann, Wetzsteinstr. 40. mit Wohnung auf längere Zeit zu mieten gesucht. schulftraße, Neuen-Bäue, Marktplatz bevorzugt. Offerten mit äußerster Preisangabe unter Nr. 03658 an die Exped. d. Bl. Jg. Mi schule bef. 5631] 7-Zimmerwohnung inkl. Badezimmer, der Neuzeit entspr., großer Garten, Bleichplatz am Hause, Liebigstraße 37 zu verm. Näh, bei H. Carle, Bleichstr. 11. 'zeichnetet Stelle portofrei einzureichen. — frist beträgt 8 Wochen. Schotten, am 22. August 1902. Großh. Kreisamt Schotten. Schönfeld. zerfruyr TTTx OIBcrx ■ *w v 3 unmöblierte Räume. Offert, unt. 03653 an d. Erp. 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In seinem unerforschlichen Ratschlüsse hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, unsere liebe Schwest«, Schwägerin und Tante gtiiltii Karoline Steinmeyer welche uns stets eine unentbehrliche Stütze war, nach sechstägigem Krankenlager im Alter von 67 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Um sttlleS Beileid bitten Tie Falllilitll Seniler nnh Martin steinmeyer. Gießen, Offenbach, Zürich und Battirnore, den 24. August 1902. Arbeitsvergebmrg. Die zu dem Bau eines Cemenrrohrkanals in der Kreis- straßenortsdurchfahrt Groß-Eichen erforderlichen Arbeiten und Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Tele- graphenlinie von km 1,9 bis km 2,8 der Frankfurterstraße in Gießen liegt bei dem Kaiserlichen Postamt m Gießen aus. Darmstadt, 20. August 1902. Kaiserliche Ober-Postdirektton. Mache die geehrten Käufer darauf aufmerksam, daß diese Woche alles ausnahmsweise schön und billig ist. 5967 Achtungsvoll Heinrich Klees ans Merfeli>. 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