Mittwoch 25. Juni 1003 152. Jahrgang Zweites Blatt BezngSpreiSr /■wr n O monatlich 75V., viertes Jteäpr V . jährlich Mr. 2.20; durch Gietzener Anzeiger s General-Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Ms Gießen ZMZ Qr geigenteil: Hans Beck. Nr. 146 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Are Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Bekanntmachung. Am Montag dem 14. Juli d. Js., vormittags 9 Uhr, wird eine Ortsschau für den Simmenthaler Rlndviehzuchtverein und Ziegenzuchtverein Lich auf dem Viehtummelplatz daselbst, und zwar für die Orte: Lich, Langsdorf, Bettenhausen, Birklar, Muschenheim, Albach, Ettingshausen und Nieder- Bessingen, abgehalten werden. Es kommen nur die zum Herdbuch angekörten Tiere der Zuchtoereine Lich und Langsdorf in Betracht. Bullen müffen mit Nasenring versehen sein. Ich lade die berechtigten Viehbesitzer zur Beschickung ein, ersuche aber, die aufzutreibenden Tiere möglichst früh vor der Schau bei der Großh. Bürgermeisterei Lich nach Gattung und Herdbuchnummer anzumelden. Es ist durchaus nötig, daß alle Vereinsmitglieder ihr angekörtes Vieh zur Schau bringen. Die Prämiierungsordnung gebe ich nachstehend bekannt. Die Großh. Bürgermeistereien der oben genannten Orte bitte ich, die betreffenden Viehbesitzer zu belehren. Gießen, den 21. Juni 1902. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v- Bechtold. PrämiierungS-Ordnung für die vom landw. Prooinzialoerein von Oberheffen abzuhaltenden Ortsschauen. Ortsschauen sinden nach Bedürfnis, jedoch nur in solchen Orten statt, wo vom Provinzialverein anerkannte Zuchtoereinigungen bestehen. Der Preisbewerb erstreckt sich hierbei nur auf die angekörten, bezw. anzukörenden Tiere der Zuchtoereinigung des oder der Orte, für welche die Schau abgehalten wird. Die übrigen Bestimmungen der Allgemeinen Rindoiehschau-Ordnung, soweit sie hierfür anwendbar sind, gelten auch für die Ortsschauen. Es werden folgende Preise ausgesetzt: A. Simmenthaler Rindvieh: I. Für Bullen: Ein 1. Preis ...... 40 Mk. Ein 2. Preis ...... 25 , Ein 3. Preis .... . . 15 „ 80 Mk. II. Für Kühe mit höchstens 2 Kälbern: Ein 1. Preis ...... 30 Mk. Zwei 2. Preise a 20 Mk. . . 40 , Zwei 3. Preise ä 10 „ . . . 20 , 90 Mk. III. Für Kühe mit 3 und 4 Kälbern: Ein 1. Preis ...... 30 Mk. Zwei 2. Preise ä 20 Mk. . . 40 , Zwei 3. Preise ä 10 „ . . . 20 , 90 Mk. IV. Kalbinnen, erkennbar tragend: Ein 1. Preis ...... 25 Mk. Drei 2. Preise ö, 15 Mk. ♦ ♦ 45 „ Drei 3. Preise ä, 10 Mk. . . 30 Mk. 100 Mk. Außerdem können im Ganzen noch zehn Anerkennungen mit ä 5 Mk. Aufmunterungsprämie vergeben werden ........ 50 Mk. Für sorgfältige Führung der Sprung- eegister (Verabreichung und Ausfüllung der Sprungscheine) an die Bullenhalter werden ausgesetzt: Ein 1. Preis ...... 20 Mk. Ein 2, Preis .... . • 10 „ 30 Mk. Summa 440 Mk. B. Ziegen. I. Für Böcke: Ein 1. Preis ...... 15 Mk. Ein 2. Preis ...... 10 , Zwei 3. Preise ä 5 Mk. . . . 10 „ 35 Mk. II. Für Ziegen: Ein 1. Preis L 12 Mk. . . . 12 Mk. Zwei 2. Preise ä 8 Mk. ... 16 „ Drei 3. Preise ä 5 Mk. . . . 15 „ Vier Anerkennungen ä 3 Mk. . 12 „ 55 Mk. IIL Für Ziegenlämmer: Ein 1. Preis L 8 Mk. ... 8 Mk. Zwei 2. Preise ä, 5 Mk. ... 10 r Drei 3. Preise ä 3 Mk. . . . 9 „ 27 Mk. Summa 117 Mk. Marmepläne. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt heute: T-ie „Voss. Ztg." erblickt in der Einladung, die der Staatssekretär der Marine an eine Aarzahl Reichstags- Mitglieder nach Kiel ergehen ließ, die Einleitung zu einer größeren Marinevorlage und giebt sich damit zur Verbreitung müßiger Kombinationen her. Es ist allgemein bekannt, daß bei den Verhandlungen gelegentlich des Flottengesetzes im Jahre 1900 ausdrücklich betont wurde, daß vom Jahre 1906 ab eine Vermehrung der Auslan dsflotte beabsichtigt sei. Tie gesetzliche Festlegung der Vermehrung wurde damals im Einverständnis mit den verbündeten Regierungen vertagt, und wird nach der Erklärung des Staatssekretärs der Marine in der Reichstagssitzung am 7. Februar 1902 voraussichtlich in der Session 1904/05 erneut beantragt. Ueber Die Art einer solchen Vorlage schon jetzt Mutmaßungen aufzustellen, ist nach unserer Ansicht recht überflüssig, da selbstverständlich nach dieser Richtung noch keinerlei Entschlüsse an maßgebenden Stellen gefaßt sein können. Vor fünf Jahren war's, im schwarzwaldumrauschten St. Blasien. Dort in der Einsamkeit bereitete sich ein soeben aus dem Frontdienst in eine staatsmännische Stellung berufener, wetteren Kreisen bis dahin unbekannt gebliebener Offizier auf ein epochemachendes Werk vor: Kontreadmiral Tirpitz, der „Roon der Marine". Er sollte Deutschlands Seewehr reorganisieren, auf die der Stellung einer Großmacht entsprechende Höhe bringen. Nicht ohne Beklemmung mag der Admiral an diese Ausgabe herangetreten sein; mußte er sich doch gegenwärtig halten, daß sein Amtsvorgänger, Admiral Hollmann, bei der Aussichtslosigkeit, vom Reichstag nur wenige Kreuzerschiffe bewilligt zu bekommen, uim Rücktritt sich veranlaßt sah. Doch über Herrn Tirpitz' Wirken schwebte ein glücklicher Stern. Es gelang ihm, Lien Titel „Roon der Marine" sich zu erwerben, kurz nacheinander zwei Flottenvorlagen, Engagements von vielen Mttlionen Mark, zur Durchführung zu bringen, der Marine die Grundlage eines festen Schiffsbauprogramms zu geben. Noch fehlt aber der „Schlußstein" des Reorgani- sationsgebändes. Seine Einführung vorzubereiten, hält die Marineverwaltung die Zeit für gekommen. Der persönlichen Verständigung mit den Bundesregierungen — 1897 hatte der Marinestaatssekretär Konferenzen speziell mit den leitenden süddeutsch en Staatsmännern —, solcher Verständigung über die „Schlußaktion" bedarf es nicht mehr, da über die Grundzüge des Ganzen schon damals ein Einvernehmen erzielt und die „Taktik" im Einzelnen der Zentralstelle in Berlin überlassen wurde. Es bleibt übrig, den anderen Faktor der Gesetzgebung, den Reichstag, von der Notwendigkeit der Einführung des ,/Schlußsteins" zu überzeugen, und zwar, die es zunächst angeht, die Mitglieder der Budgetkommission. Man hat den Weg der Informationsreise an die Wasserkante gewählt. Schisfsbesichtigungen, Fahrten in See, Schießübungen, Werftbesuch — alles ist auf dem Programm vorgesehen. Und damit das Angenehme mit dem Nützlichen sich verbinde, soll schließlich ein Dampfer der Hamburg-Amerika-Lmie die Kommissionsmitglieder — auch ein Mitglied der Freisinnigen Volkspartei ist geladen, dagegen kein Sozialdemokrat — zur Teilnahme an der vorläufig vertagten Flottenparade nach Spithead führen. Das dort in Vertretung der deutschen Marine anwesende Panzerschiff wird beiläufig in Bezug auf Modernität von den Repräsentanten anderer Marinen übertroffen. Daß solche Informationsreisen nicht immer zum gewünschten Ziele führen, hat die Besichtigungsfahrt der Mitglieder der preußischen Kanalkommission in den rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk gezeigt. Der parlamentarischen Flottenschau denselben, also negativen, Erfolg vorherzusageiH wäre übereilt. Gleichwohl dürfte nicht gerade Vertrauensseligkeit auf feiten der Marineverwaltung, wie d er Verbündeten Regierungen überhaupt, obwalten. Es verlautete, daß die neue Marinevorlage ein Linienschiffsgeschwader für den Auslandsdienst fordern werde. Tie technische Sette der Sache, die insofern ein Novum darstellen würde, als Linienschiffe bisher nur ausnahmsweise über See — in China — Verwendung fanden, soll hier unerörtert bleiben. Wichtiger erscheint Die Angelegenheit in politisch^-parlamentarischer Hinsicht. Tie „Nordd. Allg .Ztg." verkündet zwar, daß die Vermehrung der Auslandsflotte voraussichtlich erst in der übernächsten Reichstagssession (1904/05) beantragt werden wird. Trotzdem wird man mit der Möglichkeit einer früheren Einbringung rechnen müssen, denn die „Voraussicht" findet in diesem Falle eben ihre Schranke in etwa eintretenden politischen Ereignissen. Es wäre wohl auch nicht zweckentsprechend, jetzt eine parlamentarische Informationsreise zu veranstalten im Hinblick auf eine, wie es heißt, erst in zwei Jahren zu erwartende Vorlage. UebrigenA schrieb im Herbst 1899 ebenfalls die „Nordd. Allg .Ztg.", von einer Erweiterung des damaligen ersten Flottengejctzes könne keine Rede sein, und fast unmittelbar darauf erschien die Novelle zum Flottengesetz. Zudem ist auffällig, daß der „Reichsanzeiger" heute in dieser Angelegenheit schweigt. Toch wie dem auch sei — durch Die Jnsormationsfahrt der Mitglieder der Buogetkommission ist die „Flottenkampagne" eröffnet. Sie dürfte „in Permanenz" bleiben, bis die Vorlage selbst da ist. Deutsches Keich. Berlin, 24. Juni. Aus Brunsbüttelkoog wird gemeldet: Der Kaiser ist heute abend an Bord der Dacht „Meteor hier eingetroffen, begab sich sofort an Bord der „Hohenzollern", und setzte alsbald die Fahrt durch den Kaiser Wilhelm-Kanal fort — Der Kaiser hat aus Anlaß seines kürzlichen Aufenthaltes in Mörs dem dortigen Krankenhause Bethanien aus seiner Privatschatulle 5000 Mark überweisen lassen. — Gestern nachmittag hat eine vertrauliche Besprechung des preußischen Staatsministeriums stattgefunden. Minister Budde wohnte derselben bei Die Angaben in der Presse, wonach Beschlüsse über die Ressort-Veränderungen des Bauwesens gefaßt sein sollen, hält die „Nat^ Ztg." für unbegründet. Soviel das Blatt weiß, wäre diese Frage, als der Rücktritt des Ministers von Thielen feststand, erörtert worden, worauf die damals erwähnte Annahme beruhe, daß die Absicht, die Wasserbau-Verwaltung mit dem landwirtschaftlichen Ministerium zu vereinigen, wieder ausgenommen sei. Tie „Nat.-Ztg." glaubt, daß gegen die verschiedenen in dieser Beziehung gemachten Vorschläge neue Bedenken entstanden seien, die noch nicht erledigt sind.. — Reichskanzler Graf Bülow empfing heute den Staatsminister v. Thielen zu längerem Besuche. — Tie „Nat.-Ztg." hort, zum Präsidenten des preuß. Oberverwaltungsgerichts sei der Ministerialdirektor im Ministerium des Inneren Peters ernannt worden. — Zu der erstrebten Verdeutschung polnischer Familiennamen wird der kathol „Germ." aus Posen geschrieben: Es werden hier schon seit langen Jahren Gesuche um Namensänderung von Polen oder von Deutschen mit polnischen Namen mit geradezu unheimlicher Schnelligkeit berücksichtigt. Wer d en amtlichen Regierungsanzeiger der östlichen Provinzen verfolgt, wird finden, daß jährlich viele Hunderte polnischer Namen in deutsche umgewandelt werden, und zwar — fteiwillig auf Antrag der Betreffenden, und das schon seit Jahrzehnten. Selbst die Gesuche vier- und sechsjähriger polnischer Kinder um deutsche Namensänderung werden außerordentlich schnell berücksichtigt. So beantragten im Oktober v. I. im Kreise Bromberg ein vierjähriger polnischer Knabe und seine Schwester, die bei einem deutschen Lehrer in Pflege waren, Namensänderung, die sofort gewährt wurde. Uebrigens muß man sich sehr wundern, daß sich Deutsche, wie der Mitredakteur der „Tägl. Rundschau" in Berlin, General v. Boguslawski, noch immer nicht Gottlob er, der Landwirtschaft^ minister v. P o d b i e l s k i nicht Unterweißer, der Oberlandesgerichtspräsident v. Gryezewski in Posen nicht Buchweizen, der Staatssekretär Posadowsky nicht Setzling nennen. Tie hohen Beamten sollten doch alle mit gutem Beispiel vorangehen. Der Oberbürgermeister von Posen, Witting, hat ja auch seinen polnischen Namen Wittkowski abgelegt — Ter „Post" wird von maßgebender Sette bestätigt, daß die Schleifung der Festung Köln nie zur (£j> örterung gestanden hat, und daß der Gedanke an eine solche Möglichkeit sogar völlig ausgeschlossen erscheint Es handele sich in Wirklichkeit nur um Verhandlungen zwischen dem Militärfiskus und der Stadt betreffs des Verkaufes der Stadtumwallung an letztere, und diese Verhandlungen haben noch zu keinem Ergebnis geführt Schleswig, 24. Juni. Bei Der heutigen Landtagsersatzwahl im Wahlbezirk 6 (Schleswig) wurde mit 114 von 212 abgegebenen Stimmen Land rat v. Atten in Schleswig gewählt Der Gegenkandidat, Amtsvorsteher Fintzen in Brelling erhielt 98 Stimmen. Kiel, 24. Juni. Tie ReichstagSabgg. Graf Stolberg» Wernigerode, Graf Oriola, v. Thiede mann und Dr. Bachem sind hier eingetroffen und machten auf Einladung des Staatssekretärs v. Tirpitz eine kurze Fahrt an Bord des Kreuzers „Niobe" in See. Düsseldorf, 24. Junt Heute fand die Schluß» sitzung des Internationalen Arbeiter-Versicherungskongresses unter Vorsitz des Staatsrats Steiger-Bern statt Unter anderem wurde die Erwetterung des permanenten Komitees beschlossen, sowie die nächste Tagung im Jahre 1905 in Wien abzuhalten. Dresden, 24. Juni. Heute wurde in der katholischen Hofkirche zum Gedächtnis König Alberts ein feierliches Requiem abgehalten, dem der gesamte Hof und alle noch anwesenden fremden Fürstlichkeiten beiwohntem — Ferner fand heute in Gegenwart des Ministers des Königlichen Hauses die Eröffnung des Testaments des verstorbenen Königs statt Tas gesamte Privatvermögen bis zu bret Viertel, einschließlich der Schlösser, geht in den Besitz der Königin Car ola über. Zahlreiche letzte Liebesspenden an die Dienerschaft und die Königlichen Hvf- beamten in Höhe von 500 000 Mark sind vorgesehen. Tas Befinden der Königin Carola ist auch heute anhaltend unbefriedigend. Ter Landtag tritt am 7. Juli zu einer zehntägigen Tagung zusammen. — Präsident Graf Ballestrem hat gestern abend an der Bahre des Königs Albert einen Lorbeerkranz mit Edelweiß und folgender Widmung auf den in den deutschen Farben gehaltenen Bändern persönlich niedergelegt: „Dem hohen Bundesfürsten, dem letzten der siegreichen Heerführer aus großer Zeit, „Seiner Majestät dem König Aldert von Saaffen" in tiefster Verehrung und unauslöschlicher Tankbarkett im Namen des deutschen Volkes der Deutsche Reichstag." -J 1 ■— Ausland. L on d on, 24. Juni. Nach Telegrammen aus Washingvon und Newyork vom 23. ds. ist der Friede in Columbten wiederhergestellt. Tie Friedensverträge sind seitens der Regierung vom Kriegsminister Cvncha, seitens der Aufständischen von Sota y Vargas Santos unterzeichnet. Tie Regierung erließ eine allgemeine Amnestie für politische Verbrechen. Ter Senat nimmt heute die Beratung des Antrages Rolland betreffend die Einführung der zweijährigen Dienstzeit, wieder auf. Vicomte de Montfort wendet sich gegen die Herabsetzung der Dienstzeit. Der Gedanke des Volkes in Waffen, sagt der Redner, lasse sich wohl in Deutschland verwirklichen, aber nicht in Frankreich. Ter Kriegsminister Andrä verteidigt die zweijährige Dienstzeit mit großem Nachdruck. Universitäts-Nachrichten. Gingesandt. klinik u. a. Vermischtes Seltenheit. Gerichtssaal. i, da er areiien Dichter, dieser Forderung freiwillig zu entsprechen, P _____ ;k>T nnrnphpn miiilp leistete diesem Rate Folge. Irrenhaus verurteilt. L sscubach, 24. Juni. D i e R e b h ü h n e r j a g d wird sich in diesem Jahr voraussichtlich sehr ergiebig gestalten. In unserer Gegend sind Nester mit mehr als zwanzig Eiern kerne Vereins. Hier fand am Sonntag in der „Germania" eine stattliche Versammlung statt. Pfarrer Dr. Wald von Ockstadt verbreitete sich in interessanten Ausführungen über die Wahl Leo XI1L zum Pabst, wie er sie selbst miterlebt hatte. Eine (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Mage gegen den Dichter Wilhelm Jordan. Aus F r a u k s u r t a. M. wird berichtet: Dr. Wilhelm Jordan hatte unlängst, wie wir s. Z. meldeten, bei Benützung des Lifts im hiesigen Bürgerverein das Malheur gehabt, den Liftboy durch eine durch sein hohes Alter begreifliche unvorsichtige Bewegung aus d e m A u f z u g e z u w e r f e n. Glücklicherweise kam er aber ohne Unfall dabei davon. Ter junge Alaun hatte aber Verletzungen er- htten und klagte auf Zusprechung von 2 0 0 0 Mark! Sch ad en- . * Duelle in Ungarn. In Ungarn sind die Duelle '. von Amtspersonen wieder auf der Tagesordnung. . Dieser Tage fand in ^olnok vor den Geschworenen eine Verhandlung in einem Mordprozeß statt. Der Staatsanwalt Dr. Joseph Hattyanyi geriet im .Verlaufe seiner Rede mit dem Verteidiger Dr. Geza Kereke s so hart aneinander, daß ein Duell aus dem Wortwechsel resultierte. Dasselbe fand dieser Tage auf Sabel statt. Der Staatsanwalt wurde nicht unerheblich verletzt. Ferner fand zwischen dem Vicegespan des Neutraer Comttats Julius Markhos und dem Journalisten Emerich Seres wegen eines Zeitungsartikels ein Säbelduell statt, in welchem Seres ui der Magengegend s ch w er v e r w und et wurde, während Mark- Hos an einem Finger eine Verletzung erhielt. Amtsgericht Gießen. , „ . . , ' ** Stadtbaurat Schmandt, der Letter unseres i Stadtbauamtes, verläßt, wie wir hören, am 1. Oktober: d. I. unsere Stadt, um bei einer Kölner Privat-Baugefellschaft < die Stelle eines Direktors zu übernehmen. ** Das 4. Abonnementskonzert findet am Donnerstag, 26. Juni, abds. 8 Uhr in Steins Garten statt. ■ ** Besitzwechsel. Tie, derverw. Frau Häuser-Klern- Linden, gehörigen Grundstücke in der Frankfurter Straße hier, sind an den Bauunternehmer Georg Pfaff, hier, für den Preis von 38 000 Mark übergegangen. -L- Gelände-Erwerb. Die Getreidefirma Goldenberg und Markus und Gebrüder Rosenbaum, beide in Gießen, kauften von Gebrüder Weber, den Besitzern der sogenannten Kracheburg in der Neuen Baue, 3000 Quadratmeter Gelände für den Gesamtpreis von 60 000 Mark. Tas Grundstück ist zwischen her ehemaligen Schlesingerschen Besitzung iind der Margarethenhütte mtt der Längsseite am neu angelegten Weg der am Güterbahnhof hmführt, gelegen und soll mit Getreidespeichern bebaut werden. ** V e r h a f te t wurde vor einigen Tagen Bürgermeister Möser von Bobenhausen im Vogelsberg wegen Verbrechens imAmt. Es soll sich dabei um Urkundenfälschungen handeln, die längere Zeit zurückliegen, und zwar um angebliche Aenderung von Zahlen zweier Holz- versteigerungs-Beträge, wobei eine Bereicherung von ca. 7 Mark stattgefunden haben soll. — Der Verhaftete ist als wohlhabender und angesehener Mann bekannt. Seme ^n- • ' Haftnahme erregte in der Provinz em gewisses Aufsehen. ♦* Blumenpflege in der Schule. „Künstlerische Erziehung der Jugend", das ist eine pädagogische Forderung, die heute vielfach und mit Lebhaftigkeck an die Jugenderzieher gestellt wird. Bildung des ästhetischen Gefühls durch Anschauung und Pflege des Schönen gilt als emer der wichtigsten Faktoren der sittlichen Erziehung. An vielen Orten ist man darum eifrigst bemüht, durch den Unterricht, durch entsprechende Ausschmückung der Schulräume, durch Anlegung von Blumengarten diesen Forderungen gerecht zu werden. In - einem sehr lesenswerten Aufsatz der Harden'schen „Zukunft" wurden freilich neulich nicht mit Unrecht einige Bedenken gegen Ueberhastungen und Uebertreibungen nach dieser Seite hin laut. Zweifellos aber außerordentlich erfreulich ist eine Einrichtung, die man in der hiesigen Mädchenschule nach dem Vorbild anderer Städte ganz im Stillen getroffen hat. Dank der hochherzigen Spende eines hiesigen Bürgers ist es der Mädchenschule ermöglicht worden, aus den hiesigen (Gärtnereien 600 Flor- und Blattpflanzen zu erwerben. Alle Exemplare, darunter eine große Anzahl von Palmen, Dracenen, Aralien, Begonien, Clivien u. dgl., sind im besten und zum großen Teil blühenden Zustand. Am Montag sind die Blumen und Blattpflanzen an die Schülerinnen der beiden letzten Schuljahre zur Pflege gegeben worden. Jedes Kind erhielt drei Exemplare mit einer Anweisung über Behandlung derselben. Nach den Herbstferien (Ende September) werden die Blumenstöcke wieder eingesammelt und eine Prämiierung für sorgfältige Pflege vorgenommen. Als Prämien sind Topfpflanzen und Gerätschaften für Blumenpflege in Aussicht genommen; die jetzt ausgeteilten Pflanzen bleiben selbstverständlich Eigentum der Schülerinnen. — Die Thatsache, daß die Mädchen die Stunde der Verteilung kaum erwarten konnten, und die herzliche Freude, die während derselben auf aller Antlitz zu lesen war, bieten die beste Gewähr, daß man mit dem Unternehmen ein innerhalb der Interessensphäre des kindlichen Gemüts liegendes Gebiet betreten und erworben hat. Diese Ueberzeugung läßt auf eine sorgfältige Pflege hoffen. Außerdem wird i|.e neue Einrichtung auch geeignet sein, Schule und Elternhaus näher zu bringen. Dem edlen Spender und den der Schulleitung freundlichst entgegenkommenden Gärtnereien gebühtt herzlicher Dank, und der Sache selbst sei wettere Ausdehnung und bester Erfolg gewünscht. **JnAmerikaverstorbeneHessen: In Brooklyn, N. Y., Frau Marg. Steuernagel, geborene Wiesenecker, aus Tarmstadt. In 1116 Prospekt Str., Erie, Pa., der aus Flomborn, Hessen-Darm,ladt, gebürtige Christian Guelcher,im beinahe Vollenbeten 63. Lebensjahre, in Pitts bürg, Pa., P. Gregor Maria, O. M. Cap, Vikar der deutschen St. Augustinus-Gemeinde, Louis I. Stremmel, in Newyork, in 294 Webster Ave., Jersey City Heights, N. I., tz e i n r i ch K l ö b e r, zu Newport, Ky., Peter Michaelis. Obermörlen, 24.Juni. Einführung des Volks- Forderung zum "em HM *n| et ml.a, Schluß und es ließen sich lob Flanner in oen verein uuj T,er Dampfer wurde streng tfohert. nehmen. . r | * Humor im Gymnasium. Aus Diktaten und Mainz, 24. Juni. Die erste Mitgliederversammlung ^^ätzen, die aus einem Gymnasium stammen, teilt die der Gutenberg-Gesellschaft wurde heute Mittag unter Volksztg." folgende Aussprüche mit: In einem dem Vorsitze des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Gaßner im Quartaneraufsatz über einen Schülerausflug stand zu lesen: Ratbaussaale abgehalten. Nach Erstattung des Jahresberich- Mittag bekamen wir Kartoffeln und Rindfleisch, unsere tes des Herrn Dr. Oppenheim hielt Herr Prof. Velke einen Lehrer begnügten sich mit etwas Besserem Aus einem heifällia aufaenommenen Vortrag über die Aufgaben und Aufsatz über den Rhein als Blld des menschlichen Lebens, derungen zum Bettritt waren von unerroartet großem Erfolge mij. 0bem’ Bogen des Rheines bei Basel ver- beglettet. Die Beitrittserklärungen erfolgten aus allen Tei- pichen läßt." Unsreiwllligen Humor verrät auch folgende len der gebildeten Welt. Die Gutenberg-Gesellschaft hat fetzt Schillerantwort: „Nach welchem Kalender rechnete mau 613 Mitglieder, darunter 27 Stifter mtt einem einmaligen Lnrömischen Kaiserzeit?" — „Nach dem Julianischen!" Beittaq von 300 Mk. Das Vermögen beläuft sich auf 12 369 I „Welchen Kalender aber haben toir?" — ,,Ten Lahrer Mark. In den Ehren-Ausschuß wurden gewählt: I. Hinkenden Boten." " ^^^m Nemeischen ^owen er^chlle Baensch-Drugulin, Vorsitzender des Deutschen Buch- ein Sextaner: „Er hatte schon viele Menschen und andere drucker-Vereines, Leipzig; L. Delisle, Admmistrateur gö- Ochsen Lerriften. .... neral de la Bibliotheque Nationale, Paris; E. Döblin, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, Berlin; Prof. Dr. K. Dziatzko, Geh. Regierungsrat, Director der Unioerfttäts-Dibliothek, Göttingen; Boris Fürst Galitzin, Director der Kaiser!. Staatsdruckerei, St. Petersburg; Dr.O. Hartwig, Geh. Regierungsrath, Marburg; F. Jasper, Buchdruckereibesitzer, Wien; Dr. G. von Laubmann, Geh. Rat, Director der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek, München; E. W. B. Nicholson, librariar of the Bodleian Library, Oxford; Dr. G. Frhr. Schenk zu Schweinsberg, Di- rcctor des Großh. Haus- und Staats-Archivs, Darmstadt; Dr. K. Schorbach, Bibliothekar, Straßburg; Dr. P. Schwenke, Abteilungsdirector an der kgl. Bibliothek, Berlin; Dr. Th. Toeche-Mittler, kgl. Hofbuchhändler, Berlin; Th. L. de Vinne, Buchdruckereibesitzer, New-Pork; Dr.L. Volkmann, Vorsitzender des Deutschen Buchgewerbe- — AmJubiläumstaae des GermanifchenMu- Vereins; jLeipzrg; W. Z°chriss°Buchdrucker-ib-sitzcr, Ig«“^Xe’«et.e°w«iner ch w'ei! Göteborg. z e r s in d u n d b l e i b e n w i r D eut s ch e." Diese Rede erfuhr ** Kleine Mittellunaen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. I m den Zeitungen der französischen Schweiz scharfen Tadel, auch Nacb einer Meldung aus Kassel treffen die jüngeren faifer* einige Blätter der deutschen Schweiz mißbilligten sie. In der Nacht einem Spaziergänge, den er bis Laubenheim ausgedehnt 5>en verwundet. Verschiedene Manifestanten wurden verhaftet. hatte, verloren haben. — In St. Louis ist Herr August Rostock. Die philosophische Fakultät der Universität ernannte Manew al, ein im ganzen Westen befannter Pionier des den Tichter Heinriich Seidel in Groß-Lichterfelde der Berlin fabrikmäßig betriebenen Backer gewerkes, gestorben. August anläßlich seines 60. Geburtstages (geb. in xerlm in Ucemenburg Mauewal war am 27. September 1849 in Gro.ß-Um- am 25. Juni 1842) zum Dr. honoris causa. . rn lam er E°^en^-nnach Ä. Am Kenten taÄ »Äute Tie Würde eines Doctor of ietters -er- Leben nahm Herr Manewat schon fttthzeitig teil; den Bürgerkrieg machte er unter General Sigel mit. — Zu der «r.rcde und Sckule. ^rmonie"m Reis'nrch°en^"t°erÄhn^da^man^unter Darmstadt, L4. Juni. Nachdem der seicheriae erste Stadt- bÄnnet«^en ke9e|ret en des Astznges den » kirchener Kriegerverem vermißte. Dom @r Oberkonsistorium Herr Pfarrer Veite zum ersten Geist* Heben der evang. Stadtgemeinde Darmstadt, der den Vorsitz tm •• Der Kunstmaler Otto Fritz hat hier einen Kunstverlag Kirchenvorstand der Stadtgemeinde, im Gesamtkirchenoorstand und begründet und eine Anzahl von Gießener Ansichtspoltkarten heraus- im Pfarrkollegium zu führen hat, bestimmt. aeaeben, unter denen die zur Erinnerung an die Immatrikulation Dem Oberkonsistorialrat und Supermtendenten der Superin- des 1000. Gießener Studenten die beachtenswerteste ist. Sie zeigtI tendentur Mainz, D. Karl Walz tn Tarmstadt, ist die -a.urbe bie Aula und die Portraicköpfe Sr. Magn. des Rektors Prof. eineä Prälaten der evangelischen Kirche des Großherzogtums ver- Dr. Hansen und des 1000. Studenten, etud. med. ©imonö. I liefen roorben. Anbere Karten bringen die Portraits der Professoren Geh. Rat --------- Dncten, Groos, Sievers, Pfannenstiel rc., zeigen die Frauen- — Von nationalistischer Sette wird der Kammer noch im Laufe dieser Woche ein Gesetzentwurf zugehen, der bezweckt, die fremden Arbeiter mit einer Steuer zu belegen. Ein ähnlicher Vorschlag war bereits früher gemacht, von der radikal sozialistischen Mehrhett jedoch ab- gelehnt worden. , , , Wien, 24. Fmtt. Der „N. Fr. Pr." zufolge wurde der ungarische Ministerpräsident amtlich davon in Kenntnis gesetzt, daß Oesterreich die Handelsvertragse kun- digeu wolle. Nach den Besttmmungen des Zoll- und Handelsbündnisses haben die beiden Regierungen über den weiteren Vorgang sich ins Einvernehmen zu setzen. Diese Verständigung muß binnen sechs Monaten erfolgen. Andernfalls muß die gemeinsame Regierung, wenn Oesterreich einen solchen Schritt verlangt, die Verträge kündigen. Nach Ansicht des Blattes hängt der wettere Vorgang davon ab, ob die beiden Regierungen die Schwierigkeit des Ausgleichs überwinden oder nicht. Die „Neue Freie Presse" sagt: Nach dem von Oesterreich unternommenen Schritt wird Ungarn nunmehr mit voller Offenheit zu erklären had^n, ob es die Zollgemeinschaft oder die Zolltrennung von Oesterreich wünscht. . , .. Petersburg, 24. Juni. Ter „Regierungsbote" veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers an den Minister sur volksaufklarung, Senger, welcher verschiedene Anordnungen über die Umgestaltung der Mittel- und.Hoch- schulen enthält. Unter anderm sollen in den Residenzen nnb den Gouvernementsstädten bei den Mittelschulen all* mählig Internate errichtet werden. Auch die Frage der Gehaltsaufbesserung der Lehrer und Erzieher soll geprüft w erden. Aus Stadt und Zand. Gießen, den 25. Juni 1902. •* Ernannt wurden die Schreibgehilfen Otto Stier und Ernst Rumpf in Gießen zu Registratoren bei dem * London, 24. Juni. Tie Versuche des Luftschiffers Gruß an die Kanalisation. Mellin mtt seinem lenkbaren Luftschiff sind, wie Wenn dem Klingelbach zu Ehren bettcktet wird vollständig gelungen. Mellin wird in Gestern schone L^fe klmigen, den Nächsten Tagen einen neuen Aufftreg unternehmen und »j* m« hofft dann sämtliche bisher gemachten Rekords, emschließ- ^er richtig stellen rnöcht' bch lich derjenigen Santos Dumonts, zu schlagen. Einen Fehler bei der Sach': *London,24. Juni. Dr. Oswald Wach ter, fett Uebel riechts in Gießen freilich, 35 Jahren Professor des Französischen und Deutschen un Doch nicht blos vorn Klingelbach! College von Malvern in Worcesterfhire wurde heute früh Unb was Manchem droht als Schrecken — 5,PS SS StipÄSÄ em Ende gemacht. Wachter war in letzter Zeit leioeno Nächtlich Tiefen aufzudecken gewesen. , . . „ Und mit Eimer dann und Stangen Paris, 24. Juni. Die aus Martinique zuruckge- Pestilenzgeruch zu wecken, kehrte amtliche Kommission erklärte einem Berichterstatter- Der durch alle Fugen dringet der nördliche Teil der Insel sei für Ackerbau und Unb ben Schläfer nachbarlich Industrie als vollständig verloren anzusehen. Solche Luft zu atmen zwinget - Ter Direktor der „Caisse ®en6rate des Sülles" erklärte Unentnnnbar, su-cht-rlt^I einem Interviewer, die Attiven der Gesellschaft bettagen ^uc9 ctn * Paris, 24. Juni. Infolge großer Hitze wurden @emeinbe durch diese lästigen Haufen nur noch m einer gestern mehrere Personen vom Sonnenstich betroffen; eine ggagenfpur fahrbar sind, fo wäre es sehr erwünscht, wenn die Person blieb tot Kresswegekommission diese unhaltbaren Zustande bald beseittgte und * Ma drid, 24. Juni. Aus Allariz (Prov Orense) mtt der Herstellung der Chaussee endlich begänne, wird heule über ein furchtbares Unwetter benchitet. Der ^ ehrere Anwoh Blitz schlug während der Messe in eine Kirche ein zerstörte sie, 25 Personen wurden hierbei ged IlMdUMtsHüft. tötet und 30 verwundet. x gjihba, 23. Juni. Mit dem Eintritte besserer Witterung * Aus der Schw eiz, 24. Ium. Vom H^tel ',Riffel- nun Qud) bie Heuernte hier und in der ganzen Unigegend Alp" bei Zermatt war em Kammrohr ans die Drähte y Anfang genommen Das Heugras steht teilweise besser, als elektrischen Gornergratbahn gefallen und hängen geblieben. I $ &ec ^aßtalten Witterung des vergangenen pruhiahrs gemäß Ter Lotelvortier wollte das Rohr beseitigen, aber kaum I allgemein erwartet wurde. Namentlick) sind es die hoher gelegenen hatte er es berührt, als er tot zu Boden stürzte. — Bei trockenen Wiesen, die eine viel bessere Ernte liefern, als m früheren KSÄÄ": ............... -» m Mctzgermeister aus Thujis stieß mtt seinem Gefährt an : die Steinbrüstung der Brücke und wurde infolge des An- ; pralles aus dem Wagen heraus und in den Rhein hin- ' abgeschleudcrt. Das reißende Wasser schwemmte den - Leichnam fort, der noch nicht gefunden wurde. * N e w y o r k, 24. Juni. Mexikanische Berichte melden: Der deutsche Militär-Attache Bartels hatte em Duell mit dem Militärkommandanten von Acapulco, Oberst v. Gilm er. Letzterer ist tot, Bartels schwer verätzt. Tie Bostoner Krankenwärterin Jane Doppan bekannte, 3 1 ihrer PatientendurchGi f t um g e bracht und vielfach B r ä n d e a n g e 1 e g t zu haben. Ihre Kennt- nueu uuu ttuytc ut4| ----- uls von Gift ift derart, daß sie Jahre lang unentdeckt ihr Ersatz. In der Verhandlung über ben r^all riet der Richter bern Treiben fortsctzen konnte. Tas Äiotiv dieser Handlungen greifen Dichter, dieser Forderung freiwillig zu^enyprechen, do-er ist unerfindlich sie wurde deshalb zu lebenslänglichiem sonst mit einer Verurteilung gegen ihn vorgehen mufie. Jordan Telephonischer Kursberichte Frankfurt a. Hl., 25. Ium Harpener Der vom . 211.60 . 185.30 . 137.10 . 146.80 . 156.70 . 151.50 . 18.40 . 169.90 . 205.50 . 196.50 W/o 3% 3V.O/0 3% 3l/2% 3x/a% 3u/o Mexikaner , . 4Va /o Chinesen . . Electric, bohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatobahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . , . . Bochum . . , » . Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. „Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdampser „Nederland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 19. Juni wohlbehalten in Philadelphia angekommen. 102.00 92.80 102.00 22.40 100.00 99.20 102.90 101.80 101.60 102.70 46.25 29.80 111*40 44.35 1902. . 25.55 . 90.80 . 104J50 ..... 177.0k Tendenz: ruhig. 4-6 Oesterr. Goldretne . . 4l/2% Oesterr. ßilberrente 4% Ungar. Goldrente . . 40/d Italien. Rente . . , 4*/2% Portugiesen . . . Portugiesen. . . . 156 O. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol -Anl. äussere Argentiner Bremen, 19. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Doppelschrauben-Tampfer „Chemnitz", Kapitän I. Jantzen, ..... Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. Reicheanleihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 25. Juni. Zweite Kammer. Au der Tagesordnung steht die Beratung der Regierungsvor läge über die Errichtung einer Hessischen Pfandbrief- und Hypothekenbank. Finanzminister Gnauth weist darauf hin, daß die drei Gesetzentwürfe über die Pfandbriesbank, die Landeskreditkasse und die Wohnungs-fürsorge für Minderbemittelte in engem Zusammenhänge stehen. Abg. Tr. Gutsleisch spricht für, Abg. K o ch gegen die Vorlage, für die er ein Bedürfnis nicht anerkennen kann. Die Vorlage wird angenommen. Einstimmig angenom m e n wird ferner der Gesetzentwurf über die Landeskreditkasse. Bei der Beratung des Gesetzentwurfes betr. die Wohnungssürsorge für Minderbemittelte äußert der Abg. Wolf Bedenken, wird aber vom Finanzminister Gncnrth widerlegt. Abg. Reinhart begrüßt die Vorlage, die ihm im allgemeinen sympathisch sei. Indessen glaube er, daß eine Inspektion, wie sie der Entwurf vorsehe, nicht ausreiche. — Fortsetzung der Beratung morgen. London, 25. Juni. Tas heute morgen IO1/2 Uhr ausgegebene Bulletin sagt, daß der König den ersten Teil der Nacht sehr unruhig und schlaflos verbrachte, erst nach 1 Uhr trat Ruhe ein. Der König ist frei von Schmerz, kein ungünstiges Symptom ist aufgetreten. Wenn man alle Umstände in Betracht zieht, kann gesagt werden, daß der Zustand des Königs ein befriedigender ist. London, 25. Juni. In dem heute erschienenen Jahresbericht der englischen Mitglieder des Direk- 1o riums der Suezkanalgesellfchaft wird festgestellt, daß von der Zahl bezw. dem Tonnengetzalt der den Kanal passierenden Schiffe im Jahre 1901: öo;t IpW zent und 57,8 Prozent auf britische Schiffe entfielen, gegen 56,2 und 57,6 Prozent im Jahre 1900 und 64,0 bezw. 66,6 Prozent im Jahre 1899. Dagegen habe dre Znhl beöw. deü Tonnengehalt der deutschen Schiffe rm Jahre 1901: WJ und 16,3 Prozent betragen, gegen 13,4 und 15,1 Prozent rnL Jahre 1900 und nur 10,7 bezw. 10,8 Prozent rm Jahre 1899^ Tie Zunahme des Verkehrs der deutschen Schiffe brld^ den wesentlichsten Punkt des Berichtes. Der Prozentsatz! der französischen und holländischen Schiffe hat etwas al>- genommen, der der russischen zeigt keine Zunahme. Lemberg, 25. Juni. Tie preußischen Behörden verlangen hiesigen Blättern zufolge die Auslieferung der tot Wreschener Schul-Prozeß zu 11/2 Jahren Gefängnis; verurteilten Frau Piasecka, die mit ihren Kindern hren her geflüchtet ist. Die Krankheit des Königs Eduard. London, 25. Juni. .Die „Morningpost" erfuhr bei einer Anfrage im Schloß um 1/2l ühr, der König liege in erfrischendem Schlafe. Ter Kräftezustand sei be- friedigend. Es seien keine zu Besorgnis Veranlassung gebenden Anzeichen vorhanden. , London, 25. Juni. Obwohl alle Bulletins sehr günstig über die Zeit nach der Operation lauten, wird man gut thun, sich nicht einem allzu großen Optimismus hinzugeben. Ter Zustand des Königs ist durchaus nickt unbedenklich, und die Namen Appendicitis und Perrtyphlr^- lis sind nur Umschreibungen eines schweren Leidens. Auch in intimen Hoskreisen macht man sich über den Zustand deÄ Königs leine falschen Vorstellungen. Ein Arzt eines Kranken-Hospitals sprach die Ansicht aus, daß überhaupt nicht an eine Krönung in dem beabsichtigten Umsange zu denken sei. Ter König wurde sogar schon tot gesagt. Berlin, 25. Juni. Ter zur Zeit in Berlin weilende Schöpser und Leiter der Heils-Armee „General" Booth erklärte gestern, er habe ein Telegramm an die Königin Alexandra gerichtet, worin er ihr mitteilt, daß die Heils- Armee für die Genesung ihres Gemahls beten werde. Wien, 25. Juni. Ein englischer Diplomat erzählte einem hiesigen Journalisten, König Eduard sei seit seiner Thronbesteigung nervös und ängstlich wegen der Krönung, da ihm hinterbracht worden sei, eine Zr- geunerin habe ihm prophezeit, er werde nie ein gekrönter König sein. Die Aeußerung habe namentlich aus die Königin einen starken Eindruck gemacht. London, 25. Juni. „Daily Mail" teilt mit, daß der Vertreter des Negus Menelik in einer Londoner Kirche ein Kreuz niedergelegt hat, damit der Zustand des Königs sich bessere. Sämtliche Blätter erkennen den Mut d eS Königs und die Kaltblütigkeit an, als er die 9loU wendigteit der Vornahme einer Operation erkannte. Die größte Frage, die ihn beschäftigte und ihm vielen Kummers machte, war die Enttäuschung der Londoner Bevölkerung. Wie noch mitgeteilt wird, soll der König, als er am vergangenen Sonntag in Aldershot war, mehreren Freunden gegenüber die Befürchtung ausgedrückt haben, daß er vielleicht die Krönungsfeier nicht erleben werde. An diesem Tage hatte der König einen starken Erkältungs- Anfall, der eine schwere Darm-Entzündung zur Folge hatte. — Tas Blatt ,Fancet" erklärt, daß bisher keinerlei Komplikationen der Operation gefolgt find. In der Stadt lausen die verschiedensten Gerüchte über den Zustand des Königs um. Die Beamten und Besucher des P