Nr. 71 Erscheint tSgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- kälter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Unwers.-Buch-u.Slem- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schalstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.51. Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Dienstag 35. März 1903 Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gietzen -'•50 0 M t' Bezugspreis: monatlich 7b Pf., viertel^ jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Pf.; durch! die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg., Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr.! Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wtttko; für. ,Stadt und fionb* unbj .Gerichtsjaaf:R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Wem daran liegt, möglichst rasch und vollständig über alle wichtigen polnischen und wirtschaftlichen Fragen unserer Zeit orientiert zu werden durch tägliche Original-Telegramme und Korrespondenzen, -Leitartikel, politische Uebersichten, provinzielle und vermischte Nachrichten, wer insbesondere über die bevorstehenden Zoll- tarifverhan-lrmgerr im Reichstage objektiv und eingehend unterrichtet sein will, der abonniere auf den Gießener Anzeiger, die weitaus größte und bedeutendste Zeitung der Provinz Oberhesien, die auch in der kommenden Parlamentszeit wie bisher ein besonderes Parlamentsblatt erscheinen lassen wird. Unsere bisherigen Abonnenten bitten wir infolge des bevorstehenden Quartalswechsels um rechtzeitige Erneue- rnng des Abonnements, wobei wir darauf aufmerksam machen, daß sämtliche Brief- und Landbriefträger in der Zeit vom 15.—25. März Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegennehmen. In den Orten, für die wir einen eigenen Botendienst eingerichtet haben, beliebe man sich an die Ausgabestellen zu wenden. Drlrannlmnchung. Betreffend: Maul- und Klauenseuche. Nachdem in unserem Kreis die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, setzen wir hiermit unsere unterm 31. Jan. l. I. getroffenen Anordnungen, wonach: 1. Klauentiere, welche aus dem seuchenverdächtigen Tell des Kreises in den seuchenfreien eingeführt werden, einer 7 tägig en Quarantäne unterliegen. 2. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen untersagt ist, mit Wirkung vom 1. April L I. außer Kraft. Gießen, den 24. März 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Hessischer Kaudtag. Erste Kammer der Stande. D a r m st a d t, 24. März. Am Regierungstisch: Staatsminister Rothe Exc., Justizminister Dr. Dittmar ®$c., Finanzminister Dr. Gnauth Exc., Geb. Staatsrat v. Krug, Ministerialräte Dr. Becker, Breidert und Dr. Eisenhut. Präsident Graf Schlitz gen. v. Görtz eröffnet die Sitzung um 91/2 Uhr, teilt die Warnen der entschuldigten Mitglieder mit und ersucht die Ausschüsse, ihre Präsidenten und dessen Feuilleton. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Monatsschrift „Nord und Süd", Breslau, Schlesische Verlags-Anstalt v. S. Schottlaender, die in diesem Vierteljahrhundert ein bedeutsamer Faktor in unserem litterarischen Leben gewesen, und bis heute geblieben ist, haben Herausgeber und Verleger dem April-Heft, das die Zahl 301 trägt, und den 26. Jahrgang eröffnet, den Charakter eines Jubiläumsheftes gegeben; das in ferner Idee, durch die Art der Beiträge, die Persönlichkeiten, die sich hier ein Stelldichein gegeben haben, um eine gemeinsame Erinnerungsfeier zu begehen, in der Zeitfchriftenlitteratur kaum seines Gleichen haben dürfte. Ter Herausgeber hat die ältesten Mitarbeiter, die des ersten Jahrganges, eingeladen, an derselben Stelle, an der sie vor 25 Jahren ihre Stimme erhoben hatten, wieder einmal das Mort zu ergreifen. Und die alten Herren sind erschienen, freundliche Begrüßungsworte in Vers und Prosa, kernige Sprüche, Erinnerungsblätter, geistreiche Plaudereien, gediegene wissenschaftliche Abhandlungen und reizvolle Erzählungen spendend. Ter Herausgeber Paul Lindau macht den Anfang indem er, einen Blick auf die Zeit von 1877—1902 werfend, und der Wandlungen die,er Periode in Litteratur und Kunst gedenkend, das Verhältnis zwischen den Alten und Jungen beleuchtet, wobei er, indem er das Recht der Jugend versiebt, bekundet, daß er selber zu den Alten gehört. Tann geht Hans Hopfen in einem kraftvollen Gedicht mit der Gegenwart, scharf ins Gericht, bekennt sich aber in dem versöhnlichen Schlüsse zu dem Wunsche, noch recht gern weitere 25 Jahre auf dieser „schönen Erden" leben, lesen und schreiben zu wollen. — Eine türkische Geschichte, in welcher Frauenlist einen Sieg davonträgt, erzählt Rudolf Lindau. Der Philosoph und Aesthetiker Kuno Fischer bat einen wertvollen Beitrag mit seiner Abhandlung über „Goethes Satanologie im Faust" beigesteuert; Wilhelm Jensen richtet an den Herausgeber Paul Lindau eine formvollendete Epistel. Adolf Wilbrandt läßt in einem Gespräch jeinen alten Freund Scävola, den er vor 25 Jahren in „Nord und Süd" einführte, wieder zu Worte kommen und seinem nationalen Empfinden im Gespräch mit einem jugendlichen Alldeutsä)en zündenden Ausdruck geben. Eduard Hans- lrck hat ein hübsches Erinnerungsblatt gespendet. Paul Heyfe widmet seinem Hündchen „Flock" ein Gedicht. Ter Straßburger Professor G. G e r l a n d behandelt einen inter- Stellvertreter zu wählen. Zunächst schreitet das Haus zur Wahl zweier neuer Mitglieder des ersten Ausschusses für die Mitglieder Frhrn. v. Starck Exc. und Gey. Juftizrat Dr. Weber, an deren Stelle Fürst von Solms-Hobensolms- Lich und Geh. Rat Hallwachs Exc. gewählt wewen. Sodann tritt das Haus in die Beratung des Voranschlags für 1902/03. Im Großen und Ganzen wird den Beschlüssen der zweiten Kammer beigetreten, Differenzen machen sich nur bei wenigen Kapiteln geltend. Bei Kap. 31: Gendarmerie, tritt man dem Beschlüsse zu dem Anträge Ulrich, die bestehenden Offiziersstellen aus den derzeitigen Inhaber zu beschränken, nicht bei. Ebenso schließt man sich nicht dem Ersuchen der zweiten Kammer an, das Arbeitshaus Dieburg unter die Justizverwaltung zu stellen, nachdem Staatsminister Rothe erklärte, daß die Stellung dieser Anstalt «umter die Justizverwaltung zwar wünschenswert, aber nach dem Stairde der Gesetzgebung nicht möglich sei. Bei Kapitel 36: Landesuniversität, hat die zweite Kämmer die Regierung ersucht, die Umwandlung der außerordentlichen Professur sür Geographie in eine ordentliche vorzusehen. Dazu spricht Geb. Justizrat Professor Dr. Schmidt und stellt einen Antrag dahingehend, die Regierung wolle diese Umwandlung erst auf Befürwortung der Universität selbst vorseheu. Des weiteren berührt er die Gehaltsfrage der außerordentlichen Professoren (2500—1000 Mk.), die nach oben hin zu eng begrenzt sei. Der Antrag Schmidt wird angenommen. Ferner tritt das Haus nicht bei dem Beschlüsse zum Antrag Dr. David, die Ausgaben sür die Vorschulen an Swmnasien und Vorschulen zu beseitigen, ebenso nicht den Abstrichen in den Ausgaben sür die tzosbibliothek und das Landesmuseum. Bei Kapitel 75: Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft, wird der Antrag angenommen, die Regierung zu ersuchen, über die Verwendung der für die Viehzucht genehmigten Staatszuschüsse einen eingehenden Bericht zugänglich zu machen, aus wellchem die Ueber- weisung an die einzelnen Provinzen und die bedachten Viehzüchter ersichtlich ist und in dem Nachweise über die erzielten Erfolge enthalten sind. Auch dem Abstrich von 3000 Mark bei Kapitel 102: Kataster, sür die Landesaufnahme wird nicht beigetreten, ebenso wie dem Beschlüsse auf den Antrag Diehl, Einfuhr von Zuchtsohlen aus Rheuipreußeu betreffend. Weiter stellt die Majorität des Ausschusses zu Kapitel 123: An- und Verkauf von Staatsdomänen, den Antrag, sür das Gelände in Bad Nauheim, das an die Postbehörde veräußert werden soll, 15 Mark pro Quadratmeter anstatt der von der zweiten Kammer genehmigten 20 Mark festzusetzen. Geh. Kommerzienrat Michel als Berichterstatter und Vertreter der Minorität spricht für deren Antrag, dem Beschlüsse der zweiten Kammer beizutreten, den das Haus auch annimmt. Weitere Differenzen zwischen den beiden Häusern des Landtags waren nicht vorhanden. Nach Erledigung des Budgets tritt das Haus in die Beratung des Flnanzgesetzes. Freiherr von Hehl zu Herrnsheim betont, daß bei einer Reform des Steuergesetzes man auf die benachbarten Staaten, zunächst Preußen, und deren Steuersätze Rücksicht nehmen müsse. Der Vorschlag, wie ihn die zweite Kammer gemacht, auf prozentualen Zuschlag für das Vermögen, sei nicht zu billigen, da der Besitz allein nicht maßgebend fei für die Belastung des Steuerzahlers. Auch könne er sich nicht mit dem Vorschlag einer Mobiliarbesteuerung befreunden. Sodann verwahrt er sich gegen falsche Erörterungen feiner Steuerbelastung in der Presse und zeigt an seiner eigenen Besteuerung, daß die leistungsfähigen Schultern in Hessen schon genügend belastet seien. Aeußerst bedenklich sei es, auf dem Gebiete der Erhöhung der Vermögenssteuer fortzufahren. Finanzminifter Dr. Gnauth erwidert, indem er zunächst einen Vergleich zwischen den Steuersätzen in Preußen und Hessen giebt. In Hessen bestehe die Besteuerung zu Ungunsten der kleineren Einkommen, während man doch gerade die Besteuerung der Erwerbsthätigkeit nicht ungünstiger stellen dürfe wie in Preußen. In Hessen erhebe man schon eben 16,2 Prozent mehr direkte Steuern wie in Preußen, deshalb sei eine weitere Steuererhöhung nicht wünschenswert, doch dränge die momentane Mtlage dazu. Die Erhöhung der Einkommensteuer bringe nur ein geringes Mehr ein, als wenn man die Vermögenssteuer erhöhe. Die Steuererhöhung sei so zu treffen, daß sie die schwachen Schultern schone. Aufgabe aller Behörden des Landes bei der vorübergehenden Steuererhöhung würde es sein, strengste Sparsamkeit zu üben, und er bitte, die Regierungsvorlage auzunehmen. Freiherr von Hehl erklärt die Notlage daraus, daß man in früheren Jahren so wenig sparsam gewirtschaftet habe. Hierauf wird auch von diesem Hause das Finanzgesetz, somit Erhöhung der Vermögenssteuer von 55 auf 75 Psg. für 1000 Mark, einstimmig angenommen. Das Haus vertagt sich gegen 12 Uhr aus Dienstag früh. Zur Beratung stehen aus der Tagesordnung der Entwurf des Regent-, jchaftsgesetzes und die Mitteilungen der zweiten Kammer über die Anträge Ulrich und Köhler, Mobiliarversicherung 6etr., und den Antrag Ulrich und Gen., Versicherung von Vieh 'und Schlachtvieh betr., ferner eine Vorstellung des, Lehrers i. P. Baumann in Lampertheim. Heer rrus Flotte. Berlin, 24. März. Aus Anlaß des Reichshaushalts-'. Etats pro 1902 find sechs neue Fuß-Artillerie^ Kompagnieen aufzustellen. Tarunter befinden sich zwei in Tiedenhosen. — Eine Extraausgabe des Militärwochenblatts meldet: Ter Großherzog von Luxemburg,. General der Kavallerie, ift zum Generalobersten befördert worden. Außer den bereits gemeldeten Ernennungen sind hervorzuheben, Generalleutnant und Kommandeur der 19. Tivision v. Rosenberg-Gruszczinski zum Gouverneur in Thorn. Generalmajor L0 e l h 0 e ffel v 0n Löwensprung, Kommandeur der 55. Jnfanteriebrigade, mit dcr Führung der 19. Tivision beauftragt, Generalmajor efsanten Stoss in seinem Aussatz: „Szepter und Zauberstab"; Ludwig Pietsch und Paul Lindau haben in den reichen Schatz ihrer Erinnerungen gegriffen; der Erstere erzählt unter dem Titel „Vor fünsundzwanzig Jahren" von einem „lustigen Schelmenstreich unter guten Freunden"; der Leptere plaudert in seinen „Erinnerungen" von seiner Pariser Zeit, zu Anfang der 60 er Jay re, und zeichEt die Physiognomie jener Tage jomie im speziellen einige markante Persönlichkeiten des damaligen Seine- Babels — Tie Reihe der Jüngeren eröffnet Hans Lindau mit einer Würdigung Adolf Wilvrandts, insonderlich seiner neueren Dichtungen. Dann folgt Richard Dehmel mit einem „Hohen Liede", Erich Bohn, der Entlarver der Schwindlerin Anna Rothe, ist mit einer neuen Enthüllung, die das Auftreten des „Blumen- mediurns Anna Rothe in Zürich" betrifft, vertreten, die durch das beigesugle Portrait der Anna Rothe und ihres Impresario Max Zeuch ch an Jnteresie gewinnt. An letzter Stelle steht eine einen Ehetonflikt mit feiner Psychologie und dichterischem Empfinden behandeuide Novelle von Maria Janitschek: „Psingstsonne". Eine Illustrierte Bibliographie und eine Zellschristenschau schließen das ungewöhnlich starke uno reiche Heft, das mit dem Bilde Adolf Wilbrandts in ausgezeichneter Radierung geschmückt ist, ab. — „Nord und Süd" ist durch alle Buck)yauolungen und Postanstalten zum Preche von Mark 6.— pro Quartal zu beziehen. Als eine den Lesern von „Nord und Süd" geiuiy willkommene Jubilaums- gabe ist dem Hefte ein Generalregifter für die bisher erschienenen 100 Bände (300 Hefte) beigegeuen. Heber den Grafen L. Tolstoi, der seit Monaten an das Krankenlager gefesselt ist, erfahren wir Einiges, was ein interessantes Licht auf den Seelen- zustand des großen Dichters und Philosophen wirft. Sein schmerzhaftes Leiden — das Asthma — erträgt er mit einer geradezu stoischen Ruhe, und während der freien Intervalle Der Krankheit ergeht er sich oft in philosophischen Gesprächen. „Die Weisheit eines alten Mannes", jagte er neulich seiner Tochter, „gteiiiji einem Brillanten. Man schätzt sie nach Karaten, je naher Dem Tode, desto schwerer und teuerer wird sie". Als ein Arzt ihm erklärte, die unmittelbare Todesgefahr sei vorüber, da meinte der Graf: „Es ift doch jammerschade, sich von der Todesbereitschaft trennen zu müssen". Und bald Darauf telegraphierte er seinem Bruder Sergiu-: ist doch ein «rohes Gefühl, cm, oer Hohe o-er streich'chast zu stehen; aus dieser Höhe läßt sich so leicht und so ruhig die Lebensform (denn auch der Tod ift Leben) ändern". — Tiefes eines Weltweisen würdige Leitmotiv geht auch durch den Inhalt eines Briefes- den der Philosoph von „Jasnaja Poljana" vor wenigen Wochen an einen Freund schrieb: „Ich kränkle noch immer und ich freue mich, daß ich mich Darüber freuen kann. Ein Mensch, der an einen Gott glaubt, muß eben alles freudig aufnehmen, was ihm widerfährt. Unzufrieden sein, «ich über etwas ärgern, heißt. Den Glauben an Gott verlieren. ..." — Wir wollten, diese prächtigen Aussprüche gelangten zur Kenntnis der Synode in Petersburg, Die dem genialen Einsiedler ob des, en „Gottlosigkeit' ein christliches Begräbnis verweigern zu müssen glaubte. . . . Ansteckung durch Husten und Niesen. In dem Hygienischen Jn,titut Der Universität Gießen hat Tr. Kirstein Untersuchungen über die Frage ausgestellt, deren Ergebnisse auch für ein nichtärztliches Publikum beachtenswert sind. Dr. ft-irjiein hat prüfen wollen, wie lange die feinen beim Sprechen, Husten und Niesen aus- gejpritzteu Tröpfchen die in ihnen etwa befindlichen Keime lebend erhalten. Derartige Tröpfchen sind äußerst Nein, etwa nur vom hundertsten Teil eines Millimeters im Durchmesser, sie enthalten daher auch nur einen oder wenige tieime. Trotzdem ist ihre Rolle m Der Verbreitung besonoers der Schwu.khUcht und der Tiphtherie nicht zu unterschätzen. Tie LeoenSsähigkeit Der so rur,pritzten Keime ist verschieden, je nach Der Widerstandsfähigkeit des betreffenden Krankheitserregers. Im allgemeinen aber ist sie nicht von langer Tauer, falls sie dem Licht ausgesetzt sind. Vcrjpritzte Tiphtheriebazillen sterben in Hellen Räumen nach 1—2 Tagen, in dunklen Kellern nach fünf Tagen. Tie Tuberkelbazillen haben eine längere Lebensdauer, von fünf Tagen bei Lichtzutritt und sogar von 22 Tagen bei Dunkelheit. Noch länger halten sich die Keime Der Eiterungen und des Wundsieoers. Im Verhältnis zur Lebensdauer Der Keime steht selbstverständlich Die Gefahr Der Ansteckung. Jeder Vernünftige wird aus diesen Mitteilungen einige Schlüsse ziehen und deren Inhalt auch beamten. Zunächst zeigt sich wieder einmal die ungeheure gcjundheirliche SND.utung des Sonnenlichts und, daraus |01genb, Die S^ädlichkeit Dunkler Wohnungen nnD besonders Der Kellerwohnungen. SoDann wird sich auf Grund Dieser Ueberlegungen jeder Kranke selbst sagen müssen, daß er die größte Rücksicht auf seine Umgebung zu nehmen hat, und er muß dazu nötigenfalls von den um ihn beschäftig len Personen angehalten werden. Trotzdem wird eine gründliche Desinfektion auch nach überstandener Krankheit nicht zu entbehren jein. unt> Abteilungschef des Generalstabes v. Steinmetz zum Generalleutnant, dem Chef der Landesaufnahme, Generalmajor und Kommandant von Magdeburg v. Gers- dorff der Charakter als Generalleutnant verliehen, Generalmajor und Kommandeur der 7. Jnfanteriebrigade Pap st von Ohain zum Kommandanten von Spandau, Freiherr von König, Generalmajor und Kommandeur der 22. Kavalleriebrigade mit Wahrnehmung der Geschäfte des Inspekteurs der 4. Kavallerieinspektion, Busse, Oberst und Kommandeur des Kürassicrregiments Nr. 5 mit der Führung der 22. Kavalleriebrigade beauftragt, General der Infanterie und Gouverneur von Thorn v. Amann, Generalleutnant und Kommandant von Spandau v. Fun ck mit Pension zur Disposition gestellt.— Dem vielgenannten kürzlich verabschiedeten Fregatten-Kapitän Ncitzke ist der Kronenorden 3. Klasse verliehen worden. — Verabschiedet wurde Generalmajor von Kleist, Kommandeur der 29. Infanterie-Brigade. — Mit dem 1. April treten im Ingenieur-Korps einschneidende Veränderungen ein. In Metz wird eine 4. Ingenieur-Inspektion errichtet, bestehend aus den Inspektionen Metz und Köln. Ferner wird mit dem vorläufigen Standorte Freiburg i. Br. eine Fortifikation für die Befestigungen am Oberrhein errichtet. Beim Ingenieur-Komitee tritt eine dritte (elektrotechnische) Abteilung hinzu. Politische Tagesschau. Gegenbesuche. Eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und Nikolaus II. wird nach der Ansicht unterrichteter Kreise auch in diesem Jahre stattfinden. Seitens des Zaren soll die Einladung an den Kaiser, den russischen Flottenmanövern beizuwohnen, bereits ergangen sein. Bekanntlich war Nikolaus II. im vorigen Herbst auf der Reede von Danzig Zeuge der Evolutionen deutscher Kriegsschiffe; von dort aus trat er dann die Fahrt nach Frankreich an. In «diesem Jahre würden also Kaiser Wilhelm und Präsident Loubet die Besuche erwidern, und Mar dieser im Mai, während für die Rußlandfahrt Kaiser Wilhelms, wie es heißt, frühestens der Juni in Betracht kommt. Ob das Zarenpaar im nächsten Herbst Frankreich besuchen wird, dürfte erst in den Konferenzen mit Loubet entschieden werden, wie ja auch Minister Dlelcassö im vorigen Jahre in Petersburg die entsprechende Verabredung traf. Früher als der Zar langte damals freilich das russische Kreditgesuch in Frankreich an. Dessen diesjährige Erneuerung möchte sich kaum empfehlen; wurde doch dieser Tage bei der Budgetdebatte im französischen Senat mit nicht mißzuverstehender Betonung konstatiert, daß Rußland den gefälligen Freund bereits um sieben Milliarden Franks „erleichtert" hat. In der französischen Kammer hat Minister Deleasse am Montag >die Vorlage betr. den Kredit von 500 000 Frcs. für die Reise Loubets eingebracht. Tie Verlesung des Mo- tivenberichtes und der Vorlage wurde vom Hause mit wiederholtem Beifall begrüßt. Die Vorlage wurde ohne Diskussion angenommen. Die Verkündigung der Abstimmung gab Anlaß zu erneutem Beifall auf allen Seiten des Hauses. In dem Motivenberichte ist der Wortlaut des Briefes, in dem Kaiser Nikolaus den Präsidenten einlädt, veröffentlicht. Es heißt d arin: „Unter dem angenehmen tiefen Eindruck unseres unvergeßlichen Aufenthaltes in Frankreich im vergangenen Jahre, hoffen die Kaiserin und ich gern, daß der sehr geschätzte Präsident der französischen Republik uns nächstens das Glück und das Vergnügen bereiten wird, ihn wiederzusehen, indem er einige Tage bei uns zubringen wird. Es wird Ihnen, denke ich, angenehm sein, bet dieser Gelegenheit den Beweis von der Einmütigkeit der warmen und aufrichtigen Gefühle entgegenzunehmen, welche Rußland mit dem befreundeten und verbündeten Frankreich verbinden." Ein grotesker französischer Wichtigthuer, Cheradame, der in Büchern, Flugschriften und Zeitungsartikeln über auswärtige Politik kannegießert, und von den Nationalisten derartig ernst genommen wird, daß sie in ihm ihren künftigen Minister des-Aeußern sehen, offenbart in seiner „Voie Nationale" mit düsterer Kassandra-Bestimmtheit" daß zur Zeit im tiefsten Geheimnis lebhafte Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und Frankreich stattfinden, die einen Aufenthalt Loubets in einem deutschen Hasen, sei es auf der Hinfahrt nach oder auf der Rückfahrt von Rußland, und eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm bezwecken. Der Vorschlag gehe vom Kaiser selbst aus, und solle die endgiltige französisch-deutsche Versöhnung beweisen, die man dann in Frankreich als Mittel zur Zerstörung des Heeres benützen werde. Es ist überflüssig, auch nur ein ernsthaftes Wort diesem Geschwätz hinzuzufügen. Koruhäuser und Getreidehandel. Die bisherigen Erfahrungen mit der Einrichtung von Kornhäusern auf genossenschaftlicher Grundlage scheinen nicht überall in landwirtschaftlichen Kreisen sonderlich ermutigend gewirkt zu haben. In einer Versammlung in Rostock legte der konservative Tomänenrat Rettich den abwartenden Standpunkt des mecklenburgischen Landwirtschaftsrats dar; es läge keine Veranlassung vor, aus der bisherigen Reserve herauszutreten. Rettich vertrat auch in seinen weiteren Ausführungen über den Getreide- Handel und die Getreidehändler eine bemerkenswerte Auffassung. Die Darmstädter Bank hatte zwei mecklenburgische Getreidegescyäfte übernommen und damit in l an dw ir ts ch a f tlichen Kreisen die Befürchtung erweckt, als wolle die Bank mit ihren großen Kapitalien das Getreide- geschäft in Mecklenburg monopolisieren. Rettich teilt aber diese Bedenken nicht; er begrüßt vielmehr das Eingreifen dieser Bank, von dem eine Belebung des Geschäfts zu erwarten sei; die Bank würde den Landwirten den Vorteil schaffen, ihr Getreide zu lagern, zu lombardieren und im gegebenen Augenblick zu verkaufen. Aus Stadt und Kund. Gießen, 25. März 1902. ** Opernvorstcllungen. Wir können unseren Lesern die angenehme Mitteilung machen, daß Direktor Kruse mit der Oper des Dessauer Hoftheaters wegen einiger Gastspiele in der ersten Hälfte des Mai in Unterhandlungen steht, deren Abschluß jetzt nahe ist. Die Oper, deren oberster Leiter der Hofkapellmeister Dr. Klughardt, em als Dirigent wie als Komponist hochgeschätzter Musiker, ist, steht unter dein Protektorat des sehr musikalischen Erbprinzen von Anhalt-Dessau und erfreut sich eines ganz vorzüglichen Rufes. Die Hofoper wird mindestens sieben Vorstellungen aus dem Gebiete der Spielvpcr geben. Bei den Mitgliedern des Theatervereins zirkuliert bereits eine Abonnementsliste, eine zweite liegt bei Herrn Ernst Challier auf, der auch Anträge auf Reservierung bestimmter Plätze annimmt. Die auszugebenden 10 Abonnernentsbillets sind für alle Vorstellungen in beliebiger Zahl verwendbar. Es empfiehlt sich, die Anmeldung von Abonnements nicht hinauszuschieben, da bei geringer Beteiligung das kostspielige, an eine große Garantiesumme geknüpfte Unternehmen leicht scheitern könnte. 88 O b e r - H ö r g e r n, 24. März. Hier ist eine starke Salzquelle entdeckt worden, die oberirdisch ausfließt, ohne daß sie erbohrt wurde. ff Li ch, 23. März. Gestern abend fand im Gasthause zum Löwen die Generalversammlung des hiesigen Kurvereins statt. Der Verein blickt jetzt aus eine dreijährige Thätigkeit zurück und kann nach dem Bericht des Vorsitzenden mit seinen Erfolgen zufrieden sein. Wenn auch die Zahl der Fremden, die hierher in die Sommerfrische kommen, noch nicht sehr groß ist, so hat sie sich doch von Jahr zu Jahr gemehrt und vor allen Dingen haben sich die Gäste sehr anerkennend über die einschlägigen Verhältnisse ausgesprochen. Für die Bequemlichkeit der Spaziergänger wird weitgehende Sorge getragen durch Errichtung von Ruhebänken und Schutzhutten. Die Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberschuß; der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. sch. Hungen, 24. März. In der hiesigen Gemarkung wie auch in der Umgegend befinden sich seit einiger Zeit Schwärme von Raben, wie man sie in solcher Masse hier noch nicht gesehen hat. Zu Tausenden sitzen sie aus den Feldern und in den nahen Waldungen. Die Flurschützen werden überall mit dem Ab schießen der Tiere beauftragt; doch scheint dieses Mittel bis jetzt ohne Erfolg geblieben zu sein. 8 Gambach, 24. März. Unsere Spar- und Darlehns- kasse, e. G. m. u. H., kann für das abgelaufene Jahr auf ein günstiges Ergebnis zurückblicken. Die Spareinlagen sind auf 203142,70 Mk., die Geschäftsguthaben auf 201116,70 Mark und der Reservefonds auf 5963,40 Mk. angewachsen; der Reingewinn beträgt 1387,43 Mk. Die Aktiva beziffern sich auf 230 609,60 Mk. und die Mitgliederzahl ist auf 202 gestiegen. w. Nidda, 22. März. Heute fand im „Gambrinus" die Prüfung der Schüler unserer Gewerbeschule statt. Die Schule war in der Oberklasse von 16, in der 1. Klaffe von 8, in der 2. Klasse von 9 Schülern besucht; die Abendschule besuchten 13 Schüler, die Sonntagsschule 129 Schüler. Die Prüfung nahm einen guten Verlauf, wie der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Möbelfabrikant Ringshaufen, feststellte. Vor 10 Jahren hat die erste Prüfung stattgefunden. Eine reiche Ausstellung schöner Zeichen- und Modellierarbeiten war dem Beschauer geboten. Nach der Prüfung mahnte Herr Ringshausen die Schüler an den Spruch: „Meister ist, wer was ersann, Geselle, wer was kann, Lehrling jedermann", dankte den Lehrern und wünschte den Schulern ferneres Wohlergehen. Hauptlehrer Höhn führte des Weiteren aus, wie die Schüler in Theorie und Praxis sich vervollkommnen sollten. Die für die selbständige Ausarbeitung eines Planes einer Villa gestifteten Preise konnten nicht verteilt werden, da zwei Preisrichter erkrankt waren und man die Sache gründlich prüfen wollte. Nach der Prüfung fand noch ein gemütliches Zusammensein statt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Auf dem letzten Volksunterhaltungsabend zu Biebrich hielt Dr. Fritz Vigener aus Gießen einen Vortrag über die Vorgeschichte des deutsch-französischen Krieges. Frl. Berdrow sang eine neue Komposition des Biebricher Rektors Michaelis „Glockenklänge, Waldesrauschen", deren Text von dem vortrefflichen rheinischen Poeten Prof. Aug. Ammann aus Wiesbaden herrührt. Diese dichterische und musikalische Novität, ein Werk von weihevoller Stimmung, erntete einen durchschlagenden Erfolg. — Dem Hofpianofortefabrikanten Karl Mand in Koblenz wurde vom Großherzog von Hessen das „Hofprädikat" verliehen.________________________________________ Vermischtes. • Die bekannte Geschichte von dem deutschen Kronprinzen, der auf der Bonner Borussen kneipe nicht in die Kanne steigen wollte, hat in der englischen Wochenschrift „Modern Society" folgende Gestalt angenommen. „Neulich", so schreibt das englische Blatt, machte der Kronprinz eine Eskapade von Bonn und erschien unvermutet vor dem Kaiser. „Wer hat Dir erlaubt, Deine Studien zu unterbrechen und hierher zu kommen?" fragte streng der Papa. — „Vater", erwiderte der Prinz, „ich bin sehr unglücklich. Ich kann nicht länger in jener öffentlichen Schule (!) bleiben, in die Du mich geschickt hast." —„Und wohin ich Dich wieder schicken werde," donnerte Wilhelm II. „Entferne Dich augenblicklich — und mit dem nächsten Zug zurück nach Bonn." „Sehr wohl" sagte der Kronprinz mit einer tiefen Verbeugung, „aber ehe es Nacht wird, werde ich meine erste Mensur mit dem Borussenpräses ausfechten und so weiter mit allen anderen, die sich solche Freiheiten mit ihrem künftigen König und Kaiser herausnehmen!" Hier brach der Kaiser in schallendes Gelächter aus. „Freiheiten herausnehmen! Freiheiten herausnehmen!" rief er. „Weißt Du nicht, daß an meinem Hof genug Leute sind, mit denen auch ich früher ganz kommentmäßig gepaukt habe und die heute ergebene, ehrerbietige Minister im Staat und Offiziere in meiner Armee sind!" Und zum unendlichen Vergnügen des Kaisers rückte der Kronprinz nun heraus mit seinen Schmerzen. Es scheint, daß er wegen anhaltender Widersetzlichkeit gegen den Präses schließlich zwölf Ganze in zwölf Minuten hätte pro poena trinken sollen (! !). Der junge Mann war wütend und warf dem Präses seinen Stürmer ins Gesicht (!), worauf er von diesem zum Verlassen der Kneipe aufgefordert wurde. „Du bi|t total im Unrecht", unterbrach der Kaiser den Prinzen, indem er sich nachdenklich den Schnurrbart strich, „allein es gibt nur ein Mittel: Lerne Biertrinken. (!) Zuerst fängt man mit drei Ganzen an in zwölf Minuten, dann sechs, dann neun, und s o wirst D u schließlich noch das Dutzend bezwingen. Geh' nun zurück nach Bonn. Entschuldige Dich beim Präses, und er wird die Zache als beigelegt betrachten." Am nächsten Tage mußte ein Adjutant noch nach Bonn reisen, dem es gelang, die aufgeregten Borussen zu beschwichtigen und die Dinge zur allgemeinen Zufriedenheit zu ordnen." — Man sieht, die dramatisch bewegte Phantasie ist im Lande Shakespeares noch nicht ausgestorben! Wnoertttüls-Nachrichleu. Von der Harvard-Universität in Cambridge bei Boston ist an Professor Dr. Pfleiderer den Theologen der Berliner Universität, die Anfrage ergangen, ob er eine Reche von Vorlesungen im Frühjahr nächsten Jahres an dieser Universität übernehmen würde. Ter „Nationalztg." zufolge hat Profesfor Psteiderer bejahend geantivortet und wird sich zu dem gedachten Zeitpunkt nach Amerika begeben. Wilhelm Liebknecht, der vierte Sohn des verstorbenen Führers der Sozialdemokratie, ist am 22. März bei der philosophischen Fakilltät in Berlin mit dem Prädikat magna cum laude zum Doktor promoviert worden. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Donnerstag den 27. März'): Zur Erinnerung an Beethovens 75. Todestag: „Fidelio." Samstag den 29. März: ^Martha" oder „Der Markt 31t Richmond." Sonntag den 30. Mär^, nachmittags halb 4 Uhr: „Hänsel und Gretel." Abends 7 Uhr: „Die Afrikanerin." Montag den 31. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Das süße Mädel". Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: „Louise." Mnsikroman in vier Akten und fünf Bildern. Dichtung und Musi von Gustave Charpentier. Ins Deutsche übertragen von Otto Neitzel. Schauspielhaus. Mtttwoch den 26. März: Drtttes und vorletztes Gastspiel des K. und K. Hofschauspielers Herrn Jos. Kainz vom K. und K. Hofburgtheater in Wien: „Hamlet." Donnerstag den 27. März: Viertes und letztes Gastspiel des K. K. Hofschauspielers Herrn Josef Kainz vom K. K. Hosburgtheater in Wien: „Morituri." Freitag den 27. März geschlossen. Samstag den 29. März: „Alt-Heidelberg". Sonntag den 30. März, nachmittags 8 Uhr: „Alt-Heidelberg". Abends 7 Uhr: „Hüttenbesitzer". Montag den 31. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Flachsmann als Erzieher." Abends 7 Uhr: lebe das Leben." Dienstag den 1. April: „Zwillings- schwester." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Kasernenhofblüten Unteroffizier zum Rekruten: Kerl, Sie scheinen nicht zu wissen, daß Ihr Quadratschädel lediglich den Zweck hat, das Heraufrutschen der Halsbinde zu verhindern. Unteroffizier: Sie, Hubermüller, blasen Sie sich nicht so auf, wie ein Floh, der im Begriffe ist, auf das Standesamt zu gehen. Gerichtssaal. Marburg, 23. März. Vor der hiesigen Strafkammer hatten sich dieser Tage zwei Hammeldiebe zu verantworten, der Schäfer Rudolf Heil aus Roth bei Fronhausen, gebürtig aus Rainrod bei Schotten, und der Schäfer Otto Werner aus Dudenhofen. Die beiden Spitzbuben haben im Oktober v. Js. aus dem Gememde- pferch zu Stedebach 22 Schafe, aus dem Gemeindepferch zu Frankenbach 19 Schafe und aus dem Pferch des Landwirts Helm zu Kleinrechtenbach 6 Schafe gestohlen. Heil, der bereits 10 Jahre im Zuchthaus zugebracht hat, wurde zu 5 Jahren Zuchthaus, Werner zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Paderborn, 24. März. Leichenberaubung auf der Altenbekener Eisenbahn-Unglücksstätte bildete den Gegenstand einer Verhandlung, die heute vor der Strastammer stattfand. Das beklagenswerte Altenbekener Eisenbahnunglück, das volle zwei Tage die Strafkammer beschäftigte, hat, als ob das Unglück noch nicht groß genug gewesen wäre, ein so furchtbares Verbrechen in Folge gehabt, wie es schlimmer kaum gedacht werden kann. Bekanntlich dauerte es sehr lange, ehe alle Verunglückten aus den Trümmern hervorgeholt werden konnten. Der verhängnisvolle Zusammenstoß der zwei Eisenbahnzuge geschah am 20. Dezember 1901, mittags zwischen 12 unb 1 Uhr, und die ganze folgende Slacht hindurch horte man noch das Wimmern der Sterbenden und Schwerverwundeten. In dieser traurigen Nacht wurde der Rottenarbeiter Johann Bade von einem Bahnmeister in einem Personenwagen des verunglückten 0-Zuges beobachtet, als er sich an den Hosentaschen einiger Leichen zu schaffen machte. Der Bahnmeister fragte den Mann, was er in dem Wagen suche. Dieser antwortete jedoch nicht, sondern sprang sofort zum Wagenfenster hinaus. Der Bahnmeister will darauf sogleich wahrgenommen haben, daß einem verunglückten Ingenieur aus Hagen die Hosentaschen ausgeschnitten waren. Einige Tage später soll Bade sich für 50 Mk. eine Flinte gekauft, feiner Geliebten goldene Ohrringe geschenkt, seine Freunde bewirtet und viel Geld bei sich geführt haben. Außerdem haben mehrere Personen angexeigt, daß ihren verunglückten Angehörigen große Summen Geldes abhanden gekommen seien. Dem erwähnten Hagener Ingenieur sollen 510 Mk., verschiedenen anderen Leichen 300 Mk., 100 Mk. u. s. w. geraubt worden sein. Bade ist 1875 geboren, unverheiratet und unbestraft. Die Anklagebehörde vertrat der Erste Staatsanwalt Dr. Freese. Es war eine große Anzahl Zeugen, zum Teil auch aus Berlin, geladen. Das Gericht verurteilte Bade wegen Leichenberaubung zu drei Jahren Gefängnis und vier Jahren Ehrverlust. Er wurde sofort verhaftet. Zandwirtschaft." Verlosung. Das Viehmarkttomitee zu Vilbel beabsichttgt, mit dem am 26. August daselbst stattfindenden Viehmarkte eine Verlosung von Vi eh 'und landwirtschaftlichen Geräten zu verbinderu Vom Ministerium des Innern ist die nachgesuchte Er- lailbnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt worden, daß dis zu 6000 Lose, zu 1 Mark das Stück, aus- gegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Brutto- erlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngeaen- ständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Februarüberschüsse deutscher BergwerLsgesellschaften. Haarpener Bergbau-Gesellschaft. Februar Alk. 104600 mehr als im Januar; verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahres ergiebt sich ein Ausfall von Mk. 324 700. Seit 1. Juli v. I. beträgt der Ueberschuß nunmehr All. 940 000 oder Alk. 2 357 200 weniger als im Vorjahre. — Bei der Bergwerks-Gesellschaft Hibernia weisen die beiden ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Ueberschuß von Mk. 1426 485 oder Mk. 314 921 weniger als im gleichen Zeitraum des Vor- jasres auf. Rheinische Bank in Mülheim a. d. R. In den außerordentlichen wie in der ordentlichen Generalversammlung, beide fanden am Samstag statt, wurden seitens der Minorität, vertreten durch 1240 Stimmen, schwere Anklagen gegen den Vorstand und Ausslchtsrat erhoben und verlangt, daß beide Teile für die entstandenen Verluste gerichtlich verantwortlich gemacht werden sollen. Schließlich wurde der Geschäftsbericht und die Bilanz genehmigt, unb dem Vorstand unter Protest der Minorität Entlastung erteilt. Von der Rcichsbauk. Am 15. April wird in E i n b e ck eine von der Reichsbankstelle in Kassel abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Griechische Anleihen. Der am 1. Aprü sällige Koupon der 4prozentigen griechischen Goldrente von 1889 gelangt mit 36 Prozent des in Mark angegebenen Nennwertes zur Auszahlung. Der April-Koupon der 5prozentigen griechischen Anleihe von 1893 lFundmg Loan) wird mit 48 Prozent von dem in Pfund Sterling angegebenen Nennwerte zum jeweiligen Wechselkurse von kurz Loudon cmgelöst werden. Die Aktiengesellschaft Frankfurter Hof ist nicht in der Sage, für da§ abgelaufcne Geschäftsjahr eine Dividerrde auszurichten. Wetter Gegen Schnupfen: Forrnan-Aether-Watte (Dose 3 Pfg). 2025 Bekanntmachung 2423 2 Afterweg 2. 2456 Allen ähnlichen Produkten vorzuziehen ist die 1717 440.— Vorzügliche Serfa das beete’ moderne 1 Waschmittel. § verreist MAGGI 2 2 4 Steinlieferung (Grundbausteine) Steinlieferung (Decksteine) Kieslieferung Steinsetzen weil besser, billiger und praktischer. BerHmkWm Lacke, Gele empfehle zu billigsten Preise« Karl Eichmann Ederstraße 1 Nordaulage. Bestens empfohlen von Gustav Walter, Mäusburg 13. 23.-24. März 23.-24. „ Bekanytmachung. Donnerstag den 27. März, nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Mord gegeben werden und 1440 C. 2,6° C. Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 14. und 15. März ist genehmigt. Empfang der Abfuhrcheine bei den einschlägigen Unterhebstellen, Ueberweisung des Holzes und erster Abfuhrtag Mittwoch den 2. April. Ueber die Genehmigung des aus dem Domanialwalddistrikt Burghain bei Staufenberg ersteigerten Holzes wird den betreffenden Käufern noch besondere Nachricht zugehen. Treis a.d.L., 24. März 1902. Großh. Oberförsterei Treis. Schneider. 2462 750.— , Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. FmuiUen-Nachrichten. Gestorben: Herr Aloys van Gries, Großh. Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher, Inhaber hoher Orden pp., zu Bensheim. — Karl Schmitt, sind jar., zu Darmstadt. Hand-, Mutet StLMkÜUMl- Höchste Temperatur am Niedrigste „ ■ „ Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen unter .„ rtl. - Nr. 139 die Firma „Hermann Hammerschlag" zu Gießen, Inhaber: Kaufmann Hermann Hammerschlag daselbst. Nr. 140 die Firma „Fritz Tölle" zu Gießen; Inhaber: Bergswerksdirektor Fritz Tölle daselbst. Gießen, am 22. März 1902. 2467 Großhcr.'ocftiMes Amtsgericht.______________ Oster- Eier- Farben giftfrei. 2452 Mikado-Papier. Mctoria - Drogerie. Ad. Bieler, Marktstraße 5. Kamemvetts-, Kronen-, IrüMcks-Käse Fromage de Brie und Gervais empfehlen in frischer feinster Ware zu billigsten Preisen 703 A. & G. Wallenfels 21 Markt 21. Telephon *6. zwar: veranschlagt zu Chaussierarbeiten * in jeder beliebigen Schriftart und «arwn. forte, sowie mit Zirkeln aller studentis^- Vereinigungen, liefert zu mäßigen Pr< . vrühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstraße l Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Mittwoch den 26. März. Nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Gründonnerstag den 27. März. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur Herl. Bercht. , um 7, 71/, und 8 Uhr: Austeilung der Herl. Kommunion. , „ 9l/a Uhr: Hochamt. , von 10 Uhr an bis nachmittags 6 Uhr: Strlle An-» betungsstunden. Nachmittags um 6 Uhr: Andacht. Karfreitag, 28. März. Vormittags um 7*/2 Uhr: Beginn der stillen Anbetungssturrdeu. ,, „ 9i/s „ Hochamt. „ von 10 Uhr bis nachmittags 51/« Uhr: Stille An^ betungsstunden. Nachmittags um 5'/, Uhr: Predigt; daraus Andacht. Spar- unb Lcihkasse Gießen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Vcrwaltungsrat beschlossen hat, den Zinsfuß für alle Einlagen bei unserer Kasse auf 33/4 Proz. zu ermäßigen und zwar für neue Einlagen mit alsbaldtger Wirkung, für bereits bestehende vom 1. Juli l. I. ab. Diejenigen Einleger, welche mit dieser Zinsermäßigung nicht einverstanden sind, werden ersucht, dies bis zum 1. k Mts. bei unserer Kasse anzuzeigen, worauf dann Rück- zahluna der Einlagen am 1. Juli l. I. stattfinden wird. Erfolgt eine solche Anzeige nicht, so wird unterstellt, daß die betreffenden Einleger mit der Ermäßigung des Zinsfußes einverstanden sind und ihre Kapitalien bei unserer Kasse stehen lassen wollen. Gießen, am 11. März 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. 2042 ProL Dr. Walther ist vom 26. März bis 7. April einschl. Feinste Muer !liollinöp[t frisch eingetroffen. 2221 J. Al. Schulhof. Verdingung. Die Ausführung von 16 Klm. Gleisumbau bei Bonames und Hochstqdt-Dörnigheim soll zusammen oder geteilt vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können in unserem Amtsgebäude Poststraße 6 hierselbst eingesehen bezw. gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 1 Mr. m bar (nicht in Briefmarken) bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen mit entsprechender Auffchrist bis Dienstag den L April d. I., vormitt. 11 Uhr, hierher einzusenden, zu welchem Zeitpunkt die Eröffnung der Angebote stattfindet. Zuschlagsfrist 4 Wochen. 23^ Frankfurt a. M., 19. Marz 190^. Kgl. Eisenbahn-Betriebsinspekt. 2. empfiehlt 1918 Adolf Bieler, Victoria-Drog^ Markte trasse 5. Alten-Buseck, 21. März 1902. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 2422 Die Gemeinde Alten-Buseck ücht einen schönen, sprimOhigeil Bullen Simmenthaler Rasse. Diejenigen, die im Besitze olcher Bullen sind und ver- äufen wollen, werden ersucht, der Bürgermeisterei Mitteilung zu machen. Alten-Buseck, 21.Marz 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 2421 ' "Farben' Lacke uPinsel wenn ihr die Möglichkeit gegeben würde, für wenige Groschen etitoe Tisch einen Stuhl, ein Schränkchen oder sonst etwas zu erwerde«> An der Bereitwilligkett der jeweiligen Eigentümer, die chnen nicht mehr brmichbar ober nicht mehr zettgemav erscheinenden Sachen für einen guten Zweck herwgeben, wird es nicht fehlen. Dw Sache muß nur von berufenen Personen m die Wege geleitet werden, mtt> hie^u die Anregung zu geben, soll der Zweck dieser Zeilen sem. E. 6—8 Pf., Käsematte2 Stck.0—OPfg., Erbsen pr.Liter ISPfg^ Linsen per Ltter 32 Psg., Tauben pr. Paar 0,90-1,20 Hühner pr. Swck 1 00—1 70 Mk. Hahnen pr. Stück 1,20—1,70 Mk., Enten pr. Ctutf 2,40—2,70 9JIL, Gäiise pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- uiid Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Psg., ^cf)roein^ fleisch pr. Pfund 70-80 Pfg. Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 84 Pfg» Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 P g., HammelfleiH pr. Psinü) &0-7§ W. &iSffSn pr. 100 Rgr. 3,20-4,00 Mk., W°Hraut p - Stück 00—00 Psg» Zwiebeln pr. Zentner 7,50—8,60 Mk., Alllch per Liter 18 Psg. Aepsel per Pfd. 9—15 Pfg., m Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg. a . Dauer der Marktzeit von morgens 8 Ubr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzett darf nicht im Umherziehen feilgeboten Sämtliche Gemüse- und Obst-, Fleisch- und Fisch- Konserven Kothaer Servelatwurst Braunschweiger Leber- u. Sardelleulebcrwurst rc. empsiehtt 2306 UHm Wlllleilselö Marktplatz 17, am Kriegerdenkmal Telephon 262. Gegründet 1826. Bekanntmachung, betreffend: Das Betreten der Ufer und Böschungen der Wieseck. Wir brinqe» hierdurch wiederholt in Erinnerung, daß die Ufer und Böschungen des Wiesecklaufes Eigentum der Stadt sind, mid daß daher das Betteten der User und Böschungen (namentlich auch im Stadlbereich) Dritten uni) insbesondere den Eigentümern der aufstoßenden Grundstücke nur insoweit zusteht, alä dieselben dieses Gelände ein für allemal von der Stadt gepachtet haben oder als zur Einbringung der jeweils ersteigerten Heu- oder Grummet- grasentten innerhalb der dafür bestimmten ^rist ersordert ist. Das Aufsichtspersonal ist angewiesen, Zuwiderhandlungen uuo ach sichtlich zur «m-ige K bringen. Gießen, am 2L Atarz 1902. . 2417 Großherzogliche Bürgermersterer Gretzen. Mecum. 440.— , 150.- , 63.- „ Gingrsanöt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Durch Inserat in einer der letzten Nummern des „Gießener Anzeigers" wird für eine arme Familie ein gebrauchter Kinderwagen gesucht. Dies veranlaßt den Einsender, die Aufmerksamkeit berjemgen, die sich aus diese oder jene Art in den Dienst der Wohl- thätigkeit stellen wollen, auf eine Einrichtung hinzuweisen, die m einigen größeren Städten Deutschlands besteht und anscheinend erfolgreich wirkt, nämlich auf die sogen. Brockeusammlung. Fast in jeder Familie, namentlich in den besser gestellten, sammeln sich mit der Zeit Gegenstände an, die, weil sie dem jeweiligen Besitzer überflüssig geworden, in die Rumpellammer wandern und dort nach jahrzehnte langem Aufenthalt schließlich ins Feuer m den Kehricht oder zum Trödler kommen. In den Dachboden finden sich in friedlichem Durcheinander Möbel, Kinderspielzeug, Haus- und Küchengeräte, Bücher usw. usw., denen sich manche yamtlien entäußern möchten, wenn chr auf anständige Art Gelegenheit dazii gegeben würde. Auf der anderen Seite, fehlt es mancher Familie an dem nötigsten. Dem könnte abgeholfen werden, wenn die entbehrlichen Sachen gesammelt, wenn nötig ausgebessert und dann zu billigem Preise oder je nach Umständen gratis an bedürftige Personen oder Familien abgegeben würden. Einsender ist überzeugt, daß der Wert solchen Rumpellammer - Inhalts in Gießen sich nicht auf Hunderte, sondern auf tausende von Mark beläuft, die für wohtthätige Zwecke, etwa für die Vereine für Armen- und Krankenpflege, Kinderhort, für Beschaffung von Frühstück für arme Schulkinder usw. nutzbar gemacht werden könnten. Einsender dieses fand vor Jahren auf einem Hausboden unter anderem einen Sportwagen, mehrere Paar Schltttschuhe, eine Pupperiküche, mehrere Puppen und sonstiges Spielzeug, deren glückliche ehemalige Besitzer langst die Kinderschuhe ausgezogen, die aber sicherlich noch manches Kinderherz erfreuten, als sie aus chrem Versteck herausgezogen wurden. Und wie es mit dem oben bezeichneten Spielsachen, so ist es mtt den ausrangierten Gebrauchsgegenständen; manche unbemittelte ^amthe könnte ihren Hausstand ergänzen, chr Heim gemütlicher gestalten, 1890 rouröen b Pr°z-n1 g-jahlt. D« R°ing°a>im> beträgt war ! 9114 Mk. die oorgetragen werden. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich der Hotelbetrieb wesentlich gebessert. . . Harkort'fchc Bergwerke. Es wird von zuständiger Sette mttgeteilt da'ß nach den bisherigen Goldausbeuten auch für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende von 7 Prozent gezahtt werden kann. Das jüngft ausgetauchte Gerücht über günstige Ab- icblüffe in Murzari bestätig! sich. Es werden fett einigen Zlgen Reicherze^erzeigt, di?bis zum 18. ds. Mts. ca. 9 Hl. Gold eT9e®erüner Handelsgesellschaft und Pfälzische Bank. An der Berliner Börse zirkulierten Gerüchte, datz die Berliner Öandelsaesellschast die Pfälzische Bank in sich aufnehmen werde. ^^e1n5-ran£furter Bllllte wird die Ansicht aufaestellt, daß «m hen Gerüchten etwas Wahres sem könne. Wir sind ledoch d^ Meinung, daß nur ein vom Fuswnssieber erfaßtes Gehlm aushecken konnte und köimen nicht daran glauben, daß die ausgezeichnet geleitete Pfälzische Bank, die sich zu hohem Ansehen empo^ geschwungen hat, ihre Selbständigkeit aufzugeben gede'ikll Ww glauben & den Berlinern gern daß sie sich ur die große sichderitsche Ltimdschast hineindrangen mochteii, das wäre ein fetter Bissen, aber es ist wie gesagt unseres Erachtens ganz undenkbar, daß die populäre Pfälzische Bank auch nur im Geringsten daran denkt, sich Kohlenfyndikat. Für den Monat März bleibt die auf 38 Prozent veraoschlagte Produktwns- einschränkung wahrscheinlich in vollem Umsana erforderlich, diejenige pro April wird sich nach Angabe des Vorstandes wahrschem- lich aus 37 Prozent beziffern. . Attlcn-Gesellschaft für SPrunerer und Weberei an der sollen Mark. Die Generaloersanmilung hat die Bescklußsassung Über die Reorganisation der Gesellschaft, eventuell die ^guidation der Gesellschaft, die den Aktionären am erwünschtesten erscheint, ausgesetzt, roeif ein Gebot auf Ankauf des Terrains und sonstigen Aktiven der Gesellschaft vorliegt. Innerhalb sechs Wochen soll eine neue Versammlung stattfinden. — Llckrrizitätsgesellschaft vorm. «cyuckertNüru- Vera. Durch einige Blätter ging die Mitteilung, daß die Arbeitszeit wieder von 8 auf 10 Stunden erhöht worden seu Demgegenüber roirb nun gemeldet, baff es sich nur um eme Verlegung der Stunben in gewißen Abteilungen hanbelt, btc auch sttther^O Stimben OTbeüeten. Doch wird versichert, baff, wenn bie Beftellungen auch fernerhin fo reichlich einlaufcn wie setther, könne an eme Wieber- einsührung ber zehnstüiidigen Arbeitszeit m allen Setrieben gebacht roerben. ^^nbahnen. Die Bahn wird der am 25. stattsindenden Generalversammlung einen Antrag bett. Aufnahme einer Priorttätsaufnahme im Bettag von 3365000 Mk. stellen. Die Anleihe ist für Erweiterungs- und ErganzungDbauten sowie für Beschaffung von Betriebsmaterial bestimmt. Märkte. _ Gietzeu, 25. März. Marktbericht. 2ttif demherttiaenWochennmickt »osteten: Buller pr.Psd. 1,00—1,20 All., Hühnereier 1 Stck. 6Pfg., 2 Stck. 13 Psi, Gänseeier 13—14 Pfg., Enteneier 8 Pf., Käse pr. Stuck KlDiler-ei üporiwatreii in modernster Ausstattung von den billigsten bis zu den hochfeinsten Sorten, sowie eine größere Auswahl Marktwagen empfiehlt Friedrich Kühne sen. Sonnenschern Sternh^urmr, Bew. _ Feldstecher in jeder Preislage empfiehlt 2460 Emil Schmidt 16 Neuenweg 16. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, bap ber städtische Friedhof vom 16. März bis 15. Mai von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt und daff die cmf dem Friedhof Ve^ weilten eine Viertelstunde vor Schluff dechelben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, den 21. März 1902. Großherzogltche Bürgermeisterei Greßen. Mecum. ___ Zößrahm-TchlbMr Tchweizn-, Umer- Rchin-, Limblltger- « i Kein > Seifen-Pulver. Für Stoffwäsche. D Für bunte Wäsche. > Für weisse Wäsche. | Spart Seife! » Zu haben in allen besseren > einschlägigen Geschäften. < General-Vertreter: C Chr. Lndw. Thomas ä Giessen. 2459 Sonnenklar! ist bie vorzügl. Wirkung von Radedeuler: Karbol - Theer - fchwefel-Seifev.Ueremann &£o., Nadebeuk-Aresdeu gegen alle Art. Hliutunremigkeiten. ä St. 50 Psg. bei Ad. Bieter, Drog. 1503 Bekanntmachung, betreffend: Die Heichelheim'fche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 19. Juni d. I. die hcüb- jährlichen Zinsen mit 525 Mark an eine in Gießen wohnhafte, würdige und bedürftige israelitische Famllie oder Persor zu vergeben. Anmeldungen werden bis zum 15. 21ptu au unserem Büreau — Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 4 — entgegen genommen. Gießen, den 18. März 1902. 2303 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. ________________ KSv>- Flanelle in grossartiger Auswahl stets das Neueste der Saison von Mk. O.tiO an. Muster gratis u. franco. Flanell-Haus Carl Olitzd Frankfurt a. M. Kaiserstrasse gegründet 185L Vertreter u. Vertreterinnen gerecht. Oster* a ra'fiike3 empsiehlt als: Chocolade-Hafcu und Eier, Zuckerhafe« und Eier, Cartouagehafeu, Oster- körbcheu usw. in großer Auswahl. Lrrdwia Döll, Konditorei, Marktsttaße 32. 1690 QT NUlige Preise für Meder- Kerkäuser. März Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung 24. 2n 740,6 4- 8,8 4,3 50 W. 24. 925 740,2 + 4,5 4,8 76 8. 25. 7“ 732,6 + 2,4 64 93 8. 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