Nr. 21 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesstschen Landwirt die Gießener FamUien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93ei lag der Brüh l'schc. Univers.-Buch- u.Stein druckerei (Pietsch Erden Redaktion, LrpedtLioir und Druckerei: Schulstraße 7 Adreße für Depeschen. Anzeiger Gießen. FernsprkchanschlußNr.51. Samstag 25. Januar 1002 152. Jahrgang Erstes Blatt. BezngSYreiör monat lick 7b Pf., viertel- sährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Einnahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis-, lokal 12Pf. auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land* und „Gerichtösaal":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck GietzenerAnzeiger t-9 General-Anzeiger v '4aZ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Bekanntmachung. ßut Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers findet Montag den 27. d§. Mts., vormittags, Parade auf OSwaldSgarten statt. Genannter Platz wird daher an diesem Tage von 10»/, Uhr vormittags bis 121/* Uhr nachmittags für jeden Verkehr gesperrt sein. Gießen, den 26. Januar 1902. Großherzogliches Polizeimnt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Gesuch des Metzgers Heinrich Volkmann IV. von Heuchelheim um Genehmigung einer Schlächterei- Anlage. Heinrich Volkmann IV. von Heuchelheim beabsich- 517 tigt, auf dem Grundstück Flur I Nr. 541 10Q- der Gemarkung Heuchelheim eine Schlächterei-Anlage zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung, bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meldung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim vorzubringen. Gießen den 26. Januar 1902. Großherzogliches Kreis amt Gießen- v. Bechtold. Politische Tagesschau. Ein Jubiläum des Kaisers. Fünfundzwanzig Jahre sind am heutigen 25. Januar verflossen, daß der damalige Prinz Wilhelm im Jahve 1877 zu Kassel sein Abiturientenexamen machte und zwei Tage darauf, am 27., bei Vollendung seines 18. Lebensjahres mündig gesprochen wurde. Der Prinz bestand das Examen mit dem Prädikat „Genügend" und gab in dem vorgeschriebenen, von jedem Abiturienten einzureichenden Lebenslauf „Staats- und Rechtswissenschaften" als Gegenstand seines künftigen Studiums an. Unter den 17 Abiturienten erhielt Prinz Wilhelm sein Zeugnis als der Zehnte. Bei der Prüfung kamen drei Denkmünzen aus der zu Ehren eines 1802 verstorbenen Rektors von dessen Nachkommen errichteten „Karl Ludwig Richter-Stiftung" cm die drei am fleißigsten und würdigsten befundenen Primaner zur Verteilung. Unter diesen befand sich auch Prinz Wilhelm. Der Kaiser verlieh den Lehrern des Prinzen Orden, und die ronprinzlichen Eltern stifteten ein „Prinz Wilhelms-Stipendium" üoii 1000 Mark jährlich, das einem würdigen mittellosen Schüler des Kasseler Gymnasiums Lur Ermöglichung des Universitätsstudiums verliehen werden sollte. Die Mündigsprechung erfolgte am 27. Januar im Schlosse zu Berlin mit großer Feierlichkeit in Gegenwart | aller Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, der Würdenträger des Hofes und der Staatsminister. Dir Behandlung eines Arztes im Untersuchungsgefängnis. Aus Köln wird geschrieben: An den Fall Kuhlenkampf in Elberfeld erinnert der Prozeß, der am Freitag die zweite Strafkammer des hiesigen Landgerichts beschäftigen wird. Als im April 1901 vordem Elberfelder Landgericht der große Mllftärbefteiuugs-' Prozeß begann, kam der hiesige prattische Arzt Dr. Schu l z e, Sohn eines Oberstabsarztes, der sich allgemeiner Hochachtung und großer Beliebtheit erfreut, in den Verdacht, durch Ausstellung falscher Zeugnisse, Verabreichung von Medikamenten usw. junge Leute vom Diilitärdienst befreit zu haben . Dr. Schulze wurde verhaftet und soll, wie er behauptet, im Untersuchungsgesängnisin ein Loch gesperrt worden sein, in dem nicht ein mal ein Fenster vorhanden war. Kurze Zeit vorher sei er von einer Rippenfellentzündung genesen gewesen. Dadurch habe er einen Rückfall erlitten. Außerdem sei er mit gewöhnlichen Verbrechern zusammengesperrt worden. Obwohl von seinen Angehörigen Geld für eigene Verpflegung hinterlegt worden war, habe er zehn Tage lang Ge fän gnis ko st genießen müssen Er sei überhaupt behandelt worden, als wenn er bereits eines Verbrechens überführt worden, wäre, und schließlich habe sich die ganze Sache als eine fallsche Denunziation herausgestellt. Da er in dem Loch, in dem er einge- fperrt worden sei, gefroren habe, habe er sich in ben Kleidern zu Bett gelegt; deshalb sei er zur Rede gestellt, worden. Am folgenden Tage habe er sich mit anderen Verhafteten in Reih und Glied aufstelleu und den Kaffee in Empfang nehmen sollen Er habe sich dessen geweigert. Deshalb habe er cm jenem Tage bis abends 6 Uhr kein warmes Essen bekommen. Zu einem Verhör im Justizgebäude sei er im allgemeinen Zellenwagen gebracht worden. Dieses Vorkommnis hat den Ende Juni v. I. zu Hildesheim abgehaltenen deutschen Aerztetag beschäftigt und dort die größte Verurteilung erfahren. Neber diese Verhandlung des Aerztetages soll Dr. Schulze an die „Köln. Ztg." berichtet haben. Dieses Berichtes wegen hat die Staatsanwaltschaft gegen Dr. Schulze und den verantwortlich zeichnenden Chefredakteur der „Köln Ztg." Ernst Posse die Anklage wegen Beamtenbeleidigung auf Grund der §§ 185, 186 und 187 des Strafgesetzbuches erhoben. Die cZtaats- auwaltschaft behauptet, dem Vernehmen nach, daß die Mitteilungen des Dr. Schulze, auch die betreffs des Nnter- suchungsrichters, unwahr seien; Dr. Schulze sei im Gegenteil sehr gut und schonend im Gefängnis behandelt worden, er habe also wider besseres Wissen unwahre Thatsachen behauptet, bezw. verbreitet usw. Tie Angeklagten beabsich- ticjen den Beweis der Wahrheit zu führen. Es ist sowohl von fetten der Staatsanwaltschast als auch von der Verteidigung eine große Zahl Aerzte und Gefängnisbeamte als Zeugen geladen. Weibliche Bahnbeamte. Die beim würitembergischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten gebildete Verkehrsabteilung schreibt au§, daß sie beabsichtige, Frauen und Mädchen in den Eisenbahndienst aufzunehmen und im Fahrkartenausgabedienst, Güterabferüg- ungs- und Gepäckdienst, sowie im Kanzleidienst der Generaldirektion zu verwenden. Vorraussetzung für die Annahme sind: Lebensalter von mindestens 18 und höchstens 30 Jahren, lediger Stand oder Wittwenstand ohne Kinder, körperliche Tauglichkeit, insbesondere ausreichendes Hör- und Sehvermögen, guter Leumund, gute Schulbildung, eventuell Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Nach der Aufnahme beginnt eine dreimonatige Uebungszeit ohne Taggeld. Vorbehalten bleibt die Ausbildung im Telegraphendienst. Nach Ablauf der Uebungszeit und bei genügender Qualifikation erhält die Anwärterin ein Anfangstaggeld von 2 Mark, dessen Erhöhung allmählich erfolgt; später wird sie als ständige Eisenbahngehülfin verwendet und erhält eine etatsmäßige Anstellung. Verheiratung bewirkt die Auflösung des Dienstverhältnisses. — Nach der „Münch. Allgem. Ztg." verlautet, daß auch die bayerische Staatsbahnverwaltung die Verwendung weiblicher Personen im Eisenbahndienste in Aussicht genommen hat. Aus Stadt und Kand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemeffcn honoriert. Gießen, den 25. Januar 1902. " Oberhesstscher Geschichtsverein. In der Donnerstagsitzung des „Oberh. Geschichtsvereins hielt Privatdozent Dr. K ö h le r den angekündigten Vortrag über den „Katzenelnbogi- schen Erbfolgestreit bis zum Augsburger Reichstage vom Jahre 163 0". Die Persönlichkeit Philipps von Hessen, führte der Redner aus, ist außerordentlich interessant wegen des ungemein scharfen Blickes, den er auf allen Gebieten des politischen Lebens bewährte. Er betrachtete jede politische Frage nicht für sich allein, sondern im Zusammenhänge mit den aktuellen Fragen der Zeit. Diese politische Umsicht bewährte er auch bei dem Hrbstreit um die Katzenelnbogische Erbschaft. Der Redner ging dann genauer auf die Geschichte des Grafengeschlechts derer von Katzenelnbogen ein. Ihr anfänglich nicht sehr bedeutendes Besitztum wußten sie allmählich zu erweiten, sodaß es gegen Ende des 15. Jahrhunderts einen Umfang hatte, der in seinen beiden Teilen, der Ober- und der Nieder-Grafschaft, ungefähr a/8 des heutigen Großh. Hessen entsprach. Als das Grafenge- schlecht ausstarb, kam es zum Streite zwischen Hessen und Nassau, die beide auf Grund von Heiratsbeziehungen Anspruch auf das reiche Erbe machten. Der Redner schilderte in interessanter Weise die einzelnen Phasen dieser Kämpfe, wie Philipp von Hessen sich gegen die berechtigten nassauischen Ansprüche behauptete, indem er bald Entscheidungen, die zugunsten Nassaus hätten ausfallen müssen, hinauszuschieben wußte, andererseits durch Abschluß günstiger Bündnisse mit Kursachsen rc. und glänzende Anerbietungen zu verhindern Gießener Stadttheater. Der tolle Wenzel. Posse von W. Mannstädt. Die alte Posse ,,Der tolle Wenzel" wollte Herr Woisch, unser liebenswürdiger Komiker, zu neuen Ehren bringen, indem er sie zu seinem Benefiz erwählte. Doch das war verlorene Liebesmühe. „Der tolle Wenzel" ist in den zwanzig Jahren, die er nun glücklich auf dem Rücken hat, nicht vernünftiger geworden; ja, man könnte fast behaupten, daß er, wenn er früher toll und närrisch war, im Laufe der Jahre seinen Verstand ganz verloren hat und reif geworden ist für die Insel der Blödsinnigen. Der Geschmack der guten Gesellschaft hat sich eben mit den Jahren erheblich gewandelt, man hat auch im Theater gelernt, mit anderen Maßen zu messen. Die Posse ist nach ältester Poffenschablone gefertigt, die, im umgekehrten Verhältnis zu einem alten Waffeleisen, von dem die ältesten Leute heute erzählen, daß es ehemals mit den Jahren an Wert zunahm, von Jahr zu Jahr im Werte zurückgeht WaS uns früher lustig schien, langweilt uns heute, und wenn wir uns- über etwas ein wenig freuen, sobald einmal eine von diesen „ollen Kamellen" uns wieder begegnet, so ist es die Thatsache, daß es immer noch ein anspruchsloses und naives Publikum giebt, das nicht mit kritischen Augen in die Coulissenwelt blickt und sich ein paar Stunden sichtlich angenehm unterhalten läßt durch solche bescheidenen Scherze. Es hat etwas Rührendes an sich, diese harmlose Unbefangenheit, aber sie ist doch auch wieder bedauerlich als ein Zeichen des Jndifferenlismus gegenüber dem Ernste der Kunst überhaupt, nicht allein der dramatischen. — Doch das nur nebenher. ‘ Zuzugeben ist ohne weiteres, daß ein Mime, der, im Gegensatz zu unserem „Faust "-Benefizianten, Herrn Gerlach, augenscheinlich übrigens nicht ganz so sehr aus Veranlagung als aus Neigung nach den Üorbeern hascht, die ihm) die deutsche Possenwelt zu gewähren vermag, bei dem Mangel an litterarischen Possen — die einzige dürfte, außer unserem tüchtigen „Tatterich", Wolzogens „Lumpengesindel" sein — zu .Ausgrabungen" schreiten muß. Schade nur, daß diese nicht immer so erfolgreich find wie die, die jetzt im Begriffe sind, unser Altertumsmuseum im alten Rathause und bte Kenntnis von allerlei Intimitäten unserer Altvordern zu bereichern. Die gestrige Aufführung im Stadttheater fyat uns leider auch darstellerisch enttäuscht. Es fehlte der frische, kecke Humor, die rechte launige Stimmung, die mitreißende Ausgelassenheit, die nicht einen Moment zur Besinnung kommen läßt und darum zu einer Posse unbedingt gehört — wie ein Loch zum Strumpfe, um mich eines Ausdrucks im Stile des braven „NullerP zu bedienen, das, wie uns Herr Beck aus Köln jüngst zeigte, seine verblüffend realistischen Vergleiche so schön aus der engen Welt seiner Begriffe und Anschauungen nimmt. In einer solchen Posse muß, wie's der Titel schon vorschreibt, alles mit rasender Tollheit durcheinander wirbeln und durcheinander prasseln, Schlag auf Schlag muß folgen, wie beim stärksten Gewitter. Dann übersieht man die Fadheiten der Handlung, und dann könnte selbst der „Casus" von der Bank, den Frau Kiebitz und Herr Stille erleiden, uns lachen machen. Unter den Herrschaften auf der Bühne herrschte eine gewisse steife Gezwungenheit, selbst der Benefiziant, Herr Woisch, war weder sattelfest noch besonders guter Laune, obwohl ein Fäßchen Bieres triumphierend ihm entgegenrollte als Spende aus dem Publckum zum Ehrenabend des Künstlers! Man war unlustig, ließ sich gehen — und ließ sich wieder nicht gehen, nämlich künstlerisch: es fehlte die heitere Ungezwungenheit. Herr Woisch wußte ja durch allerhand alte Nuancen die Heiterkeit eines Teiles des Auditoriums wach zu halten, aber er übertrieb ganz außerordentlich. Schon seine ganze Haltung, Maske rc. als falscher Wenzel waren verfehlt; mir will es scheinen, das wäre gar keine Rolle für ihn, sondern eher für den -jugendlichen Komiker, für den sogen. Naturburschen, den „Tenorbuffo" der Posse. Herrn Zoder mag sie ganz gut anstehen. Die ganzen Vorgänge nähern sich nur dann einigermaßen der Vernunft, wenn aus diesem Wenzel ein schüchterner Jüngling gemacht wird, wie etwa der Apotheker in „Krieg und Frieden". — Frau Woisch- Hesse dagegen, die gestern Haus und Herd verlassen und als hilfteiche, edle und gute Gattin ihrem Manne zu seinem Ehrentage auf die Bühne gefolgt war, getreu den Geboten der Bibel, errang als Soubrette einen schönen, vollen Erfolg. Wenn sie sich weiter keine vergebliche Mühe mit dem Gebirgsdialekt gegeben hätte, dann wäre ihre künstlerische Leistung vollendet gewesen. Ihr Gesang ist von tadelloser Reinheit, ihre Stimme umfangreich und ergiebig, ihr Organ wohllautend, ihr Temperament liebenswürdig neckisch, Figur und Bewegungen anmutig. Daß ihr die Zischlaute einige Schwierigkeiten bereiten, ist ein sehr unerheblicher Mangel. Wir würden uns freuen, wenn Frau W.-H. zu noch einigen weiteren Gastspielen gewonnen würde. Frl. Hohenfels war eine sehr angenehme Erna und brachte die Verwandlungsszene mit Virtuosität zu schöner Geltung. Aber sie war in dieser Gesellschaft doch zu gemessen. Ihr fehlte der „tolle" Uebermut ebenso wie Herrn Zoder, der die Titelrolle innehatte. Eine wirklich komische Figur war der diskrete Kanzleibote Schusielich des Herrn Sandor; eine gute Wirkung konnte nicht ausbleiben. Ganz verfehlt war der Geheimrat des Herrn L e ß m a n n, der diesen düstern Bureaukraten in hoher Stellung mit Tierbändigermanieren darstellte. Recht niedlich dagegen war in kurzer Episode Frl. Brandau,und Frau Jenny gab eine prächtige Witwe mit einem möblierten Vorderzimmer. Was dem „tollen Wenzel" volle Ehre machte, war per Theaterzettel, auf dem das tollste Chaos herrschte; es mag für manchen ebenso unentwirrbar gewesen sein wie die Idee dieser nach meinem Geschmack jenen Gefilden verfallenen Posse, von wannen es kein Wiederkehren giebt. P. W. Frankfurter Theater. Im Opernhause führte sich Frau Beatrix Kernic in Smetanas „Tie verkaufte Braut" und in Bizets „Carmen" aufs Vorteilhaftesle ein. Besonders die zweitgenannte Partie zeugte von großer Künstlerschaft unserer neuen Primadonna, in welcher die Intendanz eine vornehme Kraft gewonnen hat. Im Schauspielhause gastierte am Dienstag Frl. Irene Triesch vom Deutschen Theater in Berlin. Sie ist noch immer ein Liebling der Frankfurter. Ihre Hanne ist ein Kabinettstück realistischer Kunst und Frl. Triesch wurde auch darnach gefeiert. In derselben Vorstellung gewann sich auch Bauer als Fuhrmann Henschel neuen Ruhm. mehr §u verteuern. — »ans Emil Gustav zur Aufbringung der großen noch erforderlichen Geldmittel durch Aufrufe, Sammlungen, Vorträge usw- wurde einer eingehenden Erörterung unterzogen. ** Automaten- und Fahrradsteuer. Alle Diejenigen, welche noch mit der 'Automaten-- und Fahrradsteuer im Rückstände sind, seien hiermit an die Entrichtung derselben erinnert, da die Steuer andernfalls zwangsweise beigetrieben wird. Mainz, 23. Jan. Infolge des herrschenden Mangels an Schl a ch ts ch wein e n auf den deutschen Viehmärkten kommen gegenwärtig größere Sendungen von geschlachteten Schweinen aus Dänemark und Oesterreich hier auf den Biehrnarkr. Lebende Schweine dürfen bekanntlich wegen ider Sperre nicht über die Grenze gebracht werden- Da nun -geschlachtete Tiere bedeutend höhere Beschaugebühren zu! bezahlen haben als Tiere, die lebend eingeführt werden, 'so ist der Stadtverordnetenversammlung von der Bürgermeisterei der recht zeitgemäße Antrag unterbreitet worden.1 während der Dauer des Notstandes die Gebühren! 'für geschlachtete Schweine nicht höher zu bemessen als dicGebührenfürlebend eingebrachte 6 Jahre alt, Sohn des Fabrikanten Fritz Egli) dahier. Lud- wrgLöckel, 65 Jahre alt, Landgerichtsdirektor dahier. Gestorbene. Am 17. Januar: Heinrich Brück, 9 Monate alt, Sohn des Taglöhners Heinrich Brück dahier. 20. Christian Pitzer, 36 Jahre alt, Kutscher dahier. Georg Stephany, 53 Jahre alt, Betriebs- werkrneister dahier. Marie Kliffniüller, geb. Stohr, 72 Jahre all, Ehefrau des Schuhmachermcisters Ludwig Kliffmüller dahier. Heinrich Hof, 20 Jahre alt, Fabrikarbeiter dahier. Georg Balser, 41 Jahre alt, Agent dahier. 22. Ernestine Schlitt, 1 Jahr alt, Tochter des Vureaugchilfen Theodor Schlitt dahier. 23. Heinrich Schneider, 45 Jahre all, Taalöhner dahier. £>i ~ Egli), 6 Jahre alt, Sohn des Fabrikanten Fritz El Auszug ous den Kichttbjichtru i>er Ztabt Gjkßcn. Evangelische Genre in de. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 19. Januar. Dem Fuhrmann Heinrich Opper eine Tochter, Marie, geb. den 1. Dezeinber. Denr Kutscher Johannes Fölsing eine Tochter, Margarethe, geb. den 18. November. — Markus gern ein de. Den 19. Januar. Dem Hilfsbremser Karl Bairer eine Tochter, Bertha Katharine Marie, geb. den 25. Dezeinber. Dem Oelhandler Johannes Erb eine Tochter, Marie Paula Elise, geb. den 17. Dezember. Den 20. Januar. Dem Zementierer Karl Bögler eine Tochter, Lina, geb. den 2. November. — Lukasgemeinde. Den 19 Januar. Dem Wagenptltzer Karl Rethwisch ein Sohn, Otto, geb. den 22. November. Dem Lackierer Philipp Weigel ein Sohn, Wilhelm Heinrich Gottlieb, geb. den 30. November. — Johannes- g c nt e inde. Den 19. Januar. Dem Buchdrucker Gustav Zichäus em Lahn, Gustav Hermann, geb. den 9. Januar. Beerdigte. M a tth äns g em e i n d e. Den 22. Januar. Heinrich Hof, Sohn des Kistenmachers Karl Hof und seiner Ehefrau Anna Margareche geb. Becker, 20 Jahre alt, starb den 20. Januar. Christian Pitzer, Kutscher, verheiratet, 36 Jahre alt, starb den 20. ^anuai1. Len 23. Januar. Marie Kliffmüller, geb. Stohr, Ehefrau des Schuhmachers Ludwig Kliffniüller, 72 Jähre alt, starb den 20. Januar. — L u k a s g e in e t ii b c. Den 22. Januar. Georg Stephany, Großh Betriebswerkmeister, 52 Jahre all, starb den 20. Januar. — Jo Hannes gemeinde. Den 23. Januar. ®c.or9 Daher, Agent, ^ohn des verstorbenen Glasermeisters Georg Hemrich Balser, 41 Jahre alt, starb den 20. Januar. — Absicht, dieselbe alsbald zu begleichen. Hätte er aber auch die Beträge zurückerstattet, so könnte diese nachträgliche Reparierung des zugefügten Verniögensschadens die Bestrafung wegen Betrugs nicht verhindern. Da der Angeklagte wegen Betrugs vorbestraft ist, erhält er unter Zubilligung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten, die er sofort antritt. — Die Verhandlung gegen Katharina Balser wegen Diebstahls wird infolge Ausbleibens einer Haiwt- zeugin vorläufig ausgesetzt. — Ter vorbestrafte Taglöhner Gg, Fr. Lenz von Ober-Schmitten, har aus einem Hause' ui Abwesenhell des Besitzers einen kleinen Hund gestohlen. Er wird zu einer Ge-- fäiigniSsrrase von ,4 Atonalen verurlellk. — Der m Gießen in Diensten gewesene .Otto Josef Bär aus Freiburg wurde, als er cines^ Nachts nach Hause kam und gerade das Thor betreten halle, im Thorgang von einigen Mengergeselleu, mit denen er einige Stunden, vorher Differenzen gehabt halte, angesallen. Da er Thät- lichkeiten befürchtete, stach er mit einem Metzer — dem einzigen Gegenstand, den er zur Hand halte — um sich und verletzte einen der Gesellen erheblich am Kopf und im Gesicht. DaS Gericht sprach den Angeklagten frei, da durch die Beweisaufnahme festgestelll wurde, daß er sich in gerechter Slotwehr befand. — Die Privar- klagesache Z a h r t gegen Seeg wird auf den 14. Februar zwecks Erhebung weiterer Beweise vertagt. e Gießen, 23. Jan. fGe w e rb e g er i ch t.) Den Vorsitz führt Beigeordneter Wolff.— Es stehen vier Klagen zur Verhandlung. Die erste Klagesache tourbe auf Antrag des Beklagten vertagt. — In der Sache des Cvnst.Römer hier, vertreten durch seinen Vater, gegen den Installateur Johs. Thörner hier, lvegen Herausgabe des Arbeitsbuches, erklärte sich Beklagter bereit, dieses alsbald herzugeben. — Das Dienstmädchen Auguste Rohde hier, verlangt von dem Wirte Hans P rotten - geier hier, 12 Mart Lohn. Die Parteien einigten sich dahin, daß Beklagter der Klägerin im ganzen noch 7 Mk. bezahlt, womit alle gegenseitigen Ansprüche aufgehoben sind. — Der Dachdecker Carl Kl i n g e l m e i e r hier, klagt gegen den Dachdeckermeisier und Wirt Wilhelm Fischer hier, auf Zahlung von 16.50 Mk. Lohn. Ta der Beklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung im heutigen Termin nicht erschienen ist, wurde er auf Antrag des Klägers durch Versäumnisurteil nach Klageantrag verurteilt. AüSM AUö b?n Lralldesgeitsretzisttto der AtM Hießen. Aufgebote. Am 16. Januar: Heinrich Friedrich Roth, Kaufmann dahier mit Ottilie Elisabethe Starck in Frankfurt a. M. 17. "Adam Wettach, Kaufmann dahier mit Marie Melchior m Frankfurt a. M. 21. Kart Tambmann, Feldwebel dahier mit Emma Wagner in Botten- hvrtz. 22. Otto Ruhl, Fußgendarm in Darmstadt mit Marie Katharine Göbel dahier. 23. Tr. Richard Louis Herz, Chemiker in Frankfurt a. M. mit Toni Pasch dahier. 24. Xaver Koch, Rangierer dahier mit Martha Christiane Pauline Hofmann hierselbst. Geborene. Am 11. Januar: Dem Konzertunternehmer "Adolph Heinrich John Mackens ein Sohn, Hans Theodor. 13. Dem Kaufmann Ferdinand' Krämer ein Sohn, Siegfried. Dem Fuhrknecht Karl Schmidt ein Sohn. Dem Schreiner Joseph Langer ein Sohn, Karl August Wilhelnu 15. Dem Fabrikarbeiter Jnnovenz^Krack ein Sohn, Rudolf. Dem Taglöhner Eberhard Schmidt eine Tochter, Susanne. 16. Dem Schneider Kaspar Volland eine Tochter, Käthe Elisabeth. 18. Dem Schneider Wilhelm Hoffmann ein Sohn. 19. Dem Tapezier Christian Arnold ein Sohn. Dem Bremser Peter Fackiner ein Sohn» Erich Heinrich. 20. Dem Heizer Friedrich Schupp eine Tochter. Dem Lehrer Ernst Reich eine Tochter. 21. Dem Taglöhner Johannes Schäfer V. eine Tochter, Elisabethe Wilhelmine. 23. Dem Maurer Adam Menz ein Sohn. Dem Taglöhner Karl Strack ein Sohn. I breiteten Gerüchte auf Wahrheit beruhten. — Zu dem Gerücht, daß bei dem Duell Falkenhagen inkommen'tmäßig ge- I schossen habe, wird mitgeteilt: Der verhaftete Domänen- ! Pächter, der die Zeitungsberichte über den Zweikampf eifrig gelesen hatte, wies diese Behauptung nach seiner Festnahme entschieden zurück. Ihre Unrichtigkeit wird jetzt auch! von anderer Seite bestätigt. Falkenhagen hat keine eigentlich akademische Bildung genossen, sondern nur einige Semester auf einer höheren landwirtschaftlichen Schule verbracht. Er ist auch nicht Reserveoffizier. * Zum Th eaterb r and in Stuttgart- Daß ein Betreten der noch stehenden Gebäudeteile immer mit großer Gefahr verknüpft ist, beweist, daß durch herabfallende Plajondteile heute vormittag ein Teil der mit Ausräumen beschäftigten Arbeiter ernstlich gefährdet wurde. Auch der König geriet gestern nachmittag in die Gefahr, von herabfallendem Schutt getroffen zu werden. Es wird deswegen wohl kaum möglich sein, ohne umfassende Sicherungsarbeiten die Ruinen zur allgemeinen Besichtigung zu öffnen, oder die noch erhaltenen Räume, wenn auch nur provisorisch, in Gebrauch zu nehmen. — Bei dem Brande sind zusammen 260 Feuerwehrleute in Thätigkeit gewesen. Die Zahl der zur Hilfsbereitschaft herbeigerufenen Militär- m .. / 3 ... „ x,, , .Mannschaften betrug über 500. 6 Mafchinenleitern und «chivemc. um bett Preis des wchwemefletsches nrcht Iwch über 3000 Meter Schlauch fanden bei dem Riesenbrarrde mehr zu verteuern - Zn der h-utrgen Sitzung der Bcrmendung. Aus bemühe 50 Strahlrohren wurde vom Stadtverordneten wurde be,chlosi«n, für die Folge Zeitpunkt des Nusruckens der Berufsfeuerwehr bis mor. von der Erhebung eines Etnzugsgeldrs für die Verleihung geng 8 Uhr eine Wassermen« von 6000 66m. auf das beä Ortsbürgerrechts an naturahfierte Msland-r rasende Element gegossen. Der Gesamtwasserverbrauch bei abzu,ehen. Seither mUrbeti von der Stadt 200 Mark er- dem Brande ist der seit Menscktengedeuten bei einem Feuer hoben. - Der Berkaus von IS Bauplatzen auf dem Gebiete hier nicht in Betracht gekommene Aufwand von etwa der Schloßfreiheit durch einen hiesigeii Sensal um den 13 000 Corn- Betrag von 600 000 Mark wurde genehmigt- Die Bebauung * Was ist ein Kurzschluß? Unter dieser Spitz- ber Plätze soll am 1. April in Angriff genommen werden, marke schreiben die „M. N. N." anläßlich des Stuttgarter b Mainz, 23. Jan. Zur Ueberuahme des hiesigen Theaterbrandes: Bekanntlich wird neben anderen Ur- Stadttheaters, von dessen Leitung bekanntlich Kapell- fachen der Brandkatastrophe, der das Stuttgarter Hof-The- melfter Emil Steinbach mit dem Schluß der nächst- ater zum Opfer fiel, auch eine Zündung infolge' elektri- jährigen Saison zurücktritt, hat sich unter zahlreichen schen Kurzschlusses angenommen. Im aUgemeineu nennt Bewerbern auch der früher? Leiter unseres Theaters, Di- man Kurzschluß jeden in einer elektrischen Leitung durch rektor i m e n s gemeldet. I Fehler oder Beschädigung des Jsolierungsmaterials sich Wiesbaden, 23. Jan. ^n einer hiesigen Weingroß- bildenden Nebenweg für den Strom, der sich immer den Handlung wurde bei der Kellerrevision bemerkt, daß möglichst kürzesten Weg sucht, um zu einer Ursprunasstelle Flaschenweine im Wert von e tw a 20000 M a r f fehl- zurückzu kehr en. Wird nun z. B. die Isolierung der Leit- ten. Der seit zehn Jahren angestellte Kellermeister, der! uugsdrähte, meist umsponnene Guttapercha, aus irgend früher die Revision selbständig vornahm, ist entlassen einer Ursache, es sei hier nur an die in London und worden. I Paris vorgekommenen Fülle der Zerstörung der Isolierung Kassel, 22. Jan. Im Frühjahr 1900 erschien hier durch Ratteilbiß oder durch Spatenstiche erinnert, beschädigt, eine Schrift, worin angebliche Unregelmäßigkeiten in der so wird in dem eigentlichen Stromkreis der elektrische Waggonfabrik Weg mann u. Co., Rothenditmold Strom geschwächt, während er in dem sich bildenden bei Kassel dargelegt und der Vorwurf erhoben wurde, kürzeren Nebenschlüsse ein Glühen der Leitungsteile Herman habe Minderwertiges Material beim Wag- beifuhrt, das die Ursache gefährlicher Brände werden kann, gonbau benutzt, und abnehmenden Kontrollbeamten Einen gewissen Schutz gegen diese Gefahr bieten die von zu täuschen gewußt. Die Schrift wurde mit Beschlag Edison erfundenen Bleificherungen, die darin bestehen, daß belegt. Der Verfasser war der frühere stellvertretende Di- an passenden Stellen, namentlich an allen Berzweigungs- rektor der Firma Wegmann u. Co., Techniker Fischmann. Punkten der Leitung Bleistreifen eingeschaltet werden, die Er hatte vor seiner Entlassung den Kommerzienrat Weg- so abgemessen sind, daß sie schmelzen, wenn ein stärkerer mann in einem Briefe darauf aufmerksam gemacht, daß Strom durchfließt, als derjenige ist, den sie noch gerade -in seiner Fabrik nicht alles mit rechten Dingen zuginge. 1 aushalten sollen. Dadurch wird ein fast augenblickliches So hätten die Probezerreitzungen des Eisens, oas für I Unterbrechen des Stromes herbeigeführt. Eine besonders Güterwagen der Eisenbahn-Direktionen Köln und Frankfurt I wichtige Rolle spielen dies: Sicherungen, ' am Main verwendet worden sei, nicht die vorgefchriebenei Teil aus Silberstreifen hergestellt werden, Festiglkeit gehabt. Man habe bei den Proben i ‘ c Höherer Eisenbahubeamten es so einzurichter ten, abzüglich ei ..._____ ____ ___ ^,v„r Ulk,ölv<.u.iax>iui»i - . , — Schneioergeselle I__,.o Mayer in Kassel sowie wegen Erpressung zu. Mehr als l Ä^ßner Hat, während er in Gießen in Diensteii stand, von seinem Äeuaen waren au der aeftriacn Aerfianbluita hnr Geister Geldbeträge tm Gesamtwerte von 19 Mk. verlangt und er- SirWmme7 aetaden ^en' ist mll diesem Geld aus Gießen verschwundch. Er hat iLL' Mrt brieflich um u-d-rstndung einer ■ ÖIC 3 «ItlWgtrtt -edj Rechmiw' crkucht in der — m der heilligen Verhandlung behalte Guterwagen der Eisenbahn-Direktronen Köln und Frankfurt I wichtige Rolle spielen dies: Sicheruiigen, die jetzt zum am Main verwendet worden sei, nicht die vorgeschriebene! Teil ans Silberstreifen hergestellt tverden, bei der Anlage Festigkeit gehabt. Man habe bei den Proben in Gegenwart der Glühlampenleitungen, wo sie der Zerstörung der gegen Höherer Eisenbcchnbeamten es so einzurichten gewußt, daß stärkere Ströme besonders empfindlichen Glühlampen vor- das gute Eisen oben, das minderloertige unten gelegen beugen. Eine besondere Art des Kurzschlusses ist auch habe; das gute Eisen sei dann wieder in die Magazine! die Ursache des Versagens der elektr. Akkumulatoren, indem gewandert und nur das schlechte verwandt worden. Der sich die von den Platten abgesallenen Mennigestücke auf Briefschreiber stellte das so dar, als seien diese Vor- oem Boden des Gefäßes sammeln und bald eine leitende gänge nicht nur ihm, sondern auch Wegmann bekannt ge- Verbindung der beiden Platten bilden. wesen. Fischmann bemerkte noch in dem Briefe, Kammer-1 ---'' ■■ zienrat Wegmann möchte doch dafür sorgen, daß er, Fisch- OTbprirMGlrtrtl mann nicht etwa in einem Prozesse als Zeuge über diese y«1- d-miNf. K 5 •..:«« SÄ t)ie^€d lüUr^c Fischrnann I junge Leute mit dem Messer gestochen, von denen der eine längere entlassen. Er fand ut Hannover Stellung, wo er ein Jahr Zeit in Lebensgefahr schwebte. Mit Rücksicht hierauf und auf das später die Schrift herausgab. Diese zog ihm eine Anklage Unmotivierte der Körperverletztung erkannte da§ Gericht auf eine wegen öffentlicher Beleidigung des Kommerzienrats R. Weg- Gesanllgefängnisstrasc von 1 Jahr 2 Monaten, abzüglich einer ciu- mann und deS Elsenbahudirektors Geh. RegierunasratS! monatlichen Untersuchungshaft. — Der Schneidergeselle Franz Mayer in Kassel sowie wegen Erpressung zu. ~ V " wu^c, daß man mit Waffengewalt gegen ihn vorging. Die! Angerlagten. Ein als Sachverständiger vernommener Eisenklare Vortragsweise des Redners, der sich das rege Interesse bahn-Jnspektor sagte aus, er habe sich im Auftrage des seiner Zuhörer bis zum Schlüsse zu erhalten wußte, crleich- Eisenbahn-Präsidenten, als eine Anzeige eingelaufen war, terte sehr das Verständnis dieser venvickeltcn Rechtsverhält- in die Wegmannsche Fabrik begeben, sich dort unauffällig Nisse. Reicher Beifall belohnte denn auch den diebnet dre ihm ttanb noch mteieffantc Mittcilungen über die neue,ten Graber- betonte, Wegmann sei makellos aus dem Prozeß hervor- sunde auf dem »Trieb und m Klem-Lmben, und lud bie geganßen und beantragte gegen Fischmann sechs Monate Anwesenden zum Bepiche der letzteren Grabsiatte, von der Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Das Gericht ging einige Photographien herumgereicht wurden, em. über dieses Strafmaß hinaus und verurteilte Fchchmann ** Auszeichnungen. Ter preußische König hat wegen Erpressung und Beleidigung zu sieben Monaten den nachbenannten ReichsbeamtLn die Erlaubnis zur An- Gefängnis. Die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte legung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Orden er- wurde nicht ausgesprochen, wohl aber wurde Fischmann teilt, und zwar: des Ritterkreuzes erster Klasse des Großh. sofort verhaftet. hessischen Verdienst-Ordens Philipps d-es Großmütigen: hem ——- ■ ■ - Telegraphen-Direktor von der Mülbe zu Darmstadt; 2Urnnfditnt der Rllter-Jnsignien zweiter Klasse pes anhaltischen Haus- Ordens Albrechts des Bären: dem Postdirektor Münch! * Zum Sprin ger Zwei kampf werden nach und zu Bad-Nauheim. «nach auch Umstände bekannt, welche darauf hindeuten, daß ** Die Sitzung des Hessischen Haupt-Vor- die Beziehungen Falkenhagens zu der Fran des erschossenen standes des Evangelischen Bundes mit den Ab- Landrates v. Bennigsen schon seit geraumer Zeit bestanden geordnete« der Zweigvereine, die am Mittwoch nachmittag haben müssen. Die Familie der Frau befand sich vor Jahren im „Basler Hof" zu Frankfurt a. M. stattfand, war zahlreich ch derartig schlechten Permögensverhältnissen, daß der gänz- besucht. Oberlehrer Lic. Waitz von Darmstadt, der in Ruin hereinzubrechen drohte. Da unternahm es der Vertretung des Hofpredigers Ehrhardt den Vorsitz führte, Vater des Landrats, Oberpräsident a. D. v. Bennigsen, unter- .berichtete über die Generalversammlung in Breslau und stützt von anderen Mitgliedern der Familie, ein größeres chie Thätigkeit bös tzauptvorstandes im vergangenen Jahre; Kapital zusammenzubringen, womit dann der finanzielle mit besonderer Freude wurde die Neugründung von acht.Zusammenbruch abgewendet wurde. Zu dieser Sanierung Zweigvereinen begrüßt. Nachdem die einzelnen Mgeord- .all der Vater des jungen Falkenhagen, Ami'srat Falken- neten aus ihren Heimatsbezirken Bericht erstattet und Hagen, eine beträchtliche Summe zugeschossen haben. In die sich anschließende Diskussion mannigfache Anregungen dem Klub, in dem der Landrat verkehrte, hat man lange gebracht hatte, wurde «och die Preßt'yätigkeit und die gezögert, diesem Mckteilungen über die in Umlauf gesetzten Diakonie des Bundes in H e s s e n besprochen und in Sachen Gerüchte, die Ehre seiner Frau betreffend, zu machen, der Einigung der deutschen evangelischen Landeskirchen die Schließlich kam man aber zu der Ueberzeugung, daß ein Wsendung einer Resolution an den Zentralvorstand in I längeres Stillschweigen dem so schmählich Hintergangenen Halle beschlossen. Die diesjährige Lau des versa mm- Ehemann gegenüber nicht möglich sei. Nach der nun er- lung wird voraussichtlich in Gießen stattfinden, folgenden peinlichen Erklärung hatte v. Bennigsen eine so- — In der sich unmittelbar anschließenden Sitzung des l fortige Unterredung mit seiner Frau, die den Schukdbeweis Hessischen H i l f s aus s ch u s sc s zur Unterstützung der «der Frau dem Herrn v. Bennigsen nicht lebendig werden -evangelischen Bewegung in Oesterreich wurde zunächst über! ließ Er kehrte entrüstet in die Gesellschaft zurück und konnte die Thätigkeit des von Hessen nach Jadenburg in Steier-1 erst durch Hinweis auf ganz bestimmte Vorfälle, die der eine mark entsandten Vikars Göttert Bericht erstattet. Der Ber-! oder andere beobachtet hatte, und die nicht zu widerlegen mögensstand des Ausschusses belief sich am 1. Okt. v. I. waren, überzeugt werden, daß die über seine Frau vorauf 2683 Mk-, wozu seitdem 1287 Mk. hinzuramen, beiten 1554 Mk. Ausgaben gegenüberstehen. Die weitere Agitation — Hypothekenbanken. Laut „Voss. Ztg." besteht im Lcmd- wirtschastswinistLrium die Absicht, eine Aufsichtsbehörde ür die Hypotheken banken in Form einer Zentralstelle nach , . - ■ , . kaiserlichen Aussichtsamts fü" das PrivatversicherungSwefm erhanvlung behaupteten!^u schaffen. d H Schiffsiuichrichtell. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. V r e m e n, 23. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Reichspostdampfer „Weimar", Kapitän H. Formcs, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr nachts wohlbehalten in Newyork angekommen. ,>R c d S t a r L i n i c" Antwerpen. Der Postdampser „Vaderland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 20. Januar wohlbehalten in New-Aork angekommen.____________________ Kandel und Verkehr. Dolkswirlj'chaft. Vallendar, 24. Jan. Tie außerordeitlliche Hauptversammlung der Fabrik feuer- und säurefester Produkte genehmigte mit 1881 gegen 1813 Stimmen bei 16 Stimm en thaltuiigen den Verkauf der Werke an die Aktien- gesellsschaft für Glasindustrie von Siemens in Dresden. - 77 Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft nnd Schuckert- Gesellschaft. Die in Niirnberq begonnenen Konscrcnzcn in Betreff einer Interessengemeinschaft dauern' fort. Aus der Lange der Kon- erenzen isi daraus zu schließen, daß sich innerhalb der Beratungen mancherlei Punkte ergeben haben, deren Behandlung Schwierigkeiten macht. — Es soll uns nur wundern, wenn diese Beratungen nicht wieder, wie schon einmal, an einem tobten Punkt scheitern werden. Nm lll 'il .HM Hi Jll Husten, rauhem Verschleimung. bekommen, sowie die Kellereien und Einrichtungen für zweckentsprechende Lagerung und sorgsame Pflege zu unterhalten. In dieser Beziehung kann sich keine Fabrik, die Mundwaffer fabriziert, auch nur annähernd mit unserem Unternehmen messen. Unsere Fabrik ist nicht nur das weitaus größte derartige Etablissement der Welt, es ist überhaupt wohl das einzige, das ein eigenes, wissenschaftliches Laboratorium für chemische und bakteriologische Untersuchungen unterhält. Alle diese Umstände bieten dem zahnpflegenden Publikum eine Gewähr dafür, daß es zum Mindesten ein vorzügliches, wohlgepflegtes Präparat erhält, wenn es Odol kaust. Nur für ein Präparat allerersten Ranges ist ein derartiges Unternehmen möglich. Zahlreiche eingehende Untersuchungen hervorragender Forscher haben das auch wiederholt bestätigt. Auch auf dem letzten großen zahnärztlichen Kongresse zu Paris wurde Odol als das zweckmäßigste Mundwasser bezeichnet, das bisher im Handel erschienen ist. — Verstaatlichung von Kohlenbergwerken. Tie Vorlage wegen Erwerbung von Kohlenbergwerken un Rrchrgeblel wird demnächst dem preußischen Abgeordnetenhause zugehen. lOjähr. überrasch.Ersolge d.Apotheker Albrechts «uutu, Acpfelsäure-Pastillen. In d Apotheken u. Halse, Heisertett, bei'. Trog, ä 8u Pfg. Haupt-Depots: ....... „..u Aufsvringen schützt, überhaupt in vielen Fällen Haut- leideii verhütet und beseitigt. Ta mut hervorragende Uerzle die „Patent-Achrrholiu-Scife" 'als die beste Kinde^rseise erklärten, liegt es un Interesse einer jeden Mutter, nur diese 98.70 D.Eff.u.Wechs.« Dortmund.Union 50.40 56.20 Brjchw.Thlr.20 131.70 131.05 4 Ruffen v. 80 . 101.10 100.60 4 Babenhausen . 102.30 102.30 4 Wladikawkas . 98.50 —.— Bank . . . 102.80 102.75 Eschwlr. Berg- Freiburg. FrS. 10 29.50 29.50 3-6 Russen Gold- 4 Liffaboner . . 72.- 73.60 5 Anatolier . . 101.40 101.10 Pfälzische Bank 114.70 114.80 werk . . . 192.— 192.— Mailänd. FrS. 10 17.— 17.20 Anl. . . . —♦— 4 1 Rom Il-VUI . 100.50 99.80 3 Salon.-Mon. . 57.25 58.- Schaffhsr. „ 116.— 119.40 Donnersmark- Meinmger fi. 7 28 50 28.45 4 Rufs. Staats- 96.10 41/Buenos-Aires . __ Bank für Süd- Hütte . . . 188.25 187.75 Pappenh. st. 7 28.90 29.60 Rte., Rubel . 1 — Pfandbriefe. deutschland . 102.10 102.20 Hörder Bergw. 112.75 113.9u Lenediger L. 30 —.— 28.20 3-j Schweden v. 80 100.70 1 Staubest^!. Anl. Mitteldtsch. 110.- 110.30 Kölner Bergw. 317.80 317.25 3-4 Schweiz . . . 103.50 103.50 4 Frankf.Hypotbk. Nationalbk. 103.30 108.70 Mannst.-Fatzon 139.25 140.25 3 101.— 101.— 4 S.-Braunf. . . — — — XIV .. . 100.20 100.60 Oest. Cred.-Akl. 203.80 206.— Nordstern Bergw. 221.50 218.10 4 Serben v. 95 . 66.30 66.50 37. do. . . , _ _ 96.30 3«/, do. xn-xui . 93.70 94.20 Wien. Bankver. 114.— 116.60 Phönix 143.25 141.— 4 Spanier. . . —.— — 37 do. Lich . — _ — 3i/o do. xv . . 93.70 94.30 Riebeck Montan 211,80 207.— 5 Türk. Zoll-Obl. —- — 31 Isenb.-Bierst. . 96.— 96.30 4 Frkft. Hypoth.. Schalter Grub. 332.— 326.50 1 do. conv. Lit. B. —- — —- — Crediwerein . 99.— 99.20 Bochumer Guß. 181.90 184.7 a J. do. conv. Lit. C. 27.60 27.60 4 do. 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