Mittwoch Ä4.Dezember 1903 ^wettes Matt Aie yeutige Kummer umfaßt 14 Setten LSÄ. Jahrgang farnit, daß der „Panther" im Begriff mar, dieselben fort> ^uführen, als auf dem deutschen Konsulat in La Guayr« die Notflagge erschien. Ter „Panther" mußte den Kvnfirl! Lentz vor der aufgeregten VolkStienge retten und konnte sonst nicht- mit den Schiffen machen, als sie versenken. —, Tie amerikanische Regierung erkennt nach dem Studium von Autoritäten die Blockade an. — Britische Kriegsschiffe brachten zwei Schuner „Naralia" uno „Castor" auf, die beide einem Teuffchen NamenS Stolk gehören und mit Waren der deuffchen Firma Blohm unb der amerikanischen Firma Houlton befrachtet Maren. — Ter KabinettSrat ist geteilter AnsiM über den Vorschlag, daß Präsident Roosevelt das Schiedsrichteramt übernehmen solle. Letzterer hat seine Entscheidung noch nicht kundgegeben. Hollands Venezuela-Ansprüche. Es ist bekannt, daß neben den Großmächten Deutsch» land ,England und Italien auch kleinere Staaten, so Dänemark, Spanien und Belgien Enffcbädi- gungsforderungen an Venezuela haben. Ob Präsident Roosevelt als Schiedsrichter auch Über deren Ansprüche zu befinden haben wird, darüber ist Verläßliches noch nicht mitgeteilt worden. Eine vorzugsweise Behandlung werden {ebenfalls die Forderungen der Großmächte erfahren, untf schon um diesen gerecht zu werden, muß Präsident Castro tief in den Beutel greifen, vorausgesetzt natürlich, daß ihn der Schiedsspruch Roosevelts in vollem Umfange verurteilt, und er, Castro, sich bewogen fühlt, dem Urteil Folge zu geben. Tie Aussichten für die kleineren Staaten sind also nichts weniger als rosig. Es ist zudem auffallend^ daß von einem Regreßanspruch Hollands nichts verlautet. Tie holländische ÄntillemJvscl Curacao ist der venezolanischen Küste unmittelbar vorgelagert, zurzeit Zu- ffuchtsort zahlreicher von Castro verbannter Aufständischen, und Stützpunkt des deutsch-englischen Blockadegeschwaders. Auch holländische Unterthanen sind durch Castro um beträchtliche Summen geschädigt worden, und deshalb hat die Regierung im Haag einige Marinekapitäne angewiesen^ mit ihren Schiffen' die Mächte bei der Blockierung der Häsen Venezuelas zu unterstützen. Unentschieden ist allerdings noch, ob Teuffchland und England diese Unterstützung acceptieren. Thun sie es, so erwächst ihnen wohl die Verpflichtung, Hollands Ersatzanspruch vor dem Schiedsrichter mit zu vertreten. Es wird aber wohl in diesem Falle jede Negierung für sich selbst zu stehen haben. Allgemein betrachtet, kann die Schiedsrichterrolle der Bereinigten Staaten in jener südamerikanischen Angelegenheit Holland am wenigsten genehm sein. Wird doch dadurch in gewissem Sinne die panamerikanische Oberhoheit der Union festgelegt, ein Vorgang, der die koloniale Selbstherrlichkeit Hollands in Westindien und Südamerika «n beeinträchtigen geeignet ist. Zunächst freilich nur in der Theorie: aber die nordamerikanischssn Staatsmänner sind nicht aus dem Holz geschnitzt, daß sie Bedenken tragen sollten, gegebenen Falles die praktische Nutzanwendung zu ziehen. Aer Konflikt mit Venezuela. Ter Telegraph weiß heute nur wenig Neues von den Vorgängen in Ven^uela zu berichten. Ein Reuter-Tele- aramm aus La Guayra meldet: Tie Kriegsschiffe „Tribuna" und „Giovanni Bausan" brachten bie Schuner „Castor" unb „Marie Luisa" und die Schaluppen „Carmen", „Stofefita" und „Cornelia" auf, welche Stückgut geladen hatten. Aus Caracas, 22. Tez. wird berichtet: Unter Pen fremden Importeuren in Caracas und La Guayra entstand große Erregung infolge des Befehls des Kapitäns des italienischen Kriegsschiffes „Giovannni Vausan", der dem amerikanischen Dampfer „Caracas" die Einfahrt in La Guayra untersagte, da der Dampfer erst am 15. Dezember von Newyork abgegangen war. Tieser Befehl steht mit dem Befehl des Kapitäns des englischen Kriegsschiffes „.Tribüne" in Widerspruch, welcher den englischen Konsul davon in Kenntnis setzte, daß die „Caracas" einlaufen dürfe. Ta die Blockade sich als nachteilig für den amerikanischen Handel erweist, stellten fünfzehn Importhäuser ihre Aufträge für die Vereinigten Staaten ein. Man glaubt, daß der Vorrat an Lebensmitteln in Caracas nicht für mehr als vierzehn Tage ausreichen werde. Auf Ersuchen des Kapitäns des amerikanischen Kaiwnenbootes „Marietta" und der amerikanischen Gesandtschaft erhielt später der Tampfer „Caracas" die Erlaubnis, morgen in den Hafen von La Guayra einzulaufen. — Tas venezolanische Kanonenboot „M i r a n d a" befindet sich jetzt im südlichsten Teile der Lagune von Maracaibo außerhalb des Bereiches der Schiffe der verbündeten Mächte. „Falke" versuchte zwar ohne Lotsen über die bei Maracaibo befindliche Barre zu gelangen, mußte aber wegen der damit verbundenen Gefahr von dem Unternehmen abstehen und kreuzt jetzt vor der Lagune. DuS Newvork wird jetzt bezüglich des Versinkens venezolanischer Schiffe durch die Trutschen de- Nslktische Tagesschau. Die Stimmung t« Laude. Man schreibt uns aus Berlin, 23. Dezemberr Zustimmungs- und Ermunterungsschireiben an die Par» teileitungen, voll Lobes über die parlamentarische Haltung der Adressaten, voll kerniger Entrüstung über diejenigen, die ein mißbilligendes Urteil zu äußern sich gestatteten^ find jetzt an der Tagesordnung. Noch nie lind so viel Kundgebungen ergangen. Aber waS den Ereignissen den Reiz des Ungewöhnlichen und Eigenartigen verleiht, ist der Umstand, daß diesmal jede Partei, die am Zustandekommen des Zolltarises mitgewirkt hat, gleichzeitig bejubelt und bitter getadelt wird aus der Schar der eigenen Archüngec. Rechte, Zentrum, Nationalliberale und die Freisinnige VolkA- Partei — die letztere der „stillen Förderung" der Zoll- Vorlage geziehen — sehen sich den wechselndsten Eindrücken preisgegeben, hier hochgepriesen, ihre Politik als die einzig richtige anerkannt, dort mit „tiefem Bedauern" überschütte'! wegen einer Politik, die geradezu daraus hinarbeite, daZ Vertrauen der Wähler unwiderbringlich zu verscherzen. So hat, von Haß und Gunst verzerrt, noch nie das Charatter- bild der Parteien in der Geschichte geschwankt. Unb jetii bieser Kundgebungen für und wider wird als ein Symptom der „Stimmung im Lanbc" verzeichnet. Nach alledem ist die Stimmung im Lande das Unstimmigste, Disharmonischste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Es ist nur ein Segen, daß es über den Zolltarif nicht zur Entscheidung durch einen neuen Reichstag gekommen ist. TaÄ fürchterliche Chaos, das dann entstanden wäre, läßt sich kaum ausdenken! Ein Wahlkampf gegen eine ganze Anzabk von Fronten, gegen die geschworenen Gegner, gegen dis radikal abtrünnig gewordenen Brüder, gegen die ganz verstimmten, die halb verstimmten, die grollend bei Seit« stehenden, die lauen, die läsfigen Freunde — niemanibi hätte sich schließlich mehr au-gesunden, wer Feind, wer Freund ist. „Es hätte schlimmer fomnum können", damit trösten sich die Parteileitungen, deren Häupter der Sturm des Unwillens unb' der Sonnenschein des Ruhmes trifft. In etlichen Wochen, so hofft man, werden neue Ereignisse und Entscheidungen für erwünschte Ablenkung sorgen. Erscheint ««glich außer Sonntag! Dem GieZener Anzeiger werden tm Wechsel mit 'bcm ücsstschcn Landwirt bie Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r Ü h l'schen Ilnioerj.'Buch- u. Stein- druckeret lPietsch Erbens Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. fibxefie für Depelchenr Anzeiger Gictzen. Ferniprechanlchlutz Nr.öl. Ein anarchistischer Bomben-Anschlag in Genf. Ans Genf wird vom 23. Dezember folgende fen» sationclle Nachricht verbreitet: In der vergangenen Nacht um 1 Uhr wurde bei dem hölzernen Monumentportal der Kathedrale von St. Peter eine Bombe geworfen, durch welche das Schloß des VortaleS rerstört ZW Q & « Q m.Ä*Ö.K GletzeimAilMgeis w General-Anzeiger ” SS 1 X _ den polit.u-allgem. Teil Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen WWZ _____________________________________________________ zeiqenteil: HanS Beck. in Wien sehr viel in bürgerlichen Familien, wo er unangemeldet zum Souper erschien. Die Flucht des Erzherzogs Leopold hängt, wie aus Salzburg bestätigt wird, thatsächlich mit einer Damenbekanntschaft zusammen. Der Erzherzog unterhielt seit längerer Zeit Beziehungen mit einer ehemaligen Ballerine NamenS Adamowitsch, welche er häufig in Men besuchte. Nunmehr wollte der Erzherzog die Dame heiraten und richtete an den Kaiser ein Schreiben des Inhalts, daß er sich enffchlossen habe, auf alle Rechte eines Erzherzogs xu verzichten und fortan Wölfling heißen wolle Der Erzherzog, welcher mit seiner Schwester, der Kronprinzessin von Sachsen, Salzburg verließ, traf mit >er oben genannten Dame in München zusammen, von wo die Gesellschaft die Fahrt nach Gens fortsetzte. In der Begleitung der Kronprinzessin soll nicht ein französischer Sprachlehrer, sondern ein 24 jähriger Engländer sich befinden. Erzherzog Leopold, der seinerzeit den Erzherzog Franz Ferdinand auf seiner Weltreise begleitete, muhte in Colombo wegen eines peinlichen Vorfalles ausgeschisft werden. Später wurde der Erzherzog wegen einer Affaire beim Regiment in Jglau als Oberst zur Disposition gestellt. Um die ganze Ungeheuerlichkeit des Verhaltens der lüchtigen Prinzessin zu ermessen, wird man daran er- nnern müssen, so schreiben die „Dresd. Nachrichten", w a s ie hier aufgegeben hat: einen Gemahl, der von ganzem Herzen unb ganzer Seele an ihr hing (er ist jetzt ganz gebrochen), fünf entzückende Kinder, drei Prinzen und zwei Prinzessinnen, die xu jeder Stunde, namentlich aber um die Weihnachtszeit, das unermeßliche Glück jeder Mutter ausmachen müßten; einen weiten Kreis Verwandter, an dessen Spitze ein siebzigjähriges Familienoberhaupt steht, dessen Leitsterne im Leben nur bie treueste Pflichterfüllung in seinem Berus unb bas herzlichste innigste Zusammenleben mit seinen Kindern und Enkelkindern sind; die Anwartschaft auf die Krone eines Landes, dessen Volk ihr vom ersten Tage ihrer Anwesenheit aus innerster Zuneigung zujauchzte und in ihr die Trägerin der Zukunft seines Herrscherhauses verehrte! Kaum ist ein Menschenschicksal denkbar, welches von Gott und der Vorsehung begnadeter war, als das dieser Fürstin, und so steht denn her logisch denkende Mensch vor einer unseligen Verirrung, die schließlich fast Mitleid mit Der Urheberin all dieses Wehes erwecken muß. u Berlin, 24. D^. Zu der Flucht der sächsischen Kronprinzessin wird aus Dresden gemeldet, daß der jetzigen Affaire mit dem Sprachlehrer Giron schon einige nicht so gut vorbereitete und deshalb mißlungene Fluchtversuche mit anderen Persönlichkeiten vorausgegangen seien, daß aber der Kronprinz bisher jedesmal feiner Gemahlin vergehen habe. Tie Verhältnisse liegen aber diesmal derart, daß ein solcher AuNveg nicht möglich erscheint. Der Vater der Kronprinzessin berichtete nach der Entdeckung der Flucht keiner Tochter, die man erst am späten Vormittag bemerkte, selbst an seinen Schwiegersohn und den Kaiser Franz, Josef. Im Auftrage des letzteren suchte Erzherzog Leopold Ferdinand seine SchSvester zur Rückkehr nach Satzburg $u bewegen, mußte aber Genf wieder verlassen, ohne seinen Zweck erreichit z>u hoben. Am Münchener Hofe treten Bestrebungen hervor, in der Angelegenheit eine Vermittlerrolle zu svielen. Die Kronprinzessin soll erklärt haben, niemals wieder das eheliche Leben mit ihrem Gatten ausi nehmen zu wollen, habe aber daS Verlangen ausgesprochen, daß ihre Kinder ihr verbleiben sollten. Auf tiefen Entschluß habe durchaus nicht irgend ein Gedanke an eine andere Neigung rnitgeroirtt — Der Kronprinz ist von seinem Jagdunfall sowett wieder hergestellt, daß er sich umher- fahren läßt. Kie Itucht der sächstschen Aronprivzesfln. SS scheint jetzt jeder Zweifel darüber ausgeschlossen, daß bie sächsische Kronprinzessin bet ihrem Entweichen inö Ausland nach einem wohlüberlegten Plan gehandelt bat. AuS verschiedenen Privatmeldungen geht hervor, daß die Ehe deS Kronprinzen von Sachsen schon lange eine unglückliche gewesen ist, und daß tie Kronprinzessin im Zerwürfnis mit dem sächsischen Königshaus und mit ihrem Vater inS Ausland gegangen ist. Dem „Berl. Lok.- Anz." wird darüber aus Dresden verichtet, die Kronprinzessin sei mit dem entlaffenen Sprachlehrer in Salzburg zusammengetroffen, von wo sich Beide nach Genf begaben. Nachdem die mit dem Hause Hccksiburg geführten Verhandlungen ergebnislos geblieben waren, und auch der Aufenthalt der Kronprinzessin in Genf ermittelt worden war, erfolgte die amtliche Mitteilung. Wie aus Dresden gemeldet wird, hält sich die Kronprinzessin sett vier Tagen in Genf auf. Dorthin waren hr auf Antrag des Königs Oberregierungsrat Köttig von per Dresdener Polizei-Direktion und ein Fremden-Kom- mifsar gefolgt, welche die Aufgabe hatten, sich über das Verhalten der Kronprinzessin zu unterrichten und dem sächsischen Hofe Mitteilung zu machen. Ersterer ist gestern von Genf nach Dresden zurückgekehrt, letzterer bleibt vorläufig noch in Genf. In Begleitung der Kronprinzessin befindet sich der 24jährige französische Sprachlehrer ihrer Kinder. Derselbe ist ent geborener Belgier und heißt Giron. Tie Gmfer Polizeibehörde erklärt entgegen der vorstehenden Meldung- daß die Kronprinzessin von Sachsen sich nicht in Genf befinde. Man vernimmt aber, daß sie seit zehn Tagen unter dem Namen eines Fräulein von Oben mit ihrem Bruder, dem Erzherzog Josef Ferdinand, der sich unter dem Namen Buriano in das Hotelregister eingetragen hat, und mit dem Brüsseler Professor Giron im Hotel d'Angleterre weilt, mit der mutmaßlichen Absicht, die Weihnachtstage über dort zu bleiben. Sie leben ganz zurückgezogen und richteten an das Hotelpersonal die Bitte, ihre Namen nicht zu nennen. Zu dem Zerwürfnis am sächsischen .Königshofe wird noch aus Dresden gemeldet: Eine Ehescheidung kommt nicht in Betracht, wenigstens nicht nach den zur Zeit in Dresden maßgebenden Anschauungen, auch nicht eine solche mit päpstlichem Ti p.nS. D e trab Honetten Beziehungen ver- sönlicher Freundschaft zwischen dem Dresdener und dem Wiener Hofe weroen unabhängig von dem, WaS vorgesallen ist, fortbestehen. Die Familie deS Kaisers Franz Josef und die des Königs Georg steht zu der der Kronprinzefsin in enger Fühlung. Weiter berichtet daS „Derl. Tageblatt" noch anS LreSden: Den Anlaß zu der Flucht der Kronprinzessin cheinen Familienzwistigkeiten gegeben zu haben. Scl)on nährend der Krankheit des Königs Albert in Sibyllenort oll es zu peinlichen und aufgeregten Szenen zwischen )em Kronprinzen Friedrich August und seiner Gemahlin gekommen sein. Die Briefschaften der Kronprinzessin Luise ind jetzt beschlagnahmt worden. Der Bruch mit dem Hofe oll vollständig und nicht wieder einzurenken sein. Der Hofstaat der Kronprinzessin ist aufgelöst worden. Weiter joird behauptet, daß es zwischen dem Kronprinzen und dem Bruder der Kronprinzessin in Salzburg zu Thätlich- keiten gekommen sein soll. Der Beinbruch deS Kronprinzen sei erfunben. Darauf sei der Kronprittz nach Dresden gekommen, wo er seine Gattin mißhandelt habe. Aus Salzburg meldet das „Neue Wiener Tagbl.": .Kronprinzessin Luise ttaf in der ersten Tezem- ^erwoche unangesagt und ohne jede Begleitung von Dresden in Salzburg ein, und begab sich nach dem Wohnsitz shrer Eltern, lieber ihre Abreise von Salzburg wird beachtet, daß sie zu einem Salzburg bei Nacht passierenden Zuge ohne Beglettung int Fiaker beim Babnhofe vorfuhr, elbst am Schalter eine Fahrkarte löste und in ein ab geändertes Llbteil stieg. Die Kronprinzessin wurde am Bahn- |Ofe wohl erkannt, doch war es selbstverständlich, daß ie niemand ansprach, unb man in ihrer Abreise nichts Inaewöhnliches sah, umso mehr, als sie cmch allein an- gekommen war. Erst am Tage nach der Llbretse wurden vom Palais aus Nachforschungen angestellt, jedoch unter Le ach tu na großer Vorsicht Seitdem wird über tie Ange- seaenheit das größte Stillschweigen gewahrt. Dte heute zier bekannt gewordene offizielle Verlautbarung, welche üie Abreise der Kronprinzessin ins Ausland meldet, wtrd allgemein besprochen, zumal die Kronprinzessin befannt- ihre aame Jugend in Salzburg verbrachte, dort er* ioaen unb$ber Bevölkerung sehr populär und beliebt war Wie man versichert, verließ die Kronprtnzestm thr heim in Dresden, infolge eines F-mittenzwist-s" - Tie Wiener Mgememe Zettung" destattgt, daß Erz- • er io aS eopold in einem Briese an den Katser Franz Lfcr seinen Austritt aus der kaiserlichen Fa- nilie aiueiate, alle seine Orden, darunter das goldene Vließ, a^^tie zuständige Hofstelle übersandte, und sein llusscheiden aus der Armee bekanntgab. Der Erzherzog Derbe den Namen Leopold Wölfling führen. Dem Wunsche des Erzherzogs werde Rechnung getragen und sollen bie diesbezüglichen Verfügungen bererts getroffen sein.. Als ss vor einiger Zeit hieß. Der Erzherzog wolle em Fraulein Adamowitsch heiraten, setzte eine energische ^iterventwn ein und der Erzherzog begab sich in ein Sanatorium bei Bonn am Rhein, wo er etwa ein halbes Jahr ver- Deilte. Nunmehr ist der Erzherzog entschloisen, die Heirat Dit der Akimowitsch zu vollziehen. Erzherzog Leopold tebt im 34. L beitsjahre, ist cm auf gerne, etter, lebenslustiger Mann und h iub ube» Zeremoniells. Er verkehrte MiV zahlreich^ Fe-nsterscheibett «m den ver Kathedrale benachbarten Häusern zertrümmert wurden. Am Orte der That fand man Stücke eines Dochtes, Nägel und Fetzen des italienischen Mattes „Secolo" vom 1. Dezember. — Ein weiterer Bericht besagt: Tie explodierte Bombe war ungefähr zwei Meter über dem Boden, wahrscheinlich an einem Nagel befestigt. Man vermutet, daß sie ungeschickt angebracht war, und statt nach dem Innern der Kathedrale nach dem Vorplatz losging. Sonst hätte die Explosion an der Kathedrale großen Schaden verursacht, da die Bombenladung eine starke gewesen sein muß. Auf große Entfernung wurden in allen benachbarten Straßen die Fensterscheiben zertrümmert, und in allen Häusern wurde du heftiger Stoß verspürt. Die Bombe war mit Metallstücken angefüllt. In Genf fand gestern nachmittag zu Lausanne zwischen dem Genfer Staatsanwalt und dem Bundesanwalt Kro- nauer eine Rücksprache wegen des BonrbenanschlageS statt, dessen Urheber bisher unbekannt ist. Das Matt „La Suisse" drückt die Gewißheit aus, daß es ein anarchistisches Attentat sei, doch ist hier stark die Ansicht verbreitet, daß das Ganze nur eine ungeschickte Spitzelarbeit sei; einzelne Umstande lassen dies glaubhaft erscheinen. — Im Gegesatz zu den letzten Bemerkungen telegraphiert ein Korrespondent der „Frff. Ztg.": Auch das „Journal de Genöve" und der „Genevois" vermuten einen anarchistischen Ursprung des Attentates. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Die Bombe ist angeblich mit Chlorid gefüllt gewesen. Gerade zur Zeit des Attentates versuchten mehrere Individuen in das Haus des Regierungspräsidenten Fazy einzudringen, wurden jedoch verscheucht. Ob dieser Vorfall mit dem Attentat zusammen hängt, oder ein versuchter Einbruchsdiebstahl vorliegt, ist noch nicht auf* geklärt.________________________'_______________________________ Deutsches Reich. Berlin, 23. Dez. Der Kaiser hörte heute morgen die Vorttäge des Chefs des Militarkabinetts und des Ma- rinekabinettS intb empfing dann in Gegenwart des Staatssekretärs von RWHofen den neuernannten chilenischen Gesandten Pinto. — Tas preußische Staatsmiuisterium trat gestern unter dem Vorsitz des' Grafen Bülow zu einer Sitzung zusammen. — Ein Telegramm aus Spezia meldet, daß der Kreuzer „Elba" nach Venezuela abgegangen ist. — Ter 7. polnische sozialistische Parteitag findet während der Weihnachtsseierrage in Berlin statt. Derselbe wirb sich ausführlich mit der Frage der Ver- tänoigung der deutschen und polnischen Sozialisten be- chäftigen. Bon den polnischen Sozialisten in Berlin wird rem Parteitage ein Antrag zugehen, zu beschließen, daß die polnische sozialistische Partei in Preußen auf ihre Sonderstellung und Selbständigkeit nicht verzichten möge. — Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Roten Adlervrderrs 2. Kl. mit Eichenlaub an den preuß. Gesandten in Oldenburg, Grafen Henckel von Donnersmarck, des Roten Wlerordens 3. Kl. an den.Vizepräsidenten des' Norddeutschen Llovd, AcheliS, und ferner die Erhebung des Generalleutnants' z. T>. Uhde zu Grünewald bei Berlin Kn den Adelsstand. — Tie Schiffe ,Mineta" und „Stoschf" sind am to. Dezember in Curacao eingetroffen. „Charlotte" ist am 22. Dezember in Castries' auf St. Lucia ein getroffen. Liegnitz, 23. Dez. (Wmt'lich) Bei der Reichstagsstichwahl im Wahlkreise Liegnitz-Goldberg-Haynau am 19. Dezember wurde Justizrat PohbGleiwitz (freis. Volksp.) mit 11091 von 17 491 Stimmen gewählt. Staotverordneter BruhnS-Breslau erhielt 6400 Stimmen. Stuttgart, 23. Te^. Der Landtag vertagte sich heute auf unbestimmte Zett, nachdem er in teilweise lebhafter Tebatte den technischen Teil der VolkSschul-Novelle erledigt hatte. Er wird wahrscheinlich Mitte Januar wieder usammentreten._______________________________________ Ausland. Soeul, 20. Dez. Das koreanische Kabinett fft wicderhergestellt. Auf russisches Verlangen wurde Ist wieder zum Chef der Schatulle ernannt, wogegen die japanische Regierung Anwendungen erhebt. Ist fuhr k>eute auf einem russischen Kanonenboote nach Port Arthur und wird dort bleiben, bis die Lage wieder ruhiger wird. London, 23. Dez. „Dailh Mail" berichtet, daß eine neue Verschwörung in China mit dem Mittelpunkt in Peking ausgebrochen sei, um ein von den Mächten erzwungenes Arrangement über den Haufen zu werfen. Charakteristisch hierfür ist die Mahnung des englischen Konsuls in Hondar an die englischen Unterthanen, jetzt den Nordwesten von China zu verlassen. B u d a p e st, 23. Dez. Der russische Minister des Aeußcren, Graf Lamsdorff, ttaf heute hier ein, und setzt morgen früh die Reise nach Sosia fort. Madrid, 23. Dez. AuS Tanger wird gemeldet, daß ein blutiges Treffen zwisckM den Truppen des Sultans und den aufftändischen Stämmen stattgefunden hat. Erstere seien vollständig geschlagen; die Aufständischen sollen 40 Leichnamen die Köpfe abgeschlagen und vor dem Zelte des Prätendenten aufgepflanzt haben. Ter Sultan übergab dem Gouverneur von Sefra den Oberbefehl über die Truppen. AuS dem Süden sind Verstärkungen einaettoffen, um bei der Wiedereroberung von Tazza mitzuwirken. Ter Sultan bestimmte einen eng* lisch en Offizier zur Ausbildung der Truppen. Aus Stndt und Kund. Gießen, den 24. Dezember 1902. •* Personalien. ES wurden ernannt am 20. Dezember der Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lindenfels Karl Maurer zum Lehrer an dem Schullehrer-Seminar zu Alzey, der Oberlehrer Adolph Muth in Butzbach zum Lehrer an dein Schullehrer-Seminar zu Friedberg und der provisorische Seminarlehrer Heinrich Balser in Friedberg zum Lehrer an dem Schullehrer-Seminar daselbst. — Der Bau- vufseher-ASpirant Adam Korndörfer auS Besiungen wurde zum Hochbauausteher ernannt. ** Im Museum des Obcrhestischen GeschichtSvereinS ist die Münzsammlung jetzt übersichtlich geordnet worden. Ausgestellt sind hessische Münzen, und zwar in einer Kollektion, wie man sie in solcher Vollzähligkeit selten trifft; darunter überaus seltene Stücke mit schön erhaltenem Gepräge. Hochintereffant ist ferner eine Serie von 39 Blättern (Kupferstiche), darstellend die Bestattung deS Landgrafen Georg II. von Hessen, welche zur Ansicht auSliegen. Weiter ijt hervorzuheben, daß dem Museum die PortrattS der Bürgermeister D. Ebel (1862—61) und C. Silbereisen, gestorben 1836, von den Nachkommen überwiesen worden sind. Ebenso ist dem Museum von der Frau Dr. Klewitz. da? Bild ihres verstorbenen Ehemannes, der sich große Verdienste um die Sammlungen deS Oberhessischen GeschichtSvereinS erworben hat, überlasten. DaS Museum im alten Rathause wird an den Wochentagen gegen Zahlung von 50 Pfg. stets gern zur Besichtigung geöffnet. An den Sonntagen ist jedoch der Besuch von 11—1 Uhr für Jedermann frei. — AuS dem Theaterbureau. Hauptsächlich mit Rücksicht auf die auswättigen Theaterfreunde, denen infolge ungünstiger Zugverbindung der Besuch der Abendvorstellungen im Theater nicht möglich ist, hat die Direktton beschlosten, am Freitag, den 26. dS., nachmittags 4 Uhr, die Saison- Novität „Alt-Heidelbergs nochmals zur Aufführung gelangen zu lasten. Abends 8 Uhr wird zum ersten Male die dreiaktige Lustspiel-Novität „Im bunten Rock" von Franz v. Schönthan und Frhr. v. Schlicht in Scene gehen. — Die Vorstellung von „Alt-Heidelberg" findet bei kleinen Preisen statt, dagegen muffen zu der Abendvorstellung infolge der hohen Honorarkosten die Preise erhöht werden. Abonnements- billets haben mit Zuzahlung Gültigkeit. •• Sektion Oberhessen d. D.-Oe. Alpenvereins. Wenn zur lieben Weihnachtszeit der Aufenthalt im Hause den Herren immer mehr eingeschränkt wird, damit zarte Ge- heimniffe gehütet und Ueberraschungen nicht voreilig vereitelt werden, wenn Küchenduft schon alle Räume durchzieht, ist es natürlich, daß sich die Herren nach frischer Luft sehnen und der Alpenvereinler nach seiner frischen Alpenwelt. So war die Gründung der „Sektion Oberhessen deS D.-Oe. AlpenvereinS vor 6 Jahren gewiß zeitgemäß und die alljährliche Feier der Wiederkehr dieses Tages ebenso. Am SamStag fanden sich denn auch die Mitglieder der Sektion zum festlichen Begehen dieses Tages im großen Saale des Cafs Ebel, ihrem Vereinslokal, zusammen. — Da das Alpenfest großen Stils vom vorigen Jahre noch in frischer Erinnerung war, hatte man diesmal die 12. Hauptversammlung deS Jahres, zugleich das SttstungSfest in einfacher Form gehalten. — Der Vorsitzende erstattete in längerer Ausführung Bericht über das nun zu Ende gehende Vereinsjahr. — 12 Hauptmonatssitzungen und 9 Votträge sind 1902 zu verzeichnen gewesen, 12 SektionS-AusflÜge sind gemacht worden, über 40 Mitglieder der Sektion fühtten größere Touren in die Alpenwelt aus. Gewiß eine reiche Vereinsthätigkeit. Die Mitgliederzahl hat am Schluß des JahreS 10 2 erreicht. Die Sektton verfügt über durchaus geordnete Finanzen, ihre Sonderkaste, die einstmals der Gründung einer Schutz- und Unterkunftshütte im Alpengebiet dienen soll, wächst erfreulich. Die Vorstandswahl ergab die Wiederberufung der seitherigen Herren: Verlagsbuchhändler Otto Roth als Vorsitzender und der Herren Amtsrichter Neuenhagen, Landgerichtsdirektor W. Bücking, Reichsbankvorstand Lauster, Adolf Noll, F. Heimer und Rentner C. Jüngst. — Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles entzündeten sich die Lichter eines Weihnachtsbaumes, ohne den ein deutscher Verein, desten Mitglieder sich nahe stehen, in diesen Tagen nicht sein kann, und eine Verlosung verteilte allerlei wohlschmeckende und augenerfreuende Dinge unter die Mitglieder. Ein Kommers mit mannhaftem Männertrunk, mit Zuspruch und Gesang bildete den Beschluß deS schönen, geselligen Abends. t. Garbenteich, 23. Dez. Hier ist unter den Kindern eine DiphteritiSepidemie auögebrochen. Leider hat die Krankheit schon zahlreiche Opfer gefordert. t. Reiskirchen, 23. Dez. Eine Geschäftsfrau aus Gießen, welche beim Gasthaus „zum Hirsch" hier ihren Wagen besteigen wollte, stürzte infolge eines Fehltritts so unglücklich zu Boden, daß sie den Arm brach. ----- Selters b. Ortenberg, 23. Dez. Seit vergangenem Freitag entftrömt der Wippenbacher Mineralquelle, an welcher seit geraumer Zeit Tiefbohrungen vorgenommen wurden, ein mächtiger Strom sehr stark salzhaltigen Wassers. Eine etwa vier Meter dicke Salzschicht ist, nachdem vorher eine Kalksteinlage durchbrochen war, jetzt durchbohrt worden. Gegenwärtig weilt Profestor Lepstus aus Darmstadt hier, um den gegenwärtigen Stand zu prüfen. DaS Master kommt stark schäumend so dick als ein Ofenrohr auS der Tiefe. Friedberg, 23. Dez. Schlostermeister Heckner kaufte heute das von ihm seither bewohnte Füller'sche Haus auf dem Haagk für die Summe von 18000 Mk. ed. Darmstadt, 24. Dez. (Eig. Draht'bericht.) Der Leutnant des Infanterie-Regiments Nr. 115 Prinz Dieter zu Psenburg-Büdingen hat gestern morgen in der Jnsanteriekascrne des 115. Regiments einen Selbst- mordversuch gemacht, indem er sich mittelst eines Revolvers eine Kugel in den Kopf schoß. Der Schwerverletzte, der etwa 20 Jahre alt ist, wurde in§ städtische Krankenhaus gebracht. Die Kugel konnte noch nicht entfernt werden. Der Zustand des Prinzen ist sehr bedenklich. ßd. Darmstadt, 23. Dez. Heute wurde dahier der eine der beiden Brüder Bankier Marx (Max Marx), welche vor ca. zwei Jahren wegen betrügerischen BankerottS rc. zu mehrjähriger Gefängnisstrafe verurteilt worden waren, beerdigt. M. M., ein früher von Gesundheit sttotzender Mann, wurde im Gefängnis leidend, vor einigen Wachen begnadigt, ans dem Gefängnis in Krankenpflege entlasten und ist nun einen Leiden erlegen. Mainz, 23. Dez. In der heuttgen Stadtverordneten- Versammlung berichtete Dr. Bamberger über die Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der Mitglieder der städtischen Kapelle und befürroortet dieselbe angelegentlich. Die Vorlage, nach welcher bei der städtischen Kapelle eine Gehaltserhöhung von rund 14 000 Mk. eintreten würde, wird einstimmig angenommen. — Der Landgerichtspräsident i. P. Hch. Aull ist heute nachmittag im 90. LebenS- ahre gestorben. Universitäts-Nachrichten. — Professor D t t t r i ch von der theologischen Fakultät deS LyceumS Hosianum in Braunsberg hat einen Ruf an die neu- errichtete katholisch-theologische Fakultät der Universität Etraßburo erhattsw Gerichtssaal. Nutz dem Rbelugau, 22. Dez. Der Chamvagnerfabri'ani Otto Senden von Mamz war tm Sommer mit seinem Automob- in Eltville durchgesahren, bei welcher Gelegenheit kleine Kinder nach dem Fahrzeug warfen. Henckell hielt an und züchtiate eines der Kinder derart, daß die Eltern ärztliche Hilfe in Anspruch nahmen. Gestern hatte sich H. deshalb vor dem Schöffengericht in Eltville wegen Körperverletzung zu verantworten. Ter Amtäan- walt ersuchte, auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, mit der Begründung, daß den reichen Mann eine Geldstrafe kaum empfindlich treffen werde. Das Gericht verurteilte den Angeklagten .» 600 Mk. Geldstrafe. Tie Eltern bc5 KindeS klagen im Cioilver- fahren ans Entschädigung. Kandel unk> Verkehr. Volkswirtschaft — Ander Frankfurter Börse ist die Notinmg von 20 Millionen 31 vroz. Hnvotheken-Pfandbriese, Serie 20, und von 10 Millionen 4proz. Pfandbriefe, Cer. 21, der Braunschweigisch. Hannoverschen Hypothekenbank beantragt worden. — In der letzten Generalversammlung der Brauerei Gebr. Dieterich, Aktiengesellschaft, in Düsseldorf wurde die sofort zahlbare Dividende auf 9 Vroz. festgesetzt. — Vom 2. Januar 1903 ab gelangt die Dividende der Dort- munder Union-Brauerei, Aktien-Gesellschaft, für 1901 02 mit 18 Prozent zur Auszahlung. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellfchast. Sabbathseier am 27. Dezember 190 2. Freitagabend 4.15 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Hbt Predigt. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.15 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7,10 Uhr, abends 4.00 Ubr. KriesKasten der Redaktsan. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Lchnlfchiflvereiu. Der § 2 der Satzungen deS deutschen Schulschiffvereins bestimmt, daß der Verein seinen Sih in Oldenburg habe. Wir empfehlen Ihnen zur Anschaffung ,Ta» kleine Buch von der Marine" (wenn wir nicht irren, beträgt der Breis 2.00 Mk.), das die Satzungen des deutschen SchulschiffoereinS enthält. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. Berlin ,24. Tez. T-ie ,,Nat.-Ztg." hört, der nächst- jährige preußische Etat enthalte eine Position wir Errichtung einer technisch en Hochschute in Breslau mit einer allgenreinen Abteilung, einer solchen für Maschinenbau und Hüttenkunde imb einer dritten für Elektrotechnik. 23 erlitt, 24. Te&. Die Morgenblatter melden: Justiz- rat Rießer, Direktor der Tarmstädler Bank, wurde der Titel Geh. JustMot verliehen. Berlin, 24. Dey. Die „Vvsffsche Ztg." meldet auS Königsberg: Ter Kaiser genehmigte die Veranstal- tutig einer Lotterie mit dem Reinerträge von höchsten- 250000 Mark zur Freilegung des hiesigen Schlosses. Cronberg, 24. Te^. MN gestern der 24 Jahre alte Schlosser Fritz Schneider aus Soden mit der Anlage einer elektrischen Leitung beschäftigt war, erhielt er beim Anbringen des Drahtes an einem Maste einen elektrischen Schlag und stürzte tot Ku Boden. London, 23. Tez. Cambpell-Bannermank hielt in Dumferline eine Rede, in der er in Bezug auf die ven eKvlanikche Frage auSftlhrte, sie sei eh bedeutender Streit mit einem bankerotten, verwirrten Staat. Er habe nichts als Verurteilun g für diejenigen, welcle durch verletzende Schreibereien imb böse Sticheleien Awifcbcn England und Deutschland Zwietracht stiften. Wenn sich irgend ein Fall zur schiedsgerichtlichen Entscheidung eigne, so sei der vene-olanifche ein solcher. Paris, 24. Tez. ObervoliAeikonmttfsar Hennivtr reiste abends^ mit einer Anzahl von Beamten nach Madrid ab, um die Mitglieder der Familie Humbert bei ihrer Auslieferung von den spanischen Behörden äu übernehmen. Tula, 23. Tezi. GrafLev Tolstoi ist an crvupöser Lungenentzündung erkrankt. Telephonischer Kursbericht Frankfnrt a, Jl.. 24. Dezember 1902. 3*/a% Reioheanleihe . . 102.25 8% do. . . . 91.50 3V,% Konsole .... 101.95 3 ®/n do......91.50 81/g% Hessen .... 100.80 3% Oberhessen . . . 99.80 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 4x/i % Oesterr. Sflberrente 101.60 4% Unerar. Goldrente, . . 101.10 4®/ Italien Rente . . . 103.10 4*, % Portugiesen . . . 49.70 80/ Portugiesen. .... 31.40 1% C. Türken .... —.— Türkenlose..... 122.00 4% Grieoh. Monopol -Anl. 44.60 4*/, 96 äussere Argentiner —.— K. 59/02. Donnerstag, den 8. Jan. 1903 nachmittags 2'/, Uhr werden auf hiesigem Ortsaericht die den Eduard Friedr. Riemer Eheleuten in Gießen vor Namen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen Flur 19/131,'—100 qm Weg rechts der Ehauffee am Weiher, , 19,125"/,o»—lOOgmlHofraite „ 126’7loo=100 , } unter „ 127’7,00=194 „ J dem Weiherchen „ 19/133b„ = 88 qm Hofraite rechts der Ehauffee amWeiher öffentlich meistbietend versteigert werden. 8261 Gießen, am 27. Novbr. 1902. Großherzogl. Ortsgericht. Hofiversteigerung der Stadt Gießen im Gießener Stadtwald. Montag, b. 5. Januar 1903, vormittag-97, Uhr beginnend, werden zu Annerod in der IGeller'schen Wirtschaft aus den städtischen Waldungen im Distrikt Fernewald versteigert: 31 Eichen-Stämme mit 10,42 fm (bnrunt Schnitt-, Schwellen- und Grubenholz) 219 Kiefern- u. Fichtcn-Stämme mit 68,02 fm (darunter Schnitt- und Bauholz) 8% Mexikaner .... 24.40 47e% Chinesen .... 90 90 Electric. Sohnckert . , . 77.80 Nordd. Lloyd . . . . 95.80 Kreditaktien ...» 21300 Diskonto-Kommandit. . . 189.20 DarmstMter Bank . , . 184 20 Dresdener Bank .... 143.60 Berliner Handelsges. . . 167.30 Oesterr. Staatsbabn . . • 146 00 Lombarden . . . t • 16.70 Gotthard bahn . . , . . 179.00 Lanrahütte . . . » . . 207.20 Bochum . .... - - 176.00 Harpener......166.70 Tendent: fest. 1880 Kiefern- und Fichtenstangcn mit 95,11 fm (darunter ju Sparren-, Gerüst- n.Spalier» Holz geeignet) 2 rm Eichen-Nutzfcheitholz 4 „ Eichen-Nutzknüppelholz 46 „ Kiefern-Nutzknüppel (4 m lang) 5 „ Buchen-Scheitholz 19 „ Birken-Rundfcheilhol, 109 „ Eichen-Scheilholz 26 „ Nadel-Scheitholz 4 „ Aspen-Scheilholz 25 „ Buchen-Knüppelholz 12 „ Birken- „ 84 „ Eichen- „ 9 , Aspen- „ 49 „ Eicben-Stockholz 63,4 „ Nabel- 2 „ Buchen- „ 3 „ Aspen- „ 1 „ Birken- „ 6590 Wellen Buchenreisiqi teilw. 5590 , Eichenreisig } Durch' 5840 , Nadelreisig J forstg- 1300 „ Birken-u.ASpenreisig 4970 , Weichholz. Gießen, den 23. Dezbr. 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 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Feiertage: Anfang 4 Uhr. — Eintritt 50 Pfg. Am 28 Dezembert „ 4*/e » — * 40 „ Ludwigstraßc 32 elegantes Logis, bestehend auS 8 Zimmern nebst Zubehör, per 1. April zu vermieten. Zu erfr. 8897 Bahnhofstr. 86, H. Nähmaschinen kaufen Sie bei mir am besten und billigsten; durch fachmännische Bedienung ist jeber Aerger ausgeschlossen. Reparaturen aller Systeme unter Garantie in eigener Werkstatt. 8333 H. Fitzler, Neuenweg 2. V Wer schnell u.billig Stellung fi nd.will,verlangeperPostkarte die „vcntsckieBakanlenpoll "Eßlingen. Frankfurter Hof. Am 3. Weihnachtsfeiertag: 6903 Frühkonzert "NE Preussische Pfandbrief - Bank. Die am 2. Januar 1903 fälligen Zinsscheine unserer Hypotheken-Pfandbrlefe, Kommnnal-Obllgationen, Kleinbahnen-Obligationen werden bereits vom 15. Dezember er. ab an unserer Kasse und bei denjenigen Bankhäusern kostenfrei eingelöst, die den Verkauf unserer Emissionspapiere übernommen haben. Stücke zur Kapitalsanlage können daselbst bezogen und Broschüren über die Fundierung der Papiere in Empfang genommen werden. Die Kommunal-Obligationen sind mündelricher. Berlin, im Dezember 1902. 8907 PreuealHche Pfandbrief-Bank. EotttritgestUsciaft Glidjad Am zweiten Feiertag, abends 8 Uhr: Weihnachts-Aescherung 6 Zimmer mit Veranda, Balkon uno Gartenanteil, per 1. April 8850] Wohnung, 4 Zimmer, parterre, Gartenanteil u. sonstig. Zubehör, Liebigstraße 64 zu vermieten. Näh. daselbst im 2. Stock bei Herrn Mai. Theater, Konzert, Werlosung u. Han;. Nur Mitglieder haben Zutritt.__________Der Vorstand.____ Mer-Verm Msirl. Am 1. Feiertag (26. Dezember), abends 8 Uhr: Weihnachts-Ieicr bei Wirt Sauer, Neustadt. 8906 Der Vorstand. Suche schönes, mittelgroßes Gut gegen bar zu kaufen oder zu pachten. Uebernahme könnte meinerseits sofort erfolgen. Ofi. erb. unt. Nr. 8882 a. d. E^p. d. Bl. itwÄä suche zu kaufen. Ausführl. direkte Offert, unt. F. N. 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Universitäts-Rentamt. ______ Weimer. 8872 Freitag, den 2. Januar 1903 nachmittags 2 Uhr wird im Gemeindehause zu Lützellinden die dortige doppelte Schulscheune auf den Abbruch öffentlich feilgeboten. An dem Gebäude ist ganz besonders gutes, starkes Eichenholz. 8776 Gr.- Rechtenbach, den 16. Dezbr. 1902. Das Bürgermeisteramt. Holzversteigerung DieuStag, de« 80. Dez. 1902 VtlO Uhr morgens. Ca. 2000 Stck. Fichtenstaugeu II., IIL und IV. Klaffe. Verkauf auf der Schwärz am Bahnhof Fronhausen. 05598 I. C. Ruth 11, Fronhausen a.Lahn teWmin Gießen. Die Feier unserer dies- jähttgen Weihnachts-Bescherung verbunden mit Verlosung findet am dritte« Feiertage bei Gastwirt Sauer, Neustadt, statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. NB. Unsere diesjährige General-Vsrsammlung findet am 8. Januar __________im Vereinslokal statt._________________________ 8881 Stabt Aiavbuva. Todes-Anzeige. Heute früh entschlief sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter Frau Katharnm ffiickemeyei1 im Alter von 73 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Di. Carl Eickemeyer Griesheim am Main, den 24. Dezember 1902. 8909 Die Beerdigung findet am 27. Dezember, nachmittags 41/* Uhr, vom Friedhöfe in Giessen aus statt. Mathilde Eidcnann 8874 ■ V5P' F^^.v°rb»»dM-b-»L°hr Lujltl Koncordia Weihnachts-Kner im Aostsreller. _ r. »d«t.e O"'Ä BcschcriiiM 11 rpcht inhlrpirflPrtl Wohll-Fl »rA.ll.nff »in I e» ■ ■ I ■ KW an , A * ' .. • < Eintritt frei. Frühkonzeit Zu recht zahlreichem Besuch ladet crgebenst ein 8881 im VereinSlokal. 8890 Der Vorstand. Rödgen, den 28. Dezember 1902. 8898 - Der Vorstand. 06611 WWtdtNt- ■ Aj.ÄiP * 1 Forstmeister Eidmann und Familie. Dr. Eidmann und Familie. i Statt jeder besonderen Anzeige Heute nachmittag entschlief sanft nach langen, schweren Leiden unsere liebe Mutter Gesangverein Harmonie. Am 1. Feiertag, 25. Dezbr. WeWaWier aus dem Leuz'schen Felsenkeller. Anfang 8 Uhr. ImKroKMI. Während der Feiertage Storchenbräu im Zapf. 8905 Danksagung. M Sni FNr die vielfachen Beweise herzlicher Teilnahme bei A nf1. j:iaSetl "ad Beerdigung unseres lieben Gatten, I Katers, Schwiegervaters und Großvaters : Jobs. Schmidt M insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer ' M ^?'u,a be dahier, und für dre Beteiligung der Beamten J und Arbeiter dcS städt. ÄaS- und Wa,serwertS bei der M Beerdigung, sagen tiefgefühltesten Dank Dre trauernden Hinterbliebene«. geb. Aulber Babenhausen und. Giessen, am 22. Dezember 1902. Kontentia (WohlthättgkcitSverein). L Feiertag 8902 Weihnachtsfeier auf der Schönen Aussicht. Anfang 8 Uhr. Bauer scher Gesangverein. Am 2. Feiertag (26. Dezbr.) MchnMsfckr Hotel Einhorn. wer* Anfang 8'/, Uhr. -WI 8853 Der Vorstand. (Titchencr ^tadttheater. Freitag, den 26. Dezbr. 190? 4 Uhr. (2. WelhnachtStag) 4 Uhv Alt-Keidetberg. Eintrittspreise: Loge Mk. 1.20, Saal 50 Pf., Gallerie 30 Psi Abends 8 Uhr. AbendS 8 Uhv Zum ersten Male: Im bunten Rock. Lustspiel-Novität in 8 Akten vor Kranz v. Lchöothao und Herr v. Schlicht. Erhöhte Preise! AbouucmeulSbillets habe» mit Zuzahlung Gültigkeit. Ende gegen 10'/, Uhc. geb. Sarasin Bürgerliche» Rchmnt fjoiim^oOrrn stnpsiehlt Prima bürgerlichen DitttagStifch von 70 Dia an ßrühstückS. und «bcudttsch von 50 Pfg. an, prima Melchior.' vier, Butzbach, und Löwenbräu, München, sowie reine We !! separate Zimmer für Gesellschaften und Vereine zu oeroebem Angenehmer Familien-Aufenthalt. Warme, reichhaltige Aüchc bii 1z! Uhr nachtS Um gütigen Zuspruch bittet * o.Q, C. Helder, früher langjähriger Kellner am Houvtbahnbof Frankfurt, a. TL Die Beerdigung findet Mittwoch den 24. Dezember 1902, nachmittags 2 Uhr in Babenhausen statt. 8898] Von Herrn E. W. Fernie ist mir auch in diesem Zähre durch seinen Generalbevollmächtigten zu WeihnachlSgaben für Arme, für Anstalten und Vereine eine größer« Geldsumme überfleben worden Dem gütigen Geber und dem wohlbekannten freundlichen Vermittler spreche ich hierdurch meinen herzlichsten Dank auS. Gießen, den 24. Dezbr. 1902. Dr. Naumann, Pfarrer. feine cnMe LMgggk, iDttb mit Idjiuaracc Schnauze, entlaufen. Gegen Belohnung abzugeben vetWilhelm Homderger 8908 Ploctslrage 12, L