Zweites Blatt. Montag 24.November1SVS i Ale heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. flusiM aus 1lH 152. Jahrgang Mr, n Ifl J bei Gesamtvereins deutscher Geschichtsvereine und endlich bei Altertumsvereins und Paulus-Museums in Worms lua der Westdeutschen Zeitschrift im Auszug unter Beigabe Meier Tafeln abgedruckt. Tas größte Interesse indessen beansprucht der Aufsatz im Prof. A. Röschen in Laubach und Bauassessor Otto Zerth in Alsfeld über die Ausgrabungen des Berg- 'Hlosses Ulrichstein. Hier wurde wieder — soweit möglich — gut HU machen versucht, was der Vandalismus Niedlicher Bürger des 19. Jahrhunderts verbrochen hat. suchenden Boote erregt und zu genauer Untersuchung des Meeres im Umkreise Veranlassung gegeben hätte, so würde der Verbrecher jedenfalls in der kommenden Nacht sein unterbrochenes Werk wieder ausgenommen haben. 1*- eln »erkämich. Wir sind nicht höfisch-zarte Narren' Wir sprechen, was uns Wahrheit dünkt; \5n jedem deiner Talmi-Schmarren Ist jedes Sterbenswort geschminkt. Tir soll's erlaubt sein, mich zu öden Mit rohen Mitteln immerzu; Und du willst von Verrohung reden? . . . Kotzebue.'.' . . . Kotzebue.'! prozentigen Rente im November nötigen Mehrausgaben. Eine Note der „Ag. Havas" erklärt diese Mitteilung für unrichtig und fügt hinzu, der Minister habe einzig und allein die ihm zu Gebote stehenden Hilfsquellen in Anspruch genommen, um die in Frage kommenden Mehrausgaben zu bestreiten. Madrid, 23. Nov. Tie gestrige Abendsitzung bet Kammer verlief s e h r stü r m i s ch. Tie Teputierten Ortt- zuella, Romero Robtcdo und Andere beantragten die Ernennung einer Kommission zur Prüfung von Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von staatlichen Waldungen. Ein karlistischer Teputierter verlangt, der verantwortliche Minister solle den Gerichten ausgeliefertwerden. Tarauf zieht Romero Robledo leinen Antrag zurück; doch der Lärm dauert an. Konservative und Liberale stoßen gegen einander Trvhrufe aus, sodaß der Präsident schließlich die Sitzung aufheben muß. Rom, 23. Nov. In Gegenwart des Königs, der Minister und Unterstaatssekretäre, Vertreter des Senats und der Kammer und anderer hohem Staatsbeamten fand im Quirinat die Eintragung der Prinzessin Mafalda in das Geburtsregister statt. Tie Prinzessin wurde unter den Namen Mafalda, Maria, Elisabetta, Anna, Romna eingetragen. — Tie „Agenzia Stefani" gießt bekannt, der König habe heute vormittag eine Anzahl Amnestieerlasse unterzeichnet. Ter König spendete ferner 100000 Francs für ein Findelhaus und den gleichen Betrag für ein Krankenhaus für Arme. — Tie Blätter widmen dem verstorbenen Geh. Rat Krupp ehrende Nachrufe. In der Bevölkerung von Ea pri, namentlich in Anacapri, machte der Tod einen tiefschmerzlichen Eindruck. Viele Häuser flaggten halbmast. Tie Behörden der Insel beschlossen, Krupp ein Ten km al zu errichten. Der „Popolo Romano" sagt: Selbstmord oder nicht, Thatsache ist, daß die braven Ca- preser, denen Krupp ein Wohlthäter war, durch gemeine Angriffe seinen Tod beschleunigten. Aehnlich spricht das „Giornaled' Italia". Alle Blätter heben Krupps soziales Wirken und! seine Arbeiterfreundlichkeit hervor. 7- 'Tie „Tribuna" dementiert die englische Meldung» Italien plane ein Spezialgesetz gegen die Anarchisten. Ohne die schwerste Beschränkung Iber Freiheit sei ein solches Gesetz unmöglich. Besser wäre eine prvphy- lakttsche Kur der Anarchistenherde in England und Amerika. Konstantinopel, 22. Nov. Heute vor dem Auslaufen des deutschen Schulschiffes „Stein" erschien an Bord im Auftrage des Sultans dessen Lieblingssohn Prinz Burhaneddin. Es ist dies das er ste Mal, daß ein kaiserlicher Prinz ein fremdes Kriegsschiff besucht. Ter Prinz dankte dem Kommandanten für den Besuch und beauftragte ihn mit Grüßen des Sultans an den Kaiser. Ter Prinz hielt hierbei eine kurze Ansprache in deutscher Sprache. Pe tersburg, 23. Nov. Tie neue englische Expedition gegen die Waziris erregt trotz beruhigender Erklärungen der englischen Regierung in hiesigen Re- grerungskreisen große Besorgnis, und Rußland wird an der afghanischen Grenze alle Vorsichtsmaßregeln treffen, um gegen jede Eventualität gesichert zu sein. Schanghai, 23. Nov. Tie Räu mun g Schanghais begann gestern mit der Zurückziehung der japanischen Truppen. Deutsches Deich. Berlin, 23. Nov. Ter Kaiser hörte gestern die Vorträge des Ehess des Militärkabinetts Grafen Hülsen- Häseler und des Staatssekretärs des Reichsmarineamts von Tirpitz. — Polizeipräsident v. W i n d h e i m verläßt am 1. Ian. 1903 Berlin, um dien mit diesem Zeitpunkt frei werdenden Posten des Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O. zu übernehmen. — Äer Posten, des Ersten Bürgermeisters von Danzig, der durch die Ernennung des bisherigen Oberhaupts der Handelsstadt an der Weichsel zum Oberpräsidenten der Provinz Westpreußen vakant geworden ist, wird öffentlich ausgeschrieben. Als Gehalt sind 18000 Mark ausgesetzt, die Qualifikation des Bewerbers zum höheren Justiz- oder Verwaltungsdienst wird nicht gefordert. — Ter .-Vorwärts" veröffentlicht ein Rundschreiben, das von zahlreeichen Abgeordneten sowie Großindustriellen und Mitgliedern der Hochfinanz unterzeichnet ist und in welchem um Geldbeittäge für eine Broschüre ersucht wird, durch deren Verteilung der Agitation der Sozialdemokraten im weitesten Umfange entgegengearbeitet werden soll. T ü s s e ld 0 r f, 23. Nov. Eine öffentliche Versammlung von Zentrumswählern in Urdenbach erließ einen Protest gegen die Haltung der Partei in der Zollvorlage und fordert den Abg. Kirsch auf, er solle „weniger die Handvoll Agrarier im Wahlkreis, als die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten." Mannheim, 23. Nov. Heute war die Schlußsitzung des Katholikentags. Ter Präsident des Lokalkomitees, Amtsgerichtsdirektor Gießler, gab die Schlußabrechnung. Tie Ausgaben beliefen sich auf 43 520 Mk., die Einnahmen auf 49 682 Mk., der Ueberschuß auf 6160 Mk. Ter Berichterstatter feierte die Tagung nach Beteiligung und Verlauf als die bisher bedeutendste. Tas charakteristische Moment ser bte erstmalige starke Beteiligung der Elsässer gewesen. itati Ä Ißt 8 t 1868* Ausland. Haag, 23. Nov. Ter frühere Burendelegierte Wvll- ma n.an$' welcher sich nach Teutschsüdafrika einschiffte, reiste ohne die Einwilligung der englischen Regierung ab. Go t'hut dies zu dem Zwecke, um festzustellen, welche Haltung die englischen Behörden gegen ihn einnehmen werden imd auf welche Rechtsprinzipien sie sich stützen wird, um ihm die Rückkehr nach seiner Heimat zu verweigern. Brüssel, 23. Nov. Wie hier mit Bestimmtheit versichert wird, hat Chamberlain das Ersuchen Bothas, dem Expräsidenten Stejn die Rückkehr nach Süd- afri ka ^u gestatten, kategorisch ab gelehnt. Paris, 23. Nov. Einige Blätter teilten mit, der Finanzminister habe dreiprozentige Rente an der hle,lgen Börse verkauft, um sich 90 Millionen Francs zu verschaffen zur Deckung der durch die Konversion der 31/2- "Meier 1 des HrHey K abends r/,y Hr, ll (Feidrh. 81171 pd6 MM AM •Sri«ssl< Nr. 276 • rlftetnt täglich au Bei ßonniagA. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt bte Siebener Kamillen, blätter viermal tn der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bei B r ü h l'ichen Vntoeri.-Buch- u.Stein» druckerei (Pietich (irben) fUöaftton, Expedition und Druckerei: Gchalstraße 7. Mbtefle für Depeichenl Anzeiger Gieße». fctrnfpred)anld)ln6Wt 5L Tenn nicht etwa dem dreißigjährigen Krieg oder sonst einer blutigen Zeit ist die alte Veste zum Opfer gefallen,, sondern der Eigennützigkeit des historischen Sinnes ermangelnden Philisters. Da der „G. A." schon früher über diese Arbeiten berichtet hat, so will ich hier nur einen Zusammenhang berühren, der den Verfassern entgangen, jedenfalls aber nicht hervorgehoben worden ist. Ich thue dies nur, um zu zeigen, daß die im Volksmunde erhaltene Ueberlieferung historischer Vorgänge bei ortsgeschichtlichen Forschungen Beachtung verdient. S. 222 berichtet Röschen von der Erzählung eines alten Mannes, daß im siebenjährigen Kriege vor dem Thore Ulrichsteins 20 hessische Grenadiere totgeschossen worden seien. Auf den voraus- gehenden Seiten wird die Belagerung des von den Franzosen besetzten Ortes durch hessische Grenadiere, die bei einem Sturmangriff im Jahre 1759 20 Mann an Toten verloren, geschildert und hinzugefügt, daß das Massengrab jener Grenadiere bei den Ausgrabungen entdeckt worden ist. Ich glaube, daß die Erzählung des alten Ulrichsteiners an diesen Vorgang unmittelbar anknüpft. — Sehr dankenswert jft die Beigabe eines Planes der Veste. — Ten Schluß der Nummer bilden Fundberichte, kleinere Mitteilungen, Bücherbesprechungen uni) die Hessische Chronik von April—Juni 1902. K—l. Sudermann und Kerr. Aufsehen in den litte- rarischen Kreisen Deutschlands haben drei Artikel erregt, die Hermann Sudermann unter dem Titel „Verrohung in der Theaterkritik" im „Berl. Tagebl." veröffentlicht hat. Er ging darin mit verschiedenen Berliner Theaterkritikern scharf ins Gericht. Einer von diesen, Alfred Kerr, erwidert jetzt dem Verfasser von „Es lebe das Leben" recht gründlich im „Tag". Kerr erinnert daran, daß das Vorgehen Sudermanns nicht neu ist. „Ein Autor in Frankreich, als ihn Lemaitre zerzaust hatte, schrieb ebenfalls gegen die Kritik. Es war Ohnet. (!) Bei uns ist es wieder eine ochlokratische Figur... In einer künstlerischen Leistung muß Raum sein für den beliebig starken Ausdruck von Neigung, Haß, Ekel, Belustigtsein. Ter Hist 0 riker darf ein tiefes Mißfallen, eine tiefe Neigung schrankenlos äußern. Auch der Kritiker, welcher am größten ist, wenn er dem Historiker am nächsten kommt. Wieviel Berichtigungen würden Rau- Feuilleton. Quartalblätter des Historischen Vereins f'är das Großherzogtum Hessen. NF. 3. Band Rr. 6. Darmstadt 1902. 8 Okt. Tas 2. Vierteljahrsheft d«?s laufenden Jahrgangs dieser Zeitschrift ist eine besonders rnchhaltibe Nummer. An der Spitze steht ein Bericht über b«:e Thätigkeit des Vereins, der das Interesse für vaterländische Geschichte teilweise durch das treffliche Mittel der Ausflüge und Wanderversammlungen zu heben sucht. Ein solcher Ausflug wurde am 23. April d. I. nach M- Zrankfurt, das dem modernen Menschen leider eine Terra hucognita ist, unternommen und am 28. Mai der unter» Gante Rodgau durchwandert. In der 7. Monatsversamm- luing, am 5. Mai, wurde die Sage vom Roden st einer Don dem durch fein vorzügliches Odenwaldbuch bekannten Professor Lorentzen aus Heidelberg behandelt. Ter Krdner wies den auf Wotan und auf die Burg Schnellerts, nicht Rodenstein, zurückgehenden Ursprung der Sage und bitten Entwickelung bis zu Scheffel nach unb zeigte, wie fl'trabe biefer ben Stoff für uns — verpfuscht hat. Denn pach, Kotzebue unb bie Birchpfeiffer an bie Zeitungen schicken, wenn sie auferftänben unb Literaturgeschichte basen. Wenn ich einen Baum sehe ober einen Tümpel ober eine Landschaft, barf ich nicht frei sagen: ich finbe sie scheußlich ober entzückend ober so und so? Als „Erscheinungen" seh' ich auch bie Dichter an.....Sie kennen übrigens noch immer nicht bett Schopenhauerschen Satz: „Ueberhaupt ist tn bcr Literatur bie Höflichkeit, als welche aus ber Gesellschaft stammt, ein frembartiges, sehr oft schädliches Element". Schopenhauer sagt noch was anderes: „Durch Tadeln desselben (des Faulen, Schlechten der Mode)' setzt man sich aber immer gewissermaßen au Niveau mit ihm." Und das ist mein Kummer; hier liegt der Nachteil, ber mir broht. Es gießt nur einen Ausweg statt des^ Tadelns: das Verspotten. Den hab' ich gewählt. Solange der Florian Geyer zweimal in einem Winter, ber Baumeister Solneß eineinhalbmal, frerobes unb Mariamne null- mal gegeben wirb, und „Es lebe das Leben" hundertmal: so lange will ich . . . nicht das indianische Pfeilgift Curare verschießen, aber in vielen Tonarten sagen, was mich gut dünkt, verhauen, was mir mißfällt, preisen, was mich entzückt, und litterarisches Gesindel als litterarisches Gesindel bewerten. Er würde mich nicht verstehen, wenn ich ihm sagte: streng dich an und höre zu, — ich trachte, die Kritik auf eine Stufe zu bringen, wo sie (nach meinen Absichten) eine dichtergleiche Kunst werden kann. Man wird ihm nie einbleuen können, daß eine Rezension sogar dichterischer sein kann als ein Werk, das sie bespricht Daß sie länger dauern kann als dieses. Kerr schließt seine Erwiderung mit einem „Abgesang", dem wir folgende Strophe zitteren: Aas Arama auf der <-koreley. Athen, 22. Nov. Infolge der an der ,Loreley" vorgenommenen Grundreparatur, für die ein Zeitraum von drei Monaten in Aussicht genommen ist, herrscht allenthalben an Bord ein schier undurchdringliches, aber unvermeidliches Chaos. Diese gan^ außergewöhnlichen Umstände lassen die Möglichkeit des geschehenen Ueberfalls erklärlich erscheinen. Tie Degcben- beiten spielten sich nach Mitteilung ches Kommandanten in folgender Weise ab: Tie Offiziere hatten Privatwohnungen in Athen resp. Phaleron beziehen müssen, während der Mannschaft ein für den Zeitraum ihres Aufenthaltes im Piräus gemietetes Haus als Quartier angewiesen war. Nach vollbrachtem Tagewerk verließen die Arbeiter das Schiff, auf dem bann nur bie zum Nachtdienst tommanbiertcn Mannschaften zurückgeblieben waren. Tiefe begaben sich in einen auf bem Hinterdeck gelegenen Raum, während der Wache habenbe Unteroffizier sich auf einen ber Leberdiwans des Rauchsalons des Kommandanten niederlegte. Tie zu ihm führende Thür blieb offen stehen, wahrscheinlich, weil der Unteroffizier die patrouillierende Schildwache im Auge behalten toorfte. TO nun _ ber Deckoffizier vorn Dienst um halb vier tnorgenS bie sich auch auf ein am Quai gelegenes Magazin mit Schisfs-Jnventarien erftrccFcnbe Nonbe antrat, gab er vergebens das Signal zur Aussetzung eines Bootes, das ihn an Borb bes Schiffes rubcrn sollte. Er ließ sich beshalb in einer Barke an Borb bringen. Hier fanb er keinen Posten vor, unb bas Aufleuchten von Blutlachen auf bem Verdeck im Schein einer Laterne veranlaßte ihn, sofort die Dache zu wecken. Ter Rauchsalon, in dem ber Unteroffizier Hranz Biebritzki offenbar beim Lesen ein geschlafen war, bot den entsetzlichen Anblick bes Verbrechen?. In ber Ecke lagen lie wollenen Decken bes (Srmorbeten, über unb über mit "Akut bespritzt. Ein breiter Blutstrom hatte sich auch über Lerv Tisch ergossen. Auch der Fußboden wies Blutlachen cuf. Ter Unteroffizier hat im Schlaf den furchtbaren Stoß tn den Hals erhalten. Am längsten weilte das Auge auf der Ecke des Salons, krw in jener Nacht am Fußboden zwei eiserne Kosten standen, «ach deren Besitz das Trachten des Uebelthäters gerichtet «ar. Er mag sich wohl in ber Eile vergriffen haben, inbem er bie kleinere, bie Gesamt-Schiffskasse enthaltende Aiste stehen ließ unb bte größere über Bord hißte. Ihr Verlust aber hätte für das Deutsche Reich ganz unabsehbare Dolgen gehabt, da sie unersetzliche Dokumente von eminenter Wichtigkeit enthielt. Unb es ist ber einzige Helle Punkt in biefer so trüben Angelegenheit, baß der Kasten Lank den vom Kommandanten sofort eingeleiteten um- stassendsten Nachforschungen zu Wasser und zu Lande glücklich aufgefunden wurde. Im Nauchsalon standen die beiden Kammer unb bas mächtige Brecheisen, mit bem ber Verbrecher vergebens versucht batte, bie starken Stahlplatten zjll sprengen. Zweifellos war er bei seinem Werk gestört morben und hatte die Kiste in ganz einsamer Stelle ins Meer gesenkt. Wenn nicht die in ber Nähe über einem Ielsenvorsprung herüberblickende Bugspitze ber abhanben A'kommenen Schiffs-Jolle die Aufmerksamkeit eines der ab- b'tr durch die Lüfte jagende Ritter ist nach ihm nicht mehr iwr patriotische Warner, sondern ein Ritter, der keine Ruhe smdet, weil er ben letzten Schoppen zu trinken versäumt h«:t. — Unter ben sich a nschließenben Dereinsberichten wirb bkT Hessischen Vereinigung für Volkskunbe befonbere Beachtung gewibmet unb sobann ber Bericht über bte Neu- emo erbun gen bes Vereins zur Erforschung ber rheinischen Geschichte unb Altertümer in Mainz aus ber Westbeutschen litschrift f. Gesch. unb Kunst, bes Römisch-Germanischen Z.utralmuseums in Mainz aus dem Kvrrespondenzblatt O jV —er x-x Vezagrprel», i'.raSr Jr r5< monoihd) 76'151., otertel«\ Giessener Anzeiger» w General-Anzeiger S Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ■ ||||.,,II|I _ __ jetflenteh: Han« Beck, Inerten ffito ittung Ic i LM W * Bte» klöitnrrÄi und SW< M malt tflm SvM i i, MnlW i Itrflufmadjun: \ jidDiDand* 1 d Bardintn \t und bunt -n/ iDaftswt ftorationsM1' dem' DaM 7 lotstet-M IVttbM und Hu^ron8- ßefte MM zfrafgrngrvn, za. tddd. -arr öraarsTCTTran oes tto» rfneamtsl chat ein Telegramm von Lldmiral Cafty erhalten, welches meldet, eine Zusammenkunft zwischen Salazar und Herrera habe zur Unterzeichnung von Friedensbedinburrgen geführt, welche General Perdamo gebilligt Babe. Tic Revolution in Columbien sei beendet. Rewyork, 23. Nov. Nach einem Telegramm aus Panama gewährt der zwischen der Regierung von Kolumbien und den Aufständischen geschlossene Vertrag allen politischen Gefangenen Freiheit mit Ausnahme derjenigen, welche ihn nicht anerkennen wollen. Ten Aufständigen wird Am- nestie erteilt und Sicherheit gewährleistet. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. November 1902. ♦* Bei dem herann atzenden Weitznachts- feste erlauben wir uns, die hiesigen Geschäftsleute nochmals ganz besonders auf die kürzlich bekannt gegebene große Verbreitung des „Gießener Anzeigers" in Stadt und Land (augenbl. Auflage 8300^ aufmerksam zu machen und bemerken, daß in dieser Zeit noch mehrere hundert Probeblätter zur Verteilung gelangen. Es ist also verhältnismäßig keine günstigere und billigere Geschäfts- Empfehlung als im „G. A." denkbar. Wir bitten deshalb, beabsichtigte Anzeigen baldigst und wenn möglich einige Tage vor der Veröffentlichung aufzugeben. Auf die Ausstattung der Anzeigen kann dann die größte Sorgfalt verwendet werden, was für die Inserenten von außerordentlicher Wichtigkeit ist. — Hofnachrichten. Die „Darnist. Ztg." schreibt: S. K. H. der Großherzog gedenken am 10. Dezember eine Reise nach Indien anzutreten. In Begleitung werden sich Generaladjutant Generalmajor v. Wachter, Flügeladjutant Rittmeister Kraemer und der zur Dienstleistung bei Sr. Königl. Hoheit kommandierte Freiherr von Masienbach befinden. * * Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, zum 12. November dem Bürgermeister KaSpar Schaaf zu Erbenhausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste* am Bande deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. — Landwirtschaftliche Ausstellung Herbst 19 0 3 in Gießen. Am 29. d. MtS., nachmittags 3 Uhr findet im Saale deS Großherzog von Hessen die konstituierende Versammlung des Hauptkomitees für die landw. Ausstellung statt. Die Tagesordnung lautet: J. Zweck und Aufgabe der Ausstellung; 2. Wahl deS OrteS und Feststellung der Zeit der Ausstellung; 3. Bestimmung der Gebiete, über welche sich die Ausstellung erstrecken soll; 4. Wahl der Ausschüsse. Da auch die benachbarten preußischen Provinzen sich mit dem Vogelsberger Vieh an der Ausstellung beteiligen werden, so sind auch die Vertreter jener Kreise eingeladen. • * Bennigsen-Denkmal. In der „Nat.-Ztg." finden wir einen Aufruf znr Errichtung eines Denkmals für Rudolf von Bennigsen in Hannover. DaS Ehrenpräsidium bilden Wirkl. Geh.-Rat Prof. Dr. Planck in Göttingen, Dr. Fr. Hammacher in Berlin und Generalintendant Dr. Bürklin in Kqrlsruhe. Ferner gehören dem Ausschuß unter vielen Anderen an: Kommerzienrat Louis EmmeliuS in Gießen, Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim in WormS, Justizrat Jöckel in Friedberg, Stadtv. Kirch in Gießen, Geh. Kommerzien- rat Michel in Mainz, Gras v. Oriola in Büdesheim, Geh. Justizrat Dr. Osann in Darmstadt, Abg. Reinbardt in Worms, Rechtsanwalt Schmeel I. in Darmstadt, Geh. Kommerzienrat Weintraut in Offenbach und Stadtv. Wolfskehl in Darmstadt. * * Die niedrig st e Temperatur wurde, laut unserem meteorologischen Bericht, in der Nacht vom 22. zum 23. November mit —14,2 Grad Celsius verzeichnet. Gestern, Sonntag abend, ging bei einer Temperatur von —2,6 Grad Celsius ein leichter Regen hernieder. Heute morgen zeigte das Thermometer —0,5 Grab Celsius. * * Der „Gießener Radfahrer-Verein 1885" feiert am 13. Dezember d. I. sein diesjähriges Winterfest. Tie Vorbereitungen hierzu werden seitens seiner Mitglieder eifrigst betrieben und lassen schon jetzt erkennen, daß das bevorstehende Fest, die früher von demselben gefeierten Feste übertreffen wird. • * Sei der Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes sind, wie man uns schreibt, zu Gunsten der Buren noch weiter eingegangen und an die Hauptleitung nach Berlin übersandt worden: März 02 Ungenannt 3 Mk., April 02 Unbekannt 1 Mk., Mai 02 vom ehemaligen Dozentenverein 21,50 Mk., Erlös aus Drucksachen 6 Mk., Restbestand von früher 31 Mk., zusammen 62,50 Mk. — Die Ortsgruppe richtet gleichzeitig die Bitte an die Bewvhuer Gießens und der Umgebung, noch weitere Gaben zu spenden. Es flicht noch viel Not zu lindern, die durch den schrecklichen Krieg verursacht wurde, nicht nur unter den Buren, sondern auch unter den deutschen Mitkämpfern, die infolge deS Krieges in alle Weltgcgenden verschlagen, Unterstützungsmittel benötigen zur Schaffung einer neuen LebenSgrundlage. Die Sammlung des Alldeutschen Verbandes hat jetzt die Höhe von rund 600 000 Mk. erreicht, von denen nur noch 75 000 Mark zur Verfügung stehen. Weitere Gaben sind deshalb dringend erwünscht. Für die hiesige Ortsgruppe nimmt solche Herr Hof- und Universitätsbuchhändler August Frees, Seltersweg, bereitwilligst entgegen. * * Zoologie im Hessischen Landtag. Man schreibt in den Blättern: Die jüngsten hessischen Land- taaöwahlen haben eine erfreuliche Vermehrung des Dild- bestandes der Zweiten Kammer gezeigt. Insbesondere die oberhessischen Städte haben daran hervorragenden Anteil. Daß Gießen mit Vorliebe Gu tfleisch liefert, ist man- niglich bekannt; aber auch Friedberg war diesmal mit anerkennenswertem Eifer für die Bereicherung in Damm- Wild bestrebt, wie, wohl vom gleichen Gesichtspunkte ausgehend, Alsfeld ein kapitales Reh entsandte. Letzterem würdig zur Seite darf das aus Grünberg bezogene niedliche H i r s ch e l gestellt werden, bezüglich dessen nach Lage der Verhältnisse kaum zu befürchten sein dürfte, daß es jemals mit dem in der parlamentarischen Arena bereits vorhandenen Bär und Dolf in unliebsame Kollision geraten wird. Auch die beiden sich daselbst schon längere Zeit munter tummelnden Hasen dürfte diese Vermehrung des landständischen Wildbestandes um so weniger genieren, als kein einziger „Jäger", nicht einmal ein simpler Sonntagsjäger, sich im Gehege befindet. Daß das anryepm ves nacy rote vor ais „sämig ver Here" jetn Szepter schwingenden L e u'n durch rationelles Anwachsen seines UnterthanenverbandeS nur eine wesentliche Kräf- tiguna erfahren kann, braucht als selbstverständlich nicht besonders betont zu werden. Mit dieser erfreulichen Ver- mehrung des Wildbestandes hat leider diejenige des Ge- lügelbestandes nicht ganz gleichen Schritt halten können, indessen darf mit Befriedigung konstatiert werden, daß in Ermangelung von Auer-, Dirk-, Welsch- usw. Hahnen immerhin ein prächtiger Molt-Hahn und ein nicht minder wohlgenährter Pitt-Hahn durch ihre prima Qualität die nach dieser Richtung mangelnde Quantität redlich zu ersetzen mit bestem Erfolge bestrebt sind. Vielleicht werden die nächsten Wahlen dazu beitragen, in letzterem Betreff noch vorhandene Lücken auszufüllen. e. Bad Nau heim, 23. Nov. Die hiesige Groß- herzogliche Kurverwaltung hat eine vergleichende Uebersicht über die Pers onen- und Bäderfrequenz- ziffern der letzten fünf Jahre (1898—1902) aufstellen lassen. Es weilten hier Kurgäste: 1898: 19 534, 1899: 22411, 1900: 21 662, 1901: 19883 und 1902: 22567. DaS Jahr 1902 brachte mithin einen ganz erheblichen Aufschwung des BadeS, z. T. hervorgerufen durch die lebhafte Thätigkeit des neuen „Verkehrs-BureauS*. Während 1898 14 890 deutsche Kurgäste gezählt wurden und 4 644 Ausländer, zeigte das Jahr 1902 : 15 980 Deutsche und 6 587 Ausländer, in Prozenten: 71 Prozent Deutsche und 29 Proz. Ausländer. In früheren Jahren hatten wir nur 24 bis 28 Prozent Ausländer. In der letzten Saison weilten hier z. B. 962 Amerikaner (1901 nur 711), 1086 Engländer (1901: 1055), 2540 Russen (1901: 2267), 647 Oesterrcichcr 1901: 579). Die höchste Zahl Kurgäste war in diesem Jahre am 24. Juli anwesend, nämlich: 5956. Bäder wurden gegeben: 1898: 260119, 1899: 304472, 1900: 302 506, 1901: 296 583 und 1902: 304 616. Dazu sind in jedem Jahre noch 10—11000 Bäder für die Kjnderheil- ’tätte „Elisabethhaus" zu rechnen. — Tie in der Mühlstraße gelegene Simonsche Villa wurde gestern für 225 000 Mk. an den Fürsten von Isenburg verkauft. — Im nächsten Jahre feiert der hiesige älteste Verein „Frohsinn" ein großes Sängerfest, als Festplatz wurde von der Stadt ein großes Grundstück in der Nähe des Badehauses IV an der Usastraße erworben. Dieser Platz liegt näher und bequemer für alle Teilnehmer und für die Kurgäste wie der Festplatz am Walde, wo in diesem Sommer das Feuerwehrest abgehalten wurde. — Die neue Apotheke kommt provisorisch in das alte Schulhaus, das durch einen Neubau rei geworden ist; später sollen in das alte SchulhauS auch die städtischen Verwaltungsräume gelegt werden. — Der große Teich ist vollständig zugefroren und morgen beginnt dort die EiSernte. — An Stelle des verstorbenen Bürgermeister Wörner wurde Herr Ferd. Sprengel zum Mitglied des KreisausschuffeS gewählt. O. Darmstadt, 23. Nov. Am SamStag fand bei Sr. Exzellenz dem Herrn Staatsminister Dr. Rothe ein Esten mit nachfolgendem zwanglosen Zusammensein statt, das durch die Gegenwart S. K. H. des Groß Herzogs besonders geehrt wurde. Den Anlaß bot die im Sommer dieses Jahres erfolgte Promotion des Herrn Staatsministers zum Dr. juris honoris causa. Anwesend waren S. Exz. der Justizminister Dr. Dittmar, S. Exz. der Finanzminister Dr. Gnauth, Geh. Staatsrat Krug von Nidda, Geh. Kabinettsrat Römheld, der Generaladjutant Generalmajor von Wachter, Ministerialrat Weber und von der Universität der Rektor, der Exrektor, die Dekane der Fakultäten und die Mitglieder der juristischen Fakultät. Offenbach, 23. Nov. Gegen die Wahl der Wahlmänner im Wahlbezirk Offenbach-Stadt ist Protest erhoben worden. Frankfurt, 23. Nov. In dem dichtbevölkerten Haus Schäfergasse 15, in dem sich die Restauration zu den Kaiserhallen befindet, entstand heute nachmittag kurz nach 3 Uhr im Dachstuhl ein Brand. Durch die Meldung „Großfeuer" wurden die Feuerwehren der Burgstraße, der Münzgasse und des Westends an die Brandstätte gerufen. Tie beiden ersteren traten in Aktion und brauchten etwa anderthalb Stunden, bis die Gefahr beseitigt war. Ebenso lange Zeit dauerten die Dufräumungsarbeiten. Ter ganze Tachstuhl ist ausgebrannt. Der Schaden ist ziemlich erheblich. Hanau, 23. Nov. Der Stadtverordnetenversammlung lag der Entwurf einer Eingabe an den Bundesrat vor um Gestattung der vermehrten Einfuhr von Schlachtschweinen au5 dem AuSlande. In der Eingabe wird kon- datiert, daß hier die Zahl der Schweineschlachtungen in den ersten neun Monaten deS JahreS 1902 im Vergleich zu der Zahl der Schlachtungen in denselben Monaten des JahreS 1900 um 1028 zurückgegangen ist; auch sei eine Erhöhung des Preises für Schweincsteisch innerhalb dieser neun Monate um 7,5 Pfg. pro Pflind nachgewiesen neben Verringerung der Qualität. Sowohl dieser Magistratsoorlage, als auch derjenigen auf Gewährung eines Tagelohnes für die Notstandsarbeiter von 2,15 Mk. und für Arbeitslose von 2,50 Mk. wurde zugestimmt. Als Notstandsarbeiter gelten die Arbeiter, welche infolge Unfalls nicht mehr voll arbeitsfähig sind und infolgedeffen Rente beziehen, auch alte und gebrechliche Arbeiter, die jedoch noch durch erwerbsfähige Familienangehörige Unterstützung erhalten können, während als arbeitslose vollkräftiqe Arbeiter bezeichnet werden, die etwa durch ungünstige Geschäftßkonjunktur außer Arbeit geraten. — Während seit 1890 der städtische Etat stets mit einem Ueberschuß abgeschloffen hat, der sich im Durchschnitt pro Jahr auf rund 60000 Mk. bezifferte, ist im Rechnungsjahre 1901 '02 ein Fehlbetrag von 14818 Mk. entstanden. Es wurde beschloffen, diesen für das Rechnungsjahr 1903 in Ausgabe vorzutragen und ihn nötigenfalls durch Steucrerhöhungen zu decken. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Büdingen wurde deS TageS, an dem vor 25 Jahren Oberamtsrichter Rabenau dort seinen Einzug hielt, dadurch gedacht, daß ihm der Ehren- bürgerbrief überreicht wurde._________________________ - Vermischtes. • Koblenz, 23. Nov. Heute nachmittag explodierte daS HauptgaSrohr am Gasthaus „ Zum Schwanen". DaS HauS wurde teilweise zertrümmert, Wände und Decken sind emgestürzt. Menschen sind nicht verunglückt. • Po rsva m, zz. t?dd. oroges neuen erregt tjwt daS feit gestern vormittag gemeldete Verschwinden einer in den 50er Jahren stehenden Dame der höheren Gesellschaftskreise, welche seil einiger Zeit schwermütig war. Sie trug zuletzt Trauerkleidung und ist vermutlich nach Berlin gefahren, um von hier aus die Reise nach Schlesien anzutreten. Tie Polizei hat bereits eingehende Nach, forschungen in die Dege geleitet. * Duisburg, 22. Nov. Als RechtsanwaltKüne- mann in der verflogenen Nacht heimkehrte, fand er einen scharfen Gasgeruch wahr. Beim Betreten des Badezimmer- gewahrte er am Boden liegend seine Frau als Leiche. Sintern ann stürzte gleichfalls zu Boden: zugleich erfolgte eine Explosion, die ihn schwer verletzte. Nur durch die Tazwischenkunft anderer wurde Künemann gerettet; da- Zimmer ist völlig zerstört. ♦ Heidelberg, 23. Nov. Verduftet ist der der» heiratete Student und „Privatgelehrte" Ernst Höf- ner. ES schwebte gegen ihn beim hiesigen Afiitsgericht ein Strafverfahren wegen Unterschlagung. * Paris, 23. Nov. Heute früh fand auf der Eisenbahn strecke Ticpve-Saint Valery bei Luneray ein Zusammenstoß zwischen einem Personenzug und einem Güterzug statt. Beide Lokomotivführer und ein Heizer wurden getötet, drei andere Angestellte und zwei Reisende verletzt. * Tours, 23. Nov. Als Samstag abend in der Singspielhalle ein Sänger ein Lied sang, dessen Refrain das Militär verspottet, pfiffen ihn mehrere in Zivil anwesende Offiziere aus. Tie übrigen Anwesenden pro- testierten; es entstand eine Prügelei. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Polizei stellte die Ordnung wieder her. 'Bareelona, 23. Nov. Die Polizei entdeckte hin eine Art Handels-Agentur, deren Hauptzweck ist, Ausländer zu prellogt. Sie schickte Zirkulare au§, in denen versteckte Schätze, nur in der Einbildung bestehende Goldminen und andere schwindelhafte Dinge angeboten wurden. Tie an der Spitze stehenden Unternehmer, ein Oesterreicher, ein Deutscher und ein Spanier, wurden verhaftet. * Petersburg, 23. Nov. Bei der Station Kassi- nowka im Gouvernement Iekaterinoslaw fand ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt. Elf Wagen wurden zertrümmert, vier Angestellte verletzt. * Newyork, 23. Nov. Während der Friedensfeierlichkeiten in Panama e r p l o d i e r t e eine Kanone. Drei Soldaten wurden getötet, zwei verletzt. * Mädchenhandel. Der „Frkf. Ztg." wird aus Newyork gemeldet: Die in Philadelphia vorgenommenen Verhaftungen von Mädchenhändlern sind anscheinend auf eine Anregung der Polizei in Halle a. S. erfolgt. Ein Dampferunglück. Nach einer Meldung bet „Frkf. Ztg." aus Bukarest ist der Dampfer „Bosnia" der italienischen Gesellschaft Florio Rubattino in der Nähe der Sulina-Mündung gesunken. Von 237 türkischen, griechischen und italienischen Passagieren wurden n_u r 82 gerttet. Der Kapitän Del Debio, die Mannschaft und 150 Passagiere sind ertrun ken, 25000 Zentner Getreide gesunken. — Tie Nachricht bedarf noch der Bestätigung. * Aus Sandringham, wohin zwar, atlem englischen Brauch zuwider, keine Journalisten entboten waren, weiß „Modern Society" Interessantes zu berichten. Eine der interessantesten Episoden dieses Privatbesuches sei die Partie Billard gewesen, welche Kaiser Wilhelm und König Eduard zusammen gespielt hätten. Ter Kaiser ist nur ein gelegentlicher Dillardspieler, eher stürmisch und mit einem Geschick für gewagte, ehrgeizige Stöße. König Eduard, der jetzt etwas zu bequem zum Billardspielen i st, war früher sehr dafür eingenommen, und lehrte seine Kinder das Queue handhaben, so bald sie mit der Nase über den Billardtisch reichen konnten Er stand nur zeitweilig davon ab, als Prinz Georg und die Prinzessin Maud die Sache zu übertreiben begannen. Kön igin Alexandra versah das Amt eines Mar- fl ueurs und that dies, sehr zum Amüsement der königlichen Spieler in einem so professionellen Ton und mit solcher Sicherheit, daß kein Zweifel oder Streit zwischen den hohen Partnern aufkommen konnte. Auch die Königin versteht sich auf das Carambolagespiel. Ten besten Billardsaal habe König Leopold II. in Brüssel, erklärt das Blatt, der nach dem Muster desjenigen in Sandringham möbliert und dekoriert fei. Wie viel der Kaiser diesmal für die Dienerschaft in Sandringham „gelassen" habe, will das Blatt nicht wissen, erklärt aber, bei dem Trauerbesuch anläßlich der Erkrankung und des TodeS ^r Queen, hätte die Dienerschaft in Windsor und OSborne 5000 Psd. Sterl. „Beneftt" gehabt, beim Besuch des Zaren in Dal- moral wenige Jahre zuvor, nur 3000 Psd. Sterl. Ten unerreichten Rekord hat der in solchen Sachen verschwenderische Nikolaus L von Rußland „creiert", der.in einer Woche in Windsor 20 000 Psd. Sterl. unter die Dienerschaft gebracht hat, sich dafür aber auch den Jur machte, in der Zerstreuung einem Kammer Herrn eine Fünfpfundnote in die Hand zu drücken, und entern Kammer- b i en er den St. Annenorden um den Hals zu hängen. Tie Hotelrechnung für den Kaiser Nikolaus I. und Gefolge in London soll an einem Tage 3000 Psd. Sterl. betragen haben. Da die Annahme ausländischer Orden den englischen Bürgern in Friedensreiten verboten ist, so können sich Souveräne bei ihren Besuchen nicht mit freigebiger Verteilung der beliebten Dekorationen aus der Affatre ziehen, sondern müssen tiefer in die Tasche greifen für Geschenke an daS hohe und niedere Hofgesinde, daS in England herkömmlicherweise die größten Prätentionen an den Tag legt. * Tie Presse und daS Gehirn. Ein Kaleidoskop — oder, um einen Vergleich neuerer Art zu wählen, «n Kinematograph, der in wenigen Augenblicken die verschiedenen Zuckungen der Menschheit in den letzten 24 ©tuüben vorführt — dies ist, en verhaftet. der Station jkssü aoslaw fand ein Zn. üge statt. (Hffc eilte verletzt. -end, der Friedens^ te eine Kanone.I? rleht. ,Frkf. Ztg." toir.1;- )elphia vorgenorM nhändlern iem- Polizei in ö. !ach einer MeÜeg der Tampserder lubattino in w Mhe Von 237eiligen, lgieren fourta nur N o, die Mischast und 25 M ZeMir ^treibt noch der KMgung. whin zwar, allem en? ’ßHften entboten wattn te§ ju betitytn. & MattefuN sei k Kaiser Wilheln zchielt Men. AurMeler, eher p Li tzewM, ehrgn-^ eW zu bequem? ,r dafür eingenev' eue handhaben,^ ardtisch reichen , Ai Mi »P u ibertreütn W- das SM einh , fcüi'cment betl, flimeflen fei ober Strert r” mute- Ach E in Sruile enigen biet der :t aber, bett ^^n, md desTo^UE esck de- ff , Di : SÄ*’ bet i« e'"! > »««L die stell. «ju mas er und m «e!°; ’ ®b(»gAerI iett«!8 3000 fMK der« s- ü’5 MS ÄS »5 ; blCie.rheit „t B f«5,Ä ftk ■ irryerer -AufmerTscmrreri per, Die na? Vtmten w^rngen üjct* imten auf hundert verschiedene GegenstLude richtet. ♦ Welch' Himmels ckreiender Unterschied ','vischen Theorie und Praxi s besteht, erhellt aus ! sagender Geschichte, welche der Kreisarzt Dr. Berger in IHannover in seiner eben erschienenen Schrift „Kreisarzt unb Schulhygiene" erzählt. ,Lch frage in einer Dorfschule , eiheu Jungen: „Was muß man thun, wenn man die Z.sihne schön und weiß erhalten will?" — „Putzen", lautete -die Antwort. — „Und wann muß man putzen?" — „Mor- M!ns". — „Sonst auch noch?" — Alles schweigt. „Womit vrcht man?" — „Mit einer Zahnbürste." — „Hast Du dsnn eine Zahnbürste^ — „Nein." — „Hat Dein Vater eiine Zahnbürste?" — „Nein". — „Hat Deine Mutter eine Zahnbürste?" — „Nein." — „Woher weißt Tn denn das mit der Zahnbürste?" — „Wir verkaufen Zahnbürsten." • Eine hübsche Trinkergeschichte wird der ^Nat. 'Wg." berichtet, die der ebenso witzige wie menschenfteund- liihe Pastor Boedeker, besten Denkmal auf dem Marktplatze im Hannover steht, im traulichen Freundeskreise zu erzählen Megte. — In der gemütlichen alten Zeit, als man sich noch bar ‘(Sänften bediente, gehörten zu den volkstümlichen Per- Mlichkeiten Hannovers zwei Sänftenträger, die, unzertrennlich wie Dtüller und Schultze, während der Ausübung ihres boschwerlichen Berufes reichlich Gelegenheit fanden, durch ^chnapStrinken ihr Dasein zu erheitern. Nachdem Siechtum bom Haupttrinker hinweggerafft und auch der Ueberlebende mach einigen Jahren sein Ende herannahen fühlte, erschien arm Krankenlager der gute Pastor Boedeker, um denSchwer- i !k denden auf seinen letzten traurigen Gang vorzubereiten. 1 O nun unter den tröstlichen Verheißungen auf das Wieder- e )en mit dem verstorbenen langjährigen Freund und Kum- oan Erwähnung fand, seufzte plötzlich der Kranke: Llch, Herr Pta stör, dann geht doch das leidige Supen wedder los." Äber, lieber Freund," erwiderte der Seelsorger, „Ihr denkt )od) nicht, daß im Jenseits getrunken wird!" Darauf der I fiwanfe mit trübseligem Kopfschütteln; „Ach! Herr Pastor, ■ 2 tr? Er läßt et nich un er weeß . immer eenen noch zu 'r iegen" . . . Kunst und Wissenschaft. M. Darmstadt, 23. Nov. Im Großh. Hoftheater erlebte heute I )i i Opernnovilat „Das war ich!" von Leo Bloch, Text von '.itka (bem feinsinniaen Musikredakteur von Avenarius' oortreff- ch chte des jüdischen Volkes vorzubereiten. Lemberg, 22. Nov. Eine hier abgehaltene Versammlung von ?o!nischen Hochschülern nahm eine Resolution an, welche he» :inmt, daß zur Stärkung der Kräste im Kampf gegen die lieber- TrcnrnT flch auSzuvklven Tn trgrnd etnem polnflchen Landesgebiete genommen wird, eine auf allgemeiner Beisteuerung gegründete Unterstützung ' zu gewähren sei. Der Antrag der sozialistisch gesinnten Universitätshörer, eine derartige Unterstützung auch den wegen ihrer gesellschalllichen Anschauungen verfolgten polnischen Studenten zu gewahren, wurde abgelehnt. Petersburg, 23. Nov. Ter Priester Johann von Kronstadt und Graf Tolstoi wurden von der Universität Dorpat zu EhrenmitaHebern ernannt. Kirche und Schule. Generalsuperiuteudent a. D. Dr. Ernst f. Am 21 Nov. ist in Boppard der Generalsiwerinteudent a. D. Dr theol. Karl Emst geftorben. Geboren 1834 zu Drommershausen im Oberlahnkreise, legte er die erste theologische Prüfung in H e r b o n 1855 ab. 1861 wurde er zweiter Pfarrer in öerbom. 1863 Pfarrer der reformierten Gemeinde in Barmen-Gemarke. 1870 erster Pfarrer in £>erbom. 1871 Dekan und Professor des Seminars. 1879 Direktor des theologischen Seminars in Herborn. 1881 verlieh ihm die Universität Marburg die theologische Doktorwürde honoris canea. 1882 wurde Tr. Emst zum Generalsuverin- tenbent bes Konsistorialbezirkes Wiesbaben ernannt, welche Stellung er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1897 beibehielt. Zandc! und Verkehr. Ualküwittschast. Märkte. Grünberg, 22. November. Fruchtmarkt. lDurchschnitts- preis pro 100 Kilo.) Weizen 15.54 bis 15.75 Mk., Kom 00.00 dis 00.00 M, Gerste 13.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 00.00 Mk., Erbsen 16.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Mk. fc. Frankfurt a. M., 24. Nov. (Tetegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 427 Ochsen, 141 aus Oesterreich, 37 Bullen, 1 aus Oesterreich, 786 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 322 Kälber, 630 Schafe und Hämmel, 1306 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität 69—71 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 61—63Mk.; Bullen l.Qual. 64 bis 66 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 61—62 Mk., 2. Qual. 56—58 Mk., 3. Qual. 46—48 Mk, 4. Qual. 40—42 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—81 P^g.,Lebendgewicht 49 — 50 Pf., 2. Qual. 70—75 Psq., Lebendgewicht 42—44 Psg., Schlachtgewicht 60—62 Psg., Schake: l.Qual. Schlachtgewicht 62—64 Psg., 2. Qual. 58—60 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 52,5 Pfg., 2. Qual. 66 Psg., Lebendgewicht 51,5 Psg., 8. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: hei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut. fc. Frankfurt a. M., 24. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Nottemngen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 15.75,—00.00 Kurhessischer Mk. 15.50—15.75, La Plata Alk. 17.00—17.25, Kansas Mk. 17.00—17.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.00, Frankenfelder Mk. 00,00—00,00, Haf-r Mk. 14.75—15.25, Mais Mk. 14.00—00.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.55—25.75, 2. Qualität Mk. 23.50 bis Mk. 23.75, 8. Qualität Mk. 21.50—21.75, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—25.75, 1. Qualität Mk. 21.75—22.25, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mk. 9.00, Roggenkleie Mk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Gerichtssaal. Vertin, 22. Nov. Gegen den Grafen Pückler aus Klein- Tschirne beschäftigten hertte drei Prozesse die 9. Strafkammer des Landgerichts I. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Grafen Pückler wegen Aufreizung und Beleidigung ein Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung, ferner gegen die Mitangeklagten Verleger der Staatsbürger Ztg. Wilhelm Bruhn drei Monate Gefängnis, Stenograph Schimmelpseng 100 Mk. Geldstrafe, Oberinspektor Kirchner Klein-Tschirne 300 Mk. Geldstrafe und gegen den Redakteur Weber von derStaatsb.Ztg. 300 Mk. Geldstrafe. Das Urteil ist am Dienstag verkündet worden. — In der ersten Anklage bandelte es sich um folgendes: Graf Pückler stand am 9. März vor der U. Strafkammer als Angeklagter. Zwei Tage später fand in Berlin eine antisemitische Versammlung statt, und in dieser soll Graf Pückler gegen das Richterkollegium sehr scharfe Worte gebraucht haben. Nach einem Zeitungsbericht soll er u. a. gesagt haben: „Das war eine Verhandlung! Der Präsident schnauzte mich an, fluchte und wetterte, daß es nur solche Art hatte! Wie man mit mir umgegangen ist, ist einfach doll I Die ganze Verhandlung machte einen kläglichen und jammervoll-n Eindruck. Ich als preußischer Rittergutsbesitzer, Gra und Patriot verlange Respekt und Achtung, und der Deubel soll den holen, der mir diese Achtung nicht entgegenbringt. Ich bin von den Behörden schon genug geschunden worden, man hat mich chicaniert wie noch nie. Man muß den Leuten in Moabit einmal die Wahrheit geigen, und zwar so geigen, daß sie auf den Rücken fallen! Das wäre ein Anblick, wenn die Kerle in Moabit unter dem Tis ch lägen und ich stolz wie ein Spanier den Saal verließe." Bei dem zweiten Punkt der 9lnflage handelte es sich um eine Rede, die unter Verantwortlichkeit des Grafen Pückler in einer Extrabeilage der Staatsb.-Ztg. verbreitet worden ist. In der Rede soll Graf Pückler unter anderem gesagt Haben: „Wenn Euch nachher schwarzlockige Jünglinge begegnen, so tretet auf sie zu unb gebt ihnen patsch! patsch! eins hinter dieOhren; bann hebt ben Fuß und versetzt dem Schwarzgelockten einen Fußtritt. Auf diese Weise muß der Anfang gemacht werden; die große Keilerei kommt später! Es ist Zeit, baß wir jetzt zu Angriff unb Sturm übergehen. Wir müssen diese Plage los werden usw." Der dritte Anklagepunkt betrifft eine Rebe in ber er u. a. folgenbe Äußerungen gemacht haben soll: Bataillone von Kämpfern ständen bereit, das Judentum zu zerschmettern unb zu vernichten; bie Banbe müsse verhauen werben; mit Worten habe man sie noch immer nicht aus bem Lanbe bringen können, man müsse ihnen energisch an ben Kragen gehen. „Tie Juben müssen 'raus aus allen Lokalen nach Jerusalem. Zwanzig stämmige Kerle müßten ben Anfang machen, die Kerle zu verhauen usw. Auf Befragen gab Graf Pückler zu, nach ber in Glogau gegen ihn geführten Verhanblung fol- genbes burch bie Staatsb.-Ztg. veröffentlicht zu haben: „Gleich nach ber Sitzung habe ich dem als Sachverständiger fungierenden Geh. Sanitätsrat Dr. Neumann eine Forderung auf Pistolen zukommen lassen, diese ist aber nicht angenommen worden. Ter Mann kann wohl anständige Leute beleidigen, hat aber nachher nicht ben Mut, für seine Belobigungen einzutreten. Ich erkläre ihn beshalb für einen. ..." Graf Pückler lehnt es ab, anzugeben, wie biefe Punkte zu ergänzen seien. Der Angekl. Bruhn bestreitet jede Verantwortlichkeit für die vom Grasen Pückler unter seiner Verantwortung veranstaltete Extrabeilage zur Staatsb.-Ztg. Er selbst habe bie Versammlung vom 11. November zwar geleitet und bie Rebe bes Grasen Pückler gekannt, nicht aber die Rebe, wie sie burch ben Druck ber Oeffent- lichkeit übergeben worben ist. Er habe mit ber Drucklegung nichts zu thun, berartige Sachen werben von einem Angestellten feines Betriebes erlebigt. Nach Beenbigung ber Vernehmung ber Angeklagten würbe ber Berichterstatter Schweber vernommen, von bem bie ber Anklage zu ©runbe gelegten Zeitungsberichte über bie Versammlung vom 11. November herrühren. Ter Zeuge hält bei seiner eingehenden Vernehmung die Richtigkeit seines Berichts aufrecht. Ueucsse Welauiiaeu. Origiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. R. B. Darmstadt, 24. Nov. Beide Kammern eröffneten heute ihre konstituircnden Sitzungen. Inder Ersten Kammer wurde znm 1. Präsidenten Emil Friedrich Graf von Schlitz - Goertz, zum 2. Präsidenten Gras Erbach- Fürstenau, zum 3. Präsidenten Exz. Dr. Jacob Finger, zu Schriftführern Otto in Solms-Saubach und Exzellenz Drl Theodor Goldmann wiedergewählt. —« In der Zweiten Kammer wurden ebenso znnr 1. Präsidenten Geheimer Regierungsrat Wilhelm HaaS mit 45 von 47 Stimmen, zum 2. Präsidenten Rechts» anwalt Dr. Schmitt (Eentr) mit 43 von 47 Stimmen, zum 3. Präsidenten Fabrikbesitzer Nikolaus ^Reinhart (nat.-lib.) mit 43 von 47 Stimmen, zu Schriftführern Bürgermeister Schmalbach und Landwirt Heinr. Brauer wiedergewählt. Die Wahl der Ausschüsse erfolgt am Mittwoch. Berlin, 24. Nov. Gestern überfiel der Klempner Moser aus Chemnitz den Bankbeamten Salzwedel m ber Filiale des Bankhauses Schwertfeger u. Co. am Bahnhof Friedrichstraße, um die Kasse zu berauben. Der Thäter verwundete den Beamten durch Dolchstiche unb. entfloh, als der Dolch entfieL Auf die Hilferufe des lieber» fallenen wurde der Thäter verfolgt und sprang, in der Nähe, der Spree ergriffen, ins Wasser, wurde aber lebend heraus» gezogen und verhaftet. Essen, 24. Nov. lieber die Zukunft der Krupp» schen Werke erfährt man, daß sie testamentarisch durch den verstorbenen Alfred Krupp geregelt wurde. Die Firma wirb für Rechnung der Frau Knipp fortgeführt. Das Werk darf in den ersten 25 Jahren weder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt noch veräußert werden. Nach dem Tode der jetzigen Besitzerin sollen die Werke in das Eigentum der ältesten Tochter Krupps übergehen. Aschaffenburg, 24. Nov. Um Mitternacht erfolgte in der hiesigen Gasfabrik unter heftiger Detonation eine Explosion. Das Regulierhaus wurde gänzlich demoliert und ging in Flammen auf. Unfälle sind nicht vorgekommen. Das Feuer wurde bald gelöscht. In der Stadt erloschen infolge der Explosion sämtliche Lichter. Die gewerblichen unb andere Betriebe haben heute früh durch die Folgen der Explosion zu leiden. Rom, 24. Nov. Kardinal Rampolla hat, wie es heißt^ bis zum letzten Augenblick auf das hartnäckigste gegen das Projekt der Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät an ber Universität Straßburg gekämpft, aber schließlich dem bestimmten Willen des Papstes nachgeben müssen. Zu Gunsten de§ Projektes traten viele Kardinäle auf das eifrigste ein. Freiherr von Hertling wird im Winter in Rom zurückerwartet, um über die Organisation der Fakul» tät zu beraten. Bisher ist im Prinzip verabredet worden, daß die Ernennung der Professoren im Einverständnis mit dem Bischof erfolgt. Der glückliche Abschluß der Angelegenheit ist auf den Eindruck zurückzuführen, den die anti-klerikale Politik Frankreichs im Gegensatz zu der kirchenfreundlichen Politik Deutschlands im Vatikan hervorgerufen hat. Rom, 24. Nov. Der 19jährige Herzog Sforza hat sich erschossen unb zwar infolge allgemeiner Notlage. Bubapest, 24. Nov. Im allgemeinen Krankenhause zu Gyoer erm orbete ein Irrsinniger nachts einen in seinem Zimmer befinblichen Mitkranken unb tötete sich bann selbst. Philabelphia, 24. Nov. Als Präsibent Roosevelt gestern burch bie Straßen ber Stabt fuhr, brängte sich ein junger Mann an ben Wagen be§ Präsidenten heran. Der Sekretär glaubte an ein Attentat unb wehrte ihn ab. Der Mann würbe sofort verhaftet. Er erklärte, er habe keine böse Absicht gehabt, fonbern ben Präsidenten nur in ber Nähe sehen wollen. — Roosevelt hielt gestern abenb in einer Versammlung eine längere Rede, in ber er roieberum auf bie Trusts zu sprechen kam. Er erklärte, bie Entwickelung bet amerikanischen Institute stelle täglich neue wichtige Aufgaben, darunter befinde sich auch die Lösung der Trustfrage. Dieselbe ist eine schwierige, so sagte Roosevelt, aber es ist unser Wille unb es steht in unserer Macht, sie in befriebigenbex Weise zu lösen. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anftagcn bleiben nnberücksichUq^.) Dr. O. Die kur^e Besprechung ber Aufführunq bes Schauspiels „Schnapphähne" von Walter Bloem im Großh. Hoftheater zu Darmstadt in Nr. 274 entstammt bem „Rhein. Kurier". Arbeiterbewegung. Buenos-Ahres, 22. Novbr. Nachbem schon seit mehreren Tagen Arbeitsein st ell ungen ftattgehmben, in bereu Folge es zu Zusammenstößen zwischen Ausstäi,bischen unb Schutzleuten gekommen war, ist nunmehr ber Generalausstand proklamirt worden. Der Erporthandel ruht infolgedessen vollkommen. Telephonischer Kursbericht. Frank fort a. n.. 24. November 1902. 8*/e% Reichsanleibe . . 101.70 3"/> do. ... 90.85 31/,°/« Konsole .... 101.85 3°/n do 90.80 3l/e% Hessen .... 100.45 3 % Oberhess«n . . . 99 80 4% Oesterr. Go’drente . . 103.00 4, z2% Oeeferr. Silborrente 101.45 4% Unerar. Ooldrente . . —.— 40/ Italien Rente . . . 103.10 4,/2% Portngies-n . . . 49.10 0/ Port»diesen, .... 30.50 1% C. Türken ....-- Türkenlose 120.40 4% Griech. Monopo’ -Anl. 44.10 41/, % äussere Ar»enb'ner —.— 3u/q Mexikaner .... 24.80 4i/?7 Chinesen .... 91.30 Electric. Rcl ackert . . . 79.00 Nordd Lloyd . . . . 96.00 Kreditaktien . ... 210.60 Diskonto-Kommandit. . . 187.20 Darmstädter Bank . . . 137.40 Dresdener Bank .... 142.10 Ber iner Handelsges, . . 154.70 Oesterr Staatsbahn . . , 148.90 Lombarden .... 18.40 Gottbar 'bahn 180.50 Laura1 Otto ..... 201.50 Bochum ...... 167.40 Harpener 167J.0 Tendenz: still. Ceibniz Cakes Zn haben bei Hofl. J. Konx, Selterswee: No. 25. 3505 In welchem Hausalt ist wohl Pfeiffer & Dillers Kaffee-Essenz nicht zu finden? Ist es doch der beste, sparsamste unb reinste Kaffezusatz? 6961 Der Winter nabt unb mit ihm für jeden Pferdebesitzer bie Pflicht, ben Winterhusbefcblag seiner Pferde in Ordnung zu bringen, d. h. vor allen Dingen für gute, stets scharfe Stollen au sorgen. Jeder Interessent weiß, eine wie reiche Auswahl in dieser Beziehung heute in den Handel gebracht wird, und doch kann man hier nicht von einer Qual der Wahl sprechen, denn seit vielen Jahren stehen die allbekannten fl-Stollen von infolge ihrer bedeutenden Vorzüge an ber Spitze aller Stollen-Arten. Gießen den 24. November 1902. 8180 Die Beerdigung findet Dienstag den 25. d. MtS., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, MäuSburg 7, auS statt. 05268 052621 2 eleg. möbL Zimmer, eiiy. od. auf., git Perm, Suoroigftr. 40, p. WW Gießen, den 25. November 1902. O5?fl7 scheu Buchhandlung zu haben. RIRf T 4766 Lndwigdplatz 14. 8186 Herr rmmern Wieseck, den 23. November 1902. 8171 8175 im VereinSlokal. Ter Vorstand ■ L- Iu verkaufen yiict^eriiitjv (Offcnr Stellen Strlleip(i;)C|üd)r llcvcinr yerfdiiebenes fe.’- Die Beerdigung findet Dienstag den Sb. d. MtS^ nachmittags 2 lU>r, statt. Die trauerden Hinterbliebenen: Familie Kratz. Gießen, Afterweg 22, den 24. November 1902. 4777] Südaulage Nr. 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MtS., noefmt. 1 j4 Uhr, vom Lelchenhause aus statt. 05271 Karl Wagner gestern nacht 1*/» Uhr nach kurzem, schwerem Leiden ,m Alter von 31 Jahren sanft in dein Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Dik traurrnbrn Hmtkrblirbkükn. Danksagung. Bei dem Heimgänge meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Wagenmeisters a. D. Todes-Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser innigst geliebter Gatte, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Dauslchrer für Spanien unter sehr günsttgen Konditionen gesucht, der im Stande ,st, zwei Knaben, welche die Reise für Obertertia erlangt haben, auf Basis des Lehrplans der humanistischen ®nm- nafien Deutschlands weiter auSzubilden, und zwei jüngere Knaben für die unteren Gymnasialklassen vorzu bereiten. Detaillierte Bewerbungsschreiben, möglichst unter Beifügung der Pbokogravhie, erbeten unter J. H. 4” 493 an die Annoncen-Erved. von D. Frenz in Mainz. [8168 Stabt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Stirrfkifdj 54 pfz. Während der Marktzeit findet der Berkaus deS Fleisches in der Großschlachwiehhalle statt. Gkskllslhast für Erd- u. Uölhe rknnlit föitjti 3. Vortrag Donnerstag, den 27. November 1902, 8’4 Uhr ia der großen Aula der Universität. Herr Dr. Theodor Koch, Hilfsarbeiter am Museum stw Völkerkunde (Berlin): Paraguay und Mato Grosso. M't Lichtbildern. Karte« für Nichtmitglieder sind zu Mk. 1.— in der Nicker- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem Heimgänge meiner unvergeßlichen Frau, unserer guten Mutter und Schwiegermutter Irau Franziska Deibel fleß. Hohmann sagen wir allen auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Die tteflrauernden Hinterbliebenen. Krieger-Ierem Hießen. Die Beerdigung des verstorbenen Kameraden Heinrich Lepper findet Dienstag den 25. L Mts^ nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Mäusburg, aus statt. 8167 Zusammenkunft in der Stadt Mainz. Km Heinrich Lepper Schuhmachcrmeiftcr CtsanMkill „Concordia" Wen Unsere Mitglieder sehen wir hiermit von dem Ableben unseres Vorstandsmitgliedes Heinrich Lepper geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. d. Mts. nachmittags 2 Uhr statt. Zusammenkunft l1/, Uhr hn Der einslokal. 8183 ----7®len•tag, den 25. er. T)/ abends 87, Ubr i-kX Keiervon«rotzherzo-S ----1 Geburtstag im Vereinslokal, wor» freundlichst einladet 8174 Ter Vorstand. Theodor Althoff Itnb unS so viele Beweise herzlicher Teilnahme entgegengebracht worden, daß eS unS drängt, hierdurch innigsten Dank zu sagen. NamenS der Familie: Christine Althoff, geb. Heuckerr. Vermietungen chießener Jither-Kl'nö (WohlthätigkeitSvereiu). Samstag de« 29. November d. g., abends 9 Uhr: Monats-Versammlung im Pfälzer Hof, Cchanzenstraße. ageSorbnung: 1. WeihnachtS-Vescherung. 2. Verschiedenes. 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