Freitag 24. Oktober 1902 152. Jahrgang Zweites Blatt. ietzener Anzeiger M General-Anzeiger ** I Amts- md Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Eö Die heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. schreibt en. 7481 | jlleur ■ unvorsichtig s An- ;u mächtigen ikel Volitische Tagesschau. Der Kampf um die Zolle. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter tmterm 23. Oktober: 9h*. »50 •rfftetttt tflgfio außer Sonnlagfl. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sefstschen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal tn der Woche beigelegt. Rotatton6ömc? u. Verlag der Brüh l'schen Untvers.-Buch- u. Stein* druckerei (Pietsch Erben) Nedattion, Expedition und Druckereir Lchutstratze 7. ttbtefie füt Depeschen: Anzeiger Gießen. ^erniprechanichluß^tr 5L Auch ohne Vorstellungen von anderer Seite dürfte ein solcher Abgeordneter die Konsequenzen in der Richtung ziehen, sich bei kommerrden Wahlen nicht abermals zu binden." ParLeiuachrichLen. Einen völligen Frontwechsel mußten nach Ansicht der antisemitischen „Dachsenschau" in Magdeburg die Antisemiten vornehmen. “Sie „Sachsenschau" ist mit dem Vorgehen der „Staatsb. Ztg." im Konitzprozeß nicht einversvanden. Sie Antisemiten seien mit ihrem bisherigen Vorgehen „überhaupt nicht auf dem richtigen Wege gewesen", denn sonst hätten sie „andere Fruchte sehen" müssen. Erstens seien die Antisemiten zu früh auf dem Kampfplatz erschienen, und ferner hätten ie sich für Leute aufgeopfert, welche das Opfer nicht wert waren. Sie Antisemiten seien für christliche Geschäftsleute und Handwerker eingetreten, von denen der größte Teil es für gut befunden, die Antisemiten zum Lank dafür öffentlich zu beschimpfen. Von der Staats-, Militär- und Justizverwaltung wurden selbst die akademisch gebildeten Antisemiten öffentlich gesellschaftlich boykottiert und wie die Pest gemieden. Ser einzige Weg, der die Antisemiten in absehbarer Zeit zum Ziele bringen werde, so schreibt die „Sachsenschau", sei: Wir müssen „einen völligen Frontwechsel vornehmen, den Judenfreunden die Juden überall als Muster hinstellen, dafür sorgen, daß überall an ine Stelle liberaler und foziatdemotratifcher christlicher Führer Juden treten, wir müssen die Juden überall loben, statt auf die uns von chnen drohenden Gefahren hinzulveisen, wir müssen auch die übrigen Parteien als Antisemiten verschreien, falls sie nicht überall Mische Kandidaten bei Den Wahlen auf stellen." Khm Krügers Memoiren. Aus dem Memoirenwerk Paul Krügers, das Mitte No» vember in London bei Fisher und Unrein erschienen soll, bringt die „Times" eine Reihe von Auszügen. Sie schildern , reie Krüger im Kampfe mit wilden Tieren und in Verteidigung gegen wilde Völkerstämme sich und seinem Volke eine Heimat gewann, und wie er sich diese sicheute durch nüchterne Ausnutzung der Uneinigkeit urfter den Ein- geborenen. Sie Memoiren (die heute in dem „Sag" auszugsweise veröfsentlichtt werden) setzen mit seiner Jugend ein. Sie Auswanderer, die den großen Treck bildeten, dem Krügers Vater sich anschloß, eroberten das Land Schritt für Schritt, und der damals neun Jahre alte Paul re ar .schon ein tapferer Mitkämpe. Krüger erzählt: „Ich schoß meinen ersten Löwen im Jahre 1839. Sam als war ich 14 Jahre alt. Ein Löwe hatte unsere Herden angegriffen und mehrere Stück Vieh geraubt, die am Rhenosterfluß (im späteren Oranjefreistaat) weideten. Sechs Mann machten sich zum Kampfe gegen den Räuber auf, ich selbst war der siebente, zählte aber nicht mit. Wir waren alle zu Pferde und ritten in zwei Abteilungen; ein größerer Raum lag zwischen uns. Ser Löwe sah uns von weitem kommen und stürzte mit wilder Kraft auf uns los. Sie drei Erwachsenen, mit denen ich ritt: mein Vater, mein Onkel und mein Bruder, banden schnell die Pferde zusammen und drehten sie mit den Köpfen von dem Löwen fort, der auf uns losstürzte. Sas wird bei Löwenjagden immer so gemacht, damit die Pferde nicht scheuen. Meine Berwandteu postierten uns; ich kam, vom Löwen aus gerechnet, vor die Pferde zu sitzen. Ein Sprung brachte ihn in meine unmittelbare Nähe, dann streckte er sich und holte zum letzten Sprunge aus. In diesem Augenblick feuerte ich. Ich hatte so glücklich gezielt, daß er mausetot war. Es war ein starkes Tier. Der Schuß lockte die anderen drei herbei. Ein gewisser Hugo iniete nieder, um die mächtigen Fangzähne des toten Tieres zu messen. Gleichzellig sprang ich, nichts Böses denkend, auf dessen Leib. Sofort erscholl ein furchtbares Gebrüll. Hugo vergaß seine Zahnmessung und fiel platt auf den Rücken. Sie anderen lachten sich halb tot, denn jeder Jäger weiß, daß, wenn man einem toten Löwen auf den Malgen springt, die darin befindliche Luft durch den Rachen entweicht und ein Brüllen erzeugt, als ob das Tier noch am Leben wäre. Hugo wollte mir eine Tracht Prügel verabfolgen, aber die andern legten sich zu Gunsten meiner Unerfahrenheit ins Mittel. Ein viel gefährlicheres Abenteuer hatte ich auf einet meiner letzten Rhinoceros-Jiagden mit meinem Schwager und treuen Jagdgenossen Thennissen. Ich hatte eben ein Nashorn geschossen und auf der Stelle getötet als ich in der Entfernung auch Thennissen schießen hörte. Ich galoppierte zu ihm, unterwegs meine Flinte ladend, und sah, wie ein von Thennissen angeschossenes Rhinocerosl sich durch das Unterhotz aus dem Staube machen wollte. Thennissen rief mir eine Warnung zu, aber ich kannte ihn als übervorsichtig, sattelle ab und rannte schräg auf das verwundete Tier zu. Kaum hatte es mich erblickt, als es auf mich znlief. Ich ließ es bis auf drei oder vier Ellen herankommen und feuerte, aber das Zündhütchen meines rechten Laufes versagte, und ich hatte keine Zell zu einem zweiten Schuß. Ich konnte nichts machen als ausreißen und auf Leben und Tod laufen. „Sie Kämpfe mit den Eingeborenen begannen an dem Tage, an dem die Trecker mit dem grausamen Matabele- Eönig Mvselikatze in Berührung kamen. Mvselikatze, auf den der große Treck von 1836 zwischen Rhenofter und Waal stteß, war der unbedingte Herr des ganzen Gebietes westlich des Limpopo und der Trachenberge. Alle Makatesen und Matabelen hatten sich ihm unterworfen. Er behandelte seine Untertanen wie Hunde und nannte sie auch so. Flogen Geier über seine Hauptstadt, so ließ er ihnen alte Weiber zum Fräße vorwerfen. Als er vom Herannahen des Trecks hörte, sandte er 2000 Krieger ihnen entgegen. Sie Trecker waren der Größe ihrer Herden wegen in Heinen Abteilungen an den Ufern des Vaal und Rhenofter entlang verteilt. Sie wurden von den Moselikatz e-Leuten üb erfaßen und zum Teil niedergemacht. An dem Rachezuge gegen Moseli- katze unter Potgieter nahm ich teil, es gelang aber nicht, ihn zu fangen; wir nahmen aber fein Land in Besitz, und ein Teil seiner Unterhäuptlinge war froh, seiner Grausamkeit in unseren Schutz entfliehen zu können." Zum Abschluß der bekannten Konvention aus dem Kampfe gegen den Kaffernhäu ptling Seicheli erzählt Krüger: „Ser Sturm auf die Stadt begann Montag morgen. Ich war unter den Vordersten und tötete mehrere Kaffem mit meinem Vierpfünder, den ich mit grobem Schrot geladen hatte. Als der Hügel erstürmt war, schoß Luis-de-Plessi gegen einen Felsen, und die zurückprallende Kugel traf mich an den Kopf, sodaß ich bewußtlos niedersiel. Ein Kafsernjunge hielt durch wohlgczielte Schüsse die Feinde von mir fern; als ich wieder zu mir kam, bemerkte ich, wie trotzdem Kaffem hinter Felsblöcken auf uns zu krochen und unser ganzes Kommando in höchster Gefahr schwebte. Ich sprang sofort auf, und obwohl ich keine Flinte hatte, konnte ich die Führung übernehmen und die andrängenden Schwarzen §urücf treiben. Bald darauf rraf mich eine schwere Musketenkugel auf der Brust und durchbohrte mein Wams. Ser schlaue Setcheli sagte spärer, er habe es bis zuletzt in der Gewalt gehabt, mich zurüc^uschlagen, aber von dem Moment an, wo ich Gelegenheit hätte, nach meiner Brannt- w einflasche zu greifen, sei ich immer unbesiealich. Dabei habe ich in meinem ganzen Leben keinen Schnaps ge trunken. — Als der Kampf gegen Setchell zu Ende war, sandte Kommandant Scholtz nach dem Hause des englischen Missionars Livingstone, das nicht re eit von der Käffern- ttabi entfernt lag. Lheunis Pretorias fand hier eine voll- Eeit einigen Tagen wird vor dem Landgericht zu Berlin ein Beleidigungsprozeß verhandelt, der die Schulzustände auf dem ostpreußischen Staatsgestüt Trakehnen in eigenartiger Weise charakterisiert. Auf dem umfangreichen Landgebiete dieses Gestüts befinden sich verschiedene Volksschulen, deren Lehrer in vielen Punkten von dem Landstallmeister von Dettingen abhängig sind. Bor einigen Jahren sind im preuß. Abgeordnetenhause Unzuträglichreiten, die sich daraus ergeben haben, kritisiert worden. Eine Veröffentlichung über denselben Gegenstand hat zu der Anllage wegen Beleidigung des Herrn von Dettingen geführt. Sie Beleidigungen sollen verübt sein durch Sanitätsrat Felix Paalzow und Lehrer Dtto Nickel in Trakehnen. Paalzow hatte auf Grund von Mitteilungen Nickels an ihn einen Artikel in der Fachzeitung „Pferdefreunde" veröffentlicht, in dem er behauptete: Verschwendung, Uebertrctung bestehender Gesetze durch den Landstallmeister habe die Sozialdemokraten im Gestüt Trakehnen hoch gebracht. Lehrer Mckel verbürgte sich für die Wahrhell seiner Mitteilungen, die Lehrer in dem zum Trakehner Bezirk gehörigen Schulen seien sehr schlecht behandelt worden, seitdem v. Dettingen nach Trakehnen gekommen sei. Ser Beleidigungsprozeß hat schon eine ganze Reihe sehr unerbaulicher Singe enthüllt. Nickel wird zum Ankläger, und der Beleidigte Herr v. Dettingen hat alle Hände voll zu thun, sich zu verteidigen. 2lm Donnerstag rückten wieder nicht weniger wie 52 Zeugen aus Trakehnen ein. Sas steht bereits jetzt fest, daß der „Sieger von Königgrätz", der Lehrer zu der allerkümmerlichsten, alleruntergeordnetsten Rolle in Trakehnen verurteilt gewesen ist, daß die jhilturaufgabeii in erbarmenswertester Weise litten, daß auf der einen Seite keine Mittel für die notwendigsten Schulbaus-Reparaturen bewilligt wurden, während andererseits alles Mögliche für die Pflege und den Komfort der edlen Rosse geschah. Sie preußische Regierung, die dem Prozeß mit erklärlicher Aufmerksamkeit folgt, wird mit nicht geringer Verwunderung erfahren, in welchem ko- gelten. Dieselben werden aber noch bis Ende 1903 bei bei den Reichs* und Landeskassen in Zahlung genommen. — Sie Verbreitung der in Pittsourg (Amerika) erscheinenden periodischen Zeitschrift Wielkopolanin ist in Deutschland auf die Sauer von zwei Jahren verboten. — Der Reichstagsabg. Jacobsen, welcher den dritten schleswig-holsteinischen Wahlkreis bertritt, hat sein Mandat niedergelegt. — Aus Torgau wird berichtet: In einer Versammlung der Vertrauensmänner der konservativen Partei und des Bundes der Landwirte erklärte Frhr. v. Wangenheim, er würde es in Zukunft ablehnen, ein Mandat für den Reichstag und den Landtag anzunehmen. Mehrere Mitglieder sprachen darauf ihr Bedauern über den Verlust des bisherigen Abgeordneten aus. — Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung den Anträgen der Ausschüsse betr. Bewilligung des Veredelungsverkehrs zur Herstellung von Backwerk für Pferdefütterung betr. Feststellung des Gesamt- tontingentd an Zucker für das Betriebsjahr 1903/1904, sowie dem Ausscyußantrage betr. den Zollverwaltungs- loftenetat für das Großherzogtum Luxemburg zu. — In Sachen des Kartell-Wesens sindet am 14. nächsten Monats eine Vorbesprechung statt, zu der Graf Posadowsky Einladungen an Professoren der Natio- nal-Oekonomie, hervorragende Vertreter von Handel und Industrie sowie eine Reihe Parlamentarier aller Parteien einschließlich der Sozialdemokratie hat ergehen lassen. — Die Reichstagskommission für den Gesetzentwurf betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben nahm nach mehrstündiger Debatte unverändert den Paragraphen 1 an unter Ablehnung der Anträge der Sozialdemokraten auf Einb eziehung landwirtschaftlicher Betriebe in die Vorlage. Außerdem nahm die Kommission einstimmig eine Resolution Trim- born (Ztr.) an, welche Regierungserhebungen über die Lohnbeschäftigung de r Kinde r in der Landwirtschaft und den Nebenbetrieben derselben, deren Gefahren für die Gesundheit und Sittlichkeit und die wahre Bekämpfung der Gefahren fordert. — Das Kriegsministerium hat verfügt, daß tvährend des Winterhalbjahres Arbeiterentlassungen in den Militär-Werk st ätten nicht vorgenommen werden sollen. — Anläßlich der Rekruteneinstellung sind im Verlaufe der letzten Woche die Unteroffiziere und Aus- bildungsmannschaften erneut mit der kaiserl ichen Ordre oertraut gemacht worden, welche die Mißhandlung der Soldaten verbietet. Es wurde hinzu- gefügt, daß auf Grund der kaiserlichen Auslassung jeder geringste Verstoß gegen die ordnungs- und pflichtgemäße Behandlung von Rekruten zur Bestrafung weiter gemeldet werden würde. Ganz neu ist nach der „Volksztg." der Hinweis an die Kammer-Unteroffiziere, beim Verpassen der Helme ja recht vorsichtig LU sein, und die Helme nicht aus Scherz den Rekruten mit Wucbt aufzustülpen. Hierdurch seien öfter die Leute ernstlich kopftrank, ja geistesgestört geworden,» was immer eine schwere Bestrafung des Unteroffiziers nach sich ziehen mußte. Mit den wegen Mißhandlung bestraften Unteroffizieren soll in Zukunft nur ganz ausnahmsweise weiter kapituliert werden. — Ein gutes Wort für die Nationalliberalen, welche trotz des Eisenacher Beschlusses für die höheren Getreidezölle des Kommissionsvorschlages stimmten, legt die „Nationallib. Korr" bei der nationalliberalen Fraktion ein. Sie nat.-liberale Partei werde gut thun, mit den „dissentierenden Mitgliedern der Fraktion nicht wegen ihrer Stimmabgabe zu rechten. Es wäre ja nicht ausgeschlossen, daß von chnen em oder der andere Abgeordnete sich bei der Abstimmung durch siühere Erklärungen, die er unter anderen Situationen abgab, bedrängt gefühlt hat. Deutsches Reich. Berlin 23. Dkt Kürzlich wurde berichtet, Kaiser Wilhelm werde bei seinem bevorstehenden Besuch m England an Mannschaften seines englischen r a - goner-Regiments, das erst vor wenigen Wochen aus Südafrika zurückgekehrt ist, eine Anzahl Kriegs-Medaill e n verteilen. Wie der ,,Nat.-Ztg. von mllllari^ scher Seite mitgeteill wird, besteht eine solche Absicht des — Ser Kaiser hat dem von hier nach 18 jähriger Amtsthätigkeit scheidenden dänischen Gesandten von Vin d das Großireuz des Roten Adlerordens verliehen. — Ter „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine ^emimt- machung dos Reichskanzlers vom 18. ds, wonach die 20 Pfennig-Stücke aus Nickel vom 1. Januar 1903 a» nicht mehr als gesetzliches Z ah i u n g5 m 111e‘ ve-agspretsi monatlich 7bPst vierte!» jährlich Mk. L20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— Vierteljahrs auöfchl Bestellg. Annahme von Anzeigen tut die TngeSnummer bifl oormUlagfl 10 Uhr. ßetlcnpreifl; lokal ILPst auswärts 20 Pfg. Veranl wörtlich« Sx den oolit. u. allgem. eil; P. Witiko: für .Stadt und tianb* und .Gerichtsjaatt: (Sari Plato, für den Anzeigenteil: Hanfl Beck. Sie Diskussion über den Gerste- und Haferzoll Nahm heute geraume Zeit hindurch schleppenden Verlauf. Einen von der Rechten und dem Zentrum nunmehr gestellten Antrag auf Schluß der Debatte parierte die Linke dadurch, daß sie namentliche Abstimmung durchsetzte. Sie Mehrheitsparteien erreichten indessen ihren Willen, mit 209 gegen 104 Stimmen wurde die Abdämmung der Redeflut zum Beschluß erhoben; was dem Abg. Bargmann (fr. Volkspll unmöglich machte, dem Standpuntte der olden- burgijcyen Lanowirte Ausdruck zu geben. Der Rest der Sitzung gehörte den Schriftführern: sie hatten nicht weniger als drei weitere Namensaufrufe zu bewirken. Der Antrag Sr. Heim (6 Mark-Gerstenzoll) wurde mit 242 gegen 83 Stimmen abgelehnt. Sie national!. Adgg. St. Deinhardt und Graf Oriola stimmten auffallender Weise auch für diesen hohen Gerstenzoll. Ser von der Kommission vorgeschlagene Satz (5i/8 Mark) fand mit 183 gegen 133 Stimmen Annahme. Damit war die Regierungsvorlage (3 Mark) auch hier gefallen. Ser Haferzoll wurde gleichfalls nach dem K o m misst o n s v o r s ch la g (51/2 Mart) mit 180 gegen 139 Stimmen angenommen. Nunmehr ist die Reihe an den Pferde- und Viehzöllen, deren Erörterung mehrere Tage (Fleischnot!) füllen wird. Nach der Abstimmung über die Viehzölle dürfte ein beschlußfähiges Haus sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Schon heute war die Präsenz eine geringere, als bei den Abstimmungen über den Roggen- imd Weizenzoll. Ostpreußische Schulzustände. lossalen Umfange die Verwechslung von Mein und Sein in Trakehnen fast zur Gewohnheit geworden ist, so daß sich, nach der letzten Verhandlung, einmal eine ganze Schulklas e auf fragen zum Diebstahl bekannt hat. Nicht minder entfernt davon, als Muster zu bienen, i]t die Trakehner Wirtschaftsführung. Zwar stellen Beamte und Dorre er lsoorfteher entschieden in Abrede, sich unrechtmäßig Sachen angeeignet zu haben, aber eS tritt doch vielfach eine Eigenmächtigkeit zu tage, die jehr leicht bei unzulänglicher Kontrolle zu Versuchungen und Verfehlungen fuhren kann. Im preußischen Abgeordnetenhaus werden die Trakehner Zustande nochmals hell beleuchtet werden. schlaggcbender Bedeutung ist. Ueberraschungen also brachte die gestrige Sitzung nicht. Es mag übrigens bei dieser Gc Pfarrer b Zu den Landtagswahlen. Aus Mainz wird partei wurden Kaufmann Ph i l:pp der Zentrums- e i n und Staufmann als ge- ge- un- mit • Rom, 23. Okt. Heute wurde hier ein heftiges Erd- e b e n verspürt. — Eine große Strecke der A u r e l i a n i - chen Mauer zwischen der Via Uscolina und der Via legenheit darauf hingcwicsen sein, daß im Sitzungsaalc keinerlei Fürsorge für das Publikum getroffen ist. Da die Sitzungen öffentlich sind, wäre es wohl angemessen, wenigstens eine Anzahl Stühle für Zuhörer aufzustellen. — In der geheimen Sitzung wurde der, von uns bereits gemeldete Ankauf des Franz Plank'schen Grundstückes für 35 000 Mk. genehmigt. Ebenfalls genehmigt wurden die Anstellung des Gärtners Adam Keil als Schutzmann und die Pcnsionirung des Schutzmanns Müller. Als Mitglied der Armendeputation wurde an Stelle des Pfarrers Tr. Grein der Pfarrer Euler, als Annenpstegcr der neue Auü Atuöt uni» Land. Gießen, den 24. Oktober 1902. ** Gedenktage. Am 25. Oktober 1757 wurde Freiherr von und zum Stein geboren. Er führte als preuß. Minister die allgemeine Wehrpflicht ein und schuf mit Scharnhorst die Landwehr; die Leibeigenschaft hob er auf und begründete den Tugendbund, um das Volk für einen bevorstehenden Befreiungskampf tüchtig zu machen. Im Jahre 1872 ist dem edlen Stein, der „des Rechtes Grund- Stein, dem Unrecht ein Eck-Stein, der Deutschen Edel-Stein* war, in seiner Vaterstadt Nassau ein Denkmal errichtet worden. •• In unserem Stadtparlament dauerte gestern die Sitzung bis 8 Uhr, eine nicht gerade häusige Erscheinung. .Die umfangreiche Tagesordnung mußte diesmal unter allen Umständen aufgearbeitet werden, und daher kam es, daß die Herren auch keine Zeit fanden, noch über Dinge zu sprechen, die auf der Tagesordnung nicht verzeichnet standen. So hatte mancher vielleicht erwartet, gestern etwas über den Theaterneubau, speziell über den vom Herrn Bürgermeister in Aussicht genommenen Platz zu hören, aber die Hoffnung wurde enttäuscht, die Platzfragc blieb das Geheimnis der Wissenden. Es wurde nur die Kommission gewählt, die mit den Marburger Herren über das Städte bund- tHeater beraten soll. Es wäre zu wünschen, wenn sich aus den Verhandlungen der Kommission Gießen-Marburg auch eine Fusion mit dem Bad-Nauheimer Theater entwickelte. Dies würde, wie wir bereits mehrfach ausführten, ermöglichen, daß wir ein festes Ensemble gewännen, einen Stamm tüchtiger Kräfte, der für den künstlerischen Wert von aus- Vermischtes. * Aus Frauken, 23. Okt. Ein fürcht er lich s Blutbad richteten gestern in Sassenfahrt die Brüder Wilhelm und Georg Turbanisch, Kesselflicker und Scherenschleifer von Profession, in der Wirtschaft des ('Gastwirts und Metzgers Georg Then an. Then wollte, da die Beiden in einem fort mit den Gästen Streit anfingen, Feierabend machen und begann die Stühle auszustellen. Aus Wut darüber sprang Wilhelm Turbanisch herbei und versetzte ihm von hinten einen Stich in den Nacken. Ta die Genickader durchschlagen war, trat der Tod sofort ein. Als der Schwager des Getöteten, der Zimmermann Georg Schmitt von Strullendorf, zur Hilfe herbeieilte, erhielt er von Georg Turbanisch vier Messerstiche in die Schulter. Einer traf die Lunge, sodaß an dem Auskommen des Mannes «gezweifelt wird. Ebenfalls schwer verletzt wurde von den Beiden der im Zimmer anwesende Korbmacher Wilhelm Heß aus Sassenfahrt. Tie grau des getöteten Then, die erst seit einem Jahr mit diesem verheiratet war und vor 14 Tagen ihr erstes Kind geboren hatte, fiel ohnmächtig auf die Leiche ihres Mannes. Tie Thäter wurden sesl- genommen. Scheunemann gewühlt. ** Zu den Landtagswahlen. Die Wählerliste zur Landtagswahl resp. deren Vollständigkeit war von 15 Personen angefochten worden und zwar in 14 Fällen zu Recht. Diese 14 Wähler sind denn auch nachträglich noch in die Liste ausgenommen worden. In einem Fall war die Aufnahme als Wähler in die Liste zu Unrecht begehrt worden. 'Der Gesuchsteller hat zwar rechtzeitig sein Gesuch, Staatsbürger ausgenommen zu werden, beim Kreisamt stellt, er hat auch bereits vier Jahre im Großherzogtum wohnt; daö Gesetz verlangt aber, daß dies drei Jahre unterbrochen der Fall ist, während der Gesuchsteller einer Unterbrechung jetzt erst wieder ein Jahr dauernd in Hessen wohnt. VnwcrMs Uachrichtra. — AuS Marburg wird berichtet: An Stelle des ordenS. Professors, Direktors des pathologisch-anatomischen Instituts, Tr. Hugo Nibberl, der einem Ruie nach ivöinngen als Nachfolger Joh. Ci:, s folgt, wurde der Eoilinger Prwaidozent Professor Ur. med. L. schaff an die hiesige Universität berufen. — DaS neue uns geschrieben: In einer geiern Abend stattgehabten "außer, ordentlichen Generalversammlung Appia ist während eines heftigen Gewitters eingestürzt. Tie Umwallungsslraße wurde verschüttet. Wachtsoldaten versichern, daß die Straße im Augenblick des Einsturzes menschenleer war. Nur ein Zollbeamter erlitt leichte Hautabschürf- ungen. * Der Augenzeuge eines der düstersten Ereignisse der bayerischen Geschichte ist in diesen Tagen in der Person des Schloßverrvalters Leonhard Huber in Nymphenburg zu Grabe getragen worden. Huber war 1886 Verwalter des Schlosses Berg und gehörte zu den wenigen Personen — Scyloßbediensteten und Gendarmen — welche am Abende des 13. Juni 1886 den Assistenzarzt Guddens, den zue Zeit in privatärztlicher Praxis in München wirkenden Psychiater Tr. Franz C. Müller, Albert einstimmig als Kandidaten für die bevorstehende ' Landtagswahl proklamiert. ** Der langjährige Kontroleur der Gewerbe- bauk, Earl Vogt II., ist heute morgen nach kurzem Krankenlager gestorben. Der Entschlafene hatte sich durch sein liebenswürdiges, entgegenkommendes Wesen allgemeine Beliebtheit in der hiesigen Geschäftswelt erworben. ** Der Gesangverein »Harmonie^ feiert morgen m den Räumen des Cafs Leib sein 56. Stiftungsfest. Näheres ist aus dem Inseratenteil ersichtlich. :/: Stadttheater. Zu dem am Sonntag, den26.d.Mts., im hiesigen Stadttheater stattsindenden Gastspiele des Heldendarstellers Herrn Richard Kirch vom Frankfurter Schauspielhause, sind Eintrittskarten bei Herrn Ernst Challier bereits am Samstag zu haben. Die Vorstellung findet bei erhöhten Preisen statt; Abonnementbillets .sind mit Zuzahlung gültig. — lieber Herrn Kirch's .Othello", den der Künstler am Sonntag hier spielen wird, schrieb Herr Mannroth in der Franks. Ztg. vom 27. September u. a. folgendes: Tas Persönliche, das St aufbot, Erscheinung und Haltung, auch der warme Vorlrag der Liebesgeschichte: ,Jhr Vater liebte mich, lud ost mich ein", reichte hm, die Neigung Tesdemonas begreiflich zu machen, und die Begrüßung der Heißersehnten, als Jago sie ihm zuführt, war ein starker und reiner Ausbruch der Freude. Ter eine Ton, auf den alle späteren Ergüsse Othellos gestimmt lind, setzen von dem Tarsteller, der nicht monoton werden und nicht vor dem Ende abfallen will, eine besondere Kunst der Differenzierung und die äußerste Oekonomie der Krastausgabe voraus. Tag weder in dieser, noch in jener Notwendigkeit der Gast versagen würde, konnte man nach feinem Hamlet erwarten. Er sand für die Empfindung, die ihn beherrscht und toll macht, den viel- sältigsten und ins Einzelne erwogenen Ausdruck und behielt bis zum Schluß den Vollbesitz seiner uHittcL Aber er bot über diese Eigenschaften hinaus, die auch der bloßen Routine zugänglich sind, noch Besseres: er brachte es zuwege, daß man seine Schmerzen fühlte, seine Verzweiflung glaubte, und daß sich Othello, dem unsinnig Wütenden, das Mitleid nicht weniger zuneigte, als dem schuldlosen Opfer seiner Verblendung. Ter Beifall, den der Gast erzielte, war diesmal erster Güte: nämlich ein solcher mit Zurufen. ** Das Großh. Regierungsblatt 9tr. 69, aus- aegeben am 22. Oktober b. I., enthält: L Verordnung, das Inkrafttreten des Gesetzes, die Handelskammern betreffend, vom 6. August 1902 betreffend- ,,Tie Abschnitte „Wahlberechtigung und Wählbarkeit" (Artikel 3 bis Artikel 10) und „Wahlverfahren" (Artikel 11 bis Artikel 18) des Gesetzes, die Handelskammern betreffend, vom 6. August 1902 treten mit dem 1- November 1902, die übrigen Bestimmungen dieses Gesetzes mit dem 1. Januar 1903 in Kraft." 2. Bekanntmachung, das Ortsgericht Mainz betreffend. Vom 18. Oktober 1902. T Hohensolms, 23. Okt. In Ahrdt wurde in Gegenwart des Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich, begleitet von den Prinzessincn Eleonore und Dorothea das neue Schulhaus eingeweiht. Mainz, 23. Oktober. Eine prizipielle Ent- ch ei düng wurde gestern in Bezug auf die Fürsorge für m städtischen Dienste beschäftigte Personen getroffen. Der ozialpolitischcn Deputation und dem Finanzausschuß lag die Frage vor, ob in städtischen Betrieben beschäftigte Dienstmädchen unter das Fürsorgcgesetz fallen, das vor einigen Jahren geschaffen wurde und deffen wohlthälige Wirkung so manche Familie bisher genießt. Die Frage wurde bejaht. Damit tritt ein 13 Jahre im Rochushospital beschäftigt gewesenes und invalid gewordenes Dienstmädchen in den Genuß der Rente. In Gemeinschaft mit der staatlichen Rente kann das Mädchen den kommenden Tagen jetzt ruhiger entgegensehen. Bodenheim, 22. Okt. Gestern morgen hielt die in Weisenau garnisonierte Kompagnie des Art.-Regiments Nr. 3 eine Felddienstübung ab, bei welcher Gelegenheit ein Soldat unter die Rader eines Geschützes, das einen Graben passierte, geriet und überfahren mürbe. Im Lazarett von Mainz konstatierten bie Aerzte später schwere innerliche Verletzungen, bencn bcr Solbat wahrscheinlich erliegen wirb. Der Verunglückte, ein Obergefreiter, ist ein Elsässer unb der einzige Sohn einer Witwe. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der .Franks. Ztg." wird aus Dillenburg gemeldet: Im Steinbruch der Cementfabrik Westerwald bet Torsbach wurden Tropfst einhöh len entdeckt. Die Gebilde ähneln denen der bekannten Dechenhöhle bei Lethmate, sind aber nicht so umfangreich. begleiteten, als dieser auf die Suche nack König Ludwig und Tr. von Gudden ging. Dr. Müller hat den grauenvollen Vorgang in einer kleinen, heute wohl kaum mehr auffindbaren Schrift geschildert und erzählt, wie erst der durchnäßte Hut des Königs, mit einer Tia-> mantagraffe, dann seine beiden Röcke gefunden wurden, bis man im seichten Wasser die Leiche des Königs in Hemdsärmeln, wenige Schritte davon die seines Leibarztes entdeckte. Huber half dann auch bei den Wiederbelebungs» versuchen, die Tr. Müller an den starren Körpern vornahm, bis er wahrnehmen mußte, daß alle ärztliche Kunst hier nichts mehr vermochte. Sechzehn Jahre sind seitdem erst vergangen, und schon lichtet sich, wie der Tod dieser bescheidenen und getreuen Dieners des unglücklichen Bayernkönigs wieder zeigt, von Jahr zu Jahr die Schar derer, die Zeugen des tragischen Ausganges seines Schicksals waren. * Die Affaire Ro seuberg in Paris nimmt immer weitere Dimensionen an, wohl ein Dutzend Geistliche sind schwer kompvomittiert und unter gerichtlicher Verfolgung. Rosenberg war Gründer einer Fabrik falscher Perlen, Trauerkränzc und Mvfaikbilder; ferner einer Kvw- servenfabrik, des Waisenhauses „Zum ewigen Licht" (Don seiner Schwester Marie Joseph, angeblich auch Stiftsdame eines deutschen Kapitels, geleitet), der Fleischwarenfabrik nie de Pany, eines photographischen Ateliers, eines Geschäftes religiöser Gegenstände, der Gesellschaft Metalls- Chromos, einer Gesellschaft zur Ausbeulung des Patents Brieskarten mit Rückanlwort, einer Feder- und künstlichen Blumen-Fabrik, eines Organisations-Bureaus für Pilgerfahrten, eines Verkaufsgeschäftes religiöser Bilder, des Engros-Verkaufs der Weine von Cypern, mit dem eingesperrten Bankier Bouline, dem Pfarrer Guerm und dem llalienischen Priester zusammen der Bmique Francaise d'emission, einer Zentrale für kirchliche Ehescheidung, einer Agentur zur Kolonisation von Manitoba (Kanada), wohin er die vermögenderen Waisen der Anstall „Zum ewigen Licht" nach vollendeter Erziehung aus Ruetl abschob rc. rc.! Bei allen diesen Unternehmungen war er Hauptlehrer, er wußte die Dummen zu finden, deren Geld in den verschiedenen Industrien verloren ging. Wie viele Millionen Rosenberg umgesetzt, ist nicht zu taxieren. Seinem Kompagnon, dem Wbe Guillaumin hinter Schloß und Riegel, werden 2ya Millionen Francs Betrug allein aufgebürdet und er ist nur Famulus! Tie Richter haben bereits genauer in die Verhältnisse der Waisenanstall hineingesehen und auch da schlimme Tinge entdeckt. Die Kinder beiderlei Geschlechts mußten tüchtig sür Rosenbergs Fabriken arbeiten — dafür aber überließ man -sie sich selbst! Auch die Religiösen der Anstalt scheinen weltlichen Freuden nicht entrüctt gewesen zu sein. Rosenberg, dessen Vater ein Verwandter Rubinsteins war, wäre beinahe in Albleiges verhaftet worden. Er hatte da einen entzückenden Landsitz, den er unter dem Namen Montrose bewohnte — mit zwei lieblichen Waisen-F-räuleins. Als die Polizei anlangte, war Montrose-Rosenberg abgereist. * Neue Sensation im Mordprozeß Bonmartini. In Neapel hat eine sensationelle Verhaftung stattgefunden, und zwar auf Grund von überraschenden Entdeckungen der Geheimpolizei. Tie Fäden des scheinbar immer verwirrter werdenden Prozesses führten plötzlich von Bologna nach Neapel. Man hatte einen ursprünglich wenig beachteten Brief Tullio Murri's an eine bekannte üditalienische Halbweltdame gesunden und an die neapolitanische Polizei gesendet. Diese stellte bald fest, daß die Demimondaine — sie heißt Anna Santangelo — ihrerseits enge Beziehungen zu einigen der niedrigsten aber auch als Soldmörder bekanntesten Kamorristen unterhielt. Tie Santangelo wurde darauf verhaftet, und nun stellte sich heraus, daß sie seit langer Zeit nicht nur zu Murri, sondern auch zu Bonelli in engen Beziehungen stand, und kurz vor der Ermordung des Grafen Bonmartini nach Bologna fuhr, nachdem sie vorher die schon erwähnten Ka- morriften gedungen und gleichfalls nach Bologna gesendet hatte. Hier halle sie selbst wiederholte Zusammenkünfte mit ihren Mllverschworeuen und es scheint jetzt fast erwiesen, daß die Ermordung des Grafen von Seifen Gattin uni) deren Bruder Tullio vereinbart und vorbereitet wurde, während die Santangelo die Mörder lieferte, die den Grafen umbrachten. Tullio Murri selbst aber habe sich nur als Thäter bekannt, um seine Scywester und die Santangelo, seine frühere Geliebte zu entlasten. • Miß 911icc Roosevelt, die Tochter des amerikanischen Präsidenten, hat sich in Littterock mit Mister John Greenway verlobt. Greenway machte den Feldzug auf Cuba als .Rauher Reiter* unter dem Kommando des jetzigen Präsidenten Roosevelt mit. Auf der Harwarduniocrfität zeichnete er sich als Mitglied des .Athletenclubs* aus. • Der Ruhm der Tierärzte kam auf ihrem diesjährigen »Tage" m München in folgendem Spruch des „Münchener Kmdls* zur Geltung. Das Kindl sprach: Wie waar's blos mit’n Ess'n b'stellt, Gäb'S koane Tierarzt auf der Welt: Wer schaugt das Schwein an auf Trichina k Thut das vielleicht der Mediziiia? Wer muaß die Ochsen tontcoUuii, Daß beim Rüidfleisch kann passirn. Roa Anderer als der Veterinär. Er prüft die Milch ob's fett und schiver. Er macht dadurch die Rinder fest, Er schützt uns vor der Rinderpest Und vor der Maul- und Rlauenseuch, Ja wirkli, groß is sei Bereich! Wer schafft am Land dem Bauern Ruah Werd krank a Roß eahm oder d'Kuah; Und was waars mit der Reiterei, Waarn solche Herrn net aa dabei. Hat's Hundert was inS Pratzeri treten Is aa der Tierarzt sehr von Olsten, Kurzum, je mehr i'S überleg, Tes is a wichtig's Privileg. Mehr als mir emfaUt — no vielmehr Nützt uiiS der brave Veterinär. Trum srent's mi recht, daß femma seid'S Und war ich zerscht a bist g'reizt, Neymt's eS net übi, denn i red Hall so, wie mir der Schnabel steht. Ihr lieben Gast, i wünsch Euch halt, Taß Euch in München recht gut gfallt, Esst's, irinkt's und fchaugl's, daß na waS secht'S, TamU's gern wieder fumma möcht's. Und jetzt Ihr Leutl'n: d'Krüg in d'Hand Es lebe hoch der Tierarzt-Ltand! Mndige Werkstatt $nr Reparatur txm Feuerwaffen und eine Menge Kriegsmaterial, die Livingstone nun Gebrauch Set- aufgeftieichert halle. Ties war eine Verletzung ber Sanb-River-Kouvention von 1852, welche bie Lieferung von Waffen an bie Kaffem verbot. Schottz konfiszierte dähalb bas Livingstonosche Arsenal, unb dieser rächte sich bafür, ntbern er bie Buren in ganz En glaub beleidigte unb verleumdete." Die Schslußperiode von Burgers Präsidium fällt mit dem Anfang des offenen Konflikts mit England zusammen. T ie innere Schwäche bcr südafrikanischen Republik galt als eine Gefahr für die britischen Besitzungen in Südafrika unb nach dem Kriege mit Seeueuni kam Theophilos Shepstone nach Pretoria mll plenarer Vollmacht von der britischen Regierung, um die Annexion dieses Landes zu bewirken, das zu „schwach" war, um sich gegen die Eingeborenen zu verteidigen. Er begegnete von Sellen Burgers nur schwachem Widerstande. Shepstone ttaf mll einer Eskorte von 25 Mann ein, um, wie er vvrgab, über die Kafseru-Schwierigkeit unb andere Fragen mll ber Regierung ber Republik zu verhandeln. Zu gleicher Zeit sprach er offen die Meinung aus, bie Thatsache, baß die Republik Seeueuni nicht besiegt habe, sei eine Ermutigung für andere Kassemstämme, einschließlich derer aus britischem Gebiete, sich zu einer Empörung zu erheben. Ich verlangte, da ich Shepstones Absichten klar durchschaute, vom Präsidenten Burgers, daß er Shepstone mit seiner bewafftleten Leibwache nicht erlauben sollte, in die Stadt einzuziehen, außer unter Eskorte auch eines bewaffneten Burgerkorps. Tiefen Vorschlag ließ Burgers unberücksichtigt. Ties geschah um dieselbe Zeit, als die Amtsfrist des Präsibenten zu Enbe ging unb eine neue Präsidentenwahl bevorstanb. Eine Anzahl Burghers bat mich, als Manbibat aufzutreten, unb obwohl ich zuerst ablehnte, erklärte ich mich schließlich ein» verstauben, weil bie Burghers solche Unzufriedenheit über meine Weigerung an ben Tag legten. Ich stellte jedoch bei bem Wahlkomitee eine Bebingung, nämlich baß, falls Burger bie Majorität erhalten sollte, meine Anhänger sich bem Resultat unterwerfen unb bem gewählten Präsibenten ben ihm gebührenden Gehorsam erweisen müßten, um nicht offene Zwietracht zur Sck;au zu tragen unb ben Englänbem einen neuen Vorwand für ihre Aimexionspläne zu geben. In der ersten Woche, in welcher die Parteilisten zirkulierten (vor bem Datum ber offiziellen Wahl), zeigte es sich baß ich eine große Majorität hatte. Tarauf ging ich ÄU Präsident Burgers unb sagte: „Präsident, ich verspreche Ihnen, baß ich bie Atajorität ber Burghers auf Ihre Seite hinüberbringen werbe, wenn Sie nur versprechen, starke Maßregeln gegen die Annexion zu ergreifen und die Unabhängigkeit des Landes zu verteidigen. Wenn das Ihre Absicht ist, müssen Sie es mir klar beweisen, sodaß ich ben Burghers emphatisch erklären kann, baß unsere Unabhängigkell kräftig verteidigt wird, sonst werden meine Argumente natürlich wirkungslos bleiben. Ich gebe Ihnen meine Hand zum Zeichen, daß ich zu thun meine, was ich angeboten habe." Doch ehe das Tatum ber Wahl herbeikam, wehte bie britische Flagge über ber einst freien Re- publik." Telephonischer Kursbericht« . 26.45 8°/o .Mexikaner 3% Oberhessen Tendenz: behauptet. Haden. (Loursbericht bou «Z»-8vzsLs ffigra, Bankgeschäft, Gießen, Neuenbäuen 41. 40/. Italien. Rente 4vjt% Portugiesen 3°/ Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 37«% 8% 3V,% 3% 371% Beiohsanieihe do. Konsole . do. . . Hessen 4%70 Chinesen . . Electric, bohuokert . Nordd. Lloyd . » Kreditaktien . . . Diekonto-Kommandii. Darmstädter Bank . Dresdener Bank Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . , . üotthardbahn . . . La uraliütte . . . . Bochum . ... « Harpener . . . . .Cincinnati^. Newyork, 24. Okt. Wie mis E-t. Bin een t gemeldet wird, ist der Vulkan Soufriöre seit gestern früh wieder inThatigkeit. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 2 2. Sonntag nach Trinitatis, den 2 6. Oktober. G 0 t t e s d i e n st. Iu der Stadtkirche. Vormittags 972 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Atarkusgememde. Psarrer S ch e u n e m a n n. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Die Vereinigung der konftrinierlen weiblichen Jugend der Matthausgemcinde fällt am Montag aus. Donnerstag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr, tut unteren Konfirmandenfaal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Markus 1. Pfarrer Scheuneman ir. , , . „ , Nächstkünftigen Sonntag, den 2. November, als dem Nefor> mationsfest, finbct Beichte und heil. Abendmahl für Niatthäus» und Niarkusgemeinde im Abeiidgottesdienft statt, (Semeinbenut-» glieder, die daran teilnehmen wollen, werden gebeten, sich vorher bei dem Psarrer anzumelden. In der Johauueskirche. Vorntittags 97, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kiitdergottesdienst für die Lukas- . . 102.90 . . 50.35 . . 3L40 . . 27.90 . . 119.40 ■Anl. 44.25 4% ttrieoh. Monopol. 4b,% äussere Argentiner . 92.80 . 80.00 . 102.00 . 212.50 . 187.00 . 185.20 . 142.00 . 155L0 . 15L40 . 19.40 . 179.00 . 197.50 . 170.80 . 167.00 Neueste Meldungen. Origirraldraytmeldurrgen des Gießener Anzeiger. Leipzig, 24. Okt. Im neuen Leipziger Bank- Prozeß ist der Revisions-Entscheid des Reichsgerichts dem Landgericht zugegangen. Bei den voraussichtlich im Dezember beginnenden Verhandlungen werden Ex- diretlor Schmidt, Dr. Gentzsch und sämtliche AiussichtSräte der Leipziger Bank als Zeugen erscheinen. Die Kosten des ersten Leipziger Bant-Prozesses betragen insgesamt 100 000 Mark. t München, 24. Okt- Von angeblich dem Finanz- Psarrer Euler. , c „ . . Die für Dienstag, den 28. Oktober, verabredete ^Bereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde wird auf Dienstag, den 4. November, verschoben. Psarrer Euler. Nächslsolgenden Sonntag, den 2. November, Feier des Reform a l 10 n s f e ft e s. An diesem Tage^nach allen Gottesdiensten Sammlung für die Gustav-Ado lf-Stist ung. Am Resormationssest findet Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Abendgottesdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. Samstag den 25. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag, den 26. Oktober: 23. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheü zur hell. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. 9)lef|e, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. , „ 9>/r Uhr: Hochamt mtt Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Christenlehre, darauf Rosenkranz-Andacht mit Segen. An den Werktagen ist täglich des abends um 67, Uhr Rosen- kranzandacht 1 ml Segen Gerichtssaal. Berlin, 23. Okt. Um die Person des (soeben verabschiedeten. D. Red. des Gieß. Anz.) Präsidenten des kaiserl. Patentamtes v. Huber handelte es sich bei einer Prioatklage. die der Ingenieur und Patentanwalt Karl Pieper gegen den früheren Chefredakteur der „Nordd. Allg. Ztg.", Geh. Hofrat Dr. Wilh. Lauser, und den Chefredakteur der „Voss. Ztg.", Hermann Bachmann, angefirengt halte. Der Privatkläger hatte, wie wir s. Zt.^bereits mitteilten, in einem Vortrage sich gegen angebliche Mißstände im Patent- amte gewandt und die Fähigkeit des Präsidenten v. Huber zur Verwaltung dieses Amtes angezweifelt. Tie „Nordd. Allg. Ztg." brachte darauf einen gegen Pieper gerichteten Artikel und warf diejem darin unwahre Behauptungen vor, behauptete, daß seine erfolgte Verurteilung wegen Beleidigung beweise, rote wenig genau er es mit der Ehre anderer Leute nehme, und erklärte, daß P. mU seinen Auslassungen von sachkundigen Kreisen längst nicht mehr ernst genommen werde. Diesen Artikel des offiziösen Blattes hatte die „Voss. Ztg." abgedruckt. — Ein erster Verhandlungstermin in dieser Angelegenheit verfiel, rote mitgeteilt, vor Monats- frist der Vertagung, weil noch Beweise erhoben werden sollten. Gestern kam ein Vergleich zu Stande. Stallnpöneu, 21. Okt. Ter Besitzerssohn Lehmann aus Kigar ist wegen Beleidigung und Verleumdung eines Amtsrichters in Pillkallen zu 6 Monaten Gesängms verur- teilt worden. Er hatte geäußert, daß er m einer Anklage von dem Amtsrichter freigesprochen worden sei, weil er mit ihm mehrere $1 auigoberg,Pr^22. Okt. Das Schwurgericht verurteilte Wilhelmine Dombrowski aus Wilhelmsrode, Kreis Labiau, wegen Mordes zum Tode. Sie wurde für schuldig befunden, ihren 85 lahrigen Schwiegervater, den Altsitzer Dombrowski der ihr lästig geworden war, durch Phosphor, den sie durch Ablösen von Streichhölzern gewann und unter die Speisen machte, vergiftet zu physikalische Institut der Universität Jena, das aus Mitteln der Karl Zeiß-Stiftung errichtet morden ift, wird Ende dlefcsAtonats feiner Bestimmung übergeben. — Tr. Jul. Freund aus Marburg, bisher Lektor der deutschen Sprache an der Universität uino in Schweden, wurde zum außerordentlichen Proiestor^ tur deutsche Sprache und Lilteratur an der schottischen Universität öt Atidrews ernannt und hat seine Stelle bereits angetreten. Der oetretar der kgl. Bibliothek in München, Tr. F. Kämpers, wurde zunt außerordentlichen Professor der Geschichte an der Universität Breslau ernannt. — Aus ®öttingen wird geschrieben: Un bet hiesigen Universität werden vom Wintersemester ab technologische Vorlesungen für Juristen gehalten. , , Bonn, 23. Okt. Zur Immatrikulation des Prinzen Eitel-Friedrich an der Universität treffen dieser und der Kronprinz am Montag Nachmittag hier ein. Der Akt findet m der Aula am Dienstag statt. Prinz Eitel-Friedrich wird wie fern älterer Bruder Mitglied des Corps Borussia werden. Bel diesem sind gestern der Erbprinz voii Bentheim, sowie der Prinz von Ulenburg eingetreten, die soeben die Universität bezogen haben. Kunst und Wistenschaji. Berlin, 23. Okt. Tas Internationale Zentralbureau zur Bekämpfung der Tuberkulose trat heute Vormittag unter Vorsitz des Staatssekretärs Grafen Posadowsky zusammen, der au, die Solidarität der Wissenschaft und Praxis hinwies, die schon herrliche Früchte getragen habe. Hoffentlich werde es diesem Jahrhundert beschieden sein, die Tuberkulose zu überwältigen. Namens der Protektor-.n, der Kaiserin, hieß Vizeoberzeremonlenmeifter von der Knesebeck die Erschienenen willkommen. Brouardel-Paris überbrachte eine Einladung, die nächste Tagung in Paris stattfinden zu lassen. Graf Posadowsky dankte. Sodann schilderte Ritter Kury° Wien, welches Interesse Oesterreich-Ungarn bis in die weitesten Volksschichten an der Bekänipfung der ^uberkillose nehme. Erst kürzlich habe der Chef der österreichischen Regierung durch ein Rundschreiben sämtliche Verwaltungsorgane m den Dienst der Bekämpfung der Tuberkulose gestellt, und alle Land- und Gemeindebehörden zur intensiven Mitwirkung an dieser Aufgabe ausgermen. Regierung und Bevölkerung Oesterreichs nähmen alfo das größte Interesse an den Verhandlungen der Konferenz. Dann begannen die eigentlichen Verhandlungen. Brouardel hatte den Vorsitz. Jii der Vormittagssitzung gaben Fraenkel-Berlin und Panmvitz-Berlm etUen Uebcrblicf über die Tuberkulose-Bekämpfung. Redner verschiedener Staaten besprachen fobann den Stand der Bestrebungeii in den einzelnen Ländern mit Mittel zur weiteren Propaganda. In der Nachmittaassitzung, in der Schroetter-Wien und Nuranvl- Budapest den Vorsitz führten, besprach zunächst v. Baumgarten-^u- hingen benStampf gegen bie Tuberkulose vorn Stanbpunkt der pathologischen Mykologie. Zum Beratuiigsgegenstand „Anzeigepflicht" sprachen Andvord-Christiania, Schroetter-Wien, Geheimrat Kirchner vom preußischen Unterrichtsministerium. Die Redner empfehlen Ein etzung einer engeren Kommission zur Regelung der Frage. Zmn Thema „Polikliniken und Dispensaires" sprachen Calmelle-Lille und Rubino-Ncapel. Sodann berichtete Sternberg-Wien über Arbeiter- schütz und Tuberkulose, Freund-Berlin über Krankheitsverhütungsvorschriften in den Arbeitsstätten, Savoire-PariS über die Notiven bigteit obligatorischer ärztlicher Ueberroachung der Werkstätten und sonstiger Aufenthaltsräume. Mit einem Vortrage von Kury von Dudrav-Wien über Sputumbeseitigung und Diskussion schloß die Sitzung. Darnach folgten die Konferenzteilnehmer einer Einladung des Grafen Bülow zum Thee. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Rew-Aork, 23. Oktober. Einen umfangreichen Auftrag der Standard-Oelgesellschaft nicht nach Europa gehen zu lassen, hat die Stahlarbeiter-Vereinigung eine 25prozentige Lohnreduktion gewilligt, sodaß die American Tmplate Company nunmehr die Bestellung übernehmen kann. ,r . Mannheim, 23. Okt. Eine Mannheim« Firma beabsichtigt gemeinsam mtt 40 Seisensabrikanten aus Suddeutschland und ^n Reichslanden in der Mannheimer Gegend eine ch e m i s ch e Fabrik zu gründen, die sich mtt der Herstellung von Oel- -säuren und Glycerin befassen wird. — An der Berliner Börse wurde die Zulasiimg von zehn SlHlionen Mark »proi- 6 « u Ib » e tf Ar e . b- unacn beb Slorb beuti en SI 09b »um Handel und ,ur Stotierunc; genehmigt. Der Kurs st^lll« sich auf «'/. Pr°z. — $er «riuactoinn der Majchtucubau-Geseaich-ft iu SarlSruhe betrug 447 182ffllarf 8=gen 631 Es gelangt eine Dividende von 127, Proz. (u B. 15 Proz.) zur ber Sarpcn-r«ergban-«Ittcn. 47, Wiener 1902 . Buenos-Aires . do..... 100.50 39.— 100.40 38.80 1 Gelsnkirch.Brgw Harpener „ Hiberuia „ Vaura , Hörder „ Ilse Phönix Hoesch Stahl . Schatter Eruben Magdeburger Bergwert . . Buderus. . . 172.— 168.2u 172.75 199 10 171.80 167.50 171.30 197 SO 1 4 37- 4 4 4 Preuß. Central- Boden . . . Westdeutfche. . do..... 102.60 102.20 96.20 102.60 102.20 96^0 4 5 3 Wladttawk 95 steuerft. . . Anatolier . . Salom-Monast. 99L0 102.50 62.80 102^55 6190 3 3% 3 4 3% 4 3% D. Steichs.-Änl. do..... Preuß. ConsolS do..... Badische. . . do..... Bayer. ©L-Dbl. do..... Hess. St^Obl. . do..... 102.— 91.90 101.95 91.85 105.40 100.40 105.25 100.50 102.— 91.80 101.80 91.70 105.60 100 45 105.35 100.55 4 4 3X 5 4)4 4 4^ 6 5 4/4 Ung. Goldrente do. Staatsrente deSgt. . . . Argem, v. 1887 do. Gold 6.1888 do. auß. v. Ib97 Chile Gold-Ant. Chinesen. . . 102.20 98.55 90.75 77*— 70.90 105*40 100.60 92.90 101.40 98.30 77J0 71.20 105*20 lOO.bü 92.60 4 37, 3'/2 67< Ztandeshrl. Anl. Solms-Brauns. do..... Ijcnb.-Birstein. Vank-Attien. Reichsbank . . Berg.-Märkischc Bank . . . 97*80 155.90 Srö 155.20 98- 169.25 116.- 138.10 328.— 104.70 Öl 05 >— CD < CO 1 ü‘ CC. OC 00 -j - 8'1 I *1 's *1 Preuß. Hypoth.- Akt.-Bt. abg.. Ejsenb.-prtortt. Dux-Bodenbach von 1891. . Eüsab. fteuerfr. 98.30 98L5 99.50 99.50 98.70 101.85 4 4 37- 37t 37- Lose in Prozenten. Bad. Thlr. 100 Bayer. Lhtr.100 Gothaer Präm.- Psdbr. L . . do. II. . . 1 1 .1 J II 11 122.— 4 3% 105.95 100.15 100.10 do..... ö7. —•- —.— Pfandbriefe. 4 4 Franz Joseph . Äaschau-Odervg. Oesterr. Rord- westbahn B. . do. Südbahn 99*- 99.10 Löln-Mindener 136.50 53.— 136.60 3 3% 3% do..... Württemberg. . Bremen v. 1899 89.40 100.75 100.10 89.40 100.65 100.10 5 5 Mex>cancr Serie 1—4 . Mexicaner v. 99 41.45 101.35 26.55 41.20 101.35 27.80 2 7 4 Berliner Bank. Berliner Hdlsg. Darmstädter Bk. 88.- 155.50 134.60 87 50 155.50 134.10 4 372 4 Fraukf.Hypotbk. Serie 14 do. Serie 15 102.80 10L- 96.40 102.80 100L0 96.40 5 5 119.- —.— 4 Plein gr. Präm.- Psdbr. Thlr. 100... . 136.60 137.50 3% Hamdg. v. 1899 100.50 —.— 3 do..... 11 Deutsche Bk. . 239.— 208.80 Frks.HhP.-Cred.- (Vonib.) 102.70 103.10 4 Oesterr. v. 1860 153.— 152.90 Provinz- und 51äi>1e-An!eihe. 8 Dlsconto-Ges. . 186.70 18 < .30 Bercrn 1905. 101.20 10L20 4 do..... 90.20 90.— do. v. 1854 Ausländische. 100.20 100.20 4 3 Dresdner Bk. . Ratioual-Bk. . 142.20 115.70 141.65 114.80 37. 37, do. 1906. do. tilgbare 96.20 96L0 96.30 96L0 3 3 do..... Raab-Ocdenbg. 64.- 63.70 3 Oldenb. Thlr.40 Lurk. Frs. 400 121,20 129*^0 119L0 47» BoSnier. . . 3% 3 >5 Oberhcssen . . Siarkenvurger. 99.70 99.70 99.80 99.70 5 -Lchasshsr. Bko.. 116.- 114.60 Frks.Landwtsch. Hamburger Hy- potheken»Bank Ser. 141—250 98.50 98.50 Cdf. . . . 73.10 73 JO 5 Gnech. L.B. von 1890 . . 40. 40.10 «3/< Oest. Cred.-Akt. 214.50 212.35 4 4 Rudolsbahn. . 99B0 100.35 Unverzmöliche 4 Griech. Monop. 44.— 44.30 4 Rhemprovinz . 103.50 103.50 Industrie -Mien 100.20 100.10 — pr. Stuck u. ÜJtt 4 Italiener Rente 103.30 103.10 3/4 do..... lOo.lü 100.2ö 14 Mainz.Braucrei 281.- 282.— 4 do. unkündbar 2Vx> Jtal. staall. gar. Ansbacher st. 7 7L40 — — 3 do. ... . Ocster.Silberrte 69.- 69- 4 Gießener. . . 98.70 99.40 20 garbw. Höchst. do. GneSheim 352.— 352.50 bis 1910 102.75 102.75 C.B. . . . 68.50 68.35 Augsburg, fl. 7. 34.10 33.50 37. 100.75 101 — 3^4 do..... 99*45 102.10 10 214.50 215.— 37, do. Serie 46 21/» Livorneser . . 69.- 68.70 Brichw.Lhlr.20 134.- 83L0 ö Oester. Eoldrte. 103.- 103.- Frankfurter. . Eleltt.Lahmeyer „ Syuttert 69.— 89.50 bis 190. 95.70 95L5 4 Sard. Sec. stft. Fmntdr.Lhlr.10 — 4% Portug. Staat. 50.40 50.15 4 Darmstädter l 77.-77 80.25 80.80 37, do. Serie301 gar. . . . 100.90 10 LIO Pkalländ.Frs.45 46.90 4 do..... 32.- 31.70 3/4 do. ... . 98*80 98.30 । 98.80 8 „ Siemens bis 310. 95.70 95.50 3V» Gotthardbahn . 101.25 10L10 do. FrS.10 18B0 —.— 4 Rum. am. Rte. 97.80 97.70 3)4 Mainzer. . . u. Halske Maschs.Gnetzner 114.50 I 110.— 4 Mcining. Ser. 8 102.50 102.50 4 tturst Kiew. stft. Oesterr. fl. 100 4 Rumän. v. 1890 84.65 84.80 3 >4 Osienvacher. . 10 167.50 169 — 37, 4 do. abg. . 96.— 96.- gar. . . . 100.20 —.— von 1864. . 433.50 43L50 4 Gold-Russen v. 100.80 100.51 4 Wormser . . 98*25 98.45 104.— 98.20 78.- ! 99.50 i 98 30 ! 103.65 ' 98.20 | 78.26 10 do. Kleyer . 168.50 1168.— Preuß. Boden« 4 Russ. Südost 97 Pappenh. fl. 7 —.— 29*90 1880 . 3)4 do..... Crcdtt . . . 101.90 101.50 stft..... 99.60 Meininger fl. 7 29.50 3% 4 4 >4 do..... Russen v. 1902 Serben v. 1895 Spanier. 99*50 73.90 89^0 99*56 74.26 87.- 3‘ 4 37 4 Heidelberger Mannheimer . Bao 'Nauheimer Lissaboner . . 1 Bochum Bergw. 1 Concordia „ 1 Eschweüer , 173.30 275.30 210.— 170.CC ! 275.50 208.- 4 37, Rhem Hypoth.. Baut 1907er do. 102.80 99.75 102.80 96.75 4 4 Warschau Wien stsr..... do. XI. 1911er 99.60 99.60 99^0 99M Ungar. Staats fl. 100 . . Benetümer S.30 352.40, 353.— 29J2O| — Bekanntmachung. In das hiesige Genoffenschaftsregister wurde heute eingetragen bezüglich der Gewebebank Gießen c. (3. m. tu H., daß Kaufmann Carl LooS zu Gießen zum Stellvertreter der durch Krankheit verhinderten Vorstandsmitglieder Heinrich Wagner und Karl Vogt II bis längstens 31. Dezember 1902 bestellt worden ist. Gießen, am 20. Oktober 1902. 7471 ______________Großherzogliches Amtsgericht._____________ Bekanntmachung. In daS Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma , Basaltwerke Lollar* von Carl Zimmermann zu Lollar; Inhaber Kaufmann Carl Zimmermann daselbst. Gießen, am 23. Oktober 1902. 7470 _____________Grobherzogliches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. Bis Ende dieses Monats sind bei Meidung der Beitreibung zu bezahlen: 1. Gemeindesteuer, 4. Ziel 1902/03. 2. Holzgelder, fällig 1. August, 1. September und 1. Oktober 1902. 3. HeugraSgelder, fällig 1. Oktober 1902. Zahlstundeu: Täglich vormittags. Gießen, den 23. Oktober 1902. 7457 Stadtkasse Gießen. 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