Nr. 171 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag S4. Jnli 1003 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blatler viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezngSpreiSr monatlich 75 Pf., viertele KMk. 2L0; durch - u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnumme, bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf- auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wtttko: für „Stadt und ßanb* und „Gerichtssaal*: Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Aie heutige Kummer umfaßt 8 Seite« Die Kermanistcruug der Wett. Aus manchem Urteil kann man ersehen, daß man ftn Ausland den Fortschritten des Deutschtums in Brasilien und Australien mit einer getvissen Bangigkeit folgt. Dieselben Fortschritte aber zusammen gehalten mit dem, was Deutschland an bestem Menschenmaterial für die Vereinigten Staaten, für Englmrd, Frankreich, Schweiz und Rußland geliefert hat, berechtigen beinahe von einer „Ger- manisierung der Welt" zu sprechen. Leider kann dies nicht in demselben Sinne gemeint sein, wie die Amerikanisierung. Die Yankees erhalten in der Zukunft politischen Zuwachs, die Deutschen nicht, und somit wird die Germani- sieruug der Welt nur im Sinne der kulturellen und ethnologischen Beeinflussung, nicht aber in dem der politischen Führung weiter vor sich gehen. Die Deutschen werden weiter fortsahren, anderen Völkern wertvolles Blut zuzuführen und unsere Rivalen und Feinde zu kräftigen. Eine Gegenkraft könnte nur dadurch ausgespielt werden, daß man den Geburtenüberschuß von nahezu einer Million Seelen alljährlich im Lande zu behalten suchte...Die Bureau- kratie hat uns in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine böse Suppe eingebrockt. Man lese die Lebenserinne- rungen hervorragender Gelehrter, wie die unseres Landsmannes Karl Vogt, man'lese Max Müller und Jakob Moleschott, und man wird sehen, wie viele guten und tüchtigen Männer aus ihrer deutschen Heimat vertrieben wurden. Daß die Hervorragendsten am ehesten dem Untergang ausgesetzt waren, hat die damalige Zeit der Dema- gogenriecherei ganz im Gegensätze zur Lehre von „Ueberleben der Tauglichsten" bewiesen. Auch aus Friedrich List's Leben wissen wir, welche kernigen Leute, der Plackereien satt, den Staub der Heimat von den Füßen schüttelten. Die Bauern und Handwerker gingen nach Amerika, und ihre Söhne und Enkel machen uns heute Konkurrenz. Die Gelehrten aber, Dichter, Aerzte, 'Juristen usw., fanden in der Schweiz ein Unterkommen, oder gingen ebenfalls über das große Wasser. So verloren wir Gießener Karl Vogt, den Naturhistoriker, an die Schweiz, damals bereits der Wirkungsplatz vieler berühmter Deutschen, und Jakob Mo- leschott ging über Zürich nacb Turin und dann nach Rom. Wieviel deutsches Blut haben wir ferner aus dem Elsaß an Frankreichs abgegeben! Es hat alle Wahrscheinlichkeit iür sich, daß die Franzosen deshalb gerade auf den Besitz des Elsaß so erpicht sind, weil sie aus ihm ihr bestes Menschenmaterial bezogen. Mit dem Elsaß verlor Frankreich eine starke Quelle seiner Kraft. Aber and} England erfreute sich fortwährend eines Zuflusses deutscher Elemente. Der englische gewesene Minister Goschen entstammt einer deutschen Familie, der große Oxforder Sprachforscher Max Müller war ein gebürtiger Deutscher, und dem Aufschwung der deutschen Stahlindustrie durch Krupp hätten die Engländer fast ohnmächtig zuschauen müssen, wenn sie nicht einen ähnlich gewaltigen Stahlindustriellen in ihrer Mitte gehabt hätten, William Siemens, einen Deutschen von Geburt. Und blicken wir nach Osten, so zieht Rußland aus den baltischen Provinzen ebenfalls seine leitenden Kräfte; man denke nur an die russischen Minister und Militärs mit deutschen Namen. Neuere Historiker gehen übrigens so weit, daß sie die Blütezeit der romanischen Länder, Italiens, Spaniens und Frankreichs, durch den Zusatz germanischen Blutes erklären, den jene Länder durch die Völkerwanderung und die Kreuzzüge erfahren haben. Soviel aber .ist erwiesen, daß die Schweiz, Frankreichs England, Amerika und Rußland eines stetigen Zustroms deutscher Clemente sich erfreuten, und zum Teil noch heute erfreuen. Deutschland selbst erfährt in umgekehrter Richtung nicht die gleiche Wohlthat. Soll das aber in alle Zukunft so weiter gehen, daß die Deutschen den „Kultur- dünger" für andere Nationen bilden? Das ist eine Frage, die durch jede neue Auswanderungsstatistik angeregt wird. Weshalb gehen die Leute aus dem Laude? Dies klar und objektiv festzustellen bei einer gewissen Zahl von Auswanderern aus verschiedenen Bevölkerungsschichten, wird am ersten erkennen lassen, woran es fehlt und was zu thun ist._______________________________ Politische Tagesschau. Der Kampf um die geistlichen Schulen in Frankreich wird mehr und mehr auf die Straße verpflanzt. Nachdem alle papierenen Proteste gegen das Vergehest der Regierung sich als wirkungslos erwiesen haben, soll eine Art Volksbewegung ins Leben gerufen werden, um Herrn Combcs, dem früheren Abbe und jetzigen Ministerpräsidenten, die Lust zu weiteren Maßregeln gegen die geistlichen Genossenschaften zu benehmen. In der Hauptstadt des Landes ist bereits, wie wir gestern meldeten, mit Straßenkundgeb- ungen begonnen worden. Während die nationallistischen Blatter die Szenen als den Beginn des Vürgerkrie- ges bezeichnen, erklären die radikalen Organe, es sei ausreichend dafür gesorgt, daß lärmende Kundgebungen dieser Art fortan rascher unterdrückt werden als bisher. Die Hauptführer Coppäe, Lerolle und Konsorten haben fid> vor dem Polizeigericyt zu verantworten. Schwerere Verletzungen sind bei dem Renkontre nicht vorgekommen. Charakteristisch ist, daß beide Parteien für sich, die Sympathien der Konfektionsdamen in Anspruch nehmen, die beim Verlassen des Ateliers den zum Bahnhof ziehenden Schwestern von Saint-Roche das Geleite gaben. Während die einen in den Ruf „Liberte", in die nationalistische Losung, einstimmten, riefen andere parodistisch „Liberty", den Namen eines bekannten Seidenstofsgeschäftes. Das Publikum am Opera-Platze teilte sich gleichfalls in zwei Lager: „Hie Aberts, hie Liberty!" Loubet empfing den Deputierten Denys Cochin, der dringend bat, den Schwestern der Schule von Ponciaux einen Aufschub- zu bewilligen, weil diese 800 Damen genötigt wären, nach dem Elsaß auszuwandern. 'Der Ministerrat wird darüber Beschluß fassen. Neber die gemeldeten Demonstrationen wird noch berichtet: In der Nähe der Madeleinekirche herrschte den ganzen Abend über eine gewisse Bewegung, doch kam es nur zu unerheblichen Kundgebungen. Die Zahl der Verhaftungen überstieg die Zahl 300. Man erwartet neue Kundgebungen. Die sozialistischen und radikalen Blätter fordern die Republikaner zu einer Gegenkundgebung auf. — In vorgerückter Abendstunde, lange nach den Kundgebungen vor dem Bahnhofe St. Lazare, wollte eine Schar Männer und Frauen durch die Rue Faubourg St. Horrors bis zum Elysse Vordringen, wurde aber in eine Seitenstraße abgedrängt. Von den Verhaftungen wurde nur eine ernzige aufredjt erhalten. — Eine weitere Meldung lautet: Die Abreise einer Anzahl Schulschwestern gab vor einer Kirche den Anlaß zu Kundgebungen. Die Manifestanten, Frauen und junge Leute, leisteten der Polizei, als diese gegen sie vorging, Widerstand. Eistige Polizeibeamte wurden durch Stockschläge verletzt. Mehrere Personen wurden verhaftet, darunter die Deputierten Pugliesi Conti und Achdeacon, die aber bald wieder entlassen wurden. Einen hübschen Scherz leistet sich der „Figaro". Er erzählt int Tone des Schwankpoeten: Herr Cvmbes, der Ministerpräsident, raucht nad} dem Essen, des Erfolges seiner Verordnungen froh, seine Zigarre. Da kommt die Köchin und sagt: „Der Herr wird mir wohl erlauben, vier kleine eiserne Bettstellen im Speisesaale aufzuschlagen. Es wird allerdings etwas unbequem sein, aber der Herr! wird begreifen." . . ; „Mas soll denn das heißen", rief der Ministerpräsident, „Sie machen sich wohl über mich! lustig?" „Nicht int geringsten, ich hatte meine vier Kinder bei den Nonnen in Jouy-en-Josart. Sie sind jetzt obdachlos, und man bringt sie mir jetzt zurück. Da werden Sie begreifen." . . . „Schon gut, sck)jou gut", brummt Herr Combes. Kaum war die Köchin verschwunden, als die Stubenmagd eintrat: „Der Herr wird so gütig sein, mir zu gestatten, drei Matratzen auf den Fußboden des Arbeitskabinetts zu legen." „Was ist denn das für ein schlechter Witz?" „Aber nein, es ist leider kein Witz; meine drei kleinen Mädchen waren im Waisenhause in Alenyon. Man hat die Schwestern an die Lust gesetzt; jetzt bringt man mir die Kinder; sie können doch nicht im Freien schlafen." Aergerlich wollte Herr Combes schlafen gehen. Als er aber die Decke aufhob, sah er drei kleine blonde Köpfe auf dem Polster. „Das ist denn doch zu toll", rief er und klingelte. Der Kammerdiener setzte ihm auseinander, es seien die Knirpse der Portiersfrafu. Sie sage, ihre (Portiers) Loge sei nicht so groß wie die (Freimaurer) Loge des Herrn, und es sei nur billig, daß er die Last auf sich nehme. Da machte sich der Ministerpräsident auf und übernachtete im Hotel. lieber den Verlauf des gestrigen Abends in Paris wird telegraphiert: Im Saale der Sociotes savantes hielten die Klerikalen eine Festversammlung, der zahlreiche Geistliche beiwohnten. In der Umgebung besetzten unterdessen die Nationalisten den Boulevard, während die Sozialisten in geordneten, aber unzähligen Haufen heranzogen. Sämtliche Trottoirs wurden von der Polizei und von Truppen besetzt. Tie Massen sangen bald die Marseillaise, bald die Carmagnole. Dazwischen schrien die Nationalisten: Hock} die Freiheit, nieder mit den Tyrannen! Die Sozialisten anttooteten: Nieder mit den Jesuiten, hoch die.Republik! Tie Sozialisten waren in überwältigender Mehrzahl. Tie Kundgebungen Verliesen dank der geschickten Taktik der Polizei ohne schweren Zwischenfall. Nach Beendigung der Versammlung umzingelte berittene Garde die Teilnehmer und drängte ihre Masse nad} den südlichen Straßen, während, die Sozialisten ihren Abzug mit den Rufen a bas la calotte begleiteten. Schließlich blieben die sozialistischen Studenten und Arbeiter Herren des Terrains. Sie belagerten den Boulevard Saint-Germain und durchzogen in Trupps das Quartier, vor den Klöstern demonstrierend und revolu- tionäre Lieder singend. Landftäudrfch-Statipisches. Aus Anlaß des Schluffes des 31. Landtages des Großherzogtums Hessen dürften nachstehende statistische Aufzeichnungen von Interesse sein. Von den Abgeordneten dieses Landtags haben mit dem Schlüsse der Legislaturperiode die beigefügte Zeit land- ständischer Thätigkeit hinter sich: * Möllinger, Pfeddersheim, 40 Jahre, Weith, Nieder-Wöll- stadt, 27 Jahre, * Jockel, Friedberg, 2b'/, Jahre, * Reinhart, Worms, und 4 Schönberger, Groß-Bieberau, je 24 Jahre, * Pennrich, Bingen, 23V. Jahre, Haas, Darmstadt, 21 Jahre, * Ulrich, Offenbach, 17 * 2 Jahre, * Zmßer, Schlitz, 1b»/, Jahre, Erk, Nidda. und Gras v. Oriola (Büdesheim in Oberhessen) je 1b Jahre, * Schmalbach, Crainfeld, 14 Jahre, * Gundrum, Alsfeld, 12 Jahre, * Schönfeld, Schotten, 10V, Jahre, Cramer, Darmstadt, Euler, Bensheim, Köhler, Langsdorf, Ripper, Pfaffen-Beerfurth, Schmitt-Mainz, * Heidenreich, Darmstadt, und Dr. »Gutslelsch, Gceßen, je 9 Jahre, Bahr, Herrnhag, 8V«Zahre, Horn, Selrgenstadt, 7^4 Jahre, * David, Mainz, * Frenay, Mainz, * Haas, Mainz, ^Joutz, Butzbach, * Ohl, Groß-Umstadt, * Rau, Mühlheim a. M., * Weidner, Herchen- Hain, und Brauer, Ober-Ofleiden, je 6 Jahre, v. Brentano, Offenbach, und * Köhler, Worms, je 5V, Jahre, Pitthan, Wöllstein, 48Jahre, * Backes, Darmstadt, 4*/< Jchre, Häusel, Michelstadt, 3»/. Jahre, Molthan, Mainz, und Korell, Leusel, je 3'., Jahre, Berthold, Darmstadt, Diehl, Gau-Odern he,m, Noack, Darmstadt, Schill, Osthofen, Schlenger, Mainz, Wolf, Stadecken, * Seelinger, Lampertheim, und Seim, Großen-Lmden, 3 Jahre, * Koch, Oppenheim, 2 Jahre, * Morneweg, Darmstadt, IV.^ahre, *Lang, Michel- stadt, IVi Jahre, Brenner, Beerfelden, 1 Jahr. Die mit einem " bezeichneten Abgeordneten scheiden in diesem Jahre aus. Nach dem Lebensalter rangieren die Abgeordneten dieses Landtags wie folgt: 1. Möllinger, geboren 1823, 2. Schlenger, geboren 1831, 3. Horn, geb. 1832, 4. Koch, geb. 1833, b. Schill, geb. 1834, 6. Jockel, geb. 1835, 7. Schönfeld, geb. 1836, 8. Backes und 9. Weith, geb. 1837, 10. Schönberger, und 11. Schmalbach, geb. 1838, 12. Haas-Darmstadt, geb. 1839, 13. Erk, geb. 1840, 14. Ohl und 15. Reinhart, geb. 1841, 16. Tr. Gutsleisch, geb. 1844, 17) Gundrum, geb. 1845, 18. Heidenreich, geb. 1846, 19. Euler und 20. Pitthan, geb. 1847, 21. Seelinger, geb. 1848, 22. Pennrich und 23. Zinßer, geb. 1849, 24. Ripper und 25. Joutz, geb. 1850, 26. Weidner, geb. 1850, 27. Häusel, 28. Morneweg und 29. Cramer, geb. 1851, 30. Ulrich, geb. 1853, 31. Haas-Mamz und 32. Gras v. Oriola, geb. 1854, 33. Leun, 34. Lang, 35. v. BreMano und 36. Schmitt, geb. 1855, 37. Berthold, geb. 1856, 38. Diehl und 39. Noack, geb. 1857, 40. Dr. Frenay und 41. Rau, geb. 1858, 42. Wolf, 43. Köhler-Langsdorf und 44. Köhler-Worms, geb. 1859, 45. Bräuer, geb. 1860, 46. Molthan, geb. 1862, 47. Äähr und 48. Dr. David, geb. 1863, 49. Breimer, geb. 1867, 50. Korell, geb. 1871. Der Leipziger Bankprozetz. XXVI. Leipzig, 23. Juli. Heute beschloß Rechtsanwalt Zeh irre die Dupttken der Verteidiger mit kurzen Ausführungen. Darauf erklärte Exner, er habe nie eine Schädigung beabsichtigt, im Gegenteil, stets gekämpft, um alles zu halten, was irgend möglich war. Leider seien seine Kräfte und die Mittel der Bank nicht ausreichend gewesen. Wohl niemand sei vom Zusammenbruch der Bank tiefer niedergedrückt worden, wie er, wenn er auch äußerlich einen ruhigen und gefaßten Mndruck mache. Er erwarte mit vollem Vertrauen den Wahrsprud) der Geschworenen. Dr. Gentzsch erklärt ebenfalls, nie eine böswillige Absicht gehabt zu haben. Es sei zu bedenken, daß er unter dem Zwange der Verhältnisse gehandelt habe. Den schweren Vorwurf, als ob er illoyale Geschäfte gutgeheißen habe, um sich seine Stellung zu erhalten, weise er entschieden zurück. Nachdem aud) die übrigen Angeklagten in persönlichen Ausführungen jedes Bewußtsein, sich im Sinne der Anklage vergangen zu haben in Abrede gestellt, wurde den Geschworenen die Rechtsbelehrung erteilt. Hierauf zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Gegen 4.45 Uhr treten die Geschworenen wieder in den Saal. Unter größter Spannung im überfüllten Zu- hörerraum erklärt der Obmann der Geschworenen folgenden Wahr sprach: Die Geschworenen haben die Frage wegen betrügerischen Ban kerotts betreffend Gx- ner bejah t; die Frage wegen Verschleierung des Geschäftsberichts und der Exposes ebenfalls bejaht, aber bezüglich des Kommuniques verneint; die Schuldfrage wegen Betruges gegen S. Bleichröder verneint, die Frage, oh dadurch eine Verschleierung begangen sei, bejaht, die Frage wegen Betruges gegen von der Heydt u. Co. und wegen Untreue gegen die Leipziger Hypothekenbank verneint und endlich die Frage nach mildernden Umständen verneint. Die Schuldfragen sind betreffs des Dr. Gentzsch in derselben Weise beantwortet worden, jedoch ist bei Gentzsd) als nicht erwiesen angenommen, daß er Handelsbücher verheimlicht habe, außerdem sind Gentzsch mildernde Umstände zugebilligt worden. Betreffs des Angeklagten D o d e l wurde die Frage wegen Untreue verneint, und die Frage wegen Verschleierung mit Ausnahme des Geschäftsberichts, da der Angeklagte zur Zeit nicht in Leipzig war, bejaht. Betreffs aller übrigen Angeklagten haben die Geschworenen die Fragen mit Ausnahme der auf das Kommunique bezüglichen bejaht, jedoch allen mildernde Umstände zugebittigt. Der Gerichtshof verurteilte: Exner zu fünf Jatzrett Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, Dr. Gentzsch zu drei Jahren Gefängnis, beide unter Anrechnung siebenmonatlicher Untersuchungshaft; Do del zu 15000 Mark Geldstrafe, Schröder, Mayer und Wölker zu je 18000 Mk., Fiebig er zu 8000 Mark und SSör ft er und Wilkens zu je 5000 Mark Geldstrafe. Ten Angeklagten werden die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Sttatsanwalt hatte gegen Exner langjährige Zuchthausstrafe, gegen Dr. Gentzsd) mehrjähriges Gefängnis und gegen die übrigen Angeklagten Geldstrafen beantragt. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, Exner habe durd) schmählichen Mißbrauch des tu ihn/ gesetzten Vertrauens großes Unglück über Tausende herbeigeführt, und durd) sein Vorgehen hätten Treue und Glauben tm Handel und Verkehr tiefe Erschütterung erfahren. Wohl habe er nicht aus Habsucht, sondern aus Ehrgeiz gehandelt, da er aber immerhin eine niedrige Gesinnung an den Tag gefegt habe, sei auch auf Ehrverlust erkannt worden. Auch Gentzsch täuschte das in ihn gesetzte Vertrauen auf5 Aergste, stand aber vollständig unter Exncrs Einfluß und hatte wohl auch nicht das volle Bewußtsein der Strafbarkeit seiner Handlungsweise. Die übrigen Angeklagten hätten, obgleich aud) ihnen dieses Bewußtsein fehlte, durch unverantwortlichste Pflichtverletzung zur Herbeiführung der Katastrophe beigetragen. Vermischtes. * Berlin, 23. Juli. Tie „Königliche Seehandlung" teilt mit: Ter bei uns angestellte Kassendienejr Fr. Wagner, 1567 in Groß-Pilkallen geboren, ist gestern nach Unterschlagung amtlicher Gelder im Betrage von 5 7 0 0 0 M a r k, welche er bei verschiedenen Bankinstituten ein^uta-fieren hatte, flüchtig geworden. Er wandee sich höchst wahrscheinlich nad) dem Auslande. Taß eine strafbare .Handlung vorliegt, geht unzweifelhaft auS dem Umstande hervor, daß Wagner un Laufe der gestrigen k Höchste Temperatur Niedrigste „ am AMTLICH GLiNZEND BEGUTACHTET: Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Unwer sttäts-Uachrichten. — Der Historiker Professor Dietrich Schäfer in Heidelberg ist als Nachfolger des verstorbenen Professors Paul Scheffer- Boichorst an die Unwersität Berlin berufen worden. Der Heidelberger Gelehrte, der das Lehramt für mittelalterliche Ge- chichte vertritt, wird diesem Rufe wahrscheinlich schon zum Winter-- Nach dem Gebrauch von Wasser und Seife hat man sich gewohnt, das Kulturniveau nicht nur eines ganzen Volksstammes, sondern auch jeder einzelnen Persönlichkeit zu be- urieilen. Wie uns scheint, nicht ganz mit Recht, denn es giebt viele Menschen, besonders Damen, denen jede Seife körperliches Unbehagen, Jucken und Brennen auf der Haut verursacht. Diesen zum Trost mag hierdurch mitgeteilt sein, daß es endlich gelungen ist, eine ToileUeseife herzustellen, welche frei von jeder Schärfe ist, mild, zart und erfrischend auf die Haut und verbessernd auf den Teint einwirkt. Diese neue Toilettenseife wurde unter dem Namen Bacheberle's Hygienische Priskalin-Seife in den Handel gebracht und ist in allen Apotheken, Drogerien, Parfümerien und besseren Friseurgeschäften zum Preis von öO Pfg. per Stück zu haben. 5049 Ein gutes Stück Seife gehört zu den unentbehrlichsten Requi-- siten eines jeden Haushalts. Keine Seife hat sich wohl schneller in der Gunst des Publikums festgesetzt, als die Lanolin-Seife —* mit dem Pfeilring. daß sich während der Vorlesung »och in den darauf erschienenen Zeitungskritiken Anzeichen dafür ergaben, daß irgend welche sittliche Empsirwungen durch den Inhalt des Stückes verletzt worden wären. Frankfurter Hypothekenbank. Nach dem HalbjahrsausweS bezifferte sich am 30. Juni der Bestand der umlaufenden Obligationen auf 329,42 Mill. Mk. (31. Dez. v. I. 316,73 Mill. Mk.) und der Negisterhypotheken auf 336,07 Mill. Mk. (322,27 Mill. Mk.) ElektrizitätS-Att.-Ges. vorm. W. Lahmeyer u. Co. in Frankfurt a. M. Auf der Tagesordnung der Generalversammlung teht auch: Ergänzung der Statuten beziehungsweise der statthaften Höhe der Ausgabe von Obligationen auf den einfachen Betrag des Grundkapitals. Nachdem die Lahrn eyer-Geseüschaft sich die Deutsche Gesellschaft für elettrische Unternehmungen angegliedert hat, beträgt ihr Aktienkapital 19 790000 Mk. Die Anleiheschuld setzt sich olgendermaßen zusammen: eine 4proz. Anleche von 1898, wovon nach der letzten Bilanz noch 1959 000 Mk. ungetilgt waren, ferner eine 4V,proz. Anleihe von 1901 in Höhe von 4 Millionen Mark und schließlich eine 4V,proz. Anleihe von 1902 im Bettage von 81/, Millionen Mk. zur Einlösung der Obligationen der Deutschen Ge- elljchaft für elektrische Unternehmungen. Die ganze Anleiheschuld beträgt also ca. 14,4 Mill. Mk. Wenn nun Obligationen bis zur Höhe des Grundkapitals ausgegeben werden dürfen, würde die Verwaltung durch die Annahme des erwähnten Antrages noch das Recht erhalten, Obligationen bis zum Betrage von ca. 5,3 Mill. Mark zu emittieren. Mit obigem Anträge will sich die Verwaltung zwar gewissermaßen selbst die Hände binden, wenigstens einstweilen, immerhin ist auch bann noch die Erhöhung der festen La st en der Gesellschaft eine unliebsame Heber» raschung für die Aktionäre. Es ist auch sicherlich keine Verbesserung der Lage der Gesellschaft, wenn die f e ft e n S ch u l d e n bis znr Höhe des eigenen Kapitals vermehrt werden, zumal da in der letzten Bilanz auch noch ca. 7,8 Millionen Kreditoren figurierten. Daß die Gesellschaft aber neue Mittel brauchen kann, geht aus dem Abschlüsse für 1901/02 hervor, der nach außerordentlichen Abschreibungen von 1949 582 Mark einen Verlust von 2 493 872 Mk. ergab. — Wie der deutschen Bergwerksztg. aus zuverläffiger Quelle mitgeteilt wird, haben die Gebrüder Röchling in Saarbrücken 20 Kohlenfelder von Racky erworben. — Das ..Statist. Jahrd. für das Deutsche Reich" enthätt ernt Anzahl von Berechnungen über den Verbrauch von wichtigen Lebensbedürfnissen im Deutschen Reich. Wir entnehmen daraus folgendes: Ter Weizenverbrauch hat int letzten vom 1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901 berechneten Jahre 91,0 Kilogramm auf den Kopf betragen gegen 89,8 im Jahre 1899 bis 1900 und 88,7 im Durchschnitt der Jahre 1893 dis 1900, zeigt also eine ziemlich erhebliche Zunahme. Der Roggenverbrau ch ist im letzten Jahre gegenüber dem voraufgegangenen zwar von 144,6 auf 147,6 Kilogramm gestiegen, aber gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1893 bis 1900, der 150,1 Kilogramm betrug, zurückgeblieben. Der Verbrauch der Ger ft e betrug nur 65,9 Kilogramm gegen 69,5 i. I. 1899/1900 und 68,4 im Durchschnitt 1893 bis 1900. Der Haferverbrauch war mit 121,1 Kilogramm im letzten Jahre größer als je ziwor; im Durchschnitt der voraufgegangenen acht Jahre betrug er 110,1 Kilogramm. Der in den einzelnen Jahren je nach der Ernte stark schwankende Kartoffelverbrauch belief sich im Jahre 1900/01 auf 604,6 Kilogramm gegen 571,5 im achtjährigen Durchschnitt. Der Branntweinverbrauch bettug, wie im vorausgegangenerr Jahre 6,3 Liter auf den Kopf, wovon 2,0 (1899/1900 1,9) Liter zu gewerblichen Zwecken dienten. Der B i e r v e r b r a u ch ist im Brausteuergebiet im stetigem Steigen; er betrug im Jahre 1900 106 Liter auf den Kopf gegen 104 im Jahre 1899, 88 Liter i. I. 1890 und 62 Liter i. I. 1880. Im übrigen Deutschland hat im Jahre 1900 ein mehr oder minder großer Rückgang des Bieroer- brauchs stattgefunden, der am größten war in Württemberg mit 181 gegen 193 Liter im Jahre 1899 uud in Baden mit 161 gegen 170 Liter. Der Tabakverbrauch betrug im Jahre 1900 1,6 Kilogramm auf den Kopf gegen 1,5 t I. 1899. Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre find 1,7 Kilogramm^ verbraucht gegen 1,5 in den voraufgegangenen 5 Jahren. Der Salzverbrauch berechnet sich im Jahre 1900 auf 17,7 Kilogramm gegen 18,0 im Jahre 1899, darunter 7,7 (7,9) Kilogramm zu Speisezwecken. Der Zuckerverbrauch, der in den 70er Jahren nur 6,0 Kilogramm auf den Kopf betragen hatte, ist bis 1899/1900 allmählich auf 13,7 Kilogramm gestiegen, hat aber 1900/02 nur 12,3 Kilogramm betragen. Der Kohlenverbrauch ist sehr stark gelegen. Im Jahrfünft 1876 dis 1880 betrug er 1170 Kilogramm auf den Kopf, 1881 bis 1885 1445, 1886 bis 1890 1686, 1891 bis 1895 1920, 1896 bis 1900 2376, im Jahre 1900 sogar 2662 Kilogramm. Noch stärker ist der Verbrauch von Roheisen gestiegen, der im Jahre 1876 bis 1880 durchschnittlich 51,6, von 1891 bis 1895 dagegen 98,6 und von 1896 bis 1900 142,0 Kilogramm, 1900 sogar 162,5 Kilogramm betrug. Noch weit erheblicher gestiegen ist der Verbrauch einiger im Auslande erzeugten Waren. Es sind verbraucht auf den Kopf im Jahre 1901 rohe Baumwolle 5,73 (1896 bis 1900 durchschnittlich 5,54, 1876 bis 1880 2,86) Kilogramm, Gewürze 0,16 (0,16 und 0,12) Kilogramm, Heringe 3,o9 (3,30 und 2,38) Kilogramm, Kaffee 3,01 (2,69 und 2,33) Kilogramm, Kakao 0,30 (0,28 und 0,05) Kilogramm, Reis 2,13 (2,39 und 1,66) Kilogramm, Südfrüchte 2,15 (1,98 und 0,61) Kilogramm, Thee 0,06 (0,05 und 0,03) Kilogramm, Jute 1,94 (1,71 und 0,32) und Petroleum 16,89 (16,97 und 5,40) Kilogramm. Märtte. Limburg a. d. L., 23. Juli. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 00.00 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 11.70 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 9.10 Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Kunst und Wissenschaft. Bayreuth, 23. Juli. Heute fand die Ausführung des a r s i f a I" statt. Nach Schluß der Vorstellung brach stürmischer Beifall los, der andauerte, bis das Schlußbild nochmals gezeigt wurde. Parfifal wurde von Schmedes-Wien, Kundry von Wittich- Dresden, Gurnemanz von Dr. Felix Kraus und Amfortas von Theodor Reichmann dargestellt, der die Partie vor 20 Jahren zuerst gesungen hatte. Dirigent der Oper war Dr. Muck-Berlin. London, 23. Jull. Auf der heutigen Generalversammlung der Castern Telegram Company sagte der Vorsitzende, Sir John Wolfe Barry, soweit man jetzt sehen könne, hätten die Kabelgesellschaften von der drahtlos e^n Telegraphie nichts zu fürchten. Die Gesellschaft interessiere sich für die Fortschritte der drahtlosen Telegraphie und wolle sie für kurze Entfernungen benutzen. Ihre Station in Porthcurnow wolle die Gesellschaft jetzt mit Apparaten für drahtlose Telegraphie ausstatten, um ihre Kabel-Reparatur- schiffe schneller hinschicken zu können, wo Kabel zu repartren seien. Auch wolle die Gesellschaft, wenn die Versuche glücken, später Städte und Inseln, zu denen sich besondere Kabel nicht verlohnen, durch drahtlose Telegraphie mit ihren Kabeln verbinden. Prag, 23. Juli. Der Seniorchef der bekannten Verlagsftrma Friedrich T e m p s k y ist im 81. Lebensjahr gestorben. — Das neue Frankfurter Schauspielhaus wird mit einem von Fulda eigens gedichteten Prolog-Einakter, dem ersten Akt von „Faust" und „Wallensteins Lager", wie nunmehr bestimmt ist, am 21. Oktober eröffnet werden. Tas alte Schauspielhaus wird feine Pforten Mitte Oktober schließen, und zwar kommen am Abfchiedstag ,,Die Laune des Verliebten", ^Cl-amgo", „Iphigenie" und ein Epilog zur Aufführung. — Frank Wedekinds „Büchse der Pandora". Aus München wird berichtet: Von einem merkwürdigen Mißgeschick ist das Juliheft der Monatsschrift „Die Insel" betroffen worden. DK Auslage dieser Nummer war in der Druckerei in Leipzig eben zum Versandt an Abonnenten und Buchhändler ferttggeftelll, als der Druckerei-Inhaber, der noch im letzten Moment Einsicht in den von ihm gedruckten Text nahm, von den lebhaften Befürchtungen gegenüber dem Strafrichter erfüllt wurde. Es handelte sich dabei um eine dreiaktige Tragödie „Tie Büchse der Pandora" von Frank Wedekind, deren vollständiger Abdruck den Hauptinhalt des Heftes. ausmacht. Da ein zu Rat gezogener Leipziger Rechtsanwalt die Bedenken durch sein Gutachten verstärkte, verweigerte der Druckerei- Inhaber die Lmslieferung der Exeniplare, und die Abonnenten der Insel" müssen sich nun gedulden, bis an Stelle der „Büchse der Landora" ein anderer, gleich umfangreicher Text eingeschoben ist. Auffallend ist nur, daß Frank Wedekmd das tn Frage stehende Drama schon vor mehr als emem Jahre rrn Akademssch-dramai Verein in München vor einem mehrere hunderl Kopse zahlenden, zum großen Teil aus Damen bestehendeii Publckum vortrug, ohne Landwirtschaft. BenSheim, 23. Juli. Die Frühbirnen werden dahier durchschnittlich zu 10 Mk. pr. Ztr. verkauft. Karlsruhe» 23. Juli. Der Stand der Saaten berechtigt nach der üblichen Stufenfolge Mitte Juli bei Winterweizen zu 2,1, Sommerweizen 2,3, Winterspelz 2,2, Winterroggen 2,2, Sommerroggen 2,6, Winterweizen und Wütterroggen im Gemenge 2,0, Winlerspelz und Winterroggen 2,2, Gerste 2,3, Hafer 2,6, Kartoffeln 2,6, Klee 3, Luzerne 3, Wiefen 2,9, Tabak 3,1, Hopfens,8, Reben 3,1. Der Anbau des Tabaks ist aus Mangel an Setzlingen noch nicht überall beendigt. Der erste Satz zeigt verschiedenes Wachstum, auch trotz Nachpflanzungen vielfach Lücken, wozu auch Schnecken beigetragen haben. Ter zweite Satz ist kaum angewachsen und bedarf zur weiteren Entwicklung dringend Regen. Beim Hopfen befriedigt die Reichlichkeit des Anhanges nur in einem Drittel der Berichtsbezirke, in den übrigen ist solcher kaum oder noch nicht wahrzunehmen. Regen thM auch hier not. Die Reben haben größtenteils und zwar meist günstig abgeblüt und deshalb eine etwas günstigere ^Beurteilung als im vorigen Monat erfahren. — Zur Uebertragbarkcit der Riudertuberkulose. Prof. Koch teilte auf dem Londoner Tuberkulose-Kongreß mit, daß er die frühere Anschauung von der Uebertragbarfeit der Rindertuberkulose auf den Menschen nicht mehr aufrecht erhalte und gesundheitliche Maßregeln dagegen nicht für geboten erachte. Für Prüfung dieser wichtigen Frage wurden darauf in England' wie in Deutfch- land wissenschaftliche Kommissionen niedergesetzt. Unabhängig davon hat jetzt der Direktor der tgL Lungenpoliklinik, Professor Max Wolff, d:e von Stod) geforderte experimentelle Seite der Frage näher iinterfucht. Es ist ihm gelungen, in einem der überaus selten vorkommenden Fälle von zuerst im Darm auftretender Tuberkulose beim Menschen, also in einem Falle, der alle üou Koch für die experimentelle Entscheidung der Frage gestellten Forderungen erfüllt, den exakten Nachweis zu liefern, daß diese Tuberkulose auf Kälber übertragbar ist, also Perlsucht im Sinne Kochs beim Menschen vorkommen kann. Von dieser überraschenden Thctt- sache hat Geh. Rat Wolff im Berliner Verein für innere Medizin Mitteilung gemacht und daran Betrachtungen geknüpft, die für die sanitäre Seite der Frage von Bedeutung sind. Ter Dorrragende führte aus, daß durch seine Untersuchungen der Nachweis der Uebertragbarteit der Perlsucht auf den Menschen mit allen Forderungen, die Kock) zum Beweise für diese Uederttagung stellt, zum ersten Male geliefert fei; ferner fei auf Grund von Fütte- rimgsversuchen bei Tieren anzunehmen, daß die seltene Beobach- turtg von primärer Darmtnberkulofe noch kein sicherer Beweis für das wirklich seltene Vorkommen einer tuberkulösen Infektion beim Menschen durch animalische Nahrungsmittel wäre. Vielmehr liege die Möglichkeit vor, daß durch den Genuß von Milch, Butter, Sleisch perlsüchttger Tiere beim Menschen häufiger eine tuberkulöse nfteefung erfolgen könne, ohne daß der Darm erkrankt zu sein braiicht. Daher fordert der Vortragende, daß alle behördlichen Vorsichtsmaßregeln gegen die . von feiten perlsüchttger Tiere drohenden Gefahren ausrecht erhallen werden sollen. Gerichtssaal. Frankfurt a. M., 20. Juli. (Kriegsgericht der 21. Division.) „Ganz egal, Sie müssen doch da sein," meinte barsch der Sergeant Scheier 8/80 (Wiesbaden), als der Füsilier Koch zum Gewehrreinigen zu spät kam und sich damtt entschuldigte, der Feldwebel habe ihn zum Kohlenempfangen kommandiert. Zur Bekräftigung seiner Ansicht, daß der Füsilier an zwei Stellen zu gleicher Zeit sein könne, gab Scheler dem Koch verschiedene Püffe mit dem Kolben eines Radfahrerkarabiners. Auch ein Tritt in die Beine fehlte nicht. Tas Kriegsgericht verordnete dem Sergeanten i ehn Tage Mittelarrest. — In der leichtsinnigsten Weife hat ich der frühere Bürgermeistereigehilfe Heinrich Schmidt aus Wetzlar um feine Karriere gebracht. Er war als Unteroffizier auf dem Bezirkskommando Oberlahnstem beschäftigt. Während er sich bei der Trilppe stets gut geführt hat, begann er in Ober- lahnstein einen lockeren Lebenswandel und mußte mehrere Male bestraft werden. Im Juni d. Js. hatte Schmidt verbummelt, vier Reservisten, die für die Augusta-Garde bestimmt waren, die Ordre zu schicken. Um der Bestrafung aus dem Wege zu gehen, beschloß er, dem Kommiß Valet zu sagen und im Aalslande das Heil zu uchen. Dazu gehörte etwas Geld. Um sich dieses zu verschaffen, begab er sich am Abend des 15. Juni zum Metzgermeister Brühl und klagte ihm sein Leid. Er habe in der letzten Zeit „etwas Drauflos geäst", in der Bezirkskaffe fehlten 100 Mk. und anderen Tages komme der „Kassenonkel", um zu revidieren. Der Metzger möge ihm die 100 Mk. lechen, wenn der „Kaffenonkel" wieder.fort ei, erhalte er sie wieder. Der biedere Schlächtermeister ging auch auf den Leim, und Schmidt dampfte mit den 100 SDlf. nach Luxemburg ab. Dort legte er sich etwas „Weibliches" zu und lebte herrlich und in Freuden, — dis die 100 Mk. alle waren. Da kehrte er ins Vaterland, ins teure, zurück und stellte sich in Koblenz den Behörden. Mit drei Monaten und vierzehn Tagen Ge- ängnis und Degradation büßt der 22jährige Unteroffizier einen frevelhaften Leichtsinn. -eilten. NachmWagsstunLen durch! die Post an feine Ehefrau ttnb verschiedene Freunde, denen er Geld schuldete, zum Teil erhebliche Beträge übersandte. Er spielte stark, namentlich in der letzten Zeit, und dürfte durch große Spiel- verLtste zu der Thal gedrängt sein. Er stand früher als Unteroffizier zehn Jahre lang in einem ostpreußischen Lavallerie-Reguueut und spricht ganz ausgesprochenen ütUmischen DTalekt. Er hat eine stramme soldatische Haltung, schwarzes, kurzgeschorenes Kopfhaar, starken schwarzen Schnurrbart, schwarze, etwas schrefstehenüe Augen und trug bei seinem Verschwinden einen braungrünen! Japuet-Anzug und schwarz--weißen Strohhut. * Diedenhofen, 23. Juli. Die Bürgerztg." mÄdet, daH heute früh zwischen Diedenhofen und Deutsch- Oth zwei Güterzug,e zusammenstießen. Zwei Beamte wurden schwer, zwei leichter verletzt. Beide Ma- Mxneu und sieben Wagen wurden zertrümmert. * London, 23. Juli. Hier wurde ein großer Juwele n- Dieb stsaHl verübt. Ein Angestellter der Firma Gebrüder Ioans war damit beschäftigt, Diamanten im Werbe von 40Q0 Pfiund zum Versandt nach Amsterdam zu verpacken, atö er ans Telephon gerufen wurde. Bei seiner Rückkehr aus dem Telephonzimmer waren die Diamanten zu seiner größten Bestürzung verschwunden. * San Sebastian, 23. Juli. Ms, die königliche F-amilie gestern eine Botfahrt unternahm, stieß das Boot auf Grund. Die königliche Familie ging gegen 7Ahr 30 Min. an Land, ohne daß ein Unfall sich ereignete. * Cholera. Nach amtlicher Feststellung sind bis jetzt in Mucha (Egypten) 210 Cholerafälle vorgetommen, wovon 147 tätlich verliefen. In Kairo ist eine Frau, die ans Mucha dorthin gekommen war, gestorben. Der oberste Sanitatsrot ordnete eine siebentägige Quarantäne Eür Schiffe aus egyptischen Häfen an und verbot die Einfuhr von Früchten und Gemüse. Auch die Stadt Mukden tn der Mandschurei wurde amtlich für choleraverdächtig -erklärt. Aus CHarbin wird gemeldet, daß vom 3. bis zum 14. d. Mts. 234 Russen und 523 Chinesen an der Cholera erkrank und 81 Russen und 363 Chinesen gestorben find. Doch bedenklicher als alle diese Nachrichten. ist eine Meldung, die aus Wien kommt. Dort ist, wie vom >23. d. M gemeldet wird/ im barmherzigen Brüderspital ein Todesfcckl an Cholera nostras vorgekommen! * Ein Lehrer wegen Mordes verhaftet. Am 3. Juli, abends gegen 12 Uhr, wurde, wie aus Gommern, Prov. Sachsen, gemeldet wird, der Kossath Kuhlmei aus der Chaussee erschossen unb beraubt. Der Verdacht lenkte fichl gegen den 28jährigen Lehrer Knoll, in dessen Gesellschaft man den Ermordeten am letzten Tage in Dorn- jburg gesehen hatte. In Dornburg hatte K. erzählt, daß er noch an dem genannten Sonntag nach Ladeburg müsse, Um Geld zu holen für seinen verkauften Acker. Nach langen Untersuchungen der Kriminalpolizei konnte fest- gestelll werden, daß der Lehrer eine böse .Vergangenheit hinter sich hat. In seinen früheren Stellungen in Tuchheim bei Genthin und in Burg soll er an achtjährigen Mädchen Sittlich keitsv erbrechen verübt haben, die aber nicht Kur Anzeige gelangt sind. In seinem früheren Wirkungskreise sowohl wie in seinem jetzigen hat er bei Geschäftsleuten, Gastwirten rc. Schulden gemacht, sodaß es wi^>erholt zu Pfändungen gekommen ist. Im Verkehr mit dem Gendarm und KriminaHolizei versuchte Knoll den Verdacht auf eine Person in Ladeburg zu lenken, wobei er sich aber in Widerspräche verwickelte. Bei der Haussuchung wurde ei,n mit Blut bespritztes Taschentuch ge- fulchen. Sein Ueberzieher soll auch verschiedene Flecke aufweisen, die aber durch Reirrigungsmittel ziemlich unkennt- llch gemacht worden sind. Der Ermordete hatte in seiner Hand noch einige Haare, die von dem Mörder herrühren müssen. Knoll beteuert, den Mord nicht ausgeführt zu haben. Ob die Indizien auAreicheu, das Verfahren gegen Knoll zu eröffnen, muß die Untersuchung ergeben. * Ein Bonmot aus vergangenen Tagen ist anläßlich des Würzburger Konflikts in der bayerischen Abgeordnetenkammer wieder aufs Tapet gebracht worden. Zu den Haupteinwänden, die das Zentrum gegen die Hochschullehrer erhebt, gehört der Hinweis auf das Kliquenwesen, das indessen so alt ist wie die Universitäten und Fakultäten selbst und wohl nie ganz schwinden wird. Da wurde denn an den Schwiegersohn des großen Chemikers Liebig erinnert, von dem es hieß: „Als Carriöre, der bekannte Aesthetiker, nach München kam, war er mißliebig, da heiratete er Miß Liebig und machte Carriere. emefter folgen. — Der bisherige ordentliche Professor Dr. Hermann Min- o w s k i zu Z ü r i ch ist zum ordeMlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität zu Göttingen, der bisherige außerordentliche Professor Dr. Ernst Jacobi zu Breslau zum ordentlichen Professor in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu M ü n st e r, der bisherige außerordentliche Professor an der Universität zu Kiel und Oberlehrer an der tädttschen Ober-Realschule daselbst, Tr. Erich Ad ick es zum ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Univerität zu Münster und der bisherige Königliche Bayrische außerordentliche Professor Lic. thool. Dr. Friedrich Wiegandt zu Erlangen zum ordentlichen Professor in der Theologischen Fakultät der Universität zu Marburg ernannt worden. — Am 15. und 16. September findet zu München die erste Hauptversammlung des neugegründeten deutschen Medizinalbeanrtenvereins statt, der nach den Satzungsentwurf den Zweck hat 1. die Wissenschaft auf dem gesamten Gebiete der Staatsarzneikunde (Hygieine und öffentliches Gesundheitswesen, gerichtliche Medizin und Psychiatrie) zu pflegen; 2. durch Vorträge und Austausch persönlicher Erfahrungen eine Verständigung über wichtige Fragen und die einschlägige Gesetzgebung auf diesem Gebiete herbeizuführen, sowie 3. feinen Mitgliedern Gelegenheit zu gegenseitiger Annccherung zu geben. Dem einstweiligen Vorstand des Vereins gehören u. a. an Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Gaffky in Gießen und Kreisarzt Aledizinalrat Dr. Lehr in Darmstadt. 22. bis 23. Juli 18,0° C. 22. , 23. „ 10,6° 0. Kandel und Verkehr. Dolkswittschast. Chemische Fabriken und Asphaltwerke, Akt.-Ges. Worms. Die mit 300 000 Alk. Aktienkapital und 350 000 Mk. Hypothekenschuld arbellende Gesellschaft weist, wie wir der per 31. Oktober v. I. gezogenen Bilanz entnehmen, für das Bettiebsjahr 1201/02 einen Verlust von 20 250 Mk. auf, wodurch sich die aus dem Vorjahr übernommene Unterbilanz von 67 652 Mk. auf 87 902 Mk. erhöht. Tie auf den 15. ds. einberufene Generalversammlung hatte über die Reduzierung des Akttenkapitals zu beschließen, doch tft uns hierüber noch feine weitere Mitteilung zugegangen. Reserven besitzt die Gesellschaft nicht. Bei Debitoren standen 170 296 Mack (158 214 Mk.) aus, wäyrend Kreditoren 141850 Mk. (133 561 Mk.) ! zu fordern hatten. Juli j Barometer auf 0° reduziert <: der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 23. I 255 745,7 17,0 10,4 72 8. 2 Bew. Himmel 23. 925 747,1 13,2 10,8 96 SW. 1 24. 7“ 747,9 10,5 9,0 95 8E. 1 Dfebel enthält einr, »gen “Ä«2 S °ren,ie^ wnenU^ Äe von 8'/ MentzL ^«tzchG bis wr würde ?MLM äaj ’N« K '^.erlich ^!Ä!s “te w 1901/02 »«1 1949583 her QM Saarbrücken uchhatün netto Jahre Zahre 189? 1900, zeigt Zgenver- NMaNtzQM tzegenüber 1 Mogramm bemio mr im Tuch. ar mit 121\ i Durchschmtt Kilogrannn. ' schmeckende 01 aus 604,6 schnitt. Lex usgegangenar 1,9) Liker iud) ist im t Jahre 1900 88 Liter i. I. ilanb bal im des Äerver- atemberg mit mit 161 gegen i Jahre 1900 l. Im Turch- draucht gegen iverdrauch gegen 18/) im -zwecken. Ter uw 6,0 K ilo- 90 allmählid) I 12,3 w chr W ge- ;O Mogamm .686, 1891 bis gar 2662 Kilo- oheijen ge» 51,6, von 1891 1,0 Kilogramm, erheblicher ge- erzeugten ahre 1901 rohe 1876 bis 1880 ii Kilogramm, ,01 ssFS und jgtanitn, Res il,98 und 0,61) Jute 1,91(1,71 lograntm. ■tfL Ä | Wetter giebel b* v>* 18«' lO^^s- ntiö Leise leise «w ru^Ägel-gf e"b W jeder , bgI iteßern^ ^ainpt Sandet 8^ e n > K fi ß w O *"* s 8 p -■ © « L CO S — t- ,0> 2 o c © * tf? US ts) «j> cu en E o «s> g P „ CD C O m r K 5 E p ‘v P £ O «O s *- = c CD e s3 e >pN-S M 03 CO »CO CS L) a e CQ CD <5 e N.EÄ S C7 4 «K E 6? N- £-• "5 2 s o>co GM G\1 CO CO CO Bekanntmachung den ’Xben- Stckßrche 11. 5353 2 Billards, 2 Billards, Wkwtchi» $ Backsieiiit öetterouer, gelbe, Perle von vJ WWfl^ " vlWv® nrrt (X anfnor r*?Ff ßrtrf la. Wetterauer, Erfurt pro Centner m£L Sack empfiehlt 5163 Feldbrand, la. Qualität; jedes Quantum billigst; nahe und gute Abfahrt. 5307 Andr. Euler. 34 Bahnhofstraße 34 W67 5 c? _E c £ ’S N «j o$t O *qj «Q 0Q 1» 8 D Q ® 8- D Q Ä Ä ® o « 3 CO t- e r-R 1877. 5359 S .2* a» K E E :s u m E -»■$ . C w N «Sl v c R E e : 03 1» Z <2 E £ 5$ rs «ß 27? S® “ <3 Fernsprecher 71. M Zoll. Avget-Schellfischt per Pfd. 10 und 20 Pfg. Fst. Lahnhecht per Pfund SS Pfg. Fst- Schollen per Pfd. 25 Pfg., = CQ =5 3- P o Q 5 er Aorstand des Aereins der Gastwirte von Gießen und Umgegend (Eingetr. Verein). Wasche mH Luhns AK an*‘ Kießener Hokksöad. Die Stesse einer Madewärterin $ P“ !»* August d. I. anderweit zu besetzen. Schriftliche zinetbiehmgcn sind in der Expedition dieses Blattes unter Chiffre Golksbad 5209 niederzulegen.__________________________________ S m Q «» ES* p OOOOOiOiOtOiOtO » OI Ol ' C E ^2 — -w Z&Z zu den billigsten Sommerpreisen, trockenes Brennholz per Raummeter 10 Mark e s S Z Q Salm, Tafel-Zander, Seezungen etc- SV Engros - Versand von neuen BMHeringen. Täglich von 5 Uhr ab: frisch gebackene Aische und Iisch-Koteketts. 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Zu jedem Pfund Palmin erhält der Käufer ein Serienbild. 4485 COCDOOiPiOlOCOCOCOCO CO 1O «P CO COCO CXl CCS et>'8‘e .US ZFZLZMZA^ . e ZN Gonditorei und erstes Wiener Gaf6 Ecke der Frankfurterftraße und Siidaulage hall sich auf das Beste empfohlen und offeriert täglisch frisch eine allergrößte Auswahl der feinsten Horten, Kuchen, Kaffee- u. Htzeegeöäcke In separaten geräumigen Lokalen und schönem (Surfen ÄuSschant des weltbekannten Pilsener „Urquell“ aus dem Bürgerlichen Brauhause in Pilsen, des Mönchetier Sürgerta, Setliner Weißbier. Vorzügliche Tasse Kaffee, Chocolade und Thee. Gefrorenes "W anerkauut ausgezeichueter Huakllät. 4680 Auf dem hiesigen Friedhof entbehren die Denkmäler auf Grabern der nachverzeichneten Personen der nötigen Standfestigkeit Die Angehörigen der Verstorbenen werden daher aufgefordert, Lmsogewiffer für Instandsetzung der Denkmäler bis spätestens 20. August zu sorgen und hiervon uns Anzeige zu erstatten, als sonst auf Grund oes § 7 der Friedhofsordnung die Beseitigung jener Denkmäler erfolgen müßte. CQ)t «S cqi~ - SöSBäOE -TD pro) . Sa« • c,a.“ L r; e®« S.5 H. Helder r so lange Vorrat, zu bedeutend ermäßigte« Preffen bei uls Carl Retter Schulstraße Ecke der Sonne E <=(£) » S to ost E E E c g 5? E 0Q ost S _ .y my, 2 CD Zur Auiklärung! Der Direktor, die Lehrer und Lehrerinnen der Höheren und Erweiterten Mädchenschule. 5342 Giessen, 23. Juli 1902. Fluß- und Seefische Koux Geschäft befindet sich jetzt 2Z Selterswesr 23» 5341 Kaffeezusätze Zwieback Zucker Cacao Chocolade Biskuits Thees eeht ehinesisthe letzter Ernte. Um endgütig den mannigfachen falschen Unterstellungen zu begegnen, die über unser Verhalten in der Jugendfestangelegenheit gemacht worden sind und noch immer werden, erklären wir: Wie aus unseren Akten zu ersehen, hat schon unter der Direktion Landmann im Jahre 1891 und 1893 unsere Schule schwere Bedenken getragen, sich am Jugendfest zu beteiligen. Nach den höchst unerfreulichen Erfahrungen bei dem Fest im Jahre 1893, die in einem besonderen Protokoll niedergelegt sind, war es für die Schule als solche unmöglich, weiterhin am Jugendfest teilzunehmen. Unsere Erfahrungen bei dem Friedensfest im Jahre 1896 konnten uns in unserer ablehnenden Haltung nur bestärken. Es sind also nur sachliche Gründe für uns ausschlaggebend gewesen. Was man uns von Bequemlichkeit und „vornehmthuerischer Absonderung“ und dergL vorwirft, halten wir einer Widerlegung nicht für wert Wegen der groben Beleidigungen und Verdächtigungen in den „Giessener Neuesten Nachrichten“ ist Strafantrag gestellt worden. Kaffee stets frisch von JU 0.70—2.30 früher Marktplatz 6 und verkauft in bekannter vorzüglicher Qualität (ßuchner Wiesbaden. Elektrische Licht u. Kraft- Anlagen in jedem Umfange. Centralen für Städte. Lieferung s Ammtllch. Bedarfs-Artikel. Ingenieur-Besuch und Projekte kostenfrei. Kaffee in allen Preislagen, Thee, Cacao Chocolade, Biskuits, Zwieback, Kaffeezusätze, Konfekt gegen Bon-Ausgabe. JL ICoSJXj Hoflieferant, Kafiee-Grross-Rösterei. Fertige Särge, tannene und eichene, poliert, habe stets aus Lager und halte mich bei etwaigem Bedarf bestens empfohlen. 4835 Justus Heck Schreinermeister, Asterweg 46. MehMMMchmnge per Stück 7 Pfg., neue marinierte Mhmngt per Stück 10 Pfg. empfiehlt C. Roth II. Nachfolger Wallthorstraße b. 5297 Eier!! 02783 2 Stück 11 Pfg., p. Stück 6 Pfg. empfiehlt W. Ullrich, Schloßg. 7. Garantie für frische Ware. cym Weißnähen, Flicken und V Bügeln empfiehlt sich 03174 Frau Hopfetdt, Crednerstr.33,111 Giessener Kuder-Gesellschaft 187 Sonnhg den 27. Juli 1902: JnbiUoms-tygatta (XI. Wrr-lstMsl zu Giessen auf der Lahn unter Beteiligung folgender Vereine: Bremer Ruder-Verein von 1882, Bremen. Ruder-Gesellschaft „Rhenania“, Coblenz. Crefelder Ruderklub 1883, Crefeld. Ruderverein Ems, Ems. Frankfurter Ruderverein, Frankfurt. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Oberrad“, Frankfurt. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania“, Frankfurt. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Sachsenhausen“, Frankfurt. Frankfurter Ruderklub, Frankfurt. „Hassia“, Hanau a. M. Heidelberger Ruderklub e. V., Heidelberg. Ruder-Gesellschaft „Heidelberg“, Heidelberg. Mainzer huderverem, Mainz. Mannheimer Ruderverein „Amlcitia“, Mannheim. Offenbacher Ruderverein 1874 e. V., Offenbach a. M. Offenbacher Ruder-Gesellschaft „Undine“, Offenbach a. M. Ruderverein „Hellas“, Offenbach a. M. Wetzlarer Ruderklub, Wetzlar. Giessener Ruder-Gesellschaft, Giessen. Während der Regatta: Ge*O$$SeS Konzert, ausgeführt von der Kapelle des Leib -Dragoner - Regiments Nr. 24 (Kaiser Nikolaus) unter Leitung des Musikdirektors Herrn Stützel. örfilS'fieiemm den 26. Juli, abends 9 Uhr: Gesellige Zusammenkunft auf dem Bootplatz. Sonntag den 27. Juli, vormittags 9 Uhr: Beginn der r lötil tieflllL Vorrennen. 10 Uhr: Frühschoppen am Bootplatz. Mittags 12VS Ühr: Festessen im Feste aale des Gesellschaftsvereins. Anfang der Regatta: ** nachmittags 31/* Uhr. Nach Beendigung derselben: Preisverteilung am Bootplatz. Abends 9 Uhr: Reunion in den Sälen des Gesellschafhvereins für aktive und passive Mitglieder und die Inhaber der Passe-partout-Karten. Preise der Plätze * Vorverkauf: I. Platz Mk. 1.50, II. Platz Mk. 0.80. An der Kasse: I. Platz Mk. 2.—, IL Platz Mk. 1.—, Sohürz’sche Bleiche 20 Pig- r ,,1. । * । ' Kinder unter 14 Jahren frei. — Karten im Vorverkauf sind zu haben bei den Herren: Heinrich Hettter, Südanlage; Heinrich Noll, Mäusburg; Daniel Heil Nachf., Lindenplatz. ™ Ä „ Oer Regatta-Ausschuss. Preis© der Plätze für unsere Mitglieder nur im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg 9: I. Platz Mk. 1.—, Beikarte 75 Pfg* II. Platz gratis, Beikarte 60 Pfg. — Kinder unter 14 Jahren frei. 6246 Der Vorstand der Giessener Ruder-Gesellschaft 1877, e. V. ZwiMttii! Montag, Mittwoch und Freitag von vormittags 9 Uhr an bei Hofbäcker Noll ,________Mäusburg. 4960 Hochfeine Cervelatwurst. a Pfund 80 Pfennig. 5248 Neuenweg 33. J. M. Schulhof Telephon 119. 314 Prompter Versandt nach auSw. Frucht- u. Saftprejfcn BohiiellschneiSiiiOiiim und ZZohnenmesser Kochm-Mser und -Men ^peiseschränke sowie sämtliche Sims- nnh Äü-hengttäte empfiehlt 4998 Gg. Wilhelm Orbig Schulstratze 10.